Macher Tagblatt. Redaction und Expedition: Bahnhosgafse Nr. 15. Sriinumerationspreise : _______________________________________. . .. . ^ gnsertionSPreise: Ein« .. , Nr. 198. tzMKUlM Freitag, 30. August 1878. — Morgen: Raimund. IMFNW 11. Jahrg. liit der Post I DanzjäLr. fl. ir. Vom Occupatiousschauplatze. Privatnachrichten signalisieren in nächster Zeit ernste Kämpfe mit den massenhaft auftreten-deu^ Insurgenten, man hofft im Generalquartier unMer Truppen auf ausgiebige Verstärkungen, um in den Stand gesetzt zu werden, die Jnsur-rection niederzuwerfen. Die Zeit drängt, es soll noch vor Eintritt des Winters Ordnung geschafft werden. Wir haben es in Bosnien und in der Herzegowina nicht mit ungeübtem Volk und waffenunkundigen Insurgenten, sondern mit nicht weniger als 40,000 Mann regulärer türkischer Truppen, die serbischen und montenegrinischen ungerechnet, zu thun; die ganze Armee des Osman Pascha soll nach Bosnien dirigiert worden sein. Die Verpflegung unserer Truppen ist, wie der Spezialberichterstatter des „N. Wr. Tagbl." meldet, eine verhältnismäßig gute und reichlick>e, Fleisch und Brod wird in vorzüglicher Qualität geliefert, der Wein ist gut; die Hindernisse, welche in den ersten Tagen der Oceupation der Truppenverpflegung im Wege lagen, wurden schnell beseitigt. Nur über das Marketendcrwesen wird gerechte Klage erhoben; die Marketender treiben unverschämte Beutelschneiderei und fordern enorm hohe Preise sür Brod, Käse, Zigarren u. s. w. Die Insurgenten entsalteten in den letzt-abgewichenen Tagen eine lebhafte Thätigkeit, sie bedrohen Banjaluka neuerlich und beabsichtigen, die Verbindung unserer Truppenabtheilungen abzuschneiden. Bei Doboj sollen 20,000 Aufständische versammelt sein; die letzteren concentrierten sich in Gorazda, V isegrad und im Javorgebirge. Das Erscheinen österreichisch-ungarischer Truppenverstärkungen tritt Tag für Tag notwendiger hervor. Das am 24. d. unter General Kopfinger gegen Glasinac entsendete Recognoscierungs-kommando kehrte am 26. d. nach Serajewo zurück, ohne auf nennenswerthe feindliche Kräfte gestoßen zu fein. Eine Kavalleriepatrouille stieß am Walde bei Bla;uj auf eine complett ausgerüstete halbe Gebirgsbatterie mit 31 regulären Soldaten, einem Stabs- und zwei Oberoffizieren. Dieselben wurden gefangengenommen. Die 50 türkischen Offiziere, welche sich bei Besetzung Sera-jewo's freiwillig stellten, wurden nach Brod abgeführt. FZM. Baron Philipp ovich spendete der katholischen und der griechischen Kirche in Serajewo je 400 fl. unter der Bedingung, daß sie alljährlich am 19. August zur Erinnerung an die Befreiung der dortigen Christen vom bisherigen Drucke eine Messe celebrieren. Der Chef der großen Jnfurgenten-Tscheta von Livno, Bufchatlija, hat die Aufforderung des Generalmajors Csikos, Livno gutwillig zu übergeben, entschieden abgewiesen und bereitet einen heftigen Widerstand daselbst vor. Bei Blazuj ergaben sich einem Detachement recognoscierender Uhlanen unter Oberlieutenant Kotzan 32 Redifs mit zwei Geschützen. Unter dem Kommando des Generalmajors Kopfinger wurde eine fünftägige Recognosciernng gegen Gorazda unternommen, ohne auf Insurgenten zu stoßen. Aus dem Jnsurgeuteulager. Wie „Obzor" mittheilt, wären die christlichen Insurgenten in Tischkowaz bereit, sich der österreichisch - ungarischen Regierung zu unterwerfen, wenn nachfolgende Wünsche Vonseite der letzteren Berücksichtigung und Erfüllung finden würden: 1.) Die richterlichen und alle politischen Beamten, sowie alle übrigen Staatsdiener sollen durch das Volk und aus seiner Mitte gewählt werden; aber keinesfalls sollen fremde Beamte nach Bosnien geschickt werden, oder wenigstens solche nicht, welche die Sprache und die Gebräuche des Volkes nicht kennen. Ferner mögen die bos-nifch-herzegowinifchen Soldaten und alle jungen Männer in die Reihen der österreichischen Armee eingereiht werden, um während der Dauer der Oceupation militärisch ausgebildet zu werden. 2.) Im Gerichtsverfahren soll die Nationalsprache und die cyrillische Schrift eingeführt werden. 3.) Sogleich nach erfolgter Oceupation, also noch im ersten Jahre derselben, soll eine nationale Skupfchtina einberufen werden, welche für die möglichst rasche Entwicklung des Fortschritts und des Volkswohles zu so^en hätte. 4.) Das Volk soll mindestens durch fünf Jahre keine Steuer bezahlen, damit dasselbe, das durch den Despotismus und die Anarchie verarmt und ruiniert wurde, sich etwas schaffen kann. 5.) Jenen armen Flüchtlingen, welche auf österreichischem Boden Schutz fanden, soll eine freie und sichere Rückkehr auf ihre Heimstätten ermöglicht werden, jedoch in der Weife, daß man ihnen Häuser baue, Samen, Lebensmittel und landwirtschaftliche Geräthe gebe und sie auch bis zur nächsten Ernte mit einer Staatsunterstützung in Geld betheile. 6.) Da die Großgrundbesitzer (Spaije) an dem Aufstande der Christen und an allem Unglück schuld sind, so soll der Großgrundbesitz, ledoch nicht auf Kosten des Volkes, ausgehoben werden. 