Tagesbole fi» Mnterßeiermark. '^'r.lnumer.ttionsprtit für Marburg. -fl. 7V ftk »iirüeltSbri., . . - »„»«.. .^uftelinnß „ Vinztln« VtlMMTNI 4 k. ivVO«« d<» ßibe»ale« WaVtei. Gvfchei»» »»gßtch «tt H«siiah«e der 50««- »«d Fe»er߫߻. Manuscripte werben nicht turück ßise»d«t. M IV» Marb«rg, Montag RO. November RS?«. IX. Jahrgchwg Meiitltch.....z D>lD«, »chMWß>Mß>O ».»«.HM«. Nvßlaiü >nd der Pariftt Meden. I Die Wientr Blätter berichten uns eine! sehr bedeutsam^ Thalsachs, die russische Regiernngl hat der Pforte die Mittheilung gemacht, sie be I trachte sich an dett Pariser Friedensvertrag vom! Jahre 18S« nicht mehr gebunden; eine gletchlau-I tende Mittheilung erging an die verschiedenen! europäischen Großmächte; Ruhland gedenkt somitI die orientalische Frage auf die Tagesordnung! der europäischen Diskussion zu setzen iu den ans! gehäuften Zündstoff die Brandfackel zu schleudern,! der den Weltbrand entzünden und mit ihm diel politische Konfiguration Europas noch gründlicher zu verändern berufen, als man leibst nach dem an Ueberraschungen reichen Verlaufe des franzö sisch-deutschen Krieges annehmen konnte. Die veranlassenden Ursachen des Krimm-krieges dürsten so ziemlich in Jedermann» Erin-nerung sein. Den Borwand für die berüchtigte Sendung des Fürsten Mentschikoff nach Konstautinopel, welcher damals der ottomanischen Regierung in der verletzendsten Weile gegenübertrat. bot diel' Frage der heiligen Orte in Jerusalem, die da! s kst seit Iah'hundert zwischen den Angehörigen!' der griechischen nnd römischen Kirche bestehenden!' Streitigkeiten hinsichtlich des Borranges, der Be-I' wachung des heiligen Grabes und ähnlicher Zän-I kereien fanatischer Mönche. Der eigentliche Endzweck d.s von Rußland! gewaltsam pervozirt«n Krieg s lag in der Absicht,! da» schwarze Meer zu einem russischen See zu! machen und in den ausschließlichen Besitz d I Donaumündung zu gelangen mit dem Hinter-! gedanken, den Donauländern die Pulsader zul unterbinden I Doch drn russischen Plänen sollte kein Er! folg zu Theil werden; nach ungeheuer» Opfern! an Gut und Blut der Weltmächte fiel das von! Rußland sür unüberwindlich gehaltene Sebastopol! nachdem die russische Flotte bereits früher auf! den Meeresgrund versenkt worden, mit der! Zerstörung dieses russischen Bollwerkes war d.r! Krieg entschreden, die Türkei aus der eisernen! Umklammerung gerettet. Durch den Pariser Frieden erhielt dieser! Staat die ihm zukommende Stelle im europäi-I schen Konzerte. Auch Oesterreich hatte sich den Westmächten! allerdings nicht vollständig und ohne Rückhalt! angeschlossen, auch für dieses Land war der Krieg! Dil schweren Opfern Verbund«« gewesen ; auch! Oesterreich m tunterzeichnete den Friedensvertrag.! wurde ein Garant 0er durch selben eingesühiten! neuen Ordnung im Südosten unseres Kontinente». I Doch dieses mit so vielen Opfern geschaffene! Werk soll nunmehr in Frage gestellt werden. So viel bis nun ersichtlich, hat die russische! Regierung e'klärt. in Anbetracht des Umstände»,I daß durch die Bereinigung der Moldau und der Wallachei zu einem halb souveränen Staate Rumänien, sowie durch die Serbien gemachten Zu-geständnisse ohnedies wesentliche Bestimmungen des Panser Friedens vom Jahre 1S56 verletzt wurden, sich seinerseits au den zweiten Artikel des gedachten Vertrage» nicht mehr gebunden zu hal« zen, um so mehr, weil die Türkei durch die An-schassung von zwölf Panzerschiffen ihrerseits mit d r klaren Bestimmung des Vertrages in Wider spruch getreten. Der zweite Amsel der einen integrirenden Beslandthtil de» Hauptvertrages bildenden Konvention zwischen Rußland und d«r Türkei bestimmt. daß beide kontrahirenden Staaten im Ischwarz.n Meer^ nur 10 leichte Dampfschiffe!. Ivon bestimmtem Tot nengehalte unterhalten dürfen, !< An und für sich wäre eine beiderseitige Er-I> Ihöhung des SchiffSstandes im schwarzen Meeres !ein zwar nicht zu billigender Akt. gefährlich wird! »dieser jedoch hauptsächlich durch seine Konsequen-I, Izen. Denn zunächst ist den übrigen Vertrags I Imächten dte Einmischung ermöglicht und daher! lein Konflikt bei dem sich stets mehrenden Mate I Iriale der zwischen den einzelnen Mächten streiti-I Igen Fragen näher gerückt. ^ I Der Parisrr Friedensvertrag bestimmt näm I klich ausdrücklich, daß keine Bestimmung desselben! lohne Zustimmung de, den Vertrag unterzeichnen I Iben Mächte geändert werden dürfe, überdies! »wurde das schwarze Meer neutralisirt und den! I Kriegsflaggen sowohl der Uferstaaten als jeder an! Ideren Macht vorbehaltlich der stipulirten Aus»! Inahmen verschossen. I Dte Hauptsrage besteht somit darin, ob die »Mächte gesonmn sind, für ihre damalige Schö-Ipfung einzustehen oder nicht. I Frankreich kömmt selbstverständlich dabei un-^ !t«r den gegenwärtigen Verhältnissen nicht in Ve I Itracht; Italien ist im Inneren beschäftigt; Eng I Iland wünscht einen Konflikt, der seinerseits ein! »agrefsive» Borgehen erfordern würde, möglichst! lzu vermeiden; Preußen ist Rußland zum Danke! ^»verpflichtet, weil es Oesterreich während des ge I Igenwärtig'n Kliege» in Schach hielt — bleibt! .»somit nu» Oesterreich, welches kaum in den Bor«! Idergrund zu treten gesonnen sein dürste. ! I» Wesentlich anders