(Poiinin» pla&an» > ^otoTion Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat Gchriftieitung und Verwaltung: PreLernova ulica S, Telephon Nr. 21 (inttrurtan) Wckündigungen werden In der Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag i Bezugspreise für das Inland: Bierteljährig 40 Din, halbjährig 80 Din, ganz-T jährig 160 »in. Für da« Ausland entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Di» I M Celje, Sonntag, den 17. September 193:^ Nummer 75 58. Jahrgang Kurz das Wichtigste Buk flaradjic wird gefeiert Der Begründer der serbischen Literatursprache, der von 1787 bis 1864 lebte, sich um das serbische Volkstum die größten Verdienste erworben hat. auch zu Goethe in Beziehungen stand, soll durch Errichtung eines Denkmals in Beograd gefeiert werden. Es hat sich ein Ausschuß gebildet, der auch die Renovierung eines einstigen Wohnhauses wie da» Anbringen einer Gedenktafel dortselbst vorbereitet. Bundesbiirgerfchaft aberkannt Die Bundespolizeidirektion Salzburg hat den beiden österreichischen Offizieren, die kürzlich nach Deutschland flüchteten, weil sie es in Oesterreich nicht mehr aushielten, die Bundesbürgerschaft ent-zogen! Streikbewegung im steirischen Kohlenrevier Im steirischen Kohlengebiet ist eine Streik-bewegung ausgebrochen, die auch auf Obersteier-mark überzugreifen droht. Man schätzt die Streiken-den auf 3000 Mann. Es soll sich aber um eine Lohnstreikbewegung ohne politischen Hintergrund handeln. Rothschilds verschenken Gilter Im Zusammenhang mit der Liquidierung der Kreditanstalt Affaire haben die Bankiers Nothschild dem Land« Oesterreich zwei große Güter geschenkt. Dr. Göbbels Bölkerbundodelegierter Die Reichsregierung hat den Reichsminister für Propaganda und Volksaufklärung Dr. Josef Göb-bels gemeinsam mit dem Außenminister Dr. Neu-rath zum Delegierten für die nächste Völkerbunds-Versammlung ernannt. Fremdenverkehr Italien - Oesterreich Zwischen Italien und Oesterreich wurde ein Abkommen über den Touristenverkehr getroffen, das vorläufig ein Jahr Giltigkeit gefitzt. Winterhilfe in Deutschland Reichskanzler Hitler und Reichsminister Dr. Göb-' bels hielten kürzlich Reden über die bevorstehende Winterhilfeaktion im Reich. Sie riefen dazu das ganze deutsche Bolk auf. Gleich in den ersten Stun-den wurden 2 Millionen Mark für die Winterhilfe gezeichnet, davon eine Million allein von der IG-Farbeninduftrie. Frankreichs Luftminister in Rußland Der französische Lustfahrtminister Cot ist der Einladung, nach Rußland zu fliegen, nachgekommen und mit drei Flugzeugen in Kiew gelandet. Man merkt deutlich, daß sich Frankreich um Einfluß in Rußland bewirbt. Schlafkrankheit in Suropa Die Schlafkrankheit tritt nach neuesten Mel-düngen auch bereits in Europa auf, glücklicherweise bisher nur auf der zu Island gehörigen Insel Wepmann, wo bisher 16 Fälle verzeichnet wurden. Aus Amerika wird gemeldet, daß diese Krankheit in St. Louis bereits 135 Todesopfer gefordert habe. Persische Regierung zurückgetreten Die persische Regierung hat die Regierung?-krise nicht überstanden und ist zurückgetreten. 55.000 russische Staatsangestellte entlassen Nach einer amtlichen Meldung wurden in der drei letzten Monaten in Moskau nicht weniger als 55.000 Staatsangestellte aus dem Dienste entlassen. Den Entlassenen wurde nahegelegt, in Sibirien und Turkestan Stellen anzunehmen. Für den Fall einer Weigerung wird mit ihrer gewaltsamen Entfernung aus Moskau und mit der Entziehung der Arbeit--losenunterstützung gedroht. Das europäische GleichgewichtSÄESJaki Bon Dr. Erich Stock Herbstzeit — Konferenzenzeit! Alle Staat«-männer, gekräftigt durch den Sommerurlaub, krem-peln ihre Hemdsärmel hoch und suchen den Anschein zu erwecken, als könnten sie durch ihren Tätigkeit--drang die Welt aus den Angeln heben. Den Glau-ben an die Wunderwirkung internationaler Konferenzen haben unsere Zeltgenossen zwar längst ver-loren. Und Mussolini tat recht daran, dem „Zeit-alter der Konferenzen" einen stillen Nachruf zu schreiben. Die Gegenwartsdiplomatie pflegt sich be-weglicherer Mittel zu bedienen. Man bemüht nur noch in Ausnahmefällen den großen und umständ-lichen Apparat der Konferenzen. Seit den Tagen von Versailles stehen drei große Problemkreise unverrückbar im Blickfeld der europäischen Politik: Abrüstung, Donauproblem und die Frage der internationalen Zahlungen. Alle Staatskunst hat nicht vermocht, auch nur eines die-ser Probleme befriedigend zu lösen. Am 16. Oktober soll die Abrüstungskonferenz nach der Sommerpause wieder ihre Beratungen auf-nehmen. Frankreich beharrt sogar dringlicher als je auf seiner Forderung, die wirkliche Abrüstung vor-erst zu verschieben. Die französische Diplomatie erfand dazu einen wunderbaren Dreh: Indem sie die Rüstungskontrolle in den Vordergrund schob, hoffte sie, das Interesse der Völker an einer wirtlichen Abrüstung vermindern zu können. Die verantwort-lichtn Minister Englands und Frankreichs werden sich auf einer „Pariser Vorkonferenz" ein Stelldich-ein geben und darüber beratschlagen, was eigentlich auf der Abrüstungskonferenz werden soll. Der ame-rikanische „Europabotschaster" Norman Davis hält sich gleickyeitig in Paris auf. Es läßt sich denken, daß auf dieser Pariser Vorkonferenz die Abrüstung?-taktik der nächsten Zukunft festgelegt wird. Die Fran-zosen rechnen damit, daß nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Engländer für ihre Kontrollwünsche Verständnis aufbringen. Investigationen, Rüstungskonttolle, Schnüffelkommissionen — will man etwa damit die Abrüstungsbereitschaft der Völker fördern? Oder soll auch dieser französische Kontrollvor-schlag nur die Möglichkeit aufzeigen, jede wirkliche Abrüstung zu hintertreiben? Von Abrüstung spricht jedenfalls im Augenblick niemand mehr. Und den Deutschen wird in Genf abermals die undankbare Aufgabe zufallen, die Völker an das feierliche Ver-sprechen zur Abrüstung und zur Gleichberechtigung zu erinnern. Frankreich unterläßt nichts, um den gegenwärtigen Zustand der Ungleichheit zu ver-ewigen. Nicht minder große Schwierigkeiten macht das Donaurätsel. Aegstlich behüteten die westeuropäischen Völker die Unabhängigkeit Oesterreichs. Der Fran-zose Tardieu machte vergeblich Stimmung für sein Donauprojekt. Deutschland ließ die Well nicht dar-über im Unklaren, daß die mitteleuropäischen Ange-legenheiten nur in engster Zusammenarbeit mit dem Reiche erledigt werden könnten. Der Schlüssel zum Donauraumproblem liegt allerdings in der Hand Mussolinis. Italien gehört ja mit zu den Nachfolge-jtaaten der ehemaligen Donaumonarchie. Niemals vergoß Mussolini, seine Ansprüche auf Südosteuropa anzumelden. Selbst der französische Senator Henry Berenger bezeugte dieser Tage, daß der italienische Staatschef allein das notwendige diplomatische Finger-spitzengefühl besitze, um das Donauproblem endlich zu klären. Großen Lösungen im Donauraum stehen vor-läufig noch die Barrieren der internationalen Zah-lungen Im Wege. Von den Reparationen ist es seit Jahresfrist stillgeworden. Aber die Zahlungsmora-torien stören manchmal alle politischen Pläne. Ru-mäniens Zahlungsmoratorium beispielsweise rief eine peinliche Regierungskrise hervor. Und der Bruch in der rumänischen Regierungspartei dürfte auch nicht dazu beittagen, die Regierungskrise zu verkür-zen. Vielerlei Fäden gehen heute im Donauraum durcheinander und verwirren sich. Die Zett schreitet schnell. Die Geduld der Völker ist kurz. Und poli-ttschen Notwendigkeiten kann sich auf die Dauer niemand ungestraft entgegenstellen. Gömbös reist nach Sofia und Wien Der ungarische Ministerpräsident Gömbös, der erst vor wenigen Wochen Staatsbesuche in Deutsch-land und Italien absolvierte, hat bereits weitere Reisepläne. Wie verlautet, hat ihn der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß zu einem dreitägigen Jagdaufenthalt eingeladen, der für den 17., 18. und 19. Oktober in einem der schönsten Jagd-gebiete Oesterreichs vorgesehen sei. Gömbös nimmt diese Einladung an. Weiter wird bekannt, daß sich Gömbös in Begleitung des ungarischen Außen-minister- ebenfalls im Oktober, etwa um den 25., sich zu einer hochpolitischen Besprechung n«ch Sofia begeben wird. _ Brandkatastrophe in Baden In dem 1500 Einwobner zählenden Dorfe Oechelbrunn in Baden ist wahrscheinlich durch Fahrlässigkeit kürzlich ein verheerender Brand aus-gebrochen, der 203 Objekte, darunter über 90 Wohngebäude, vernichtete. Die badische Regierung hat gan, Deutschland zur Hilfeleistung für die 100 obdachlosen Familien aufgerufen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Erfreuliche Objektivität Japans Das japanische Innenministerium hat vor eini-gen Tagen wissen lassen, daß deutschgeschriebene Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, die im Aus-land erscheinen und einen deutschfeindlichen Geist atmen, künftig in Japan nicht zugelassen werden. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß auf Grund bisheriger Erfahrungen derartige Literatur kein wahres Bild über die wirklichen Zustände in Deutschland gäbe. Angesichts der nicht enden wollenden Hetze des Auslandes gegen das neue Deutschland muß man der japanischen Regierung für ihre ob-jektive und von Gerechtigkeit zeugende Haltung im Interesse der Wahrheit dankbar sein. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 75 Der IX. Europäische Nationalitäten-Kongreß Vom 16. bis 18. September in Bern kämpfen miisfen. Das einleitende Referat zu diesem Punkte wird denn auch von dem katalanischen Ab-geordneten im spanischen Parlament Juan Estelrich gehalten werden. Eine weitere Frage, die im Mittelpunkte des Programms stehen wird, ist die durch die Lage der Juden in Deutschland veranlaßte grundsätzliche Be-Handlung des Punktes „Nationale Dissimilation und Nationalitätenrechte". Wie immer gelangt auch die Frage der Völkerbundtätigkeit — dieses Mal insbesondere das Zusammenwirken der Nationalitäten im Kampfe um die Berücksichtigung ihrer Ansprüche — zur Sprache, wobei es die bereits bestehende Einheitsfront noch weiter zu festigen gilt. Ferner wird auch die Diskussion über die Frage Religion und Volkstum, die bekanntlich im vergangenen Jahre zu einer solidarischen Manifesta-tion der berufenenen Vertreter der verschiedenen Konfessionen gegen die Entnationalisierung durch die Kirchen führte, ihre Fortsetzung erfahren, und zwar unter der besonderen Berücksichtigung des Gebiets: Religion und Sprache. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß von Seiten einer Reihe von Nationalitäten, deren Volks-genossen von der Hungerkatastrophe in der Sowjet-Union betroffen sind, auf Grund der Denkschrift des Generalsekretärs der Europäischen Nationali-täten-Kongresse Dr. Ammende die Anregung aus-geht, der Nationalitäten-Kongreß »olle sich' im In-terejfe jener Millionen von Volksgenossen der zu ihnen gehörenden Nationalitäten — Ukrainer, Russen, Weißrussen, Deutsche. Juden. Bulgaren, für die Durchführung einer internationalen Hilfsaktion ein-setzen. Am 16. September tritt der Europäische Na-tionalitäten-Kongreß. die Gemeinschift der natio-nalen Minderheiten aus allen Teilen Europas, zu seiner diesjährigen Tagung zusammen. Dieses Mal in der Schweiz, in der eidgenössischen Hauptstadt Bern. Die ersten sieben Tagungen des Nationalitäten-Kongresses erfolgten in Genf, und nur die achte, vorigjährige in Wien. Jetzt kehrt der Kongreß wieder in die Schweiz zurück, ein Beweis dafür, daß die politische Atmosphäre in der Eidgenossen-schaft — diesem für das Zusammenleben verschiedener Volksstämme so vorbildlichen Staate — für die Abhaltung internationaler Konferenzen gerade zum gegenwärtigem Zeitpunkte die günstigste ist. In Bern werden sich zu der Tagung, trotz der wirtschaftlichen Krise, die Vertreter fast sämtlicher europäischer Nationalitäten einfinden. Hiedurch erweist sich, daß das Bedürfnis nach einem Meinungs-austausch und nach einem solidarischen Vorgehen in wichtigen Fragen bei den Minderheiten heute stärker denn je ist. Zum Teil ist dies wohl dadurch zu er-klären, daß das nationale Moment gegenwärtig über alle soziale, ja selbst wirtschaftliche Zusammen-hänge dominiert. Im Mittepunkte der Beratungen des dies* jährigen Nationalitäten-Kongresses steht eine Frage, die insbesondere die großen bezw. geschlossen siedelnden Volksgruppen interessiert, und zwar die Frage der „SelbstveraÄlltung auf territorialer Grundlage" als Sicherung der nationalkulturellen Entwicklungsfreiheit dieser sich in einer besonderen Lage befindlichen Gruppen. Hier liegt eine Frage vor, die unter anderem die Nationalitäten Spaniens, vor allem die Katalanen, besonders berührt, da diese gerade jetzt für den Ausbau der Autonomie ihres Statuts I- Jugoslawisches Am 9. und 10. September fand in Pribiceoi» cevo in der Batschka das erste Jahresfest des Gu° stav Adolf-Vereines der Deutsch-Evangelischen Lan-deskirche statt. Ein Fest, so herzlich und würdig, wie es nur die Donauschwaben feiern können. Der Fest-ort ist ein großes, rein deutsches und evangelisches Schwabendorf: in wenig Orten haben sich die alten Volkstrachten so rein erhalten. Mit einem Reiter-banderium und Dutzenden von Wagen wurden der Bischof Dr. Popp und die Gäste ins fahnenge-schmückte Dorf eingeholt. Sängerchöre, Ehrenjung-frauen, Feuerwehr. Triumphpforten. Blumenregen, üppige schwäbische Gastfreundschaft ließ die Gäste gleich heimisch sein. Ueber tausend Festgäste strömten Sfammen, die meisten mit Wagen aus der näheren mgebung, aber auch das entfernte Slowenien war vertreten und aus Bosnien kamen Bauern mit Pferd und Wagen tagelang angereist. Das vom Obmann des Vereins, Bischof Dr. Popp, kraftvoll geleitete Fest erhielt sein beson-deres Gepräge dadurch, daß die zu einer internatio- Scharfe Kritik Frankreichs an Oesterreich Die Rede, die der österreichische Bundeskanzler Dr. Dollfuß kürzlich auf dem Allgemeinen Deutschen Katholikentage in Wien hielt, ruft in Frankreich und in England einen bedeutsamen Umschwung der Stimmung heroor. Die Presse ist nicht mehr ge-neigt, den Regierungsmethoden und Zukunftsplänen der österreichischen Regierung zuzustimmen. Die Pa-riser Zeitung „Populaire" geht sogar so weit, Dr. Dollfuß und Starhemberg vorzuwerfen, daß sie Oesterreich an den Rand des Abgrundes brin-jjen! Die englische Zeitung „Daily Herolv" sieht in Dollfuß nicht einen Gegner Hitlers, sondern ein passives Instrument in den Händen Mussolinis zur Verwirklichung seiner Donauraum-Pläne. Wird Dollfuh versöhnlich? Der vor kurzer Zeit aus der Partei ausge-schlössen? Führer der österreichischen Nationalsozialisten Dr. Nie hl gab Journalisten gegenüber die sensa-tionelle Erklärung ab. daß Dr. Dollfuß nichts gegen die österreichischen Nationalsozialisten einzuwenden hätte, wenn sie von Hitler unabhängig wären. Darauf habe der Gauleiter Dr. Habicht im Rund-funk sich bereit erklärt, auf diese Forderung einzu-gehen. Weiter sagte Dr. Riehl, daß sich nun die Gustav Adolf-Fes« nalen kirchlichen Tagung nach Novisad gekommene Delegation der neuen Deutschen eoangelischen Kirche im Deutschen Reich unter Führung der Qberkonsi-storialräte Schreiber und Heckel, zusammen mit Delegierten aus Schweden. Genf und dem Saargebiet an dem Feste teilnahmen und, wie in den Nachbargemeinden Pasicevo. Alt- und Neu-Vrbas erhebende Worte an die Versammlungen richteten. Die geräumige Kirche war viel zu klein. Hunderte wurden in einer Parallelversammlung unter freiem Himmel vereint. Die Festpredigt hielt der neue evangelische Pfarrer aus Beograd, Dr. med. Bern-hard Bornikoel. Der eingehende Jahresbericht, den der Schriftsiihrer des Vereines, Konsenior May aus Celje, erstattete, bezeugte die viele kirchliche Not in der jungen Kirche, andererseits den nun überall entfachten Willen, durch gemeinsame Opfer solcher Not zu steuern. Es waren nicht nur festlich erhe-bende Stunden, sondern ein kraftvolles Bekenntnis der im angestammten Volkstum fest verwurzelten Kirche. -y. österreichische Regierung werde erklären müssen, ob sie die Nationalsozialisten zur aktiven Teilnahme an der Gestaltung Oesterreichs heranziehen wolle oder nicht. Der Londoner Korrespondent der „Chikago Tribune" weik sogar zu berichten, daß man in London den Anschluß Oesterreichs an Deutschland für unvermeidlich halte, ja für die nächste Zeit er-warte, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete. — Diese Nachricht dürfte wohl ein Manöver sein, das Deutschland schon mit einem für die internationale Politik bösen Omen vor die Völkerbunds- und Abrüstungskonferenz führt. Ultimatum an Dollfuh Zu den letzten Nachrichten aus Oesterreich, die sich zum Teil widersprechen, kommt nun noch die Meldung, daß der Heim wehrführer Starhemberg ein Ullimatum über die Entfernung der Sozial-demotraten aus dem Wiener Stadtrat an Dr. Dollfuß gerichtet habe. Weiter fordert er schärfstes Vorgehen gegen die Sozialdemokratie in ganz Oesterreich, und macht davon die Unterstützung der Re-gierung durck die Heimwehren abhängig. Dieses Ultimatum hat Starhemberg bei einer Rede vor dem Denkmal seiner Ahnen gestellt, die von den österreichischen Zeitungen nicht gebracht wurde, außer vom Heimwehrorgan „Oesterreichische Morgen-zeitung". Erstes Fernschreibamt der Welt Deutschland führt im Nachrichtenübermittlungs-wesen — Auch drahtloses Fernschreiben kommt Der 1. Oktober 1933 wird ein wichtiges Dawm in der Geschichte der Nachrichtenübermittlung werden: Die Deutsche Reichspost eröffnet in Berlin und Hamburg die ersten Fernschreibämter der Welt. Eine besondere Leitung ist zwischen den beiden Städten gelegt worden, an die sich jeder, der sich einen Fernschreibapparat zulegen kann, anschließen wird. Bisher war das Fernschreiben nur auf ein paar große Unternehmungen, z. B. Banken, Nach-richtenagenturen, Zeitungen und auf einige wenige Behörden wie die Polizeiämter beschränkt. Für die Benutzung der Leitung braucht überhaupt nichts gezahlt zu werden, der Teilnehmer hat nur eine Grundgebühr zu entrichten und das einzelne Fern-briefschreiben zu bezahlen, das nur halb so teuer sein wird wie ein Telephongespräch von gleicher Länge. Der Fernschreibverkehr beginnt zunächst nur mit dreißig Teilnehmern. Das ist wenig, aber der Telephonverkehr hat mit noch weniger Abonnenten angefangen und sich trotzdem zur Großmacht im Nachrichtenwesen entwickelt.' Die Teilnehmerzahl wird übrigens bestimmt sehr schnell wachsen, weil die Reichspost beabsichtigt, ihr ganzes Fernsprechnetz auch dem Fernschreiben zur Verfügung zu stellen. Eine Fernschreibmaschine kostet zwar rund 3000 Mark, die Maschinen können aber in langen Raten abgezahlt oder auch gemietet werden, sodaß sich selbst für kleinere Unternehmungen die Anschaffung lohnen wird. Inzwischen hat man auch das drahtlose Fern-schreiben erfunden und genügend ausprobiert, sodaß es demnächst ebenfalls in den Dienst der Ni'.ch-richtenübermitllung gestellt werden kann. Das draht-lose Fernschreiben wird freilich nur für solche Unter-nehmungen in Betracht kommen, die sich an einen sehr großen Mitschreiberkreis wenden, da auch die drahtlose Fernschreibsendung vorläufig ebensowenig an einen bestimmten Empfänger gerichtet werden kann wie jede andere Radiosendung. Die großen internationalen Nachrichtenbüros dürften als erste für das Funkfernschreiben in Betracht kommen. Hopfenbericht Die Preise halten sich nicht l a I t c, 15. Sept. 1933. Aus Zolec wird uns berichtet: Die flaue Stimmung im Hopfengeschäft hält weiter an. was ein wettere» Ab bröckeln der Preise zur Kolge hatte. Heute wurden