Nr. 228. Freitag, 4. Oktober 1907. 126. Jahrgang. Mbacher Heitum Vr«inn«eratto»Kpreis: Mit Pottvcilendung: ganziährig 3U ll, l, b, größere p«r Zeile 12 b: bei öfteren Wiederholungen per Zeile u b. Die «Laibacher Zeining. erscheint täglich. m>l Ausnahme der 3rnn- und Feiertage. Die Administration befinl et sich Nongreßplah Nr, 2, d,e Nedaltlou Palmalmgasse Nr, io. Sprechstunden der «cdallion von « bis l» Uhr vrr- mittags. Unsranlicrlc Briefe werden nicht angenommen, Maimjli-ipis inclu Zürücfgestcllt. Amtlicher Heil. Der Handelsmimster hat den ^lonnnissär der Gewerbeinspekiion Josef >! a r a s ch i a in Laibach zuln Gcwerbeiiifpektor zweiter Masse ernannt. Den 2. Oktober 1907 wurde in der l. l. Hof» und Staats' bructcrei das I.XXXIV. und I.XXXVIII. Stück der polnischen, das XcV. Stück der italienischen und das X0VII.. X(!IX., (^. und <^I. Stück der polnischen Ausgabe des Ncichsgesctzblattcs ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 2. Oktober 1907 (Nr. 227) wurde die Weiterverbreitung folgender Preß» erzeugnisse verboten: Nr. 24 «Illustrierte Österreichische Kriminal'Zeitung» vom 30. September 1907. Nr. 218 «I^'älto ä..1,ßo» vom 24./25. September 1907. Nr. XXXIII. «Kniw/ clodrFcb autorü. liem^ äo 6our-lnont; I^oc: v I^ueomdurullö /Htirllä«». Nichtamtlicher Heil. Der Ausgleich. Die „Neue Freie Presse" fiihrt ill, einer Besprechung der Schwierigkeiten, weicheil die Ausgleichsverhandlungen nelierdings begegnen, aus, das', das Hindernis weniger in den Gegensätzen zwischen Österreich und Ungarn und auch nicht in dcn Bedürfnissen des nngarischen Volkes liegc, son dern nur in dem Wunsche der Unabhängigkeit^ Partei, durch die Verträge mit Österreich zu einem ersten großen Erfolge zu gelangen. Es handelt sich nicht mehr mn die beiderseitigen Interessen, sondern nm die Selbstsucht eiller Partei, die durch einen Sieg über Österreich ihre schwindende Volkstümlichkeit wieder auffrischen will. Dazu werde sich Österreilh nicht hergeben. Wer sich fi'ir zehn Jahre zu einer Zolleinheit mit einem fremden Staate ver pflichten will, muß wissen, ob die Einheit der Währung gesichert sei. Österreich verliert Millionen und Millionen bei der jetzigen Teilung der gemeinsamen Zolleinuahmen. Mit dem Verschwinden des Zoll-büudnisses fehlt selbst der Vorwand zu diesem Opfer. Deshalb ist die kleine Veränderung der Quote uicht mehr als ein parlamentarischer Behelf, um dein ungarifchen Staate einen gar nicht zn rechtfertigenden Vorteil neuerdings bieten zu t'öuncn. Das „Neue Wiener Tagblatt" meint, daß ein Einvernehmen doch erzielt werden wird, weil es erzielt werden muß. Ein Zugeständnis, das wichtige ökonomische Interessen der Monarchie gefährden könnte, sei jedoch absolnt unmöglich. An der Festigkeit der österreichischen Unterhändler kann Ungarn nicht zweifeln. Vielleicht ist gerade diese Festigkeit das beste Mittel, um über die letzteil Schwierigkeiten des Ansgleichswerkes hinwegzi». kommen. Die „Zeit" skizziert den Stand der Ausgleichsfrage mit dein Sahe: Die Quotenfrage rückt vorwärts, die Bankfrage stockt. Nun sei es uns Österreichern gleichgültig, ob Ungarn bei der gemeinsamen Notenbank bleiben will, oder ob es eine selbständige Notenbank errichtet. Aber wir müssen endlich wissen, was es will. Jedenfalls ist es eine schwierige Sache, mit jemandem Handeleins zu werden, der selbst nicht weiß oder nicht sagen kann, »ras er will. Das ist das jetzige Stadium der Ausgleichsverhandlungen.- die Bankfrage ohne Antwort. Die „Österreichische Volkszeitung" macht dar-anf aufmerksam, daß, je mehr die Ausgleichövel> Handlungen sich gleich eiller Krankheit hinschleppen, um so mehr ill Österreich die Skala der Ausgleichs Möglichkeit sinke. Es sei nachgerade so lveit, daß nur wenige Interessentengruppen als die eigentlichen Anhänger der wirtschaftlichen Gemeinsam-keit gelten dürfeil. Freiherr von Beck habe es oft in Wort nnd Tat erwiesen, daß er ein genauer Beobachter nnd Kenner der öffentlichen Strömungen ist. Um so berechtigter ist die Erwartung, daß jetzt ill Budapest nichts geschehen wird, was geeignet wäre, den Ausgleichsgegnern ill Österreich neue Bekenner zuzuführen. Die „Teutsche Zeitung" weist auf die finanziellen Schwierigkeiten hin, in denen sich Ungarn derzeit befindet, uud meint, die nngarischen Minister müßten doch einsehen, daß Ungarn nicht ohne den Ausgleich mit Österreich leben kann. Ihr Patriotismus werde ihnen gebieten, so zu handeln, wie die Vernunft es ihnen eingibt. Bei dieser Sachlage branche man nicht mehr zu fürchten, daß die österreichischen Unterhändler aus Budapest resnltat-los zurückkehren werden. Im „Vaterland" wird voll fachmännischer Seite nachgewiesen, daß Ungarns wirtschaftliche Abhängigkeit voll Österreich gerade in, den letzten Jahren noch zugenommen hat. Die Bedeutung des österreichischen Marktes für die ungarische Landwirtschaft hat sich gesteigert. Ein Aufhören der Zoll-gemeinschaft würde ihre Chancen beeinträchtigen und die Aufhebuug der Vankgemeinschaft wäre die für den nilgarifcheil Geldmarkt katastrophalste Folge der Zolltrennung. Da sie nicht allein für die Zeit des Überganges, sondern andauernd die prekärsteil Zinsfußverhältnisse zur Folge haben müßte, hätte wahrscheinlich auch der ungarischen Industriepolitik die Stunde geschlagen. Freilich ist diese Frage vorläufig nicht aktuell. Montenegro. Der Beschluß der monteilegrinischen Oppo-sitiouspartei, an den bevorstehenden SkuMina-wahlen nicht teilzunehmen, kam, wie man ans Eattaro berichtet, den politischen kreisen nnd der Negierung selbst ziemlich überraschend, da mail nach der bereils seit Monaten betriebenen Wahlagita» Feuilleton. Varka möchte schlafen. Von Anton ^eHon. Aus dem Russischen von M. v. Karlov. (Schluß.) „Varka, zünde den Ofen an!" ruft der Meister durch die Tür. Das will heißen, daß es Zeit ist aufzustehen nnd an die Arbeit zu gehen. Varka verläßt die Wiege und läuft ill die Holzkammer, um Holz zu holen. Sie ist froh, denn beim Laufen nnd Gehen kann mall dem Schlaf eher widerstehen als in sitzender Haltung. Sie bringt das Holz, heizt den Ofen ein und fühlt, wie ihr ganz steif gewordenes Gesicht sich belebt und wie ihre Gedanken wieder klar werdeil. „Varka, richte den Samovar!" ruft die Fra«. Varka inacht Holz klein, nnd kanm hat sie Zeit es anzuzünden lind den Samovar zn füllen, hört sie wieder einen neuen Befehl: „Varka, putze die Galoschen vom Meister!" Sie setzt sich auf den Boden, pntzt die Ga-losck^en und denkt, wie schön es wäre, den Kopf in eine große, tiefe Galosche zn stecken nnd ein bißchen zu schlafen . . . Und anf einmal dehnt lind weitet sich die Galosche ans nnd füllt den ganzen Naum. Varta läßt die Bürste fallen — aber gleich darauf hebt sie den Kopf, öffnet groß die Allgen und gibt sich Mühe, alle Gegenstände fest anzusehen, danu't sie sich nicht vergrößern. „Varka, wasche die Haustreppe, mau mnß sich ja vor den Kunden schämen." Varla wäscht die Treppe, macht in den Zimmern Ordnung, dann heizt sie den anderen Ofen mrd geht in den Laden. Sie hat viel Arbeit, nicht einen eiuzigen Allgenblick ist sie frei . . . Aber nichts ist so schwer, als alls einem und demselben Platz, an dem >tücheutisch zu stehen nnd Kartoffeln zu schälen. Der .ttopf wird ihr auf den Tisch herabgezogen, die Kartoffel tanzt vor ihren Augen, das Messer fällt ihr aus der Hand nnd die dicke, böse Frau geht mit aufgestreiften Ärmeln um sie herum und spricht so laut, daß ihr die Ohren sausen. Mühsam, ist es auch, das Essen aufzutragen, zn nähen nnd zu waschen. Es gibt Momente, wo sie gar nichts mehr sehen nnd sich nur auf den Boden legen nnd schlafen möchte. Der Tag vergeht. Wie sie dnrch die Fenster die Dunkelheit herannahen sieht, drückt Varka ihre wie Holz so steifen Schläfen und lächelt, sie weiß selbst nicht warum. Die Abenddämmerung tut ihren zufallenden Augen wohl nnd verspricht ihr einen baldigen, tiefen Schlaf. — Um Abend kommen Gäste. „Varta, stelle den Samovar alls!" schreit die Frau. Der Samovar ist klein nnd bis alle (5>aste ihren Tee getrunken haben, mnß sie ihn wenigstens fünfmal richten. Nach dem Tee steht Varla eine ganze Stunde auf einem Fleck nnd wartet anf weitere Befehle. „Varka, lauf