Deutsche Macht. --O0XX3O-- JMl" erf<*ebu jeden Cairaias un2> DvlMttStaa met®en4 trnb toste: sammt ba Sonntag«d, qami»hng q. MO. — Einzeln« Sarammi? fr. »nötige« werden nach tari* t Suilaabr« t^Hmen «n^ctgen In <1191 »ölen f»l<* beim B«iok Zuhörer wirkte." Die Bestätigung der Wahl Dr. Lueger's kann kaum verweigert werden, umsomehr als sich die Clericalen lebhaft für Lueger einseyen. Es haben sich nämlich die Abgeordneten Freiherr v. Dipauli, Freiherr v. Morsey und Dr. Ebenhoch als De-putation zum Minister-Präsidenten Grafen Badeni begeben, um ihn zu ersuchen, er möge die Wahl Lueger's zur Bestätigung empfehlen. Die Antwort des Minitter-Prä/identen ivar keine positive und befriedigte die Deputation nicht. Sie berief sofort nach der Audienz die Mitglieder der clerical-con-servativen Fraction des Clubs zu einer Berathung. In dieser Zusammenkunst wurde beschlossen, die Frage der Bestätigung Dr. Lueger's zum Bürger-meist« von Wien zur Club-Frage zu machen. Die conservativ-clerical« Fraction des Hohenwart-Clubs ist entschlossen, im Falle der Richtbestätigung der Wahl die Consequenzen zu ziehen, aus dem Hohen-wart-Clnb auszutreten. sich der christlich-socialenGruppeim Hause anzuschließen und mit derselben in Opposition zur Re-gierung zu treten. Die conseroativ-clericale Fraction erklärt, dass sie die Frage der Richt-bestätigung des Dr. Lueger nicht als eine Frage formellen persönlichen Charakters, sondern als eine rein politisch« Frage auffasse, deren Lösung ihr weiteres Verhalten zur Regierung bedinge. Es wäre überaus erfreulich, wenn die Dinge diese Entwicklung nehmen würden. Eine Ver-einigung mit den Christlichsocialen würde eine nationalere Haltung der Deutsch-Clericalen zur Folge haben müssen. Schon der Austritt aus dem Hohenwart-Club würde dies mit sich bringen. Sollte aus der Wahl Dr. Lueger's die Zertrümmerung des Hohenwart-Clubs erwachsen, so wäre dieselbe in nationaler Hinsicht das begrüßenswerteste Er-eignis der letzten Jahre. Amfchau. Die Erklärung der alpenländischen deutschnational - freisinnigen Abgeordneten, welche Abgeordneter Dr. Foregger im Abgeordnetenhause abgab, ist von skeptischen Klänge. Es wird dann gesagt, dass diese deutschen Abgeordneten in der Zusicherung des Ministerpräsidenten, die auf historifch«n und kulturellen Grundlagen fußende Stellung der Deutschen im Staate als berechtigt anzuerkennen, einen inhalts-vollen Regierungsgrundsatz erblicken wollen. Die Bethätigung dieses Grundsatzes sei aber die un-' erlässliche Vorbedingung des Vertrauens in die Regierung. Dann verweist die Erklärung auf die dringenden Reformen auf wirtschaftlichem und socialem Gebiete — insbesondere zum Schutze deü kleinen Gewerbes — und verlangt, dass den dies-bezüglichen Volkswünschen endlich einmal Erfüllung werde. Die Erklärung schließt: „Im ganzen wird sich unsere Haltung nach der Art und Weise gestalten, wie das Ministerium sein eigene» Pro-gramm zur Ausführung bringt." Die „Reue Freie Presse" reibt sich an eine Stelle der Rede Dr. ForeggerS, welche das Befremden über die Unterlassung der Betonung der bestehenden Staats-Verfassung für die innerösterreichischen Länder aus-drückt. Die „R. F. Presse" ist unzufrieden und sie mag von ihrem Standpunkte aus nicht Unrecht haben. Die Bemerkung Foreggers braucht aber gar nicht allgemeiner zu fein, denn an der Fort-dauer der Kuppelung Galiziens an Weftösterreich beispielsweise haben die deutschen Elemente gar kein Interesse. Die Abstinenz der Landtagslovenen lässt überall kalt und im Bewusstsein dieser That- Fe u i s s c t o n. Drei Grabstätten. (Gin GUtier Gedentdlatt.) Es liegt auf grüner Hügelkette, vom Wald umrauscht, ein Todtenhain, Der Menschen heil'ge Ruhestätte Schließt er die Lebensmüden ein. Die Müden, die den Kampf bestanden Und hier den eiv'gen Frieden fanden. Denn aus dem Schatten der Cypreffen, Da ragen still und ernst empor Die Zeichen, dass wohl unvergessen Hier unter einem Blumenflor Beliebt« Wesen. längst enlschlasen. Von Schmerzen frei, die sie einst trafen. Und in dem stillen Ort erheben Drei Gräber dem Beschauer sich. Der hier gedenkt entschwund'nem Leben, Indem die Gegenwart entwich. Da Worte, in den Stein gegraben, Ihm Kunde vom Vergang'nen gaben. ■ Dorl, wo des Glaubens heilig' Zeichen, Aus Stein geformt, ragt himmelan. . Da ruht ein Edler sondergleichen. j • Der stetj des Besten viel gethftM> Und an der Spitze der Gemeint« Sie schützt« vor der Gier der Feinde. Ein hoher Stein auf grüner Stätte Ein Bildnis trägt im Priesterkleid, Denn unten in dem kühlen Bette Ruht ja, bewahrt vor Hass und Neid, Ein Priester, der in seinem Leben Der Nächstenliebe Raum gegeben. Roch zeigt sich da auch dem Beschauer Ein Stein, mit einem Kreuz geschmückt, DaS ihn erfüllt mit tiefer Trauer: Laut sagt's ihm, dass dem Sein entrückt Ein Richter hier, bei besten Walten DaS Recht sich konnte stets entfalten. Doch sind es tröstende Gedanken, Die tief ergreifen da« Gemüth Und mild sich um die Seele ranken. Gleich einer Blume, hold erblüht. Dass ihnen Besseres beschieden Im Reiche mit dem Gottesfrieden. Franz Tiefenbacher. Allerseelen. Sine Restrxion von Julius Ritter v. Vogtberg. Der Kirchhof ist still und erzählt doch so viel. Das große versiegte Buch der Ewigkeit, das unter jenen Erdschollen ruht und die unenthüllten Geheimnisse des Jenseits birgt, erfüllt selbst den kalten Philosophen mit Schaud«r, weil seinem forschenden ©eilte hier eine unübersteigliche Schranke gesetzt ist und er jene Sieg«! nicht zu löser» ver-mag. Die Gräber sind stumm und das Jenseits antwortet nicht auf die skeptischen Fragen des Denkers. Es ist ein trauriges, aber schönes Fest, das Grüberfest am Allcrseelentage. Wie wenige gibt es, die nicht schon jemanden draußen liegen haben, an diesem Orte, wo man die Gräber, in die man sie versenkt hat, nun schmückt. Seien es theure Eltern, geliebte Kinder, der Gatte, das heißge-liebte Weib, oder ein wahrer treuer Freund oder wer sonst immer! Wo ist der Mund, der nicht schon gesprochen ein still' Gebet — am Leichen-Hügel dort? Wo ist ein Auge, das nicht schon Thränen vergoffen, di« jenen galten, die dort unten liegen? Und wie viel Thränen gibt es. die niemand schaut? Wie viel Schmerzen werden hinabgeklagt den Todten, die niemand Lebendiger hört! — Wie viele find, die ungeliebt hingehen Mit Herzen voller Liebe durch dies« Welt, Tie Todte nur zum Wiedersehen Am klllerscelentag hinausde stell t! — Und alle diese Thränen, Schmerzen, Klage» Schmückt sich der Mensch mit Blumen aus. Und Blumenkränze, Rosen'trüuße tragen Die sedenden den Todten nun hinaus. Geschmückt wird jede« Grab, an jedem Stein Glänzt ein Gewinde von Blumen, Band und Laub. Und doch bleibt auch so manches Grab ver-gesten und verkästen, denn das Menschenherz ist schwach und veränderlich. Die Wogen de« Lebens gehen bisweilen hoch und treiben das schwankende Schifflein an entfernt« Gestade, da muss manches «inst theure Grab in der Heimat vergessen liegen. Aber auch diese scheinbar verlassenen und ver-gefienen Gräber — sie sind es. o wie oft, den-noch nicht! — Im Geiste, im Gedanken knien auch dort manche wunde Herzen und weinen, — weil sie das eiserne Schicksal, dieser grausame Tyrann des Menschenlebens, fernehält, weil °ft< 2 ..Deutsche Wacht" 1895 eine zu verlangen und auf diese sicherlich mühe-lose Weise unsere braven Schutzvereine und ihre Bestrebungen zu unterstützen. Tentschthnm in Belgien. Vor uns liegt 9fr. 1 be« zweiten Jahrganges der Zeitschrift „De Vlaam'sche Wacht", des in Antwerpen erscheinenden Blattes der niederdeutschen Vlaamingen in Belgien* Wir können die Vlaamländer nur beglückwünschen zu so schneidiger und mannhafter Vertretung ihrer nationalen Interessen, wie uns der Inhalt dieser an Umfang allerdings geringen Zeitung zeigt. Wir kennzeichnen ihr Wirken mit den wenigen, von ihr selbst gebrauchten Worten: „Die Vlaam'sche Wacht, im Kleide ihrer Ueber-zeugung. im Bewusstsein ihrer freiwilligen Sen-dung, schreitet vorwärts auf dem von ihr einge-schlagenen und mit Muth betretenen Wege nach dem Endziele unseres Streites: der vollen