7.) Nachdem die Kultur in diesem Lande absolut unmöglich war, so möge die Regierung dafür sorgen, daß so bald als möglich nationale Schulen eingeführt und die kulturelle Entwicklung und Freiheit gesichert werde. Serbiens und Montenegro's Loyalität. Unsere offiziellen und offiziösen Blätter müssen über ihre Häupter es in Geduld ergehen lassen, daß die bisher wiederholt beliebte Versicherung der Loyalität Serbiens und Montenegro's gegenüber Oesterreich-Ungarn sogar vom offiziösen „Pest. Lloyd" in Zweifel gezogen und in sarkastischer Form besprochen wird. Das genannte ministerielle Organ schreibt: „Wir können nicht leugnen, und wir haben es oft genug erklärt, daß auch wir blasiert sind gegen die Reize serbischer und monte- Iseuileton. Einfluß des Pflanzenwuchses auf die menschliche Gesundheit. Dem Einflüsse des Pflanzenlebens auf das thierifche Leben ist bisher nicht die gebürende Berücksichtigung zutheil geworden, was um so ausfallender ist, wenn man die nahe Verwandtschaft beider ins Auge faßt. Die Thiere hauchen fortwährend Kohlensäure aus, von welcher die Pflanzen leben, während diese wiederum die Lebenslust der Thiere ausathmen. Man hat wunderbare Geschichten über jene japanesische Abart des Brodbaumes, den „Upas-baum", erzählt; mit der ausgedehnteren Schifffahrt sind diese Mährchen seltener geworden. Un-zweifelhaft aber gibt es Glieder des Pflanzenreiches, die mehr oder minder schädlich aus den Menschen einwirken, auch wenn sie nicht als Nahrung in den Organismus ausgenommen werden. Ich erinnere an den Manschinellenbaum mit seinem giftigen, milchähnlichen Safte, welcher Blasen auf der Haut erzeugen soll, wenn er durch Regen von den Blättern auf einen darunter Liegenden träufelt, — ferner an den Giftfnmach, dessen Saft auf der menschlichen Haut schmerzhafte Geschwüre erzeugt. Es ist indessen hier nicht meine Aufgabe, diese Beispiele zu vermehren; ich möchte vielmehr auf den gewöhnlichen Einfluß der Vegetation, wie wir ihn alle Tage beobachten, einaehen und z. B. die Frage erörtern: weshalb es schädlich ist, in einem geschlossenen, mit Pflanzen gefüllten Raume zu schlafen? Admiral Sprott erzählt von drei englischen Offizieren, daß sie nach dem Uebernachten in einem maltesischen Weingarten von heftigem Rückfallsfieber ergriffen wurden. Wir können uns die Ursache dieser Erkrankung nur durch die Annahme erklären, daß die Pflanzen während der Nacht, wie gewöhnlich, Kohlensäure einathmen. daß aber während der Ruhezeit der Pflanze ein großer Theil derselben unverändert wieder entweicht. Anders ist es, wenn die Sonne scheint und die Pflanze sozusagen hungrig erwacht; dann zersetzt sich die Kohlensäure, nimmt den Kohlenstoff in sich auf und entsendet reinen Sauerstoff in die Lust. — Die schwierige Frage, ob Krankheitskeime von selber entstehen können, soll hier nicht erörtert werden, denn die Pathologie der Ansteckungsstoffe ist zur Zeit noch ein versiegeltes Buch. Als feststehend darf man annehmen, daß die in der Luft schwebenden Atome die Pflanzenkeime enthalten, welche gelegentlich in kleinen, dichten Wölkchen umherfliegen und einen geeigneten Boden zur Fortpflanzung suchen. Die harmloseren unter ihnen erweisen sich unschädlich; treffen sie aber mit schädlichen Gasen zusammen oder vereinigen sie sich mit organisierten Körpern im kranken Zustande, so entstehen sie und vermehren sich in erschreckender Weise, so daß sie eine Epidemie erzeugen. Dte Grenzlinie zwischen Thier- und Pflanzenreich ist in neuerer Zeit fast verwischt worden, so daß es schwer ist, zu sagen, wo das eine endet, das andere beginnt. Man versichert jedoch, daß die keimfähigen Stoffe, welche sich überall im Wasser finden, den niedrigsten Formen des Pflanzenlebens angehören, und daß dieselben im Wasser eine höhere Entwicklungsstufe erreichen, als in der Luft. negrinischer Actenstücke, und daß wir die skeptische Neigung verspüren, den Dankgefühlen des Fürsten Milan auch dann keine dauerhaftere Constitution zuzutrauen, wenn sie in einer Proclamation desselben Potentaten erneuert zum Ausdrucke gelangen. Und wenn wir hören, daß geflüchtete Insurgenten in Montenegro entwaffnet und interniert wurden, so beschleicht uns der leise Zweifel, ob das besagte ritterliche Gesindel nicht vielleicht während dieser Internierung bei den montenegrinischen Heldenbrüdern am gastlichen Herde frische Kräfte sammelt für weitere romantische Unternehmungen. Wir sind eben unverbesserlich in unserem Unglauben. Nie und nimmer werden wir uns überzeugen lassen, daß ein Gesühl der Dankbarkeit und Treue die Serben und Montenegriner ins österreichischungarische Lager führt. Aber eben darum sind wir geneigt, den zahlreichen Freundschasts-Demonstra-tionen, von welchen wir täglich hören, wenigstens die Eine praktische Bedeutung zuzuerkennen, daß man in Belgrad wie in Cetinje Respekt vor der Machtentfaltung