Schriftleituno: «athauSgasse Nr » leiet&o» Kl. tl. intmntai. C »icAtiinti: Zig»» (»n »,«»»h«e »er««»»-». fmi-Ugel ton 11—11 Uhr im. H-nt'ckrndn, BKctfll »tat intUtf8t;ftni, BMBtalofe Et». I ratuegm nicht teru4fl*ttai. Inttintigingcn «m die (trrniltaag jejrn «*tt*««ng der billig« lest-»dtcDtcn «Mmtrrn fntgrgm. — »ri Wedrrholinge» Vrci*-«chl«» tu .XrutlAcBo4t" nMfini i»»e» Kitt ist. 4 und € am! tag ■MM. SO.690. Verwaltusa: Ra»hau»«asse Nr. S I-!-»»«» Nr. »1, ir.tmtri>*i vrz»l>ttkdiazonge» Dirch Mc P«I> taeara: Pi«teliä»iig ,,.11« M*HMf . . . i K C40 ««lUjihri, . . . . K 18*80 j$Sr «Ult «tl Z-ft-IMl« >:>» Hau« -visn»tl>» . . . . » 1 l« Vierleliihrig . . . « » H»IiPIKi, ...««— «»iiiMrtg . . . . » U- «Utl Rußland erhöhe» flch dle c,»g»ge»>«iiei, »«die »«her»» Cingelriltti ttunrcoKntl «eilen MI (lii «rbrftrltinj. Ar. 65 HiM Samstag» IB. August 1910. 85. Jahrgang. An die Wählerschaft der Gemeinde Umgebung Cilli. Am 22. unb 23. August werden die Wähler der Gemeinde Umgebung Cilli zur Wahlurne schreiten, um eine neue Vertretung zu bestelle», welcher die Fürsorge für das wirtschaftliche und geistige Gedeihen dieser so entwicklungsfähigen Ge-meinde anvertraut werden soll. Die bisherige Ge-meindevertremng hat, darüber besteht kein Zweisel, ihre Ausgaben nicht erfüllt. In jeder Beziehung sind die gegenwärtigen Zustände in der Gemeinde unhaltbar. Die ganze Gemeindewirtschast ist zurück-gegangen. Die Gemeinde wurde von mehreren, die sich bereichern konnten, ausgebeutet. Die meisten Ortschaften sind gänzlich vernachlässigt. Die Um-lagen haben eine unglaubliche Höhe erreicht, ohne daß damit irgend ctwaS Nennenswertes geleistet würde. Sie sind bedeutend höher als jene in der Stadt Cilli, wo die großen Bedürfnisse eines Städtewesen» zu befriedigen sind, wo für Straßen, Kanäle, für Gesundheitspflege, für das Schulwesen, und für alle dir notwendigen Einrichtungen, die in einer modernen Stadt bestehen müssen, ungeheuere Opfer gebracht werden. Unter den zahlreichen deutschen Wählern der Gemeinde Umgebung Cilli, sowie in alle» Kreisen der unabhängigen Bauernschaft, die weder von der Geistlichkeit, noch von den Advokatenschreibern ver-hetzt sind, haben sich die Ueberzeugung gebildet, daß eine dem Gemeindewohle dienende Wirtschaft in der UmgebuugSgemeinde nur dann möglich ist, wenn zwischen der Stadtgemeinde und der Um-gebungSgemeinde Friede herrscht, wenn Bürger und (Nachdruck v«bol«n). Aer Hag von Wörty. Don Dr. Paul Sraatz. Frankreich hatte das Glück der Waffen vergebens reklamiert. Sein Stern war von düsterem Gewölk umnachtet; alle Hoffnungen, daß er wieder glänzen und funkeln möge, sollten zunichte werden. Tin-sichtige Männer hatten dies von Ansang an gesehen. Ihre Mahnungen und Warnungen aber waren über« schrieen worden. Nun sollte fast jeder werdende Tag diese« blutigen Krieges ihnen recht geben. Denn die Geschicke der Weltgeschichte sind gerecht und voll-enden sich nach den ehernen Gesetzen von Schuld und von Sühne. Die feindlichen Truppen waren nach der Schlacht von Weißenburg immer näher aneinander gekommen. Mac Mahon hatte am 5. August bei dem Dorfe Wörth im Tale der Sauer eine feste Stellung ein« genommen, durch welche er die von Straßburg nach Metz führende Bahnstrecke zu decken gedachte. Um dies auszuführen, stand ihm eine Truppenmacht von 45.000 Mann zur Verfügung, die er auf dem hügeligen Gelände strategisch nicht ungeschickt aus« gestellt hatte. Das von ihm okkupierte Terrain, dem hier und da noch durch Schützengräben und Verfchanzungen nachgeholfen war, wurde etwa durch das Dreieck Wörth-Elfaßhausen-Fröschweiler markiert. Im letzteren Orte, als dem Höchstgeboten, hatte der französische Marschall sein Hauptquartier auf« geschlagen. Ballern gemeinsam sorgen und gemeinsam wirken, die Ueberzeugung, daß im Zeichen des Friedens und der Eintracht für beide Gemeinden die schweren Lasten des öffentlichen Lebens erleichtert »nd beide einer besseren und schönereu Zukunft entgegengeführt werden könne». Das ist die Wahlparole, mit welcher die deutsche Wählerschaft und die unab-hängige» Bauern der UmgebuugSgemeinde in diesen Wahlkamps ziehen. Es handelt sich hiebei um keine nationale Bedrückung, eS handelt sich nicht darum, daß irgend jemandem nationale Rechte weg-genommen werden sollen. ES ist eine rein wirt-schastliche Fürsorge, die Fürsorge des ehrlich den-kenden Steuerträgers für das Gedeihen beider Ge-meinden. Niemandem zuleide, nur im Zeichen des Friedens werden wir zur Wahlurne gehen und in diesem Zeiche» fordern wir alle Wähler, denen das Wohl der Gemeinde Umgebung Cilli am Herzen liegt, auf, am 22. und 23. d. M. vollzählig an der Wahlurne zu erscheinen und die Stimmen auf die vom Wahlausschüsse der deutschen Wähler und der unabhängigen Bauern ansgestellten Kandidaten zu vereinigen. Die Gegner entfalten eine sieber-hafte Tätigkeit. Sie arbeiten mit allen Mitteln. Deutschfreundlichen wird mit WohuungSkündigung, mit wirtschaftlichen Schäden gedroht und es wird sich das Gericht mit diesen Uebertretungen des Wahlschutzgesetzes zu befassen haben. DaS Wahl-lokal wurde so gewählt, daß ein großer Teil der Wählerschaft nur mit schweren Opfern an Zeit zur Wahlurne gelangen kaun und es wird berichtet, daß dem Gastwirte Fasarinc, welcher auch ein Schoßkind der gegenwärtige» Machthaber ist, dafür, daß die Wahl in seinem Gasthanse stattfindet und er an diese» beiden Tagen aus den Ausschank ver-zichtet, eine Entschädigung von 600 Kronen gezahlt wird, eine so enorme Summe, daß man als Steuer- Die deutsche Avantgarde hatte gleichsalls schon am Abend des 5. August die Höheuzüge östlich des SauerbacheS erreicht. Gleich am frühen Morgen des 6. August begann denn auch der Kampf. Die Franzosen eröffneten ihn mit einer ziemlich heftigen Kanonade, die sich hauptsächlich gegen das von Prenschdors heranrückende fünfte Korps unter General Kirchbach richtete. Nun griffen natürlich auch die Deutschen, besonder» die Bayern, in den Kamps ein. Da» zweite bayrische Korps unter General Hartmann ging vom Norden her über Mattstall und Langen -sülzbach zu Angriff über. Namentlich bei Frösch-weil« wurde nun da» Gefecht recht lebhaft. Aber auch südöstlich von Wörth, bei Gnnstett, begann eS sich zn regen. Dort hatten die Vortruppen des Bose'schen — 11. —KropS den Bach überschritten und waren zum Angriff auf den rechten ftanzösischen Flügel vorgegangen, der im Süden von Elsaßhausen am Abhang des Niederwaldes postiert war. Vor der Hand aber blieben die Franzosen noch immer im Vorteil. Doch noch immer handelte e» sich gewissermaßen nur um Vorgefechte. Der eigent-liche ernste Kamps setzte erst um ein Uhr mittags ein, als der preußische Kronprinz persönlich den Befehl übernommen hatte. Da» KorpS Kirchbach, das feinen Stand im Zentrum hatte, hatte noch immer die schwierigste Arbeit. ES mußte unter fürchterlichen Verlusten gegen Wörth und gegen die dahinterliegenden Höhen vorgehen. Wörth selbst wurde zwar verhältnismäßig leicht genommen. Zu einem weiteren Vordringen träger dagegen aus daS heftigste protestieren muß. Herr Fasarinc ist zu beneiden, daß er ohne Regien an zwei Tagen einen so riesigen Betrag verdient, nur damit er und seine Leute leichter gewählt wer-den sollten. Dieser eine Fall ist ein Zeichen für die gegenwärtige Wirtschaft, bei welcher diejenigen, die den Machthabern genehm sind, wirtschastliche Vorteile über alle Gebühr beziehen können. Diese Wirtschaft muß gebrochen werden, daS muß jeder ehrliche Steuerträger der Gemeinde Umgebung Cilli zugeben. _ Die SoMdemoknttie und und die flawische Gefahr in Drflerreich. (Dritte Fortsetzung.) Aus Furcht, durch irgend eine den tschechischen Wünschen zuwiderlaufende Haltung den Unwillen des tschechischen Flügels zu erregen, sind, seitdem die tschechische Sozialdemokratie sich ausdrücklich al» nationale Partei erklärt hat, die Sozialdemokraten deutscher Zunge peinlichst bemüht, bei Verhandlungen nationalpolitifcher Fragen im Parlamente bei den Tschechen nicht anzustoßcn. Au» einer ganzen Reihe von Abstimmungen u.id Aeußerungen von Parteiführern sowohl als auch von der Preffe spricht unzweideutig da» Bestreben, den Tschechen zu ge-fallen. So haben wir e» im Jahre 1909 in Nieder-österreich beobachten können, als hier durch da» Eingreifen der tschechischen Sozialdemokratie der Nationalitätenkamps entfacht wurde. Die frechen Ansprüche ans Geltung ihrer Nation und Sprache im rein deutschen Stammlande der Monarchie san-den bei den deutschen Sozialdemokralen stet» bereite Unterstützung. Mau begnügte sich nicht mehr da-mit, daß mau die sozialdemokratischen VereinShäuser aber waren die Truppen vor der Hand noch zu erschöpft. Sie mußten warten, bi» sich nennen»-werte Erfolge auf den Flügeln bemerkbar machten. Und das währte garnicht allzulange. Da» Korps Bose, das erst von den Franzosen wieder über den Sauerbach zurückgedrängt worden war, hatte bei einem erneuten Angriff den rechten Flügel der Gegner zu Boden gerannt; MorSbronn, Albrecht»-Häuser Hos und Eberbach waren in den Händen der Deutschen. Ein nochmaliger Kavallerieangriff der Franzosen war durch heftige» Jnsanterieseuer seitens der Deutschen völlig wirkungslos gemacht worden. Nun aber beginnt ein entsetzlicher Kampf um die Hänge deS Niederwaldes. Hier muß jede Hand-breit Erde erobert werden. Und immer wieder heißt e»: einen Schritt zurück, >venn man ein paar Schritte vorwärts gemacht hat. Angriff folgt auf Gegen-angriff. Dazu brüllen die Geschütze und die Kugeln des Kleingewehrfeuers zischen pfeifend durch die pulvergeschwärzte Lust. Wohl gelingt es den Preußen, sich im Nieder-wald festzusetzen. Der errungene Standpunkt ist aber kein angenehmer, denn er steht ganz unter dem sran-zösischen Feuer, das von den Elsaßhauseuer Höhen ununterbrochen herniederprasselt. Das währt nahezu zwei Stunden. Aber um halbdrei Uhr ist auch Elsaß-Hausen genommen. Nun wird die französische Stellung immer un-haltbarer. Mac Mahon will sich aber durchaus halten. Er befiehlt erneut den Angriff auf die £leui|dje juaaft Nummer 65 in Wien den Tschechen für ihre nationalen Beran-staltungen stets bereitwilligst zur Verfügung stellte und ihnen immer neue Gelegenheit gab, ihre natio-nale Organisation im Lande zu stärken. Die Eozialdemokraten deutscher Zunge gingen vielmehr ganz offen mit den Tschechen, wen» diese irgend eine neue Herausforderung gegen die Deutschen irgendwo in Szene setzten. So bildeten sie bei den nationalen Zusammenstößen in Schwechat, im Nor-den NiederösterreichS und bei der bekannten Provo-fationSfahrt in die Wachan die Schutztruppen. Das war aber nicht bloß in Niederösterreich so. Auch auf dem klassischen Boden des Nationalitäten-kampfeS in Böhmen fanden wir vielfach die deuische Sozialdemokratie auf Seite der Tschechen, wenn diese irgend einen nationalen Vorstoß gegen die Deutschen unternahmen. Das ging soweit, daß die „Arbeiter-Zeitung" im November des Jahres 1908 eine Danksagung des Klnbs der tschechischen Sozial-demokraten veröffentlichte, in welcher den deutschen Genossen die Anerkennung dafür ausgesprochen wurde, daß sie sich der Minderheit der Tschechen in Nordböhmen angenommen hatten. Als es in Prag wegen der wüsten Pöbelausschreitungen gegen die Deutschen, wegen der mit Raub und Gewalt-tätigkeit verbundenen RoheitSakte der Tschechen gegen die Prager Deutschen zur Verhängung deS Standrechtes kam, waren es wiederum die deutsche» Genossen, die sich a« die Spitze der parlamentarischen Aktion stellten, durch die daS zur Wiederherstellung der Ordnung