Aner-kennung der Sprach- und Volksrechte des nieder-deutschen Stamme« in Belgien." ..Met moed gaat wecr ona kleine orgaan de wijde wereld in." Unter anderem bringt die Vlaam'sche Wacht auch unter der Ueberschrift ,,Franßch in 't leger" eine kleine Geschichte, wie ein vlaam'scher Recrut in Gent vier Tage Strafe bekam, weil er die Bestandtheile der Kanone nicht in französischer Sprache wusste. Wir können dem jungen Krieger nur den einen Trost geben, dass seine Enkel die Bestandtheile der Kanone jedenfalls nur mehr in deutsch - vlaam'scher Sprach« werden zu wissen brauchen. — Wir wünschen sohin der Vlaam'schen Wacht das Beste für ihren Fortbestand. Heil Vlaamland! B. Hiniges über untersteirifche Schul-Verhältnisse. Lichtenwald. im Octobrr. Es ist zur Genüge bekannt geworden, durch welch beispiellose Protektion der hiesige Oberlehrer M e s i fc 11 zu seinem Posten kam. Der „rühm-lichst" bekannte Notar Versec brauchte einen agilen Oberlehrer, der in nationaler Beziehung etwas thut und der imstande ist, die deutsche Schule in Lichtenivald zugrunde zu richten. So geschah es, dass die Gesuche zwanzigjähriger Diener im Lehr fache in den Papierkorb wanderten und Mefiöek der Vorgesetzte feine« ehemaligen Lehrers wurde. Mesiöek hatte noch vor zwei Jahren im be- * „De Vlaam'sche Wacht", Antwerpen. Ban Geertslroat 23. Fiir da« Jahr l Frank «*» 50 Kreuzer. scheidenen Dörfchen Globoko bei Rann gewirkt, woselbst sein« Frau als Unterlehrerin thätig war und gegenwärtig noch ist. Es wird den Unein-geiveihten wundernehmen, wieso es kam, da'S sich Mesiöek sosehr an den Posten Lichtenwald klammerte, trotzdem ihm die Versetzung hieher keinen materiellen Vortheil Krackte und trotzdem er wissen musste, dass hiedurch die Bande seiner Familie vielleicht aus viele Jahr« hinaus zerrissen werden mussten. DaS kam so. Die Herren slovenen hatten eü unter gütiger Patronanz hochgestellter Persönlichkeiten. durch Denunciationen gemeinster Art. durch anonyme Briese u. f. w. zuwege gebracht, dais der Posten eines Bezirksschulinspectors für den Bezirk Rann frei wurde. Für diesen Posten war Mesiöek ausersehen und seine Frau hätte sodann m Lichtenwald supplicren können. Diese Rechnung war ohne den Wirt gemacht. Das ganze Sinnen und Trachten des Mesiöek gieng mm dahin, seine Frau nach Lichtenwald zu bringe». Schon vor Beginn des verflossenen Schuljahre« wusste man von der Errichtung einer Parallele zu der ersten Classe unserer öffentlichen vierclassigen Volksschule zu erzählen, in welcher bic Frau Mesicek unterko nmen sollte. Alles verfügbare Schülermateriale innerhalb und außerhalb der gesetzlichen Entfernung. Kinder au» Krain und au» der zu Bianca eingeschulten Ortschaft Unter-Friesach wurde auvgchoben und trotzdem konnte die zur Errichtung einer Parallelklasse nothwendig« Schülerzahl nicht erreicht werden. Run wurde» die Herren Wenden schlau. Notar Versec denim-cierte einen Lehrer in ge-wöhnlichster Weis«, um hie-durch dtisen Versetzung herbeizuführen, doch ergab die eingeleitete Untersuchung einen trefflichen Be weis windischer Niedertracht. Für Leute, die mit gefälschten Dokumenten vor Gericht erscheinen, daö Denuncieren „nach windischen Begriffen" noch immer nicht „unehrenhaft" erachtet werden. Nachdem auch dieser „Versuch" zuschanden wurde, war» der letzte Rettungsanker für die Frau Mesiüek ausgeworfen. Zu Beginn des heurigen Schuljahre« wurde das Schülermateriale der l. C laste. »d r«if oder nicht reif, in die zweite Clast» befördert und ein Theil des zum Aufsteigen in die drill« Classe reisen Schülermateriale« in der zweiten zurück-behalten. So entstand ein« ganz unnatürlich« Füllung dieser Classe. Durch diesen Vorgang glaubte die Schulleitung den hohen k. k. Lande«-schulrath zur Errichtung einer Parallele zu ver-anlassen. Da nun dir letzte Nummer der „Dorno- sach« bemühen sich ihre Blätter und Blättchen die lächerlichsten Meldungen über Verhandlungen, die betreffs des Wiedereintrittes der Abstinenzler in den Landtag gepflogen werden, in die Welt zu setzen. Ein billige» Vergnügen! Mehr Wahr-scheinlichkeit haben die Meldungen au« Wien über eine Frontveränderung der Slovenen und Croaten, welche aus dem Hohenwart-Club im November 1893 ausgetreten waren, weil das CoalitionS-Ministerium in seiner Programmrede der natio-nalcn und sprachlichen Wünsche derselben keine Erwähnung gethan hat. Nach den gestrigen AuS-führungen des Grafen Badeni über die sprachliche Gleichberechtigung erklärten dieselben, einem zum Schlüsse der letzten Session gesassten Beschlusse entsprechend, dass sie nun die Situation als eine ihren Bestrebungen günstige anzu-sehen Ursache haben, und wenn der Verlauf be-weisen sollte, das« die vom Grafen Badeni angedeutete Richtung seiner Politik bewahrheite, sind sie entschlossen, in den Hohenwart-Club wieder zurückzukehren. — Also das Cabinet Badeni ist den Slovenen noch gün-stiger al« die Coalitions-Regierung. Eine herrliche Jllustrierung der Ministerworte von der Beachtung der „traditionellen Stellung" d«s Deutschthums! In Prag und Brünn fanden sonntags Parteiversammlungen d«r Deutschen Böhmen« und Prags statt, bei welchen die Liberalen dominierten. Bei einer vernünftigeren Programmabfassung hätte in Prag vielleicht die deutschböhmische Volköpartei bereits eine bedeutende Rolle spielen können. So aber nehmen selbst die nationalen Elemente der Liberalkn yegen die Deutschnational«n Stellung. Katholische Studenten. Die sogenannten katholischen Studenten haben bei Gelegenheit der Rectors-Jnauguration in Wien eine verdiente Zurückweisung seitens der Deutschnationalen erhalten. Da« hat im clericalen Lager ungeheuer verschnupft und e« erhebt sich großer Lärm. Jeder anständige Mensch, ob Deutscher oder Slav«, muss das Verhalten der deutschnationalen Studenten billigen, die e« verschmähen, mit Leuten, welche ihre Gesinnung für Lectionen, bester« Carriere u. s. w. verkaufen, kameradschaftlich zu verkehren. Tschechische Zündhölzchen. Aus dem Ver-kaufe tschechischer Zündhölzchen fließen jährlich bei-läufig 1200 fl. Reingewinn der „Matice ftkolska* zu Es sei die« eine Mahnung für un« Deutsche, überall, in allen Geschäften stets unsere „Südmark"-Schulvereinszünder und die anderer deutscher Ver- hundert« von Meilen, Berg und Thal nicl-leicht Meere — sie von diesen theuren Gräbern trennen! Für si« alle, die da unten ruhen, für jeden schlug mindestens ein treues Herz und denkt ihrer!--- Di« Throne stürzen und di« Kronen sollen, ES bricht da« Scepter wie der Bettelstab, Und jed« Scholl« Erd«, draus wir walle», Si« deckt «in Herren- oder Stlavengrab. Gott ruft den Herrn sowie den Knecht von hinnen. Sie find «i» Hauch, vom Sturm der Zeit verwcht. D« Wurm sris»t sich durch Purpur wie durch Linnen Und Staub und Asch« wird die Majestät! Ein Häufchen Staub ist das letzte Ende aller Herrlichkeit und über die größten Ereignisse der Weltgeschichte rauscht schließlich d«r Strom der Zeit hirnveg. und ob auch einst von seinen ehernen Tritten die Welt gebebt in ihrem Fundamente, ist Letheflut doch auch üb«r den Mächtigsten der Erde hinweggeschritten. Kein Oedipua löst da« Räthsel des Lebens. Wir sind — woher kommen wir ? Wir sind nicht — wohin gehen wir? Alle Dinge, die in unserem Dasein vorkommen, haben ihren Zweck; das Da-sein selbst hat keinen. Wir leben, wir bewegen un«, erhalten unsere Gattung, sterben, und wozu? Wir befragen die Vergangenheit um ihre Lehren, wir forschen bei den verflostenen Jahrhunderten nach dem Grunde unseres Wesen« und aus den Wolken von tausend Geschlechtern kommt uns keine Antwort — ein Räthsel bleibt e« — «in ungelöste«. Jahrtausende fluten in das Meer der Eivigkeit hinab, Jahr-lausende rollen vorüber, Geschlechter kommen und gehen und auf den Stufen des Glückes und der Wnrfrt itfittfti hie Atollen aus und nieder, Nichts ist dauernd als der Wechsel, nichts ist beständig als der Tod. Doch trägt jeder Tod wieder ein Leben in feinem Schoße, wie jede« Leben ein Sterben, ein Verblühen, ein Verwelken oder ein Verschwinden ist. Kreislauf ist's, doch ein Kreis-lauf wie am Sternenhimmel, ein