Deutsche Macht I (Arüher „HiMer Zeitung"). ; 1 ■ " 1 - 6 ■Mriat !«»«» ImtTlii ,»» «»»»>», nurjtil ar.t Uflct fit 9i8i mit Luft-lll»-, >»» H-u« ««»«Ilich ft. —M, MCTtctiltng fi. 1.50, |t. 9.—. j««jidl|na (!. . Mit f •|ka«!M46ti| (L Mo, st. «.to, fx* nnitlnt Rsman » fj. Onlrmti iwH X«nf; tci oftcni W>rdkr»-Ioi>i>n> taHpxtQaltt Nadoll. tulMrtl nehm?» 3n(rt«t» |lt mki SUtt «iic d>tk»i»»d«» tancnuTV(»41Mua M Ji-Ul «ullonert n. MttactUa (wirre«. b. Adviintstron»» £trt«it. «. epiki( Sonne am blauende» Horizont emporge-fliegen, das Städtchen A. mit ihrer ganzen Aluthsülle übergießend. Städtchen A. beginnt eben zu erwachen. Da und dort fährt ein Laoernwagen die Erstling« des Feldes zu Mark«, schiebt eine dralle Dirne holpernd ihr Milchwägelchen einher, aus den Fenstern kommt Hier und dort eine staubschüttelnde Hand ge-henlng hervor, oder die Spitze einer nickenden Zipfelmütze; Fenster und Jalousien öffnen sich, aihnende Hausknechte sperren die Thore auf, Mägde mit Eimern und Krugen eilen dem ge-minschastlichen Brunnen am Markte zu, zum schöpfen frischen Wassers und — der ersten Stadtneuigkeiten. DaS Ganze ein halbschläfriges M. Eine Ausnahme hievon macht die Kaserne der köaigl. sächsischen Kanoniere, die in breiter Front den Platz beherrscht und in der eS schon seit zwei Stunden lebt und arbeitet und com-mutbirt; ist doch die Tagreveille schon am grauenden Morgen und jetzt, wo die andern Menschenkinder den ersten Schlummer von den Auge» schütteln, tritt die Batterie schon zum Friih-Rapporte zusammen. In einer Reihe stehen sie da, die kräftigen nalen Erregung wird in der Thronrede mit keinem einzigen Worte direct gedacht. Nur indi-rect werden sä nmtliche Parteien in dieser Rich-»ung aufgefordert, weise Mäßigung zu halten. Von der Versöhnung, die uns das Mini-sterium seinerzeit in volltönenden Phrase» pries, ist heute keine Rede mehr Das ist ein wichiigeS Zeichen der Zeit. Die Thatsachen selbst, die Wirren in Böhmen sowohl, wie die Conftituirung eines nationalen Clubs im deutschen Lager haben eben die Hoffnungen, die man auch maßgeben-derseitS in die Erfolge der Versöhnungspolitik setzte so gründlich vereitelt, daß von derselben nicht wohl die Rede sein kann. Die Polen stellen immer größere Anforde-ruilgen an den Staatssäckel, die Tschechen sind unversöhnter denn je, die Slovenen träumten sogar in unbewachten Augenblicken von einem südslavischen Club. DaS Centrum drohte gar eine zeitlung gänzlich in die Brüche z» gehen und aus der teutschen bisherigen „Staatspartei" löste sich ein nationaler Club ab. der jedenfalls so zahm nicht sein wird, wie die selig« vereinigte Linke; alle diese Thatsachen und das beredte Schweigen der Thronrede lassen schließen, daß das Vertrauen in die einst so pomphaft inau-gurirte Versöhnungspolitik nahezu geschwunden ist und daß die Urheber derselben ihr letztes Heil in der wirthschaftlichen Beschwichtigung der betheiligten Parteien suchen; freilich mit Ausnahme der Deutschen, denn die National-Deut-scheu werden hierin wieder ebenso zu kurz kommen, wie mit ihren national-politischen For-derungen, so berechtigt diese selbst im eigenen Jntensfe des österreichischen Staates sind. Die eine erfreuliche Thatsache aber geht aus der Thronrede klar hervor, daß man sich nunmehr auch an maßgebender Stelle der Erkenntniß nicht mehr vershließt. daß unsere Landwinh-schaft in jeder Hinsicht hilfebedürftig ist. Die Bursche, bausbackig und gesundheitsstrotzend, mit ihren knappen Monturen und den glänzen-den Knöpfen daran. Die Linie aus und nieder schreitet der Feuerwerker. Da ertönt Sporrengeklirr im Corridor, der Feuerwerter ist mit einem Sprunge auf seinem Platz. „Achtungl" „Richt euch!" „Augen rechtsEr brüllt, daß die Spitzen feines Schnauzbaries ein convulsivisches Zittern be-fällt. Der Kapitän en chef tritt ein. Hinter ihm wälzt sich die dicke Figur seines Seconde-Lieu-tenants nach, dem ein langer spindeldürrer Fähnrich folgt. Der Kapitän v. H. ist ein klei-ner untersetzter Mann. Ec trägt den Kopf etwa» vorgeneigt, von der Oberlippe starrt ein dunkler Schnurbart, der jenen Zug um den Mund be-schattet, der aus Chicaue deutet. Er bemäkelt und bekrittelt Alles, ist nie zufriedengestellt und von den Soldaten ebenso gehaßt, als gefürchtet. Der Secondelieutenant und der Fähnrich kommen nur als Folien in Betracht. Ihre Mienen sind die treuen Spiegelbilder von des Chefs Laune. Lächelt er, waS nur über eigene Witze geschieht, so legt eS sich auch wie voller Sonnenschein auf des Secondelieutenants breites Gesicht, während der Fähnrich in ein fröhliches Gemäcker ausbricht. Zürnt er aber ob eine» begangenen Fehlers, dann schwellen mich aus des Secondelieutenants Jupiterstirne mächtige erfreuliche Erkenntniß bricht sich Bahn, daß vor allem dem kleinen Landwirthe in irgend einer Weise aufgeholfen werden muß, soll die Ge-sellschast nicht die wesentlichste Stütze ihres Ge> deihens, einen ökonomisch und moralisch gesun-den Bauernstand über kurz oder lang verlieren. Ungeachtet der durchgeführten Regulirung der Grundsteuer, oder besser gerade wegen derselben ist der Landwirth im Berhältniffe zu anderen Erwerbszweigen am meisten belaste«, und sind die zahllosen zwangsweise durchgesühr-ten Versteigerungen der WirthschaftSdesitze Zeuge davon, mit welch ungünstigen Factoren der Grundbesitzer zu rechnen hat; insbesondere sind die Landwirthe in Nordböhmen und in den Alpen durch die eingetretene Entwerthung des Getreides arg geschädigt, welche Entwerthung einzig darin ihren Grund findet, daß gegenwärtig durch den, von Seite Deutschlands im Vorjahre einpesührten, erhöhten Zoll aus die Einfuhr der Körnerfrüchte der Markt im Auslande ver-schlössen ist. Ob dieser Facior, die Entwerthung des Getreides, die Hauptursache de» Nieder-gangeS unserer Landwirthschaft durch Einführung der bäuerlichen Fideicomifse zu beheben ist. wird jeder Zweifeln müssen. Da aber die Regierung dermalen daS einzige Mittel zur Behebung des Agrarelendes nicht zu kennen scheint, so müffen wir annehmen, daß sie entweder von der erwähnten Maßregel den besagten Erfolg thatsächlich er-wartet, oder aber, daß sie sich über die eigent-lichen Ursachen der Calamität einer Täuschung hingiebt, die für die Zukunft unsere» Bauern-standes nur verhängnißvoll werde» kann. Diese Calamität zu beheben ist eben nur die deutsch» nationale Wirthschaftspolitik im Stande. Nur durch Erfüllung ihrer Cardinalforderung nach einem Zollanfchlusse an daS stammverwandte deutsche Reich wird dem österreichischen Land-wirthe jenes natürliche Absatzgebiet «■ Ader» auf, während die kleinen setterstickten Aeuglein Blitze zu schl-udern sich bemühen; der Fähnrich aber schnellt in solchem Falle entsetzt empor und schüttelt sprachlos nur das Haupt. Kapitän von H. geht mit raschen Schritten aus den Feuerwerker lo« und erwidert dessen Meldung durch »ine mit bissigen Bemerkungen gewürzte Ermahnung künftig besser auf die Ordnung zu seben; „Batterie-Ubicationen schon wieder im Zustande der unglaublichsten Ver« wahrlosung!" Nun erst, nach diesem obligaten Verweise schritt er Bit en in Empfang nehn.end und Strafen ver»h«il«nd die Reihe hinunter, an derem äußersten Ende ein schmucker Unteroffi-cier stand, de>n man das Potsdamer Kind auf 100 Schritte ansah. Er hieß HanS Habermann und war ebm so beliebt bei den Mädchen, als unbeliebt bei seinem Kapitän. „Mas wollen Sie?" herrschte ihn der Letzter- an. nachdem er musternd einen Blick vom Scheitel zur Zehe geworfen. „Ich mechte man jehorsamst bitten. Herr Hpbtmann. um 'nen Passirscheen bis Zwelfe!" „WaaaS ?" frug Kapitän von H., als habe «r nicht recht verstanden. „Einen Passirschein wollen Sie? Und bis 12 Uhr Nachts nur? Sie Unverschämter! Waren nicht Sie eS, der beim letzten Manöver dem General gemeldet hatte, eS seien drei feindliche Patrouillen ge« 2 öffnet werden, welches ihm jedoch insolange ent-zogen bleiben wird, als die gegenwärtigen RegierungSprinzipien, wie sie die Thronrede neuerdings auseinandersetzt. Geltung haben. Mundschau. sDer deutsche C l u t>.] Anläßlich der Gründung deS „Deutschen Club" im Abgeordnetendause sind an demselben mehrere Zustimmungskundgebungen gelangt: WarnSdorf. 