poštnina v cli-Lavi 8118 pavSalirana. 2. (17.) Iahrg. Nr. 28. Erscheint am 1. und 15. eines jeden Monates. Bezugspreise: für Jugoslawien: ganzjährig 30 X, halbjährig 15 !<. für Österreich: ganzjährig 52 X, halbjährig 26 X. für Amerika: 2 50 Doll. — Einzelne Nummern 1 X. „Es kann nur gut werden in der Wett durch die Guten". (Schluß.) Es mußte kommen; wenn es nur schon vorüber wäre! Wir wissen noch nicht, ob das Ärgste schon vorbei; es zuckt noch da und dort am dunk¬ len Himmel und Wetterpropheten wahrsagen noch ärgeren Sturm. Aber wie immer: wenn wir nur den Glauben gewonnen haben, daß es uns zur Reinigung und Läuterung gesandt ist, und wenn wir unter den argen Donnerschlägen zu ernster Einkehr und Umkehr den Mut und das Vertrauen finden. Es mußte kommen; aber wenn wir es zu nützen verstehen, wird es besser werden, kann es uns Heil bringen. Natürlich nicht durch ein Gotteswunder, son¬ dern — mit Gottes Hilfe — durch die M e n- schen. „Es kann nur gut (werden in der Welt durch die Guten." Durch die Guten, die vorne bleiben oder sich vorne hinstellen. Schwäche kleidet sich leicht in den Mantel der Bescheidenheit und bleibt rückwärts, weil sie nicht mächtig genug ist voranzugehen. Unsere Zeit fordert ein offenes Bekenntnis zum Guten. Es wäre schlecht für den Sieg des Guten ge¬ sorgt, wollten sich die Guten, von dem öffent¬ lichen Treiben angeekelt, in die Einsiedelei ihrer Stube zurückziehen und es dem Herrgott über¬ lassen, erst Ordnung zu schaffen. Nicht feiges Sichzurückziehen, nicht verstimmende Kritik, nicht Klagelieder über verflossene Zeiten, nicht be¬ quemes Abwarten, ob die alte Herrlichkeit wieder- kommt, nicht Hilfe erwarten von Mächten, die sich selber nicht helfen können und beiseite ge¬ schoben worden sind, weil sie auch schon früher sich und anderen nicht zu helfen wußten, viel¬ mehr einiges Zusammenstehen und unverdrossene Mitarbeit an dem Aufbau unserer zerrütteten Gesellschaft I Aufklärung tut not. Führung tut not. Oft ist schon ein guter Dienst geleistet, wenn einer inmitten all der Klageweiber den aufrechten Mann zeigt und im festen Gottvertrauen mit der Kö- nigin Luise erklärt: „Ich glaube fest an Gott, also an eine sittliche Weltordnung. Deshalb bin ich der Hoffnung, daß auf die jetzige böse Zeit eine bessere kommen wird." . . . Und so können wir es auch mit den wirt¬ schaftlichen Experimenten halten. Nicht daß wir die Hände müßig in den Schoß legen, wenn Heißsporne daran gehen, an das ganze Wirt¬ schaftsgebäude Feuer zu legen. Aber daß man nun einmal in einer anderen Richtung probieren will und daß andere Schichten des Volkes nach oben kommen, darüber kommt unsere katholische Weltanschauung wahrlich nicht ins Wanken. Wenn unser bisheriger Besitz, unsere bisherigen Rechte bedroht sind, mögen wir uns ehrlich wehren. Aber unser persönlicher Vorteil muß nicht gerade ein öffentliches Interesse sein, noch weniger können wir verlangen, daß mau als eine christliche Forderung vertritt, was doch nur die Forderung eines bestimmten Standes oder Forderung einer bestimmten Wirtschaftsordnung ist. Was seit 1789 von Paris aus sich ange¬ bahnt und im Verlaufe des 19. Jahrhunderts im öffentlichen Leben durchgesetzt hat, war zum Teil viel einschneidender als alles, was wir eben Gottschee, 15. Oktober 1920. erleben. Die meisten aus uns sind Nutznießer dieser Umwälzungen, sind dankschuldige Erben jener Revolution. Aber mögen wir es mit den Neuerungen halten, wie wir wollen, mögen wir sie verurteilen oder begrüßen, eines bleibt in jedem