Nr. 177. Freitag, 3. August 188«. 107. Jahrgang. ^!°.?^>, "? °"^l»"^- ^lt PoNver<«nbnnss: ganziiihrig fi, 15. halblilhlig sl. ?.öc>, .Im «komptolr: I D!c .^'a!"»«« Zcltunz" «rschklnt t««I!« m« «nsnnhmc d?r Sonn» u,id sssieltoqe Die Nbmlniftrallo« ^ < '' balbjnh,ig i l,^i oüer^ii WlederholunqlU pr, .><cu nch der ihm über sein Ansuchen bewilligten Ueber- yine in den ballernden Ruhestand in neuerlicher A's ""lung seiner ausgezeichneten Dienstleistung und "MWdere seiner vieljährigen Wirksamkeit als Prä» ^>,t des Obersten Sanitälsrathes den Stern znm """hllrkreuze des Franz.Ioseph-Ordens allergnädigst '" verleihe,, geruht. __________ h. Der Minister für Eultus und Unterricht hat den d "'"Mchllllehrer an der Lehrerinnen-Bildnngsanstalt ^ , l. l. Civil. Mädchenpensionates in Wien Max «1 nelder zum Hauptlehrer an derselben Lehranstalt Nichtamtlicher Mil. Die innere Politik Bulgariens. him t^s^ ^. '""^" ^'^'^ Bulgariens betrifft, so Hol? "^ überall, von zwei Factorcn ab: vom bl.il! ' ^" ^^ Negiernng. Der tonangebende Theil wi immerhin das Volk. wenn es nämlich geistig so »! '""^schritten ist. dass es sich selbst kennt und den Tln« c - ^"'listens einigermaßen zu erfassen vermag. H v Wuer tüchtigen Vrranlagnng lässt sich dies vom Hn ^"'wulke leider noch nicht behanptcn. Die große Hus ^^^lben befindet sich noch in einem apathischen we,,, ' was übrigens gar nicht zu verwundern ist. Aiitt l'?"« ^^" ^°"rige Vergangenheit kennt. Es gibt Gen,l5 ''"'' drunter namentlich die Handels- und schl.Vü tbe"0k"' denen sich die Augen schon zu er. eine,, /eqmnen. ^'" sie jedoch noch zu befähigen, litil^ ^'lM Uebcrblick über die sie umgebenden po. ""^Verhältnisse zn gewinnen, lellin . '''"^ derartigen Lage der Dinge ist es der in« tes ?i''-" Classe, die minder zahlreich ist. ein leich-in'^ Kationen bald in diesem, bald in jenem Sinne '"»I, ""/l'ä" sehen; immer finden sich gläubige Ohren. . ?"wnäm „ '/ .^"""hrung. Generation anf Generation schlich .,"'V^"n Hausgenossen, begleitet uns that-"l"rda,,er^ " °"^res Ius«t, alle Verfolgnngen '"'d ^7^.' v«n der Wiege bis znm Grabe. Wenn ^"len c>?' ^'''' ""deres lebendes Wesen mehr ver- ' ^Negen sehe,, wir alle Taae Ils °be??^ '"a saß lauge Jahre am Spinnrad. ^" aar n ^"'-^" ^" 'chwach geworden und der Mfn alte./» ) ^ wurde die Mnstermaschlne der ?" «Nem F'" '"-)'' V"de„kammer verwiesen, und ächtete si^ / w,cht>gen Sache aebilrenden Ernste °"f ""d Zlii^l'^""bige Gestalt wieder vor uns "°ch ei., mm '^'"'^"' das« ortan ihr Dasein nnr ^«'erwähreuder Vernichtungslampf gegen d,e gierung weiß das sehr wohl. während es die früheren nicht so richtig erfasst hatten, und sie bewacht mit Argusaugen das Treiben der Agitatoren. Dies sind meist entlassene Beamte, zugrunde gegangene Sp?culan< ten nnd dann einige wenige, die die Politik als Profession betreiben und die da glauben, dass sie dazu ge. boren sind. eine Partei anzuführen. Denn Führer einer Partei zu sein, das ist der sehnlichste Wunsch dieser Art «Profrssionisten», und wenn es eben nicht möglich ist, in einer bestehenden Partei die Führerschaft zu er» langen, so trachtet man eine neue Partei zu grüuden. Deshalb gibt es in Bulgarien so viele Parteien und Fractionen. die manchmal über den Kreis einer Fa» milie nicht hinausragen und demzufolge auch kein eigenes Organ zu gründen vermögen und vor der Oeffentlichkeit > nicht auftreten können. Aber trotzdem existieren sie alle ^ im geheimen zum Schaden des Gemeinwohles und zum Aerger der Regierung. Wenn sich nun die jetzige Regierung zur Aufgabe gestellt hat, derartigen Partei Gründungen einen Riegel vorzuschieben, indem sie die Agitatoren streng braus, sichtigt und mitunter bestraft, so hat sie nicht unrecht. Denn so lange dieses Treiben besteht — und möge es in dieser oder jener Richtung functionieren — so lange ist eine Beruhigung der Gemüther nicht denkbar, und ohne dirse innere Ruhe gibt es leine Möglichkeit für die Schaffung dauernder Zustände in eiuem Lande. Der ewige Wechsel, der bisher in Bulgarien auf der Tagesordnung war. hat es verschuldet, dass auch dessen äußere Politik leine Stabilität gewinnen tonnte und >dass die finanzielle Lage des Landes gerade leine be« neidcnsmerte ist. Nach diesen allgemeinen Auseinandersetzungen wer« den einige Details betreffs Bulgariens, von denen man öfter z>l hören bekommt, leicht aufzufasftn fein. Da ist zuerst der Parteienhader. Es versteht sich von selbst, dass die Opposition nicht auf Rosen gebettet ist; aber man darf auch nicht vrrqess.n. dass diesrlb?. als sie am Ruder war. mit ihren Gegnern gerade so verfuhr, viel« leicht noch strenger, als jetzt mit ihr verfahren wird. «Wie du mir, so ich dir.» Die Sache gleicht sich aus oder sie wird sich noch ausgleichen. In Bulgarien bleibt niemand dem andern etwas schnldig, und ge-wohnlich ist die Frist bis zur Austragung eine sehr kleine, so dass alles noch im frischen Gedenken bleibt nnd pünktlich zurückbezahlt wird. Wenn also der Partei-streit in Bulgarien nicht mit Glacö-Haudschlcht-n ge» Fliegen, diese unmittelbaren nichtsnutzigen Abkömmlinge des Bösen, sein solle! Wie Kindersinn und Oreisenart darin gipfeln, dass sie Geringes wichtig nrhmen, konnte nichts die gute brave Alte mehr aufbringen, als wenn sie in ihrer Verfolgung gestört wurde, und sie trug es lange nach, wenn gar durch unserseitiges «freiwilliges» Verschulden ein hitzig vrrfulgter Feind entkam. Eine furchtbare, fast immer todtbringende Waffe war die Klappe, ein mehr als handbreites, gefüttertes, schwuug. voll ausgeschnittenes Stück Leder an einem entsprechen-den Rohrstaoe. . Von Zimmer giengs zu Zimmer, »mmer m die Runde; allr G>danken wurden zu Fliege», und so war nichts natürlicher, als dass am Tage, welcher tue irdische Auflösung brachte, sich die Sterbende uoch emes besonders bösen Tages erinnerte. Eine vorwitzige Fliege wollte an einem verschütteten Milchtropfen auf dem Kaffectische sich gütlich thun. «Klaps.» sagte die Großmama, «aber—» «Klaps.» echoten auch wir, denn die neue Kanne lag zerbrochen am Boden, und die sich ihre Veilchen höhnisch schabende Fliege saß der fast versteinerten Verfolgerin auf dem vlütenweiheu Haubenbande uod stiftete ein bekanntes Tüpfelchen. Als ge« rechter Vergelter war nun ich fchnell bei der Hand uud ^ husch ^_ mit dem Slimmeu wars ans. der Frosch erhielt seine Mahlzeit. Großmama sagte dazu nur: «I, die Fliege!» und machte Kehrt zu noch weit größerem Unglücke. Auf dem oberen Rahmen der Stubenthür ist wle-der ein dunkles Pünktchen. Znm Schlage ist ausgeholt, da, gerade im kritischen Momente, öfsuet sich vor der erschreckten Frau die Thür. Der Luftzug vertreibt na» türlich die Fliege, die Klapp? aber wird in drr Angst führt wird. so geht das niemanden was an. wie es die Bulgaren selbst betheuern: wir sind unter uns und werben uns schon ausgleichen; dazu haben wir die Ein» mischung einer fremden Macht nicht nöthig. Bei allebrm ist die öffentliche Sicherheit eine ver« hältnismäßig ganz vorzügliche. Die Affaire von Belova darf uns nicht beirren; bei dieser sind ganz andere Dinge im Spiele, als Hebelgriffe gegen