LMHer TnMiltt. Rcdaction und Expedition: Bahnhosgaffe Nr. 15. Nr. 218. 8WDW Montag,23. Seplember1878.—Morgen: Rupcrtus. iUMML 11. Zahl- dtit der Post: Ganzjähr.fl.12. z-igen bis 5 Zeilen 20 !r. o 3nserrionspreise: Ein- Zur Occupationsfrage. „Pesti Naplo" bringt einen Beitrag zur Geschichte der Occupation, woraus zu entnehmen ist, daß Fürst Bismarck dem Grafen Andrassy bemerkt haben soll: „Die Occupation Bosniens und der Herzegowina hätte bereits vor einem Jahre geschehen müssen, jetzt habe eine solche keinen Sinn mehr." Lord Beaconsfield soll derselben Ansicht gewesen sein wie Fürst Bismarck, und noch andere beim Berliner Kongresse betheiligte Diplomaten hätten dem auf der Maudatsertheilung bestehenden österreichischen Reichskanzler nur zu deutlich zu verstehen gegeben, daß die Occupationsfrage nicht auf der Tagesordnung des Kongresses stehe; nachdem jedoch Graf Andrassy die Drohung aussprach, daß er, falls ihm das Mandat verweigert würde, den Kongreß verlassen würde, so gab man ihm, was er verlangte. Der Vertreter Englands soll dem Verlangen Ausdruck gegeben haben, daß die Occupation nur auf Grund einer Convention mit der Türkei stattfiuden möge. Graf Andrassy soll schließlich die Occupation dringend empfohlen und betont haben: „man brauche zur Occupation nichts weiter, als ein Regiment, eine Musikbande und eine Fahne." Wie richtig die Profezeinng unseres Ministers des auswärtigen Amtes war, bezeugen die blutigen, verheerenden Tagesereignisse auf dem Occupationsschauplatze! In auswärtigen Blättern begegnen wir der Ansicht, daß die Occupation Bosniens und der Herzegowina nur im Zusammenwirken mit Serbien und Montenegro zur Thatsache werden könne; nur dann würde Oesterreich feinen Zweck erreichen, wenn Serbien und Montenegro den albanesischen Muselmanen den Weg verlegt. Der „Golos" schreibt: „Das Schicksal der österreichisch-ungarischen Unternehmung kann in günstigem Sinn uur in Belgrad uud in Cetinje entschieden werden. Einen anderen Ausweg gibt es nicht. Es ist doch unmöglich, die Mobilisierung und den Ausmarsch der ganzen österreichisch-ungarischen Armee zum Kampfe mit den Insurgenten der besetzten Provinzen zuzugestehen. In Wien muß man, weuu man zum Einvernehmen mit den slavischen Fürstenthümern entschlossen ist, vor allem erkennen, daß dasselbe nicht anders erreicht werden kann, als um den Preis ernster Concessionen nicht nur gegenüber den loyalen Bestrebungen der Serben und Montenegriner, sondern gegenüber allen Slaven der Balkan-Halbinsel. Die Mitwirkung der Fürsten Milan und Nikola an sich bedeutet noch wenig. Sie kann nnr in dem Fall die gewünschten Früchte tragen, wenn das ganze Balkan-Slaventhnm und dessen natürlicher Schutzherr, Rußland, sympathisch zum österreichisch-serbisch-montenegrinischen Bündnis stehen. Wenn die Wiener Regierung bereit ist, ihrer Orientpolitik einen Charakter zu verleihen, der eine solche Combination möglich macht, so wird ihren jetzigen Schwierigkeiten, ungeachtet aller Anstrengungen und aller Bosheit der Magyaren, bald ein Ende gesetzt werden. Die Sache bietet nichts, was sich der Verwirklichung entzöge, oder^auch nur besonders schwierig wäre. Es ist nur nothwendig, daß alle slavischen Elemente der Balkan-Halbinsel sactische Beweise dafür erhalten: Oesterreich werde hinfort ihre Verschmelzung zu einem starken politischen Körper, der sähig wäre, den Norden der Halbinsel gegen die Willkür der türkischen Macht und gegen den zersetzenden Einfluß englischer Jntrignen zu schützen, nicht mehr hinderlich sein. Wenn Oesterreich in diesem großen Werk als aufrichtiger und überzeugungstreuer Mitarbeiter Rußlands auftritt, wird sich ihm der Beistand Serbiens und Montenegros als werthvoll erweisen und sofort zu den gewünschten Resultaten führen. Im entgegengesetzten Falle wird die österreichische Regierung schwerlich einen solchen Beistand erlangen. Die Regierungen in Belgrad und Cetinje finden nicht ihre Rechnung darin, zur Monarchie der Habsburger in Vasallenbeziehungen M treten und Schleppenträger der antirussischen .Politik Andrassy's und Tisza's zu werden." Oesterreich-Ungarn ist an die geheimnisvolle, mitunter romantische und überraschende Politik des Grafen Andrassy bereits gewohnt, aber Oester-reich-Ungarn hält diese in dunkles Schweigen gehüllte Politik noch immer so gesund, daß sie ein Bündnis mit Serbien und Montenegro mit Entschiedenheit ablehnen wird. Die Kosten der Occupation. Ausländische Blätter beschäftigen sich bereits eingehend mit der Frage der Kosten der Occupa-tiou. Der „Nat.