Kreislauf mit Fortbewegung zu Zielen, die in unfassbaren Fernen stehen. Und diese Fortbewegung ist unser Trost. Ohne denselben wäre unser Jmkreisegehen in der That nur ein Stillstand, die Bewegung nur Schein und die Achse, um welche sich alle« dreht, das leere Nicht«. Der Traum des Untersuchungsrichters. Es mögen wohl an die zehn Jahre her sein; ich war um jene Zeit — so erzählte der französisch« Deputierte und gewesene Staatsanwalt in Lyon, Herr Alexander Berard — Untersuchungsrichter und hatte eben die Erhebungen in einem entsetz-lichen Straffall beendet, der die ganze Gegend in Schrecken versetzt hatte. Ich sah durch Wochen, Tag und Nacht, im Wachen und im Träumen nichts anderes als Leichen, Blut und Mordthaten. Um diese furchtbaren Eindrücke loS zu werden, flüchtete ich in die Berge in einen kleinen, ruhigen, trübseligen Badeort, wo es kein lärmend«« Casino und kein Wagengerastel gab. Dort machte ich Tag für Tag Ausflüge in den Wald, in die Schalten der Eichen, Buchen und Tonnen. Zuweilen gieng ich mich wohl auch irre und hatte Mühe, mich wieder nach Hause zu finden, und so kam'« auch, das« ich mich einmal in der Abenddämmerung auf einen schmalen Pfad befand, der zwischen zwei hohen Bergrücken hin-führte. In einer Schlucht plätscherte ein Bach, rechts und links dehnte fich der dunkle, schweig« same Wald. An einem Wegweiser, d«r da aus-gestellt war, fand ich den V«rm«rk, das« da« Hab, wo ich mich eben befand, zehn Kilometer entfernt sei. Ich war bereit« durch sechs Stunden auf den Beinen; auch quälte mich schon der Hunger; ich fühlte also ein lebhaftes Bedürfnis auSj»-ruhen und ein« Stärkung zu mir zu nehmen. Nicht weit von der Stelle erblickte ich ein« armselige kleine Gastwirtschaft mit dem Schitot: „Zu den guten Freunden." Dort kehrte ich ein. Die einzige Stube der Wirtschaft war abschreckend räucherig und dunkel. Es empfiengen mich der Wirt, ein Mann von herkulisch«? Gestalt mit fahlem Gesicht, meine schlummernden Sinne. Ich sah, im selben Zimmer, wo ich mich befand, in demselben Bette lag wer — es wurde mir nicht klar, war da» ich oder war'« ein anderer — plötzlich öffnet« sich die Thür, jene heimliche Thür im Hintergrund», und herein trat der Wirt mit einem Messer in der Hand; hinter ihm auf der Thürschivelle stand sein Weib, das schmutzige, zerlumpte Geschöpf, und hielt eine Lampe in der Hand. Der Wirt huschte an« Bett heran und stieß dem Schlafende» da« Messer in« Herz. Darauf schleppten sDto»n und Weib vereint die Leiche über die Leiter; der Mann hielt dabei den Henkel der Laterne zwischen den Zähnen. Ich fuhr empor aus meinen Träume», meine Stirne war in kaltem Schweiß gebadet; durch die Fensterläden sickerte das Licht de« Augu'd tages — daher mag wohl der Lichtschimmer ge kommen sein, den ich gesehen und den ich für den Schein einer Lampe gehalten haben mochte. Ich stand auf und kleidete mich rasch an. A!« ich 1895 vina" unter „Veränderungen im Lehrstand«" die Nachricht bringt. Frau Mesiöek komme an die neu errichtete Parallele in Lichtenwald — wir aber wissen, dass diese Parallele noch gar nicht bewilligt ist — so erachten wir es für nothwendig, auf diese unerhörte Angelegenheit aufmerksam zu machen. Man schicke vorerst die Kinder aus Krain nach Hause, denn diese haben jenseits der Save ein prächtiges Schulhaus, dann schicke man die Kinder aus Unter-Friesach in die viel näh«r gelegene Schule nach Bianca, wohin diese eingeschult sind, dann nehme man eine gerechte Vertheilung der Schüler vor, sodann abstrahiere man jene Kinder, welche außer der gesetzlichen Entfernung wohnen, die ja doch nur am Papiere geführt werden und bei den hiesigen Terrainverhältnissen die Schule nicht be-suchen können, und schließlich berücksichtige man, dass die hiesige deutsche Schule von über hundert Kindern aus dem Schulsprcngel Lichtenwald be-sucht wird, und stelle endlich die wirkliche Schüler-zahl durch genaue, nominelle Ausweise fest, so wird man staunen. Die Schulleitung aber wolle ob dieser Vorgänge zur Verantwortung gezogen werden. Aus Stadt und Land. Der fteiermärkische Landesschnlrath hat angestellt: Als definitiven Lehrer und Schulleiter an der Volksschule in Süßenberg, Bezirk St. Marein bei Erlachstein, den Unterlehrer Hugo Plhat in St. Lorenzen bei Proschin; an der Volksschule in Hörberg. Bezirk Drachenburg, die definitive Unterlehrerin Paula Ionke in St. Peter bei Königs-berg! als definitiven Lehrer an der Volksschule in Häl.-Geist bei Loö«, Bezirk Gonobitz, der Unterlehrer Richard Kokot in Hochenegg: an den Volksschule in St. Lorenzen in W.-B., Bezirk Pettan, den Unterlehrer Felir Petschar in St. Paul bei Pragwald. Vrm Qberlandesgerichte. Die Meldung von »er Einberufung des LandeSgerichtSratheS beim Preisgerichte in Cilli, Herrn Dr. Eminger, beruht: auf einem Irrthume. Wohl aber ist der LandetgerichtSrath in Cilli, Herr Lorenz Ulcar, für Ritte November an das Oberlandesgericht zur Dienstleistung einberufen worden. Nwilgeometer. Der behördlich autorisierte Civilxometer Josef Lisec in Cilli hat den vor-geschrobenen Dienstrid am 25. September ab-gel'gt ..Dentsche Wacht" Akadem.-technische Verbindung „Ger-mania". Aus Graz, 25. October, wird uns geschrieben: Die akadem. - technische Verbindung deutscher Hochschüler aus Untersteiermark, „Ger-mania", hat am 21. d.M. ihr zweiundzwanzigstes Semester mit 14 Activen eröffnet. Die Wahl der Aemterführer hatte folgende» Ergebnis: med. Ludwig Bast, Sprecher; med. Gustav Slekowez, Fechtwart: med. Franz Regula, Schriftführer; med. Hermann Zangger, Säckelwart. Die Kneip« befindet sich Leonhardstraße 13, „Zum schwarzen Adler"; Cafe „Nordstern", Hauptplatz. M. u. d. G. u. H. I. A. d. B. C. med. L. Bast, dz. X. med. Fr. Regula, dz. XXX- Po» der Bürgerschule Der steiermärkische Landesschulrath hat beschloffen, dem Lehrkörper der Bürgerschule in Cilli die Befriedigung über den günstigen Zustand dieser Anstalt und dem Direktor Karl Sponda eine Belobung über dessen bisherige Leitung derselben auszusprechen. Fraftlan, 25. October. «Ehrenbürger.) Dem Präsidenten der Gesellschaft für Landes-Pferdezucht in Steiermark, Herrn Karl Ritter von Haupt-Hohentrenk, wurde von der Gemeinde Fraßlau das Ehrenbürgerrecht verliehen. Das — die Würdigung seiner Verdienste auf dem land-wirtschaftlichen Gebiete hervorhebende, schön aus-gestattete — Diplom wurde ihm von einer Depu-tation nach Schloss Straußenegg durch den Bür-gcrmeisier selbst übergeben. „Tudmart." Für einen Arzt ist in einem Orte der Untersteiermark eine Stelle mit einem festen Bezüge offen. Für einen deutschen Ort in Untersteier, der lohnenden Verdienst abwirft, wird ein Wagner- und Schmiedmeister gesucht. — Stellengesuche: Ein Kaufmann, dem die besten Zeugniff« zur Seite stehen, sucht Vertretun-gen (Agenturen), gleichviel lvelchen Geschäftszweiges; zwei junge Männer, die schon in mehreren Kanz-leien beschäftigt waren, suchen Stellen als Schreiber, Aufseher o. dgl.; ein Lttjähriger Mann, geborener Wiener, Bankbeamter, wünscht mit einigen tausend Gulden als Theilhaber in ein (Geschäft einzutreten. — Lehrjungen suchen: 1 Rauchfangkehrer, I Bür-stenmacher, 1 Schuhmacher. — Lehrplätze suchen: 5 Schlosser, 1 Fleischer oder Selcher, 1 Schuh-mach«, 1 Handlungsgehilfe. — Ein Mädchen sucht einen Dienstplatz, wo sie für ihre Dienst-leistungen in Haus und Küche freie Verpflegung erhielte und sich im Nähen, Kochen u. f. w. aus-bilden könnte; ein Mädchen sucht einen Dienst-platz, wo sie für die Verrichtung häuslicher Arbeiten Z 6—7 Gulden Lohn bekäme und noch mehr zu lernen Gelegenheit hätte. — Zu kaufen wird ge« sucht: ein mittlerer Grundbesitz. Zum Verkaufe stehen in Untersteier: 1 Besitz mit 23 Joch um 6000 Gulden; einer, der sich für einen deutschen Arzt oder für einen Pensionisten sehr gut eignen würde, um 8—10.000 Gulden, 1 im Ausmaße von 11 Joch um 1538 Gulden, 1 im Ausmaße von 39 Joch um 228K Gulden, 1 im Ausmaße von 73 Joch um 12.555 Gulden, 1 für einen Pensionisten ge«igneter um 5500 Gulden gegen eine Anzahlung von 2000 Gulden. Fremdensaison in cat wurde am Abend des 24. August