und hole drei Flaschen Bier." Sie reißt sich von ihrem Platz los und gibt sich alle Mühe, schnell zn lanfen, um den Schlaf zu vertreiben. „Varka, hole Vodka! ' Varka, wo ist der Korkzieher? Varka, pntze den Hering!" Endlich sind die Gäste fort — das Licht wird ausgelöscht und der- Meister lind die Fran gehen schlafen. „Varka, schaukle die Wiege!" lautet der letzte Befehl. Anf dem Ofen zirpt die Grille, vor ihren halboffenen Augen schwanken und zittern wieder der grüne Fleck und die Schatten und schläfern sie ein. „Bajn — baju^ki — baju," singt sie leise, „schlaf in süßer Nuh ..." Und das Kind schreit und kann gar nicht mehr vor lanter Schreien. Varka sieht wieder die schmutzige, Ehaussee, die Leute mit ihren Nucksäcken, Pe-lagje nnd Vater Efim. Sie begreift alles, erkennt alle, aber im Halbschlaf kann sie gar nicht ver» stehen, welcher Feind ihre Arme und Beine gefesselt hält, sie preßt und das Leben in ihr erstickt. Sie schaut hcnlm lind sucht den, Feind und will sich frei machen, sie kann ihn aber nicht entdecken. Zum Schluß nimmt sie ihre ganze Kraft zusammen nnd sieht, hinauf »lach dem hin unt> her schwebenden gninen Fleck nnd wie sie das Geschrei des Kindes hört — sieht sie den Feind, der sie ain Leben hin» dcrt. — Der Feind ist — das Kind! — Sie wnn-dert sich, daß ihr erst jetzt dieses Licht aufgeht. Warum hatte sie diesen Unsinn nicht gleich begriffen? Der grüne Fleck und die Schatten und die Grille, sie lachen lind wundern sich anch darüber'. Eine Wahnvorstellung bemächtigt sich des Mädchens. Sie erhebt sich von ihrer kleinen Bank. Mit einem breiten Lächeln, ohne mit den Wimpern zu zucken, geht sie im Zimmer auf und ab. Es durchrieselt sie ein wohliges Gefühl. Gleich wird sie von dem Kind, das ihr die Hände und Füße fesselt, befreit sein. Das Kind totschlagen — ach und dann — schlafen — schlafen — schlafen . . . Lächelnd zwinkert sie dein grüneil Fleck zn nnd droht ihm mit dem Finger, dann schleicht Varka sich zu dein Kinde. . . .Nachdem sie es erdrosselt, wirft sie sich auf den Boden, lächelt glückselig, daß sie schlafen kann und liegt schon nach einer Mnute in tiefem, festem Schlaf — als wäre sie tot. Laibacher Zeitung Nr. 228. 2116 ' 4. Oktober 1<)07. tion durchaus nicht auf ein sehr rücksichtsvolles Vorgehen bei der Wahl gefaßt sein konnte. Tor freiwillige Rücktritt der Opposition vom politischen ^'iegsschanplahe bedeutet nicht weuiger als eine, wenn auch nur zeitweilige Eindämmung der aufrührerischen Bewegung, die fast feit IalAund Tag das Land durchwühlte und mitunter sehr gefährliche Formen annähn:. Er zeigt aber auch, daß der Einfluß des Fürsten Nikolaus, der, augesichts des drohenden Wahlkampfes die Mühe nicht scheute, selbst das Laud zu bereisen, über die Widersacher seiner Politik einen vollen Sieg davongetragen hat. Dank dem persönliche,: Eingreifen des Fürsten ist die Regierung wieder Herrin der Lage, obschon es fast keinem Zweifel unterliegt, daß das Ministerium Dr. Tomanovi^ den Tag der Eröffnung der neuen Skupötiua kaum überleben wird. Immer-bin hat es dem Fürsten einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Es hat nicht nnr die ans dem Anslande eindringende, gegen die Dynastie gerichtete Agitation rechtzeitig nnfftedeckt, sondern sie auch im Keime erstickt. Die künftige Skuv^tina aber, die dritte seit dem Bestände der Verfassung, wird den Beweis zu erbringen haben, daß das Land über Haupt, für die Konstitution reif sei. Die beiden ersten erschöpften ihre Tätigkeit in persönlichen Insnlten nnd im Stürze,, von Ministerien; die Frage ist nun, ob die dritte es verstehen wird, die Bahn positiver Arbeit einzuschlagen. Politische Uebersicht. Laibach, Z.Oktober. Der bulgarische Oberst des (^eueralstabs, Fi<-ev, Kommandant der ^. thrakischen Infanteriedivision in Philippopel, der den Manövern des 3. und des 1-l. >lorps oer ö st c r r e i ch i s ch -ungaris ch e n A r m e c in Kärnten beigewohnt hat, änßerte sich, wie man aus Sofia schreibt, bei verschiedenen (Gelegenheiten über den Verlauf dieser Waffenübuugeu in Worten höchster Anerkennung. Oberst Fi<-ev, der beim ^tabe des dritteu Korps (FML. v. Potiorek) eingeteilt war, erklärte, daß die Beteiligung an diesen Manövern für ihn besonders lehrreich gewesen sei, nnd hob hervor, daß er in sehr liebenswürdiger uno kameradschaftlicher Weise aufgenommen und ihm voller Einblick in die Tätigkeit der Generalstabsabteilung gewährt worden sei. Der „Osservatore Romano" veröffentlicht eine Note, in welcher die Behauptungen einiger Journale widerlegt werden, wonach die Richtschnur der Aktion der italienis ch e n .>t a tholik e n auf politischem Gebiete in der Weise geändert werden solle, daß sie sich in eine eigentliche parlamentarische Aktion umwandeln würde. Die Note erklärt, daß in der Haltung der italienischen Katholiken be^'ig- lich ihrer eventuellen Teilnahme an den gesetzgeberischen Arbeiten nnter den gegenwärtigen Verhältnissen sich nichts geändert habe, weil die in der päpstlichen Enzyklika vom 11. Juni 1905 enthaltenen Verfüguugeu, die streng beobachtet werden müssen, keinerlei Änderung erfahren haben. Ans Petersburg wird gemeldet: Die hiesigen O k to b r i st e n veröffentlichen eine Platform, in welcher sie erklären, daß sie sowohl die Reaktion als anch die Revolution bekämpfen wollen. Die Oktobristen betonen, daß die sachliche legislative Arbeit die Losung der dritten Duma sein müsse. Sie verlangen Freiheit, der Kritik der Rcgierungömaßnahnien, volle Versammlungs- nnd Propagandafreiheit für oppositionelle Parteien, die nicht den Weg der Gewalt betreten, nnd Verantwortlichkeit der Presse nur vor dem Gerichte. — Die Oktobristen, heißt es ferner in der Kund gebung, identifizieren rusfische Ttaatsintercssen nicht mit der Unterdrückung anderer Nationality ten. Verschmelzung, nicht gewaltsame Aufsaugung müsse die Devise der nationalen Politik sein. Die Oktobristen erklären sich gegen die von den Reaktionären verlangten Nepressivnmßregoln. Nicht auf dem Rechte der Gewalt, sondern auf der Gewalt des Rechtes müsse die Festigkeit der Regierung bc ruhen. In bezug auf das russisch-englische Ü b e reiuko m in e n herrschte, wie man aus Konstantinopel schreibt, bis zur letzten Zeit im Mdiz, wie in Pfortenkreifen, ungeachtet der be-rubigeiwen Versicherungen, welche über den Inhalt dieser Vereinbaruugeu erteilt wurden, ein gewisses Unbehagen. Es bestand die Annahme, daß in dem Übereinkommen in direkter oder indirekter Weise auch von der Türkei die Rede sein könnte, und die Pforle wies einige ihrer Vertreter im Anslande an, über diesen Punkt Aufklärungen einzuholen. Der nunmehr veröffentlichte Wortlaut dor russisch-englischen Abmachungen, der keine Anspielung enthält, die die Interessen des türkischen Reiches berühren könnte, hat die erwähnte Besorgnis zerstreut, welche Wirkung durch die mehrfachen Erklärungen offiziöser Organe, daß das Übereinkommen keinerlei geheime Bestimmungeu enthalte, be> festigt worden ist. Präsident Roosevelt ist zn Keoknk (im Staate Iowa) eingetroffen und bereist jeht die Mittelstaaten mit der Absicht, das öffentliche Interesse für den von ihm befürworteten Plan anzuregen, der die Verbesserung der Schiffahrt auf dein Mississippi und die Herstellung eines Nasser Weges zwischen den großen Seen und dem Golf von Mexiko zum Ziele hat. — Im Laufe ciuer Rede bestritt Roosevelt, daß die Hauptursache der ueulichen finanziellen Depression seine Absicht gewesen sein sollte, die großen l^eldmäuner, welche die Gesetze überschritten hätten, zur Verantwortung zu zieheu. Doch gebe er zu, daß er mit dazu beigetragen habeil möge. Und wenn es selbst so gewesen wäre, so würde er doch seine Politik, so lange er Präsident bleibt, nicht ändern. Präsident Noosevelt begibt sich nunmehr zu Schiff nach Saint Louis. Tagesneuigleiten. — (Die unglücklichste Frau.) Miß Negiua Goldner von Newyork war sicherlich die unglücklichste Frau, die es je auf Erden gegeben hat. Im Iahn 1905 stürzte eines Abends, während sie schlief, die Decke ihres Schlafzimmers Zusammen und begrub sie vollständig unter den Trümmern, Da die anderen Bewohner des Hauses verreist waren, blieb sie drei Tage ohne jegliche