PriksamseationS- Preise: Fiir Laibach: * G««,jiihrig ... 8 fl. 40 It. H«idtiihrig ... 4 „ 20 „ iSt«£cliii6rig . . 2 „ 10 „ SWeiiatttif) . . — „ 70 „ Laibacher ReSactton: tiabnijofgafle Nr. 13s Li i t b e r Post: O-mijiihrrg . . . 11 fl. — -std,!iqrrg ... 5 „ 50 . 2 „ 75 it. ft'ar Austellung in« Hsus Diet« ltt|8ljrig 25 tr., monatt. 9 ft. SiKjelnt Nummcrn 6 kr. ngbltttt. Aaonymc Mittheilungen uxtben nicht berttcffldtjtiqt; Maouscripte nicht zurtickgesendel. Vxprditiou- & 3nierotein Bureau: l^yngretzplas Nr. 81 (Buch-tcnbhmg eon Jgn. v. Klcm, maqr & Fed. Bamberg.) JusertiouSpretse: Fiir die einfpaltige Petit,eile k 4 kr., bei ,roeimoligrr @to» ičaltung a 7 ft., breimaiigct L 10 kr. Znserlionsstemprl jebtenial 30 tr Bei grijheren Jnseralcn nab iifitter Einschalluog entlpti-« chendet Raball. Nr. 272. Mittwoch, 26. November 1873, — Morgen: Birgitius. 6. Jahrgang. Die Tebatle tibet bit Staniči) ilfc. Das Abgkvrdnetenhaus hat am vergangenen Sonntag in zwei zusammen neun Stunden dauern-ben Sitzungen und nach heihen Debatten den Ge-setzentwurf fiber die Anle^he als Grnnd-lage fur die Spezialdebatte angenommcn. Es haben im ganzen tils Redner gegen und neun fur die Borlage gesprochen. Die Generaldebatte ist mil knappcr Noth um zwolf Uhr nachts zu Ende gc-bracht warden und wenn man in Betracht zicht, dah zum Schluh alle Mitgliedcr des Hauses, Rechte und Linte, Centrum und Demokraten, mit einziger Ausnahme der Hohenwart'fchen Trappisten, fur den Gesetzentwurf stimmtcn, dah sic das Prinzip des-selben billigtcn, so muh man sich fragen, wozu es dieser zahlreichen Reden bedurft hat, um tin doth schon von von,Herrin bekanntes Resultat zu erzielen. Das Hauptinteresse concrntriert sich aus vier Reden, die der Abgeordneten Kronawetter, Mayrhofer und der Minister d« Pr«tis und Laffer. Die Palme muh dem Abgeordneten Mayrhofer zuerkaunt werden, der auf die Anschuldigungen und Hkrausforderungen des Herrn Lienbacher in wurdigster, kraftigster und fchlagendster Weise ant-toorttlc und zugleich ben Anfchauungen der gesamm-len ehrlichen Geschastswelt in Oesterreich entfchiedenen AuSdruck gab. Die Rede des Abgeordneten Krona-wetter, Vertrcters der Demokraten der Josefstadt, hat den Erfolg erzielt, dah sich gegen ihn der Mi-uister des Inner«, Frcherr v. Laffer, in riner Rcihe von Erkliirungen perfSnlichster Natur wandte, wie fie in gleicher SchSrfe im Haufe der Abgeordneten kaum gehSrt worden find. Herrn Kronawetter wird iibrigens das ZeugniS gegeben, datz er diesmal irnster als bei friihrrn Gelegenheiten fprach, aber butch die ungestume Brrfolgung seines Zweckes sich zu Aeuherungen gegen Regierung und Parlament hinreihen lietz, die ihm eine wohlverdiente und schneidige Zurfickweifung vonfeite des Ministers deS Jnnern zuzogen. Als wahrhaft klciglich wird die Rolle gefchildert, welche die in dieser Debatte in verbiffenem Grolle beiferte stehende „RechtS"partei spielte. Diese Fraction sand eS nunmehr angemeffrn, den lange zuriickgehal-tenen vergifteten Pfeil auf die Verfasfungspartei abzufchirtzen. Jhr Sprecher Lienbacher— Graf Hohenwart fand es noch immer nicht gerathen, fein ..diplomatifches Schweigen" zu brechen — zeigte eine so krasf: Unfenntnii tzer wirthfchaftlichen Verhcilt-nisfe Lberhaupt und des kaufmitnnifchen GebarenS insbesondere, dah gerade seinen Tiraden tin Haupt-theil deS Erfolges zu verdanken ist, den die Regie-rung und der AuSschuh bei der Abstimmung erran-gtn. Ein nicht geringes Verdienst um die Vorlage erwarb sich auch der Berichterstatter Wolfrum. Er beleuchtete bit Argumtntt btr Gegner in so schlagenber Weise unb zieh zumal ben Abgeorbneten Lienbacher btr Unkcnntnis btr Vtrhaltnifft so bra-stisch, bah fiber bit gSnzlicht UnfShigktit btr „RechtS"-partei in der wirthfchaftlichen Frage fein Zweiftl obwalttn konnlt. Auch Finanzminister de Preti« enttebigte sich der fchwierigen Aufgabe, den Stand-punkt der Regierung zu vertreten, mit Gefchick, alcich dent Minister Lasstr. Ein Gesichtspunkt ist es besonders, der aus der ganzen Debatte hervortrat: Das Haus sprach sich einmuthig gegen jede Berwendung der bewilligten Mittel zu gunsten der Borse aus. Auch der Finanzminister gelobte seierlich, diesen ausgesprochenen Willen des ParlamenteS zu achten, ebenso war auS der Rede des Ministers des Jnnern deutlich zu ent« nehmen, dah mit dem ganzen bisherigen Systeme der Concessionierung von Actiengefellschaften gebro-chen werden miiffe. Wenn bits auch nut bit tinzige Frucht der heihen Debatte fein follte, so werben wir fie doch als einen hoffnungsvollen Beginn eintr durchgrcifenden Reform unferer volkswirthschaftlichen Gefetzgebnng betrachten durfen. Wir laffen nun die Hauptreden im AuSzuge hier folgen: Abg. Dr. Kronawetter (NiederLsterreich) erklart, dah er immer der Ansicht gewesen fei, bah der Staat da