die öffentliche Sicherheit. Bis einmal die Gefangenen befreit sind, dann werden wir es ja noch hören, wie sie überhaupt in Gefangenfchaft gerathen sind. Es dürfte sich heraus» stellen, dass ganz gewöhnliche Gewinnsucht mit im Spiele war. welche mit der öffentlichen Sicherheit oder, besser gesagt, Unsicherheit gar nichts zu schaffen hat. Man lann in ganz Bulgarien zu jeder Jahre«, und Tageszeit reisen, ohne fürchten zu müssen, dass das Leben irgendwie in Gefahr wäre. Gewiss hört man viel seltener von Raub» und Diebesgeschichten aus Bulgarien, als aus anderen Ländern, die schon bei« weitem fortgeschrittener sind. Und wie gerne werden solche von der oppositionellen Presse des In» und Auslandes ausgebeutet und an die große Glocke ge« hängt! Die politische Verwaltung functioniert ganz zu« friedenstellend. Es fehlt natürlich au der nöthigen Geschicklichkcit; aber es wird nichts unterlassen, was zu thun nölhig ist. Mit Geduld erreicht man alles auch von den bulgarischen Gerichten, deren Unparteilichkeit trotz der Absetzbarkeit der Richter anerkannt werden muss. Gute Straßen. Brücken und Wege sind in ganz Bulgarien zu finden. Auf die Erhaltung derselben werden enorme Summen verwendet. Die Sanitätsverhältnisse sind schon deshalb günstiger, weil das Klima überall ein ganz vorzügliches ist und weil die Leute nicht verweichlicht, sondern an alle Strapazen und Unbilden seit jeher gewöhnt sind. Auch auf Rein» lichkeit in den Städten und in den einzelnen Häusern wird sehr geschaut. Der Medicinalrath in der Haupt-stadt gibt sich alle Mühe. diese Verhältnisse von Jahr zu Jahr günstiger zu gestalten. Es erwachsen ihm jährlich nene Kräfte in Aerzten, welche anf einer aus» ländischen Universität ihre Bildung genossen haben. Alle diese Ressorts unterstehen dem Ministerium des Innern, und deshalb hielten wir es für angezeigt, berfelben in Kürze zu erwähuen, damit fich das Bild von der inneren Lage deS Landes complet gestalte. _____________________ X. X. zu kurz gelenkt und — der Herr Papa. obwohl keine Fliege dazu berechtigt, erhält das Gegentheil einer Lirb-kosuug auf die Nase, Komisches Entsetzen. Dass ein zärtlicher Bär als treuer Wächter seines schlafenden Herrn u«u einer Fliege willen zum uuabsicht« lichen Mörder geworden, ist uns anf der Schulbank, natürlich als Märchen, gelehrt, und dass oft eine Fliege jilst in den Moment,!,, wo Sitte und Herkommen feierlich ernste Falten vorschreiben, unwiderstehlich den arqen Kitzel zum Niesen bringt, wer hatte es nicht selber schon erlebt! Wie zu allen Zeiten Undank der Welt Lohn, muss sich auch an unserer Freundin bethätigen. Es wird ihr keineswegs gutgeschrieben, wenn sie durch rechtzeitiges ahnungsvolles Eingreifen von einem bedrückenden Traume erlöst oder wenn fie überhaupt fo gutmüthig erscheint, den nur auf ein halbes Stündchen irgendwo Einqenickten pünktlich auf Grund seiner gehörten Selbstgespräche daran zn erinnern, dass seine Uhr eben abgelaufen. Wie hurtig fasst da allemal die Hand nach ihr? Eine rührende Ausnahme macht nur jener gemüthliche Landpfarrer, welcher sich mit seinen Fliegen ständig dadurch abfand, dass er ihnen einen Löffel Reisbrei auf dem Esstische extra bot. Im übrigen ist zwischen Lippe und Aecherrand oft noch ein weiter Weg. Schon hebt sich die Hand. schon neigt sich das Haupt, da fällt es einer Fliege ein. noch schnell den Mundschenk zu spielen, aber schon zappelt sie im Glase und — das empfindsame Men» schenkind verzichtet auf sein entweihtes Nasz. In man« ches Necklein, das so appetitlich den Kasseetisch ziert, hat der eilige Bäcker noch eine Fliege hineina/buckln'. Ein größeres Stück, als eigentlich nöthig, macht sie unappetitlich, und somit. Wein wie Brot auf Kosten iMüchcr Zeitung Ni. 177. 1510 3. Auaust 1888. Aus der Handelskammer. II. Die Handels' und Gcwerbekammer setzte sich in diesem Gegenstände mit dem löbl. lrainischen Landes» ausschusse und der löbl. Stadtgemeinde Laibach in Verbindung. Der aus diesen Vertretungskörpern zusammengesetzte Nutzschuss bestand aus den Herren: Bürgermeister Grasselli, Gemeindcrath Pakic. Handelskammerpräsident Kuschar uud Landesausschuss Mur < nil, die sich auf Grund eingehender Berathungen dahin einigten, im Wege der Handels' und Gewerbekammer nachstehende Beschlüsse den gedachten Vertrctungsküsperu zur Annahme zu empfehlen: 1.) Für die Schullocalitä'ten und eine entsprechende Bedienung werden ungefähr 1200 fl. erfordert. Diese Auslagen hätte die Stadtgemeinde Laibach zu über' nehmen, die Handels» und Gewerbelammer hätte sich aber an die löbliche Direction der lrainischen Spar-casse und den löblichen Landesausschuss mit der Bitte zu weuden, dass diese je 200 ft., daher zusammen 400 st. jährlich beitragen mögen. 2) Für die erforderliche Schuleinrichtung (Schulbänke. Katheder. Tische, Tafeln. Sesseln u. s. w.) werden 600 st. benöthigt. Diese Auslagen hätte die Stadt-gemeinde Laibach zu übernehmen, die Handels» und Gcwerbekammer hätte sich aber an die löbl. Direction der krainischen Sparcasse uud den löbl. krainischen Landesausschuss mit der Bitte zu wenden, dass diese je ein Drittheil der Auslagen übernehmen mögen. 3.) Für die erste Einrichtung mit Arbeits- und Zeichentischen. Arbeitsgeräten. Werkzeugen. Arbeitsmaterialien, Lehrmitteln n. s. w. ist mindestens ein Betrag von 1000 fl. erforderlich. Von dieser Auslage übernimmt die Unterrichtsverwaltung die Hälfte, die zweite Hälfte würde der löbliche ki-ainische Landes» ausschuss übernehmen, und die Handels- uud Gewerbe-kammer hätte sich an die löbliche Direction der lrainischen Sparcasse mit der Bitte wegen Uebernahme der Hälfte dieser zweiten Hälfte, d. i. wegen eines Beitrages von 250 st., zu wenden. 4.) Für die jährliche Nachschaffung der unter 3. angeführten Gegenstände ist ein Betrag von 300 fl. erforderlich, von dem die Hälfte die Unterrichtsverwaltung übernimmt. Von der zweiten Hälfte möge aber der lrainische Landesausschuss ein Drittheil, die Handelsund Gewerbekammer ein Drittheil übernehmen, und letztere möge sich an die löbliche Direction der krainischen Sparcasse wegen Bewilligung eines Beitrages von 50 fl. wanden. 