Deutsche Macht (Irüher „Mier Zeitung"). totf»! |r*ta t»UTt>| 1 l.to. f. l-io, U ««»IM ■*(«(»« ««» Ufttt filx «tat ml ä»ft>»- m>» Aei«r»»l«, »■ •—1> M« Sn- «*» »—4 Ui RaAxiUtMl. - RecUMIMnei «wrMfm - namfCTtMt Mrtea li«t - «»»,«»» Z»I,»d>in,k» «« *r. 78. Cilli, Sonntag, den 27. September 1885. X. Jahrgang. Die Hiegierungsfähigkeit. Mit einer gewissen Regelmässigkeit wieder-holen sich jene Angriffe auf die Deutsch-Nationalen, welche in dem Argumente gipfeln, daß die Deutschen in Oesterreich mit den For» terungen einer deutsch-naiionalen Politik deß-halb nicht ernst machen dürfen, weil sie sich dadurch regierungSunsähig machen. Die Offici-oscn Cis- und TranSleithaniens hielten es. be-fonders anläßlich der Constituirung des deut-schen Clubs, für angemessen denselben vor allem mit dem gekennzeichneten Argumente zu be-kämpfen. Der Ober-Officiosus ruft sogar den deutsch-österreichischen Club zu Hilfe, um „die Partei der nationalen DefpcradoS" zu bekam-pftn und die Pester Blätter sind sämmtlich tarin einig, „daß die Linke nunmehr da« Recht verwirkt habe alS StaatSpartei par eieellence angesehen zu werden." Aber nicht bloß von den Officiösen, sondern auch von den ehemaligen Parteigenossen, von den nunmehri-gen Mitgliedern des deutsch österreichischen Clubs wurde panz dasselbe Argument gegen die Na-tionalen auSqespielt. so, daß der Ober-Officiosus in der That nickt Unrecht zu haben scheint, «erm er behauptet „die Führer deS neuen deulsch-österreichischen CludS haben weit mehr Uriache den deutschen Club zu bekänipsen, als die Regierung, weit mehr als die Fraktionen der Rechten." Angesichts dieses Umftandes ver-lohnt es sich wohl der Mühe dieses Argument von der Regierungssähigkeit einmal näher zu deleuchten. Was soll es heißen, die Deutschen müßten regierungsfähig bleiben? Es kann dieß »ur heißen, wir müßten zu Künsten unserer nationalen Gegner, die überall nur ihre natio-imleaJnleressen hervorkehren, zunächst darauf ver» sichten, unsere Nationalität mit der gleichen Aus-schließlichkeir zu betone». Abgesehen davon, daß «ir in diesem Falle überhaupt nicht mehr na- Wir btciben deutsch! Gedicht von Hermann Kienzl. Vir bleiben deutsch in Ewigkeit, Das hiben wir geschworen; Briogt neue Schmach die neue Zeit, Der Schwur gebt nicht verloren. Bewahrt die deutsche Seele rein In Treuen und in Ehren, Tann soll kein Gott so mächtig sei». Wir werden uns erwehren. Das Herz sei frei von wälschem Tand, Vom Pesthauch der Franzosen, Ergeben nur dem Vaterland, Dem heiligen, dem großen! Verhaßt der Römlinge Geschlecht, Die allzeit Zwietracht säte». Der Teutschen Gott ist deutsches Recht, Wir kämpfen, wann wir beten. Du kühne deutsche Männerwehr, Bleib' Du bei Deinem Glauben, Laß' ihn Dir nie und nimmermehr Bou Schlechtgesinnten rauben: Daß unS der Preis gegeben sei. Glück segne uns're Fahnen, Und einig, unverwälscht und frei Eich finden die Germanen. tional sind, weil der nationale Gedanke schon seiner Wesenheit nach exclusiv ist und jede Be» deutung verliert, wenn ihm dieses wesentliche Moment fehlt, also abgesehen von der gänzli« chen Verkennung des wesentlichen und uner-läßlichen Merkmales einer nationalen Gesin« nung. würde ein solcher Verzicht auch nicht ein-mal das gewähren, was er soll. Die deutsche Volksvertretung ist unter den gegebenen Ver-Hältnissen, überhaupt nicht regierungsfähig, am allerwenigsten aber wird sie dieß durch die freiwillige Verzichtleistung auf die nationalen Fundamentalforderungen. In der That wird, sofern deutsche Jnter-essen in unserem Reiche überhaupt wieder in der Staatsleitung zur Geltung kommen, keines-falls mehr auf jene historischen Persönlichkeiten zurückgegriffen werden, die da glauben, ein Mi-nisterporteseuille bedeute heute iu Oesterreich noch dasselbe, was es vor 79 bedeutet hat. Wenn deutsche Interessen jemals wieder Antheil und Einfluß in Regierungsangelegenheiten ge-winnen, so werden sie dies nur durch die ur-eigene Kraft der um sich greifenden deutfch-na-tionalen Idee erlangen. Nur durch das kräftige, unentwegte Eintreten für unsere ausschließlich deutschen Interessen werden wir denselben auch praktische Erfolge erringen, wie sich ja auch Magyaren. Tschechen. Polen nur durch ihre ausschließlich nationale Politik zur Macht em° porgeschwunge» haben, während andererseits wir Deutschen gerade durch daS zeitweilige Aufgeben der nationalen Idee im eigenen Lande a» Boden verloren haben. Gerade die Vertreter dieser Idee allein haben Aussicht am ehesten Einfluß auf den inneren GeftaltungSproceß Oesterreichs zu gewinnen, denn sie allein reprä-I semiren eine Macht, während jene Anderen nur eine vorübergehende politische Anschauung vertreten. Gerade darum aber hat das specifische Oesterreicherthum heute am wenigste» die Eigen- Deutsche Gedenktage im Monate September. Mit einem der größten Siege, welche deutsche Kraft jemals errungen, beginnen die geschichtlichen Erinnerungslage, welche Deutschland im Monat September zu verzeichnen hat: mit der Schlacht bei Sedan und der Gefangennahme Napoleons. Aber der September ist auch in seinem weiteren Verlause reich an Gedenktagen, deren Ereignisse tief eingeschnitten haben in die Entwicklung Deutschlands und damit der Geschichte der gan-zen Welt. An erster Stelle sei dabei genannt die Schlacht im Teutoburger Wald; vom 8. bis 10. September des Jahres 9 nach Christi Ge-burt tobte der wilde Kamps, in welchem Varu«' übermüthige Römerschaaren dem harten Schlägen der deutschen Barbaren unter des Cheruskerfür-sten ArminiuS erliegen mußten, ein Sieg von weittragender Bedeutung; denn wenn er die Römer auch nicht aus deutschem Lande vertrei-den konnte, so verhinderte er doch daS wei-tere Vorrücken derselben aus dem Gebiete jen-seitS des Rheines und beschränkte sie so ziemlich auf die Rheingrenze. Jahrhundert um Jahrhunden verging; mächtig brachen die alten Germanen aus ihren Wäldern vor und überflutheten die Grenzen der alten Welt, deren morfche Stützen dem wuchti- fchaft der Regierungssähigkeit. weil eben heute nur die nationalen Parteien regierungsm ä ch -t i g und eben darum auch regierungsf ä h i g sind. Zum Regieren gehört vor allem M acht, die Regierungsfähigkeit ruht einzig in der Regie-rungSmächtigkeit. — Die Macht aber in Oester-reich liegt von nun an für immer in den Händen nationaler Parteien. — das lehren uns unsere Gegner, mögen wir daher auch von ihnen lernen, wie wir wieder einen, unserer Be-deutung entsprechenden Einfluß, eine nationale Interessenvertretung gewinnen können, — denn eine solch« ist unter den tinmal obwaltenden Umständen allein möglich; — mögen wir von unsern Gegnern lernen, wie wir wieder dahin gelangen können unsere Angelegenheiten selbst S lenken: wir können es nur durch die aus-ließliche Rücksicht auf unsere nationalen In-tereffen, denn nur so werden wir jene Macht in unserm eigenen Volke gewinnen, durch die wir für unS erzwingen können, was uns gebührt, nicht aber auf dem umgekehrten Wege, auf dem unfer Volksthum schon manchen unwiderbring-lichen Verlust erlitten hat. Deutsche Abgeordnete der Steiermark. Es sind ganz eigenthümliche Blüthen, welch« der Parlamentarismus in Oesterreich getrieben hat. Eine dieser Blüthen ist der Abgeordnete Magg von Mittelsteiermark. welcher in der Sitzung des 25iger Ausschusses für den deutschen Club stimmte, nachher aber dem deutsch-österreichischen Club beitrat. Dr. Magg motivirt seinen Schritt mit der Ueberzeugung, daß ein getrenn-teS Marfchiren den Deutschen in Oesterreich verhängnißvoll sein werde; wir könnten diesen Grund gelten lassen, wenn Dr. Magg keinem der Clubs beitreten würde, wie eS z. B. Graf Goeß der Vetreter aus dem Kärtner Groß-grunvbesitze gethan hat, der im 25iger Comitv gen Anprall nicht Stand zu halten vermochten und unter ihren Trümmern auch die Cultur und die Lebensanschauungen jener Zeiten begru-den. Und auf den Trümmern hatte die Ver-einigung der trotzigen germanischen Volkskraft mit den erhabenen Lehren eines neuen Glaubens auch eine neue Welt geschaffen, an deren Spitze das heilige römische Reich deutscher Nation stand. Bald aber kam es zum Conflicte zwischen der mächtigsten weltlichen Gewalt und der auf» strebenden geistlichen, zwischen Kaiserthum und Papstthum. DaS letztere siegte, und die Folgen der Niederlage einer einheitlichen und starken Centralgewalt im deutschen Reiche hatte unser Vaterland schwer und fürchterlich zu fpüren. Da, in d«n Zeiten der größten Anarchie, der größten Verwirrung fiel der Lichtstrahl einer besseren Zeit in das schier hoffnungslose Dunkel im deutsche» Reiche: Die Wahl Rudolfs von HabSburg zum deutschen Kaiser (am 13., nach anderen am 30. September 1273). Ihm gelang es wieder, mit kräftiger Hand Ordnung in die zerfahrenen Verhältnisse zu bringen, Macht und Ansehen des Reiches nach Außen wieder herzu-stelle». Freilich nicht für lange. Denn die einmal zerrissenen Fäden der deutschen Emigk«it ließen sich nicht so rasch wieder knüpfen, und zudem war dies durchaus nicht das Bestreben von 2 zwar auch für den Gesammtuamen: „Teutscher Club" gestimmt hat. in einen deutschen Sonder» club abti nicht eintreten wollte, deßhalb aber folgerichtig auch dem deutjch-öst«rreichisch«n Club nicht b«ige»r«ten ist. da er doch anfänglich gegen einen solchen gestimmt balle. Consequentermaßen hätte also auch Dr. Magg Wilder bleiben müssen, wenn er schon dem deutschen Club nicht beilrat. Wir bedauern nun zwar nicht, daß Dr. Magg dem deutsch-österreichischen Club nicht beigetre-ten ist, denn mit dieser Tonsequenz und M' sinnungStüchtigkeit hätte er in diesem Club nur Unheil angerichtet: wir bedauern nur, daß sich seine Wähler in seinen Intentionen geirrt baben. und daß die Steiermark. welche in früheren Wahlperioden durch die Fortgeschriltenhkit ihrer Abgeordneten glänzte, namentlich in Mittel-steiermark ein so klägliches Btld der Zerfahren-heit dielet. Haben wir ja doch in Graz selbst einen deulschen und einen denlsch-österreichischen Abgeordneten, den Herrn Dr. Magg fönn-n wir dann füglich mit dem Verlreler der G^azer Handelskammer zusammenstellen, währl nd die Barone Hackelberg und MoScon mit dem Grasen Attems dort marschir«», wo ihnen die Tradi-tionen ihres Standes und ihrer Wähler den Play angewiesen habe». Dagegen waren wir hocherfreut über den unerwarteten Zuwachs, welchen die deutsche Partei durch die tüchtigen Abgeordneten aus dem Bauernstande (Garnhaft und Genossen,) er» fahren Hai; werden doch auch, wie bereits ver-lautet, die steiermärkischen Bauernvertreter Poich und Stadlober i cm deutschen Club beitreten. Rundschau. sD er Aufruf desdeutschen Club'S.j Der deutsche Club hat einen Aufruf erlassen, der zugleich ein Programm seiner parlamenta-rischen Thätigkeit ist. Wir heben aus demselben die wichtigsten S'ellen aus, die zugleich die Fundameutalsorderungeu einer dcutschnationalen Politik in Oesterreich enthalten: „Obenan und bestimmend für unsere Stellung in allen Frage» steht uns das Wohl unseres Volkes, des deut-schen Stammes in Oesterreich. leine Ccballung. seine Freiheil, sein geistiger, sittlicher und wirth-schastlicher Fortschritt. Daß dies« Rücksicht die oberste sein müsse für einen deulschen Volksver-treter, kann in einer Zeit, wo alle anderen Voltsstämme lediglich auf die Wahrung ihrer Interessen bedacht sind, wohl keinem Zweifel unterliegen." Nach einer klare» Formulirung der Forderungen des deulschuationalen Programmes hinsichtlich GalizienS und Deutschböhmens wer-den die Curdinalpunkte des nationale» Wirth-schastSprogrammes erörtert. Besonders wichtig Rudolf« Nachfolgern auf dem Throne des deutschen Reiches. Im Gegentheile: engherzige per» fönliche Interessen waren es meist, die ihre Handlungsweise bestimmte», der eigenen HauS-mach», nicht dem Wohle Deutschland« galten ihre Bestrebungen. Und ist daher die ganze deutsche Geschichte der folgenden Jahrhunderte auch auf's Innigste mit der des Geschlechtes Rudolf von Habsburg verknüpft, so war es doch nicht zu Deutschlands Heil; mehr und mehr versank dasselbe vielmehr in ohnmächtiger Schwäche und unheilbarer Zerrüttung, zu irel-cher die religiösen Kämpfe mit am Meisten bei-trugen. Dann endlich brach der morsche, nur müh-sam noch zusammengehaltene Bau des deutschen Reiches vollständig in sich zusammen, und unser Vaurland wurde zur Beute fremder Abenteurer und Eroberer. Des Korsen aus dem