könnte sich die Frage je I rldoch gestalten, wenn Rußland den gegenwärtigen! .IFall nun als Fühler betrachten würde, um den! ,!Pariser Frieden »n seiner Gänze zu den Todten! Izu legen und das angebliche Testament Peters! -»des Großen, die Erwerbung Konstantinopel» in! ,lAu»führung zu bringen gesonnen wäre. Dann! >!würde sich England mit einem bloßen Proteste! zlschwerlich begnügen, dann würde die orientalische! flFrage und mit ihr die Furien des Weltkrieges rlemfefselt werden. rl Kür unsere speziellen Verhältnisse erscheint! Bankos Geist, ein möglicher Konflikt im Oriente,! unter allen Umstünden gerade zur rechten Zeitz! der bV-Millionen-Kredit dürfte nunmehr der Be-I willigung gewisser al» vor acht Tagen sein; stztl das Ministerium Potocky die Wahl der Delega I tion «ad die verlangten Kredite durch, dann ist! dasselbe in Verbindung Mit einer Auflösung des! Reichsrathes und der liberalen Landtage und mitl dem Ministerium der Reichskanzler Graf Beust auf! längere Zeit geborgen. Aeitungsfcha« Die „Politik" ergießt die scharfe Lauge ihre» Spottes über Licht-nkelS, den sehr ehren-werthen SlaatöralhSpsründner und weiland größ-Iten Dunkelmann in Oesterreich, au» Anlaß seine» »jüngsten Angriffe» auf das Ministerium Potocky; lauch Graf Hurtig sowie Graf Auersperg kamen Idabei schlimm weg; Hosrath Ungrr. „der bekannte IHauSmaier und Dunkelmann" bekömmt ebenfalls leinen tüchtigen Klap», ob verdient, wollen wir Inicht untersuchen ; es ist überhaupt für die liberale IPa»tei sehr mißlich, von Leuten, wie Lichtenfels »und Unger, deren ultrakouservative Gesinnnn-Igen brkannt sind, welche, al» sie am Ruder waren, »jeden freiheitlichen Aufschwung zu hemmen wuß-Iten, Sukkur» zu erhalten und in dieser Bezie-Ihung stimmen wir mit der „Politik" überein. für Idie Rolle der VolkStribunen und Gtaat»retter find Ijene Herrn — schon zu alt und abgenützt. Die „Politik" schließt ihren Leadtr mit der Apostrofe au jene Mitglieder de» Herrenhauses: „Schweigt und laßt nicht merken, daß ihr Männer einer Vergangenheit noch ezistirt, die keine Zukunft hat. Das „Vaterland" bespricht den gleichen Gegenstand und wendet sich besonders gegen die Auslösung der renitenten Landtage von Böhme«, Tirol. Krain u. s. w. welche Hofrath Unger, und die Anwendung von größerer Strenge, welche Aürst Auersperg befürwortet; durch ein solches Vor» gehen habe man nie ein Land pazifizirt, sondern nur die Erbitterung auf ihren Kulminationspunkt getrieben. So sehr das „Vaterland" einerseits Idie von den Wortführern des Herrenhauses auf-Igestellten Ansichten perhorreszirt, noch bedeutender »erscheint ihm die wirklich jammervolle Haltung, »die matte Bertheidigung des Ministeriums gegen Idie vorgebrachten Beschuldigungen. Während die »Regierung direkte Wahlen auf ihr Prograi»« gt» »stellt, erttäre das Mitglied dieses Ministeriums, IGtremayer. hierin die größte Oesahr für den »Staat, zu erblicken, wo bliebe da die Konsequenz? I Die „Presse" findet iu der Haltung Lstd iGranville» den Beleg für da» Schwankende der ,1 englischen Politik, welche sich einerseits von ihren ^historischen Traditionen nicht loslösen kann, wäh-Irend sie andererseits konform den Prinzipien der IManchesterschule die Einmengung in kontinentale ^Konflikte zu vermeiden sucht; eine natürliche Kon-,!sequenz der englischen Reform- und Freihandels-I Politik. Träger der ersten Idee ist Granville. I Träger der zweiten Bright. die natürliche Folge Idieser sich gegenseitig neutralisirenden Strö«m» Igen in der englischen Politik ist für Frankreich, 'Idaß eS von England wohl gute Rathschäge. aber steine Hilfe zu erwarten habe. il Die „N. Fr. Presse" zieht aus dem neue-»Isten Rundschreiben yavres den richtigen Schluß, e l daß die französische Regierung nicht den Abschluß e ldes Friedens beabsichtigte, sondern nur Zeit ge-»I Winnen wollte, um durch neue Rüstungen die I bisherigen Verluste m ersetzen. Bi»marck habe Idaher mit vollem Rechte die von französischer Seite gefor, erten Zugeständnisse abgelehnt. Durch die französischen Erfolge an der Loire, die jedoch nicht Ausschloß gebend sind, sei die Krieaslust Frankreichs aus neue entstammt und der Friede rn weite Ferne gerückt. Der „Wanderer'' behandelt das gleiche Thema ; er findet, daß das gedachte Rundschreiben I des französischen Minister de» Aeußern indirekt das I Zugeständnis enthalte, daß sich Paris nicht 25 iTage halten könne, daß daher der Fall dieser I Ltadt nahe bevorstehe. Das „N. Wiener Tagblatt" bespricht das »Vorgehen Rußland», um sich der Fesseln des Pa-Iriser Vertrage» zu entledigen; der Moment sn I gut gewählt, weil Preußen ohne Zweifel Rußlaad lals Prämie freie Hand im Oriente dasür zugesichert habe, daß Rußland sich verpflichte. Oester-I reich in Schach zu halten und im Falle einer '»Niederlage Deutschlands helfend einzugrersen. Da» 'I„R. Wiener Tagblatt" meint, daß es sich vor der Hand nicht um den Orient handle, sondern daß Rußland nur durch die ottomanische Panzer-Iflotte beunruhigt werde. Wenn dte übrigen Mächte Idie S^che auf sich beruhen lassen, erachtet das 'I„R. W. T " den Frieden Europa» für nicht ge-' sahrdu. Oeste«reich zumal werde sich hüten den ' andern Mächten die Kastanien au» dem