Sonntag» den 7. Janner 1878. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — filr Marburg: ganzjährig 6 fl.. halbjährig S fl., vierteljährig 1 fl. b0 kr: für Zustelluna _in» Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., viertelzährig 2 fl. JnsertionSgebühr 6 kr. pr. Zeile. Z»rei Iililkionen fkr ew Kof-Schausviethaus?! Marburg. 6. Jänner. Lauge scho« wird der Bau eineS Hos'Schau-spielhause« geplant und berichtet man jeßt. es werde derselbe im Frühling beginnen und sollen dafür drei Millionen Gnldeu ausgesetzt werden. Befänden wir unK in einem Staate mit voller Kasse und bliihender Bolkswirthschaft, so könnten wir streiten über die Frage: ob die Hchaubithne nur eine Privatsache, ob sie vom Staate auch durch Geldmittel gefördert werden soll. Unter der schweren Wucht unserer wirth-schaftlichen Bedrängniß aber ist eine Frage dieser Art sine müsfige, eine vollkommen überslilssige: wir kämpfen viel zu ernst um das nakte Dasein, als daß wir die Kraft und den Willen noch hätten, für die Wege des Schauspiels zu sorgen. " Die Schaubühne, somit auch daS Hof-Schau-spielhaus stellen wir in die vorderste Reihe jener Dinge, welche der Privatthatigkeit. dem Belieben Sinzelüer zu überlassen. Wir können dieS um so leichter, als daS Hof-Schauspielhaus ja in WltN errichtet werden soll in einer Weltstadt mit einer Bevölkerung von beinahe einer Million lebensfroher, vergnügungssücht'ger. schaulustiger Menschen. In einer Stadt von solchem Range muß die Bühne auch als Privatunternehmen gedeihen und sind wir überzeugt, daß jenes Schau-spielhans. welches der Hof besucht, gewiß auf die regste Theilnahme von Seiten der Bevölkerung zählen darf. Drei Millionen Gulden sind immer und überall ein hoher Betrog — sind eS zumal in unseren Gerhältnissen: wer in Oesterreich dem Aeuilleton. Ein Deutscher. Von V. Nnppius. An der Quarantaine vor Nelv-Bork lag der Dreimaster Adelheid von Bremen m»t 274 Ein-tvanderern. Er war zu spät angekommen, um der Prüfung der Gesuvdheitsbeamten unterworfen zu werden, und so war jetzt die warmc. sternev-tzelle Nacht über dem Schisse aufgestiegen. Bon den Passagieren aber schliefen nur wenige. Die Meisten von ihmn hatten beim Anblick der nahen Küste schon Nachmittags sich in sonntäglichen Staat geworfen, damit sie mit Anstand ihren Fuß an daS neue Land setzen könnten; jetzl mochte fast Niemand noch einmal die allen Schlaf. Plätze aussuchen, und wo ein freier Raum auf dem Verdeck war. lag Gruppe an Gruppe bei einander. Unweit der beschränkten Kajütk. welche die Wohnung dtS Kapitäns bildete, hatte sich eine kleine Anzahl junger Lrute gelagert. „Immer nur laufen lassen. waS sich nicht halten läßt", sagte eine joviale Stimme, wie in Fortsetzung des stattgefundenen Gespi^ächs, „es soll mir nicht einfallen, mir schon einen halben Volke drei Millionen Gulden nicht entzieht, hat doppelt, ja dreimal so viel erspart. Das Abendblatt der „Tagespost" vom Donnerstag tiat uns die Atachricht über den erlvähnten Bau gebracht; daS Morgenblatt vom Freitag, dem Tage der Trauer und der Thränen enthält aus dem Südosten unseres Heimatlandes eine gar lzetrübende Botsch.ift: die Bevölkerung.jener Gegend, durch Fehlernten und Hagelschläge verarmt soll nun die massenhaften Ruckslände der Steuern bezahlen; diese werden mit aller Strenge eingetrieben und verliert mancher Pflichtige seine geringe. seine letzte Fahrhabe — ist dkM Elende preisgegeben in kaller. arbeitsloser, verdiensiloser Zeit. Eine gar lohnende Aufgabe politischer Rechenkunst war' eS. zu beivelfen. wie viele Rückstände getilgt, wie viele zwangSlveise Versteigerungen abgehalten werden, biS die auSj^eschrielienen Steuern erschwungen