lnr Annst, Literatur, Theater n. geselliges Leben. Redigirt von Leopold Kordesch. ^5 9O. Montag am V. März No» dieser Zeitschrift erscheine» wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Voacn. Der Preis des Vlatles ist in Laibach ganijähria 0, halbiahrig ^> fi. Durch die t. k. Po» unier <ünu»?rt >n,l portofreier Zusenduna ganzjäbrig u, balbinbrig 4ss. C,M., und wird balbjäbrlg oorou«^ bezahlt. Alle s. t. Postäuner neouien Hränumeraiion an. ^^! Die zwei steinernen Jäger. !alzbnrgische Sage. Von I 0 h. Gab. Sei dl. <3wei Jäger auf der Alpe, Gesellen teck und wild. Die schau'» un> »ichls belumuicrt Hinab i»s Tholgesild. Sie sitzen knapp am Rande So zuversichtlich da, Als gab' es leinen Himmel, Den, sie doch hier so nah'. Sie schwatzen dies und jenes, Voll Ungebühr und Spott, Von Würfeln, Wein und Weibern,— Doch Keiner denkt an - Gott. An Volt, —der eben herrlich Auf Alp' und Wald und Trift Geschrieben seinen Namen Mi l Heller Purpurschrift; An Gott, — an dessen Nahe Die Gloct' im Thale mah,!t, Die selbst auf dieser Höhe Die beide» Spotter fand; An Gott, —zu dessen Ehre Der Wind sogar sie stimmt, Der ihnen leise warnend Vom Kopf die Hüte nimmt. Nach springen schnell die Neiden, Und haschen sie im Lauf, Und setzen sie zum Trotze Nur fester wieder auf. »Ei sieh!"— so lacht der Eine — »Der Wind ist doch gar fein, >Mei„t, weil sie Ave lauten, „Wir sollten barhaupt seun!" »»Laß' ihn,»" so lacht der And'rc, »»Er ist ein frommer Mann : «»Vergißt derMeßncr drunten, »»Zieht er die Vlocteu an!" " Doch lauter, immer lauter Erschallt der Glocke Klang, Als zöge ssatt des Mcßners Der Stoßwind selbst den Strang. I n Laibach eranumerirl man bei,» Verleger am Raan, Nr. ><)u, im crnen Stocke. Und dichter, immer dichter Entquillt's de,» Felsgestei», Und hüllt die beiden Jäger I » graue Nebel ei». Sie wollen sich erheben, Doch lahm ist Fuß und H,,„d, Sie sitzen, wie mit Klammern Geschmiedet an die Wand, Und ihre Pxlse Nocken Die Zungen scheine» Erz, Die Augenstern' erlöschen. Und steinern wird ihr Herz. Zwei Steingebilde, sitze» Nie Morgens auf der Wand! Zw,i Steingebilde, ragen Sic warnend noch in's Land. Vilder aus dem Soldatenlebe» Von Eberhard Arnold Jonas. Die Narbe. (Fortsetzung.) 3. I n dem Städtchen N ^ war es heute besonders leben­dig— man hatte schon am vorigen Tage von dem Siege unserer Armee gehört, die Bürger sammelten sich an dem großen Ringplatze, in dessen Mitte sich das ehrwürdige Rathhaus mit seinem alterthümlichen Thurme erhob, steck­ten neugierig die Kopfe zusammen und forschten mit wich­tigen Mienen nach den Ergebnissen der Bataille. Die durchziehenden Soldaten wurden nach den Einzelnheiten be^ fragt, und selbst im Feldspitale, wohin man die Verwun­deten brachte, fanden sich Neugierige ein, um frische Nach­richten zu sammeln. Gegen » Uhr schritt der alte General Nord heim einem Hause zu, welches die Baronin K"*", Witwe seines innigsten Freundes und Kriegsgenossen, mit ihrer ^jähri­gen, liebenswürdigen und engelsguten Tochter Mari e be­wohnte. „Guten Morgen, Frau Schwester," rief der alte Herr beim Eintritte der Baronin, die am Sofa sasi, zu. „Guten 3GO — Morgen, liebe Marie« wandte er sich zu dem Mädchen, welches beim Fenster mit einer weiblichen Arbeit beschäf­ tigt war, häufig sehnsuchtsvolle Blicke nach der Strafe werfend und die mögliche Rückkehr ihres Geliebten erwar­ tend. Nach den ersten Begrüßungen nahm der General, ,der unterdessen bei der Baronin Platz genommen, wieder dal Wort: „So ist's gestern recht hitzig hergegangen, unftre Soldaten haben sich tapfer gehalten, o hätt' ich auch dort seyn können! sehen Sie Frau Schwester, mein Arm ist noch lerngesund und fähig, um ein Schwert zu führen; das Auge ist scharf, um auf eine weite Strecke die Bewegun­ gen zu mustern, und die Lunge stark, um recht kräftig hie Befehle zu ertheilen, aber da" hier griff er an seine Füße „steckt dn Teufel, Frau Schwester! Sie wissen die Lita­ nei, wie viel Blessurcn da sind — na, wer kann Helfen?" „„Grämen Sie sich nicht sehr darüber"" erwiederte,lä­ chelnd dieBaronin „„jeder von uns spielt mir ein Mal eine Hauptrolle, und hat ,er sie ausgespielt, ,wird sie ihm nicht mehr zu Theil. Sie ^wissen, daß man mich für sehr wich­ tig hielt, so lange mein Gemahl lebte, aber jetzt kümmert sich kaum Jemand um mich, außer jene, denen ich noch im­ mer nützen kann,4lnd einige erp.ro.bte Freunde,, wie z. B. Sie, General."" „S ' ist wahr" sagte der alte Herr beinahe gerührt, „wir haben beide schöne Tage -erlebt" , und ,hiebei brückte er ihre Hand, „am Abende unseres Lebens, wenn wir auch nicht.mehr unsere Thackraft äußern, wo,llen wir doch recht vergnügt seyn. Na, Mariechen! hast du schon ben Brief von Fritz durchgelesen, was schreibt Dir der Wetterjunge? — Gestern kennte man kein Vernünftiges Wort ,cms dir Her­ ausbekommen." Das Mädchen entfärbte sich und ,blickte verschämt auf ihre Arbeit, mit Mühe einige Thränen zurückhaltend. ,„Friedri,ch>" nahm die Baronin das Wort, schreibt ernst und düster, aber begeistert und der Brief drückt voll­kommen ,seine Gemüthsstimmung vor der Schlacht aus. Siegen oder starben ist auch sein Wahlspruch." „„Ach Gott er ist todt"" rief das Mädchen , nachdem sie herausgeblickt hatte, und sank ohnmächtig in den Ses­sel zurück. 