Aener ' zu holen. > ___ H^arla«e»tartsche». Wien. II. November. (VN. Sitzung des Hauses der Ab-ae ordneten.) Nach SrledigunA der gormaneu leisten zwei neu eingetretme Mitglieder die Ungelobuug. Unter den Einläufea befindeu sich Petitionen des deutsch-demokratischeu V«rei«es von Graz und des demokratischen Bereines im III. Bezirke um Aushebung des objektiven Verfahrens in Preß-sachtn; ferner eine Eingabe aus Wels, welche Maßregeln gegen die Proklamirung des Dogmas von der Unfehlbarkert des Papstes verlangt. Hierauf schreitet das Haus ^ur Wahl des ginauz- und jenes Ausschusses, welcher das Ge-fttz betreff die Gerichtsbarkeit über die Landwehr zu beratheu hat. Nachdem die erste Lesung mehrerer vom Ministerin« jüngsthin überreichten Gesetzentwürfe erfolgt ist. interpellilte Dr. Sturm das Gesammt-Ministerium, ob die Regierung bereits den Staatsgerichtshof konstituirt habe, und wenn dies nicht g^chehe». wie bald sie dies zu thun gedenke. Gfchnitzer uud Genoffen richten an den Leiter des Handelswimsteriums die Krage, warum derselbe bis nun eine Borlage über die Bahnlinie Salzburg-St. Johann mit dem Anschlüsse an Tirol und Steiermark nicht eingebracht habe, und ob er eine solche noch in dieser Seffion einzn-bringen gedenke. Die nächste Sißuug wird auf den 1S: November bestimmt. I» der letzten Sitzung der Adreßkommiffion des Herrenhauses wurde der von Graf Auers perg vorgelegte Sntwuif genehmig»; die Berhaad-lung über dieseu Entwurf findet im Hause selbst am 16. November statt, iu jener der Adreßkommiffion des Abgeodnetenhauses wurden die ein-zelnen Punkte der Thronrede fortgesetzt, welche die Adreffe speziell widerlegen soll. Bei dem die auswärtigen Beziehunaen Oester-reichs betreff-nde« Punkte wurde der Widerspruch zwischen der Berftcherung der vollkommsten Ent-haltt^ Oesterreichs und der Kreditforderung von Millionen hervorgehoben, gerner wurde auffällig gefuuden, daß die Regierung unter den in der Thronrede aufgtführteu Boriat,en jeue den Ausaleich mit Galizien betreffend nicht aufführte uud w«it dos Abgeordnetenhaus zur Initiative in dieser grage aufzufordern scheine. Zu der nächsten Sitzung soll die Regierung über die auswärtige Lage, Dalmatien. die czechische Politik derselbe«, insbesondere hinsichtlich der Motive l^r Auflösung des böhmischen Landtages u. s. f. iktervellirt werden. Der Ministerpräsideni hat den Versuch unternommen, aus sämmtlichen Grotzgruudbesitzem im Abgesrdnetenhause eiue Neßieruugspartei zu bilden — der Versuch ist jedoch als gescheitert anzusehen. Das Ministerium schmeichkl» sich, daß sowohl die Wahl in die Delegation ohne weiters voll-joaeil. sowie die gorterhebung der Steuern vom Abgeordnetenhaus bewilligt werde, eine Meinung die fich vielleicht als irrig erweisen könnte. Voltttfche «eberficht. Äulautz. (Wien). Bekanntlich hat das Afterreichische Episkopat fich an die Kurie gewendet, ob es mit dem katholischen Getviffen vereinbar sei, daß sich der Klerus auf Grund der neuen Schulgesetze an den Berhandluugeu der Ortsschulräthe betheilig«. Die Kurie überließ es jedoch dem eigenen Etmes sen, ob die Geistlichkeit der verschiedenen Diözesen in die Schulräthe eiutreten solle oder nicht, jedoch wurden die Bischöfe zur Einigkeit in dkr di^sbe züglichen Entscheidung ermahnt. Wie der „Bolksfreund" berichte», hat sich Kardiu-l Rauscher für die Betheiligung ausge sprachen. (Klagenfurt.) Der Borstand des hiesigen Deutschuationalen Bereines, hat eine inMarbnrg zu veranstaltende Versammln«,; der Parteigenoffen Kärutens, Steiermarks und eventuell Niederöster-reichs in Anregung gebracht, bei welcher die Mo-dalitäteu des schon im Parteiprogramme aufge uommeneu Kompromisses der deutschen Partei mit den Polen besprotyen und eine Einigung in dieser Richtuug erzielt werden soll. In der Pferde-Assentirnnfls-Angelenhcit hat der Borsitzende der betreffenden Kommiffion gegen die „greien Stimmen" — jenes hiesige Journal, welches das Gebahren derselben energisch geißelte ^ eine Preßkiage wegen Ehrenbeletdigung angestrengt. Es ist dies der erste gall einer Schwurgerichtsverhandlung in Klagenfurt, der um so interessanter zu werden verspricht, als er auch hier bekannte Persönlichkeiten uud delikate Gegenstände berühren dürfte. 2^uslaud. (München.) Es steht zu befürchten, daß an dem Widerstände der bairischen R^ierung das Werk der deutschrn Einiguug scheitere. Man schreibt der „Kölnischen Zeitung" diesbezüglich von hier: „Erst vor wenigen Tagen fanden in Berfailles >ie Vertreter des norddeutschen Bundes, daß sie in vielen Dillgen mit den Baiern noch um ganze Hemisphären auseinander seien; vor Allem waren die militärischen Ansprüche Baierns derart, dab es im Bunde gar keinen Platz dafür gebe uud ihnen gegenüber nichts rathsamer erscheinen »vürde. als einfache gortsetzung des bisherigen Allianz« Verhältnisies. Ob seitdem irgend eine Wendung zum Besseren eingetreten, ist unbekannt, jedoch klingt es bei dem hohen Belvußtsein des jungen Königs von dem, »vas er seine Kronrechte nennt, in hohem Grade unwahrscheinlich ; lu keinem gaUe ivürden wir eher daran glauben, als die Auflösung der jetzigea Kammer Verfügt tvürde. Wem die Einrichtungen des norddeutsche» Bundes nicht gefallen, der »oird keinen Awang zum Eintritte erfahren, aber auch keine Auflocke-rung des besteheuden Bundes erleben. Er bleibe eben draußen, wenn er glaubt, das ertragen zu köuueu.... gür unsere Zukunft kann es nur förderlich seiu. wenn die Ausgleichung der Stammesnnlerschiede und die Auflösung des Partikularismus allmälig und deßhalb gründlich von Innen heraus erfolgt. Es ist b'sser. auf Baierns sreilvilligen Ein» tritt noch einige Jahre zu lvarten. als jetzt den halb widerlvilligen Eintritt, ski es durch drücken-den Zwang, sei es durch verderbliche Opfer, zu beschleunigen." 