Oesterreich-Ungarns hat. Im geheimen wird man wol nichts unterlassen, um deil Aufstand zu schüren, aber man wird sich vorerst in Acht nehmen, irgend etwas öffentlich zu thun, was die Monarchie zu ernsterem Einschreiten provocieren könnte. Freilich, ob Oesterreich-Ungarn gerade so lange warten muß, bis Serbien und Montenegro die Maske fallen lassen, ist eine andere Frage." Preußen und der Vatican. Die klerikale „Germania" ergreift das Wort, um zu constatieren, daß die Katholiken in Preußen durchaus keine Feinde eines billigen Ausgleiches mit dem Staate sind. Das genannte Blatt sagt: „Wir haben der Staatsgewalt niemals das Recht de,mitten, dort, wo das kirchliche Leben in die bürgerliche Sphäre hinübergreift, ihres Amtes als Hüterin des irdischen Gemeinwohls zu warten und etwaige Verstöße, die sich hiegegen der menschliche Factor in der Kirche zuschulden kommen läßt, zu bekämpfen und zu beseitigen. Wogegen wir uns erklärt haben, das wer das Prinzip, welches durch unsere Mai-Gesetzgebung zur Durchführung gelangen sollte, das Prinzip, wonach der Staat krast gewisser ihm fälschlich zugeschriebener „Hoheitsrechte" die Befugnis haben sollte, in inneren kirchlichen Angelegenheiten ohne jede Hinzuziehung der kirchlichen Autorität zu befehlen, und wonach wir verpflichtet sein sollten, den staatlichen gesetzgebenden Gewalten selbst dann unbedingten Gehorsam zu leisten, wenn dieselben unserm Dogma widersprechende kirchliche Gesetze erließen. In ihren Consequenzen konnten die Maigesetze nur Die Pilze können einen wichtigen, krankmachenden Einfluß auf die Thiere ausüben. Ist der menschliche Organismus nicht vollkommen gesund oder nicht im stande, die Eindringlinge aus-zustoßen, so können diese Formen sogar in die fernsten Lungenzellen gelangen. Eine Art derselben ist ein fast beständiger Begleiter krebsartiger Magenleiden. Wenige Sporen eines gewissen Pilzes erzeugen, in die Haut eingerieben, eine bedenkliche Hautkrankheit, und Dr. Lowe vermochte Hautleiden durch Einimpfen von Hefenzellen herbei-zuführen. Pilze sind zu allen Zeiten als bedeutender Factor bei Verbreitung von Krankheiten angesehen worden. Mer selbst, nachdem sie sich m den Schleimhäuten angesiedelt haben, kann man rhnen nicht die „Erzeugung" von Krankheiten, wol aber deren „Verschlimmerung" zuschreiben. sind m der Natur fast überall gegenwärtig; man hat sie aufgefunden in den Schneeflocken, in dem Staube des Passatwindes und in der Wildnis. Sie können auch größtenteils die äußersten Wärme- und Kältegrade ertragen, ohne ihre Zeugungskraft einzubüßen. Die Sporen finden sich gewöhnlich in den Entleerungen Cholerakranker, eine Alteration und somit die schließliche Vernichtung der katholischen Kirche in Preußen bedeuten. Gegen diese von der Staatsgewalt ausgehenden Maßnahmen haben wir uns gewehrt, aber nicht gegen den Staat selbst; denn wir haben uns mit gesetzlich zulässigen Mitteln gewehrt, d. H. wir haben in einem passiven Widerstande beharrt; wir waren Gegner eines Regierungssistems, welches solche Maßregeln vorschlägt und ausführt, aber nicht Feinde der Regierung an und für sich. Wären wir wirkliche, echte Staatsfeinde gewesen, als welche wir verschrieen wurden: der preußische Staat hätte nicht die Opposition seiner acht Millionen Katholiken sieben Jahre lang anshalten können! Will man jetzt dem Nothstande, der uns in Conflict mit dem Heiligsten, was wir haben, mit unserem Gewissen, gebracht hat, ein Ende machen: wir wollen die ersten sein, die zu seiner Beseitigung beittagen werden!" Ministerkrisis in Frankreich. Die conservative, beziehungsweise reactionäre Presse in Frankreich colportiert in neuester Zeit Gerüchte über eine drohende Demission des Marschallpräsidenten und des gesammten Ministeriums. Der Republik feindliche Parteien spielen wieder einmal ihr altes Spiel, sie können die Lage des Friedens, der Ruhe und Ordnung, die Herrschaft dieser drei göttlichen Tugenden, um die Frankreich zu beneiden ist, nicht ertragen, die Zufriedenheit der Mehrzahl der Bevölkerung Frankreichs muß um jeden Preis alteriert, das Gefühl der Sicherheit muß wieder einmal gestört werden. Frankreich ist heute glücklich, sein Volk arbeitet und schafft, es ist bemüht, die erlittenen Wunden des Krieges zu heilen. Das Volk von Frankreich hat die volle Ueberzeugung gewonnen, daß es nur in der Republik die Garantie seiner Zukunft findet. Die ganze Strömung der gesammten Bevölkerung Frankreichs ist für die Republik. Die republikanische Verfassung ist es, die Frankreich den Frieden nach außen und im Innern sichert. Die Nation hat in allen Fällen, wo sie die freiheitlichen Institutionen Frankreichs bedroht fand, an die Republik appelliert. Wie überall, so auch in Frankreich, gibt es Unzufriedene; heute Kaiserreich, morgen Republik, übermorgen Königthum, und so fort. Thatsache bleibt es, daß die republikanische Verfassung dem Geschmacke der Reaction nicht zusagt, jeder Schritt, den die