Macher TaMtt. Nedoction und Expedition: Bakmhosxiafle Nr. 1ö. , . ^rännmeralionipreile. — , . . ,, . Nr. 134. HUunz?n.V^,^'.: Dienstag, 15. Zum 1880. — Morgen: Benno. 13.Zahra. Mit der Post: «onzjähr. fl. IS. «eigen bi» 5 Zeilen so kr. " < Znlertion«preise: Lin- Aus dem Landtage. Als letzter Punkt der gestrigen Tagesordnung erfolgte die mündliche Berichterstattung des Finanzausschusses über eine Reihe von Petitionen. Abg. Dr. Schaffer referiert über das Gesuch der philharmonischen Gesellschaft um Gewährung einer Unterstützung für die Erhaltung und Erweiterung ihrer Musikschule und unentgeltliche Benützung des Redoutenfaales bei Abhaltung der Gefellfchafts-concerte. Namens des Finanzausschusses beantragt der Herr Referent, der philharmonischen Gesellschaft in den Jahren 1881, 1882 und 1883 eine Jahresunterstützung von 300 fl. aus dem Landesfonde zukommen zu lassen, bezüglich der unentgeltlichen Benützung deS Redoutenfaales jedoch den bisherigen Usus, d. i. die jährliche Miete von 100 fl., ausrecht erhalten zu lassen. Nachdem noch der Herr Abg. Ledenig diesen Antrag wärmstens befürwortete, wird derselbe einstimmig angenommen. Weilers referiert der Herr Abg. Dr. Schaffer über daS Gesuch der hiesigen Malerin Jda Künl um Gewährung einer Unterstützung behufs einer Reise zur weiteren Ausbildung nach Wien, und wird derselben der Betrag von 100 fl. vom Landtage bewilligt. Schließlich beantragt derselbe Herr Referent, der Kanzlistenwitwe Maria Zapletnik für ihre leidende Tochter den Gnadenbeitrag von jährlichen 31 fl. 5V kr., und zwar vom 18. März 1880 bis 1883, zu bewilligen. Der Antrag wird angenommen. Der Herr Abg. Luckmann referiert über das Gesuch eines Bürgercomites der Stadt Laibach behufs Gewährung einer Subvention zur Anschaffung einer Dampffeuerspritze, und wird demselben ein Betrag von 300 fl. aus dem Landessonde zu-erkannt. Weiters bewilligt der Landtag dem Unterstützungsvereine des Gottfcheer Gymnasiums lOOfl. und jenem von Rudolfswert 250 fl. Die Gesuche um Unterstützungen seitens des Unterstützungsvereines für Hochschüler für Bodencultur, des Frequentanten an der Weinbauschule zu Kreutz in Kroazien, Victor Dralka, und des Franz Ravni-har an der Wiener Thierarzneischule werden abgewiesen. Die Hauptschubführerswitwe Theresia Plahutnik erhält ein für allemal eine Gnadengabe von 40 fl. Der Philosophen-Unterstützuugsver-ein der Wiener Universität erhält für das Jahr 1880/81 einen Beitrag von 30 fl-, während das Gesuch des Uuterstützungsvereius der Leobner Bergakademie abgewiesen wird. Der Herr Abg. Dr. v. Schrey referiert über das Gesuch des prov. Aushilfslehrers Johann Geiger um Erhöhung seiner Pension und beantragt die Abweisung desselben, desgleichen über das Gesuch des durch 30 Jahre als Messner verwendeten prov. Aushilfslehrers Mathias Hiti, und beantragt ebenfalls die Abweisung des Gesuches. Die beiden Anträge werden angenommen. Ueber Antrag desselben Herrn Referenten wird der Lehrerswitwe Theresia Beer ein für allemal eine Abfertigung von 100 fl. bewilligt. Zum Schlüsse erbittet sich der Obmann des Finanzausschusses, Herr Abg. Defch-mann, die mündliche Berichterstattung bei Behandlung des Präliminares des Lehrerpensionsfondes pro 1880 und 1881. Nachdem der Tag der nächsten Sitzung vom Herrn Landeshauptmann,: auf Donnerstag oder Freitag anberaumt wurde, wird die Sitzung um halb 1 Uhr geschlossen. Zur inneren Lage. Seit die Wahlreformvorlage für den böhmischen Landtag bekannt wurde, haben die Organe Riegers ihr Urtheil über die Regierung in eine Form gezwängt, welche die nationalen Forderun- gen durch zudringliche Bertrauensbezeugungen für Äs) den Ministerpräsidenten genießbarer zu machen sucht. Ja, ihre Zudringlichkeit in letzterer Beziehung hat bereits einen Grad erreicht, dass officiöse Organe sich veranlasst sehen, aller Welt kund zu geben, dass vorläufig kein Ministerwechsel in Aussicht stehe, eine Meldung, die offenbar nur den Zweck haben kann, den Verdacht abzuwehren, als ob die neuesten Liebesbezeugungen der Czechen auf gewisse Zugeständnisse der Regierung bezüglich einer Umwandlung des Cabinets im streng auto-nomistischen Sinne zurückzuführen seien. Trotz oller Vorsicht der Osficiösen kann aber doch nicht geleugnet werden, dass die Regierung Taaffes von Tag zu Tag immer mehr und mehr in ein Fahrwasser geräth, daS nothwendigerweise keinen anderen Ausweg, als einen bedingungslosen Anschluss an die Rechte des Abgeordnetenhauses gestattet. So hat Graf Taasse in jüngster Zeit die Sanctiv-nieruug eines Gesetzes erwirkt, das, vom Tiroler Landtag bereits vor langer Zeit beschlossen, nur dazu beitragen kann, die Stellung der Tiroler Ultramontanen zu befestigen. Durch dieses Gesetz wird den Aushilfspriestern oder Cooperatoren daS Wahlrecht im ersten Wahlkörper ihrer Gemeinden selbst dann eingeräumt, wenn sie gar keine Steuer entrichten. Dass durch diese Verfügung die Zahl der für den politischen Wahlkampf in Betracht kommende» Streitkräfte der schwarzen Internationale eine sehr erhebliche Verstärkung