Hilfe. Dann brachte nian sie ins Hospital. Als sie wieder hergestellt war, ging sie ans, um ihrer Schwester einen Besuch zu macheu. In dem Augenblick, wo sie einen Straßenbahnwagen besteigen wollte, fiel sie hin und brach sich dao Bein. Sie wurde sofort wieder ins Hospital zurückgeführt. Von neuem als geheilt entlassen, nahm sie einen Wagcn, um nach Hause Zu fahren. Plötzlich ging das Pferd, durch ein Automobil erschreckt, durch und der Wagen wnrde gegen eine Telegraphenstange geschleu» dert und vollständig Zertrümmert. Miß Goldner erlitt eine Gehirnerschütterung und kehrte zum drittenmal ins Hospital zurück. Während ihrer Krantheit stellte die Vank, in welcher ihr kleineo Vermögen deponiert war, die Zahlungen ein, so daß sie vollständig mittellos wurde. Nun vermietete sie sich als Dienstmädchen. Einen Tag, nachdem sie ihre neue Stellnng angetreten hatte, fand ihre Herrin sie ohnmächtig auf dem Bette liegen; es war Gas angeströmt, und Regina wäre beinahe erstickt. Vierter Aufenthalt im Hospital. Nach ihrer Genesung arbeitete die Unglückliche bei einer Schneiderin und jagte sich schon nm ersten Tage eine große 5lnpfer-nadel in den Finger. Die Folge war eine Blutvergiftung und ein neuer Aufenthalt im Hospital, wo sie sich beinahe vergiftet hätte, da sie irrtümlich eine Flasche, Jodtinktur anstrnnk. Alx'r das alles war noch nichts im Vergleich mit der Sclüußkatastropbe. Die Unglücklich hatte kamn das Hospital verlassen, als die Sittenpolizei sie NxMn „frechen Benehmens auf der Straße" festnahm. (Die Anschuldigung hat sich später als gänzlich unbegründet herausgestellt.) Ili ihrer VcrZttx'iflung kaufte Negina Laudanum lind suchte sich zn vergiften. Sie wurde noch recht-zeitig gerettet, aber dann ivegen Selbstmordversuchs, der in Amerika strafbar ist, von neuem festgenommen. Man brachte sie in das Francngefängnw, wo sie sich bald nach ihrer Einlieferung den Scbädel zerschlug, indem sie von der Höhe einer Galerie in die Tiefe fiel. Der Fall Vasilijev. Roman von Paul vslar Höcker. (84. Fortsetzung.) (Nachdruck verbottn.) Martha schilderte der Freundin auoführlich, wie Justus die Nachricht aufgenommen hatte: „In den ersten Tagen glaubte er es gar nicht. Er weinte viel, zieh uns der Lüge, der Unbarm-Herzigkeit — dann verfiel er in seine alte trotzige Verstocktheit; er gab keine Antwort mehr. Ich liest t>ann das Denkmal von Vasilijevs Grab von einem Photographen auf»ehmen und brachte es ihm. Nun endlich glaubte er nnr. Er verharrte in einer ^e» tharaie, aus der wir ihn tagelang nicht weäen konnten. Seitdem spricht er Vasilijevs Nennen nicht mehr aus. Aber wenu er mich oder den Arzt oder die Pflegerin so groimvoll und drohend.anblickt, so muß ich sseradczu annehmen, er haßt uns. Dr. Ma» thien hat seine schonende, milde Art dem, Kranken gegenüber längst abgelegt. Gleich wie Johannes ihn damals zwang, wenigstens oie notwendigsten Vorschriften zur Erhaltung seines Körpers zu befolgen, so versucht es nun auch Matthieu. Eiu andermal teilte Martha der Freundin aber mit, das; Mathieu von dieser strengen Vehandlung5-weise nnn doch wieder abgekommen sei. Justus verzehre sich innerlich vor Gram, vor Wut. Es sei zu fürchten, daß diese Härte ungünstig auf den Ge< mütszustand oeH Kranken einwirkte. Mathieu, der gleich Küchelchoff und allen anderen Ärzten den Bettlägerigen früher für körperlich intakt erklärt und nur einH allgemeine Nervenhrirabstilniuunss und krankhafte Willensschwäche konstatiert hatte, gab sich neuerdings der Befürchtung hin, daß unter Um« ständen doch der Mim zu einem Gehirnleiden vorbanden soi. da-5 durch Nevr^'nmifreizungen und Ge-mutsüsf^to zum Au^bruch g<'trwbc>n werden könnte. Di? besorgniserregende Wendung glaubte Dr. Mathieu inst seit der Zeit wahrzunehmen, da man den Golähmten über den Tod seines Freunde unterrichtet hatte. „Ist vs nicht," schrieb Martha an ihre Freundin, „als ob Vasilijcv, dessen Tod uns schon so verhängnisvoll geworden ist, unö nun auch noch übers Grab lnnand lint seiner unheimlicl^n Macht über den willenlosen Kranken l>eimsuchen wollte?" Über die Fortschritte der gerichtlichen Unter snchung vernahm Martha nur sovwl, als in die Zeitungen kam; nnd das war herzlich wenig. Es war ihr aber gestattet worden, mit dein Untersuchnngs-gefangenen eine — freilich von der Staatsanwalt' schaft überwachte — Korrespondenz zu führen. Johannes arbeitete fleißig in seiner Zelle; man hatte ihm erlaubt, seiue künstlerische Beschäftigung wieder aufzuuehmen. Sein Ellenbossenbruch des linken Armes war völlig verheilt; nnr im Schnltergelenk verspürte er noch eine kleine Schwäche, die ihn ver« hinderte, stundenlang hintereinander zu arbeiten. Über sein sonstiges Ergehen klagte er nicht. Er war nicht gefesselt; da er sich geduldig nnd gottergeben in alleo schickte, hatte er sich selbst bei seinen Wärtern eine gewisse Sympathie erworben. Nur daß sie ihn immer wieder mit ihren Ermahnungen anälten: er solle doch nicht gar so verstockt sein, solle doch endlich ein Geständnis ablegen, um sich hernach wenigstens der „mildernden Umstände" Zu versichern — das kränkte ihn. Aber auch dafür hatte er bloß ein mattes, trauriges Lächeln. Über Botho von Eckhardt hatte Martha in ihren Briefen an die Freundin längere Zeit geflissentlich sseschwiegen, um sie nicht durch herbe Worte über sein berufliches Vorgehen zu verletzen. Ein Znfall verriet ihr dann, daß Liddi'5 Vetter überhaupt nicht mehr ili Karlsruhe verweilte, sondern einen mehrwöchent-lichen Urlaub ili Berlin verlebte. Martha ahnte, daß dies fast soviel als einen beginnenden Bruch zwischen der Freundin und del-en Vetter besageil wollte. Von Haus aus weich unö nachgiebig in allem, bercnte nun Martha, in ihrer Verzweiflung damals dem juugen Staatsanwaltstellvertreter, der doch nur seine ernste Pflicht erfüllt hatte, als er Johannes' Verhaftung durchsetzte, fo bittere Worte gesagt zu haben. Sie, die selbst in ihrer Liebe so unglücklich geworden war, wollte nicht die Schuld am Unglück der Freundin tragen. So kam es nnn in ihrem Briefwechsel doch end-lich zu einer Aussprache über Botho von Eckhardt und seine Verufstätigkeit. Liddi ließ berlanten, sie hoffte, ja, sie glaube, daß ihr Vetter der Justiz überhaupt den Nucken lehren werde. Bekannte ihres Vaters, bei denen Botho i>i Berlin Besuch gewacht habe, hatte,: gelegentlich gemeldet, daß der junge Referendar den Urlaub txmche, um Studien auf dem orientalischen Seminar zu beginne!,, wenigstens habe er dort verschiedene Lehrfächer belegt. Vielleicht interessiert sich Votho für die Konsulatskarriere? Oder beabsichtigt später in den Neichsdienst überzutreten? Liddi wäre, wenn er sie wirklich noch Zur Frau begehrte, auch jelzt noch, nachdem sie schroff und nblveisend gewesen, ,nit allein einverstanden gewesen, nur einen Staatsanwalt wollte sie nicht zum Manne haben. E5 war inzwischen Februar geworden. Im März begann die Schwnrgerichtosession, als deren erster Strafprozeß der „Fall Vasiliiev" auf der TageZord-nnng stand. „Heute erfuhr ich von Papa," schrieb Liddi ge-legentlich an Martha, „daß der erste Verhandlungs-tag der !. März st'in wi,-t>. Er wird gleichfalls als Zeuge geladen werden, um über Brakes Lenmund auszusagen. Arme Martha, wie ich mit dir zweifle. Es ist mir ganz unfaßbar, daß du auch dort er- ižaibacher Zeitung Nr. 228. 