28. September 1885. Der Ausschuß des d e u t-fchen Nationalvereines in WarnSdorf faßte folgenden Beschluß: Der Ausschuß deS deutsche» Nationalvereines in WarnSvorf begrüß« freudigst die Bildung deS deutschen Club und gibt der Erwartung Ausdruck, daß derselbe die Verwirklichung deS d e u t f ch n a t i o n a-len Programms mit aller Energie anstre-den werde. Leonfelde n, 28. September 1885. -Bürgermeister Jox sendete an den Reichs-rathsabgeordneten Spaun folgende Depesche: Die fortschrittlich und dtutschgesinmen Wähler in Leonfeld beglückwünschen Sie aus Anlaß Ihres Eintrittes in den d e u t f ch e n C l u b. M i ch e l o b, 28. September 1885. An den Abgeordneten Jofef Steiner wurde nachfolgende Kundaedung telegrafisch abgesendet: Wir begrüßen im Namen Ihrer Gesinnungsge-«offen in Michelob mit Freuden Ihre Mitwir-kung zur mannhasten That der Bildung eines deutschen Clu b's. sUeber Oe st erreich? auswär-l i g e L a g ej wurde am letzten Samstag im unt arischen Unterhauie von Jgnaz Helfy und Gen. eine Interpellation eingebracht, deren Be-gründung wir soweit eS cisleithanisch? Preßgesetze erlauben im Folgenden wörtlich bringen: „Noch lebt in Aller Erinnerung," so iagte Helf?, „das Andenken an die Debatten, welche sich vor Jahren in diesem Hause abgespielt, während deren die Partei des Redners unzäh-ligemal vorausgesagt hat, daß dir damals begonnene Strömung auf die Zerstückelung der Türkei ausgehe. Dieß geschehe nicht zufällig, sondern sei der vorausberechnete Plan der russischen und der österreichisch-ungarischen Di-plomatie. Die Ereignisse bewiesen, daß wir richtig geurtheilt haben, als wir gegen jene Politik proteftirten. Der zweite Aufzug deS Dramas hat bereits begonnen, und zwar unter ganz ähnlichen Umständen wie der erste Act. Auch damals leugnete die Regierung, daß sie die Hand im Spiele habe, wie jetzt, und den-noch müßte man bei Zusammenfassung aller begleitenden Umstände geradezu mit Blindheit gesKlagen sein, wollte man nicht wahrnehmen, daß hier wieder ein System und ein Plan vor-liegen. Aver selbst wenn bewiesen wäre, daß di» oftr»n,elische Erhebung ein ganz sponlanes fehen worden, wo i et, nur eine gesehen hatte. He? Und Sie wollen einen Passirschein? Herum-flattern in der Nacht, be» Mädels nachlaufen? Nichts da! Sie bleiben fchö«, säuberlich heute ganz zu Hause. Und sollte eSJHnen b e i s a l l e n, vielleicht dennoch aus der Kaserne zu schlüpfen, dann Iren-nen wir Ihnen sachte die Distinction herunter und stecken Sie auf die Latten, bis Sie ans-sehen wie eine blaugesottene Forell? Z Verstanden! „Sehr wohl!" preßte Habermann hervor, der vor Aerger blutroth geword»,, war, wäh-rend Kapiiän von H. sich triumphuend ob seines letzten WitzeS im Kreise umsah, >vaS bei den» Secondelieulenant ein pflichtschuldiges Grinsen, beim Fähnrich ein miede» holteS Gemäcker her-vorrief. „Rührt euch!" Der Rapport flog ausein-ander. Kapitän v. H. aber raffelte seiner Pflicht ledig, gefolgt von seinen Getreuen, zur Thür hinaus. Von der drückenden Gegenwart des all-gemein Gefürchtet«» befreit, entwickelte sich b.iid im MaunschaftSzimmer ein reges fröhliches Treiben. Nur Einer steht ftumui in einer Fensternische. HauS Habermann ist es, dem des Kapi» täns Machtspruch einen heißen Herzenswunsch vernichtet. „Z>e«tsche Wacht " Ereigniß gewesen, würd« Redner die Regierung dafür zur Verantwortung ziehen, denn auch als spontanes Geschehniß bleibt eS die natürliche Folge jener Politik, welche vor sieben Jahre» inaugurirt worden und gegen welche die unga-rische Nation einmüthig protestirte. Diese pflegt alle UnabhängigkeitSbeftrebungen anderer Völker stets mit Sympathie zu begleiten, wie dieß die polnischen, griechischen und italienischen Aspirantionen beweisen, und wenn wir sehen wür-den, daß an Stelle der zerbröckelnden Türkei unabhängige Staaten im Entstehen begriffen seien, so würden wir dieß mit Begeisterung begrüßen. All« Welt aber sieht, daß dort weder von Freiheit noch von Unabhängigkeit, sondern lediglich von eiuem Herrfcherwechsel die Rede ist. Wenn eS der Türkei gelänge, den früheren Zustand durch die Waffen wiederher-zustellen, io bedarf man keiner prophetischen Begabung, um vorauszusehen, daß Rußland jeden Vorwand ergreifen werde, um mit seiner Armee den Bulgaren zu Hilfe zu eilen unter der Fahne der heiligen slavischen Sache. Dar-auS würde dann nicht die Herstellung der Ordnung, sondern mindestens ein großer Krieg zwischen Rußland und der Türkei entstehen. Wenn aber die Türlei nicht im Stande oder nicht Willens wäre, zu den Waffen zu greifen, dann wird die Thatsache als vollzogen ange-sehen werden. Möglich, baß man den Fürsten Alexander des Thrones entsetzen und einen Andere-i darauf postiren wird, an der Sachlage jeboch wird dieß nichts ändern. Großbulgarien wird Großbulgarien bleiben und Macedonien wie Albanien zu gleichem Vorgehe» anspornen. Wenn aber das Beispiel allein nicht genügend wirken sollte, wird Rußland schon daraus be» dacht sein, daß an Ermunterung durch Agenten und Rubel kein Mangel sein soll. Die Bergan» genheit zeigt deutlich, was Oesttrreich - Ungarn thun werde. ES wird das Geschehene sehr be-dauern, aber ruhig hingehen lassen. Die russische Macht, wird man sagen, erfuhr aller, ings nur eine indirecte Ausbreitung und eS ist daher unmöglich, daß Oesterreich-Ungar» dies gleich-müthig hinnehme. Nun genüge das kleine BoS-»ien nicht mehr, man müsse weiter vorwärts. Wir werden also auf jenen Punkt gelangen, den die Opposition stets als für Ungarn höchst gefährlich bezeichnete." Nun folgt eine Kritik deS jüngsten Besuches, welchen der Kaiser nach den Manövern von Pozega auf bosnischem Terri-torium machte. Der betreffende Passus aber entzieht sich auS den Eingangs angedeutenden Gründen der Wiedergabe. lZ u d r i n q I i ch t e i t.j Gelegentlich der Anwesenheit deS Kaisers in Klagenfurt, wollte auch der Laibachec ^slovenische) Gemeinderath Audienz nehmen, wurde aber nicht angenommen. Stumm, mit vorgebeugtem Kopfe steht er da, an den Lippen nagend, mit einem Ent-schlusfe kämpfend. Plötzlich aber richtet er sich stramm empor und stampft mit dem Fuße: „Und wenn es Potsdam jilt — i k j e h e dennoch! » * Es war Abend geworden. Die Jalousien der Villa.....berg in der ... . straße waren alle geschloffen. Di« Baronin war aus-gefahi en. Was hätte sie auch thun sollen die Abende hindurch, während der dienstlichen Ab-Wesenheit ihres Gemahls. Deßhalb war aber die Villa nicht ganz verlassen. Dringt es doch hie und da zwischen die grünen Balken hindurch wie herzhaftes Lachen, dann wieder eine fonore Männerstimme, was schmatzte denn jetzt wie ein Hecht? Das wird doch nicht — ei, ei, — wahrhaftig! — ein Liebespärchen! Mit hochgerötheten Wange» und wogen-den Busen sitzt sie oa, die dralle blauäugige Beherrscherin der Küche und neben ihr auf breiter Bank — potz, Blitz! — ein alter Bekannter von unS: Hans Habermann! Den Arm kosend um die Schöne geschlun-gen sitzt er da u»it verklärtem Blicke, neben sich Reste von Bulterbemchen und Schinken, vor 1885 Korrespondenzen. Polisch ach 24 September 1885. (0.»®.) ^Eine selten« Feierlichkeit zu Ehre« eines würdigen Priest er S.f Der seine deutsche Gesinnung niemals verleugnend« hoch-würdig« Herr Pfarrer I. Altmann von de« benachbarten Studenitz, welcher vor vier Mc>»a-ten krankheitshalber nach Graz zur Heilung über-siedelte, ist glücklich geheilt, am 8. d. M. wieder zu seinen, ihn hochverehrenden Pfarrkinder» zurückgekehrt. Schon am Vorabende erdröhnte» Pöllerschüsse und wurden alle Häuser mit Kah-nen in den Landes-, kaiserlichen- und deut-s ch e n Farben geschmückt. — Die Traudrückt wurde festlich decorirt und vor derselben em prachtvoller Triumphbogen ausgestellt, auf wel-chem in große» Lettern „Ehre dem. — dem Ehre gebührt", prunkte; ein zweiter Thrimnph-bogen fand in Mitte deS Marktes Aufstellung, ebenfalls mit deutscher Inschrift. Der m t dem Eilzuge Nachmittags a.igelangte würdige und hochgeachtete Herr Pfarrer wurde von einet Deputation Studenitzer Bürger eingeholt und ehrerbietigst begrüßt, was den ellverehrten Ziel-jorger in die freudigste St mmung versetzte. — In Studeiutz selbst wurde derselbe vom Ge-meinderathe und einer mehr als Tausend zahle»-den Volksmenge jubelnd empfangen. Ein schäl-Mädchen hielt eine schwungvolle Ansprache, über-reichte dem Gefeierten einen Blumenstrauß i« Namen der Schuljugend, worauf sich dann der Zug langsam durch den decorirten Markt zu» Pfarrhofe bewegte, in welchen dieser würdige Priester vor 35 Jahren als Pfarrer seinen Ei»-zug hielt. AbendS veranstalteten die Äurger einen Fackelzug mit Musik zu Ehren des ihnen wiedergegebenen, nun 75 Jahre alten Jubilantea; unter Pöllerfchüffen endete der erinnerungSceiche Tag. Wir haben nur beizusetzen, daß Herr Psarrer I. Altmann niemals bei Wähle» Partei »ahm, sondern stets nur hingebend >eme» hehren Seelsorg^pflichten lebte, wodurch er sich die allgemeinste Hochachtung und Verehrung weit über seine Pfarrgreiizen hinaus in so hohen Masse errungen hat: darum Ehre, dem Ehre gebührt! Kteine Hyronik. sDie Grabstätte des Dichter« der „W acht am R h e i«."] Dem „Schwad. Merkur" wird von einem Schweizer geichne-den, daß die Grabstätte des Dichters der „Wacht am Rhein", Maj Schneckenburger. in Burgdorf bei Bern von der Gefahr bedroht ist, infolge der anderweitigen Benutzung des ge-nannten Kirchhofes bald zu verschwinden. Der-selbe empfiehlt den schwäbischen LandSleutei SchneckenburgerS, das Andenken desselben in sich die gähnenden Schlünde zweier Bockdier-flaschen, f'isch auS dem Keller der Baronin. Darum also der lächelnd zufriedene Blick, der nicht« zu wissen scheint von der Exi-stenz ein-S Kapitäns von H.! darum da heroische Entschluß: „Und wenn es PoiSdani jilt!" Wer könnte auch den SehnsuchtSblickeit solcher Allsten, dem kühlen Winken solcher Flaschen ^jederftehen?! Selbst- und weltvergessen sitzen sie da. „Ich liebe Dir janz pyramidal!" seufzt er. den Ton seines Fähnrichs nachäffend und sieht sie mit einem Auge liebeselig an, während das andere bedauernd mit den leeren Gläsern co-kettirt. ES war ihm so wohl. Doch „daS Unglück schreitet schnell!" Eben beugt er sich zu ihren» Gesichtchea nieder, um einen glühenden Ku — Himmel! — Da knirscht der Sand unter den Rädern der einfahrenden Equipage. „Die Baronin l" schreit Marianne erschrocken aufjpriu-,end, „schnell in den gelben Salo»! dort kommt sie nie hin l" Und den auftaumelnden Liebhaber bei der Hand faffend, zerrt sie ihn durch einen Com-dor und schiebt ihn am Ende desselben z» 1885 Stuttgart durch «in Denkmal zu v«r«wigen. Thal-heim, der Geburtsort des Verstorbenen, würde fiir einen solchen Zweck zu weit aus dem Wege liegen. Maler Canon's Erben.) Trotz dem Canon besonder« in den letzten Jahren Uasumme» verdient« hinterläßt er doch unge-h«»re Schulden. Die Existenz der Familie wäre daher mehr als fraglich. wenn sich nicht, wie wir auS Canon'S Bekanntenkreise vernehmen, «euestens der bekannte Kunstmäcen Gras Hans Wilczek der Familie angenommen hätte. Nicht nur, daß er die 30.000 fl.. welche Canon ihm selbst schuldete, strich, er hat für den kleinen Hans. Canon's Sohn auch 20.000 fl. angelegt und wird ferner durch seinen Einfluß bei Hofe veranlassen, daß Canon's Gemälde: „Die Obst-Händlerin" vom Kaiser für da« Belvedere um 10.000 fl. angekauft wird, womit dann auch die Existenz von Canon'S Hinterbliebener Witwe gesichert wäre. [2>ie SicherheitSzustän de in Serbien) sind fortwährend trostlose. Bei Lbrenovace fand dieser Tage ein Postüberfall statt. In Brezovika wurde das Haus des Fokies ausgeraubt. Drei Neffen deS Hausbesitzers wur-den als Geiseln behalten, bis daS Lös'geld entrichtet ist. In BruS geschah daS Gleiche der Familie Aschkovice. Bei hellem Tage wurde daS HauS des Ztefen Maximovice geplündert und der Hausherr ermordet. Die Regierung setzte ans die Räuber DedieS und Paul Vogiesevac einen Preis von 500 Dukaten. Cogobikooice uud RakieS sind geächtet worden. sDie gepfändeten Bei n kleide r.( Die Brutalität und Willkür der russischen Zoll-dehörden, von der wir schon neulich eine über-raschend« Thatsache zu berichten hatten, erfährt «»e neuerliche Illustration durch folgende kleine Geschichte: Ein Ofenheizer, der sich in diesen Tagen in Batum neue B.'inkleider gekaust hatte, war aus dem Heimwege zu seinem D impfer. als er plötzlich von einem Zollbeamten ange-halten wird, der ihn jedoch, da er nichts Ber-dächligeS finde», wieder weiterziehen läßt. Kaum hatte er aber ein paar Schritte gethan, so saffen ihn zwei Wärter und bringen ihn zum Beamten zurück. „WaS ist daS?" fragte ihn grimmig der Beamte, indem er mit dem Finger l aus di« Beinkleider zeigt. — „DaS sind Beinkleider. Ew. Excellenz." — „Ich weiß daS wohl, aber von wo find sie?" — „Ich habe sie ge-lauft. Ew. Excellenz." — „Wo haft du sie gekauft?" — „Hier in Batum, Ew. Excellenz. — „Dann bezahl' die Steuer." — „Ich habe sie für mich gekauft. Ich habe keine andern, meine alten, die zerrissen waren, verkaufte ich für zehn Kopeken." — „DaS geht mich nichts an. Zahle deine Steuer." — „Ich hab: kein Geld. Ew. Excellenz. Alles, was ich hatte ist einer Thüre hinein, die sie hinter ihm ver-! schließt. „Nanu, jar uich übel!" meint der Artil-feist, sich in seinem interimistischen Arreste um-sehend. Und gar nicht übel sah eS auch darinnen aus: Um einen massiven Mahagonitisch ordneten sich da eine Ottomane mit mehrere» Pol-slersitzW aus gelben Seidenpeluche. Schwere Damastvorhänge von gleicher Farbe dämpften das durch die hohen Spicgelfenster einfallende Licht. Die Wände schmückten hohe Bilder, vor denen zierliche Konsole mit Nippsachen stan-den, während die Zimmerecken mit LiebeSgöttero aufgefüllt waren, die zwischen BouquetS von natürlichen Blumen weiß hervorschimmerten. Vom braungetäfelten Plafond hin*} eine Ampel nieder. Ueber der Ottomane befand sich eine prächtige Copie deS Michelangelo'schen Meisterwerkes „Leda", die dem Zimmer feinen eigent-lichen Charakter ausdrückte. Denn trotz seiner cheiliveisen steifen Pracht war es durch seine isolirt« Lage mit der Aussicht auf das dunkle Grün eines kieserbestandenen Parkwinkels doch ein ichteS lauschiges Traum- und Liebesge-mach. Hans Habermann hatte jedoch nicht lange Zeit seine Blicke umherschweifen zu lassen; denn am Corridor ertönten Schritte und eine weib- „^-»tsch- Macht." ausgegeben." — „Das ist nicht meine Sache. Zahle, oder gieb die Beinkleider her." Und eS half gar nichts. Zwei Mann hielten den Ofen-Heizer, während ihn ein dritter deS genannten Kleidungsstückes beraubt. Ohne dasselbe mußte er jetzt zum Dan pfer zurückkehren. Hier ver-anstalteten seine Cameraden «ine Collecte und losten die confiScirten Beinkleider auf dem Zoll-aml aus. sDie Cholera in Spanien.) Die in Spanien wüthende Cholera hat schon bei-nahe 90.000 Menschenleben gefordert. [Die Catastrophe in Stockholm.) Man berichtet auS Stockholm. 24. d.: „Die Verkaufsstellen der Abendzeitungen sind heute umlagert, denn Jeder möchte Näheres über das große Unglück erfahren, welches sich gestern in später Abendstunde ereignete. Gegen 7 Uhr Abends begann in den nach dem Centrum der Stadt führenden Straßen eine förmliche Völker» Wanderung, welche bis nach l0 Uhr fortdauerte. Alles strommle »ach dem Platze vor dem Grand Hotel, wo Christine Nilfson abgestiegen war, in der Hoffnung, daß die gefeierte Sängerin, wie sie eS versprochen, vom Balco» herab sin-gcn würd«. Als sie von der Musikakademie, wo sie ihr drittes und letztes Concert gegeben, in ihr« Wohnung zurückkehrte, erwartet« sie eine Menschenmenge, welche wohl über die Zahl 30.000 hinauSgieng. Die Sängerin löste ihr Versprechen ein und gab zwei Volkslieder zum Besten ; dann ersuchte sie die Versammelten, sich nach Hause zu begeben und verschwand. Der Haufe setzte sich nun in Bewegung, und zwar nach einer Ausmündungsseite deS Platzes zu. wo die eingeengte Straße eine Aufstauung der Maße» unvermeidlich machte. Die Gefahr wurde umso drohender, als der Knäuel auf einer anderen Seite wiederstandSlos an den nicht-umgitterten Kai gedrängt wurde; der Wasser-spiegel liegt dort in einer ungefähren Tiefe von 10 Fuß. so daß bei eintretenden Unglücksfälle» die Hilfeleistung sehr erschwert ist. Trotz der ausgebotenen Polizeimacht von circa 170 Mann und einigen berittenen Schutzleuten war es sehr schwer, an allen Punkten die Ordnung und na-mentlich den langsamen Abmarsch aufrechtzuer-halten. Bald übertönten die Hilferufe von Verun-glückten daS laute Gejohle d,S Janhagels. Als der Platz geräunn war. bot sich dem Auge «in unheimlicher Anblick bar: Leiche» und Ster-bende lagen auf dem Boden. Das Gedränge war so gewaltsam gewesen, daß einzelnen Per-sonen buchstäblich die Kleider vom Leio« ge-rissen wurden. Die Leichen der Verunglückten wurden noch in spater Nacht zum Pathologicum deS Carolinischen Instituts geschafft, wo die-selben recognoscirt werden sollten. Bis jetzt ist die Identität von 16 Personnen festgestellt. Hie-mit ist wohl aber leider die Liste der Todten liche Stimme sprach befehlend.