4. I n einem kleinen Zimmer, dessen Fenster mit dichten Gardinen verhängt waren, so, daß sich ein zauberisches Dunkel verbreitete, saß ein finster aussehender, alter Mann in einem Soldatentleide an einem Bette, «vorauf,eine kräf­tige Mannsgestalt ruhte. Die unheimliche Stille des Ge­machs, die zahlreichen, auf einem Tische aufgestellten Arz­neisiaschen und eine starke Binde, welche das Haupt des Ruhenden umschloß, deutete hinreichend die Bestimmung eines Krankenzimmers. Nach einigen Augenblicken hörte man Schritte sich nähern, die Thüre knisterte bei der leise versuchten Oeffnung; die Braunen des alten Soldaten zo­gen sich zusammen, und sein Auge rollte wild herum, um wenigstens auf diese Weise den Störenden seine Wißbilli­gung zu äußern, da er seinem Grolle nicht durch Worte Luft machen durfte, als zwei Männer eintraten und mit dem ehrlichen Wärter ein leises Gespräch begannen. (Beschluß,f°lgt.) Vilder aus der salzbura/schen Alpenwelt. Eduard Silcsi'U?. vil. Spaziergang nach Bad-Gestein. Eine kleine Strecke außer Hof steigt im südwestlichen Hintergrunde der majestätische Tischlkahrgletscher, der ein­ zige aus seinen Brüdern, welchen man vom Thale aus zu sehen bekommt, in weißgrcruen Maßen zum Himmel empor. I n der Mitte des Thaleö zieht die reißende Ache durch buschige Auen und zwischen trostlosen Sandbänken dahin; durch eine zum Theil bereits ausgeführte zweckmäßige Fluß­ regulirung werden viele Joche Landes wenigstens zur Wei­ de benutzbar gemacht werden. Für einen ergiebigen Ge­ treidebau ist dieses Thal überhaupt zu hoch und rauh, und den Gletschern rings umher zu nahe gelegen. Ich wan­ derte hier .am 20,. Juli ; dennoch fror es mich, wie die Sonne hinter die Wolfen trat, und ich hätte beim,Fahren mich unter meinen Mantel geflüchtet. I n dreiviertel Stunden erreichten wir Köttschach, ein mahrhaft ländliches Dorf ,von friedlichen hölzernen Hütten, am Eingange einer wilden Schlucht, der Pforte zu einem ,der interessantesten Seitenthäl«-. Ma n gelangt in den­selben zuerst zu der Kessel- und Skalpe, welchen zwei prachtvolle Wasserfälle entrauschen. Hier theilen sich die Wege^ links ersteigt man die obere Bräueralpe und den Tischlkahrgletscher, rechts betritt man den tiefsten Grund des Thales, die überraschendste Einsamkeit eines Bergkes­sels, wo neun Wasserfälle, den nahen Höhen entstürzend, Has wundervollste Naturbild vollenden. Von der Proßau dem hintersten Theile dieses Thales, führt ein B.ergsteig zum Tauernfalle im Anlaufthale bei Böckstein — eine Verbindung, welche dem Wanderer, der beide Thäler zu besuchen beabsichtiget, u,on Wichtigkeit seyn kann. Leider war uns dieser Besuch nicht vergönnt. Ein Hochgewitter, das wenige Tage vorher in diesen Gegenden wüthete, hatte den Köttschachbach aus seinem Bette getrieben und den Weg in das gleichnahmige Thal unbefthreitbar gemacht. Ein grimmiger Bär, welcher daselbst sein Unwesen getrieben, und selbst häufig in das Gasteiner-Thal herniedersteigend, bereits große Verheerungen unter den Heerden angerichtet haben sollte, war zu dieser Zeit ein Hauptgegenstand der Tagsgespräche. Mehrere Treibjagden, zu denen Hunderte von Jägern sich versammelten, waren schon angestellt wor­ den, ohne daß der gefürchtete Wütherich einem so unglei­ chen Kampfe sich stellen wollte; eine neue, welche hoffent­lich einen bessern Erfolg gehabt haben wird, war für die nächsten Tage angesagt. Man erzählte mir, daß der großmü­thige Erzherzog mehreren armen Bauern, welche durch das Ungethüm erwiesener Maßen an ihrem Hausrieh Schaden gelitten, denselben freigebig vergütet und sich hicdurch neu­erlich als milder Vater dieser Gegend bewährt habe. Hinter Köttschach zieht sich der Weg ziemlich steil bergan und das Wildbad erscheint am Fuße des himmelan­ 367 ragenden Graukogels und vom untersten Falle der Gastei­ner-Ache bespühlt, in seinem malerischsten Standpunkte, demjenigen, welcher Ihnen aus den häufigen Abbildungen, die hierüber eristiren, hinreichend bekannt ist. Eine Vier­telstunde vor unserem Ziele liegt das Kirchlein St . Nikolaus mit einer überaus herrlichen Aussicht auf das untere Thal bis Hof-Gastcin hinaus. Den besten Ueberblick hat man von dem das Kirchlein umfriedenden Friedhofe, zwischen den mit Blumen und mitunter sehr schonen und rührenden Denk­steinen geschmückten Grabhügeln mancher Fremden, die hier Genesung suchten, und da es zu spät war, den Tod fan­den. Dies war auch das Loos des verdienstvollen Schickh, Herausgebers und Begründers der „Wiener-Modezei­tung" , eines Biedermannes im schönsten Sinne des Wor­tes, der wohl keinen Feind, aber viele Herzen, in denen das Andenken an seine Tugenden und sein edles Wirken treu und lebendig fortlebt, hienieden zurückgelassen. Bei solchen Männern wird die Anwendung des Satzes; „Du lüoi-tiii« nü, >n8i deuL" leicht, denn man kann nur Gutes von ihnen sagen. Ein einfacher, schöner Grabstein mit ei­ner rührenden Inschrift von seiner trauernden Gattin er­richtet, bezeugt, was er ihr und seinen Freundengewesen. Wir weihten dem Hügel des edlen Verblichenen ei­nige, den felsigen Höhen des Gamökarkogels entpflückce Alpenrosen und nahmen bewegt von den Manen eines der redlichsten