Kaibacher Zeitung. H ^N E3. Dinstag am 26. Mai I84K S t e y e r m a r k ^A-ns del' ,)Gl'atze,' Ztg." entlehnen wir Nachstehendes a»s Cilli v. 20. Mai: Vorgestern am 18. d.M. wurde den Bewohnern unserer k. k. Kreisstadt daS Glück zu Theil, den ersten Dainpf>vagen auf der von Wien bis hierher vollendete» Eisenbahn ankoinnnn zn sehen. Diese Probefahrt auf der von Gratz nach Cilli mit Beginne deS nächsten Mmiacs znr allgemeinen Benützunq n, eröffnenden Eisenbahnstiecke ivllrde in Begleitung Sr. Erc. des Herrn Hofkammer-Präsidenten, Freiherrn von Kübeck^ vorgenommen; der Zng brach an dem nämlichen Tage Früh M" 5 Uhr i.,Wien auf m,d traf, nur Benützung der Wien-Gloggnitzer und der Staats.-Eisenbahn, um ,2 Uhr 23 Minuten m Gratz ein, von wo er nach einem Aufenthalte von 10 V.muten mit Sr. Excellenz, dem Henn i.'andesgonverneur Olafen o. Wicken bürg, Hochwelcher dem Herrn Hoftam-Mer-Präsidenten bis Mürzzuschlag entgegengekommen war, und in Begleitung des Directions.- mid höheren Bauperso-"ales der k. k. Staats. Eisenbahn, die Fahrt sogleich fortsetzte. Ungeachtet eines mehrmaligen, in, Ganzen I Stunde 55 Minuten betragenden Aufenthaltes, zur gelegentlichen Besichtigung der Bahnhofgebäude in Wildon und Marburg, wo der Herr Gubernialrach und Kreishauptmann, Ritter von ^arqnet, mit den übrigen Authoritäten Marburgs, dieAn^ ^ "^ '"'^ "'^'b"'" Zl'ges erwartete, dann des 353 ^ er^ ^"""" °'" ^ltcrsberge, so wie der Sulm-^,""' " ""s'bbach, Kreuzberg und in Lipo-s ten ^ ^'"^'"'"^ "'" das Pesiniß thal, der im-" Dmubrucke nnd anderer N'ichnger Bauobjecte, traf '"an Abends um 7 Uhr 3 Min.tten am Bahnhöfe zn Cilli c»>, wo der Zng vom Herrn Gnbernialrathe und Kreis-hauptmann, Schnrer v. Wald he im, und dem gesammten ^e.smntsPersonale, der Stadtpfarrgeistlichkeit, dem sammtti-chel, hier statiomrten Baupersonale der k k. Staats. Eisen-b"hu, dem Magistrate .,nd den übrigen Localbchörden i.n '"^cnchte einer zahlreich versammelten Mcnsche.nnenge e,„-psa»gcn wurde. Die Fahrt von Gray bis Cilli wurde daher in a m,den 30 Minuten, und, mit Abrechnung dcs Aufenthalten Im'! ^"'^ ^ Minuten, in 4 Stunde., 55 Minu-len zulucrgelegt. 30 M^nte^? "°" ^'"' ''^ Kloggniß betrug I Stunde Postwagens" 2 E,!'^"^'^'^ ^"' ^"' ^emmering mittels bi>) Gr... , ^^^'"^'"' und die Fahrt von Mürzzuschlag ' ^'"""' u"d, nach Abrechm.n/ei' mehnnal.gen Aufenthaltes von 25 Minuten, im Ganzen zm- ?illfnahme des benöchigten Wassers und Holzvorrathes, nur 2 Stunden 38 Minuten. Die Fahrt der 30 Meilen sangen Bahnstrecke von Mürzzuschlag bis CiUi betrug daher, nach Abrechnung des mehrmaligen Aufenthaltes, zusammen mir 2 Stunden 20 Minuten, im Ganzen nur 7 Stunden ,I Minuten, und von Wien bis Cilli 10 Stunden 43 Minuten. Gestern den 19. d. M. nahmen Se Excellenz, der Herr Hofkammer-Präsident, nnd Se. Excellenz, der Herr Landcsgouverneur, die bereits in Angriff genommen, 3 bis 4 Meilen lange Bahnstrecke von Cilli bis Steinbriicken am rechten Sann-Ufer in Augenschein, und besichtigten sowohl die hieran befindlichen wichtigsten Banobjccte, als auch die meh» maligen Uebersehungen