3n demselben Altikel lvird als „Thatsache" in das Gedälhtniß zurückgerufen, daß man sich in München zur Theilnahme am Notionalkrige ent schloß, um den baierischen Partikularismus zu retten, nicht aber, um ihu zu Gunsten eines deutschen Bundes aufzugeben. Sollte vielleicht die Vergnügungsreise des Grasen Beust im Kreise seilier gamilie uach Müu-chtu mit der wieder zu Tage tretenden undeutschen Gesinnung der bairischen Regierung in Verbindung stehen ? Allgemeine Sensation verursachte ein Toast des ultramontaueuProfessor Sepp, welche« derlklbe in begeisterten Worten kürzlich l!ei einem zu Ehren der preußischen Truppen veranstalteten gfste auf deu „deutschen Kaiser" ausbrachte. (Berlin.) Wolff's Bureau meldet: Das von dtr Londoner Daily News veröffentlichte, a«-geblich authentische Aktenstück über l^as Verhalten der Kaiserin Engenie seit ihrer Ankunft in England wird offiziöserseits als einer nicht gut unterrichteten Quelle entstammend bezeichnet. Insbesondere wird die Mittheilung, am l.ö. September sei ein Abgesandter Bismarck s an die Kaiserin geschickt worden, sowie die Mittheilung des Aktenstückes über die von deutscher Seite verlangten Gebietsabtretungen als unrichtig erklärt (Brüssel.) Die Jndependance nimmt das Zirkulär Favre s sehr kühl auf. Sie nennt Moltke's Standpuukt einen tadellosen und was die Lebens mittel grage betrifft, vollberechtigten. Eine Korrespondenz der Zndependanee aus Tours vom 7. Nov. signalisirt die Uebersiedlung der Regierung nach Bordeaux, die Ausnahme eines neuen, sehr nothivendigen Anlehens in England und Gambetta's Plan, sich in den nichtokkupirtcn Landestheilen daS Vertrauen des Volkes Votiren zu laffen. Thiers ist daselbst eingetroffen. Er. versucht gegenwärtig, Gambktta von der Nothwendigkei der unverzüglichen Einberufung der Konstituante Laurier ist aus England, »vo er ein Anlehen aufgenommen hat, zurückgekehrt. — Dir granee vom 10. behauptet, daß die neutralen MäHe wirklich einen Kongreß vorgeschlagen hatten. Vom Kriege. Die Schlappe, welche '<'ie Deutschen unter dem General von der Tann an der Loire erhielten, scheint nicht von Bedeutung zu sein, wenigstens werden die etlva errungenen Bortheie von den Franzosen nicht benützt, ein weiteres Vordringen derselben wird nicht gemeldet. Der Bericht des franzöfischea Kommandos autet; General AureUes de Palladine hat fich am 10. d. nach zweitägiaem Kampfe Orleans bemächtigt. Unsere Verluste an Tobten uud Verwundete belaufen fich nicht auf 2000, jene des Zseindes sind beträchtlicher. Wir haben mehr als 1000 Gefangene gemacht. deren Zahl sich durch die Verfolgung ver-mehrt. Wir haben 2 Kanonen preußischen Musters, mehr als 20 bespannte uud gefüllte Munitions-Karren und eine große Menge Rüst- und Proviant-wagen erbentet. Die Hauptaktion hat fich am Taae des S. November um Kulmiers konjentrirt. Der Geist der Truppen war trotz der schlechten Witterung vorzüalich. Nachrichten aus Berlin melden, daß das Bombardement von Paris in kürzester Zeit erfolge. Von Wichtigkeit ist ferner die Nachricht, daß Garibaldi fich ergeben habe, doch fehlen «och De-taillirte Nachrichten. Marburg-»' »«d Machricht-« Marburg, 14. November. (3n der Jahresversammlung des Berfassungsvereines in Eilli) vom 10. Nov. wurde nach Genehmigung des Recheuschafts berichtes die Neuwahl der Vcreinsleitnng vorgenommen. Nachdem der bisherige Obmann des Vrreinks Herr Pf. Marek eine Wederwahl entschieden ablehnte, ivurde Herr Anton Laßnik ^m Obmanne, die Herren Wambrechtsammer sen, Beer, Skolant und Trebnigg in die Vereinslei« tung gewählt. (Jnstruktiou zum Wehrgesetze.) Nach dem in Oesterreich beliebte« Systeme, ein jedes Gesetz so lange zu erläutern bis das ursprüuglich gauz eiusache Gesetz unter dem Wüste der Ausätze zum Nachtheile der Klarheit verschwindet, ist aber-mals eine Instruktion zur Ausfiihrung des Vehr« gefetzes in Folge Ministerial-Erlaffes v. SS. Sevt. d. I. Z. N577 erschienen. Dieselbe beschäftigt fich mit der Erläuterung der gß. S2.2, b2.4. 123.5. 135.2 und 130.150 des gedachten Gefetzes und ist im Anzeigeblatte v. 12. Nov. Nr. 259 enthalten. (Die 47. allgemeine Bersammluug der str. Laudwirthschafts-Gesellschaft) findet am 10. und 11. Jänner 1871 zu Graz statt. Tagesordnung: Rechenschaft pro 1S70; Rechnung pro 1669 und Boranschlag pro 1871; ein Vortrag über die Rückwirkung der Servituts-ablöfung auf die forestalenVerhältnisse des Landes, ferners über gottbildungsschuleu. Statuteuände-rung, Neuwahl der Zentralauschüjje, von korre-spondirenden und Ehrenmitgliedern, Anträge bezüglich der von der Regiernng der Gesellschaft übertragenen Geschäfte uud die Staats-Subventi-onen, Organisation und Anträge der gilialen. Bericht über die Ausstellung; endlich Prämiirung von Schullehrern un!) Kleingrundbesitzern. (Neues Amtssiegel.) Das hiefigeGtadt-amt bedient fich seit einher Zeit eines Siegels, mit der Unterschrift „Magistratmit welthem Rechte ist uns nicht bekannt (Der Herr Statthalter) Freiherr von Kübek traf vorgestern Abends hier ein. (Theater.