-Ztg." wird aus Wien geschrieben: „Die Berechnung, daß die Oeeupationsarmee täglich eine Million Gulden koste, ist zwar zu hoch gegriffen; denn die Ausgabe hält sich zwischen 600,000 und 700,000 Gulden — dies jetzt, im Winter allerdings mehr. Aber auch so ist die Last groß genug, zumal außer Frage steht, daß an eine Entlassung der Mannschaften vielleicht vor Mitte nächsten Sommers nicht gedacht werden kann. So macht man sich in Finanz- und militärischen Kreisen darauf gefaßt, daß die bloße militärische Bezwingung Bosniens und der Herzegowina uns nicht weniger denn 300 Millionen Gulden kosten wird. Dann käme erst die Ausgabe, das verwüstete Land wieder aufzurichten und eine Reihe von Anlagen nicht billigen Charakters zu unternehmen, falls man, das heißt Graf Andrassy, es nicht vorzieht — die beiden Provinzen wieder zu räumen. Alle Welt begreift, daß die Herstellung des Gleichgewichtes in den beiderseitigen Finanzen, an der in den letzten Jahren so rastlos gearbeitet wurde, und die in der That in Sicht stand, auf ungewisse Zeit als vertagt betrachtet werden muß — Grund genug zur Verstimmung, welcher das Weichen der Kurse der Staatswerthe hinlänglich Ausdruck gibt." Diese Korrespondenz berührt uur die Geldfrage. Wir jedoch halten auch noch eine andere, nicht minder wichtige Frage im Auge und diese ist — die Blutsteuer. Wie viele Menschenleben wird dieser unglückselige Kreuzzug noch JeuilleLon. Die Gesundheitspflege von heute. (Fortsetzung.) So wäre denn nach meiner Auffassung die Aufgabe der heutigen Gesundheitspflege: die Leistungsfähigkeit der Menschen zu erhöhen für körperliche und geistige Arbeit. Damit erweist die Hygieine ebenso dem Einzelnen einen Dienst, als dem Staat und der Gemeinde. Wodurch aber wird die Leistuugsfähigkeit erhöht? Alle Verrichtungen des Organismus, jede Function irgend eines seiner Organe beruhen auf dem regen und regelmäßigen Umsätze der Stoffe. Diesen zu beschirmen und vor Beeinträchtigung zu wahren, ist daher das Bestreben der heutigen Gesundheitspflege. Auf Grund dieser Thatsache war es mir bereits im Jahre 1854 vergönnt, als der erste die Definition aufzustellen: daß „Gesundheit" nichts anderes sei, als regelrechter Stoff- wechsel — und daß jede „Krankheit", oder richtiger jedes „Kranksein" (wie Wunderlich sagt) in nichts anderem bestehe, als in Störung des Stoffwechsels — welcher Erläuterung der Worte „Gesundheit" und „Krankheit" damals noch Zweifel begegnete, während ihr heute jeder Arzt zustimmt. Der Umsatz der Stoffe wird aber bedingt durch die Luft, welche wir eiuathmen, durch die Nahrung, welche wir zu uns nehmen, durch die Folgen der Arbeitsthätigkeit unserer Körperorgane. Jedes dieser drei Hilfsmittel muß dem Bedürfnisse des Organismus entsprechen, wenn der normale Vorgang gesichert sein soll. Und doch leben wir in vielfach normwidrigen Verhältnissen. Die großen Städte üben ihre Anziehungskraft in bedenklicher Weise und verringern Jahr um Jahr die Bewohnerschaft der Landgemeinden und kleineren Ortschaften, erhöhen damit die Summe der Kraukheits- und Todesfälle. Dicht zufammeu-georängt macht die städtische Bevölkerung sich den Raum streitig und die Luft, so daß jeder geuöthigt ist, Luft einzuathmen, welche er selber und welche auch seine Nachbarn schon mehrere male eingeathmet haben; die Nahrungswahl wird durch Zufall, Mode und Preis bestimmt; die regelmäßige Er-werbsthätigkeit nöthigt zur einseitigen Anstrengung, statt der möglichst allseitigen Arbeit. Mit einem Worte: die vorgeschrittene Civilisation erweist sich feindlich der Befriedigung unserer Naturbedürfnisse. Wir wollen um deswillen nicht in Rousseau'sche Träumereien verfallen und wollen nicht auf Kosten der Civilisation einen künstlichen Naturzustand empfehlen. Müßten wir doch zu Peter Franks Polizei-Hilfsmitteln zurückkehren und entweder mit despotischem Zwang oder dem sanfteren Zwang der Verlockung durch Steuerfreiheit die Erfüllung eines gegen den freien Willen der Einzelnen gerichteten Gebotes zu erreichen fucheu. Wir wollen uns aber bewußt bleiben, daß die geläuterte und gereifte Hygieine unserer Tage aus ihr Banner die Worte zu schreiben hat: „Civilisation und Naturbedürfnis." Wir wenden uns, um die Größe des Naturbedürfnisses zu erfahren, in jedem einzelnen Fall an die Physiologie. Wie die Rechtswissenschaft den Grad der persönlichen Freiheit zu ermessen dahinraffen? Wie viele tapfere Krieger werden siech, verkrüppelt und verstümmelt aus dem „gelobten" Lande in ihre Heimat zurückkehren? Manche Familie würde für ihren Sohn, der der Kriegstrompete folgen mußte und den Heldentod starb, Taufende und Taufende von Gulden geben für die Rückkehr des theueren Familiengliedes. Zu den Millionen Gulden, welche die Occupation in Anspruch nehmen wird, wollen wir noch jene Millionen Thränen zählen, die dieser „friedliche" Occnpationszug aus den Augen unzähliger Familien preßt. Auch die Kosten des vergossenen Blutes sind zu veranschlagen; dessen Werth ist wahrlich kein geringer! Vom Occupationsschauplatze. Der elektrische Draht brachte offizielle Meldung von der bereits erfolgten Pacification der Herzegowina. In offiziellen Kreisen scheint man bei Abfassung dieser Meldung übersehen zu haben, daß noch Klobuk, der stärkste Platz dieser Provinz, nicht in österreichischen Häudeu ist, und die Korjenici, der tapferste und kriegstüchtigste Stamm der Herzegowina, noch nicht unterjocht sind; auch das Gebiet jenseits des Oberlaufes der Narenta ist noch nicht pacisiciert, auch die Distrikte Foca, Tara und Liva müssen erst