von eiium Fuhrmann in dem einsamen Gastbos« „Zu dtn guten Freunden" gesehen. Arnaud wollte dort dir Nacht zubringen. Der auch sonst übel derüch-tigte Wirt, der bisher von diesem, seinem Gaste keine Erwähnung gethan, wurde vernommen. Er foite aus, dass der Fremde sich noch am selben »end aus der Wirtschaft entfernt habe, also nicht in Gasthose übernachtet habe. Aus diesem Anlasse «rden in der Gegend ganz sonderbare Dinge erzählt. Man spricht von einem englischen Touristen, >r vor sechs Jahren in derselben Gegend spurlos »erschwunden war. Ein kleines Hirtenmädchen aber erzählte, dass sie am 20. August gesehen habe, wie die Wirtin in einen abseits gelegenen Tümpel blutige Kleidungsstücke geworfen habe. ES wäre gut diesem Geheimnisse nachzugehen." Nun konnt« ich mich nicht mehr zurückhalten: eine nicht niederzuhaltende Stimme flüsterte mir zu, dass mein damaliger Traum zur schrecklichen Wahrheit geworden; ich reiste unverzüglich nach dem Badeorte ab. Das Gericht an Ort und Stelle mühte sich eben auf unsicheren Spuren ab; ich trat in dem Momente in die Amtsstube meines College», des Untersuchungsrichter», als er gerade die Wirtin verhörte. Ich bat um die Erlaubnis, bei dem Verhöre anwesend sein zu dürfen. DaS Weib erkannte mich nicht mehr und achtete darum auch gar nicht auf mich. Sie sagte aus, dass ein Reisender, dessen Personsbeschreibung auf Victor Arnaud passte, am 24. August in ihrer Wirt-schaft gekommen sei, dass er aber dort nicht über-nachtet habe. „Im Uebrigen," setzte die Frau hinzu, „hat das Gasthaus bloß zwei Zimmer und in diesen Räumen übernachteten an jenem Abende zwei Fuhrleute." — Diesen Sachverhall hatten auch schon di« beiden Fuhrleute vor dem UntersuchungS-richter bestätigt. In diesem Moment mischte ich mich drein, indem und sein Weib, ein tückisch blickende» Geschöpf in schmutzigen Lumpen. Ich verlangte was zu essen und wenn möglich ein Zimmer. Während ich speiste, maß mich der Wirt mit verdächtigen, prüfenden Blicken. Auf dem Tisch« stand bloß eine schlecht brennend«, rauchende Oellampe. Schließlich führte mich die Wirtin durch einen langen Gang in ein ärmliches Gemach, das sich oberhalb des Stalles befand. Es war offenbar, dass ich und das Wirtspaar 4 ..Deutsche Wacht" 1 189:"» ist, dass Gastwirte nicht allein Weine einkaufen kommen, sie überlassen Weinlieferanten das gute Geschäft. Im Sannthale war es ehemals Gewöhn-heit, dass, wenn der Wirt nicht allein den Wein einkaufen und abholen gieng, keine Käste zu ihm kamen. Si« giengen nur zu jenen Wirten, von dem sie sahen, oass er Naturware brachte. Thut, meine lieben Leser, dies alle! Wir werden dann nur gute steirische Weine trinken. Die Wirte mögen die Auslagen nicht scheuen, Naturware den Gästen zu besorgen, zahlreicherer Zuspruch wird sicher ihr Lohn sein. Auch für die Fässer ist die natürliche Mostgährung besser, als alle erfundenen Chemikalien. Hat der Wirt nur für einen Wagen von fünf Halben Geld, so ist eS lohnend, die Naturware zu holen. Unser guter steirischer Wein-most findet nirgend«, in keinem Lande seines gleichen. Die italienischen Weine beispielsweise vertragt unser Magen kaum. Steirer! Kärntner! Oberkrainer! trinket nach alter Sitte, wie eure Ahnen e» thaten, nur Steirer Wein« — Ihr werdet von ihm vielleicht manchmal ein kleines Schwipschen erwischen, aber gesund bleiben. Die Preise in Maxau, Stoperzen, Monsberg, Schillern und Neustifl sind 70 fl. und 80 fl. per Startin. Die deutschc Lchule in Hochenegg, die nun in erfreuliche Nähe gerückt ist, ist selbstver-ständlich den windischen Hetzern ein Gräuel und eines ihrer Hetzblättchen stößt den Schmerzensschrei aus: „ . . Eine deutsche Schule in Hochenegg! Als ob eine jüdische in Cilli wäre; denn gewiss sind in Cilli mehr Juden als Deutsche in Hochenegg." . .. Wenn die Kinder, die dies« Schul« besuchen, herangewachsen sind und Dienste wollen, werden sie solche in der Fremde suchen müssen, d«nn dies ist klar und «s ist nicht nothwendig ein Prophet zu fein, um vorauszusagen, dass dann in unser«? Gegend keiner mehr einen Dienst bekommen wird, der nicht slooenisch schreiben und lesen kann, und war nicht derart wie man jetzt auf der Gosse pricht — derart können alle slovenifch — sondern die echte slovenifche Sprache! wird man können müssen." Zu lächerlich! Es ist doch selbst-verständlich, dass die deutsche Sprache jedem Städte- und Bauernkind von allergrößtem Nutzen ist und dass ohne die Kenntnis dieser Sprache die Erringung einer besseren Lebensstellung in Steiermark und auch in Krain ganz unmöglich ist. Da» wird allgemein eingesehen und daher haben sich alle deutschen Schulen in Untersteiermark keineswegs über schlechten Besuch zu beklagen. Arnaud hat in diesem dritten Zimmer geschlafen. In später 'Nacht haben Sie und Ihr Mann sich nach diesem Zimmer aufgemacht. Sie haben die Laterne getragen und Ihr Mann da» Messer. Ihr seid auf der Leiter emporgestiegen, habt die grheim« Thür g'öffnet. Sie blieben an der Schwelle. Ihr Mann aber hat den ^Reisenden er-stochen,um!ihm dann dasGeld und die Uhr zu rauben." Ich hatte damit meinen Traum vor drei Jahren erzählt. D«r Untersuchungsrichter hörte mich er-staunt an. Das Weib stand völlig vernichtet da und stierte mich mit ihren weil geöffneten Augen an. „Dann." fuhr ich fort, „habt Ihr den Todten über die Leiter heruntergeschleppt. Ihr Mann hielt dabei den Henkel der Lampe zwischen den Zähnen." Die vor Entsetzen völlig vernichtete Frau schrie ganz unwillkürlich auf: „Sie haben das alles ge-sehen?" — Sie gab dann keine Antwort mehr und unterschrieb auch das Protokoll nicht. Als der Untersuchungsrichter später dem Manne alles das vorhielt, was ich gesagt hatte, glaubte er nicht anders, als dass ihn sein Weib ver rathen habe. „Die Schändlich«!" rief er aus, „das soll sie mir büßen!" Mein Traum war damit zur fürchterlichen Wahrheit geworden. Man fand auch thatsächlich im Stalle des Gasthauses unter der Fußboden-Brettening die Leiche des unglücklichen Victor Arnaud und neben ihr noch ein Gerippe, das offenbar von dem vor sechs Jahren ermordeten Engländer herrührte. Auch mir hatte ein solches Schicksal gedroht, aber ich vermags heul« noch nicht zu tntscheiden, ob ich die geschilderte Scene wirklich oder nur mit dem Traumauge gesehen. Ganz besonders interessant ist aber das Zugestand-nis, die slovenifche Schriftsprache fei etwas total anderes „als die Sprache, welche man auf der Gasse spricht". Das haben wir immer behauptet, die Pervaken es aber geleugnet. Wenn dann das windische Blättchen meint, die Kinder würden die slovenifche Volkssprache, „welche man auf der Gasse spricht", nicht verleimen, so ist das ein Zu-geständniö, dass die neue Schule auch in dem Falle, als si« von slovenifchen Kindern besucht werden sollte, nicht germanisatorisch wirken wird. Hochenegg aber repräsentiert sich in seiner Ge-sammtheit als ein Ort mit Bewohnern aus deutschem Blut und von deutscher Gesinnung und darum war die Bewilligung der deutschen Schule ebenso ein Act der Gerechtigkeit, wie der Förde-rung des Wohles und des culturellen Fortschritts der Ortsbewohner. Aus Radkersbnrg wird geschrieben: Am 20. October hat der Bezirkshauptmann Freiherr von Salis-Soglio die feierliche Decorierung des mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichneten hiesigen Steuereinnehmers Anton Rother vorgenommen, der nach vierzigjähriger Thätigkeit zu dem größten Bedauern aller aus dem Amte scheiden wird. Yoncnrs Pleschnitfchnig. Aus Windisch-Graz wird geschrieben: In der am 26. d. stattgehabten Gläu biger-Convocation zum Zweck« der Genehmigung der bisher auf die einzelnen Reali-täten gemachten Anbote wurden endgiltig erstanden: die Hauptrealität, am Ursulaberg in der Calastral-gemeinde Oberraswald, Unterraswald und Pod-gorje liegend, von welcher ein Theil auch land-täflich ist, von Marquis Dominica Pandolfi, Fürst von Guttadauro, um den Preis von 240.000 fl., eine zweite Sägerealität von Herrn Franz Lachounig um den Preis von 4000 fl. und eine kleinere Realität von Herrn Simon Micheu um den Preis von 1000 fl. Brände in