eintreten miiffe, wo der Einzelne nicht ausreiche, dah die Gefammtheit btrufen fti, in folchen Fallen fur die einzelne Person anb fur einzelne Klassen ber Gefellschast einzutreten. Die Regierung Habe alles Mogliche gethan, um bie jt* tzige Lage herbeizusiihren, u. z. weniger burch baS, was fie gethan, als burch basjenige, was fit nicht gethan. In lttzttrtr Beziehung wolle tr nur borauf hinweifen, wie bie LandbevSlkerung anfangS durch Schreiben, dann durch Agenten formlich fystemmLhig Aeuilleton. Das Centralseuer. Von Profeffor Bcrnhatd Cotta. (Schlutz.) Die Hypothefe ber Geologen fetzt also nur einen burch Warme flufsigen, keinen brennenben Erbkern voraus. Durch Warme flufsig ist aber auch das Waffer; wird ihm die Warme in gewiffem Grade entzogen, so erstarrt es zu einem fefien Kor> per, zu EiS. Dasselbe gilt wahrfcheinlich von jeder Flufsigkeit, wenn es auch noch nicht bei alien ge-lungen ist, sie dutch Kalte festzumachen; cben so laffen sich die meisten bekannten fur gewohnlich, d. h. bei gewohnlichet Temperatur feften KSrper dutch Warme schmelzen. Ist dazu tine fflr unfere Empfindung feht hohe Temperatur nothig, so nennt man die schmelzenben Korper heihflufsig. 8 Der Begriff von heih, warm unb kalt ist etwas ganz Relatives, cben nur burch bie Eigen-thumlichkeit unseres'Korpers bedingtes, nichts wefent-lich Verschiedenes, da auch ber fiir unfere Empfin« bung taltefie Korper immer noch Warme enthalt, die er oerlieren kann. Noch ist fein ganz warme* freier Raum oder KSrper entdeckt worden. Man iennt nur verschiedene Grade der Warme, aber fei-nen ganzlichen Wiirmemangel, den man mit Rccht absolute Kalte nennen kSnnte. Tie starre Krnste des Erdkorpers gleicht fomit einigermahen der Eis-decke tints Ttichs, nur mit dtm Untetfchiede, dah fit und baS boruntcr btfinblicht Flufsigt aus an« deren Stoffen beflehen, uud dah diefe Stoffe, um stiiffig z» fein, cine hohere Temperatur erfordcrn, als das Waffer. In bet That glaubcn auch die Geologen, bah ein Theil biefer flatten Kruste in ahnlicher Weise, wie tine Eisbecke, burch Abkuhlung aus einem einst allgemein flufsigen Zustanb bed Etbkotpers hetvorgegangen fei, wahtenb alletdings ein nnberer Thcil detselben dutch ZerstSrung des Erstarrlen und Wiederablagerung aus Waffer ge-bilbtt wurde. Was man nicht ganz paffend Eentralfeuer zu nennen pflegt, ist btrnnach fein Feuer, fonbtrn nur eine heihflufsige Masse, bertn hohe Temperatur wahrfcheinlich nur btr Uebetrest eintr einst allge-mein vitl hoheten Temperatur bes ganzen Erdkor-pers ist. Dieser heihflufsige Kern vetursacht feht wahr-fcheinlich die Phanomene der vulkanischen Thalig-keit. Auch bei ihnen wird ber AuSdruck Feuer viel- sach misbraucht, insofetn et leicht falfche Jdetn htt-vorruft. Man fpricht von „feuerfpeiendcn ®trgtn", tvahrtnb boch Itin Balkan wirklich jtmals Feuer ausgespieen hat. Nur auSnahmsweise finbet bet vulkanischen AuSbriichen eine mit Flamme verbnn# bene Berbrennung von Gasartm statt, unb wo es btr Fall ist, da ist ts alltmal nut tint ftcundare obttflachlicht Erschtinung, b. h. bit Flammtn kom-mtn nicht aus dtm Jnnttn dts Verges, fonbtrn bilben sich erst an seiner Oberfliiche, durch Ver-brtnnung von gtwisstn GaSarttn, welche als solche aus Zerfpaltungen hervorstromen. Die fogcnannte Feuerfaule, die man bei vulkanischen Ausbruchen uber bent Kratrr zu sehen pflegt, ist niemalS eine wirkliche Feuerfaule, fonbtrn thcils dutch ben Wibet-fchein ber gluhenb flufsigen Lavamaffen im Ktatet, theilS burch bie ausgefchleubtrlen gluhenben Lava-theile hcrvorgebracht. Dah cs sich also vcrhatte, hat zuerst Lcopolb von Buch griinblich nachgewicfen burch ben Umstanb, dah biefe FeuerfSule auch bet den heftigsten Windcn, bie alle Auswiirflinge oft meilenweit zur ©cite roehen, dennoch senkrecht fiber dem Krater stehen bleibt. Eine Flammenfaule wfirde ficher ein Spiel ber Winbe fein. Wenn sich nun aus betn Vorstehenden ergibt, dah von eigcntlichctn Feuer im Jnnern der Erde zur Betheiligung am Borftspiclc verlvckt uttb insolge dessen mu ihr Vermogcn gebracht wurde. Die Rc-gierung, welche in jedem Winkel dec Monarchic die Socialdemokratie aufzuspuren wisse (peiterfeit), hatte es da nicht fur ihre Aufgabe angesehen, Aufkla-rungen der Landbevolkerung zu geben. Die Folge sei gewesen, dah die ganze Landbevolkerung in un-matziger Weise ausgesogen warden ist. Eine zweilc Unterlassnngssunde bctrifft die durch daS Institut der landesfiiistlichen Commissare hervorgerufene Illusion der Sicherheit. Redner vergleichl^ unter sortdauernder Heilerkeit dcs Houses die «L>tellung des landesfiirstlichen Commissars bet demokratischen Vereinen und Arbeiterversammlungen mil jenen bei Actiengescllschasten. Anch bei der Concessions-Ertheilung Habe die Regierung nicht dasjmige gethan, was sic thun mutzte, es sei nur eine