französi-schen Kaiserthrone starke Hand war eS, welche schwer aus unS lastete. Sie war -der auch der Anlaß, daß Deutschland sich selbst wieder fand, und im Vereine mit den anderen bedrohten Stc.aieu Europas den übrrmüthigen Eroberer zu Boden warf. Die „heilige Allianz", von den Kaisern von Rußland uud Oesterreich, sowie dem König? von Preußen im Jahre 1812 am 26. September gegründet, sie bildete den Schluß» stein jener harten Kämpse um die Freiheit und Unabbänaiakeit Deutschlands, jener Kämpfe, die „Devtsche Wacht." ist der prägnante Passus über die anlicorruptio» { niftische Hallung des deulschen ClubS. Er lau- . tet wie folgt: „Zur Verschlechterung der wirth- ' fchaftlichen Lag und zur Ausbeutung des Vol» kcs trägt aber eine systematische Corruption bei, welch« in dem geschäftlichen Leben zu Tage tritt, einen Theil der Presse beherrscht, die öffentliche Moral vergifte», und deren Abwehr vou Verwallung und vou VertrelungSkörpern schon mehrfach zu peinlichen parlamentarischen Verhandlungen geführt hat. Dieser Corruption. mag sie in was immer für Formen und bei was iuimer für Parteien sich zeigen, rücksichtslos ent» gegenzutreten, wird eine unserer schwierigsten, aber dringendsten Ausgaben sein." Ueberhaupt ver-spricht der deutsche Club nicht nur eine nationale und jocialreformatorische, sondern eben daher auch eine anticorruptionistische Partei zu sein. [Ein böse» Ome «.] Der deutsche Club hat seine Thätigkeit mit einer That begonnen, die in den gut deutschnationalen Kreisen Nord» böhmenS peinliches Aufsehen erregt. Der stramme deuisch-nationale Abgeordnete Heinrich Prade. ein Mann der schärfsten Tonart erhielt. — wie wir aus der Reichenberger deutschen Volkszei« tung ersehen, auf leicht zu durchschauende Um-triebe hin von der Mehrheit deS deut» schen Clubs ein Schreiben, er möge vor-läusig nicht um seine Aufnahme in den Ver-band ansuchen. Dieses Schreiben wird von jenen Wählern zugleich als Beleidiguuq empfunden werden, welche von deutsch-nationaler Begeisterung getragen, -inen, der treuesten und besten Gesinnungsgenossen ihre Stimme gaben. Schon rügt es der Ausschuß des deutsch-nationalen Vereines in Reichenberg offen, „daß der so froh begrüßte deutsche Club auf ganz gewöhn-liche Intriguen von Jnteressenvertretern. die nichts weniger als national fühlen, jedoch in dem Clubverbande schon eine Rolle spielen. — einen der wackerste» Bolksmänner so leicht» hin kränken konnte." Zugleich bekundet der Ver-ein. daß die nationale Wählerschaft unwandel-bar zu ihrem Abgeordnete« stehe und das Vor» gehen des deutschen Clubs lebhaft bedaure. Jedenfalls haben wir es hier mit einem böse» Vorzeichen zu thu», denn, wenn geschieht, was wir »och nicht annehmen wollen, daß nämlich der deutsche Club gegen hochverdiente echt deutsch-nationale Männer in dieser Weise vor-geht, dann wird sich der deutschen Wählerschaft über kurz oder lang ein unbezwingliches Mißtrauen gegen die Ausrichtigkeit der nationalen Gesinnung der Mehrheit seiner Mitglieder be» mächtigen. Ueberhaupt muß angesichts der Aengstlichkeit, die man so vielfach an den deut» schen Abgeordneten wahrgenommen ta», die große Zahl der dem deulschen Club Angehört-gen — derselbe zählt gegenwärtig 42 Mitglie- wieder in darauffolgender schwerer Zeit den idealen Kitt für die Einheitsbestrebungen der Deutichen bildeten, bis die Schlacht von Sedan von Neuem ein einziges und mächtiges deutsches Reich begründen half. Aber nicht allein Gedenktage freudiger Art sind eS, welche uns der September bietet: auch Tag« der bitteren Noth, der ärgsten Erniedri-gung Deulschlands stehen in ihm verzeichnet. Vor allem sind es die Tage vom 28. bis 30. September 1681, die uns mit Trauer und Scham erfüllen müssen: in diesen Tagen wurde einer der herrlichsten Edel'eine aus der Krone Germaniens ausgebrochen, Straßburg fi«l in französische Hände. Und Deutschland war nicht mehr mächtig genug, jene Stadt zu retten, von der einst ein deutscher Fürst gesagt, i-ienn die Türken vor Wien und die Franzo>en vor Straß-bürg stünden, so würde er zuerst Straßburg zu Hilfe eilen. Eist zwei Jahrhunderte später ge-lang es uns, die Scharle wieder auszuwetzen. — Auch noch eine» a»deren Tag im Septem-der dürfen wir schwarz anstreiche» : de» 5. deS Monats nämlich, an dem vor 360 Jahren Armand Johann du Plessis, Herr von Richelieu, geboren wurde. Denn wie wenig Andere hal die» sei Mann eS verstanden, Deutschland zu schwä-chen uud zu schädigen, und die unheilvollen Tage d«S dreißigjähriges Krieges sind nicht zum Wenigsten ihm zuzuschreiben. 1885 der und eS stehen weitere Anmeldungen noch bevor — schon Bedenken erregen. ES möge» manche darunter sein, die nach dem Zuge ihre« HerzenS in den deutsch-österreichisch-» Clu' ge-hören und nur auS Furcht vor ihren Wäblern in den sür sie sauern Apfel deS deutschen Clubs gebissen haben. Dies« Schattirung des deutschen Clubs ist ziemlich start, selbst im Ausschüsse vertreten und wir besorgen mit Grund, diß gerade diese Herren mil aller Machl lrachleii werden, daS Heft in der Hand zu behalten, um nachträglich uo h eine solch« Eiuigung mit dem deuisch-österreichischen Club herbei zu führen, welche nur durch die Verschiedenheit des Nmi'.s maSkirt wäre. Unser G-dächlniß ist leider gut, als daß wir die Enunlialionen eines 5lein-wender und Genossen vergessen hätten ^ Ei» Beispiel wie verworren überhaupt die Ansichten über da? deutsch-nationale Parteiprogramm de, iins noch sind, liefert unS ei t deutsch-liberale« Blatt Wir haben mit einem gewissen freudigen Erstaunen in der letzten Zeit wahrgenommen, daß dasselbe mit aller ihm zu Gebot« stehe», den Entschiedenheit sür die Bi'dung eines deut-schen ClubS eingetreten ist und mit besondern Schärfe betonte, daß in der Wahl deS Namens „deutsch-österreichischer Club" an sich schon eine klcine Denunciation gegen die Angehörigen des deulschen ClubS gelegen ist. Umsomehr warm wir überrascht, als dasselbe Blatt j tzt plötzlich erklärt, „nach wie vor die Principien der liberalen deuts ch-ö st e r r e i ch i-schen Partei krästig vertreten und mit den Reichsrathsabgeordneten derselben in stetem Contacte bleiben" zu wollen. Unter dieser Pattei können offenbar nur die Anhänger des deutsch» österreichische» Clubs gemeint sein, denn der deutsche Club hat sich ja eben darum selbständig constituirt, weil er jenen Namen nichl annehmen wollle. der mit den Forderungen der ausschließlich deutsch-nationalen Politik unver-einbar ist. Damit ist der deursch-österreichuhe Club um ein Organ reicher geworden, welches ausschließlich seine Interessen vertreten wir». Jedenfalls ist dies daS sicherste Zeichen für die Verworrenheit der nationalen Begriffe der Leser, wenn man denselben im Zeitraume von wenigen Tagen so etwas zu bieten vermag. s I l o v e » i s ch e P a r l a m : n l a r i e r.s AuS Uuterkrain wird geschrieben, daß der Pro-test gegen die Wahl Professor S hukles d irch den flovenischen Abgeordneten Pater Klun übn-reicht werd.'» wird. Nachdem die Slovenen im Hohcnivarthclub beisam-nen sind. und auch Schukle in denselben bereits aufgenommen wurde, so handelt es sich mit dem Protest offen» bar nur um eine Comödie. die den genasflhr» ten Wählern in llnterkram aufgeführt wi d. Wenn wir zum Schluss« noch kurz au» die im September 1819 erfolgten Karlsbader Beschlüsse hinweisen, den Beginn jener Reaction, welcher so viele wahr« Patrioten und tuchli^e Männer in Deutschland zum Opfer fielen, so iei da'nit die Reihe der fiir Deutschland besonders denkwürdigen Tage im September geschlossen. Sie predigen unS mit eindringlichen iÖorttn, festzuhalten an dem, was wir errungen und rastlos in ernster, unaufhörlicher Arbeit wei-terzustreben. Ist «s ja doch die schöne Aufgabe der historischen Forschung, die Gegegenwart hin» zuweisen aus die Thaten und die Leid«» der Väter, um sie ja zu belehren, sie zu warm, uno sie zu begeistern. Und wenn die Lehre > der Geschichte auf fruchtbaren Boden fallen, dann hal die Wissenschaft wieder einmal einen ihr« stille», aber um so wichtigere» Triumphe zu ver-zeichnen. Wei den Mönchen von Maria ftti Die Gnadenkirche Maria zum Landestrost nächst Graz erfreut sich eineS wohlverdienten Rufes. Ihre Geschichte verliert sich in'S graue Alterthum. Schon im 12. Jahrhundert soll hier eine Andachtsstätte gestanden haben, bannn« viele nach dem heiligen Lande wallende kreuz-sahrer Trost und Stärkung suchten. Gar mancher mochte auch wirklich Trost und Stärkung ge- 1885 (Dtrflovenifcfje Schulvereinj ist gegründet, und die heiligen Cyrill und Me-thud sind in einem überschwenglichen Erlasse des cviist. Comiivs zu Schutzpatrone des Vereines ernannt worden. Fehlte nur noch, daß die Teutschen Ortsgruppen in „Slovenien" sich auch ei» Paar energische heilig« Patrone erwählten, denn am Ende haben die Slovenen auch im Himmel eine Versöhnungsära nöthig gemacht. sG r o ß s l a o i f ch e 3.] Sämmtliche fla» vische Blätter, voran die Tschechenblätter. jubeln den ostrumelischen Rebellen zu. Der ganze bul» garische Rummel Hot großslaoischen Anstrich und steht troy aller gegentheüigen Schein-Manöver unter russischem Schutze. DaS paßt den Großslaven natürlich vor allen Dingen in ihren Kram. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht was Laidacher Slovenen anläßlich der Vereint» gung beider Bulgarien an's bulgarische Mini-{teriutn des Innern telegraphirten. Man sieht ordentlich, wie sie den Mund recht voll nehmen und rufen: „Große Begeisterung erweckte der Beginn der Vereinigung Bul^arieus! Es lebe das befreite Großbulgarien!" Schade nur, daß es mit der Befreiung so weit nicht her ist, denn wie die neuesten Nachrichten lauten, dürsten die Mächte daraus dringen, daß dü nunmehr vereinten Bulgaren in entschiedener Abhängigkeit von der Psorte bleiben, an welche ein erhöhter Tribut zu entrichten kommt. Die Bulgaren dürsten also ihre großbulgarische Begeisterung bald mit klingender Münze bezahlen. Korrespondenzen. O Laibach. 25. September. [Rationale Wirthschaft.] Unsere Commune geht unter der nationalen Flagge ziemlich rasch dem Stadium voller Versumpfung entgegen. Leute, die qetabe frei über ihren Aufenthalt verfügen kön-tie», kehren der ungemüthlich gewordenen Stadt und ihren Protektoren tun Rücken und ziehen «ach Graz und anderen Orten, wo man sie freundlich ausnimmt. Was hier vorkommt und das sociale Leben vergiftet, da» kennt man in diit deutschen Provinzen kaum vom Hörensagen. Tiefer Tage hat sich ein nationaler Agitator sogar erkühnt, jene Geschwornen, die sich beim Namensaufruf mit einem deutschen »Hier!" mel-deten, zu behelligen und selbe sür den slove-tuschen Ruf „Tukaj!" zu begeistern. Der Mann ist ein magistratlicher Functionnär, der seinen Posten zur Belohnung seiner einstigen nationalen Aroßthaten im Handumdrehen, ohne vorausgegangene Ausschreibung erhalten zu haben scheint! Tiefer Posten wurde zudem plötzlich über Rächt ueitt, und ist vollkommen überflüssig. Solche merkwürdige Stellenb.fetznngen charakterisiren die slavisch-nationale Wirthschaft. Von den Stadt- fii iden haben, denn einer der zurückkehrenden Pilger spendete aus Dankbarkeit „ein Stück des koftba'en Holzes, woran der Erlöser gestorben." Zwar hat eine boshafte Seele behauptet, der Splitter vom Kreuze Christi habe es damals so viele gegeben, daß man aus ihnen ein statt« licheS Kriegsschiff hätte bauen können; aber dieser werthvolle Spann war jedenfalls echt, denn fett der frommen Spende geschahen hier Wunder in Menge und der Ruhm des Gottes-Hauses wuchs mit Pilzesschnelliqkeit. Doch nichts irdisches besteht, und auch diese Gnadenherrlich-feit sand im Jahre 1480 bei einem Türken-slurme ihr seliges Ende. Fast 200 Jahre blieb der Ort versunken und vergessen, eine wetterzerschlagene Trümmer-statte. Endlich sügte es die göttliche Vorsehung, daß ein Freiherr v. Wilsferstorf im Jahre 1676 dort oben ein Schlößchen erbaute. Der Freiherr war ein frommer Mann, und so unter-ließ er eS auch nicht, neben dem Schlößlein ein fein' Kirchlein zu errichten, daS et mit einem holzgeschnitzten Marienbilde schmückte. In An-betracht der legendenhaften Vorgeschichte dieses Bildes war es füglich gar kein Wunder, daß et alsbald anfing Wunder zu wirken. Allein 'chon damals, in der guten alten Zeit, war die iöelt verdorben ; die Leute wollten von all' den Wuvderthaten nichts glauben. Erst nachdem eine ganze