der Pettauer (Yegeud. Am 16. d. M., gegen 5 Uhr nachmittags, brach in der Winzerei des Michael Meznarie in Wel-schaberg, Gemeinde Gorenzcnberg in der Kollos, Feuer aus und äscherte dieselbe sammt allen darin besindlichen Futtervorräthen gänzlich ein. Der Schaden wird auf 1000 fl. geschätzt. Das abge-brannte Object war bei der wechselseitigen Brand-schaden-ZiersicherungSgesellschaft in Graz auf 300 fl. versichert. Das Feuer dürfte durch übermäßiges Heizen verursacht worden sein. — Am 17. d.M., gegen 12 Uhr mittags, kam in der Streuhütte des Äichael Krainz in Schwaben, Gemeinde Runtschen, auf bisher unaufgeklärte Weife Feuer zum Ausbruche, dem nicht nur die Streuhütte, sondern auch da» Wirtschaftsgebäude sammt allen Futtervorrälhen zum Opfer siel. Der hiedurch dem Mchael Krainz verursachte Schaden wird auf 800 fl. geschätzt, dem ein« Versicherungssumme von 250 fl. gegenübersteht. Während des Roscnkrauzbctcus. Aus Tachfeufcld wird uns geschrieben: Am 26. d., abends, wurde in Dreschendorf bei Sachsenfeld ein unglaublich frecher Einbruchdiebstahl in «inem Bauernhause verübt. Während die Hauüleute im rückwärtigen Zimmer den Rosenkranz beteten, wurde von unbekannten Dieben ein Fenstergitter des vor-deren Zimmer» audgehoben und aus dem Zimmer ein Barbetrag von »40 fl., ein Sparcassebuch der städtischen Sparkasse in Cilli über eine Ein-läge von 600 fl., eine goldene Brosche und eine Uhr mit Spielwerk gestohlen. Das Cafö Hausbaum in der Bahnhosgasse bietet nach feiner vollkommenen Renovierung einen ganz prächtigen Anblick und repräsentiert sich mit der Eleganz eines Großstadt-Cafes. Ganz be-sonders reizend und stilvoll ist das Spielzimmer ausgestattet. Socialdemokraten in tziM. Die socialdemokratische Bewegung macht sich auch im steirischen Unterlande schon sehr fühlbar und gibt lebhafte Beweise ihrer tvachsenden Kraft. So fand letzten Sonntag im Gasthaussaale „Zur grünen Wiese" ein« Arbeiterversammlung statt, in ivelcher «in Referent au» Graz sprach. Vorerst ergriff aber der Cillier Arbeiterführer Zadnik das Wort, um über die Stellung der Arbeiter zum Cabinet Badeni und über die Wahl-reform zu sprechen. Herr Zadnik ist ein mittelgroßer schmächtiger Mann mit intelligenten Gesichtszügen. Beim Eingänge seiner geschickt gesprochenen Rede bemerkte er mit einem gewissen Humor, dass die heutige Verfamm-lung selbstverständlich die sociale Frage nickt lösen, jedenfalls aber einem dringenden Arbeiter wünsche, der das allgemeine Wahlrecht b; treffe, Ausdruck geben werde. Von dem Gesichtswinkel der Einführung des Wahlrechts beurtheilte denn auch der Redner alle Parteien. Von seinen weiteren Ausführungen waren jene, welche die Nationalitätenfrage betrafen, interessant. Diese habe in Oesterreich ein Chao» geschaffen. Jede Nation wolle ihre eigene Wurst, — eigen« Minister, ein eigenes Parlament, auch die Slovenen, das heißt di« Pervaken, die eb«n ihre Leute in den Ministerien unterbringen wollen. Daran an-knüpfend, bemerkt der Redner, dass die Arbeiter zu all diesen Dingen nicht zu haben seien, sondern eine Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage und in politischer Hinsicht das Wahlrecht anstreben. Unter lebhaftem Beifall wiederholte dann Zadnik seine Rede in slovenischer Sprache. Nach ihm sprach der Referent aus Graz, ein Herr N i t f ch e über die Wahlrechtsfrage. Auch er erhielt lebhaften Applaus. Hochwasser um Eissi. « Eigenbericht der „Deutschen Wacht".) Die Regengüsse der letzten Tag« hatt-n die Sann und die Loschnitz im Laufe des verflisstnen Sonntags so anschwellen gemacht, dass beik aus ihren Usern traten und weite Gebiete über« schwemmten. Schon vormittags überschwemmte die Woqlajiu ihre Ufer uuD setzte die Wiesen zu beiden Zeiten der Bahndämme an der Südbahn und »n der Wöllaner Bahn unter Wasser. Als aber die Sann so hoch stieg, dass die einmündenden Flutm der Woglajna sich stauten, wurde in kurzer Zet alles Flachland nördlich von Cilli in einen S«e ver-wandelt. Der Durchlaß der Tüchern er Straße unter dem Bahndamm füllte sich im Verlaue von kaum drei Stunden so init Wasser, das» es um« Uhr selbst mit Wagen unmöglich war, ihn zu pasieren. Bös hergenommen wurde auch das Gcsthaus „Zur grünen Wiese", in dessen untere Aäume das Wasser eindrang. Ein iveit«r See war di« Gegend um die Zink-hütt« und di« Essigsabrik. Ebenso war die Zand-wehrkasern« von Wasser umgeben. In Galerje drang das Wasser in die ebenerdigen Wahrungen und die Keller und richtete bedeutenden Syaden an. Es ivar unmöglich, von Cilli au» nach ehern, Store und d«m Joscnberg zu gelang«. Auf der Insel ragten nur die zwei no er« bauten Villen hervor. Alle (Härten am lnken Sannufer vom Steg bi» zur Kapuziner brück«, sowie der ganze Stadtpark standen mehr als neter-hoch unter Wasser. Auf dem Erercierplatze nächst der Laibaher-straße würd« bereit« in den ersten Abendstmde» die Situation äußerst ungemüthlich. Hier sihev ein Panopticum und «in Wachsfigurencabinel, M die Besitzer trotz einer bereits vormittags «rfoztes Warnung nicht fortgeschafft hatten. So war >«nn gegen 8 Uhr die wackere Cillier Feuerwehr intn dem Commando des Hauptmannes Eichberger genöthigt, zur Bergung derselben zu schreiten. Das Wasser stieg mittlerweile rapid. Der 'lege! bei der Kapuzinerbrücke zeigte um v Uhr 3*5 Mler, um 10 Uhr 3 6 Meter. Es würd« nun Mülar zur Hilfe bereit gehalten. Der Herr Bürgermesur Stiger, Herr Vicebürgermeister Rakusch swu einige Herren Gcmeinderäthe und der Stadtant»-vorstand Fürstbauer nahmen alle bedrohn Punkte in Augenschein. Bald drang da» Wa« in die Keller der Stadt. Der Hof de» Sttauß'sckn Gebäude» wurde überschwemmt und de»gleichn der tiefer gelegene Theil der Hermanngasse U zum Hause des Dr. Filipie. Auf der Tau trieben Bretter herab. Man versichert auch, dass insbesondere der at Hemmnis wirkende Bahndamm der Wöllaner Bahi dessen Durchlässe zu nieder sind, jene gefährlich 1895 „Deutsche Wacht" 5 Stauung best Wassers verursacht habe, die den Erercierplatz unv die an benselben grenzenden Haffen überschwemmte. Daburch erlitt beispielsweise ber Handelsgärtner Prascheu, wie er angibt, einen Schaben von über 500 fl. fünfzehn Menschenleben gerettet. Am bedrohlichsten war die Situation für die Newohner des ehemaligen Choleraspitales in Rann ^Gemeinde Umgebung Cilli). Ein neu entstandener, reifender Flussarm der Senn schnitt jede Verbindung ab lind balb erzitterte hos Hau» unter bcm Anprall bes Wassers, bas die schützenbe Rasenböschung in kurzer Zeit voll-kommen wegschwemmt«. AuS bon Fenstern befi Haus^ erscholl bas Hilfegeschrei ber Bebrohten. Wieber war es die Cillier Feuerwehr, bie eingriff. Ter stäbtische Oekonom, Herr Peter Dergänz, hatte sich einen Kahn — einen wahren Seelen* trönfer — verschafft. Zwei muthige Männer, bie Herren Kaminfeger Z? alenschag unb Friseur Nagele, gesellten sich zu ihm unb versuchten trotz der reißenden Strömung mit dem Kahne zu dem bedrohten Hause vorzu-tauigen. Zweimal kippte der Kahn halb um, die Insassen waren in äußerster Lebensgefahr, und erfolglos mussten sie zurückweichen. Herr Terganz aber ließ sich nicht abschrecken. Er versuchte mit den Herren Bahnaufseher D i r n-derger und Bahnaufseher-Aspirant Speglitz nochmals vorzudringen. Die beiden Herren waren Pionnier-Zugsführer gewesen, Herr Derganz, Pionier« Feldwebel, alle also mit bem Master vertraut. Ader ber Strömung konnten sie in bem schwachen Sahne nicht Herr werden, sie mussten zurück. Nun würben auf ben Rath Dirnbergcr's vier leere, fest oerspunbete Bierfässer an ben beiben Leiten bes KahnS mit Eisendraht befestigt, wo-durch bie Gefahr des Umkippens sich ivesentlich verringerte. Herr Derganz und Herr Tirnberger desiiegen wieder ben Kahn unb ber erstere am Lleuer, ber letztere am „Kranzl" übersetzten sie, sie ber technische Ausdruck beißt, „mit Hacken", tat heißt, sie stiegen mit langen Stangen den Ralni vorwärts. Zweimal missglückte es wieder. an der Borbwanb befestigte Fackel beleuchtete nur unzurcichcnb bie Wasserbahn unb bie Gefahr Ire Auffahren» war eine eminente. Andererseits roac bie Strömung derart