für schwächere Torten taum noch Di« «S für 1 k? gezahlt, während die obere Preisgrenze von Di« 73 nur mehr in Ausnahmefällen bewilligt wurde. Irotz der geringen Nachfrage kam es im Preisrahmen von Din 65 di» 75 für 1 Ittr täglich zu einigen bemerkenswerte« Umsätzen. Auch aus dem Saazer Hopfenmarkt« haben die Preise merklich nachgelassen. Es werden dort fiir 50 k* nur noch Ä4 IlMXl bis 2400 angelegt. Letzte Nachrichten Handelsvertrag mit Deutschland Außenminister Jeoti^ legte am Donnerstag dem Abgeordnetenhaus« die Gesetzentwürfe für die Handelsverträge mit Deutschland und Griechenland vor und spricht für diese beiden Entwürfe die Dringlichkeit an. Konferenz der Kleinen Entente „Petit Parisien" meldet, daß am 22. September in Sinaia eine Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente stattfindet, auf der über die Donauraumfrage wie über die bevorstehende Reise von Dr. Benesch nach Rom gesprochen werden soll. Maria - Oesterreichs Patronin Dundeskanzler Dollfuß erklärte kürzlich, daß er einen katholischen Ständestaat an Stelle des heuti-gen Oesterreich schaffen und unter den Schutz der Afutter Gottes stellen wolle. Die österreichischen Fahnen würden künftighin das Marienbild tragen. v. Papen in Ungarn Der Vizekanzler des Deutschen Reiches Franz von Papen ist der Einladung des ungarischen Mi-nisterpräsidenten gefolgt und hat sich nach Ungarn begeben. Prozeh gegen Reichstagsbrandstifter Am 21. d. M. beginnt in Leqizig der Riesen-prozeß gegen die Reichstagsbrandstifter. Die Ver-Handlungen werden zum Teil in Berlin geführt. Nummer 75 ?el!tsche"Zei!ung Sehe 3 oher Erfolg der „Lustigen Bier" aus Ce Ausverkaufte Häuser — Vornehmer Besuch — Endlose Beifallsstürme An Stelle cincs eigenen Berichts über die Konzertreise der „Lustigen Bier" nach Beograd, Rovlsad und Jndjija bringen wir die angekündigte Kritik des „Teutschen BolttblatteS" in Novifad vom 12. September. Die Schriftleitmig. „Das vorzügliche Quartett des Celjer Deutschen Männergesangvereines ist auf seinen Gastspielen in Beograd und Novisad Samstag und Sonntag dem ausge-zeichneten Ruf, der ihm vorausgeeilt war, nicht nur im vollem Maße gerecht gewor-den, sondern hat ihn noch weit iiberlroffen. Die „Lustigen Bier" und ihr künstlerischer Letter, Herr Dr. Fritz Zangger, der durch seine feinsinnige Klavierbegleitung zu dem Erfolge in hohem Maße beitrug, feier-ten sowohl in der Hauptstadt als auch in Novisad wahre Triumphe, die sie nach übereinstimmender Feststellung aller Be-sucher, im höchsten Maße verdienten. Der Ruhm des Quartettes datiert nicht erst von heute oder gestern, sondern man weih schon sett einigen Jahren, wer die „Lustigen Bier" sind, aber die Entfernung und die Schwierigkeiten, die sich bei einer derartigen Veranstaltung immer wieder ergeben, hatten es bis jetzt dem Quartett unmöglich ge-macht, zu uns zu kommen. Erst heuer konn-ten alle Hindernisse beseitigt werden und so wurde uns durch die Veranstaltung eines heiteren Liederabends erst jetzt Ge-legenheit geboten, einmal aus eigener An-schouung das Quartett mit seinem musikalischen Führer Dr. Fritz Zangger kennen zu lernen. Das Quartett gehört wohl zu den besten Ver-einigungen unserer deutschen Sängerschaft in Jugoslawien. Selten hört man vier Sänger in so hohem Matze zu einer Einheit verschmolzen wie hier. Alle gingen mit Freude ans Werk, vielleicht weniger be-dacht auf Schönklang als auf Energie und Plastik der Darstellung, und alle brachten mit. was uns nottut: jugendliche Schwungkraft und mitreißendes Temperament. Die recht anspruchsvolle Vortragsfolge, die sich im Rahmen heiterer volkstümlicher Gesänge bewegte, wurde vom Quartett mit einer bemerkens-werten Leichtigkeit ausgeführt. Dr. Fntz Z a n g g e r Hot sich bei uns mtt seinen „Lustigen Vier" mit diesen Veranstaltungen eine nachhaltige Erinnerung gesichert. Dank seiner vorbildlichen Leistung wurden sie zu vollen Erfolgen, und der begeisterte, Zugaben heijchcn^e Beifall bewies, daß man bei uns für diesen auswärtigen Besuch empfänglich und dankbar ist. In Beograd In Beograd fand der hettere Abend im großen Saale des neuen Gewerbeheimes in Veranstaltung der Ortsgruppe des Kulturbundes statt. Der große Saal war gesteckt voll und der Beifall steigerte sich von einer Äortragsnummer zur andern so, dah die Celjer Gäste nach vielen Draufgaben richtig ermü-bet waren. Unter den Besuchern konnte man den österreichischen Gesandten, den spanischen Gesandten, den deutschen Geschäftsträger und mehrere andere Diplomaten sehen. Die Beograder deutsche Kolonie war sehr stark vertreten. Knaben und Mädchen der Ortsgruppe führten in den Pausen unter der Lei-tung von Herrn Hüber, des berühmten jugosla-wischen Bormeisters, der Deutscher ist, schwäbisch? Volkstänze aus. Alles in allem: der Abend in Beo-grad war ein durchschlagender Erfolg, was in einer Großstadt immerhin etwas heißen will. In Novisad In Novisad wohnte dem Gastspiel im Habag-Saal ein vornehmes Publikum bei, das den Saal >is p letzten Platz füllte. Seit Jahren gab es n Novisad keine deutsche Veranstaltung, die einen o großen Erfolg buchen konnte. Das Publikum etzte sich aus allen Kreisen der Bürgerschaft ohne Unterschied der Volkszugehörigkeit zusammen. Auch aus der Umgebung waren viele Besucher nach Novi-sad gekommen. Aus Neuschowe war ein eigener Kraftstellwagen zu dem Abend nach Novisad ge-fahren. Ferner sah man Besucher aus Ruma, Odzaci. Beocin und anderen Orten. Auch aus Celje selbst hatten mehrere Herren, darunter der Obmann des (Bon links nach rechts: Löschnigg, Plechinger. Aistrich, Dr. Iuhart.) Männergesangvereins Herr August Pacchiaffo, das Quartett auf seiner Gastspielreise begleitet. Vegrühung und Programm Der Abend wurde mit einer kurzen Begrüßung der Gäste durch den Obmann der Kulturbunds^ ortsgruppe Schriftleiter Philipp Korell eröffnet, die Dr. Zangger mit einigen herzlichen Worten be-antwortete. Am Anfang der Vortragsfolge stand das von Rudolf Niedermayer vertonte Schwa-benlied Adam Müller-Guttenbrunns. Diese Kompo-sttion scheint ein starkes Werk zu sein: doch ist es kein Lied wie wir es uns wünschen, sondern es ist ein lyrisch'dramatisches Tongemäl-de, dessen Begleitung nach einer % orchestralen Untermalung schreit. Die Vortragsfolge selbst setzte sich aus drei Teilen zusammen: Im ersten Teil wurden ernste Lieder, zum Teil herrliche deutsche Volkslieder, vorgetragen, im mit-leren Teil gelangte der geistreiche Einatter „Hund im Hirn" von Kurt Götz zur Aufführung, in dem sich unsere deutsche Liebha-bertruppe in Novisad (Hilde I. Reiter, Dr. Ferdinand Hribovschek, Nikolaus Lafleur und Hans Bun dy) zum ersten Male dem Publi-kum vorstellte. Ihr gepflegtes und an besten Vorbildern geschulles Spiel erntete reichen und oer- ^ dienten Beifall. Den Abschluß Tt- bildete schließlich eine Reihe heiterer und lustiger Gesangvorträge, die auf das Publikum geradezu eine zündende Wirkung ausübten. Neben der meisterhaften Beherrschung des musika-lischen Stoffes fielen die durchgearbeitete Mimik und die dem Tcrte angepaßten Bewegungen der Sänger auf. Sie trugen viel zur Herstellung des innigen Kontaktes mit dem Publikum bei. Dr. Fritz Zangger begleitete das Quartett am Flügel mit so feinem Kunstverständnis und subtilem Einfühlungsvermögen, daß er mit vollem Recht den Ehrentitel „Die Seele des Quartettes" verdient. Bei den vier Sängern (Willi Löschnigg 1. Tenor, Erich Blechinger 2. Tenor. Alexander Aistrich 1. Baß, Dr. Alfred JuHart 2. Baß) verblüffte vor allem die virtuose Beherrschung der Materie und die absolute Musikalität. Mantfragt sich erstaunt, wie denn die kleine Stadt Celje eine solche Gruppe von Künstlern, die sich ruhig in jeder Großstadt zeigen kann, aufdringen konnte. Gustav Ttiger „schmilzt Märzschn««" Besonders erwähnt zu werden verdient der Conferencier Gustav Stiger, der sich, ein gebo-rener Komiker, seiner Aufgabe mit einer Virtuosität enlledigte, die jedermann verblüffte. Herr Stiger könnte seelenruhig in einer Großstadt als Berufs-conserencier auftreten, niemand würde ihm den Celjer Kaufmann anmerken. Sein witziger Humor hat die Eiskruste, in die sich an-fangs jedes Publikum hüllt, wie die Sonne den Märzschnee, im Handumdrehen zum Schmelzen gebracht. Alles in allem stimmen wir in di« allgemein geäuherte Meinung de» Publikums ein: wir »rinnen, uns seit langem nicht, einen schöne-ren Abend erlebt zu hab««, tfs ist nur zu »«dauern, dah unsere lieben C«lj«r käst« nicht läng« in u»s«r«r Mitte bleib«« und noch in einig«« anderen Städten und Gemeinden austr«t«n tonnt««. I»d««fall» h»ff«n wir ab«r, sie r«cht bald wieder in unser«« kauen begrüben zu können. In Jndjija DaK dreitägige Auftreten der „Lustigen Bier" aus Gelje war ein . durchschlagender Erfolg. Nach einer zangger Begrüßungiansprach« des ObmanneS der hiesigen »ulturbundortSgrupp« Dr. Wendelin Müller nachdem Tierart Hönigmann sehr «indruckSvoll den .Promelheu«" von Goethe re,inert hatte, trat vor vollde setztem Hause ein Duett der „Luftigen Vier" ans, da« da» vom Ehorineifter R i e d e r m a y e r in Zemun neu vertonte Banaler Schwadenlied zum ersten Mal« zu Gehör bracht. Diese Vertonung machte aus die Zuhörer den allerbesten Eindruck, da sie der Tendenz de» Liede« außerordentlich gün-stig angepaßt ist. hierauf stellte sich der Komiker det Quar lettS Gustav Stiger vor und ergötzte die Zuhörer mit seinen urwüchsigen humorvollen Darbietungen. Nicht mir dies«? Mal. sondern auch bei seinem wiederholten Auftreten erntete er den wohlverdienten Beifall der Zuhörer. Nach «hm traten die „Lustigen Vier ' auf. Ein« schön« Mklodi« folgt« d«r andern und d«r Beifall steigerte sich nach j«d«r Nummer bi» zu «in«m höhevuntt. d«r da» Publikum z» stürmischem Btifall hinrif,. so daß die „Lusti oen Vier" wiederholt mehrere Zugaben machen muhten. Ihr Gesang wurde sehr wirkungsvoll und feinfühlig von Ehren chormeister Tr. Zangger begleitet, ,vas den großen Effekt der Darbietungen nur noch mehr steigerte Das Ganze bot eine wundervoll« harmonisch« Einheit und Jndjija wird sich lange Jahre auf diesen hohen Genuß erinnern. Wir kennen nicht umhin, den (bitt Volkgenossen für diesen Genuß auch aus diesem Wege unseren innigsten Tank zu sagen." Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 75 Aus Stadt und Land Celje Der Wettergott ist ein gründlicher Mann. Weil es nun bald Herbst wird, wo die groben Rcgen, das QuotichweUer and die kalte Luft fällig find, so hat er am Freitag Abend eine kleine Gene-ratprobe für diese kommenden Missetaten veranstaltet. Da goß es wie zu besten Zeiten, überall liefen lustige Bächlein in den Strahen, di« Regentropfen plantschten wie übermütige Kinder in den Pfützen und Lacken und auch die Blitze wurden eingesetzt. Da sie aber noch unerfah:en waren, so irrten sie wie bei einem Fußballspiel auf der Himnielbwicse umher und trafen ebensowenig in die Wolken wie die Fußballspieler ins Tor. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 17. September findet um 10 Uhr der Gemeinde, gotteedienst und im Anschluß daran der Kinder« goltesdienst in der Christuskirche statt. Cheschliehung. Die angekündigte Vermählung des Herrn Fritz P ich l mit Fräulein Beate Grabt findet heute um s/t 12 Uhr in der evangelischen Christuskirche statt. Die Trauung wird Herr Pfarrer Gerhard May vollziehen. Vierzigjähriges Berufsjubiläum. Am 18. September d. I. kann der Prokurist der hiesigen Firma Stiger Herr Hans Rischner auf seine 40'iährige Zugehörigkeit zur gleichen Firma zurück-blicken. Durch drei Generationen widmete der Iu> bilar seine Arbeitskrast dem genannten Geschäfts-hause. Er überlebte also drei Jnhabergenerationen und wurde im Jahre 1920 Prokurist des Hauses. Wir beglückwünschen dem rüstigen Arbeitsmentchen Rischner zu diesem seltenen und ehrenvollen Jubiläum. Zweiter Vortrag über Luft- und Gas- schütz. Vom städtischen Magistrat wird un» mit-geteilt, daß am Detkov trg in Celje am 17. d. M um 10,30 Uhr vormittag der zweite Vortrag über die Gefahren stattfindet, die der Zivilbevölkerung und ihrer Habe durch Angriffe aus der Luft drohen und wie diese Gefahren abzuwenden sind. Vortragender ist wieder der Oberleutnant Herr Franjo Tos. Dieser Vortrag ist wichtig als Vorbe-rettung für die nächtliche Luftschutzübung am 26. d. M, die für Celje und Umgebung arrangiert werden wird. Der Haushaltsvoranschlag der Ge-meinde Celje und der städtischen Unternehmen für das Geschäftsjahr 1934 liegt nach einer Mit-teilung des Stadtmagistrats zur Einsichtnahme durch di« Bürger in der Zeit vom Iß. bis einschließlich 30. September in der Rechnungsführung auf. In dieser Zeit müssen auch eventuelle Bedenken und Vorschläge zur Aenderung des Gemeindevoranjchlags beim Stadtmagistrat eingereicht werden. Achtung Fahrrad- und Fuhrwerkbe-sitzer! Die Borstandschoft des städtischen Polizei Celje wird am 18., 19. und 20. d. M, für Fahr- verschlungene Bäume Ich habe zwei Buchen gesehen, nicht gar weit voneinander und im Stamme die eine stärker als die andere. Jede strebte für sich in die Höhe, jed« entsandt« ihn eigenen Aeste und Zweige, aber in eines Drittels Höhe schwang eine starke Astbrücke gleichwie ein bretter Reif von einem Baume zum andern und verband sie. Jeder dem anderen von seinem Safte gebend, innig geeint und doch dem ^genen, selbständigen Wachstum den Weg freilassend. Wunderbares Bild, wunderbares Sinnbild. Wieder sah ich zwei Bäume, wiederum Buchen. Wie der Stamm sich vom Boden erhob, standen sie gut einen halben Meter entfernt. Dann näherten sie sich, dann suchten sie sich und wurden eins. Doch nicht so, daß nur mehr ein einziger Stamm sichtbar blieb, sondern der Stamm schien geteilt, in ein breiteres und ein schmäleres Band, die neben-einander liefen, eng aneinander geschmiegt und in nie gelöster Verschlingung. Ich fand zwei Birken: sie wuchsen jede für sich, und ich konnte Ast und Zweig genau vonein-ander scheiden. Dann verloren sie sich, senkten sich ineinander und blieben so stark geeint, daß das Auge nicht mehr zu erkennen vermochte, wem von den beiden Ast und Zweig zugehörten. Aber dort, wo ihr Weg sie verband, war es, als ob die Blätter lachten, fiw» radbesitzer die Evidenztäfelchen, und Aerkehrsbüchel für jene Personen ausgeben, die ihre Fahrzeuge angemeldet und die Jahrestare bezahlt haben. Da-bei ist eine lau von ö Din zu eutrichleu. Steuer- , bescheinigungen oder Verkehribüchel müssen mitge- , bracht werden. Die obigen Angelegenbeiten müssen ! im Zimmer 36 des städtischen Magistrats von 8 bis 12 Uhr erledigt werden. 9iach dem 20. d. M j werden Fahrradbesttzer ohne Verkehrsbüchel streng bestraft! Neue Amtsstunden bei der Erpositur der Arbeiterversicherung Celje. 1.) Montag, Mittwoch und Freitag regelmäßige Amtsstunden von 8—14 Uhr: nachmittag hält ein Beamter Dienst von 16-17 Uhr. 2.) Dienstag und Donnerstag ? Amtsstunden von 8 14 und von 16—18 Uhr. 3.) Samstag von 8—12 Uhr: nachmittags hätt; ein Beamter Dienst von 12—13 und von 16—18 Uhr. 4.) Die Ambulanz der Erpositur amtiert außer den ordentlichen Amtsstunden von 9 12,43 täglich außer Samstag von 8—9 und von 15 —17 Uyr, Samstag nur von 8-9 Uhr. 5.) Sonn- und Feiertags hält nur ein Beamter von 9—11 Uhr Dienst. Der Parteienverkehr findet statt von 8—13 , Uhr. Die übrige Zeit wird für interne Arbeit ver-wendet. Josef Zabukosek f. Am Freitag starb der allge-mein bekannte Schneidermeister Josef Zabukosek nach einem langjährigen Leiden im 83. Lebensjahre. Er war der älteste Schneidermeister unserer Stadt und entstammt einer alten Celjer Familie. Aus Touristenkreisen geh! uns die An-regung zu, auf die schlechte Aussicht auf dem Dostberg hinzuweisen. Der Gipfel ist derartig verwachsen, daß er die Aussicht verwehrt. Die Säuberung kann nur ganz geringe Mittel in An-spruch nehmen und darum geben wir die Anregung weiter, daß dem Besitzer ein mäßiger Zuschuß für die Niederlegung einiger Bäume durch den Alpen-verein gewährt werden soll. Flüchtiger Betrüger. Die Polizei teilt mit, daß gegen den 1891 in Ärhpolje geborenen Franz Jerina ein Steckbrief erlassen wurde. Er war Angestellter der Versicherungsfirma „Slavija" in Ljubljana und ist mtt 7000 Din auf einem der Firma gehörigen „Puch"-Motorrade flüchtig. Verloren. Ein Gastwirt verlor zwischen jdem Sokolheim in Gaberie und der Stadt einen Herrensiegelring im Werte von zirka 1300 Dinar. Der Ring trägt das Monogramm I. K. Freiw. Feuerwehr u. Rettungsadtg. Celje, Tel. 1 Ja der Woche vom 10./IX. btf ist./'IX. ist loinrnanbim: Inspektion: Obmann Jellenz Johann. Feuerdienst: t. Zug CanilatSdiensi: III. Rotte ZugMrer: tfcroa 5mer.ch ?and«t Edmund -x„hr,r. ... «chtosier Gottfried ' ^tfan Sul!» fctatone Ferdinand Fahrer: Putan Han« Laöko Dem verschönerung»»erein in Lasko wäre dringend zu empfehlen, eine Neine Reparatur an der Burgruine vorzunehmen. Die Stitg« zum Aussichtsturm ist so verfallen, daß demnächst ein Unglück passieren kann, wodurch auch Haftpflicht ent-stchen würde. Maribor Reiseverkehr an der Grenze. Im Monat August haben 20.119 Personen die jugosla-wische Grenze aus dem Norden kommend über-schritten. Unter ihnen waren 2372 Jugoslawen, 10.093 Oesteireicher, 6794 Tschechoslowakei! und 294 Reichsdeutsche. In der gleichen Zeit verließen 23.079 Reisende das Staatsgebiet. Amerikanische Erpressungsmethoden. Die Mariborer Großgrundbesitzer Johann P o-tocnik erhielt dieser Tage einen anonymen Droh-brief, indem er aufgefordert wurde, beim Kilometer-stein 31 an der Reichsstraße in einer Blechschachtel 7000 Dinar zu vergraben, sonst würde man ihm seine Gebäude anmnden. Herr Powinik lieh sich nicht etwa einschüchtern, sondern lockte den dreisten Erpresser in eine Falle. Er vergrub wirklich eine leere Blechschachtel an der bezeichneten Stelle, sorgte aber dafür, daß der Gauner gefaßt wurde, als er nach einigen Tagen die vermeintlichen Früchte seines Erpressungsversuche» einheimsen wollte. Der Erpresser grub die leere Blechschachtel au», aber plötzlich hielten ihn starke Hände fest und er war in die Falle gegangen. Vor Gericht erklärte, der Hoffnung»-volle Zeitgenosse, daß er die Gebäude des Herrn Potocnik ohne weiteres angezündet hätte, wenn er in der Schachtel nicht mindestens einen großen Teil der geforderten Summe vorgefunden hätte und — nicht erwischt worden wäre. Das Gericht aber ließ den Erpresser seltsamer Weise frei. trna Die neu eröffnete „Soötanjska-Hütte" wurde, wie uns aus Crna berichtet wird, am 3. Sep-tember feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Diese Hütte ist der Schlüsselpunkt zur sommerlichen wie auch winterlichen Smrctooc-Turistik. eines Gebiete«, das in landschaftlicher Schönheit ein Arlberg im Kleinen ist. ausgezeichnet durch sein ideal schönes Skigebiet. In einer Länge von fast 12 Kilometer ist es dazu berufen, dem Natur- und Sportfreund alle Herrlichkeiten zu bieten. Abgangs-punkt zur Hüttenbesteigung ist natürlich Lrna ob seiner Nähe und der guten Zugsverbindungen. — Am ..Urschulaberg" fand ein Bauer seinen Tod. Unvorsichtiger Weise rutschte der Mann aus, und stürzte über die Wände ab. Er konnte nur mehr als Leiche geborgen werden. — Die winschaiUiche Lage ist unverändert geblieben. Vieh und Holz lustlos. Der Schaferport, der seinerzeit viel Geld ins Tal gebracht, hat aufgehört zu sein. Nach Lärchen-holz herrscht eine etwas gesteigerte Nachfrage. leider jedoch bei flauen Preisen. Friedliches Ptuj Plauderei von Martha Hoch»«IIn»r Stand da ein liebes Gedicht in der „Deutschen Zeitung", das mir die lange Bahnfahrt verkürzen half. Ein Lied war's