verhängte Standrecht aufgehoben werden sollte. Und als man im niederösterreichischen Landtage den Gesetzentwurf beriet, durch deu die deutscht Sprache als alleinige Unterrichtssprache an den öffentlichen Schulen NiederösterreichS festgesetzt werden sollte, da waren eS wieder die fünf sozial-demokratischen Abgeordneten deutscher Zunge, die allein dagegen stimmten und sich nicht entblödeten, durch ihren Wortführer als Grund ihres Verhaltens sagen zu lassen, die Angelegenheit sei zn wichtig als daß man sie im dringenden Wege erledigen könnte. Ein anderer Grund war den Herren nicht eingefallen und so griffen sie zn diesem, obwohl er doch der widersinnigste ist. Die Sperrung des Reichsrates infolge der tschechischen Obstruktion konnte anch an dieser Haltung der deutschen Sozialdemokraten nichts ändern. Sie entrüsteten sich zwar darüber, daß man das Abgeordnetenhaus des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes, in dem sie ihr Parlament sehen, nach Hause schickte, sie fanden aber nicht den Mut, die Herren Klofac und Genossen, die die Schließung deS Parlamentes gewaltsam herbeigeführt hatten, zur Verantwortung zu ziehen und dieses nur mit Rücksicht auf ihre tschechischen Genossen, die ja wie in allen anderen Fällen, auch iu diesem vollständig auf Seite der Tschechischnationalen standen. Der selbstbewußte Ton vorher, als die »9 Genossen ins Parlament einzogen und der in der nicht miß-zuverstehenden Drohung ausklang, die Vertreter der Arbeiterschaft würden, gegebenenfalls mit den Preußen. Elsaßhausen soll ihnen wiederum entrissen werden. Aber ebenso wie die französische Infanterie wird auch die französische Kavallerie siegreich zurück-geschlagen. Menschenleiber. Reihen niedergemähter Reiter, die noch zuckenden Leiber toter Rosse decken die Walstatt. Inzwischen hat auch aus der anderen Seite des Gefechts das erste bayrische Korps, v. d. Tann, den AuSschlag gegeben. Nur langsam geht e» hier vorwärts. Erst gegen vier Uhr ist Fröschweiler in den Händen der Deutschen. Württembergische Truppen dringen inzwischen gegen Reichshosen vor. In Fröschweiler aber wütete die Kriegssurie am grausigsten: „In dem Kniepunkte des einen rechten Winkel bildenden Dorfes stand die brennende Kirche... In den Dorfgassen ein wirres Gedränge." So schildert ein Augenzeuge die Situation kurz nach der Erstürmung der Ortschaft, die so unendlich viel Menschenblut den beiden Gegnern gekostet hatte. Nun sieht Mac Mahon daß er sich nicht mehr alten kann. Er ordi.ete den Rückzug an. Aber ieser Rückzug wird zur panikartigen Flucht. Um 5 Uhr nehmen die Deutschen die Verfolgung bereits mit großem Nachdruck auf. Ein gewiß unparteiischer Berichterstatter, ein Korrespondent des „Siede" schildert diese Flucht mit den folgende» Worteu: „Welche Meng«! Greise, Frauen nnv Säuglinge auf den Armen, kleine Mäd-chen von 3 bis 4 Jahren, Geschrei, Geheul, Ge kreische, unendliche Trostlosigkeit. Man raffte an sich, soviel man eben mitschleppen konnte, und u-weilen auch noch mehr, als man zu tragen vermochte. äußersten Mitteln, die Störer der Parlamentsarbeit niederzuhalten wissen, war längst vergessen. Waren eS ja doch Tschechen und nicht Deutsche die durch ihre Obstruktion eine parlamentarische Arbeit un-möglich gemacht kalten. Ja die Liebedienerei für alles was tschechisch ist ging soweit, daß die Ge-nossen unter der Führung Dr. Adlers auch sür Herrn Klofac selbst eintraten als dieser die Ge-schichte seiner angeblichen Persekntion im März 1909 znr Sprache brachte. Die „Arbeiter-Zeitung" allerdings sagte, Klofac habe dafür gesorgt, daß niemand seine Ausführungen für wahr und ernst nahm. Bei der Abstimmung aber waren alle Sozialdemokraten, auch die „deut-fchen" Genossen, für Herrn Klofac eingetreten. — Als im Abgeordnetenhause im April 1909 der Au-trag des Abgeordneten Wolf, der für die verfolgten deutschen Studenten in Prag ansgiebigen Schutz der Behörde verlangte, znr Abstimmung kam, da stimmten die tschechischen Genossen natürlich gegen den Antrag, die „deutschen" aber entfernten sich. Der Antrag siel und die Sozialdemokraten deutscher Zunge haben dafür den Dank offen von einer Seite und in einer Form erhalte», die sie wohl sür immerwährende Zeiten und insbesonders für den Fall, wenn sie sich als Hüter der Nation anf-spiele» wollten, genügend kennzeichnen wird. Der ob seiner zn den Ausfällen gegen alle Dentschen bekannte Graf Sternberg war es, der, nachdem er die Deutsche» in Böhmen Einbrecher genannt hatte, ohne Widerspruch bei deu „deutschen" Genossen zu finden, diesen seinen Dank mit den Worten abstattete: „Ich garantiere, daß bei den nächsten Wahlen in den Wahlbezirken, wo sich tschechische Minoritäten befinden, jeder tschechische Stimmzettel sür den dentschen Sozialdemokraten abgegeben wird." Polilischr Rundschau. Inland. Die Zusammenkunft San Giuliano — Aehrenthal. Aus Rom wird berichtet: Die Begegnung des Ministers des Aeußern San Giuliano mit dem Grafen Aehrenthal wird am 29. d. M. in Salz-bürg stattfinden. Der italienische Minister wird am 30. d..M. zur Vorstellung beim Kaiser mit dem Grase» Aehrenthal in Jschl eintreffen. Der Gegen-besuch deS Grafen Aehrenthal soll im Spätherbste in Venedig stattfinden. Ein Tschecheneinfall nach Wien. Die Tschechen aus Böhmen wollen am 14. und 15. d. M. unter dem Titel: „Jagdausflug" von Prag aus einen A»sfl»g nach Wien unter-nehmen. Der Verein „Südmark" erläßt deshalb einen Aufruf, in welchem gegen diesen neuerlichen tschechischen Vorstoß protestiert wird. Daraufhin haben die Vertreter der Wiener Tschechen die Jnter- Die Männer sinken nnter der aufgebürdeten Last zu-sammen, selbst Kinder müssen tragen helfen. Wo-hingeht'S? keine Antwort. Nach einem einstündigen Marsche gelangen wir in das erste Dorf, welches sich ebenfalls znr Flucht anschickt: Ochsen, Kühe, alles wird vor uns hergetriebeu. Matratzen, Lein-wand, allerlei Effekten werden turmhoch aus vier-räderigen Karren geworfen und dabei wächst die Zahl der Flüchtlinge mit jedem Schritte." Der Sieg der Deutschen war ein großartiger. Der Feind, der die Vogesenpässe bewachen sollte, war nahezu aufgerieben. Die Zahl der Gefangenen bezifferte sich auf 9000 Mann. 1 Adler, 4 Fahnen und 28 Geschütze warnt erbeutet worden. Den Deutschen hatte der blutige Tag über 10.000 Mann gekostet; darunter befanden sich allein 489 Offiziere. Mac Mahon aber brachte, von den 45.000 Mann, mit denen er sich nm Wörth aufgestellt hatte, am Tage nach der Schlicht nur noch 15.000 Mann zu-sammen. so daß man die Zahl der verwundeten oder getöteten Franzosen, nach Abzug der in die Gefangenschaft geratenen oder desertierten, auf 20.000 ansetzen darf. DaS war ein furchtbarer, und zu-gleich auch entscheidender Schlag für den gallischen Hochmut. Um Napoleons III. Sache begann es immer schlechter zu stehe». In den Städten der Heimat war der Jnbel über den Sieg bei Wörth ein schier unermeßlicher. Noch spät am Abend las man in allen deutschen Städten das Telegramm des Kronprinzen: „Sieg-reiche Schlacht bei Wörth, Mac Mahon mit dem größten Teil seiner Armee vollständig geschlagen. vention der Polizeidirektion angerufen. Aber auch die Leitung der „Südmark" und der Verband der deutschnationalen Vereine NiederösterreichS haben der Polizei eine Denkschrift mit der Forderung überreicht, diesen Tschecheneinfall zu verbiete«. LandtagsergSnzungswahl in Körnten. Bei der gestrigen Ergänzungswahl ans der Wählerklasse des kärntnerischen Großgrundbesitzes wurden 60 giltige Stimmen abgegeben. Gewählt erscheint Albert Wirth (deutschnational) mit 59 Stimmen gegen JnliuS Ritter von Rainer. gur Flottmachung des böhmischen Landtages. Die „Reicheuberger Zeitung' erhält aus Kreisen deS Großgrundbesitzes über die letzte Aktion der beide» Gtuppeu des Großgrundbesitzes eine Dar-stellung, in welcher unter anderem ausgeführt wird, daß die letzte Session des böhmischen Landtages daran scheiterte, daß die Deutsche» gewisse Sicherstellungen verlangten, lvelche erst neue Verhandlungen notwendig machten. Wie in der l«tzten Zeit inosfizielle und unverbindliche Verhandlungen seitens der beiden Grnppen deS Grundbejitzes, die ihrerseits mit den Volkspartcien in Fühlung stehen, geführt wurden, so können die Ergebnisse dieser Verhandlungen als ein Substrat sür eventuell im Herbste zusammentretende Ausgleichskonferenzen betrachtet werden. Damit wäre ein bedeutender Schritt getan, da hiednrch der tote Punkt, auf dem wir ohne Zweifel stehen, übnwun-den wäre. Exbürgermeister Hribar. Die blutigen Septemberlage des Jahres 1909 in Laibach sind nrch in aller Erinnerung, jeder Ein-geweihte wußte damals auch, auf wen diese uner-hörten Ausschreitungen zurückzuführen waren. Die planmäßige, seit Jahren betriebene deutschfeindliche Agitation der slowenischen Parteien, an der in erster Linie der damalige Bürgermeister Hridar beteiligt war, halte diese ungesunden Ansvrüche verirrten VolksbewnßtseinS herbrigefühit. Für den Antrag der Landesregierung von Krain, die Bestätigung feiner Wiederwahl zum Bürgermeister von Laidach zu ver-weigern, war sowohl diese Erinnerung maßgebend, andererseits dürsten auch die politische Genesis Hribars nicht ohne Einfluß geblieben sein. Hribar ist der Führer der Laibacher liberalen Slowenen, er hat sich aber stets in seinen politischen Zielen über die Gren» zen Oesterreichs vorgewagt uud wurde zum Van-slawisten reinsten WasserS, und einer der wenigen Anhänger der Ziele des Herrn Kramar. Daß sich damit eine intensive Deulschenhetze verband, der er seit seiner ersten Wahl zum Laibacher Bürgermeister am 7. Mai 1896 nach berühmten Vorbildern den »öligen Nachdruck verleihen konnte, ist beinahe über-flüssig zn erwähnen. Die Tätigkeit des tschechischen BankenungeS fand i» ihm als Direktor der Ber-sicherungSgesellschaft „Slavia" die größte Förderung und im Mai wurde in Petersburg auf dem all-slawischen Kongresse unter seinem Borsitze die Bildung Auf dem Schlachtstede bei Wörth viereinhalb Uhr nachmittags." DaS war eine helle, hohe und auf-richtige Freude, die gemeinsam Süd- und Nord-deutschland durchpulste und durchbebte. Denn die Söhne aller deutschen Gaue hatten in dieser ge-waltige» Schlacht gemeinsam ihr Blut vergossen. Das fühlte uud spürte man auch in der Heimat, die gespannt alle Nnzelheiten der Borgänge aus dem Kriegsschauplatz verfolgte. Ganz anders in Frankreich. In Paris ließ man klugerweise die wahre Gestalt der niederschmetternden Kunde nicht ganz auskommen. Die herrschende Elique hatte da* für ihre guten Gründe. Das war ein SiegcStag, wie ihn die deutsche Geschichte seit langem nicht erlebt hatte. Glänzend hatten sich die geeinten deutschen Waffen bewährt. Blut uud Eise» hatte Süd- und Norddeutschland fest zusammengeschweißt. Deutschland war sich jetzt erst vollends seiner Kraft und seiner Macht bewußt geworden. DaS stolze Frankreich aber sah sich in den Grundfesten seines Selbstvertrauens und seines Prestiges bei den anderen Nationen erschüttert. Die Folgen waren für beide ringenden Völker nnabseh-bar. Noch ehe irgend eine endgültige Entscheidung gesallen war, begannen sich bereits die Verhältnisse in Europa zugunsten Preußen» und Deutschland zu ändern, das jetzt sein Fazit ans den Siegen über Dänemark nnd Oesterreich zog. Die Kunde vom Siege bei Wörth durch die deutschen Truppen ließ die ganze Erde aushorchen, denn in der Geschichte der Völker schien nunmehr eine neue Aera an-zuHeben. _ MM. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. $0tt»tag»!rUagc bet „Deutsche» ZS«cht" ia fitfft. 