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Innig ist unsere Freud« darüber, daß es den wackeren Männern, welche den Plan zu diesem schönen Feste ausgedacht I,aben, so herrlich gelungen ist, den ungezählten Schwierigkeiten zu begegnen, welche einem so groß angelegten Feste in einer kleinen Stadt naturgemäß entgegenstehen! Heil ihnen und Dank! Die erhabene Eigenart und der urdeutsche Gehalt der Kunstwerke Hugo Wolf'S, die Begeisterung in der das ganze deutsche Unterland ans Kampfes-not zu den ewigen Idealen des deutschen Geistes aufblickt, sie stempeln dieses Fest zu einem künstlerischen und nationalen Ereignis allerersten Ranges. Jedem guten Deutschen möge es Herzenssache sein, zu diesem echten deutschen und echt steirischen Feste zu erscheinen, daS in der Geschichte der Stadt Cilli für ewige Zeiten mit goldenen Lettern ver-zeichnet bleiben wird. Heil den Manen nnseres unsterblichen Lands-mannes! Heil dem deutscheu Unterland! Mi. Samstag» 5. Aovemver 1910. Die Pankfrage. Die Verhandlungen, die gegenwärtig zwischen der österreichischen und der ungarischen Regierung und der österreichisch «ungarischen Bank geführt werden, beziehen sich auf die Abänderung jener zwei Artikel des Bankstatutes, die von der Barzahlung handeln. Im Artikel 83 wird die Verpflichtung der Bank, ihre Noten in Gold einzulösen, ausgesprochen, im Artikel 111 aber diese Verpflichtung folgender-maßen suspendiert: „Jnsolange der ZwangskuiS der StaatSnoten nicht aufgehoben ist, sind und bleiben die Statuten der österreichisch-ungarischen Bank betreffend die Ein-lösung ihrer Noten gegen gesetzliches Metallgeld österreichischer oder ungarischer Prägung suspendiert. Hiedurch wird das Recht der Bank, auch in der Zwischenzeit Zahlungen in gesetzlichem Metallgelde zu leisten oder nach ihrem Ermessen Banknoten mit gesetzlichem Metallgelde einzulösen, nicht beirrt. Von dem Zeitpunkte an, mit welchem der ZwangSkurS der StaatSnoten erlischt, können die Bestimmungen des Artikels 83 der Statuten von den Gesetzgebun-gen beider Staatsgebiete in Krast gesetzt werden. Der Bank wird während dieser Zwischenzeit gestattet, ihren Besitz an Wechseln auf auswärtige Plätze und an ausländischen Noten, soweit dieselben in Gold oder in mit Gold gleichwertiger effektiver Nietallwährung zahlbar sind, bis zum Höchstbelrage von sechzig Millionen Kronen in den Bestand ihres Barvorrates einzurechnen. Die Bank kann serner während dieser Zwischenzeit auch auf zwanzig Kronen lautende Banknoten unter den statuten-mäßigen Bedingungen ausgeben." Da es sich nun dnnim handelt, die gegenwärtige bewährte Bankpolitik bis auf weiteres fortzusetzen, anderseits aber die Unterbringung ungarischer Rente im Auslande zu erleichtern, dürste das angestrebte Kompromiß dahingehen, daß einerseits in dem neuen Bankstatut die Bedingungen fixiert ivcrden, unter 35. Jahrgang. welchen die beiden Gesetzgebungen sich hinsichtlich der obligatorischen Aufnahme der Barzahlungen zu ent-schließen haben werden, inzwischen aber die Bank ermächtigt wird, einen größeren Betrag an aus-ländischen Goldwechseln in ihrem Barvorrat ein-rechnen zu dürfen, damit sie die ungarische Regierung bei der Einlösung der GoldzahlungSverpflichtungen, die diese eventuell bei künftigen ungarischen Renten-emissionen dem Auslande gegenüber übernimmt, unterstützen kann. Die deutsch-tschechischen Ausgleich» Verhandlungen in Böhmen. Nach dreitägiger Pause wurden die VerHand-lungen der AuSgleichskommission im böhmischen Landtag Mittwoch fortgesetzt. Die Lage wird aller-dings keineswegs günstig beurteilt, und zwar im inblick auf die plötzliche Frontänderung der tsche-ischen Parteien am Samstag. Die Verhandlungen stehen zwar nicht vor dem Abbruch, doch sind die Schwierigkeiten nach wie vor kaum überwindbar ge-blieben. Die größte Schwierigkeit wird die Zweiteilung deS LandeSauSschusjes bilden, außerdem kommt die Kreiseinteilungsfrage zur Sprache. Der Gesetz-entwurs über den Sprachgebrauch in Böhmen be-gegnet auf deutscher Seite schärfstem Widerspruch. Die Tschechenführer stehen unter dem Einflüsse der Radikalen und es ist gar nicht unmöglich, daß unter dem Drucke der Tschechischradikalen das Aus-gleichswerk in die Brüche geht. Aber auch die Stimmung in der deutschen Bevölkerung ist dem Ausgleiche nicht günstig. Seit der Gesetzentwurf für den Sprachengebrauch bei den autonomen Be-hörden bekannt geworden, gibt es in ganz Deutsch- und denke nichts, als die Oper sobald wie möglich fertig zu machen." (An Faißl, am 18. April.) Mitte Mai siedelte der Künstler nach Schloß Matzen bei Brixlegg über, wiederum als Gast des Baron von Lipperheide. Man hatte ihm dort ein stark verstecktes einsames Jägerhäuschen zur Wohnung an-gewiesen; einige Monate beseligten Schaffens waren dem Meister hier beschicken. Am 9. Juli konnte er seiner Librettistin die Vollendung der Komposition melden. Manche Szenen machten ihm bedeutende Schwierigkeiten, so namentlich der nunmehr so kolossal wirkende Monolog des Tio LukaS und der Schlußchor. Doch ging gelegentlich die Arbeit unserm Künstler auch recht flott von der Hand. So schrieb er zum Beispiel am 1. Mai an Kauffmann, daß ihm bei der Komposition der Oper Einfälle und Ideen in solcher Hülle und Fülle zuströmten, daß er mit dem schriftlichen Fixieren derselben kaum zu folgen im» stände sei. An der Instrumentierung arbeitete er noch bis Ende Dezember. Auch diese Arbeit gtug ihm flott von der Hand und bereitete ihm, wie aus den Briefen an die Freunde zu ersehen ist, mannig-sache Anregungen. Namentlich gilt dies bezüglich des vierten Aktes, der sein besonderer „Liebling" war. Ein Mißtlang in das freudige Schaffen fiel durch die im Oktober 1895 veranstaltete Abrechuung mit Schott, dem Verleger der Wolffchen Liederwerke. In fünf Jahren hatte der Absatz derselben dem Komponisten nur — 86 Mark 35 Pfennige einge^ tragen. ES ist Wolf nicht zu verübeln, daß er da etwa „nervös" wurde und in ziemlich schroffer Weise den Chef der Firma, Dr. Strecker, attakierte: „Um gleich in me ramng nationaler Senate im LaudeSausschusse wieder zurückgezogen habe». Die deutschen Abgeordneten Böhmens haben, seit sie mit dem Volke, bezw. dessen Vertrauensmännern in Fühlung getreten, ihre Stellung wesentlich gestärkt. Sie wissen, was das Volk will und was es nicht will. Aber auch die Tschechen und der Großgrundbesitz ersehen aus den Kund« gedungen der deutschen Wählerschaften, daß das deutsche Volk nicht willens ist, von seinen nationalen Rechten etwas preiszugeben. Heute müssen sich alle an dem Ausgleiche beteiligten Kreise klar sein, daß daS Gesetz über den Sprachengebrauch in seiner vorge-schlagen«» Fassuag nicht verwirklicht werden kann und daß auch in der Frage der Sektionierung des Landesausschusses den Wünschen der Deutschen iu vollem Maße Rechnung getragen werden muß, wenn die provisorische Landesordnung Aussicht aus An-Nahme haben soll. Halten die Tschechen ihre Förde-rungen aufrecht, daß die verschiedene» AnsgleichS-vorlagen nur dann Gesetz werden können, wem» auch die Borlage über den MinoritätSschntz angenommen wird, dann ist jede weitere Verhandlung zwecklos. Der gestrige Tag hat die erwartete Klärung gebracht: In der Protestversammlung der Deutschen' Prag« hat Abg. Wolf offen seine und seiner Partei Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß die lnSheri-ge» Abmachungen, die in den AusgleichSverhandlungen getroffen wurden, unannehmbar feien nnd daß die Deulschradikale» es satt halle», unter den bestehende» Verbältnissen weiter ?u;uwarten. Da die Tschechen kaum etwas werden von einer Abänderung des Entwurfes über den Svrachenge-brauch wissen wollen, stehen wir vordem Abbruch der Ausgleichsverhandlnngen. Bewilligung iirs Tarif Zuschlages der Südtiahn. Vorgestern ha! im Eisenbahnministerium eine neuerliche Beratung in der Frage der Verlängerung des siebenprozentigen Tariszuschlagcs der Südbahn stattgefunden, in der eine wesentliche Annäherung ersolgt ist. so daß die Genehmigung der Verlänge-rung des Tarifzuschlages bis zum Jahre 1917 mit ziemlicher Gewißheit für die nächsten Tage erwartet sagen, daß meine Erwartungen hinsichtlich des Resultates unsrer Abrechnung 'etwas höher gespannt waren als die Ihrigen. Da ich nicht, gleich Ihnen, in der glücklichen Lage bin, Kapitalist zu sein, um dem weiteren Verlaus des Vertriebes mit jenem be-neidenswerten Gleichmut zusehen zu können, der sich um „Kleinigkeiten" nicht zu kümmern braucht, finde ich mich genötigt, unsre Verbindungen zu lösen und anderswo mein Heil zu suchen." Die Wolsscheu Werke gingen an die Firma K. Ferdinand Heckel in Mannheim über. Am 17. Dezember „gegen Mitternacht", wie es in einem Briese an Kanffmann heißt, wurde die Partitur vollenoet. Als Ort der Aufführung war zunächst Wien in Aussicht genommen worden. Allein hier sowohl wie in Prag kam es zunächst zu keinem praktischen Resultat; da nahm sich Grohe in Manu-heim der Sache an. Kapellmeister Hugo Röhr stellte Wols im Namen der Mannheimer Intendanz An-träge, die diesem zwar nicht glänzend aber immer-hin annehmbar erschienen. Man begann die Stimme auszuschreiben, und der KlavierauSzug kam znm Druck. Die Korrektur der Druckbogen — eine Arbeit. bei der unser Dr. Heinrich Potpeschnigg dem Meister die größten Dienste leistete — war für unsern sensitiven Künstler natürlich eine bittere Nuß, aber es war nur eine gelinde Vorbereitung auf all die Mühen und Leiden, die ihm aus der Aufführung feines „Corregidor" noch erwachsen sollten. Im Frühjahre 1896 machte er sich jedoch vor-übergehend von allen lästigen Theatergeschästen und -arbeiten frei und zog wieder nach feinem lieben PerchtoldSdorf hinaus. Dort hat er „furchtbar viel zu tun", denn plötzlich war wieder der Lyriker in werden kann. Die Regierung war bestrebt, für eine Reihe wichtiger Artikel, insbesondere für LebenSmittel >ie Au'hebuug des Tarifzuschlages durchzusetzen, wa« ihr auch, wie verlautet, gelang. Da nunmehr nur Neiensrageu zu erledigen sind, so dürfte an dem Entschlüsse der Regierung, die Verlängerung deS Tarifzuschlages mit den erwähnten Ausnahmen, zu genehmigen, keine Aenderung eingetreten. In einem Antrage, welchen Abg. Kammam» im niederösterreichischen Landtage einbrachte, wird auf die von der Süsbahn geplante Verlängerung des Tarifzuschlages auf weitere drei Jahre verwiesen. Da der Verkehr an den Linie» der naatlichten Nord-westbahn, Südnorddeutscheu VerbindnngSbah» und StaatSeisenbahngefellschaft wesentlich billiger ist, wer-den die Alpculänder durch die Südbahntarif« zuschlage mit einer jährlichen Mehrleistung von vielen Millionen belastet und dadurch eine willkürliche Verschiedung der Konkur-renzveihällnisse herbeigesührt. Es ist ja geradezu unverantwortlich und unbe-greislich, daß auch jetzl wieder einseitige Koncessionen an die Süddahn ohne gleichzeitige gleichwertige Ge-genkonzessionen gemacht werden und eS ist, wie die Begründung des Antrages