über eine kleine südileirische Stadt, das „Großvater Mond im schlohweißen Bart" einem Dichter in die Feder raunte. „Ptuj im Mondschein" hieß es und machte mich ordent-lich begierig, dieses friedliche und verträumte Fleck-chen Erde zu schauen und zu sehen, ob auch bei Sonnenschein es so lieblich sei wie im sanften Schimmer des Monde». Der Tag ging schlafen, als ich ankam. Glüh-endes Abendrot stand über der granitenen Ruhe des Bachern, spiegelte sich in helleren Tönen m den träge dahinrollenden Fluten der Drau und verlor sich in zaetesten Rosenfarben über den Hllgeln der Kollos und den kroatischen Bergen. Vom Kai aus mit seinen steinernen Uferbänken erkannte ich sofort die „Mittelallee", von der es in dem Liede heißt: „Hier stutzt Vater Mond einen Augenblick - Dann lächelt er wieder und zieht sich zurück". Bloß war es noch zu hell, um sehen zu können, was den Mond damals schmunzeln ge-macht... (Es war „ein Pärchen beim Küsse-pflücken".) Drei, vier, fünf alte Häuser hocken in einem vergessenen Winkel an der Drau beieinander. Und ich sah. gegen Abend, nach dem Gutenachtsegen, wie sie immer näber zueinander rückten, sich zusam-menkuschelten, gerade so, als wollte das eine das andere fühlen lassen, daß e» auch Heimweh hat . . . Ein heimeliges Bild ist das. Vielleicht hätte es der schnür-rige Farbenfabulant Karl Spitzweg malen müssen. Und durch die Winkelgäßchen und Straßen wanderte ich, von denen im Liede erzählt worden ist: die machten wohl einen besonderen Eindruck auf mich. Nie schon hat eine kleine Stadt solch ein Bild des Friedens und der Weltabgeschiedenheit in mir hervorgezaubert. Warum wohl? Weil trotz des braven, gewissenhaften Hatzenkopfpflasters, das den Boden jedes, auch des kleinsten Gasserls, bedeckt, alle Straßen grün find — — — ja, tatsächlich, grün sind sie. Ein heller, froher, hoffnungsgrüner Schimmer liegt wie ein Beweis des Friedens und der Unberührtheit dieses Städtchens auf allen seinen Gaffen und sagt: Hier hätt die Zeit Rast ... Dies war der erste Eindruck, den ich von Ptuj bekam. Was mir aber gleich darnach, als zweite» also, ganz besonders auffiel, war ein Ding, das an jedem zwetten, dritten Hause wiederkehrte. Ein Bündel schön gedrehter, langer Hobelscharten über dem Hauseingang. „Gibt es denn hier so viele Tischler?", fragte ich erstaunt. Noch erstaunter war Rummer 75 Deutsche Zeitung Seite 5 Fremdenverkehr fördert Völkerverständigung DeuHchlan» im Urteil holländischer Besucher RDV. Mehr als je hat der Fremdenverkehr seine hohe Aufgabe, ein Mittler zwischen den Völkern zu sein, in den letzten Monaten bewiesen, da Miß-aunft und Haß geflüchteter Elemente dem Ansehen Deutschlands in der ganzen Welt zu schaden suchten. Aber die von der Regierung immer wieder in die Welt gerufene Aufforderung, zu kommen und zu schauen, um sich ein objektives Bild von den wahren Verhältnissen im neuen Deutschland, im Dritten Reich, zu machen, hat ihre Wirkung auf die Be-sonnenen, auf die nüchtern urteilenden Ausländer nicht verfehlt. Wir geben hier aus holländi-s ch e n Zeitungen und Zeitschriften der letzten Wochen eine kleine Blütenlese aus Berichten, die. Holländer über ihre Reisen in Deutschland gemacht haben. Sie zeigen übereinstimmend und eindeutig, daß Deutschland durch die nationale Wiedergeburt nicht nur nichts von seiner alten Anziehungskraft als Reiseland eingebüßl hat, sondern vieles hinzugewann, was auch die Ausländer als Annehmlichkeit em-pfinden. „Wir haben auf unserer Reise nichts, aber auch wirklich nichts entdecken können, was den Fremdenverkehr auch nur im geringsten behinderte.. äußert sich der Präsident der Niederländischen Reise-Vereinigung, und sein Kollege, der Geschäftsführer der Niederländischen Christlichen Reisevereinigung, bestätigt es, indem er schreibt: „Das Reisen in Deutschland ist jetzt bedingungslos zu empfehlen. Es ist dort gegenwärtig ruhiger denn je. Es freut uns, das hier so unumwunden aussprechen zu dürfen!" Ob Kaufleute. die geschäftlich oder zur Erholung in Deutschland weilten, ob Lehrer, die mit ihren Schülern di« deutsch«» Jugendherbergen besuchten, oder Redakteure. Aerzte. Bauern oder Bürgermeister, in allen Berichten kehrt die Mitteilung wieder, daß Ruhe und Ordnung in Deutschland mehr als vor einigen Jahren empfunden werden, und daß die Zuvorkommenheit, Liebenswürdigkeit und Hilfsbereit-schaft den ausländischen Gästen gegenüber vorbildlich sei. Man könnte noch viele solcher Urteile zitieren, es würden jedoch nur Wiederholungen sein. Man steht, daß der Fremdenverkehr sehr gut geeignet ist, das Verständnis zwischen den Völkern zu vermitteln und zu verbessern. Wirtschaft ».Verkehr Stand der Nationalbank vom 8. d. M. (in Millionen Dinar, in Klammern der Unterschied gegenüber der Vorwoche): Aktiva: Metalldeckung 1865.1 (— 4.2), davon in Gold 1797.5 (0), Wechselportefeuille 1914.1 (- 16.4), Lombarddarlehen 316.5 (— 0.4), alte Staatsschuld 1717.3 (-k(H), Vorschüsse an den Staat 600 (0). — Passiva: Banknotenumlauf 4347.7 (-|- 33.3), Verbindlichketten gegen Sicht 799.9 (— 46), davon Forderungen des Staates 5.4 (-f 2.5) vermiedene Verbindlichkeiten in Giro- 563.3 (— 33.4) und ich aber, als man mir erwiderte, daß dies da» Zeichen für die — Gasthäuser sei! — „So viele Wirtshäuser für eine so kleine Stadt?", erkundigt« ich mich wetter. Es fei dies fast die eiinige Zerstreuung der friedlichen Bewohner dieses Orte», er-klärte man mir darauf. Ich wollte da» anfangs nicht recht verstehen, als ich aber später daraufkam, welch herrlicher und frohmachender Wein in dieser Gegend wachse, der „Stadtberger" und „Kolloser", der „Jerusalemer", gnadenbringend und alle Sorgen lösend, wie der Name, den er führt, da ging mir ein kleinei Licht auf über die Daseinsberechtigung dieser Hobelspanbuschen. Die Stätten, die man dem Fremden zeigt, sah ich alle pflichtgelreu und mit sehr viel wahrer Be-wunderung an: die rein gotische Tladtpfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert, die Minoritenkirch« und das Minoritenkloster, das ehemalige Dominikaner-Noiter, dessen herrlicher gotischer Kreuzgang mit dem barocken Refektorium den schönsten architektonischen Hintergrund für ein historisches Museum abgeben, in welchem sich hochinteressante und wissenschaftlich wertvolle Funde aus der Römerzett befinden, die zwei Mithräen in Haidin und Oberrann, den „Pranger", der heute noch das Wahrzeichen der Stadt ist und schließlich all die Römersteine am Sockel des Stadtturmes, denen zuliebe ich sogar in meinen verstaubten Lateinkenntnissen hcrumkramte... Was ist Deine Pflicht? In bestimmter Zeit, mit unverrückbarer Pünktlichkett kommt die Zeitung zu Dir ins Haus, als ein Gast, den Du durch das Abonnement regelmäßig kommen sehen willst. Du greifst mit Selbstverständlichkeit danach! Wie würdest Du Dich umndern, wennn dieser pünktliche Gast eines Tages ausbliebe?! Darum bedenke: Die Zeitung erfüllt Dir gegenüber unter allen Um- ständen ihre Pflicht. Erfülle auch Du die Deine ihr gegenüber: „Bezahle die Deutsche Zeitung!" anderen Rechnungen 231.2 (— 15.1), befristete Verpflichtungen 1334.9 (+ 15.8). Bedeckung 36.23«/^ ( + 0.01), davon in Gold 34.91^ (4- 0.08). Es-komptezinsfuß 7'/», Darlehenszinsfuß 9%- Obst« und Weittausstellung in Beograd. Der Jugoslawische Obst- und Weinbauverband ver-anstaltet vom 7. bis 15. Oktober in Beograd eine große Obst-, Trauben- und Weinausstellung, die auch die Wein- und Obstbauer in unserer Banschaft interessieren dürfte. Ausstellungsbedingungen und sonstige Einzelheiten sind beim Ausstellungsausschuß in Beograd, Postfach 646, zu erfahren. Pflaumenpreise. Nach Mitteilungen des Erportfördeiungsinstitutes bewegt sich in Wien der Preis für jugoslawische Pflaumen zwischen 28 und und 30 Groschen (2.41 bis 2 58 Dinar pro Kilo. Einige Partien erzielten sogar einen Preis von 32 Groschen (2.75 Dinar. Pflaumen minderer Qualität werden zu 25 Groschen 2.15 Dinar) gehandelt. In Prag konnten mehrere Partien jugoslawischer Pflaumen zu 140 Kronen (305 Dinar) pro 100 kg abgesetzt werden. Schrifttum Koralle. Bilderzeitung für Cultur und Sport. Natur und R«is«n, H«imat und Ferne. Ull't«in - Verlag, Berlin. — In den Heften 9 di« tt berührt « wiederum recht anqe-nehm, daß wenig von Politik und Tag«»neuigteiten, aber um so mehr von Ad«nt«uerlust und Reisefreude, von Natur und deutscher Heimat, von Sport und wirtlichem Leben di« Red« ist. Wir lernen den ältesten deutschen Handwerkerstand kennen, di« Schwcrtf«g«r, „»«Ich« Hänim«r«r waren und Schmiede in allem Erz- und Eisenwerk«" und b«wund«rn di« vielen märchenhaften Bilder von San»-souci mit s«m«n Wasserkünsten, die Friedrich der Grotze zwar erdacht, aber nie gesehen hat. Wir lernen die „Grenzen der Hundrdressur" k«nn«n und jung« Mütt«r erfahren mit Staunen, dah kleine Rindet nicht immer blos) au« Unlust schreien, sondern großen, teils nur deshalb, „weil man einmal Ang«sang«nes gern wiederholt, und weil man seine ganze Äroft und Seele in« Gebrüll legen kann". Mit Spannung kiest man die Tier-geschichte „Duell mit Adlern" von Ch. Roberts, der sesselnd« Bilder au« dem Film „Am Horst der wilden Adler" von Walter Hege belgegeben sind. Wir hören di« Stimme «in«« Arzte«' „Rkkord« sind nicht« für Frauen!", l«rn«n mit ländlichen Ti«ren, wi« Bullen, Hund«», m Klublotale der „Grünen Wiese" stausindet. Jede« Mitglied, sei eS ordentliche« oder unterstützende«, nehme et zur Mich:, pünktlich ju erschein«». — Der Ausschuß. 