Concession zu erwirken gewesen, wenn im Griinderconsortium ein Mitglied der Rcichsvertreiung oder cities Landtages seinen Platz gehabt Habe, wenn auch nicht abzusehcn sei, wie jemand, der vormittag bei einem Minister urn cine Concession antichambriertc, nachmittag das heilige Amt eines Volksvertreters ausiibcn konne. (Bcifall, lcbhafte Ohorufc links.) Es ware «sachc der Regierung gewesen, meint Redner, gerade solchen Aiannern die Concession zu verweigern. Man hatle dann allcrdings ein Par^ lament bekommen, wo die Regierungsvorlagen nicht mit einer so eminenten Majoritat zu stande gekommen waren. (Ruse Oho.) P r a s i d c n t (uiitcrbrcchciib): Jch rauh doch bitten, die Kritik fiber den be-standenen ReichSrath mit mchr Wurde zu iibcn. Abg. Krona wetter (fortfahrend): Es sragt sich, wem die Staatshilse am ersten zu flatten foramen solle. Er musse antworten, dah dies jedensalls der Mittelstanb und der Heine Ge-werbestand sei. Die besitzenden Klassen hatten noch Credit bei dcr Nationalbank und den anderen grohen Crcditanstalten; aus diese brauche keine Rucksicht genornraen zu werden. Auch dcr Arbeiter musse wirthschafllich unabhangig gemacht werden. Er mfisse aber sfirchten, dah es nicht gerade der Keine Gewerbs- und Mittelstand sein werde, dent die Staatshilse zugute foramen werde. Er Habe sogar gehort, ein Theil des Anlehens Habe schon eine Verwendung gefunben, inbem die Regierung schon 4 Millionen der Bodencreditanstalt geliehen Habe. Reipier erklart sich fur das Gesetz unter der Beschrankung, dah seine fur die Spezial-debatte vorbereiteten AmendementS Annahine finden. uberhaupt nicht die Rede fein femn, so bleibt doch die hohe Temperatur eine Thatsache. Diese hohe Temperatur, welche schon jetzt von unerraehlicher Wichtigfeit fur den Menschen und die Zustande seiner Existenz i% fonnte raSglicherweise in spater Zufunft noch eine neue wichtige Rolle unter den Hilfsraitteln des raeuschlichen Lebeus spielen: Sollteu einst auf der mchr und mehr btvol-ferten Erde die Walder uberall stark gelichtet und die Kohlenlager start erschopst sein, so ist es wohl denfbar, dah man die Jnnenwarrae der Erde sich dienstbar macht, dah man fit durch besondere Vor-richtungen in Schachten oder Bohrlochtrn zur Obtr-flSche (eitct, und zur Erwarraung der Wohnungen oder selbst zur Heizung von Maschinen verwendet. Man wird freilich nicht frfiher allgeraein und mit Dortheil zu dieser, in thrcr Anwendung wahrschein-lich fostspieligen Warmequelle greifen, bis tin trapsind-licher Mangtt ait Brennmaterial dazu nothigt; dann abtr bleibt die Warme der Mutter Erde tine sichere tetztr Zuflucht. Die Moglichftit der Anwendung ist schon jetzt durch tinztlne Beispiele trwiesen. DaS warme Staffer artesischer Bohrbrunnen wird bereits zu warmen Badern und felbst zur Heizung con Gewachshiiufern benutzt. Abg. Lienbacher (Salzburg): Jch bin ein prinzipicller (Segncr der Staats-hilfe. Allein ich bin fein Prinzipienreiter, voranS-gcsetzt, dah die AuSnahme von dein Prinzipc vielcn Staatsburgcrn niitzcn, den iibrigen nicht schaden werde. Aus diesem ©runde glaubte ich mich fur das Gesetz entschliehcn zu konneu. Jch Habe cine Beruhigung schopscn zu konnen geglaubt darin, dah die Regierungsvorlage dort, wo sie von Vorschussen spricht, ausdriicklich sagt: „g e g c n S i ch c r h c i t", und cs ware nteiite Sorgc gcwcscn, die bctrcssenden Paragraphe in'dieser Richtung cvcntucll zu amen-dicrcn. Aber mcinc Hcrren! ich war nicht wenig erstaunt, in den Vertrelern der sogcnanntcn ossent-lichen Meinung das gerade Gegentheil ausgesprochen zu Horen. Jch will nicht sprechen von der auher-ordentlichcn Bcfangcnhcit jener Organe tier osfcnt-lichcn Meinmtg, die znmeist abhangig find gerade von denjenigen, dencn man vorzugsweise die Schuld an der Borsenkrisis beimiht, sondern nur von dcr gesunden Bernunft sprechen, die doch nicht so weit vcrlcugnct werden dars, wie cs in manchen Jour-nalen geschchen ist. In einem Journalc heiht es nemlich: „Wenn der Staat helfcn will, jo inuh er ben Kauslcutcn und Fabrikanten beispringen, denen der Private nicht mchr zu Icihcit wageu dars." Also denjenigen, welche tcincn Credit hubett, denen muh der Slaat mit den Mittcln seiner Bolker anfhelfen. Erstaunt war ich, in dcr Ausschuhvor-lagc eincu so starten Kontrast dieser Vorlage mit der Regierungsvorlage zu finden. Es ist in dem Motivenberichte des Ausschnsscs ausdriicklich ausgcsprochcn: „Weil iin gcwohnlichcn Gcschasls- leben nur scltcncr banksahige Wcchsel oorfommen, welche leicht realisierbar sind, in weitans groherer Anzahl aber laugsichtige, mit zwei Unterschristen versehene Wcchsel circulieren, die bei der jetzt herr-schenden Creditlosigkeit beinahe nicht verwerthet werden konnen, durum ist der Wechsclescompt noth-wcndig." Also fur diese Papiere, die beinahe nicht