Männer Oesterreichs Abschied. Unter ernsten Betrachtungen und bei leisem Sprühre­gen zog ich in Bad-Gastein ein. Dies ist ein eigener, ganz eigener Winkel der Welt, und ich bezweifelte, als ich dies zwischen Felsen eingezwängte Nest zum ersten Male begrüßte, ob es in der ganzen übrigen Welt etwas ihm Aehnliches gäbe. I m Verlaufe meiner Reise fand ich aber im Lenker-Bade im Canton Wallis ein überraschendes Gegenstück, welches mir ohne Zweifel im Bade Pfeffers in Graubündten, hätte mich, meinem ursprünglichen Reise­plane gemäsi, mein Weg dahin geführt, noch überraschen­der entgegengetreten wäre. Bad-Gastein liegt in einem Bergrisie, den die Gewalt der Gewässer durch die Granit­masie der Tauernkette gesprengt hat. Um Ihnen diese Lage begreiflich zu machen, muß ich Sie ü» Gedankenfiu­ge schon jetzt auf das Naßfeld führen, eine Alpe, die ich einen Tag später besuchte, zwischen 5 — 6000 Fuß über dem Meer erhaben, wohl eine Stunde lang und halb so breit, mit vielen Alpenhütten und einem Viehstande von etwa »0 Pferden, 450 Kühen und 200« Schafen bedeckt und — doch noch ein Thalkessel. Wie ist dies möglich? Sehr leicht; denn diese ganze Hochebene, der Spitze des österreichischen Schafberges an Höhe wenig nachstehend, ist ringsumher von himmelanragenden Tauern von 8000 — 10.000 Fuß Meereshöhe umschlossen, auf welchen ewiger Schnee und ewiges Eis starrt. Die sie umgürtenden Glec­scher bilden unerschöpfliche Brunnenstuben, welchen —nicht aus winzigen Leitungen von Menschenhänden, sondern aus ewigen Granitkanälen der Mutter Natur— unzählige Was­serfälle encrauschen, und, hier klein wie Fäden, dort ge­waltig, wie Riesenschlangen — von allen Seiten auf den durch sie mitunter mit dem fruchtbarsten Bergschlamme ge­düngten Rasenkessel herabplätschern, der in undenkbar wei­ter Vorzeit gewiß auf allen Seiten geschloßen war. Hier bildete also die schöpferische Natur allmählich einen bis zu den Tauernjöchern hinan fluchenden, großen Gebirgssee, der einst plötzlich den langsam durchnagten Bergwall nach un­ten durchriß und in der Richtung gegen Gastein fortwü­thete. Dieser Felsenriß läuft nun auch als enger Felska­nal von riesigem Gefälle durch anderthalb Stunden fort bis Böckstein, von der Gasteiner-Ache durchrauscht, die ei­nen Wasserfall nach dem andern bildet, unter welchen der Bären- und der Kesselfall (in deren Brandung der liebli­che Schleierfall von einer Seitenwand seine Schaumgar­ben mengt) die merkwürdigsten sind. Bei der sogenannten hohen Pforte vor Böckstein erweitert sich der enge Durchs bruchs.Kanal wieder zu einem Bergkessel, der in der Ur­zeit wohl gleichfalls mit einem Felsendamme gesperrt war, dessen Ruinen bei der sogenannten Schrede (wo jetzt Bad-Gastein steht, oder vielmehr hängt) unverkennbar sind. Unfern hinter Böckstein verliert sich dieser idyllische Wiesenkessel wieder in Trümmer des aufgewühlten Felsen­gerippes. Wo nun die Zerstörung am gräulichsten, wo es wie Trümmer einer Welt übereinander aufgebirgt liegt und wir schauernd vor der ehemaligen Kampfstätte der Götter und Giganten zu stehen vermeinen, und wo der Flußgott seine heulenden Wogen in 4 Stürzen nach ein­ander in das weite, ruhige Hof-Gasteinerthal hinabjagt — auch einst ein lang hingedehnter Bergsee vor der Klause gegen Lend war, da ist das Wildbad an die unterwaschenen Felstrümmer des durchgebrochenen Bergwalles, die immer­während von der ihnen einst unabwendbar bevorstehenden Zerstörung zu zittern scheinen, hingeklebt. Es ist eine grausenerregende, man möchte sagen, eine wahnsinnige Si ­tuation; aber die Natur braucht lange, che sie ihre Zer­störungswerke vollendet — und so stehen denn die winzigen Paar Häuserchen schon seit grauen Jahrhunderten am Ab­grunde hingellebt, und so werden sie wohl noch durch fer­nere Jahrhunderte stehen, bis ihnen — was früher oder später denn doch ein Mal geschehen muß — der Wogenstru­del einst die Wahl läßt, ihm entweder das Feld zu räu­men im ungleichen Kampfe, oder von ihm auf Nimmerauf­stehen in die Tiefe hinabgebo>'t zu werden. Ich sprach von einem Paar Häuserchen, und es sind deren in der That nicht mehr, als etwa zwei Dutzend, diesich— darun­ter aber auch recht stattliche und geräumige Gebäude, welche nur die über allen Ausdruck riesige Natur zur Winzigkeit herabdrückt—'halbmondförmig um den Abgrund herumziehen, durch welchen 4 prachtvolle Wasserfälle nach einander herabdonnern und die Luft, ja selbst die Häuser rings umher mit Rauch und Wasserstaub erfüllen. Das alte, hölzerne Straubinger-Haus, dicht am untersten Was­serfalle hängend, hat europäischen Ruf. Ihm zur Seite steht das neue Haus desselben Badewirches, ein geräumi­ges, schönes Gebäude — gegenüber aber, auf einer Erhö­hung, das unter Salzburgs erzbischöflichem Negimente errich­tete stattliche Schloß, offenbar auf dem schönsten Platze 3ES des ganzen Ories, gewöhnlich an vornehme Gäste vermie­lher. Dicht hinter dem Schloße donnern die höheren Wasserfälle herab, auf wahrhaft grauenerregender, doch durch Anlagen und Brücken möglichst verschönertcr und zugäng­lich gemachter Stelle, nicht unpassend ^die Schreck" ge­nannt. — Auf der rechten Seite (von oben herab gerech­net) stehen — oder hängen vielmehr—die meisten Häuser am