33« Maribor: Athletik S. K. Sonntag den f. September gaiturt der Meister de» Traubanaltö Stell Maribor wieder in (ielje und »war diesmal gegen Athletik S. ff. Der Meister hat seinen guten Ruf und seine «pitzeiiileltung bereit» gegen Juac>slar>i>a unter Beweis g«,Mc und wir erwarten auch am Eonntag von rhm eine gleiche Leistung. — Die Athletiker werden wohl «in ganz anderes Spiel zeigen müssen als am vergangenen Sonntag, um ein eimgermafcen ehrenvolles R« niltat zu erzielen. Das Spiel findet am Sportplad Fetsen> kell er mit Spielbeginn t0 Uhr 30 Bormittag statt. seltenheitshalber in der Offuin stehen, und Kessel aus allen Zeitläuften, die metne Phantasie an eine Herenküche glauben ließen, an Hausspul und Ko- boldskräfte--— richtig trottete es schon eine Hosftieae herauf, Tiere, sieben Nein« Tiere, aber nicht Meerkatzen waren es, sondern kleine, niedliche Jagdhunde, adelige« Blut, die Lieblinge des Herrn Apothekers, der mir gestand, daß er nur als Nebenbeschäftigung Pillen drehe, denn im Haupt-beruf sei er Jäger (was mir auch ohneweiters glaubhaft schien. Denn im ganzen Hause, überall, hängen wändehin Krikeln und Geweihe). Treppauf, treppab ging es nun in enorm schweigsame Räume mit Tiegeln und Geheimnissen und wunderbarster Aufregung voll, und als ich treppauf sah, kam mir das Gruseln. So schaurig war die Geschichte, die ich zu hören bekam. Es sei da durch Zufall ein Raum entdeckt worden, Fenster hätte er keinen ge-habt, ein Loch hätte man brechen müssen durch die Wand; zwei Menschengerippe habe man gefunden darinnen und Hühnerknochen, Reste ihrer letzten Mahlzeit, die man ihnen voll Grausamkeit noch mitgegeben, damit der Tod nicht allzubald in diese Mauernische einzöge, damit die Qualen dieser beiden noch möglichst lange währten ... Die Haare stiegen mir zu Berge und ich fragte mich, ob wohl früher auch friedliches Gras gewachsen habe in den Gaffen.--- Seit« 6 Deutsche Zeitung Nummer 75 Interessantes Allerlei Maschinen verhaften Einbrecher Als kürzlich ein neuer Berliner Stadtbahnhof er-öffnet wurde, gab es eine technische tteberraschung zu be-wundern. Da war eine, wie es schien, nicht in Betrieb befindlich« Rolltreppe. Näherte man sich aber der Treppe, so setzte sie sich plötzlich in Be-w«gung, ohne daß sichtbarerweije ein Kontakt b«> rührt wurde. Das technische Wunder vollzog sich mit Hilfe einer photoelektrischen Zelle, eines söge-nannten „elektrischen Auges". Der Schöpfer des Prinzips dieser Wunderzelle ist der deutsche Physiker Heinrich Herz. Das Wunder-ding sieht wie eine keine Radioröhre aus. Im Mittel-punkt der Zelle findet man einen Platin- oder Nickelring, der von einer Schicht lichtempfindlichen Metalls umkleidet wird. Schaltet man eine solche Röhre in den elektrischen Stromkreis ein, so erhält man in Gestalt des inneren Ringes eine positive, durch den Belag aber eine negative Elektrode, und der Raum zwischen diesen beiden verhindert, daß sich der Stromkreis schließt. Trifft ein Lichtstrahl auf die Zelle, so schleudert der Belast negative Elektrizität von sich, die über den Zwischenraum dinwegschießt und schließlich eine Brücke von Elektronen vildet. Je nachdem, ob es von Licht Schatten ge-troffen wird, vermag das elektrische Auge Strom-kreise zu schließen oder zu unterbrechen. Besonders in der Technik der USA hat diese kleine Zelle eine sehr verbreitete Anwendung ge-funden. Großenteils wird sie dort als „Sicherheit?-ventil", als Grenzlinie für Gefahrenzonen und als ähnliche Sicherheitsfaktoren verwendet. In einer New Porker Großbank ist eine beinahe phantastische Sicherüngsanlage vermittels dieser Röhren geschaffen worden. Kommt ein Unberufener in den Tresor-räum, fo^bewirkt die Aktivierte Zelle, daß Sirenen heulen, Blitzlichter aufflammen und den Eindringling photograpbieren und „Roboter" - künstliche Menschen -sich auf ihn Stürzen und ihn festhalten. — Namhafte Gelehrte glauben sogar, es werde in Zukunft gelingen, mittels dieser Zelle das Sonn» licht in elektrisch« Energie umzuwandeln. Kelten. Slawen. Germanen find Bruderstämme und gehörten ursprünglich alle drei der nordischen Rasse an. Sie waren alle drei blauäugig und hatten blonde Haare. Ihre Urheimat ist Nordeuropa. Die Kelten zogen zuerst von ihrem Stammsitz fortkamen ins heutige Spanien, Italien, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz und England und mischten sich hier mit den dunklen Rassen, die bereits dort saßen. Die Slawen zogen dem Osten zu und wurden von den Mongolen deren gewaltige Flut nach Westen drängte. ar kleine Trupps von Mongolen konnten deshalb bis zu Elbe vordringen. Die Germanen blieben ihrer Urheimat am nächsten und erhielten deshalb ihre Rassenmerkmale am meisten. Wo auch sie sich allerdings zu weit nach Süden wagten, wie die Goten und Burgunder, gingen auch sie in anderen Rassen unter. Kosmetik vor 5000 Jahren Die alten Aegypter besaßen eine Schminkfabri-kation und Technik von außergewöhnlicher Vielseitig-fett. Schwarze Schminke, die in der Hauptsache aus Kohle hergestellt war, diente zum Färben der Augenlider und Augenbrauen. Die Augenränder wurden mit einem Grün bemalt, welches aus Grün-span und Harz bestand. Zum Schminken der Finger-nägel diente ein Orangerot, welches aus der Henna-pflanze bereitet wurde, die auch in der heutigen Kosmetik viel verwendet wird. Di« höchste Aus-bildung erreichte die Kunst des Schminken« bei den Römern. Ganz raffinierte Damen verwendeten teure Schmink« aus Asche von Dattelkernen, Narde oder gebrannten Rosenblättern. Das Haar wurde mit Henna oder einer S«ife, die man von den Ger-manen bezog, blond gefäibt. In den Zeiten des höchsten Lurus puderte man es mit Goldstaub. Auch Enthaarungsmittel waren schon damals bekannt, und zwar verwendete man ein Präparat aus Schwefel und Arsen. Neutrale Zonen zwischen Ameisenkolonien Ein englischer Naturforscher verfolgt« während mehrerer Jahre die Schicksale einiger großer Kolonien der roten Waldameise, die sich in einem Gehölz in engster Nachbarschaft beieinander befanden. Er konnte feststellen, daß jede Kolonie ein gan, bestimmtes Jagdgebiet innehatte, das von Angehöngen anderer Kolonien strengstens gemieden wurde. In diese Jagdreviere führten von den Nestern aus lange, oftmals w«itverzwtigte Wege. Häufig liefen die Anmarschstraßen zweier Kolonien eng nebeneinander her. Der Raum zwischen ihnen galt jedoch als eine Art Niemandsland, das von keiner Ameise betreten wurde. Solche neutralen Zonen fanden sich auch zwischen zwei Nestern, die einander besonders be-nachbart waren. Nur in Zeiten ausßergewöhnlichen 'Nahrungsmangels wurden diese „ungeschriebenen Gesetze" durchbrochen, und es kam zwischen den ein-zelnen Völkern zu Zusammenstößen. Dte Freunde „Schmidt und Kemper hatten gestern einen fürchterlichen Streit!" „So? Und ich dachte immer, die wären un-zertrennlich!" „Da hast du nicht ganz unrecht... es waren sechs Personen nötig, um sie zu trennen!" Was nun besichtigen?, dachte ich mir und u>g das Liedchen „Ptuj im Mondschein" zu Rate. Was hat es denn bloß mit dem „Judennazl" für eine Bewandtnis? Ob es sich lohnte dorthin zu gehen, sah ich fragend zum Mond empor. Freund-lich lächelte er mir zu und mir war es, als ob er nickte. Das waren wohl echte Poetovionenser, die ich dort zu Gesicht bekam. Gesungen wurde, wie damals, als Großvater Mond sein feinhörig Ohr spitzte und mit einfiel: „Ja, well ma Mondscheinbrüader sein..Und Zither wurde gespielt und Gitarre — und Wein getrunken, ja, das war wohl das Wichtigste! Jugend und beschauliches Alter, be-mooste Burschen und Philister mit Philisterzielen und Philisteridealen, Frau Wirtin und ihr Töchter-lein, Doktoren und Handwerker, alle waren sie einig, fröhlich, verbrüdert beim Wein. Ein gemüt-liches Bild war das, ein erquickendes Bild. Zwei behäbige Herren, die ihren Reichtum nicht wie großstädtische Protzen mit Brillantnadeln und teuren Ringen zur Schau tragen, führten ein Gespräch, von dem ich eine Kleinigkeit auffing: „Joh, Joh! Die Kollos ist bohl schen, bira Kirchn! Kommen S' doch amol mit mir in mein' Beingarten!" Mit der Frage: „Habt's aber a an Gueten!" nahm der andere die Einladung an. „Ban i Ihna einlod, birta bohl guet sein! Prost!" — Und also tranken alle mit und ließen sich die Gläser von neuem füllen... Die Wirtin vom Gasthas „Pesserl" ist nicht gut zu sprechen aus den Mond. Hätte der nicht auch ihren verträumten, von Weinlaub dicht umsponnenen Garten aufsuchen können auf seiner Wanderung, die im genannten Liede festgehalten ist? Ist's denn nicht auch bei ihr schön? Im Freien, in der Weinlaube draußen? Wo's kühl und lustig ist am Abend und wundervoll schattig am Tage? Ich hab' ihr Recht gegeben, der Frau Wirtin. Auch bei ihr war's schön, wenn auch ruh-iger als beim „Judennazl"... Gern wär' ich noch geblieben und hätte die Welt und olles Hasten und Plagen vergessen in diesem gott- und weingesegneten Erdenwinkel, aber auch ich mußte mich zurückgehen — zwar nicht auf eine Wolkenbank wie mein Freund, der Mond, aber auf die unruhige Bank eines Eisenbahn-wagens, der mich weit, weit fort führte... Wenn aber so helle Nächte sind wie heut', dann fliegen meine Gedanken neben dem Monde her und gehen alle Wege wieder, die ich ging und die er jetzt beleuchtet, und ich weiß, daß ich wieder in das Städtchen kommen werde, wo Gras über» Pflaster hinwächst und wo man Frieden und Ruhe vom Hasten der Weltstädte finden kann. So einfach l*> die Persil-Wäsche rPersil kalt auflösen, die Wäsche '/« Stunde kochen und dann gut warm und kalt schwemmen. Persil wäscht bkilenweiB und schont Ihr kostbares Waschgut Medizinisches Erkrankte Mandeln Schlachtfeld der Batterien . . . Bon Tr. G. Adel Wir erinnern uns noch gut der Zeit, daß man einfach lästige Mandeln, die sich häufig entzündeten oder durch Schwellung unangenehm auffielen, ope-rieren lieh, man war entzückt über diesen einfachen, unkomplizierten Eingriff. Aber dann sah man ein, dah die Beseitigung der Mandeln keineswegs gleichbedeutend mit Heilung war — Kranke, denen die Mandeln entfernt wurden, neigten auffallend