2119 4. Oktober 1907. —- (Eine doppelte Persönlichkeit.) Aus Ncüniyort berichtet man dem „Zentralblatt fiir Okrtütismus" (Leipzig. Altmann, Septeinberheft): Ein inerkwürdiger Fall einer doppelten Persönlichkeit beschäftigt aufs lebhafteste die amerikanischen Psychologen. Es handelt sich nm einen vermögenden Schneiderin ei st er, Ch. P. Brewin aus Vnrlingtoi,, der vor vier Jahren spnrlos verschwand und dessen Verbleib trotz aller Nachforschungen in ein seltsame? Dunkel gehüllt blieb. Man hat ihn nun in Clainficld wieder gefunden. Als einfacher Tchneidergeselle arbeitete er auf Taglohn, behauptete, Frank Johnston zu heißen, und hatte die Erinnerung an sein früheres Leben vollkommen verloren. Al5 seine Freunde ihn ausfanden, war er vollkommen fassungslos. Er fiel dann in einen tiefen Schlaf. Als er 'erwachte, hatte er sein vierjährigem Leben als Johnston vergessen und erkannte seine Frau, seine Angehörigen und seine Freunde sofort wieder. Während der vier Jahre, da er sich als Geselle sein Brot erwarb, rettete er seiner Arbeitgeberin Mis; Nary Brown das Leben, trat der Vaptistengemeiude bei und führte genau das gleiche religiöse Leben, das er vordem in Burling' ton gelebt hatte. Regelmäßig pflegte er zwei Damen zu besuchen, von denen er die eine als seine Stiefmutter, die andere als feine Schwester ansah. Zugunsten der letzten hat er sogar eine Lebensversicherung aufgenommen. Alle diese Tatsachen sind durch Zeugen erwiesen. Allein Vrewin vermag sich au nichts davon zu erinnern. Ja, er war sogar außer« stände, seine Angehörigen zu der Newyorker Woh» nung seiner angeblichen Stiefmutter und Scl)wester zu führen. Prof, Hyslop nennt diesen Fall einen der klarsten unter den vielen Erscheinungen eines Doppel da sein 5, die der Wissenschaft bekannt sind. — (Originelle N i 0 g r a P h b i l de r.) Im Alhambratheater in London warden Cinematograph-bilder gezeigt, die die Schnelligkeit veranschaulichen, mit der eine Abendzeitung hergestellt wird. Diese Serie dauert achr Minuten: in diesem kurzen Zeit-ranm werden über 8000 Bilder auf den Schinn ge-worsen. Sie wurden in den Räumen der „Evening N«v3" aufgenommen und zeigen die Verschiedellen Vorgänge, die eine Zeitungsnachricht dnrchmacht von dem Augenblick an, wo sie in der Redaktion e.mp. fangen wird, bis zu der Zeit, wo sie auf der Ttrahe zum Verkauf gelangt. Da die meisten Bilder bei künstlichem Licht aufgenommen wurden, mutzten starke Kohlenwasserstoff-Lampen verwendet werden. Der fiir die „Evening News" gebrauchte Film maß übcr 8000 Fuß, und auf je einen Fuß kamen sechzehn Bilder oder noch mehr. Schließlich wurde der Film auf 500 Fuß reduziert, und er zeigt über 800l) Bilder. Die Kosten des Films betrugen allein 2000 Mark, die Gesamtkosten der Bilder waren MOO Mark. - Ein tüchtiger Photograph für Kinematographbilder ver- dient ein schönes Stück Geld, aber sein Beruf ist auch sehr aufregend. So ist zum Beispiel jüngst bei dem großen Feuer in Toronto eine Reihe von Bildern aufgenommen worden, nnd zwar ein Uhr nachts. Das Feuer war so heftig, daß kein anderes Licht bei der Anfnahme nötig war, aber der Photograph mußte verhältnismäßig nahe herangehen, was natürlich nicht gefahrlos war. Sehr zu beachten ist die Schnelligkeit, mit der sich Personen, oder Tiere, die aufgenommen werden, bewegen. Von einen: Men» schen, der geht, werden sechzehn Bilder iu der Sekunde gemacht, von einem galoppierenden Pferde 20, von einer Automobilwettfahrt 24 Bilder in der Sekunde. — (Über eine kühne Taucherin) wird aus Liverpool berichtet: Zum erstenmal hat eine Dame in Taucherausrüstung es unternommen, zu ihrem Vergnügen ein halbes Stündchen unter Wasser zuzubringen. Die Dame scheint den ersten Schichten der Gesellschaft anzugehören, denn die Rcttungsgesell-schaft stellte ihr ein Boot zur Verfügung. An Bord dieses Schiffes begalb fie sich in das große Dock des Liverpooler Hafens, wo sie die Taucherausrüstung anlegte, und stieg dann schnell in das Wasser. Nach etwa einer halben Stunde gab sie das Zeichen znm Aufstieg und als sie die ungewohnte Kleidnng ab-legte, verkündete ihr vergnügtes Lächeln, daß sie mit dem Versuch sehr zufrieden war. Wenn die Dame in der Gesellschaft mit Genugtuung und Vergnügen von ihrem Aufenthalt in dem kühlen Element erzählt, ift anzunehmen, daß die sportlustigen Ladies das Tauchen bald als einen neuen Sport ansehen und betreiben weciden. — (Epidemisches.) Mein Mädel und ich habeil eine sinnige Methode, herausgefunden, auf Stadtpartbänken und in Eisenbahnconp^s allein zu bleiben. Wir fangen uämlich, sobald sich jemand zu uns seht, etwa folgendes Gespräch an: „Vor drei Tagen waren wir noch beisammen und heute ist er schon tot." ^ „Ja, nnd vorige Woche hat er noch gesagt, er wolle sich impfen lassen." — „Ich werde, das morgen tun, man weiß nie ..." Neulich fahren wir vom Semniering nach Wien. Steigt ein behag» sicher Herr ein. Wir beginnen unser Gespräch wieder er rühl-t sich nicht. Wir fangen zu schreien an - --vielleicht ist er schwerhörig. Da wendet er sich und meint: „Schauen Sie, man muß nicht so ängstlich sein. Ich war iu Indien täglich in Berührung mit Pestkranken und mir ist nichts geschehen. Der eine kriegt's eben und der andere nicht. Auch auf dem Schiff, mit dem ich gestern iu Triest ankam ..." Diesmal stiegen wir aus. — (Schwiu del «An n 0 n c en.) Jemand inserierte in einer Zeitung: „Gegen eine Einsendnng von 1 Mark 20 Pfennig wird eine Nähmaschine ein gesandt. Schreiben an 3 ..." Diejenigen, die ge- antwortet haben - und das scheinen recht viele gewesen zu sein -^ erhielten eine Nadel und einem Faden. — Ein anderer inserierte, er wisse ein Mittel, ohne Tinte und Feder zu schreiben, und wer dieses Mittel wissen wollte, möchte 50 Pfennig ein-fenden. Diejenigen, die schrieben und das Geld schick ten, erhielten die AntwoN: „Nehmen Sie einen Bleistift." — Eine andere Annonce lautete folgender» maßen: „Für 2 Mark gebe ich jedem an, wie man ohne große Mühe am Tage zehn Mark verdienen kann. Das Geld ist an I ... zu fenden." Die Antwort, die die Leute, die nicht alle werden, erhielten, lautete: „Machen SW es wie ich!" Volal- und Provinzial-Nachrichten. Mädchcnlyzeum in Laibach. ^ Mit einem Aufwande von rund liOO.UOO lv ist an der Bleiwcisstraße in Laibach ein vornehmer, schloßähulicher Monumentalban aufgeführt worden, welcher zur Unterbringung der nunmehr zu einem Mädchenlhzeum erweiterten höheren Mädchenschule dienen und ani heutigen Tage in feierlicher Weise seinem Zwecke übergeben werden soll. Die Bankosten wnrden ans dem Erlös für die Baugründe der alten Spitalsrealität an der Wiener Straße gedeckt, welckie vom bekannten Mäcen Herrn Josef Gorup Edlen von Tlavinski in großherziger Weife zu diesem Zlvvcke gewidmet worden war. Der im Renaissancestil aufgeführte Neubau hat eiue Länge von 47-75 Metern und ift freistehend mit der Hauptfront gegen Osten in die Nleiweisstraße und einem Flügel gegen Norden situicrt. Das Gebäude ist zweistöckig und von der Bleiweisstraße, be^w. von der kubicgasse i> zehn Meter entfernt. Das Projekt wurde vom bekannten Spezialisten im Schulbau Professor Dr. Max Fabictni in Wien verfaßt, lvährend mit der Bauleitung der städtische Ingenieur Matko Prelov^ek betraut worden war. Die Fundamentierung des Baues war durch Grundwasser bedeutend erschwert; infolgedessen mußte die Höhe der Kellerräume verringert und das Fnndament aus Beton hergestellt ttx'rdeu. Unter dem Vetonboden der Ketlerränme mußte ein forniliM's Drainagenetz hergestellt werden, damit das, insbeson-dere zur Frühjahrszeit mächtig hervortretende Grundwasser in den Hauptkanal der VleiUx'isstraße abgeleitet werde. Der an der Vleiwnsstratze gelegene Haupttrakl des Gebäudes samt einem hofseitigen Anbau enthält im Parterre zwei große Tchulzimmer mit den Di° mensionen <>-35xtt-37 und 6-35x9-72, Wohnungen für den Direktor und den Schuldiener, im ersten Stockwerke die Anstaltskanzlei, 1 Konferenzzimmer und vier Lehrnnttelzimmer, den Physiksaal und ein scheinen mußt — woher du armes Weib uur die Kraft nehmen sollst. Aber du hast ja damals schon Übermenschliches geleistet, und der liebe Herrgott wird dir in dieser entsetzlichen Stunde beistehen!... Auch Botho wird vorgeladen. Er soll schon wieder von seinem Urlaub zurück sein. Papa will itm morgen in Karlsruhe aufsuchen. Herr vou Flatow (der Bergingenieur aus Brieg), du nx'ißt. der ihn kürzlich in Berlin getroffen, war, wie er Papa versicherte, ganz entsetzt über Bothos Aussehen. Ob er denn etwa eine schwere, Krankheit durchgemacht habe, fragte er. Nun, so unrecht mag er nicht haben; ein seelisclies Leiden liegt hinter ihm, das weiß ich. Vielleicht bin ich härter gegen ihn gewesen, als es recht und billig von nur war; aber ich konnte nicht anders, ich mußte mir's von der Seele her-nntersprechen, wie qualvoll, wie verhaßt mir das Amt War, durch das er Euch, dich und den armen Bracke, so an den Rand der Verzweiflung getrieben hat." Die herzlichen ehrlichen Worte der Freundin taten Martha in dieser schweren Zeit wohl. Sie hatte ja auf