erhält, liegt offen zutage. Kein Wunder daher, wenn die Führer derselben frischen Muthes und im Vertrauen auf die Nachgiebigkeit der Regierung an die Wiederherstellung jener unduldsamen Tiroler Privilegien gehen, welche aus dem schönen Alpen-lande ein Zwinguri der Glaubenseinheit schufen zum größten Schaden für dessen Bewohner und für deren geistigen und wirtschaftlichen Fortschritt. Feuilleton. Po l y x e n a. Aus dem Tagebuche eines Mönches. Von Harriet. Ich war blutjung, da mich der große, heiße Schmerz meines Lebens traf. Noch jetzt, nachdem ich ein Greis mit schneeweißen Haaren geworden, zittert er in meiner Seele nach, wenn ich die Geige spiele. nvsus vobis daee otia keeit!" sagt Virgil, der Freund des Horaz: „Ein Gott hat die Muse geschaffen." Es war in der vogelfreien Schulferienzeit meines sechzehnten Jahres, als sich meinem tief schwärmerischen Gemüthe das Paradies reinster Glückseligkeit erschloss. Große Seelen greifen nur einmal in unser innerstes Sein und werfen Helle Strahlen hinein. Wenn sie von der Erde schwinden, wird es Nacht um uns. Wie ein flammendes Meteor im Sinken Lichtstreifen am sternenbefäeten Firmament zurücklässt, so leuchtet das Bild meiner einzigen Leidenschaft unverwischbar durch herbe Schicksalsschläge, Jahre voll Kampf und Sorge in mein einsames Herz. Es breitet über den Menschen und Mönch seine unvergängliche Zaubermacht! — Die Welt behauptet: „Wo der Tod eingreift, stellt das Leben schließlich wieder seine Rechte an uns." Mehr als fünfzig Jahre sind verflossen, seit er seinen Schleier über mein Himmelsglück gesenkt, seit er mit seinem scharfen Grabesstahl die Wunde in meine Brust geritzt. — Ewig steht die Todte mit dem Strahlenkranze hehrster Verklärung vor mir! Das Leben zerstört und zertrümmert oft Ideale — nie der Tod, welcher sie rein und unberührt vor die trauernde Seele führt. Ihr ungestilltes Sehnen, ihr heißer Schmerz bleibt die heiligste Weihe, die wir als Kranz, als Blumen auf ein Grab niederlegen, unter dem unser Glück schlafen gieng. — Ich kann keine Blumen auf Po-lyxenas Gruft niederlegen, denn ihre Staubreste ruhen in dem fernen Griechenlande, wo der ewig blaue Himmel aus ihr Grab niederlächelt, wo Orangendüfte es umwehen, Myrten- und Palmenhaine es sanft umrauschen. Mein Geist weilt auch nicht gerne bei Moder und Verwesung. Er hält das Flammenbild fest, welches in das Herz des Jünglings griff, das in dem Greise Wonneschauer heiligster Andacht weckt, wenn er vor dem Marienbilde der prächtig ausgestatteten Kirche des Klosters * die Kniee beugt zum Gebet. Die Mönche und die Menschen draußen in der Welt sagen: „Pater Hilarius ist in sein eigenes Werk, das er vor vielen Jahren gemalt-verliebt! Freilich, solch' eine Himmelskönigin, in rosigen Wolken schwebend, mit goldblonden Haaren, den tiefen, schwarzen Augen, deren Ausdruck sich wie ein heißes Gebet in das Herz senkt, wird nicht immer auf die Leinwand gezaubert. Pater Hilarius Hut ein Wunderbild geschaffen, vor dem sich das eitle Weltkind wie die stumm verschlossene Mönchsseele in gleich mächtiger Rührung und Ehrfurcht beugen muss." Die Menschen wissen nicht, waS mein Pinsel in das Bild hineingehaucht. Die Farben nahm ich wohl von der Palette, tauchte aber dabei den Blick tief in die Seele und entnahm ihr das Heiligste, um es dem Leben zu schenken! Meine große Leidenschaft! Mein Flammenbild Polyxena! „Pater Hilarius lässt schon wieder die Geister der Vergangenheit klagen. — Das dringt in da-Herz, als ob seine Seele weine!" flüsterten meine Klosterbrüder, wenn ich die Geige spielte. O, sie hat nicht immer leise Schmerzensthränen um das Verlorene vergossen. Es brauchte Jahre, bis der wilde, verzweiflungsvolle Jammerschrei in meiner Brust verstummte. Ich verfluchte das Licht der Sterne l Gott war mir ein wesenloser Schein I Das Leben ein schreckenvolles Grab und nur der Tod schien mir ein Befreier meiner furchtbaren Seelenpein! Gestern haben denn auch die drei Lanbesbifchöfe, Erzbischof Eder, Fürstbischof Dellabona und Fürstbischof Laiß dem Landeshauptmann die bereits signalisierte Erklärung zugunsten der tirolischen Glaubenseinheit abgegeben. Das Schriftstück legt Verwahrung gegen die Bildung von protestantischen Gemeinden ein und lehnt die Verantwortung für die Folgen dieses Vorgehens iubetreff der Schädigung der katholischen Interessen ab. Die Bischöfe verlangten, es sei die Erklärung dein Sitzungsprotokolle beizulegen, was auch beschlossen wurde. Ob dieselbe dort dem Actenstaube anheimfallen oder ob wir im letzten Viertel des >9. Jahrhunderts, Dank der Regierungskunst des Grasen Taaffe, noch eine Protestantenaustreibung erleben werden, kann heute noch nicht vorausgesagt werden. Was die Sprachenfrage anbelangt, so wird jetzt von den czechischen Journalen ganz unumwunden verlangt, dass auch die österreichische Armee nationalisiert und dadurch die letzte Stütze des Einheitsstaates beseitigt werde, für deren Erhaltung das militärische Fachblatt „Wehr-Zei-tung" in beredter Weise Stellung «ahm. Weil nun