Abgrunde — meistens alte, mitunter hölzerne Gebäude, mit ängstlicher Benützung eines jeden freien Plätzchens bunt und wunderlich durch und übereinander gewürfelt, wie etwa wilde Bienenkörbe in den Ritzen und Fugen ei­ner abgerissenen Felswand. Die immerwährende Feuchtig­keit der Lust, der stets eindringende Wasserstaub mag hier in kurzer Zeit auch das festeste Baumateriale mürbe ma­chen. Der linke Flügel ist die Glanzseite Gasteins; hier ist die anspruchlose, aber überaus nette, reinliche und wohnliche, mit dem freundlichsten Gärtchen verschönerte Villa Sr. kaiserlichen Hoheit, des Erzherzogs Jo­hann, — ihr zunächst die stattlichen, modernen Häuser der Grafen M o n t e c u c o.l.i und Provench «re. In dieser Gegend wären wohl noch mehrere Bauplätze; es will sich aber Niemand daran wagen, weil hier, w.o kein Bauma­teriale vorhanden ist, und Alles tief .aus dem Lande herauf­geschafft werden muß, das Bauen unglaublich hoch^ und wie ich aus glaubwürdigem Munde vernahm, ein mäßiges Haus schon beiläufig auf L00.000 st. zu stehen kommen soll — w welchem Anbetrachte die Badegäste allerdings keinen An­laß haben, sich übe,r unmäßige Anforderungen von Seite der hiesigen Vermiether zu .beschweren. Ich war an ,ein.em Sonntage gegen die Mittags­stunde eingerückt und sah daher, .da überdies eben die glänzendste Baoesgison ,uar, unser.österreichisches Monere» in seinem glänzendsten .Lichre. Alle Wirths- und Schank­häuser .wimmelten v.on Landleuteli, .die sich's nach beendetem Gottesdienste gütlich seyn ließen; jedes interessante Plätz­chen , vorzüglich aber das Gezelt vor'm alten Scraubinger­hause wimmelte von Badegästen aller Klassen und Natio­nen— worunter ich besonders viele Preußen bemerkte — und dg überdies mehrere Buden aufgeschlagen Waren, so war das Ganze einem kleinen Iahrmarktgemälde aus Plun­deröweiler eben nicht unähnlich. Diese Zeit ist die schick­lichste zur Besichtigung der Badkirche,.in welcher ein Ge­mälde uns die Sage von der Entdeckung des Wildbades versinnlicht. Bekanntlich erfolgte diesilbF um das Jahr «80 durch einen Hirschen, welcher, von einem Jäger verwun­det und verfolgt, sich bis zur Zelle der Heiligen Primus und Felizian flüchtete und dort von den frommen Männern beschützt, seine Wunden in der Wunderquelle wusch und ausheilte. Eine andere Sage meldet, daß drei fromme Männer den Bewohnern des tiefern Pongaus in der Vor­zeit den Weg in diese segenspendende Vergeinsamkeit hin­auf gewiesen hätten, und in der That ist das Andenken derselben durch eine alte Kapelle an dem Wege, welcher über die Höhe zwischen Klammstein und dem Bärenkogel aus dem Pongau nach Dorf Gastein führt, durch die Be­ nennung dieses ältesten aller hiesigen Verbindungswege „zu den drei Wallern" verewigt. Eine halbe Stunde nach 12 Uhr versammelt sich der größere und elegantere Theil der hiesigen Badegäste, so weit der Raum es gestattet, an der t!lkl<- 6' l»>t<3 im al­ten Straubingerhause. Wir waren über 120 Gäste und wurden recht gut (was auch die in den deutschen Badeör­tern verwöhnten Gaumen einiger Ausländer einwenden moch­ten) und dabei billig bedient, wenn ich nicht irre, das Cou­vert zu 36 kr. C. M . Zwischen jedem Gerichte ließsich aus dem Vorzimmer eine ganz erträgliche Musik hören, ein besonders bei größeren gemischten Tafeln angenehmer geistiger Zusatz zu der leiblichen Nahrung, wobei die Conversation mehr befördert als gehemmt wird. Der Erzherzog speist in der Regel an dieser Tafel und ich bemerkte mit inniger Rüh­rung, wie — bei der tiefsten Ehrfurcht für seine erhabene Person — die ihm, wie überhaupt jedem Mitgliede des Durchlauchtigsten Kaiserhauses eigenthümliche einfache mit der gemüthlichsten Herzlichkeit gepaarte Würde der anstän­digen Fröhlichkeit, die an der so gemischten Tafel herrsch­te , nicht den geringsten Zwang auflegte; es war gleichsam eine große Familie, die unter dem lächelnden Ucberblicke eines geliebten und verehrten Hausvaters sich einer gesit­teten Fröhlichkeit hingab; es war ein Bild wahrer Pop«, larität unter der Aeg.ide der heiligsten Würde. Neben .dem Erzherzoge saß der hochgeachtete Graf Sternberg , der seither leider hinüber gegangene ehrwürdige Gelehr­te von europäischem Rufe, und die beiden hohen Männer, mit geistigem Ueberblicke über eine bei langem thatenrei­ch.em Leben erprobte Welt von Erfahrungen und tiefstem Wissen, schienen fortwährend in eifrigem Gespräche begrif­ fen. Nach etwa fünf viertel Stunden erhobsich die ganze Gesellschaft und ging auseinander, bis auf wenige einzelne Gruppen, welche bei traulichem Gespräche und Durchblät­tern einiger aufliegenden Tageblätter im Saale oder un­ter dem G.ezelte vor dem Hause zurückblieb.en.. Für gesell­schaftliche Unterhaltung ist hier so viel als gar nichts ge­schehen; man lebt ganz seiner Gesundheit und der Sorge für deren Wiederherstellung, man macht bei schönem Wet­ter kleine Spaziergänge und bringt die schlechte Zeit etwa bei einem Buche oder einsamen Betrachtungen, oder noch lie­ber bei Gesprächen mit alten und neuen Bekannten hin. Die­ser unschuldvolle, wahrhaft idyllische, den verfeinernden Genü­ße» anderer Badeorte so entfernt stehende, gesellschaftliche Zustand machte auf mich — der ich freilich nur durchwan­derte und nicht in Erfahrung zu bringe» in der Lage war, wie er in der Länge zusagt — einen sehr wohlthuenden Eindruck; ich bezweifle aber nicht, daß er manchem ver­wöhnten Badegaste sehr einförmig dünken und il)N in die­ser tief melancholischen Gegend, besonders bei ungünstigem Wetter And körperlichen Leiden, äußerst trübsinnig stim­men mag, welche Stimmung selbst den launigen Blum­auer dergestalt in üble Laune setzte, daß er sich bekannt­lich zu einer Art von Schmähschrift im Fremdenbuche des Bades verleiten ließ. (Fllrtsctzuug folgt.) 