verwerthet werden konnen, foil gleichfalls der Staat den Sackel aufthun? Nun, meine Herren, ich bin wirtlich erstaunt iibcr dicsc Bertrauensseligfeit deS verehrten Ausschuffes und jener Partei, die sich vorzugsweise die Partei der Versassungstreuen ntnnt mid dcrcn Quintessenz der Ausschnh ist; oder ist es vielleicht ein Jrrthum, was ich sage? Es wurde die Bcstimmung anfgenommcn, bah auch Werthpapiere belehnt weroen fallen, die wohl ihrem Namen, lucus a non lucendo, Werth com Unwerth, haben. Soll dadurch das Vertrauen des Loltes gewonnen werden? Nad) meiner Ansicht ist das ein ganz vertehrtes Mittel; dah Mistranen wird verstiirtt, nicht daS Vertrauen geweckt durch eine solche Mahregel. (Bravo!) Redner versucht eS nun, in detaillierter Weise die von den Vorrednern angefiihrten Grvnde zu be-fampfen. Es wurde gefagt, bis die Arbeiter daran tommen, uber die Staatshilse hier raitzusprechen, da ist noch tin longer Wcg. Gewih, ratine Htrrtn! ich will auch nicht daruber reden, ob es gerade wunschenswerth ist, ihn abznfllrzen oder nicht. Aber ist es nicht gerade die sogenannte Verfafsungspartei, bit dtn Weg so tange gemacht hat (Sebhafter Wider* spruch lints), obcr was schlicht die Arbeiter aus, ihre Jnteresicu im House ftlbst geltend zu machen ? Es hat geheihen, ts fei nur tin andettr Modus, tS werde doch zuletzt bet Arbeiter berucffichtigt wtrbtit, inbem man dem Fabrifanttn Geld gibt unb ditftr dafttr bit Arbeittr btschaftigt. Aber finb denn die Htrrtn so sichtr, dah daS alleS auch dem Fabrifanttn zufommtn wird? Wart dtr AuSwtg nicht beffer, dtr Association dtr Arbtiter unraitttl-bar UnterftfltzungSbetrage zu ubtrgtbtn ? Rtdntr roendet sich nunmthr gegen die schltchttn Eitmentt auf dtr BSrft, gtgtn bit Schauspitltr, gtgtn bit Gaufltr, Taschendiebe des Effectenraarftes (Lebhaftt Heiltrftit), bit oflt mit Stumps unb Stitt hfitttn ausgerotttt wtrdtn fotitn. (Bravo!) Was berechtigt ubrigens, fahrt Redner fort, die BtrfaffungSpartti, die den Staat auf den Prinzipitn des Rechls und der Freiheit gegriindet haben will, siir dieses Gesetz zu stimmen? Wenn diese Partei nichts anderes will, dann roiirde ich auch mid) zu ihr zahlcn. (Hcitcrtcit.) Aber ich sinbe in dcr Bor-lage iiid)ts von wesentlichen Prinzipien des Rechts und der Freiheit, wenn die Slaatsbiirger gezwungen werden, siir denjenigen Geld herzugeben, dem sie cs nicht sreiwillig anvcrtrancn wollcn. Solllcn wir also glaubcn, dah alles so iiach den Prinzipien des Rechtes und der BiUigkeit und der Freiheit ausgesiihrt werden wird? Jch gestehe offen, mir fchlt dcr Glaube. (Lcbhafte, anhaltende Heiterkeil.) Es sind viel wichligere Rechte, liber welche sehr leicht hinweggegangen warden ist, was wiiren denn 80 Millionen gegcnubcr den Staats-grundgcsctzcn, gegeniiber dem Bersassungsrechle, welches den Lolkern eingeraumt warden ist? Wie ist dann dieses Grundrecht eigentlich gtwahrt werden? Jch Habe von einem Rezept nnserer constitntionellen Entwicklnng Einsicht genommen und id) faun Jhnen gemm fagen, wie cs lautct: ..Rseixe: Eincn Schwamin, tanchc ihn ins Wasscr und sahrc iibcr bic Tascl, die man die Versassnng des Slaates nnd der Konig-reiche 1111b Lander nennt (Bravo! rechts), dann niimn eine Kreide nnd schreibe baraus, was Dcin Herz ver-langt." (Bcifall rechts.) DaS, incinc Herren, ist die Entwicklnng der Berfafsungsgcschichle nnd wer ge-raeint Hat, auf Grnnd urspriinglicher Diplome cine organische Entwicklnng unseres Berhaltnisfes zu er-reichen, der hat sich gcirrt. (Bravo! rechts.) (Forksetziing folrjt.) Politische Rundschau. Laibach, 26. November. Inland. Die Verhandlung des Abgeordnelen-hauses iiber die Staatshitfc zahll zu dcn be-deutnngsvollstcn und denfwiirdigsten Ereignisfen, die sich im osterreichischcn Parlamente bisher abgespiell haben. Trotz der langtn Dauer der Sitzungen hiel-ten allc Mitglieber des Hanses ohite irgettb ein Zeichen dcr Ermiidung oder Abspannnng aus, bis die Abstimmung iibcr die Frage ersolgen fonnte, ob in die Detailberathnng fiber den com Ausschnh vorgelegten Gcsctzentwurs cingegangcn werden soll oder nicht. Dicsc Frage wurde vora Hause mit mehr als brciviertel Majoritat bejaht, nachdem die im Lanst der Sitznng zahlrcich vorgebrachlen Bcdcnkcn, Einwiirsc und Anflagen gegen die Regierung von den Minister« de Pretis unb Lasstr in bcr fiberzeugendsten Weise wibcrtegt unb die prinzipiellen iDJahnahmen unb Vorschlagc ber Regierung als vollkommcn correct und begriinbet dar-gethan worben waren. Die am Montag erfotgte Spezialdebatte tiahm ebensalls zwei Sitzungen in Anspruch. Das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes wird bei icinent Wiederzusaramentrittc am 20. Januar 1874 die Reihen ber staatsrechtlichen Opposition durch die ra ah ri sch tn D e clar anten ver-start! finden, welch letztere ihrt Abwesenheit