Nr. 175. Pl»numel»ll«n»p»««»: N» «bmpt«il ,an»l. «. 1>, halbj. f«. 5 ü«, illlr bit ZufteUun, w» H«U» h»Ibj. »0 lr. M«t der Post gan,j. f». 15, h,1bj. fi, ? »«. Donnerstag, 2. August. 4 Heil» « l>., ««»«re »r. Heil« « k.l b«l « dilate ,Etrom »ell" allergnädlgst zu verleihen geruht. Der Minister für Eultus und Unterricht hat den Assistenten «n der Slaals.Oewerbeschule in Graz Johann «epuschütz znm Lehrer des Freihandzeichnens an der» selben Lehranstalt ernannt. «m 81. Juli 1877 wurde in der l. t. Hof. und Slaa!«> druckerei in Wien da« XXIV. Gtlill des Reichsgesetzblatte«, vorlaufig blo« in der deutschen Ausgabe, ausgegeben und versendet. Dasselbe enthlllt unter «r. Lit da« Gesetz vom 6. Juli 1877, betttfftnd die Bedingungen und Zugestündlilsse !iir die Sichelfiellung einer Lolalbahn von Wicn nach Aspang; "l. 63 die provisorische Veroidnung des Nclerbauminislerium« vom 9. Juli 1877, betreffend dic Abhaltung von Prusm'gen luv da« Lehramt des Ovst- und WeinbuNs» und der Kellst» wiithschait un Acktlbau-, Obst: nnd Wembnischulen; l«r. 64 da» Gesetz v°m 15. Inli 1877. bclrefteud die Mafimal- larift fllr die Personmbeslirderung auf den Elsenbahilen; «r. 65 t«s Gesetz vom 18. Juli 1877. wodurch dle au« einem Nealilälentaulcht sich ergebexde Vermehrung des von Leo» pold Freiherr« v. Haan errichteten Fideicommifst« bewilligt wild. (Wr. Ztg. Nr. 173 vom 31. Juli 1877.) Nichtamtlicher Theil. Zur Situation in der Oiientfrage. Trotz aller vereinzelten Hemmungen und trotz der militärischen Anstrengungen, welchc noch in der eilsten Stunde in Konstaminopel gemacht werden, dürfte der Siegesmarsch der russischen Truppen über den Ballan kaum mehr zu hemmen sein. Gerade die Freimüthigteit, »it welcher die russische Heeresleitung die Schlappe ein» yeftanden, welche ein Armeecorp« bei Plewna erlitt, ist »l« ein Ztlchen ihrer Zuversicht und de« Gefühls der Ueberlegeuheit zu deuten. Waren ernste Eonsequenzen nus dem Ereignisse abzuleiten, so würden die offiziellen ^usslschtn Depeschen dann schwerlich Vorschub geleistet Men. Die türkischen Strclllrüfte auf dem östlichen Ge« biele de« Kriegsschauplatzes sind zwar noch völlig intact, allell, die Erfolge, welche die Pforte in den letzten Tagen zu verzeichnen halte, sind ungleich mehr auf Rechnung «r Tapferkeit und Begeisterung ihrer Truppen, als auf ^ltchnuna der Führung zu sehen. Jedenfalls scheinen Nch die Russen durch die Flanlenstellung der auf Schumla stslützten türkische!, «rmee in ihrem Pormarsche nicht _________________________ Anastasiuö Grüns (Anton Grafen v. Anerspergs) Briefwechsel mit einem Laudsmanuc. Veröffentlicht von Josef Limperman. (Fortsetzung.) X. Thurn am Hart, 26. Juli 1874. Sehr geehrter Herr! st« ^ ^' ^ '^ IlM" jüngst schrieb, leinen voll. «ü ^" Abdruck meiner Veldeser Gedichte btsihe "o doch zugleich Ihrem für mich sehr schmeichelhaften AÄ, « "achlommen möchte, so übersende ich Ihnen im neb«, c ^ einzige Abschrift, welche mir sellier zu« ^le kl ' ^ ich aber wieder bcnölhige, weshalb ich hick '"^ ""^ genommener Durchsicht dieselbe tin? ^ ?" ^ ""lh mehrere Tage zu verweilen beabsich. »e. gefälligst rücksenden zu wollen, wie,, i.'"'"°ls danke ich Ihnen für die Mittheilung der «^.".treffenden Stelle aus Herrn Stritars Briefe. lira/,«"!' ^ "^ ^'^ °"^ ^""^^ gegenseitiger De> flbr !^/'"°uder nicht näher kommen sollen, was mir " fürck» ^' Herr Stritar sucht mich nicht auf, weil niemals >!' '"^ ungelegen zu kommen (was übrigens lion w »^ ^°^ ^^" ^°"") u»d wartet auf meine Ella-Nrtia,?. ^ ^ meinerseits wieder au« Zartgefühl und allerdi U'""^sse, ^"b"n ich es vorziehe, ihm in seiner "bzustat! ^"^ entlegenen Wohnung meinen Brsuch li»«n unx"', ^^" ^ '"^ leider während meiner flilch. und lons.l "^"' Nnwesenheitcn in Wien vor Sitzungen Sie it»m!? Geschäften bisher an Zeit gebrach. Wenn ^ wieder schreiben, ersuche ich Sie, ihm nebst irre machen zu lassen. E« wäre vielleicht voreilla, die Geschicke des Feldzuge« jetzt schon »ls völlig entschieden zu betrachten, aber alle Wahrscheinlichkeit spricht für den Sieg des russischen Heeres, da« mit den Streifscharen seiner Vorhut schon jetzt die in da« Herz des Reiches nach Adrianopel führenden Strahenzllg« beseht hält. Msglicherweife trennt un« daher nur mehr eine kurze Spanne Zelt von der eigentlichen Entscheidung dieses so tief in die politischen Interessen Gesummt. Europa's cinschneidendtn Kamvfe». Oellnat es den Nüssen, das Herr deS Gegners so taktisch zu schlagen und auf» zureibcn, so hat die Türlei lein« zweite Armee dem Geg. ner entgeaenzuwerfen. Wiederum würden sich an den Vefttz Nbrillnopels die tntscheidenden Fragen des euro« päischen Orientes knüpfen. So welt nur die Widerstandskräfte der Pforte in Betracht kämen, wäre Rußland im« stände, beides zu erzwingen: den demüthigenden Frieden oder die Eroberung Konstantinopels. Dem bedrängten Kalifen bliebe nur mehr ein Mittel übrig: die rollung der Fahne des Profeten, die Verkündigung des Glaubenskrieges. Allein Sultan Nbdul Hamid würde damit nicht nur die Pflichten und Rechte der Selbst, erhallung, er würde zugleich den Anachronismus pro. clamieren, welcher die Stellung des Islam inmitten de« modernen europäischen Slaalensistems bezeichne«, »eine Autorität der Pforte vermöchte den Leidenschaften einen Damm zu ziehen, welche die Aufwallung der religiösen Gefühle, die Verkündigung des Ehristenmordes als eines Gotl wohlgefälligen Werkes entsesseln würbe, so weit da« Symbol des Halbmonde« reicht. Und lein Wohlwollen einer fremden Macht lönnle die Türkei gegen bic politischen Eonsequenzen schützen, welche Uusschreitungen der mohamebanischen Elemente gegen das christliche in der öffentlichen Meinung aller zivilisierten Staaten nach sich ziehen würden. In jedem Falle — meint die ..Mont.'Neo.", der wir den vorstehenden Artikel emlthnen, — muß daher die Lage der Türlcl als eine sehr ernste, als «ine faft verzweifelte betrachtet »erden. Ohne die Schwierigkeiten zu erkennen, welche sich dem Vorwärtsbringen Rußlands noch entgegenstellen, wird man sich eingcftehen müssen, daß, geschehen nicht Zeichen und Wunder, die letzten militari» schen Entscheidungen laum mehr zweifelhaft sind. Der Entschluß der Pforte, die Vertheidigung fortzuführen, da« Letzte an das Letzte zu setzen, mag als ein münn, licher und ehrenhafter betrachtet werden, aber allem Er. messen nach werden die Ereignisse dahin führen, daß sie bald ihre Hoffnungen mehr auf das Wohlwollen Europa's als auf die eigene Kraft wird stützen müssen. Die Erklärung Englands, baß es leinen Frle. den anerlennen werde, der nicht die Zustimmung Europa's gefunden habe, die Ankündigung Oestcrreich'UngarnS, meinen achtungsvollsten Grüßen meinen herzlichsten Glück, wunsch zu dem neuen Ankömmling in seiner Familie