^ Das vorgestrige Gastspiel der Opernsängergesellschaft des Herrn Cantarelli «igte den redlichen Willen der Direktion, dem Puvli- .......... kum Abwechslung zu bieten, wenn sie nicht so an einen^ört außerhalb Paris zu überzeugen, gut ausfällt, trügt sie keine Schuld daran.'Herr Cantarelli nämlich ist zwar ein rontinirter Sänger, abkr für einen Tenor, sti er auch schon etivaS ab genützt, ist eine Baritonarie keine passende Aufgabe; Frl. Bida vkrsügt über eine volltönrnde Sopranstimme und weiß auch selbe zu verwerthcn. doch entbehrt sie jedeS Spieles. Der Htrvorruf nach dem „Troubadour", der auch nur ihr galt, stieß daher auf einige Opposition. Die Wahl, welche Frl. GarvenS mit „der letzten Rose" aus Martha getroffen, können ivir nicht glücklich nennen, auch stimmte das Orchester nicht; am besten war das Briefduett aus „Figaros Hochzeit", nach welchem auch der Beifall ein verdienter war; schade doS die schöne Akkom-pagnirung nur auf dem Klaviere geschah. — Die Zugaben, nämlich „Er ist nicht eifersüchtig" und „des Siingers Fluch" fanden viel Applaus, und war in ersterem Ltücke besonders Herr Direktor Rosenfeld bei guter Laune. Gerlchtshalle (Graz. 11. Nov. Original-Korre-spondenz.) I^Berbrechen des Betruges.^ Karl Schwarz, vormals Sekretär der Graz-Köflacher Bergbau-Gesellscjjast, halte stch dieser Tage vor einem Fünfrichterkolle,^ium deS k. k. Vanyesgerichtes Graz wegen eineS, im Einverständnisse mit dem aus Marburg gebürtigen Eduard Gollitsch an Karl Alexander verübten Betruaes zu verantworten. «ertheidiger: Dr. Holzinger und Dr. Gterger. Räch Inhalt der Anklage besttzt die Schwe-ster des Karl Schwarz auf einem, in Bösenwin-kel gelegenen, einem dortigen Bauer gehörigen Walde ein Holzabstockungsrecht. welches jedoch wegen namhafter Schuldtu des Frl. Elise Schwarz mit Psandrecht und unter andern auch im November V. I. mit Sequestration belegt wurde; nichtsdestoweniger erlaubte stch Karl Schwarz, dem auch andere unlautere Borgänge zur Last fallen, folgendes Manöver: Nachdem er >n Erfahrung gebracht, daß der bei dem Kommissions-Änstituts Inhaber Schott in Graz bedieustete Kart Alezander bei scinem Dienstgeber eine Kaution pr. 10V0 fl liegen habe, ließ er dem Alexander durch Gollitsch sagen, daß er. Schtvarz. Besitzer eiNls Waldkomplexes sei und ihm eine rentable Anstellung als Berschleißer seiner Waldprodukte verschaffen könne; er sicherte dem Alexander einen Gehalt von monatlich 50 fl. und eine entsprechende Tantieme vom Ber-tause zu Selbstverständlich müsse Alexander ihm als Berschleißer „eine Kaution leisten." Das gefiel dem Alexander und er händigte dem Karl Schtvarz sogleich » Eonto der Kaution 1W fl. ei» und gab »hm spater noch weitere Theilbettäge auf gl iche Rechnung, zusammen 295 fl., die zu verschleißenden Kohlen und Hölzer wollten jedoch nicht nach Graz kommen. Es gab angeblich immer „zu viel Schnee im Walde" und Alexander mußte nachträglich er. fahren, daß Karl Schwarj weder ein »reicher Walvdesttzer" sei, noch daß selbst dessen Schwester, Fräulein Schwarz auS dem Walde auch nur ein Scheit Holz schlagen laffen dürfe, weil der Wald ja sequestrirt sei. Alexander erstattete sonach die Strasauzeige. Die Staalsbehörde sieht in dichr» Herauslocken des Geldes unter Berschweigung der Sc« questration umsomehr einen Betrug, als Karl Schwarz gänzlich mittellos ist. Er nenne sich zwar auch „Sauerbruunen-besitzer," allein die betreffende Quelle zn Ziat-nik bei Bruck hat»e laut einer amtlichen Erhebung des Unteisuchungsgerichtes^bruck nicht den gering« sten Werth und werfe nichts all. Karl Schwarz bemüht sich, den Sachverhalt anders darziistellen. Er habe dem Alexander ausdrücklich gesagt, er t,rauchr Geld, um den sequestri-renden Gläubiger seiner Schwester zu bezohlen, und er habe dem Alexander auch daS Gesctiaft auf seinen Sauerbrunnen übertragen. auS diesem Anlasse sei er mit Letzteren in Verrechnung gestanden. Dieser Veranttvorturrg, der sich auch Gollitsch auschließt, wird jedoch die beschworile Aussage des inzwischen verstorbenen Alexander entgegegi halten, nach welcher die ganze Geschichte m»t dem Sau- erbrunnen, wie AlleS waS Schwarz intendirte reiner Schwindel ist. Der Sauerbrunnen ist nach dieser Aussage des Beschädigten absolut nichts Werth, da die Quelle trüb und überhanpt ungenießbar. Diesem Borhalte tritt aber der Bertheidiger Dr. Holzinger entgegen, welcher sich noch im letzten Augenblicke ein Exemplar von ÄrschästS' Zirkularen zu verschaffen wußte, welche Karl Alexander. der angeblich Beschädigte selbst unter daS Publikum gebracht hatte. Dr. Holzinger legt daS betreffeiide Exemplar zu den Gerichtsakten. Dieses von Alexander unterzeichnete Zirkular preist den Zlatniker Sauerbrunnen als ein vor-züglichks Produkt, das den Rohitscher Sauerling vollkommen