5.) Für Stipendien möge die Handels» und Ge-werbckammer jährlich 150 st. votieren und sich an die löbliche Direction der krainischen Sparcasse, den löblichen krainischen Landesausschuss und den löblichen Gemeinderath mit der Bitte wenden, dass diese auch Stipendien gründen mögen. Die Kammer hat diese Beschlüsse des Special-ausschusscs dem trainischen Landesausschusse, dem Stadtmagistrate Laibach und der Direction der krainischen Sparcusse in Laibach mitgetheilt und um Förderung der Errichtung obiger Fachschule gebeten. Der krainischc Landcsausschuss hat auch bereits mitgetheilt, dass er im Sinne obiger Beschlüsse des Specialausschusses die rcchtsverbindbliche Erklärung an die hohe Unterrichts- der Fliegen zusammengerechnet, könnte der Nationalwohlstand schwer geschädigt werden, wenn dergleichen sich allzu oft ereignete. Wie manches weiße, zartduftige Sommergewand, wie manchen kostbaren Schleier haben sie auf d.'m Gewissen, darum hat die Frage aus schönem Munde ihre vorzugsweise Berechtigung: Wozu siud diese Fliegen da? Aber alles ist im großen Naturhaushalte an seinem richtigen Platze, es ist noch keiner thörichten Beweisführung gelungen, uns zu überzeugen, dass ein einziges unter Millionen von Blättern an einem Eichbaume überzählig, noch weniger wird jemand imstande sein, darzuthun, dass das am meisten gehasste Geschöpf keine Lücke böte. wenn es nicht da wäre. Mikroskopischer Wissenschaft verdanken wir in unserem Falle längst die Belehrung, dass die Fliege ihre hochwichtige Mission als — Luftreinigerin zu erfüllen hat. So mancher glaubt am schwülen Sommernachmittage ein stärkendes Schläfchen endlich verdient zu haben, er streckt sich auch behaglich auf bequemes Lager aus und erwartet des Todes Bruder. Aber der kommt nicht, vielmehr summt es um ihn herum, er hört sich verhöhnen, kämpft mit unsichtbaren Geistern so lange, bis es mit der Müdigkeit aus ist, und empört und hastig fährt er auf. Das verscheucht die Fliege, fie findet den Ausweg durchs offene Fenster, und draußen — nun, der müde, schlasberaubte Herr der Welt, der alltäglich Staunens« wertes vollbringt und sich daneben des Kleinen nicht erwehren kann. er ist gerächt. Draußen auf dem Gitter de« Blumenbeetes saß ein Nothschwänzchen nnd nahm dchende d,e nnlllummene Füllung für seinen hungrigen Magen ni Empfang. ' ^ « E. Rüdiger. Verwaltung abgab, weiters dass er der Stadtgemeinde Laibach zur Bestreitung des Mietzinses für die Loca< litäten, deren Erhaltung, Beleuchtung. Beheizung nnd für die Bedienung einen jährlichen Beitrag von 150 st. beitragen uud für die erforderliche Schnleinrichtung ein Drittheil der Kosten tragen wird. Endlich gab der Landesausschnss bekanut, dass er für Stipendien 150 fl. in den Voranschlag des Landesfondes für das Jahr 1889 einstellen wird. Da mit Bestimmtheit zu erwarten ist, dass sowohl die Stadtgemeinde Laibach als auch der löbliche Spar-casseverein die Errichtung dieser Fachschule fördern werden, so steht sicher zu erwarten, dass die von der Kammer angeregte Errichtung dieser Schule noch im Lanfe dieses Jahres erfolgen werde. (Der löbliche Spar-cafseverein und der Gemeinderath der Landeshauptstadt Laibach haben inzwischen bereits Beschlüsse im Sinne des Ansuchens der Kammer gefasst, und ist die Errichtung dieser Fachschule gesichert, wie wir bereits mit« gethci t haben. Anmerkung der Redaction.) Der Berichterstatter empfiehlt sodann folgende Anträge zur Annahme: 1.) Die Handels- und Gewerbrkammer für Krain in Laibach verpflichtet sich, filr die jährliche Nach-fchaffung der Arbeitsgeräthe, Werkzeuge, Arbeitsmate^ rialien, Lehrmittel u. s. w. für die zufolge Erlasses Sr. Excellenz des Herrn Ministers für Cultus und Unterricht vom 5. Jänner 1888. Z. 17.974 — in-timiert mit der Note des löblichen k. k. Landesschulrathes vom 10. Jänner 1888, Z, 34 — in Laibach zu errichtende Fachschule für Spitzeunäherei nnd Kunststickerei den Betrag von 50 fl. der hohen Unterrichtsverwaltung zur Verfügung zu stellen. 2.) Für Stipmdien, die den Schülern der unter 1. bezeichneten Fachschule zu verleihen wären, wird jährlich ein Betrag von 150 fl. in den Voranschlag eingestellt. 3,) Das Präsidium wird beauftragt, die Geneh-migliug dieser beiden Beschlüsse bei Sr. Excellenz dem Herrn HaudelZmimster zu erwirkeu. 4.) Die Eingaben, die das Kamnierpräsidium wegen der Beitragsleistungen an den löblichen Landes-ausschilss, den löblichen Stadtmagistrat und die löbliche Direction der krainischen Sparcasse gemacht hat, werden zur genehmigenden Kenntnis genommen. Die Kammer nahm diese Anträge stinnneinhel-lig an. Politische Uebersicht. (Die todte Saison) hat auch auf politischem Gebiete ihren Höhepunkt erreicht, denn wir stehen bereits in der Zeit, wo alljährlich die sommerliche Jagd nach Enten cn vo^us ist. Heuer ist eine besondere Species von politischen Enten sehr beliebt. Es wird nämlich in allen erdenklichen Variationen erzählt, dass ein Wechsel im Unterrichtsministerium bevorstehe. Kürzlich wusste ein czechisches Brünner Blatt zu berichten, dass Herr v. Gaulsch uud der Statthalter von Mähren, Graf Friedrich Schönborn. ihre Posten tauschen werden. Nun debütieren auch der «Pester Lloyd» und die «Kreuzzeitung» niit ähnlichen Meldungen. Dass diese Nachrichten jeder Grundlage entbehren, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. (St empel b efreiun g bei Löschung kleiner Satz Posten.) Der Justizminister hat folgenden Erlass an die Oerichtihöfe gerichtet: «Anlässlich der Vorbereitung des Gesetzes über die zeitweilige Stempel« und Gebürenbefreiung bei Löschung kleiner Satzposten wurde die Wahrnehmuug gemacht, dass die Partrien von den ihnen durch das Gesetz vom 31. März 1875 eingeräumten Begünstigungen, ungeachtet einer mehr als zwölfjährigen Wirksamkeit desselben, bisher nicht in jenem Maße Gebrauch ge« macht haben, wie dies im Interesse des Realcredites und im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung im Grundbuchstaude wünschenswert erscheint. Die Par. teien haben es vor der Anlegung der neuen Grund« bücher unterlassen, die zahllosen kleinen, schon längst bezahlten Schuldposlen löschen zu lassen, so dass sie in die neuen Grundbücher übertragen werden mussten. Im Interesse der Vereinigung der Grundbücher werden daher die Gerichte angewiesen, die Bevölkerung bei jedem geeigneten Anlasse auf diesen Uebelstand auf« merksam zu machen, sowie dass die für die Löschung kleiner Satzposten eingeräumte Slempelfreiheit nur noch kurze Zeit gilt.» (Parlamentarisches,) Wie verlautet, gedenkt der Abgeordnete der Landgemeinden Auspitz« Oaya :c.. Herr ?. Franz Weber, slin Reichsrathsmandat niederzulegen. (Das Reichsgesetzblatt) veröffentlicht das Uebereinkummen zwischen Oesterreich-Ungarn nnd Spanien vom 27. December 1887. betreffend die Verlängerung des Handels- und Schiffahrtsuertraa.es vom 3. Juni 1880. dann eine Verordnung des Handelsministeriums vom 15. Inli 1888. betrrffend die Abänderung der Vorschrift über die Haftpflicht der Post anstatt sür FahrpostsendlMgen ohne Wcrldl'claration. (Palastrevolution in G r a n.) Wir haben über die Aufseheu erregende Affaire berichtet, welche sich im Graner erzbischöflichen Palais abspielte: die Abdankung^ des Hufkaplans des Cardinals Simor, Dr. Ernst Seda, und des Canonicus li luwi-« P. Rein", wobei der erstere, welcher gegenwärtig im Auslande weilt, bekanntlich auch den Entschluss kundgegeben lpl, aus der katholischen Kirche auszutreten. Nie uns nu» ans Budapest berichtet wird, dürfte Dr. Seda sich nächstens mit einer jungen vornehmen Dame uer» mähten, der er im vorigen Jahre bei ihrer Schcidl»'3 vou ihrem ältlichen Mauue mit seinem Einflüsse beim Consii'torialgerichte bchilflich gewesen ist. (Die Kai srrreise nach Petersburg.) Die «Kölnische Zeituug. glaubt alle bis jetzt umlaN' senden Gerüchte ubrr Ergebuisse der Kaiserreise als auf Erfindung beruhend bezeichm'u zu löunru. E«was Begründetes sei noch von keiner Seite in die OrffcntlW feit gedrungen. Nach der Rückkehr dcö Kaisers nach Berlin, der bekanntlich ein Besuch in