ausführt, durchaus nicht einzusehen, warum ausschließlich die Alpenländer für die Verfehlungen der Südbahn und die Versäumnisse der Regierung aufkommen sollten. Dazu kommt noch, daß die Regierung verpflichtet wäre, in dieser Zeit der allgemeinen Teueiung alles zu tun, um eine Verbilligung der Transportmittel herbeizusühren. Es geht nicht an, daß derartige folgenschwere Verfügungen von feiten der Regierung ohne Befragen der beru-fenen Körperschaften, des StaatSeifenbahnrates, der Landesausschüsse, Handelskammern und landwirt-fchaftliche» Vertretungen getroffen werde». Im ReichSrate werden die Abgeordneten der Südbahngebiete sofort nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments eine energische Aktion gegen eine verlängerte EinHebung des Tarifzuschlages unter-nehmen. Politische Rundschau. Inland. Der Streit im sozialdemokratischen Lager. Auf dem 5. Kongreß der tschechischen sozial-demokratischen Gewerkschaften wurde die Wiener so-zialdemokratische Zentralparteileitung wiederum ansS Heftigste angegriffen, dem Parteihäuptling Dr. Adler vorgewogen, daß er in Kopenhagen im Namen der Tschechen gesprochen habe, ohne hiezu berechtigt ihm erwacht: in Kürze entstand nun der zweite Band deS italienischen Liederbuches. Die Mannheimer Aufführung des „Corregidor" war für Ende Mai festgesetzt worden; nachdem d,e Vorproben erledigt waren, kam Wolf auf den Wunsch des Dirigenten Röhr nach Mannheim. Hier kam er nun in ein Milieu, das ihm gar nicht paßte; die Schwierigkeit des Wertes verstimmte die Mit-wirkenden und machte zahllose Proben nötig. Nament-lich mit den Sängern konnte sich Wols gar nicht verständigen. Endlich kam eS am 7. Juni wirklich znr Auf-führung. Der Termin war keineswegs günstig, da wenige Woche später die Ferien begannen und in-solgedessen Wiederholungen des Werks nur sehr be-schränkt möglich waren. Wolf wollte der Premiere anfangs gar nicht beiwohnen, war überhaupt mehr-mal» allen Ernstes gewillt, Mannheim zn verlassen. Nur dem dringlichen Zureden seiner Freunde, daß er seinem Werk ein Opfer bringen müsse, gelang es, den Ungeduldigen zum Ausharren zu vermögen. Dagegeii war er durch nichts zn bewegen, bei der Aufführung den offiziellen Platz in der Intendanten-loge einzunehmen oder auch nur einen Frack anzu-ziehen, um sich nach den Aktschlüssen dem Publikum zu zeigen. Er saß aus der zweiten Gallerie, ganz verstcckt. DaS Werk sand großen Beisall, aber Wolf tat. als kümmerte ihn das alles gar nicht, als sei er ganz allein mit seinem Werk, und nur die Tränen in seinen Auge» kündeten den Verständnis-innigen Freunden die innere Erregung des Künstlers. Dem vereinten Zureden der Freunde gelang es schließlich doch, den Widerstrebenden aus die Bühne zu bringen und so den Ersolg definitiv zu machen. zu sein und den Standpunkt der tschechischen Sepe-ratisten gebilligt. Ebenso wie die Tschechen der Wie-ner Hauptparteileitung diktatorische Gelüste vorwerfen. fo auch die italienischen Sozialdemokraten in Südtirol, die die Haltung der Wiener Führer als „antisozialistisch, antidemokratisch und despotisch' be-zeichnen. Vom windischen Globus. Nach tschechischen und windischen Vorbildern haben auch die Wenden schon halb Europa ihrem Sprachbesitz einverleibt und haben znm Beispiel für Wien, Innsbruck uud Salzburg die Namen Dunaj, Jnomost nnd Solnograd erfunden. Daneben richtet sich ihr Bestreben dahin, uralte, deutsche Bezeich-nuugeu von Städten und Ortschaften, die sloweni-siert worden sind, zu beseitigen, was freilich sehr schwer lst, weil zum Beispiel iu Krain säst alle Städte und Märkte (Adelsberg, Radmannsdors, Krainbnrg, RudolsSwert, Weu/elburg usw) uud viele Dörfer schöne deutsche Namen tragen, deren Entseniung nicht so leicht möglich ist. Einzelne Dorsnamen weisen aus ein hohes Alter hin, zum Beispiel Rappelgschieß und Luttergschieß (Rapvlds und Lothars [ist Lutters) Gesitze), sernerS Gesiedel-dors (entstaitden aus Gesindedors. worauf auch die slowenische Uebersetzuug hindeutet). In ihrem Kampse gegen die deutschen Ortsbezeichnungen, in dessen Ber laus ungehindert von der Regierung die meisten zwei-sprachigen Aufschriftstafeln der krainischeu Dörier entsernt wurden, haben nun die windischen Abgeordneten im krainischen Landtage ausgesordert, alle we-nig gebräuchlichen und veralteten Namen auS den Ortsrepertorieu zu entfernen. Zur Begründung wurde die Behauptung aufgestellt, daß die deutschen Namen von der deutschen (?) Bureaukratie eingesührt worden seien, um d'e Slowenen zu beleidigen. Aus das Verhalten der Regierung zu dieser neuen Hetze ist man sehr gespannt. Ausland. Revolution in Spanien? „Daily Mail" meldet in einem Telegramm von der spanischen Grenze, daß in Katalonien der Ge-neralstreik ausgebrochen sei. Einzelheiten fehlen noch. Ueber den Ursprung der Gerüchte von einer Revo-lutivu in Spanien herrscht noch immer Unklarheit. Man vermutet, daß eine Gruppe von Anhängern FcrrerS, welche seit einiger Zeit in Badajoz und anderen Orten nahe der portugiesischen Grenze am Sturz des Kabinetts Canalejas arbeitet, an der AuSsprengung des Gerüchtes beteiligt war. Die revolutionäre Verschwörung in Peru. Nach einer Zeitungsmeldung aus Lima vom 31. v. M. wurde in Cuzco eine revolutionäre Ver-schwörung entdeckt. Die Anstifter wurden verhastet Nach der Mannheimer Aufführung deS „Gor« regidor" eröffneten sich Aussichten, das Werk in Stuttgart auf die Bühne zu bringen, Aussichten, die freilich sehr schwach waren. Auch der Direktor des Straßburger Theaters. Krükl. erklärte sich zu einer Aufführung bereit, salls Wolf sich zu einer Abänderung des vierten Aktes verstehen wollte, allein davon wollte unser Künstler nichts wissen. Wols machte nun abermals Schritte, um eine Aufführung in Wien zu ermöglichen. Er reiste nach Salzburg, um dort den Wiener Hosopern-Direktor Iahn zu treffen und mit ihm die Angelegenheit zu besprechen. Vorher jedoch machte er noch einen Besuch in Stutt gart bei Freund Faißt und veranstaltete mit diesem und zwei Künstlern einen trotz der fortgeschrittenen Saison sehr erfolgreichen Liederabend. In Salz-bürg traf er Iahn nicht an, und auch sein mehrtägiges Warten auf denselben führte zu keinem Er-folg, so daß Wolf »nverrichteter Dinge nach Wien zurückfahren mußte. Hier gab es nun eine angenehme Aenderung in dem äußeren Leben unsers Künstlers. Dank der edlen Opferwilligkeit einiger Freunde — namentlich Faißt hat sich hier sehr nobel gezeigt — besaß Wols seit Juli 1896 zum erstenmal eine eigene Wohnung, ein Asyl nach seinem langen Nomaden-lebe». In einem Hanse in der Schwindgaffe, ziem-lich im Zentrum der Stadt, hatt« er nun eine elegante Gar^onwohnung, und die Freunde waren >inss eifrigste bestrebt, ihm )ein neues Heim recht behag-lich zu machen und möglichst schön auszuschmücken. Ueberglücklich preist der jetzt 36jährige seine nun-mehrige Seßhaftigkeit in einem reizenden Bries an Faißt uud wünscht sich nur „neue Einsälle*, um seines Glückes ganz sroh werden zu können. MM. Vlätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. H»»»t«gsveirage der „Veutsche« Macht" t« ßilli.__ Nr. 45 .Die ©Abwart" erscheint jeben Sonntag al» unentgeltliche Beilage sür bie Leser ber „Deutschen Wacht". — Einzeln ist „Die ©flbmart" nicht käuflich 1910 ^Nachdruck verböte») pie atte Mniform. Kriminalistische Skizze von A Hinze. (Schluß.) Ich bin Menschenkennerin, Herr Doktor! Während ich sprach, meinte ich über BernowSky Gesicht ein Erschrecken gleiten zu sehen. Doch nur für einen Moment; der Künstler nahm jrtzt eine theatralische Pose an. A»S halbgeschlosseuen Augen blinzelte er mich an: „Sie leiden offenbar an Wahnvorstellung, meine Dame," sagte er achseljuckend. Hof-fenllich empfinden Sie noch klar genug, um zu wissen, welche Folgen e» hat, einen Joseph BernowSky zu beleidigen!" Damit öffnete er die Tür. „Nein," sagte ich, .ich gehe nicht eher, bis Sie mir nicht die Uniform gezeigt haben." Die Sprecherin bedeckte die Auge» mit der Hand, wie übe«wältigt von der Rücken»nerung. „Geschah t$ V konnte ich nicht unterlassen zu fragen, als sie schwieg. „Nein," sagte sie, ,eS geschah nicht. Der große Kunst-ler hatte plötzlich Pose und Selbstbeherrschung vergeisen. Er begann zn rasen; er brüllte förmlich bei den Auslassungen, die er auf mich herabschmetterte. ES war ein unbeschreiblicher Auftritt; daS ganze Hotel lief zusammen, indes ich den Rückzug nahm." Frau von Hifthorn hielt inne und fuhr sich über die Stirne. .Ich lasse die Sache nicht ruhen, dieser Bernow»ky soll düpiert werden," sagte sie daranf. „Was raten Sie, Herr Doktor?" „Zunächst in der Zeitung inserieren zu lassen — „Ja — ja !" unlerbrach sie mich lebhaft, „setzen wir: 500 Mark Belohnung erhalt derjenige, welcher den Täter nachweisen kann, der auS dem Mansardenzimmer im Hause der Frau Gehtimrat von Hifihorn eine Uniform von 1870 entwendet hat. Zu melden bei Dr. jur. BehrenS. Ich nickte zustimmend: „Meldet sich auf die» Inserat niemand, dann, Frau Geheimrat, haben wir daS Recht, gegen BernowSky vorzugehen.'' Und wie kam e» nun weiter? wirst Du ungeduldig fragen. Lieber Freund, jetzt kommt die Pointe. Nicht bei mir, wie doch im Inserat verlangt war, sondern bei Frau von Hifthorn selbst meldete sich auf die Ankündigung hin ein ruppig aussehender Kerl. „Die Frau Geheimrat haben 500 Mark versprochen demjenigen, der nachweisen kann, wer die Uniform gestohlen-hat," hob er an. „Ich kann'S, Frau Geheimrat. Ein Hau-sierer war'S, ein armer Lump, der niemand hier zu Hause antraf, als er klingelte. Um nun doch vielleicht noch ein Geschäft zu machen, ging er auf die Suche auS — , Und wo ist nun die Uniform?" unterbrach die Zu Hörerin den Sprecher. Der kraute sich den Kopf. Dann kam eS vertraulich: ..Unter dem Siegel der Verschwiegenheit, meine Dame, die Uniform hat der Herr Baritonist BernowSky gekauft. Er hatte Malheur, — in zwölfter Stunde ging ihm seine alte Uniform kaput, in der er doch hatte auftreten wollen und der Hausierer hörte davon. So machte sich die Sache." Und al? habe der Erzähler erraten, was noch auszufüllen blieb, setzte er hinzu: „Zu verargen ist eS so m, großen Künstler nicht, wenn er, um sein Wort nicht umstoßen zu müssen, die Wahrheit verschweigt. Sind die Frau Geheimrat nun zufrieden?" Der Spitzbube war findig — er kannte Frauenart. Schweigend halle sie da» Geld, die 500 Mark, ihm hingezählt. Noch bevor die Endfrage kam, hatte er die Summe eingesteckt. „Und wer war denn der Dieb 1" erscholl e« da. Der Gefragte stand bereit» in der offenen Tür. „Der Dieb, werte Dame," sagte er, — „war ich." Freund, wie gefällt Dir der Streich 7 Der spekulativ« Hausier ist wegen Diebstahl und Hehlerei zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Iu Anbetracht der gesicherten 500 Mark dürfte ihm die Haft nicht zu hoch zu stehen komme». Meine Epistel ist lang geworden, doch ich hoffe sie hat Dich unterhalten. Ich schließe für heute mit den besten Grüßen. Dein L. BehrenS, Dr. jur. 