„/nihtit, Wihlßiii,», ?»»», str M" «r «SS Tonntag 8 November I8E8. Rii Jahrgang Die .««idurg» Ski,.«' - «scheint jed.« E-nnt««, Miilwoch ''»d Pl.is. - siir Marlmrg: g°n,jährig « si., d.,Id>°h,.g S?., «ierltliährig Ist. 50 kr! für üuftellnng int Hans monatlich Ivtr. mit Poflverstndung: t^anzjahrig Lst., halbjährig 4fl., vierteijähiift Lst. Die ein Mal gespaltene Tarmondieiie wird bei einmaliger Einschaltung _ zweimaliger mit 15, be» dreimaliger m t 20 kr. berechnet, wozu fiir jedesmalige Einschaltung 30 kr. Jnseraten-vtempelgebühr kommen. Z»> ^ji'jihichti? de-; T»nc6. Freiherr von Brust hnt cS bckauntlich «ttternommen. die Rrdt. dit.rl al» Abi^rordneter im Wthr.nisschuß gelialten. als A ichs-tanjler richtig; zu stellen ut»d zu erläuttril. Die srai^liche Dtpeschc ist besonders in Berlin mit der ausdrstcklicken Erklärung rinbtgleilct lvorden. „daß das österreichis abkl die handelspoli-tischen Beziehungen mit drm so schwierigen Rtiche haben in der lkKten Zeit bedeutende Kückschrilte gemacht. Daß die Vertreter der verschiedeneu Mächt, unter der Decke gegen einander intriguiren. ist gewiß. Da» Ksterretchtsch-franzSAfche BS»id«tß (Schliß.) Venn Napoleon durchaus den Krieg will und ihn schon wegen des moralischen Eindruckes nicht allein unternehmen will, so begrrist man am Ende, daß er selbst vor der österreichischen Allianz nicht zurückschreckt^ er findet keine andere. Was liegt ihm daran, wenn Olfterreich dabei Verblutet? Vielleicht steht er hierin nur die endliche Erfüllung eines seiner stillen Träume, einer der „Nopoleonischen Ideen". Daß aber die östernichische Regierun,,, welche den Arirden so sehr benöthiftt. welche den Krieg für eigene Rechnung nicht wollen kann und darf, sich zu dieser Allianz hergibt, das ist offenbar viel unbegreiflicher. Viel unverständlicher; das hieße in erster Reihe bekennen, daß die harten Lettionen der letzten zwanzig Jahre an der österreichischen Regierung spurlos abgeglitten, und sie nach wie vor ohne jede Berückfichtigung von Zeit und Umstünden die alte Politik verfolgt. Das hieße in zweiter Reihe das vielleicht noch gefährlichere Geständniß ablegen: es war eitel RotMe. wenn seit einigen Jahren Oesterreich in das Vollbrachte fich ergeben und künftighin in der inneren Erslartung durch verfaffungsmäßige Zustände das Gesunden und Gedeihen des Staates suchen zu wollen schien. Vergißt man in Wien. daß hiedurch bei den Bevölkerungen der letzte gunte des Glaubens an die Aufrichtigkeit und den konstitutionellen Sinn der Regierung getödtet und derart bei neuen Heimsuchungen jeder neue Rettungs- und Galvanifirungtversuch unmöglich gemacht »vürde? Fast noch unbegreiflicher ist. wie die Regierung, wie Freiherr von Beust dies übersehen könnte: daß selbst im Falle des vollständigsten Gelingens die Machtstellung, welche Oesterreich, im Kampfe gegen Preußen und durch französische Unterstützung, in Deutschland wieder erringen könnte, die unhaltbarste wäre, »veil fie im berechtigten deutschen Rationalgksülil ihren Todfeind sände. Ein S i e g Oesterreichs über Preußen unter diesen Bedingungen könnte nur moralisch das bestätigen, was ilim die Niederlage von 1866 gebracht: die Ausschließung von Deutschtand. Angenommen aber auch, daß die Wiener Regierung, daß die deutsche Hülste der Monarchie durchaus eine „Revanche" jür 1866 verlange und die Wiederherstellung Oesterreichs als deutscher Großmacht erstrebe: welches Jntereffe hat die östliche Hülste der Monarchie an diesem Kamps«? Und doch tvürde er sür im besten Falle nicht weniger kostspielig und opfervoll f'in.als für die westliche Hülste ; bei schlimmem Ausgange kann die Gefahr sür Ungarn vielleicht noch größer werden, als für die Erbländer. Soviel man weiß, ist die Versöhnung der Rationalitäten und die Beseftigung der inneren Zustände jenseits der Leitha noch keineswegs so weit gediehen, daß man daselbst ohne alle Besorgniß den VerwicklunM ents^egensthen könnte, welche ein europäischer Krieg herbeiführen müßte. Rußlands Hand ist sichtlich grnug in den Donausürstenthümern thätig! 