zu entrichten. Möge das anmuthvolle kleine Wesen heran» blühen und gedeihen und viel Freude in sein Haus bringen ! Das Programm der Dimltz'schen „Geschichte Kr ains" ist mir nicht entgangen, und nach der vor» läufigen Inhaltsanzeige verspricht es reichlich und interessant zu werden. Ich habe mich auch bereits darauf subscribicrt. Möchte Dimitz die eine Hauptgrfahr ver. meiden, die Klippe nämlich, an welcher manche der Verfasser von Sprzialgcschichlen gar kläglich scheitern. Es ist dies die zu große Versenkung in lleine Details und Nebendinge, die den Blick in die Ferne und auf das große Ganze schwächen und abstumpfen. Der Mangel an einem grohen historischen Fernblick hat aber auch meistens den Mangel an ästhetischem Geschmacke im Gefolge, und Geschmacklosigkeit kann auch dem begie. rigslen Leser schon nach den ersten Blättern die ganze Lecture verleiden. Sie fragen mich, „was aus unserem armen Volle werden wird?" — Nur ein Profet könnte sich vermessen, die so ge» stellte Frage zu beantworten. Aber lön. ncn Sie mir die Wcge und Führer nennen, denen unser Voll folgen wird, so werde ich, ohne Profet zn sein, ihnen mit ziemlicher Sicherheit das Ziel bezeichnen, zu welchem es früher oder später, freiwillig oder unfreiwillig, gelangen dürfte. Die chaotischen Zustände, die wir durchzumachen hatten, waren nur die natürliche Folge jenes ersten großen Mißgriffes, welchen die damals noch vereinigten Alten und daß e« sich bezü^ich der Konsequenzen des Kriege« die volle Freiheit der Entscheidung vorbehalte, sind da« letzte Bollwerk derjenigen Interessen der Türkei, welche zugleich mit den berechtigten Ansprüchen und Interessen Europa'S zusammenfallen. Das liegt durchaus in der Natur der Sache, und es ist völlig unabhängig von den Eircularien und Telegrammen über russische Grausamkeiten, mit welchen die Pforte neueftens die Sympathien turova'« zu gewinnen sucht. Die Oefühle Ounp»'« anzurufen. Hal die Türkei schwerlich ein ganz unbestrittene» Recht, aber in dem politischen Urtheilt Europa's findet sie allerdings einen gewissen Ruckhall, und so wenig dieses Urtheil heule schon in bestimmte Formen gefaßt erscheint, der Vernichtung der Türlei, der bebingunHslosen Ausnutzung eine» Siege« Rußland« wird e« — und da» rüber ist auch das St. Petersburger Kabinett nie in Tüu» schung erhallen worden — Schranken zu ziehen wissen. Vom Kriegsschauplätze. ftieaen, um der Küstt zuzusteuern. Am Molo der Slaot standen circa 50 bewaffnete Türken und bei 20 Bulgaren, die uns mißtrauisch betrachteten und Mitne zu machtn schienen, sich unserer Landung zu widersetzen. Wir machten uns schußbereit und ruderten dnelt auf die Gruppe zu. Unsere Entschlossenheit schien den Leuten imponiert zu haben, denn sie zogen sich zurück. Da aber unser Kapitän fließend türlisch spricht, so forderte er sie zum Bleiben auf, indem wir nicht in feindlicher Absicht lämen, und fragte, ob Vulgarenfamilien im Orte wären, deren Sicherheit bedroht ist. Außer fünf Mann, die seit vier Tagen in einem vor dem Hafen verankerten Ponton versteckt und so weil sicher waren, als in Mangalia lein Boot war, um sich ihnen zu nähern, lehnten alle übri« gen unser Anerbieten ab, und motivierten dies damit, daß doch bald Kosaken kommen dürften und sie somit befreit sind, da, wenn sie ihre Häuser verlassen, die Türken sofort Feuer anlegen würden. — Infolge dessen dampften wir um 6 Uhr 40 Minuten in südlicher Rich, tung weiter, am Kap Karamanly und Tschablar Vurnu vorüber und langten um 9 Uhr abends vor Tranlula, Jungen gemeinsam begingen, indem sie das Werlzeug (die Sprache) höher stellten, als das eigentliche zu schaffende Werk (die Kulturarbeit). Die Verhätschelung und Anbetung des Werkzeuges schafft noch lange nicht das zu gestaltende Werk, wäh-rend mit der thätigen Arbeit an diesem die Erhaltung und Vervollkommnung des Werkzeuges nothwendig und naturaemäß verbunden ist. Damals gesellten sich zu jenen Wortführern auch die bekannten Pseudo-Alliierten, denen vor allem darum zu thun ist, daß das eigentliche Werk gar nicht zustande komme. Es ist das unbestreitbare Verdienst der Jungen, die gefährliche Allianz erkannt und ihr den Rücken gewendet zu haben. Die gleiche Erkenntnis dämmert schon längst im Volle, das im Grunde viel klüger ist, als manche seiner Führer. Und dies alles ist schon ein Schritt auf dcm Wege zum Besseren, welchem, wenn alle Symptome nicht täuschen, bald noch weitere Schritte folgen werden. Und dies erwägend, sehe ich unseres Volles Zukunft nicht so schwarz wie Sie und vielleicht auch Herr N. Zur Vollendung Ihrer Ueberschunz der „Donna Diana" meinen besten Glückwunsch. Da Vie von einem „Iamben-Labyrinthe" sprechen, vermuthe ich, daß Sie nach N. Wests Texte gearbeitet haben, welcher selbst eine Uebersetzung und zugleich Umarbeitung für die deutsche Bühne ist. Sollten Sie eine Bereicherung des slovenischen Theaters beabsichtigt haben, so ist diese Wahl nur zu billigen, obschon es zur wirtlichen «uf- 1438 unweit des Leuchtthurmes von Tabula auf Kap Kali Ulria, an. Da wir, um noch in der Nacht ans Land zu gehen, zu schwach waren und einem wirksamen Angriffe nicht lange gegen eine eventuelle Uebermacht zu widerstehen vermochten, so einigten wir unS mit dem Kapitän dahin, hier den anbrechenden Morgen zu erwarten. Wir warfen auf eine halbe Meile von der Küste Unler und verplauderten noch einige Stunden. Vlutrolher Feuer« schein der brennenden Ehriftendürfer welteiferte mit dem blassen Mondlichte um die Beleuchtung der Küste; dle armen Opfer der zügellosen Mörder und Brandstifter ahnten vielleicht nicht, daß i>ie Hilfe schon so nahe war. Die etwas bewegte See schaukelte uns bald in einen ruhigen Schlaf auf Deck, und um Mitternacht war alles ruhig. Die schwarze Masse schwamm majestätisch auf den Wogen, die liefe Stille, die an Vord herrschte, wurde nur durch das zeitweise Auf» und Abgehen der Schildwache gestört, die den Nachtdienst versah. Um 3 Uhr morgens wurde es schon wieder lebendig, um 4 Uhr lichteten wir die Anker, fuhren noch 2 bis 3 Meilen südlicher und ankerten nun abermals in der Nähe des Ufers. Zwei Boote wurden ausgejetz, wir nahmen noch zur Stärkung ein Glas Cognac, wäh« rend sich Grieche» und Bulgaren unzählige male be< lreuzien, und mit einem prüfenden Blicke auf unsere G.wehre und Revolver ruderten mir an den Strand. Auf dem Dampfer blieb nur der Maschinist mit seinem Feuermanne und einem Malrosen zurück. — Da nun laut Angabe einiger Bulgaren ungefähr 50 Familien im Schilfe einer Insel versteckt lagen, die landeinwärts von einem langgestreckten Teiche umgeben ist, der mlt der See leine Verbindung hat, so mußten wir vorerst das kleinere Boot über die Land» enge in den Teich schaffen. Das große blieb zur Sicherung unserer