Spöttersippe von der ergrimmten Wacht Vätern wird überdieß alles Mögliche verspro» chen und beschlossen, wie z. B. vor drei Jahren die „baldige" Lösung der Trinkwasfersrage, die Einführung der elektrischen Beleuchtung, die Errichtung einer Laidacher Spircaffe, zu welchem Zweck, drei nationale Gemeinderathsmitglieder — felbstverständlich auf Communalkosten auf „Studienreisen" gingen, — doch alles das blieb ohne Resultate, und um ihre Blamagen zu ver-bergen, protestiren die '.inpractischeit Herren gegen die Errichtung deutscher Schulen, und beschlie« ßen, wie vor wenigen Tagen, die Schulbehörde um die Wiederanslassung der kaum eröffneten deutschen Gemeindeschule zu ersuchen. Ganz gegen die bisherige Gepflogenheit hat der Landes-schulr th diesen Beschluß gestern fast augenblick-lich abgewiesen, während sonst wichtige Stücke monatelang im Präsidial-Btirean liegen bleiben. Ueber die Aera Winkler wird es später noch viel zu schreiben und zu enthüllen geben; sie allein hat die nationalen Nulli täten zur Herr-fchast gebracht. Dieses Regiment fühlt auch die flovenische Bevölkerung schon mitunter recht hart. Snt ein paa>. Tagen hat man Gelegenheit, über das Geschick nationaler Gewerbslettte und den Gleichmuth des Magistrates herbe Worte zu höre». Wer nämlich in der Nacht auf dem hiesigen Bahnho'e anlangt und durch die Bahn-Hofgasse in die Stadt will, kommt da einfach nicht wetier, weil die Straße an mehreren Stel-len mehrere Meter tief aufgerissen und rechts und links davon alles mit Erde und Gerölle erfüllt ist. Hat man sich trotzdem durch dieH Chaos zum Theile hindurchgearbeitet, und will man dann in einer zweiten dort einmündenden Gasse weiter kommen, so findet man auch die weit aufgerissen und verrammelt. Wo gibt eS wohl solche „Stück-Kanalbauten", und wo würde man solche CommunicationSstörungen in so ausgedehnter Weife dulden? Das ist eben slavisch-nationale Wirthschaft! Frirdau, den 20. September. (Orig.-Corr.) Mahn - und Weckruf an die deut-chen Bürger.] Vor etwa einem Jahre mußten mir bei Gelegenheit der Landtagswah-len in einem steiermarkischen Blatte eine etwas herbe, doch wahre Darlegung unserer hiesigen deutschen Zustände lesen. ES wurde duS dama-lige traurige Ergebniß der hierortigen Wahl dem Umstände zugeschrieben, daß es unserer Partei an einem unerschrockenen Führer fehle. — Und mit Recht wurde dieser Vorwurf er-hoben, denn das ist einzig und allein der Grund weßhalb wir sowohl in den Angelegenheiten auswärtiger, als auch interner, rein städtischer Natur immer und immer wieder eine so un-würdige Rolle spielt» und unsere Stadt hinter ihren Schwesterstädten so weit zurücksteht. An den deutschen Bürgern liegt nicht die Schuld, Muttergoties mit jähem Tode bestraft worden war, kroch die geängstigte Menschheit zu Kreuze. Schaarenweise strömten jetzt Gläubige herbei und lald war der Zulauf so groß, daß man „um den Bedürfnissen der zahlreichen Wall-sabrer besser zu entsprechen" die geistlich.' Ge-nossenschast der Pauliner berufen mußte. Da inzwischen die kleine Kapelle für die große Trostmutter der Christgläubigen viel zu dürftig geworden war, mußte au den Bau einer an-ständtgen, großen Kirche nebst Kloster geschrit-ten werden, derselben Gebäude, welche noch heute die stolze Höhe krönen. Endlich war alles gut und lange Jahre blühte den würdigen Pau-linern der Weizen zu ihrem beschaulichen Still-leben. Da zuckte plötzlich ein Blitz aus heitern Himmelshöhen und — traf. Kaiser Josef U. hatte in ganz Oesterreich die Nachtvögel aus behaglicher Klosterruhe aufgescheucht. Sechzig Jährlei» bestand dann eine ge-wohnliche Landpfarre und laut allerhöchster Entschließung Seiner Majestät des Kaisers Fer-dinand des Gütigen herrschen feit 1846 Fratt-ziskanerbrü-er in den heiligen Mauern. Ihnen obliegt es gegenwärtig, die frommen Waller mit geistlicher Nahrung zu versehen. Für den Vergnügungsreifenden birgt Maria Trost, abgesehen von jetner geschichtlichen Be-rühmtheit, gar manchen Reiz. Die Rundschau über die an Naturschöttheiten reiche Umgegend 3 daß ihnen MichelS-Schlafmütze so über die Ohren gezogen wird, sie hab?« ja oet verfchie» denen Gelegenheiten gezeigt, daß sie an dem Schicksale ihrer Vaterstadt regen Antheil »eh-men; sie würden auch sonst bereitwillig ihr Schärflein beitragen, um dem nationalen Kampfe unserer Zeit einen unS Deutschen würdigen Ab-schluß zu geben. Aber eS ist leider Niemand da. der die Zeitoerhaltnisse vollkommen ersaßt und beherrscht, um ihnen den Weg, daS Wie und Warum ihrer poetischen Mißerfolge, zu zeigen. In einer verhängnisvollen Zeit, wo die Bürger der übrigen Stadt» muthig den Kampf ausgenommen haben gegen eine Macht, welche unter dem fchwar^umfäumten, roth-blau-weißen Banner ohne Rücksicht und Schonung, egoistisch und ehrgeizig. Schritt für Schritt vordringt, werden bei unS weder directe noch indirecte Maßregeln zur nothwendigen Abwehr getroffen. Man suche nur in Untersteiermark eine Stadt, die nicht eine Ortsgruppe des deutschen Schulvereins bilde, die nicht ihren deutschen Lesever-ein, Gesangs- oder Turnverein, ihre Feuerwehr besäße, — außer Frieda» findet man k ine! Blicke» wir hingegen auf unsere nationalen Gegner, so haben diese bereits seit Jahren ihren katholischen Politisirverein, neuester Zeit ihre Citatnica und ihren Sängerclub. Und kon-neu die Mitglieder dieser Vereine: einige Chefs mit ihren Schreibern, denen es manchmal wohl schwer fallen wird, die Beiträge zu geben, ihre Vereine erhalten, die reichen deutschen Bürger aber vermöchten es nicht ^ Wir sehen, an dem liegt es nicht, wohl aber an einer Anregung, einem Wink mit dem Zaunpfahl! Schon die Wahl eines deutschen Bürgermeisters hat uns im heurige» Frühjahre einige Schwierigkeiten gekostet, da gegen ihn von den nationalen Wi-Versuchern ein -eigener Candidat aufgestellt wurde. Diese Gegenpartei besteht größtentheilS aus eingewanderten Fremdlingen, jetzt Stadt-bürgern, welche zum Theil, omuia quiaque secum portans, — den Gänsekiel hinter den Ohren, — einzeln hier einmarschirten und turn etwas allzufrühe Gelüste nach einem eigenen „purgarmeiBter* tragen, jedoch für dießmal noch eine bedeutende Schlappe erlitten. Denroch ist e» höchste Zeit, daß die Deutschen sich end-lich auch äußerlich f e st zusammenschließen, Vereine bilden, Versammlungen halten, welche die nationale Widerstandskraft heben, sonst könnten uns über kurz oder lang böse Ueber» raschungen seitens unsrer Gegner aus der alt-gewohnte» Ruhe stören. Trachrnburg, den 20. September. (O.-C.) [©in terroristischer nationaler % a g f ch r e i b e t.] Es wurde von uns bereits bei anderer Gelegenheit auf die Zustände beim hiesigen Gerichte kurz hingewiesen, heute glauben ist prächtig, der Ort an nnd sür sich schön gelegen. Auch die prunkvoll ausgestattete zwei» thürmige Kirche mit ihren neun Altären, schönem Chor, zahlreichen Weihegeschenken und Opferstöcken bietet viel jehenSioerthrs. Aeußer-li ch ist das Gotteshaus von vielen Buschhütten und nicht weniger als drei Gaststätten umrahmt, welche dem Fremdling vertraulich zuwinke»: „Komm, denn auch hier sind Götter"! Das Merkwürdigste jedoch bleibt die alte Klostergruft, welche unter dem Schiff der Kirche gelegen ist. Wer sie besichtigen will, wendet sich einfach an den Küster, der gegen geringen Ent» gelt bereit ist, alles zu z.'igen. Er führt den Schaulustigen in Die Kirche. Mitten im Estrich öffnet er eine Fallthüre, von welcher eine Treppe in da? Grabgewölbe hinavführt. Es ist die ge-meinsame letzte Ruhestätte der hier verstorbenen Paulinermönche und einiger weltlicher Personen. Eigenthümlich ist es aber, daß die Leichen in Folge der großen Trockenheit des Raumes nicht verwesten, sondern ausgedorrt und zu vollkom-menen Mumie« umgestaltet sind. Seit wann man davon Kunde hat, ist unbestimmt, doch wird die Gruft schon seit dreißig Jahren ge-zeigt, wenngleich der Besuch erst in jüngster Zeit von Belang geworden ist. Wir steigen hinunter; vor u»S der Kirchen-diener, der bereits eine Laterne angezündet hat, mit der er den finstern Raum dürftig erleuchtet. 4 wir uns insbesondere mit einer Person beschäftigen zu müssen, welche die hiesigen socialen Verhältnisse am meisten trübt. ES ist dieS ein Diurnist. welcher im Vorjahre als solcher vom k. k. Bezirks-Gerichte entlassen, und während seiner Disponibilität sich erlauben durfte, im GerichtSgebäude selbst einen Skandal zuprovo-ciren und gegen das Gerichtspersonale Jnvec-tiven -u schleudern, ohne daß er deßhalb zur Rechenschaft gezogen wurde. Es ist dieß seiner» zeit auch in der „D. W." mehrfach berührt worden. ohne daß eine Wiederlegung oder Berichtigung competenterseits erfolgt wäre. Mit Recht wunderte sich Alle» und fragt sich, welche Beziehungen zwischen diesem Tagschreiber, der nebenbei einer der fanatischesten slavischen Pro-paaandisten ist und den maßgebenden Factoren beim hiesigen Bezirks-Gerichte herrschen müssen, da der Besagte seine Stelle trotz alledem wieder erhielt und sich der besonderen Gunst der hiesi-gen Beamten erfreut. Es mag ihn dieß etwas kühn machen, und in ihm den Gedanken erzeu-gen, daß er gleichsam über dem Gesetze stehe, denn sonst könnte eS unmöglich geschehen, daß ein Mensch, der noch d >zu nur ein ganz ge-wohnlicher Abschreiber ist, es wagen darf, die ruhige, friedliebende Bevölkerung und überhaupt auch die Beamtenschaft von Drachenburg auf jede Weise zu terrorisiren. — Vor der unseligen Occupation unseres OrtcS durch diese«, im fadenscheinigst'» Zustande eingerückte Individuum gab eS im Unterlande kaum einen Ort. wo so friedliche Zustände herrschten, wie hier; diese sind leider dahin, denn dieser ambulante Schreiber hat eS verstanden, in kurzer Zeit den Samen der Zwietracht zu säen und Drachen« bürg zu dem ungemüthlichsten Aufenthalte zu machen. Nicht genug, daß es ihm gelungen ist, durch fein maßloses terroristisches Auftreten die Bevölkerung national zu spalten, beginnt er jetzt schon in seinem unqualificirbaren Uedermuthe Beamte zu bedrohen. Der hiesige k. k. Steuer-amtscontrolor, welcher in den Augen de» er-wähnten slavischen Fantasten den Capital-Feh-ler ha», daß er ein Deutscher ist (in der heutigen Versöhnungsära soll dieß sogar ein Unglück sein), sich in politischer Beziehung vollkommen neutral verhält, durch sein freundliches Entge-genkommen und feine musterhafte Amtsführung die allgemeinste Achtung genießt und vielleicht das kampflustige Individuum verdieutermzssen tgnorirt, scheint sich besonders die Ungnade des-selben zugezogen zu haben. In einem öffentlichen Locale vor vielen Gästen hielt unser Held gegen den erwähnten, hiebei aber nicht anwesenden Herrn Oberbeamten eine mit beleidigenden Ausfällen unterspickre Brandrede und betheuerte, denselben öffentlich zu züchtigen. — Daß er dazu ganz und gar der Mensch ist. hat er schon AlSbald findet die Neugier reichlich Befriedi-gung. Unfern vom Eingange steht der erste Sarg: er enthält einen Sängerknaben. Der Küster hat, um das Beschauen zu erleichtern, fast sämmtliche Sargdeckel gelüstet und in die Höhe gezogen, so daß die Mumien ganz offen in den Truhen daliegen. Unser Führer weiß jedoch, daß reisende Engländer und deren Gei-stesverwandte gewöhnlich noch mehr sehen wol-len, als die Sache selbst. Vermuthlich deshalb beeilt er sich gleich Anfangs seine Gegenstände recht deutlich nach allen Seiten zu zeigen, in-dem er die kleine Leiche an den, über der Brust gefalteten Händen e. greift, aushebt, beleuchtet und dann wieder fallen läßt. Das dürre Ge-ftaltchen zittert leise dabei, der aschgraue Schä-del mit den blanken Zähnen nickt auf und uieder, aber es hält alles fest zusammen und beim Zurückfallen in die Truhe dröhnt eS dumpf, wie wenn ein harter Körper auffällt. Im zwei-ten Sarge liegt gleichfall« «in Sängerknabe. „Ein schmächtige« Kindlein," wie der Küster sagt, „sonst wie der vorige." Dann kommt ein Graf Galler an die Reihe, ein außerordentlich großer Mann, der >m Wahnsinn gestorben fein soll. Seine Bekleiduiig ist verhältnißmäßig gut erhalten, besonders die Schuhe und seidenen Strümpfe. Neben ihm ist seine Tochter gebettet, das einzige weibliche Wesen unter den männ-lichen Gruftbewohnern. „Deutsche mehrfach Beweise geliefert. Auch einem Herr-fchaftlichen Beamten hat er arg mitgespielt, und dazu ohne allen Grund, nur daß auch dieser sich nicht in de>» Gnadenzenith bei dem Schrei-der erheben konnte. Paradiesische Zustände hier, wo k. k. Beamte von einem Diurnisten des Bezirksgerichtes öffentlich beschimpft und bedroht werden dürfen! — Aber unser Schreiber amtirt sort. ist beim Gerichte ein» unentbehrliche Kraft und da er unter besonderem Schutze zu stehen scheint, so dürfte eS unS nicht wundern, wenn er wiederholt in seinen slavischen Paroxismus verfallt, und zum höheren Gaudium seiner Protektoren einige Deutsche zusammenbeißt. Wir werden das mysteriöse Dunkel, das rücksichtlich der Beziehungen dieses Individuums bei dem Gerichte herrsch», im Interesse des Ansehens de« letzteren selbst, sowie im Interesse der Ruhe, persönlichen und moralischen Sicherheit der deutschen Beamten und Bürger, zu lüften wissen, und sind im Vorhinein sicher, keine Widerlegung zu ersahren. Kleine Gyronik. [Du deutsche Kaiser in Stuttgart.] Eine hübsche Episode wird von dem Empfange erzählt, den die Kriegervereine von Stuttgart am 21. d. dem deutschen Kaiser be-reiteten; dabei war auch ein 9ljähriger Greis Namens Bacher von Freudenstadt, ein Veteran von 1813/14. Der Alte saß im Wagen und wollte denselben bei Annäherung des Kaisers verlassen. Doch dieser, von dem Adjudanten über denMann unterrichtet, winkt«: ihm zu, sitzen zu bleiben, stieg selbst auS und ging zu dem Alten an den Wage», indem er sagte: „Ich bin der Jüngere von uns Beiden, und deßhalb ist eS an mir, aufzustehen." sC a v a l i e r s w e ch s e l.J Ueber die beiden beim Processe Kuffler bereits so viel ge-nannten CavaUere, den Fürsten Dpsilanti und den Prinzen de Bergbes, sowie über die Art, wie die Wechselgeschäfie mit denselben gemacht wurden, berichtet der„Berl. B.