- „Lisette, sperren Sie den gelben Salon auf Habermann erschrack. „Her Jott von Mann-h°im" war sein erster Gedanke, „die wird doch nich —" ^ Da wurde «in Schlüssel in'S Schloß geschoben. Sein Zweites war ein verzweifelter Sprung unter die Ottomane, deren lange Seidentroddeln ihn ganz versteckten; den Schall seines Schrit-tes hatte der große türkische Teppich erstickt. Es war die höchste Zeit. Im nächsten Augenblicke öffneten sich die Flügel. ES trat zuerst eine Dame ein. Ueber daS Aussehen der-selben sind keine authentischen Nachrichten vor-Handen, da Habermann nicht Hervorzulugen wagte. Aber daß sie jung war besagte ihre Stimme, daß sie hübsch war, ließ der Umstand ^ver-muthen, daß ihr ein Officier auf dem Fuße folgte. Beide segelten auf die Ottomane zu und ließen sich darauf nieder. Da diese vom Boden nur wenig abstand, hatte sich Habermann platt auf den Bauch ge-warfen; trotzdem fühlte er beim Niedersitzen der beiden Personen einen leichten Druck, was das Unbehagliche der Situation nicht wenig ver-mehrte. Der eine Druck, der stärkere, laa auf 3 noch nicht abgeschlossen. Noch ist nicht bekannt ob alle Personen, welche in daS Wasser gedrängt wurden, sich durchSchwimmen habenrettenkönnen. Schwer verwundet liegen noch über 25 Perso» nen darnieder. — Christine Nilsson ist durch diesen Vorfall so erschüttert worden, daß sie sich bis auf Weiteres außer Stand fühlt, öffentlich aufzutreten." [Aus London) schreibt man: Marie Cummings, ein höchst anständiges junges Mäd-chen, ging spät Abends ohne Begleitung nach Hause. Unterwegs begegnete ihr ein Frauenzim-mer, das sie, unter dem Vorwande, si« s«i un-wohl, ersucht«, sie ein Stück zu begleiten, Auf der Waterloobrücke fing die Fremde plötzlich laut zu singen an. ein Wachmann der in ihr sofort eine liederlich« Dirne erkannte, brachte sie zur Polizei, die Begleiterin mit ihr. Dort sperrte man die beiden, trotz des bitterlichen Weinens der Cummings bis zum Morgen in den Frauenarrest, wo eine große Anzahl trun-kener und verworfener Weiber anwesend waren. Vor den unfläthigen Reden und Gesängen fluch-tete sich Marie CummingS ii eine finstere Ecke und am Morgen, als man sie vor den Richter führen wollte, fand man sie todt, sie hatte sich auS Verzweiflung mit ihrem Halstuche er-würgt. )U »Vorsichtigkeit b e i m M ä h e».) Aus eigenthümliche Art hätte dieser Tage ein Mann namens Gidson auS Lexington, Mo., bei» nahe sein eigenes 3jähriaeS Töchterchen um» Leben gebracht. Er mähte gerade GraS mit einer Sense und holte mit letzterer nach hinten auS, als das Kind auf ihn zulief. Die Sense traf die Kleine in die rechte Schulter und durch-schnitt ihr fast den Hals. Da sofort ärztliche Hilfe zur Stell:, und die Wunde rasch verbun-den wurde, so hofft man. das Kind noch retten zu können. ^AnekdotenvomMalerCanon.j In der ersten Zeit seiner Künstlertaufbahn malte Canon das Portät eines sehr behäbigen Herrn, der seiner Dulcinea daduch imponiren wollte, daß er sichern einem ganz neuen, von der Ge-liebten noch gar nicht gesehenen Marderpelz conterseien ließ. In der Wohnung deS behäbigen Herrn war das Bild begonnen und bis auf den Pelz auch vollendet worden. Um die-ses kostbare Kleidungsstück getreu zu copiren, nahm Canon dasselbe nach Hause. Um Weihnach-ten war es, und der Winter hatte zierliche EiSblumen an die Fenster gemalt. Wer machte eS dem Künstler übelnehmen, daß er in feinem aus guten Gründen ungeheizten „Atelier" den schönen Pelz zu eigener Erwärmung benutzte ? Außer dem Besitzer desselben wohl niemand. Dieser aber hatte, weiß Gott wie. die streng geheim gehaltene Wohnung CanonS erfahren und kam eines Morgens, als diefer noch mit seinen Kniehöhlen — da saß offenbar der Offizier ! Der andere lag aus seinen Schultern, — hier saß ohne Zweifel di« schöne Unbekannte! Daß dieß Calcul nchtig, belehrte ihn bald ein Seitenblick, denn eine Spanne von seinem Ohre ruhten, von durchbrochenen schneeigen Strümpfen umhüllt — die schönsten Wädchen und zierlichsten Füßchen, die je in einem Damen-niederschuh gesteckt haben mochten. Habermann wurde eS schwül. Die Situation begann sich zu verwickeln. „Nun, Herr Capitän," begann endlich die ober den Schultern, „wie gefällt Ihnen dies Zimmer? Unsere anderen kennen sie ohnedem so ziemlich alle von Ihren o f f i c i e l l e n Besu» chen her." „Reizend, Baronin, auf Ehre reizend ! Rei-zend wie Sie selbst muß ja Alles fein, das Sie umgibt!" „Herr Jott!" wimmerte es da leise unter der Ottomane hervor, unter der Habermann mit von Schreck gesträubten Haaren lag, „daS ist ja, i st ja die Stimme unsere» Ollen, m e i n e s C a p i t ä n S!" Und dabei schüttelte eS ihn wie im Fieberfroste. Die Baronin halte geklingelt. Ein Diener brachte Früchte, Backwerk und süße Weine in EiS. Den Flaschenkeller stellte er zu den Füßen der Baronin, — gerade M^HMrmanns^ta^ „pe-tschc Macht." Sardine, die den Hasen von Marseille versperrte, meint der »Vlob«.' sStarke Verletzung.) „Nun Herr Rittmeister, warum hinken Sie denn so ?" — „Schweiz jewesen. Montblanc bestiegen, Bergspi-tzen in den Fuß jetreten !" Deutscher Schutverein. Gonobitz, den 29. September. Von der Ortsgruppe Gonobitz wurde zur Hauptversamm-lung deS „Deutschen SchulvereineS" folgende« Telegramm nach Teplitz abgesendet: „Möge die Versammelten der hehre Gedanken erheben, daß w i r A l l e Söhne der unbestritten ersten Nation der Well sind! Auch wir im „Königreiche Slo-venien" rusen mit Euch: ES lebe Alldeutichland ! Mit christlich germanischem Gruße Ortsgruppe Gonobitz." Teplitz. sH a u p t v e r s a mmlu n g.) Letz-ten Sonntag und Montag wurde die Haupt-Versammlung unter großartiger Betheiligung der Deutschen aus allen Ländern Oesterreichs abgehalten. Schon am Tage vorher prangte die Stadt im Festesschmucke, tausend« von Fahnen, meist schwarz-roth-gold wehten von den Häusern zehn prächtige Ehrenpforten waren errichtet. Der imposante Festzug, mit welchem die An-kommenden eingeholt wurden, bewegte sich un-ter einem Blumenregen durch die Straßen. An der Spitze zog eine Reiterschaar mit einem deutschen Herold. DaS Nachmiitagsconcert im Cursalon war von über 1000 Gäste» besucht. Die Festvorstellung im Stadttheater, wo der „Feldprediger" zur Aufführung gelangte, war brillant. Der Schluß des zweiten Actes wurde wegen der deutsch-nationalen Stellen, die er enthält, stürmisch bejubelt. Nach der Vorstellung war Begrüßungsabend. Bürgermeister Stöhr bewillkommte die Erschienenen Namens der Stadt. Am anderen Tage wurden die ansschn-denden Vorstandsmitglieder nahezu einstimmig wiedergewählt. Bei dem AbendS eröffneten Commers erschien Schmehkal mit Jubel begrüßt. Bürgermeister Stöhr eröffnete den (Sommers mit einer herzlichen Ansprache. Dr. v. KrauS toastirte auf das deutsche Volk und Alldeutsch-land. Schmeyka! berührt ein seiner Rede die neue Partei-Organisation und sagt, daß diese weder das Gespenstersehen auf unserer, noch das Triumphgeschrei auf gegnerischer Seite recht-sertigt und schließt mit einem Hoch auf den Deutschen Schulverein. In der Hauptversamm-lung waren 1540 Vertret'r mit 2500 Stimmen. Weitlof begrüßte die Versammlung und sagte, wenn dieselbe nicht in der Landeshauptstadt tage, so liege der Grund in der Befürchtung, J 885 daß selbe von Außen gestört werden könn». Redner schließt seine Rede mit einem Hoch aus den Kaiser, als einem ms Habsburgs, alio auch aus Kaiser JosefS Stamm entsprösse* nen Fürsten. (Dreimaliges Hoch). Fräulein Zlöhr überreichte namcns der Damenortsgruppe de» Borstande einen Lorbeerkranz mit schwarz-roil>-golde.ier Schleife. Bürgermeister S'öhr beprußi namen« der deutschen Stadt Teplitz unter end-losem Beifalle die Versammlung. Geitlos er-staltete hieraus einen Bericht. Nach Abschluß der fünfjährigen Thätigkeit blicken wir zurück auf die Antheil» chme von über lOO.OOO Milglie-dern. auf die Mitarbeiterschaft von über 6000 Vorstandsmikgliedern in mehr als tausrjo Ortsgruppen, auf die für das deutsche Schulwesen in unsere Cafse «ingefloffeue Million. Die Anzahl der Vereinsmitgliedn betrug für die Rechnungsjahre 1884 98.503 gegen 85.848 für 1883, darunter 3926 Gründer gegen 3165 im Vorjahre, die Frauen-OttS-gruppen wiesen im Juli einen Stand von Gründern und 9330 Jahresmitgliedern aus. Die Baareingänge beliesen sich während 1834 auf fl. 259.025 32 gegen fl. 216.028-19 im Jahre 1883, an verfügbaren Einnahmen ging» fl. 237.418 19 ein. 1883 fl. 139.283-99, unter die letzteren fallen die Jahresöeitr tge mit fl. 110.300-93 (1883 fl. 99.647*77), Spenden mit fl. 114.640-78 (1883 fl. 86.050 45), Zinse-fl. 10.285-97. Die Gesammteinnahmen betrugen seit Gründung deS Vereins fl. 1,010.766-07. Bezüglich Prag sagt der Geschäftsbericht, die Zahl der deutsche Schulen besuchenden Kmdn hat in de» letzten zwei Jahren um mehr ali 17 Percent trotz der notorischen Bevölkerung»-zunähme auch auf deutscher Seile abgenommen. Vie Aegional-Ausliessung in HLaröurz Marburg, am 29. September 1835 Wenn diese Zeilen in die Hände der Leier gelangen ist die Ausstellung eigentlich schon vor-über, dennoch ab^r können wir e« nns nicht versagen, in den uachsolgenden Zeilen noch eine» kurzen Rückblick auf d«s Unternehmen zu wer-fen und hiebei die vorzüglichste« AussteilungS-objecte besonders ins Auge zu fassen. Reden-her sollen auch einige Mängel der Ausstellung nicht unerwähnt bleiben. Um also gleich mit de» Besten zu beginnen, sei die in hohem Grade gelungene Forstausstellung angeführt, an der sich Graf Zabeo in Jaal, Herr Olhmar Ziei-ser und Se. Excellenz unser Fürstbischof dethei-ligt haben. Sowohl die sorgfältige Auswahl der einzelnen Stücke, dann die instructive Zusam-menstellung, als auch die Vollständigkeit der Sammlungen machten diesen Theil der Ausslel- 4 dem Pelz warn» zugedeckt auf seinem Sofa lag, denselben reclamireu. Bevor noch der verblüffte „Philister" seiner Entrüstung Worte leihen konnte, jagte ihn ein donnerndes „Zurück, ich hab' dieBlal-lern!