Rückzugslinie gegen den Dampfer am Meeresstrande. Nachdem nun das Boot im Teiche Fahrwasser hatte, theilten wir uns in zwei Colonnen. Die eine mit dem Kapitän Macri und Maler Schön-berg der „London News" nebst 6 Bewaffneten bestiegen das Schiff, um jenseits des Teiches gegen Syrtliöi vorzugehen, während Korrespondent Lachmanu und Maler Köneu der „Leipziger Illustrierten" mit dem Reste der Recognoscierungscolonne direlt auf Tranlula vorgingen und bald nach Durchwatung des Teiches an seinem nördlichen seichten Ende die jenseitige Höhe gewannen, wo bei 200 Personen standen und von der Ferne unserm Vorhaben zusahen. Da wir aber nicht so ohneweiters darauf losgehen wollten, ohne zu wissen, was und wer uns eigentlich dort erwartet, so winkten wir mit weißen Tüchern der auf 2 Kilometer entfernten Menge zu, die unmittel« bar darauf einen Parlamentär an aus absandte von dem wir erfuhren, daß in Trantula 1000 Seeleu l'ei-sammcn sind, deren Mehrzahl unsere Ankunft auf der Höhe erwarte. Das Dorf wurde vor zwei Tagen von Tartaren aus Sari>Müssa, eine halbe Stunde entfernt, total geplündert, wobei 2(1 Mann meist schwer verwundet wurden, während noch 10 Todte außerhalb des Dorfes lagen, da jeder Versuch der Bulgaren, diese zu be« erdigen, durch Gewehrschüsse von den Tartaren vereitelt wurde, die dort einige Mann zurückließen. Wir lamcn nun an die versammelte Menge an, die anfangs mißtrauischen Bulgaren fielen vor uns auf die Kniee, bekreuzigten sich und kühlen uns die Hände. An deren Splhe rückten wir ins Dorf ein, wo bald die gesammte männliche Bevölkerung zusammenlief, während führung gerade für die Hauptrollen an geeigneten Darstellern ziemlich gebrechen dürfte. In eigentlich lllerari« scher Beziehung wäre es freilich vorzuziehen gewesen, wenn Sie das spanische Original oder eine strenge, möglichst wortgetreue deutsche Uebersetzung zugrunde gelegt hätten. Doch wie dem auch sei, darf ich Ihnen zu dem Muthe des Beginnens und zur Vollendung eines tüchtigen Stückes Arbeit gratulieren. Hochachtung«- und theilnahmsvoll, mit den besten Wünschen und Grüßen Ihr ergebenster Aul. Auersperg. XI. Thurn am Hart, 2. August 1874. Geehrter Herr! — Empfangen Sie demnach das in Rede stehende Manuscript * anbei wieder, als ein kleines Zeichen, daß e« mich nur freuen und ehren lann, wenn Sie auf dessen Besitz einigen Werth legen wollen. Ihr Urtheil über Heine und Borne begreife ich gar wol, ohne es ganz zu theilen. Sie beurtheilen eben beide nur mit dem Maßstabe der Gegenwart; man soll aber bedeutende Menschen mit den Maßstäben der Zeiten messen, in welchen sie gelebt und gewirkt haben. WaS Sie an Borne verletzt (wahrscheinlich in den Pariser Briefen?), ist durch die Zustände in den Drei« ßigerjahren erklärlich und durch die Verbitterung, welche sich deS als Sprößling des Frankfurter Ghetto vielfach mißhandelten Juden und Liberalen bemächtigt hatte. Sehen Sie davon ab, so werden Sie ihn gerechter beurtheilen und seinen reichen und tiefen Geist unbefangener genießen. Uebrigens pflegt man Heine und * Die „Vtldeser «edichte.« Borne mit Unrecht zusammenzuwerfen, wol nur des» halb, weil sie beide Iuocn und freiwillig Exilierte waren. Ill Charakter und Bestrebungen sind sie aber gründ» verschieden. In diesen Beziehungen steht Borne ent< schieden höher, während es andererseits unmöglich ist, der bestrickenden Anziehungskraft von Heine's reizendem und liebenswürdigem, ebenso reichem als versalilem Talenle zu widerstehen. ES ist sehr zu bedauern, daß Korytlo's* Volls-lie Versammlung nicht von diesem selbst herausgegeben werden tonnte. Noch mitten im Sammeln begriffen, starb er plötzlich am Typhus. Das von ihm zurückgelassene Materiale fiel dann in andere Hände, welche die Herausgabe sehr kritiklos besorgten. Mit kritischer Umsicht ist dagegen die Sammlung von Stanlo Vraz** angelegt, die aber leider auf den ersten Band beschränkt blieb, weil auch Vraz in noch jungen Jahren aus dem Leben scheiden mußte. Sein literarischer Nachlaß dürfte doch in Agram, wo er starb, vielleicht noch aus-zumitteln sein.*** * Emil Korytlo, geboren zu Lemberg im Iah« 1813, gestorben in Laibach im Jahre 1889. Ein eifriger Sammler unserer lrainischen Volkslieder, welche, sllnf Vändchen umfassend, nach seinem Tode vom Jahre 1889 — 1844 in kaibach erschienen. " Stanlo Vraz. geboren 30. Juni 1810 zu Cerovec in Steiermarl, gestorben am 84. Mal 1850 in Agram. Ein tüchtig gebildeter, zarlsinniger und fruchtbarer Dichter, der anfangs slovenisch schrieb, später aber zum Illirismus übertrat. Seine gesammelten Werle veröffentlichte in neuer, eleganter Ausgabe die „Matica Ilirsla." «* Der literarische Verein „Matica Ilirsla" in Ngram, welcher den Vraz'schen Nachlaß sick erwarb, schenkte die handschriftliche Sammlung unserer lrainischen Volslieder der „Matica Slooensla." Dieselbe übergab das reichhaltige Materiale dem Universitätöprofessor Herrn Dr. Krel in Graz zur Ordnung und Sichtung für den Druck Derselbe brachte das erste Heft fertig, legte aber dann aus hier nicht zu erörternden Villnden die Redaction nieder. Weiber und Kinder welnten und ftch üngftlich versteckten. Da sie aber sahen, daß wir Freunde sind, so schwand die Furcht bald und Jung und Al geleitete uns in eines , der grüßten Häuser des netten und ansehnlichen Dorfes, wo man uns auf einer Veranda (Ezardal) Teppiche aus- ! breitete, und da die armen Leute gar nichts mehr hatten, uns einen Trunk frischen Wassers anboten. Wir hatten aber leine Zeit zu verlieren, ließen uns in die Häuser der Verwundeten führen, die auf nackter Erde im buch« stäblichen Sinne des Wortes zerfleischt, mlt klaffenden Wunden, dalagen und uns stumm ansahen. Wir wen« deten uns unwillkürlich von den ergreifenden Szenen ab, die durch weinende Weiber und Kinder noch herzzer. reißender wurden, lag doch der Ernährer der armen Wesen jeder ärztlichen Hilfe bar darnieder, um vielleicht fchon in den nächsten Stunden seinen letzten Athemzug zu thun, und trafen eben Anstalten, um die Weiber und Kinder unter unserm Schuhe zur Küste zu bringen, als eine lange Wagencolo«me, von Tscherlcfsei, und Tarlaren escortlert, circa 500 Meter außerhalb des Dorfes auf, fuhr und dort Halt machte. Wie uns auch unier anderm die Bulgaren mittheilten, passierten schon am frühen Morgen zahlreiche Türken, von den nördlichen Küsten, dörfern kommend, den Ort gegen Varna, da sie unser Schiff bemerkten und es für einen russischen Kriegs» dampfer hielten, daher sofort die Flucht ergriffen. Um zum Schiffe zu gelangen, mußten wir nahe an der lta» ravane vorbei. Dort lagen auch die Todten, zu deren Abholung ein Bauernwagen in Ermangelung alles Zugviehes durch Menschenhände hingefahren wurde, denn da man uns allgemein fü- russische Offiziere hielt, so ye-wannen