3O9 Fruchtkörner. Wie auch in unserer Zeit Treue und Glauben ver­loren gingen, so kann man doch einem deutschen Dichter, wenn er sagt, er sey arm, unbedingt, ohne Eid oder andere Bekräftigung auf's Wort glauben. Hast du gute und getreue Nachbarn in deiner Umge­bung, so hast du in der Gefahr das sicherste Vollwerk. Wie die Eiche kracht, bevorsie zu Boden schmettert, eben so machen die Stolzen viel Getöse, Lärm und Aufhebens vor ihrem Untergange. Ein eitler Mensch wird in Gesellschaft nur deshalb von seinen ehemaligen sogenannten dummen Streichen re­den, um die Leute glauben zu machen, seine gegenwärtigen seyen lauter gescheite. Was ist die Vernunft? Mir kommt sie vor, wie ein tüchtiger Ziegenhainer, dessen sich der Mensch oft murrend und mit Widerwillen bedient, wenn er auf dem regendurch­weichcen Wege des Schicksals durch den Koch waten muß. Ein moralisch guter Mensch ist durch zwei sichere Zeichen kennbar. Das erste ist: Liebe gegen unbefangene Kinder, das zweite: Heiterkeit des Gemüches; denn nur selten fällt der Thau des herzlichen Frohsinnes auf ver­dorbene Herzen. Mancher fieisiige Mensch hat das Loos eines Wan­derers. Wenn dieser oft durch das dickste Gesträuch sich mühsam durchgearbeitet, Sümpfe durchwatet, sich hier an spitzigen Dornen geritzt und sein Kleid zerrissen, dort an einer Nessel verbrannt hat, kömmt er endlich auf die schöne freie Ebene und hat — lange Weile. Leopold Kordcsch, Nevue des Mannigfaltigen. I n einem Dorfe bei Laibach ereignete sich vor Kur­zem Folgendes: Der alte Hausvater in einem Hause war gestorben und begraben worden. Die folgende Nacht hör­te das junge Weib seines Sohnes in der nahen Küche ein ungewöhnliches Getöse und glaubte fest, es sey der Geist des verstorbenen Alten, der Hülfe suche. Sie weckte zit­ternd ihren Mann und beredete ihn, nachzusehen. Dieser, einer 'Meinung mit seinem Weibe, ging hinaus und frag­te bebend und sich bekreuzigend: „Vater seyd ihr es?« „„Ja!"» war die Antwort. „Was begehrt ihr?" — „„Daß du mir alsogleich die Hausthüre aufmachst.«" — Dies ge­schah denn auch ungesäumt, und der Mann kam an allen Gliedern zitternd in die Stube zurück, ohne denAbzug des be­quemen Geistes abzuwarten, dem es nicht beliebte,sich durch das Schlüsselloch durchzuzwängen, wodurch auch die Hausthü­re offen blieb. Tags darauf wurde es erst allen Hausbewoh­nern klar, welche Hülfe der Geist suchte; denn das ganze vor Kurzem zum Selchen aufgehängte Fleisch sammt vielen Würsten war aus dem Rauchfange verschwunden. I n gegenwärtiger Zeit wird Baiern sehr vom Raub­gesindel belästiget; es sind schon bedeutende Einbrüche und Räubereien vorgefallen, und die Straßen sind an vielen Orren unsicher. I n Poncscorff wurde ein Herr gerade in der Christ­nacht bestohlen. Den Tag darauf erhielt der Bestohlene von einer Frau t50 Franks, Wäsche, Tischzeug :c. — Zu seiner nicht geringen Verwunderung crtanme er darin die ihm gestohlenen Sachen und benachrichtigte den Pfarrer davon, welcher die Frau sogleich kommen ließ. Unter Thränen gestand diese endlich, daß sie in den Bestohlenen leiden­schaftlich verliebt sey und gehofft habe, dadurch, daß sie ihn, nachdem er ganz ausgeraubt worden, mit Geschenken überhäufe, ihm Dankgefühle einzuflößen, welche sich, wie sie hoffte und wünschte, bald in Liebe verwandelt haben würden. Trotz solcher unschuldiger Absichten wurde die Dame verhaftet. Unlängst füllte in.Laibach Jemand die Röhre seines Barometers. Da aber diese wahrscheinlich zu warm war, so legte sich das Quecksilber ganz fein an, so, daß er den schönsten Hohlspiegel bekam. Könnte man nicht auch die Zinnfolie bei dem Spiegelbelegen ersparen? Versuche würden vielleicht die Mühe reichlich belohnen. Der „Actionär" bringt die Nachricht, daß die Ver­bindung der Donau mit der Theiß mit einem Kanalbau auf Aktien wirklich zu Stande kommt. Baron Sin a steht an der Spitze des Unternehmens. Ein Genfer Arzt beschäftiget sich jetzt mit Versuchen, durch die er die größere oder geringere Verdaubarkeir ge­wisser Nahrungsmittel erforschen will. Er genießt die Speisen und sucht durch eine besondere Vorrichtung sie »ach ein oder zwei Stunden hervorzubringen, worauf er Untersuchungen anstellt, in wiefern sie durch die Lebens­traft und den Magensaft in nahrhafte Bestandch.'ile auf­gelöst werden. Die bisherigen Resultate sind beiläufig folgende: daß von allem Feische das Kalbfleisch und das Fleisch von jungen Hühnern am schnellsten verdaut werde, daß Nußkerne und Mandeln aber noch nach <> Stunden unverdaut waren. Nach seiner Erfahrung be­fördern Gewürze und zuckerreiche Liqueure (?) die Verdauung. Der ausgezeichnete Violinspieler Iäl l hat in dem nachbarlichen Triest