Republik vorwärts macht, gibt den Reaktionären einen schmerzvollen Stoß. Durch die Regentschaft der Republik wurden in erster Linie die Jntriguanten und Schleppträger aus den Re-gierungsbureaux entfernt, die Aussicht auf Wieder- und die complicierten Organismen, welche die Cholera auf ihrem letzten Zuge durch das westliche England begleiteten, waren vermuthlich pilzähnliche Gebilde. Dem sei nun, wie ihm wolle, diese niedrigen Formen des Pflanzenlebens verursachen häufig Störungen im thierischen Haushalte. Bekannt sind die nachtheiligen Einwirkungen des Mutterkornes, und als weiteres Beispiel für die Gesundheitsschädlichkeit der Pilze möchte ich auf ihr Wachsthum in den Wohnungen unter dem Fußboden verweisen. Ich bin Zeuge gewesen, wie man ganze Haufen dieser Pilze aus den Balken eines Zimmers entfernt hat, wie Fließsteine durch solch' unterirdisches Pilzwuchern aus ihrer Lage verrückt wurden. In diesen Fällen wurden zwar keine ernstlichen Gesundheitsnachtheile herbeigeführt, allein bei längerem Bestehen dieses Zustandes würden schlimmere Folgen nicht ausgeblieben sein. Gewisse Pilzarten verursachen, auf einer bestimmten Entwicklungsstufe angelangt, Uebelkeit oder sogar Krankheit bei den Vorübergehenden. Der „Phallus" z. B. löst sich in eine widerlich stinkende Masse auf, der „Elathrus" strömt einen abscheulichen, ekelhaften Geruch aus. Herstellung des monarchischen Thrones in Frankreich ist getrübt, gestört, und die Manöver der Reaktionären werden von den Streitern der Republik mannhaft und tapfer abgeschlagen. Um nun die Bevölkerung Frankreichs in Aufregung zu bringen, ersinnt die republikfeindliche Partei Gerüchte sonderbarsten Inhaltes und tischt falsche Nachrichten von einer bevorstehenden Demission Mac Mahons und des Gesammtministeriums auf, jedoch der gesunde Sinn der Bevölkerung Frankreichs versprengt dieses Gespenst und gibt Exporteure dieser Gerüchte der Lächerlichkei und Verachtung preis. Die Republik in Frankreich hat so starke Wurzel gefaßt, daß das Treiben der Reaction diesen Wurzeln nicht nur nicht schädlich wird, sondern die Kräftigung dieser Regierungsform noch wesentlich fördert. Tagesneuigkeiten. — Der Berliner Vertrag. Die „Pro-vinzial-Korrespondenz" meldet unterm 28. d. M.: „Heute findet im auswärtigen Amte in Berlin die Auswechslung der Urkunden des Berliner Vertrages unter den Bevollmächtigten der betheiligten Mächte statt." — Geldnoth im Vatican. Die „Lom-bardia" erzählt, daß man im Vatican über eingetretenen Geldmangel derart allarmiert ist, daß ein Circular an alle Bischöfe erlassen werden soll, dieselben anzueifern, den erschöpften Kassen zu Hilfe zu kommen. Dieser Schritt soll jedoch erst dann geschehen, wenn die nächsten, aus Spanien und Deutschland erwarteten Pilgerschasten nicht mit reichlichen Gaben eintrefsen sollten. Wo sind die Kapitalien des Peterspfennigs, in mehr als 105 Mill. Lire bestehend, hingekommen? — Von der Paris er Weltansstellung. Das „Journal Offieiel" schreibt: „Im Minister-rath vom letzten Samstag ist die Feierlichkeit der Vertheilung der Weltausstellungspreise auf den 21. Oktober cmgesetzt worden. Indem die Regierung ein der Wiedereröffnung der Kammern so nahes Datum wählte, ließ sie sich namentlich von dem Wunsche leiten, die Mitglieder der Nationalvertretung zu einer Feier heranzuziehen, die allen Frennden der Republik am Herzen liegen mnß, weil sie berufen ist, die Welt der Arbeit in ihren herrlichsten Werken und in ihren verdientesten Jüngern zu ehren. Nach einer Andeutung der „Republiqne Franchise" wäre diesem Aufschub auch die Rücksicht nicht fern gewesen, daß der Prinz von Wales erst in der zweiten Hälfte des Oktober wieder Zeit zn einem Abstecher nach Paris finden wird. Der „Figaro" wiederum glaubt zu wissen, daß die fremden Fürstlichkeiten, welche ihr Erscheinen bei der Preis- Etwas höher auf der Stufenleiter des Pflanzenlebens begegnen wir dem Einflüsse desselben auf das Wasser. Jedes der Luft ausgesetzte Wasser enthält Pflanzenkeime. Mikroskopisch kleine Algengebilde sind in fast allen Wasserarten gewöhnlich, und nach ihrer Verwesung finden sie sich in dem Wasser in zersetztem und fäulnisfähigem Zustande; der Genuß solchen Wassers scheint den Körper leichter empfänglich für Krankheitsstoffe zu machen. Bemerkenswerth ist auch das rasche Wachsthum von Wasserfäden oder Moos auf dem Wasser, deren Gegenwart eine Warnung vor dem Genüsse dieses Wassers sein sollte. In den Hinterhöfen kleiner Häuser habe ich unbedeckte Wasserbehälter gesehen, deren Oberfläche das Aussehen eines Ententeiches zeigte und deren Boden mit verwesten Pflanzenstoffen bedeckt war. Eine Zeitlang mag man solches Wasser ohne Gefahr trinken; treten aber noch andere Bedingungen, z. B. eine vergiftete Luft, dazu, so würde dies schwerlich der Fall gewesen sein. (Schluß folgt.) vertheilung in Aussicht gestellt, sich schlechterdings geweigert hätten, an der auf den 15. September angesetzten