occupiert werden. Die Sachlage ist demnach heute uoch nicht derart, uni sich von allzu sanguinischen Gefühlen überwältigen zu lassen. Nach vorliegenden Berichten befand sich das Hauptquartier des Grafen Szapary am 2 Osten September morgens in Miricina und an demselben Tage abends in Dnboänica. Beide Orte liegen im Sprecathale nur noch anderthalb Meilen von dem Han Pirkovac entfernt, wo die Insurgenten, ebenso wie im August, Stellung genommen haben dürften. Die Aufständischen haben sich bisher überall ohne Kampf zurückgezogen, doch dürften sie bei Dolnja - Tuzla, dessen Zugänge sie gut verschanzt haben, Widerstand leisten. Von Prisrend aus haben sich 12,000 Mu-hamedaner, darunter reguläre Bataillone, zur Verstärkung der bosnischen Insurgenten in Bewegung gesetzt. Unsere Eclaireurs sind beim Han Pirkovac auf die Vorposten-Aufstellung der Insurgenten gestoßen. Man erwartet heiße Kämpfe vor Dolnja-Tuzl a, auf derselben Stelle, wo sich die Division Szapary am 9ten, 10. und 11. August geschlagen hat. Bei Grakova-Unka, im Bezirke Lapac, haben muhameoanische Insurgenten aus Kulen-Vakuf die kroatische Grenze überschritten, eine Menge Rindvieh, Schafe und Ziegen geraubt und nach Tödtung dreier Dorfbewohner sich nach Bosnien zurückgezogen. Man hörte in Priboj Kanonendonner. hat, welcher jedem einzelnen Staatsbürger zukommt, ohne daß seine Mitgenossen und der Staat dadurch beeinträchtigt werden, und wie hier die „gerichtliche Medizin" im Einzelfalle die Höhe der Schädigung oder der Überschreitung feststellt, so hat die Physiologie die Grenzen für den Spielraum des Naturbedürfnisses aufzuhellen, und die Hygieine soll nachweisen, wie diese Grenzen gewahrt werden. Gesundheitspflege uud gerichtliche Medizin machen die beiden Hälften der „Staatsarzneikunde" aus, deren Trennung sich im Verlaufe der vorigen Jahrhunderte allmälig vollzog und heute gefordert werden muß. Die gerichtliche Medizin liefert dem Richter die ihm mangelnde Fachkenntnis zur Erhellung des objektiven Thatbestandes; die öffentliche Gesundheitspflege gewährt dem Gesetzgeber die ihm mangelnde Kenntnis von dem Umfange des Naturbedürfmsses, welches den Staatsbürgern gewährleistet werden muß, wenn durch ihre Leistungen das Gedeihen des Staates gesichert sein soll. Damit ist meines Erachtens die eigentliche Arbeit der Hygieine für den geistigen und ma- Die Insurgenten haben sich auf Tuzla zurückgezogen. Die Position daselbst soll daher sehr gut verschanzt sein. Die muhamedanische und zum Theil auch die christliche Bevölkerung haben ihre Wohnsitze verlassen und sind nach den Bergen geflohen, nachdem sie früher einzelne Ortschaften in Brand gesteckt haben. InGracanica erbeuteten unsere Truppen bedeutende Munitionsvor-räthe. Die Verbindung mit dem vierten Corps ist hergestcllt. Nach mehrtägiger Berathuug haben die damit betrauten politischen Beamten nun das Organisationsstatut für die Administration Bosniens und der Herzegowina ausgearbeitet und dem Armeekommandanten zur Bestätigung vorgelegt. Dasselbe theilt das Land in Kreise nach seiner bisherigen Eintheilung. Wie „P. Naplo" meldet, sollen Verpslegs-depots für die Occupatiousarmee nach einem dem Reichs-Kriegsministerium unterbreiteten Plan in Travnik, Sifsek, Ält-Gradiska, Brod, Bröka und Essegg; auch sollen Magazine auf den Linien Brod-Serajewo, Alt-Gradiska-Travnik, in Kostaj-nica, in Doboj und Seniea errichtet werden. Der Bau der Magazine ist bereits telegrafisch angeordnet. An der Verbesserung der Straßen arbeiten viele Tausend bosnische Arbeiter. Bei jenen Truppen, welche die direkte Militärverpflegung genießen, sollen Proviantcolon nen aufgestellt werden, so daß jede Abtheilung ihren eigenen Verpslegstrain hat. Für die Verpflegung und Bezahlung der Vorspannsführer ist auf die befriedigendste Weise vorgesorgt. Das bosnische Transportwesen wird gänzlich reformiert. Die Vorspannskutscher, größtentheils ausgediente Soldaten, werden mit je einem Revolver und einem Handschar bewaffnet. Jeder Wagencolonne von mehr als zehn Wagen wird ein Schmied-und ein Wagnergehilfe beigegeben. Der Bau der Schleppkahn Brod-Senica wird eifrigst betrieben. Ende September hofft man bis Dervent fahren zu können, Mitte Oktober bis Doboj. In dem Befinden des Erzherzogs Johann Salvator, welcher sich in der Weingarten-Villa PopoviL in Reconvalescenz befindet, ist eine erfreuliche Besserung eingetreten. Man glaubt, daß er schon Mitte Oktober das Kommando seiner Brigade wieder übernehmen wird. Nach einer Privatkorrespondenz benimmt sich die Bevölkerung von Travnik und Umgegend sehr freundschaftlich gegen unsere Truppen; jeder Offizier wird auf der Straße ehrfurchtsvoll begrüßt, und mit der Mannschaft hat sich ein recht cordiales Zusammenleben der Leute herausgebildet. Die Bevölkerung hat ihre anfängliche Scheu bereits vollkommen abgelegt und bringt alle mög- teriellen Bedarf der einzelnen Menschen bezeichnet. Für die „Eivilifation" sind beide Wissenschaften thätig, nur will sie die gerichtliche Medizin erhalten, die Hygieine will sie fördern, indem