der weiten Gotteswelt niemand mehr, dem sie sich anvertrauen konnte. Io» hannes war durch düstere Gefängnismauern von ihr getrennt, der Bruder lag krank, siech, mürrisch darnieder, Johannes' Mutter ruhw draußen unter dem schneebedeckten Hügel. Justus hätte ihr auch, selbst wenn er in die ganze Tragik eingeweiht gewesen wäre, nicht als Tröster dienen können. Er hatte dem Schwarzwälder niemals besondere Sympathie entgegengebracht. Auf der ganzen Reise hatte, er kein einzigesmal mehr seinen NaTnen aus freien Stücken über die Lippen gebracht. Wie er vorher mit dem Andenken Sonjas einen wahren Kultus getrieben hatte, so gewann auch j<"tzt die Gestalt seines Freundes Gabriel in seiner Phantastischen Vorstellung mehr und mehr eine Bedeutung, die sie fast ins Mystische erhob. Er hatte schon lange die Vitte äußern wollen. daß man ihm die Andenken, die er in der Karlsruher Wohnung ausbewahrte, herschicken sollte. Immer wieder unterließ er es, weil er fürchtete, Dr. Mathieu werde daran wieder irgend eine seiner Bedingungen knüpsen. Und er duldete lieber schweigend, entsagto lieber, als daß er sich seinen Peinigern gegenüber (wie! er seine Pfleger nannte) demütigte. Heimlich, ohne daß der Anstaltsleiter es hörte, richtete er einmal die Vitte an Martl>a, ihm wenig stens die Truhe, in der so mancherlei geimeinsame Reiseandenken aufbewahrt waren, zu verschaffeu. Martha ahnte, daß er sich danach wieder ebenso wie damals in seine trübseligen Erinnerungen ver» tiefen würde; aber sie war selbst zu matt, zu energie-los, um ihm einen Wunsch zu vei-sagen. So schrieb sie denn an Dr. Dierstätter, um was es sich handelte. Da in der von ihnen verlassenen Wohnung zu verschiedenen malen Haussuchungen und Lokaltermiile stattgesunden, hatte sie die Verfügung darüber überhaupt noch nicht wieder an° getn'ten. Umgehend erhielt sie den Bescheid, das; ihrem Ersucheu nach den üblichen Formalität«, sofort entsprochen werdeil würde. Sie müsse zu diesem Behufe aber die Schlüssel einsenden, da vor Beginn der Session sowieso, wenn auch nur der Form halber, die verschiedeneil Gelasse noch einer Okularinsvcktion unterzogen werden müßten. Martha wußte, wie eifersüchtig Justus über den Inhalt dieser Truhe wachte. Er hatte die Andenken an Sonja wie Heiligtümer gehütet, den Schlüssel zu dem kunstvollen Schloß der Truhe nie von sich go lassen, in der fast kindischen Furcht, daß Fremde. Unberufene diese letzteil Gedenkstücke der Toten ent-Ux>ihten. Das schrieb sie denn dem Staatsanwalt, ihm es überlassend, weiter darüber zu verfügen. Sie legte ihm aber nahe genug, dem verbitterten, viel° leicht gemütskranken Menschen nicht schene, schmerz liche Aufregungen zu bereiteil. Eine Antwort hatte, sie daraus noch nicht erhalten. Da ließ sich eines Nachmittags Botho von Eck« hardt, bei ihr melden. Eine tiefe Depression überkam sie. Sie mußte sich jener beiden Begegnungen mit ihm, die in diesem selben Hause stattgefunden hatten, erinnern. Das eine Mal war Johannes selbst Zeuge ge» Wesen ^ und in welch qualvoller Verfassung, or damals lauschte! Sie besaß nicht die Kraft, ihn zu empfangen, und ließ sich verleugnen. Aber Eckhardt kam wieder, folgenden Tages zweimal. Und immer drinaMder be» gchrte er, gehört zu werden. Was wollte er? Stand er doch wieder im Dienste des Staats» anwalts - kam er in Tierstättcrs Auftrag? Handelte es sich vielleicht um die Truhe, dereu Übersendung sie erbeteil hatte? Es war ja auffällig, daß man u,m-ständlich zögerte, ihr die harmlose Vitte zu erfüllen. Vielleicht stellte sich der junge Freiherr aber auch in Persönlichen Angelegenheiten bei ihr ein. Sie waren damals in tiefem Groll ausein-ander gegangen — auch von Liddi hatte er sich in größter Verstimmung getrennt. Bereute er nun etwa seinen Übereifer? Kam er, um zu versuchen ob ein paar ruhige Worte diesen Abgnind, der sich zwischen ihnen aufgetan hatte, überbrücken konnten? Welch vage Hoffnung! Schließlich überwand sie das Mißbehagen und ließ ihn eintreten. Da der kleine Salon im Erdgeschoß als Operation ssnal eingerichtet war, mußte die Be» gegnung in ihl-em eigenen Zimmer stattfinden. Justus schlief zum Glück fest. Sie hatte wieder lange an seinem Bett gesessen, sich trüben Gedanken wid° mend. Der Kranke rührte sich nicht, als sie jetzt leise die Stube verlreß. (Fortsetzung folgt.) Laibachcr Zeitung Nr. 228. 2120 4. Oktober 1907. großes Schulzimmer, im Meiten Stockwerke vier Schulzinlnler und eine große Bibliothek. Der Flügel an der ^nbicgasse enthält dan Stiegeilhans und die Abortanlagen, im Parterre den zlvei Stockli>crke hohen Turnsaal nnd in: zweiten Stockwerke eilleil Zeichen-saal und einen Arbeitssaal für weibliche Handarbeiten. Die Schulzimmer N>erde>l tzoil eillem 2'35 Meter breiten, geschlossenen, Nlit zahlreichen Fenstern versehenen Gange ann betreten, loelcher da^' ganze Ge-bände auf der Hofseite umzieht und in welck)ein in praktischen Garderobetasten die Überkleider abgelegt werden können. Tie Höhe der flachgewölbten Zimmer (Eisenbctondecken, System Schnell) beträgt A-8 Meter, die Fensterhöhe 2 ,45 Meter. Die Ventilation soll durch Kippobersenster, die um eine horizontale Achse drehbar und bequem mit einer Handhabe von nnten aun zu öffnen sind, bewerkstelligt werden. Im Souterrain befinden sich eine Dunkelkammer für photographische Arbeiten, die ilessel anläge für die Zen-tralheizung und die erforderlichen Kellerränme. Die, Fassade des ganzen Gebäuden ist niöglichst einfach. Das Parterre ist aun Fassadeziegeln hergestellt, des» gleichen der Turm und die Lisenen, wählend die übrigen Flächen rohen geplätteten Auwurf aufweiseu, wan dem Bau einen gewissermaßen ernsten Charakter verleiht, der dnrch die mächtige Einfriedung noch gehoben wird. Im Vestibül ist eine Gedenktafel angebracht. TaH Ganze »nacht einen sehr gefälligen, vornehmen Eindruck und da auch die innere Einrichtung den modernsten Anforderungen entspricht, darf diese glänzende Bereicherung den städtischen Schul« Wesens mit Befriedigung begrüßt iverden. Fast sämtliche Vanarbeiten wurden von hei' mischen Firmen anngeführt, und zwar die Maurer» arbeiten von der Firma G. Tönnien, die Terrazzo-arbeiten von der Firma Seravalli A Pontello, di? Stcin lnetza rbei teil vom Konsortiuni (''aniernik-Vodnik-Toman, die Tischlerarbeiten von Petrin und Binder, die Zimmerarbeiten von Franz Pust, die Glaser-arbeiten von Kollmann, die Anstreicherarbeiten von der Firnia Eberl, die Spenglerarbeiten von Alois Leneek, die Schlosserarberten von Pilko, die Dachdeckerarbeiten von 5torn, die Zimmermalerarbeiten von Terdan, die Eisenbetonarbeiten von der Firma Ianesch czw. italienische Sprache, Geographie, Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Kultur« und.Kunstgeschichte, Mathematik, Naturgeschichte, Physik, Freihandzeichnen und geometrischer Anschaumlgnunterricht, Erziehnngslehre, Kalligraphie und weibliche Handarbeiten in den ersten drei Klassen. Nichtobligate Lehrgcgenstände sind: Gesang, Tnrnen, weibliche, Handarbeiten in den höheren drei Klassen, Haushaltungsfunde und Stenographie. Für die Anfnahme in die erste .Klasse den Ly-zenins ist die Absolvierung von vier Volknschul-klassen erforderlich. Für die, Aufnahm,sprüfu,n,g gelten die Bestimmungen, welche für Gymnasialschüler der slovenifchen Abteilungen festgesetzt sind. Die Klassifikation der Schülerinnen erfolgt analog jener nn den staatlichen Mittelschulen. Zur Erreichuug aMnsser Bmvchtignn^en werden fakultative Ncife-Prüsun^'n nnaefi'chrt werden. In den höheren Jahrgängen sollen die Zög' linge unter Leitnng von Fachlehrern korporativ Mnseen, Wohltätigleitnailstalten, Fabriken ?c. besichtigen, um dadurch in dan reale Leben eingeführt nnd mit dessen Erscheinungen ulld Aufgaben vertraut gemacht zu werdcu. Auch .Nunstaunstellungen, dem Theater nnd Konzerten ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ta,5 städtische Mädckien lyzeum gehört in die Kategorie der Mittelschulen nnd ist der unmittelbaren Aufsicht des Landenschulinspektors für Mittelschulen unterstellt. — (P e r s o n a I n a ch r i ch t,) Generalmajor Karl Freiherr von Vev6r, Kommandant der Land-lvebr-iiavalleriebrigadc in Wien, ist hier angekommen und im