* so nachhaltig in die Flucht, daß er. als Canon ihm im Laufe des Tages Bild und Pelz zusandle. beides anzunehmen sich weigerte und nur um eins bat: man solle ihn um Got-teswille» in Ruhe lassen. — In Salzburg war's beim Künstlerseste. Canon hatte des Morgens eine große, gedankenreiche Rede ge-halten und führte Abends an dem langen Tische im engen Peterskeller wieder das Wort. In der Gesellschaft befand sich auch Maler Rüben, der Akademiedirector, welchen Canon schon lange „aus der Mucken" hatte, wie man in Oester-reich sagt. Rüden halte seinen Platz so gewählt, daß er sich vom Tische nicht entfernen konnte, ohne ein Dutzend Tischgenossen zu incommodi-ren. Diese Gelegenheit nahm nun Conon wahr, um gegen den Verhaßten eine donnernde Philip-pika über die Wiener Kunstverhältnisse im all-gemeinen loszulassen und dabei auch einige satirische Ausfälle gegen den in der Dialektik schwachen Direktor zu führen. Diesem standen die hellen Schweißiropfen auf der Stirn. Er wollte fort; aber niemand machte Miene auf-zustehen. Endlich faßte Rüden einen heroischen Entschluß und nahm seinen Weg über den Tisch zur Thüre. DaS schallende Gelächter der Künft-ler mischte sich in da» Klirren der bei deni Salto mortale zerbrochenen Weinhumpen. — Eine der bekanntesten Anecdoten hat Canon selbst erzählt. Diese Anecdote beweist auch, was für ein Sonderling Ludwig I. von Baiern war. Zu einer Zeit, als Canon im Geldüberfluß lebte und sich ein Belt für 6000 Gulden ma-chen ließ, war Konig Ludwig I. nach Wien ge-kommen und besuchte auch das Atelier Canons. Nach seiner gewohnten Art apostrophine Lud-wig den Maler nur in kurzen abgerissenen Sä-tzen, so daß sich folgender Dialog zwischen Kö-nig und Maler entwickelte: „Militär gewesen?" ..Ja!" „Off.cier?" .Ja?" „Infanterist?" „Cavallenst!" „Reiten Sie weiter!" Der Erfolg hat Ludwig I. dementirt; Canon ist nicht weiter geritten, sondern hat weiter gemalt, — wie ma» weiß, mit Erfolg- [Amerikanische Aufschneide-r e i.) Ein amerikanisches Blatt berichtet, der Mais sei in Texas so gerathen, daß die Baltimore-und Ohio-Eisenbahn im Begriffe steht, die einzelnen Maispflanzen als Thelegraphenstan-gen zu benutzen. Das geht über die famose AuS den Flaschenhälsen rauchte eS empor, duf-»end, betä bend. Armer Habermann! Seine Blicke irrten unstät zwischen den Flaschen und den durchbrochenen Strümfen um-her. Dabei wand er sich, wie von Magenkräm-psen gepeinigt. Die oben, die Baronin und der Capitän v. H. nämlich, thaten sich indeß am Wein und Backwerk gütlich, was zur Hebung der gemüth-lichen Stimmung recht veizutragen schien, denn Capitän v. H., der sonst unausstehliche Dienst-fuchs, ward zu HabermannS maßlosem Erstau-«en auf einmal geistreich, ja, sogar liebenSwür-big. und die Baronin schien sich über die Ab-Wesenheit ihres Herren Gemahl« eben auch nicht sonderlich zu grämen. Der Wein, die trauliche Stille des Gemachs, die hereinbrechende Dun-kelheit verfehlten ihre Wirkung nicht. Er fing von Liebe an zu sprechen. Mit sittlicher Entrüstung dachte Habermann an die Moralpredigt vom Vormittag. Der Capitän wird immer wärmer, seine Stimme immer leiser, weicher, flehender. Nach dem Drucke der Schwerpunkte wußte Haber-mann schon längst, daß sie nahe beisammen saßen. Jetzt sinkt der Capitän gar aus« Knie und schwört bei all' seinen KrtegSdecorationen, daß er sie liebe bis zum Wahn-sinne! Anfänglich ernst, entschieden, dann immer schwächer hatte die Baronin abgewehrt und nun sagt sie mit fast zu großer Weichheit: „Aber H. nicht so stürmisch, so kühn, w i t bei der Belag:rung von Paris! Sie wissen wie stark wir Frauen sein können und doch wie gefährlich uns die Kühnheit der Männer ist, weil — sie uns gefällt. „Göttliches Weib !" ruft er im mittleren Commando-Tone, ungefähr wie: „Batterie — Marsch!" Du vergleichst Dich mit Paris, wo ich mir den Orden holte. Günstiges Omen mir Glücklichen! Ja, Du bist unter den Frauen. waSPariS unter denStäd-t e n. die schön st e, die herrlichste, und ich, ich darf Dein Sieger sein, nicht wahr, herrliche« Weib, Dein Sieger und Sclave zugleich! Damit war der Capitän aufgesprungen und — weiter hörte Habermann nichts mehr, denn er erhielt b i dieser Gelegenheit von seinem nichts ahnenden Chef einen sanften Tritt aus die Stirne, der ihm die Besinnung raubte. Als er erwachte, blickten die Sterne zum Fenster herein. Vor ihm stand seine Marianne und destrich ihm die Schläfe mit Essig. „Garstiger Mensch!" grollte sie, Thränen im Auge, „wie kann man sich denn so betrin» ken. Der Herr Capitän ist schon seit einer Stunde fort und seitdem stehe ich hier und rüttle an Dir. Ermanne Dich, Du kannst doch um Gottes willen nicht hier bleiben! „Ne. ne. det will ich och nich!" Habermann fuhr sich mit der Hand übn den Kopf, ja er war gain. Dann aber drängte er, alle weiteren Erklärungen auf ein andere« Mal verschiebend — zur Thüre. Marianne führte ihn zum Gartenpförlchen. Ein- innige Umarmung, ein heißer Kuß. dan, fiel die Thür ins Schloß. Die kalt» Nachtlust strich ihm erfrische»» über da« Gesicht. Vom nahen Thurme ichlug es Mitternacht. „Zwölf wäre e«! Passirscheen hab ich keenen nich ! Mann, den Kopp wird e« och nich tosten." Und philosophisch sich selbst beruhigend «tltt er nach Hause. Und wieder war e« morgens. Und wiedn stand Hans Habermann am linken Flügel der ausgestellten Reihe, Rapport genannt. Diksmal aber nicht als Bittender, sondern „auf Befehl des JnspectionS-Officiers wegen Ausbleibe» über die Retraite bis 12 Uhr Nachts." Der Feuerwerker, er führte den melodiö»» Namen Burzischan, wandelte wie täglich die 1885 lung zum interessantesten, anregendsten und be-khrendsten. Würdig reihte sich daran die AuS-Mutig verschiedenster Obstsorten, die stellen-meist in wahren Prachtexemplaren vertreten waren. De» ersten Rang in dieser Beziehung nah-wen selbstverständlich die hiesige O^st- »nd Wein-oauschule und der hiesige Obstbauverein ein, aber auch die bekannten Besitzer aus Marburg »nd Umgegend sowie die Schulgärten, die sich allseits zu entwickeln beginnen, wetttifern in -chönheit und Vielseitigkeit der ausgestellten Corten, namentlich der Äevsel. in denen man es schon zu den undenkbarsten Variationen gebracht Hai. Rahezu ebenso zahlreich vertreten sind VeintraubensoNen. von denen speciell die Wein-dauschule ein musterhaftes Sortiment ausgestellt hat. Neben den Trauben in natura gab es auch die verschiedensten Sorte» in efligie, sowie zierliche Modelle neuester Erfindung von, zur Weindereitung gehörigen Apparaten. In »atür-licher Größe und solider Ausführn»., tonnte man die verschiedensten Pressen, Kelter- und Traudenquelschmaschinen in der Maschinenab-Ihtilung sehen, die hiesige Maschinenhändler und auswärtige Fabrikanten s hr zahlreich beschickt halten. Dem Charakter der Ausstellung ent-svrechend waren es lauter landwirthschaftliche Maschinen. Wir kommen nun aus den Rebensaft selbst zu sprechen, an dem es in der Ausstellung eben-sallS nicht mangelte. Die meisten Weinprodu-ctnien aus Marburg und Umgebung haben ihre Eigenbauweine ausgestellt und die Weinhändler sind nicht hinter ihnen zurückgeblieben. Die her-vorragendsten unier ihnen schänkten ihr Naß auch in der Kosthalle aus, die sich nebenbei bemerkt, als viel zu enge und klein ermieS; namentlich am Sonntag, wo ein geradezu gesähr-liches Gedränge in der Hütte herrschte und auch die AthmoSphäre darin nicht die angenehmste war. Es ist nur zu bekannt, daß neben dem Wein- und Obstbau in unserer Gegend die Ge-Agelzucht eifrig und mit Erfolg betrieben wird. Zieh zeigte in ausgezeichneter Weise die reich-halnge und gewählte ÄuSstellung des unter« Maische»» Geslügelzuchtvereines, in der selbst-verständlich das Huhn in seine» verschieden Variationen vorherrschte. Immerhin konnte man auch schön? Exemplare von Tauben, Enten und Gänsen bemalen. Weil nun schon von Thieren die Rede