die Leute wieder Zuversicht. Zwei zur Verfü^ gung gestellte Esel sollten uns den halbstündigen Marsch erleichtern, und wir setzten uns, mit den Weibern und Kindern in der Mitte, in Bewegung. Kaum war aber dieser merkwürdiae Zug im Marsche, als uns von den Türken einige Gewehrschüsse empfingen. Da war die Folge eine fürchterliche Panik, Weiber und Kinder flüchteten unter Angstgeschrel wieder ins Dorf und wir blieben allein. Später hatten dieselben auch Furcht, daS Dorf zu verlassen, und blieben dort. Wir blieben den Tscherlessen nicht lange die Antwort schuldig, denn Maler Koenen halte bereits eine Kugel durch seine Mütze be» komme:,, und eine der steinernen Umfassungsmauern der hiesigen Häusern zur Deckung benutzend, eröffneten wir unserseits ein lebhaftes Gewehrfeuer aus unseren Hinterladern, welches durch 8 bis 10 bewaffnete Bulgaren unterstützt wurde. Nach circa 20 Schüssen entstand in der feindlichen Menge eine plötzliche Verwirrung, wir schienen also gut getroffen zu haben, denn gleich darauf flüchtet: sich die ganze Eolonne, während zwei Vaschl» Vozuls in Earriöre in der Richtung gegen Sara-Müssa ritten, wahrscheinlich, um die Tartaren zu holen. Zu deren Empfang waren wir jedoch nicht vorbereitet, hatten auch nicht besondere Lust, und traten den Rückzug an, da wir von unseren anderen Kameraden eben durch einen Voten die Nachricht bekamen, schnell an Nord zu kommen, da infolge eines herannahenden Sturmes der Kapitän in dem klippenreichen Gewässer Gefahr sah, über« dies bereits zahlreiche Flüchtlinge am Strande sein sollcn Wir langten dort an und fanden bei 500 Men schen mit dem letzten Reste ihrer Habe am Ufer. Dieselben brachte man aus der Umgebung von Kawarna. Die Leute erzählten uns schauciliche Details über die letzten Tage. So haben gestern die Tartaren aus Sabula 16 junge Mädchen geschändet und entführt. Aus Kltalja, Suyulschil und Sabula flüchteten sich die Bewohner in !lue Kastellrulne am Kap Kali Atria. wo sie, 2000 Mann stark, gegen 1000 Tscherlessen schon seit drei tagen kämpfen. Wir leiteten nun die Einschiffung vom Ufer aus, während unsere Freunde die Aufnahme an Vord veranlaßten. Bis an die Hüften im Wasser, da )as Boot nicht an das Ufer konnte, kostete es ungeheure Anstrengung, halbwegs die Leute zurückzuhalten, denn lch hatte verfügt, vorerst nur Weiber und Kinder m Sicherheit zu bringen, aber der Andrang war zu groß-So brachten wir glücklich zwei Barten an Vord. Die dritte wurde geladen, gleichzeitig sandte ich nach der Barke, die noch im Teiche war. Das Boot stieß mit 4b Personen, Weibern, Kindern und 3 Matrosen nebst 2 Bulgaren abermals ab; wir wollten, da es zu lies und die See hoch ging, zurückhalten und einen Then ausschiffen, aber jede Warnung war vergebens, denn die Leute fürchteten einen Ueberfall am Ufer. DaS Boot hatte sich ungefähr auf 300 Meter entfernt, als es an, Achtertheil Wasser schöpfte. Wir sahen nur noch das Abspringen der Matrosen und das Emporstrecken der Hände, der Kiel des Schiffes richtete sich lerzengrade in die Höhe, und mit einem herz» und markerschütternden Schrei versank das Schiff mit seiner ganzen Ladung. Die Szene war fürchterlich, denn man tonnte zur Net' tung nichts thun. Das zweite Boot kam wol angerudert, war aber noch zu entfernt. Noch einige male tauchien die Unglücklichen auf u»t> dann versanken sie für immer. Nach zehn langen M^ nuten tauchte die umgekehrte Barte auf, an der sich zwt' Bulgaren u»d ein Matrose anklammerten, während die beiden anderen sich durch Schwimmen zu retten versuch' ten. Am Ufer waren noch 300 Personen, worunter alle Männer der armen Opfer, die die See unbarmherzig verschlang. Ein furchtbares Wcheaeschrel hallte über die wo ende See zum Dampfer hinüber und rief um Hilfe. Viele wollten sich In die Wellen stürzen, um zu helfen, andere auch aus Verzweiflung, halten sie doch Weib und Kinder, daS Theuerste auf Erden, vor den AataganS dec bluttriefenden Tartaren gerettet, um sie vor den iluge» zu verlieren, ohne helfen zu können. K:lne Feder ist imstande, die Szene in ihrer furchtbaren Wirklichkeit z" schildern. DaS zweite Boot kam an, rettete die drei Schiffbrüchigen der großen Barle und fischte noch se^ Leichen auf. Mit der traurigen Fracht an Bord kam es ans Ufer. Ich ließ ein Grab graben, und da leine Schaufel vorhanden war, so scharrten die unglücklichen Zurückgebliebenen die Grube mit den Händen aus und erwiesen d«n Armen den letzten Liebesdienst durch bie Beerdigung im nassen Ufersande. Mögen sie dort die Ruhe finden, die sie am heimatlichen Herde nicht »e« nießen konnten. Wir hatten seit 24 Stunden nichts gegessen, aber die Katastrophe wirkte zu ergreifend, um noch daran zu denken. Der Rest wurde schnell eingeschifft, wir fuhren an Bord und, mit 450 Personen im Zwischendecke, verließen wir die unheimliche Gtelle. Wir fuhren eine Stunde, als am Horizonte auf gleicher Höhe mit uns drei Dampfer sichtbar wurden, offenbar türkische, uns nach Ueberstehung aller Gefahren auch noch die Alternative in Aussicht stellend, als Kriegsgefangene nach Varna gebracht zu werden, da, obwol unter englischer Flagge, das Schiff leine Papiere hatte und die Türken angesichts der geretteten Bulgaren leine Concession^ Daß Sie die Unbilden des Geschickes durch emsi^ Arbeit zu erleichtern trachten, ist «ewih das bcslgewahltt prophylaktische Mittel. Grillparzer« „Sappho" '<'' trotz des tüchtigen dramatischen Aufbaues, im West'' t^och vorwieulnd lyrischer Natur. Und darin wirds" Sie als Uebcrsetzer die Hauptschwierialelt lieget °"> welche ich Sie, Ihrem Wunsche nachkommend, aufmer^ sam machen zu sollen glaube. Es wird nich' leicht sc>^ die schwunghaft kräftigen wie die ätherisch zarte" Ste^ len gklch glücklich und treu wiederzugeben. Doch: ^ (wees lortuna ^uvat! WaS Ihre Absicht, irgend ^ Drama aus dem Englischen zu übersehen, anbcla"s' so wüßte ich Ihnen laum einen besseren Rath zu «ebe", als dic Hinweisung auf die älteren klassischen VlU° von Shakespeare, Johnson, Otway, M°^ low, Fletcher, Sheridan u. a. DaS «<«<" wartige Theater Englands liegt im argen und M^ entweder von seinen alten Berühmtheiten oder bell» > sich neben derben Possen lokaler und nationaler Spez lilät mit dem Abhübe der französischen Bühne, ""»v" ich mich während meines Aufenthaltes in Englands" > zu überzeugen Gelegenheit halle. Wäre in neuester o ^ irgend Bedeutenderes zutage getreten, so würde """ ^z in Deutschland theils au« den Journalen, theils °" Uibersetzungen gewiß davon erfahren. Doch will ^ ,^„g ungeachtet in einer mir zugebole stehenden SamM . „London-Stage" Nachschau halten, und wenn ich "« etwas für Ihre Zwecke Geeignetes darin finden >"" gelegenheilliche Mittheilung machen. Hochachtungsvoll Ihr ergebenster N. Nuerspels' (Fortsetzung folgt.) 