-E. eimgesNähere. Der Name deS Prinzen de Berghes ist enge verbunden mit dem Namen einer der bekannte-sten Theaterprinzesslnnen, Antonio Janisch, welche die Unsumme», die der Prinz nicht besaß, mit einer spielenden Leichtigkeit verschwendete. Man hat dem prinzlichen .Lebemann daS Geld ge-raoezu aufgedrungen, in jeder Form, die dem Wuchergesetz ein Schnippchen schlug. Bald machte man den Prinzen zum Zuckersp^culanten und er unterschrieb einen Deckungswechsel von 50.000 Gulden, bald mußte er Borsenspeculant werden, ein Blankett von 100.000 Gulden un-terschreiben. um nach einigen Tagen mit dem Bemerken, daß das übrig« Geld in »nglückli- Aus dem nächsten Bogengänge gr.nst uns ein ehemaliger Ordenspriester an, der in sehr hohem Alter daS zeitliche gesegnet hatte „Man kennt'S ihm auch glei' an. daß '* ein alt'S Vaterl war", bedeutet der redselige Führer, im Hinweis aus die tiefen Furchen, welche das vertrocknete Antlitz durchziehen. Dann wühlt er unter den Fetzen der Kutte herum, beleuchtet den Alten tn feiner Weife und erzählt dabei ein gutes Stück feiner LebenSgefchichte, alles, um die Dinge recht anschaulich zu machen. Schon wollen wir in der stillen Halle weiterschreiten, da werden in der Richtung der Treppe Schritte hörbar. Der Messner erkennt. eS seien neue Besucher im Anzüge, weßhalb er mit dem Lichte gegen den Aufgang eilt, „da-mit'S glei' in einem geht." Ein junges Paar ist heruntergekommen. Nun beginnt die gruselige Schau von vorne; aber gleich beim ersten Blick auf den unschuldigen Sängerknaben prallt die schöner« Hälfte des Paares entsetzt zurück und läßt sich von der Starteren wieder an's TayeS-licht bringen. Kopfschüttelnd meint der Küiter, manche Leute könnten e* nicht vertragen und setzt den unterbrochenen Rundgang fort. Jetzt kommen in einer geräumigen Halle wenigsten« zwanzigSärge. sämmtlich von Mönchs-leichen bevölkert. Zwei der Todtenkästen sind geschloffen, weil der Zahn der Zeit bereits arg on ihrem Inhalte genag» hat. Wer sie sich 1885 chen Operationen verlvren sei, 40.000 Gulden zu erhalten. Und all dieses Geld wanden« in die fürstliche Wohnung der Ianisch. — Auch Fürst Dpsilanti. der Schwiegersohn des verstorbenen KrösuS Baron Sina. ist eine bekannte Person-lichkeit. ein Abkömmling jenes griechischen Frei-heitShelden, den Wilhelm Müll?r sn wehmüthig besungen hat: Alexander Apsilanti saß in MunkacS' hohem Thurm. An den morschen Fenstergittern rüttelte der wilde Sturm. . . . Seine Wechsel gingen durch KufflerS Hände. Der SlaatSanwalt hat sehr zutreffend bemerk«, daß die Verlockung geldbedürftiger Kavaliere zum Börf«nspiel di« neueste Art des Wucher« ist. Die Wucherer Wiens schicken ihr Eclaireurt überall hin, wo Lern« anzutreffen find, die der „Gesellschaft" angehören und nicht imm r „bei Casse" sind, und sie machen immer, trotz der tückischen Bestimmungen de« Wuchrrgesetz-S, ihre Geschäftchen. Sie rechnen mit gutem Grund daraus, da« ihr Gebahren vertuscht wird, und in der That erfährt das Gerichi nur ad und zu und auf Umwegen von Wuchergeschäfte,,. Es ist die umgtkehrt« Welt: statt daß die Wu-cherer besorgt sein sollten, von den Kavalieren, die zu ihrer Clientel gehören, compromiiirt zu werden, müssen die Kavaliere trachten, ihre Manichäer nicht zu compromittiren! Der Proceß Kuffler fördert, wie man sieht, gar inter-essante Details zu Tage und fo Manchem mag in dieser Zeit übel genug zu Muthe gewesen sei». sWiedieAlten summen, sozwil-schern die Jungen.] AuS Pilsen wird unterm 23. September gemeldet: „Gestern Nachmittags wurden di« deutschen Schulkinder der Prager Vorstadtschule beim Verlassen des Schul-Hauses von einer Rotte tschechischer Schulbube» mit Steinen bombardirt und geschlagen. Äi» der deutsche Katechet. Pater Schor«, einschritt, wurde auch er in der rohesten Weise verhöhnt und mit Steinwürsen bedroht. Tie Anzeige wurde erstattet." [V o n d e r r u s s i s ch e n G r e n z e.] Bei aller Anerkennung sür den Pflichteifer der Lr-gane, welche den strengen Dienst der Bewachung der Grenze zu besorgen haben, weiß man in civilisinen Stauten doch auch diS Jntereffe des Publicums zu wahren, und stets wird den Wach-leuten deshalb nicht bloS di« strenge Pflicht-erfüllung, sondern auch ein tactvolles, entgegen-kom »endeS Benehmen gegen daS Pudlicum eingeschärft. In Rußland allerdings merkt das reisende Publtcum nichts davon, daß auch Sott ähnliche Jnstructionen existiren. Der russische Grenzwächter präfeutirt sich fast immer in seiner ganzen Brutalität; er ist rücksichtslos, willkiir-lich. und selten findet man auf legalem W«ge öffnen läßt. si«ht nur ein unförmliches braun,» Gewirre, a»S dem hie oder da eine Rippe oder fönst ein gebleichter Knochen hervorleuchtet. Tie übrigen Leichen sind in gut mumificirlem Zu-stände erhalten. Unser eifriger Meffner ist allemal derjenige, welcher was weiß; über >ede einzeln« Mumie kann er Bericht erstatten; ®« sie im Leben geheißen, w»e alt si« gewordei, wie lange si« schon da liege, woran der Tod erfolgt sei und solcherlei mehr. Bald packt er einen der Mönche beim Fuße und hebt ihn empor, bald t«tastet et die dürre, faltige Ha«, drückt, knetet sie mit fester Hand, wobei er nichl müde wird zu zeigen, daß alles „wie Leder" sei. „Ja ledern, ganz ledern," und dabei dar er mit merkwürdiger Gewandtheit schon wieder einen Riemenschuh auS dem nächsten Zarge in oer freien Hand und preist nun di« Taun-hasligkeit dieses Leders. Eine der Mumien liegt mit gespaltenem Brustkorb da und zwischen der Kluft der Rippe» sind etliche Fäd«n gespannt. Der Küster weiß Bescheid: Am Herzen hatte der unglückliche Mönch gelimu und nach seinem Hinschcidei ward »hm die Brust geöffnet. Di« Seidensäd« aber, mit denrn der Brustkasten wieder iu-sammengtnäht wurde, halten noch heute, ob-gleich es bereits 146 Jahre her ist. Wieder einem andern hat eine KrebSkrankhnt die ganze Nasengegend zerfressen, während der Rest M 1885 Schutz gegen die Uebergriffe der russischen Zoll« nacht«. Ein solcher Uebergrifs wird neuestens vitde: aus einer russischen Grenzstation berich-11. Eine Gutsbesitzerin namens Dschaparidsi, rar in einem neuen Kleide an der Grenze an-^kommen, doch Gepäck hatte sie nicht bei sich. t«r die Zollrevision ausübenoe Beamte ver-langte nun eine Zollgabe für das Kleid, wel-tyi die Reisende trug. Der Ehemann derselben uhm selbstverständlich seine Gattin in Schutz »d bewies dem Beamten die Sonderbarkeit inner unbegründeten Forderung, wobei er sich » Eifer und in der Aufgeregtheit einige scharfe : losdrücke erlaubte. „Ah, wenn sie sich so äußern." erklärte der Zollbeamte, „so confiscire ich das jilnd Ihrer Frau !" Aus Befehl d»S Zollbeam-lni wurde Frau Dschaparidsi sofort mit Gewalt idrer neuen Rode beraubt, und war die arme Äau, di« in Kräuipse verfiel, gezwungen, nur mit den primitivsten Kleidungsstücken angethan, durch die ganze Stadt in's Hotel zurückzukehren. Das Volk war auf's Aeußerste über die nichts-»ürdige That de» russischen Beamten empört, nagte jedoch nicht einmal, die Mißhandelte und vtjchimpfte mit Kleidern zu versehen. Der Mann in so tief gekränkten Frau hat allerdings die ; Klage eingereicht, doch ob er damit etwas aus-! lichten wird, erscheint sehr fraglich. sDieafrikanischenSchönenj haben t«r und da noch recht absonderliche Gewöhn-baten. Nachdem der Reisende E. B. Herrmann meinem Reisebri'fe der „N. Fr. Pr." aus dem französischen Gaboon die Pauhinmädchen als sinnlich verführerische Wesen geschildert, fährt er fort: „Und wer nach dieser Beschreibung ein il seinem Dorfe aufgewachsenes Mädchen einer Weihen vergleichen will, dem gönnte ich den Anblick, welchen ich hatte, als eine Schaar Pau-dins. Männer, Weiber und Kinder, über den prftuckelten, gerösteten Leichnam eines Eorisko-Manne» herfielen, und mit Grauen mußte ich «ihrnehmen, daß gerade die jungen Weiber «t der größten Gier unglaubliche Quantitäten Wch verschlangen und beim Abziehen der -chaar alle Knochen, die noch nicht gänzlich abgenagt waren, sorgsam in die Kanoes trugen, yunger war es nicht, denn Antilopen und Lildichweine haben si« täglich bei ihre» Mahl-Mi." Gott sei Dank! So sind doch die euro-päijch n Schönen nicht, nicht einmal diejenigen in Pari», welche »ach dem dortigen Ausdrucke s» gut verstehen de manger ua komme. sahen zu k a u f e n g e s u ch t.j In Dublin hat sich jüngst Jemand einen thörichten erlaubt. Am Montag erschien in einem Journal di« nachstehende Annonce: „Katzen. Unverzüglich. Ein Herr, der nach Auckland zu-rucklehrt und mit der Einfuhr einer Anzahl von »atzen beauftragt ist, bietet 2 Sh. für jede Gesichtes „gut ausschaut." Eine der nächsten Leichen liegt schon 120 Jahre hier und doch A die Kutte noch in weit besserem Zustande, all man glauben sollte. Hierauf kommt „der jüngste", der erst 101 Jahr der ewigen Ruhe Hegt, wenn man oa überhaupt von Ruhe hntchen kann. Nun thut sich abermals eine Wölbung auf md von neuem trifft der fahle Lichtschein eine Reihe dieser unheimlichen Truggestalten, bei deren Anblick wohl der Sinn sich sträubt Leben m ihnen zu sehen, die man jedoch, wegen ihres befremdenden Ausiehen», gleichwohl nicht für langst Verstorbene halten mag. Ihre sperrtrockene öaut zeigt gelbbraune bis aschgraue Farbe und fühlt sich durchweg» wie Leder an. Meistens ist sie vollkommen erhalten und umgibt sest wd knapp anliegend da» Knochens, erüst. Da-durch bekommen namentlich der Kops und die diinen Knochenhände bisweilen ein ganz ge« heusnge» Aussehen, das wohl geeignet ist über fchwachnervige Leute eine Gänsehaut zu giessen. besonders auffallend ist in dieser Abtheilung eine riesige Leiche, angeblich die eines Gast-»nahes, der sich für Geld und gute Worte von den Klostervätern die Ehre erwirkte nach seinem Todt in ihrer Mitte ruhen zu dürfen. Im Weilerschreiten treffen wir noch mehrere verniizelte Grabstätten, worunter eine, die viel-Ittdit die am besten bewadrte Mumie beberberat: „Z>-»t,che Macht." ausgewachsene Katze und 1 Sh. für Kätzchen, die in kleinen Körben — sür welche Vergütung geleistet werden wird — im Billetverkaufbureau, CarliSle-Pier, zwischen 6'/, und 7 Uhr heute Abend abgeliefert werden. Nach Mr. Weston zu fragen." Zwischen 5 und 6 Uhr waren in Folge deffen auf dem Carlisle-Pier, Kingstown bereits 150 Menschen beisammen. Frauen, Mäd-chen und Knaben, mit Kisten. Kasten und Hut-schachteln, und in jedem Behälter befand sich eine Katze oder auch deren zwei, und in «im* gen Körben sogar ein ganzer Wurf. Man war-tete lange, ehe man sich erkuntigte; aber zum großen Schrecken der Katzenlieferanten war von einem Mr. Weston nicht» zu sehen oder zu hören, bis es endlich Jederman klar wurde, daß nur ein schlechter Spaß beabsichtigt