2 (Nachdruck verboten.) Kie letzte Kose. Novellelte von Egb. Dern. AtemlcS kam der kleine Rudi gelaufen. „Tante Viktoria. Du weißt doch, im Garten blüht jetzt die Rose, gelt? Denk' nur, da kommt eben ein Herr daher, er hatte efrcn großen, dunklen Bart, bleibt am Garte» stehen und sieht Immerfort die Rose an. Du, sag' ich da, die Rose gehört Tante Viktoria, denn ihr Garten ist'S! Da nickt der fremde Herr und sagt: „DaS weiß ich, lieber Junge I Lauf, und frag' die Tante, ob sie mir wohl die Rose schenken will ?" Die schlanke Frau von 30 Jahren, mit dem reichen, kastanienbraunen Haar und den wundervollen Blauaugen, ist bei den Worten de» Kleinen bleich geworden, sehr bleich. Ihr Blick folgt durch'S Fenster der in der Ferne entschwin denken Männergestalt. Sie hat vom Fenster aus die Szene im Garten mitangesehen, nachdem ihre Augen und die Angen deS Fremden sekundenlang ineinander geruht hatten. Sie weiß, wer er ist, weiß, daß Rolf Illing seit einigen Tagen im Orte weilt „Tante Viktoria," fährt Rudi entrüstet fort, denn er glaubt daS Schweigen feiner schönen Tante zu verstehen, »da« war arg dreist, nicht wahr? Du wirst doch nicht so dumm sein und die letzte Rose dem fremden Manne schenken?" Tante Viktoria lächelt sonderbar; ihre blassen Wangen färben sich heiß, — sie ist um die Antwort verlegen. „Ja, weißt Du, lieber Junge," hebt sie endlich an und ihre Stimme zittert, »jener Mann schenkte mir einst die letzte Rose, die noch am Strauche blühte, als bereits ler Herbststurm über sie hinsauste. Seitdem hat nun der Mann immerfort Sehnsucht nach der Rose gehabt. Deshalb mein' ich, ich bin'S ihm schuldig, ihm seine Bitte zn erfüllen. Hab' ich nicht recht, Rudi?" Als lausche sie einem Richterspruch, so atemlos erwarte Frau Viktoria daS kindliche Urteil. Erstaunt, mit offenem Mäulchen, hat der klein« Mann zugehtrt. Hinter d«r klaren Kinderstirn scheinen die Ge-danken sich zu jagen. Schlankweg sagt der Bube jetzt: »Schenk' ihm die Rose, Tante, Du bist'S ihm schuldig. Und, nicht wahr, Tante, wenn er Sehnsucht hat, bloß wegen einer Blume, dann ist er ein armer Mann!" Träne» stürzen ihr aus den Augen. „Mein lieber Bube, wie recht Du hast!" Sie herzt ihn und streicht ihm zärtlich die Locken aus der Stirn Verlegen reißt der Junge sich loS und stürmt zurück in den Garten. Die Sonne hat den Nebel durchbrochen. Gleich schim-mernden Tränen blinkt eS an den kahlen Aesten und Sträuchern, flirrt eS auf dem welken Laub am Bod«n. Gebeugt vom Nebeltau daS zart: Köpfchen, lugt auS schwarz-grünem Laub die letzt« Rose am Strauch. Ihre Schwester, die letzte Rose von einst, — wie lang ist » doch her, daß sie zwischen d«n Seiten von Rolf Illing» Brief ruht verwelkt und verblaßt, das stumme Pfand von Liebe und Treue? Erinnerung löscht au» die Zeitenferne . . . War'S nicht erst gestern, al» Rolf JlHng, der schlanke Student, fein braunhaarige« Mädel zum Abschied im Arme? Herbst war im Land. . . . Wallende Nebel — feuchtmodriger Duft.. . . Weit breitete die alt« Linde ihre kahlei Aeste über da» Paar au»; hoch im Wipfel pfiff ein Spatz. Ein Abschied»-idyll, wie Otto Baisch e» gesungen hat: vöglein singen so eigen, Dort in den schwanken Zweigen. Singen von Lieben und Leiden, Singen von Scheiden und Meiden. Knisternde Blätter fallen. Und in den Wipfeln allen Flüstert «in banges Wehen: Ob wir uns wiedersehen? Er war rein außer sich, der junge Student. Er drückte sein« Wanken in das braune Mädchenhaar, er küßte e», wie man ein Heiligtum küßt. „Bleib' mir treu, Süße! Ztvei Jahre noch, dann mach« ich da» Staatsexamen! Und darauf folgt —: Vik-tmia — Sieg! Empfindest Du de» Doppelklang, der für mich in dem Wolte liegt? Dann bin ich am Ziel und Du wiist mein! Der Herr von Helfen wird dem Doktor Illing sein Pflegetöchterchen nicht versagen, gelt, mein Lieb?" Als sie glücklich lächelnd zustimmte, fuhr er, immer noch sorgend, dringend fort: „Sollte einer kommen, während ich fern bin, und Dich habe» wollen — „Ich lieb' nur Dich —" fiel sie ein. »Auch wenn Kämpfe kommen sollten, wenn Herr von Helfen Dich einem anderen geben will — „So kämps' ich um unsere Liebe, Rolf," gab sie zurück, „ich bleib' Dir treu." Seine Abschiedtküffe brannten auf ihren Lippen. „Ueber zwei Jahre — wenn die letzte Rose blüht im Garten, werde ich am Ziel sein. Dann sende ich sie Dir alS Zeichen meiner Treue." Sie hatten sich berUtS getrennt, als er noch einmal zurückkam .Gelobe mir Vicky, daß Du an mich glauben wirst, auch wenn die Wartezeit länger währen sollte, al» ich vorausgesehen." „Rolf, Geliebter, Du kannst ruhig sein," hatte sie unter Tränen gelächelt, »meine Liebe zu Dir kann nicht erschüttern, — nur der Tod soll unS scheiden." Ei« war herrenloses Gut, war einst al« Säugling vor der Tür de» GutShauseS ausgesetzt worden. Lanze war da« halberstarrt« Würmchen «ie leblos geblieben. Als da» rastlose Btmühen, e» in» Leben zurückberufen, endlich Erfolg 3 gehabt, die blauen Guckerlu sich geöffnet hatten, da hatte der jugendliche Gutsherr, Kurt von Helfen, ein Mann von frischer, froher Wesensart, ausgerufen: »Viktoria I So soll daS kleine Ding heißen, weil doch der Sieg um sein Leben so schwer war! Und im GutShause soll'S eine Heimat haben, — soll Gemeingut sein von allen, die eS lieb haben!" Entgegen diesen Worten, ha tte Herr von Helfen später den kleinen Findling adoptiert. Seine Ehe war kinderlos geblieben. Die Gutsherrin, eine zarte Frau war meist immer krank und daher außerstande, für die Pflege und Erziehung des kleinen Eindringlings zu sorgen. Aber sie respektierte die Sehnsucht ihre« Gatten nach einem Kinde und eS währte nicht lange, so liebte sie die kleine Viktoria als wie ein eigenes Kind. Mit ihren schönen Augen, den wehenden Locken und mit ihrem sonnigen Lachen hatte Viktoria sich Alt und Jung erobert; der Gutsherr vor allem liebte daS reizend« Kind zärtlich. Dieses war eS, daS ihn die trüben Stunden tragen half, al» der TodcSengel an die Tür deS GutShause« klopfte, und die zarte Frau, die wie eine bleiche Blume hier gelebt hatte, von allen verehrt, mit sich nahm in Got« teS Reich. Der vereinsamte Witwer sah sich nun veranlaßt, die jetzt zwölfjährige Viktoria in ein Töchterpensionat in der nächsten Stadt zu geben. Lebensfreudig, wie er war, ertrug er sein öde gewordene» Heim nicht. Er vertraute die Verwaltung seine» Gute? einem Administrator an nnd ging auf Reisen. Als er nach Jahren endlich in die Heimat zurückkehrte und sein Pflegetöchterchen besuchte, fand er dieses Zur Jungfrau erblüht wieder. Die Wunder der Welt, die er auf feinen Reisen gesehen, hatte er nicht mitnehmen können in sein nüchternes HauS. DaS junge Menschenwunder aber, daS in der Stille erblüht war, taufrisch und wundervoll, da« konnte er mitnehmen und damit Freude bringen in sein stille« Heim. Helfen nahm eine alte Verwandte in» Hau», die Viktoria bemuttern sollte. Bald darauf hielt da» junge Mädch«n seinen Einzug im Gasthause. Nach Art gesunder, lebensfroher Männer in reiferen Jahren, war in Kurt von Helfen» Wesen etwas Laute», Lärmend«» gekommen. Sein Lach«n dröhnt« in d«n weilen Räumen wi«d«r, wenn er sein Pflegetöchterchen, da» an ihm vorbei wollte, scherzend in den Armen gefangen hielt Stet» hatte er eine Gabe für sie bereit. Ein schönes Buch, die ersten Trauben au» dem Treibhaus, oder eine au«er-lesene schöne Blume. „MauS, wa« bekomme ich nun?* hatte er ansang» dann wohl gefragt. Bald aber hatte er sich begnügt, alS Dank für seine Gabe ihr Gesicht zu sich empor zu heben und ihr in die Augen zu sehen, — so sond«rbar, so zärtlich strahltnd. Trotzdim war Viktoria der Pflegevater von einst lieber gewesen. Zum Nachdenken über die Ursache aber hatte sie gar keine Zeit gefunden. Denn Rolf Illing, des Amtmann» Sohn, verlebte die Universität»feiien bei seinen Eltern und hatte die Jugendfreundsch^sl, die ihn und flif* toria verbunden, wieder aufgenommen. So süß hatte die Amsel im Walde noch nie gelockt, wie Heuer, so däuchte e» dem Mädchen, wen» e» an Rolf» Seite die grün« Ein« famkeit durchschritt. Just groß für zwei war die Stein-bank unter der alten Linde. Wa» sich unter ihrem Schatten entsponnen, die Schwüre von ewiger Liebe und Treue, in die ihr Blätterrauschen geklungen, hatten ihre Besiegelung gesunden in jener AbschiedSstund« im Herbst. Zwei Jahr« — eine lange Wartezeit für liebende Herzen. Viktoria von Helfen dünkten sie endlos und Rolf Illing wünschte ihr Flügel. Doch auch noch ein anderer wünschte, daß die Zeit im Fluge schwinden mö^e und mit ihr die allzu große Jugend der Erwählten. Warum sollte e» vermessen sein, seine Hand nach der Siebzthnjährigen auszustrecken? War er, der blübende Vierziger, an stattlicher Persönlichkeit nicht manchem jungen Manne überlegen? Und — da» Herz de» Mädchen» würde noch frei sein — wenn auch sollte e» in der ländischen Abgeschiedenheit hier kennen und lieben gelernt haben? War nicht Dankbarkeit der erste Weg zur Liebe? Sollten nicht die Gluten, die iu ihm lo-derten, imstande sein, in dem Herzen d«» Mädchen» Flammen zu entfachen? Zum zw«it«n Mal, feit Rolf Illing Abschied genom« men, waren Winter, Frühling und Sommer vergangen. Wieder war der Hcrbst in» Land gekommen mit Nebelduft, mit Regenfchauern und flüchtig«» Sonnkiistrahle». Im Gar-trn blühie die letzte Rose. Viktoria v.rlebte diele Zeit in einem Gefühl seliger Erwariung. Jetzt konnte stündlich ein Brief von Rolf ein-treffen mit derNatricht, daß er da» Examen glücklich be-standen und nun komme und bei Herrn von Helfen um sie werbe» werde. In dem Gefühl ihres nahen Glücke» und überzeugt, daß ihr gütiger Pflegevater ihre Neigung billigen werde, überkam sie das Bewußseln, wie viel sie doch Helfen» Güte verdankte. Geleite« hiervon, schmiegte sie eine» Morgen» ihre Wange an die bärtige de» Gut»-Herrn uud flüsterte zärlich: »Lieber Papa, könnte ich Dir doch Deine Liebe vergelten." Da» Antlitz Helscn» färbte sich dunkel unter den Ihn bestürmenden Gefühlen »Mein süße» kleines Mädchen, ich nehme Dich beim Wort!' scherzte er, aber seine Stimme b^bte. »Tue e» getrost, Papa!" lachte sie übermütig. „Er-prob'», — womit soll ich Dir beweisen — „Damit/ unterbrach er sie, „daß Du mich in der gleichen Weise liebst, wie ich Dich." Er halte langsam und mit Nachdruck gesprochen. ES hatte ein alle« in den Worten gelegen, — die Wandlung seiner Gefühl«, feine Mannetliebe — sein Begehren. Er hatte sie an sich gezogen und sah sie an — so londeib», so werbend —. 