ist, so sei gleich hier bemerkt, daß auch die Pferde- und Rinder-Ausstellung einen recht guten Verlaus nahm. Mai» erfreute sich allgemein an dem Anblicke der theilweise prächtigen Pferde die Montag ausgestellt waren und de-odachteie mit sichtlichen» Interesse die Dienstag ausgestellten ziemlich zahlreichen Rinderracen, unter denen namentlich einige Prachtstiere her-vorragien. Auffallend schwach beschickt war die Abtheilung für Schweine, was umsomehr Front auf und nieder, wenn aber sein Blick Habermann streifte, so lag darinnen Bedauern und Mitleid. „Ausgehen trotz ergangenen Befehles und daza noch Ausbleiben in die späte Nacht — das gibt eine hübsche Degradirung." dachte bei sich der Feuerwerker. Endlich erschien der Capitän, der von dem Borsalle schon Meldung erhalten hatte. Ohne ei» Wort zu sprechen schritt er auf den Feuer-ivnker los, wortlos nahm er dessen Meldung entgegen, wortlos schritt er an jede« Einzelnen vorüber. So selten dies geschah, die Compagnie kannte das. Es war die dumpfe Stille vor dem Ausbruch eines entsetzlichen Gewitters. Er steht endlich vor Habermann. Habermann ist bleich vor innerer Erre-gimg. doch scheint er gesaßt. »Sie haben die unerhörte Frechheit ge-hrif beginnt Capitän v. H., unter lautloser Ltille mit ruhiger Stimme, „trotz meines auS-dwcklichen Befehles gestern aus der Kaserne dunhzubrennen. Nicht befriedigt davon haben, Eie die Unverschämtheit so weit getrieben, bis spät in die Nacht hinein herumzuvagabondiren. Sie habe» endlich dem InspeclionsoHizier jede Auskunft darüber verweigert, w o Sie gewe-s,n sind! W»r haben da drei Punkte," fährt er fort, indem er seinem Opfer triumphirend Macht." Wunder nehmen mußte, als ja in unserer Ge-gend die Schweinezucht sehr eifrig betrieben wird. Um so vollständig als möglich zu sein, erwähnen wir noch, daß eS in der Ausstellung auch nicht an schönen Exemplaren aits den Feldculturen, ebensowenig wie an vonheil-hafter Vertretung der Marburg» Kunstgärtnerei gefehlt hat. Wenn wir erst jetzt zur Besprechung der Schulausstellung gelangen, so geschieht dieS keineswegs etwa weg » geringer Bedeutung dieses Theiles der Ausstellung, im Gegentheile müssen wir eS sehr anerkennenswerth finden, daß sich die Schule an dem Unternehmen so rege betheiligt hat, wenn sie auch gar zu viel Raum einnimmt. Die Ausstellung der diversen Lehrmittel namentlich war sehr interessant und zeigte ganz besonders den enormen Fortschritt der Neuschule, welche auf dem AnschauungS-unterrichte basirt. Man konnte auch mit Ver-gnügen das Streben einzelner Lehrer beobach-ten, auf ihrem Gebiete Neues und Praktisches zu schaffen. So war uns eine Sammlung von Schüler» angefertigter Modelle von landwirth-schaftlichen Geräthen aus einer Landschule sehr erfreulich. Daß man hiebei auch Dinge, die weniger Interesse erregten, mit in den Kauf nehmen mußte, »st bei der Fülle deS in diesem Fache Ausgestellten nicht zu verwundern und dem edlen Uebereifer der einzelnen Aussteller zuzuschreiben. Die Literatur war durch einen Aussteller, nämlich unsern neuen Buchhändler, Herrn Kaltenbrunner, vertreten, welcher eine reichhaltige Auswahl von landwirthschaftliche» Werken zur Schau gestellt hat. Nun hätten wir so ziemlich alles erwähnt bis aus den gewerblichen Theil der Ausstellung, welcher zugleich deren »vundester Punkt ist, so-wohl quantitativ als qualitativ. Um nur ein ausschlaggebendes Beispiel anzuführen, sei erwähnt, daß Marburg als Ledermdustrieon ge-wiß sehr bekannt ist. Dennoch war auf der ganzen Ausstellung nicht ein Fleckchen Leder zu finden und unsere Großindustrie war nur durch einige Eisenwarensabrikanten aus der Umge-dung und durch die sehr hübschen Glaswaaren aus der Faalers Glashütte deS Herrn Grasen Zabeo vertreten. Nicht viel besser war es mit dem eigentliche» Gewerbe bestellt. Unsere leistungsfähigen Tischler. Schlosser, Schmiede, Wagner. Spengler, Sattler, Herren-, sowie Damenkleidermacher waren aus der Ausstellung so gut wie gar nicht vertrete» und hätten ge-wiß die Ausstellung zieren können, denn wir besitzen einige tüchtige Firmen in den genann-ten Fächern und suchten vergebens nach der Ursache, warum sich dieselben an der AuSstel-lung nicht betheiligt hatten. So kam es, daß wir uns mit den beide- Messerschmieden, der hiesigen Drathmatratzetl', Korbwaaren- und den ausgestreckten Daumen, Zeige- und Mittel-singer vor die Augen hält: „1. Nichtbefolgung meines Befehles, 2. Hang zum Schwärmen und zur Trunksucht, als Vergehe». 6. Subordina-tionsverletzung gröbster Art durch boshaftes Schweigen, als Verbrechen ! Sie sind ein nettes Bürschchen! Wissen Sie was mit Ihnen ge-schieht? Sie werden degradirt zum Soldaten letzter Soldclasse und dann aus so lange ins Loch gesteckt, bis Ihnen ein Vollbart wächst!" Er hielt inne, um die Wirkung dieser mit Pathos vorgetragenen Worte zu sehen. Dann fährt er von Neuem fort: „Ehe Sie aber ins Loch kom-men, frage i ch Sie jetzt, w o sind Sie gewesen die Nacht hindurch?" Hadermann'S Mund scheint wie versiegelt. Er schweigt. Aus des CapitänS Stirne schwellen die Adern, seine Augen beginnen zu funkeln. „Ich frage Sie noch einmal, Sie nichtsnutziger Hallunkt," fährt er auf „w o sind Sie gewesen?" Auf HabermannS Brust scheint ein Alp zu liegen. Er athmet schwer, auS seiner Stirne brechen Schweißperlen. „Herr Hobtmann, ich melde jehorsamst, ich war —" Er schweigt abermals. „Wo? Heraus mit der Sprache, oder ich d Bürstenmanusactur. sowie mit Erzeugnissen der Wachszieherkunst und der Hafnerei aus Windisch-Graz (besonders geschmackvolle Arbeit) begnügen mußten. Etwas besser war das Kunstgewerbe vertreten. Den Damen den Vorrang lassend, erwähnen wir da zurrst die geschmackvollen Stickereiarbeiten deS Frls. Burkhard in Mar-bürg, zweitens die oft g>radezu künstlerisch ans-geführten Gold- und Seidenstickereien des Frls. Charlotte Hofer einer Marbnrgerin, die in Wien eine concessionine Lehranstalt für Stickerei unterhält. Unter anderem hat sie ein kunstvolles schwarz-roth-goldenes Fahnenmittelstück angefertigt, welches di« Dame dem Marburger Turn-verein verehrt hat, der über dieses unerwartete Geschenk sehr erfreut ist. Sonst finden wir von kunstgewerblichen Arbeiten einige nett ausge-führte Holzschnitzereien und Photographien in großer Zahl, die von sämmtlichen drei Mar-burger Photographen ausgestellt find. Der älteste von ihnen Herr Krappek hat sich nur auf sein ureigenstes Feld, die Landfchaflsphotographie beschränkt, worin er wirklich Ausgezeichnetes leistet und nicht leicht eine Concurrenz zu scheuen hat. Die Herren Kohler und Weitzinger verlegen in der Ausstellung wieder ihren Schwer-punkt mehr auf das Porträt und haben recht gelungene Arbeiten ausgestellt. Wenn ivir noch berichten, daß auf der Ausstellung auch einige Alterthümer, wie alte Einrichtungsstücke, Urkunden, sowie ein« ziem-lich reichhaltige Sammlung von alten Bauern-kalendern zu finden waren, so haben wir so ziemlich alles Sehenswerthe berührt. Es erüb-rigt uns nun noch über den Verlauf der Aus-stellung zu berichten. Unsere ausgesprochen« Befürchtung, daß die Ausstellung nicht werde vom Wetter begünstigt werden, ivar keine überflüssige, denn sowohl Sonntag als auch Mott-tag gingen »volkenbruchartige Regengüsse nieder, zu denen sich ein orkanartiger Sturm gesellte. Trogd:m bat der Besuch der Ausstellung darunter kaum gelitten, denn bis heute Dienstag Mittag halte» die Ausstellung 7000 zahlende Personen besucht. DaS stärkste Kontingent stellte natürlich der Sonniag, an welchem Tage i» den gedeckten Ausstelluugsräumeu e»n oft unheimliches Gedränge herrschte, so daß wohl Viele, die da gekommen waren, um zu schauen, ihr Ziel nur theilweis« erreichten und in der Ausstellungs« lotterie und der Kosthalle Trost suchen mußten. Mit der Lotterie macht daS Comit6 recht gute Geschäfte. Heute Vormittag besuchte Sr. Excellenz der Fürstbischof von Lavant, der wie wir ge-sehen haben, selbst hervorragender Aussteller ist, die Ausstellung und besichtigt« diese be mit großem Interesse. Morgen Mittwoch findet die Ausstellung mit der feierlichen Preisvertheilung haue ihn in Stücke!" kräht der Kapitän, blut-roth, die Hand in der Extase auf den Säbel-griff legend. Da leuchtet'S entschlossen auf in Haber-manns Augen und dem Capitän fest in den Blick sehend, spricht er langsam und mit Nachdruck: „Ich war — bei der Belagerung von Paris!"