dieses Organ die sprachliche Einheit im Heere als eine Vorbedingung für die militärische Kraft des Staates bezeichnet«, will die „Politik" den Beweis führen, dass auch in der Epoche der staatlichen Centralisation die tiefgehendsten politischen und nationalen Meinungsverschiedenheiten in der Armee geherrscht haben. Das edle Cze-chenblatt verweist zu diesem Zwecke auf die Teilnahme k. k. Truppenkörper an der ungarischen und italienischen Revolution, auf die meuterische Haltung eines Grenadierbataillons in Wien, auf die zahlreichen Gefangenen von Solferino, Magenta und Königgrätz, auf die Klapka'sche Legion in Preußen und auf die ungarische Legion in Italien. Wir haben diesem wahrhaft niederträchtigen Vorgänge gegenüber nur zu betonen, dass der von der „Politik" eingeschlagene Weg das beste Mittel zur Herabsetzung des Ansehens Oesterreichs im Auslande ist und dass man durch solche Re-miniscenzen der Machtstellung unseres Vaterlandes weit mehr schadet, als man derselben durch die Bewilligung eines Kriegsbudgets auf zehn Jahre hinaus zu nützen vermochte! Der deutsche Soldat hat überdies im österreichischen Heere stets seine Pflicht gethan, und wenn auch die czechische Presse seinerzeit keinen Anstand nahm, zu erklären, dass in einem eventuellen Kampfe Oesterreichs gegen Russland die slavischen Soldaten wissen würden, was ihre nationale Pflicht — der Deutsche in Oesterreich hat niemals vergessen, „ES gibt kein ewiges Leben!" schrie es oft in mir und mein angsterfüllter Blick schweifte zu den Sternen empor. Jetzt klage ich nicht mehr so thöricht. Ich habe mir die den meisten Sterblichen dunkel scheinenden Worte „ewiges Leben" klar gemacht. Hier auf Erden ist eS, wenn auch die Gestalten wechseln! Es geht durch die Schöpfung, durch daS All', durch die Unendlichkeit mit ihren Räthseln! DieS ewige Leben ist Gott! Sein GeisteSwehen die große Seele der Erde! — Sie betet die Menschheit an, ihr weiht sie Altäre, ihr baut sie Tempeln!------------- „Pater, Ihr habt nicht die rechte Frömmigkeit!" sagte, als ich noch ein junger Mönch war, oft der Prior zu mir. „Wenn Ihr betet, ist Euer Blick nicht demüthig gesenkt, er starrt groß und flammend ins Leere. Was geht Euch durch den Sinn?" So oft der Prior diese Frage an mich stellte, senkte ich die Lider vor seinem strengen grauen Auge. „Habt Geduld, Hochwürdigster, ich werde beten lernen, wie meine Brüder." „Weshalb könnt Ihr cs nicht jetzt? Wer Gott sein Leben weiht, muss immer nur sein Bild vor Augen haben — sonst ist er der größte Sünder!" Mein Herz schlug bang bei diesen Worten. Es wurde mir schwül in der Seele. — — was er seinem Vaterlande schuldig ist, und auch im Jahre 1866 als Soldat seine Pflicht gethan. Den Ruhm, um dann Patriot zu sein, wenn man Vortheile erzielen will, sonst aber nationalen Sonderbestrebungen zuliebe Hochverrathspolitik zu treiben und die Armee zu beschimpfen, überlassen wir neidlos den publicistischen Vertretern der nationalen Rechte der St. Wenzels-Krone. Schweden und Norwegen. Zwischen dem Könige und dem Storthing von Norwegen ist ein Conflict ausgebrochen, weil der erstere in einem speciellen Falle für sein Veto absolute Geltung verlangt. Nach der Verfassung vom Jahre 1814 kann aber der König einem und demselben Beschlüsse des Storthings nur dreimal seine Genehmigung verweigern. Wird der auf diese Weise dreimal suspendierte Beschluss neuerdings gefasst, so hat derselbe auch ohne königliche Zustimmung Gesetzeskraft zu beanspruchen. Der Fall, um den es sich jetzt handelt, betrifft den Beschluss des Stor-lhings, dass die Minister verpflichtet seien, den Sitzungen der Volksvertretung beizuwohnen, welche, aus mittelbaren Wahlen hervorgegangen, aus sich einen engeren Ausschuss, Lagthing genannt, wählt, welchem die übrigen Mitglieder der Volksvertretung unter dem Namen Odelsthing gewissermaßen als zweite Kammer gegenüberstehen. Falls in einer Frage zwischen den Beschlüssen des Lagthings und des Odelsthings keine Uebereinstimmung herrscht, so treten sie eben als Storthing zu gemeinsamer Berathung zusammen, und den Beschlüssen dieser Versammlung gegenüber hat das Veto des Königs nur aufschiebende Wirkung. So die Verfassung. Der König glaubt jedoch, dem dreimal gefassten Beschlüsse des Storthings in der erwähnten Angelegenheit gegenüber ein absolutes Veto beanspruchen zu dürfen, was unter Umständen sehr leicht zum Sturze des ohnedies nicht populären Ministeriums Stang führen kann. Russland. Russland, dieser Staat der socialen und politischen Gegensätze, wo der starrste Absolutismus auch die socialen Umsturztheorien zur üppigsten Blüte entwickelte, hat ein neuerliches Euriosum zu verzeichnen. Es ist das die Bildung der „Russischen Gesellschaft für Völkerrecht", welche Prinz Peter von Oldenburg ins Leben gerufen hat. Prinz Peter ist russischer General und dabei Friedensidealist im Sinne der Genfer Friedensfreunde. Bekannt ist, dass er zur Zeit des Berliner Kongresses die Diplomatie durch sein Abrüstnngsproject in nicht geringe Verlegenheit brachte. Sein