war. Ein« Anzahl von Straßenjungen hatte in Folge der Annonce schon seitdem frühen Morgen dem sonst nicht sehr rentablen Geschäft des Katzen-stehlens obgelegen, wozu der gute Markt die Verlockung bot, und Viele setzten ihren Raub wiederrun in Freiheit. fT ragisches Ende eines Braut-p a a r e s. > Im Februar diese» Jahre» verlobte sich der «söhn Eduard des Fabriksbesitzers Johann Anderl in Hütteldorf mit der Tochter Betty des HofbaumeisterS Johann Sturany. Das Glück der beiden jungen Leute war ein vollkommenes und beide Familien theilten daß-selbe mit dem schönen Brautpaare. Am 20. Juli d. I. sollte in Hütteldorf die Hochzeit gefeiert werden, und alle Vorbereitungen waren bereits hierzu getroffen, als ca. vierzehn Tage vorher die Braut plötzlich erkrankte und ihr Zustand sich nach »nd nach fortwährend verschlimmerte. Stall der bisherigen Freude hielt nunntehc der Kummer in den Familien seinen Einzug und vor wenigen Tagen erlag die Braut ihrer zwölf-wöchentlichen Krankheit. Der Bräutigam ent-fernte sich unbemerkt vom Sterbebette seiner geliebten Braut, ging in seine Wohnung, sagte zu seiner dort anwesende» Schwester, baß er etwas vergessen habe und nach Wien fahren werde. Anstatt dessen steckte er seinen Revolver zu sich, ging in den Garten der Villa und in lein Momente, als die Glocke vom nahenKirch-thun» ertönte, den Tod seiner Braut verkün-dend, fiel ein Schuß, welcher dem Lebe» des erst 26 Jahre zähleitden, äußerst begabten Mannes ein End« macht«. In der Pfarrkirche von Hütteldorf, welche vom Vater der Braut erbaut wurde und in welcher die Vermählung deS Paares hätte stattfinden sollen, fand vor-gestern das gemeinschastliche Leichenbegängniß statt. Zusammen eingesegnet — aber im Tode. sUeber die Weinverhältniss« des CaplandeSs berichtet ei» daselbst an-sässiger Württemberger in einem Bliese: „Wir bei ihr sin! et der Führer sogar Gelegenheit die vertrockneten Lippen hin und her zu biegen, zwischen welchen zwei Reihen weißer Zähne hervorblinken. Noch etliche Särge, dann endlich ist der Gang beendet, der Eingang in das unterirdische Leichenhaus wieder erreicht. Recht wunderliche Gedanken überkommen einen, wenn man ta den ersten Eindruck der Neuheit überwunden hat. die düstern Gestalten anschaut, denen eS nicht vergönnt war, zu Staub und Asche zu werden. Doch der schmunzelnde Kirchendiener trägt Sorge dafür, daß sich der Faden unserer Be-trachtungen nicht allzusehr in die Läng« spinne ----wir verabreichen ihm sein Trink- geld und eilen die Stiege hinan, froh, daß wir auS dem nächtlichen Todtenreiche wieder empor gelangen an das lebenspendende Tageslicht. Graz. Fr. Modenörief. Paris, Ende September. Geschätzte Freundin! Wiffen Sie, daß ich Ihnen zürne? Seit sechs langen Wochen hoffe ich täglich aus «in Lebenszeichen von Ihnen, doch stets vergeblich. Wie nun. wenn ich mich revanchierte, wenn ich Ihr« Ungeduld aus eine gleiche Probe stellen, Hbnen den versorockenen Modenbries aus be- 5 hatten kürzlich Gelegenheit, einen Landsmann aus Altdeutschland zu begrüßen, den Sohn des Direktors der Weinbau-Lehranstalt zu Klo-sterneuburg bei Wien, welcher hierher gekommen ist, um sich mit unserem Weinbiu zu beschäfli-gen. Hoffen wir nur. daß eS ihm bald gelingt, einen Saft zu erzeugen, der auf dem europäi-schen Markte Käufer findet, sonst ertrinken wir noch in unserem eigenen Wein; denn nicht nur alle Fäffer sondern auch die Gährbottiche ?c. sind an vielen Orten voll mit Wein und Wein-fpiritus, und wo der bevorstehende reiche Herbst untergebracht werden soll, ist jedem unklar. Die Reben trugen hier geradezu fabelhaft, und daS wenigste. waS ich bis jetzt an einem Stock vorfand, war etwas über 300 Trauben. Ein Fehljahr im Wein tritt hier fast nie ein. Einige erzählen, daß einmal in den 50er Jahren einS gewesen sein soll. WaS sie aber auS dieser Göt-tergabe der Natur, den dustigen Captrauben machen, wie in Ermangelung einer Preffe ein schmutziger, schwarzer Kerl sast bis unter die Arme in ihrem edlen Blute badet, welches Fegefeuer der Destillerie dieser Saft dann meist noch durchmachen muß, um endlich die Verwand-lung in einen „Eap Brandy" zu vollenden, das zu schildern mag man mir erlassen." sVerleugnung des deutschen ?! amen 8.] Wie der Deutsch - Amerikaner Knoblauch für Verleugnung seine» deutschen Namen- büßen mußte, erzählt ein Washingtoner Blatt so: AlS Knoblauch sich in den Vereinig-ten Staaten »aturalisiren ließ, beschloß er, seinen duftigen Name» englisch zu sühren. Entweder hatte Knoblauch in seinem deutsch-englischen Wörterbuch« nicht richtig nachgeschlagen, oder der amerikanische GerichtSschreiber hatte ihn nicht recht verstanden. Später kehrte Knoblauch nach Deutschland zurück und fing in seinem Geburtsorte unter seinem alten deutschen Namen Knoblauch ein Geschäft an. Er wurde bald darauf von der deutschen Behörde darüber zur Rede gestellt. >vi« es sich mit der Erfüllung seiner Militärpflicht verhalte. Da pochte Knoblruch auf sein amerikanisches Bürgerrecht und zog sein Bürgerpapier heraus. Es lautete aber auf den Namen „Gallic". Knoblauchs Betheuerung. daß er der rechtmäßige Inhaber deS Burger-briefeS sei und daß sein Name nur ins Eng-lisch« übersetzt worden, half nichts, denn sehr richtig, bemerkte der deutsche Beamte, daß „Gallic" soviel wie aallikanisch oder französisch bedeute, nicht aber Knoblauch. Unser Knoblauch wurde am Schops genommen und ins preußische Heer gesteckt. Er bat i» seiner Bedrängniß die amerikanische Gesandschaft in Berlin um Schutz, und erst nach langwierigem Hin- und Herschrei-ben zwischen der Gesandtschaft in Berlin und der betr. Gerichtsbehörde in Amerika ward eS rechtig'.ern Unmuth vorenthalten wollte?! Sie lächeln und aus Ihrem schelmischen Augenauf-schlag lese ich die Antwort: „Das können Sie gar nicht!* Wahrhastig, Sie haben recht: DaS kann ich auch nicht. Ich weiß zu gut, mit wel-cher Begierde Sie auf das „Neueste auS Paris" warten, und obwohl Pariserin, will ich meine Revauchegelüste unterdrücken und Ihnen Pflicht-getreu berichten, was ich über die Vorgänge auf dem uns beiden so nahestehenden Gebiet der Mode Neues erfahren. Zuerst — staunen Sie — habe ich die große Neuigkeit für Sie, daß die S o u t a ch e, welche bereits so viele Stadien deS Triumphes wie der Niederlagen durchschritten hat, von neuem in Aufnahme kommt. Man verziert den unteren Rand des Rockes, den Außenrand der Jäckchen oder der Taillen damit, und überdeckt in gleicher Weise die neuerdings beliebten brei-ten Gürtel. Als ähnlich wirkender Garniturar-tikel sind ferner die durchbrochen auSgeschlagenen Sammelbordüren und Figuren zu nennen, von denen die ersteren den» unleren Rande deS Rockes flach aufgenäht, die letzteren zur Ver-ziecung der Vorder- und Rückentheile der Taille verwendet werden. Deßgleichen stellt man große Passementerie - Figuren her, ausgestattet mit Blei- und glänzenden Holzperlen, die aus den Schultern, sowie vorn und hinten und am un-teren Rande der Taille angebracht, oder zum ti festgestellt, daß der Bürgerbrief wirtlich das rechtmäßige Eigenthum Knoblauchs war und daß eS tatt „Gallic" in demselben „Garlic" heißen sollte. Knoblauch aber wurde unterdessen von einem preußischen Unterofficier beim Re-cruten-Exercieren furchtbar geschuhriegelt. ES war dies die gerechte Strafe dafür, daß er in Amerika seinen ehrlichen deutschen Namen so verleugnet hat. sZur Geschichte der Elaque.s Neulich kommt zum Hauptmann der Claqu« der Komischen Oper in Paris nach dem Sammel-orte ein neuer Kunstjünger und ersucht um An-nähme. Als sich der Beifalldirector den Mann näher besah, bemerkte er mit Erstaunen, daß derselbe nur einen Arm halte. „Aber Sie sind ja einarmig ! Wie wollen Sie Beisall klatschen !" — „Beunruhigen Sie sich deshalb nicht! Ich bürge Ihnen dafür, daß Sie mit meinen Dien-sten zufrieden sein werden." — Wegen der Seltsamkeit der Sache nahm ihn der Claque-chef al« Dilettanten (d. h. ohne Gehalt) an und beobachtete ihGissen Sie nun aber, wie es der arme Musikschwärmer anstellte, um eS seinen Kameraden gleichzuthu»? Mit der gehölten Händ schlug er sich kräftig aus die Stirn, und sein Klatschen war nicht das am wenigsten laute. jG r o ß a r t i g e s G e s ch ä ft.] Reisender : „Von der Ausdehnung unseres Geschäfts können Sie sich gar keinen Begriff machen! Denken Sie sich, bei der letzten Inventur haben wir erst gefunden, daß uns — zwei Eassierer fehlen !" [Ein eigenthümliches Mittel] seinem Sohn den unerlaubten Theaterbesuch zu verleiden, hat ein Berliner Fabrikbesitzer ange-wendet. Der Sohn, ein hoffnungsvoller Secun-daner, fühlte, durch Romanlectüre und durch seinen Hang zur Schwärmerei veranlaßt, seit einiger Zeit den Drang. Schauspieler zu wer-den. Durch di« Vermittelung eines Freundes war «s ihm gelungen, bei einem Berliner Theater als Statist mitzuwirken, und anstatt seine Freunde zu besuchen, wie er allabendlich vorgab, mimte er. Sein üppiges Lockenhaar bot dem Theaterfriseur zu den seltensten Frisuren stet« Beranlassung. Zum Gelächter seiner Schul-kameraden erschien Max D. plötzlich vollständig kahlköpfig in seiner Classe. Der ergrimmte Ba-ter hatte, als er hinler die Schliche seines Sohnes gekommen, dem jungen Helden die Haare bis auf die Wurzel abschneiden lassen. Mit Friseur und Spiel ist eS vorläufig vorbei. fE i n vorsichtiger Richter.] „S»e heißen also Amalia Steindl; sind alt?" — „Zweiundzwanzig Jahre." — „Gut; jetzt aber nach der Alterangabe geloben Sie. nur die Wahrheit und nichls als die vollste Wahrheit zu sprechen." ^.p-»tschc Wacht" Die Thronrede. Original-Telegramm der „Deutschen Wacht/' Wien. Samstag, den 29. September. Der Reichsraih wurde heute in feierlicher Sitzung vom Kaiser mit der Thronrede eröffnet. Dieselbe bringt Eingangs die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Reichsrathsthätigkeit sich in dieser Session gedeihlich und erfolgreich entfal-ten werde zum Heile Oesterreichs und seiner Völker. Hierauf fährt dieselbe mit folgenden Worten fort: „In dieser Hoffnung bestärkt mich die Fülle dynastischer und pat'.iotischer Huldigun-gen, die mir während meiner in den letzten Iahren unternommenen Reisen von allen meinen Völkern in einträchtigem Wetteiser dargebracht wurden. Dankbaren Harzen« gedenke ich all dieser, die Macht des österreichischen Staatsbewußtseins bezeugenden Kundgebungen." Dann zählt die Thronrede die wichtigsten Ausgaben und Vorlage» auf, die der Reichs-rath zu erledigen haben wird. Die Thronrede gedenkt ferner der Erneuerung des Ausgleiches mit Ungarn, betont die Wichtigkeit dieser Ange-legenheit, die im Geiste der Gerechtigkeit und Billigkeit erledigt werden möge. Um der Noth-wendigkeit der Vervollständigung des Wehr-systems der Monarchie gerecht zu werden, wird der Entwurf eines Lanvsturmgesetzes vorgelegt werden. Diese Institution wird, ohne der Be-völkerung im Frieden Opfer aufzuerlegen, die für den Fall ernster Ereignisse verfügbaren Streit-fräste den systematisirten Landsturm-Aufgeboten anderer Mächte entsprechend gestaltet werden und die VertheidigungSsähigkeit und Machtstel-lung des Reiches dauern» erhöhen. Die Thron-rede kündigt ferner die Vorlage zu einer defi-nitiven Regelung der Pensionen der Witwen und Waisen von Militärpersonen an. Bei der Sorgsalt für di« Pflege der Bil-dung mög« die Regierung im Bestreb «n unter-stützt werden, die überaus zahlreich den Mittelschulen zuströmende Jugend mehr den gewerblichen Lehr - Anstalten zuzuleiten. Eine Vorlage betreffend die Aenderungen des Zolltarifes bezweckt die Verbesserung der Lage von Industrie und Landwirthschaft auf heimi-schern Markte. Die Regierung wird beim Ab-schluße von Handelsverträgen bemüht sein, für, aus Export angewiesen« ProductionSzweige aus- Raffen der Tunika verwendet, großen Effect erzielen. WaS aber soll ich Ihnen von den S t o s f e n melden, welche Herbst und Winter bringen werden? Ich stehe da einem solchen embarras de richesse gegenüber, daß ich in der That nicht weiß, wo zuerst anfangen! Gestalten Sie mir also, mich auf da» Hervorragendste zu be> schränken. Nachdem unsere Damen sich einige Zeit in der Tracht der Rosselenker und in Ge-weben gefallen, die den Pferdedecken glichen, kommen jetzt die feineren und weicheren Fabri-kate wieder an die Reihe. Eine Fülle glatter glänzender Tucharten liegen zur Auswahl. Da-neben bekundet die Mode eine