1910 Nr. 33 .Die Gübmart" erschein« jeixn Sonntag alt unentgeltliche Beilage fslr bi« Leser der „Deutschen Wacht". — Einzeln ist „Die Südmari" nicht läuflich. (Nachdruck verdaten). Einst und jetzt. Novelle»- von M. v. Arnau. ES war an einem Frühmorgen im August vor langer, langer Zeit. Nebelduf« umwoten lag Jschl und die »Kaiser» Villa" da. woselbst der damals jugendliche Kaiser Franz Josef alljährlich seinen sogenannten .Urlaub" verlebte. Hinter Nebelschleiern erbleichte am Horizont der Morgen-stern. Langsam stieg der junge Tag herauf. Allmählich lichteten sich die Dunstschleier. Und nun ragten deutlich und deutlicher die Baume deS Jschler Waldreviers aus Nebel und Morgendämmerung hervor. Morgeueinsamkeit, WaldeSduft und WaldeSzauber. Tauperlenumsäumt jede« Blatt, blinkend im niedersinkenden Nebel Halm und Moo». Durch die köstlich feucht-herbe Luft glitzerte der erste Morgensonnenstrahl; blaue Libellen und flinke Käfer begannen ihr geräuschloses TageSleben im Waldrevier, dessen Schweigen zuweilen da? Hämmern eine» Spechte» unterbracht Doch horch! Plötzlich kommt eS herangeraufcht wie erwachende» Leben. Erst sern, dann näher und näher. Und nun erschallt Hörnerton durch die Stille — die Jagdgesellschaft, die, so weit die Wege in» Tal langsam auf-wärt» stiegen, zu Wagen gekommen war, hatte diese ver-lassen und ging jetzt zum „Stand" durch den Wald zu Fug. Voran, den Stutzen über die linke Schulter gehängt, in der Rechlen den Alpenstock, Kaiser Franz Josef. Der Monarch trägt die Steirertracht: Lederhost und Lodenjoppe; unter dem Filzhut mit rundem, hohem Kopf strahlt fein Gesicht in Jugend, Gesundheit und Waid-mannSlust hervor. „Meine Herren, denken Sie nur, ich hatte in verflossener Nacht einen wundersamen Traum!" wandte Majestät sich lachend zu seinen Begleitern. „Mir träumte nämlich, e» begegnete mir auf einem Pürschgang die Jagd-göttin Diana leibhaftig in holdseliger Gestalt." Die Erzählung erweckte allgemeine Heiterkeit. »Ein bedeulungSvclle» Traumbild, Majestät!' .Die Bedeutung, meine Herrschaften, kommt noch erst', lachte der Monarch gutgelaunt. .Denn', fuhr er fort, „der Traum ist noch nicht zu Ende. Und wa» meinen Sie wohl meine Herren, die Jagdgöttin hielt in der er-hobenen Hand ein Pfand — da» Pfand der Treue.' ,Da» bedeutet, daft da» Jagdglück Euer Majestät allezeit treu bleiben wird.' »Jedenfalls für heute," stimmte der Kaiser zu. .Und", fuhr er mit erhobener Stimme fort, »sind wir somit wohl gefeit gegen eine etwaige Begegnung mit dem „ge-fürchteten alten Weiblein', da», nach Iägcrglauben, dem Waidmann Unglück bringt. Doch" — unterbrach sich der Monarch, „wa» raschelt denn im Gebüsch hier? Haben wir etwa ein Wild aufgeschreckt ? Ach — sieh da, welch« Ueterraschung!' Bei diesea Worten hatte Se. Majestät mit rascher Hand da« hohe Buschwerk am Wege geteilt. Ein viel-stimmige»: „Ah . . .' folgte dem AuSiuf de» Kaiser«. Und dann schwirrte e» in der ungenierten Art, die der hohe Jagdherr liebte, durcheinander: „Mon Dieu! da» ist ja die Jagdgöttin selber!" »Oder doch eine Ihrer Abgesandten!" .Jedenfalls »ber ihre Namensschwester!' lieh sich in entschiedenem Ton eine Stimme vernehmen. .Die» ist ja die schöne Dina, de» alten Waldhüter» Enkelin, die bei dem Grobvipa zum Besuch weilt!" Die also Begrüßte stand da wie dem Waldboden entwachsen, Purpur auf den Wanzen. Sie war wohl 2V Jahre alt und zierlich wie eine Gazelle. Schwere, gold» braune Flechten fielen ihr über die Schultern; in dem wundervollen Gesicht kämpften Verlegenheit und frohe» Erschrecken. Da« letzter« siegte. Da« Kind de« Volke« hatte sofort den Kaiser erkannt und schlagfertig kam ein helle« .WaidmannSheil, Euer Majestät!' von Dina« Lipppen. Wohlgefällig ruhte der Blick de« Monarchen auf dem schönen Mädchen, und seine Jugend riß ih» fort. »Dank für den Grub, wunderholde« Kind!" sagte er warm. .Bleibe so keusch wie Deine Namen«schwester, die Jagdgöttin Diana, die man die .Keusche" nennt, und — bleib treu Deinem Kaiser!" Und wieder rauschte e« wie erwachende« Leben. Der Troß der Iagdgäste marschierte weiter; leise hallte ihr Schritt au» dem Waldboden wieder. Golden 2 umspielte die höher steigende Sonne de», der an ihrer Spitze ging, so schlicht und warmherzig und königlich in seinem Sinn. Wie verzauber» hing Dina« Blick an seiner ent-schwindenden Gestalt. In die rauh« Wirklichkeit ihre« armen Leben« war ein Sonnenfunken gefallen, e« er heilend mit allmächtigem Licht. Der Kaiser — ihr Kaiser, hatte sie schön gesunden und gesagt, sie solle keusch bleiben wie die Jagdgöttin und — ihm, ihrem Kaiser die Treue halten I Fünfzig Jahre sind seitdem vergangen. Reich waren sie an weltbewegenden Ereignissen, die mitge holfen haben, da« Band »wische» Kaiser und Reich fester und inniger zu knüpfen. Wieder ist der August in« Land gekommen und in allen Gauen Oesterreich« und ganz besonder« in dem bescheidenen und doch weltbekannten Jschl, wo< selbst Kaiser Franz Josef nach wie vor einige Sommer-Wochen verlebt, rüstet man »um 18. August, dem achtzigsten Geburtstag de« geliebten, greisen LandeSvater«, dem seltenen Jubeltagt hellen Glanz »u geben. Und nach wie vor ist der Monarch ein leiden-schastlicher Jäger, ein echter Rimrod vor dem Herrn. Der Traum einst hat sich an dem hohen Jagdherrn erfüllt, die Jagdgöttin ist ihm treu geblieben, an feine Büchse hat sich da« Glück geheftet. Die Wände der „Kaiservilla' weisen die Trophäen der kaiserlichen Geniö-jagden auf; schon vor Jahren hat Se. Majestät da« »weitausendste „ Gam«kricklpaar" ausgehängt und weit über 3000 Auerhähne und 600 Birkhähne sind dem kaiser-lichen Stutzen erlegen. Wie einst an jenem Morgen im August, da der Kaiser, in Jugendkraft und WaidmannSlust strahlend, inmitten froher Jagdgesellschaft in seinem geliebten Wald geschritten kam und ihm de« Waldhüter« Enkelin, die schöne Dina, ein helle« .WaidmannSheill" »urief, zog nebeldufti» der Morgen herauf. Dort, wo die Felsen ragen, tellte ein weißlicher Glanz die Wolken am Hori-»ont und verkündete die aufgehende Sonne. Und wie einst, hingen im Waldrevier tausend schimmernde Perlen an Baum und Strauch, an Halm und Moo«. Köstlich harziger Brodem entstieg dem Erd-boden, darüber grüngoldene Lichter zu husche» begannen. E« war so still, so feierlich der Morgen. Zuweilen rieselte ein sommermüde« Blatt »ur Erde nieder, oder eine fallende Eichel unterbrach kaum hörbar, da« Schweigen. Doch — horch! Jetzt rauscht e« in der Ferne auf wie erwachende« Leben. Gleichjeitig wird im Walde, dein Schall entgegenkommend, ein Schritt laut. Ein mühselig schwerfälliger Schritt ist'«, doch hastend, wie In großer Eile. Und nun taucht »wischen den Bäumen der Wald, ganger auf. Die alte Botenfrau ist'«. Sie ist wohl an die sUbzig und ihr Rücken von der Last der Jahre, vielleicht auch von der Last de« Leben« gebeugt. Weiß und spärlich umgibt da« Scheitelhaar die run»elige Stirne. Keine Spur von Schönheit ist mehr in dein kleinen, welken, wetterharten Gestcht zu entdecken, und doch hieß ste einst die schöne Dina. Lang, lang ist e« her, daß sie hier geschritten ist. Da« Schicksal hat ste vou der Heimat fort, in die Welt verschlagen gehabt. Erst seit einigen Monaten ist sie »»< rückgekehrt, nachdem ihr Mann gestorben und sie sich als Botenfrau ihren Unterhalt verdient. De« Leben« Güter sind ihr fern geblieben; Armut und Mühsal sind der schönen Dina Lo« geworden. Doch ein» hat sie sich be-wahrt im Kampf um« Dasein — die Tugend. Trat je die Versuchung an da« Kind de« Volke« heran, so feite sie etwa« vor dem Erliegen, etwa«, da« wie etwa« Liebe«, Heilige«, mit ihr durch'« Leben ging — da« Mahnwort ihre« Kaiser« und die Erinnerung an da« Einst. Ja. sie hat e« eilig, die alte Botenfrau Sie trägt einen versiegelten Brief in der Hand, zu dem ihre Augen wiederholt hingleiten. Ist'« doch ein gar wichtiger Auftrag ihie« Brotherrn, den sie ausführen gehl. Obwohl ein Eil-böte sicher schneller am Bestimmungsorte sein «erde, als dir alte Kraft, sollte e« doch gerade die alte Dina sein, die die Sache ausführt, denn auf ste ist Verlaß und sie ist mit den Verhältnissen vertraut. Befriedigt fühlt die Alte da« Vertrauen, da« ihr Dienstherr ihr entgegenbringt, doch auch der Lohn, den er ihr zugesagt, lockt sie nicht wenig. „50 Gulden bekommst Du, wenn Tu fix bist, Alte, und Deine Sache gut machst!" hat er gesagt. 50 Gulden! Der Alten schwindelt förmlich bei dem Gedanken, die besitzen zu sollen. So viel Geld hat sie noch nie beisammen gehabt, und mit einem Frohgefühl, wie ste e« längst nicht mehr gekannt, entwirft ste im Geiste Luft» schlösser, während ste fürbaß läuft, träumt von bescheidenen Wünschen, die sie sich nun wird erfüllen können. Mitten in ihr froh-geschäftige« Sinnen hinein, da« ihr für eine karge Stunde ihr armselige« Dasei» ver-gessen hilft, tövt plötzlich Hörnerklang. E« wiederholt stch und nochmals. Allein schon bei dem ersten Ton ist die Alte er« schrecken zusammengefahren. Sie hält im Lauf inne, bleibt stehen, und späht angestrengt die Richtung entlang, woher der Hornruf gekommen ist. — Sie muß wohl entdeckt haben, wa« ste erwartet, denn in ihrem Gestcht geht eine Veränderung vor. Eine Blutwelle färbt e» plötzlich und 8 in txn wetterharten Zügen beginnt ein Kampf sich zu malen. In ihrem Kopf jagen sich die Gedanken, ein längst vergessene« Wort erwacht darin, da« Wort —: »So sind wir wohl gefeit gegen eine Begegnung mit dem »ge-fürchteten alten Weiblein", da«, nach Jäp.erglaub«n, dem Waidmann Unglück bringt." Mechanisch nur hat sie damal« da« Wort aufge-sangen — wa« ging e« sie denn an, ste war ja jung! Aber haften ist» ihr geblieben, und jetzt ringt ihre alte Seele mit dem Wort. — Sie kennt den Höruerruf von einst her, unauSlöfch-lich hat er stch ihr eingeprägt, und ihre noch scharfen Augen haben die Jagdgesellschaft in der Ferne entdeckt und den greifen hohen Jagdherrn in ihrer Mitte, der, den Kugelstutzen auf der Schulter, so kraftvoll noch und munter den Weg nimmt — Se. Majestät, der Kaiser ist'» l Der Kaiser! Er darf ste hier nicht finden, fie darf nicht die Ursache sein, daß da» Jagdglück von ihm geht l Wie Flammen durchlodert der Gedanke die Alte und gibt den abgestumpften Gefühlen in ihr neue Kraft. Sie em-pfindet plötzlich gerade so impulsiv, so elementar, wie Jugend empfindet. Längst Ersterben?» wird in ihr wach, Sehnsucht, heiße Sehnsucht, und der brennende Wunsch—: Nicht alt und häßlich, wie fie jetzt ist, — jung und schön, wie sie einst war, will sie dem Kaiser in der Erinnerung bleiben! Sie darf und — will ihm nicht begegnen, ste muß fort fein, bevor er hier ist! Wa« für sie auf dem Spiele steht: Der Zorn ihre» Brotherrn, den ste über stch heraufbeschwört, den Verlust der 50 Gulden, ja, wohl gar ihrer Botenstelle — sie ermißt e», trotz ihrer Aufregung klar. Doch ste zaudert nicht; unbedenklich wendet ste den Fuß und nimmt zurück den Weg, den ste gekommen. — Al» der Kaiser und feine vornehmen Gäste die „Stände" erreicht haben, al» die Jagd beginnt, die ersten Schüsse fallen, steht im Bureau ihre» Dienstherrn dit alte Dina vor diesem und berichtet. Sie ist rein außer stch, die Alte Die Worte fliegen ihr nur so von den Lippen und über die welken Wangen rinnen Tränen. Gar eigen klingt die Erzählung in dem nüchternen Kontorraum, sie klingt so märchenhaft, so altmodisch ideal für unsere rea-listische Zeit. Ist die Erzählung eigen, so die Wirkung auf den Zuhörer nicht minder. Er fühlt sich entwaffnet; der zornige Erguß, den er für die Alte bereit hatte, unter-bleibt. Er beordert einen Eilboten, den unterlassenen Auf« trag auszuführen. Dann klopft er der alten Botenfrau beschwichtigend die Schulter und — handelt. Zschl feiert den Geburtstag seine» Kaiser« I Wie all-jährlich in der Nacht zum 18. August flammen um die MitternachtSstunde auf allen Höhen zugleich die Feuer au^ und da« bengalische Licht unterstützt den wahrhaft [fo zaubernden Anblick. Auf der Terrasse seiner Villa steht der greise Kaiser mit seinen Kindern und Enkeln, sieht den Höhenfeuern zu, bi< da« letzte Licht erloschen ist, und nimmt die Hoch» und Glückwunschrufe entgegen, die da» begeisterte Volk, da« vor der Btlla Aufstellung genommen, ihm zujubelt. Juchzer erklinge» durch die Nacht; jeder gute Oesterreich«? hat heute sür seinen Kaiser ein Gebet in der Seele. Da« wärmste, tiefempfundenste aber jedenfalls die alte Boten-frau. Und wie sollte sie nicht, ist ihr doch Wundersame« wiederfahren: Gestern sind ihr im Namen Sr. Majestät, de« Kaiser«, 50 Gulden zugegangen, nebst dem Bildnis de« Monarchen. (Nachdruck verboten). Jum 80. Heßurtstag Sr. Majestät des Kaifers Iranz Josef von Österreich-Hlngarn. 