neuestes Werk ist nun die Nun kann ich auch beten, wie die ändern Mönche! Noch tiefer senke ich das Haupt auf die Brust herab als sie. Die Geige hat stets Stürme in mir zu besänftigen gewusst — sie hat mir das wahre Gebet auf die Lippen gelegt! Wenn ich sie zur Hand nehme und der Bogen über die Saiten hinzittert, vergesse ich den Mönch und der Mensch erwacht in mir. „Der Mensch?" Es ist nur ein letztes Aufflackern der Lebens-flamme, welche die Sehnsucht nach gänzlichem Verlöschen in sich trägt! — In der vergangenen Nacht sind zwei Saiten an meiner Geige gesprungen. Das ging schrill und schneidend durch das Instrument — ein banger Todesseufzer meiner tönenden Geliebten! — — Die süße Ahnung baldiger Befreiung erfüllt mich. Tiefer sinkt mir der Kopf auf die Brust herab. Ich beugte mich dankbar vor dem nn-erforschlichen Vernichter, der neben dem ewigen Leben einherschreitet. Maria, meine Himmelskönigin, blickte mich heute morgen traurig an, so traurig, als wisse sie, dass ich bald von ihr scheiden müsse; von meinem Wunderbilde meiner Heiligen! — — In der letzten Nacht, wo die Geige mit den zerrissenen Saiten stumm blieb, senkte sich ein schöner Traum über die wache Seele in der müden Hülle. Polyxenas Geisterhand führte sie noch einmal durch Gründung der oben genannten Gesellschaft, welche, vom Kaiser bestätigt, am vergangenen Samstag im Palais des Prinzen zu Petersburg feierlichst eröffnet wurde. Bei dem Festdejeuner ergriff der Prinz das Wort, um den Zweck des neuen Vereines zu kennzeichnen. Derselbe sei, die Begriffe des internationalen Rechtes zu verbreiten, die wischen den Völkern bestehenden Bande zu be-estigeu, die aus dem Kriege den Regierungen und Nationen erwachsenden Lasten zu erleichtern. Jnmitte der gegenwärtigen Traurigkeit, bei düsterer Zeit, winke uns am Horizonte ein wohlthätig leuchtendes Gestirn: der Friede. Wenn die Hütte gedeiht, steht der Thron fest. Allerwärts strebe man nach dem Frieden. Das Wappen Russlands stelle den heiligen Georg dar, wie er den Drachen vernichtet. Der Drache sei der Unfriede, der Ritter Georg sei der Kaiser. Ebenso hatte Baron Jomini, einer der Mitbegründer der neuen Gesellschaft, die Tendenzen derselben zum Gegenstände seiner Erörterung gewählt. Dieselbe strebe mit Unterstützung der fortschreitenden Civilisation nnd einer gesunden Jnteressenpolitik den Sieg des Rechtes über die Gewalt an. Jede Nation solle zu diesem Zwecke durch Gründung von Rechtsvereinen beitragen, welche, allseits sich vermehrend, schließlich das Gewissen der Welt darstellen werden. Eine weitere Aufgabe werde es sein, unter denselben eine Gemeinschaft der Ideen und Beziehungen herbeizuführen, welche zu einer Versammlung in einem der neutralen Staaten führen wird» um die von der Diplomatie behandelten internationalen Fragen zn erörtern, einen direkten Einfluss auf die Regierungen zu nehmen und schließlich auf die öffentliche Meinung einzuwirken und so eine Art moralischen Schiedsgerichtes zu bilden, welches nicht ohne Einfluss ans die gesetzgebende» Körperschaften und die Negierungen bleiben werde. Das klingt nun allerdings sehr hübsch, aber leider sind die derzeitigen Verhältnisse Europas nicht derartig, um den Bestrebungen des prinz-lichen Idealisten im russischen Generalsrock ein günstiges Prognostikon stellen zu können. Türkei. Wie die „Presse" mitzutheilen in der Lage ist, scheint die Diplomatie entschlossen zu sein, die griechische Frage schon auf der Berliner Nachconferenz mit allem Nachdruck zu behandeln. Es soll in Kreisen, welche offenbar den Aspirationen Griechenlands sehr günstig gestimmt sind, die Geneigtheit vorherrschen, schon in Berlin auf dem grünen Tische die zukünftige Nordgrenze Griechenlands festzustellen, so dass die inter- meine heilige Liebe, die ich in kein Menschenherz gelegt. Große Leidenschaften brennen einsam in der Brust fort — kein fremdes Wort kann ihre Gluten stillen, und mag es auch aus dem besten Herzen gesprochen sein!----------- „Fridolin, der träumerische Fridolin kann wieder einmal hinaus in die Gotteswelt streifen, sich unter die Waldbäume legen und in das Himmelsblau gucken." Mit diesen Worten kündigte mir mein guter Lehrer, zugleich Oheim, dessen freundliches Bilv, seit ich zu denken anfieng, in meiner Erinnerung lebte, die Osterferien an. — Ich war eine elternlose Waise und von Kindheit an dem Priesterstande dnrch den Willen meines OnkelS bestimmt, der für meine Erziehung Sorge trug. — Nie regte sich in mir der Gedanke: „Ist das Dasein schön? Kann mau glücklich sein? Ueberhaupt, waS ist Glück? Mein Leben, meine Welt waren die Bücher, die freie Gottesnatur!" Still und begehrungslos schlug das Herz in der Brust. Da kam die Stunde, wo all' mein Denken und Empfinden nntergieng in dem einen Worte Polyxena! Wo mein bisheriges Dasein einem leeren Blatte glich, auf das auch nicht eine Freudenblüte gefallen war! — (Fortschnng folgt.) nationale Commission Salisburys wenigstens in ihrer konsultativen Form wegfallen würde. Weiter ist von einem Occupationsmandate