Eigenthümlichkeit darin, daß fast alle Stoff« den Charakter des SchleisengewebeS tragen, d. h. einen gekörperten oder glatten Fond haben, und kleine glänzende Locken oder Fadenschleifen. bald stärker, bald seiner gesponnen, in Gruppen zu einem Dessin vereinigt aufliegen. Großen und berechtigten Beifall finden daneben auch wieder die Lama und Vigognegewede und die englischen in Lama und Cheviot. Nachdem ich Ihnen so in gedrängter Kürze mitgetheilt, w a S man trägt, werden Sie ge-schätzte Freundin, nun auch sicher von mir hören wollen, w i e man eS trägt. Diesem berechtig-ten Wunsche soll sofort willfahren werden. Und da werden Sie 'dann verwundert sein, wenn ich Ihnen mittheile, daß kaum eine einzig« Form der verflossenen Saison völlig schwinden wird. Fortgesetzt trägt man die Polonaise, die Schür-zenlunika. di« Pani«rS, nur all«S ein wenig verändert. Natürlich sind auch die Bauernröcke nicht ganz verschwunden und werden namenilich von unserer Jugend noch gern gewählt. Wollen Sie ökonomisch verfahren, so bedienen Sie sich zur Auffrischung Ihrer Wintertoilette deS Mo-Hairkrimmer. der für den Winter eine Zukunft hat und eine reizende Beihilfe zur Herstellung von Schlittfchuhcostüme» bietet. Was die Taillen betrifft, so trägt man sie auch ferner noch mit Schnevben versehen, und sür die Gesellschaft gern vorn und hinten viereckig oder herzförmig offen, auch mit Pla-strons von abstechenden Farben ausgestattet; außerdem trägt man die krause Taille, doch ist dieselbe jetzt vorn weniger bauschig. Zu den Toiletten von uni-Stoffen fertigt man plisiierte, bis c.n den Ellenbogen reichende Aermel, denen sich am vnt«r«n Rande ein Revers anschließt. Die Polonaisen kreuzen und öffnen sich vielfach schräg, sowohl die Taille derselben, wie deren Schoßtheile; in ersterem Falle wird ein« Weste, in letzterem ein Redingote, dessen einer Schoßtheil gerafft ist, gebildet. Ihren Hut, meine Wertgeschätzteste, tragen !8d5 ländische Absatzgebiete zu erhalten, oder wo solche bereits gewonnen sind, dieselben thunlichst erweitern. Ebenso wird die Staatsverwaltung im Be-reiche des Verkehrswesens der Hebung produc-tiver Thätigkeit und dem Schutze der heimische« Arbeit, sowie dem heimischen Eisenbahnwesen seine angelegentlichste Fürsorge wivmen. Die Thronrede kündigt ferner Vorlage» zur Erleichterung des Zustandekommens v»i localen Schienenwegen, sowie die Wiederaiis-»ahme der wiederholten Bemühungen größere Codisicationen im Gebiete der Justizgesetzgebung zum endgiltigen Abschluss« zu dringen, am den im Vorjahr« zu Tage getretenen a»ai-chistischen Umsturzbestrebungen aufs Wirksamste begegnen und die eingesührten AusnahmSmaß-regeln endlich beiseitigen zu können. Zu diese« Behufe wird ein neuer Gesetzentwurf vorgelegt werden. Schon in den letzten Sessionen sind durch die beschlossenen Aenderungen der Zoll- und der Gewerbegesetzgebung, sowie durch die nothwe»-dig gewordene Anbahnung einer Besserung der Lage der arbeitenden Classen ernst« Schritte zur Verwirklichung hervorragend wichtiger wirtd-schädlicher und socialer Aufgaben erfolg». I« Hinsicht aus die Vervollständigung dieser Wirth-schastsresormen sagt nun die Thronrede: „Si* werden sich mit weiteren, die allseitigen Jäter-reffen gerecht abwiegend«» Reformen auf die-sem Gebiete zu beschäftigen haben. Ich erwarte, daß Sie die Reformen, welche einem wirklichen Bedürfnisse der Bevölkerung entspriu-gen und an Bedeutung Die maniqfachen Parteikämpfe weit überragen in gründlicher Weife prüfen und würdigen werden. Bei einer glück-lichen Lösung dieser Aufgabe können Sie meines, und des Danke« der Bevölkerung sicher sei»/ Die Thronrede gedenkt dießbezüqlich z»> nächst den Vorlagen über die Versicherung ar-bettender Classen gegen Unfälle und »trank-heilen, dann der Regelung der Verhältnisse der Bruderladen, sodann eines Gesetzanlrages über Vererbung landwirhschaftiichcr Besitzungen mit-lerer Größe, bezweckend die Erhaltung u«d Kräftigung eines für die gesellschaftliche unD wirthschaftliche Ordnung wichtigen Theiles der Bevölkerung. Ferner werden Vorlagen über dringende Flußregulirungen in mehreren La»- Sie nicht übermäßig hoch. Ich stimme hier ganz mit den Ausführungen Ihrer vortrefflichen >Il»-strierten Damenzeitung „D «rBazar" übere». der darüber wörtlich folgendes schreibt: übermäßig hohen Hül« kleiden nur sehr selten, eigentlich niemals, weder sehr großen schlanken Gestalten, weil si« bei diesen ja den Mangel» Proportion erhöhen, noch kleinen grauen, welche drolligerweis« wie aus starkem Unterbau «» schwebendes Türmchen zu tragen scheine». Der übermäßig hohe Hut sei somit höchstens de» mittleren Figuren empfohlen." Wollen Si« zum Schluß nun auch elwai von den unentbehrlichen Herb st umhänge« hören, so vernehmt« Sie, daß die einen n:t kleinen Capuchon, di« anderen vorn und >« Rücken mit Einsätzen getragen werden; dick Westentheile, jene abstechende Aermel von Seidenstoff oder Samet, aarnirt mit Spitzen, mit Borten, Grelots und Soutachierung zeigen. 'S«-züglich der Länge oder Kürz« sind Sie bis a» eine bestimmt« Form nicht gebunden. — Und somit hätte ich b«rn jetzt all meine Wisienschan vor Ihnen ausgekramml. Zeigen Sie sich nn» aber auch dankbar dadurch, d-lß Sie recht balo mit einigen Zeilen erfreuen Ihre Antoinette. 1885 tern, insbesondere in dem wiederholt von Ver-heerungen durch di« Flüsse schwer betroffenen Galizien in Aussicht gestellt. Die Regierung wird bei Inanspruchnahme von Geldanforde-ruagen mit steler sorgfältiger Rücksicht auf die Lage dieStaalSsinanzen vorgehen. Allein auch das Parlament möge sich von gleicher unabweisli-cher Bedachtnahme auf verfügbare EinnahmS-quellen des Staates leiten lassen nnd die Regie-rung in den aus di« Reg'lung deS StaalShaus-balte« gerichteten Bestrebungen kräftigst unter-stützen. Die Thronrede schließt: „Unsere Beziehun-gen zu auswärtigen Mächten sind durchaus befriedigende, und cS besteht volle Einmüthigkeil im Bestreben nach Erhaltung des Friedens, »essen Bedürfniß wir Alle empsinden. Es wird die unwandelbare Aufgabe der Regierung bleiben, unter Wahrung der Einheit und Machtstellung deS Reiches, allen meinen Ländern und Volkern gleiche Pflege ihrer geistigen und wirthschaft-lichen Interessen zu Theil werden zu lassen. Die Unterstützung dieser Bestrebungen kann ich von ihne.i um so sicherer erhoffen, als durch die Theilnahme der Vertreter aller meiner Völker an den versassungSmätsigen Arbeiten jede ein-seitige Behandlung der Ihrer Erwägung anver-trauten Fragen ausgeschlossen erscheint. Mögen Sie dabei von jenem Geiste der Mässigung ge-leitet sein, der die sicherste Bürgschaft «sprieß-licher Thätigkeit bietet, von jenem Geiste ge-«auer, strenger aber sachlicher Prüfung, weicher allein geeignet ist, durch ruhige, stetige Fort-dilvung der Gesetzgebung Erfolge zu erzielen, und den versassungSmässigen Einrichtungen blei-denden Werth zu sichern. Der Segen de» All-mächtigen geleite Sie bei ihren Arbeiten!" Locates und Srovinciases. Cilli, 26. Eeptembcr fZusammetZkunft der Deutsch-Nationalen in S t e i e r m a 5 5.1 All alle Deuisch-Nationalen in Steiermark werden soeben Einladungen zu einer „geselligen Zusammenkunft von Gesinnungsgenossen" versendet. Tie Zu-sammenkunst findet S o n n t a g den 4. Oc»o> der in Mürzzuschlag statt. Dieselbe ist bestimmt, ein gemeinsames Vorgehen aller Deulsch-Naliona-len in ganz Steiermark anzubahnen, die zu tiefem Behufe zunächst in engere persönliche Beziehungen zu einander treten. sDie Beamtenernennungen im U n t e r l a n d e.j Mit schwerem Herzen sieht das untersteirische Bürgerthum sich die Slave» nifirung der Gericht« im KreisgerichtS'prcngel Cilli vollzithen. Der Slovenm von jenseits der Save werden hier immer mehr, während deutsche Beamte, wenn sie auch daS slovenische Idiom mehr als genügend beherrschen und einen weit höheren Grad von Befähigung be-sitzen — in deuksche Gegenden versetzt werden. Tie Rathskammer des hiesigen KreisgerichteS ist nahezu slovenisirt, einzelne Bezirksgerichte schon ganz mit slavischen Kräften besetzt. Die envarlelen Ernennungen werden wieder gegen , den Sinn des BürgerlhumS gerichtet sein. So soll ein ultra radicaler Krainer (Dr. Dolenc) für Cilli in Aussicht genommen sein. Der Lei-ler des Justizministeriums, ein alter Tscheche — der Personalreserent, ein begeisterter Slovene — da läßt sich nicht erwarten, daß dem wahren Gleichderechtigungsgedanken hier sein Recht werde. Man glaube übrigens nicht, daß die Triumphe unserer Gegner — einiger eingewandert« Advocaten und ihrer Schreiber — nicht werden gebührend quittirt werden. Die Tonart zur Antwort für derartige Thaten ist bereits erfunden. sS ch w u r g e r i ch t s f e f s i o n.j In der nächsten Schwurgerichtssession kommen nicht weniger als 30 Schwurgerichtsfälle zur Aus- .Deutsche V«cht." tragung. Von allen Gerichtshöfen deS ganzen OberlandeSgerichtssprengelS dürste der Eillier Gerichtshof die größte Anzahl von Schwur-gerichtSverhnndlungen haben. fCillier Gymnasium> Das hier-ortige Gymnasium zählt Heuer 394 Schüler: davon entfallen auf den Vorbereitungscurs 48. sTheater« Eröffnung.^ Di« Er« Öffnung unseres neuen StadttheaterS findet am 18. October d. I. mit einer Dilettanten-Vor-stkllung statt. Gegeben wird, wie wir bereits meldeten : „Ein deutscher Krieger" von Bauern-feld. DaS Erträgniß dieser Festvorstellung wird zur Complettirung der Bühneneinrichlung ver-wende«. Die Preise sind erhöht. Der Verkauf der Logen. Fauteuils und Sperrsitze findet! am l. October in der Papierhandlung Johann Rakusch statt. Vormerkungen werden keine enl-gegengenommen. DaS Interesse für diesen Fest-abend ist gegenwärtig schon ganz ungewöhnlich lebhaft, was um so erklärlicher erscheint, als unsere Stadt seit siebzig Jahren eine ähnliche ErössnungS-Feier nicht beging. fC o n c e r t°S o i r v e.] Die Eillier Mu> sikvereinscapelle veranstaltet morgen Sonntag im Gartensalon deS Hotels „goldener Löwe" eine Concert-S»ir5e mit sehr gewähltem Pro-gramm. Der Beginn ist um 7 Uhr Abends. [E i i c u 3 Ä a i n d I.] Gestern fand zu m Vortheile der kleinen Künstler Marietta, Charles und Amelie eine „Grand-Galla-Vorstellung" mit neuem Programme statt. Di« tanzkundigen jungen Beneficianten führlen ein Grand-Pot-pourri exact aus. Den Schluß bildete wie ge-wohnlich eine komische Pantomime. Dießmal gelangte Pirot, Pächter und Lucifer zur Auf-führung. sU n t e r st e i r i s ch e B ä d e r.j In der steiermärkischen Landescuranstalt Rohitsch-Sau-erbrunn find in der nunmehr abgeschlossenen Saison 2296 Personen zum Curgebrauche ein-getroffen. sDie Lehrer von St. Margare-t h e n a. d. P ö s s n i tzj müssen eine gute deutsche Lehrmethode haben. Ein Schüler, wel-cher bei ihnen volle acht Jahre deutsch lernte, mußte bei der Aufnahmsprüfung am Macbur-ger Gymnasium „wegen Unkenntniß der deut-schen Sprache" zurückgewiesen werden. Anstatt aber daraus auf die Nothwendigkeit der Slo-vtlttfikLIg deS Gym«a^'»«>S zu schließen, wie neulich die deutsch.' ^l»v^..'?nvost gethan hat. würde e« weit eher angezeigt snil, b>t putsche Lehrmethode in St. Margarethen zu pru,ei> und den Fall näher zu untersuchen, wie so eS kommt, daß die Schüler daselbst in acht Jahren noch nicht einmal genug deutsch erlernen, um eine leichte AufnahmSprüfung bestehen zu können. sD i e U e b e r f ü l l u n g des hiesigen Arr esteSj hat es nöthig gemacht, am 25. d. M. sieben Sträflinge, welle eine längere Kerkerstrafe abzubüßen haben in die Strafanstalt Karlau bei Graz zu überführen. Vier weibliche Sträflinge gehen an die Strafanstalt Vigaun und 15 männliche Sträflinge an das Bezirks-Gericht Windisch-Graz ab. (Ein ganzes Dorf abgebrann t.j Ueber dem. von uns bereits gemeldeten großen Megounitzer Brand liegen nunmebr bestimmte Nachrichten vor. ES ist nahezu das ganze, auS zwanzig Häusern bestehende Dorf abgebrannt. IS (Habenfeuer.] Am 18. d. brannten die Wohn- und WirlhschastSgebäude deS Grund-besitzerS Josef GolloS in Verh vollständig nie-der. Der Schade ist umso erheblicher, als erst-lich alle eben geernteten Futter- und Getreide-vorräthe mit verbrannten, und di« Besitzung über-dieß nicht versichert war. e r b r ü h t.) Am 20. d. fiel der vier-jährige Josef Lach in Wengust in einem unbe« wachten Augenblicke in den mit siedender Lauge gefüllten Kupferkessel. Das arme Kind wurde derart verbrannt, daß es bis zur Unkenntlich-feit entstellt ist und wenig« Tage darnach starb. 