tnt-schuldigt unb ihr Erscheinen im Rcichsralhe zuge-sagt haben. Durch bitfen Schritt raahrischcr Ab-gcorbneten czechischer Zungt wird die Unhaltbarftif ber qechischen Abstintnzpolitit in tclatantesttr Weise bargethan. Noch wcrbcn allcrbings die bohmischttt Czechtn ben Trotz gtgtn das ReichSparlamcnt fort-fetzen, weil ihntn ber Ftubalabtl dm Eintritt in bit Rcichsstubt verbitttt. Dit Sklavenfctlt, wtlcht bem cztchtfchen Volte von ben Feudalhtrrtn um btn Nacftn gehangt wordtn ist, wirb abtr auch tints TageS gebrochen werden. Bei ftinem Wieder-zufararatntrittt wirb, officiSsen Versicherungen zu-folgt, ber ReichSrath auch bit conftffon tlltit 23d r la g e n vorfinbtn, welche jetzt von tintm Sub-comitč bes Ministtriuras vvrbtrathtn wcrbtu foflen. Unter ben confefftonellett Vorlagen wirb sich, wie die..Montagsrtvut" mitthtilt, tin Gesetz fiber ba» Patronatsrecht „vorlSufig nicht beftnben." ©chon ber Verlauf der Adrehdebatte, bit voll» stanbigt Unttnigfctt dtr oppositionellen Fractions im Abgtordnettnhaust, das unglficklicht Debut dec I Partetsfihrer hat tin czechis chen Lager den grohlen M i s m u t h ecroeckt unb ruft in den Journalcn recht bemerkenSroerthe Aeuhernngen her-vor. Die »Narodni Listy “ erkldren, Herbst habe so unrccht nicht, die Verfassungspartei als die ein-zige Beschirmerin der Rechiseinheit unb Freiheit hinzustellen, gegenuber den Parteivertretern, die ent-schieden nichl roissen, road sic thun sollen. ES gabe kein traurigeres Bild alS das der Vertreter der anti-centralistischen Partcien. Der „Posel" briitft gleich-falls seine Enttanschnng bezuglich des Vorgehens von Hohenwart und Genossen ans. Anldhlich der Anssalle der „Narodni Listy" anf die altczechischen Gemeinderathscandidaten erwidert die „Poli:ik": „Das find Zustcinde, wo das gesellschaftliche, gr-schroeige denn das vsfentliche Znsammenleben aufhort, moglich zu sein; das heiht Krieg unb Zerrourfnis urn jeden Preis!" Die M i n i st e r k r i s e in U n g a r n scheint einen acutercn Verlaus zu nehmen. Die Rucksicht anf die Feier dcs 2. Dezember, roelche, roie bcv „Pester Lloyd" mittheilt, biSher entscheidende Schritte hinlanhielt, roeil man dem Monarchen nicht die Freude jenes Tages triibcn roollte, wird faurn einen Aufschub in bem Ausbruch bcv Krise herbcizuflihren vermogen. Der Riicklritr K e r k a p o l y i' s ist bercitS so gut roie entschieben, ebenso bie Demission seines Collegen Ludwig Tisza. Dieser bereits ausgebrochenen Mmisterkrisc wird wahrscheinlich nach dem 2. Dezember bie vollstanbige Cabinetskrise sol-gen. Die Anwesenheit bes Grasen Andrassy in ber ungarischen Hauptstadt hangt mit der Reconstruie-rung, beziehnngsroeise Neubildung bes osener Cabinets zusammen. Dahcr erscheint ouch ber Gebanke an bie Einsctzung eineS Ministcriums L-ennyey be-rei!s als tin nberronndener Stanbpunkt. Ausland. Der erste Versnch ber preuhi-s ch c n Ultramontane«, sich im Landtag als die Vertheidiger roahrer Freiheit anszuspielen, ist nicht b^sonbers glucklich ausgesallen. Minister Camp-hauseu antroorlete bem Herrn Winbthorst aus seine Frage, welche Verdnderungen bie eingerichtete Vizeprcrsidentschafl deS Ministcriums nach sich ziehen toiirbe, bah a ties beiui alien bleibc. Braun unb Virchow geihelten die Heuchelei ber lebiglich auf Zeitungsartikel basierenben Interpellation unb ber letztere ersuchtc die Herrn vom Centrum, das Haus nicht allzusehr mit ihren vortrefflichen Vorschlagen zu fiberschwemmen. Das preuhische Kultusministerium hat fur daS Jahre 1874 cine Dotation von 16,000 Thalern fur bie Bedfirfnisse ber altkath o l i sch e n Kir-chengemtinschast im Etat eingestellt. Aus berselben sollen ber Unterhalt bes Bischoss unb bie Kosten ber Diocesanverwaltung, bie Kosten ber praktischen Ausbilbung ber jungen Geistlichcn, nachbent sie bie wissenschastliche Bilbung vollendet unb bas Staats-examen abgelegt haben, sowic bie Mittel zur seel-sorgerischen Bebienung ber noch nicht fcirmlich tonstituierttn Gemeinben beftritten werden. Mr bie Bebiirfnisse ber constituierten Gemeinben werbtn die ffir solche katholische Zwecke ohnehin etatsmahig be-willigten FonbS verwenbet. Wenn Konig Lubwig von Baiern auch ben prenhifchen Unificationsbestrebungen nicht« toeniger als freunbtich gestimmt ist, so benft er darum doch teincsrocgs, Hand in Hand mit den Ultramontantn zu gehen. Wie nemlich bit „Allg. Ztg." meldet, soll jetzt tndlich auch daS 1852 zwi-fchen Rom und Baiern abgtfchlofftnt Concordat tuher Kraft gesetzt werbttt. Dit Antrktnnung dtS Professors RtinkenS als altkatholifchtn Bifchofs ffir Baiern, rntrb voranssichtlich bit unmittetbarc Folge dieftr Emanzipation vom Vatican ftin. DaS Cabinet Broglie hat seine De-mission vorlaufig zurfickgenommm; es will die De» batte der Nationalversammlung fiber bit Jnterpella-tivn Leon Says abroorten. DaS