3n einem Kampfe, bei »velchem Oesterreich und folglich Ungarn die Preußen und die Russen gegen sich hätte, tvürde es der illyrischen und Seine Weissagungsmaschine in den Kasten schiebend und diesen schließend, verließ er Beide, den Pfad, der seitab von der Villa ging, emporsteigend. Katinka'S Hand, in d.r fie den Zettel hielt, zitterte, sie sah bestürzt dem ivandernden Krümer nach, seine Worte klangen jo selt« sam ihr zu Ohr. eS lag etwa» GeheimnißvoUes darin, das ihr Angst Verursachte, oljne daß sie sich Rechenschaft darüber geben konnte. ..O. lies doch, mein Goldpüppchen." drüngte Iwanowna. ^Ach. Mütterchen, ich will nichts davon wissen, laß e» beim Scherze bleibet,." entgegnete Katinka . . . „es ist gewiß ein Unrecht, daß lvir solche» Spiel treiben, die Zukunft ist Allen verhüllt, tver wird fie je um ein kleines unbedeutendes Goldstück lösen können? Das ist ja unmöglich nnd ich glaube, es ist auch eine schivere Sünde, und zugleich ein Betrug " „Was daS für närrische Skrupel sind!" redete die Alte lachend. „Gib her. Kind, ich »verde für Dich lesen." Die zwischen Neugier und Angst gelheilte Empfindung Katinka's schien in dem Auskunftsmittel, welches Iwanowna so jchnell ausgesunden. eine außerordentltche Beruhigung zu verspüren. Indem sie der alten Frau den Zettel überließ, glaubte sie daS Unrecht, die Zukunft entriithseln zu wollen, von sich abzutvälzen. Unbewußt glich sie in dieser Handlung»' weife Bieley, welche Scheu vor dem Unrechte haben, es aber geschehen lassen. »Venn es nur nicht durch sie geschieht. Die sehr geringe Kenntniß Atvanoivna» in der italienischen Sprache bedurfte jedoch der Beihilfe Katinka's und bald laS diese den Inhalt des Zettels allein, nur mit dem einzigen Umstand, daß nicht sie. sondern Jene den Letzteren mit den Fin-gern breit hielt. Was die Vergangenheit ihres Schicksals betras. war so treu in wenigen Worten angedeutet, daß diese Wahrheit einen außerordentlichen Eindruck aus Beide hervorbrachte. „Das ist aber alles Mögliche, Kind!" rief die Duenna. die Hände zusammenschlagend . . . „eS dürfte nur der Name Deiner großen und bösen Feindin hier genannt fein und man sollte glauben. Deine ganze bisherige Lebensgeschichte zu hören. Liet nur iveiter — auf das. was von Deiner Zukunst gemeldet »vird. bin ich recht neugierig." Aber »»>as der Zettel über diese enthielt, war keineswegs herzberuhi-gend sür Katinka. Der. dem ihr Herz gehöre, hieß es. gehe nur daraus aus. sie zu täuschen und in ihrer Feinde Hand zu liefern, fie solle vor der datoromanischen Vewegang weder an Antrieb, noch an Gelb. Waffen' und Führern fehlen WaS wurde ans dem jungen Ungarn inmitten dieser Kämpfe? Oesterreich kann in einem unglücklithen Kriege als Staat aus den Fugen gehen; seine deutschen und slavischen Stämme würden »^ andern Gruppirungen auf. und fortleben Der Zerfall Ungarns als Staat aber könnte leicht der Tod deS u^arifchen EleMlntS werden. Ist anzunehmen, daß die ungarische Regiernng. der ungarische Reichs« tag. die ungarische Nation dies aus den Augen verlieren und für