7 Die Htegionatausstessung in Marburg. Marburg. den 25. September. Wenn man bedenkt, unter wie schwierigen Verhältnissen die Idee einer RegionalauSstel-lung in Marburg ihrer Verwirklichung entge» genging, so muß man sich deS Zustandekom-menS umsomehr freuen. Die von der hiesigen Filiale der steiermärkischen LandwirthschastSge-sellschaft vor einigen Monaten angeregte Idee fand zwar rasch allseitigen Anklang, bald war auch ein rühriges AuSstellungscomitv beisammen, aber bald kauchte eine große Schwierigkeit au» den verschiedenen, eine solche Unternehmung be-rü genden Fragen aus; eS erhob sich die Geld-frage. Diese erwieS sich als schier unüberwind« lich, wenn man die Ausstellung in eigens dazu zu erbauenden Räumlichkeiten unterbringen wollte, wie das Comil« beabsichtigte. Die vor-handeneu Geldmittel waren zu gering und auf das Erträgniß war nicht zu rechnen, weil eS kum je die Summe ver Auslagen erreicht hätte, besonders wenn die Ausstellung vom Wetter nicht begünstigt ist. So sah eS also noch bis vor Kurzem aus. als ob die schöne Idee ein todt geborneS Kind wäre und man sprach nur mehr wenig von der Ausstellung. Schließ-lich siegte aber doch die Energie. Man fing an zu erwägen, ob denn die Räumlichkeiten der Götz'schen Bierhalle, weite ja schon so oft zu Ausstellungszwecken gedient hatten, nicht genügend wären für die geplante Ausstellung, und in der That, man muß heute anerkennen, daß es das Eomitä verstand-n hat, die verhält-nißmässig beschränkten Räumlichkeiten auf daS Bifte auszunützen. In rühriger Weise ging daS Comite an seine keineswegs leichte Arbeit und man muß sagen, es Hai seine Aufgabe wirklich glänzend gelöst. Die Ausstellungsräume bergen eine Fülle von AuSstelluiizsobjecten, welche in so zweckmäßiger Weise ausgestellt sind, daß jedes einzelne so gut zur Geltung kommt, als «S eben di« eigentlich nicht für Ausstellungen bestimmten Räumlichkeiten gestatten. Das Gelingen de» ganzen Unternehmens ist ein, für unsere Stadt ungemein erfreuliches Zeichen und zeigt wieder so recht, was Einigkeit. Energi« und zielbe-wußtes Vorgehen selbst unter bedeutenden Schwierigkeiten zu erreichen im Stande sind. Nach diesen einleitenden Worten, welche ge-wissermassen die Vorgeschichte der Ausstellung skizziren, wollen wir einen Rundgang durch die AußstellungSräume machen. ES ist der Vortag der Ausstellung und so wird denn all-üb«.»!' noch emsig geklopft, genagelt und ge° stellt. Com»^s>itslieder mit SituationSplänen bewaffnet, drängen durch daS Gewühle von Kisten. Körben. Ausstellern iiitf .Ausstellung». Objecten, um dort wo e» nöthig ist orol"»d e,n-zugreisen. ^ Die Aussteller selbst suchen ihre Object« möglichst vortheilhaft zu postiren und es muß lobend erwähnt werden, daß so ziemlich alle mit ihren Sachen rechtzeitig zur Stelle waren, so daß morgen die Eröffnung nicht nur offiziell, sondern auch in der That vor sich gehen kann, was bisher nicht von jeder Ausstellung zu sagen ist. In den meisten Ausstellungsräumen herrscht sonst am Tag« der Eröffnung noch ein ziemlich unentwirrbares Chaos, welches sich erst nach und nach lichtet. Dießmal aber beeilen sich die Aussteller; da wir die Räume durchgehen, legen sie eben di« letze Hand an'S Werk, so daß e» un» auch schon iröglich ist, eine entsprechende Uebersicht über daS Ganze zu ge-winnen. Wenn wir den großen Saal betreten, so fällt uns alsbals die imposante Ausstellung der Marburger Obst- und Weinbauschule in die Augen, an die sich dann die Gruppen der übn» gen Marburger Schulen anreihen. Es ist höchst anerkennenswerth, daß sich die Schulen an der Ausstellung betheiligen und daß man ihnen schöne Räume anweist, jedoch dünkt un», hätte man unserer gewerblichen Industrie mehr Spiel-räum gewähren können, da dieselbe gegenwärtig in der Ausstellung nicht recht zur Entfallung kommt. Allerdings ist der Grundcharakler der AuSft-l-lung ein tandwirthschaftlicher, dennoch hätte mau b dem Gewerbe vielleicht mehr Raum gönnen können, als der Schule. Dem Gewerbe sind der rückwärtige Theil des großen Sa >leS, sowie die anstoßenden zwei kleineren Localitäten gewidmet. Wir finden hier sowohl das Kleingewerbe, als auch die Groß-Industrie z. B. in Glas- und Metallwaaren vertreten, ebenso das Kunstgewebe, zu denen wir die ausgestellten Holzschnitzwaaren und Photographien zählen In dem kleinen Saale ist auch die reich ausgestattete Ausstellungslot-terie untergebracht. Wir kommen nun in den Garten und auf die Veranda, welche Haupt-sächlich Festzwecken zu dienen hat. Hier ist der EmpsangspaviUon ausgestellt, hier wird die Eröffnungseier. hier werden die Concerte wäh-rend der Ausstellung abgehalten. Der übrig bleibende Raum wird von ausgestellten Blumen, Hafnerwaaren, Hölzern des Bachergebirges, sowie einer Collectiv» Korbweidenculiur occupirt. Durch daS rückwärtige Thor passiren wir die gelun-gen maSkirte Faßpicherei der Götz'schen Braue-rei und gelangen in den Raum, den zum groß-ten Theile der Marburger Geflügelzuchwerein mit seiner Ausstellung einnimmt. Daneben finden wir reichhaltige Sortimente der verschiedensten Obstsorten, sowie Spirituosen. Weine, Sämereien, Käsereiproducte und Veterinärpräparate von verschiedenen Ausstellern aus Marburg und Untersteinmark. Daneben, ^egen di« Goethe-straße zuist derR^um für die ziemlich zahlreich ausgestellten landwinhfchaftlichen Maschinen, unter denen wir auch die neuesten Utenfilien für die Bienenzucht finden. Mehrere Aquarien und die Kosthalle. die ein beliebtes Rastplätzchen der Ausstellungsbe-sucher zu werden ve'spricht, schliessen diesen Theil der Ausstellung ab. Das zur Ausstellung ge-langende Rindvieh, sowie die Pferde, werden in der eigens dazu adaptirten Elisabethstraße, welche während der Dauer der Ausstellung abgesperrt wird, aufgestellt. — Tie Dauer der Ausstellung ist vom 26. bis 30. Sep-tember anberaumt u. z. mit folgendem Pro-gramm: Samstag, den 26. September 10 Uhr Vormittag : feierliche Eröffnung der Ausstellung durch den Präsidenten der steiermärkischen Land-wirthichaftsgesellschaft. Montag, den 28. September : Werbeausstellung. DienStag. den 29. September: Hornvieh- und Schweineausstellung. Mittwoch, den 30. September: 4 Uhr Nach-mittag feierliche PreiSvertheilung und Schluß der Ausstellung. • » * Der Catalog der Ausstellung unif^f'^8 Nummern mit den Na-nen eheü^vieler AuS-steller. Die Ausstel^ ^«faül nach den Arten der ausgest-'^j, Objecte in vier Gruppen. Di« Grurw^ umfaßt Pferde, Hornvieh und Schweine, Tkstügel. 1. Hühner, 2. Wassergeflügel, diverse Tauben. In Gruppe II gelangen die Producte des Odst-, Wein- und Gartenbaues zur Auf-stellunci. Sie enthält außerdem Weine und Brannt-weine, forstwirthschaftliche Producte, Bienen-zucht und landwirthschastliche Maschinen. Gruppe III umfaßt Industrie und Gewerbe und Gruppe IV die Schulen. Der Natur der Ausstellung entsprechend, liegt das Schwergewicht der Bedeu-tung dieser Ausstellung in Gruppe I und II. Beide zusammen umfassen allein 221 Wummern. Darin sind die bedeutendsten Vertreter der land-wirthschaftlichen Produktion in den Bezirks-Hauptmannschaften Marburg und Windischgraz mit einer abwechslungsreichen Fülle von AuS-stellungSobjecten vertreten, welche von der Er-giebigkeit und ProductionSkraft dieser Bezirke Zeugniß ablegen. * * * Die Eröffnung der Aegional-Auskel» lung in Marburg. Marburg, 26. September >885. Heute Vormittag um lO Uhr versammelte sich das gesammte Ausstellungs-Comitö, an der Spitze der kaiserliche Rath Mulle und der Direktor der Weinbauschule Herr Kalmanu und erwartete die, aus Graz eingetroffenen Festgäste, den Präsidenten der LandwirthschaftSgesellschaft SRnrnn £RnAhinntnn_ K». ftrfflleii! den Statt- „Z>n»tsch« Macht. Halter Baron Kübrck, den Herrn LandeShaupt-mann Grasen Wurmbrand, denen sich Se. Ex-cellenz unser Fürstbischof, der Vertreter der Be» zirkshauptmannschast, der B.zirkSvertretung und der Bürgermeister Dr. F«rd. Duchatsch anschlo-ßen. Auch der Secretär der LandwirthschastS-gesellschast Herr Müller, sowie der Präsident der Handelskammer Herr Kranz waren anwe-send. Als sich sämmtliche Gäste in dem, mit den Büsten des Kaiserpaares geschmückten Pa-villon versammelt hatten, eröffnete unsere ein-heimische Regimentsmusik die Eröffnungsfeier-lichkeit mit einer Ouverture, nach deren Schluß Freiherr v. Washington die Rednerbühne be-stieg, um die Eröffnungsrede zu halten. Mit beredten Worten drückte er seine leb-haste Freude darüber aus, deß ihm das ehren-volle Amt zugefallen sei, die Marburger Re-gional-AuSstellung zu eröffnen, welche nur durch die seltene Opferwilligkeit der betheiligten Kreise, so besonder» der Landesregierung, der Land-wirtHschastS-Gesellschaft, der Marburger Bezirksvertretung, der Marburger Stadtgemeinde, des rührigen AuSstellungscomitves, wie nicht minder der zahlreich?», Aussteller zu Stande gekommen fei. „Ohne Aussteller keine Ausstellung", be-tonte der Redner mit Recht. „Und so erkläre ich die Regional-Ausstellung für eröffnet mit dem Losungsworte: Vorwärts, vorwärts auf dem Gebiete der Landwirthschaft, der Industrie und des Gewerbes!* Hierauf dankte noch der Bürgermeister in kurzen Worten, allen betheiligten Kreisen für ihre aufopferungsvolle Thätigkeit, sowie den Festgästen sür ihr freundliches Erscheinen, wor-auf die fremden Gäste den Statthalter und Landeshauptmann an der Spitze an die eingehende Besichtigung der Ausstellung schritten. Ueberall zeigten dieselben da« regste Interesse für die ausgestellten Objecte und mancher anwesende Ausstell ?r wurde mit freundlichen Worten der Anerkennung beehrt. Die Besichtigung dauerte bis 12 Uhr. worauf die Herren noch eingeladen wurden, die Räumlich?«-len deS Götz'schen Brauerei-Etablissements zu besichtigen, welche Einladung sie freundlichst annahmen. Herr Thomas Götz übernahm per-sönlich die Führung der hohen Gäste, die sich über die zweckmäßigen und theilweise großartigen Anlagen in höchst lobender Weise äußerten. Die herrschende Feststimmung wurde leide: von Jupiter Pluvius «in.iaering^e.l deeinträch-tigt, nicht^^.z^en'lger ist ein großer Theil der beflaggt und die Ausstellung sehr zahl-reich besucht. Auch die Kosthalle fand bereits lebhaften Zuspruch. Morgen Sonntag steht wohl der Hauptbesuch der Ausstellung zu erwarten, wenn auch das Wetter einigermassen günstig ist. ES wäre wirklich schade, wenn der Himmel dem schönen Unternehmen einen Streich spielen würde. AMsi-irtWasttich-s. sD i e ReblauS.^ Die niederösterrei-chische Statthalter« veröffentlicht folgende Bekanntmachung : „In der Gemeinde GumpoldS» kirchen, politischer Bezirk Baden, wurde in einem Weingarten das Vorhandensein der Reblaus (Phylloiera vastatrix) constatirt. In Folg« dessen wird in Gemäßheit deS Gesetzes vom 3. April 18.5 die Ausfuhr von Reben, dann von Pflan-zen, Pflanzentheilen und anderen Gegenständen, di« als Träger des JnsecteS bekannt sind, aus dem ganzen Gebiete der Gemeinde GumpoldS-kirchen hiemit verboten, was zur strengsten Da» nachachtung verlautbart wird." — Die Weinproducenten GumpoldSkirchens werden von dieser Calamität, die si« gerade zu Beginn der Ernte ereilt. Inder schwer betroffen werden. Aber auch noch aus anderen Weingegenden lan-gen Nachrichten über daS Auftreten dieses Re-denschädlingS ein. Nach aus Eonstantinopel eingtlangten Nachrichten ist in mehreren, auf der asiatischen Seite nächst Eonstantinopel gele-genen Ortschaften auf einem Gebiete von etwa 34 Hectaren das Auftreten der Reblaus con-statirt worden; die türkische Regierung hat Maßregeln zur thunlichsten Verhinderung der Verlcklevvuna des SckädlinaS auS den er- 1885 krankten Weinpflanzungtn ergriffen. Diese Maß-nahmen bestehen im Wesentlichen darin, daß die Ausfuhr von Weinstöcken, Früchten und an-deren Trägern der Jnfection aus, den von "er ReblauS heimgesuchten Weinbau,gebieten streng« untersagt worden ist. Weitere Nachrichten von dem Vorkommen der Phylloxera in Smyrna und Dedeagaisch haben keine Bestätigung ge-funden. sR u s s i s ch e Z o l l e r h ö h u n g.] Wie russische Blätter melden, beabsichtigt die russisch« Regierung eine weitere Erhöhung deS Zolles für Roheisen, Gußeisen und Erze, weil die legt« Erhöhung der ausländischen Concurrenz gegenüber sich nicht wirksam genug erwiesen ha». sDer oberkrainifche Biene», züchter Herr Michael Ambrozic] in Mojstrana erhielt bei der Budapester allge-meinen Ausstellung die „große" Preismedaill«. sH o p f e n - M a r k tbe r i ch t.j Nürnberg, 24. Sept. 1885. Der heutige Markt, welcher mit sehr ruhiger Stimmung begann, weist ein« Zufuhr von ca. 1400 Ballen auf. Der Handel erstreckte sich vorzugsweise auf Markthopfen und auch theilweise auf Aischgründer, wobei sich ein Umsatz von ca. 1300 Ballen h«rausstellte. Gesucht sind noch immer bessere Sorten, wäh-rend die zum Markte gebrachten geringen zum Theile gar schlechten Hopsen zu gedrückten Preisen abgingen. Schlußftimmung: „man". Es notiren: Markthopfen prima M. 45—50, Markthopfen Mittel M. 35—45, Markthopfen geringe M. 30—35, Hallertauer M. 45—55, Aischgründer M. 38—43, Badisch« M. 45—55, Württemberg« M. 48—60. AuSstichhopfen erzielte einige Mark mehr. (Markt-rur»s»«itt«preise.) Zm Monate August kostete der Hektoliter Weizen auf hiesigem Plaj« durchschnittlich st. 7.32 Korn st. o.37, Gerste fl. 4.