Ministerium hosst kin VertrauenSvotnm zu erhatttn unb wirb sich fchwer-"ch tauschen. Aus Mabrid wird gemeldet, die Geruchte fiber seindliche Volksdemonstrationen gegen ben ame-rikanischcn Gesandten seien nicht begriindet unb man hoffe, bie „Virginius"-Frage roerde cinent Schieds-gcricht unb zwar wahrscheinlich dem Deutschlands unterbrcitet werden. Das angebliche Ultimatum Grants an Spanieu ist taut telegraphischer Mel-bung aus Newyork aus eine einsache biplomatische Note zuriickzusuhren, roelche erroiefene Thatsachen constatiere unb Gcnugthuung verlange. Diese be« stanbe bem Geruchte zusolge in ber Auslieserung ber fur die Hinrichtungen in Santiago verantwort-lichen Personen, in Leistung von Schadenersatz unb in Entschuldigungen der spanischen Regiernng. Am 24. b. solite bas Bombarbement von Cartagena beginnen. Die spanischen Batte-rien sind so rasch wie moglich vollendet warden unb alles Kriegsmatetial ist in die Front gebracht. General Ceballos erwartet nene Berstdrkungen con 5000 Matin. Unter ben Jnsurgenten soll feit den letztcn Juntawahlen weniger Uiicinigfeit herrschen. Sie sollen Proviant fur Diet Monate haben. Zur Tagesgeschichte. — Ein gutes Geschast. Es geht gar curioS zu in Ungatn! Cefvaubationen, Unter-schletse unb Veruntreuungen scheinen ba an ber TageS-orDnung zu sein. Unb Der letbenbe Theit ist babct in ben rneisten Fallen — ber Staat. AbermalS ist bie Regierung, beziehmigSweise das Gornrnunicattong-ministerium dei ben Sleiniieserungcn siir bie Doncm-Sicgulierungsarbeiten Untetschlagunjen auf bie ©pur gekommen. Diese Steinlieferungen routben nemlich Ichisfroeise tibernornrnen, roobei eine Schiffslabung mit 24 KubtKlaftern Stein gerechnet unb auch bezahlt ram be. AuS ben Lieferstheinen Ber bogbany- oifegraber Steinbruchbesitz-r, von welchm bie Liejeranten ber DonauregulierungS-Uuternehuiung bie Sleiue beziehen, hat es sich inbeg herausgejiellt, bah bie jeweiligen Schiffslabunzen nur 18 Subifflafter cntholten, roelche inbeh mit 24 Slastem von ben ©eneralunternehmern Denechnet rourben. Flir bte solcherweise nicht gelie-ferten Sleiue sollen fiber 200,000 Gulden bezahlt warden sein. DaS Ministerium hat eine strenge Unter-suchung eingelcitct. — Ein pf iff iger Detective. Der Hanb-lungscornmiS Josef Eiseuberg ist am 20. b. M., roie bie ©tablhauptmannfchast in Pest ber wiener Polizei-Direction lelegraphisch mittheilte, einem bortigen Kaufmanu nach Verumreuung etncr Summe von 500 si. burdigcgangtn. Ein Detective begegnele tagSbarauf in Wten in ber Taborstrahe einem jungen Manne, auf ben bie PersonSbeschreidung bcS tu Rebe stehenben Defraubanlen aus bas geuaueste patzle. Um sich seiner Sache zu versichern, gebrauchte ber Detective bie Finte, bah er sich bem jungen Manne ndherte unb folgenber-maheu begrfihte: „0! guten Morgen, Herr Eisen-berg, feit roann finb Sie benn in Wien?" „Woher fennen Sir mich benn, mein Herr?" erroieberte ber Mngtrcbete. Der Zweifel war fomit behoben unb bet Polizeiagent nahm den Defraubanlen unter ben Arm unb fUhrte ihn in baS ©icherheitsbureau ber Polizei-Direction. Local- unb Provinzial-Angelegeuheileu. — (LanbtagSerSffnung.) Hentenach bem feierlithen Hochamte in ber Domkirche fanb um 11 Uhr 15 Minuten bie EriJffnung ber biesjdljrigen LanblagS-fesfton stall. Bei ber Grtiffnung roaren 22 Abgeorb-nete anroefenb, zu roelchen im Verlaufe ber Sitzung noch bet neugeroahlte Vertreter bet Hanbels- unb @e> merbetommcr, Hett Lourenčič aus AbetSberg, tarn. Vonfeile ber Regietuug roar anroefenb ber Hett Lan-beSprasibenl Graf Auersperg. Det VanbeShauptmann, Milter v. Kaltenegger, ertiffnete bie Sitzung mit einer Hnfptache, in welchet er bte hohe Betfammlung herzlich begrllht unb befl roichtigen ZeilabschnilleS gebenft, mit welchem bie heurige SitzuugSpetiobe jufammensfillt unb bet gang befonberfl geeignet ist, bie Lanbe-oerlte-tung z« pattiotifcher Thiiligkeil zu ftimmen. Einem FriebenSseste sehen wit entgegen, roelche« alle Lanber, ode Colter, alle Bilrgrt O-sterreichS mil gehobener Slimmung, mit Geffihlen innigen DankeS bezeheu werden. Der sfinsunbzwanzigste JahreSlag bed Re-gierungSantritteS Sr. Majeflat beS Kaisers, biele auch ben LanbeSvertretern Gelezenheil, biefen Geffihlen ent-prechenben AuSbrnck zu geden. Nach einer kurzen lovenischen Ansprache fdhrt ber LanbeShauptraann fort: Ein wichliges EreigniS im bsfentlichen Leben unsereS ReicheS hat sich vvllzogen, feitbem wit vot einem Jahre hier tagten. Die AaSfibung einer hvhen Mission, ber Entsenbung von Abzeorbneten aus seinem Schotze, ist ber Lanbtag zwar enifleibet, uichlsdestoweniger set er nunmehr seiner eigentltchen Zlufgabe, bet H:bung beS geisitgen unb materiellen Fortschrilles ber Ptovinz, ganz unb ungetheilt miebergegeben. Rebnet spricht bie Hofsnung aus, bah bas reichliche Mah von Rechteu unb