stark, ba s sie ben feum zu regierenden Kahn flussabwärts mitzu-niffen drohte, ivobei es ben beiben kaum mehr jelungen wäre, ba« Ufer z» eneichen. Enblich beim fünften Versuche gelangten bie beiden ans Ziel. Unmittelbar vor ber Schotter-denk, auf der bas varberste Haus stanb, schäumte be« Wasser mit besonderer Kraft unb balb wäre » letzten Augenblicke alles verloren geivesen. Schnell würben nun fünf Kinber von ben Be-xojinern be» Hauses in ben Kahn geschafft unb rt gieng ben grausigen Wasserweg zurück. Die fintier würben am Bahnbamme abgesetzt, wo sie » einem Wächterhäuschen untergebracht würben. Jh beiben Retter übersetzten bann noch zweimal Bill brachten 15 Menschen (Frauen unb Männer) «8 Ufer. Ein alter Mann, ben bie Verziveiflung idmpfkmnig gemacht, musste mit Gewalt in ben fein geschafft werben. Die opfervolle, muthige Haltung ber beiben Männer kann nicht genug jeUbt werben. JnSdesonbere Herr Derganz hatte 5t bei ben Rettungsversuchen als unermüdlich amesen, ivelche bis gegen 2 uhr nachts gebauert hatten. Von der (Gemeinde Umgebung Cilli ivaren keme Funktionäre erschienen. öS sei hier bemerkt, das» die mit eigener Leben»-zesahr rettende That n vollbringenden Männer tat» als Mitglieder der Cillier Feuerwehr thaten. £ie Cillier Feuerwehr, welche so mannhaft baö Leben debrohter Bewohner ber Gemeinbe Umgebung Cilli sicherte, würbe bekanntlich mit ihrem LubrenlionierungS-Ansuchen von dieser Gemeinbe. die sonst sslovcnische!) Vereine, von benen eü ganz inurfuiblid) ist, was sie bett Bewohnern dieser Gemeinde nützen, subventioniert, abgewiesen. Ebenso subventioniert bie Vezirkavertretung die Cillier Jeuerroebr nicht — der Grund: Die Cillier Feuerwehrmänner sind Deutsche! Auch in Lehndorf, Sachsenfeld und weiter auf-märt im Sannth'.le hat die Ueberfchwemmung großen Schaden angerichtet. Die Bahnstrecke zwischen Zt. Georgen und C i l l i wurde gänzlich über-flutet. Die Waffennasien schwemmten die Erd-und Schottermaffen weg. so da'» da» Geleise frei hieng. Auch in die Bahngebäude, sowie in die um-liegenden Gehöfte drangen die Wassermassen ein. Der Bahnverkehr konnte erst Montag nachmittag» wieder aufgenommen werde». Der Regen gieng im Laufe der Nacht im oberen Sannthal in Schnee über, wodurch die Hochwassergefahr abnahm. Die Berschüttung des Jnnndationö« grabenS nächst dem (Gisela - Zpitale bilbet erfahrungsgemäß ben Grund, aus welchem sich die Hoclm'äfser in der Nähe des Spitales — ber Giselastraße — so stark fühlbar machen. Der Gemeinberath hat vor einigen Monaten in dieser wichtigen Angelegenheit Stellung genommen und der Landesausschuss hat darauf dieser Tage die Mittheilung gemacht, dass er demnächst um Vor-nähme der Localeommisiion in Angelegenheit ber Widerherstellung des bestanbenen Jnundations-grabens behufs Regelung bes Wasserabflüsse» einschreiten werde. Die Frage dürfte also binnen kurzem im erwünschten^ Sinne ihre Erlebigung finden. Ertrunken. Au» Tüffer wird uns geschrieben: Sonn-tag hatte Johann L a p o r n i k au» Teutsche, Gemeinbe Maria-Graz. welcher den Handel mit Holz betreibt, bie Anfertigung eine» Flosse» be enbet. Lapornik, welcher bas Floß mit seinem Ar-beiter Steppn Kosiß aus St. Michael, Gemeinde St. Christas, unmittelbar unter Tüffer, am Sann-fluffe zusammengestellt hatte, fuhr trotz dem hohen Wasserstand« (1°58 m) mit dem genannten Ar-beiter g«g«n Steinbrück ab. Da da» Wasser immer mehr wuchs und sehr reißend wurde, fuhren die beiden mit ihrem Flosse bei Römerbad an ein Brückenjoch. Da» Floß wurde zerrissen und e» blieb nun jeder aus einem Theile des Flosies. So wurden die beiden vom Waffer weitergeschwemmt. Stephan Koöiö fuhr nun neuerdings an ein Brückenjoch bei der Oelfabrik nächst Steinbrück an, stürzte ins Wasser und verschwand spur» los in den Wellen. Johann Lapornik rettete sich erst weit unter Steindruck. Die Leiche de» Stephan KoZiü wurde bis jetzt nicht aufgefunden. Zlnser Stadttheater. Der verflossene Donnerstag batte unserem Theater-Publicum ein einmaliges (Gastspiel der Prima-donna Maria Torrigiani gebracht, welche bie Arie „Una voce poco sä" au» bem „Barbier von Sevilla", bie „Ballada du Neddsv' au» „Pagliacci" unb bie Ätysoli-Arie aus der Oper „La Perle du Bresil" sang. Die Stimmmittel der Sängerin, welche freilich durch alle Finessen der italienischen Opernschule zu großer Au»bruck»sähigkeit gebracht sinb, beliebigen in ber Höhe, bie tiefere unb mittlere Lage ist ohne nennenswerte Kraft. Di« Clavierbegleituug be-sorgte H«rr Dieß! in sein discreter Weise. Die zwei Einaeter „Im Civil" und „Eine ruhige Partei", welche dem Concert voran-giengen, enthalten zwei Tewelerollen, bie in ben Händen der Herren Röbl (OfficierSdursche Fritz) und Arthur sZchauspieler Blumenau) lagen. Herr Röbl führte seine Rolle mit lobenswerter Schneibigkeit burch, Herr Arthur aber war von einer übenrältigenben Komik, die ihm wahre Beifallssalven verschaffte. Samstag würbe da» Volkastück „Jäge?blut" aufgeführt, ba» ganz flott gieng, währenb Sonntag bie tolle Wiener Posse „Nigerl'ü Reise nach Pari»" bie Zuhörer erheiterte. Der au» ben ausgezeichneten Pöltzl'schen Feuilletons bekannte Herr von Niger! wonbelj ba leibhastig auf ber Bühne herum. Der Niger! be» Herrn Naftor nun war eine mit einem gut Theil Blasel'scher Komik gespielte Gestalt. Ganz vor-trefflich, auch in gesanglicher Hinsicht war der mit Couplets reich bedachte Scheibenpflug - Toni des Herrn R ö d l. Von den Damen seien Frau-lein M. H e l s o n und Frau Saldern er-wähnt. Donnerstag findet statt: „Der Hütte,«besitze?", Schauspiel von George» Obnet. An diesem Abende erfolgt das erste Auftreten ber neuengagierten ersten Helbin und Liebhaberin Emmn R e i m a r vom königlichen Theater in Presaburg. Da» in-tereffante Salonschauspiel wirb sicher ein zahl-reiches Publikum versammeln. Für Freitag hat Director Knirsch, mit bem trabitionellen „Müller und sein Kinb" brechenb, „Sündige Liebe von Giacosa angesetzt. Sonntag gelangt „'s Nullerl" von Morre zur Aufführung. if -S. I« *1 MHrtte«, spitl» ».sselo- hrnr n orrsdiänrrnit^o - ilrrriurs-Irr and) lir kleinste «habe bankbnrfl annimmt. Mermilchtes. ^ine wichtige Entscheidung des Per-waltnngS-Oerichtshvfes für die Schlosser. Seit Jahren bestand die Meinung unter den Tischlern, dass sie berechtigt seien, Bänder, Schieber, Riegel und Schlöffer bei Thüren und Fenstern anzuschlagen. Ein ProcefS, den die Wiener Schloffer-Genossenschaft durch ben Vorsteher Usinger ba-gegen führte, batte eine Entscheidung befl Ministeriums de« Innern zur Folge, wonach das Recht bes Anschlagen» auch ben Tischlern zugesprochen würbe. Dagegen ergriff nun bie Wiener Schloffer-Genoffenschaft den Recur» an den Verwaltung»-Gerichtshof, welcher entschied, dass das Anschlagen von Bändern, Riegeln, Schiebern und Schlöffern ausschließlich den Schlossern zustehe. Tschechen als Tiroler Landesschützen. Man meldet der „Tir. L.-Ztg." aus Schwaz: Hier rückten über 40 Mann Tschechen zu den Tiroler Landesschützen ein. Dieselben kamen aus Czaslau. Es war auch bei den anderen Landes-schützen der Fall, dass Böhmen u. s. w. als Recniten einrückten und ist dies auch erklärlich, indem „ach dem neuen Wehrgesetz nicht mehr so viel Tiroler au»gef)oben werden, utn den Mann schaftsstand der bestehenden Bataillone aufrecht erhalten zu können. Früher oder später soll des-halb auch eines oder mehrere Bataillone der Tiroler Landesschützen aufgelöst werden. Jene» in Jmst soll biese« Schicksal, dem Vernehmen nach, zuerst treffen. Kinderopser in Rnssland. Bei Luga würbe eine neue Religionssecte von ber Polizei entbeckt. In einer kleinen Dorfkirche fanben die Versammlungen statt. Im Gewölbe ber Kirche würben viele Kinberleichen gefunben im Alter von ein di» zwei Jahren. Sie rühren von Kinber-opfern her. Fünfunbvierzig ertappte Personen würben verhaftet, barunter auch Frauen. — t. «kgcit Weinpantscher. Die Wiener Wein-hänbler haben sich an ben Ackerbauminister mit ber Bitte gewenbet, er möge eine EnquSte ein-berufen, welche ein Gutachten abzugeben hätte, wie bie folibe Weinprobuction unb der solide Weinhandel am besten gegen die bestehende Schwindelconeurrcnz geschützt werden könne. Es wäre die höchste Zeit, wenn enblich einmal gegen unreelle Finnen mit aller Strenge vorgegangen würbe. Kreiqnartier ans Staats«,,tosten. Es gibt in Pari» Leute, bie burch ihre Unverfroren-heit sich jahrelang ein Freiquartier auf Unkosten be» Staate» zu verschaffen wissen. Der jüngst ver-storbene ehemalige Hanbelsminister Terrier pflegte seinen Freunben hierüber eine interessante Geschichte au» ber Epoche seiner ministeriellen Thätigkeit zu erzähle». Von einem Fenster seines Arbeitseabinets sah er jeden Abend gegen 7 Uhr einen Mann ben Ehrenhof bes Ministeriums, nach bem Innern bes Gebäudes gehenb, durchschreiten, der ganz so that, als wäre er zu Hause. Er trug an einem Riemen eine Blechbüchse um ben Hals geschlungen, wie bies bie Pariser Bleigießer unb Schloffer zu thun pflegen. Der Äinister wunberte sich schließlich, alle Abenbe benselben Mann in bas Ministerium hinein-, aber nie hinausgehen zu sehen, und schloss natürlich daraus, derselbe müsse im Hause wohnen. 