Falle unsere Pflicht: daß wir nicht müßig beiseite stehen. Es gilt aus der hochgehenden Flut die ewigen Güter zu retten und möglichst unversehrt auf spätere Zeiten zu überliefern. Die religiösen, die sittlichen Werte in unserem Volke müssen uns vor allein am Herzen liegen; es kann uns nicht gleichgültig sein, in wessen Hände sie ge- raten. Retten wir sie, dann haben wir die Ge¬ währ, daß, wie immer sich die äußeren Dinge gestalten werden, das menschliche Leben innerlich seinen Wert behält und auch äußerlich erträglich bleibt. Lassen wir jene von der schmutzigen Flut wegtreiben, dann weiß unter uns jedermann, daß auch die besten äußeren Einrichtungen uns nicht vor dem Verfall schützen können. Darum durch I Wir müssen durch I Gern oder ungern, ob aus innerem Drang, ob mit dem Aufgebot harter Selbstverleugnung, ein jeder muß im öffentlichen Leben seine Pflicht tun. Auch wir in Gottschee dürfen uns nicht der Müdigkeit und Verdrossenheit hingeben. Auch für uns gilt der Mahnruf: Gute voran! Gute an die Front! Gutgesinnte, hervor aus dem dunklen Winkel und der Verborgenheit, hervor in allen Gemeinden, Körperschaften und Organisationen. Gutgesinnte überall an die führenden, leitenden Stellen! Was den Stempel echter und wahrer Güte und Tüchtigkeit an sich trügt, wird schon deshalb gefeit sein gegen jede Selbstgerechtigkeit, Unbescheidenheit und gegen jeden Stolz und Hoch¬ mut, der abstoßend wirken könnte. Die Parole: Gute an die Front! soll auch bei den G e m e i n d e- wählen gelten, die demnächst bei uns statt¬ finden werden. Wir schließen mit den Worten, die wir an die Spitze unserer Ausführungen, gestellt haben: „Es kann nur gut werden in der Welt durch die Guten." Aus ^tadt und Land. Gottschee. (Vom politischen Kanzlei¬ dienste.) Herr Bezirkssekretär Alois Marn wurde in die IX. Rangsklasse befördert. — (Von der deutschösterreichischen Regierung) wurde Herr Landesregierungsrat Johann Kresse übernommen und kommt in einem Staatsamte in Wien in Verwendung. Desgleichen wurde Herr Staatsgewcrbeschuldirektor I. Knabl in den deutschösterreichischen Staatsdienst über¬ nommen und steht gegenwärtig in Wien in Vec- Wendung. — (S t a a t s gy m n a s i u m.) Herr Professor Dr. Andreas K r a ul a n dhat auf den provisorischen Dienstposten am hiesigen Gymnasium verzichtet und kommt an das Staatsgymnasium in Klagenfurt. — (Zum Ortsschulinspektor) für Gott¬ schee wurde Herr Gymnasialprvfessor A. Burgar ernannt. — (Trauung.) Am 4. Oktober wurde in der hiesigen Stadtpfarrkirche Herr Dr.A. J akl itsch aus Mitterdorf, Konzeptsbeamter bei der Polizei¬ Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind zu senden an die Schriftleitung. — Postsp.-Nr. 10.975. Anzeigen-Aufnahnie u. -Berechnung in der Buchdruckerei. direktion in Graz, mit Fräulein Thea Pavlicek, Tochter des hiesigen Buchdruckereibesitzers Herrn Josef Pavlicek, getraut. Trauzeugen waren für den Bräutigam Herr Dr. Viktor Pavlicek aus Rohitsch, für die Braut deren Stiefbruder Herr Frauz Hriber. Unseren herzlichsten Glückwunsch! — (G e m e i n d e a u s s chuß s i tz u ng.) Am 9. Oktober wurde eine Gemeindeausschußsitzung ab¬ gehalten, in der folgende Angelegenheiten zur Sprache und Erledigung kamen. In den Heimats¬ verband wurden ausgenommen: Kaufmann Roman Koritnik; Josef GorZe, Keuschler in Mooswald Nr. 42; Hans Hönigmann, Kaufmann in Gott- schee; Franz Kropf, Besitzer in Gottschee 136; Matthias Stefančič, Bergarbeiter in Gottschee 168. Um die Staatsbürgerschaft zu erlangen wurde die Aufnahme