Pfltchten, Welches bie Berfaffung ben Canbtagen zugetheitt, zum Heile unb zum G-'beihen bes LanbeS ausfchlagen werde, unb fmbet eine Gewahr baffir in ben Wonen bes Monarchen: „Friebe mit mcinen Bolkein". Rebner gebenft ferner bes grotzen VvlkerwetlkampfeS auf ber Wiener WeliauSstellnng unb hofft, bah von ben reichen Erfahrungen so mancheS auch in Krain auf fruchlbarcn Boben gefallen sein btirfte. Dann er-innert Rebner batan, bah feit JahreSfrist brei Mit-glieber auS bem Haufe, woven eineS leiber auch auS bem Leben geschieben unb gebenft beren Shatigfeit im Lanb-tage mit anerfennenben Worlen. Uebergehenb auf bie Thatigkeit beS vorjahrigen LanbtageS coustatiert Rebner mit Šefriebigung, roelche Erfolge baS UnterrichlSwescn eit JahreSsrist aufzuweifen. Die RechtSverhiiltniffe unb bie Gehalte ber Lehret rourben geregelt, die Lanb-unb Weinbauschule in Slap croffnet, baS neue Real-fchulgebaube in Laibach sieht nachstenS seiner Vollen-bung unb Ecoffnung entgegen; fteilich roerben biefe gfinftigen Ergebniffe auch in erhohtem Mahe« bie Dpferivilligfeit bcS LanbcS in Ansptuch nehmen. Glfickltchetweise ist baS Lanb burch ben Spcuch bcS ReichSgerichteS einer Last bon fast Million Gulben, bie e? an Triest zu zahlen gehabt hiittc, ent-bunben. Ebenso fei baS Strahenconcurrenzgesetz fant,-tioniert unb ein LanbeSingenieur bestellt. Zum Schlusse spricht bet LanbeShauptmann eine zweifache Bitte auS, etnmat an ben LanbeSprtifibenten, ben er um baS Wohlwotlen unb bie Unrerstlltzung bes LanbtageS in (einen Arbeiten vonfeite bet Regiernng ersucht, unb an bas HauS setbst, baSfetbe mbgc ihm in feinem fchweten Betuse Vertrauen unb eiftige Mitwirfung angebeihen lasien, bagegen roetbe tr e» an Unpartei* lichfeit in ber Leitung bet Debatten beS HauseS nicht fehlen lajfen. Revnet fchlieht mit einem brei-fachen Hoch unb Slava auf Se. MajestLt ben Kaiset, in welches bas Haus begeiftert einfiimmt. Det Hett LanbeSprafibent banft silt bie vetbinblichen Wotte btS LanbeShauptmann- unb verfpricht in allem, was baS Wohl beS LanbeS zu fbrbern geeignet fei, dem House seine Unterstfitzung angebeihen zu laffen unb legt zugleich vonfeite ber Regietuug einen Oefetzentroutf fiber die „neue Anlegung bet Gtunbbficher im Hetzogthum Krain unb fiber beren innere ©inrichtung in beiben LanbeS-fptachen" cor, mit Ber Bitte, (elben bet vetfofiungS« mahigen Behanbtung zu unterziehen. Nachbem bas neueingetretene Mitgtieb tiautenčič bie Angelobung ge-leiflet, wirb zur lageSorbnung bet 1. Sitzung ge« fchritten, bie Herren Pvklular unb Savinschek als Orbner be« Houses, Costa unb Defchmaun ols Berisicototen gewahlt. Hierouf gibt bet LanbeShauptmann bem House befannt, welche Ičinlcitungen bet LonbeSouschuh gcttoffen, auf boh baS Koiferjubilfium in roiitbiger Weife begangen roetbe. Uebtr Knregung besfelben habe ber Ffitstbischof bet gesomrnttu Geistlich« feit im Lanbe befohlen, ben Tog olS Festtog zu be# gehen. In bet Domfirche werde um 10 Uhr vot-mittagS tin Hochamt gehalten, am Abend ocS 1. unb 2. Dezembet ftnben Festvorstellungen im Theater stott ; ferner mijge sich bod HouS ate Comi>6 constituieten unb fiber bit Art unb Weife berathen, roie cine Abrefse on Se. Majefldt geiichtet nnb fiderreicht wetben folic. Det LanbeShauptmann gibt fctncr bem House befannt, bah Hett Bolentiu Ktisptt, bet jfingst all Ersatzmann in die Grundsteuer-RegulierungScommiflion gewahlt rootben, fein Mandat zurUckgelegt Habe nnd deShalb cine neue Wahl nolhwendig geworden fet, die auf eine der nachsten Sitzungen auf die TageSord-nung gesetzt werden sell. Nachdem noch die Berichie dcs LandesauSschufses auf den Tisch des HauseS gelegt warden, roitd die Sitznng nach 12 Uhr geschlvfsen und die nLchste fiit Freitag urn 10 Uhr anberaumt. — (Laid. Tnrnverein.) Die Milglieder dcs laibacher TurnvereincS wurden zu dem am lten Dezember 1873 zur Feier des 25jahrigen RegierungS-jubilSuwS in den Localitiitcn deS laibacher Casinover-eincS stalifindenden Ball par6 eingeladen. Dieselbcn werden ersucht, fich die zum Eintritte in den Saal er» forderlichen EintrittSkarten beim Sprechwarle deS Ver-einS in der Buchhandlung Kleinmoyr & Bamberg ab> Helen }u wollen. — (3ur Geschichte der Gesellschaft vom Herzen Jesu.) In dem in einigen der letzten Nummern deS „TagblatIeS* erschienenen Feuille« ton „Die Nonne und der Papagei" von Martin Schleich roitd die Entstehung der jetzt so schwungvoll betriebenrn Her^«Jesu>Bndachlen gegeben. ES laht sich bei diesem interesianten Gegenstande noch einigeS alS Ergiinzung hinzusiigen. Die Geschichte jener krank-hast exaltierten Nonne von Paroy le Menial, Marta Alacoque, wurde irn Jahre 1729 zuerst dutch Bischos Lanquet von SoiffonS verLffentlicht. Zwei Jahre nach ihtet Aufnahme in den Orden (so erziihlt Huber in fcinent Werke tiber den JesuitiSwuS, S. 343) also