einen zwecklosen Krieg die EListenz des kaum wieder f?ei oder haibfrei gewor-denen Landes anfs Spiel setzen? Der nationale Selbstmord ist ein so widernatürliches Vergehen, daß man ihn nicht voraussetzen dars. Bermischte Rachrichte«. (Freistaat und Schulbildung.) In den Vereinigten Staaten von Nordameeika tvird die Zahl sämmtlicher Schüler auf ö Millionen vorn 6. bis 16. Zahre angenommen. Die Zahl der Schul« bücher. tvelche ein Knabe von der Elementarfchule bis zum Abgang vom Kollegium gebraucht, bclänft fich auf beinahe 100. Der jährliche Bedarf an Schulbüchern möcht, fich auff 2b Millionen Bände belaufen. Sine einzige Verlagsbuchhandlung hat jährlich einen Absatz von 4 Millionen Bänden. Wtbster's Elementar »Buchstabirbuch bringt den Erben des Berstisskks ein Einkommen v)n 10.000 Dollar. Der Verleger muß den« stlbeii 1'/g kr. für jedes verkaufte Exemplar zahlen. Wenn man 75 Eents als Durchfchiuttöpreis für jede» Schulbuch annimmt, macht die jährliche Ausgabe für Schulbücher 18.7ö0.000 Dollar. In den Groß-jtaaten der alten Welt ivird nicht so viel sür Bildung»niittel ausgegeben und andrerseits find unsere Schulgesrtze. »vodurch von der hohen Obrig« keit die Wissenschaft in den gel,örig,n Schranken gehalten »vird, auch nicht dazu geeignet, der Bevölkerung die Erreichung eines höheren Bilduugs grade», wie in der neuen Welt, zu erleichtern. (Aus Rochefort' s „Latern e.") Die spanische Revolution liat ultter And^r^m eitten Zeitungkschreiber aus den Ketten befreit, der im Ganzen zu hundeltundzlvei Jahren Keitels vrrurtheilt tvar. Es tlingt lächerlich, »st aber vollkommen «»ahr; unter Marforis theurer Gebieterin kamen solche Lachen vor. Nur schade, daß man Schriststeller nicht zu hunderdtnndztv'i Jahren Lebens zivingen konnte. Papst Pius lX läßt täglich sür IsabellenS Wiedereinsetzung beten, sagen d»e Äesuitenblätter. Sehr ungeschickt! Sie sollen doch erst die Ereigniffe abwarten. Wird die Dame wieder aus ihren Stuhl gesetzt, dann erst ist es Zeit iu sagen, der Papst Hobe dasür beten lassen. Sonst könnten fie ja in den Fall kommen, eingestehen zu müflen. daß päpstliche Gebete im Himmel nichts gelten unl) nichts licwirken. (Die hö ch st e B r ü cke de r W e l t.) In diesen Tagen ist die Krücke bei Sotis in der Lch»veiz (Kanton Graubüude»») über die Albula, aus Stein gewölbt und gemauert, sertig geivorden. Es ist die höchste Brücke der Welt, da sie sich 2Ü6 Fuß hoch in kühnen Bogen über den Wasserspiegel des Gebirgsstrom»» hinstreckt. (Dona ufürstenth ümer.) Der Ftächenraum Rumäniens beträgt 1Z.149.bö4 Hektaren (1 Hektare —1^,^ Wiener Joch) und zwar 6,332.437 Hckt. Ackerland. 2.01S 816 Hekt. Waldungen und 3,706.272 Hekt. unbebautes Lt>nd. »vovon ungefähr der vierte Thett 2.686.237 Hekt. — in 236b Grundwirthschasten verlheilt. Staatseigenthnm ist. (Die Menge muß es bringen.) Der bekannte Relchsraths-Abgeordnete Greutkr ist sür seine Thätigkeit im ultramontan-klerikale» Sinne von nicht lveniger als 234 Gemeinden zum Ehrenbürger ernannt worden allen Dingen eine ihr bevorstehende Reise nach einer Stadt am großen Wasser. Ivo viele Schiffe sich befänden, vermeiden. Thne sie dies nicht, »verde sie bittere Reue darüber empfinden müffen, es könne sogar ihr Tod sein. — Iwanowna verstummte, von Katinka s Wangen wich die sanste Röthe, A»»gstbläffe »var an deren Stelle getreten Sie beobachteten ein gegenseitiges banges Schwetgen. „Was denkst Du davon, Mütter» chen?" sragte Katinka. als sie neben dieser eine Zeitlang stumm den Pfad nach der Villa hinaufgestiegen war nnd Beide nun