4 Die Ahnung von etwas, an da» sie nie gedacht, von etwas, das ihren Herzschlag stocken machte, erfaßte sie. Ber wirrt suchte sie sich zu befreien, doch fester nur zog er ste an stch. ..So hilf mir doch. Viktoria!' kam e» wie ein Strom von seinen Lippen, während er die stch Sträubeud« mit seinen Küssen bedeckte. „Du mußt ja in meiner Stele ge-lesen haben, mußt e» ja wisse«, daß ich Dich lieben ge« lernt habe, wie ein Mann daS Weib liebt, da» er sein eigen nennen möchte. Zahl' niir den Dank heim, indem Du mein wnst, mein über alle» geliebte» Weib." Wie e» weiter kam? Sie zahlte mit ihrem Jugend-glück di« Dankesschuld gegen Htlsen ab und wurde seine Frau. Noch an d«m nämlichen Tage, al« ste de» GutS-Herrn Braut geworden, langte Rolf« Brief an. Er ent hielt eine getrocknete Nole und die Worte: „Viktoria — am Ziel! Nimm die letzte Rose, ich pflücke ste für Dich, al» ein Zeichen meiner Liebe Treue. Ich folge ihr nach, mir mein Glück zu holen!" E» mußte zerschellen an einer Klippe, die unüber-windlich war. „Ich konnte nicht ander» Handel»/ war ViktoriaS Antwort an den Geliebten. .Doch lab' mir di« Rose al» süße« Andenken an Dich." Frau Viktoria fuhr aus ihren Träumerei«» auf. Sie war Helfen treu gewesen in de» Jahren ihrer Ehe mit ihm, bi« der Tod sie trennt« — «r starb durch «inen Sturz mit dem Pferde. ES war ihr bekannt, daß Rolf Illing unvermählt geblieben und jetzt keine Sünde, daß ihre Gedanken zu ihm zurückgekehrt waren in alter Liebe. „Rudi," sagte Tante Viktoria etwa« später, „bring' dem fremden Mann ein«n schönen Gruß von mir und sag' ihm, er möge kommen und stch die letzte Rose helen." Keiteres. Gerechte Entrüstung. Taschendieb (der vor dem Schaufenster einer Kunsthandlung gearbeitet hat, ent« rüstet): „Drei leere Portemonnaie» l .. . Und solche Men-schen interessieren stch für Kunst 1" Da» Best«. „Sie haben den Herrn General ge» sehen, wa» hat Ihnen denn an der glänzenden militärischen Erscheinung am besten gefallen?"— Backfisch: „S«in Adjutant I' Ach so! A.: „UnserFreund Lehmann war «in un-v«rbefferlicher Verschwender, ehe er sich v«rh«iratete; aber seine Frau hat ihn kuriert." — B.: „Wodurch denn?" — A.: „Sie bringt da« Geld selber durch." Im Klub. Smith: „Und wen, meinen Sie wohl, habe ich heute vormittag» getroffen?" — Jone«: .Würde e« Ihnen recht sein, für mich zu raten, alter Junge? Ich bin zu abgespannt." Da« Kind. „Sie werden jedenfalls auch finden, daß ein Baby da« ganze Hau« hell macht?" — „Ja, wir brennen jetzt nacht» zweimal soviel Ga» wie sonst.* Fr«undinn«n. Gerty: .Al» ich heiratete, war mein Mann ganz kurzsichtig." — «my (freundlich): „Da» muß er allerding» gewesen sein, Lieb." Der Reises«x- «Und unter welchen Bedingungen ha« dir d«in Onkel. d«r Globetrotter, sein große» Vermö-gen vermacht?" — »Ich muß mit seiner Asche beständig in der Welt umherreisen." Ein wichtiger Posten. Chef (»um Neuange» stellten): »Hat mein Buchhalter Ihnen schon gesagt, wa» Sie zu tun haben?" — »Jawohl. Herr Prinzipal, ich soll ihn immer wecken, wenn Sie in Sicht sind." D«r Segen. Lehrer: »Da» G«witter kann zn-störende Kräfte enlfeffeln: ab«r meist ist e» von überau» segensreicher Wirkung. Wer kann da« begründe»? ' — Schüler: „Wenn man hoch versichert ist!" praktische Witteitungen. DaS Schwärze» der eisernen Oeken, sowie der Herdplatte geschieht folgendermaßen: Feinster Graphit wird mit Bier zu einem dünnflüssigen Brei an gerührt und der zu schwäizend« Ösen mitte!» eine» Pin-sel» oder kleiner Bürste damit angestrichen. Al»dann wird der noch halbnaffe Anstrich mit einer weicheu Bürste bl«n> gebürstet. Weiße Lackierung für Schlafzimmer-möbel. Mit gebleichtem Leinöl wird Zink- «der Letho poneweiß dick angerieben und Dammailack zugesttzt, so daß ein hoher Glanz herauskommt. Statt de» gebleichten Leinöl» gebraucht man auch mit Terpentin verdünnte» Stantöl, da» die Lacksarbe schneller zum Stehen kommen läßt und di« sogenannte Kragenbildung verhütet. Nummer 89 Deutsche Wacht Seite 3 Aus Stadt und Land. Eine Ehrung. Am 20. ds. wird in Frieda» dem Ehrenmitgliededer Lehrervereine von Marburg, Cilli und Pettau Herrn Dr. Gustav Delpin die Ehrenurkunde von den Ver-tretern der drei Lehrcrvereincn feierlich überreicht werden. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet um 9 Uhr vormittags ein Schulgottes-dienst, um 10 Uhr vormittags der Gemeindegottes-dienst statt. Montag nachmittags um 4 Uhr ist im evangelischen Gemeindefaale eine Nähstunde des Frauenvereines, zu welcher die Mitglieder herzlich eingeladen sind. Am Abend ist um 8 Uhr ebenda eine Versammlung der Jungmannschaft Scharsenau. Im Sonderzimmer des Hotel Erzherzog Johann »reffen sich um 8 Uhr abends Glaubensgenossen mit ihren Freunden zu gemütlicher Aussprache. Die nächste Gesangsprobe des KirchenchoreS findet aus-nahmSweise am Freitag im Gemeindesaale statt. Hugo Wolf-Feier. DaS Festkonzert, welches pünktlich 6 Uhr beginnt, wird mit einer Ansprache des Obmannes des Cillier Musik-Vereines Herrn Dr. Anton Rojc geleitet werden. Wir ersuchen daher die geschätzten Festgäste, recht frühzeitig zu erscheinen, damit Störungen vermieden werden. — Die Hauptprobe findet Sonntag vormittags halb 11 Uhr im großen Saale des Deutschen Hauses statt. Der Zutritt zur Hauptprobe ist nur gegen Borweisung der für den Abend gelösten Karten gestattet. Für auswärtige ödste aus Windisch-Graz und dem Sonntale, welche mit Rücksicht auf die Zugsverbindung das Abend-konzert nicht besuchen können, werden besondere SaaleintrittSkartea zum Preise von l K ausgegeben. Tageskasse am Sonntag von 9 bis 11 Uhr bei Herrn Franz Krick, Bahnhoigasse l, Abendkasse ab 5 Uhr im Deutschen Hause. Der Wortlaut der Ge-sänge ist an der Abendkasse um sden Preis von 20 b erhältlich. Erläuterungen zur symphonischen Dichtung „Penthefilea" (Dr. Richard Batka) kosten 24 d. Während des LZortrageS der einzelnen Musik-stücke bleiben die Saaltüren geschlossen. Nach Schluß des Festkonzertes findet eine Zusammenkunft der Mitwirkenden im kleinen Saale des Deutschen Hauses statt. Da die Galleriesitze bis auf wenige vollständig verkauft sind, werden an der Abendkasie auch Galleriestehplätze zum Preise von 60 h ausgegeben. Todesfall. In Hölldorf starb am 2. No-vember Herr Karl Machoritfch, Gemeindevor-steher, OrtSfchulrat, Hotelier und Realitätenbesitzer, im 51. Lebensjahre. Don der Südbahn. Zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Stationsvorstandes in Pragerhof Herrn Karl Ritter v. Schwerenfeld Einige Wochen deS Sommers vergingen mit Ausflügen nach Matzen und ins Gebirge; der be-ginnende Herbst brachte dann aber eine recht lästige Arbeit. Die Orchesterstimmen des Corregidor und die Partitur sollten autographiert und gestochen werden und mußten zu diesem Zweck nochmals gründ-lich revidiert und kollationiert werden. Wolf meinte, diese Beschäftigung werde seine demnächstige „Ueber-sührung in eine Jdiotenanstalt" nötig machen. Nur gelegentlich kam es zu einer anregenderen Arbeit, fo zum Beispiel zur Komposition des Gedichtes „Morgen-stimmung" von Robert Reinick. Mit der Ber-breitung deS „Corregidor" ging eS sehr langsam. Die Weimarer Intendanz, bei der Grohe vermittelt hatte, lehnte ab, und auch in Wien kam es vorläufig zu keiner Aufführung, obwohl Wols dem Hoskapell-meister Fuchs das Werk persönlich vorspielte. Tiefen Eindruck machte auf unferu Künstler der Tod Anton BrucknerS, der im Oktober 1896 erfolgte; als Wols sich im schwarzen Anzug zum Leichenbegängnis ein-stellte, wurde er an der Kirchentür von einem Poli-zisten zurückgewiesen, da er sich nicht als Mitglied deS Singvereines ausweisen konnte. „Heiter, nicht wahr?' ruft er sarkastisch in einem Brief an Faißt mis. Unter den Arbeiten am Notenmaterial des ..Corregidor" verlies der Schluß des Jahres 1896. Für den Musiker stellt sich der Corregidor als das wertvollste Bühnenwerk feit Richard Wagner dar. Die langsame Verbreitung der Oper ist der Dichtung zuzuschreiben, welche bei aller Feinheit doch wenig bühnenwirksam ist. (Aus Dr. Eugen Schmitz: „Hugo Wols".) wurde der Resident nnd Stationsvorstand in Unter-drauburg Herr Schneider ernannt. Tanzübungen. Der Verband dentscher Ar-beiter veranstaltet auch heuer wieder im Deutschen Hause Tanzübungen unter der bewährten Leitung des VerbandSobmanneS Herrn Findeisen. Diese Tanzübungen erfreuten sich schon im Vorjahre des besten Besuches und wir erhoffen von den heurigen Uebungen, die am 9. d. M. beginnen, das Gleiche. Bon unserer Schaubühne. Heute Samst«g findet wegen eingetretener Hindernisse keine Borstellung statt. Donnerstag, den 10. No-vember geht als „Schillerfeier" des Dichters „Die Verschwörung des Fiesko zu Ge-n u a" in Szene. Diese Festvorstellung wird mit einer Festouverture eingeleitet. In Vorbereitung be-finden sich die Op'retten „Die süßen Grisetten", Brüderlein fein" und „Das Fürstenkind". Wirtfchaftsverband Cilli. Die hiesige Theater-Direktion hat den Mitgliedern deS Verban-des für die heurige Saison für die an Wochentagen stattfindenden Vorstellungen in zuvorkommender Weise Preisermäßigungen gewährt nnd können die dies-bezüglichen Erkennungskarten jeweils beim Herrn Steuerverwalter Pichl geholt werden. Weiters diene den Mitglieder» znr Kenntnis, daß die Kleiderfirma Max Metzl in Graz als Verbandslieferer gewonnen wurde und gewährt selbe bei Bestellungen nach Maß und solider Bedienung 7 Prozent Einlaß. Näheres hierüber beim Verbandsschriftführer. Da die Witte-rung noch günstig ist, wollen die Kohlenbestellungen noch in diesem Monate bewirkt werden. Monatsausweis des Einlagenstandes gegen Kassenscheine und Einlagsbücher der k. k. priv. Böhmischen Unionbank: Stand am 30. Sept. 1910 . . K 78,035.375-78 „ „ 31. Okt. 1910 . . „ 77,707.764-15 daher Abnahme K 327.611 63 Lehrstellen. An der sünfklafsigen, in der zweiten Ortsklasse stehenden Volksfchnle in Gams bei Marburg kommt ein« Lehrerinstelle zur definiti-ven Besetzung. Kompetenztermin 30. November. Nachzuweisen ist die Kenntnis beider Landessprachen. Untersteirischer Fremdenverkehrstag. Der Landesverband für Fremdenverkehr in Steier-mark wird Sonntag den 20. d. M. um halb 11 Uhr vormittag im Kasino, Speisesaal, 1. Stock, in Marburg, Theatergaffe Nr. 17, einen unter-steirischen Fremdenverkehrstag abhalten. Bei dieser Tagung werden insbesondere die Bedeutung des Fremdenverkehres und die Ausgestaltung des Ber-kehrSwesens l Eisenbahn, Automobil, Post, Telegraph, Telephon) und sonstige Maßnahmen zur Hebung des untersteirischen Fremdenverkehres zur Sprache gebracht und einschlägige Anträge entgegengenom-men werden. Der Kampf gegen die deutsche Schule. Aus St. Leonhard W.-B. wird berichtet: Der Haß der hiesigen Slovenen gegen alles, was deutsch heißt, hat sich wieder in einem Falle deutlich gezeigt. Einer armen Frau wurde die Wohnung gekündigt, weil sie ihr deutsches Kind in die Deutsche Schul-vereinsfchnle schickte. Nur unter der Bedingung daß sie ihr Kind in die utraquistische, besser windi-sche Schule gebe, hätte sie eine Wohnung erhalten. Da griff der Deutsche Schulverein helfend ein und gab der armen Frau im Deutschen BercinShause kostenlos eine bescheidene Unterkunft. Fremdenverkehrsausschuh der deut-schen Dolksräte. Der Fremdenverkehrs-Ansschuß der deutschen BolkSräte für die Alpenländern, der im März d. I. mit dem Sitze in Klagenfurt ge-gründet wurde, stellt sich die Aufgabe, gegenüber den allgemeinen internationalen Bestrebungen des Frem-denverkehreS, die Interessen der deutschen und deutsch-freundlichen Bevölkerung im gemischtsprachigen Ge-biete von Südöstlich sowie auch jene der deutschen Reisenden zu vertreten. Freitag, den 28. Oktober abends sand im Hotel Bukan in Villach die zweite Vollsitzung statt, in welcher der Obmann Direktor Zahne Bericht über die Tätigkeit des engeren Ans-schnsses während der Sommermonate erstattete und in einer sehr anregenden Aussprache über die Wege und Mittel beraten wurde, wie dem gesteckten Ziele durch Ausgabe von Schriften, Verbreitung von Ans-fätzen und Veranstaltung von Vortrügen namentlich im Deutschen Reiche nahe zu kommen ist. Der Ausschuß steht mit den Vertretern der allgemeinen FremdenverkehrS-Vereine in enger Fühlung. Gedenket Wette» «ad -legnt«!