sie den Kampf um das Dasein erleichtert, welcher ja beim Menschen noch etwas mehr ist: nämlich ein Kampf um ein behagliches Dasein. Daß die Gesundheitspflege in ihren Erfolgen den Staat stärke und stütze, hat bereits 1869 der hochverdiente, viel zu früh der Wissenschaft und feinen Freunden entrissene Vivenot in folgenden Worten ausgesprochen: „Jede Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse kräftigt die Bevölkerung, verlängert deren Leben und vermehrt deren Arbeitskräfte. Der gewonnene Kraftzuwachs findet in vermehrter Arbeitsleistung seinen Ausdruck, und diese geht nicht nur mit erhöhter Wohlfahrt Hand in Hand, sondern es kommt der Gewinn der Steuerkraft des Einzelnen auch dem Staat im großen als Zuwachs seiner finanziellen Hilfsmittel zugute. Physisches Wohlsein endlich, indem er die Quelle des Elends, der Laster und Verbrechen zum Verstechen bringt, trägt als solches lichen Victualien auf den Markt. Zu bemerken ist, daß alle diese Kundgebungen einer fre undlichen Gesinnung durchaus spontaner Natur und die Frucht der ausgezeichneten Mannszucht unserer Truppen sind, durch welche jeder Exceß und jede Aufreizung der Bevölkerung vermieden wird. Tagesneuigkeitrn. — Die Reconstruction des österr' Ministeriums wird, wie das „N. Wr. Tagbl." erfährt, zu Anfang dieser Woche vollendete That-sache sein. Ein neues Element wird in das Kabinett Auersperg nicht treten. Minister des Jnueru dürfte Herr v. Strcmayr werden, der das Portefeuille des Cultus behält, während das Portefeuille des Unterrichts Herrn Dr. Unger zufällt. Unter den Persönlichkeiten, denen mau in der letzten Zeit den Eintritt in das Kabinett angeboten hatte, befindet sich Herr Dr. Herbst, der aber ablehnend geantwortet und ebenso auch den Posten des Bankgouverneurs zurückgewiesen hat. — Graf Ben st dürfte nach einer Mitthei-luug der „Bohemia" möglicherweise als Botschafter nach Petersburg gehen, da der gegenwärtige Botschafter, General Baron Langenau, seinen Abschied wünsche und General Schuwaloff den Grafen Beust gerne als Langenau's Nachfolger sehen würde. Der „Pcster Lloyd" bringt folgendes Commuuique: „Bon der Geschäftsführung des Grafen Beust hieß es schon lange, daß sie nicht ganz nach dem Geschmacke An-drassy's sei. Vielleicht fand der letztere in dem Umstande, daß Graf Beust trotz seiner pecuniären Anforderungen seiner gegenwärtigen Stellung nicht entsprechen zu können glaubt, den längst herbeigewüufchten Anlaß, in dieser Richtung eine Veränderung vorzunehmen. Wenn aber daran, daß Graf Alois Karolyi nach London gehen soll, allerlei Combina-tionen geknüpft werden, wenn behauptet wird, der Graf sei unbedingter Anhänger des Drei-6aiser-Buudes, während Graf Beust für die Allianz mit England „geschwärmt" hätte, so scheint uns das müssiges Gerede." — Keine Controllversammlungen. Zufolge Erlasses des Reichs-Knegsministerinms werden die diesjährigen Controllversammlungen der dauernd Beurlaubten und Reservemänner in allen ErgänzungSbczirken aufgelaffeu. Was jedoch den Hauptrapport der Gagisten in der Reserve anbelangt, so wird derselbe wie alljährlich am 4. November, der Nachhauptrapport am 14. November d. I. abgehalten. Der Versammlungsort für den Rapport wird seinerzeit bekannt gegeben werden. — Der Krieg in Bosnien. Ein in Bosnien im Kriegsdienste stehender Jägerhauptmann, ein Wiener, der die Feldzüge in den Jahren 1859 und 1866 in Italien mitgemacht hat, schreibt an den Keim des moralischen Wohlseins der Gesittung in sich." Vergönnte es die Zeit, so wäre es wol nicht ohne Interesse, die Hygieine bei Erfüllung ihrer Arbeitsaufgabe zu verfolgen. Es würde sich z. B. zeigen, daß zum Ausgleich der Nachtheile, mit welchen Stadt oder Land ihre Bewohner bedroht, an sie die Forderung herantritt, die Kultur der Stadt auf dem platten Lande heimisch zu machen und dafür die reiue Luft des Landes in der Stadt erstehen zu lassen. Hieraus entspringen weitere Anforderungen. Die nächste würde die sein: die Städte von den üblen Angewöhnungen zu befreien, welche wir uns als Nachwehen der beklagenswerthen Einwirkungen des dreißigjährigen Kri-ges zu eigen gemacht haben uud vermöge welcher die Häuser in dichtgedrängten Reihen erbaut, die Wohnungen nach einzelnen Stockwerken vermiethet werden, in denen jeder in den üblen Dünsten der unter ihm befindlichen Stockwerke lebt — sondern statt dessen die freistehende Einzelwohnung wieder einzuführen. (Schluß folgt.) seine in Wien weilenden Verwandten, daß beide Feldzüge mit der „friedlichen Occupation" in Bosnien nicht in Vergleich gezogen werden können. Während in Italien oft Hunderttausende von Kämpfern sich gegenüberstanden, Hunderte von Kanonen donnerten und Massen von Kriegern den Heldentod fanden, stehen „dort unten" oft nur 5- bis 6000, höchstens 10- bis 15,000 Mann einander gegenüber. Das Kämpfen sei aber ein anderes; zumeist werde weder Pardon gegeben noch verlangt. Unsere Truppen sind durch die ewigen Ueberfälle, durch das grausame Behandeln der Verwundeten, das Verstümmeln unserer Gefallenen, kurz durch die