in den Heimatverband zu¬ gesichert: Hedwig Unterluggauer, Jos. Notsch, Briefträger; David Steiger. Das Ansuchen des Franz Supancic um Ausübung der Tätigkeit als Wasenmeister in der Stadt Gottschee und um Zuweisung eines Aasplatzes wird an die Bezirks- hanptmannschaft zurückgeleitet, weil der Gesuch¬ steller seinen Wohnsitz in der Gemeinde Seele hat. Betreffs des Ansuchens um Erteilung der Maurerkonzession in der Stadt Gottschee an An¬ dreas Hrovath in Mitterdorf müssen Erkundi¬ gungen über seine Befähigung eingeholt werden. Das Ansuchen des Thomas Dollenz in Mooswald um Gasthauskonzession wird abgelehnt, da der Bedarf vollkommen gedeckt ist. Deni Fleischhauer Franz Pfeffer wird die Aufstellung eines Verkaufs¬ standes am Auerspergplatze gestattet. Zu den Ec- haltungskosten des Mesners werden von der Stadt¬ gemeinde jährlich 3000 X beigesteuert werden. Der Gertrud Temele wird für die Wintermonate eine Geldunterstützung von 12 X monatlich zu¬ gesprochen, der Marie Nosse die Armenunter¬ stützung von 14 auf 20 X monatlich erhöht. Der Helene Jaklitsch wird aus dem Nachlaß der Maria Hiris der Betrag von 100 X bewilligt. In den Reklamationsausschuß für die Wahlen in die Konstituante werden die Herren v. Fürer und Josef Pavlicek, in die Wahlkommission die Herren Josef Pavlicek und Josef Tomitsch gewählt. Das Ansuchen der beiden Sicherheitswachleute Karl Hutter und Franz Pibernik um Erhöhung ihrer Bezüge von 500 auf 1500 X monatlich wurde abgelehnt und beschlossen, nur einen Wachmann, aber den höher zu besolden. Dem Wachmann Josef Kraker wird die Subvention von 100 auf 200 X monatlich erhöht. Das Gesuch des Stadt- amtssskretärs Karl Porupski um Versetzung in den dauernden Ruhestand wurde genehmigt und beschlossen,, die Stelle neu auszuschreiben. Als Kanzleihilfskraft wird Frl. Anna Novak mit 1. Oktober aufgenommmen. Gemeindeausschuß Herr Franz Schleimer beantragt den Ankauf einer Säugpumpe für die Entleerung der Senkgruben. Der Antrag wird der Finanzsektion zugewiesen. — (In sibirischer Kriegsgefangen¬ schaft gestorben.) Herr Hauptmann Leopold Hofmann aus Gottschee geriet bei der Einnahme von Przemysl in russische Gefangenschaft und kam zuerst in das Gefangenenlager nach Saratow, dann- nach Beresowka und zuletzt nach Nikolsk-Ussurisk. Seine Familie in Gottschee hatte alles Mögliche unternommen, um den Herrn Hauptmann, der in Sibirien schwere Schicksale durchzumachen hatte, Seite 78. zu befreien; alles vergebens. Nun schlug endlich die Stunde der Befreiung und der Herr Haupt¬ mann hätte jetzt gleich seinen Kameraden nach mehr als fünfjähriger Kriegsgefangenschaft endlich in seine geliebte Heimat zurückkehren können. Das Schicksal aber fügte es anders. Nach Gottes uner- forschlichem Ratschlüsse wurde er, der so viel an Heimweh litt, in die ewige Heimat abberufen, indem er am 1. Juli d. I. im Kriegsgefangenen- Spitale zu Nikolsk-Ussurisk bei Wladiwostok seinem Leiden erlag. Wie der ebenfalls kriegsgefangene Herr Hauptmann Karl Grebenz der Schwester des Heimgegangenen, Fräulein Justine Hofmann in Gottschee, mitieilte, war der Verstorbene schon längere Zeit leidend, sehr nervös und körperlich infolge Unterernährung verfallen. Alle Organe waren mehr oder minder in krankhaftem Zustande. Er hatte insbesonders im letzten Jahre ein wahres Martyrium durchzumachen gehabt. Zuerst eine Blinddarmoperation. Durch einen Hustenanfall sprang die schon vernarbte Operativnsnaht auf und vereiterte, was langwierige, große Schmerzen zur Folge hatte. Dann kam eine