} Laubstreu-Dersteigerung. Sonntag, den 6. November findet um 11 Uhr vormittags die Laubstreu-Versteigerung im Stadtparke statt. Zufam-menkunft beim Wetterhäuschen. Wetterlaunen. Am Mittwoch zeigte der Wettergott ein recht unfreundliches Gesicht. Abends ging ein regelrechtes Gewitter mit Blitz, Donner und Hagel nieder. Die Hagelfchlosfen prasselten durch fast eine Viertelstunde nieder und bedeckten den Voden mi: einer dichten Schichte. Aus vielen anderen Or-ten des Unterlandes wurden Gewitter und Hagel-schlägt gemeldet, so auL Lichtenwald, Tüffer, Trifail, Gonobitz usw. Die nächsten Tage hatten wir ein rich-tigeS Aprilwetter, während feit gestern ein echleS trübeS Novemberwetter herrscht. Baumfrevel aus Nationalhab. In den letzten Tagen sind an den Bezirksstraßen gegen Marburg. Kranichsfeld, Thurnisch nnd Jurovetz mehrere junge Obstbäumchen der fanatischen Wut einiger windlscher Heißsporne zum Opfer gefallen. Im Laufe deS heurigen Jahres find die von der BezirkSvertretnng angepflanzten Obstbänme sehr schön gewachsen, was der slowenischen Intelligenz scheinbar nicht paßt, weshalb die Bäume der Ver-nichtung anheimfallen. Trotzdem fchon einige dieser Tagediebe ertappt und bestraft wurden, scheinen sie noch immer an dieser Arbeit ein besonderes Ver-gnügen zu haben. Hoffentlich gelingt eS, auch diese Frevler zur Verantwortung zu ziehen. Falsche 100-Kronen Noten. Nach einer Bekanntgabe der Post- und Telegraphendirektion in Trieft wird auf das Vorkommen einer neuen Fäl-fchungStype (Nr. 17) von Banknoten zu 10O Kronen vom Jahre 1902 aufmerksam gemacht. Zur Her-stellung der gefälschten Noten wurden lant Schrei-benS der Oesterreichifch-Ungarifchen Bank vom 19. September 1910, Z. 2837, von der deutschen und ungarischen Seite einer echten Banknote photo-graphische Negative erzeugt, nach diesen metallene Druckplatten hergestellt und in grüner Farbe auf rötliches Velinpapier gedruckt. Das Notenbild er-scheint auf dem Falsifikate derb nnd es fehlt ihm die Tonsttifigkeit der echten Note. Die dichten Stellen der Zeichnung sind plump, die zarten Partien stel-lenweist auSgerissen. der rötlichbrauue Punktsatz der echten Note fehlt. Die Bezeichnung der Serie nnd Nummer wurde mit roter Farbe übermalt. DaS Falsifikat wurde von der Kommission zur Prüfung beanständeter Banknoten als sehr mißlungen bezeichnet. Mit dem eigenen Gewehr niederge schlagen. Als der Besitzer und beeidete AnSbilfS-jäger des Barons Cnobloch namens Markus Kotnik avS Podgorje von einer Jagd nachts kürzlich nach Hause ging, wurde er vom Jnwohnerssohn Johann Dobrischek übersallen und mißhandelt. Bei diesem Ueberfalle entriß Dobrischek dem Jäger das Ge-wehr und schlug damit den Jäger mit solcher Kraft zu Boden, daß der Schaft deS Gewehres zerbrach. Markus Kotnik wurde hiebet schwer verletzt. Gegen den rohen Burschen wurde die Strafanzeige er-stattet. Schadenfeuer in Pobersch. Mittwoch 2 Uhr früh brannte daS Wirtschaftsgebäude des Alois Roschker in Pobersch, Franstaudenerstraße >83, nieder. Der Türmer alarmierte die Feuerwehr, welche mit dem dritten Löschzug abrückte. Am Brund-platze angekommen wurden AbräumungS- und Sicherungsarbeiten vorgenommen ; das Wohngebäude erlitt keinen Schaden. Nach anderthalbstündiger Tätigkeit wurde, nachdem eine Gefahr des Umfich-greifens auSgefchloffen war, wieder eingerückt. Die Entstehnngsiirfache des BrandeS ist unbekannt. Das gestörte Hochzeitsmahl. Am 30. v. M. fand bei der Besitzerin FranziSka Cater in Dornbüchl bei Cilli eine HochzeitSfeier statt. Um Mitternacht fing der als Gast anwefende BesitzerSsohn Stephan Solinc ohne jede Ursache zu schreien an und schlug Teller und Gläfer zusammen. Hierauf entfernte er sich mit einem Freunde. Beide gingen in ein Wirtshaus. Hier zechten sie bis 3 Uhr früh, worauf sie wieder zur HochzeitS-gefellfchast, die noch beisammen war zurückkehrten. AlS jedoch den beiden der Eintritt verboten wurde, schlug Stephan Solinc mit der Faust die Fensterscheiben ein. so daß die Glasscherben in daS Zimmer flogen, in dem sich die Hochzeitsgesellschaft aufhielt. Durch die herumfliegenden Glasscherben wurde auch eine Person verletzt. 2000 Ortsgruppen. Der Deutsche Schulver-ein hat vor kurzem die Zahl von 2000 OrtSgrup-pen überschritten. Es gibt heute in gaz Deutschöster-reich fast keine größere deutsche Gemeinde mehr, in welcher der Deutsche Schulverein nicht seine Mitglieder und Freunde haben würde. Das gut geprägte Wort von „deutscher Gemeinbürgschaft' ist im Deutschen Schulverein Wahrheit und Wirklichkeit geworden. Vor Seite 4 Ä rutsche |tfad)t Nummer 89 Jahren war die Zahl der Ortsgruppen in den Sudetenländern größer als in den Alpenländern; in jüngster Zeit haben aber auch diese höchst erfreuliche Fortichrilte gemacht, so daß gegenüber dem ausgezcich-neten Stande in einzelnen alpenländischen Gebiets-teilen die Sudetenländer noch manches nachzuholen haben. In Salzburg und Kärnten ist die Organisa-tion des Deutschen SchulvereinS so vollkommen ausgebaut. daß wesentliche Fortschritte kaum mehr möglich sind. Im Kronland Salzburg gibt eS wohl keine Orte mehr, die nicht zumindest einige Mitglieder dem Deut-schen Schulverein stellen würden und, obgleich viele dieser GebirgSgemeinden nur wenige Einwohner zählen und arm sind, so haben sie doch fleißige und tätige Ortsgruppen. Salzburg zählten 154 Gemeinden und zurzeit 124 Ortsgruppen deS Deutschen SchulvereinS das sind über 8V Prozent. Obgleich dem reindeutschen Kronlande von den Mitteln deS Deutschen Schulder-eins nichts zugute kommen kann, so sind die Orts-gruppen doch mit allem Eifer bestrebt, dem Deutschen Schulverein möglichst viel- Mittel zuzuführen, damit die bediohten Stammesbrüder an den Sprachengren-zen wicksame Hilfe erfahren können. Dabei sind im Rahmen deS Deutschen Schulverein soziale, politische oder konfessionelle Gegensätze glücklich überwunden und Männer und Frauen, Reiche und Arme, Städter und Bauern wirken zum Schutze deutscher Kultur in Eintracht und Treue zusammen. Die Entwicklung deS Deutschen Schulvereins zeigt einen Zug inS Große und seine starke Werbekraft sammelt immer neue Scharen, die zum Schutze der Sprachengrenzen gerne und selbstlos Opser bringen. So ist der Deutche Schulverein zu einem Werke geworden, dessen Gedeihen jeder Deutsche mit Freuden und Stolz miterlebt. Hölldorf. (Großer Biehmarkt.) Mvn-tag. den 7. November findet in Hölldorf auf Sta-tion Pöltfchach großer Biehmarkt statt. Du Bieh-besitzer sind eingeladen, recht zahlreich daS Bieh auf den Markt zu bringen, da keine Standgelder ein-gehoben werden. Außerdem bekommt jeder für jedes Stück Rind, welches an diesem Tage aus den Markt gestellt wird, einen halben Liter guten Naturweines umsonst. Für zahlreichen Besuch der Käufer sorgt da» Marktkomitee. Wöllan. (Versuchter Meuchelmord.) Als der Grundbesitzer Binzenz Cenfer au« St. Britz mit zwei Besitzern vom Jahrmarkte in Wöllan am 28. v. nach Hause fuhr, wurde er durch einen Re-volverschnß an» dem Hinterhalte lebensgefährlich verletzt. Verdächtigt ist der Bergarbeiter Michael Blagotinsek aus Alt-Wöllan, weil dessen Bater mit dem Cenfer einen Prozeß hatte, den Blagotinsek ver-lor. Der Unterlegene äußerte nun. daß ihm sein Prozeßgegner schon noch in die Hände kommen werde Michael Blagotinsek wurde verhaftet. Reichenburg. (Der Abt der Trappisten gestorben.) Am 27. Oktober starb im Mutter-hause in Frankreich der Abt Johann Baptist Epalle von Reichenburg an der Save der refor mierten Zisterzienser (Trappisten). Drachenburg. (Wegen einer Jause.) Am 29. v. M. gegen mittag geriet der Besitzer Franz Kostajnsek in Fuchsdorf. Bezirk Drachenburg, wegen einer Jause, die er am Bormittag nicht er-halten hatte, mit seiner Schwiegermutter, der Be-sitzerin Franziska Sornic, in einen Wortwechsel, in dessen Verlauf er die Sornic mit aller Kraft auf deii steinernen Küchenboden warf. Die Frau erlitt außer einem Bruch deS rechten Oberarmes schwere innerliche Verletzungen und außerdem noch eine Ge hirnerschütterung. Die gerichtlichen Erhebungen wurden bereits eingeleitet. Rohitfch-Sauerbrunn.(Der Maler als D i eb un d B e t r üg e r.) Der Malergehilse Ferdinand Znidar entwendete in Priftova dem Malermeister Erjavec auS Sauerbrunn 30 Malerpatronen und verübte zum Schaden der Keuschlerin Agnes Perl einen Betrug. Die Verfolgung deS unehrlichen Gehilfen wurde eingeleitet. Lichtenwald. (Sin Meteor.) Donnerstag um 6 Uhr 45 Minuten abends war in nordwestll-cher Richtung ein prächtiges Meteor zu sehen. ES begann ungefähr in der Verlängerung der beiden oberen Sterne des Wagens in einer Entfernung von drei Deichfellängen und endete in der Verlängerung der beiden unteren Sterne dieses Sternbildes. Das Meteor war ursprünglich weiß mit schwachblauer Färbung und hinterließ einen prachtvollen glühend roten Schweif, der, als das Meteor in außerordent lich schönem hellen Lichte strahlend, verschwand, sast über die Hälfte der zurückgelegten Bahn zu sehen war. Die schöne Naturerscheinung dauerte beiläufig drei Sekunden. Schaubühne. .Die Spiele Ihrer Exzellenz" ist eine fein aufgebaute Komödie, die uns mehr bietet, als man nach der Bezeichnung „Sensationskomödie", welche die Verfasser Zoe Jekel und Rudolf Strauß gewählt haben, erwarten könnte. Allerdings fordert diese« Stück, in dem der Widerspruch zwischen der launenhaften kindlichen Auffassung einer verwöhnten Frau und dem ernsten Gange des sozialen Lebens in meisterhafter Weist zum Ausdrucke gebracht wird, einer vollendet feinen Aufführung, wenn nicht, wie es leider am Samstag abends an unserer Bühne der Fall war, der Eindruck so mancher bedeutenden Szene fast verloren gehen soll. Freilich ivar die Hauptgestalt der Komödie, „Vera" in Camilla Wolfs ganz glänzend repräsentiert. Fräulein Wol ff bot uns eine Leistung, die als eine ganz ausgezeichnete erklärt werden muß. In der Gesängnisszene war Herr Wilhelm Heim als Jwanoff ihr guter Partner. Aber Herr Weydner vermochte dem Grasen Alexinsky bei weitem nicht jene Kraft nnd Lebens-wahrheit zu geben, ohne die dem Stücke der Erfolg versagt bleiben mnß. In der Schlußfzene konnte man in der Tat nicht begreifen, was an