FriedrichsrU" vorausgegangen, seien jedenfalls autheutische Mitlhe»' lungen zu erwarten, die deu Ton für den Grad von Wichtigkeit angeben werden, welche die öffentliche M>' nung der Petersburger Zusammenkunft beilegen sou» Indessen dürfe daran festgehalten werden, dass man sich in leitenden Kreisen jehr befriedigt über die Kaistt' znsammenkunst ausspricht (Nussland und die Türkei.) Die bereits dem russische» Botschafter Nelidov übergebene Antwort der Pforte auf die russische Urgeuznote in der Kriegs' entschädigungsfrage dürfte in Petersburg schwerlich Be< friedigung erwecken. Sie verspricht für die Zukunft viinlt-liche Einhaltung der Fälligkeiten und schlägt belM Tilgung des aufgelaufenen Rückstandes von' 70()M türkischen Pfund vor. die jährliche Rate vou 350.l^ türkischen Pfund auf 450.000 zu erhöhen, so dass also der Rückstand in sieben Jahren amortisiert sein würde. Dieser Vorschag wäre unter normalen Verhältnisse" annehmbar; es fragt sich aber schr, ob die Pforte ul der Lage sein wird. diese neue Verpflichtung pünktlich zu erfüllen. (Serbien.) Gegenüber den in einem Theile del auswämgrn Presse neuerdings verbreiteten Nachricht'"' dass König Milan ernstlich erkrankt sei und dass diele Erkrankung in Serbien vielfache Besorgnisse hervorrtt^ wird der «Pol. Corr.» vou comprtenter Seite a»s Belgrad versichert, dass der König sich zwar in etn», nervösem Zustande befinde, dass aber von einem el""' lichen Unwohlsein erfreulicherweise gar leine Rede ^ könne. Der König nimmt nach wie vor den reg"^ Antheil an den Staatsgeschäften. Wie des weites dorther gemeldet wird, steht es nunmehr fest, ^ Kronprinz Alexander seinen löniglichen Vater auf ^ bevorstehenden Reise in das baierische Hochland ^ gleiten wird. Für die Dauer der Abwesenheit ^ Königs Milan wird der Ministerrath mit der Reg^ schaft des Landes betraut sein. (In Constantino pel) behauptet sich ^ einigen Tagen das Gerücht, dass heimlich eine ^ construction des Cabinets vorbereitet werde. Die daraül bezüglichen Gerüchte haben denn auch eine greiM Gestalt angenommen, und werdeu bereits der rhenial'li Großvezier' Said Pascha und Dsckemil Pascha ">' Mitglieder des neuru Ministeriums genannt. ... ( Egyptc n.) Wie man ans Alexandrien sch>H hat das egyptische Kriegbmiuistcrium beschlossen, ^ Mann des Ababdeh-Stammes gegen monatliche!' ^ halt an Geld und Getreide in Dienst zu nehmen. " südlich vou Wady Halfa gegen die Sudaner Vorpo!^ dienste zu verschen. Die Kosten hirfür sollen der I Zwecke des Sudans bestimmten Million entn0in>" werden, welche bekanntlich bei Aufnahme dc3 lep garantierten Anlehens eigens hiefür ausgeschieden wu^' Tagesneuigleiten. , Se. Majestät der Kaiser habm, wie ^ «Prager Abendblatt, meldet, zum Wiederaufbaue ^ abgebrannten Armenhauses in Suunenberg eine» ^ trag von 150 fl. zu spenden geruht. — (Blühender Birnbaum.) Das H"'H Jahr zeichnet sich dnrch Abnormitäten der Witterung " Vegetation aus. Im Garten des Schlossermeistcrs M" ^d, in Vlicklabruck kann man, wie von dort geschrieben ^ ^ einen Birnbaum im vollsten Blütenschmucke sclM, ^ A rend derselbe zugleich mit halbreifen Früchten bedeck ^ — (Kaiser Wilhelm und Nayre" ^ Kaiser Wilhelm hat ein Telegramm „ach AaY ^ gerichtet, worin er die Witwe Richard Wagner ^ dem großen Erfolge der Vühnen-ssestspiele beglück'"""'^ und seine Freude über die dauernde Theilnahme f"l nationale Unternehmen ausspricht. ^^ — (Blitzschlag.) Am 30. v. M. ist ein 1^ liches Unwetter über Turna im Trenciner Eonnlat' ^ gegangen. Dcr Blitz hat mehrmals eingeschlagen, ^ ^ reiche Holzbrücken sind eingestürzt, drei Kinder ^^ Leute ertranken im Weiher. Ein I7jäl)rigcs ^ ^ch unter einer Brücke Schutz suchend, stürzte in de" und ertranl. kuiwchcr Zeitung Nr. 177. 1511 3. August 1888. ^ ^- (Der Schall des W a s se rs.) A,i einzelnen --tellen der Küsten von Sumatra und der Moluklcn cr-cnnen die Fischer des Nachts die Tiefe des Meeres und >'e Beschaffenheit des Meeresgrundes au dem Schall, velchen das an die Korallenriffe anschlagende Wasser eräugt. Auf 20 Fuß oder weniger gleicht der Schall dem! prasseln des Salzes, das man auf glühende Kohlen wirft; "'s 50 Fuß ist es das Ticktack einer Uhr, mehr oder vemger stark, je nachdem der Grnnd ausschließlich ws Korallen oder abwechselnd aus Korallen und Schlamm >der aus Korallen und Sand gebildet wird. Wenn der Meeresgrund nur aus Saud besteht, ist der Schall klar "d rein; besteht er nur aus Schlamm, dann ist der dchall dumpf und gleicht dem Summen eines Vienen-!chwarmes. In finsteren Nächten richten sich die Fischer !?ach diesen verschiedenen Tönen bei der Wahl ihrer Aschplätze, Um die Schallnntcrschiedc besser hören und 'Haben zn können, legen sie das eine Ende des Ruders w das Ohr, während das andere Ende ins Wasser taucht. (Was uns noch fehlt.) Ueber einen soeben fundenen Merkel-Automaten berichten deutsche Blatter: ^iach dem Princip der automatischen Wage hat jetzt ein Laster E.finder die selbstthätige Drehorgel hergestellt, ver Besitzer einer solchen Drehorgel zieht dieselbe auf, !leut sie auf den Hof eines wohlbevölkcrten Hauses und ^glbt sich sorglos in das nächstgrlegene Wirtshaus. Die ""horgrl spielt, ohne dass sie gedreht wird, so lange, . k'ner der gequälte» Hausbewohner eine Nickelmünze Wrt. Darauf verstummt sie drei Minuteu lang und be-Mnt vo„ „^^ ^^ ^ ^ ^ ^ N<,chrich^ Ht aber der Automat erfuudcn ist. Das fehlte uns 2"adenoch. A ^- (Das Opfer einer wüthenden Katze.) . ^ ^nglühncr Johann Faber wu, dc vor drei Wochen . "ubapest von einer wüthenden Katze gebissen. Faber s^k nicht auf die Verletzung und gieng seinem Ge« ^N'te nach. Sonntag jedoch erkrankte der Mann, und "schied der Unglückliche unter grässlichen Leiden au dec ""'lhkraulhcit. 7^ (Tödtlicher Sturz.) Der seit langen Iah- n ln Marbnrg bedienstet gewesene Marqueur Josef b//.^v' ein Schweizer, hatte seinen Herrn zu Grabe «Ak'let „ud begab sich dann ins Cafe- Url; dort vcr-rmc der etwas kurzsichtige Mann die gesuchte Thür und ? "ber elf Stnfen in den Keller; er erlitt dadurch > Miwere Verletzungen, dass er an Ort und Stelle den ^'sl aufgab, h.^ (Selbstmord einer Dame.) Aus Wien richtet man uns: Die Gemahlin des commerziellcn Con-iH ^' >r Nordbahn, Herrn Karl Andracsek, nahm ' ^ 'n einem Anfalle von Melancholie durch einen Sprung """ vierten Stock das Leben. ,H ^ (Bei der Prüfung) Gcschichtslehrer: agen Sie mir, was wäre geschehen, wenn Heinrich der "te nicht ermordet worden wäre?» — Schüler: as.I?^^"llchkeit. welche jener Fremde mit mir dürfte " ^^ sp^^b Hl'rr von Node» weiter — Vlark '^ '" ^"'^ Einbildung bestanden haben, liebe waa <> ^"^ die Angst noch gesteigert gewesen sein Schilt,^. Leute führten vermuthlich nichts Gutcs im Vesik,,. schlichen M nachtschlafenden Zeit ans der einig "^,.""es Oheims umher. Sie wollten dies mit leicht d^ ,7^'^ "I"" können, nnd es hat sich viel-^schein,. """ von ihnen Mühe gegeben, meine dir ei 'i^ s!'^, besten Kräften nachzuahmen. Das ist ""d ez f.l waning, welche ich abzugeben vermag, euch. di. m ^"" jedenfalls nicht weniger daran als z« dass ^"brheit ^ ergründen. Du gestehst selbst g'uain t > 5 l'"^ Männer von dem andern Morton' richtig w"d' Mary. Ich vermuthe, es ist dies der «Al. «^ Gesellen.. blöden !',"'"".