1439 gemacht hätten. Der Kapitän, dies vorhersehend, ori>. "ele nn, daß die zahlreichen Waffen der Vulgären beim> "atzen der Schisse sofort über Nord geworfen werden, ueß den Nauch in» Echlott absperren, und auf alles Maßt, steuerten wir weiter. Da wir aber unter Land luyren, schien man uns nicht bemerkt zu haben, denn M feindlichen Schiffe änderten den Cours und ver. lchwanden. Wir waren aber noch nicht in Küstcndsche, denn um halb 7 Uhr erschien ein anderer Dampfer, von Horden kommend, gerade vor uns. Wieder allgemeine «esorgnis und Furcht der Weiber. Zum Glücke ging nuch diese Gefahr vorüber, denn wir erkannten das AM, welches im Vorbeifahren salutierte, als den Dampfer „Pelrell" der europäischen Donaulommission, Elches, von Eulina kommend, mit der Post nach Varna Mg. Um halb 10 Uhr landeten wir in Küstendsche. ">ir können unS das Verdienst anrechnen, doch etwas gleistet zu haben, und General Zimmerman« wird uns gewiß dankbar sein. da wir ihm interessante Nachrichten bringen können, denn während seine Kosaken in unmiltel» barer Nähe von Küstendsche stehen, waren wir nur zwölf Stunden von Varna entfernt und wagten dabei nicht nur unsere Haut, sondern auch da« Schiff. lschernawoda, 26. Juli. Den Tag vor unserer Abreise von Küsten dsche lraf abends der englische Kriegsdampser „Rapid" aber« Ulals im Hafen ein, und da der Kommandant oon un. serer lehlen Sfpcdilion Hölle, schickte er den ersten Schiffe lieutenant, Mister Eranfurds, zu uns und ließ anfra» sen, ob wir an einer nochmaligen Excursion gegen Varna lhellnehmen wollten. Obwol entschlossen, abzurei. len, so ucceptierlen wir das Anerbieten scho,« aus Höflich, leilsrucksichtcn, da man uns vonseile der englischen Flol» lenofflzieie bei der lehlen Anwesenheit des .Rapid" im Haftn v^n Küstendsche mit so außerordtütlicher Zuvor» lommenheit begegnete, und wir schifften uns am andern Morgen um 5 Uyr ein. Um halb 6 Uhr wurdcn die Antcr gelichtet und wir dampften in südlicher Richtung gegen Kap Kalit Alria weiter. Ein vorzügliches Dejeu« »eur machte die Zeit schnell verstreichen. Bei dieser Ge-legenhtit tranken die Offiziere ein Hoch auf die öster» reicht sche Flotte, und der Kommandant äußerte sich unparteiisch, daß dle üfterr.Marine unter allen Flotten, die Franzosen und Amerikaner nicht ausgenommen, dle einzige sei, welche der englischen ebenbürtig ist, denn fie hat die besten Offiziere, die vorzüglichsten Matrosen und fast durchgehend« neue Schiffe. Wir trafen schon um halb 11 Uhr vor Kali Atria ein, denn der „Rapid" fuhr mit 18 Meilen Oe> schwindigleit. Am Ufer, wohin wir in einem Voole ru« derlen, trafen wir mehrere Bulgaren, wrlche sich wei. gerten, unser Anerbieten, sie in Sicherheit zu bringen, anzunehmen. Wahrscheinlich fürchteten sie dadurch die Gelegenheit zu verlieren, nach Herzenslust ungestört rau. ben zu können. Zu jeder Schandthat fähig, ist mir bis ^un lem roheres und feigeres Voll vorgekommen, als die Bulgaren. Wenn auch Tfchertessen unti Tartaren duf einer niederen Kulturstufe stehen, so legen sie doch '" ihrer Kampfwelse eine gewisse Ritterlichkeit dar, dle «r Bulgare nie besessen hat. Dieses Volt kann nur °urch eine Knute regiert werden, und wo diese nichts "utzt, da muß man so oft als thunllch zum Stricke grei» len. Wer sich für ein derartiges Bsll noch vegei. Arn kann, der möge sich die Sache einmal an Ort und "telle betrachten, und er dürfte sehr bald anderer Mei-«ung sein. Da der Kommandant des Schiffes nur deshalb die ^nelfung unternahm, weil er in Erfahrung brachte, ^v viele Bulgarenfamllien in jener Gegend um Hilfe andttl,, es fich aber herausstellte, daß der ganze Lärm auf unrichtigen Daten beruht, so traten wir um 2 Uhr leder die Rückreise an, ohne jemanden an Bord genom-3 >Ü ö" haben, und liefen um 7 Uhr wieder in Kü> 'leosche ein. Der Kapitän wollte noch denselben Abend vrovlant an Brod nehmen und am nächsten Morgen so ^ ^"'' b" sich aber die Russen dem widersetzten, > dampfte er schon nach zwei Stunden nach Varna. ^" Tsche rnaw oda langweilt man sich nach allen Mln der Kunst und hat absolut leine Idee, wo der nd steht. Die beiden Divisionen occupicren noch immer h^l.e.llungel,, die sie vor zehn Tagen besetzten, und .säusln dürfte es für die nächste Zeit, nach AuSfage ^"l Offiziere auch zu keiner Action kommen. Die aba » ^vllgouocrneur an die verschiedenen Behörden »eyenden Schriftstücke führen die bezeichnende Aufschrift: Gouvernement de Toultscha," Krankheiten nehmen immer Luck j "Hand und die Dysenterie reißt fürchterliche Von2l^ ^ "fischen Reihe». Täglich gehen Transporte tillern ^ "'^ "'^ Mann nach den rumänischen Spi-Fische, ^ schlechte Nahrung, dann die Unmasse von da»« /'' ^^ ^ Leute verzehren und Donauwasser «"»lilck n ^"?" l>^ Hauptschuld daran. Die großen lra,.»'^" Magazine in Tschcrnawoda sind mit Schwer-wenia . mi'^^^lich überfüllt. Die Armee, die vor defiliert ^" '"" l° stolzer Zuversicht durch Plojeschti wol sie ,, ü'°^^ km"» i,nmer traurigeren Eindruck, ob-Nlssiscke., ?>Zs"^ ben Gegner nicht gesehen hat. Die Nerinllsj,n Me" verhehlen ,»ns gegenüber nicht im lehr pH^°b ein energischer Angriff der Türken von problematische,, Erfolgen für fie fein könnte. (Schluß folgt.) « Politische Uebersicht. Laibsch, 1. August. Der angekündigte gemeinsame österreichisch« ungarische Ministerrath trat gestern vormittags um 11 Uhr unter Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers in der Hofburg zusammen. An dem Conseil nahmen die drei Rcichsminister Graf Nndrassy, Graf Bylandt und Baron Hofmann, die Ministerpräsidenten der beiden Reichs-Hälften, Fürst Adolf Auersperg und Tisza, sowie die beiderseitigen Finanzminister Baron Prelis und Sztll theil. Ueber die Resultate desselben ist bis zum Schlüsse der vorstehenden Revue noch nichts bekannt geworden. Die ungarischen Blätter besprechen die Pläne militärischer Vorkehrungen, mit denen der Ministerrath sich angeblich befchüsligt, sehr eingehend. «Hon" leitet seine Mittheilungen über dic Wiener Verhandlungen mit der Bemerkung ein, daß man in den competenten Kreisen allgemein von der Nothwendigkeit der Action überzeugt sei. Nur über das Maß derselben werde die Berathung gepflogen werden, welche der Umstand genügend charal» lcrisiere, daß auch dle beiden Ilnanzminister an derselben thcilnehmcn, daß daher für die Bedeckung einer unmitlel. baren außerordentlichen Ausgabe gesorgt werde« müsse. Der „Post" zufolge trat die tzejslsche Regierung mit Preußen wegen interimistischer Verwaltung der Mainzer Diözese in Verhandlungen. Das französische Amtsblatt erklärt da« Gerücht über Veränderungen im diplomat,,chen Personale für un. begründet. — Da« Pariser Rechlscomile veröffentlicht das Vorladungs-Formular, mittelst dessen jeder der 