Revue von Vincennes, sei es an der Seite des Marschalls Mac Mahon, sei es nur als Zuschauer, theilzunehmen. Da nun die Revue wegen der mit ihr verbundenen Manöver unmöglich mehr auf einen ändern Zeitpunkt verlegt werden kann, sei nichts anderes übrig geblieben, als die Preis-vertheilung bis in den letzten Ausstellungsmonat auszusetzen. Wahrscheinlich mögen wol alle diese Gründe bei der Vertagung zusammengewirkt haben. — Am letzten Sonntag war die Weltausstellung von 113,663 Personen besucht, wovon 100,354 ihren Eintritt bezahlt hatten." — Aus dem Lande der Wunder. In dem zu Lourdes erscheinenden „Echo des Pelerins" erzählt ein Erzpriester, der Abbe Guillet, Pfarrer von Niort, einen Unfall, der ihm und mehreren jungen Mitpilgern in der Nähe der Wunderquelle begegnet ist, in einem so köstlich abergläubischen Tone, daß man den Bericht, wenn er nicht von einem so heiligen Manne herrührte und in einem so frommen Blatte stünde, für eine gelungene Persiflage halten könnte. „Während wir so", schreibt der Abbe, „die steile Rampe hinauffahren, welche zur Kirche führt und auf das Haus der Missionäre herabblickt, bleiben die Pferde auf dem halbem Wege mit einem male stehen, verlieren den Boden und fangen an, rückwärts zu gehen. Der Wagen neigt nach rechts und droht den Abhang hinunterzurollen. Mehrere Personen eilen herbei, um uns Hilfe zu leisten; eine von ihnen, ein Priester, fällt auf die Straße. Die beiden jungen Mädchen in meinem Wagen hören nicht auf, in ihrem Schreck zu rufen: »voux Coeur äs Llarw!" Ich suche sic zu beruhigen und sage ihnen, es sei nur der Teufel, der auf uns so erbost sei, aber er vermöge nichts aus-zurichtcn und wir hätten kein Leid zu bestehen, weil Maria mit unS ist. In diesem Augenblicke sah ich die Größe und Nähe der Gefahr nicht so gut, wie die Leute, die sich auf der Straße befanden. Aber gleichviel, ich war nun einmal sicher, daß uns nichts geschehen konnte. Und doch brauchte das Wagenrad nur noch einmal zurückzurollen, und wir waren umgeworfen. Der Kutscher zog eifrig den Hemmschuh an, springt vom Wagen und stürzt sich auf die Kopfzügel seiner Pferde. Wer aber gab ihm die Zeit dazu? Wer verlieh ihm so viel Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart? Die Gewohnheit und Hebung, wird man vielleicht sagen. O nein, wir täuschten uns darüber nicht, daß wir Marien nnsere Errettung aus dieser Gefahr zu danken hatten, und gewiß danken wir ihr noch heute dafür. Das Merkwürdigste bei diesem Erlebnis war aber, daß Karoline das Kreuz und den dreireihigen Rosenkranz mit silbernem Verschluß, den ihr ein Priester von der Careassoner Wallfahrt gegeben hatte, nicht mehr wiedergefunden hat. Der Teufel, sagt sie, hat mir diesen boshaften Streich gespielt, aus Aerger, daß er uns nicht Hinabstürzen konnte." — Ein eigenthümlicher Ball ist neulich im Neuen Palais z» Potsdam abgehalten worden. Es handelte sich darum, die Tragfähigkeit des lange nicht in Gebrauch gewesenen Muschelsaales, in dem außer den sonstigen Festivitäten auch die Hochzeits-tänze aufgeführt werden sollen, zu erproben. Man aeguirierte deshalb mehrere Dutzend Potsdamer Gardisten, versammelte sic in dem genannten Lokale, ließ sie zu zwei und zwei antreten und kommandierte: „Ganzes Bataillon, tanzen!" Die Krieger waren zwar anfangs über die ihnen anbefohlene neue Uebung etwas erstaunt, indeß, ermuntert durch die Vorgesetzten, „schwoften" sie aus dem durch Bretter geschützten Mosaikboden erst eine Polka, dann einen Galopp herunter. Nachdem die Massen in Bewegung gesetzt waren, überzeugte man sich, daß der Baumeister Friedrich des Großen auch diesen Saal des Neuen Palais solide gebaut hatte, und kommandierte den Tanzenden: „Halt!" Keuchend stellten sich die allezeit gehorsamen Tapferen wieder in Reih nnd Glied und zogen von dannen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Patriotische Spende.) Der krai-nische Großgrundbesitzer Herr Dr. Ludwig Ritter v. Gutmannsthal-Benvenutti hat znr Unterstützung verwundeter krainischer Soldaten den Betrag von 100 fl. gespendet. — (Personal nachricht.) Wie bereits bekannt, weilt der auf dem Occupationsschauplatze verwundete FML. Herr v. Schmigoz in unserem heimatlichen Seebade zu Veldes. Die Verwundung des Generals ist am Obernacken, woselbst die Kugel über vier Centimeter tief in schiefer Richtung eingedrungen ist, erfolgt. Die Kugel wurde am 27. d. glücklich aus der Wunde herausgezogen, und ist der Heilungsprozeß ein günstiger. — (Eine distinguierte originelle Familie.) Gestern verließ eine aus neun Personen bestehende Triester Familie nach längerem Aufenthalte die Mauern unserer Stadt, die in Bezug auf ihr inneres häusliches Leben einzig und originell dastchen dürfte. In dieser wohlhabenden, distinguierten Familie zählt es zu dem Hausgesetze, daß die Conversation an jedem Tage in der Woche in einer anderen Sprache geführt werde. Die Tagesordnung ist folgende: Montag italienisch, Dienstag