irn Jahre 1673 will sie den Herrn personlich gesehen haben. Sanft Habe er fein Haupt auf ihrer Brust ruhen lassen, ihr zum ersten male die unauS-sprechlichen Geheimnisse seines Herzens entdeckt, hier. auf ihr eigene- Herz gesordert und eS in daS seinige gelegt. Durch die Eeitenwunde fah sic daS Herz ihreS HeilcmdeS, cinem brennenden Schmelzofen gleich, roorin iht Hetz wit tin Aiom etfchien; ChristuS abet legte da-felbe flammend wiedet in ihte ©tile, fetzte sie zur Erbin feineS Herzens flit Zeil und Ewigkeit tin. ©tit det Zeit sllhlte sie in det Herzgegend einen Schmerz, 'weshalb sie sich auf den Rath Christi lehr oft, und zwat 192mal zur Ader lieh. Jnfolge eineS AuftrageS Christi berichtete die Nonne, welche ouch die h. Jung« ftau, verfchiedene Engel, ja selbst die drei Personen der Gottheit bei sich auf Besuch fah, alleS ihrem Beichlvater La ColombiLre, einem Jefuiten, der dann auch den Herz-Jefu-KultuS begriindete. Die Visionen der Nonne stimmten ja so techt zn den GrundsLtzen seiueS OrdcnS. Eine Rede, die sie von Jesu gehvtt haben will, sagt unter andtrtrn: .Nicht alltin Deinen Eigen« willen, sondern auch Seine Einsicht und Deinen Ver-stand fellft Dn Deiner Obetin opfern, und selbst wenn Dn den Willen Deiner Oberin dem meinigen vorziehst, falls sie Dir zu lhun verbietet, was ich Dir befohlen Habe, bin ich zufrieden." Nach Aushebung deS JesuitenordenS wurde int Jahre 1794 von cinem gewesenen Jefuiten auf den Namen des h. Herzens Jefu eine Gesellschaft at* Fottsetzung deS Jefuiten* otdenS gegtllndet. Jm Jahre 1800 wurde in tihn. tidier Weise die Gesellschaft det Damen vom Herzen Jesu gegrtindet, irn Jahre 1826 dutch Leo X. be-stiitigt. Diese Gesellschaft, welche sich die Erziehung deS wciblichen GefchlechteS zur Ausgabe gemacht hat, besitzt in Gutopa, Amerika und selbst Afrika znfammen ttroa 100 Anstalten. Nach einem 28jcihrigen Prozetz gelang eS den Jefuiten irn Jahre 1864, die Seliz-machung det Maria Alacoque durchzufktzen, und eS ist gegenwiittig iht eifrigeS Bestteben, Ubetall den von ihr begrUndeten KultuS zu heben und der Gesellschaft vom Herzen Jesu Verbreitung und Einfluh zu vet« fchaffen. — (Da» Pocken gift.) Die Ansteckungs. fiihigkeit det Blattern beginnt votzugSweife mit der Abfchilsetung det Pusteln und die Ansteckung roitd, roenn vberhaupt, unglcich weniger vermiuelt dutch die AuSathmungeptoducle der Krauken, alfl dutch Anfltegen und Etnaihtnen der in feinsten SlLubchen in det Lust Let Ktankenstube emhallenen Abfchilferung. DaS Pocken- gist ist nicht lustsmmigcr, fonbern fixer Natur und haslet, roenn cS nicht zu geeigneter Weife zetstort roitd, mit ganz unglaublicher Zahigkeit. Dr. B. F. Wil-hetrni erzahlt in seiner Schrist „Blattern und Schutz--impsung" dorUber selgenden Fall: Eine junge Frau stirbt an Blattern. Man nimnit der Leiche die fost-baren Ohrtinge ab und hebl sic, ohne felbe zu teini-gen in einem Kiistchen scrgfatiig auf flit das hinter-1 bliebene Tochtetlein. Dieses wird ein Jahtzehent (pater ale Brant domit geschrntickl und wird ein Opser der i Blattern, die zur Zeit weit und breit in der Gegend nicht verhanden waren. (Man sieht darauS, trne brin«j gend geboten die strengste Durchfthrung der betreffen-1 den SanitiitSmatzregeln an alien jenen Orten ist, roo Blatternerkrankungen austreten und zugleich roie ge-, fahrlich eS erfcheint, roenn Blalternspitiiler in beroohn-! ten Stadttheilen, roo eine Absperrung toes BerkehrS mit ben NachbarhHufern nicht moglich ist, vonfeite der Behvrden gcbulbet roerbtn. Die Neb.) — (Berichtigunff.) In ber gestrigen Notiz „Kaffee roirb ein LuyuSgetranfe" Zeile 37 soll eS het» hen fiatt: benn ber PteiS „benn bet PteiS-untetschieb." ?Q-C qr)p^ao^-^c c^cp. yooWcowuoLyoUucXUfo fiti* daS Etngefender. Alleu Krankeu Kraft und Gesundheit ohue Diedizin und ohne Kosten. ' Revalesciere du Barry oon Cotičon. Seine jtraukhktt oermag ber telicalen Beralesciire du Barry in mil erfte^ea, und befeitigt biefetbt ohne Medizin und ohne »often all, vladen-, Slemen*, Brust-, Lungen-, Leber-, SDttifen., 6 Bank .... 6retitanftalt . . . . W. o. EScompte-Ges. 8nglo.=often.8ant Oest. Bobencreb.-A. Deft. Hypoth.-Bank. etcier. E»compr.-ivk. granco - Austria . . flais. Ferb.-Korbb. . Sttbbabn-@efeH|ch. . Saif. «Iifadetd«................ Geld 110.75 100.50 84.-135 -128-90.75 108.— 168 5^ 92.50 5e!— 23.50 34.— 83.- 31.50 23.00 23.— 24.50 14.— 95.50 96.-114. - 45.- 5.43- 9.12 1.76— 109.75 Ware 88.— 111.25 10li- 84.25 136.-129.— 91.25 103.2» 169.— 93.— 57!— 24.— 35- 23.60’ 32- 24.— 23.60 25.-16.- 95.75 96.i» 114> 45.10 6.45-S.1S 1.71 — 109.8» Telegraphischer CurSbericht am 26. November. Papicr-RkMk 68,60 — SUber-Rente 73,30. — 16M-' -Staote-lSnltljcn 102, tiantocrten 970. — (irebit 225," —2onbon 113,60. — Silber 109,20. — St. 1. Mlln,-Ducal«' 20=grancg=tu