in Berlin die Rede, welches im Falle, als die Pforte sich fortgesetzt ablehnend verhalten sollte, die Conferenz Griechenland übertragen würde und welches Mandat Griechenland mit guter Hoffnung und bereitwillig übernehmen wolle. Die internationale ostrumelische Commission, deren Mitglieder bereits in Constantinopel versammelt sind, wird in den nächsten Tagen ihre seit länger denn einem Jahre unterbrochenen Sitzungen wieder aufnehmen. Ueber die Thätigkeit dieser Commission wird dem „Pester Lloyd" ge-fchrieben: „Man wird in Zukunft kein Recht mehr haben, diese Commission noch fernerhin die „Ostrumelische Commission" zu nennen, denn sie wird in Wahrheit mit Oftrumelien ganz und gar nichts zu thun haben. Ihre künftige Aufgabe ist im Artikel XXIII des Berliner Vertrages vorgezeichnet, welcher bestimmt, dass ähnliche Reglements, wie sie auf der Insel Kreta in Anwendung sind, in allen Theilen der europäischen Türkei einzusühren sind, dass Specialcommissionen die Details dieser neuen Reglements für jede Provinz auszuarbeiten haben, und dass die Organisationsentwürfe, welche aus diesen Arbeiten hervorgehen, der Pforte zur Prüfung zu unterbreiten sind, welch' letztere vor Erlass der Verordnung, welche dieselben in Kraft setzen soll, die Ansicht der für Oftrumelien eingesetzten europäischen Commission einzuholen hat. Dieser Umstand, sowie die erhöhte Wachsamkeit der englischen Regierung, welch' letztere die Aufgabe der Commission gleichfalls sehr ernst nimmt, wird nothwendig der Wirksamkeit dieser Corporation mehr Wichtigkeit verleihen, als ihr der Natur der Sache nach zukommen mag. Schon jetzt sollen einige der Commissäre geneigt sein, die von der Pforte vorbereiteten Organisationsentwürfe schlechtweg zu verwerfen, weil bei dem Zustandekommen derselben nicht jene im Artikel XXIII vorgesehenen Specialcommissionen thätig waren, in welchen das eingeborne Element zahlreich vertreten sein sollte." Nach den bisherigen Wahrnehmungen werden die Bestrebungen der Westmächte, Griechenland zu einer ausgiebigeren Vergrößerung seines Gebietes zu verhelfen, von Seite der übrigen Teilnehmer an der Berliner Nachtragsconferenz keinem Widerspruche begegnen. Was Oesterreich anbelangt, so erklärt die „Montags-Revue", dass dieser Staat zwar alle Ursache habe, den Gefahren eines Conslictes mit den Albanesen in Epirus und Thessalien vorzubeugen, gibt aber doch in vorsichtiger Redewendung die Nothwendigkeit einer Grenzregulierung zu, welche natürlich nur im Vortheile Griechenlands sein kann. In Bezug auf die Stellung Englands zum jüngsten Ministerwechsel geben die „Times" dem Verdachte Ausdruck, dass man es dabei nur wieder einmal mit einer jener Cabinetsveränderungen zu thun habe, zu welchen die Pforte stets zu greifen pflegt, wenn sie dem Drängen des Auslandes nach Reformen nicht mehr auszuweichen vermag. Doch werde sich diesmal der Vertreter Englands nicht mehr durch bloße Worte abfertigen lassen, sondern wirkliche Thaten verlangen. Interessanter, als diese mit der bekannten englischen Breitmäuligkeit vorgetragenen Versicherungen ist die Meldung des Wiener Correspondenten des „Daily Telegraph" über eine Unterredung mit einem österreichischen Diplomaten, in welcher der letztere eine unseres Erachtens nicht unrichtige Anschauung über die eventuelle Anlehnung des neuen CabinetS an die Resormpläne Mithad Paschas und deren Durchführbarkeit ausspricht. „Es ist möglich — so soll der betreffende Diplomat geäußert haben, — dass die Abschaffung des Großvezierats an-deutet, der Sultan sehe die Nothwendigkeit einer verantwortlichen Regierung ein, und die von den besten Absichten für die Türkei beseelten Mächte könnten einem solchen Beschlüsse nur beistimmcn. Aber es wird höchst nothwendig sein, es sicher zu machen, dass das reformierte Programm des neuen Cabinets nicht mit denselben irrthümlichen Ideen adoptiert werde, welche Mithad Pascha und Tevsik Pascha hegten. Diese beiden Staatsmänner hatten das französische Centralisationssystem im Auge — ein System, das in keinem Sinne auf einen Staat wie die Türkei anwendbar ist, der so viele Nationalitäten und Bevölkerungen ganz verschiedenen Glaubens umfasst. Die Türkei braucht Re-formen ganz anderer Natur als jene, die bei einer centralisierten Negierung möglich sind." Vermischtes. — Eine Scene von der Kaiserreise. Aus Brünn erzählen die mährischen Blätter über die Productionen der Gesangsvereine beim Empfange des Kaisers: Zuerst sang der slavische Gesangsverein zwei Chöre. Todesstille herrschte aus dem Platze, als wenn die Volksmenge aus lauter Statuen bestanden hätte. Nicht Ein Laut des Beifalls ließ sich vernehmen. Nun folgte der deutsche Brünner Männergesangsverein mit dem Vortrage des Chores „Ossian" von Behschnitt. Mit einemmale löste sich der Zauber von aller Zungen und tausendfache Hoch-Rufe erschallten. Als nun gar erst das Lied „Oesterreich, mein Vaterland" gesungen wurde, da ward der Beifall von Strophe zu Strophe ein gesteigerter, ein frenetischer. Minutenlange Hoch-Ruse erschallten