fast an der Pforte der hohen, da» Haus eingrenzenden Dornenhecke standen . . . „iväre es nicht beffer gewesen, »vir hättrn den Zettel gar nicht geleirn?" Iwanowna erkannte, obwohl in ihrer abergläubischen Seele die Kenntniß des Schickialszettels große Furcht hervorgerufen hatte, die Nothwendigkeit. Katink.»'S Angst und Unruhe zu verscheuchen. „Vielleicht." anttvortete sie, „vielleicht auch nicht, aber wir hätten dann auch gar nichts zum Lachen! das können wir doch jetzt, weil wir so närrisch waren, um einen Paolo in der Zuku»»ft lesen zu »vollen. Wer das hört, wird uns auslachen und wir können gar nicht böse darüber sein, »vir haben es verdient. . . wir müssen uns ja selber a»»slachen." Katinka antwortete nichts daraus, sie schien einem Gedanken nachzu-hängen. waS die Alte mit großem Selbstvorwurse bemerkte. Erst als sie im Zimmer angekommen »varen. sagte Katinka zu ihr; „Ich »veiß. was »ch mit dem Zettel anfange." „Nun?" „Ich gebe ihn meinem Alexis, sobald er kommt. Liebte ich ihn denn treu und von ga»»zrr Seele, wenn ich ilim verheimlicht,, ivas im Stande gewesen ist. mich auf einige Augenblicke zn betrüben?" Gegen diesen Entfthluß konnte Ilvauo»vna nichts einlvenden. umso-mehr hütete sie sich dagegen zu sprechen, als sie sah. daß Katinka durch denselben wieder zur vollen Heiterkeit gelanjste. Welch eine Zeichen eines kindlich sich hingebeiiden Gemüthes. das die Last seines Kummers von sich abgeivälzt glaubte, sobald eS das. wovon es sich betrübt fühlt", dem vertraute, dem es mit der Innigkeit einer schuldlosen Seele angehörte, den es liebte wie seinen Gott, seinen Schöpfer! (Fortsetzung folgt.) Marburger Berichte. (Oe wk rb k.^ Im verslofsencn Mona» wurdtn bei dn hirsij^en Ve-zilkshauptmaanschaft folgende Oewerbe augemeldet: Krämerci mit Kurz-Maaren. Maiia Dousa in StrichoweK — Hasnerei. Blasius Marin in Jtschenzen — Mühlerei. Alois Zinnauer in Slnntn — Schufterei. Franz Delierost in St. Lorkuzen ^ Holzliaadel. Michael Millemoti» u» St. Lorenz?«. Oasthäuser liaben eröffnet: Michael Pernhart in Untcc^^oriKen. Zftnaz Ramschat in St. Lor,nzkn. Joseph Pur^^ai in Potsch^au. Joseph Schowanitsch in Mellingberg. Grorg Schlit in Slemrn. Andrea» Pucher, Joseph Welthan und Simon Grill in Pobersch. (Elf Schmuggler.) Zwei Marburger Gtnsdarmen (Jakob Zisai unk» Stcphan Kut,tz) streistn, am 3 d. M. Nachmittag gkgen 4 Uhr im Bachergrbirge zwischen Rantsche und H. Kreuz, als sie in der Entfernung von sünshundtrt Schritten rlf Sarkträger gewahrten; der leKte dieser Schaar rief: „Gefehlt l Gensdarmen sind dawarf sein Gepäck ab und sprang ins Gebüsch — die übrigen zehn folgten jtiuem Brispiele. Die Gensdarmrn untersuchten daS Gepäck nnd fandrn. daß e» ungarischen Blättertabak eutbalte ; sie velfolgten die Schmuggler ö0V0 Schritte weit «nd t'hrtrn dann nnverrichtet»r Dinge zurück. Die ganze Nacht wurden Strelsuntt»n und Hausdurchsuchungen vorgenommen, ohne jedoch aus die Spur der Zhüter zu fü'.zren: diese waren. m»t Ausnaljme von zwci oder drei Heimischen, dem Aussehen nach Italiener, tvahrlcheinlich Bahnarbci'er. die aus Siebenbürgen gekommen. Am Donnerstag wurde der Tabak hieher gebracht: er hat ein Gewicht von ztvanjig Zenlnern. dreiunddreihit; Pfd Die Gensdarmen empfangen, da sie trinen Schmuggler eiugcliestrt. nur drei Viertel des Ai,!