Hotel „Union" abgestiegen. * (Privat°Mädchen Volksschule im Gebäude des städt. Mä d che n l yze u m n.) Der k. k. Landesschulrat für Kram hat auf Grund des § 70 den Reichnvolksschulgesetzen vom 11. Mai 1809, N. G. Vl. Nr. 02, dem Vereine „Mladika" in Laibach die Bewilligung znr Errichtnng einer Vier-klassigen Privat-Mädchenvolksschule mit slovenischer Unterrichtssprache im Gebäude des städtischen Mäd-chenlnzenmn in Laibach mit der Maßgabe erteilt, daß der Unterricht mit Beginn des lanfenden Schuljahren W07/1908 nnt der I. Klasse zu eröffnen nnd die Schule sukzessive auf vier Klassen zn erweitern ist. * (Stand der Typhnnkrankon in Krain.) Die Gesamtzahl der am 1. d. M. unter der Zivilbevölkernng Krains angemeldeten, respektive amtlich in Evidenz geführten Typhnnfälle belief sich auf 112. Hievon entfallen 11 auf den Marktort Adeln-berg und 12 anf die Ortschaft Gradi^l'e, Gemeinde Wippach, in welch letzterer der Typhus epidemisch auf getreten ist, uud zwar verschleppt von Adelnberg: im Bezirke Gottschee befinden sich 21 Typhuskranke, hie-von 7 in der Ortschaft Klein-Slivitz uud 5 in der Ortschaft Unterslrill' der Bezirk Littai hat 20 Typhus fälle ausgewiesen, hievon 1 l in der Ortschaft Tittich, Gemeinde St. Veit; in den übrigen Bezirken kommt der Typhus nur ganz sporadisch zur Beobachtung. Die Bezirke Gurkfeld, Nudolfnwert und Stein und ebenso die Stadt Laibach sind vollko m m c n typh u Zfrei; ini hiesigen Zivil-spitale standen mn 1. Oktober 9 Typhuskranke in Pflege. Im k. u. k. Garnisollnspitale inLaibach standen laut Tagesrapporten vom .^<>. v. M. 23 Typhus-kranke — znmeist Rekonvaleszenten in Vehand» lling' der Krankenstand verringert sich von Tag zn Tag. —r. — (Ärztliches.) Ans Nudolfowert schreibt man nns: Hier wurde Herr Dr. I. ktrakek ak' Spital- und Vezirkokrankenkassearzt angestellt: er trat seinen Dienst am 1. d. M. an. Hiemit wurde einom dringenden Bedürfnisse abgeholfen, um sowohl die beiden Herren Ärzte in ihrem Bernfe zu entlasten alo anch für die Krauken eine raschere ärztliche Hilfeleistung zu ermöglichen. ^" — (Vere i li ^ wese n.) Das k. k. Landesprä-sidiuim für Krain hat die Bildnng des Vereinen ,,I<2to!i8l<0 l,1()ven8ick>c Ehren-, unterstützenden und wirklichen Mitglieder sowie alle Wohltäter und Freunde des Vereinen eingeladen. Gleichzeitig können auch die Vcreinn-Krankelilokalitäten 'lx'sichtigt werden. — (Italienischer Sprachkur 5.) Gestern abends begann Herr Dr. Erien im Saale den lanfmännischen Vereines „Merkur" im „Narodni Dom" vor zahlreichen Handelnangestellten italienischen Sprachunterricht zn erteilen. Der 5lnrs wird sechn Monate dauern nnd der Unterricht wöchentlich zn>ei-mal, am Tienntag nnd Donnerstag, jedesmal von 0 bis 10 Uhr abends, abgehalteil lvcrden. 1^—. * (In nachtschlafender Zeit.) Heute gegen Mitternacht hielten ein 22jähriger Schlosser-gchilfe und die wiederholt wegen Tiebsta'hles abgestrafte 28jährige Angela Medved ann St. Martin bei Littai ein Schäferstündchen an der Peternstraße. Ein, Sicherheitswachmann hatte die Frechheit, das Paar zn stören und die Medved anzuhalten, aber or kam übel daran. Das etwas angeheiterte Mädchen warf sich zu Boden und schlug mit Händen nnd Füßen mn sich: auch ihr Galau widersetzte sich dem Sicher» heitnwachmann. Trotzdem wurde das Paar auf die Sicherheitnwachtstnbe an der Nadetzkystraße und so< dann iu Begleitung von mehreren Wachmänneru anf die Zentralnmchtstube gebracht. — Der 2-ijährige Taglöhner Johann Stebe aus Komeuda, der 21jäh-rige Bartholomäus Sojer aus Innergoritz und der Bahnarbeiter Johann Sinrekar aus Oreöje kamen hente nachte gegen 2 Uhr angeheitert auf den Marienplatz und johlten derart, daß die Bewohner der umliegenden Hänser im Schlafe gestört wurden. Von einem Sicherheitnwachmann zur Ruhe verwiesen, sagten die Erzedenten: „^li «c nc ds^'iino n<> nure Ausgaben machte. Sem gegenwärtiger Aufenthalt ist unbekannt. —I. — (Gemeindevorstandswahlcn.) Bei der am 21. September vorgenommenen Wahl des Gemeindevorstanden für die Ortsgemeinde Münken» dorf wurdeu der Besitzer Franz Gams aus Münleu-dorf znm Geineindevorsteher, Franz Iokra nnn Godii-sowie Josef Ho^cbar aus Münkendorf zu! Gemeinde« raten gewählt. — Bei der am 21. September vor» genommenen Wahl den Gemeindevorstandes für die Ortsgemeinde Presser wnrden der Besitzer Johann Nogelj aus Presser zum Gemeindevorsteher, die Be« sitzer Matthian Jerina aus Goriöica, Franz Trojar ans Pwvoje, Martin i^n^tar aus Stein. Nartholo-mäun Tebcvc ann Stein, Anton 5lobi aus Vreg, Josef Mazi aus Uuter-Bresowitz nnd Jakob Kriiö aus Rakitim zu Gemeinderäten gewählt. — (Vesitzwechsel.) Bei einer am 2. d. M. erfolgten freiwilligeil Lizitation erstand Fräulein K. Barbars dan am Hanptplatze in Rndolfnwert gelegene Hans Nr. 99, worin sie bereitn se-it längerer Zeit ein Modistingeschäft betreibt, um 12.000 K. —^— — (Diek. k. Akademie der bildendcu Künste) wnrde un Stndieiliahre^1900/1907, nnd zwar im ersten Halbjahre von 285 Schülern und :;i Gästen, zusammen 209, im zweiten Halbjahre von 2:'i0 Schillern und 29 Gästen, zusammen 259 Studierenden besucht. Unter diesen gab es 2 aus Krain. üaibacher Zeitung Nr. 228. 2121 4. Oktober 1907 — (Im städtischen Schlacht hause) wurden in der Zeit vom 15. bis 22. v. M. 60 Ochsen, 9 Kiih?, l> Stiere nnd 1 Pferd, weiters 156 Schweilic, 161 ,<,la'Iuor soluie 2l) Hamiix'l nnd ,^iye geschlachtet. Überdies wnrden in aeschlachN'tem Zustande 7 Schweine, 8 Kälber ulid 1 Hamnwl nebst 823 Mlo-grmn,m Fleisch eiilssefiibrt. Theater, Kunst und Literatur. ** (Deutsche Buhne.) Zur Vorfeier des Allerhöchsten Namensfestes Seiner Majestät des Kaisero fand gestern eine Fesworstellnng bei feierlicher Beleuchtung des Inschauerrau>!>e5 statt. Es hatte sich eiu zahlreiche» Publikum im Festgewaude eingefuniden uud c5 beehrten die Vorstellliug init ihrem Besnche die Herren: Hofrat Ludwig Marquio Gozaui, Üaudeoregieruugsrat Wilhelm H a a s sowie audere Wiirdenträger und Honoratioren aus Zivil- und Militärlreiseu. In würdiger Weise leibete den Abend eiu vou Fränlein Mary Richard wls-örulckc'voll vorgetragener Festprolog ein, der i>en edlen Herrscher als Vater seiner Völker preist. Bei oen letzten Worten hob sich der Vorhang uud e5 zeigte sich bei den Klängen der Volkshynme, welche die Militärmusik unter Leitung de5 5tapellmeistel'' Herrn Christoph spielte, inmitten von grünen Pflanzen die Büste des Monarck)en. Tas Publiknui hörte die Vollshumne stehend an nnd begrüßte die patriotische Huldigung wit begeistertem Beifalle. Zur Aufführung gelaugte sodaun die Operette „IM) Nacht", die der reizvollen Musil zn Indigo von Johann Strauß zu fröhlicher Wiederbelebung gedient hatte. Da5 Buch gleicht einer librettisierten Chanssee, mit freundlichen Bäumen zur Seite, mit Musik-nummeru, die sehr ordeutlich uud symmetrisch gepflanzt wurden: dazwischen erscheint im Stück Dialog, sehr sänberlich ans Bruchsteinen von Witz nnd Hnmor in Pyramidenform aufgeschüttet. Die Fahrt gibt zu keinen besonderen Aufl-egungen Anlas;, wirkt aber erfrischend nnd anregend. Die Musik ist echter Strausz uud der prächtige Indigownlzer allein begründet die Existenzberechtigung der Operette, die zudem den Vorzug einer Reinlichkeit besitzt,, welche in nenerer Zeit ziemlich selten geworden ist. Eö war ein glücklicher Abend für alle Teile, denn er brachte einen ehrlichen, zwingenden Erfolg, wie wir ihn seit Jahren nicht erlebten und der um so wertvoller erscheint, weil er spine Schatten auf die ganze Saison werfen wird. Manches kam der Anfführuua. allerdings zn-gnte! die geschmackvolle An5stattung, da^ sebenZwerte Szenische, die malerischen Grnppierungen und vor allem die nenen Künstlerinnen, die rasch die Sympathien dc5 Pnbliknnls errangen. Zu einer besoudo reu Einschätzung der Eigenart gibt allerdiugs keine Nolle in der Operette Anlas;; C5 gelang aber trotzdem beiden Damen, ihren Partien Rückgrat zn verleihen. Fräulein Selderu, eine sympathische, frische Erscheinung, besitzt besonders in der Höhe eine wohlklingende, schlagkräftige Stimme, die in der Mittellage noch weiterer Ansbildnng fähig ist. Die Bewegungen erscheinen noch allzu schablonenhaft, doch . mag anch hiebei die