363 republikanischen ^deputierten den Drucker de« Bulletin des Commune« sowie den Minister gourtou wegen Ver. leumoung gerichtlich verfolgen wird. In der vorgestrigen Sitzung des englischen Unter-haufcs erklärte Sir St. Northcole auf eine Anfrage Lawsons, da« englische Geschwader habe die Vesila.Vai nicht verlassen, sondern kreuze nur daselbst. — Auf eine Frage des Marquis of Hartington amwortete Norlhcote, das Parlament Hütte noch vier Gesehentwürfe zu erledi. gen; er hoffe, daß dasselbe seine Arbeiten bis 15. August beendet haben werde. — Die .Times" dlmentieren die Ztitungemeldung über eine bevorstehende weitere Trup. Pensendung nach Malta. Die Regimenter, welche Marsch, ordre haben, seien lediglich für Indien bestimmt. « ^ "."llenische Regierung hat —wieder „Corr. d It." meldet — in den lehlen Tagen den Mäch. ten die ausdrückliche Zusicherung ihrer frndllchen Inten» llonen gegeben, sie sei fest entschlossen, oon dem Programme der Ntutrallläl nicht abzuweichen. Die belgischen Journale versichern,angeblich aus guter Quelle, daß oon dem Rücktritte des KriegOmini. sters leine Rede sei und die Regierung sich gegenwärtig mit der militärischen Lage de« Lande« nicht in besonbe. rer Weise beschäftige. Die Regierung halte an den Er» llärungen fest. »elche der Ministerpräsident und der Kriegsminister jüngst in der Kammer abgegeben. Eln Madrider Telegramm vom 27. Juli meldet, daß König Alfons von Spanien infolge einer Erläl. tung ertrankt sei. Ueber Vorschlag der Eenlrallommisslon hat die griechische Regierung Frankreich verständigt, daß Grle. chenland wegen der ernsten politischen Situation die Weltausstellung in Pari« nicht beschicken wird. Au« dem-selben Grunde wird auch die für das nächste Jahr pro. jetliert gewesene griechische Landesausstellung aufgeschoben. Vom Kriegsschauplatze liegen schon seil mehre« ren Tagen leine Nachrichten von Bedeutung vor. E« werden zwar Gefechte alls verschiedenen Punkten gemel« det, aber nach der sehr allgemeinen, oberflächlichen Fas. sung der bezüglichen Telegramme, und da dieselben aus privaten Quellen stammen, läßt sich vermuthen, daß es sich nur um lleine Zusammenstöße handelt, eine ernst, liche Action aber immer noch nicht stattgefunden habe, wenngleich es große Wahrscheinlichkeit für sich hat, daß größere Actioneu unmittelbar bevorstehen, welche für die Entwicklung des Feldzuges bedeutsam sein dürften. Mchcmco All Pascha soll mit seiner Hauptmacht von Schumla über Esli Dschuma vorgegangen sein, während Großfürst Nikolaus sein Hauptquartier neuerlich von Tirnowo nach Bjela verlegt haben soll, um sich mehr im Eentrum der Operationen zu befinden. Die Montenegriner, welche Donnerstag einen Angriff auf Nllsit unternommen halten, wurden zurück, geschlagen und erlitten große Verluste. Die bosnischen Insurgenten wurden am Sonn. lag bei Kljut übersallen. Nach fünfstündigem Kampfe haben sich die Insurgenten mit einnem Verluste von fünf. zig Todlen und zweihundert Verwundelen in da« Elr. loona-Gebirge geflüchtet. In Amerika herrscht augenblicklich überall Ruhe. Die täglichen Sitzungen deS Kabinetts hören auf. In Ncw-Orleans wurde die Miliz zu den Waffen einberufen, weil in einigen Industriezweigen der Strike droht. Bei den Unruhen in Chicago wurden 21 Personen gelobtet und W verwundet. Jagesneuigkeiten. — (Die Schwarzenberg'sche Familiengruft) Der Kardinal «trzbischof von Prag. Fürst Friedrich Schwarzen» berg, vollzog Sonntag in Wittingau die Einweihung der neu> erbauten Famillmgrufl der Fürsten Vchwarzenbeig. Es w,r eine rein kirchliche Feier, bei welcher außer dem FUrfi.Erzbischos der Vudweis« Vijchos Iirsit, Fürst Karl Schwarzenberg, «ras Franz Thun, Vras Waldstein und andere mit der Familie Schwarzenberg verwandte Mitglieder der böhmischen Aristokratie »nwejend waren. Der regierende Fllrft Johann Adolf Schwarzen-berg wohnte der Feier nicht bei. Diese Gruft ist für die Familie,,' Mitglieder des älteren Majorat« bestimmt, während das jüngere Majorat seine eigene »ruft seit 18K3 aus Burg Worlll hat. In Wiltingau war biSher eine interimistische »ruft, in der die Mit-glieder der Familie seil dem Tode des I78V verstorbenen Fürsten Johann Nepomul, dem Gründer der zwei Majorate, beigesetzt find un> wo auch der Sieger von Leipzig und der Minister. Präsident Fürst Felix ruhen. Die älteste Familirngiuft cur Schwarzenberge befindet sich in der Karthause von M»nenbrUck bei Nfthei« in Franken, wo sie von Vrlinger, dem ersten «eichs« sreiherrn von Schw»rzenberg (1362—1437), gest'slet worden ist. Andere Familienmitglieder sind in Murau in Sleiermall bestaltet. — (Ueber den Vrand in lllieliczla) schreib! man aus Kralau uMerm 29. Juli: „Ä»e am llu. d. M. abgebrannte Salinenstadl Wieliczla bietet einen trostlosen Anblick dar. Tou« listen, die saft täglich in dieses Städtchen lommen, um die groß artigen Schachte des Salzbergwerke« zu sehen, löimeu sich emeS Gesllhls von Mitleid nicht erwehren, wenn sie aus den «ingplal) treten, der jetzt einem Schutthaufen gleicht. Fast jammüichl Häuser in diesem Stadllheile 43 an der Zahl sind ein Vlaub der Flammen geworden. Sonderbar ist es, daß in Wi> liczla leine entsprechende Ltlschanftalt vorhanden ist, infolge dessen das Fcuer so große Dimensionen annehmen konnte, zumal als es auch an Wasser gemangelt hat. Der Krakauer Feuerwehr «st eS einzig und allein zu danlen, daß nicht auch der unlelt Stadt» theil und die Vorstadt Klaöno dem Vrande zum Opfer fielen. Mehrere communale Vebäude, der Magistrat, das V zillSrathS» hau«, eine Schule und da« Steueraml sind liiedergebramit. 2>aS Geld au« dem letzteren lounte noch gerettet werden. 2>er durch das Feuer verursachte Schaden soll llber eine Million betragen, da nur fehr wenige Häuser assecuriert waren. Es herrscht großes Eiend in der verunglückten Stadt. Viele Familien sino au den Oettelftab gebracht und auch ein Meilschenleben ist zu beklagen, «ikldsllmmlungeu zur «bhilfe der in Wieliczla herrschenden großen vioth werden bereits veranstaltet." — (G«n ermordeter Sch i ffs la p i t ä'n.) Die »e mannung deS t>fterreich,sch«ungarischen Vriggschooners „Emma S.", dessen Kapitän Domenico PittareoicS auf der «eise von Havre nach AuenVs'Ayre« an Vord erschlagen »orden ist, wurde von Finchal auf Madeira, wo da» Schiff einlief, behufs der straf, gerichtlichen Untersuchung, zu welcher daS KniSgerichl in Vlagusa delegiert ist, nach der Monarchie zurückgesendet. Dieselbe besteht aus neun Individuen, worunter sechs NuSländer, von welchen drei Neger sind, und ist, über Spanien und Italien lommend, am 27. o. Mt«. unter llarablnieii'Escorte in ter italienischen Grenzstation St. Giovanni di Manzano mittelst Eisenbahn eingetroffen. — Diesbezüglich schieibt der „llorriere Mercantile" in Genua vom 25. Juli: „Gestern lam in unserem Hafen der eng. lische Dampfer „Tyrian" an, welcher die Schiffsmannschaft der in Madeira angehaltenen Vrigantine .Emma S." an vord Hal. Dieselbe wird beschuldigt, ihren Kapitän ermordet zu haben. Die Equipage, bestehend aus 4 ^eue» bebeckt. «Fokales. — (Ernennung.) Der Assistenzarzt mit üieuttnant«-chllluller, Met», und lhir. Dr. Franz Kucuvan de» Lcmoel' schlltzeulvalaillon« Untcrinulhal Vlr. 1 wurde zum Volaillons-alzte mit lDberlieulenantschallltlec ernannt. — (Aml«tl,äliglell des Laibacher Stadt, magiftr ates.) In der Zeit vom 1. April bis 80. Juni I. I. wurden vom Gl»dlm»giftr»te i!