ganze bestialische Kriegführung der Moslims bereits zur höchsten Wuth entflammt; selbst die Italiener, welche doch auch zuerst mit Loyalitätsbezeugungen in vielen Orten unseren Soldaten nahten, um dann aus sichern: Hinterhalte eine Kugel in unsere Reihen zu senden, oder meuchlerisch den Stahl in die Brust eines kaiserlichen Soldaten zu stoßen, erscheinen noch als Biedermänner gegenüber den Türken, welche an Falschheit, Hinterlist und Grausamkeit alles überbieten, was bisher in der Kriegsgeschichte aller Zeiten erzählt ward. Besonders seien es die ungarischen Regimenter, welche jetzt kaum mehr zu bändigen sind gegenüber den Moslims. Lokal- und ProvinMl-AngLlegenheiten. — (Fürstbischof Dr. PogacarH ist am 19- d. M. nach Wien abgereist. — (Patriotische Spende.) Die hiesige Rohrschützengesellschaft übergab gestern dem Herrn Stadtkassier Hengthaler einen Barbetrag von 30 fl. mit der ausdrücklichen Widmung, diesen Betrag sofort an arme Familien von Kriegsdienste leistenden Reservisten zu vertheilen. — (Personalnachrichten.) Herr Karl Stransky, Oberstlieutenant im Generalstabe, wurde seiner Dienstleistung als Lehrer am Stabsoffizierskurse enthoben. — Hiesige Gesellschaftskreise dürften mit Interesse vernehmen, daß die Gattin des von Räubern ermordeten italienischen Konsuls Perrod in Serajewo aus Rudolfswerth gebürtig ist und durch mehrere Sommer in Laibach und Umgebung ihre Sommerfrische aufschlug. — (Zur Pariser Weltausstellung.) Schrökls bekanntes erstes Wiener Reisebnreau arrangiert anläßlich der Preisvertheilnng Samstag den 5. Oktober l. I-, abends 10 Uhr, vom Westbahnhofe in Wien die letzte Vergnügungsfahrt nach Paris, zu welcher in allen größeren Stationen der Südbahn auch schon hinsichtlich der Fahrt nach Wien und retour äußerst ermäßigte, 40 Tage giltige Tour-und Retourbilletts uach Paris bei allen am 1., 2-, 3. und 4. Oktober verkehrenden Personenzügen (Eil-züge ausgenommen) ausgegeben werden. Von Laibach kostet das Tour- und Retourbillett nach Paris II. Klasse 90 fl. 57 kr.. 111. Klasse 64 fl. 46 kr. Auch für Logis und Verpflegung sind außerordentlich ermäßigte Preise festgesetzt, und muß die seitens der Unternehmung getroffene Vorsorge, daß zur Bequemlichkeit der Reisenden III. Klasse auf der Fahrt von Wien nach Paris auch die Plätze der III. Klasse-Waggons mit weichen Sitzen versehen sein werden, als eine sehr zweckmäßige Neuerung der bewährten Unternehmung angesehen werden. Die Billette haben eine Giltigkeitsdauer von 40 Tagen, und kann die Rückfahrt beliebig einzeln in allen Couponstationen unterbrechend stattfinden. — (Witterung.) In der Nacht zum 22. d. M. entlud sich über Laibach ein mit andauernden Regengüssen verbundenes Gewitter, eben auch über Klagenfurt, Görz, Tr^st, Krakau, Bregenz, Ischl, Wien und Graz. — (Aus der Verwundetenliste.) Vom Infanterieregimente Erzherzog Leopold Nr. 53: Korporal Jakob Majeric, der Gefreite Emil Liel, die Infanteristen Josef Kolar, Mirko Malec, Jofo Cizmek, Joso Sibenik, Janko Kruhak und Joso Cicek; vom Fcldartillerieregiment von Hofmaun Nr. 12: der Oberfahrkanonier Janko Milojevi? leicht, der Kanonier Josef Trattner, schwer verwundet. — Vom Infanterieregimente Freiherr von Kuhn Nr. 17 befinden sich derzeit folgende Verwundete: im Re-servespitale zu Klagenfurt: 2. Komp.: Gefreiter Anton Skoda, Schuß im Nacken, leicht; Infanterist Johann Simonie, Schuß am Bauche, leicht; 4te Komp.: Infanterist Franz Glavan, Schuß an der linken Schulter, leicht; 9. Komp.: die Infanteristen: Jakob Blattnig, Schuß am rechten Knie, leicht; Mathias Schwab, Schuß an der linken Schulter, leicht; 10. Komp.: Infanterist Bartholomäus Hab-janeiö, Schuß am linken Schlüsselbeine, schwer; 14. Komp.: Infanterist Martin Kezar, Streifschuß an der linken Gefäßbacke, schwer; — ferner im Garnisonsspitale Nr. 23 in Agram: der Infanterist Giaeomo Medeoti, Schnß am linken Fußrücken, leicht. — (Aus dem offiziellen Saatenstandsberichte Ende August.) Der Anbau des Wintergetreides hat in den höheren und mittleren Lagen der Gebirgsländer bereits begonnen, und sind bereits gut angelaufene Saaten zu sehen. Die Ernte der Hauptkörnergattnngen ist großentheils beendet. Mais geht in den Karstländern der Reife allmälig entgegen. Die Ernte der Hirse ist in Kroazien, Galizien und Ungarn als eine sehr gute zu bezeichnen; jene der Erbsen und Wicken fiel gut aus, der Buchweizen verspricht befriedigende Ergebnisse. Die Kartoffeln haben viele und große Knollen angesetzt, das Kraut ist jedoch in vielen Gegenden von Fäule ergriffen. — (Landschaftliches Theater.) Das neueste Produkt des Drei-Dichter-Büudnisses Moreau, Sirandin und Delaeour, betitelt „Der Courier von Lyon", zählt zu den bereits bekannten und vom hiesigen Publikum nicht mit besonderer Vorliebe begrüßten Sensationsstücken, an welchen die französische Muse so reich ist. Die Beraubung und Ermordung des eine bedeutende Geldsumme befördernden Postcouriers von Lyon, die Ausforschung der Raubmörder, die derselben in den Weg tretende frappante Aehnlichkeit zweier