1830 — 18. August — 1910. Achtzig Jahre! Welch froher Klang Zittert durch diese Wort;! Horcht: ein Jubel hebt seinen Sang! Festesfreude mit frohem Drang Strömt durch de» Alltag» Pforte — Strömt und stempelt zum hohen Fest Diese köstlichen Stunden, Die dcm Kaiser au» Rosengeäst Schimmernde Kränze gewunden! Achtzig Jahre! Ein Leben ging Reich an Freuden und Leiden. Schimmernd manch Stern am Himmel hing Lachend und leuchtend mit blankem Geblink Herzen uud Augen zu weiden! Doch auch der Kummer im dunkeln Gewand Sprach seine Worte mit leiser Stimme und reichte die zitternde Hand Unserm Franz Josef, dem Kaiser! Achtzig Jahre I Ein köstliche« Wort! Sieh-: gar viel kamen heute Glückwunschbeseelt au« Süd und au« Nord — All« trieb e« zur Kaiser bürg fort: Arm« und reiche Leute! Alle wollen dem Kaiser, dem Herrn, Den st« mehren voll Treue, Sagen da« eine: Wir haben dich gern Heute und immer aus'« neue! 4 Achtzig Iahte! DeS Herrgott« Hand Hat dich bis hierher geführt. Kaiser Franz Josef! Der Gnade Band Schlang stch sichtbar um Volk und Land . . . Dankt drum, dem Ehre gebühret! Deshalb dürfen wir voll Vertraun Auf die himmlische Gnad- Frohgemut in die Zukunft auch schaun. Gott segne Deine Pfade l Achtzig Jahre! Vom Moldaufluß BiS zu der «dria Wogen, Von der Alpen steinernem Fuß Bis zur Aluta kommen sie, Gruß. Glückwunsch Dir bietend, gezogen! Lang noch lebe zu aller Freud' In uns'rer jubelnden Mitte, DaS ist am Ehrentage heut Unsere heißeste Bittc! Achtzig Jahre! DeS Alter» Schnee Fiel aus dich. Aber die Jugend Wich nicht; ste richtete dich in die Höh' Beugte dich auch deS LebenS Weh! Also belohnt sich die Tugend! Sei'S uns vergönnt, dich zu schauen noch lang, Der Du ei« Herrscher, ein weiser, StetS un» gewesen! Jubelnd töne der Sang: Heil Dir, Franz Josef, dem Kaiser! Auf recht lange Jahrzehnte kann am heutigen Tage unser greiser Monarch, unser Kaiser Franz Josef, zurück-blicken. Voll freudigen Stolzes feiern wir dielen Tag mit unserem LandeSvater, ihm und un» Glück wünschend, daß de» Himmel» Gnade so stchlbarlich auf unserem Lande liegt. Im Allgemeinen schon ist e» eine Seltenheit wenn ein Mensch daS Alter erreicht, dessen sich am heutigen Tage unser Kaiser rühmen kann. Aber noch seltener sindet man dieses hohe, gesegnete Alter auf Fürstenthronen Ganz Europa schaut heute aus uns hin, denn im Leben der Nationen hat unser greiser Kaiser von frühe« ster Jugend an «ine allzu bedeutsame Rolle gespielt. Mit Rat und Tat hat er machtvoll in die grauen Fäden der Weltgeschichte gegriffen und hat für sein Teil ehrlich und tüchtig mitgearbeitet an der Aufrechterhaltung de» Frieden», an der Ausgestaltung von Handel und Wandel, an der Blüte von Kunst und Wissenschaft. Und wenn gerade die österreich-ungarische Monarchie unentwegt am Werke der Zivilisation mitarbeiten durste und konnte, so ist da» in erster Linie den unausgesetzten Bestrebungen unseres Kaiser« Franz Josef zu danken, der mit klarem Auge und fester Hand lange Jahrzehnte hindurch da« Steuer unsere« Staat«schisse« führte, zum Nutzen und Frommen unserer teuren Heimat und zur gedeihlichen Entwicklung aller FriedenSbistrcbungen in der gesamten Kulturwelt. Alle« da» sind Motive, die uns das Herz freudiger und höher schlagen lassen. Wir wissen eS: Die Weihe des heutigen TageS teilt stch nicht nur uns, sondern ganz Europa mit. Etwa? Gewaltige» und Erhebende» geht von diesen Feierstunden au», die machtvoll ein Band der Zu-sammengehörigkeit um alle Völker der alten Kultur schlingen. Sie sind e» denn auch in erster Linie, die dem Frieden neue Stützpunkte geben. Sie sind e», die der gesamten österreichisch-ungarischen Monarchie zu gute kommen auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem, inner-und außerpolitischem Gebiete. Und deshalb sind wir srvh de» heutigen Tage», an dem un» nur der eine Gedanke erfüllt, eS möge unserem verehrten und geliebten Kaiser vergönnt sein noch recht oft, umgeben von der Liebe seine« Volke», sein GeburtStagSfrst begehen zu können. V»n solchen Empfindungen durchdrungen und erfüllt «ollen wir denn auch unsere heutige Festbetrachtung auSklingen lassen in die aufrichtigen und aus ehrlichem Herzen kommenden Worte: Gott schütte auS der Gnade Born Den reichsten HimmelSsegen Auf unser'» Kaiser, schütze ihn. Aus allen seinen Wegen. Keiteres. Unverfroren. Hotelgast: „In den Zeitungen inserieren Sie, daß in Ihrem Hotel Zimmer von 3 Mark pro Tag zu haben sind und jetzt verlangen Sie für da» billigste Zimmer 5 Mark. Wie ist da» ?" — Wirt: „Ganz recht; die Zimmer zu 3 Mark liegen nämlich in der vierten Etage, und die wird im nächsten Jahre erst gebaut.' Einfach. Richter (zum Defrauvanten): „Da lebten Sie drei Wochen lang in der großen Sommerfrische ganz unbehelligt; wie ist da» nur möglich?" — Defraudant: „O, da» ging leicht; ich habe überall die Beine auf den Tisch gelegt, und da haben '« mich sür einen Amerikaner gehalten!" Hundefutter. OffizierSdiener: „Der Herr Leutnant lassen sragen, ob er hier für seinen Hund Kost be-kommen kann ?■ — Gastwirt: „Nein! Bei mir bekommen nur die Stammgaste Hundefutter!" Gewissenhaft. Professor (zu seiner Haushälterin): „Meine Reise dauert voraussichtlich drei Tage, diese habe ich bereit» vom Kalender abgerissen, sollte ich den vierten auch noch ausbleiben, vergessen Sie ja dann da» Abreißen nicht.- Nummer 65 Ventsche Ulacht StiJe 3 einer allslawischen Bank beschlossen. Auch die letzten Enthüllungen, die das Organ der Slowenischklerikalen, der „Slovenec", auS Parteikonkurrenz über die Be-Ziehungen HribarS und feiner Leute während der AnuexionSknfe zu den Belgrader Kreisen machte, haben in den leitenden Kreisen großen Eindruck her-vorgerufen. Das Ministerium des Innern wird so-mit nur einen Akt sürsorgender Verwaltungstit'gkeit ausüben, wenn eS dem Vorschlag auf Nichtbestätigung dieseS panslawistischen Hetzapostels zustimmt. — Wie der „Slowenski Narod" meldet, werden für den Tag der offiziellen Mitteilung der Nichtbestätigung des Abgeordneten Hribar als Bürgermeister von Laibach in Laibach umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Sämtliche verfügbaren Gendarme» KrainS werden an diesem Zage in Laibach konsignier» sein. Sollten sich aus Anlaß der Nichtbestätigung irgend-welche Straßenkundgebungen in Laibach ereignen oder follte die Stadtvertretung ingendwie dagegen Stellung nehmen, so beabsichtigt die Regierung, die Gemeinde-Vertretung aufzulösen und einen landeSsürstlichen Kommissär mit der Führung der Agenden der Stadt zu betrauen. Ausland. Das Wiederauftauchen der bulgarischen Banden. Nach einer Depesche der „Kölnischen Zeitung" aus Salonichi beschlossen die mazedonischen und bul-garischen Bandensührer in einer in Küstendil abge-Halle»?» Versammlung, eine Anzahl kleinerer Banden nach Mazedonien zu entsenden, die die Niederlassungen der bosnischen Auswanderer niederbrenne» und Attentate gegen die Eisenbahn vollbringen sollen. Die Regierung hat entsprechende Segenmaßnahmen ge« troffen und eine Verstärkung der Grenzwachen vor-genommen. Die Strahenschlacht in Teheran. DaS erst vor kurzem neugebildete persische Ministerium hat gezeigt, daß eS den Willen und die Macht hat, sich Geltung zu verschaffen. Sattar Khan, der revolutionäre Volksheld, der daS neue Regime in Persien hat schaffen helfen, der Nord-perfie» mit Waffengewalt für die neue Ordnung der Dinge gewonnen hat und im Mai dieses Jahres seinen feierlichen Einzug in Teheran hielt, war in feiner Stellung so übermächtig geworden, daß er eS auf eine Kraftprobe mit der Regierung ankommen ließ. Er und feine Anhänger sollten die Waffen abliefern, und nach längerem Parlamentieren wegen der Entschädigung, die dafür geführt werden follte, kam eS, wie bereits kurz berichtet, am Sonntag in Teheran zum Zusammenstoß zwischen seinen An-Hängern und den Regierungstruppen. Die Ans-lieferung der Waffe»« »var verweigert »vorden, und die Regiern»g machte ihre Gewaltandrohung wahr. Sattar Khan unterlag und befindet sich jetzt in der Geivalt der persischen Regierung. Aus Stadt und Land. Todesfall. An, 6. August starb im Neu-Haus der Oberlehrer Herr Johann Boglar nach langer Krankheit im 55. Lebensjahre. Der Ber-storbene war ein tüchtiger Schulmann, der sich all-gemeiner Werfchätzung erfreute und treuer Freund und Förderer des deuischen Unterrichtes. Die Erde fei ihm leicht! Vom Postdienste. Der Postadjunkt Johann Hötzl in Pragerhof wurde zum Postmeister der ersten Gehaltsstufe in Mißling ernannt. Richterstelle. Bei dem Bezirksgerichte Pettau, allenfalls bei einem anderen Gerichte, ist eine Richter-stelle der neunten RangSklasse zu besetzen. Bewerber um diese Stelle haben ihre mit dem Nachweise der erforderlichen Sprachenkenntnisse versehenen Gesuche bis längstens 24. d. beim KreiSgerichtS-Präsidmm Marburg einzubringen. Lehrerstelle. An der zweiklafsigen, in der ersten Ortsklasse stehenden Schule mit deutscher Unter-richtSsprache in Soboth ob Hohenmauthen kommt die Lehrerstelle mit Beginn des nächsten Schuljahres zur Besetzung. Gesuche bis 1. September an den OrtS-schulrat in Soboth, Post Hohenmauthen. Evangelische Gemeinde. Morgen, Sonn-tag, findet in der Chnstuskirche um 10 Uhr vorm. ein öffentlicher evangelischer Gottesdienst statt. Musikvereins- Konzert. Am Sonntag abend findet im Deutschen Hause ein Konzert der vollständigen Cillier MusikvereinSkapelle statt. Die Bortrags-Ordnung ist folgende: 1. „Lothringer" Marsch von Louis Ganne. 2. „Gold und Silber-Walzer von Franz Lehär. 3. Ouverture aus „Preciofa" von C. M. v. Weber. 4. „LiebeS- geständniffe" Serenade von Oelfchlögl. 5. Potpourri auS „Hugenotten" von G. Meyerbeer. 6. Ouvertüre „Die lustigen Weiber von Win'ofor" von Nicolai. 7. „Brünetten" Walzer von Louis Ganne. 8. „Die Reise um die Welt in 15 Minuten" Potpourri von Ad. Schreiner. 9. .Bor dem Spiegel" Konzertstück von Rich. Eilenberg. 10. „Cillier Junggesellen" Marsch von Moritz Schachenhofer. Fest-Konzert. Am 18. August, dem Ge> burlsiage des Kaisers, findet im Deutschen Haufe ein Festkonzert der vollständigen Cillier MusikvereinS-kapelle, verstärkt durch Dillelanlen unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Seisert statt. Die VortragS-Ordnung ist folgende: l. Abteilung. 1. Jurek: Deutschmeister-Marsch. 2. Mendelssohn-Bartholdy: Ouverture zu Ruy Blas. 3. Weber: Aufforderung zum T«»v 4. Bitrich Georg: Konzert für Klarinette und Orchesterbegleitung. Soloklarinette. H. Ernst Eckel. 