ersetzt. Zn ähnlichem Sinne äußert sich ein ebenfalls ans Verlangen des Bertheidigers vorgelegtes Gutachten des Wiener Profeffors Dr. Redten-bach über die chemische Analyse deS Zlatniker Sauerbrunnens. Im Bcrlaufe der Berhandluilg läßt Dr. olzinger auch konstatiren, daß eine eigentliche insührung eines Sequesters in den Wald, in welchem dem Fräulein Schivarz Abstockungsrechte zustanden, niemals stattgefunden hat. Dr. Holzinger bestreitet auf Grund dieser Umstände den objektive , Thatbestand eineS Betruges. indem er darthut. daß ein Gläubiger mittelst eines bloßen Saquestrationsbescheides den er erivirkt, den Schuldner tucht hindern kann in dem sequistrirten Walde Holz, insolange kein Sequester in diesem eingeführt ist, fällen zu laffen. Nachdem die Einführung unterblieben und nachdem Alexander laut seiner eigenen Geschäfts« annonzen thatlächlich Geschäfte mit dem Produkte des fraglichen Sauerbrunnen gemacht haben muß, so sei immerhin die Annahme des Bestan« des einer Verrechnung zwischen ihm und Schtvarz zulässig, daher eine betrügerische Handlung seines Klienten uichts weniger als crwiesen. Schwarz und Gollitsch werden auch wirklich IN cht schuldig erklärt. Schvarz. welcher als Hauptbrschntdigter vier Monate lang in Unter-suchungshast getvesen ivar, sogleich auf freien Fuß gestellt. «eschSftA Wien, 12. Noriember. (Getre ideberi cht.) Laut heute eingelangten telegraphischen Privatberichten regnet eS im Banate forttvährenr», so daß jede Zufuhr zu den Märkten unmöglich ist. Dieser Umstand, sowie der weitere, daß einige Schweizer und Augsburger Firmen Käuse effek-tuir^n. trugen zur besonderen Festigkeit d^s heutigen GeschaftSverkehres tvesentlich bei. Sämmt-liche Körnergattungen notiren um 10^15 kr. höher, dennoch bewegte sich der Berkehr in sehr bescheidenen Grenzen. Bis 12^/^ Uhr gelangten zur amtlichen Notirung: Weizen Wieselburger. 85psd. fl. S.50 Aeuitßst»«. Aus dm Krinnemngen eines Lazaretßarztes. Mitgetheilt von Dr. Kranz Steiner. I. Es war ein recht Heller, freundlicher Sonntag. der Nanz igs Bewohner wieder einmal zu dem FeiertigSver.ulügen ermunterte, vor den Thoren unseres Tabak-HospitaleS Skandal zu machen. ES soll dainit nicht gesagt sein, daß dieS hier zu den Seltenheitea gehörte, im Gegentheil mir hatten täglich Gelegenheit, von den redlichen Bemühungen der Bewohner unS unsere Lage zu erschweren. Kenntniß zu nehmen ; doch ivar unS heute offenbar eine besondeer Ueberraschung zugedacht. ^Veranlassung dazu gab ein ^^rößerer Transport von Berivundeteit von her, darunter Franzosen, die eben von der Bahn unS zugeführt wurden. Vivs III I'raneo! X das !o» ^Ilsmknäs! mit zweideutiger Aufrichtigkeit gerufeu, wiederhallten an den Thoren deS LazaretheS. die stch öffnete, die Berivundeten einzulafstn und dann zum großen Zorn deS Volkes sofort abgeschlossen wurden. Neues Geschrei draußen, im geräumigen La-zarethhofe kurze Kommandoworte zur Dirigirung k>rr Verwundeten auf die einzelnen Abtheilungen. Jeder von Ul,s Abtheilungsleitern übernahm seine Kranken und nach einer Stunde herrschte auch vor dem Lazareth ivreder voUtommenene Ruhe, die uns ermöglichte, tvährend des Berbiu-dens der neuzugekomm nen Verwundeten den schweren Geschützdonner aus der Richtung des damals noch nicht gefallenen ToulS herüber zu vernehmen. Die Bezeichnung „Tabak-Hospital" dürste sonderbar erscheinen, doch der Name wurde den Lazareth aus dem Grunde gegeben, weil seine neuerbautcn ausgedehnten Räumlichkeiten künftighin einer Tabakmanufaklur dienen sollten. Die Säle waren luftig, fast zu luftig; dies empfanden die im Lazareth selbst wohnende» Aerzte. unter denen auch wir uns befanden, ganz deutlich. Legte man sich zu Bette, so pfiff der Wiud. ' nicht nur von Thür und Fenster her, sondern auch aus einigen Extraausgaben von überflüssigen Ventilationsöffnungen im dünnen Mauerwerk, selbst zwischsN den grobe» Lücken des Fußbodens fand die kühle Nachtluft hinreichende Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Wirksamkeit. Im Ganzen war der Gesundheitszustand in unserem anschließlich für Verwundete bestimmten Lazareth günstig, von epidemisch austretenden Krankheiten war nichts bemerkbar; denn die leider ungemein zahlreichen Dysenterie-Kranken wa-cn untcr Baraken - Lazarethen nahe dem Bahnhof untergebracht. (Fortsetzung folgt.) Hriginal-Mvat Tetegramme. Aonftantinopel l4. November. Wohl-unterrichtete Personen ividersprechen der Angabe, daß die russische Note sich in gemäßigten Ausdrücken bewege und versichern im Gegentheil. daß die Forderungen Nußlands in sehr kategorischer, völlig schroffer Form auftreten. Dagegen ist von hier aus den neutralen Mächten bereits notifizirt »vorden, daß die türkische Regierung jene Forderungen nicht minder kategorisch zurückweist, und soll eine betreffende Zlrkulardepesche in den nächsten Tagen an die verschiedenen europäischen Kabinete abgehen. London, 14. November. Hier glaubt man. daß Borbereitungkn getroffen werden, um durch daS Auslaufen der Panzerflotte dem englischen Proteste gehörigen Nachdruck zu geben. Die Panzerflotte würde in solchem Falle in die levantinischen Geit)ässer abgehen. Ein unausgesetzter Depeschenverkehr findet zwischen London, Wien und