französisch, Mittwoch griechisch, Donnerstag englisch, Freitag serbisch, Samstag deutsch; nur an Sonntagen ist es gestattet, nach Belieben in einer oder der anderen dieser Sprachen oder auch in allen genannten Sprachen zu eonversieren. — (Schulenanfang) Das neue Schuljahr 1878/79 beginnt in der hiesigen Lehrerinnen Bildungsanstalt uud in der damit in Verbindung stehenden Uebungsschnle am 16. September l. I. — (Die städtische Musikkapelle) spielt Samstag den 31. d. M abends um 7 Uhr im Garten des Gasthauses „zur Schnalle" in der Schcl-lenburggasse. — (Ein Vergnügungszug) geht Sonntag den 1. k. M. srüh um 6 Uhr 30 Min. nach Radmannsdors-Lees ab. Die eingetretene schöne Witterung verspricht eine recht zahlreiche Theilnahme an der Excursion in das reizende Oberkrainerland. An diesem Tage, uni 5 Uhr nachmittags, finden in Veldes zum Bortheile des Veldeser See-Ringstraßen-ondeS in den Lokalitäten des „Hotels Mallner" zwei mit 50 schönen Gewinsten ausgestattete Tombolas 'tatt. Die Vergnüguugszügler werden Gelegenheit haben, in diesen Glückshaseu eiuzulausen. — (Landschaftliches Theater.) Herr Direktor Ludwig will, wie wir aus glaubwürdiger Quelle schöpfen, die Saison schon am 15. September l I- in Laibach eröffnen. Die Orchestermitglieder ollen bereits beauftragt sein, am genannten Tage ich zuverlässig in Laibach einzufinden. Leider sind wir heute noch nicht in der Lage, den Stand des Bühnenpersonales und das Programm über die zur Aufführung gelangenden Novitäten mitzutheilen. — (Die Offcrtverhandlung) wegen Beistellung des zur Beheizung der hiesigen k. k. Stadt- und Bahnhof-Postamtslokalitäten erforder-ichen Brennholzes pro 1878/79 findet am Dienstag den 24. September l. I. beim hiesigen Postamte statt. — (Zu besetzende Stellen.) An der hiesigen Gebäranstalt kommt die Stelle einer Spi-tals- und Schulhebamme, und an der hiesigen geburtshilflichen Lehranstalt die Assistenten-, zugleich Secundararztenstelle zur Besetzung. Gesuche sind bis 15. September beim hiesigen Landesausschusse einzubringen. — (Zur Kultur Bosniens.) Mehrere Wiener Kapitalisten haben sich zu einem Consor-tium vereinigt, um mit bedeutenden Kapitalien in Bosnien und wo möglich auch in der Herzegowina Güter zu kaufen und zu pachten, Waldungen zu acquirieren, Montanwerke zu gründen und überhaupt alle zur Hebung und Förderung des Agrikultur-, Forst-, Montan- und Hüttenwerkwesens dienlichen Unternehmungen daselbst ins Leben zu rufen, zu erwerben, zu betreiben und zu veräußern. Zur Erreichung dieses Zweckes werden zunächst die erforderlichen Erhebungen in den occupierten Ländern selbst gepflogen werden, um die geeigneten Objekte kennen zu lernen und die zur Erwerbung derselben dienlichen Einleitungen zu treffen. Zu diesem Behufe werden zwei Con-sortialmitglieder unter Zuziehung eines Ingenieurs und eines Geologen demnächst eine Jnstruetionsreise nach Bosnien und in die Herzegowina unternehmen, um das nöthige Materiale für das angestrebte Ziel zu sammeln. — (Vom Beamtenvereine.) Der als gewiegter Mathematiker im Lebensversicherungsund Pensionswesen in weiteren Kreisen bekannte Oberinspektor der Staatsbahngesellschaft Herr Julius Kaan, Verwaltungsrath und mathematischer Consulent des allgemeinen österreichisch-ungarischen BeamtenvereinS, wurde den 28. August aus Anlaß seines 25jährigen Dienstjubiläums von den Beamten seines Ressorts in herzlichster Weise beglückwünscht und ihm ein kunstvoll gearbeitetes Gedenkblatt überreicht. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Herr Erzherzog Karl Ludwig ist am 28. d. M. in Cortina d'Ampezzo angekommen und wurde von den Lokalautoritäten begrüßt. — Im Bad Neuhaus bei Cilli sind bis jetzt 930 Kurgäste eingetroffen. — Die Enthüllung des Erzherzog Johann-Monu-mentes findet Sonntag den 8. September l. I. in Graz statt. Programm der Feierlichkeiten: Samstag den 7. September abends: Militärischer Zapfenstreich; Sonntag den 8. September: Tagreveille. Von 10 bis halb 11 Uhr: Empfang der Festgäste und Aufmarsch der geladenen uniformierten Cor-porationen auf dem Hauptplatze. Die feierliche Enthüllung des Denkmals beginnt vormittags 11 Uhr mit der Volkshymne, darauf folgt: die Absingung des Festchores „Zur Ehre Gottes", ausgeführt vom steiermärkischen Sängerbünde; die Verlesung der Urkunde über die Errichtung des Denkmals; die Enthüllung selbst; die Uebergabe des Denkmals an die Stadt Graz; die Uebernahme desselben durch den Bürgermeister; die Ansprache des Landeshauptmannes; die Vorstellung des Denkmalcomites und der bei der Ausführung Betheiligten durch den Obmann des Denkmalcomites Ritter v. Stäche; die Unterfertigung und Einmauerung der Urkunde über die Errichtung des Denkmals; Rundgang um das Denkmal und dessen Besichtigung; der Chor „Hoch vom Dachstein", ausgeführt vom steierm. Sängerbünde ; endlich schließt die Feier mit dem Defilieren der militärisch organisierten Körperschaften, welche dem Feste