des Sannflnsses, die F.lsensprengm,-gen bei Skalorje und an dem rechten Save-User. Heute Früh um 6 Uhr setzte sich der Zug auf der Eisenbahn in obiger Begleitung, unter den dankbaren Se-gens.vünschen der hiesigen Bewohner, wieder in Bewegung, um die Nücksahrc nach Wien anzutreten. Gratz. Die Direction der k. k. priv.'l. Wien-Glogg-"cher Eisenbahn macht bekannt, daß die Eröffnung des Be-tnebes auf der k. k. Staats - Eisenbahn von Gratz b.S Cilli sowohl für die Personen- als Lastenbeförderung an, 2. Juni d. I. Statt zu finden habe. Die darauf Bezug habende Fahrorbnnng, die Preistariffe und die Bestimmungen für den Personen- und Warenverkehr smd, vom 25. d. M. cu,.-gefangen, bei allen Expedite,, der k. k. südlichen Staats- und dcr Wien - Gloggnißer Eisenbahn zu erhalten. W i e „ Se. k. k. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 9. Mai d. I. sich oewogcn gefunden, dem Prager Dom -Dechant und Gubernialrathe, Wenzel Wa-clawiczek, das Ritterkreuz deS österr. kaiserl. Leopold-Ordens allcrgnädigst zu verleihen. Die k k. vereinigte Hofkanzlei hat eine in Nieder-Oesterreich erledigte Negicrnngs-Concipistenstellc ihrem Con-ceptspractikanten, Joseph Krticzka Freiherrn von Jaden, verliehen. Die k. k. vereinigte Hofkanzlel hat eine bei dem b'öhc lnischen Ouberniunl erledigte Gubernial-Secretarsstelle dem ersten Kreiscommissär, Adam Worzikowsky Ritter v. Kuu> dratiß, die oadurch in Erledigung gekommene Kreiscommis. särsstclle erster Classe dem zweiten Kreiscommissär, Matthäus Schükcr, jene der zweiten Classe dem dritten Kreiscommissar Friedrich "'.l'afen v. Michna, und endlich die Kreiscommis-särsstelle dritter Classe dem Gubcrnial - Concipisten , Iohan» Tschary, '.'erlieheil. 378 III Folge des allerhöchsten Patentes vom 2l. März I8l8 wird an, 2. Iu»i d. I. um l0 Uhr Vormittags die Einhundert acht und siebenzigste Verlosung der älteren Staatsschuld in dem hierzu bestimmte» Locale in der Singerstraße, im Franziskaner Klostergebäude, Statt finden. Böhme n. Prag. Sonntag den l0. Mai fand in der Pfarrkirche zu St. Nicolaus die feierliche Weihe des hochw. Herrn Joseph Dittrich, infulirten Capitular-Dechauts zu Bauyen, geistlichen Administrators des Meißner Bisthnms, apostol. Vicars der königlich sächsischen Erdlande, Ritters des königlich sächsischen Verdienst-Ordens lc., zum Bischöfe von Ko-l^kos Sratt. Se. fnrstl. Gnaden, der hoch würdigste Herr Fürst - Erzbischot von Prag, nahm selbst die heilige Weihe vor; ihm assistirtcu die hochw. Herreu Joseph Ranch, Prä" lot und Domscholaster, Michael Willcr und Peter Franz Kregcj, Doniherren am allezeit getreue» Metropolitan .