ösungsprkists als B«lol>nung. (Sitzung des Gemeindeausjchnsses vom 5 d. M.) Bon einttndzwanzig llntcrslützungsgesuchen werden sechs abgewiesen. — Dem Gesuch des Thitrarztes Herrn Arnbin, der sich um die Stelle des gleischbeschauers bewirbt, kann nicht entsprochen werden, da man d,.s.lbt nicht ausgeschrieben: in der Besetzung dieler St.lle soll keine Aendcrung eintrettn, bis ein Thielarzt für den Beziit ,r»iannt ivorden. — Der Obmann des Arbeiierbildungsvereins. granz Wieslhaler. ersucht im Na. men desselben um die lleberlaffung eines Lehizimmer» zum Untcrrl.1,t IN Schönschreiben. Rcchneu. Zeichnen und Gesang ; die Pdrtretung br-schli'tt zu tvillsahren nnd hat drr Berein sich mit dem Dirlktoi der Hauptschule. Herrn Krämer, ins Einvernellmen zu setzen. — Der Tele-graphenbeamte. Herr Anton Lankus. wünscht im Änteresic der Handels« Welt hier eine Filiale des Wiener Ttlegraphen.Korrespondenzbureaiis zu errichten und tvendet sich zu diesem Behusc an den Gemeindeausschuh. Der Ziveck dieses Unternehmens lväre: den B.tdeiljglen mö.illchst schnell von den RurstN und Werthcn an den gröpcren Geld- und Ä'aarenbörsen Oesterreichs und des Auslandes. so»v'e auch an Meßplätzen täj,lich oder wenigstens in gewiss, n Zeiträumen Nachricht zu geben. Das Ckniral» bureau in Wien hat drm Gesuchsieller jede Unterstützung zugtst'gt. Dem Beschluß der Gemeindevertretung zufolge wird das Stabtamt in einem Rundschreiben an die Marburger Haiidetsschast auf dz^ Nüßlichkeit der Sache hinlveisen und zur Zheilnaljme einltiden. — Herrn Joieph Straßer tvird die Befngniß ertheilt. am Kasernenplatz ein Wirlhshaus zu eröfsnen. — Dte Finanzbezirtsdirektioa gibt bekannt, das; die Ainauzlaudesdirektion im Einvernehmen mit der Statthalter,i beschlossen halie. es sei dem Gesuche der Gemeinde ^eitersberg entsprechend, der Mauthschranken Grazerttior anf das Gebiet der Stadt zurück zu versetzen: die Kommission zur Ermittlung des neu^n Standortes wird am 9. d. M. abgehalten. — Die Statthalterei macht aus die Verbreitung der Rinderpest aufmerksam und verlaugt strenge Durchführung der gesetzlichen Vorschriften: der Bürger« Meister Herr Joseph Bavcalari. wird vom Ansschuj ermächiigt. Bersü- gunflen zu treffen, daß Gesundheitspässe für Rknber ausgestellt werden.— In den Sonderausschub für die Btleuchtungssrage wrrden die Herren: Stampfl. Banealari, Mohor. Mareo und Baron Rast gewählt. (Eisend ahN'Werkstatt) Die Südbahngesellschast soll den Beschluß gefaßt haben, auf ihrem Grunde neben dem Kärntnerbahnhofe s chzig Häuser für Arbeiterwohnungkn zu erbauen. Eine Betheiligung dieser Gesellschaft an der Errichtung eines DttNisteges oder eiiler Drau-brücke zur Verbindung der Kärntner Borstadt mit der Banhwerkstatt dür-fen wir nui, wohl kaum noch hoff,n Auch erzählt man. die Gesellschast ivolle für die Kinder ihrer Arbeiter in Ct. Magdalena eine besondere Schule gründen. ^ (Die BerzehrungSsteuer betreffend.) Die Besprechung der Steuerpflichtigen. die auf Donnerstag den ö. November Nachmittag 2 Uhr im Kartin'schen Saale anberaumt war. hat leider kein befriedi-gendeS Ergebniß geliefert: von 180 Pflichtigen lvaren nur 40 Wirthe eischienen. Morgen wird die amtliche Verhandlung hinsichtlich der Ab-siudung gepflogen. Bon der Nothwendii^krit der Sache überzeugt, ladet Heer Rödling sÜmmtliche Wirthe und Fleischer ein. heute Bormittag von 11—12 Uhr. oder Nachmittag von 2—4 llhr sich cativeder persönlich in seiner Wohnunj, (Mühlgasse. 