--------- Ein niederfahrender Blitzstrahl hätte keine größere Wirkung hervorrufen können. Der Ca-pitän wankte zurück, als hätte er einen Stoß vor die Brust bekomme», und ward blaß, bis in die Lippen. „Dann befahl er: „Abtreten" und eilte unsicheren Schrittes in die Kanzlei. Wenige Minuten spüler rief der Inspektion«-Unterofficier : „Hans Habermann!" Hadermann glaubte, eS ginge in den Arrest, es ging aber in die Kanzlei. Im MannschaftS-zimmer entwickelte sich indessen eine lebhaft« Discussion. Die einen riethen aus Ftstungsstraf«, die anderen sahen ihn schon gehenkt. Von Neu» gierde über den Verlauf waren sie alle gleich-mäßig gepeinigt. Nach Ablauf einer halben Stunde aber kam Habermann schmunzelnd einher. Spä-ter pfiff er sich gar ein Liedchen! Erstaunt und verblüfft umdrängte ihn alle», 8 vor den Augen des Publikums ihren Abschluß. Die rührigen Comitvmitglieder versammeln sich AbendS noch zu einem Festbankett. Für unsere Stadt war die Ausstellung jedensalls ein bedeutendes Ereigniß und Mancher wird sich stet« gerne der Tage vom 26. bis 3V. Sept. 1885 erinnern, denn die e Tage bedeuteten für uns einen weiteren Schritt nach Vorwärts auf dem Gebiete der Cultur überhaupt, und auf dem Gebiete der Landwirthschaft und deS Ge» werbes insbesondere. Locates und Arovinciates. Cilli, 31. September. [Da« flovenische Sängerhe st.] DaS slovenische Sängerfest. wahrscheinlich be-rufen das Grazer Bundesfest durch Glanz und Bedeutung im Schatten zu stellen, ist also letz-ten Sonntag in Scene gesetzt worden. 600 Theil-nehmer auS allen Theilen SlovenienS waren von der flovenischen Presse pomphaft angekün-digt. Man erwartete, daß es nach Ankunft des VormittagSzugeS in hellen Schaaren hereinströmen werde zum „Elefanten", dem einzigen Cil-lier Local, daS seine Räume zum windifchen Rendezvous hergab. Aber siehe: es kamen netto 16 Mann daher und man fragte sich er> staunt, ja, wo bleiben denn die übrigen 584? DaS Hauptcontingent mußte eben die windische Hautevolee aus Cilli und Umgegend stellen. St. Georgen leuchtete natürlich auch diesmal in slovenischer Begeisterung voran. JmUebrigen muß man es den windifchen Kunstpflegern lassen, daß man in unserer deutschen Stadt so viel wie nichts von ihnen merkte, sie machten sich durchaus nicht mausig und beschränkten sich le-diglich darauf, eiuzeln oder paarweise auf. der kothigen Straßenseite vom Elefanten zur Cital-nica oder von dieser zum „Elefanten" höchst unbemerkt zu schleichen. Hätten sie es nicht für nöthig erachtet ihrem KunstenthusiasmuS nur unter Gendarmerie-Bedeckung freien Laus zu lassen, man hätte gar nicht gewußt, daß über-Haupt das weltbewegende Ereigniß vor sich geht. Was die vorzeitig requirirte Gendarme-rie - Assistenz anlangt, so haben die Heiren Windifchen wahrscheinlich gedacht, die deutschen Bürger würden sich dazu erniedrigen, ihnen ähnliche Aufmerksamkeiten zu erweisen, wie sie unS seinerzeit in <->t. Georgen zu Theil wurden. Wir hätten eS ihnen früher sagen können, daß sie sich gründlich verrechnen, wenn sie meinen, der Deutsche stehe auf keiner höheren BildungS-stnse. Dennoch haben die Herren Slovenen von der entschieden deutschen Gesinnung unserer Stadt noch während ihrer hiesigen Anwesenheit neugierige Fragen a» ihn richtend. Er wies Jeden mit der Ausrede, „er müsse ein Dienst-geheimniß bewahren," zurück. Sonst blieb er auf freiem Fuße. Räch vierzehn Tagen stand im Tagesbe-fehl folgender Passus : „Korporal Hans Habermann der xten Batterie wird zum Feuerwerker befördert." Maßloses Erstaunen neuerdings von Seite feiner Kameraden. Bei der AnlrittSmelduag sagte ihm der Capitän wohlwollend, er habe seine Beförde-rung bewirkt, wegen seines verschwiege-n e n u n d m i l i t ä r i s ch t a c t v o l l e n B e-nehmens. Bliebe Habermann so, so würde er auch ferner für ihn Sorge tragen", und ihm freundlich zunickend ließ er ihn abtreten. Feuerwerker Burzifchan kam auS seiner Verwunderung gar nicht heraus. So etwas war noch nicht dagewesen und er lebte doch schon zehn Jahre in der Compagnie! Räch dem Rapporte aber nahm er Haber-mann unterm Arm und rief: „Nun sag' mir Habermann (er dutzte ihn seit der Beförderung) waS hast Du denn eigentlich mit dem Kapitän ?" „O det is' ne olle Jeschlchie" lachte Haber-mann, „noch von der Belagerung von Paris her ; seitdem sind wir dicke Freunde, ik und der Olle" und damit begann er schmunzelnd seinen Pa-raderock zu putzen, denn heute war Curtag bei Marianne! „pevtsch« Wacht" genügende Kenntniß erhallen, nur daß sich un-sere Kundgebungen in jenem Rahmen hielten, den die deutsche Gesittung nie überschreitet. Gerade gegenüber fand ein Concert der hiesigen Musik-vereinScavelle statt, welches so viele Zuhörer fand, daß der geräumige Saal di« Gäste nicht zu fassen vermochte. Trotz deS Regens stand eine zahlreiche Meng« im Gastgarten und lauschte den deutschen Weisen der heimischen Musiker. Als aber das „Deutsche Li?d" ertönte, da er-hob sich ein endloser brausender Jubel in-und außerhalb des Saales; es mußt« zwei-mal wiederholt werden und wurde außerdem noch unter vielhundertstimmiger Theilnahme gesungen. So pflegen eben die Deutschen ihrer Gesinnung Ausdruck zu verleihen, Knütt'l und Steine überlassen sie als Ausdrucksmittel ihren Gegnern. In der That haben einige Herren Slovenen ihre Vorliebe zu diesen Dingen auch diesmal nicht verläugnen können. Es war um l Uhr Nachts als in der Herrengasse sich ein kleines Steinbombardement entspann: da sich nun die Kämpen unter einer Gaslaterne endlich so nahe gekommen waren, um sich in die interessanten Züge blicken zu können, ent-deckten sie erst daß sie sämmtlich slavische Brü-der waren. Sie hatten sich also nur im Irr-thume gegenseitig mit Steinwürfen tractirt. In der That slavische Brüderlichkeit und Bildung verläugnet sich nie. ^Kein Vernünftiger wird mehr an der Sta umeSgleichheit von Tschechen und Slovenen zweifeln, haben doch beide die gleiche Vorliebe zum Pflasterstein«, wenn sie auch gegenseitig kein Wort ihrer schönen Sprachen verstehen. sGotteSdi e n st.] Am 4. Oktober, dem Namenstage des Kaiser», wird in der hiesigen Abtei Stadtpsarrkirche um halb 9 Uhr Vormit-tags ein Hochamt abgehalten werde». sDas Cillier Sparcafsege-b ä u d e.J Dieser Tage hat Architekt Prof. HanS Petschnig die im Aufträge deS Spar-casfebau-Comitces umgearbeiteten Pläne über den Bau des projectirten neuen Sparcassegebäu-des überreicht. Dieselben wurden gestern vom Sparkasse-Ausschusse genehmigt und gelangen demnach zur Ausführung. Es wird demnächst die Offe rtverhandlung «ing'leitet und istHoffnung vorhanden, daß der Bau noch im heurigen Jahre in Angriff genommen wird. Der bisherige bei-läusige Kostenüberschlag lautet auf 133.000 fl. Wie der Grundriß schließen läßt, wird die An-läge des Baues eine ganz imposante sein. DaS Haus wird ein bequemes modernes ZinShauS sein und theilweiie auch der herrschenden Woh-nungSnoth abh-lfen. Es wird hiedurch nicht nur zur Hebung der Stadt wesentlich beitragen, sondern wird vor allem durch seine geschmack-vollen Fayaden. die durch die günstige Lage gegenüber dem Bahnhos zur vollen Wirkung gelangen werden, eine hervorragende Zierde un-ferer Stadt sein. Der Siyl ist italienische R«-naissanc« nach dem Muster des HanS'schen Hein-richshofes in Wien. Die Fayadenpläne sind bei Drexel ausgestellt. [2 o c a l b a h n.] Dem Ingenieur Ludwig von Bernuth in Wien ist die Bewilligung zur Vornahme der technischen Vorarbeiten für eine breitspurige Pferdebahn von RadkerSburg nach Luttenberg ertheilt worden. Der Termin wurde auf sechs Monate angesetzt. [Die ältesten KaiferJofefdenk-mäler.] Aus der Marburger RegionalauS-stellung machte ein, vom Marburger Photo-graphen, Herrn Heinrich Krappek ausgestelltes photographischeS Bild Aufsehen, welches eine Reproduktion des zweifelsohne ältesten bekannten Kaiser Josef-Tenkstcines ist. Derselbe stammt noch aus den Lebz iien deS edlen Herrschers. Ober dem'großen Eingangsthore deS Schlosses Novigrad bei Karlstadt befindet sich eine Mar-mortafel mit folgender Inschrift: „Joseph dem Zweyten, dem Pflicht erfüllenden König, dem sorgfältigen Vater seiner Länder, dem Ermun-lerer des Landmannes, dem Beförderer deS Handels, dem Schutz der gedrückten Unschuld, der Geisel der mißbrauchten Macht. Als er alle südliche Gräntzen seiner Reiche mühesam be-reiset«, um selbe wider Anfälle eines trotzenden Feindes zu bewahren, um die durch mächtige 18d5 Flüsse getrennte Provinzen, mit sicheren Brücke» und gebahnten Straßen zu vereinigen, um selbst zu sehen, selbst zu hören, zum ewigen Denkmal der Dankbarkeit, daß er auch bekümmert um daS Wohl Aller, dieses Hau» mit feiner all-forschenden Gegenwart veehrete: gewidmet van dessen Besitzerin im Jahre 1733." Diese ei»- j fachen, aber warmen Worte liefern den erfreu-lichen Beweis, daß es bereits damals vor mehr als hundert Jahren schon Leute gegeben hat. die ^en auf dem Kaiserthrone sitzende» „Schützer der Menschheit" verstanden habe». Daß aber auch in Böhmen der Kaiser Josef-cultus nicht erst von h.ute datirt, entnehme» wir einer Mittheilung der Reichenberger „Deut-fchen VolkSzeiiung". Dieselbe lautet: „Daß der von Tschechen und Clericalen so vielfach äuge« feindete Kaiser Josef Cultus nicht allein der jüngsten Zeit entstammt, beweist nicht nur das wieder zu Ehren gekom «ene Kaiser Josef Te»k< mal im Reichenberger Schloßganen, sonder» auch jenes im Parke deS Badeort«» Liebwerda. welches unter dem Bilde des großen Kaiser» ohne weitere Namensnennung nachstehende Inschrift trägt, die der Gegenwart vorgehalten werden verdient: „Ihn. der Bohemiens Erretter. Germanien ein Fciedensgeber war. ihn nenne nicht erst dieser Stein ihn preist schon längst ein jeder Mund, ihn ehrt ein jedes Herz." fH o ch w ass e r in M a r b u r g.