5. Ochs: S'Kommt ein Vogerl geflogen. 6. Krelfchmer: Krönungsmarfch a. d. Oper: „Die Folkunger". 2. Abteilung 7. Lehär: Fürstenkind-Walzer. 8. Leo Fall: „Man steigt nach". 9. Voith: Nachrichten a. d. Kaiserstadt, Potpourri. 10. HellmeS-berger: Die Mizzi und der Jean. 1l. Karl Paul: G'stohlen, Marsch. Der E ntritt beträgt 60 Heller. Bürgerliche Schützengesellschaft. Morgen Sonnlag, den 14. August begeht der Schützenverein Hraftnigg seinen 10jährigen Bestand. Aus dem An-lasse veranstaltet derselbe ein Festschieße» auf der Scharsschießstätte, verbunden mit einem Konzerte der WerkS-Schrammeln. Die Mitglieder der bürgerlichen Schützengesellschaft Cilli werden ersucht, sich möglichst zahlreich bei dieser Feier in Hrastnigg einzufinden. Abfahrt von Cilli '/,1 Uhr nachmittags. Rückfahrt »IJ Uhr abends. Der Verband deutscher Hochschüler Cilli hielt am 9. d. M. im Deutschen Hause feine diesjährige Hauptversammlung ab, welche sehr zahl-reich besucht war. Der Obmann Herr Dr. Georg S k o b e r n e erstattete in längeren Ausführung?» deu Tätigkeitsbericht über das verflossene Verbands-jähr, worauf Herr esuä. jur. Adolf Hir schal über die Säckelgebahruug berichtete. Er teilt mit, daß die Auslagen, »velche sich auf 797 42 Kronen be-laufen, größtenteils nationale Spenden feien. Die Einnahmen, im Betrage von 624 47 Kronen reichten nicht aus, um die Auslagen zu decken, daher das Kapital in Anspruch genommen »verden mußte. Trotz-dem steht dem Verbände »och ein Reinvermögen von 244 08 Kronen zur Verfügen. Die Prüfungsrichter fanden das Säckelbuch in Ordnung, worauf der Säckelwar» die Entlastung erhielt, dem Obmanne aber für die Tätigkeit der.Dank ausgesprochen wurde. Die Neuwahl hatte folgendes Ergebnis: Obmann Daniel R a k u s ch, Obmannstellvertreter cand. jur. August Sch » rbi, Schriftführer e^uä. jur Albert Richa, Säckelwärt <*and jur. Viktor Weiß, Beisitzer pliil. Bruno Petr itschek und phil. Walter Po»otschnik. Der Versammlung solgte ein ge-mütlicher Abend. Vom Annenfitz. Die eigentlich: Zeit sür die Ausflüge hat eben begonnen und wir wollen nur hoffen, daß das Wetter endlich einmal anders wird, und der kommende Herbst uns für das ent-schädigt, was der Sommer verbrochen hat. Be-sonders möchten wir den AnSflügcrn den „Annen-sitz" empfehlen. Eine mühelose, kurze Bergwände-ruug führ» »nS durch schattige Waldwege zu dem seit jehr beliebten Aussichtspunkte. Von der dortigen Warte genießt man einen herrlichen Ausblick über das prächtige Sanntal bi« zu den schneebedeckten Sulzbacheralpen. Eine gut eingerichtete Gastwirt-fchaft ladet zur leiblichen Erquicku»lg ein und man ist dort wirklich gut aufgehoben. Echte untersteierische Naturweine und kalte Küche stehen stets zur Ber-fügnng. Bon nun an werden dort die anerkannt guten Weine um den Preis von 64 Heller aufwärts a»»Sgefchänkt. Also auf zum Annensitz! Deutscher Volksrat für Untersteier-mark. Deutsche Handel- und Gewerbetreibende des Unterlandes, welche Lehrlinge benötigen, sowie Eltern und Schulleitungen, welche Lehrlinge in deutschen Häusern nnterbringen wollen, mögen sich an den Deutschen Volksrat sür Untersteiermark (Dr. Gustav Delpin, RechlSanwalt in Frieda») wenden. Strahenmeisterstelle. Die Stelle des k. k. Straßenwärters für die Strecke Kilometer 155 bis Kilometer 160 der Triesterstraße im k. k. Baubezirke Cilli mit einem MonatSlohn von 55 Kronen uud einer Naturalwohnung in Kilometer 158 ist zu besetzen. Zur Erlangung dieser Stelle ist die Nachweisung der Staatsbürgerschaft in dem im ReichSrate ver-tretenen Königreichen und Länder, ferner die Kennt-niS der deutschen und slowenischen Sprache, deS Lesens, Schreibens und Rechnens, sowie Vertraut- Heit mit dem Gebrauche der zur Straßenerhaltung nötigen Werkzeuge erforderlich. Bewerber nm diesen Dienstposten, welche daS 4'). respektive solche mit Mititärzertifikat, daS 45. Lebensjahr nicht über« schritten haben dürfen, haben ihre Gesuche, belegt mit Taufscheine und dem MoralitätSzeugnisse, ferner unter Nachweis ihrer körperlichen Eignung, und jene welche im Militär bedienftet sind, oder waren, außer-dem instruiert mit der QualifikalionStabelle, bezüg« lich dem Abschiede und dem laut 8 7 deS Reichs-gcsches vom 19. April 1872 vorgeschriebenen Zertifikate unter Angabe ihres Wohnortes längstens bis 1. September 1910 bei der k. k. Bezirkshanptmann-schaft Cilli zu überreichen. Internationale Ausstellung von Wein-baugeräten, Maschinen und Kellerei« arttkeln Wien. Herbst 1910. In der Zeit vom 4. bis 11. September d. I. findet in Ber« bindnng mit dem 8. österr. Weinbaukongresse in Wien in den Räumlichkeiten und Gartenanlagen der k. k. Gartenbaugesellschaft eine internationale Ausstellung von Weinbangeräten, Maschinen und Kellereiartikeln statt. Die Handels- und Gewerbekammer Graz stellt Interessenten über Wunsch AuSstellungSprvgramme, Ausstellungsordnung und Anmeldescheine zur Ber-fügnng. Jubiläums - Marken anlählich des 80. Geburtstages Sr. Majestät. Hiezn wird nochmals bekannt gegeben, daß die ans besagtem Anlasse besonders ausgestatteten Briefmarken im Werte von 5, 10 und 25 Heller bei allen Post-ämtern, dann jene im Werte von 1, 2, 3, 6, 12. 30, 35, und 60 Heller und 1 Krone mit wenigen Aus-nahmen nur bei ä r a r i s ch e n Postämtern und endlich die Marken zu 2, 5 nnd 10 Kronen nur bei den Hauptpostämtern in Graz 1 und Klagen-s n r t 1 vom 18. A n g n st ab, soweit der Vorrat reicht, erhältlich sind. ES wird sich zur rascheren, glatten Abwicklung der Marken-AuSzabe empsehlen, den Bezug von ganzen Sätzen (großer Satz die Markensorten von 1 Heller bis 10 Kronen, kleiner Satz l Heller bis 1 Krone) bei den bezüglichen k. k. Postämtern schon jetzt anznmelden. Derartige Vormerkungen aus vollständige Sätze der Marken werden übrigens auch bei der „Marken-Verschleiß-stelle deS Wiener.Hauptpostamtes" schon jetzt ent-gegengenoinmett. Graz. am 7. August 19l0. Der Ranner Turner Paidasch frei« gesprochen. Wie unsern Lesern noch erinnerlich sein dürfte, wurde Herr Gustav Paidasch, ein Mitglied des deutschen Turnvereines in Rann feiner-zeit vom Bezirksgerichte Tüffer, wegen angeblicher Beteiligung an den Ausschreitungen, »velche am 12. September 1909 am Bahnhose zu Steinbrück statt« fanden, zur Strafe des Arrestes in der Dauer von 10 Tagen verurteil». Dieses Urteil wurde vom k. k. Kreisgerichte Cilli bestätigt. Unter Ueberwin-dnng vieler Schwierigkeiten gelang eS Paidasch, die Wiederaufnahme deS Verfahrens durchzusetzen. Bei der heutigen Hauptverhaudlung, zu welcher Paidasch in Begleitung seines Verteidigers Dr. Fritz Zangger erschien, wurde Paidasch vollständig freige-sprochen. Alle Volksgenossen und Freunde deS vom Leben hart geprüften Mannes können über diesen AnSgang der Sache von wärmster Genug, »uung erfüllt fein. Das Fuhballwettspiel in Rohitfch» Sauerbrunn» »velches zwischen dem Marburger Sportvereine und dein Cillier Deutschen Athletik-Sportklub allsgetragen wurde, brachte, wie bereits bekannt, den Cilliern unverhoffterweise den Sieg mit 5:3. Wohl niemand a»«S der Bevölkerung un-serer Stadt, ja auch nicht die einzelnen Spieler hatten diesen Erfolg erwartet, umsoweniger, als man ja die Marburger vom Hörensagen als eine gute Mann-schas» kannte, die neben euiem eifrigen Training auch schon eine Reihe von Wettspielen mitgemacht hat, während wir unsere Mannschaft nur in letzter Zeit auf dem Spielplatze sehen konnten nnd dann nie vollzählig. Ein Bollspiel konnten »vir heuer überhaupt erst einmal bemerken. Es ist bei uns leider mit dem Nachwuchs sehr schlecht bestellt und eS wäre nur zu wünschen, daß die Begeisterung, die allgemein für diesen Sport in unserer Stadt gezeigt wird, auch in die Tat umgewandelt werden würde. Wir müssen unliebsamerweise die Tatsache seststellen, daß der hiesige Athletik-Sportklub in nächster Heit auf die Mitwirkung überaus tüchtiger Kräfte wird ver« zichten müssen, und eS wird sehr viel Mühe, Eifer und Zeit kosten, um wenigstens halbwegs gleichet-stellte Kräfte einzusetzen. WaS das Spiel beim Wettspiele in Rohitfch-Sauerbrunn betrifft, so müssen wir vor allem bemerken, daß die Marburger zuerst, wie eS schien, mit einer minderwertigen Mannschaft zu tun zu haben glaubten, jedoch schon gleich am Seite 4 Deutsche Macht Nummer 65 Anfange des Spieles zeigte es sich, da» ihre Gegner zumindest gleichwertig sind. DaS Spiel der ersten Halbzeit war ein überaus schönes und anregendes und wickelte sich größtenteils vor dem Marburger Tore ab. Abgesehen vcn der Balltechnik, die den Cilliern zu eigen ist, beherrschten sie daS Spiel auch durch das glänzende Zusammenspiel, was bei der Marburger Mannschaft in geringerem Maße der Fall war. Worauf dies zurückzuführen ist, ist nicht Sache unserer Kritik, wir dürfen jedoch die Tüchtig-keit Unzelner Marburger Spieler nicht verkennen, was hauptsächlich bei der Verteidigung und beim Sturm zutrifft. Schließlich bleib», wenn auch alle Spieler im Einzelspiel Hervorragendes leisten können, das Zusammenspiel doch das Wichtigste. Von unserem Sturme, welcher auS den Herren S t o ck l a s s a, T r o b i s ch, Krell Josef, Krell Franz und Hren bestand, müssen wir dem Herrn Josef Krel l vor allen die gebührende Anerkennung zollen, der durch sein schönes und uneigennütziges Spiel ganz besonders auffiel. Herrn Franz Krell gelang es durch feine stets bewährte Tüchtigkeit, drei Tore zu schießen und Herr T r o b i s ch konnte auS einer ziemlich weiten Entfernung durch einen schönen Schuß den Ball unhaltbar ins feindliche Tor einsenden. Herr Hren und Stocklaffa machten ihre Ans» ?>abe als Flügelmänner sehr gut nnd trugen reich-ich zum fchöuen Spiele bei. In zweiter Liuie dürfen wir unseres Mittelspieles mit de» Herren E ö l e st i n, Roth und Schön nicht vergessen. Gegen Erwartung müssen wir ihnen, obwohl sie größtenteils Anfänger sind, unser Lob aussprechen und hoffen, daß sie auch späterhin im Interesse unserer Mannschaft stets ihren Mann stellen werden. Ans die Herren P l a n k o und Fritz Wehr ha n in der Verteidigung setzten wir unsere größte Hoff» nung und in der Tat wir täuschten unS nicht. Wir geben unserem Wunsche Ausdruck, ihre hervorragen-den Kräfte noch recht lange in Anspruch nehmen zu dürfen. Schließlich gedenken wir in rühmender Weise unseres Tormannes Herrn Pelle, welcher, trotzdem er nur kurze Zeit diesen Sport betreibt und erst das „erste" Wettspiel mitgemacht hat, seiner Aufgabe vollkommen gerecht wnrde nnd hoffentlich in seinen eifrigen Bemühungen nicht nachlassen wird. In der zweiten Halbzeit setzten die Marbnrger schärfer ins Spiel ein. Durch verschiedene Umstände, die wohl beiden Parteien zur Last fallen, wurde das Spiel in der zweiten Halbzeit sehr beeinflußt, so daß es fast ganz den schönen Charakter der ersten Halbzeit verlor. Wie in der ersten wnrde auch in der zweiten Halbzeit von den Cilliern ein 11 Meter-stoß verschuldet, wovon jedoch der erste abgewehrt wurde, der zweite aber den Marburgern das erste Tor brachte. Im weiteren Verlaufe des Spieles erzielte Marburg noch zwei Tore, während es von den Cilliern nur Herrn Hren gelang, einen von Erfolg begleiteten Schuß auf das feindliche Tor zu machen. So schloß die erste Halbzeit mit 4:0 für Cilli, die zweite mit 3:1 für Marburg. Als Schiedsrichter fungiert ine,!. Rak ans Marburg. Diesem Wettspiele in Rohitsch- Sauerbrunn folgt am 21. d. M. ein zweites in Cilli. Wir möchten schon heute an die deutsche Bevölkerung CilliS den Ruf ergehen lassen, dieses