83) einfinde« zu wollen vder einen Ber-lreter zu seudeu, es handelt sich um die Angabe des Betrages, den sie entrichten -vollen. — Die Sektionen rings um Marbnrg haben llch ali.t.funden r wknn die Städter, die vermöge ihrer allgemeinen und beruflich tt Bildung mehr vernünftige Einsicht haben können und sollen, als die Leute aus dem Lande — ivenn die Städter, die am meisten über den Druck der Sleuer und über die Brlästigung durch die Angestellten de» Pächter« klagen.. ..»Venn diese Städter so wenig Geschäftssinn undge-nossenschastlichen Geist balien. daß sie die günstitle Gelegenheit nicht be-nützen, so tväre dies ivahrlich zu bedauern. Letzte Post. Der WehrgesetzentWurf soll morgen im AbgeordnetenhaNfe zur Verhandlung komme«. . Di» Mitglieder der ungarischen Linken ll»ab-n beschlossen, aus de« Delegationen »u scheiden, falls ihr Antrag, betreffend die Benemtuna der gemeinsamen Mtnister, nicht angenommen werde. . im prenßischen Staatshaushalt für tS69 betrSgt S,ZV«.««0 Thaler. Eingesandt. Bezug nehmend auf das Eingesandt: ..Auch eine K.ipitalsanlage" sehe im mich bemüfsigt, zur Aufklärung deS versichernngslustigen Publikums die Mittheilitng zu machen, daß die ^LZiourasiioni (Zsovrsli in Trieft eine Aktiengesellschaft ist. deren Statnten mir genligend bekannt sind und welche ihren ganzen Gewinn, wenn nicht, um einen Gewinnantheil zn erlangten, bedeutend höhere Prämien zahlt unter ihre Aktionäre in Form von fetten Dividenden verlheilt, ivogej^en bei riner wechfelfeitigen Ledensverstcherungs-Anstalt. wie z. B.: „Patria". „Ausstria". „Ianus" u. s. lv. der ganze sich ergebende Geivinn. selbst ohne Abzug der Ver. waltungSkosten unter die „Mitglieder" gleichmäßig vertheilt tvird und bei gltichmäßiger Sicherheit in Folge der Dividenden. Prämitnermüßi« gungen von 20—30^^/^ stattsinden. daher die wechselseitigen Bersicherungs« anstalten in die „erste Reihe" dieser leider noch zu wenig bekannten nnd benützten Humanitätsanstalten gerechnet zu werden verdienen und daher allgemein empfohlen werden müssen. Herr Redakteur iverdeu demnach höflichst ersucht, auch dieses Einge-sandt zu veröffeutlichen. jt. Dns Rtegv - Lied. Aastenrath, der bekannte Uebersej^er, hat das Riego-Lied — die Marseillaise der spanischen Revolution Deutsche übertragen; dasselbe lauttt: Mi Ehor: Soldaten, das Boterland Ruft uns zum Streit. Und Sieg oder tod nur Sei jetzt unser Eid! Solo: Die Hymne zum Kampse Laßt uns singen. Soldaten. In tapferen Thaten. Mit fröhlichem Schritt! llnd das Weltall soll staunen Beim Schall uns'rer Lieder Und schau « in uns tvledrr Die Söhne des Eid l Ehor: Soldaten, das Vaterland u. s. w. Solo: Laß uns schwingen das Eisen; Nicht wagen die Sklaven Das Antlitz des Braven. Des Freien zu schau'n. Schnell wird ivie der Rauch sich Zerstreu'n ihre Heerde: Bor unserem Schlverte Seht fliehen sie voll Grau n. Ehor; Soldaten, das Baterland u. s. tu. Solo: Die Welt sah ein Wagen. Ein edleres nimmer. In lichterem Schimmer Nie strahlte der Muth. Als am Tag. da entflammt «vir Bon heiligem Brande. Wie zum Baterlande Riego voll Gluth. Ehor: Soldaten. daS Baterland u. s. iv. Solo: Dem Führer sei Ehre. Deu lasset uns preisen. Der zuerst schwang das Eisen, Den Bürgerstahl. Das Baterlaud hörte Sein Donnern i»n Leide. Und verwandelt in Freude Wir Jammer und Qual l Chor: Soldaten, das Baterland n. s. w. Solo: Besolgt ward sein Mahnen. Erhört seine Stimme. Soldaten, am grimmen Tod nns nichts lag: Wir tvollten als Männer Die Ketten zerreißen. Denn Leben könnt' heißen Dem Braven nur Schmach! Chor: Soldaten. daS Baterland u. s. >v. Solo: Schon rust's zu den Waffen. Nur Waffen noch richten. Nur Waffen vernichten Verbrechen nnd Trug. Ja zittert, ja zillert. ES zittre der Schlechte. Sieht, den Speer im Gefechte Er sausen im Flug! Chor: Soldaten. daS BtUerland u. s. w. Solo; Trompeten des Kampfes DaS Echo schon ivecken. Und dürstend nach Schrecken Die Kanone brüllt schon. Der KriegSgott. der griniM. Ruft laut UN» zur Rache: Der Genius ertvache Der span'schen Nation I Geschäftsberichte. Marburg. S1. Oktober. tWochenmarktsbericht.) Weizen fl. 4.75, Korn fl. «.L0, Gerste fl. 2.90, Hafer st. 1.95, Kukurutz fl. 8.25, Heiden fl. 3.20, Hirsebrein fl. 4.60, Erdäpfel fl. 0.95 pr. Metzen. Rindfleisch 26 tr., Kalbfleisch LS kr., Schweinfleisch lung 28 tr. vr. Pfund. Holz, hart 36" fl.11.50, 13" fl. 5.9V, detto weich 30" fl. 6.