schwere Gallen¬ steinoperation und im Genesungsstadium ein Mumps mit Vereiterung der Drüsen am Halse. Zuletzt trat eine Blutvergiftung ein, welche den Tod herbeiführte. Sein Arzt war ein hervorragender Chirurg (Assistent von Prof. Eiselsberg in Wien). Trotz aller aufgewendeten ärztlichen Kunst und trotz aller Pflege konnte das letale Ende nicht verhindert werden. Der Tod bedeutete eine Er¬ lösung von dem sonst drohenden Siechtume. Die Herren Hauptleute Karl Grebenz und Max Merten widmeten in ihren Zuschriften nach Gottschee ihrem verblichen Kameraden Worte wärmster Anteilnahme und Erinnerung; dem Verstorbenen werde stets ein Freundesgedenken bewahrt werden. Auch wir geben hiemit unserer herzlichen Anteilnahme Ausdruck. Der Verblichene, der in den letzten Jahren seines Lebens so viel Schweres und Bitteres durchzumachen hatte, erfreute sich auch in seiner Vaterstadt Gottschee der allgemeinen, ungeteilten Sympathien. Er ruhe in Frieden. — (Todesfall.) Am 3. Oktober starb im Siechenhause in Laibach nach mehrjährigem Leiden Herr Daniel Ranzinger, Sohn des verstor¬ benen Kaufmannes und Hausbesitzers Herrn Daniel Ranzinger in Gottschee, im 39. Lebensjahre. Er ruhe in Frieden. — (Besitz wechsel.) Herr Johann Zurl in Morobitz hat das Kaffeehaus „Friedl" („Viktor") in Gottschee um den Preis von 155.000 Kronen käuflich erworben. Herr Zurl wird das Kaffee¬ haus selbst betreiben. — (Der Allgemeine Ein- und Ver¬ kaufsverein (Konsumvereins in Gottschee) hat im Vereine mit der Qospockarska banka in Laibach die Muzzolinische Ringofenziegelei um den Preis von 300.000 Lire (1,500.000 Kronen) angekaust. An die Ringofenziegelei wird eine Dampf¬ säge und Dampfmühle angegliedert iverden. Eine Dampfanlage sowie ein neues Vollgatter sind bereits angekauft worden. — (Zur Frage der Umsatzsteuer.) Wie der Agramer „Marni ligi" meldet, Hal der Fi¬ nanzminister die Durchführung der Verordnung über die Umsatzsteuer vertagt. — (Gegen die neuen Steuern.) Von überall treffen Meldungen über eine energische Stellungnahme gegen die neuen Steuern (Umsatz¬ steuer usw.) ein, aus Marburg, Laibach, Agram, Essek, Belgrad werden Protestaktionen gemeldet und auch in Neusatz (Wojwodina) sand eine Protest¬ versammlung statt. — Die immer mehr steigenden hohen Steuern veranlassen nebst anderen Gründen nicht wenige zur Auswanderung, während die jungen Männer wegen der vielen Waffenübungen die Heimat verlassen. — (Wahlen in die Konstituante.) Da nach 8 80 des Friedensvertrages von St. Ger¬ main die anderssprachige (deutsche, magyarische) Bevölkerung in unserem Staate das Optionsrecht hat, hat die Regierung beschlossen, derselben kein Wahlrecht gelegentlich der Wahlen in die Kon¬ stituante zuzuerkennen. — (Das Optionsrecht und dessen Durch¬ führung.) Die Cillier Zeitung beschwert sich darüber, daß noch keine einzige Verordnung oder behördliche Verfügung erlassen worden sei, welche die Durchführung der Option regelt. Niemand wisse, wo, wie und wann er sich zu melden habe, wenn er auswandern wolle, keine Geschäftsaufstcht, keine Steuerfluchtkaution, keine Erlassung der Militärdienstpflicht für Optionsberechtigte, kein Ver¬ kaufsverbot sei aufgehoben, obwohl der Friedens¬ vertrag bestimme, daß die Optanten mit unge¬ Gottscheer Zeitung — Nr. 28. schmälertem Vermögen abziehen dürfen; es be¬ stünden vielmehr Verordnungen, z. B. Zollbestim¬ mungen, welche das gerade Gegenteil verfügen. Für die Option sei aber eine kurze Frist gesteckt. Man wolle uns, wie es scheine, auch dieses Recht