> unterbrach Mary Herrn von 'ch den„'^""e dich ganz deutlich sprechen Hätte d'es ver "^ dnne Stimme verkennen können? Ueber-"a>'Nte ,?'" '?' wie jener andere dich einmal ,Rode^ ^""rde,. i"°"l ^" '^" iglest, ob er denn toll ^prechei^ ' '"'" er es wage, diesen Namen ans- "'t j'^"Z' henkst du wirklich im Crnst daran, mich ^>,rlv,n " '" ^"°" ^l bringen? Leider kann ^da3d7.n"'cht habhaft w.rd n. um dir dadurch ^"9 Mischen ?' ^" ^weisen, dass keinerlei Zusammen« ^en lhnen und mir besteht. Du magst jedoch des 40jährigen Rcgierungs-Iubiläums Sr. Majestät des Kaisers zu verbinden. Das Hauftlvcrdienst an ber wirklich gelungenen Durchführung des Festes, welches am verflossenen Sonntage abgehalten wurde, gebürt dem Herrn Kaplan Koblar und Herrn Gutsbesitzer Stare, welche sich der Sache mit einem Eifer und einer Ausdauer widmeten, die allein eine Bürgschaft für den Erfolg geben. Auch der Gemeindevorstand Levc hat einen namhaften Veitrag zur Bewirtung der Schulkinder gespendet — nicht zu vergessen unseres immer noblen Brauhauses, welches außer Geldbeiträgen auch noch seine große Gratisbier-schleuse zu Festzwcckcn hoch ausgezogen hatte. Schon die allgemeine Beleuchtung am Vorabende des Festes muss als sehr gelungen bezeichnet werden. Noch vor Einbruch der Dunkelheit war der ganze Ort festlich beflaggt, und später hatte jedes Dachfenster sein brennendes Lä'mpchen; besonders reich und geschmackvoll beleuchtet waren die Fabrik von Melliher und die Kaplanei; die Mühlen des Großindustrielle Majdic und das Schloss Habbach machten in ihrer Beleuchtung aus der Ferne einen wundervollen Eindruck, welcher durch die zahlreichen Freudcnfcucr auf den nächsten Höhen noch erhöht wurde. Die Musilbande durchzog die Straßen mit klingendem Spiel, dazn knallten die Pöller, und an staunenden, bewundernden Menschen war natürlich auch kein Mangel. Vom eigentlichen Festtage vormittags seien nur kurz erwähnt die Tagcsreveillc, Pöllerlnall, festliches Geläute, um 10 Uhr feierliches Hochamt mit Tedeum, was alles mit großem Pomp, jedoch Programmäßig sich abspielte. Die Witterung war zweifelhaft und lieh leine rechte Fcst-stimmnng aufkommen; als jedoch Nachmittag Jupiter Pluvius seiue Absicht, dem Feste einen Vesnch zn machen, bnrch einige freundliche Sonnenblicke hatte cndgiltig dementieren lassen, machte sich sofort das Hercinströmen der Bevölkerung aus den umliegenden Ortschaften bemerkbar. Um 3 Uhr nachmittags begann die Feier mit dein Aufmarsch? der Schüler auf dem Feslplatze inmitten des Ortes, wo sich gleichzeitig auch der Gesangverein «Lira» und der Kronprinz RudolsVeteranenvercin, beide von Stein, mit ihren Fahnen eingesunden halten. Nach Absingnng der Voltshumne bestieg Herr Kaplan Koblar die hübsch dccoricrte Rednerbühnc und hielt die von echt patriotischem Geiste durchwehte Festrede. Die mehrlansendküpfige Menge, die sich während der ganzen Zeit musterhaft benahm, lauschte entblößten Hauptes in lautloser Stille den Worten des Redners. Der nächste Redner, Herr Michael Starö, in seiner Eigenschaft als Orlsschulinspector, apostrophierte die Schuljugend in einer kurzen aber gediegenen, durch sein klangvolles Organ zur vollen Wirkung gebrachten Nede. Während der folgenden Schülervorträge und Vcr-theiluug der Prämien, welche Herr Vezirlshauptmann Fr id rich aus Stein mit herzgewinnender Freundlichkeit persönlich besorgte, hatten wir Zeit, den Platz zu durchwandern. Das benachbarte Stein hatte außer den bereits erwähnten zwei Vereinen und den Spitzen der Behörden beinahe seine sämmtlichen «oberen Zehntausend», Domschale aber seine hübschesten Vertreterinnen zum Feste entsendet; anßerdcm bemerkten wir in der Menge Herrn Baron Lichtende rg mit Frau Gemahlin, Herrn Baron Taufferer, Herrn Vezirlsrichler Polec und Herrn Notar Kersnik aus Eag :r. Wir horchten noch eine Zeitlang den Klängen der Musik und den alles Lob verdienenden Vortragen der Steiner Sänger, betheiligten überzeugt scin, dass der Onkel seinen Leuten den Auftrag ertheilen wird, für die Folge schärfer acht zu geben, damit niemand sich des Nachts in den Park zu schleichen vermag.» «Vater, du hast noch nicht alles vernommen.» wandte Richard cin. «Mary hat auch eine Schachtel, gefunden, welche ich an mich nahm und öffnete. In derselben befinden sich zahlreiche Briefe, anscheinend von deiner Handschrift, vor Jahren verfasst nnd mit dem Namen Morton' unterzeichnet. Sie sind alle im Auslande geschrieben; auch liegt ein Blatt dabe«, auf dem unsere sämmtlichen Namen und Geburslage sowie der Name unserer Mutter steht. Diesen Daten ist die Bemerkung hinzugefügt, ,es dülfe leme Irrung statt, finden'. Was kann das zn bedeuten haben?» Die graue Gesichlssärbung Herrn von Rodens ließ leinen Wechsel zn. nnd im übrigen hatte dieser Mann sichtlich seine Züge zu sehr in der Gewalt, um durch dieselben zu verrathen, was in ihm vorgienq — um zu verrathen, dass er, statt dem Frager Nede zu stehen, sich am liebsten auf ihn gchiirzt hätte, um ih» zu Boden zu schmettern mit wnchtigem Schlag. «Ich ringe thatsächlich nach Athem,» sprach Herr von Roden endlich, nnd seine Stimme strafte feine Worte nicht. «Kann ich die Briefe fehcn, Rlcharo? Ich versichere dich. dass ich keine Ahnung von denselben habe. Icner Morton wird jedenfalls besser darüber Auffchluss zu geben wissen. Er und ich aber find zwei grundverschiedene Menschen. Nun, hast du noch irgend eine andere Anschuldigung gegen mich vor-zubriugen?» Richard schwieg; Mary jedoch trat vor und reichte dem Vater die in dem Kahn gefundene Photographie uns an der Tombola, und ehe man sich's versah, war der Abend hereingebrochen und die ersten farbigen bengalischen Lichter flammten auf, das Zeichen zum Beginn des Feuerwerkes gebend. Da hatten wir wieder Gelegenheit, die ftyrotechnischen Fertigkeiten des Herrn Michael Stare zu bewundern, welcher uns mit einer Musterleistung überraschte; und als zum Schlüsse die Initialen des Allerhöchsten Namens in imposanter Größe in farbigem Lichte erstrahlten, da durchbrauste die Luft ein «Zivio!» von jener ergreifenden Wirkung, welche nur der spontane Ausdruck) der Begeisterung einer großen Volksmenge hervorzubringen vermag. Damit war das Fest osficiell zu Ende; wie lange es aber nichtosficiell fortgesetzt wurde, darüber dürste die ausgehende Sonne des nächsten Tages am ehesten Auskunft zu geben imstande sein. Das Fest macht seinen Veranstaltern Ehre und wird den Theilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben. —r. — (Zu den Truppenmanövern) in Untersteiermark werden die (i. und die 28, Infanteriedivision bcigezogcn werden, von welchen sich die letztgenannte am 28. August bei Cilli, die li. Division aber zur selben Zeit bei Marburg concentrieren wird, um bis !). September je für sich zu manövrieren. An diesem Tage beginnen in Gegenwart des Kaisers, des Kronprinzen und mehrerer Erzherzoge die Manöver ber beiden Divisionen gegen einander, zu welchem Zwecke die eine von Cilli zunächst nach