unter den Auspizien des dortigen Ma gistrates eine Musikschule gegründer. Das Unternehmen verdient sowohl in artistischer, als philantropischer Bezie­hung alles Lob, da Herr Iäl l durch die Munisizenz des Stadtmagistrates in den Suand gesetzt ist, armen Schü­lern den Unterricht unentgeltlich zu ertheilen, was er auch auf die uneigennützigste Weise thut. Literatur. Die wahre Poesse schließt das Innerste des Herzens auf/ und dringt in seine verborgensten Tiefen. I n so vielen Formen auch die Krafl de« Genies oder Talentes auf das Gemülh des Lesers immer einwirken möge, so bleibt es doch außer allem Zweifel, daß ein edles poetisches Vermöge» die meiste Sicherheit für eine wohlthätige Anwendung derselben in sich trage. Musik, Malerei, und wie die schönen Künste alle heißen, mache» zwar auf unser Gemüth einen mächtigen Eindruck, aber die Wirkung beruht doch mehr in der oberflächlichen Region des Geschmackes und des Vergnügens; die Poesie allein vermag in das innerste Heiligthum der Seele zu dringen und ihre Macht entwickelt in ihrer Wesenheit eine Combinalion moralischer und intellektueller Eigenschaften, die mit der Verdorbenheit des Herzens und mit der Verkehrtheit des Endzweckes nichts genicin haben. Das Ge­heimniß des Dichters besteht darin, seine poetischen Bilder und Schöpfungen solchen Gegenständen und Begebenheiten zu entlehnen, d,e das menschliche Gemüth am meisten ansprechen, seiner Empfänglichkeit am nächsten liegen und überhaupt einer poetischen Nenrbeilung würd,g ss„d. Er muß sich ferner die Kunst eigen machen, durch eine endlose Varietät und Neuheit der Idee» die geringfügigsten Dinge der Welt und des Menschenlebens mit den sub­limsten Wesenheiten lranscendenlaler Philosoph« verknüpfen zu können und interessant zu »lachen. Doch, es ist Zeit, daß wir von der Materie auf die Sache selbst kommen. Es handelt sich hier um die uupartheiische Neurtheiiung eines Bandes Gedichte, die der Poetik unseres deutschen Vaterlandes eben so wenig Unehre machen, als sie der kranken, eklen Empftndelei unserer Heu» tigen Alltagspoesle nahe kommen; ja sie stehen, möchten wir sagen, in ci° »igen Beziehungen ganz eigenihumlich und originell d», und gehören un­sircilig zu den willkommensten Winterblulcn dieses Jahres. Es sind die in 3?O jüngster Zeit bei Tendie r und Tchnfe r In Wien erschienenen Gedichte Von Joseph Holz er. Dieselben zerfallen in 7 Abteilungen, wovon wir schon in einem früheren Blatte der »llZruinIia« bereits erwähnt haben. I n den Gedichten Holze r's tritt das edle Streben nach Originalität deut­lich hervor; dazu herrscht in vielen eine eigenthümliche Kraft und Lebendig« feit im Ausdrucke» richtige Auffassung und Durchführung, Neuheit der Ideen und Bilder, daß wir offen bekennen müssen, diese poetischen Spen­ den haben unsere Erwartung übertroffen; denn bescheiden und anspruchs­los hat der Dichter die Blüten seines Geistes nicht in auswärtige» Journalen ausgestreut, und außer in dem Klagenfurter Wochenblatte »l^arintni«« sind unseres Wissens nirgends welche öffentlich erschienen. Der Vers ist fließend, leicht, ungezwungen und korrekt, in» ganzen Buche stoßt man auf wenige Härten und nur die Ellision des Geschlechtswortes vor dem Hauptworte will uns an einigen Stellen nicht recht gefallen. liebergehe» wir nun in's Einzelne seiner Dichtungen. I n den »Lie­dern der Liebe« möchten wir de» Gedichte»! »Der Liebe Fcstlied« und »Demantlied," die sich durch Adel des Gedankens und Sinnigkcit auszeich­nen, dm Preis zuerkenne». Unter de» »N a t ur bi I d ein« , wo uns zwar Einiges an bereits Dagewesenes erinnert, bewegt sich: »Die Frühlingslust« und »Natur im Nraultleide« anmuthig. indeß : »Alpenphautasie,« »Auf den Bergen« und besonders »Alpenreise« überreich an schönen Bildern, sehr ansprechen. In der Abteilung: »Erinnerung an Kärnthcn« finden sich vortreffliche Gedichte; darunter ist »der Kampf am Großglockner« das kräftigste, und »am Millstädter See« das sinnigste, bilderreichste. Durch die »elegischen Gedichte« weht durchaus reiner, religiöser Sinn; darunter sind besonders »Schweigen« und »Distelblüte« wunderzart, weich und ergreifend. Zu,» Beweise nur drei Strophen aus letzterem - Wenn erstorben sind die Blüten I n des Sommcrs schwüler Luft. Steigt der Dorn bei Sturmeswüthen Aus verbrannter Erde Kluft. Dennoch mnß der Dorn auch blühen. Wie das Lied im Schmerze blüht, Blüten fallen, Freuden fliehen. Doch Erinnerung ewig glüht; Glühet fort in Herzens Falten, Duldcns Blüte bricht hervor. Wie am Dorn die Nlulgestalten Bei des Herbstes Nebelflor. Wir kommen jetzt zu den »B lllla de» und Romanzen.« Mö­gen uns auch von was immer für einer Seite Einwürfe geschehen, wir müssen nach unserer Ansicht bekennen, das uns H o l z er's Gedichte i» diese»! Genre am allerwenigsten angesprochen und befriedigt haben. Das Genre der er­zählenden Gedichte ist ein Feld, auf dem wenige neuere Dichter heimisch sind. »Die Priorei bei Ronen« (in 4 Balladen) heißt in der That nicht viel, ist an mehreren Stellen matt, der Vers selbst hinkt hie und da. »Die Ungetreue« ist nichts, als gereimte Prosa z. N . Da ging der arme Jüngling hin, Wiiß nicht, wohin er gekommen; Ih r aber keine Rose» blüh'». Den Harpar hat sie genommen. >e. ic. Drittes Verzeichnis der seit 1. November 1839 eingegangenen Museums-Beiträge. 