Individuen, der Gang des Untersuchungsverfahrens und die Urteilsvollstreckung ist mit allen Attributen Sensation erzeugender Biomente ausgestattet: Pistolenschüsse, Dolchstiche, Henker und Guillotine stehen auf der Tagesordnung, Szenen, nach denen unser gewähltes Theaterpublikum kein besonderes Verlangen hat. Der Held des vorgestrigen Abends war Herr Smaha, ein Le-winski II., dem die große Aufgabe oblag, zwei Rollen (Doppelgänger), jene des „Josef Lesnrques" und jene des „Duboe", darzustcllcu. Herr Smaha erledigte seine Sache meisterhaft in Wort und Mimik. Die Begeisterung, der Pathos, welchen Herr Smaha zum Ausdruck brachte, erschien beinahe in zu stark aufgetragenen, grellen Farben; aber die Leistung war im großen Ganzen eine künstlerische und wurde als eine solche auch vom Publikum durch wiederholte, stürmische Beifallsbezeuguugen anerkannt. Dieser eminenten Leistung zunächst kam jene der Frau Direetriee Ludwig; lobeuswerth waren die Durchführungen der Rollen des „Jerome Lesurques" (Herr Ehrlich), des „Joliquet" (Herr Fried mann), des „Daubenton" (Herr Catterfeld). Die Herren Melzer (Choppard) und Baum (Didier) erschienen nicht rollenfest. Das Orchester erregte durch den verworrenen und disharmonischen Vortrag der Aetschlxßmusiken — Sensation. Der Verlaus dieses „Sensationsstückes" war nicht klappend. Nach Regen folgt Sonnenschein. Die gestrige Vorstellung ließ nichts zu wünschen übrig, Karl Costa's Posse „Ein Blitzmädl" kann sich eines durchschlagenden, glänzenden Erfolges rühme», fämmt-liche Bühnenmitglieder, namentlich Fräulein Ulrich (Karoline), Frau Direetriee Ludwig (Rathswitwe Kutschenreiter), Fräulein Langhof (Laurentia v. Birke) und die Herren Friedmann (Leo Brüller), Direktor Ludwig (Baron Jnhasz), Ehrlich (Graf Sternheim) und Becher (von Wasserkopf), befanden sich in animiertester Stimmung und ver- setzten auch das gut besuchte Haus in die beste Laune. Fräulein Ulrich repräsentierte das „Blitz-mädl" in gelungenster Gestalt; jeder Satz, jede Handlung erglänzte, vom Blitzstrahl des guten Humors und erheiternden Witzes durchzuckt, die Gesangspiecen gaben der vorzüglichen Darstellung des Titel-partes feine, wohlschmeckende Würze, stürmischer Beifall war der Lohn der „guten That." Wacker zur Seite stand dem Frl. Ulrich Herr Friedmann. Das Haus spendete auch diesem vorzüglichen Vertreter der vis eomiea lauten, wohlverdienten Applaus. Der gemischte Chor sang die Studentenlieder recht lebhaft. Der gestrige Abend zählt zu den besten der heurigen Saison. Die Direetion ist, wie wir vernehmen, ernstlich bemüht, auch das Schau- und Lustspiel mit besseren, als den bisherigen Kräften zu besetzen; die erste und die naive Liebhaberin sind bereits in Laibach eingetroffen, und das Eintreffen eine-tüchtigen Kapellmeisters wird stündlich gewärtiget, wor-nach die Operette auf die Tagesordnung gesetzt werden wird. — Au Stelle der eontraetbrüchigen Liebhaberin Fräulein Blume wurde Fräulein Carola Wilhelmi vom Stadttheater in Baden engagiert, und tritt dieselbe morgen in Schweitzers 4-aetigem Schwanke „Großstädtisch" zum ersten male als „Paula Waiden" hier auf. Voranschlag des krainischen GrundentlastungS-fondes pro 1879. Erfordernis: Regie-Auslagen (Landeskommifsion, Beamtengehalte , Functionszulagen, Amtsdienerlöhnungen, Dinrnen, Remunerationen, Aushilfen, Kanzlei-Erfordernisse, Beleuchtung, Schreibmaterialien, Druckkosten, Beheizung, Inventar, Reise-Auslagen, Lokalkommissionen, Meilengelder und Diäten der Beamten und Sachverständigen, Miethzinse u. s. w.) zusammen 17,327 fl.; Kapitalsrückzahlungen für verloste Grundentlastungsobligationen 252,100 fl.; Jnteressenzah-lnngen an Berechtigte 325,661 fl.; verschiedene Auslagen (an den Landessond und an Steuerämter) 11,500 fl.; Gesammterforderuis 606,588 fl. Bedeckung: Einnahmen von Verpflichteten (Kapital, Zinsen, Annuitäten. Verzugszinsen) 3000 fl.; Einnahmen vom Lande (Zuschläge von direkten Steuern 210,000 Gulden und von indirekten Steuern 87,439 fl.) zusammen 297,439 fl.; Einnahmen vom Staate (Verändernngsgebüren 63,827 fl., nicht rückzahlbare Staatssubvention 175,000 fl.) zusammen 238,827 Gulden; verschiedene Einnahmen 2000 fl ; Gesammt-bedecknng 541,266 fl.; Abgang 65,322 fl,, welcher durch verzinsliche Staatsvorschüsse zu decken wäre. Voranschlag der krainischen Stiftnngsfonde pro 1879: Erfordernis: Studenten-Stiftungsfond 19,439 fl., Mädchen-Stiftnngsfond 1220 fl., Sanran'scher Stiftungsfond 110 fl., Glavar'scher Stistnngssond 5606 fl., Lehrer-Stiftungsfond 510 fl., Waifmfond 6275 fl.. Jllyr. Blinden-Stistungsfond 154 fl., Kaiserin-Elifabeth-Jnvalidenfond 130 fl., Adelsberger Grotten-Jnva-lidenfond 38 fl., Trevisinischer Stiftungsfond 100 fl., Metelko'scher Invaliden-Stiftungsfond 38 fl., Laibacher Franenverein-Jnvaliden-Stiftnngsfond Nr. I 67 fl., Laibacher Frauenverein-Jnvaliden-Stiftungs-fond Nr. II 451 fl., Musealfond 1568 fl., Kalister-scher Stiftungsfond 4643 fl., Holdheim'scher Taubstummen - Stiftungsfond 740 fl., Wolf'scher Taubstummen - Stiftungsfond 50 fl., Toman'scher