-Capitel zu St. Veit; die Assistenten des neugeweihten Herrn Bischofs waren der hochwiirt'igste Herr BarcholomäuZ H^ille, Bischof zu Leitmeritz, der hochwürdigste Herr Franz Wilhelin Tippmann, Suffragan zu Prag und Bischof von Satala, und der hochw. Herr Canonicils ««nncx' von Banhen. si^ach Beendigung der Consecration hielt der nengeweihte Herr Bischof in lateinischer Sprache eine treffliche Rede an den fürst> lichen Herrn Consecrante». Eine zahlreiche hohe Geistlichkeit und eine außerordentliche Menge Andächtiger aus allen Ständen wohnte dieser hohe» kirchlichen Fcler bei, welche hener, ein seltener Fall, i» Prag schon die zweite dieser Art war. — Nach beendigter Feier gab Se. fnrstl. Gnaden, der Herr Fürst-Erzbijchof, eine glänzende Tafel, zu welcher unter 45 Gästen die ehemaligen Professoren und viele Scudicn-College» des neugcweihteu Herrn Bischofs, der ein Böhme ans Marsche» bei Mariaschei» (geb. 23. April 1794) ist, gnaden ware». Bei Ausbringung der Toaste wurde ein Gedicht vertheilt, von einem der Mltgäste, dem k. k. Professor Herrn W. A. Swoboda, verfasst. Lombardisch-Veuetialttsches Königreich. Die »Allgemeine Zeitung" vom 16. Mai meldet aus Venedig v. ll. Mai. Gesteru besuchte,: die Kaiserin, die Großfürstin nud lhr Gefolge die griechische Kirche, in der eine feierliche Handlung Statt fand. Abends vor 6 Uhr began» die gro>;e Wasserpromenade, zu der Alles hmanc'strömte und den heitern Sommerabend in einen Festtag verwandelte. Einen unbeschreiblich schönen Anblick gewährte die Gondel-grnppe, die sich um 6 Uhr von» Pallast des Vicekönigs, den Canal entlang, mit langsamer Majestät bewegte. Im Cen-trixn der zahllosen Gondelmcnge befanden sich die Fahrzeuge des Hofes, an die sich die übrigen, mit Nengierige» gefüllten Barken so dicht andrängten, daß die Gondoliere keinen Naum mehr für ihre Nuder gewinnen konnten, und so der ganze Trost durch die cmporgezogcne» Nuder wie mit Picken bewaffnet schien. Iu St. Ieremias, der eiste» Wendung des Canals, erwartete das Musikcorvs der Marine auf einem geschmackvoll decorirten Boote die hohen Gäste, und an d?r Nialt0'Brücke empfing sie das zahlreich versammelte Volk mir lautem Nllfei« und Händeklatsche». Die Kaiserin, die mit derVl« cekönigin in der ersten Gondel fuhr, war sichtbar überrascht durch den Jubel und die Fröhlichkeil der Menge, die sie umgab, nur schien sie etwas befremdet dnrch das Aneinanderrücken der Fahrzeuge, das ihr bald diese, bald jene Gondel ganz i» die Nähe brachte. Der Vollmond beleuchtete die Rückfahrt; alles verließ die Gondel», um sich auf dem Marcusplaße ein-znfinde» , der einem großen Balljaale glich, Die Kaiseri,' zog sich iu ihre Gemächer zurück; um so mehr drängte sich alles in die Nähe der Großfürstin und der Prinzessinen von Mecklenburg. Vor allen entzückte die Großfürstin durch ihrc Schönheit und Freundlichkeit, so daß sie oft dcn lallten Zuruf: »^!u! !,<>!I:< , c!>« »,>n'„I<>!« entkckte. Heuce fand um die Mittagsstunde eine Wachr>arade der Marine in, Vorgarten Statt, welcher, außer Sr. k. k. Hoheit, dem Viceadmiral, der Großherzog von Mecklenburg und der älteste Sohn des Vicekönigs beiwohnten. Der erlauchte Gast empfing die Mel--dnngen der sämmtll'che» dienstthuenden Officiere, besah die Truppen und wohnte dein Defiliren bei, das sich im Schatten der »nächtigen Platanen - Allee, durch deren Laubdach die kriegerische Musik schmetteite, äußerst schön ausnahm. Der Kaiserin gestatten die Aerzte nnrin den kühleren Nach-Mittagsstunde,, die freie Luft zu genießen, weder Vormittags, noch in