6 ..Deutsch- Wacht" 1895 Er stellte ihn daher eines Tages zur Rede. Der Mann erwiderte ganz kaltblütig, er wohne im Ministerium. Die Frage des Minister», ob er denn zu dem HauSpersonale gehöre, verneinte er mit der größten Ruhe. „Sehen Sie, Herr Minister", sagte er. „der Grund meines Hiersein» ist sehr einfach. Meine Mutter war die Köchin eines Ihrer Vorgänger. Auf ihr Gesuch wurde ihr gestattet, ihre Familie im Ministerium einzuquartieren. So bin ich mit meiner Frau und meinen Kindern denn hieher gekommen. Wir wohnen hier bereits seit mehr als 12 Jahren." Herr Terrier sorgte natürlich schnell dafür, das» dieser langjährige Bewohner des Ministerium» sammt seiner Familie hinauskomplimentiert wurde. sensationeller Doppelselbstmord. In Wien wurden der pensionierte Feldmarschall-Lieutenant Gustav Dunst v. Adelsheim und dessen Gattin Anna, geborene Freiin Adele v. Lilienberg, in der Prater-Allee erschossen aufgefunden. Au» zurückgelassenen Briefen ist ersichtlich, das» das Ehepaar wegen drückender Schulden in den Tod gegangen ist. Die Pension de» Feldmarschall-Lieutenants war gepfändet und die zahlreichen Gläubiger bestürmten täglich die Wohnung. Der General scheint in Wucherhänden gesteckt zu haben. Er war ein hochverdienter Ofstcier, der für seine Tapferkeit auf dem Schlachtfeld« vom Kaiser wiederholt ausgezeichnet worden war. Cine Nacht unter Wölfen. Die Czerno-witzer »Gazeta Polaka" meldet: Vergangene Woche gieng einer der beim Religionsfond ange-stellten Heger am späten Abend bei Mondschein durch das Franzthaler Revier, al» er plötzlich vier Wölfe vor sich erblickte. Er verlor nicht den Muth und gab zwei Schüsse auf dieselben ab. Nach dem ersten Schuf» begannen die Bestien zu fliehen, als aber der zweite Schuf» einen von ihnen verwundete, machten die drei anderen Wölfe sofort Kehrt und stürzten sich auf den Schützen. Der letztere Halle nur noch Zeit, einen hohen Baum zu erklettern. Die Wölfe umringten diesen Baum und sprangen wüthend auf denselben hinauf, um ihr Opfer zu erreichen, allein ohne Erfolg. In dieser fürchterlichen Situation verblieb der Heger die ganze Nacht und erst am Morgen ver« schwanden die Wölfe im Walde. Hierauf ließ sich der Heger vom Baume herab und kehrte nach Hause zurück. Jetzt erst zeigten sich die Folgen der entsetzlichen Nacht. Der Unglückliche war voll-ständig ergraut und hatte die Sprache verloren. Vier Tage hilflos im Canal. Man schreibt aus Pilsen: Aus der Poppcr'schen Spiritusfabrik in Pilsen geht ein das warme Wasser ableitender Canal unterhalb des Anwesen» „Zur Hölle" in die Mie». In diesem Canale fand die städtische Polizeiwache am 17. d. einen zum Skelet abgemagerten jungen Mann leblos im warmen Wasser liegen und veranlasste dessen Ueber-führung in» Krankenhaus. Es gelang, den Un-glücklichen ins Leben zurückzurufen und ihn einzu-vernehmen. August Zan, 19 Jahre alt, Metall-gießer in Pilsen, nach Padrk zuständig, gieng vor 4 Tagen aus der Arbeit und begab sich in den erwähnten Canal, um sich daselbst im warmen Wasser abzuwaschen. Hier wurde er von einer Ohnmacht befalle», stürzte nieder und blieb im Wasser volle 4 Tage und Nächte hilflos ohne jedwede Nahrung liegen. Der Anblick, welchen der Unglückliche bei seiner Auffindung bot, war jämmerlich. Moderne Duellanten. Wie eine Satyre auf den Duellunfug klingt eine ernsthafte Meldung aus Paris. Am vorigen Donnerstag nachmittags bemerkten Schutzleute auf dem Boulevard Massena am Pariser Wallgraben ein halbes Dutzend Knaben, von denen der eine die kleine Entfernung mit Schritten abmaß, um an beiden Enden je einen der Kameraden aufzustellen. Dann sahen die Polizisten, das» jedem der Aufgestellten ein Gegen-stand überreicht wurde, den sie nicht zu erkennen vermochlen. Darauf klatschte einer der Knaben dreimal mit den Händen: sofort ertönte ein Schuf». Es war ein Duell nach allen Regeln; die Schutzleute stürzten nun auf die Kinder, konnten aber vorerst nur einen der Kämpfer und drei Zeugen erwischen. Auf dem Polizeiamt er-klärte der Kämpfer, Paul Fourneon — da die Pariser Blätter alle Duellanten ausgiebig feiern, sollen diese angehenden Kampfhähne genannt sein — er sei zwölf Jahre alt und habe mit einem Kameraden einen Ehrenhandel zu erledigen gehabt. Eine alte Pistole wurde bei ihm gefunden, die versagt hatte. Sein Gegner, Camille Taluet, ist dreizehn Jahre alt, seine Zeugen sind Pierre Fromay«r, rlf Jahre, und George» Fizet, zwölf Jahre. Zeugen feine» Gegners waren Charles Larson, elf Jahre, und Loui» Moiton. elf Jahre alt. Diese sowie der Gegner Camille Taluet wurden gleich darauf ebenfalls festge-nommen. Fizet hatte die Pistolen aus dein Laden feine» Vater», eines Trödlers, genommen; Pulver hatten sich die beiden Helden mittels Knallhülsen verschafft, die sie aufwickelten; die Kugeln waren von Larson aus altem Blei gegossen worden. Glücklicherweise versagte eine der Pistolen, während die andere zu schwach geladen war. Oder sollten die Jungen auch schon den Kniff der Alten lo» haben, die zum Zweikampf ihr« Pistolen fo laden, dass sie nur knallen, aber nicht schießen? Wenn e» nur knallt und die Zeitungen dazu gehörig klappern, dann ist ja die Ehre gesühnt und auS-geflickt. Kurzes Eheglück. Eine Ehe von sehr kurzer Dauer ist am jüngsten Samstag auf dem Standes-amt Gesundbrunnen zu Berlin geschlossen worden. Dort hatte d«r Maschinist P«ter G. mit einer bemittelten Witwe den Bund für's Leben ge-schloffen. Die Hochzeit wurde in einer Restauration in d«r Boy«nstraße gefeiert. Schon im Laufe des Nachmittags war e» der Hochzeitsgesellschaft auf-gefallen, dass der junge Ehemann mehrfach fort-gieng, zum Abendessen aber kam er gar nicht wieder; als man nach ihm forschte, stellte es sich heraus, dass er inzwischen die gesammte Wirt-schaftSeinrichtung feiner Frau verkaust hatte und mit dem boren Gelde und den Wertsachen durch-gebrannt war. Auf einem zurückgelassenen Zettel schrieb der Bösewicht di« Abschiedsworte: „So leb« wohl, du alte Schraube. Ich gehe nach Kamerun und fertig ist die Laube!" Der bevorstehende Winter. Was die muthmaßliche Witterung des kommenden Winters anbelangt, so lässt sich darüber nicht früher ur-theilen, als bis man einen Ueberblick über die diesjährigen Eisverhältnisse auf den Meeren zwischen Grönland, Spitzbergen und Nowaja Semlja ge-Wonnen hat. Das wird voraussichtlich im Novem-ber. w«nn einige Forschungsexpeditionen und Fischer -fahrzeuge zurückgekehrt sein werden, der Fall s«in. Ist das Osteis (bei Rowaja Semlja) groß, das Westeis (bei Grönland) klein, so würden wir, ähnlich wie 1892—93. einen vorwiegend trockenen Spätherbst mit kürzeren Regen- und Kühlungsperioden und eine strenge trockene Kälteperiode im December und Jänner mit darauffolgendem zeitigen wannen und trockenen Frühjahr zu erwarten haben. Ist dagegen das Westei» groß, das Osteis aber klein, fo steht ein gelinder niederschlagreicher Winter in Aussicht, da sich dann im Norden von Island über dem Packeis ein Luftdruck- und Kälte-marimum bildet, welch«» die nordallantischen