beigewohnt haben, unter den Klängen der Volkshymne. Die Südbahngesellschaft hat sich bereit erklärt, nicht nur den offiziellen Festgästen, sondern allen Besuchern der am 8. September l. I. in Graz stattfindenden Enthüllungsfeier des Erzherzog Johann-Monuments für die Fahrt ab den Stationen der Strecken Mürzzuschlag-Steinbruck, Pragerhof-Polstrau, Marburg-Villach, Bruck-Leoben und Leoben-Vordernberg nach Graz bei Benützung der zweiten und dritten Klasse der gewöhnlichen Post- und Personenzüge (mit Ausschluß der Eil-züge und des Eil-Postzuges Nr. 4), sowie für die Rückfahrt ein Drittel Nachlaß vom normalen Post-zugs-Fahrpreife zu gewähren. Diese Begünstigung wird in der Weife zur Anwendung gelangen, daß den Festtheilnehmern gegen Entrichtung des ermäßigten Postzugpreises für die Fahrt ab einer Station obiger Strecken nach Graz und zurück Tour- und Rctourkarten verabfolgt werden. Diese ermäßigten Karten werden am 7. September aus» gegeben und find für die Rückfahrt vom 8. September mittags an bis einschließlich 9. September giltig. — (Eisenbahnverkehr im Juli l. I.) I. Südbahn: Befördert wurden 760.812 Personen nnd 328.651 Tonnen Frachten; die Einnahmen betrugen 2.965,743 Gulden und waren etwas kleiner als im Juli 1877.—II. Rudolfsbahn: Befördert wurden 110,365 Personen und 100,363 Tonnen Frach- ten; die Einnahmen betrugen 380,398 Gulden und stellten sich etwas höher als im Juli des Vorjahres. Verlust-Liste des k. k. Infanterieregimentes Freiherr v. Nr. 17. Kuhn Im Gefechte bei Rogelje (5. August): Todt: Oberlieutenant Hermann Doxat; die Infanteristen: Michael Kozomernik, Anton Ambros, Franz Sirk, Josef Lnkanz und Jakob Struzel; verwundet: die Infanteristen: Egidius Bi-tenc, Veit Hribar, Lorenz Sinti?, Anton Kosak, Barthl Tomsii, Stefan Skala, Johann Krajsek, Valentin Widmar, Josef Vidrich, Jakob Simsic, Barthl Stanisa, Mathias Gregoric, Bei Iajce (7. August): Todt: Lieutenant Josef Terne; Korporal Anton Tursic; Gefreiter Valentin Cimsar; die Infanteristen: Josef Kaiser, Stefan Mahoric, Johann Slnban, Franz Golob, Franz Jvancic, Josef Krai-gher, Georg Mann; verwundet: Hauptmann Heinrich Kopriva; Lieutenant Leop.Ambrozic; Feldwebel Franz Kosmel; Führer: Josef Klinz, Franz Kosjek, Johann Zurl; Korporal: Andreas Stimaz, Johann Likar, Lorenz Balauz, Franz Kavcic; Gefreiter: Anton Skoda, Justus Exel, Josef Kump; Hornist Anton Bou: die Infanteristen: Josef Hage, Franz Eisenzopf, Johann Simoncic, Johann Filak, Franz Vidergar, Jakob Pauliha, Melchior Rozic, Martin Hrovat, Franz Glavan, Josef Turn, Johann Kramer, Anton Walla, Josef Persin, Johann Jeretic, Peter Stublar, Georg Prah, Mathias Traven, Franz Laurencic, Mathias Simoncic, Johann Reseta, Johann isimenc, Jakob Dolincek, Ignaz Zor, Thomas Smrdn, Georg Sussa, Anton Jancar, Martin Kecar, Franz Gerden, Franz Dobrin, Jakob Markic, Jakob Medeot, Mathias Schwab, Jakob Blatnik, Ludwig Teresin, Anton Koschmerl, Jakob Marinic, Blasius Sabec, Jakob Falsari, Michl Jenko, Lorenz Sattler, Franz Sie-bert, Lorenz Mariza, Johann Peresin, Anton Ait-nik, Josef Zügel, Johann Golia, Franz Schrei, Michel Janskovic, Josef Oblak, Mathias Obermann, Barthl Habiancic, Michel Reiz, Johann Vikic, Kaspar Strehar, Johann Mubi, Friedrich Fölsing und Lorenz Ankeli. Ans dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 29. August. Markus Smerkol aus Viderga, Bezirk Littai, 40 Jahre alt, Vater von vier Kindern, hat sich heute über das ihm zur Last gelegte Verbrechen des versuchten Meuchelmordes zu verantworten. Dem Gerichtshöfe präsidiert LGP. Gertscher; die LGRR. Freiherr v. Rechbach und Rome nehmen als Votanten, Auskultant Mikusch als Schriftführer, StAS. Schetina als Vertreter der Staatsbehörde und BR. Konschegg als Vertheidiger des Angeklagten an der Verhandlung theil. Die Anklageschrift enthält folgende Details: Markus Smerkol lebte mit seinem Weibe und seiner Familie in Unfrieden, wohnte in einer abgesonderten Stube, die er verschlossen hielt, besorgte die Küche für sich eigenhändig nnd führte ani 7. April l- I. mit seinem Weibe einen heftigen Wortwechsel. Am 8. April l. I. kam Markus Smerkol berauscht nach Hause, und nachdem er dieserwegen von seinem Eheweibe ausgescholten wurde, gab er demselben zur Antwort: „3^2 dom uLe suo uarsäil, d,i boäö koueo!" Markus Smerkol bereitete sich am 8. April l. I- Knödel zu und ließ, nachdem er abgespeist hatte, im Geschirre eine Knödelsuppe zurück, mischte derselben eine Quantität Arsenik bei, ries sein Eheweib und lud es ein, diese Suppe zu essen, jedoch möge sie den Kindern hievon nichts verabreichen. Theresia Smerkol, nichts Arges ahnend, verzehrte die vergiftete Knödelsuppe, begab sich sofort in die Kinderstube, nahm noch einige Löffel Kraut zu sich, sühlte jedoch im Magen ein Brennen, wurde vom Schwindel befallen, mußte heftig erbrechen, rief um Hilfe und antwortete den herbeigeeilten Personen auf die Frage, was ihr fehle: „5^2 86w /LgiltLllL, ino2 ins jö 2 miSioo 2a§it'tg,1!