den Abendstunden sind ihr Promenaden erlaubt. Heute versammelt sich ein ärztliches Consiliim,, um zu entscheiden, ob der Plan eines längeren Aufenthalts in der Lagunenstadt und der Gcbrauch der Seebäder ihren Zustände» zuträglich seyn könnten. Die »Wiener Zeitnng« vom 2l. Mai gibt folgendes Schreiben ans Venedig voi» 15. Mai. Heute u>n die Mittagsstunde sind Ihre Majestät, die Kaisc>ii, von N"l'-land, in Gesellschaft ihrer erlauchten Tochter, Großfürstin Olga, mit einem Separatzuge dcr Eisenbahn von hier ab-gegangen, um dann über Verona die Reise nach Salzburg j fortzusetzen. Gleich^itig mit Ihrer Majestät haben Ihre kö'. nigl. Hoheiten, die Herzogin von Mecklenburg, mit Höchst-ihre» Kinder» , und der Kronprinz von Württemberg diese Hauptstadt verlassen. Ihre Majestät, die Kaiserin, ist auf einer HofschalupP.e von Ihre» k. k. Hoheiten, dein durchlauchtigste,, Herr» E>'j-Herzoge Vice-Könige und der Frau Erzherzogin Vice-Königin, dan» von dem Hern» Erzherzoge Leopold, so wie vo» dem Vice «Admiral und Oberbefehlshaber der k. k. Marine, Erzherzog Friedrich, Höchstwelcher den Platz am SchaluP" penschlage einnahm , endlich von einem zahlreiche», auf »rc>-tern Fahrzeugen vertheilte» Gefolge von angesehenen Pcrsc-nen dis zur Eisenbahnstation begleitet worden. Ihre Majestät verließ Venedig in befriedigendem K<" sllndheitszustande, nachdem Höchstdieselbe die heilsamen ÄM kungen unseres Climas während Ihres kurze» Aufenthalt hier ebenfalls verspürt und es darnm noch mehr gcwmdi^ hatte. Zur Ehre der erlauchten Souverainin und auf Vera»' staltung und Einladung der Muuicipalbehörden ist am lehl' verflossenen Sonntage das Schauspiel einer Abcndfahrt a" dem Ca:ial Grande ausgeführt worden, welcher auch I^ Majestät, die Kaiserin, in der Gondel der durchl. Frau 6''i' 379 h^ogli, Vic.' -- Konigln und Ihre kaiserl. Hoheit, die Großfürstin Olga, in jener des durchl. Herrn Erzherzogs Vice-königs, in Höchstdessen und des Herrn Erzherzog Leopolds Gesellschaft, beiwohnten. Bei dieser Gelegenheit war die Anzahl der Baikal außerordentlich groß, der Zulauf des Volkes ungeheuer, weßyalb auch der Canal Grande dicf-mal bei so vielfacher Bewegung und Frequenz den imposante» Anblick cincs größeren Festtages bot. Am nächstfolgenden Abende ist der St. Marcusplatz mit ungewöhnlicher Pracht beleuchtet worden, und Ihre lai-seil. Hoheit, die Großfürstin Olga, so wie die hier eben anwesenden andere» fürstlichen Personen geruhten hierbei an der öffentlichen Promenade Theil zu nehmen, welche aus diesem ungewöhnlichen nnd erfreulichen Anlasse überaus glänzend und besucht war. Nie hatte sich noch dieser, dlirch das Spiel der Muslkbanden diesimal noch mehr erheiterte Platz freudiger und schöner gezeigt. Ihre Majestät und Höchstdero durchlauchtigste Tochter hatten während Ihres kurzen Aufenthaltes in Venedig Alles besichtigt, was diese Stadt an historischen Denkmälern, wissenschaftlichen Instituten m,d Werken der schönen Kunst auszuweisen hat, so wie Höchstdieselben den Personen, welchen die Ehre zu Theil ward, sich Denselben zu nahern, viele und gewählte Geschenke, dem Dienstpersonale des k. k. Hofes aber großmüthige Gratification».'