7?. Herr Johann Schelesnikar, Cooperator in Triest. I n Silber. 1. Die Krönungsmünze der Kaiserin otti-oNua H,l,^u> 5lü als Königin von Hungarn 182Z. 2. Huldigungsmünze Kaiser Franzi. Wien 23. April 1782. 3. Ein Zwölftel-Gulden car«!»« Vl. D. 6, n, !. Hr-» ^rcl,ii!ux ^uxtri-«. ,7^0 , i. Dreißig Kreuzer Stück, n->ri» l'lx-r«^!-« o. 6 n, l. NVKI-5 8t,. >ini'iil Sinter llei I>nt!- S. in gr. ».) so wie Druck, Papier nnd Korrektheit des Wertes lassen nichts zu wünschen übrig, und wir schließen mit der aufrichtige» Vemcrknng, daß wir dem Verfasser den herzlichsten B.ifall zollen! — Leopold Kordcsch. Austüslmg der Charade im Blatte Nr. 89. Aufgabe. ^ 7. Die Größe eines halben Francs, «eor« iil, n. 0. Ilritt,, Ilßx, l'. v. l8ir>, üvßr«.- U«»i «ult, l<>,i mal X pei>5!,il. II. V, 3. I,i,o tre ltt pnrmi», 1796. t'srcl. l. II, I, l), «. l>nl-. I>!n, Vn,<, I>ux, 10. I n der Größe eines Fünfers: vinr. 'i'lis. 0. 6. I. il, II, et »I, .-»vs,.-!. lVIIni, »nx, I7ZU. 44. 17 l!'2 I?l'l»ne-! Lri/^o vux. Venet, >Ill, >l, nver«. 8^ucti>3 .^nreu« Ven«t. 12. U«!l I.!la. Nenel! XIV. l>uns, 37. XVII, l?56. 13. 25. c?ent. 1825. nve« llnüLei. »t.-lto« uk ^merien: R. ?I»rili»,^ I5niii». 14. l5 80U VON 6l0l-I» I7ZN, NV0!3 !>I«N. ?>'nv. 6a­I<'»«!ü. 35"t I n Kupfer: 15. i.l2 Kreuzer .>«!,>'. 'i'!,ere». v, l^, n.l. 1«. 5 Kopek, c?!,t>>l>l'inll II. 1770. 47. !>«ll!!!-,l 17L5, Kl-l!'. 1'!>e>-65. 18. 2ue «i^uc» vinee» v, <^, Ou»«t. et l'e>l>. Niil». I)et'«<>8«r. 18. >V. 182I. «. «. 20. IIn 8uls>eu« I?c)5. 21 . O»o d'«Ic!i. I)!,Im!>, et HII)l>n. 22. 'I'u>ue«e giüNiu. Nen. Xnnol. nunc, kettiino 6eIIl» IÜ,l:!<,1. 23. Fünf Stück der kleinsten Kupfermünze Ic»,<>col, ^«?6n>. Vnnnnill 6<>eet. 23. 2i>.<,>cc>e>>ti!!!>,«. 1801. 26. >Ie/,n<> N,>i«Le». Pin? «eptimn« >8l)2. 27. Ein Blei-Zeichen vergoldet, mit dem holländischen Löwen. 28. Ein Spielpfennig; dann im Baren zwei Gul­den zum Museal-Fond. 78. Herr Nüchtern , Feldapotheken-Senior: 18 Stück Militär-Schematismen des österreichischen Kaiserthums. Wien. 8vu. 1815, 16, 18, 2«, 21, 22, 23, 21, 2«, 2?, 28, 32, 33, 3l , 33,3«, 37, 38. Das Curatorium bittet diejenigen, welche etwa die fehlenden Jahrgänge besitzen, die Sammlung gefälligst ergänzen zu wollen. ?«. Herr Ioh. Mareshizh, Kaplan zu St. Michael bei Neustadtl, eine versteinerte cii^m^coi-.Muschel, aus einem Weingarten bei Landstraß; dann zwei Silber­münzen; drei einen Reichsthaler, l'liclerieuz Lui-u»»«­rum Kex, 17?3, Einen Zwanziger «ü-lrnluz v. <3. ». I. I>liueei>3 ,e5 unztrl», i6n? . 2. Fünf und zwanzig Kreuzer Stück. I?ei-cl. II. 8, Ilo. Iü!,,eril et tl!>5t, l'riu. Mi»» et Aled, .VI. 8. I>. Ui«i». iN-lz. 1'eo. 3. 8 1^2 Kreuzer-Stück österreichische Scheidemünze. 1802. 4. Eine Mailänder Qira. Med. et iu-mt. vux. 1782. sehr verwischt. 5. Zwölf Kreuzer Scheide-Münze. 1783. «. Ein Sechstel-Thaler. Hier« «!>i>. »ver« ^»»tirt i8un. ?. Polnisches Sechsgrofthen-Stück. 8>8>«. Hl- 0. «. ÜLX. I'ul. lt)25. 8. Zwölf einen Neichsthaler. !>><«,, Nor,,»«, Nex. 17^ . 9. Markgräfiich Brandenburgische Scheide-Münze. 1726. 10. 210 eine feine Mark, llniulu» rr. o.cl. M. «lul. et U. ,jn«lirt 1772. ^»«lii-l. 11. Ein Olmützer Groschen onl-ulu« I), «. Ri>. «Ic>­lnut. livers vnx. 8. Il, I. ?riucei>3 llo. Ou. llo, Oum. 1(^76. 12. Ein Olmützer Groschen 1683. 13. Groschen ^ei-c!. II. 1621. 14. Groschen »nx, «»». L>>, 8l»!i8d. 1678. 13. Groschen !<'ei<>. liüi-ui. 1). «. H>cl,. /Vuzt. i65u, 16. Eine römische Münze. Ve,l»äi!inl!5. 17. Groschen ci,iui>,3 vi. «ui«. imi>. ». H. 17I3. llvei'3 <^urie I>ucii>«. 18. I n der Größe eines Fünfzehners. Monetll 5>uvll ^enfliüeüzi«. 1657, Ueu« 8>>e8, n»8tr!». 1». Eine unbekannte Münze, Stadt F,anau. 20. Klonet-^ Nc». elvi c?uu«. n, 6. n. 1. 22. Groschen, I.eup, I. 1W4. 23. 5»Il!i X. rorcl, I. 0. <3. I'I.io. I>»r. V. v»x. l7<>2. llver» ^I>tc> KI. I'i-utee»«!', I'llt. I n Kupfer. 1. Fünf Kopek-Stück rlttlinriiin, II. 1767. 2. 10 I.eptl» L«c >?-i»« ^ug, avor« 4. Eine I'e/.i'eUl N-Umn. et ^Id. Z. Eine kleine Münze I^xa? ^«7-°? 181c). «. Ein Sachsen - Weimar'sches zwei Pfennig Stück. 1826. 8. °N'. ll. 7. Ein Venetianer Soldo. 8. Ein Vorderösterreicher Kreuzer 1805. 8. Ein zwei i>ei>l» Stück 1834. 10. Eine kleine türkische Münze. 1223. 11. Ein Pfennig, IVIni-, 'I'I><>,re«, 1763. 12. Würtembergischer Kreuzer. 1827. 84. Eben dieser fünf Stück alte Banknoten ü 1 si., L s>., 5 fi., 10 fi. und 23 fl. 2. Ein künstlich zusammengelegtes Notenpult, wel­ches derZimmermann Lorenz Boschitsch aus Draga, Pfarr Sittich gemacht hat. 3. Schirmbrief, i!«!,,. 27. Februar 1769, auf Perga­ment des Stadt Magistrates Laibach, über das bei St. Florian gelegene Eckhaus an Maria Petschin Witwe, sammt anhangendem Stadt-Siegel. 4. I»»t>'un>ent>,m f»«<>n!8 tÄnnnicn,«« I>'I:,<-I,e,>s<>l­ilonZi«. Gedruckt in Folio. Wien 27. Oktober i?28. 85. Herr <üi>-<>!!n»<> ito. 1. Ein dreißig Kreuzer Stück Scheidemünze. 1807. 2. 20 It. l'«t> U3 Im>> et Ü!K5, Dole»«»!'. l82s>. 3. ^u K. l'eti-uü I. In>i>. et Ul">» Helen«. 182s). 4. Ein H'ni'tlnnz; 6e<>rz;, IV. vel «rulw 182U. »ver» Lritt!»nllli»»> Itex, I?!,eter 1. i?8?. ?. Ein fünf dto. dto. n>l,,!!,l-iu!l II. 1776. 8. c?!»«Il!