^, 18" fl. 4.^ pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.K0, weich fl. 0.50 pr. Mehen. Heu fl. 1.30, Stroh, Lager« fl. 1.10, Streu- fl. 0.80 pr. Centner. VilMo »arlmrx. Dienstag den IQ. November I SVS: Anfang 8 Uhr. (686 ^akiiarst HSNS» tnSt Konvtax 8. III. ia Z^arburx ein unlZ iLt im Llastdofs „Ziur Traube" ?u sprevkev. Rr 4932 XunÄmaoliunK. Es wird hiermit daS unterm 4. November v. I. Nr. Sil! bekannt gegebene Verbot deS EinsammelnS von Martinitrunk mit dem Bedeuten in Erinnernng gebracht, daß die Nebertreter diese» Verbotes nnnachstchtllch werden gestraft werden. Vom Stadtamte Marburg am K. November 1868. Der Bürgerluetster: Bancalari. von DoppelkeUenstich-Uiihmaschinen aus der Fabrik des Herrn Wien, Doppelkettenftie!^-Nähmaschinen für Gewerbetreibende und Familien Greifer-RSHmascbinen für Weißwäsche, Tchützen-Maschwen für Schneider und Schuhmacher, und endlich Zamilien-Handmaschinen, auch mit Tisch und Unterbau, »ter Garantie zu den billigsten /abriksprejse»»! Ferner sein bestens assortirtes Lager von Herrell-Kleiderjtoffe« neuester Aa^on empfiehlt zur gefälligen Abnahme (b49 .ss««vt la RIsrdarK. Burgplatz 9tr. S. Nr 4S40 XunäinaelKuvK. Das gefertigte Stadtamt gibt hiermit bekannt, haß daS Präliminare über die Empfänge nnd Ausgaben der Stadtgemeinde Marburg für da» Jahr im Sinne deS K. 52 des Gemeindestatutes Nom 9. November 1868 angefangen durch 14 Tagen zur Einflcht der Gemeindemitglirder im Bureau des Bürgermeisters ausliegen wird. Stadtaint Marburg am 7. November t8k8. Der Bürgeriuelster: Bancalari. Vorzügliche Sorten Thee, echten Jamaika Thee-^hum, Theebilekerete«, Ehoeolade« und Grazer-Awteback empfiehlt zur gütigen Abnahme 665) Conditor v»s-a>vj8 Hotel Mohr. Sonntag den s November ISSS: ALartini>?e8t «»«t lvobei die Werkftatten-Mnftkkapelle nnter Leitung ihres Kapellmeisters Franz Schön Herr sich produziren wiro. Anfang 6 Uhr. — Entree 10 tr. (685 A^'Mcktrtr EigeMMtin. Neuer süßer t8K8er, die Maß zu . ^ Z2 kr. t»«7er ..........36 .. Atter ..........«o.. t»«2 K»et«.Rie«li»,. in Halb Boutiille» zu 45 „ .. »"del „ .. 2S .. ist zu haben im Hause dei Herrn Bäckermeisters Levpviv Sb4 in der Burggasse Nr. 143. Die leeren BouteiUe« werden gegen Bergülung von 3 und ö Kreuzern zurückgenommen. GdUArb R«»I»s»»««ffti »«» Ir. Krmilst, Hau», und Leibarzt der Gräfin WladimirSky; Anerkennung dessen Wirkungen. Iß Ginrgewo, 16. April 136k. Da ich keine Bekanntschaft mit Wiener Redaktionen habe, so bin ich so frei, mich vor meiner Abreise nach Pari» mit der Gräfin wladimirSky, einer Schwägerin de» Fürsten Cusa. an Sie zu wendeu, und wollen Sie diese mit vieler Gewissen' saftiakeit gemachten Erfahrungen über den Gebrauch und die Wirkungen des Vopp'schen Mundwassers einem öffentlichen, viel gelesenen Blatte itbergeben. — Diese» Mundwasser besitzt drei Eigenschaften, welche e» zu einem sehr schätzbaren Zahn- nnd Präservattvmittel erheben, und welche keine Zahnpasta, noch da» Pelle tier'sche Zahumittel in sich oereinigen. — Rebfldem, daß dessen fleißiger Gebrauch den Ansatz