Wettspiel recht zahlreich zn besuchen. Denn wenn auch in Rohitsch. Sanerbrunn die Cillier den Sieg davontrugen, so werden sie doch beim nächsten Wettspiele gegen dieselbe oder wahrscheinlich verstärkte Manschaft kein leichtes Spiel haben, sondern wieder alle Kräfte einsetzen müssen, um wenigstens keine große Niederlage zu erleiden. Die Sitzplätze werden am Spiel mit 80 Heller und im Vorverkaufe mit 70 Heller abgegeben, während die Stehplätze mit 20 Heller berechnet sind. Diese Eintrittspreise sind absichtlich so nieder bemessen worden, um jedem Gelegenheit zu geben, sich diesen schönen Sport anzusehen. ES ist dieS das letzte Wettspiel im heurigen Jahre, welches hier in Cilli stattfindet, daher versäume niemand diese Gelegenheit. Angeschlossen an das Wettspiel veran-staltet der Athletik-Sportklub auch ein Gartenfest beim Mohren mit verschiedenen Belustigungen. Nähere Details folgen. Ausflug der Gewerbetreibenden nach Tüffer. Am Donnerstag unternahm der Marbnrger Gewerbeverein, dem sich auch Gewerbetreibende aus anderen Orten des Unterlandes anschlössen, einen Ausflug nach dem herrlich gelegenen Tüffer. Schon mit dem Frühznge kam eine stattliche Anzahl Mar-burger Gewerbetreibende, viele mit ihren Frauen an. Nochmehr AuSflugSteilnehmer brachten die Züge um halb 11 Uhr und halb I Uhr; mit dem letzteren Zuge kam auch eine größere Anzahl von Gewerbe-treibenden aus Cilli an. Das Franz-Josefsbad, dem eigentlich der Befnch galt, trug Flaggenschmuck. Der Bormittag wurde der Besichtigung des Marktes und der Badeanlagen gewidmet. Um 1 Uhr fand im Franz-JosesSbade das gemeinsame Mittagessen statt. AlS die Ausflügler vor dem Bade ankamen, wurden sie vom Leiter desselben, Herrn Theodor Gnnkel, empfangen. Bon den Fenstern des Hauptgebäudes ergoß sich ein Blumenregen auf oie willkommenen Besucher. Herr Theodor Gnnkel begrüßte die AuS-flügler mit herzlichen Worten nnd geleitete sie in den Kursalon, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Die trefflichen Speisen und vorzüglichen Ge-tränke, die hier den Gästen um einen sehr mäßigen Preis geboten wurde», hobeu die ohnehin fröhliche AnSflugSstimmung und den Gästen verflog die Zeit nur zu rasch. Auch an Ansprachen und herzlichen Begrüßungsworten fehlte es nicht. Der Obmann des Marburger Gewerbebundes Herr Hawlif'chek begrüßte alle Teilnehmer am Ausfluge. iuSbefondere die Abordnungen auS anderen Orten, die Vertreter der Cillier Genossenschaften, die Herren Altziebler, Berna, Mastnak, Vollgrnber, den Schriftleiter der „Marburger Zeitung", Herrn Iahn, und den Ver-treter der „Deutschen Wacht". Redner schilderte in trefflichen Worten die Notwendigkeit deS engeren Zusammenschlusses der deutschen Gewerbetreibenden des Unterlandes nnd schloß seine mit großem Bei-falle aufgenommenen Ausführungen mit einem krästi» gen Mahnrufe zu völkischer Arbeit. Herr Al'ziebler und Herr Vollgrnber begrüßten die Marbnrger Ge-werbetreibenden mit herzlichen Worten. Herr Dr. Balogh begrüßte es, daß die Marburger Gewerbe-treibenden ihren AnSflng in einen bedrängten Ort an den Ufern der Sann unternommen haben und wünscht, daß damit der Anfang gemacht sei mit dem so notwendigen innigen Zusammenschlüsse aller deut-scher Gewerbetreibenden des Unterlandes. Wein-Händler Peßl (Marburg) dankte Herrn Gunkel für die so liebenswürdige Ausnahme nnd gab die Ver-sicherung, daß allen AnSflüglern der Aufenthalt im Bade Tüffer unvergeßlich bleiben werde. Damit schloß dieser Teil des Programmes. Vormittag und Nachmittag wurden die Thermalbäder von den AuS-flüglern eifrig in Anspruch genommen nnd allgemein wurde der weitbekannten Therme nnd den trefflichen Badeeinrichtungen das vollste Lob gespendet. Um 4 Uhr wnrde den Zementwerken der Herren Bau-meister und Menis ein Besuch abgestattet und die nach modernsten Ansprüchen eingerichteten großen Werke unter Führung des Herrn Banmeister eingehend besichtigt. Hieraus lnd Herr Baumeister die Ausflügler zu einem kühlen Trunke im Parke ein, wo sie von den Frauen Baumeister und Pam berger und den Fränlein Pamberger nnd Rhuri in liebenS-würdigster Weise mit Speise und Trank bewirtet wurden. Hier erreichte die fröhliche Stimmung ihren Höhepunkt nnd man trennte sich nur sehr schwer von den lieben Wirten. Mit dem Abendzuge fuhren die Gäste wieder heim. Wir können die Versicherung gebe», daß alle Teilnehmer an diesem Ausflüge befriedigt heimkehrten, begrüßen die Idee des strammen Marburger GewerbevereiueS, auch ihre Brüder im bedrohteren Unterlande z» besuchen und schließen mit dem Wunsche, die wackeren Marbnrger Gewerbe-treibenden recht bald wieder in unseren Gegenden begrüßen zn können. Auszeichnung. Die k. u. k. Hof-Manu-faktur für Photographie R. Lechner (Wilh. Müller), welche im vorigen Jahre auf der Internationalen Ausstellung in Dresden eine der höchsten Auszeich-nnngen erhielt — von 10 Medaillen der Stadt Dresden entfiel eine einzige auf Oesterreich, auf die Firma Lechner — hat anch Heuer wieder zwei hohe Auszeichnungen erhalten, nnd zwar für ihre auf der Internationalen photographischen Ausstellung zu Budapest abgestellten, in eigener Fabrik her-gestellten photographischen Apparate die höchste der Jury zu Gebote gestandene Auszeichnung, das Diplom zur goldenen Medaille, und in Brünn, gelegentlich der dort abgehaltenen Photographischen Ausstellung, ebenfalls das Diplom zur goldenen Medaille. Die Firma R. Lechner (Wilh. Müller), welche bisher vorwiegend Präzisionsinstrumente in ihrer Fabrik unter der Bezeichnung „Lechner-Appa-rate" herstellen ließ, hat seit einiger Zeit auch die Fabrikation ganz billiger Apparate in die Hand genommen und bringt dieselben unter der Bezeichnung .Austria-KameraS" auf den Markt. Sowohl die „Lechner-Apparate" wie die „Anstria-KameraS" können durch jede Photohandlung bezogen werden. Preisverzeichnisse versendet die Firma R. Lechner, Wien, Graben 31, gratis und franko. Diebstahl. Am 5. August l. I. voimittags wurden dem in Sawoden, Gemeinde Tüchern bei Cilli, ansähizen Fabriksarbeiter Michael Jurkoöek aus dessen versperrt gewesener Wohnung, als sämt- liche Hausbewohner abwesend waren, zwei Anzüge im Werte von 80 Kronen durch einen unbekannten Täter gestohlen. Der eine Anzug war auS schwarzem Kammgarn, der zweite aus grau gestreiftem Stoffe. Am kritischen Tage wurde ein ungefähr 30 Jahre alter, mittelgroßer, bartloser und defekt gekleideter Mann gesehen, als er vom Hause des Jur kos«k her mit einem Bündel da« Weite suchte. Derselbe machte sich dadurch verdächtig, daß er keinen Weg benützle und den Bündel sehr schlecht zusammengewickelt hatte. Da» Individuum verschwand spurlos samt den Kleidern aus der Gegend von Tüchern. Raufereien mit Glasern und Flaschen. Am 7. August l. I. entstand um ungefähr 8 Uhr abends im Gasthanse der Gertraud Cestnik in Sankt Magdalena im Sanntal zwischen Anton Srebre und Anton Oblak ein Streit, der zur Folge hatte, daß Srebre dem Oblak ein Trinkglas auf den Kopf warf nnd ihn leicht verletzte. Bei dieser Ge legenheit warf auch Helena Oblak au« Greis dem Besitzer Martin Herode; eine Literflasche auf den Kopf, was ebenfalls eine leichte Verletzung verur-sachte. Dafür bekam aber Helena Oblak vom Keufchlersfohne Philipp Podkajl eine Literflasche in den Rücken. Gegen die Gläserwerfer wnrde die Anzeige erstattet, nnd werden sie sich nicht nur wegen Körperbeschädigung zu »»erantivorte» habe», sondern anch zum Schadeiiersatz herangezogen werden. — Am selben Tage waren im Gasthause deS Josef Jezernik in Lokrovec bei Cilli mehrere Gäste, da-runter auch rauflustige Burschen. ES entstand bald zwischen den Brüdern Martin nnd Joses Kamnik einerseits nnd Johan» Polner anderseits eine Bal-gerei, wobei Josef Kamnik und Johann Polner am Kopfe leicht verletzt wurden. An dieser Balgerei beteiligte» sich auch die Fabriksarbeiter Johann Pongerl, Franz Resnik und Seusek. Resnik wurde von Pongerl und Seu»ek zu Boden geschlagen und an der linken Gesichtsfeite leicht verletzt. Dem ReSnik wurde auch eine Stoffhose zerrissen, wodurch er einen Schaden von 10 Kronen erlitt. Polner schlug mit Bierflaschen herum nnd versetzte hiebei dem Kamnik eilten Hieb a»f de» Kopf. Anhänger der Rauferei waren die Brüder Kamnik, weil sie im Gasthause des Jezernik Bierstaschen und Trink-gläser derart herumwarfen, daß alle im Gastzimmer anwesenden Gäste an der körperlichen Sicherheit gefährdet waren. Die Rauflustige», gegen welche bereits die Anzeige erstattet wurde, werden sich strasgerichtlich zu verantworten haben. Ein frecher Straßenraub. Am 5. d. M. besuchte der Besitzer BlasiuS Cmeresek auS Pristova bei St. Marei» den Viehmarkt in Lemberg. Bezirk Cilli, um ein Paar Ochsen zu kaufen. Zu ihm ge« feilte sich schon am Marktplatze ein besser gekleideter Man» und besprach mit ihm, was er kamen wolle. Cmereäek bedeutete ihm, er wolle Ochsen kaufen, da aber die Preise zu hoch seien, trete er wieder seinen Heimweg an. Der fremde Mann schloß sich sogleich an und ging mit ihm angeblich nach Podplat, um ein Pferd zu kaufen. Als die beiden ungefähr 5 Minuten vom Markte Lemberg entfernt waren, kam ihnen ein zweiter Mann vor und bog in den an der Straße liegenden Wald ein. Als die beiden zu dieser Biegung gekommen waren, sand der Fremde, der den Cmeresek begleitete, eine Brieftasche am Boden, welche er aufhob, Der Fremde sah in die Briestasche und bemerkte Geld darin, worauf er zu CmereSek sagte, er wolle mit ihm in den Wald gehen, um das Geld zu teilen. Kaum waren beide in den Wald gekommen, war schon der dritte, welcher den Vorgenannten vorausgegangen war zur Stelle und beschuldigte be^de, sie hätten seine Brieftasche mit dem Gelde gefunden und nahm auch sowohl bei Cmereiek als auch bei dem Fremden eine Leibe«durchjuchung vor, bei welcher Gelegenheit er auch in die Brief» tafche deS Cmeresk schaute und schnell das Gel», be-stehend aus 4 Hundert Kronen-Noten und drei Fünfzig Kronen-Noten entwendete. Die beiden Fremden entfernten sich sodann von Cmeresek. Dieser be-merkte erst zu Hause den Abgang seines Geldes. Solche ähnliche Ueberfällt kamen in letzter Zeit in St. Georgen an der Südbahn. im Bezirkt Tüffer. Lichtenwald und Krain vor. Der Mann, der sich zu CmereSek gesellte, war ungefähr 35 bis 40 Jahre alt, mit blassem dickem Gesichte, mit kleinem blondem Schnurrbarte und war mit grauem Stoffanzug, schwarzem Hut und Stiefletten bekleidet. Der zweite Mann hingegen war mittelgroß, mit schwarzem Ge-sichte, mit schwarzem Anzug und schwarzen Hut be-kleidet, sprach gebrochen deutsch und dürfte ungefähr 40 Jahre alt fein. Nun wurde bereits festgestellt, daß diese Tat ein gewisser Franz Cresner aus Oplotnitz bei Gonobitz vollführt haben wußte, weil dieser ein berühmter Dieb ist, wiederholt eingekerkert war und SR-matct 65 Deutsche Wacht Seite sich fortwährend auf Märkten herumschlug. Ferner wurde auch sein Schwager in Wousche, Gemeinde Bischofdorf, Anton Berglez bereits verhaftet, da die Personsbeschreibung vollkommen au ihn paßt. Dazu war er auch am Markte in Lemberg. Cre^ner hm-gegen konnte bisher nicht festgenommen werden, da er nie zu Haufe zu treffen ist und angeblich aber-mals auf den Markt nach Windifchlandsberg ge-gangen sei. Den Creiner trifft der Bedacht umso-mehr, da er in Lemberg kein Geld hatte, in Wind.