Stif-tnngsfond 353 fl., Engelshanfer'scher Stiftungsfond 1179 fl., Flödnig'fcher Stiftungsfond 1880 fl. Diese Stistungssonde finden nicht nur volle eigene Bedeckung, sondern weisen einzelne derselben überdies namhafte Überschüsse aus. Voranschlag des Jrrenhaus-Baufondes pro 1879: Erfordernis: Regieauslagen 2523 fl-, Steuern 61 fl., Gebäude-Erhaltung 540 fl., verschiedene Ausgabe» 260 fl., Gesammtersordernis 3324 fl. Bedeckung: Realitätenertrag 710 fl., verschiedene Einnahmen 50 fl., Gesammtersordernis 760 fl.; Abgang 2564 fl., welcher aus dem Lan-dessonde zu decken wäre. Vermögens st and: Rückstände 1152 fl., Kapitalien 84,332 fl., Werth der Thiergartenrealität 53,681 fl., Jnventarwerth 3569 fl. Schulden st and: Reelle Rückstände 998 fl., durchlaufende Rückstände 29,066 fl. Reines Vermögen: 112,671 fl. Rechnungsabschluß der Slapcr Obst- und Wcin-bauschnlc pro 1877: Einnahmen: Realitätenertrag 2069 fl., Beiträge 8935 fl., verschiedene Einnahmen 316 fl., Vorschüsse vom Landessonde 3010 fl. 46 kr., Kassebarschaft 86 fl., Gesammteinnahmen 14,416 fl. Ausgaben: Gehalte, Personalznlagen, Löhnungen, Remunerationen, Stipendien, Reisekosten, Gebände-Er-haltung, Steuern, znrückbezahlte Vorschüsse (6695 Gulden), fremde Gelder 150 fl. und andere Gefammt-ausgaben 14,416 fl. Voranschlag des krainischen Landessondes pro 1879: Erfordernis. Landtagskosten (Landtagsabgeordnete, Stenographen, Hilfsarbeiter, Drucksorten, Papier, Beheizung, Beleuchtung, Kanzlei-Erfordernisse, Miethzins, n. s. w.) 9274 fl., Verwaltnngsanslagen (Landeshauptmann. Landcsansschußbeisitzer, Landesbeamte, Diener, Diurnisten, Remunerationen, Aushilfen, Reifeauslagen, Diäten, Pensionen, Provisionen, Er-ziehnngsbeiträge, Gnadengaben, Kanzlei-Erfordernisse, allgemeine Verwaltnngsauslagen) 39,569 fl. 56 kr., Gebäude-Erhaltung und Steuern 3641 fl. 34'/z kr., Landeskulturauslagen 3406 fl. 79 kr., Gendarmerie-, Schub- und Zwaugsarbeitshans 75,054 fl., Sanitätsauslagen (Impfung 4927 fl.) 5027 fl., Wohlthätigkeitsanstalten (Krankenhaus 64,373 fl., Gebäranstalt 4268 fl., Findelanstalt 16,486 fl., Irrenanstalt 28,045 fl.), zusammen 113,172,fl., für auswärtige Krankenpflege 53,760 fl., auswärtige Jrrenpflege 2674 fl., für Bildungszwecke (Museum, Realschule. Theater, Obst- und Weinbauschule, Lehrerpensionssond, Schulbücher, Unterstützungen u. a.), zusammen 32,176 fl., Straßenbauten 25,600 fl., Irrenhaus in Studenz 3325 fl., Vorspann 4800 fl., verschiedene Ausgaben (Unterstützung der Abbrändler 8000 fl., Interessen von Landesschulden 8060 fl., Verschiedenes 1000 fl.), zusammen 17,060fl.; Gesammtersordernis387,938fl. 65-/z kr. L. Bedeckung: Einnahmen aus «dem Stammvermögen (Interessen 35,979 fl., Realitätenertrag 4,088 fl.) zusammen 40,067 fl., Beiträge aus anderen Fonden 79,195 fl-, Ersätze 4,840 fl. Gesammteinnahmen 124,102 fl. Der Abgang per 263,830 fl. sei durch eine 20perzentige Umlage auf alle direkten Steuern und auf die Verzehrungssteuer von Fleisch, Wein, Wein- und Obstmost zu bedecken. __________________(Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 23. September. Morgens trübe, dann Aufheiterung, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Ulir -s- 110«, nachmittags 2 Uhr — 17 0° 6. (1877 -I-5-8»: 1876 18-4° 6.) Barometer im Fallen, 73101 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -i- 14 0°, das gestrige -j- 12-5°, beziehungsweise um 0'2° über und 1-3° unter dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 70 00 mm. Regem_________________ Verstorbene. Den 21. September. Maria Fischer, Hausbc-sitzcrsgattin, 65 I., Kongreszplatz Nr. 13, Gehirnerweichung. — Rosalia Milauz, Hansbcsitzcrstochtcr, 4 I., Froschgassc Nr. 3, Bronchitis. — Amalia Lanrizh, Spinnsabriks-Arbeiterstochtcr, 14 Mon., Stadtwaldstraße Nr. 3, Ruhr. Den 23. September. Franziska Kozin, 19 I., abaksabriks-Gärtncrstochtcr, Kirchengasse Nr. 11 , Entartung der llntcrlcibsorgane. Theater. Heute lungerader Tag): Zum ersten male (ganz neu): Die Darwinianer, oder: Stammen wir vom Assen? Original-Lustspiel in 3 Acten von Dr. Schweitzer. Lebensmittel-Preise in Laibach am 21. September. Weizen 7 fl. 15 kr., Korn 5 fl. 4 kr., Gerste 4 fl. 6 kr., Haser 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 55 kr., Hirse 4 fl. 23 kr., Knkurntz 5 fl. 60 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 sl. 15 kr. per 100 Kilogramm: Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr, Schweinsett 80 kr., Speck, ftischcr 70 kr., geselchter 75 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 56 kr.," Schweinfleisch 62 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 42 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 sl. 50 kr., weiches Holz 4 sl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 24 sl., weißer 20 fl. per 100 Liter._______________________________________ Gedenktafel Aber die am 25. September 1878 stattfindenden Licitaticmn. 