— Haser fl. 8,58, Kukuruz fl. 5.20, Hirse fl. 5.—, Haiden fl. 5.2J, Erdäpfel st. 2.50 100 KUoaramm Hei» kosteten st 1.80, Kornlagerstroh fl. 1.80, Weizenlaqerstroh fl. 1.52. Streu-stroh fl. 1.—. Öin Kilogramm Rindfleisch < ohn« Z«. wage kostete 50—52 tr.. Kalbfleisch 56—SO lr.. Schwein -fleisch 5orf Sch.-W. 2675 fl. am 12. October. B.-G. Oberburg. — Der Therese Dortnik in Cerno-ciSe Sch.'W. 4250 fl. 88 kr. am 1. October B.-G. Rohitsch. — Des Mathia und der Ma-ria Berghau« Urb.-Nr. 80, Berg-Nr. 134, IN und 137 ad Obrohitsch. Sch.-W. 5753 fl., am 1. October. B.-G. Rohitsch. Erinnerung««. Verlass«nschaftsgläu-biger-Einberufung nach Johann Pofcharnik, Grundbesitzer in Tragulsch. Tagsatzung am 14. October. B.-G. Marburg l. D. U. WM -------»IltKlUrli" ----- bestes Tisch- und vMimM erprobt bei Husten, HaJskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrti. Heinrich Mattoni, Karlsbad und Wien. * __ l 1885 p-«ts4- ZS-cht. Course der Miener ASrse vom 26. September 1885. •«Ibrente..........109.20 kmb-itliche Staatsschuld in Ro eil . 81.95 in Silber . 82.50 Mür^rente 5°/, 98.70 vankactien........... 865.— Kredilactien.......... 283.20 London . . wista........125.50 Napoleond'or.......... 9.93 L t Münzducalen........ 5.93 löü Reichsmark.........61.65 Pränumeratiolls-Einladung. Mit 1. October 1885 eröffnen wir ein »nies Abonnement auf di« „Teutsche Wacht" und machen hiezu die ergebenste Einladung. Tie geehrten Abonnenten werden dringend ersucht, die PrSnumeration ehestens vorzunehmen, damit in der Zusendung des Blattes keine ßtörung eintritt. DaS Abonnement beträgt für Eilli mit Zvstellung monatlich 55 kr.» vierteljährig fl. 1.50, wlbjährig fl. 3.— ; für Auswärts mit Postver-seadung vierteljährig fl. 1.60, halbjährig fl. 3.20 Inserate finden bei der stets steigenden Auflage unseres vlaitc» die weiteste Verbreitung und werden billigst berechnet. Hochachtungsvollst Dir Administration der „Deutschen Wacht". ^a-iir-Ord-rrajag' G i I t i u v o m 1. «X U u i Trlest—WIid. Cxnrirxug Nr 1, Ankunti Cilli ' Uhr 57 Min. Nacht*. Abluhrt > 1 > 5H . Anschluss Prageihof, Eilzug Nr. 202. ab 3 Uhr 35 Min. Frfln. , Marburg — Bhmr Nr. 3. Ankunft Cilli 1 Clir 18 Min. Mittags. Abfahrt , 1 . 20 , Aiwchlus» Pragerhof — , Marburg Postzug Nr. 40<>, ab 3 Uhr Nachm. Po«txuc Nr. 7, Ankunft Cilli 5 Uhr 37 Min. Abends. Abfahrt » 5 , 42 , » in*chlu*H Pragerhof Pust*. 206ab 8 Uhr 10 Min. Abend». , Marburg — Pottiug Nr. 9. Ankunft Cilli 3 Chr 3 Min. Früh. Abfahrt >3,8, » AnschlugPragerhof, Puati. 204. ab!' Uhr 35 Min. Vorm , Marburg, »» 404, , 9 . 15 » » 8rtuD Zimmern, 1 grossen, schönen Keller, '/« Joch Obstgarten, auf einer schönen Anlage, dicht bei den Gewerkschaften in Lie-boje bei Cilli, wird um den sehr billigen Preis von H. 1200, unter Mitgabe der Wirthshaus-Concession verkauft. — Reflectanten wollen sich gefälligst an Johann Mordai in Koflach (Steiermark) wenden. IjelirJiiiifte, der genügende Scbnlkenntnisse besitzt, beider Landessprachen mächtig. 13—14 Jahr« alt, wird sofort accep-tirt, bei Herrn aloliMtiit l'untarsrhet. Ge- inisehtwaaren-Hundlung. Wind.- Graz. liSO-2 JACOB HELLER Blkwi SAAZ, Bikui t>02-10 empfiehlt seine bewährten Dienste zum comniissions-weisen Ein- und Verkanf aller Sorten in- und ausländischen Hopfens Schwefelei und Paeklocalitäten stehen in meinem eigenen Hause zur Verfügung. in Marburg, in Hera Thomas Götz' Lulln. Samstag den 26. September 1885 um 10 Uhr Vormittags: Feierliche Eröffnung der Ausstellung durch den Präsidenten der steiermärkisclien Landwirthschasts- Q-esellschaft Kachmittags von 3 bis 7 Uhr: GARTEN-CONCERT der Musikkapelle des k. k. Infanterie-Regimentes Freiherr von Beck Nr. 47, unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters J. F. Wagner. Sonntag den 27. September. Nachmittans von 3 bis 7 Uhr: €1 arten-Concert von der Südbahn-Werkstätten-Musikkapelle, unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Johann Handl. Montag den 28 September. Beginn 9 Uhr: Pferde-Ausstellung Preisvertheilung um 4 Uhr Nachmittags. Dienstag d n 29. September, Beginn 9 Uhr Vormittags: Rinde r-Ausstellung Preisvertheilung um 4 Uhr Nachmittags. Mittwoch den 30. September: Schluss der Ausstellung, Feierliche Preisvertheihng uut 4 (Jlir StM'limlfswip*. Nachmittags von 3 bis 7 Uhr: GARTEN-CONCERT der Musikkapelle des k. k. Infanterie-Regimentes Freiherr von Beck Nr. 47, unter persönlicher Leitung ihres Kapellmeisters Herrn J. F. Wagner. Die Ausstellung ist täglich von 9 "bis 6 Uhr Abends geöffnet E IV TR l': 1£; Samstag den 20. Sept. für den ganzen Tag und Mittwoch Nachmittag 30 kr, die übrigen Tage 20 kr. pr. Person. — Kinder und Militär vom Feldwebel abwärts die Hälfte. 10 „Deutscht Wacht. 1885 >VxS . -\Tr /x v^1 /SteirX <&> »Ui; i iuij uunu , St bezieh«! bei d„. flerTto TRACS t STIG& FKAM ZAXGGEE, ]. WELMK tnd tllti rtnnnirtti ßudlligil ii Cilli iri wjtimjf. 155-2-1 Hopfen-, Coraissn- wi Spsflitions-Geschäft ia KioaniJurkl. Nürnberg, im KrtD«iurU empfiehlt oiclt »>»m Verkauf und Einkauf von Hopfen »owl« *ur ErttiGilniii von sebrisülelißn ui klemMM» Marktberichten. Savhkuttriige. rrrttf ItrrHrmtitfj. (J«schäst8-TiOC:ilitiit'ii: Hauptlager am Hopsenmarkt. Das grosse Bettfedern-Lager William Lübeck ia Altona vi"r •mli.'t zollfrei gegen Nachnahme (nicht unler 10 Pfand ' gute » >u« Bettfeöem tiir 60 kr. du - Pfund vorzüglich gute Borte .... 75 „ Prima Halbdaunen.....L— fl. nnd fl. 1.20 «ins Pfund. Bei Abnahme von 50 Pfnnct 5" Rabatt. Philipp Haas & SöhneI 279-37 GRAZ, Henwasse, Landhaus, empfehlen ihr reichhaltig sorlirtes I^ager neuester T apeten nebst allen dazu gehörigen Deco-rations-Gegenständen für Wände | uud Plafonds, wie aucli alle Sorten gemalter Fenster-Rouleaux zu streng reellen Fabrikspreisen. Ta$»etm-Hu* trr karten »erden auf Wonach gesandt. Kostentlber-schlige nach Bekanntgab« der Dimensionen bereitwilligst. Allgemeine gewerbliche JortVildungsschute in Cilli »«»»»«^Kundmachung. Die Aufnahme der Schüler findet Sonntag, den 27. September Hi rul .. von 0 12 Ubr Vormittag und von 2—4 Ukr Nacikmittaq !»I Mi in der Schulkauzlel statt. W ^ Auf Grund des ^ 100 des Gesetzes vom 8. März l. I. s)lt. 22 R. (9. 25. M [Hi werden die Herren Inhaber von Fabriken und Gewerben hiermit aufgefordert, A M strenge darüber zu wachen, daß ihre Lehrlinge am besagten Tage vorschriftsmäßig W LJ sich zur Einschreibung melden und dem Unterrichte in, Laufe des Schuljahres auch li fü' regelmäßig beiwohnen. U L J Gehilfen (Gesellen) ist der Besuch des Unterrichtes in den einzelnen Lehr> »V gcgeuständen gestattet. W »« Die ^'ehr- und Stundenpläne liegen in der Schnlkanzlei aus. « Lchulausschujj der gewerblichen Fortbildungsschule Cilli, am 23. Sept. 18*5, II Ter Cbmann: w kaiserl. Ratk Dr. Neetermann Iv. p- ImiAister vanl!. M**i<> Eheweib Maria Haas litt «hon mehrere Jahre an Magenkrtfnipfen derart, da»» sie fast nichts mehr essen konnte und grosse Schmerzen erleiden misst», auch durch fortwährende« Kibrechen so von Krüsten kam, dass sie listtlegerig wurde. — l>a so viele angewendeten Mittel nichts geholfen hatten, gebrauchte sie zuletzt da» Breslauer TJniversum und dieses bewirkte schon beim Gebrauch d«-s ersten Fl&schcheiu, dass die Magettlurämpfe gau aufhörten und beim »weiten Fläschelien, dass >!« ohn« Beschwerde Alles essen konnte und di.» verlorenen Kraft« zurückkehrten. Ich danke daher Üott dem Allmächtigen, der dem Brea-Intier Inivers um solche Heilkraft gegeben hat, und nächstdem dem Erfinder dies» Mittels, Herrn Oscar Slibetatein in B r e a 1 a ü, von ganzem Herzen. Johann Hans in Elsenau Pfarre Schiffern, in Steiermark. das wirksamste nnd bewährteste Mittel znr griimlllelien Reinigung des Blutes und der Säst einnsse. hellt langwierige, veraltete, tief eingewurzelte Krankheiten aller Art Melmell null nlrhrr. AM- Die veröffentlichten zahlreichen Dunkaaasiinifoii von Geheilten bekunden die unübertreffliche iiberrnschende Wirkung dieses Mittels. "W Das Ifri'sleitH'»' f 0H t'4'fxnii* ist per Flasche zu 2 fl. zum Gebrauche auf 6 Wochen ausreichend, nebst Gebrauchs-Anweisung OCht zu haben: In <'1111 bei J. HupftTM'lllllifl. Apotheker, 8 llreülauer Universum in Deutech-l,andsberg •ei II. .Müller. Apoth. „ Feldhach bei ,I«s König, Ap. „ ►'riesach bei A. Kuppert, Ap, „ Frohnteitcii bei V. Ulumauer, „ Fürstenfeld bei A. Schröckenfux Ap. „ Gonohitr. bei J. Pospischil, Ap. „ Graz bei U. Stuhl inger. Ap. „ Klugrnl'urt bei \V. Tliurnwald. Ap. itiLeibnitz bei Othniar Kusaheiin, Ap. „ Marburg a. Drau bei W. A, König, Ap. ,. Neumarktl i. öteierm. bei Otto Maljr, Ap, „ Pettau bei Hugu Eliuseh. Ap. „ Rottenmann bei Franz Moro Ap. Tarvia bei Joh. Siegel. Ap. r, Villach bei Friedrich Schnlz, Ap. „ Weix bei C. .Maly, Ap. Franz Christoph's geruchlos, sofort trocknend nnd dauerhaft. Eignet sich durch seine practischen Eigenschaften und Einfachheit der Anwendung zum Selbst-Lackiren der Fussbödcii. — Zimmer in 2 Stunden wieder zu benutze». — Derselbe i»t in verschieden.» Farben (deckend wie Oel'arbe) und farblos (nur Glanz verleihend) vorräthig Musteranatriche und Gebrauchs-Anweisungen in den Niederlagen. Franz Christoph Niederlage für Cilli bei ILrtldeT lld »U«il>?«k Flbrikul dt3 ftkUl IoIm Walland. Pr.« ™d ■mi». «4 Die Möbel-Niederlage Graz, Franzensplatz Nr. 1 und 2 gc vIü-iV-tIn di>m LandMtlieater, empflehlt ihr grosse» Lager von eompleten Sehlsf- nnd (lpel»eil«mer-e»rnltureii ans Nn*»- nnd Eichenhol*. Salon-Kisten. Credenwm «i» nn : ohne Marmorplatten. Spiegeln, Karalessen. 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Sonntag 683-1 um 3 Uhr Nachmittags, zweite Vor- Stellung um 8 Uhr Abends In jeder anderes Programm. I. Vorstellung lil Morgen Montag: Letzte und Abschieds-Vorstellung. NB Ftir die Gunst und das Wohlwollen, welche» uns von Seiten der geehrten Bewohner von Cilli entgegengebracht wurde, nagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. und mit dem Versprechen, in unseren letzten Vorstellungen noch Alles aufzubieten um uns für die Wiederkehr ein gutes Andenken zu sichern, laden noch ergebcnst ein Familie tinlixll. P S Wer eine Forderung an mich zu haben glaubt, möge sich diesbezüglich heute oder längstens morgen Vormittag an mich wenden. Ergebenst ». 41. Hotel „goldener Löwe.4' Heute Sonntag den 27. September 1 « f fl der Cillier Musikvereins - Capelle. 682-1 Programm. l. 1 Elnzuje-Marech aas Tannhlnitr von R. Wagner. 2 Ouverture zur Operette „die schöne Ga- lathea v. Suppe. 3. Herbetblüthen Walzer von Farbach junior. 4. Variationen Nr 2 für die Flöte von Strcbinger, 5. „Die Tr&ttmerin" Concert Polka von A. Leiter- mayer. C Erinnerung- an Hendeleobn grosse* Tongemälde. zusammengestellt an, deutschen Liedern von Haiuiue. II. 1. Hoch Zangger Marsch von G. Mayer. 2. Ouvertufre zu Wilhelm TelL 3. „Hut Dn mich lieb", Lied für Bassflügelhorn von Bohrn. 4. Charlotta-Walzer ane „Oasparone" von MillOcker. 5. Komischer Zapfenetreioh von Fahrbach sen. Beginn 7 Uhr. — Eintritt 25 kr. Scl^-örxe -A.@pfel jedes Quantum, kauft JOMEF H' £ »ll in Uraz ist soeben erschienen: DeuMnntimialer Kalender für Oesterreich auf das Jahr 1886. Geleitet von Carl W. Gawalowski. Mit Beiträgen von: H. Beheiner, F. Dahn. E. Fels. W. Fischer, A. Hagen, R. Hamerling. Or. Harpf, F. v. Hausegger, F. Kein, A. R. NaafT. A. Ohorn, W. Ressel, H. Swoboda Reich illustrirt. Stärke 10 Bogen. Gross-Octav. Prel» H