diesem träumerischen Schwächling imponieren konnte und man war nicht genug überrascht, als er plötzlich seine Brust der Waffe in der Hand des WeibeS preisgab, es war eine Posse und das Lächeln, das uns die Posse entlockte, hatte auch schon das Stück umgebracht. D« Nebengestalten brachten die Auf-führnn^ dank der guten Spielleitung glatt weiter. Sonntag hatte die Direktion dem Publikum durch die gelungene Aufführung der Operette ..Gasparvne" durch einige Stunden wirklichen Genuß bereitet. Die Operette, die mit ihren vielen Schwierigkeiten ganz bedeutende Ansordernngen an Sänger und Orchester stellt, bietet den Darstellern Gelegenheit, ihre LeistungSsShigk.it sowohl in Bezug aus Spiel und Gesang zur Geltung zu bringen. Am Sonntag hat jeder einzelne seine Schuldigkeit getan und sein bestes Wollen und Können eingesetzt. MillöckerS herrliche Musik hat auch diesmal seine Zugkraft bewiesen; daS Haus war ausverkauft. Was zunä»st die Einzelleistungen betriff«, da ge-bührt wohl vor allem volles und ehrliches Lob dem Fräulein Salden. Ihre Carlotta war eine Pracht-leistung. Sie hatte daS erstemal Gelegenheit, ihre mächtige, umfangreiche und so ungemein schmieg-same und wohltönende Stimme so recht zu ent-falten und wir hatten Gelegenheit, eine Sängerin, die nicht nur über herrliche Stimmittel verfügt, der sich eine vollendetes Spiel würde zugesellt, son-dem auch wirkliche und gute Schule besitzt, zu hören. Auch Herr Rosen kam als Conte Ermiuio dieSmals mehr zur Gelttmg. Seine Gesangpartie erledigte er mit seinem schönen Tenor in anerkennens wertester Weise und auch sein Spiel war einwand frei und zeigte von entschiedenem Fortschritte. Wir wünschen, daß er sich in dieser Weise fortentwickelt. Fräulein Lenz leistete im Spiel und Gesang als Sora ebenfall« sehr gutes. Herr Spiegel bietet uns immer gutes, seine Leistung als Benozzo ver-dient aber besonder» lobend hervorgehoben zu werden; er fand reichlichen, wohlverdienten Beifall. Frau Czernitz war eine köstliche Zenobia und erzielte stürmischen Beisall. ebenso Herr Czernitz als Lindnlfo. Herr Wallner war wieder in Spiel und Maske trefflich. Die Chöre, namentlich am Schlüsse des zweiten und dritten Aktes klangen diesmal voll und sehr rein und trugen sehr viel zur Gesamtleistung bei. ES war eine nach jeder Richtung hin gelungene Vorführung, wie wir solche noch mehrere wünschen. Am Allerheiligentage ging ein reizendes Lust spiel in drei Akten: O diese Leutnants!" von Kurt Kraatz über die Bretter. Dieses Lustspiel ist reich an packenden Situationen, die sich auS dem Gegen satze verrosteter AdelSvorurteiie nnd moderner Tat kraft ergeben. Die Aufführung war eine überaus gelungene. Ihr Mittelpunkt war eine Prachtleistnng des Fräulein Grete Selbing, die als „M a b e l Parker" eine sehr schwere, aber auch sehr dank-bare Ausgabe zu lösen hatte. Die Wiedergabe des engclisch'deutschen Dialektes gelang ihr ganz meister-hast und sie erzielte in den Stelle», wo Innigkeit und Liebe ans ihren Worten hervortönten, eine ganz bedeutende Wirkung. Auch Herr Weydner fand als „Hans Joachim" die richtige Wärme; Herr Hans W i n t e r b e r g gab den Grafen „Aribert v. Grossen" mit feiner Satire und ohne störende Uebertreibung, zu der sich allerdings Fräulein Berta Heuler als „Ursula v. Grossen" hinreißen ließ, wodurch ihre sonst so abgerundete nnd wirkungsvolle Darstellung stellenweise litt. Auch Fräulein Lotte Stelzer (Annemarie) sowie die Herren Hans Marschner )Wurster), Beck (Exzellenz) und Spiegel (Peter) verdienen anerkennend erwähnt zu werden. Vermischtes. Möbel-Behandlung. Neue Möbeln erfordern eine große Aufmerksamkeit und sorgfälttge Pflege, denn nur allein durch eine geeignete BeHand-lungsweise ist ihr schönes, glänzendes Aussehen dau-ernd zu erhalten. Damit keine Schrammen entstehen, muß der Staub stets mit einem sehr weichen Staubtuch entfernt werden, mindestens aber zweimal in der Woch: sind die Möbel mit einem trockenen Fen-sterleder kräftig abzureiben. Beginnt das Holz aus-zuschwitzen, so werden die betreffenden Stellen mit einem in warmem Boraxwasser angefeuchteten Tuch bearbeitet und mit dem Fensterleder nachgetrocknet. Je intensiver die« Verfahren ausgeführt, desto er-folgreicher die Wirkung. Sind die Ausschwitzungen gänzlich verschwunden, so erwärme man in einem Gesäß etwas gelben Wachs, dem. nachdem man das zerlaffene Wachs vom Feuer entfernt hat, soviel Terpentinöl hinzugesügt wird, daß nach dem Erkalten ein dickflüssiger Brei entsteht. Mit einem leinenen Läppchen trage man alsdann immer stellen -weise und möglichst dünn von dem Brei auf uud reibe mit einem dicken, wollenen, falten- und naht-losen Tuch tüchtig nach, bis die Sachen spiegelblank erscheinen. Durch diese allerdings etwas mühevolle BeHandlungsweise konserviert man die Möbel vor-züglich und erspart die Kosten für die sonst unbedingt notwendige Neuaufpvlierung. Auch alten Möbeln verleiht die Politur Glanz u«d Frische; selbstverständlich muß solchen Auffrischungen eine gründliche Reinigung mit warmem Wasser, Seife vorangehen. Die Politur ist äußerst haltbar ; in täglich beuützten Räumen genügt es, die Möbel zweimal im Jahre zu reinigen und zu waschen. RodinunddiedeutscheKunst. Zwischen französischen und deutschen Kunstempfinden klafft eine große Lücke, und manche ihr-r größten Meister kann nur die eigne Nation versieben oder gar lieben. Wie der große französische Bildhauer Rodin über die deutsche Kunst denkt, erfahren wir aus einem Aufsatz Paul Lothringers, der im neuesten Heft von „Westermanns MonatShesten" (Nr. 651) erschienen ist. Lothringer gibt da u. a. ein Gespräch mit Rodin wieder, daS in der Frage des deutschen Schrift-stellers gipfelte, ob der französische Künstler von seinem Standpunkt der unbedingten Wahrhaftigkeit in der Wiedergabe der Wirklichkeit die deutsche Kunst liebe. „Ja", entgegnete Rodin. „ihrer absoluten Ehrlichkeit wegen. Denn sie ist der Natur gegen Über viel ehrlicher wahrheitsliebend als die Kunst der meisten andern Völker. Freilich fehlt auch das Gegenspiel nicht, so daß bei Ihnen viel schlechte Kunst entsteht, die viel anspruchsvoller, emphatischer und verlogener ist. als dies bei andern Völkern ge-sunden wird. Aber die große Kunst, die in Deutsch-land geschaffen wurde, ist so ziemlich das, was jeden ehrliche« Schöpser als Ideal vorschweben mag. Porträtist wie Hans Holbein ist einer der aller-größten Weltkünster überhaupt und während der Zeit seines Lebens, was Berrocchio nur in einzelnen Werken erreicht ha,. Die große Erscheinung eines Dürer steht würdig an seiner Seite, und es gibt wohl wenig Bölker, die zwei derartig vollkommene. Erscheinungen auszuweisen haben." Einen tollen Streich von Joses Kainz erzählt der Wiener Schriftsteller Franz Zwey brück in persönlichen Erinnerungen an den großen Künnler, die .WestermannS Monatshefte" in ihrem neuesten Heft (Nr. 651) veröffentlichen. Kainz pflegte gern von feinen Gastspielreisen zu erzählen, die ihn früher weit im Lande herumwirbelten und mit ihrem gol-denen Segen die schweren Sorgen entbehrungsreicher Jzhre vertreiben halsen. Er charakterisierte Städte und Bühnen in seiner launigen Art und schonte keineswegs sich selbst und seine sorglose Manier. So hat er seinem Wiener Stammtisch von K «in stiern und Kunstfreunden einmal erzählt, wie er dazu ge-kommen, den Posa zu spielen. Ihm, dem herrlichsten Carlos, hatte der edle Malteser immer fern gelegen. Da habe er aber auf einer umfassenden Gastspieltournee nach dem nordöstlichen Deutichland sich einer ärgerlichen Bergeßlichkeit schuldig gemacht nnd zwei Bühnen die gleichen Abende für sein Auftreten zu-gesichert. Agenten und Sekretäre zerbrachen sich den Kops, um zu helfen, doch vergebens, bi» endlich ein erfahrener Impresario ausrief: „Es ginge wenn Sie in L. um halb zehn Uhr abends schon den Nummer 89 Deutsche Wacht Seite 5 durchgehenden Eilzug benutzen könnten." — „Aber was spielen?" fragt« Kainz. — Man riet hin und her. Keine der großen tragischen Rollen vertrug so frühen Ausbruch Da fiel eincm der Posa ein „Habe ich nie gespielt," meinte verdrießlich der Künstler. — „Aber um Himmels willen", wurde ihm erwidert, „das können Sie doch fertigbringen. Die Schlag-worte kennen Sie ohnedies durch den Carlos. Auf der Fahrt memorieren Sie." In L. langen Sie mittags an, bestellen sich rne Probe und werden recht gut um neun Uhr fertig, da man im fünften Akt den bereits toten Posa nicht mehr benötigt." — Und nun erzählte Kainz weiter: „Ich willigte ein, aber mein Pech wollte, daß auf der Fahrt in mein Coup« der bekannte Bühnenautor N. einstieg und iein neueS Stück mit mir besprach. Von Memorieren war also keine Red«. Der Zug hatte Verspätung, und als ich endlich in L. unter wütendem Schnee-gestöber anlangte, war an eine Probe nicht mehr zn denken. So betrat ich den» in unendlichem Ver-tiauen aus den Souffleur und aus mein Mimenglück di« Bühne. Im Ansang gingS noch, dann aber vermochte der Mami im Käst«« unten mir nicht weiter-zuhelsen. Ich selbst geriet in eine solche Verlegenheit, daß ich nichts andres wünschte, als nur schnellstens fortzukommen. Nie hat wohl noch ein Posa die schönsten Wirkungen so jämmerlich verschleudert. Zn der großen Szene mit dem König kam die Wechsel-rede ins Stocken, und ich versichere euch, daß mein überraschend schlagfertiger Partner meinem Versagen an entscheidender Stell« damit auShalf, daß er mit durchbohrendem Blick an mich die Worte richtet«: „Ihr wollt Gedankenfreiheit". Auch der Abschied von der Königin ging gänzlich fehl. Selbst die Wort« „O Königin, das Leben ist doch schön.'" waren mir entfallen, denn ich wußte, daß es bereits ein Viertel zehn geworden war. Ich riß das Kostüm vom Leibe, warf den Pelz um und stürzte zum Schlitten hin-unter, der mich auf die Bahn führte. Zn D. fand ich bereits ein Telegramm deS Direktors vor, der mich warnte, in nächster Zeit irgendwie L. zu be° rühren, denn die wülcnden Primaner hätten ge-schworen, mir etwas anzutun." Die Entrüstung d«r bravkn Jungen über «in« derartige frivole BeHand-lung ihres große» Dichters war übrigens, fügen »WeftermannS.Monatshefte" hinzu, ganz berechtigt. Herichtssaat. Zwei jugendliche Einbrecher. Der 14jährige Schneiderssohn Johann Hrup aus Hrastnigg und der 11jährige Schüler Franz Razberger aus Trifail entwendeten von Juli bis Mitte September aus dem versperrten Gewölbe des Arbeiter«Konsumvereines in Hrastnigg, Waren und Geld im Betrage von 116 Kronen. Johann Hrup wurde zu drei Monaten Kerkers und Franz Razberger zu 14 Tagen Verschließnng verurteilt. Auf der Strahe umarmt und abgeküßt. Als am 14. September der Lljährige Knecht Valentin «rot aus Gouobitz von Weitenstein nach Hause ging, traf er in Stranitzen, Bez. Gonobitz, die schwachsinnige Magd Maria Mejavsek. Er ging auf sie zu, begann sie zu umarmen nnd abzuküssen und wars sie schließlich zu Boden, um sie zu ver-gewaltigen. Auf ihr Schreien kamen Leute herbei und