!! hinterlassen haben. Mit dem ersten gestrigen Eisenbahnzuge ist Se. k. Hoheit, der Großherzog vou Mecklenburg, hier angekommen und im Gasthofe zum »weißen Löwen« abgestiegen. Italien. Palermo, 29. April. Am'22. April Abends wurde» wir durch einen leichten Erdstoß aufgeschreckt, der ohne weitere Folgen blieb. In Catania war dagegen in der Nacht vom 22. auf den 23. April die Erschütterung sehr heftig. Bis jetzt verhielt sich der Aetna noch vollkommen ruhig. Turin, den 2. Mai. Vor Kurzem ist hier eine Verordnung erschienen, wornach der Elementar - Unterricht eine neue Organisation, die eine wesentliche Ausdehnung und Verbesserung desselben in sich schließt, im ganzen Umfange des sardinischen Staates erhalten wii'd. Deutschland. In Ulm sind aus Anlaß einer Mißhandlung, welche der Bruder des dortigen «Mohrenwirchs« einem Cavallcri-sten der Garnison zugefügt, grobe Ercesse vorgefallen. Die Carallcriste» zogen am II. d. M., vierzig Mann stark, vor das Gasthaus des Mohrenwirths, und richteten mit Beihilfe vou Schanzarbeiten, solche Zerstörungen an demselben an, daß, wie sich die Ulmer „Schnellpost" ausdrückt, «das Haus einem Laternengcstelle nicht unähnlich war, das noch sehr des Glases bedarf." Am Morgen des 12. wiederholten sich die Excesse' abermals rückte eine Masse Cavallcristen vor das genannte Wirthshaus und umringte dasselbe, wahrend andere in das Innere drangen und Alles, was sich ihnen darbot, zertrümmerten. Ein zweiter Bruder des Wirthes soll sich, liüi ihrer Rache zu entgehen, über die Gränze gestüch» t«,'t haben. Einige der Tumultuantcn wurden verhaftet. P r e u ß e n. Wie triumphirend sprechen schon jetzt die »Times« über die von Peel vertheidigten und mit so großer Majorität des Unterhauses unterstützten ^reihandels-Grundsäße! — Mit dem Stolze des Britten setzen sie bereits den deutsche», Fabrikanten, der deutschen Industrie und den Hunderttausendcn, welche sie ernährt, den Fuß auf das Haupt. — England wird sich, »pie wir es schon hören müssen, alle deutschen Märkte zu eigen machen; es kann seine Baumwollen- und Wollen-waren um 25 bis 50 pCt. billiger, als Deutschland liefern. In der sichern Aussicht, daß sich bald alle deutschen Märkte durch Englands Einfluß dem brittischen Handel und seiner Iueseninoustrie öffnen werden, macht man bereits alle Vor^ anstalten, und man berechnet bereits jene Millionen Pfunde Sterling, die das tributäre Deutschland an England zahlen wird. O, du glückliches Deutschland! Wir glauben aber dennoch, daß sich dießmal England etwas verrechnet habe. Der Zollverein wird die deutsche Industrie, troy aller schönen Worte Englands, so lange sie der brittischen Niesenmacht "icht gewachsen, nicht fallen lassen. — Mögen die deutschen Scädte und ihre Vertreter jetzt eben so muthig ihre Stimme erheben für ferneren kräftigen Schlitz des deutschen Gewcrbe-fieißes und Handels. Möge man bedenken, wie viele Federn in Deutschland ftir das brittische Interesse wirken, und wel-chcn Einfluß die englischen Guinecn haben. Kodlenz, den 9. Mai. Von der Stadt Mosel kom-mcn uns sehr bittere Klagen zu Ohren über die vorherrschende Theuerung und über die Armuth, welche so viele Fa.ni-I'en n, Verzweiflung versetzt. Die Noth s.ll schon einige Fa-„nl.enoäter dazu bewöge,, haben, ,'!