Konstantinopel statt. Konftantinopel, 14. Nov. In hiesige« kompetenten Kreisen hält man dafür, daß Rußland vielleicht noch nicht zu See, doch aber gewiß zu Lande sich für gerüstet genug halte, um seinen Forderungen nötl)igenfallS bewaffneten Nachdruck geben zu können. Unter Anderem hat man hier Kenntniß von geheimen Erlässen deSPetersburger Kriegsministeriums, mittelst deren schon vor 14 Tagen die Reseven zu ihren Regimentern einberufen ivurden. London, 14. November. Die Stimmung ist hier eine sehr gespannte. Man behauptet, die nach Petersburg at»tirhcnde englische Note gebe dem Petersburger Kabinet ernergisch zu verstehen, vaß England in keinem Falle die Türkei im Stich lassen werde, auch wenn diese sich entschließen sollte. Rußlands Ansinnen mit den Waffen zu-rückzuweisen. Brüssel, 13. Oktober. Garibaldi war am 3. AbrndS in Macon. er ging i'ach Ehazey und St. Jean de Losne. Seine Söhne wollten während der Nacht mit Mobilgarden und drei Bataillons Frane-Tireur» ihm folgen. Thiers ist von Seile der Regierung ermäch, tigt »Vörden, seine Verhandtungen mit dem deutschen Hauptquartier zu veröffentlichen. Wicn, 12. Novtmber. tE«ursbericht.) Die Börse verfolgte eine weichende Tendenz. Äktien sielen nm 2—S, «i—10 fl., Rorvbahn - Aktien um 2'/,. Renten »nd Loose NM 1—2»/,//». Kremde Wechsel nnd Comptanten ver-theuetten fich um 1°/». Toors-Ctltgram«. 14. Novembkr. Einheitliche Etaatsschnld in Noten .... detto detto in Silber .... Vü 10 iSLVer Stoats-AnlelienS Loose...... ....................... e»»».Sik,>-» ...........^ ...................12« ZS Sil^................SU .................................... ..7 K. f. Mttnz Dntatcn......... " " Stimmung: flan. Wiener Fruchtbörsen-Course von» 14. November. Fnlchtgattnng n. Gewicht Lonstgnat.- Weiten. Ort Pre.S Vanater 60'/, Pf. Wien 6.18 pr. gollztr. Mroscher 87 Pf. Ra.,b 5.8^ „ Weißenburger 87'/, Pf. Weißenbnrg l..2< «ieselburger 8S Pf. Wieselbnrg ü.b0'/, „ Slovakischer 37 Pf. Wien li.— „ Marchfelder 83 Pf. Wien <'.»5 i^esterreichischer 88 Pf. Wien Korn. llngarische» 80 Pf. Wien 3.80 pr. Mehen. Raaber 80 Pf. Raab :t.4ü «yirer öS Pf. FloridSdors. 4.25» V e r st t. Slovakifche 7'^ Pf. . W.en Z.?.'; Hanna 72 Pf. . Wien S.90 pr. .! Pf. Oedenburger 70 Pf. . Liesing 3.2.'» Hafer. Ungarischer 45 Pf. Wien. 2.30 - 2.S<. Marburg, ^2. Nov. (Wochenmarkl «bericht.) «eiien fl. 4.8b. «orn fl. Z.?.«;. Gerste fl. 0.—, Hafer fl. 0.-. .«uturup fl. 3.7^». i»ei0en fl. 2.80, Hirsebrei« fl. 5'.40, Hirse fl.0.—. Vohnen fl. 0.—, Erdäpfel fl.l.45 pr.Mepen. Rindfleisch 27. Kalbfleisch 20. Schweinfleisch lUNg Lt'kr. pr. Pf. Holz. l,art 30" fl.10.50. 18"fl.6.50, weich 20" fl. 0.50. fl. 4.00 pr. Klafter. Holztolslen liart fl. 0.«'.«'. weich fl. 0.k»0 pr. vtetzen. Heu sl. 180. Strol». Lager, i». 1.60, Kuttcr- fl. 0.—. Streu- fl. 1.— pr. Centner. Uettau, ll. Nov. (W och« n ma rk tSt'cr i ch t.) Weizen N. 4.ü0. »oru fl. .i.50. («erste st. 3.30. H.'fer st. 2.-. Äufuruh fl. 3.30. Heivcn fl. 2.30. Ärdüpfel s,. 1 Hirfebreni fl. 0.— pr. VeP. Rindfleisch 20. Kalbfleisch SS. Schiveuifleili, jung 25, fr. pr. Psd. Holz ZS" Iiart fl. ll.—. weich fl.7.— pr. Älaster. Holzkohlen hart 70. weich t»0 kr. p>. Mcj^ru. Heu fl. 2.—. Lager, st. 1.70. ^lreu- fl. l.— pr. Ceiitu^r. Stadt-Theater i» Marburg. lÄ. Stovember Kaust. Tragöc^ie in 0 Akten von W. Äöthe. M Eillhtimischt und /remdt tliv llörrsiiklsiÄsr- vml (733 tlois kisäsr In ü Ecke k)fr Herren- nild Pojlgnsse Nr. l»2. Äinttl'jAalitot von . fl. bis fl. 50 „ Hosen voll . „ 6 . Schwarbe Hosen von . „ 7 , Eilet von .... „3 Iaßö'Nöckc voll . . „5 Haöetoks von ... „ 18 LoötN'Gnba von . . „12 Salon-Än^iigt von . „ 24 Hauptnitderlage von Schlasrölken. Fttr Beftellunften ist die reichste Auswahl der nenesten Stoffe am Lager, nnd werden selbe auch prompt ausgeführt. ,, ,5 „ 15 II 10 15 40 25 40 ^Ltzine gebrauchte Wertheim'sche Äasse ^^Nr. S wird zl» kaufen gesucht. H^ähmaschine, Greiferfystem, neu, elegant, nnt verschließbarem Kasten, ist 35 Procent unter dem Ankaufspreise gegen Baar-zahlung zu verkaufen. Eine ebenerdige Wohnung in der Magdalenavorstadt, llahe an, Kärntner-Bahnhose, bestehend aus 2 Zimmern, Sparherdküche llnd Zugehör, kann mit 1. Dezember bezogen werden. Ausfslnfte hierüber werden im Coinptoir dieses PltUteS krtlicilt. Z. 2429 .s. Gditt. 793 Nonl k. k. Bezirksgerichte Wiildischgraz wird klttldgetnacht: Es sei iiber Ansuchen des Herrn Dr. Alfons Moschv, als Martin Mörtl'-scher Konkursmasseverwalter in die exekutive Versteigerung der zu dieser Maffe gehörigen, in Windischgraz befindlichen Fahrnisse gewilligt, ltnd seien zu diesem Zwecke drei Termine am 19. November 187V und die nächstfolgenden Tage mn 21., 22. und 23. November d. I., dann k. und 12. Dezember 187V jedesmal um 9 Uhr Frtth in dem Kaufsgewölbe des Ge-tneinfchuldners init denl Atihange^ angeordnet, daß bei dein ersten und zweiten Termine die Fahrniffe nur um oder itber den Schätzwerth, beim dritteil auch unter demselben gegen sogleich baare Bezahlung an den Meistbietenden hintan-gegeben werden. Das Verzeichniß der feilzubietenden Gegenstände kann soivohl bei diesen! lÄerichte, als auch in der.Kanzlei des Herrn Maffeverwalters ein-gesel»en werden. Windischgraz mn 8. November 1870. Der k. k. Bezirksrichter: Korftner. Kirchenwein-Lizitation. Am »l.Stvvember werden zu MAtsck bei Marburg neun Startin Kirchenweine heuriger Fechsung lizitando verkauft. 