so mußte er von seinem Borhaben ablassen. Srot, der auch des Diebstahles, begange» an LukaS Ledinek angeklagt ist, wurde zu drei Monate» stren-gen Arrestes, verschärst mit einem Fasttage alle vierzehn Tage, verurteilt. Essigsäure getrunken. Am 19. August sandte die Besitzerin Helene Hostnik ihr 13jähriges Töchterchen in das Kauf-maunsgeschäft deS Josef Plevnik um einen Achtel-liier Essigsäure und gab ihr bereits ein Flüschchen mit. Der Kaufmann füllte ihr in dieses Flüschchen trotz der Ministerialverordnung, laut welcher Essigsäure >n kleinen Mengen nnr in verschlossenen Fla-scheu verlaust werden darf, die verlangte Menge Essigsäure. Zu Hause stellte das Mädchen die Essig-säure aus den Tisch nnd hier erreichte sie der zwei-jährige Franz Hostnil, welcher sie anStrank und am nächsten Tage starb. Helene Hostnik wurde zu einer Woche, Joses Plevnik zu zehn Tagen strengen Ar-restes, verschärft mit je 2 Fasten verurteilt. Einen Gemeindeausschuh gebissen. Am 25. Juli kam eS am Annaberge in Pa> netsch bei Gairach beim Jakobtseste zwischen den Burschen aus den einzelnen Dörfern im Rotovnik'schen Gasthause zu einem Streite. Um die Ruhe wieder herzustellen, baten die Leute den Gemeindeausschuß Johann Uriej um Hilse. Dieser forderte im Gastzimmer den größten Unruhestifter, Franz Planiniek auS St. Martin bei Windifchgraz auf, das Gasthaus zu verlassen und da er dieser Aufforderung nicht Folge leistete, wiederholte Ursej seine Aufforderung im Namen deS Gesetzes als Gemeindeorgan. Nun-mehr griff Planiniek nach einem Messer, hieb und dieß nm sich und sprang aus Ursej mit dem Messer loS. Sodann ersaßt e er den Gemeindeausschuß. der sich zur Wehre setzte, noch beim Kragen und riß ihm die Halsbinde herunter. Erst den übrigen Bur-sehen gelang eS, ihn aus dem Zimmer zu besörder». Planiniek wurde wegen Wachebeleidigung und Kör-perverletzung zu 6 Wochen Arrestes verurteilt. Infolge Unvorsichtigkeit ein Kind verbrannt. Wie wir seinerzeit berichteten, erlag das sechs Monate alte Kind der Besitzerin Rosalia Podsedensek in Trennenberg den Brandwunden, die es durch das Umstürzen einer Petroleumlampe erlitt. Podsedensek legte nämlich ihre sechs Monate alten Zwillinge eingewickelt aus den Bauernosen, aui dem auch eine brennende Petroleumlampe stand. Sie begab sich in die Küche zur Arbeit und ließ die Kinder ohne jede Aufsicht zurück. Als sie die Kinder schreien hörte, lies sie inS Zimmer und bemerkte zu ihrem Entsetzen, daß die Lampe umgestürzt war und die Wickeln bereits vou den Flammen ersaßt waren. Sie löschte schnell die Flammen, aber das eine Kind hatte schon derartige Brandwunden erlitten, daß es am folgenden Tage starb. Deshalb hatte sich am 3. November Rosalia Podsedensek vor dem hiesigen ErlenntniSgcrichte z» verantworleil und wurde zu zehn Tagen strengen Arrestes, verschärft mit einen hartem Lager verurteilt. Tod in den Wellen. Am 10. September trug Franziska Povodnik in die Mühle des Franz Bodicer in Zabukovje bei Lichtenwald Getreide. Um zur Mühle zu gelangen, mußte sie einen Steg überschreite», der über den Lichtenwalderbach von der Straße bis zur Mühle führte. Hier rutschte sie aus und da auf dem Stege kein Geländer angebracht war, fiel sie in den Bach und fand auch iu dessen Fluten den Tod. Für dieses Unglück wurde der Müller Bodicer zur Ber-antwortung gezogen, da er es unterlassen hatte, den Steg mit einem Geländer zu versehen. Der Angeklagte mußte das Unglück, das hier einmal ge-schehen mußte, voraussehen und dies umsomehr, da der Steg über 14 Meter lang und kaum 60 cm breit ist. Das Ueberschreiten dieses Steges war immer sowohl sür Kinder als auch für Erwachsene mit den größte» Gefahren verbunden. Trotzdem unterließ er es, an dem Steg ein Geländer zu be-festigen. Das Urteil lautet auf eine Woche strenge» Arrestes, verschärft mit zwei Fasten. Messerhelden. Am 8. September kam es im Gasthaufe des Grom in Lasche bei Gonobitz zwischen Alois Cene und Gregor Korosec zn einer Ranserei. Der 20jäh° rige Besitzerssohn Binzenz Lovreniiö kam seinem be-drängte» Kollege» zu Hilfe, während Joses Paj Ruhe stiften wollte. Sogleich wendet: sich der nun angeklagte Lovrenci! gegen den Paj und versetzte ihm mit seinem Messer Stiche in den Ellbogen und die Achsel, weshalb er vorgestern zu 6 Monaten schwere» Kerkers, verschärst mit einer Faste monat-lich, verurteilt wurde. Ebensalls am 8. September kam eS zwischen den Brüdern Leskosek au« Podpetsch bei MontpreiS einerseits uud Joses Zalokar andrerseits zu einem Streite, in dessen Verlause Josef Leskosek dem Za-lokar eine Ohrseige versetze. Dies erzürnte ihn sehr und er ginA deshalb mit offenem Messer den Brü-den» Leskosek nach. Der Vater der Leskosek wollte Ruhe stiften und versetzte sowohl seinem Sohne als auch dem Zalokar je einen Peitschenhieb. Nun machte Zalokar von seinem Messer Gebrauch und brachte dem Leskosek sei,, durch einen Stich in die Wange eine schwere Verletzung bei. DaS Urteil lautet auf zwei Monate Kerker. Undank ist der Welt Lohn. Die Brüder AloiS und Franz Kaplja, Tag-löhner aus St. Marein bei Littai in Krain suchten sich ohne Arbeit durchs Leben zu bringen. Am 31. Oktober kamen sie von Trisail nach Ojstro, Bezirk Tüffer. Franz Kaplja bettelte bei der Be-sitzerin Aloisia Peterlin und erhielt 10 Heller, während unterdessen AloiS Kaplja der Besitzerstochter Leopoldine Rotter einen vor dem Hause gestandenen Regenschirm im Werte von 3 Kronen entwendete. Nachmittag» bettelten sie bei mehreren Bergarbeitern nnd kamen auch in daS HauS des Werksührers Franz Laznik. Während AloiS Kaplja vor dem Hause stehen blieb, ging sein Bruder Franz in daS Haus betteln. Laznik, die mit ihrer Tochter die Zimmer aufräumte, stellte die Stiefeln ihres Mannes ins BorhauS. Da Franz Kaplja die Laznik um milde Gaben bat, ging sie in die Küche und bracht« ihm in einer Schüssel Speise. Im Borhause be-merkte sie sogleich den Abgang der Stiefeln und stellte den Kaplja deswegen zur Red«. Er wollte jedoch davon nichts wissen und als ihn die Laznik des Diebstahles beschuldigte, stieß er sie mit der Faust in die Brust und lief sodann davon. Von den Gendarmen wurden bei diesem Brüderpaar sowohl die Stieseln als auch der Regenschirm vorgefunden und diese beiden arbeitsscheuen Landstreicher dem Be-zirkSgerichte Tüffer eingeliefert. Dr. Kukovec wegen Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre verurteilt. Bor dem hiesigen Bezirksgerichte, Einzelrichter Dr. Stepischnegg fand am Dienitag, den 2. No-vember dieses Jahres die Verhandlung gegen Dr. Kukovec statt. Der Angeklagte hatte im Jahre 1908 zur Zeit der September - Ausschreitungen in Cilli eine ganze Menge angesehener Personen der hiesigen Staatsanwaltschaft als Urheber oder Täter beanzeigt und si: verschiedener Verbrechen und Ber-gehen grundlos verdächtigt. Gegen alle diese Per-sonen wurde die Untersuchung eingestellt. Wegen des Inhaltes dieser Anzeigen wurde Dr. Kukovec von den betreffenden Personen geklagt und er mußte schon vor der Verhandlung vielen Personen Ehren-erklärungen abgeben, um einer sicheren Verurteilung zuß entgehen. In den übrigen noch anhängigen Fälle» war der Angeklagte gezwungen, den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen zu erbringen, der ihm jedoch vollständig mißlang. Es kamen am Dienstag noch folgende Fälle zur Verhandlung. Der Angeklagte beanzeigte Herrn Jarmer, Holzhändler in Gaberje, er habe feine Angestellten zu den Aus-schreitungen verleitet und sie auch unterrichtet, wie sie es machen sollten. Herr Amtsvorstand Doktor Ambroschitsch beanzeigte Dr. Kukovec, daß er den Demonstranten .Freibier" verabreichen ließ und daß er zu diesem Zwecke von der Südmark den Betrag von 500 Kronen erhalten habe. ES kam in diesem Falle ein Vergleich dahin zu Stande, daß Dr. Kukovec eine Ehrenerklärung ausstellte, in der er alle diese Behauptungen widerrief und sein Vorgehen be-dauerte. Zur Tragung der diesbezüglichen Kosten mußte er sich selbstverständlich verpflichten. Die Aerzte des hiesigen Landesspitals Dr. Gregor Jesenko und Dr. Paulitsch sowie die städtische Sicherheit^ wache beschuldigte Dr. Kukovec in anderen Anzeigen der Vernachlässigung ihrer Pflichten. In allen diesen Fällen mißlang ihm der Wahrheitsbeweis. Doktor Kukovec wurde nach durchgeführter Verhandlung wegen Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre nach den §§ 483 und 493 zu einer Geldstrafe von 60 Kronen, im Uneinbringlichkeitssalle zu 6 Tagen Arrest und zur Zahlung der Gerichtskosten verurteilt. Bon der Anklage der städtischen Sicherheitswache wurde er freigesprochen. Der Vertreter der Sicher-heitSwache meldete gegen dieses freisprechende Urteil die Berufung an und der Vertreter deS Herrn Jarmer wegen zu geringen Strafausmaßes. Diese Verhandlung hat demnach klipp und klar gezeigt, daß Dr. Kukovec grundlos und in böser Absicht verschiedene angesehene Personen beanzeigt hat. die mit den Ausschreitungen in den Septembertagen «n gar keiner Verbindung gestanden sind. FRIIZ RASCH, iicMimg, CILLI. Schrifttum. Georg von Vaals Allgemeiner deut-scher Muster-Briefsteller und Universal-Haus-SekretLr. Bierzehnte, gänzlich umgear-bettete Auflage. In 13 Lieferungen ü 50 Heller. Auch shon komplett gebunden 7 Kronen 20 Heller. (Lieferungen 11 bis 13, Schluß.) A. Hanleben's Verlag in Wien. „Bücher haben ihre Schicksale!" Einzelne derselben haben mehr Erfolg, andere we-niger, aber die Mehrzahl derselben geht in der Masse von Neuerscheinungen unter und gelangt nicht zur Geltung. Anderen Büchern dagegen ist ein glän» Seite 6 Deutsch- Wacht Hummer 89 ^XCj w«nn SU verschnupft, htiser, verschleimt sind und schwer athmen, Feller'» Fluid m. d. M. „Elsafluid". 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B. von den GeburtS-bis zn den BerlobungSanzeigen sowie sär freudige und traurige Borfälle, von Entschuldigung«« und EinladungSbriefen, die sich selbst bis zu den vielfa-chen Fällen von Glückwunschschreiben erstrecken. Auch für Toaste und Grabinschriften ist gesorgt und man kann behaupten, G. v. GaalS Musterbriessteller be-gleitet das Leben von Anfang bis zu Ende. Aber auch alle Aeußerungen und Porfälle des geschästli-chen Daseins sind in unglaublicher Anzahl berück-sichtigt, ja alle Arten von Eingaben und Klagen an Aemter und Behörden, Muster zur Abfassung von Privaturkunden, Testamenten :c., Münzen, Maße und Gewichte sowie Tabellen aller Art sind in die. sem ganz unschützbaren Buche enthalten und so er-klärt sich auch die allgemeine Beliebtheit, deren sich G. v. Gaals Muster-Briessteller auch in seiner nun vorliegenden 14. Auflage ersreut. Verstorbene im Monate Oktober 1910 Thomas Waida, 74 Zahre, Bezirkssekretär i. R. aus Cilli. Franz Wernig, 24 Jahre, Hasnergehilse ans St. Georgen a. d. S.