nehmen, um dessentwillen man uns das Wahlrecht nahm. — (Monopolisierung des Mehl es?) Das Mehl soll, wie aus Neusatz berichtet wird, monopolisiert werden. Das Ernährungsministe¬ rium beschäftigt sich bereits mit der entsprechenden Vorlage. ZMtkerdorf. (Lasset die Religion in Ruhe!) Beim PovZe war vorletzten Sonntag Sozialistenversammlung, bei welcher ein von aus¬ wärts verschriebener Agitator den Eisenbahnern und Knappen und etlichen anderen Slowenen sür die Wahl in die Konstituante die sozialistischen Kandidaten anzupreisen hatte. Auch Deutsche waren der Einladung gefolgt, weil sie vermeinten, man werde etwas Gescheites hören und die Mittel er¬ fahren, die uns vor der allgemein drohenden Not behüten könnten. Doch man bekam Steine statt Brot. Bloßes Geschimpfe über die gegenwärtigen Zustände macht die Sache doch um kein Haar Lesser und welchen Nutzen die blöden Witze schaffen sollten, die bei der Versammlung über die Re¬ ligion gerissen wurden, sieht kein Mensch ein. Eine recht sonderbare Rolle spielte auf dieser Ver¬ sammlung der hiesige Stationsvorstand. Es war einfach widerlich, in welcher Weise der Mann den Mund voll nahm und Gott, Himmel und Hölle abkanzelte. Sein fades Geschwätze empörte jeden rechtlich Denkenden und der größte Teil der Zuhörer entfernte sich noch vor Schluß der Ver¬ sammlung. Die Religion soll er in Ruhe lassen, äußerten sich alle. Auch wir erlauben uns dem Herrn Vorstand sür seine künftigen politischen Agi¬ tationsreden nahe zu legen, mehr bei der Sache zu bleiben und Spötteleien über die Religion zu unterlassen. In seinem eigenen Interesse liegt das. —(Gestorben) ist am 30. September Frau Maria Händler aus Mitterdors Nr. 13 im 78. Lebensjahre und im Siechenhause in Laibach die 71jährige Gemcindearme Gertrud Stalzer. — (Ortstafelreparatur.) In der be¬ nachbarten slowenischen Gemeinde Niederdorf kann man noch immer doppelsprachige slowenisch-deutsche Ortschaftstafeln sehen; in der deutschen Gemeinde Mitterdors aber dürfen nur mehr rein slowenische Aufschriften sein. Kuriose Welt. — (Familienweises Ausmandern.) Wenn das so weiter geht, mag es im Frühjahr mit den Arbeitskräften schön ausschauen. Nicht einzeln, sondern familienweise wird ausgewandert. Als dritte Familie ist kürzlich der erblindete und ge¬ lähmte Private Johann Hönigmann aus Windisch- dorf samt Frau und Sohn nach 10 jährigem Da¬ heimsein wieder zurück nach Amerika. Diese Woche folgen ihm neuerdings 15 Personen. — (Glocken spende.) Die Besitzerin Elisa¬ beth Draschen aus Oberloschin hat für die Glocken der Pfarrkirche 400 X und den gleichen Betrag auch ihre Schwiegertochter Maria Draschen ge¬ spendet. Herzlich sei dafür gedankt I Mutter und Schwiegertochter samt deren vier Kindern sind bereits auf hoher See, um die vom Vater er¬ standene Farm in Amerika bewirtschaften zu helfen. Jahrgang II. ch Die Unterzeichneten geben, vom tiefsten Schmerze ergriffen, allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß ihr guter Bruder, Schwager und Onkel, Herr Daniel Ranzinger Kaufmann am 3. Oktober 1920, nach Empfang der heil. Sterbesakramente, im 39. Lebensjahre in Laibach gestorben ist. Die sterblichen Überreste des teuren Ver¬ blichenen wurden am Friedhöfe zum Heil. Kreuz in Laibach zur letzten Ruhe bestattet. Die heil. Seelenmessen werden in der Stadtpfarrkirche in Gottschee und in der Herz Jesu-Kirche in Laibach gelesen werden. Hottschee, im Oktober 1920. Die Kamillen: Warrzinger, Krek, Worn. Statt jeder besonderen Anzeige! Heschäftsanzeige! Ich beehre