Gonobitz, die andere von Marburg nach Windisch-Fcistrih vorrücken wird, und am 12. September gelangen die Manöver zum Abschlüsse, worauf sich der Kaiser und sein Gefolge nach Kroatien begeben werden. Die 2«. Infanteriedivision aus Laibach wird aus 18 Bataillonen, und zwar 3 Bataillonen des 7., 3 Bataillonen des 17. und 4 Bataillonen des !17, Infanterieregiments, 4 Jäger- und 4 Landwchrbatailloncn, ferner aus 5, Escadronen des 12, Uhlanenregiments, 3 Batteriedivisionen uud einer halben Compagnie Genietruppe bestehen. In Cilli selbst werden sämmtliche Stäbe, also auch drei Musilbanden, und ungefähr 3000 Mann unterzubringen sein. Die ll. Infanteriedivision, welche sich, wie bereits erwähnt, bei Marburg concentriert, wird aus 4 Bataillonen des 27,, 3 Bataillonen des 47., 3 Bataillonen des 37. und 4 Bataillonen des 87. Infanterieregiments, ferner aus einem Iägerbataillon, 0 Escadronen des 5. Dragonerregiments, 3 Nattericdivisionen und einer halben Geniecompagnie bestehen. Selbstverständlich werden jede der beiden Truppendivisionen außerdem die entsprechenden Sanitäts» und Trainabtheilungen bei sich haben. Dass für die Kaiser-tage diese oröio <1o dnwillos zur Ausgleichung oder Um-lehrung des Stärleverhältnisses zwischen den beiden Divisionen eine Verschiebung erleiden werde, ist natürlich nicht ausgeschlossen. Der Kaiser wird den Manövern bei der 6. Division beiwohnen und, wie bekannt, in Windisch-Feistrih Absteigquartier nehmen; ber Kronprinz dagegen wirb sich in Gonobitz ber 28. Division anschließen. — (Person alnachricht.) Der Minister für Cultus und Unterricht hat dem Professor am Staats-untergymnasium in Krainburg Herrn Franz Gerdinic eine erledigte Lehrstelle am Staalsgymnasium in Laibach verliehen. — (Das Portiunculafest) wurde gestern in der Kirche Mariä-Vcrlündigung der Patres Franciscaner in festlicher Weise begangen. Schon vorgestern waren viele Tausende Landvolkes in Laibach angekommen, welche in und das Blatt Papier, auf welchem die fremden Namen und die geheimnisvollen Worte: «Rache, wenn nicht Erfolg!» zu ksen waren. Herr von Roden betrachtete alles mit ernster Miene. «Bei Gott, da muss sich ja eine recht hübsche Bande umhertreiben!» sprach rr endlich. »Ich schaudere bei dem Gedanken, welcher Gefahr du, mein Kind, ausgesetzt giwescn bist. Glaubst du wirklich noch, dass ich, ein begüterter Edelmann, mit solchen Menschen gemeinsame Sache machen könnte?» «Nein, ach, nein, Vater.» schluchzte Mary. «Wie sollte ich aber sonst mit diesen Leuten in Verbindung stehen? Wenn mein Wort euch nicht genügt, so bin ich bcreit, euch eidlich zu versichern, dass zwischen mir und jenem Volke nichts gemeinsam ist, ja. dass ich die ganze Geschichte nicht verstehe. Glaubt ihr mir oder glaubt ihr mir nicht?» Herr von Roden sprach mit solcher Ueber-zeumlngstraft, dass Richard geneigt war. den Ge-danken' Raum zu geben, Mary habe in ihrer Angst sich von einer Aehnlichleit täuschen lassen, welche sie nach und nach zu dem Verdacht gebracht, dass es wirklich der Vater geweseu sei, welchen sie gesehen hatte. Herru von Roden, welcher Sohn und Tochter scharf beobachtete, entgieng es nicht, dass besonders Richard es sei, auf dessen Zügen ein Ausdruck von Beruhigung sich zeigte. Er suhlte aber ebenfalls in« stinctiv. dass Mary ihm leinen unbedingten Glauben schenke. (Fortsetzung sohl.) Laibacher Zeitung Nr. 1?7. 1512 3. August 1888. der Kirche und auf dem Marienplatze im Freien übernachteten. Das feierliche Hochamt celebrierte der hochw. Herr Propst Dr. I arc unter großer Assistenz. Trotzdem die Pilger von der Kanzel aus wiederholt gewarnt wurden, ihr Geld gut zu verwahren, und die städtifche Polizei mit anerkennenswertem Pflichteifer die Kirche und den Platz vor derselben überwachte, wurden durch abgefeimte Diebinnen doch zahlreiche Diebftählc ausgeführt. Es wurden 7 Personen Beträge zu 16 st,, 5 st., 3 fl., 40 fl, 1 fl. und ein Sparcassebüchel mit einer Einlage von 100 fl. gestohlen, der letztere Diebstahl aber sofort durch die Polizei bei der Direction der krainischen Sparcasse angemeldet, damit die Auszahlung nicht erfolgt. Zahlreiche verdächtige Individuen wurden von der Polizei verhaftet. — (Subventionen für die krainische Landwirtschaft.) Das l. t. Ackerbauministerium hat der lrainischen Landwirtschafts-Gesellschaft für das Jahr 1868 nachstehende Subventionen bewilligt: sür die Hufbeschlagschule 1200 st., für dcn Anlauf von Leinensamen 300 fl., für die gesellschaftliche Baumschule 300 fl., für die Rindvichzucht 2000 fl.. für die Schafzucht 300 fl.. für die Bienenzucht 100 st,, für die F schzucht 150 st. und für Rindviehprämiierungen 500 st. — zusammen 4850 fl. — (Landtagswahl in Kärnten.) Anderen Meldungen gegenüber berichten «Slovenec» und «Kärntner Volksblatt», dass als Candidat der slovenischen Partei für das erledigte üandtagsmandat Einspielers dessen Neffe, Gregor Ein spieler. Pfarrer in Arnold-stcin und Herausgeber der slovenischen Zeitschrift «Mir», aufgestellt wurde. — (Handels - Lehranstalt in Üaibach.) Die Handels-Lehranstalt des Herrn kais, Rathes Ferdinand Mahr in Laibach war in dem soeben abgelaufenen Schuljahre von 112 Schülern besucht, und zwar zählte der erste Jahrgang 69, der zweite 43 Schüler; davon waren 58 im Institutspenfionate untergebracht, Die mit dieser Anstalt verbundene Grcmial-Handelsschule zählte 101 Schüler. Nach dem Geburtslande waren: aus Kram 104. Steiermark 15, Küstenland 15, Serbien 15, Italien 14, Kroatien 11, Kärnten 8, Dalmatien 7, Ungarn 5, Niederöstcrreich und Istrien je 4, Tirol 3, Böhmen und Griechenland je 2. Mähren, Bosnien. Her-cegovina und Türlei je 1. Der Lehrkörper bestand aus 20 Personen, und zwar aus den Herren: Ferdinand Mahr, Josef Erler, Dr. Franz Lampe, Franz Kreminger, Wilhelm Linhart. Clemens Pro ft, Johann Schischet. Arthur Mahr, Carl Gebauer, Carl Witt, Franz Brunei, Johann Stua, Stefan Polic, Anton Heu berger, (5. Tenbaum, Philipp Uhl, Hans Gerstner, Iofef Sklenal-, Cajetan Do ix und Johann Maschke. Die auch außerhalb der Grenzen Oesterreich-Ungarns eines guten Rufes sich erfreuende Anstalt wurde im Jahre 1834 von Jakob Franz Mahr gegründet und von ihm bis zu seinem im Jahre 1845 erfolgten Tode geleitet. In diesem Jahre gieng sie in das Eigenthum seines Sohnes Ferdinand Mahr über, des gegenwärtigen Leiters derselben. Die Anstalt wurde bis zum heutigen Tage von 6396 Schülern frequentiert. Programme liegen in deutscher, italieni« scher, serbischer, kroatischer und französischer Sprache auf. — (Die Zinn-Siphons) wurden nach einer Verordnung des Ministeriums des Innern als den sani-tären Anforderungen nicht in allen Fällen genügend erkannt. Die Porzellan-Siphons hingegen sind bei der Untersuchung als tadellos befunden worden. — (Der Zwiebel- und Knoblauch, markt) war gestern, w»e alljährlich, anlässlich des Por-tiunculafestes sehr gut beschickt und der ganze große Kaiser-Iosef-Platz von dieser Ware, die heuer ob der regnerischen Witterung ausnehmend gut gerathen ist, vollgefüllt. Die Preise waren ob der großen Menge sehr mäßig. Anfänglich wurde der Kranz Zwiebel