>- Kinder mit der Wei-sung aus dem Hause zu entlassen, sich s^bst das nöthige Brot zu suchen. Um den bedürftigen Einwohnern zu Hilfe zu kommen, hat zwar das königl. Kriegsministerinm dieVer« abreichung von 2000 Mispel Mehl aus den Militär-Maga-zinen angeordnet, allein von allen Seiten vernimmt man Klagen, daß dieses Quantum zu gering sey, „m der Noch auch nur einigermaßen abzuhelfen. Da nun den, Vernehme,, »ach in den Militär-Magazinen noch bedeutende Mef'lvol--räthc sich befinden sollen, so wäre es zu wmifchen, daß die köuigl. Regierungen der Nheinprovinz sich bei dem ^«.,-rn Oberpräsidenten für die Verabreichung cm^ größeren Quan-tums von Brotmehl zur Unterstützung von bcdulft^en^and^ bewohncrn verwendeten. Die «Allgemeine Oderzeitnng« theilt folgendes Antwortschreiben mit, welches der Fürstbischof uon Breslau, Frei. hcrr von Dicpenbrock, auf ein Beileidsschreiben eines 'schlesi-schen Archipresbpteriats in Betreff der ihn, bekanntlich a^f einem Spazicrgang widerfahrenen Unbill erlasse» hatte-«Melchior von Gottes Gnaden ;c. :c. Dem chi würdig eil Cle »rus des ArchipresbyteriatS N. N. danke ich verbindlichst für «den mir a,»... d. M. zugekommenen würdigen A«sd.'l>ck »seiner warmen Teilnahme hinsichtlich der mir m.länqst wi-verfahrene« Unb.ll. - Da ich hier mit Misse,, «„d Wil-..len noch Niemand beleidigt oder v^letzt habe, viel.nchr »mich gegen Jedermann gerne liebreich und nach Möglichkeit 380 »hilfreich erweise, so konnte sich jene Beleidigung nur alls »meine ämtliche kirchliche Stellung beziehen, und darin ,l:egt „dann flir mich auch schon der Trost, den der Herr Jenen »versprochen, die um seines Namens willen leiden, und ich „trage freudig mit den Aposteln die Schmach Christi. Möchte »es mir vergönnt seyn, alle derlei feindliche Pfeile auf »mch »allein gelenkt und die mir Anvertrauten davor bewahrt zu "sehen! Ja, möge lieber Aehnliches mir noch zehnmal wi-„herfahren, als daß von Einem der Unserigcn »den» minde-„steu Andersgläubigen« eine solche Beleidigung zugehe! Dem» »selig, spricht der Herr, sind die Friedfertigen, sie werden „Gottes Kinder Heisien. —Breslau, am Ostermontag 184«. „Melchior. — An den ehrwürdigen Clerus des Archipres-»byteriats N. N." Frankroi oh. Der »Oestcrr. Beobachter" vom 21. Mai meldet ans Paris vom 14. d. M., daß der Bericht über das At-teutat von Fontainebleau soll am 20. Mai bei dem Pairs-Hof zum Vortrag kommen solle. Der »Esprit Public« theilt über die Verhöre Lecom-te's Folgendes mit: »Alles, was wir rücksichtlich des Mörders von Foutainebleau bisher vernahmen, beschrankt sich darauf, daß er allmälig gesprächiger wird. Finster, mürrisch und nicht selten sogar grob, sollen seine lakonischen Antworten, vorzüglich in den ersten beiden Verhören sogar den in Cri-mmalprozessen wohlerfahrenen Kanzler Pasquier außer Fas» sung