-landsberg aber am 10. d. M. zwei Kühe kauste. Des Meuchelmordes verdächtigt. Am 5. August l. I machte die in St. Ruperti bei Tüffer ansäßige Gastwirtin Franziska Oblak der Gendarmerie die Anzeige, daß am 4. Juli l. I. früh die Gattin des verwitwet gewesenen 61 Jahre allen Josef FliS aus Podgorje, der Gemeinde «2t. Ruperti Maria Flis bei ihr darüber geklagt habe, wie sehr sie von ihrem Gatten Josef Flis mißhandelt worden sei. Darauf sagte Fraziska Oblak zu Maria FliS: Die andere hat er begraben und auch dich will er. FliS entgegnete: „Die andere Hai er ver-giftet." Die andere ist die am 27. Jänner 1909 verstorbene Gattin deS Josef Flis namenS Maria Fliö. Jofei Flis hatte mit feiner gegenwärtigen Gallin durch ungefähr 5 Jahr noch zur Zeit, alS die verstorbene Gattin Maria FliS am Leben war, ein Liebesverhältnis unterhalten, mit der verstorbenen Gallin aber stets im Unfrieden gelebt und sie sehr oft mißhandelt. Infolgedessen vermuten Josef und Franziska Oblak, daß die jetzige Gattin von der Ber-gistung der ersten Gattin etwas wissen müsse, da sie sonst nicht eine solche Aeußerung machen könne. Auf Grund der Aussagen und Veimotungen wurden »on Stilen der Gendarmerie Erhebungen gepflogen und hiebei von der in St. Ruperti wohnhaften Gemischt-warenhändlerStochter Ludmilla Tochter in Erfahrung gebracht, daß Maria Flis am 4. Juli l. I. auch dor: einige Einkäufe besorgte und hiebei ebenfalls Über die Mißhandlung durch de» Gatten klagte, wo-bei Maria FliS unter anderem sagte: „Eine Sache weiß ich und würde dieS jemand wissen, so würde ei (Josef Flis) schwer bestrast werden, was sür ihn schlcchk wäre" WeiterS sagte Maria Flis dafj sie Arsenik gesunden, eS jedoch versteckt habe, da mög« licherweise auch sie vom Gatten vergiftet werden könnte, wie die Verstorbene. Nach Angabe der AuS« züglcrin Maria Kristansk, welche mit der verstorbenen Maria FliS sehr befreundet war und dieselbe auch oft bediente, hat ihr die verstorbene Maria FliS am 26. Jänner 1909 gesagt: „Mir scheint eS, er möchie gerne meinen Tod sehen." Die Verstorbene war ungefähr 14 Tage krank und bettlegerig und starb, wie erwähnt, am 27. Jänner 1909 früh, an« geblich an Lungen sucht. Nun wurde Maria ^lis bei den Erhebungen über die Aeußerung, die sie zur Franziska Oblak gemacht hatte, befragt, wobei sie dies entschieden in Abrede stellte und angab, daß sie nicht gesagt hat: ..Vergift hat er sie", sondern „Gicht hat ste gehabt". Ueber die Aeußerung, die Maria Flis zur Ludmilla Tuchter gemacht hat, gab FliS an, daß ihr>ie 10jährige Stieftochter Amalia FliS Ende Juni 1910 gesagt habe, die Mutter sei, als sie die vom Vater gebrachte Arznei trank, bald darauf gestorben, geradeso, als wenn die Arzneien vergiftet gewesen wäre. AuS diesem Grunde ver-mutet die jetzige Gattin, daß ihr Gatte Joses Fls seine verstorbene Gattin, mit welcher er in Unfrieden lebte, mit der Arznei, welcher er das Arsenik beige-mengt habe» düifle. vergiftet hat und sie infolge-dessen starb, Maria Flis gab weiters an, daß sie nach der Aeußerung ihrer Stieftochter Amalia FliS daS Arsenik beim Suchen in einem Kleide»kästen gesunden nnd es im Llrohdache des schweinestahles versteckt Hai. Ueber Befragen, ivarum ste den Ar-senik verst.ckl habe, s-igle sie, daß ihr Galle auch sie leicht vergiften könne, wenn er die andere vergiflet hat. Maria Flis bat die Gendarmerie, über den Borsall keine Anzeige zu erstatten und gab a», daß sie, sobald sie ihr Ga te Josef Flis nochmals miß-handeln würde, alles aussagen würde. Amalia FliS gab an, daß itire verstorbene Mutter während der Krankheit bereits jedesmal nach Einnahme der Arznei, welche ihr meistens der Vater Josef FliS verabreicht Halle, gebrochen habe. Nach Angabe der Maria Flis und der Stieftochter Amalia FliS foll Jofef Flis seine Galt!» vor der Krankheit derart mißhandelt haben, daß sie einige Tage betllegerig war. Bald darauf staib sie. Auch nach dem Genusse von Kaffee und Tee habe Mana Flis oft, jedoch nicht jedesmal gebrochen. Das Essen für sie wurde von der Tochter Franziska Flis mit Hilfe dcS Vaters Josef FliS zubereitet. Daß die Verstorbene, wie erwähnt, nach Einnahme von «peisen tatsächlich gebrochen hat, wird auch anderwärts bestätigt. Nun wurde Jofef FliS über die Herkunft deS Arsenik befragt, wobei er entschieden in Abrede stellte, Arsenik zu besitzen, und gab an, daß er seit ungefähr 30 Jahren kein Arsenik besitzt. AlS ihm aber von dem erhebenden Gendarmen das von Maria FliS bereits ausgefolgte Arsenik vorge-zeigt wurde, sagte er, daß das Arsenik seinem gegen-wärtig in Trobental beim Schuster Peter Centrih beschäftigten Sohne Johann FliS und dem im Herbste l909 verstorbenen Josef Flis gehört hat. Johann FliS behauptet, daß weder er noch sein verstorbener Bruder Joses FliS jemals das Arsenik gehabt hätten. Josef Flis, der Aellere, stellt auch entschieden in Ab« rede, während der Krankheit seiner verstorbenen Gatlin derselben jemals Arzneien gegeben zu haben, wogegen die übrigen Familienmitglieder dies entschieden be-Häupten. Josef Flis will auch davon nichlS wissen, mit seiner verstorbenen Gattui in Unfrieden gelebt zu haben und beteuert, daß er sie niemals mißhandelt habe. Jofef Flis leugnete überhaupt alle ihm zur Last gelegten Handlungen. Es wurde die Anzeige wegen Verdachtes des Meuchelmordes erstattet. Beförderungen im Mittelschuldlenst. Der Minister für Kultus nnd Unterricht hat sol-gende Professoren von ItaatSmittelschnlen in die achte Rangsklasse besördert: Dr. Johann Angerer vom Gymnasium in Klagensurt, Dr. Joses Debevec vom Gymnasium in Krainburg, Johann Gang! vom Gymnasium in Cilli, Dr. Otto Jauker vom zweiten Gymnasium in Laibach nnd Joses Kardinar vom Gymnasium in Cilli. Tüffer. (Anerkennunng.) Ueber Vor-schlag des Bezirksschulinspektors AntonHStering in Pettau wurde dem Lehrkörper der vierklassigen deutschen Volksschule iu Markt Tüffer für sein er-sprießliches und pflichteifriges Wirken in der Schule vom Bezirksschulräte Tüffer die Anerkennung aus« gesprochen. — Gleichzeitig wnrde anch dem Schul-gärtner, Oberlehrer Matth. Höyl, für die muster-haste Instandhaltung des Schulgartens die Aner-kennung ausgedrückt. Rohitsch. Zu unserem Berichte „Teuerung" aus Rohitsch in der Nummer 63, erhalten wir folgende Zuschrift: „Sehr geehrte Redaktion! Bczngiiehmend ans Ihre Notiz in Nummer 63 vom 6. d. M. unter der Spitzmarke:,Rohitsch. (Teuerung.)' sehe ich mich als Kaufmann und Gastwirt im In« teresse der Wahrheit veranlaßt, Ihrem Herrn Ein« sender Nachstehendes zu erwidern; Der Herr Einsender wolle mir bekanntgeben in welchem Orte SüdöstcrreichS ausgezeichnetes eisgekühltes Grazer Märzenbier zu 40 Heller per Liter, sehr gute stei-rische Weine, infolge der Konkurrenz der von den politischen Behörden mit Borliebe bewilligten Eigen-bauschänken, zu 40 Heller per Liter geschenkt werden? DaS komplette MittagSessen, bestehend a»S ein-gekochter Suppe, gntem Rindfleisch mit zwei Bei-lagen — Donnerstag und Sonntag Braten, Frei-tags Mehlspeise — im Abonnementpreise 52 Heller kostet, ein Abendbraten zn 60 Heller serviert wird. Mehle bester Provenienz mit 26 bis 40 Heller per Kilogramm, sowie sämtliche Konsumartikel zu so billigen Preisen verkausl werden, handwerksmäßige Arbeiten so billig, schnell und reell von den Klein» gewerbetreibenden ausgeführt werden, wie dies tat-sächlich in Rohitscy der Fall ist? Wenn sich aber in Rohitsch jemand über ungünstige Verhältnisse beklagen kann, so sind es in erster Linie ver Ge-werbe- und Handelsstand, welche beide durch den aus der passiven Gebarung des Elektrizitätswerkes stammenden 130prozen>igen Gemeindeumlagen, bei der in Rohitsch besonders stark angezogenen Steuer-schraube arg in Mitleidenschaft gezogen sind. Dem scheinbar ans dem Beamtenstande stammenden Herrn Einsender möchte ich aber raten, lieber zn schweigen als zu schreiben, denn verschiedene Berichterstatter-Dilettanten haben in letzter Zeit ohnehin den früher friedlichen deutschen Markt Rohitsch nach Außen hin arg diskrediert. Für die Ausnahme dieses im Vorhinein bestens dankend zeichne ich mit tren-deutschem Gruß und Handschlag Em. Snppanz." Hrastnigg (Todesfall). Nach langen schweren Leiden verschied gestern der GlaSbeschauer Herr Friedrich Stadelbauer, im Alter von 72 Jahren. Er wurde im Jahre 1838 in Tschernieheim in Kärnten geboren und diente seine Militärpflicht in Italien, dessen nördliche Provinzen damals noch zu Oesterreich gehörten, alS Unteroffizier ab. Bei der hiesigen GlaS« fabrik war er nahezu durch 30 Jahre ununterbrochen beschäftigt. Herr Stadelbauer war stets ein Muster eines Arbeiters, belaß eine »mgewöhnliche Bildung und war ein ehrlicher, biederer Charakter. Mit ihm verschwindet eine allgemein geachtete, sympatische Er» scheinung, die stch iv allen Bevölkerungsschichten der größten Achtung erfreute. Herr Stadelbauer war einer von jenen wenigen deutschen Arbeitern, die auf ihr Bolkstum stolz sind und sür dasselbe jederzeit, ruhig, aber entschieden eintreten, einer von den Wenigen, die sich bewußt sind, daß Deutschtum und Fortschritt EinS sind. Friede seiner Asche! Oplotnitz. (B o r s ch u ß k a f f e n v e r e i n.) Für die Ortsgemeinde Oplotnitz hat sich ein Bor-schußkasfenverein gebildet. Gegenstand deS Unter-nehmenS ist: ») den Mitgliedern zu ihrem Wirt-schafts- und Geschäftsbetriebe nach Maßgabe ihrer Kreditfähigkeit sowie des wirklichen Erfordernisses durch Gewährung von Darlehen mit mäßiger Ber-zinfung billigen Perfvnalkredit zn ver chaffen; l>) durch Annahme von Spareinlagen Ge egenheit zu geben, müßig liegende Gelder verzinslich anzu-legen: c) den gemeinsamen Ankauf und Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfs-artikeln und die Vermittlung von Käufen und Ver-käufen solcher Gegenstände von den Mitgliedern und an die Mitglieder im Auftrage nnd ans Rech-nung der Mitglieder zu besorge» uud d) landwirt-schaflliche Maschinen nsw. auf eigene Rechnung zu kaufen und de» Mitgliedern gegen angemessene Ge« bühren zur Benützung zu überlassen. Mitglieder des Vorstandes.- Franz Jonke d. Ae., Besitzer in Oplotnitz, Obmann; Franz Hasenbüchl, Besitzer in Oplotnitz, Obmannstellvertreter; Franz PoSne, Be-sitzer in Oplotnitz, Vorstandsmitglied ; Joses »melez, Besitzer in Malachorn, Vorstandsmitglied; Anwn Kalsek, Besitzer in Cadran, Vorstandsmitglied; Anton Arbeiter, Besitzer in Malachorn, Ersatzmann. Windifch-Feistritz. (S p a r k a s s e b a u. — Kaiferfeier.) DaS wuchtige, ja fast burgartige Kaiser Franz Josef l.