häufiger als früher zu Entzündungen der oberen Luftwege. Heute wissen wir, daß die Mandeln kein überflüssiges Organ darstellen, das einfach heraus^ Genommen werden darf. Ja. wir sind zu der leberzeugung gekommen, daß die Mandeln eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben — sie sind die beiden Torwächter an der Eintrittsöffnung der Luft und der Bakterien! Eine Reizung der Man-dein deutet darauf hin, daß irgend etwas mit unserem Körper nicht in Ordnung ist. Man hat jid) das ungefähr folgendermaßen vorzustellen: Die beiden Mandeln rechts und links des Rachens fangen alle Bakterien ab, die auf dem Luftwege in unseren Körper einzudringen wünschen. gingen sie ab und töten sie. Der Einfall der akterien aber kann so heftig sein, daß die Arbeit den Ätandeln zuviel wird, daß sie erkranken. Be-sonders besteht diese Gefahr bei den von Natur aus „zerklüfteten" Mandeln, deren Fallen und Ausbuchtungen den Fremdkörpern ein Hängenbleiben «stattet. Es kommt nun vor allem darauf an, die andeln gesund zu machen. Ein Bielefelder Arzt, Dr. Röder, erfand eine erfolgreiche Methode, die darin besteht, daß mit einem einfachen Apparat die Mandeln abgeiaugt, gereinigt werden. Durch dies Verfahren wird der entzündliche Inhalt der Mandeln entfernt und die Erkrankung geht zurück. In den meisten Fällen läßt sich — besonders schnell bei akuten Fällen — ein durchgreifender Erfolg nach kurzer Behandlung er-zielen und die Funktionsfähigkeit der Mandeln ist wieder hergestellt. Ein natürliches Absaugen aber erreicht man, wenn man morgens auf nüchternen Magen eine altbackene Semmel ißt und ein- bis dreimal täglich mit Zitronenwasser gurgelt. Drucksachen für Handel, Industrie n. Gewerbe üefurt prompt Vereinsbacbdrockerei „Celeja" Nummer 75 Deutsche Zeitung Seite 7 „ Das Haus an der Heerstraße Eine düstere Geschichte aus vergangenen Tagen von Anna Wambrechtsamer 1* Als der junge Sonnenschein des nächsten Morgens über die grünen Hänge von Almwach glitt, begannen die Steinbrecher an den Felsen ihr Werk. Mit schweren Meißeln und Hämmern gruben sie kleine Stollen in den krummen Felsrücken und schütteten Pulver hinein. Ehrenwald kletterte im Gestein herum und gab die Stellen an, wo die Minen gelegt werden sollten. Wenn es ihm einmal da oder dort zu langsam ging, nahm er selbst den wuchtigen Hammer zur Hand und schlug damit auf den bestaubten Meißel, daß die Steinsplitter nur so stoben. Dabei behielt er seine Leute im Auge und achtete darauf, daß sich .alle rechtzeitig von der Mine entfernten sobald die Zündschnur glimmte. Eben wurde an der tief ins Gestein einschnei-denden Felsenspalte der letzte Stollen gegraben. Da entstand unter den Arbeitern ein Geschrei und einer rief herüber: „Herr, da liegt.ein Toten-(opf unter den Steinen!" „Was nicht noch, du Narr! Wird halt ein Stein sein, der so ähnlich ausschaut", wollte Ehren-wald beruhigen, doch kletterte er trotzdem hastig über die abgesprengten Steinstücke und stieg auf den Grund der Spalte hinunter. Dabei übersah er die Mine, an deren Zünd-schnür sich die Glut schon ein gutes Stück weit sortgefressen hatte. Vor seiner Füßen lag ein gebleichter mensch-licher Schädel. Da wurden seine Augen starr, das Entsetzen sprang ihm in den Nacken und ein dlei-schweres Grauen lahmte seine Glieder. Ihm war als senkten sich Bergeslasten aus ihn und seine Sinne schwanden, und schwer aufschlagend fiel er hintenüber. Gleichzeitig krachte oberhalb der Sprengschuh. Wie ein Hagelschauer prasselten die losgelösten Steine auf den Felsen nieder. Als sich der Pulver-dampf verzog, hoben zwei Männer den reglosen, blutüberströmten Ehrenwald auf und trugen ihn nach seinem Hause. Der jähe Schrecken hatte seine Kraft gebrochen, er war vom Schlage getroffen worden.' * Dem Funde in den Felsen legten die Behörden kein sonderliches Gewicht bei. Denn es lag am Tage, daß es sich da nur um ein Verbrechen han-deln konnte, dessen Täter längst vor einen anderen Richter gefordert sein muhten. Denn die Knochen waren gebleicht und teilweise schon verwittert. So wurden die traurigen Ueberbleibsel der-einst verschollener Menschen stillschweigend der Erde übergeben und die Sache war damit für die Obrigkeit erledigt. Nicht so rasch abgetan war sie aber für die Almwacher. Die schwatzten allerorten und allerwegen davon und brachten mit ihren Vermutungen das ungereimteste Zeug zusammen. Die einen meinten, das; der Teufel die Hand im Spiele hätte, während andre schwuren, daß die Felsen an der Halde von jeher eine Herenburg gewesen seien und daß die bösen Geister den Ehrenwald verzaubert hätten. Besonders die alten Weiber, die mit Hühnern und Eiern von Dorf zu Dorf und von Gehöft zu Ge> höft handelten, wußten hierüber Manches unter die Leute zu bringen. Nur der Schmied, dessen Anwesen unwett von den Felsen lag, wußte etwas andres zu erzählen. Sein Vater habe von Jahren davon gespro-chen, nun ruhte er auch schon längst auf dem Kirchhofe, wie er als junger Bursch einmal in einer Mondnacht zwei Männer vom Haus an der Heerstraße, das damals noch ein Wirtshaus war, habe über die Wiese herunterkommen sehen, von denen einer einen Toten auf der Schulter und der andre ein Gewehr in der Hand getragen habe. Daraufhin fanden sich auch wieder andre, die auch Verschiedenes gesehen haben wollten, doch wie es eigentlich gewesen sei und was geschehen war, brachten sie bei all ihrem Gerede und Gemunkel nicht heraus. Bald wiegten auf dem Hügel, der die Gebeine deckie, hohe Gräser ihre flüsternden Rispen, die Stätte sank ein und verlor sich auch im Gedächt-nisse der Menschen. Durch Ehrenwalds Haus schliechen einförmig die trüben Tage. Der Mann lag stumm und teilnahmslos auf dem Krankenlager. Frau Maria wich nicht von seiner Seite und Kajetan sah in der Wirtschaft nach dem Rechten. Bei all den Sorgen und der Trauer wäre die kleine Berta ganz verlassen ge-wesen, wenn sich nicht Janko den ganzen Tag bei ihr aufgehalten hätte. Er sorgte dafür, daß sie und Karl in der Nähe des Hauses keinen Lärm machten damit der Kranke nicht beunruhigt werde und suchte immer auf ruhige Alt zu beschäftigen. In der dritten Woche von Ehrenwalds Krank-heit mußte Kajetan den tiefen Ziehbrunnen nächst der Harpfe richten lassen. Der schwere hölzerne Deckel wurde aufgehoben und alle auf dem Hofe befindlichen Leitern zusammengebunden und in den Brunnenschacht hinabgelassen, auf des Grunde das Wasser stand. Die Kinder spielten unweit vom Brunnen unter der Harpfe. Berta brach ein Rößlein, das sich zwischen den Latten des Gartenzaunes hervordrängte und reichte es dem großen Nachbarsjungen. „Schau, Janko, das schenk' ich dir jetzt". Karl wurde rot bis über die Ohren, packte Bertas Ball und warf ihn in den Brunnen. „Wart' Lausbub!" schrie Janko und sprang auf. Bertas Augen füllten sich mit Tränen. Doch Janko wußte gleich Rat. Laß nur", tröstete er sie. „Der Ball schwimmt ja auf dem Wasser. Ich hol' ihn dir herauf". Damit schwang er sich auch schon über den Brunnenrand und glitt behende die Leiter hin-unter. Kaum war er aber verschwunden, so wälzte Karl keuchend von Anstrengung, den nebenan leb-nenden Brunnendeckel heran und schob ihn auf die Oeffnung. Berta schrie laut auf und wollte ihm wehren. Aber Karl umkreiste in tollen Sprüngen den Brunnen und ließ sie nicht nahekommen. Da lief sie zum Kajetan in den Kuhstall. Alsbald rückte der Knecht fluchend und schel« tend an und Karl suchte in eiligem Laufe das Weite. Der Allknecht hob den Deckel ab und stellte ihn bei Seite. Gleich darauf flog der Ball aus dem Brunnen und Janko kletterte heraus. Als die zweite Mahd kam, brauchte der Nach-bar Michel seinen großen Buben aus der Wiese. So mußte Berta allem im Hofe bleiben. Erst wußte sie nicht recht, was sie ohne Spielkameraden anfangen sollte. Bald aber kam sie auf den Ge-danken, die nach ihrer Meinung unendlichen und gewiß alle Merkwürdigkeiten der Welt enthaltenden Räume und Schlupfwinkel des väterlichen Gehöftes durchzustöbern. Dabei wollte sie mit einer näheren Besichtigung der Haustiere und ihrer Gewohnheiten beginnen. Die Hühner, die ihr zuerst unterkamen, waren freilich nichts Neues mehr. Die kannte sie schon lange. Da war einmal der große Haushahn mit den schimmernden Flügeln und den bunten, stolz geschwungenen Schwanzfedern. Den mochte Berta nicht recht leiden, weil er gar so eingebildet tat, als ob der ganze Hof ihm gehörte. Wenn er auf einem Zaunpfosten stand, mit den Flügeln schlug und krähte, kam er ihr immer vor wie der Postillion, mit der roten Nase, wenn er in sein Horn blies. Das Gesetz über die Organisation des Feuerwehrwesens (Kundgemacht in den „Sluibene Novine" von 26. Zuli 1933» Wir setzen mit dieser Nummer die Ver-öffenilichung der Bestimmungen des neuen Feuerwehrgesetzes fort. Die Schriftleiiung. tz IS. Die ausübenden Mitglieder haben das aktive und passive Wahlrecht, die unterstützenden und Ehrenmitglieder ein beratendes Stimmrecht. Unterstützende Mitglieder können in den Ver-waltungsausschuß nur für den Administrativdienst gewählt werden. Ausübende Mitglieder können die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung verlangen, müssen aber die Gründe hiefür angeben. Ein solches Verlangen hat mindestens die Hälfte der ausüben-den Mitglieder zu unterschreiben. $ 16. Die Mitgliedschaft hört auf: 1. durch Austritt und 2. durch Ausschließung. Ein Mitglied tritt aus der Feuerwehr durch eine schriftliche An-zeige an den Verwaltungsausschuß. Der Verwal-tungsausschuß schließt Mitglieder aus: a) wenn sie sich gegen gesetzliche, Verbands- und sonstig« Vor-schuften. die sich auf das Feuerwehrwesen beziehen, schwer versündigen; b) wenn sie gegen die Interessen der Feuerwehr arbeiten und ihrem Ansehen schaden; t) wenn sie gegen die Staatsinteressen arbeiten. Das ausgeschlossene Mitglied kann binnen 14 Tagen im Wege des Verwaltungsausschusses die Beschwerde an die Hauptversammlung einbringen. Wenn das ausgeschlossene Mitglied diese Beschwerde in der angegebenen Frist nicht an den Verwaltung?