Minima nach Süden, also nach Mitteleuropa zu, drängt. Während des Novembers dürfte sich die Witterung wahrscheinlich ähnlich wie 1892 ge-stalten. Sie ivar damals vorwiegend warm und trocken, mit kürzeren Unterbrechungen durch Nieder-schlage und Kühlung. Die ziveite Hälfte de» Novembers brachte Regen, Schnee nnd Kälte in den deutschen Mittelgebirgen und Alpen bis an deren Fuß; das Ende de» Monats war dagegen wieder wärmer. Me Schweinefeuche. Das Stadtamt übermittelt der „Deutschen Wacht" folgende Kundmachungen: Anlässlich der drohenden Gefahr der Ein-schleppung und einer weiteren Verbreitung der Schweinepest nach, beziehungsweise in Steier-mark, wird hiermit allgemein bekannt gemacht, das» zufolge der hieramtlichen Kundmachung vom 14. März 1889, Z. 6272, welche noch nicht behoben wurde und daher noch vollinhaltlich in Kraft steht, nicht nur f ü r a l l e T r a n »- porte von Schweinen ohne Unterschied d« Provenienz, sondern überhaupt auch für alle Schweine, welch« auf hierländige Viehmärkte gebracht werden, ord-nungsmäßige Viehpässe, beziehung«-weise G e s un d he it »-C e r ti fic a te bei-gebracht werden müssen und das» auch da» zufolge dieser Kundmachung und der hier-amtlichen Kundmachung vom I I. Juni 1889, Z. 13853, erlassene Verbot d«S Treibens der Schweine auf Straßen und Landwegen und namentlich des Umherziehens von Ort zu Ort und von Haus zu Haus zum Zwecke dc» V:r< kaufes derselben in der gleichen Weise wie bl»-her aufrecht bleibt. Gleichzeitig wird daran erinnert, dass im Sin« der ZH 15 und 16 des allgemeinen Thierkeuch»» gesetzes vom 29. Februar 1880,R.-G.-BlattNr.?S. beim Auftreten einer ansteckenden Thierkrankheil oder des Verdachtes derselben und daher üiäte sondere auch beim Auftreten der Schweinepest, der Schweinefeuche oder des Schweinerothlaafe» unverzüglich die behördlich« Anzeigt zu er statten ist und dass die Verpflichtung zur un-verzüglichen Anzeige und zur Fernhaltmiz der Thiere von Orten, wo die Gefahr der Aw steckung für andere Thiere besteht, auch dann tritt, wenn unter den Thieren eines Stalles oder einer Herde innerhalb acht Tagen ein zweiter Fall einer innerlichen Erkrankung unter den gleich« Erscheinungen vorkommt. Uebertr«tungcn dieser Anordnungen werden nach dem Gesetze vom 24. Mai 1882, R.-G.-Al. Nr. 51, bestraft. K. k. steienn. Statthaltern Graz, am 21. Oktober 18S5. ChorinSky m. p. Zufolge Erlasse» der hohen k. k. Statthaliem in Graz vom 29. August 1895, Z. 25110, iß das hohe k. k. Ministerium des Innern in die Kenntnis gelangt, dak» di« Schwein« besitzende oder züchtend« landwirtschaftlich« Bevölkerung welche durch di« derzeit vorhandene, wenn auch in Abnahme begriffene Schweinepest (Schwein« seuche) in ihrem Besitzstande ohnehin höchst de-dauerliche Nachtheile zu erleiden hat, in niÄ seltenen Fäll«n dadurch noch erhöhten materiellen Verlusten ausgesetzt wird, baf-i sie vfranlrfl wird, die gefallenen Schweine den Wasenmeisttri zu übergeben und denselben Taren für di« Beseitigung derartiger Thiercadaver zu entrichten. Dieser Vorgang steht nicht im Einklang« mr! § 42 de» allgemeinen Thierseuchengesetze« von 29. Februar 1880, R.-G.-Bl. Nr. 35, weich« die Bestimmung enthält, das», insoweit es sich an an Thierseuchen gefallenen oder wegen berfelben getödtete Thiere handelt, die Kosten für Ja» „Ausführen der Cadaver und Abfälle, für das Verscharren und für die Verscharrungsplc? die Gemeinden (Gutögebiete > zu tragen hatxi*. ferner, dass „wenn di« Gemeinde «das ßto gebiet) keine geeignete Vorsorge rücksichtlich ba VerscharrungSplätze trifft, nöthigenfalls unter fix-leitung der zwangsweisen Tnteignung ein geeigneter Platz auf Kosten der Gemeinde ito Gutsgebietes) zu ermitteln und dessen sofortige Verwendung zu verfügen ist", endlich das» nur. wenn in der Gemeinde ein geeigneter Aasxiq nicht ausfindig gemacht werden kann, „die führung des AaleS in die nächste Wasemneisicrei. oder wenn dies nicht zulässig wäre, auf einen anderwärts zu ermittelnden AaSptatz unter den von der politischen BezirkSbchörd« angeord»:en Vorsichten" gestattet werden kann. Es versteht sich von selbst, dass auch in letzteren Falle die gedachte allgemeine Regel gilt dass nicht die Partei, sondtrn die Gemeinde Ix Kosten für diese Versicherung und Verscharruoc :n eine Wasenmeisterei zu tragen hat. Hievon wird die löbliche Redaction zur allW^ Benützung im redactionellen Theil amtshöslich in Kenntnis gesetzt. Stadtamt Cilli, am 25. October 1895. Der Vice-Bürgermein«: Jul. Rakusch. 1895 ..Deutsch- Macht" 7 Verschiedenes. Die Aolgen einer Zugsversäumnis. Zu« Brünn wird gemeldet: In der Nordi ahn-jtatum Leipnik kamen pvei Personen auf höchst seltsame Weise ums Leben. Eine Bäuerin aus der Umgebung, die den Wochenmarkt in Leipnik besuchen wollte, versäumte in der Nachbarstation Kadivanitz den Frühzug. Aus ihr Ersuchen lieb iik ihr daselbst als Bahnwächter bediensieter Ahwager mit dem nächsten Lastzuge mitfahren. Äwohl die» nach der Betriebsordnung verboten ift. Der Bahnwächter fuhr gleichfalls mit, sprang »der während der Fahrt ab und schärfte früher seiner Schwägerin ein, beim Halten des Zuge» gleichfalls abzuspringen und sich dann unbemerkt BUS dem Staube zu machen. Da aber der Lastzug über die Station Leipnik hinausfuhr, sprang die Näuerin vom rollenden Zuge ab, blieb mit dem Kleide hängen und gerieth unter die Räder, wo-durch ihr beide Füße vom Körper abgetrennt virden. Nach wenigen Stunden erlag di« Unglück-liche im Spital« von Mährisch-Weißkirchen. wohin nun si« transportiert hatte, ihren Verletzungen. Zn Verzweiflung darüber, stürzt« sich ihr Schwager, llt er von diesem Unglück erfuhr, unter die Räder eines Personenzuges und wurde in grässlicher Weise zermalmt. Das Teeschieften des Bodensees. Seit einiger Zeit spricht man am Bodensee viel von tan sogenannten „Seeschieben", einem oft schou rom See her wahrgenommenen Geräusch, das wie mterirdische» Tonnern klingt. Besonders znr Nachtzeit und gegen die Mitte des S«eS zu wurde et gehört. Da man es schon in den Fünfziger-Iahren vernommen hat und seidem fortgesetzt knmt, sind Sprengungen auf der Schweizer Seite und dergleichen als Erklärungen ausgeschlossen. Erdbeben müssten noch andere, stärker zu em-pfmdende Erscheinungen wachrufen, können also auch nicht angenommen werden. Jüngst hatte nun «in alter Ascher auf Befragen seine Ansicht darüber geäußert. Er habe schon oft mitten im Se« groß« GaSblasen auf der Oberfläch« unter starker Wellen-erregung platzen sehen unter demselben kanonen-schusoartigen Donner, ven man als „Seeschießen" kennt und der namentlich bei Barometerändming häufig sei. Offenbar sammeln sich aus den maffen« haft auf d«n Grund fallenden Verwesungsstoffen Gase, di« gerade bei größeren Tiefen mit stärkerem Wasserdruck umsomehr Kraft haben muffen, um an di« Oberfläche gelangen zu können, daher sie gerad« in der Nähe der Ufer nicht in dieser Stärke und danim überhaupt nicht wahrgenommen werden. 2lO Millionen Gulden hinterlassen. Im New-Dorker Hinterlassenschaftsgericht ist dieser Tag« das Testament des Eisenbahnmachers Jay Gould eingetragen und bestätigt worden. Das Vermögen belauft sich auf 210 Millionen Gulden! hhiii
  • r Cilli, Herrenflasse Nr. 15 empfiehlt sich zum (»inbindcn aller Ar» schriiten und Bücher für Kanzleien. Schul» Bibliotheken rc. sowie zur «nsertiqung «« Echreibmappen. Cartonagen. Papepzrtmt und Montierung von Stickereien bWgh. Wir suchen fJrtioMn ttlkr tfenirfelaffrn um Crrfaufr Hfl t)tr«<|Uch 0»statt»lin iostn jüjki vi&lurwrt laut WrtrvittlM Okiodttm ».be •aioi'ifton. «cnJurifmji# fern flkSai»- s9r4s flattptftribttschr DM»ch«»f,I sch.ft ^»I»r * ^ukaycft. Hmslhliftgpferiik i vorzüglich. X» wegen Abreise m «. kaufen. Snfrije frr-walinn? »o-filli, Bost Sachsaiftld. \Vir beehren uns hiemit höflichst anzuzeigen, dass der Ausstoss unseres am 2. November 1. J. beginnen wird und erlauben uns dasselbe den Herren Abnehmern bestens anzuempfehlen. Pilsen, am 22. October 1895. im-i Bürgerliches Brauhaus in Pilsen (gegründet IH A52). Haupt-DepOt: F. Schediwy, Graz, Annenstrasse Nr. 19.