-Sparkaffegcbäude, zu dem der Grundstein am 2. Dezember 1908 ans Anlaß des 60>jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers gelegt wurde, wurde heute vollendet und dürfte dieser Tage übernommen werden, so daß voraus-sichtlich am 18. d. M der erste AmtStag stattfinden wird. Das Gebäude erhebt sich in der Dr. Link-Gaffe. Der schöne, prächtige Bau ist nicht protzig: die Architektur sowie die Form und Anordnung lassen ein Amtsgebäude aus den ersten Blick erkennen. Btsonderer Wert wurde auf die Einteilung und Ausschmückung der Amtsräume gelegt, die recht zweckmäßig eingerichtet sind. Das Gebäude besteht aus den Amtsräumen, Sitzungszimmer, Archiv. Privatwohnungen. Kellerräumen und einem großen Festsaale. Es besitzt eine eigene AzetylenbeleuchtnngS-anlage. Zur bleibenden Erinneruug an die 60-jährige Regierung des Kaisers ist in der Eintritts-halle eine mächtige und schöne Gedenktafel angebracht. DaS Gebäude, das nach den Plänen des Architekten Friedriger (Marburg) ausgeführt ist. macht dem Bauunternehmer volle Ehre. An den Baulieferungen waren beteiligt: Steiumetzmeister Sociaucic, Speng-ler Jnrfchitz, Tischler Drofenik, Schlosser Sirak, Hafner Heritfchko, Maler Holzinger, Tapezierer Zelenka, Installateur Swoboda, alle in Marburg, Glasermeister Scherf, Windifch-Feistritz, Bildhauer Rath und Baureis, Graz, Kassenfabrikant Wertheim und Ko., Wien, Kanzleimobelfabrikaut GlogowSky und So., Wien. DaS Gebäude, das von den Grundmauern bis zum Firste aus lauter guten Materialien zusammengefügt ist, wird dauernd schön und wertvoll bleiben und es wird den Bauherren nicht minder Ehre machen als dem Baumeister und Coffeinfreler Bohnenkaffee ohne jede schädliche Wirkung, speziell auf Her* und Nerven. Der Kaffee für die vielen Tiu/ sende, die sonst Kaffee aus Ge* sundheitsrück« sichten nicht trinken dürfen. Schatimirki Rfttun gering. Ftiruu Hluhungcn. Otxrtll crtUiüich. I COFHiNPREI' M*H WW.I -j ■ knifrJ Seile 6 ptsüfät Nummer 65 feinen Gehilsen. — DaS 80. Wiegenfest unsere« Kaisers wird bei uns durch einen Fackelzug und Etadtbeleuchtung am 17. d. M. eingeleitet. Am Festtage findet ein Weckrns statt. Nach der Fest-messe m der Pfarrkirche wird in der Gemeiudestube und im Sparkassez'mmer eine Festsitzung abgehalten, worauf daS Sparkaffegebäude eröffnet wird. Mittags werden die Stadtarmen gespeist. Gewerbliches. (Ausziehen von Leinen aus Holz.) Mit einer heißen Lösung von gntem Tafelleim oder von Gelatine, die man iu beiden Fällen durch Zusatz von etwas Alaun während des Kochens noch haltbarer machen kann, wird eine gute Verbindung des Leinen mit dem Holze unschwer gelingen. (Polieren gestrichener Möbel.) Daß man gestrichene, beziehungsweise maserierte uud lackierte Arbeiten polieren soll, wird zwar nicht oft vorkommen. Im nachstehenden wird das betreffende Verfahren mitgeteilt. Die zu polierenden Flächen müssen nach der „Schweiz. Schreinerztg." durch vorheriges Spachteln vollständig glatt sei». Wenn die Spachtelsarbe trocken ist, werden gekehlte Leisten usw. mit seingeriebenem Bimsstein, Wasser und Filz, Flächen mit einem Stück flachen NaturbimS. stein geschliffen. Die zur Malerei zu verwendenden Farben sollen sein gerieben und gleichmäßig aus-getragen werden. Es ist wesentlich, daß man die Malerei, welche poliert wird, nicht oder doch kaum sühlbar aufträgt, da im anderen Falle vor dem f olieren zu oft lackiert werden muß, um eine glatte läche zu erhalten und dadurch, daß der Lack doch immerhin nicht ivasserhell ist, das Ansehen der Malerei in Reinheit und Lustre verliert. Wenn die Malerei trocken ist, wird mit verdünntem Schleif« lack dünn lackiert; ist der Lack hart geworden, wird, ohne vorher abzuschleifen, mit einem Schleislack ohne Terpentinzusatz stark lackiert. Dieser Lack ist, nachdem er trocken beziehungsweise hart ist, mit äußerst fein geriebenem Bimsstein, Wasser und Filz mattznfchleifen, zu reinigen und wiederholt gut zu streichen. Ehe der letzte Lack aufgetragen wird, darf auf dem zu polierenden Gegenstand kein Körn-chen mehr fühl- noch sichtbar fein. Der Lack muß vorher durch drei- bis vierfaches Mull zeug durch-gelassen werden und 8 bis 10 Stunden ruhig stehen. In dem Raume, in welchem der letzte Lack-anstrich ersolgt, muß vorher alles rein abgestaubt sein. Der Fußboden ist womöglich mit Wasser zu besprengen, damit durch das Gehen lein Staub aufgeworfen werde. Ist der letzte Lackanstrich trocken, wird wieder wie vorher mit Wasser, Filz und äußerst feingeriebenem Bimsstein abgeschliffen beziehungS-weife glatt geschliffen. Wenn der Grund glatt ge> halten, die Farben schön verrieben werden und du Malerei nicht dick auftragen, reicht ein dreimaliges Lackieren. Wenn der ganze Gegenstand matt, ge-hörig gereinigt und trocken ist, so nimmt man an einen Flanellappen etwas Baumöl und reibt dieses gleichmäßig aus. Hierauf nehme man reichlich Wasser an den Lappen und reibe mit vielem Wasser, bis das Oel entfernt ist, nnd der Glanz wird ficht-bar. Zuletzt reibe man mit einem feinem, weichen seidenen Lappen nach. Wenn der so polierte Gegen-stand trocken ist, wird mit einem weichen, trockenen Lappen nachpoliert. Ein späteres Aufstischen ge-schieht in derselben Weife. Beim letzten Schleifen nehme man anstatt geriebenem Bimsstein gebranntem Hirschhorn. (GaSsernzündnng.) Im Bezirksverein Deutscher Chemiker in Stuttgart berichtete unlängst GaSchemiker Dr. Müller über Gasfernzündung und demonstrierte an Hand von Modellen die sinnreiche Einrichtung der von der Berlin-Anhalt-Mafchinen bau-Aktiengefellfchaft hergestellten Apparate, die zur Fernzündnng der Straßenlaternen im G: brauch sind und auch sür Wohnhäuser, Treppencäume usw. eingerichtet werden können. Wir entnehmen dem Bericht hierüber unter anderem: In dem in der Laterne zwischen Gaszuleitnng und Brenner eingesetzten gußeisernen Gehäuse befindet sich eine Membran, welche, wenn der Gasdruck in der Fabrik momentan und vorübergehend verstärkt wird, eine Welle in horizontale Bewegung setzt. Diese Be wegung pflanzt sich mittels Radübertragung in vertikaler Richtung fort und reibt ein mit Zähnchen besetztes kleines Rädchen nach vorwärts. Der vor-geschobene Zahn dieses Rädchens hebt eine Hebel artig angebrachte Platte und diese wiederum einen Stift mit dem Schlußventil. Hiedurch wird die Leitung geöffnet nnd das ausströmende Gas^eut fündet sich an der m dem Brenner befindlichen, tetS brennenden kleinen Ziiiidflamme. Ein zweiter Druck, der in der Fabrik gegeben wird, dreht das Rädchen mit dem Zahn unter der Platte weiter, wodurch der Bentilftift sich senkt und so die GaS-uhr abstellt; die Laterne erlischt. Da wir aber Laternen haben, die teils um 12 Uhr nachts, teils mit Tagesanbruch gelöscht werben, so besitzen die letzteren eine von den anderen verschiedene Apparatur: Die spitzen Zähne an dem ans das Ventil wirkenden Rädchen sind durch breite Ansätze ersetzt, so daß wohl die erste Druckivclle die Zündung verursacht, die zweite Druckwelle aber, die die halbnächtigen Laternen löscht, auf die ganznächtige» ohne Einfluß bleibt. Erst bei der dritten Druckwelle schließt sich das Ventil und die ganziiächtige» Laternen erlöschen. Die Zündung funktioniert tadellos und unter Berück-sichtigung der großen Anzahl Laternen ist die Zahl der Versager, die übrigens meist auf erlöschte Zünd-flammen zurückznführen sind, verschwindend klein. (LösungSmittelfürEifenrost.) Häufig ist es mit großen Umständen verbunden, mitunter sogar unmöglich, von Eisen den Rost durch Schleifen zu entferne». Sehr bequem geschieht aber die Reinigung stark von Rost angegriffener Gegenstände durch Eintauchen in eine ziemlich gesättigte Lösung von Zinnchlorid. Die Dauer der Einwirkung ist abhängig von der größeren oder geringeren Dicke der Rostschicht; in der Regel genügen 12 bis 24 Stunden, wobei nur zu beachten ist. daß ein zu großer Ueberschuß an Säure im Bade verhindert wird, weil diese sonst daS Eisen selbst angreift. Nachdem die Gegenstände aus dem Bade genommen sind, müsien sie zuerst mit Wasier und dann mit Ammoniak abgespült und hieraus schnell abgetrocknet werde». Eine EinseNnn^ mit Vaseline dürste zur Verhütung neuer Rostbildung nützlich sein. DaS Aussehen der auf diese Weife behandelten Gegen-stände gleicht demjenigen von mattem Silber. Eingcfendft. lim sieher TU gehen, verlange man ausdrücklich das weltberühmte Hunyadl Jänos Saxlehner's natürl. Bitterwasser. Q/erravaUd~ China-Wein ni Eisen. luitolluf Wien 19041 Ptaatüpreia und Ehreodlplo« tur ffoldtntB MpdAiUa. KrRftf wesentlich von allen übrigen Teerseifen des Handels, ei hartnäckigen Hautleiden verwendet man auch als sehr wirksam Berger's Teerschwefelseise. AIS mildere Terrseif« zur Beseitigung a^er Unrein» heiten de« Teint«, gegen Haut, und Kopsausschläge der Kinder sowie als unübertreffliche kosmetische Wasch« und Badeseife sür den tägliche« Bedarf dient Berger'» Glyzerin-Teerseise die SS Prozent Glmerin enthält und parsürmiert ist. 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September von 8 bis 11 Uhr vormittags in der Direktionskanzlei, Mädchenschulgebäude, I. Stock statt. 2. In den 1. Jahrgang werden Schülerinnen aufgenommen, die 14 Jahre alt sind und entweder eine Bürgerschule mit Erfolg zurückgelegt haben oder durch eine Aufnahmsprflfung nachweisen, dass sie entsprechende Vorkenntnisse ans : Unterrichtssprache, Rechnen, Geographie und Naturgeschichte besitzen. 3. In den 2. Jahrgang können nur Schülerinnen eintreten, die den 1. Jahrgang dieser oder einer ähnlich organisierten zweiklassigen Handelsschule mit mindestens genügendem Erfolge zurückgelegt haben. 4. Das jährliche Schulgeld beträgt 100 K, die Einschreibegebühr 2 K, der Lehrmittelbeitrag 4 K. Schulgeldbefreiungen werden nach den für die Staatsmittelschulen geltenden Bestimmungen gewährt. Nichtange-hörige der diesseitigen Reichshälfte haben die doppelten Gebühren zu entrichten. 5. Die Aufnahmsprüfungen finden am 10. September von 8 bis 12 Uhr vormittags statt. Der Vorsitzende des Kuratoriums: Bürgermeister Dr. Heinrich von Jabornegg. Ilertplatz. Oute bürgerliche Kosl. strenge Aufsicht, liebevolle Bebandlim?, Ahm* frigen in der Verw. des Blattes. 16734 Heiratsantrag. Junger, intelligenter, fescher Mann mit sicherer L'-benssti-lluag, sucht mangels an Bekanntschaft, ehrbare Antillrrong zu jungem, gemütvollen, häuslich erlogenem Fräulein, etwa« musikalisch. welches sich ein glückliches Heim gründen will; Blon-d nen mit blauen Auge» bevorzugt. Diskretion Ehrensache. Anonyme» Papierkorb. Briefe erbet»» u iter „EaelweUs" an die Vevwaltang des Blattes. 16733 MöbliertesZimmer gasseuseitig, ist für ein oder zwei Herren Handelsangestellte zu vermieten. Herrengasse 25, I. Stock. Anfrage auch in der Möbelniederlage daselbst. 16715 gesucht, deutsch-slovenisch, 35—45 Jaliro alt, unbedingt verheiratet, kinderlos, in allen Zweigen der Gärtuerei tüchtig nnd gut erfahren, spätestens bis 1. Oktober. Gehalt 90 Kronen. Dauernder Posten. 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Der Schlüssel der Sparbüchse wird von der Sparkasse zurückbehalten uud hat der Einleger in ihm beliebigen Zeiträumen die Büchse der Sparkasse zu übergeben, woselbst in seiner Gegenwart die Oessnung erfolgt und das Geld gezählt wird. Der vorgefundene Betrag iuumh in das mitgebrachte Büchel eingelegt werden und darf am gleichen Tage eine Behebung nicht erfolgen, an jedem anderen Tage ist die Behebung bis auf den Betrag von K 4.— frei. Die Bestimmungen über die Ausgabe der Heim-Sparkassen sind den bezügliches Einlagebüchern beigeheftet. Bei Bestellungen von auswärts sind ausser dem Mindestbetrage von K 4.— noch 80 Heller für Porto beizuschliessen. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli hoflt auf die weiteste Verbreitung dieser schon viel bewährten, volkswirtschaftlich und ersiehlich wertvollen Einrichtung. Sparkasse ch»n«gg: Frz. Zottl. Hrnstniirg: P. Banehreini Josef Wouk. Laufen: Fr. X Petck. Lichtenwald: S.F.Schalk Nachfolger. Alois Matzan Lud. Sraole. M.Tttffer: And. Rlsbacher. Carl Hermann. Montprela: M. Jazbinsek. L. Schescherko. Oberbnrg: Jakob Boiic. Franz Scharb. PttlUchaeb: Fr. KaaciJ. H. G.'rhoU, A. Schwatz. Pranaberg: Rad Pevefc. Pristova : Ed. Sappanz. Mari« Sappanz. Rann: Franz Matheis. Rann: Josef B >lcio, Joh. Pinterie. L'rsic Jk Lipej. Sachsenfeld: Ad. Gern Adalbert Globoinik. J. Krassowrtz. Yinzenz Kveder. St.Georgen F.Kartin'sNfg. J. Artmann. Lndw. Zug-meuter. J.F.Schescherko, St. Paal: N. Zanier A Sohn. Trifail: Franz Dezman. Iran Kramer. Jo«ef Moll. Job. Maller sen. Weitaaatein: Ant Jakün. Josef Tappei. Wöllan: Carl Tischler. Josef Wutti. Kundmachung. Bei der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli werden ab 1. August 1910 die Einlagen täglich verzinst. Die Direktion. Mr Ve r»*r