gebracht haben. Herzog Decazes, der den Verhören beiwohnte, hatte sich dann erboten, den Gefangenen zu zähmen. Gleich Pasquier, als ehemaliger Chef der geheimen Polizei unter Napoleon mit den engsten Falten der Verbrecherherzen vertraut, nahm der Herzog zur Sinnlichkeit seine Zuflucht. Hatte Lecomte früher die schmale Gefängnißkost verächtlich zurückgewiesen, nichts genossen, als Wasser und Brot und sich weder Tag noch Nacht mit irgend Jemand unterhalten, so erschien plötzlich der herzogliche Koch mit freundlichem Gesicht vor ihm, fragte ihn nach den Speisen, die er am liebsten esse, und bald sah er die Tafel mit köstlichen Speisen und Weinen besetzt, welche letztere den Kenner besonders entzückten. Dieser Wechsel in del' Behandlung wirkte Wunder. Lecomte wurde gesprächig, und nunmehr gesellte der Herzog dem Wachpcrsoual einen Schnellschreiber bei, der Alles aufschreibt, was Lecomte spricht.« — Die ministerielle »Epoque-sagt, daß die Rücksicht, mit welcher Lccomte behandelt werde, ihn mit dem Gedanken erfüllt zu haben schien, als warte seiner ein mildes Schicksal. So sey er unruhig darüber, daß man nicht zu rechter Zeit seine Wohnung gekündigt, wofür man ihn später verantwortlich machen könne. Der Kanzler Pasquier scheine sein volles Vertrauen zu haben, indem er sich geäußert, daß, wenn Pasquier stürbe, dieser Verlust un-erschlich wäre. Er zeige noch immer die Festigkeit m,d Energie, wie gleich nach den, Attentat, und statt beschränkten Verstandes zu seyn, wie man gemeint, hatten seine Antworten den Kahler so überrascht, das; derselbe von ihm gesagt: „Er hat viel'Verstand, aber ein Herz von Eisen.« Das in »Oran« erscheinende „Echo« schreibt unten" 4. April: Seit acht Tagen hatte sich das Gerücht verbmttt, Abd-el-Kader sey bei der kräftigen Verfolgung, welche d^' Oberst des 33sten Regiments, Hr. Camon, in den letztt" Gefechten des Südens gegen ihn ausgeführt hatte, verivü"' det worden. Diese Nachricht wird heute bestätigt durch arabische Berichte, welche aus verschiedenen, gleich verläßliche Quellen eingelaufen sind. Abd-el-Kader har nämlich im G^' fechte einen Säbelhieb an der Hüfte erhalten, der ihn» groß? Schmerzen verursachen soll. Nach den neuesten Nachrichten aus Marocco h^ der Kaiser Muley Abderrhaman, alsbald nach der Rückkehr seines Botschafters Ben Aschasch ans Frankreich, Nabat oel" lassen, um seine Residenz zu Marocco aufzuschlagen. Ve>' Aschasch hat ßch dahin begeben, um ihm über seine Sc»' dung nach Frankreich Bericht zu erstatten. Der Kaiser n'>"' bekanntlich seit den Ereignissen von Dschcmma Gazauat ,^ Nabat nur auf die Vorstellungen des französischen Geuei^' Consuls geblieben, und um die Beziehungen seiner Nc^'' rung zu Frankreich zu erleichtern. Die Entfernung des Ka>' sers unterbricht sonach für den Augenblick diese Verbindu"' gen, und höchst wahrscheinlich ist dieß der Hauptzweck ro» Muley Abderrahmans Neije. Auch wird sie im Stande dcc maroccanischen Frage, die nur dlirch kluges Zuwarten c>'"^ befriedigende Lösung erhalten zu können scheint, schwer!»