und grenzenloser Jubel durchbrauste die Luft. Der Kaiser musste aus diesen Beisallsäuße-rungen unzweifelhaft entnehmen, dass die deutsche Bevölkerung Brünns das eigentliche iutellectuelle Element derselben bildet. — Ein kleiner Hofsänger. Der Feuilletonist des „Prager Tagblatt" erzählt: Dieseltage hatte sich der Kronprinz in der leichten Blonse, an der ein Distinctionszeichcn nicht sichtbar war, in die Hosstallungen verfügt und hörte da die Melodie eines czechischen Liedchens, das ein vorübergehender Schusterjunge sang. Der Kronprinz rief ihn in czechischer Sprache an und ersuchte ihn, das Liedchen noch einmal zu singen. „Ach, Sie möchten's umsonst haben", sagte der Junge barsch und pflanzte sich vor den Kronprinzen hin. Dieser sagte lachend: „Ich geb' dir fünf Gulden." — „Womöchten Sie die fünf Gulden hernehmen, Sie Feuerwehrmann, Sie?" erwiderte der Bursche, und auf die Frage des Kronprinzen, wer denn er sei. bemerkte er dann mit gesteigertem Selbstgefühl: „Ein czechischer Patriot!" Daraufhin bot ihm der Kronprinz 10 fl für sein Liedchen, und der vorsichtige Junge begehrte Vorausbezahlung. Der Kronprinz gab ihm sofort die Zehnguldennote, die der Bursche auf den Boden legte, worauf er sich flink auf sie mit beiden Füßen stellte. Dann sang er im beschleunigten Tempo und in höchster Aufregung sein Lied, bückte sich hurtig nach dem Gelde und rannte davonlaufend an einen Herrn, der von der Ferne die interessante Scene mit angesehen und dem Burschen sagte, Wer eigentlich der „Feuerwehrmann" gewesen. Nun eilte er wieder bestürzt zum Kronprinzen zurück und streckte ihm, keines Wortes mächtig, die 10 fl. entgegen. Der Kronprinz hieß ihn das Geld behalten und bestellte ihn sür den nächsten Tag in die Hofburg. Pünktlich stellte sich am ändern Morgen der jugendliche „Meistersinger" in den Vorgemächern des Kronprinzen ein, wo bereits ein prächtiger Anzug für ihn bereit lag. Es gab in diesem Momente keinen beglückteren Menschen, als den kleinen Hofsänger. — Eisenbahnunfälle. Nach einem Telegramm des „Berl. Tagblatt" ist der Separatzug, welcher den Circusdirector Herzog mit seiner Gesellschaft von Stettin nach Chemnitz überführen sollte, letzten Freitag, nachmittags 3*/^ Uhr, dicht vor Riesa mit dem von Elsterwerda kommenden gemischten Zuge zusammengestoßen. Passagiere beider Züge haben dabei leichte Beschädigungen erlitten. Man sah eine Locomotive kerzengerade aufgerichtet, während die andere, stark beschädigt, vor derselben stand. Nach einer Depesche der Direction der Be» lin-Anhalter Elsenbahn über diesen Vorfall sollen nur zwei Personen leicht verletzt und einige Packwagen beschädigt sein. — Aus Metz wird vom 12. d. gemeldet: Heute morgens halb 9 Uhr hat im hiesigen äußeren Bahnho infolge falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß eines Rongierzuges mit einem Personenzuge von Pagny stattgefunden. Zwei Personen sind schwer, mehrere leicht verwundet. Im Zeitraum von acht Tagen ist dies der vierte Eilen« bahnunsall auf deutschem Boden, der ernstere Folgen hatte. — Leo na Dare verunglückt. Aus Hamburg wird von einem traurigen Unfall gemeldet, den die Trapezkünstlerin Leona Dare bei ihrem ersten Austreten in Hamburg am Freitag abends erlitten hat. Die Hauptproduction der Künstlerin besteht bekanntlich darin, dass sie sich an einem Seile durch die Breite des Circus zu einem Trapez schwingt, während sie ein anderes Trapez im Munde festhält, an dem ein Akrobat sein Kunststück vollführt. Durch einen unglücklichen Zufall war der Schwung, den sich Leona Dare Freitag abends gab, unglücklich berechnet; der Akrobat stürzte, das Trapez, das Leona Dare im Munde festhielt, brach und riss ihr drei Vorderzähne und einen Backenzahn heraus. Noch am selben Abende wurde der Berliner Zahnarzt Dr. Sylvester nach Hamburg berufen — aber er wird der verunglückten „Königin der Luft" kaum mehr Hilfe bringen können. Ihre Zähne bleiben ausgebrochen und damit ist ihre Carriere im Circus wahrscheinlich beendet. — Lied der czechischen Studenten. Das Berliner Witzblatt „Ulk" veröffentlicht ein nach der Melodie „Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren" zu singendes „Lied der czechischen Studentenschaft", welchem wir nachfolgende gelungene Strophen entnehmen: „Scharf beweisen uns're Pflastersteine, Was die slav'scke Wissenschaft vermag, Uns're Knüttel schreiben es ins Reine, Und als Siegel gilt ein derber Schlag; Herrlich Tag und Nacht Tobt die Straßenschlacht Und die Deutschenhetz' im heil'gen Prag. Wer am besten schwingt den Eichenknüppel, Wird zum Oberknoten flugs ernannt, Und zum wirklichen geheimen Rüpel, Wer die meisten Fenster eingerannt. Doch der Kutschersitz Beim Clam-Martinitz Sei dem stärksten Brüller zuerkannt. Wer mit Faust und Stiefelabsatz wüthet, Gegen dieses gift'ge deutsche Kraut, Diesem sei, vom treuen Volk behütet, Aus der Prager Bruck einmal erbaut Mit der Inschrift drein: Ehrt in diesem Stein Böhmens Hausknecht, der am besten haut!" Local- und Provin)ial-Ä.ngelegenheiten. — (Ein Fest der