«io»ch nnchftthende Amlshllndlunge« vorgenommen: 5 Pirteien wellen schnei» len und unvorsichtigen Fahren», 7 Parteien wegen frühzeitiger Ausfuhr be» Aborlbllnger» und veruurliuigun« der Straßen, 3 Plltteien wegen Uebertrelung der Fialelordnun«, 6 Parteien wegen Uebcrlreluna der Straßen-Polizeworfchriflen, « Parteien wegen llebertrelun« de, V°rl°uf»verl»ole« und 4 Parteien w,«en llebertretun« der Marktordnung. - Durch Wach"«"«« wurden verholtet 808 Individuen, daoon wurden den Kel.ch«« «name- 1440 ftrt 118, nach Hause in Schub gesetzt 1b7, polizeilich abgestraft 92. Außerdem wurden an die Strafgerichte 143 Anzeigen erfiat» tet. Wegen Uebertrelung der Meldungsvorschriften, wegen Thier» quiilerei und Spcliftund»Uebelschreitungen wurden 120 Pclsouen abgestraft. Entlnssene Sträflinge und Zwiinglinge wurden 30L und Durchzug«schllblinge 554 deamlshandell. — (Selbstmord eine« Feldwebel«.) Gestern um 4 Uhr nachmittag« hat sich oer Feldwebel ikienzl der 11. Kompagnie de» hier garnifonierenden Infanterieregiment« Lrzherzng Leopold Nr. 53 iu einem Magazine des Ko life um« mit seinem ärarischen Ocwehre, o»S er zu diesem Zwecke an einem Riemen besestigl und dissen Hahn er mit seinem Sallluche losgedrückt halle, erschossen. Der Schuß ging mitten durch« Herz, so daß Kienzl augenblicklich lobt zu Vodcu fiel und noch »m Falle «inen Theil de« am Hayue befestigten Sackluche« Mitriß. Klenzl war e>n altgedieuter Unttioffizilr und dcm llier« nchmen nach fchon durch 16 Jahre im stegimente. Man oer: mulhel, daß llcine Gelddifferenzcn den Unglücklichen zu dem ver-zweifelten Schritte bewogen haben. — (Pr » lt»jche A e r w e r l h u n g d er F e u e r w e h r.) Ucber Wuusch des Magistrale« rUckte die Sprihenmanuschast der hilsigtn sreiwilllgeu Feuerwehr gestern abends nnl tluem Train au« und nahm eine ausgiebige lvesaritzulig der in» folge der Hitze der lctzleu Tage ganz ausgedörrten Rasenplätze der Stern all er vor. Iu diesem Zwecke war eine Saug» pumpe mit der nöthigen Veoienuug am Laibachuser hinler dem Theatergebäude postllll, uuo wuldeu von dort aus dle Schlauche iu oi« Hleruallee geleile!. Aach >i,ehr al« zweistündiger ilibelt — gegen 12 Ul)r nachts — lllckle d«e Feuerwehr wleder e>n. — (Großer Brand in Kroisenbach.) Die Oil» jchasl Kroisenbach, Orlögemeinde St. Ruprecht, im polllischen Vezirle «^urlselo, wurde türzlich von einem schwereil Brandunglücle betroffen, das sehr erheblichen Schaden anrichtete und neun HlUlidbesitzel um einen großen Tyeil ihrer Habe brachte. Ueber d»e Helails dlesls Brandes sind wir «n der ^age nachstehendes mitzutheilen: Das Feuer lau, am 28. v. M. zwischen 11 und 1leyende WlNhjchastö« gevaudc, zwei Vlallungen und eine Kruchiharpse desjelbell Ae< sitzers, serner dle ^ohn. uuo Wirlhichastegebände der bellach» darteu Hrnndbesitzer: Johann Supautlt, Johann Pelol, Joses Hlssuulz, »jgllaz Olzjal, Iuyaun Hat uno Franz Hregoriit suwie «uollch dlt Woyligeväuo« des <^lUn»)besilHei« Hnlou Halili uuo der Grundliesltzerlu Iojesa n Verlust an Menschenleben zu bellagen ist und auch der Withstand glücklicher» weise vollständig gerettet wurde. — Der durch den vrand ver» ursachte Schaden wird im ganzen auf mehl als 14,000 si. gc> schätzt, und vertheilt sich aus die einzelnen Beschädigten in nach. stehender Höhe: Michael Supantlt 4000 ft., Johann Gupanilt 3000 ft., Johann Pelol 2000 st,, Franz Hregorilc 2000 st., Ignaz vizjal 1000 fl., Johann Ial 1000 st.. Josef Kissooiz 600 ft., Anton Kaliit «00 st., Iolefa Gregoriii 3<)0 ft. Von denselben waren blos die Grundbesitzer: Michael Supam'ii im Betrage von 1700 fl., Ignaz Bizjal mit 600 ft. und Johann Pelol und Anton Kalili mit je 300 ft. — fämmtllche bei der l. l. priv. inneiüsterrelchischen wechselseitigen Brandschaden Versicherungsanstalt in Graz — feuerversichert. Die übrigen Be» schädigten waren nicht versichert; es bleiben somit nahezu Vier» fünftel der Gesammtschadenhühe ungedeckt. — (Zur Erleichterung de« Pastoerlehrs.) Da« l. l. Handelsministerium hat versuchsweise gestaltet, daß bei Llstn» bahnzügen, mit welchen leine jährenden Pcstilmtlr verkehren, die aber von Postconducteuren begleitet werden, von die» sen auf allen Stationen, wo sich nicht Bahuhof.Postämler be> finden, gewöhnliche Nri'lpostsenbungen angenommen und weiter befilrdert werden dürfen. Line diesbezüglich gleichzeitig an die Postorgane eistossf»e Instiuctioli regelt die Behandlung der in dieser Weise mittelst Mallen v2llllllndig oder unvollständig ober gar nicht sranliert zur Ausgabe gelangenden Briespostseudun. gen. Selbstverständlich bleibt e« Sache des Publilum«, die Bahn» organe zur Behändigung der Vriespostsendungen an den Poft-conducleur zu bestimmen, fall« nicht die Müglichleit vorhanden ist, fclbe rechtzeitig den sich zum Postwaggon behufs der Ueber« gäbe und Ueberuahme der Post begebenden Postbedienstelen ein» zuhändigcn. — (Vr annlwein» N r ennerei en.j In der pagne 1874/75 stinden in den im Reichsrathe vertretenen Königreichen und Ländtln 43,743 V r a n n l w c i n - B r e u u c r e» e n ,m Betriebe; von diescn entfielen auf Niedcränerreich 4U89, aus Oberüsteireich 89!), auf Salzburg 3540, auf Slelermail 11.981. auf »ärnlen 2183, auf «rain 2592, aus Trieft, Viirz und Oradlsla, Istrirn 3254, auf Tirol und Vorarlberg 12.849, aus Böhmen 333, auf Mähren 292, aus Schlesien 13lerrelchS an üeu Hürste., ^)orl>chalojs wegen der Tljellnayme l)iu-münienS an den rulstzchen Öperallonen als grunolos. Bularesler Mcloungu» zufolge wurdt» v»c Rulft»', welche unlec Krudener am iii. leUt. Wien, 1. August. (N. Wr.Tgbl.) Nachrichten aus Konslanlinopel zufolge hal üarifi Pascha, welcher vor vierzehn Tagen an Saofet Pascha's SleUe das Porlefcullle de« Auswärligen übernahm, bereils wleder demlsswuien. Als Nachfolger werden ttadri uder Sclver Pa>cha genannt. Pest, 61. März. (N. Wr. Tgbl.) Der „Huoapcsler Korrespondenz" wird aus Wien telegrafiert: Der heutige gemeinsame Ministerratl) unter Borsitz des Kaisers dauerte d«i Stunden. iHs wurden in demselben alle Hoentualitälen des weilereu Verlaufes des russisch« lürlischen Krieges eingehend erörtert, ^m Sinne der gefaßten Beschlüsse wuroe die gemeinsame Reglerung ermächligt, die von den beiden Regierungen m den legislativen bereits früher gclcnnzeichnelen und signalisierten Maßregeln unb mllilärijchcn Borlehrungen zu treffen, welche die Wahrung unserer Interessen erheischen, und demgemäß die Besatzung an der Südgrenzc der Monarchie so bald als nothwendig nut noch zwel Divisionen zu oerstärlen. Die Feststellung des Hellpunltes, ws>nn dies geschehen soll, bleibt der gemeinsanmv R» gierung überlassen. 