^ irgend eine Aenderung hervorbringen. Großbritannien und Irland. London, II. Mai. Die Zweifel im Publicum, nn'l-che Wendung die Kornfrage im Oberhaus nehmen dürfte werden mit jedem Tage stärker. Nachgerade ist es sehr wob'" schemlich qeworden, daß die Kornbill dort nicht durch^)^ werde ohne einen scharfen Kampf, einen zeitlichen, obzwa>' vergeblichen Widerstand, einen Mjnisterwechsel und e>>' außerordentliche Zersetzung der Parteien. Die Torypartcl, welche doch immer noch die compacteste Körperschaft >'" Staate bildet, scheint sich jetzt über den Entschluß geei'»'^ zu haben, im Stadium der Committeeberathung des Ob^' Hauses ihre Form eines Vergleichs vorzuschlagen, nämlich' entweder einen mäßigen firen Zoll, oder die Dauerhaft!»'"' chung der ermäßigten Waudelscala, welche der Peel'sche P^ interimistisch auf die nächsten drei Jahre will eintreten lM'"' A m e r i k a. Aus Ohio meldet die »New.- Porker deutsche Sch"^' post," daß man dort nach und nach iimner mehr anfange, ^ Land zum Weinen zu verwenden, und dadurch emem 6»'' tus fröhlicher Gesellschaft die Bahn zu brechen, wo jetzt »^ »theeschlürfende Selbstgenügsamkeit" und heinilicher Nh»'^ genuß an der Tagesordnung seyen. Auch in Missouri «^ deiht, Dauk den deutschen Einwanderern, diese edelste^ der Bodencultur; die dortige deutsche Niederlassung ,,H'^ mann« gibt davon erfreuliche Proben, wenn man dem l''' tbeile des »Anzeigers des W'stens' in St. Louis, de!^ Herausgeber in die Mysterien des Bacchus .- Cultus tief "" geweiht seyn soll, Glauben beimessen darf. Verleger: Ignaz Alois <3dler v. Kleinmayr. Ankann zur ImImHevHeitmm. Sours vom 22. M" '^^, . StaatSschl,!dverschl-eil>. zu 5 ,^l ,'» CM) ,». 7,6 Verloste Obligation. Hoftafi^l -^ ,ner-Ol'liaati >,'!', d.^w.inqo^i zl> ä >./d »I '^ Darlel,eils ii, iirain l^'Aer^«' z» ä "» z' 9« >1« lial - Obliant. v. Tm-o! Vo>- ^ .^l /> ,>2 .... ^ — arlberg und S^IzblN^ > ' Qbliqac. v»!l Galizie» zu » i><^l. (n> O'M-^ ^^ Ob!u,at,l,'!!c,! c'.'s «5l.i„de (<ö.M,) ^>.M.^ ob dl'r l>n„S. V0» ^0» > l >li » ,4« . « — — me>» < M^lil-c l. Hchlc» F zu !t »l^ ,.» ^ — . — sit,,, ^tel'^lü^.rk, Kc>ln» ^" , .„«55 — l,n. jir.iiil, Go>z liin'' l,l> , 2j4 «. » -^ —> ll» H. IN. ,^l^D Actien t>cr'ül!l>n'e!S'i!lnz.Gmu!,d>ier ^h>, zn 25.» ft. C. W.....2>9 >j' N in C. M. Actieu der öftert. Donau.Damvfschlsstahtt. >l» 5oa fi. C. M.....6c»7 ft> l" (5. M. 3- 769." (')....... ^ Nachricht. Gefertigter hat hicrmit oie Ehre, für die nächste Firnnmgsfcier seine schönen Firmungs- und Tcnifmeoaillen, als oas solideste und bleibendste Andenken, welches Pathen den Kindern geben können, zu gefälliger Abnahme anzubieten. Gelegenheit-liä) bemerkt er, um den ibm nachtdeiligen Reden zu begegnen, als ob seine Sehkraft Alterswegenden Leistungen in seiner Kunst hinderlich ware, daß er noch unmer das Glück hat, 'n dcr Nahe so gut zu sehen, wie in seiner Jugend; er empfiehlt sich daher zu den gewiß billigsten Preisen, in dem er versichert, daß es ihm mehr um das vergnügen, sich in seiner Kunst beschäftigen zu können, als um wesentlichen Verdienst zu tbun ist. 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