792 .Kirchenvorstehung Kötsch am 7. Nov. 1870. Kirchenwein-Lizitation. In Tt. George« a. d. PöKnitz werden Mittwoch den 1k. d. Z. Vormittaa 10 Uhr zehn Startill neuer guter Weiil an den Meist-bietendeil gegen gleich bare Bezahlung lizitalido verkauft. (786 Htnr ZK Thtr Vr. Ert kostet ein ganzes Original Loo» zur isten Abtheilnug der vcni hol)en Staote genel)migte» und garantirten großen Gtldvtrlooflwg. welche am S1. Dezember d. I. stattfindet, wo nnr Ge-Winne gezogen werden, deren Gesammtbetrog iiber 3,ZZ2.<>W IN 7. «dtheiluiig. d»rui»«r Hoiiptrester a>« «v. 150.000, 100.000, 50.000, 40.000, Sö.000 !i ü LU.V00, 3 » 15.000, S k 12.000, 11.000, 3 » 10.000, S K8000, 4 Ü S000, 7 ü b000, 1 » 4000, 15 ü ij000, 105 » 1500, 5 I S00, 20k ü 1000, !i23 ü 500 zc. Zc. Mark zur Entscheidung kommen müffen. strankirte Anflräge werden gegen Cinsendttng de» Betra e< selbst nach den entferntesten Äegenden verschwiegen nttSgrfilhrt, nnd nach vollendrter Ziehung amtliche Liften uud Veil iiittgelder prompt zugesendet. A. HoldfarV, 790) StaatSeffekten-^ndlung in Hamburg. Z. 12». Edikt. (757 Voln gefertigten k. k. Notar als Gerichts-komlnissär wird hiermit bekannt geinacht, daß mn Dteuftag den IS. Rove«ber 1870 m Unter-Jakobsthal Nr. 15 der bewegliche Nachlaß der am 30. September 1870 verstorbenen Grundbesitzerin Anna RaiSp, bestehend in 1 Pferd, 2 Kühen, 3 Kalben, 10 Schweinen, bei 10 Startin Wein von verschiedenen JahiMngell mit Fässern in Eisen- und HolWifen, Wägen, Hausgeräthe, danll Heu und Stroh, öffentlich gegen sogleiche Bezahlung des Meistbotes versteigert werden. Marburg am 25. Oktober 1870. Bitterl, k. k. Notar al» Gerichtsfommisfär. Kirchenwein-Lizitation. Zu Ober St. Knnegund werden am 17. d. M. Vormittag 10 Uhr neun Startin guter Wein heuriger Fechsullg gegen sogleiche Barzahlung an den Meistbietenden hintangegeben werden. (787 Stur noch k«rj< Aett seh«>! Am Sofituplitz mechanisches Ml st« « mit den neueAe« Kriegsereigniffe« Jeden Tag von Morgens 9 Uhr bis Abend» 9 Uhr geöffnet. Eintritt k Perfon 1V kr. (797 Der fteiermärktrsch« Verein jwr Förderung der Knnst-Jndnftrte hat in seiner letzten General-Bersammlttng die Errichtung eine» teebnischeu Zeichenburea«s beschloffen und den leitenden AnSschilß mit der Durchführung betraut. In diesen» Bureau, welches Jederma»l»l zur Bentttz^ung zugängig ist, werden Zeichnungen fttr alle Fächer der Gewerbe-Industrie in jeder verlallgten Stylart sanlmt allen nüthigen Details derart auSgefichrt, daß der GewerbSmann oder Fabrikallt die Anfertigung des Objektes darnach anstandslos vornehmen kann. Die Kosten der bestellten Zeichnungen bestimmt der tz. 4 des Programme», wie folgt: „Bei Bestimniung de» Preise» für bestellte Zeichnungen lmt al» Norm die Anzahl der Tage zi gelten, die der Verein» Zeichner und die Zöglinge zur Anfertigung derselben verwenden, mit Hinzurechnung der Auslagen für da» t»er. brauchte Zeichenmaterial". „Alir die Mitglieder de» Berein» wird da» Taggeld de» Bereiu»jeichner» mit 2 si. und da» der Zöglinge mit I st. berechnet". ' „Vei jenen, die dem Bereine nicht angejj^ren, werden die obigen Beträge um die Hälfte erhöht. Atir außeror-deutliche künstlerische <5ompofitionen bleibt die Bestimmung de» Preise» dem Leitung» Comitv ilberlafsen". Wttnfcht ein Berein»mitglied Zeichnnngen zu benüken, d»e sich bereit» ii» der Sammlung de» Vereine» befinden, so werden Eopien von den Zöglingen angefertigt, nnd ge-gen «rlag der auf da» Villigste zu berechnenden Kosten ttberlafsen". Der Au»sch»ch war so glücklich, für diefe Anstalt al» Zeichner eine der besten di»poniblen Kräfte Wien» zu gewinnen. Cr ist überzeugt, daß durch da» In»lebentrete« diefe» JustituteS hier nicht nur einem fühlbaren Mangel abgeholfen wird, sondern anch bei hänstger Benützung de»-felben von Seite der Gewerbetreibenden da» Gewerbe im Allgemeinen hiedurch zu bedeutevdem Aufschwünge gelangen mu». Er empfiehlt da» juuge Institut umfomehr auf da» Atts,elegentlichste allen Geschäftsleuten, al» die so gering bemessenen Kosten für die Anfertigung von Originalzeichnun-gen dasfelbe auch dem minder bemittelten Oefchäft»mann zugängig macht. Der für Mitglieder de» Vereine» bedeutend billiger bemessene Prei» für gelieferte Zeichnungen aegenüber folchen Bestellern, welche nicht dem Bereine angehören, dürfte e» fiir Jeden, der auf die häufigere Beuützung de» Institute» lestettirt, Vortheilhaft machen, dem Vereine al» wirkliche» Mitglied beizutreten. Da» Zeichenbure^u wird seine Zl)ätigtett mit An^ng November d. I. im jetzigen Lokale des K«nstindustrie-«r. eines, Maifredigaffe, Nr. 4, beginnen. Der Verein in seinem gegenwärtigen Wirkell eifrigst bestrebt, dell VolkSlvohlstand durch Förderung des Kllllstgewerbes zu heben, ladet zur Ullterstützlnlg dieses seines Strebens alle Wohlwollenden zlllll Beitritte ein. Der AuSsehnß des steiermärkischen Vereines zut Aördernng 7L7) der Knnst'Ändnslrie. 2. «. »t. o. Verantwortliche Redaktion, T^ruck und Verlag von Eduard Janjchitz in Marbnrg.