« IUI. I). 6. M5P, «ex. «eült. 9. Ei n Ulli««««, »eill-t, 10. Zwei unlesbare alce Münzen, »el,^. 11. Imp, , !>'. HnK. Vot. XX. 12. üulüoilul! iuvenil, «clüt, 13. t?uU8t!>uliu<>i>u!i, »vei? t!un52. 1 l. I»!l', KIl!x>u>il^!u,°! I'. '1'. ^»j;. llver» ^uvi Ouu»el­ 15. In,». 'I^eolluziu« l>. ?. ^u^» «ver« «ei>. Iteip. K. ^. l>. 16. Huwniu« piu«. 5>c!l>-t, 17. Eine punische Münze. 18. XX II. ^«üuueH VI. I). peeuui^. 13. Hn3. lielmllnienz l'nu. M. '1'>-, »ver« Ve«t!>. 20. 1^. Vl>I. t?onl,tlm>.ill» Kud. 0. »vel« Oyucursili, Älilitum. 37„ 21. I'r^nnn ^v^. ... . 22. l>!>!ilii>n>,ul!« ... . «ollrt. 23 tonillu« «olll-t. 24. Nern. 8. P. 23. vom. I». Hmc». l»ve,'3 8. O. l». Imz». VI. 26. Olmstlm — u«. provilleutil» H,uzz. 2?. lüouztlmt 28 tminuu«. nver« Nep. Nein. 29 «nin»« Hug .. . u» XX . «ver« ?ort»n» odse­ llUl»u»!, p. ?. H»3. nvLr« Nep. N«ip. 81 . 0l»!3t!»»t Huz. »vors I?sl. 1'eini,. R«l»l»­ 32. Hu. VlUe. 8. ?. ?. Huz. llvsr« 6Iuii» Nomnnnrum >'. ». 33. Onn»tan 8. s>. ?. /Vu^. nver« LInril» Lxercitu«. 34. Maltheser Münze, «ll!!N!!N(ll!« pßrilinü <^lis llueel» >I»»: »i^nn I»!litl»mu« 170I . 33. !?. v. H». Müllvkl l!L VilKonil. In Iluo «ig»» ini- Diese 3 Münzen sind dem Museum sehr erwünscht und neu. 37. II. l>. II, Nszii I>ep. l»vsr5! Xnl,i!itll« ü«te»8i«. ?luch diese Münze in der Große eines Pfennigs ist für das Museum neu. 38. 'I'ouis Hl»5tl»i>!>ll III. Olillin. 1178. 39 . li>ll8il»u»k! «c.üt. 42. Hntouinu« Pin», ganz zerfressen. 43. DnmiUnüu«, unkenntlich. 44 . Oolü«cIU3 l. /V^rippll . . . Oa«. III. 8. N. 4 6. 0<«i»t,intiu8, unkenntlich. 47. Vulexliuinnuü ötu. 48 . l!t<>. 6lc>r. «<>m. 49 nori....!'. ?. Hn^. nver» 61<>r. Vom. 50. Ollluliiu« 6c>t!>l«u» «cnrt. 31 . dt«. l!t<». ll«l»i't. 32. Ein altes Banco-Zettel » 2 ff. und ll 10 fl. mehr­fach vorhanden. Inno Mln-7!.ils liell« truppe bllvnrs äsl <^o H^l>i)ita '1'!-!ß5t« l83I . 8«. Herr Ferd. Schmidt , Handelsmann, übergibt drei Eremplare der lielix un^oiiiul» «u»8Ml«^1er. 87. Herr Joseph Babnigg: Ein 8 1^2 kr. Silberstück, erbländisch. Einen ungarischen Silber-Groschen, ^inr.'liwr^i!.. 1744. Acht alte Kreuzer und Pfennigstücke. i>2 Stuber Jülich und Berg'sche Landmünze 1786. Eine i'nitu!.'» i?o3. Zwei Kopek 18H. >!»I>. Mlixiülin!!!»»« ^o»1)Iettf!. 58. Ein Ungenannter: I n Silber. I n der Größe eines Drittel-Thalers .'Nonern, nova Lüvllii«, ilver« 8it numou I)umiui Keuel«. Sehr schöne Präge. 6>o55u« H>^. tr^rt Polo «7. nvers sigi«. III. v. 6. Nex. pown. l>tn. 1N0. 1621. 3'.>ul?x. mi>^cl» pui-n c?ul. l. ß!^. ««'x. pul. 51. 0. Q, Ein Silberkreuzer, l<'erc!. D. 6. «. Hn^. i533. »ver» ElN 'ris!erlel!3 0. K. m. n. 0. I». 175g. Ein Schlesischer Silberkreuzer, unleserlich. Vier römische und vier unleserliche neuere Kupfer-Münzen. 89. Herr Jacob Ieglitsch, Pfarrer zu St. Margarethen bei Klingenfels, Venti »nlcli iVismor er« 'l'ui ^liKlin.'» Virzu. nvsr« 8. M. Veuet. Hlu^. »I<»ckuiZ,,i«. 92. I m Tausche für einen Dukaten von Mathias Cor­vinus , erhielt das Museum einen Dukaten von Pfalzgrafen Carl Theodor von Baiern. «vor» Lx H»ru vlniuliil »780. 93. Ein Ungenannter übergibt ein Päckchen Schriften aus dem Verlasse des vr. F-austus Gradischek zur belie­bigen Auswahl. Das Curatorium fühlt sich dem edlen Geber höchlich verbunden ; einerseits, weil diese Papiere dem Vatcrlandsfreunde alle Materialien darbieten, um aus diesen die Geschichte des in Laibach errichte­ten Convents der Barmherzigen Brüder im Jahre 178«, und dessen Auflösung am letzten Occober 1811 kennen zu lernen; andererseits, weil sie die Erinne­rung an einen stillen, redlichen Krainer, im Dorfe Gamling unter Großkahlenberg gebürtig, wecken, der auf der Universität zu Prag am 30. Juni 180« zum Doctor der Chirurgie diplomirt wurde, der ununter­brochen dem Spitale sich widmete, der als Prior und Präfekt des Convents der Barmherzigen Brüder die Achtung und Liebe aller Bewohner Laibachs sich er­warb, dem viele ihre Wiedergenesung verdanken, und der, nachdem er sich auf ein kleines Landhäuschen, I'l»u«t>i!l>ll»!i, genannt, eine Stunde von der Stadt entfernt, zur Ruhe begeben hatte, den von Nahe und Ferne anströmenden Menschen bis zu seinem letzten Lebenslage gerne und liebreich Hülfe leistete, und da­her auch in dem dankbaren Andenken Aller lebt. 94. Herr Mischitsch, Handelsmann und Hausbesitzer in Laibach, übergibt eine noch nicht bekannte Abart einer Aalruche Oieuelc), aus der Unzgrotte bei Planina. Sie ist oben gelblicht ins lichtgrüne spielend, unten silberweiß. Herr Langus hat der Seltenheit und Unhaltbarkeit der Farbe wegen, selbe in Oel gemalt, und sein Pinsel hat auch hierin seine Meisterschaft bewährt. Das Museum verdankt der Aufmerksamkeit des Herrn Mischitsch diesen seltenen Fund, und das Curatorium glaubt, nicht oft genug die Bitte wieder­holen zu können, daß alle jene, welche welch' immer Gattung Thiere erhalten, auf selbe aufmerksam seyn wollen, und falls sie eine Abweichung von der ge> wöhnlichen Form bemerken, diese wenigstens zur An­sicht dem im Museum stets anwesenden Herrn Cu­stos Frey er senden wollen, damit, wenn nicht das Thier selbst, doch wenigstens die Beschreibung desselben in das Museum hinterlegt werde. (Fortsetzung folgt.) Lllibach. Druck und Verlag von Joseph Nlasuik.