'Pest, 31. Juli. (N. fr.Pr.) Ueber Milhad Pascha sind hier Äerlchlc eingelangt, aus welchen heruorgchi, oaß ble Wiederübernah^c des lHroßoezleralS outt>clte oes letztere» hauptsächlich davon ubhangl, ob der Sulta.i sich zu enl>chlicßcn velmochlc, iiidhem uuo Mahmud Dam^o Pascha aus dcm Kabincll zu enlsernel«, da sich ülillhad mcht auf Kämpfe Mll diesen einlassen tonne. 6s wurde zwischen Wlen uno Konstanllnopel hierüber verhalidell; es sei aber fraglich, ob der Sultan, der überdies den Schein vermelden will, als sei Mllhad blus durch den Vollswunsch wieder auf seine» früheren Posten gebracht worden, hierauf eingehen werde. Uebngens glaube Mtlhüü dem lüllischcn Reiche, auch wenn er mcht Moh. oezier wird, gute Dienste durch seinen Contact mil den leitenden Staatsmänner:« Huropa'S llislen zu lünnen. Bon seiner Bespttchung mit dem Grafen Andcasst) set er befriedigt; er gebe sich aber nicht der Illuswn hin, datz die morgen uulilärischen Maßnahmen einer Unter, slützung der Turlei gelten, und meint, daß sie eoen>o. wenig gegen Rußland gerichtet sein werden. Bezüglich der coentuellen Occupation Bosniens und der Herzig«' wina habe sich die Pforte bereits geäußert, daß sie eint solche ebenso wie eine Besetzung Oallipoli's nur zulasst" könnte, wenn vorher seitens Oesterreichs, beziehunaswelje Englands, ein Vertrag mit der Pforte als «iner befreundeten Macht abgeschlossen werden würde, daß aber sonst diese oder jene Besetzung von der Pforte als Kriegsfall angesehen würde. Nach den Anschauungen Mithads M es nur Eine Besetzung durch österreichische Truppen, welche die Pforte zulassen und die auch von russischer Seile auf letn Hindernis stoßen würde, nämlich — die Besetzung Serbiens. Telegrafischer Wechselkur, vom 1. August, Papier - «ente 61 65. — Vllber, Nente 65 90. — Voll' Rente 74 05. — I860« Sla°t«-«nlehtn ——. — «anl-Aclie» 797 __. «rtdit-»ct,en 155-80. — i»°ndou 123 40. — Dill" l<18 60. — «. t. Milnz.Dulattn 5 90. - Napoleon«»'« 9l^ - 1O) «e!ch«marl 60 50. Wlen, 1. Nuguy. Zwei Uyr nnchinlilag«. (Schluhluch) «rebilactien lü375, i860rr ^!ose — —, 1864er i^se l32bt», ofterrelchische Neult >u Papier 61 65. KlualSbuhn 240 50, !>iol0 bahn 185 , 20« graulenftüa« 9 86, ungarüch. «lcoltacl»« 146—, oftercelchilche ^iailcuvant — —, l»>lrlie,ch,>ch' UnglobO»« 70 50, l!ombarl>t,l 69 50. Ü»,onl,aul 50 —. nustro-orienlaliM «unl - -, ^'loyoacllt!. 342 -, allstlo-ullomuiulchr »Vunt ^'—» 'ltrllsche i.'ose 15—, Koxnmmul . «»lebe« 9175. «»ypülch' - —. Goldrenle 74 —. Mndel unl» Uolkswirtljschastliches. Ulllbach, !. August. Aus dem h'illigc« Mmlle ,mo "' schien»« : 13 Wage« mu Getreide, 10 Wua/,, mit Heu ,md stto?' 2l Wagen und 3 Schiffe mit Holz (3s itubitmetcr), _____________Hurchsch n > l t « - P r e«! e. Vllt..lM„.., V/.,.. Ve,,' st l,!n. ll. fi. fl. ^: Weizen pr.Hrllolit. 9 7t>!i1 7? Vntler pr. Kilo . -!«5 -^ «oru «(neu) 5 85 «80 «tier pr. Gluck _ i< - Gerste „„ 4 55 5ä3 Mllch pr. Viler 7^.^ Hafer ,. (all) 3 80 447 «lndstelsch pr. «ilo _ 54 - -' Hlllbsrucht „-------7 30 Hnlbstclsch „ _ 52 ^ ^ Heiden „ 7 ßy 747 Schweinesleisch „ ^ ßo ^ V'rse « 5 36 560 Schüpsenstllsch „ g0 ^ ^ ötuluruy « 6 - 6 30 Hilyndel pr. Olllll __ «°> <- Erdilpfel 100 Kilo_________ Taube» „ __ ?5 - " Pilsen Heltoliter ,2-------- Heu 100 Kilo slroi, „ (al,) 142 ^ ^ Fisolen ^ 7------- Holz. hart., pr. viel t«!ndSschmalz Kilo - 92 - Q.-Meler____65> Bchweineschinalz,. __ 85------- — welchra, ^ ^ _ 4^ Speck, frisch « .74------- Weln,rotl).,100z.'il.____24^ — ».räuchert ^ — 78------ — Weiher. „ ____20-^ Hngekomlneue Kremde. »m 1. Auaust. 0«tel Stadt Wien. Dr. Viiltcr v. Fichtenau. Advolat, !p"«., , Valrlscher Hgf. «ananer, Viehhändler, und Felheimer, t, Sturje, - «ivmar, Polje.____^ Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ 7lsM«7 737»I ^16^ windstill heiter ^ 1. 2 « «. 734,8 -l-28.l windstill heiter ^" 9 .. Ab. 732.«« sill.? SO. schwach heiter ,^ Schwacher Nebel, eine Slunde anhaltend; wollenloser, y"^ Tag. Wlttelleuchlen in 3tW. und O. Da« T°gt«mittel Wärme -s- 22 1°, um 2 3» Über dem «ormale. ,.^ ^ veiantwortlicher Redacteur: Olt»mar Vnmberll' Vl)llkll!)(ll(!)t. «le». 31. Juli. (1 Uhr.) Die Vörse war bei im ganzen festerer Tendenz doch sehr wenig beschäftigt. «,U» «lla« Papierrente........6125 6! 50 SUberrente........6l»75 66 Voldreutl ........73 6t, 78 80 ü°st. ,639........231 333 - 1854....... 108 50 105 - . 18«iO....... 112 NO »»85,0 . I860 Mnflel) ... 120 - > 21 - , 1804........122 50 132 75 lug. Pc walt Siebenbllrge«.......73 75 74 25 Tem'ser Vanal......7« 75 7425 Ungaru..........74— 74 50 Actie» v«u Vanleu. »«U> W«« »n,lo«»fterr. «anl . . 69 50 7l) 50 Kl'dilll.inull........153 25 »53 50 Depositenbllltt.......129 — 130 - Kc^llaliftall, nnzar.....)42 25 »42 50 H«tampt,.A.,ft,ll......665 — 675 — lN»t»ou»»luaut.......?92 — 793 — Oeft» 114 5!) Lloyb.Otsellsch. 3Zj2 - 336 - Oeiiecc. ^lordmeNkahu . . 108 109 — UudolOSahn .... 10»» 50 l<)7 50 sla»l«l»»<»u........2.'l9 ^. ^9 5y slldbahn.........tzg . ^925 tl,eitz-»3al,n........l83 184 Ungal^aliz. Verbindungsbahn 82— 8!i-ü0 ^lu^arlscht »lurooilnllllu ... 9»j 50 9? - Wiener cramway.^ilelllch. . 94 b0 95 — Vlandbriese. «llg. »ft. «obtulredilanst. (i.Vold) 10«, 25 1^6 50 » » ^, (i.V.«V.) d8— 88 25 3tlllil,nalb»nl ......97 10 97 30 Ung.«°dtnlredil-I«ftilut(V.,V.) 90 - 9(j25 PrlorltätKvbltgatimlen. «lisabethlv. 1. Lm. ... 98 50 84— ßerd.«slordb. in Silber . .109— 10950 HrllU,-55ns»vl>,»»Ql,n . «l»,»f^ «u ^« ^-------------------3^^H l Val. ltarl.i!udwig:«.. I.Vm. l<»2 l''«^ Oefteri «<,rd.n»«l^ahn 88 sb °^z Glebenblllger «ahn, «l ^ .^77,1 St°alsbat)n I. «m. . Is>725 "g> «uooayu » 30 ^.^ «lldbahn, «°n« ..... - Devise». z„ »uf deutsche Plä«e . ... «0 20 " ^) London, lurze Sicht . . 123 7" ^ ^ ^oudon. lange Sicht - . . '""^ 43^ Geldsorten. Dukaten .... hst.9l lr. li n »« -«apoleousd'or . . 9 ^ 99'/, < ^ " Deutsche «eich,. gg - banlnoten ... 60 ^ 80 . bN " ^. , Silbergnlden , . 108 »80 „109- «rainlsche l»runl,tNtl<,Nun,«.0bli,»ti«'^' Privaluotierullg : «elb 90—, Ware -7 ^ Hcedit 153 2^ bi« 153 40. «ngl« ^" ««chtla«: U» 1 Uhr 30 Minuten notieren: Papierrente 6l 25 bi« 8l 35. Silbercente 6^75 di« 66-. ssldrente 73 50 bi« 73 70 70-. L«»H,u 1X3 75 bi« 1ii4 -. «apsl«u, 9 89 5i« 9 90. Gilb« 108 80 bl« 109 -.