und Knoblauch mit 2 kr., später zwei Kränze mit 3 kr. verkauft. Fremde Händler, insbefondere aus Innerkrain und Istrien, haben große Mengen angekauft. — (Reichs-Obstausstellung in Wien.) Wir werden erfucht mitzutheilen, dass Anmeldungen für die obige Ausstellung die l. l. Landwirtschafts-Gesellschaft für Krain in Laibach übernimmt, welche die Geschäfte der Landescommission für diese Ausstellung besorgt. Die ge> nannte Gesellschaft ertheilt auch alle einschlägigen Auskünfte. Die Herren Aussteller werden bei der Fahrt zur Ausstellung nach Wien eine öOprocentige Fahrpreisermäßigung genießen. — (Besitzwechfel.) Die Franz Supftan-sche Universitätsbuchhandlung in Agram ist mit dem gestrigen Tage käuflich in den Besitz des Herrn Emil Iahnz übergegangen. — (Aus den Curorten.) Nach den letzten EurUsten sind eingetroffen: in Aussee 3143 Perfonen, m Franzensbad 5474. in Gleichenberg 3312, in Gmun-den 4509. in Hall 1651. in Ischl 7585, in Kalten-leutgeben 400, in Karlsbad 21.904, in Kraftina-Töftlitz ^««/ 7^"""^ ""'7' m Mondsee 705, in Nei-?21 630. in Roznau 1219, m Topl.h'Schönau 3<>70, in Tüffer 480 in Vöslau 2113, in Wildbad - Gastein 3187 und am Wörthersee 1688 Personen. — (Concert.) Nächsten Sonntag findet in Cilli im Hotel «zum goldenen Löwen» ein Concert der Tüf-ferer Cur-Musiltapelle statt. Das Programm, welches gut gewählt ist, verspricht einen angenehmen Abend. — (Hagel.) Am 29. Juli gieng in Gonobitz ein sehr heftiges Hagelwetter nieder, so dass die meisten Feldfrüchte arg beschädigt wurden. Besonders die Wein» gärten erlitten bedeutenden Schaden. — («Uüitolj 8 lci lovariö».) Von dem Fachblatte «UöitolMi I'^variz» ist soeben die Nummer 15 des 28. Jahrganges erschienen mit zahlreichen. Schule und Erziehung betreffenden Aufsätzen und Notizen. Preis ganzjährlich 3 fl. — (Ein neuer Unglücksfall in den Alpen.) Aus Aufsee wird berichtet: Ein junger Sudarbeiter, der Sonntags zum Blumenpflücken den «hohen Zmtkn» bestieg, ist seitdem abgängig und vermuthlich abgestürzt. Es wurden die umfassendsten Vorkehrungen zur Auffindung des Vermissten getroffen. Ein später eingelaufenes Telegramm besagt: Die Leiche des vermisste,, Arbeiters Stanislaus Hild brandt wurde von einem gräflich Westphal'schen Jäger in der Nähe der Handleralm am Zinken aufgefunden, wo Hildbrandt beim Nlu-meuschneiden abstürzte, da er nur leichtes Schuhwert anhatte. Zimmerleute der Saline schafften die Leiche zu Thal. _______ Aunst «nd Aiteralnr. — (Armee-Album) Ein Wert, welches in erster Lime dazu berufen ist. zur Verherrlichung des Regirruugs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers beizutragen, und welches inhaltlich eine vollständige Sammlung der Porträts und Viogra« phieu aller Generale, Oberste und eiu selbständiges Commaudo führenden Stabs- uud Oberosficiere bieten wird, darf wohl uon voruhereiu auf zahlreiche Freunde im Heere uud iu den Laud' wehren zählen. Deshalb mag auch sür weitere militärische Kreise die Nachricht vou Interesse sein, dass die Entwicklung des von mchrereu Ojficieren uuter redactioucller Leitung des k. k. Majors im Ruhestände Heinrich uon Malliuarich herausgegebeuen «Armee-Albums» rüstig fortschreitet. Es werde» im gauzen etwa dreißig Hefte mit je zehn bis zwölf Porträlblätter» ausgegeben, und schon bei den nächsten Hesten soll eine neue HersteNuugs-mcthode der Vildcr angewendet werden, da das Herstelluugs« verfahre», welches bei der ersten Auslage des «Kaiscrhrftcs» in Anwendung lam, nicht ganz entsprochen hat. Bilder und Text werdcu daher bei den neu auszugebenden Hcfteu in vollem Ein-llaugc mit dem mouumeutaleu Grundgedanken des Wertes stehen. Der Preis des einzelnen Heftes ist rndgiltig mit 1 st. li<) lr. festgesetzt worden. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wicn, 2. August. Der Volksschriftsteller Elmar ist heute gestorben. — Erzherzog Wilhelm empfieng heute in Baden aulasslich seines 50jcihriqen Dienstjubiläums die Glückwünsche des Deutschen Ritterordens, de« 4. und 12. Infanterie- fowie des 3. Corpsartillerie« Regiments. Nachmittags fand ein Familiendilttr statt, woran alle dort weilenden Mitglieder drs kaiserlichen Hauses sowie die Suiten theilnahmen. — Im Laufe der nächsten Woche begibt sich Erzherzog Albrecht nach Böhmen, um anlässlich der iu der Gegmd von Piftk stattfindenden Manöver des 8. Armeecorps Truppen-inspicierungen vorzunehmen. Trieft, 2. August. Die spanische Escadre. bestehend aus der Frcgatte «Nilmancia» mit dem Contre-Admiral Jose' de Carranza an Vord und dem Kreuzer «Castilla», ist aus Pola hier eingelangt und salutierte die österreichische Flagge mit 21 Kanonenschüssen. Der Salut wurde vom Castell erwidert. Temcsvar, 2. August. In Neuhof sind 31 Wohnhäuser mit 10.000 Kreuze Weizen und einer großen Menge von Futtervorrä'then ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer wüthete zwei Tage. Das Elend der Bevölkerung ist groß. Kaschllll, 2. August. Kronprinz Erzherzog Rudolf ist heute mittags hier angelangt und wird das 85. Infanterie Regiment nachmittags nochmals inspicieren. London, 2. August. Die in fast gauz England an» haltenden Niederschlage und verlierenden Urbcrschwem-mungen haben stellenweise die Ernte gänzlich veinichtet. Die östlichen Stadltheile von London, welche größten-theils von der ärmeren Bevölkerung bewohnt sind, stehen unter Wasser; es herrscht großes Elend. London, 2. August. Nachrichten aus Zanzibar schildern die Lage Emin Paschas als gefährlich. Er leide Mangel an Lebensmittrl. Unter feinen Truppen herrsche Uuzufriedenheit. Ueberoies forderte ihn der Mahdi mittels Schreibens vom 4. April auf, sich zn era/ben und seine Truppen zu entlassen. Es müsse Emin sein, der bis Bahr el Gazelle vorgedrungen sei, und nicht Stanley, über dessen Verbleib alle Nachrichten mangeln. Madrid, 2. August. Die Königin - Regentin hat übrr Vortrag des a/sammten Ministeriums dem Präsidenten der österreichisch-ungarischen Ausstellungs-commission in Barcelona, Eugen Grafen Zichy, und dem Lmldtagsabgeordueten Alfred v. Lindheim sowie dem Grafen Adolf Dubsky und dem Herrenhaus- mitglied Grafen Johann Harrach das Großkrenz des Isabellen-Ordeus verliehen. Odessa, 2. August. Die Versammlung in Kiev hat ihr Verdammungsurlheil über die russischen M-gläuber ausgesprochen uud forderte die Regierung auf. die Kirchen dieser Secte unverzüglich zu schließen. — Die katholische Geistlichkeit in Pulen wurde aufgefordert, die Gerichtseide nur dann iu rnssischer Sprache abzunehmen, wcnn dieselbe vom Iurautcn verstanden wird. Constantinopcl, 2. August. Das IrM, welches gestern plomulgiert wurde, überträgt an Baron Hirsch den Betrieb der Bahnlinie Veloua Vakarel. Danksagung. Das vom Vezirle Loitsch eingesetzte Comite zur Veranstal-tuug einer Feierlichkeit aulässlich des vierzigjährigen Jubiläums ! Sr. l. und t. Apostolischen Majestät suhlt sich verpflichtet, allen Gönnern nnb Freunden, welche zum Gelingen dieses schönen festes beigetragen haben, den besten Dank a uszn sprechen Insbesondere fühlt sich das Comit^ schuldig, zu danleu: Sr. Durchlaucht dem Fürsten Hugo W i