« Der Theresia Smerkol wurde sogleich Milch verabreicht, sie empfing die heil. Sterbesakramente; nach kurzer Zeit stellte sich Besserung ein und Theresia Smerkol schritt der Genesung zu. Die Gendarmerie erhielt von diesem Verbrechen Kenntnis und erstattete sofort die gerichtliche Anzeige; es erschien eine gerichtliche Erhebungskommission am Thatorte, die in der Wohnstube des Markus Smerkol ein Stück Arsenik vorfand. Bei der heutigen Verhandlung leugnet der Angeklagte den versuchten Gattenmord; jedoch die Aussagen der Zeugen Theresia Smerkol und Ma-rianna Polenz lauten für Markus Smerkol sehr belastend. Markus Smerkol wird als ein arbeitsscheuer und streitsüchtiger Mann, dem Trunke ergeben, geschildert; Theresia Smerkol war infolge des Suppengenusses durch fünf Tage krank. Auch die weiteren Zeugen Agnes Polenz, Anton Hribar und Anton Juvancic geben dem Markus Smerkol ungünstige Zeugnisse. Aus den Zeugenaussagen geht zweifellos hervor, daß Markus Smerkol sein Weib vergiften, das heißt tödten wollte; die Krankheit und das Erbrechen der Theresia Smerkol, auch alle Nebenumstände constatieren das vom Markus Smerkol verübte Verbrechen des versuchten Meuchelmordes. Die Geschwornen beantworteten die an sie gerichtete einzige Hauptfrage einstimmig mit „Ja", und Markus Smerkol wird vom Gerichtshöfe zu einer achtjährigen schweren, monatlich mit einem Fasttage verschärften Kerkerstrafe verurtheilt. Abonnements-Einladung. Mit 1. September 1878 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Bis Ende September 1878: Für Laibach.........................— fl. 70 kr. Mit der Post....................... I fl- — kr. Bis Ende Dezember 1878: Für Laibach.........................2 fl. 80 kr. Mit der Post........................4 fl. — kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. MM" Auf das „Laibacher Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß das Abonnement immer mit Schluß eines Monats ablaufen. Witterung. Laibach, 30. August. Heiter außer einigen Haufenwolkeu, Hitze im Zunch-men, mäßiger SW. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 20 0°, nachmittags 2 Uhr -j- 28 0" 0. (1877 -j- 29 5°; 1876 -j- 20'7° 6.) Barometer im Fallen, 733 49 miu. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 22 2°, um 4-8° über dem Normale. Augekommeue Fremde am 29. August. Hotel Stadt Wie». Spiclmann, Kfm., Düren.—Roth-kirch und Strain Amalia, Görz. — Ritter v. Gosleth, Hrastnig. — Müller, Fabrikant, Runscheid. — Wit-halm, Realitatenbes., Graz — Andersky, Pfarrer, und Hosbauer, Kfm., Wien. Hotel Elefant. Dr. Tambor, St. Veit. — Rupnik, Kfm., v. Jenny, Ingenieur; Gallo Dem und Fraß Sofie, Triest. — Bidic, Kroluper, Wondre und Wodmtfcher, Kflte., Wien. — Baron Bramzanh, Karlstadt. — Paum-gartner, Gutsbes., Gollitsch. — Dr. Schurbi, Advoka-turs-Concipient, Cilli. — Töpfer, Kfm., Linz. Hotel Europa Dr. Armbrulio, Wien. — Dr. Jerzabek, Prag. — Biringer, Privat, Budapest. Baierischer Hof. RoSmann, Gymnasialdirektor, Triest. — Rubini, Ingenieur, Como. Kaiser von Oesterreich. Polay Apollonia, Neumarktl. — Beritt, Radmannsdorf. — Jung, Habrara. — Krfek, Jahodov. Mohren. Kakarus, Werksleiter, Banat. — Fritz Anna, Fiume. — Podkrajsek, Gurkfeld. — Mali, Radmannsdorf. — Jarz Theresia, Sittich. Verstorbene. Den 29. August. Maria Milharkic, Stadtwach-manns-Tochter, 13 Monate, Polanastraße Nr. 37, Auszehrung____________ ________________________ ________ Gedenktafel über die am 2. September 1878 stattfindenden Licitationen. 3. Fcilb., Mikulii'sche Real., Preska, BG. Littai. — 3. Fcilb., Fisti'fche Real., Hrastje, BG. Krainburg. — 3. Fcilb., SupanM'fche Real., Pusava, BG. Nassenfuß. — 2. Fcilb., Gerdovie'fche Real., Unterfkopiz, BG. Gurkfcld. — 2. Fcilb., Smole'fche Besitzrechte, Stein, BG. Obcr-laibach. — 1. Fcilb., Boben'sche Real., Laibach, LG. Laibach. Telegramme. Budapest, 29. August. Das Amtsblatt veröffentlicht eine vom Gesammtkabinett contrasignierte Allerhöchste Verordnung, wonach einzelne Truppen der 83. Honved-Jnsanteriebrigade während der Besorgung des internen Sicherheitsdienstes im Grenzdistrikte zeitweilig auch außerhalb der Grenzen der ungarischen Kronländer verwendet werden können. Agram, 29. August. Der Banus beorderte über Allerhöchsten Befehl die Vizegefpäne Wladimir Mazuranic, Kovacevic, Markovic, Budisav-ljevic, den Regierungsconcipisten Pontnricic und den Bezirksrichter Janda nach Serajewo, um sich dort dem Kommandierenden zur Verfügung zu stellen. Ans Wien Ohne Reisenden! Ohne Agenten! Sorgfältigst versende ich alle Sorten zum Privat-oder Kanzleigebranche gehörige Papiere, Couverts (auch mit Firmadruck), Englisch Monogrammpapiere, Bifit-karten, Einladungen, Siegelmarken, BignetS, Druckfortcn, lithographische Arbeiten -c., alles in billigster und feinster Ausführung. Auch kleine Partien werden versendet. Muster der zu bestellenden Sorten gratis und franco. I,. 8el>