-B. Johann Groß, 23 Jahre, Rekrut auS Cilli. Anna Stojan, 15 Tage, Hausmeisterinkind aus Cilli. Stefanie Werdoufchegg, 2 Jahre, Schneiderskind ans Cilli. Johann Mraz, 5 Jahre, BiersührerSkind aus Cilli. Maria Dimetz, 78 Jahre, Näherin aus Cilli. Matthäus Korinschek, 76 Jahre, Private aus Cilli. Im allgemeinen Krankenhaufe: Jakob Dreflak, 46 Jahre, Knecht aus Unter-Set- schovo, Bezirk Pettau. Karl Reberset, 45 Jahre, Oberbauarbeiter aus St. Georgen a. d. S.-B. Maria Filej, 52 Jahre, Taglöhnerswitwe aus St. Georgen a. d. S.-B. Theresia Sentjurc, 62 Jahre, Bergmannswitwe auS Trifail. Franziska Ropotar, 8 Jahre, Schülerin aus Cilli. Anna Roß, 51 Jahre, Schuhmachersgattin aus Cilli. Lorenz Pirs, 48 Jahre, Taglöhner aus Stadldors. Michael Grosscg, 70 Jahre, OrtSarmer aus Hölldorf. Franziska Anzlin, 76 Jahre, OrtSarme aus Skalis bei Windischgraz. Maria Fabiani, 59 Jahre, Bedienerin aus St. Paul bei Pragwald. Josefa Tosant, 19 Jahre, Taglöhnerin aus Umgebung Cilli. Albert Serbec, 7 Monate, Kind aus Gaberje. Jakob Supanc, 75 Jahre, Gemeindearmer ans St. Georgen a. d. S.-B. Amalia Strasek, 28 Jahre, Schuhmacherstocht-r aus Cilli. Matthias Gnzej, 63 Jahre, Schuster aus Tüchern. Josesa HSkrac, 30 Jahre. Taglöhnerin ans Bischof-dorf. Deutsche, unterstützt eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus-gegebenen WirtfchaftSgegenstände (Zündhölzer, Seife u. dgl.) das euch nichts kostet und den Bereinen Nutzen bringt! Gebraucht fleißig die Wchrfchatzinarkcn! Gedenket bei Wetten und Spielen der deutschen Schutzvereine! * Vortreffliche* Schutzmittel! SSH "g f -gi gogan all« Inlectiona-2 IUW KmiUMtsa; dem reinen SraxKlelien entspringend. Bei vielen Epidemien gBnsend bewährt. 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Am Abende dieses Geburtstages aber versammelte er eine Anzahl Freunde in seiner Wohnung, um ihnen den „Corregidor" in seiner nenen Bearbeitung vorzuspielen; nach dieser musi-kalischen Soiree ging es gemeinsam in den „Braunen Hirschen," Wolfs StammwirtShauS, wo man noch lange Zeit fröhlich beisammen war, wo-bei Wols sich nicht einmal durch die gutgemeinte, aber sür unseren allem Offiziellen abholden Künstler doch zu pathetische „Festrede" eines der Teilnehmer stören ließ. Am 22. April 1897 konnte dani: die Grün-dungsfeier des neuen Vereins stattfinden. Wolf nahm natürlich nicht teil, freute sich aber doch herz-lich über den glänzenden Verlauf dieser Eröffnung, der zu den schönsten Hoffnungen sür die Zukunft berechtigte. Ja schließlich fängt er selbst an, für den Verein zu wirken, indem er Faißt, der natürlich auch Mitglied war, aufforderte, im schönen Schwabenland neue Vereinsbrüder zu kapern. Bald winkten nun dem Künstler auch neue schöpferische Ausgaben. Zu Weihnachten 1896 hatte er von Paul Müller die Gedichte Michelangelos geschenkt be« kommen. „Ich sehe schon einen stattlichen Lieder« abend nach Michelangelo vor mir. Sind das Herr« liche, urkräftige Sachen!" hatte Wolf in seinem DaukfagungSbriese geschrieben. Nun wurde es ernst mit der Komposition. Allein nur drei Nummern wurden fertiggestellt (die eine davon ist als Beitrag zu dem Werke der deutschen Tonkünstler heraus-gegeben zugunsten deS Deutschen Studentenheims und des Deutschen HauseS in Cilli gestiftet worden). „Leider bin ich durch mancherlei Widerwärtigkeiten aus der guten Stimmung gerissen worden und noch immer nicht dazugekommen, den Faden wieder anzuknüpfen, doch hoffe ich bei nächster Gelegenheit ins rechte Geleise zu kommen." So klagt der Künstler in einem Bries an Kausfmann; allein seine Hoffnung sollt« sich nicht erfüllen. Es ist bei den drei Michelangeloliedern ge-blieben, die gleich BrahmS „Ernsten Gesängen" so recht den Schwanengesang des Künstlers bilden. UebrigenS waren es nicht Widerwärtigkeiten allein, die unseren Künstler von den Michelangelo-Kompo-sitionen abzogen, sondern mehr wohl noch eine neue große Ausgabe, die sich ihm plötzlich lockend wies. Er saßte den Entschluß, ein zweites dramati-scheS Werk zu schaffen, und zwar kam er dabei wieder auf den Stoff „Manuel Venegas' von Alarcon, den er, wie wir sahen, schon früher in Aussicht genommen hatte. Wolf weinte vor Erschütterung und Ergriffen« heit, al« er die Dichtung gelesen hatte, und mit Allgewalt zog es ihn, die Komposition alsbald zu begmuen. Allein noch galt es allerlei Kleinigkeiten an der Dichtung zu ändern und zu bessern, und Wolf war viel zu bedachtsam und gewissenhast, um sich von seiner glühenden Arbeitslust sortreißeu zu lassen. Zur Stärkung seiner Gesundheit nahm er damals auch Radfahrunterricht und machte im Juli einen lang projektierten Ausflug nach Traunkirchen. Allein er hatte keine rechte Ruhe mehr. Eigentliche KraukheitSerscheinungen machten sich jedoch noch nicht geltend. Wohl klagte er bereits feit Monaten oft über eine unerklärliche, bleierne Müdigkeit, die ihn zeitweise befalle, und über furchtbare Träume, bie — it)n zur Nachtzeit quälten, allein im großen und ganzen wies äußerlich nichts auf die schwere Kata-strophe hin, die alsbald eintreten sollte. Ansang I August begann nun die kompositorische Arbeit an der neuen Oper, und am 10. August konnte er Faißt bereits daS rüstige Vorwärtsschreiten der Komposition melden. Genuß bereitete ihm damals auch der Besuch der Hosoper, die unter der Direk-tion Gustav Mahlers sich künstlerisch sehr gehoben hatte, so daß man es, wie Wolf sich ausdrückte, wieder wagen durfte „jene unheiligen Hallen zu betreten." Die Arbeit am Manuel VenegaS nahm indessen immer mehr den Charakter einer krankhaft fieberhaften Tätigkeit an. Am Ib. September er« hielt Haberlandt solgende Karte: Lieber Michel! Gestern nachmittag den ganzen Monolog des Manuel in einem Zuge aufgeschrieben, trotz viel« facher Störungen durch Besuche. Rufe für nächsten Sonntag alle Getreuen unter die Fahne. Ich werde aus der neuen Oper vorspielen. Herzlichst Dein Hugo Wolf. Und am Tag darauf kommt ein Notenblatt mit zwei Motiven aus dem neuen Werk. „Brüh-warm! eben aus der Pfanne! Bin außer mir! Verkauft's mein Gwand! Bin selig! Rase!" lauten die beigeschriebenen ekstatischen Jubelrnse. AIS Haberlandt von Besorgnis erfüllt zn ihm -,lte, er-schrak er über das verstörte Aussehen des Freunde» sowie über seine verworrenen Reden. Allein Wols versicherte, nie sich so wohl gefühlt zu haben wie jetzt und wies jedes Ansinnen, die Arbeit zu unter» brechen und sich kurze Zeit Erholung zu gönnen, zurück. Er versprach auch, Sonntags zu Haberlandt» zu kommen und sein Werk vorzuspielen. „Wer fühlt mein Entsetzen nach," erzählt Haberlandt in seinen „Erinnerungen", als Sonntags sehr früh am Morgen. Hugo Wolf mit verstörter Miene, totblaffen Angesichts, den Wahnsinn im starren Auge, mir wenige Schritte von unserem Haufe in Perchtoldsdorf entgegentrat und in fchauerlicher Verwirrung der Vorstellungen auf mich einzureden begann, was eben nur ein krankes Hirn eingeben mag? Ich schweige von dem Jammer und Entsetzen dieses Tages, da der Unglückliche der 24 Stunden nichts gegessen und nicht geschlafen hatte, bei un« nach dem MittagStisch erschöpft ein-schlummerte und. spät erwacht, in allem Wahn sich sogleich seines Vorhabens erinnerte, den Getreuen die neue Oper vorzuspielen. Ich schweige von diesem schauerlichen Abend, von einer mehr Shakespearischen Phantasie des Schicksals gedichtet, der heute mehr wie ein Traum denn als Wirklichkeit in meiner Er-inncrung steht: da der Wahnsinnige im Streife feiner entsetzte» Freunde seine göttliche Musik spielt, von seinem armen, unglücklichen Leben spricht und sich nun geborgen, am Ziel, im schoß des endlich erlangten Glückes fühlt! Als ich ihn dann, nachdem man ihn nach Wien gebracht, am Morgen nach der bangsten Nacht iu die Anstalt zu geleiten mich anschicke, hat sich die Erregung von gestern noch gesteigert, >ede Besinnung ist dahin, alle Türen dieser Seele, selbst die geheimsten, stehen offen, und durch den entflammten Bau dieses Geistes raste wie ein Windstoß die flackernde Phantasie des Wahns." Der arme «ranke hatte die Wahnidee, er sei »um Direktor der Wiener Hosoper ernannt worden. >m Glauben an diese Vorstellung ließ Wols sich überreden. Direktor Mahler seinen Besuch zu machen. Er legte schwarze «leider an. alle», anstatt zu Mahler wurde er in die Svetlinsch« Nerven. Heilanstalt in Wien gebracht. ES ging rascher mit der Wiederherstellung, als man gedacht hatte. Freilich, darüber konnte kein Zweifel fein, daß von einer dauernden Gesundung nicht mehr die Rede sein konnte. Es handelte sich lediglich um eine medizinisch sogenannte Jntermission der KrankheitSerscheinungen, die unter Umständen jahrelang dauern kann, aber notwendig wieder zu einem neuen AuSbruch der Krankheit fuhrt. Hu so-fern ist die paralysis progressiv», an tet Wols nach dem Gutachten der Aerzte litt, unheilbar. Schon während deS Aufenthalte» in der Anstalt hatte sich Wolss Zustand soweit gebessert, daß er stch wieder mit Musi! befaffen konnte. Er instru» mentierle einige Lieder, schrieb für seine „Penche-silea" einen langsamen Zwischensatz im dritten Teil und beschäftigte sich auch mit Opernplänen. Freilich zu einer ruhigen geistigen Konzentration kam es nicht, und seine Ideen gediehen nicht über Plan und Entwurf hinaus. Seine Sehnsucht nach der Welt und nach Besreinng aus der Anstalt wurde erfüllt. Am 24. Januar 1898 wurde der Künstler als vorläufig geheilt entlassen und trat alsbald eine längere Reise an. Ueber Graz, Cilli und Hochenegg (damals weilte Hugo Wolf auf dem Gute unseres Landtagsabgeordneten Moriz Stallner und bei seiner Schwester Käthe, verehelichte Salo-mon, in Cilli) ging eS nach Trieft, Jstrien, Luffm-piccolo, Abbazia und von da über Windifchgraz und Salzburg wieder zurück nach Wien. Eine ge> wisse Unruhe treibt ihn von Ort zu Ort. In seinem Benehmen war nichts AussallendeS, nur^viel \ ruhiger schien et geworden als früher. Seine Briese an Haberlandt und Faißt sind ganz m dem alten gewohnten Stil gehalten und lassen von Ver stimmung wenig merken. Am 3. März kam Wolf nach Wien zurück; nachdem er einige Tage im Hotel gewohnt hatte, bezog er eine neue Wohnung in der Mühlgasie, d:e ihn dergestalt entzückte, daß er am liebsten gar nicht mehr aus dem Hause gehen wollte. Diese gute Stimmung hielt dauernd an. Er verkehrte wie früher mit den Wiener Freunden, beschäftigte sich auch gelegentlich mit dem Manuel Venegas und mit der Veröffentlichung feiner drei Michelangelo-Lieder. wobei er angesichts der vielen Druckfehler in den Korrekturen gelegentlich auch wieder in feine „alte ehrliche Wut" kommen konnte. Im Anfang Mai begab sich Wolf als Gast der befreundeten Familie Köchert nach Traunkirchen. Vorher hatte er noch einen Aerger über die ziemlich unbefriedigend ausgefallene Straßburger Premiere des „Corregidor" durchzukosten; die Ausiührung hatte ihm eine .großartige" Tantieme von 28 Mark 51 Pfennig abgeworsen. In Traunkirchen besand er sich ansangS sehr wohl. Die Bäder ,m See und die frische GebirgSlust stärkten seine Gesnndheit, und der Verkehr mit befreundeten Leuten erheiterte ihn. Auch Paul Müller aus Berlin besuchte ihn. Wolf