3. Feilb., Lenarci^sche Real., Nadajneselo, BG. Adcls-berg. — 3. Feilb., Rebec'sche Real., Rodockendors, BG. Adclsbcrg. — 3. Feilb., Encck'sche Real., Uuterkoschana, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Vidigoj'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Dormis'schc Real., Paku, Oberlaibach. — 1. Feilb., Polz'sche Real.. Silber-dorf. BG. Rudolfswerth. — 1. Feilb., MiklauSic'sche Real., Kleinzeronz, BG. Rudolsswerth. — 1. Feilb., Duller'sche Real., Oberforst, BG. Rudolfswerth. — 1. Feilb., Mran-sche Real., Merschlin, BG. Rudolsswerth. — 1. Feilb., Zuzek'sche Real., Präwald, BG. Seuosctsch. — 1. Feilb., Gemeinderealitüt Senosetsch, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Stefan'fche Real, Eegovnca. BG. Krainburg. — 3. Feilb., Pasii'sche Real., Branoviö, BG. Möttling. — 2. Fcilb, Babnik'sche Real., Kleingnps. BG. Laibach. — 2. Feilb., Hokevar'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 3. Feilb.. «Lvi-gelj'sche Real., Niederdors, BG. Loitsch. 3. Feilb., Ur-sic'schc Real., Seedorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Pavlin-sche Real., Rodnavas, BG. Nassenfufz. — 2. Feilb., Kot-nik'sche Real., Tschilpach, BG. Nasseusich. — 3. Fcilb., Martincii'sche Real., Oberkoschana, BG. Adelsberg. — 3. Fcilb.,. Cole'sche Rcal., Zaloh. BG. Adclsbcrg. — 3. Feilb., HniderZic'sche Rcal., Nadajneselo, BG. Adelsberg. Am 26. September. 3. Feilb., Bcrcan'sche Rcal., Vir, BG. Sittich. — 3. Feilb., Stcffe'sche Real. Eegovnca, BG. Krainburg. — 3. Fcilb., LindiS'sche Real., Slauöjivcrh, BG. Nasseufuß. — 2. Feilb., Osbic'sche Rcal., Lome, BG. Jdria. — Neuerliche 3. Feilb., Vidigoj'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Kotuik'sche Real., ViÄnk, BG. Laas. — 1. Feilb., Mlaker'sche Real., Nadlesk, BG. Laas. — l. Feilb., Kocevar'sche Rcal., Altenmarkt. BG. Laas. — 1. Feilb., Kocevar'sche Real., Laas, BG. Laas. — 3. Feilb., Samsa'sche Real.. Altdirnbach, BG. Adclsbcrg. — 3. Fcilb., Eepirlo'sche Real. Kal, BG Adelsberg. — 1. Feilb., Spreizer'sche Real., Töplizel, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Pirz'sche Real., Haselbach, BG. Gurkfeld. Morgen (gerader Tag): Großstädtisch. -chwank in 4 Acten von Dr. Schwcitzcr. Telegramme. (Original-Telegramm des „Laib. Tagbl.") Wien, 23. September. (Offiziell.) Unsere Truppen nahmen am 22. das befestigte Hauptlager der Insurgenten auf der dommierendsten Höhe von Senekovic ein, erbeuteten zwei Geschütze, Munition, Lebensmittel; die Insurgenten wurden zersprengt. Am 21. wurde Olovo widerstandslos besetzt; die Insurgenten flüchteten. Die auf der Ma)evica-Planina verschanzten Insurgenten wurden verjagt und mit Geschützfeuer verfolgt; Do-kauj von uns besetzt. Infolge einer Erklärung der im Hauptquartier erschienenen Deputationen, daß sich Tuzla und Bjelina unterwerfen, ist die Entwaffnung und Besetzung beider Orte eingeleitet worden. Rom, 21. September. Der „Avvenire" meldet: Der italienische Unterhändler wegen der Handelsvertrags-Verhandlungen ist nach Wien abgegangen. London, 21. September. Nach den „Times" eröffnete Rußland die Verhandlungen mit der Pforte wege» Abschlusses eines Vertrages über die Stipulationen, die lediglich Rußland uud die Türkei angehen. Telegrafischer Kursbericht am 23. September. Papier-Rente 61'—. — Silber-Rente 62 65. — Gold-Rente 71'43. — 1860er Staats-Anlchen 112 —. — Bank-actien 794. — Kreditaetien 233'—. — London 116 90. — Silber 10015. — K. k. Münzdukaten 5 58. — 20-Francs-Stücke 9-36'/,. —100 Reichsmark 57 75. Bei meiner Abreise sage ich allen Freunden und Be-^ kannten auf diesem Wege (425) herrlich Lebewohl. Louise Prücker. Lin solider Hnabe Ä? Lehrling sogleich ausgenommen bei (422) 3—3 108vf 68P3I1I, Gold- uud Silberarbeiter in Pcttau. AngekommeneFremde am 22. September. Hotel Stadt Wie». Knrz-thaler, Fabrikant, Dom-schale. — Metzler, Kfm., Frankfurt. — R. v. Ln-cam. Landesgerichtsrath, und Büchler, jifm., Wicn. — Fürth. Fabrikant, Bud-wcis. — Dr. Bnschbcck, evangelischer Pfarrer, und Sartarco, Triest. — Gras Rnmerskirch s. Gcmalin, Kottingbruuu. — König, Privat, Altlag. Hotel Elefant. Samhabcr, Professor, Krcmsmüuster. — Wenzel, Kausm., und Sallmaher, Wicn. — Pe--terca, Pfarrer, Dubranjcc. — Hull, Erfurt. — Otto, Wciucgg. — Seidel, Mödling. — Vencajz, Ncn-marktl. — Wilczck, Wa-rasdin. — Fclbingcr, Jn-gcnicnr, und Bafadouna, Student, Fiumc. Baierischer Hof. Kunz uud Birglcrc Maria, Scssana. — Kralj, Agram. M Flaschenbier ^ (MürZen-Export) ans der kiMMi ükr likttllör l«8l8r in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen auswärts versendet. Bestellungen auf Biere in Gebinden und Flaschen werden direkt in der Brauerei oder in deren Depots mit Eiskellern: in .Triest bei Herrn kl. pariser, Monte Verde Eorso Nr. 43—45; Agra m bei Herrn Autli. liaulcl, Scidenspinnergassc Nr. 512; Cilli bei Herrn .krixner, „Hotel ElcDnt", Ringstraße Nr. 32; Tarvis bei Herrn I^onlmrät II; renbavl»; Krain -bnrg bei Herrn kr»»?. Doleux, Handelsmann, und bei Herrn Lussnik, Handelsmann in Laibach, erbeten. (278) l 3 Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fcd. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.