Armen.) Anlässlich der von allen Volksstämmen Oesterreichs mit Jubel begrüßten Verlobung deS Kronprinzen veranstaltet die Laibacher Volksküche am 4. Juli in den unteren Loealitäten der alten Schießstätte ein mit einem Damenbazar verbundenes Freiessen für 2- bis 300 Arme der Stadt Laibach, dessen Kosten zum Theil durch freiwillige Spenden gedeckt werden sollen. Beiträge zu diesem Zwecke werden vom Herrn Kassier Hengthaler übernommen. — (Natio n a l-c ler i cale Pr äp otenz. Der heutige „Slov. Nar." lässt in seiner Ungeduld an das Ministerium Taaffe abermals eine scharfe Mahnung ergehen, endlich einmal doch Energie und Willen zu entwickeln, damit der Beweis geliefert wird, dass sich das jetzige Regierungssystem von dem früheren unterscheidet. Bor allem wünscht Herr Dr. Voönjak, unter dessen Auspicien wohl diese brü-ke Aufforderung »flössen sein dürfte, eine Tyrannisierung aller Beamten, da sich dieselben in Sie Idee des gegenwärtigen Ministeriums noch immer nicht hineingelebt hätten und dem jetzigen Stande der Dinge eine ebenso kurze Lebensdauer beimessen, wie der Aera Belcredi und Hohenwart. Wahrlich, wie ein vom Winde hin- und hergetriebenes Ruhr in der Wüste erscheint uns das Benehmen der nationalen Chauvinisten gegenüber den gegenwärtigen StaatS-lenkern. Bald sind sie voll des Lobes und der Anerkennung sür daS Coalitionsministerium und jubeln und frohlocken, wenn irgend eine Gemeindevertretung am Lande prn' vräi'6 du Uutti das kostbarste Kleinod jeder Gemeinde, d. i. die Ehrenbürger. Ernennung. an Männer, das die Bevölkerung kaum dem Namen nach kennt, verschleudert, dann beschleicht sie wieder nicht unberechtigter Pessimis» muS und sie gehen so weit, dass sie dem Ministerium vorschreiben, sich nächstens über seine Vorgangsweise in der Redaction des „Slov. Nar." die nvthigen Instructionen zu holen! — (Eröffnung derMilitär-Schwimmschule.) Die hiesige k. k. Militär-Schwimmschule am Laibachflusse wird für die diesjährige Saison mit heutigem Tage eröffnet. Der Zutritt zu derselben ist gegen Entrichtung des festgesetzten Preises jedermann gestattet. Die Schwimmschule bleibt durch die ganze Saison täglich von 6 Uhr früh bis zur Abenddämmerung geöffnet. Von 8 Uhr vormittags ist die Benützung der Anstalt ausschließlich den Damen Vorbehalten. Die Militär-Unterrichtsstunden find, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich von 6 bis 8 Uhr srüh und von 1 bis 4 Uhr nachmittags. Die Eintritts- und Abonnementskarten können von heute an bei der Bade-AnstaltSkasse gelöst werden. Professoren und Schüler der hiesigen k. k. Lehranstalten zahlen den erniäßigten Militärtarif. — (Der Ausflug des Sängerchores der Philharmoniker) hat trotz des unfreund, lichen Gesichtes, mit welchem der umwölkte Himmel am frühen Morgen des vergangenen Sonntags auf die zum Bahnhofe wandernde Sängerschar und deren zahlreiche Freunde herabsah, einen durchwegs gelungenen und für alle Theilnehmer höchlichst befriedigenden Verlauf und Abschluss gefunden. Schon während der Bahnfahrt hellte sich der Horizont immer mehr und mehr auf, und als anf dem festlich geschmückten Bahnhofe von Jauerburg der einfahrende Extrazug von den brausenden Hochrufen einer großen Anzahl wartender Zuschauer begrüßt wurde, vergaßen die Laibacher Vergnügungszügler vollends auf die Gefahr eines vorübergehenden Regenschauers, der zwar unseren Sängern nicht ganz erspart bleiben sollte, dessen Unannehmlichkeiten aber die heitere Laune der frohen Schar nicht mehr zu trüben vermochte. Dass bei dem Besuche der Weißenfelser Seen ebenso wie später bei der ungezwungenen Liedertafel in Weißenfels felbst die Liederfrendigkeit zum vollen Ausdrucke kam, bedarf wohl keiner weiteren Bemerkung. Der feierlichste Moment der ganzen Excursion war aber wohl der Augenblick, in welchem Doctor Keesbacher anlässlich des Besuches des Rudolf Felsens unter herzlichster Zustimmung der Anwesenden ein Hoch auf den Kronprinzen ausbrachte. Auf die darüber erstattete telegraphische Meldung gelangte noch an demselben Tage der Dank des Kronprinzen für die ihm dargebrachte Ovation ein. Bei der Rückfahrt in Jauerburg abermals von einer großen Menschenmenge in sympathischester Weise begrüßt, trafen die Sänger erst kurz vor Mitternacht wieder in Laibach ein. — (Banlicitation.) Am 25- d., vormittags 10 Uhr, werden im Schulhause St. Veit bei Sittich die Adaptierungsarbeiten an diesem Schul Hause im öffentlichen Licitationswege an den Min destbietenden vergeben. Der beim Ortsschulrathe in St. Veit zur Einsicht aufliegende Kostenvoranschlag beziffert die Meisterschaften mit 531 fl. 30 kr., das Materiale mit 690 fl 29 kr. und die in Geld re-luierte Hand und Zugarbeit auf 31ki fl. 27 kr. Verstorbene. Den 12. Juni. Johann Kleinen;, Hausbesitzerssohn, 23 I , Polanaplatz Nr. 5, Lnngentubercnlose Den 13. Juni. Anna Bevc, Näherin, 21 I, Rain Nr. 4, Herzfehler. Franz Bclk, Dienstbotenssohn, 28 Tage, Alter Markt Nr. 16, Fraisen. Den 14. Juni. Georg Grahek, gewesener Herr-schastsverwalter, 78 I,, Quergasse Nr. 2, Lungenlähmung. — Urban Brnndstätter, Schuhmacher, 62 I., Aichamts-gasse Nr. 1, Lungenemphysem. Den 15. Juni. Johann B. Peter Schott, prov. Finanzwachausseher, 84 I., Kuhthal Nr. 11, Marasmus. Im Civil spitale: Den 11. Juni. Franz Rozman, Jnwohnerssohn 3 Monate, knoumonia. Wiener Börse vom 14. Juni. Papierrevte............ Silberrenre............ Soldrenre.............. StaarSlose, 1854. . . , I8tt0. . . . 1860 zu 100 fi. 1864. . . Obkinatiime». Salizien............... Siebenbürgen . . . Lemeser Banat . . . Ungarn................. Sfs,92 — 2480 > 2484 170 —! NO 50 277 50 278 169 bO 170 676 — 678 — Ereditlose Nudolslose Devise». London .... Oekäfoete». Ducaten........... 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............ Ware 166 — 162— 281-50 85-50 151 50 117 — 101 25 102-20 10150 98 60 104 100 50 105 50 100 75 84 60 126 50 107 50 180 — 17 75 1,7-30 Witterung. Laibach, 15. Juni. Trübe, regnerisch, schwacher Ost. Wärme: morgenS 7 Uhr 4- 18 4o, nachmittags 2 Uhr 4- 18-2° 6. (1879 4- 212°, 1878 19 0° 6.) Barometer im Fallen, 733 24 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 17 8°, um 0 6° unter dem Normale. ss so io« s» 100 75 »iS — 101— «4 so l7S'»0 IL7-— W7 75 l«l> 50 I»»S »7 35 S-5l 5'5S SL4 SSS 57 5S Sr-S0 Telegraphischer Kursbericht am 15. Juni. Papier-Rente 73 60. — Silber-Rente 74 05. — Goldrute 8965.- 1860er Staats-Anlchen 132 90. - Bank-actien 832. — Creditactien 282 --. — London 117 10. — Silber --—. — K. k. Münzducaten 5 52. — 20-Francs-Stücke 9-32. — 100 Reichsmark 57 50. Angekommene Fremde am 14. Juni. Hotel Stadt Wien. Kieschke, Robttet und Schütz, Kaufleute, Wien. — Stoinscheg, Sauerbrunn. — Elsbacher, Kausmann, Tüsser. — Wols, k. k. Steuerinspektor, Prag. — Backhaus, Fabrikant, Berlin. — Globoknik. GewerkS-besitzers-Gattin, Eisnern. — Urbantschitsch, Höflein. — Lackner, Kaufmann, Gottschee. Hotel Elephant. Stariha, Priester, Amerika. — Drasch, Jngcuicur, Sagor, — Schnabl, Ksm., Görz. — Bletta, Kfm., Triest. — Geißl, Ksm., und Stroyar, Wien. — Janez, Besitzer, und Kurent, Gurkseld. — v. Schiwiz« hoffen, Wippach. — Njari und Barra, Zenesz. Sternwarte. Hotevar, Grundbesitzer, Pudlog. Kaiser von Oesterreich. Ludewig, Schneeberg. — Pire, Privat, Neumarktl. Mohren. Nimmer, k. k. Forstverwalter. — Hikoda Therese, Köchin, Graz. -- Spoglich, Cilli. Mafckirmüklerm. Ein Mädchen, welches auf der >VIiveIer L VVtlsou-Ll»8el>1ns nähen kann, wird dauernd ausgenommen. Solche, die auf dem Faltcn-Apparat nähen kann, hat den Vorzug. Auskunst ertheilt Herr ^,n der Wurgstallgasse Kaus-Wr. 7 ist eine Wohnung, "W8 bestehend aus dreiZim-MHmern, Küche, Speisekammer und Holzlege, für kom-^^mendeil Michaeli zu vergeben. Das Nähere bei der Hanseigenthümerin daselbst. (190) 3—3 MökelmrkMf. Wegen Abreise sind Möbet- und Kirnrner-einrichtungsgegenstande aller Art, darunter eine schöne Ripsgarnitnr, Spiegel, Chiffonnieres, Wasch-kästen, Tische » s. w.; ferner Kkas- nnd H'orzelkan-ge schirr und diverse Küchcngeräthe preiswürdig zu verkaufen. Wo? sagt die Administration der „Laibacher Zeitung.» (217) Gedenktafel über die am 16. Juni 1880 stattfindenden Lici-tationen. 1. Feilb., Petrovkic'fche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Zvigl'sche Real., Niederdorf, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Vidigoj'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Zkos'sche Real,, Niederdorf, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Rozanc'sche Real-, Topol, BG. Loitsch. Am 17. Juni. 2 Feilb.. UdovS'sche Real., Rozance, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Hladnik'sche Real., Ravnik, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Devjak'sche Real, Unterloitsch, BG. Loitsch. — 2. Feilb., BM'sche Real, Unterschleiniz, BG. Loitsch. —2. Feilb., Gantar'scheReal., Sanraz, BG. Jdria. — 2. Feilb., Tusar'sche Real., Jdriä, BG. Jdria.-3. Feilb., Treven'sche Real., Godovik, BG. Jdria. Bürgerliches Brauhaus in Pilsen, gegründet 1842. Hiemit beehren wir uns höflichst anzuzeigen, dass wir zur Bequemlichkeit unserer P. T. Herren Kunden sür Steiermark, Kärnten, Arain, Ariest, Istrien und Kroazien ein Kcruptdepot in Kraz errichtet und mit dessen Vertretung Herrn in Graz. A n n e n st r a ß e 3 5. betraut haben. Den Preis des Lagerbieres haben wir bis aus weiteres mit 13 fl. 0. W. per Hektoliter netto Kasse loco Brauhaus und zuzüglich Fracht und Steuer ab Depot z^sträge erbittend, zeichnen mit Hochachtung Kürgerlicke8 Kralckaus m Pilsen, gegrüailet 1842. P. T. Aus Obiges höflichst Bezug nehinend, empfehle ich mich ergebenst zur Aus-sührung geneigter Aufträge aus Lieferung des weltberühmten Original Pilsener Bieres aus dem bürgerliche« Branhanse in Pilsen, gegründet 1842, m Originalgebünden und Flaschen. Flaschenbier »n Kiste« von 28 bis KV Flaschen ü, 15 kr. «nd Glaseinsatz. Hochachtend (2is)3 i F. Schediwy, ÜLliptllkplit lies dürgeel. 8rsi>I>sll8e8 IN kiken, gegeiinilei 18^8. Dmck von Jg. v. Klein mayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Dr. Hans Kraus.