und die Ablagerung de» verdickten Schleime», der thierischen Stoffe und der erdigen pho»pl>orsauren Salze, au» denen der Zahnwein« lein besteht nnd sich bildet, verhütet, zersetzt e» selben auf techni-chem Wege und lö»t ihn auf, so daß dessenkutsernung dann leicht mit einer weichen Bürste möglich ist. Au» diesem Grunde gibt eS sehr zweideutig au»sehenden Sahnen bald ihr gesunde», natürliche» «»»sehen wieder und bewährt flch al» Ret-tung»mittel, daher e» anch allen Tabakrauchenden nicht genng anempfohlen werden kann, deren Zähne eine gründlich braune Farbe angenom-men haben. Endlich bleiben Kranke mit hol,len Zähnen, die öfter an Sahnschmerzen leiden, beim fleißigem Gebrauche de» Popp'schen «natherin-Mundwasjer» von Zahnschmerzen verschont. Diese hier niedergeschriebenen nnd der Oeffentlichkeit üliergedenen Erfahrungen find Thatsachen, die fich in meiner Praxis hundertmal bewährten nnd füi »eren Wahrheit ich mit meinem Charakter und meiner RamenSunterschrift einstehe. Ich werde nicht nnterlassen, diesem Popp'schen Anatherin Mnndwasser Namen und Verbreitung in Pari» zu verschaffen. I)!'. Eine Gasthaus-RealM an der Landstraße, eine Viertelstunde von Leibnitz entfernt, bestehend aus gemauerten Wohn^ uud WirthschaftSgebäuden nebst 24 bis 27 Joch Aecker, Wiesen nnd Wald, ist unter gilnstigen Bedingniffen nm billigen Preis zu verkaufen. Nähere Auskunst im Comptoir dieses Blattes. Geld z« «1»! (für Haus' und Grnndbestlzer) (660 anf lange Zeit, gegen Rückzahlung in balbjälzrigen Raten, verschafft Lisi«» am Domplatz im Wibmer'schen Hause. 2. Stock. (Sprechstunden: von 10—12 Uhr Bormittags. Zu miethen wird gesucht: s Eine freundliche Wohnung mit 3 Zimmern nebst Zugehör in einer fre« quenten Straße der innern Stadt, ehestens beziehbar von zwei ledigen Herren. Bermiethnngsanträge übernimmt die Expedition dieses Blattes. Au verkaufen kommt: ei» in der nnmittelbaren Nähe deS k. k. Kadeten-JnftituteS liegender Acker, mißt 3 Joch 592 Qnadrat-Klafter, hat die schönsten Bauplätze, befttzt da» hohe ServitutSrecht laut k. k. Genie - Direktion» - Verorl)nung ddo. Graz 26. Oetober 1867 Zahl lf»2l. Dieser Acker wird entweder ganz, kann aber anch parzellenweise verkauft werden. AnSknnft im Comptoir dieses Blattes. Zn haben in Marburg bei Herrn Bancalari, Apotheker nnd in Tauch-m a n n'» Kunsthandlung. in Cilli bei Herrn Cri»per und in Banmbach'b Apotheke. 8. VvlliMANn'ii pIioto^rÄpIliiiellvr 8»lo» in Niarkurg (Stichls harten) ist von NUN an täxlioiz geöffnet und es finden die Anfnahmen «unterbrach en von V Uhr Früh tiis A Uhr Abends statt. (548 Verstorbene in Marburg. ^ Am 1. November: Dem Herrn Johann Wolf» Hausbesitzer, die Tochter Marie, lIS Tage alt, an Schwäche. — Am 5.: Kranz Kanran. Schneider, b6 I. alt, an A»«. zehrung. — Am L.: Anton Lakoschitsch, Taglöhner. SV I. alt, an Baffersucht. Pas oritvtalisch-mtchallischt Automatell-Theater, ivelcheS durch 3 Jahre mit größtem Beifall und Zufriedenheit in der Residenzstadt Wien zur Schau ausgestellt war, ist hier nur kurze Zeit von Früh 10 bis Abends 8 Uhr zu sehen. Erster Plaß SV kr., zweiter PlaK SV kr., drilter Platz lO kr. Kinder die Hälfte. Der ergebenft Gefertigte, welcher durch 20 Jahre an diesem Kunstwerte gearbeitet, und in München den ersten Preis in der Holzschneidekunst und Mechanik erhalten hat, bittet um einen gütigen und zahlreichen Besuch. 680) pstisr Mechaniker aus München. Der Schauplatz ist am Sofieuplatze. Beramworil icher Nedatteur: Krnnz WteSthaler. S. «. St. «. Druck und Verlng von Eduard Janschiß in Marburg.