Befangenheit mitgespielt haben. Fränlein Seldern wnrde durch Widmung von Vlnmenspenden geehrt. Fränlein Helm 5 dorf, eine anmntige, schlanke Blondine, hat eine Stimme von mäßigem Unifang, doch was ihr an Klangreiz und Stärke fchlt, erseht sie durch Ammrt im Vor-trag, Tanz und in deil Bewegungen. Besonders erfreute sich die junge Dame in den Tanzdnetten mit Oc»rrn Her m ann , dessen tüchtige, gesangliche Leistung, noch vom Vorjahre in guter Eriuucrung steht, schmeichelhaften Beifalles. Als erster Operettentenor stellte sich Herr Felir Engel mit günstigem Erfolge vor. Er besitzt eine jugendfrische, kräftige, metall-7-eiche Stimme, sein Vortrng zengt von Geschmack und guter Schule. An gewisse Äußerlichkeiten wird man sich freilich gewöhnen müssen uud sein unbcholfeueo Spirl wird sich voraussichtlich abschleifen lasseu. Herr Engel fand ebenfallo warme Anerkennung. Herr Steiner bemühte sich aus seiner Rolle komisch^' Kapital zu schlagen-. er wirkte kräftig, soweit e5 die Molle zuließ. Frau Urban war fesch wie immer, Herr V a st a r s erwieo seine Vielseitigkeit. Das Or« chester hielt sich nnter der temperamentvollen Leitung von Herrn Kapellmeister Schmidt sehr tüchtig, die <5höre waren sorgsam studiert. »5- — (Die beste Papsthymne) soll bei Gelegenheit des Priesterjubilänms des Heiligen Vaters Preisgekrönt nnd vervielfältigt werden. Eä>on sind auö nllou Weltteilen Hnnderte von Gedichten uud Kompositionen eingelaufen, indessen macht der „Cir> colo di San Pietro" bekanirt, das; das Konntee der Preisrichter die Prüfuug auf den M November ver-fchoben hat. — („Dom in SV ct.") Inhalt der M Nmn-iner: 1.) Fr. S. Fiuigar: Unter der Sonne der Freiheit. 2.) Zvouimir: Der Kaiser. 3.) Dr. Fr. K o o: Aqnileja nnd die dortige Basilika, ä.) Gri« a: Ach, ich ginge dahin. 5.) Grika: Es erbrauste der Wind. 6.) Griäa: Die Wege kreuzen sich. 7.) I. Trinko: Auf nnch Nesia! 3.) Gri » a: Wo seid ihr, Straßen. 9.) S i lv i u Sarde nko: Meinem Iaulo zum Abschiede. W.) Ivan Cankari Jure. 11.) Dr. Karl Ver stovtet: Dr. Matthias Prelog. 1'2.) Li-teratur. 13.) Dies und jeneö. — Das Heft enthält 13 Illustrationen. — (Oradivc) 22 x^Q^ovino ^lo-v e n l) e v v « r <^ änsem v e k u.) Die hiesige Leogesellschaft hat soeben dao zweite Buch dieses hervorragenden Wertes von Professor Dr. Franz K 0 Z heranc-gegeben. Tarin ist da5 historische Material für die Zeit von ^01 bio 10 gesammelt. ^ Wir kommeii auf die wertvolle Publikation noch auoführ' lich znrück. — (Ibsen-Funde.) Von dem Herausgeber der nachgelassenen Schriften Henrik Ibsens sind interessante Funde gemacht worden. So fielen ihm, wie verlautet, mehrere teilnx'ise nngedruckte Gedichte, Gelegenlieit5verse nnd Ieilungoartikel iu die Hände, Nne auch eine unbekannte dritte Version des „Brand" nnd ein Entwurf zu „Nora", in welchem Dr. Rank als Verteidiger der Frauenrechte auftritt. Auch wurde dac. „Fest mif Tolhaug" alo Opernlibretto ausge-fnnden. Der Berliner Herausgeber der deutschen Ibsenansgabe will über diese Funde keine An5knnft geben. Er bestätigt, daß eine andere Fassung des „Brand" vorliegt, doch sei dies kein Drama, sondern ein Epos. Geschäftszeitung. ^ (Offerta Umschreibung.) Die k. k. Stnlawbahndireltiun beabsichtigt, die Erhaltung uud Rezimentierung der Wagen und Gewichte in den Sta tionen im Offcrtwege auf die Tauer vou secho Jahren zu vergeben. Die Offertauoschreibung ist im „Osser-vatore Triestino", iu der „Laibacher Zeitnng" nnd hinsichtlich der Talmatilvcr Linien im „Avvisatore Dalmato" verlantbart. Anc-kiinfte erteilt die k. t, Staatsbahndirektion Trieft, Abteilung (6) für den kommerziellen Dienst, Via della Zouta Nr. 2, erster Stock, an Werktagen vormittags und hinsichtlich der Dalmatiner Linien anch die k. k. Betriebsleitung Spalato. Telegramme lies l. l. Telegrllphen-slirreftonllenj'Vllrtalls. Der Lohnkampf der Eisenbahner. Prag, !',. Oktober. Die Situation bei den einzelnen Bahnen ist folgende: Bei der Staat^eisen-balmgesellschaft änßern sich die Wirknngen der passiven Resistenz der Angestellten nur in geringfügigen Zugoverspätungen. Dem Personal wnrde mitgeteilt, daß hente eine Sitzung des VerwaltunIvrate-' stattfindet, die sich mit den Forderungen der Angestellten befassen wird und man hofft, daß die zn fassende,! Beschlüsse Beruhigung bringen werden. Bei der Nord westbahn hat sich die Lage einigermaßen verschlimmert, da die Beschlüsse des Vernxiltung^rnte^ das Personal nicht befriedigten. Die Güterzüge haben Verspätungen von durchschnittlich drei Stnnden, die Personenzüge von durchschnittlich einer halben Stunde. Bei der Böhmischeu Nordbahn hat die Re-sisteuz bisher uicht Platz gegriffen, da die Direktion mit dem Personal in Verhandlungen getreten ist. Bei der Vuschtiehrader Bahn besteht keine Nesisten^bewe-gung, da aber die Vuschtichrader Bahu in die Bahnhöfe der österreichisch°nngarisck)en Staotseisenbahn-gesellschaft einmündet, ist sie insoferne in Mitleidenschaft gezogen, als anch ihre Züge nicht immer recht-zeitig vom Staawbahnhofe auofahren nnd in den Staatdbahnhos einfahren können. Bei den k. k. Staotsbcihncn ist die Situation sowohl im allgemeinen als auch insbesondere in den Anschlutzstationen voll-ständig normal. Die Vorgänge in Marokko. Masagnn, 3. Oktober. Mliley Hafid hat gestern abend den Gouverneur iu Haft nehmen nnd in Ketten nach Marakesch schaffen lassen. Casablanca, 3. Oktober. Die Mchalla Muley Hafido hat Verstärkungen erhalten uud wird vielleicht morgeu nach Rabat abgehen. Eine zueile Mehalla, deren Stärke unbekannt ist, soll ihr folge». Eine dritte Mehalla soll unter dem Kommando Vl Raschids 15i0 Kilometer von hier gebildet werden und uach Fez marschieren, um dort Muley Hafid zum Sultan auszurufen, während Burial die Getreuen des Sultan Abdul Aziz in Rabat in» Zaume zu halteu Hätte. Wien, 3. Oktober. Heute wurde eiu neuer Blatternfall ano dem li> Bezirk zur Auzeige, gebracht. Verstorbene. Am 2. Oktober. Adolf Szydlowsli, Stationsvorstand i. R., 69 I,, Herrcngasse 10, ^llreiuom», voutrieuli. Am 3. Oktober. Johann Pezdir, Pfründnei, 91 I., Iapeljgasse 2, Narasmun «onilin. Im Iivilspitale: Am 29. September. Johann Habjan, Schmiedsohn. 13 I., rdivßmons eruri». — Maria Manili, Arbeiterin, 6? I., Lllroinom«, oosoplmssi. — Johann Dolcic, Taglöhner, 44 I,, (^irrllosig li«pa,tis. Am 30. September. Martin Cerar, Taglöhner, 47 I., ludorcul. pulin. Am l. Oktober. Josef Paosel. Nsseluranzbeamter, 46 I,, >,pop1oxiu, evrebri. — Gabriel Rösch, Kellner. 39 I., ^leniu^itig cllrou. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. «uftdrucl 736 0 mm. Z N — '3 « 2 — « su. N. 7324 19 7 SW. schwach teilw. heiter "' 9U. Nb. 732 6 13-8 SO. schwach heiter 4>7U. F. !?31« 13-5! windstill ! Regen j 1 9 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 15 li°, Nor« male 12-5°. MonatHübersicht. Der verflossene Monat September war warm und trocken. — Die Beobachtungen am Thermometer tiefem durchschnittlich in Celsiusgradm: Um 7 Uhr früh 111", um 2 Uhr nachmittags 19 9«, um 9 Uhr abends 14-5°, so daß die mittlere Lufttemperatur des Monates 1b 2" beträgt, um 0 4° über dem Normale. Maximum 25-7° am 1., Minimum 3 2° am 25. früh. — Die Beobachtungen am Barometer ergeben 739 5 mm als mittleren Luftdruck des Monates, um 3-5 min über dem Normale. Maximum 745 3 am 20. früh, Minimum 726-9 am 3. abends. Nasse Tage gab es 9 und es fielen 91 9 mm Regen, wovon auf den 3. allein 37 0 mm entfallen. — Gewitter hatten wir n»r einmal, Nebel an 14 Tagen in der Früh. — Unter den Winden war der SO, vorherrschend. — Im laufenden Monate Oktober kommt der Mond am 12. um Mitternacht in Erdnähe. Wettervoraussage für den 4. Oktober für Steiermarl uud Kärnten: Veränderlich, stellenweise Nieder« schlage, mäßig warm; für Krain: Trübes Wetter mit Nie« derschlägen, schwache Winde, Temperatur wenig verändert, gleichmäßig anhaltend; für das Küstenland: Wechselnd bewölkt, schwacher Schirokko, warm, vorerst noch schön, später Trübung. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtek. Ml W sie ki»! «iilh »mW ziit? »«» Was — Fays echte Sodener Mineral.Pastillen? Aber ^ großartig, sag ich Ihnen. Unser einer hat doch allerlei ^^ Mittel zur Hand, aber ich selbst nehme mit Vorliebe «l Fays echte Sodcner. Und dann: wer einmal welche ^« getanft hat, kommt immer wieder; ich habe Kunden, >W die eigentlich das ganze Jahr nur der Pastillen wegen ^^ hereinkommen und von meinen Handvertaufsartileln geheil Fays echte Sodener am besten. — Hier, bitte, «« die Schachtel lostet nur K 1 25. — In jeder Apo» »H thele, Drogerie und Mineralwasserhandlung zu haben. Generalrepräsentauz für Asterreich . Ungarn : W. Th. Guntzert, 5Vi«» x».. Belghoferstraße 6. (3604) Ainweis. Unserer heutigen Nummer (Gesamtauflage) liegt ein Prospelt über (4036») Die Modenwelt bei, worauf wir uusere P. T. Leser besonders aufmerksam machen. Baumeister Fritz Sogl gibt allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht vom Ableben seiner Mutter, der Frau (4036) Therese Sogl. Neusiedl in Mähren, am 1. Oktober 1907. Laibacher Zeitung Nr. 228. 2122 4. Oktober 1907. Filiale der K. K. priv. Oesterreichischen Credit- ^&Šbc^ Anstalt für Handel nnd Gewerbe in Laibach FpauK-JToses- ^t*§&*^^ $»*«-«»«*« EKT **. ». Alctlen lc«.plt«.l Iv 120,000.000-— •'«jyr^ Kcuerveiond I-C 63,000.000' (1718) Kontokorrente. — Kauf und Verkauf von Effekten, Devisen nnd Valnten. — Safe - Deposits. — Verwaltung von Depots. — Weohselstube. Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen AurMattej vom 3. Oktober 1907. Die notierten Kurse «erstehen slch in KronenwHIirunq. Die Notierung sämtlicher Nlticn und der „Diversen Lo!e" versieht ftck per Slücl. Gelb ä>are Allgcwciuc Stnats-fchnlb. Einheitliche Rente: lonv. steuerfrei, Kronen (Mai-Nov.) per Kasse. . W 25 9S-'s delto (Iän.-Iuli) per K«sse 8« ^ü 9«-^ t i-"«e. W. Noten Febr.-Vu«,) per Hasse......98-2< !'S 4< 4 2 l'/„ ö. «8, Silber (slpril.Olt.) per Kasse......98»' «k-bl l8S0er Etaalllose 500 sl. ^/„l-iS l« 151'5<. iß«l,er „ 100 sl. 4"/„5>).>- i.3 - I8ö4tl ,. 100 sl. . . 2n0-. »!',4- ,«S4er ., bl> sl. . . z>5»>-- b4 — 3rm,-Psandbr. ^ 120 fl, 8«/s,z90 5' --- Staa>b4> l^llerr. Rente in Klonen», stsr., K. per Kasse. . . 4"/„ l-s^, 9« s< cello per Ultimo , , 4«,'l, l»e 5 96 7< ils,, Investition«,-Rente, ftsr,, Kr, per Kasse . 3'/,"/« kü l>< s6 t« »«schltltnngrn. tli 'abeihbahn in G., stcutlsrei, zu 10,000 sl. . . . 4"/« --- .. -gran» Ioses-Vahn in Silber (div. St.) , . . b'//V^1»»< ,'i0' 8, !«,<< Äudolsbahn in «roiicilwahlung. fteuerfr. (div. St.) . 4"/„ !,!> «c> «e 8> sorarlberger Vahn, steuerfrei. 400 Kronen , , . 4«/, «>z?l L«7< z>n f.»«l,lchl!ld»«llchl»ik«n»ni »bzlfttwplllt Gl>t»b<»li».AKUln llisabeth-V. 2W sl. KM. ü' //,, von 400 Kronen . . , .«!l - tfs -betto Linz-Budwci« 200 sl. ö. W. S. b'/ZV, - - - . lü?'-«9'-detto Salzbuil, Tirol 200 ö. W, L' b«>.....4ül-- 4^^ - Geld «La« <>o« jilnal« zu« ^«hlnng übn» no!»«n>t ßmnb»hn>Pl. id^i», 40« tirenen ^ "/s,. , . , «6 «< »7 L ?>isl!betl>bal!» «c>l> und »«X» V!, 4 ab 10" „..... l13 l!i >!4 2l EÜwbcthbahn 4«> und 2000 M 4<7o........!l4- lib- .^ranj, Josef«Bahn Em, ,884 <>.< l>5 «-Aa!i:ische Karl Ludwig'Kali» ,dit>. Lt,) 3ilb, j<,., . 9s.'.b »7 7« llnn.-ßali^, Vahn üoo sl, 3, 5°,v l0?'- l4 >!>!v, Et.) Ci!d, 4< . , . l-5 7, -- Stllatöschnld dll Bündel der ungarischen Krone. 4°,V, «na, Ooldrentc p« ticül ij0 L' llU'«l! 4"/l, de'tu ver Ullim! l,u?< 1ü s< <", üng. Nentl in srol.r» »abr. sllrei pn N>',^ . , 93^! »2 45 i",„ dltto ll7 UlliUll,' l3!<.' lÄ .'l 3',/^ detto fcl «<,s>f . ßL li »>L'Ä! Unss. Pramicn-elM. 2 loo f!, , »„i-- Uü — dnto d 50 !I, . i9l — i9ü - Thtih.Nea.-Los,' 4< ., , , , . ., . - -»",^, ungor, Orundentl.-Oblig. <.2 9< l,,°/, . 9»'4< »9 ^t^ 5°/« DonauReg.'Nnltlhe id7!> l«3' W4 - Wiener Vcrlclil«.?lnllll?<' 4"^ tß «l l»? dü del'.c l9(>n 4°,, 9? - i»ii- - «nleden der Stadt Wien . . !0l 75 >c>2 ?.' veNr (K. od. «V.^ . , , 1<9 ?r >>«" ?i> delir (1894) . , . , »4-L» Ub 2, detto (il<»ll^ . . . 9Ü-85 u? lin detto (1«'(,) ' . , . !e55 0>t>!' delto ^ilv. Ä.) I9NL . 97-l'.» i>i>-U. BbriebauNnlehen verlo»b. f,°/l, »b ^ ^Lo^ Nula, Staatleisenb.'Hyp.'Anl, IU8H «old ... ß°/l I8l »i >li2 3». Nulg. St«ll^. 117 ?l> li8 ?d «eld Ware Pfandbriefe tc. «odenlr.,«IIl,.öst,inbliI.!»l.4»s «V«.^ NS «> Nöhm, Hypvlhclenbanl Verl. 4°,, Ä? ?.' »5'7i Ztnlral-Vod.^rfb.-Nf.. öftcrr., 45I. vc,l. 4>,.",l, . , , lOl'N — -ZentralBoo.Kred.-Bl.. «st>-ri-. 6b I. vrrl. 4°/, ... i-7 b^ 9l, Hl! s,rld.-I»si.,!!sterr,,s,ü3erf..U»t u.0fsl!itl,Nlb,Kat.^,vI.4°-ü - üö'— Madi, Hupothclent,. verl, 4"/, v« ü< 9?'bc si.esterr, Lai!be«.4"/, 9? bc ü«°5l den« ii!l!.«"/°P>. »>erl. 3l,^< ««' l,l<-- l>>,'ltl!K..3üu!o!ü,Ntrl.»'/> «7-75 58-75 , delll> verl. 4"/< 97« 98 4> ^fterr.'iiügür. Ban! l><> iübr. vrr! <",« o. W.....97 9l 98 9< bcNc, <'/,Nr.....ft«».'' 99'3i S^rl. l.öst.. 60 I, ver'., ^^ 95 »( 9U3, ssisenbahn-Prioritäte' Obligationen. Ferl.l«an«.«!oldt>ah!i lt»ü. 188S------—'^ dello «wl. 19(>4--------—'^ i^sierr. Nordwestb. islx> !l. 3, »04 - ll^'- slnaltbati» k><»0 ssr, ... 4<^b - 41^-^üdvalm k a«" o Jänner >Iul? i>N0 Fr. «' 2^«^ »-^ 2^> dl««o (5m. lk«9 ^7«' l°76 - 5",« Tonau» Regulierung«»Loi« too fl. ö. L8, ... -k>4 - 2t2 - Seil,. Pram..«nl, v. ll»l, Fr. i! >, 9U b' 1U:> b^ ssn»»rzw,llch« lo!«. Bud.ip,.Basilila (Dombau) 2 N. «^^ L2 1^ l«edi!!osc lO» sl...... <<" ^ ^b0 - Llan,.L«sc 4U fl. K. «. - i^'Lä li,9 «i> csener L«!e 4« sl..... 2>b- ll2l - Palffy.L«!e 40 fl, tt. M, . . 19s - ^C- Violen Kreuz, ösl. !»c». o.. Ili fl. 45 5< 47 ü>) «>l),c»ltrtu^. unu.»»ti. n.. s> jl. i6 b< 28 ü« Nubols.Lo!c lu >!.....«»' 72 - Ealm.Lose 40 sl. K. Vi. 2i?> - »2!» - »eld Ware lürl. G..«..'Anl. Prüm..0bl<«. 4bo l^r. per Kasse . , . —-- — - belto per M. . . , <8b — 1>>« — Wiencr Komm,.Lose v. I. 1874 46« 5» 4?«>l>o «ew..3ch.d. N°/<,Pranl.>0 - Vöbm. Älurdbahn 1i>(! sl. . N48'— ü5'> - iiuschtiebradci Eisb. bON sl. KM, ^905-— 281,'»'— detlv (lit, «.) 2uo sl. per Ult. Iu7?-- i«»? -vonau . TampfschifsalirtS« Gc!.. l.. ». f. prid.. 500 fl, KM. loie — ,o«2 eux.Vttbenbaltler Ei!b. 400 Kr. K>>0'— t»i3 50 Zerdinünbs.Nordb.iWo sl.KM. 51 «0 — bi4>>-Ven>b..KVi, 4«L— 4»o— Osterr. «ordwesthHhi, «du fl. S. 43/.. «u-. detto (lii, ll.)««,sl.G. p. Ult, <«8 50 4»a— Prag.Txxer Eisen l>. 100sl.abgft, 214- «is - LtaatKeiib. 200 fl,S. per Ultimo »°:> i!ö eoo2b Südb. L00 fl. Silber per Ultimo li.6'Lb 1ä?»i Tüdnorbbeutsche 8lndunai>b. «00 ,l. KÄt......89«-- H97-- Tramway. Ges., neue Wiener, Prior! !2le.«ltmg., 2 sl, . 75!> — ?i»6 - Tepositcnbanl, allg., li«,«» sl, «l üo 4SL 5» «ttlompte > Gtsellschasi. nieocr. sstcrr., 400 Kronen . . l>6« — z?i -Giro» und Kassenverein, Wiener. 2W fl........454'- 45s — Hvputlislenba"!, bstrrreichische, 2N0 fl. 30«/u li.....28i-l>l> 85«-- Landcrbanl, «Nerr,, 200 sl. P« Kosic.......—-— —- betlo per Ultimo . . , . 42z öo 4H»-5>' „Vlerlur", Wechselst..«ltl<>,!. Keselllcka,^ 200 »l. . . . «<>»-— 605-— <5ell> 22 — Brüter Kobllnbergb.-Ges. 10« fl. 734— 740 — Hisenl!ahnw..Ltil)g,,erste, loo fl. 2!»2'— 2»'5-— „Elbemsthl", Papiers. u.V,.G. l»8'- 18"-- ileltr..Oes., allg.üsterr., 2oo sl. 4<''-. 4i?- — dctto internal., 2ao sl. l»88 — t>d9' — Hirtenbcrger Patr... günbh, u. Mcl..Fabril 4U0 ssr. . . 998' - 10Vlurany»Salgo.Tarjaner Eisenw. 100 sl..... l>442' 54525 2algo.Tarj. Steinlolilen loo sl, k>k9 - 5?» — ,,Schlög!müb,l", Papiers., «oufl, 343- 34? — „Schodnlca", «l..«. '. Petrol.. Ind., b00 Kr..... 497 — 502 — ,,TteyrermühI", Papierfabril und V..«...... 448 — 4o« — Irifailer Kohlenw.'G, 70 fl. , l«l— »Lö — Türl. Tabatregie.Ves, «o« ssr. per Kasie . —>- — detlo per Ultimo 4?4 50 425 50 Walscns..«e!,, öslerr,. ii, Wien. 100 sl........ 4ö5— 470 — Waggon.sethanftalt, allgem., in Pest. 40d Kr..... —>—------- Wr. Uaugesellschast 100 sl. . . i»? - ,4" — Wiencrberger ^ieaels,.««,.«,!. ?0L — 70s — Devisen. Knr^l ^lchltn und ^chcck». Amsterdam...... l99 20 19940 oeursche Platze...... 11? 8-!' n:'i2» iionbun........ 24l»-iu ^4u-»b- Italienische Vanlplä^e , . Käuo »l>'»5- Parll......... 9ö 57' 8b 70 Zürich und Basel..... 95 55 95 s?» Valuten. butalcn ....... ll»5 ii «9 2o«ssranle»-VtÜ!le..... 19-16 »918 2U.Warl-Stücke...... ,3-47 >!2t>» bentsche Neichsbantnoteii . . 1,7 »: il? !>5 Itallcmsche Banlnoten . , . 9ö?ü »t>9b Nubel.^loten .... »-5»'' 554" 331.33.- vi.3a.c3. ¦V»xlcOL\if von Renten, PsniidbrlelVn, PriorWiteu, Aktien, Lomii etc., DevlNon nn