[_ 3» Folge der ungewöhnlich starken Regenguß« i» den letzten Tagen, die über Tirol. Kärnthe» und Steiermark niedergingen, ist die Drau auch in Marburg zu bedenklicher Höhe angeschwollen, so daß sämmtliche an der Drau gelegenen Lede-rerwerkstätten ihre Arbeit einstellen mußten. [D i« Slovenen CilliS] sind itjren Pettauer Gesinnungsgenossen nicht scharf genug! Die slovenische Presse behandelte sie unlängst wie arme Tröpfe, und „Narod" behauptet, das ilov. „Sängerfest" sei nur deßhalb in Cilli adge-halten worden, um die hiesigen Slovenen ;» ermuthigen, und an ihre Pflichten zu erinnern. Arme Teufel! sB e f i tz w e ch f e l.] Dem Vernehmen »ach soll das der Baronin Gödel gehörige Gut Erlach-stein bei St. Marein an den Grafen Ernst Adolf zu Münster. Sohn des deutfchen $ot> schafters in London verkauft werden. sT o u r i st i s ch e». I Ju der Umgegend des Curortes Rohitsch-Sauerbrunn wurden i» der verflossene» Saison neuerding» zahlreiche Wegmarkirungen angebracht. Dieselben bezeichnen die Wege nach St. Loretto, nach der Barn-eggerhöhe, nach hl. Dreifaltigkeit unv auf de» Zerowetzberg. Aus Veranlassung der fürstl. Wm> dischgrätz'schen GutSverwaltung wurden auch die auf den Votfch führenden Markirungen bis ;ik Spitze des Hoch-Votsch fortgesetzt. Wasserleitung.] In Saucrbrunn geht daS neue Reservoir der Wasserleitung seiner Vollendung entg-gen. Es wird dadurch die lange gefühlte Trinkwasser-Calamität endlich be> hoben. Das Reservoir besindel sich auf dem Berge oberhalb der Villa Haimel. fA u s R a ch e.] Kürzlich hat der Bauernsohi Mathias Lach in Naraple d«n Urban Kammschez aufgelauert.Er hielt sich hinter einem mächtige»^-stanienbaum verborge» bis Kammfcheg vorüderge» gangen war. Dann sprang er plötzlich hervor und versetzte demselben meuchlings mehrere wuchtige Hiebt mit einem Prügel, worauf der Getroffene sogleich bewußtlos zu Boden sank. DaS Motiv der That war Rache wegen einer angethane» Beschimpfung. sZ a u b e r«i.] Folgende Thatsache ist be-zeichnend für den krassen Aberglauben, welcher bei aller Bigotttrei noch heute auf dem Lande herrscht. Gestern kam ein Schuster ins hiesige Untersuchungsgericht und machte gegen seine Äe-liebte di« Strafanzeige, angeblich weil ?>e ihn derart verzaubert habe, daß seine Kräfte von Tag zu Tag abnehmen. In seinem Schlai-»immer erscheine sie unsichtbarer Weise in v?e» stall eines Geistes, um so ihre magischen Kräfte aus ihn wirkt» zu lassen. Es muß das in der That eine bezaubernde Person sein, di« solchen sträflichen G«ist«rspuk zu treiben vermag. 1885 Prännmcrations-Cinladiiiig. Mit 1. October 1885 eröffn«« wir ein »eues Abonnement auf die „Deutsche Wacht" und mache» hiezu die ergebenste Einladung. Die geehrten Abonnenten werden dringend ersucht, die Pränumeration ehestens vorzuneh. um, damit in der Zusendung des Blattes keine Ztörung eintritt. DaS Abonokmrnt beträgt für Cilli mit Zustellung monatlich 55 kr., vierteljährig fl. 1.50, halbjährig fl. 3.—; für Auswärts mit Postver-sfiibuuß vierteljährig fl. 1.60, halbjährig fl. 3.20 liiMeriile Deutsche Wacht. finden bei der stets steigenden Auflage unseres Kl^ttes die weitest« Verbreitung und werden dilligst berechnet. Hochachtungsvollst Die Administration der „Deutschen Wacht". Menschrlfl f. Politik, Litteratur, Kunst u.Wissenschaft. «M« Zeitungen »» leaen, kst HA* Kr HO. b)*d«r Kummer bringt OuE-rho AusiUfe aus OMfcrdenii 1000 M-tugeo uJfeiUchris lafiarKulturvül-ktmtid hprarben. £4 biete« dadurch >*d«n Gebildeten ttar unentbehrlich« Wcfcinteres*. Lektüre. fieia Das reirhb «f Bot* '"! mm wtkfeea akh das t geatellt hat, IM an*preh«tn Grade. WM" Probenummern "MG t ' frirljnhrlirh t ». SO rf. « | graUt und trank» ilirlif von J. H. SCHORER In Berlin SW., Dessauerctr. 12. »' 11 "solxum Rakusch in Cilli Herrengasse IXro 6, bringt folgende Geschäftszweige in einpfeklende Erinnerung: Die Buchdruckern, eingerichtet mit den neuesten, elegantesten Schriften und best conftruirten ^Nafchinen, übernimmt alle Vruck Arbeiten unter Zusicherung der geschmackvollsten und promptesten Ausführung zu möglich^ billigen greifen. Die Papier-, Schreib- & Zeichnen-Materialien-Handlung hält ein großes tager aller Gattungen von Brief», Schreib- und Zeichnen-Papieren, «Louverts X. sc., sowie über Haupt sämmtliche in obige Lächer einschlagenden Artikel zu den billigsten preisen. 11*1 Perlag von Drucksorten für Geni«inde-Aemter, Kirche und Pfarrämter, Schulen, Zldvocaten, Aerzte, Kaufleute, Gastwirth«, Hausbesitzer?c. T^IC iClbblbltOtbcF, 5000 Bände umfassend, , > j ivp-So fo.Lvn um eine bedei t.nd>i Anzahl der neueste» Xsi«.«ie bereichert. ! E--*I «Miutttftn --- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme anlässlioh des Hinscheidet» meiner ionigstgeliebten Gattin, Frau die vielen Kranzspenden und die zahlreiche Begleitung zur hüten ltuhestäfte, sage ich Allen meinen herzlichsten Dank. Cilli, 30. September 1885. .687-1 Michael Altziebler. Ein Lehrjunge aus gutem Haine wird sofort aufgenommen In Joaef Blma'a Bäckerei, Grazirgasse Nr. 80. 684-1 Lehrjunffe, der genügend« Schulkeuntnisse besitzt, beider Landessprachen mächtig, 13—14 Jahre alt, wird sofort acci-p-tirt. bei Herrn Johann PunitarfirlirK, Ge-mi*ihtwaaren-Hamilung, Wind.-Uraz. 680-2 iusser WeiiiinoNl Ä Liter 24 kr. Gasthaus „zum weissen Lamm". Beehre mich einem P. T. Pnblicum anzuzeigen, dass ich in meinem Gasthause von heute an sehr süssen Plattenseer-Most der Liter 24 kr., im Ausschank habe. Um zahlreichen Bestich bittet hochachtungsvoll 683-1 Maria l*lesl«rhak. Herrengasse 21. uter- - 5 Saison! empfiehlt die Unterzeichnete dem geehrten P. T. 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Ootober dieses Jahres. Anmeldungen haben beim Kapellmeister Herrn Georg Mayer im alten Schulgebäude. I. Stock, von 10—12 Uhr Vormittags zu geschehen. Das Honorar beträgt für Mitglieder 1 fl. und für Nichtmitglieder 2 fl. per Monat. Unentgeltlich wird der Unterricht nur gegen Nachweis der Dürftigkeit ertheilt. 681-1 Scü^-öz:Le -A-epfel jede Quantum, kauft IONEF XEORI. 681-1 Sicherer Verdienst! Ohne Capital und Risico kann Jedermann hei uns, durch den Verkauf von ONterrrlrhlMrh-tinK<»rlneheii Niaats-und Priimien*l,oaeii gegen Ratenzahlungen laut Ges.-Art. XXXI v. J. 1883, 1885 Verlag: von Otto Wjgand In Lelpilg. Saaen und Sinpn lach Volkes Weise. Zwei Bacher volkstümlicher Diebtungen ADOLF HAGEN. S" X'reis 3. SO Kieisjdsx. Erstes Buch: Die Sagen der Spinnstube. Erzählende Dichtanx-n. Zweite* Buch: Der Liederhort des Fahrenden von Steier. In Cilli zu haben bei Job. 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(»oll in (>raz ist soeben erschienen: Deutschnationaler Aalender für Oesterreich auf das Jahr 1886. Geleitet von Carl W. GawaiowskL Mit Beiträgen von: H. Beheimer, F. Dahn, E. Fels, W. Fischer, A. Hagen, R. Hamerling. Dr. Harpf, F. v. Hausegger, F. Keim, A. R. Naaff, A. Ohorn. W. Ressel, H. Swoboda. Reich illustrirt. Stärke 10 Bogen, Grosa-Octav. Preis 30 1er. — Gegen Einsendung von 41 kr. nach Auswärts portofrei. Zu haben bei Johann Kakuseh in Cilli. Die Möbel-Niederlage Graz, Franzensplatz Nr. 1 und 2 ac vta-dk-vlB dem LaBde«theat<>r, empfiehlt Ihr gromea Lager tob eonpleten Seklaf- und *pel»e«lmn>er-li«rnUuren aus Xnaa- und KichenhoU.Salon-Kästen, Credeuen mit und ohne Marmorplatten. Spiegeln, Karnieesen. Reiche Auswahl von Salon-Garnituren von 90 fl. aufwärt«. ÄchUf-DIviuia. Ottomanen and Rah*-betten. Uebernahme aller Tapeaier-Arbnitan eigener KiMOfnnf billigst, Anwttttiuifen und Möblirongeii von Land- nnd BadehAuaero werden prompt und billigst angeführt. 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