mich, der geehrten Bevölkerung bekannt zu geben, daß ich mit Anfang September 1920 im Hause des Herrn Josef Kikel in Gottschee, Schmale Gaffe, eine Sattler-, Tapezierer- u. Ansireicher-Werkstätte eröffnet habe. Die geehrten Kunden der solidesten Bedienung ver¬ sichernd, bitte ich um freundlichen Zuspruch, und zeichne hochachtungsvoll Wiktor Wiöernik. Acsih bestehend aus Haus mit Wirtschaftsgebäuden, Garten, mehreren Ackern, Wiesen und ungefähr 10 Joch Wald, ist wegen Abreise zu verkaufen. Anfragen sind an Herrn H'cter Lacku er in Aeugereirth zu richten. Warnung! Frau Aarmy ZSreßnig, Cafetierin in Gottschee, warnt hiemit, jemandem auf ihren Namen Geld zu leihen oder Waren zu kreditieren, weil sie solche Forderungen nicht anerkennt. Z. 2269. NmümaclMg. Bei der Stadtgemeinde Gottschee gelangt die Stelle des Stadtamtskanzleibeamten zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist der Monatsgehalt samt Teue¬ rungszulage im Gesamtbeträge von 1250 X mitverbunden. Die Gesuche sind bis 31. Gktober 1920 Hieranits zu überreichen. Nähere Auskünfte erteilt das Stadtamt Gottschee. Stadtamt Hattschee, am 10. Hktoöer 1920. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Evvich. Buchdruckerei Jose! Pavlicek -m iÄottschee. Aersteigerungs-KdM. Auf Antrag der Theresie Tschinkel in Gottschee 112, des Joses Jaklitsch in Gottschee 201 und der anderen Mit¬ besitzer werden in einer öffentlichen Versteigerung am 23. Oktober 1920 um 10 Uhr vormittags die beim Bezirksgerichte in Gottschee stattfindet, die nachfolgend angeführten Grundstücke zum Ausrufungs¬ preise verkauft. Jeder Lizitator muß vor Beginn der Versteigerung beim Gerichte 10"/o des Ausrufungspreises erlegen. Dem Eigentümer und dem Mündelgerichte in Gott¬ schee bleibt es Vorbehalten, sich in 9 Tagen zu äußern, ob sie die Höchstanbote annehmen. Nach Zustimmung durch das Mündelgericht ist die Hälfte des Höchstanbotes sofort, die andere Hälfte in 30 Tagen mit 6»/o Zinsen zu erlegen. Alle anderen Versteigerungsbedingungen stehen beim hiesigen Bezirksgerichte zur Einsicht. Einl. Z. 2 in Rieg: Haus Nr. 3, Scheuer, Stall. Äcker, Wiesen, Weidegrund; Ausrufspreis 150.000 X, Einl. Z. 16 in Rieg: die Häuser Nr. 17 und 74, Scheuer, Stall, Garten, Äcker, Wiesen, Weideplätze; Ausrufspreis 125.000 X. Einl. Z. 274 in Rieg: Haus Nr. 92, Acker, Wiese; Ausrufspreis 15.000 X. Einl. Z. 193 in Rieg: Äcker, Wiesen; Ausrufspreis 8000 X. Nähere Auskünfte erteilt Herr Jos. Jaklitsch in Hutterhäuser bei Gottschee. Z. 2270. lWkmachung. Beim Stadtgemeindeamte in Gottschee gelangt eine Sicherheitswachmannsstelle zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist der Jahresgehalt von 1200 X, Aktivitätszulage 360 X und Teuerungszulage 6440 X, zu¬ sammen 8000 X, sowie die Dienstkleidung mitverbunden. Die Stelle gelangt vorläufig in provisorischer Eigen¬ schaft zur Besetzung. Nach einjähriger zufriedenstellender Dienstleistung erfolgt die definitive Anstellung. Anstellnngsvedlngungen. Kenntnis der deutschen und slowenischen Sprache in Wort und Schrift, die Hieramts nachzuweisen ist, un¬ bescholtener Lebenswandel, körperliche Rüstigkeit. Die mit dem Heimatscheine, dem Sittenzeugnisse, dem ärztlichen Zeugnisse, sowie mit den Zeugnissen über die bisherige Verwendung belegten, eigenhändig ge¬ schriebenen Gesuche sind bis zum 31. Hktoöer 1920 Hieramts eiuzubringen. Bei sonst gleich qualifizierten Bewerbern haben ledige und die für Dienste geeigneten Kriegsinvaliden den Vorzug. Stadtamt Hottschee, am 11. Hktovcr 1920.