-ausschuß einbringt, wird es mit dem Tage des Ausschließungsbeschlusses als ausgeschlossen betrach-tet. Im anderen Falle bleibt es Mitglied der Feuer-wehr bis zur Erledigung der Beschwerde durch die Hauptversammlung. Während dieser Zeit hat ein solches Mitglied weder Rechte noch Pflichten gegen-über der Feuerwehr. Wenn die Hauptversammlung der Beschwerde stattgibt, erhält das Mitglied alle seine Rechte wieder zurück. § 17. Eine freiwillige Feuerwehr leiten: die Hauptversammlung, der Verwaltungsausschuß, das Kommando und der Aufsichtsrat. $ 18. Die Hauptversammlungen sind ordent-liche und außerordentliche. Die ordentlichen Haupt-Versammlungen werden jedes Jahr im Jänner und die außerordentlichen auf Beschluß des Verwaltung?-rates, auf schriftliches Verlangen des Aufsichtsrates abgehalten, bzw. wenn dies unter- Angabe der Gründe die Hälfte der ausübenden Mitglieder ver-langt. Eine außerordentliche Hauptversammlung ist binnen 14 Tagen, gerechnet von dem Tage, an dem das Verlangen gestellt wurde, abzuhalten. Die Hauptversammlungen werden mittels schrift-licher Einladung an die Mitglieder der Feuerwehr einberufen. Diese Einladung ist 8 bis 14 Toge vor Abhaltung der Versammlung mit Angabe der Ta-gesordnung zuzustellen. Die Hauptversammlung faßt Beschlüsse, wenn die Hälfte der ausübenden Mitglieder unter Ein-rechnung der Mitglieder des Verwaltungsausschusses und des Verwaltungsrates anwesend ist. Zu einem Beschluß über die Auflösung der Feuerwehr ist es notwendig, daß der Versammlung außer den Mit-gliedern "des Verwaltungsausschusses und des Auf-sichtsnites zwei Drittel der ausübenden Mitglieder beiwohnen. Wenn nicht die genügende Anzahl von Abgliedern vorhanden ist, wird eine zweite Haupt-Versammlung mit derselben Tagesordnung an dem gleichen Orte eine Stunde später abgehalten. Diese Versammlung erbringt Beschlüsse ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder. Alle Beschlüsse werden mit absoluter Mehrheit erbracht. Falls die Stimmen geteilt sind, wird jener Antrag als angenommen angesehen, für den der Vorsitzende gestimmt hat. 8 19. Die Hauptversammlung der Feuerwehr wählt den Verrvalwngsausschuß und den Aufsichts-rat, verhandelt den Bericht des Verwaltungsaus-schusses über die Tätigkeit im vergangenen Jahre und nimmt den Bericht des Aufsichtsrates zur Kenntnis, stellt auf Antrag des Kommandos den Feuerwehrleuten schriftliche Anerkennungsschreiben aus, nimmt den Voranschlag des kommenden Jahr an. entscheidet über die Verwendung des Vereins-Vermögens, ernennt auf Antrag des Verwaltung?-ausschusses Ehrenmitglieder, entscheidet über die An-träge des Verwaltungsausschusses, entscheidet über Anträge der Mitglieder, wenn diese drei Tage vor Abhattung der Hauptversammlung dem Verwaltung?-ausschusse schriftlich unterbreitet wurden, wählt ;wei Vertreter für die Gauversammlung, entscheidet über die Beschwerden ausgeschlossener Mitglieder und entscheidet über die Auflösung der Feuerwehr nach Zustimmung des betreffenden Feuerwehrgaues. Die Wahl der Mitglieder für den Verwaltung? ausschuß und den Aufsichtsrat wird durch geheime Abstimmung durchgeführt. Jener ist als gewählt zu betrachten, der die meisten Stimmen erhielt. Wenn (seilt 8 Deutsche Zeitung Nummer 75 die Stimmen geteilt sind, entscheidet das Los. Die Wahl kann auch durch Zuruf stattfinden. Die Vnhandlungsjchnft (Protokoll) der Haupt-Versammlung unterzeichnet der Präsident und der Sekretär, der das Hauptversammlungsprotokoll führt sowie zwei von der Hauptversammlung be-stimmte Beglaubiger. § 20. Der Verwaltungsrat besteht aus den Präsidenten, aus allen Mitgliedern des Komman-dos, dem Sekretär, dem Kassier, aus einem Ver-treter des Heeres und der Marine (wenn im Sitze der Freiwilligen Feuerwehr Militär vorhanden ist), aus dem Vertreter der Verwaltungsbehörde (wenn die Feuerwehr im Sitze eines Bezirkes oder einer Bezirksupositur ist) und aus dem Vertreter der Gemeinde. K 21. Die Mitglieder des Verwaltungsaus-schusses wählt die Hauptversammlung auf drei Jahre aus den Reihen der Feuerwehrleute unter den ausübenden Mitgliedern, wobei der Präsident, der Sekretär und der Kassier auch aus den unter-stützenden Mitgliedern genommen werden können. Nach Bedarf kann der Verwalwngsausschutz für den SekrSter und den Kassier auch Stellver-treter bestellen. Eine frei gewordene Ausschutzstelle besetzt der Verwaltungsausschuß bis zur nächsten Hauptver-sammlung. Der Verwaltungsausschutz tritt je nach Bedarf zusammen, wenigstens aber einmal in zwei Mo> naten. § 22. Der Verwaltungsausschuß leitet die Ge-jchäfte, verwaltet das Vermögen des Vereines; entscheidet über alle Auszahlungen sowie über die Einzahlung und die Abschreibung der Mitglieder-beitrage; stellt die Tagesordnung für die Haupt-Versammlung fest, unterbreitet der Hauptversammlung seine eigenen und die Anträge der einzelnen Mit-glieder; legt der Hauptversammlung den Jahres-bericht über die Täiigkeit im vergangenen Jahre vor; führt die Beschlüsse der Hauptversammlung durch: entscheidet über den Bericht des Aufsicht?-rotes; nimmt Mitglieder auf und schließt sie aus; erteilt schriftliche Belobungen und Rügen an die ausübenden Mitglieder auf Antrag des Komman-dos; entscheidet, daß anstelle eines unfähigen Feuerwehroffiziers ein anderer befähigterer Feuer-mehrmann gestellt wird und bestimmt die Zeit für die Abhaltung aller Feuerwehrveranstaltungen. Der Verwaltungsausjchuß erbringt Beschlüsse, wenn der Vorsitzende und wenigstens die Hälsie der Ausschußmitglieder anwesend ist. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gesaßt. Sind die Stimmen geteilt, so gilt als angenommen jener Antrag, für den der Präsident gestimmt hat. Wahlen werden durch geheime Wahl mit Stimmzettel vorgenommen. Als gewählt gilt jener, der die meisten Stimmen erhält. Sind die Stimmen geteilt, so entscheidet das Los. Die Verhandlungsschrift (Protokoll) der Siz-zung unterfertigen der Vorsitzende, der Sekräler und zwei Beglaubiger. lZortsevung folgt.l Buntes Leben Im Orient-Elpreßzug auf der Strecke Budapest-Varasdin werden die Reisenden neuerdings wieder von der gsheimnisvollen „Geisterhand" beunruhigt, die vor einiger Zeit schon in österreichischen Eisen-bahnen ihr Unwesen trieb. Auch der englische Groß-industrielle Buckley sah in seinem Schlafabteil kurz nach Mitternacht die geheimnisvolle Hand am Fenster erscheinen und verschwinden; er mußte feststellen, daß sie, die Geisterhand, seine Brieftasche mit etwa 19.000 Schilling geraubt hatte. Zunge Ehe „Ach, Fritz, warum hast du die Küchentür aufgelassen? Jetzt hat der Wind mein Kochbuch zugeschlagen, und ich habe keine Ahnung, was ich zu kochen angefangen hatte". * Besorgt Gattin: „Werner, ich fahre ein wenig aus. Der Chauffeur kann Hierbleiben, ich steuere selbst". Gatte: „Kind, tu mir den einzigen Gefallen und fahre in etwas Billiges". Die Gastwirtschaft „Vereinstiaus" in Ptuj gelangt mit 1. November 1933 zur Neuverpachtung. Bewerber woilen ihre Anbote bis längstens 30. IX. 1933 an die Vereinsleitung zu Handen des Herrn Dr. Sixtus Fichtenau, Advokat in Ptuj, richten. zwei-Mi- „Rekord"-Oefen sind die langersehnte Ldsung für ökonomische und hygienische Heizung mit der billigen heimischen Kohle ! Glänzend begutachtet ! Fabrikat der „ZEPH IR"-Ofenfabriks-A.-G. Subotica Einzige Fabriksvertretung: Eisengrosshandlung D. Rakusch, celje Verlanget Gratis - Prospekte! Möbl. Zimmer wird sehr preiswert an eine Dame vermietet. Tav«'arjeva ulica 2, Ecke Ocegoröiieva. 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Lebensjahre selig im Herrn entschlafen Das Leichenbegängnis des teuren Dahinge-schienenen findet am Sonntag, dem 1 7. September %5 Uhr nachm. vom Trauerhause aus (Gledaliska ulica 3) nach dem Umgebungsfriedhose statt. Die heilige Seelenmesse wird am Montag, dem 18. September um % 7 Uhr früh in der Pfarrkirche St. Daniel gelesen werden. Celje, den 15. September 1933. Die trauernden Hinterbliebenen. Statt jeder besonderen Anzeige. nmmiklinik Amerik. Vulkanisier-Anstalt CELJE, Ljubljanska cesta Nr. 10 empfiehlt sich höflichst allen Heiren Autobesittern, Mechanikern und Autolenkern zur fachmännischen und sorgfältigen Ausführung aller in dieses Fach einschlägigen Arbeiten unter Garantie. Preise massig. Um zahlreiche Aufträge bittet RUDOLF JEZERNIK» t'.' 1,/. Danksagung. für die vielen Beweixe der siehe und Anteilnahme, die uns anläßlich des allzufrühen Heimgänge» unseres geliebten, unvergeßlichen Sohnes, bertn. Bruders und Onkels, des Herrn Johann Pugmeister in so reichem Maße zuteil wurden, sind mir außerstand« jedem einzelnen danken zu können und bitten daher, auf diesem Wetje für die oielen schönen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die schriftlichen und mündlichen Beileidskundgebungen, in welchen mir einigermaßen Trost finden und für die außerordentlich zahlreiche ehrende Beteiligung am Ceichenbegängnisse unseren innigsten und tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. Insbesonders allen lieben guten freunden des Verewigten sowie den Herren Offizieren u. Unteroffizieren und der Mannschaft des Inf.-Reg. Nr. zq für den Kondukt, danken wir an dieser Stelle auf das herzlichste. Celje, im September 1955. Die tieftrauernde familie fllois Pugmeister. Iiudtt, verlegn und Herausgeber: Veretntbuchdruckerei „Geltja" in Celje. — Verantwortlich für den Herautgeberund reranNr-o etlicher Schriftleiter - Ir. Srich Petschauer m Selje. FSr die Druckerei verantwortlich: Guido Schidlo in Celje.