udisch-Grael), t. l. Generalmajor zc., für die gnädige Uebernahme des Protc» torates uud die uamhafte Geldspende für den wohlthätige!» Zwccl des Festes, Sr, Hochwohlgeboreu dem Herrn l. k. Statlhallerei" rathe Schcmerl als Vertreter des Herrn Landespräsideuten, deu p. t,. Herreu Reichsrath? und Landtags Abgeordueteu fill deu ehrenden Nefuch, speciell Herru Dr. Ferjau eic filr die Vcreitwilligleit, mit welcher er die Haltung der Festrede übernahm, ferner Sr. Huchwohlgeboreu dem Herru Oberbergralhe Novük für die in jeder Hinsicht gewährte Vrihilfe, dem Herrn Dechant Kuprivuilar für die Celcbrieruug der Festiuesse, der Direction des östcrreichisch-ungarischcu Lloyd uud der l. l, prio. Südbahugcsellschaft für die wertthätige Unterstützung, dem Herrn Vcrgbcamten im Ruhestände Harmel für die Beistclluug des Feurrwerlcs ohne Vergütung, den liebenswürdigen Mädchs», ^ welche dcu Verlauf von Blumen und Losen übernahmen, für 5 den namhaften Erlös aus diesem Verlause, dem Herrn Director Reismüller zu Haasberg für das stets bewährte Entgegen-tommeu, dem Herru l. k. Forstafsisteuteu Puticl sür das Arran- ! gement des Ausfluges uach Plauina, der Gemeiudcrepräsrutanz daselbst für den so liebenswürdigen Empfang in diesem Orte. Gol'kswirtschastliches. z»llil,llch, I. August. Auf dem heutigen Marlte slud erschienen : 4 Wageu mit Getreide, ! I Wage, „lit Heu und Stroh» ! 12 Wagen nnd 2 Schiffe mit Holz. Durchschnitlö-Preifr. n.>ls, n,j ll, n ! l, ^!^ Weizen ftr. Heltolit. 5 «5 tt 72! Butter pr. Kilo . . — !>l) — "" Kor,, » 4 22 5 25 Eier pr. Stücl . . - 2 — ^ Gerste . 3 57 4 75 Milch pr. Liter . . — « ^ ^ Hafer » 2 l^2 3^0 Rindfleisch pr. Kilo — 5« ^ ^ Halbfrucht »-------5 M Kalbfleisch . —4«-^ Heiden » 4 55 5 25^ Schwciueslcisch » — 54 ^" ^ Hirse . 4 22 4 70 Schöpseuflcisch » —34-^ ztuluruz , 4 «5 b «0 Händel pr. Stück . — 35 -" "" Erdäpfel WO Kilo---------------Tauben . — ,« — ^ Liufcn pr. Hcltolit, 12-----------Heu pr. M.-Ütr. . 17« — "" Erbsen » 13-----------Stroh . .. 1,!)l! — ^ Fisolen » 11-----------Holz, hartes, pr. I Niudsschmalz Kilo 1----------- Klafter «50 — "" Schweineschmalz » — 70-------— weiches, » 415 — "" Specl, frisch, . — 64-------Wein, roll).,lOOLit.-------2»^ — geräuchert » —68-------— weißer, » -------A0^ Allgclomiilelle Fremde. Am 1. August. Hotel Stadt Wien. Heucgau, l. t. Nillmeistcr, Schuecberg.'" Vogel, Haling, Vendrama, Illcl, Kraus, Singer, Kflte,, Hb",,' — Ritter Luschiu uon Ebcngreuth. Vergdircctor. — Ml"'' Forstverwalters-Witwl!. — Ulaga, Oberlieutenant, Nadter'bUw Rossi, Trieft. Hotel Elefant. Kumer, Geistlicher, Brdo. — Valarcic, M^ calens'Gattiu. — Kobler. Flicgcl und Schnedic, Trieft- .^. Mazuranic sammt Sohu, Noui. — Iclusic, Caftua. — v. o°'' Lieutenant, Cilli. ^ Gllsthof Elltchahnhof. Arnstein f. Frau, Wien. — Kni« "" v. Hudolc, Eabar. - Vidak s. Tochter, Agram. - sc"' l. l. Oificinl, Cilli. — Noval, Apotheker, Adclsberg. ^,^.. Gasthos ttaiser v«m Oesterreich. Schachermayr, Lehrer, G^ — Weiß, Kranzhofcn. Hotel Äaicrischcr Hof. H>ast uud Anua Mlelus, FliM^ Perstlirbenc. Den l. August. Maria Kasman, Arbeitelin, ^ ^' Polauastraßc 51, Tubecculose. In, Tpilalc: ^^ Den 3 1. Iuli. Valcutiu Gosar. Iuwohnct, "5 A Llnpky80MI. pulmaiunn. — Maria Kramar, Inwoh"^. 5U I. (Spitalksiliale, Pulanastraßc 42), 8arcuma m»x,I^. Lottozichung vom 1. August. Prag : 17 83 30 42 49^^. l?U.Mg. 733 7 1«O """windstill , m^ist d.w. 8'^ 2,2.N. 731-1 236 SW. schwach ^ganz be>m' M 8 » Ab. 730 5 15 9 W. schwach halb be!"öw^^ Regenwolken, Gewitter schwach zu Mittag '"'b ""',„ S^-mit Regen durch eine Stuude, das ledere mit stürmiM'^'M Wetterleuchten in S., W. und O. D"s Tagesmittel der 1!) 5«, um l) 3" uuter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii. 1513 Course an der Wiener Korse vom 2. August 1888. N^ dem oMeüen «^ur«^«« Geld «liar» Stllllts'Anlehen. ^^.V. . . ^.^ «^ !«"e" ^ ^^«"'°le "«' st' '«'2° "U'b ^ ^» . ylln te! 100 « 14!!-- 144 — " » . . 50 „ 1«« 25,6875 N»3r ^""e. steuerfrei . ,11 _ III z»5 "eNttl. «otenrcnt«. steuerfrei »s 95 »',-15 , N«^»/^'!", °'lv S, ,5175,"!_ «»."0,c 4'V„ ino sl, . ,u< «(» ,25 20 Grunl>entl.-Oblillllti°nen ^ Mr wn si, <^i.) ^° böhmisch« . . „.^.. ... ^ fische und'slavonische' ""° ,W^ Gelb Walt 5°/„ Temeser Vanat .... l!/< uo 1l<5'N0 l>°/„ »ngalische...... l00>— ll,0-70 Andere össentl. Anlehen. Donau«Ncg..Vost 6"/» 100 fl. . ,20 2» »20 70 dto. ilnleih« >«?«, sscuell«! »o« — 107 ?n Änllhen d. Slabtncmemde Wien l0b — l05 5u Nnlchen d. Slabigcmeiübc Wien (Silber und Oolb> .... — — — - Plämien.Nnl.d.Stabtgcm.Wien >»0 »c» l4i «o Pfandbriefe «ill ,00 sl.) Vobencr. allg. östlli. 4»/<> Gold . l2<- 125?« blo. in üu , , 4'/,°/° >U070 ><erlchl.«»/» l0«.L5 »o» 75 Osl.Hhpolhclcnbnnl inj, b'/,"/» ><>1— —'— Ocft -UN«, vanl vcrl, 4'/,"/« - - >«> «o W2 »5 b!o. „ 4«/u . . 100 »n ,nn »0 bto, „ <"/« . . 1«0'»0 100 l»0 Nng, alla. Vl>dencredi<, Lmilston - — — — ffcldinands'stoidbahn in Silber loo 1i l«u 7s> Nranz.Iosef'Äahn..... —— -—— Kalizische Karl^ Ludwig. Bahn . ,8», 300 fl. S. 4'/,"/° - »K'»U 10? 40 Ocsteli. Nordweslbahn . . . l«n li<) in? lo Siebenbllrg« ...... — — —— SlaatOliahn 7. Emission . . —'— »0> — SUdbahn K .I»/»..... ><4 «0 14»-— „ k 5°/»..... 1,4 - I«4 7» Ung.'gllliz. Bahn..... 93 «0 »"'«^ Diverle Lose (per Sliicl), Eredttlose 100 sl..... i«« 7l »84 25 «llary-ros« 4!» fl..... 55 — —'^ 4"/, Donau'DllMpssch. 100 fl, >l9 - ,20 — Laibacher Prämien'Nnleh,»0sl. -^ - 2» — Ofen« Lose 40 sl. . «8 2 »»25. MolbenKreuz, öft,Gel,v I0fl. 1»'<> ^" Mudolf.Lose ,« fl. . . . ,l - «'b' Salm-Lose 4« sl..... «i-25> «> 7' ee-Genois.Lose 40 sl. . 6» 2^ «^75 W<>ldftcin Vanl-Actien (pel StOil). «nglo.Oefterr, «anl 200 N, . ,0S — <"» 2s> Vanlvcrein, Wiener, i(»u sl, . 93 50 »3 ^u Ndncr.««nst,, ösl.z!U0sl.S,«)"/<, 242 — L42^l> Eldt.»«nN. s. HandnW.ino sl. L»3 20 3,2 «l» «ireditbanl, Nllff. Ung. 2u» sl. 3l»7 - «0»' Deposilenb>,nl, n sl. . ,77 — I?»-- 2— Hvpolhelcnb,,l>N,2uosl.25"/,L. «7— s« — Liiüberb., öst,200fl, G,s.u»/,L, z>» — 2,9 l.<> Ocstcrr,.u»g. Ban! , . . . 8»? - 8«» ^- Unionbanl 200 sl..... ,,,— «11 «s> Vcrlebrebaul, Allg,, I40 sl. 1»» — »bz— Geldiöa« Actirn von Trinsport-Unternehmungen. (per Slüll). »lbrecht.Vabn 200 fl. Stlber . — — — — «ls°ld«ffium,Vahn LN0 sl, Silb . 1K3 «» 1»4 — «lussiN.Tepl. itiscnl'. luo fl, l'ul»V°benbc>chell,00 ssranz Joses, «ahn «00 sl. Silber — — — - l>ünsl!lchtn°«arl-Ier. Silb, >e« s.u >e?,50 dlo, t, «) 200 sl, Cilbel . i<<9 2» 18» 50 Pran'Durer «tiscno, I50jl, Vilb. 82— 32 5«, »ludoll'Äah» »nu fl, Silber , 1»2 — lUL^.u Siebenbürner liisent», 200 sl . 177-2« >?? 75 Vtaalstisenbahn 2<»0 fl. i. W. . »47 — »47 25 Oe'b W«r« Sübbahn »00 fl. Silber . . . ,cx» 75 loi-zz Süb.«olbb..«erb.,V.»«>N.!lM. 1« 75 1« »b lr«m»ay»^es,, wr, 170 fl,«, ID. ,2« d0 2?? — „ Wr., neu »00 fl, — — — — Iraneporl^Gesellschaft N»N fl. . 100—loi' — Unff.°ll,lij, Eisenb. 200 fl, Silber i»3- i«3 k« llng, »iordoftbahn ll0U fl, Vilber ,s>» — 1^9,50 Un«,Westl!,(«aab»Gla,>200sI S l«l — ,«I50 Industrie-Actitn (per Stück). Lgybl und itindbera, Eisen» und Stahl.Inb, in Wien 100 sl. . — — —__ Eisenbahn»,..Veihg I, 80