sind. Mögen Regierung und Reichsrath an die Notl) in den Bauernhütken denken, ehe sie zu einem Ptilasie silr daS Schauspiel drei Millionen Verwender'. IlortSildungs»Schuten. Die Erkenntniß. daß wir ohne 7,rößere Bildung deS Volkes nicht au« dem häßlichen Kreis» herauskommen, welchen Dummheit. Eigennutz und Armukh um dasselbe ziehen, hat nun auch die allgemeine Aufmerksamkeit aus die Förderung deS FortbildungS Unterrichtes hingelenkt. Ein wohlhabendes Volk ist in der Regel auch ein gebildetes und ein solches sorgt auch dafür, daß ihm freie Bewegung und geistiges Licht nicht fehlen; eS schafft sich eine Volköver-tretullg, die aufgeklärt, thatkrästlg und unabhän- Gedanken über das, tvaS dem Menschen hier pas-siren kann, zu machen; ich sage, wir kommen morgen hier noch einmal zur Welt, und Keiner iveiß mehr von dem. »vuS auS ihm tverden lvird. als daS Wickelkind in der Wiege. Immer laufen lassen, waS sich nicht halten läßt, Herr Professor", wandte er sich nach einem jungen Manne, der, etlvaS abseits auf das Verdeck gestreckt, eine einsame weibliche Gestalt an der Brüstung des SchiffeS zu tirobachlen schien, und unter dem leichten Gclächter der Uebrigen suhr der Angeredete, wie aus unrechten Wegen ertappt, in die Höhe. „Vredigi der Kupferschmied einmal wieder?" lachte er, als wolle er eine leichte Ver-legenheit Verbergen. „Ja lvohl, aber immer nur taulien Herzen!" erwiderte der Andere, „ich denke, wir probiren es jetzt einmal mit dem Singen und lassen unser Lied loS; 'S ist gerade eine Nacht, wie dafür gemacht l" Der abseits Liegende richtete sich auf und tvars einen Blick über das Verdeck. „Ich denke selbst. eS ist jetzt die rechte Stimmung dafür da. und eS muß gut in der Stille klingen." sagte er. „Los denn, wir sind ja bei einander I" Die Umliegenden erholien sich und formirten eine" Halbkreis; der junge Mann gab mil leijer Stimme den Ton, bezeichnete ein paar Taktschläge gig ist. während ein armeS Volk meist wenig gebildet, daher abhängig und mil schlechten Volks-vettretungen behaftet ist. Ein ungebildetes Volk tvird immer vom KleruS und den jeiveiligen Re-gierungen geleitet, weil diese in Folge ihre Stellung und Hilfsmittel den meisten Einfluß ausüben können. Ein solches Volk wählt also schlecht, seine Vertreter machen schlechte Gesetze und das Volk bleibt arm. ungebildet — eS kommt aus diesem Kreislauf nicht heraus. So ist es oft Jahrhunderte lang fortgegangen, bis grobe Geister erschienen, die durch die Macht ihrer Gedanken das Volk fortrissen. So wurden aus Sklaven Leibeigene, aus i)en Leibeigenen freie Männer; es wurden Schulen errichtet. wo früher keine waren und wir sind ge-gen früher forti;,schritten. Allein betrachlet man sich die Bildungsstufe der großen Masse des Volkes, wie nieder ist dieselbe noch im Verhältniß zu den Bedürfnissen der Zeit? Was kann heutzutage ein Mensch ausrichten, der nothdürftig lesen und schreiben kann, der nur bis zum vierzehnten Jahre die Schule besucht hat? Und dieß ist selbst in den besseren VolkSklassen noch der F^^ll, auch ost nicht and^rS möglich, well unser Volk zu arm ist, um den Unterhalt der jungen Leute blS zum achtzehnten Jahre ganz zu blstreiten. Wenn ein sehr großer Theil deS Volkseinkommens zu unpraktischen StaatSeinrichtungen verbraucht wird, wie soll da ein Volk zu Wohlstand und damit zn Mitteln für seine Bildung gelangen? Man muß also die Sache am andern Ende anpacken, wie eS seither schon der Fall war und durch geistige Anregung und Fortbildung deS mit dem Finger, und in kräftigen Akkorden be-gann eS nach Mendelsohn'S Weise ..Wer hat dich du schöner Wald" : Sei gegrüßt, Amerika, Vaterland,'das wir erkoren. Gib unS. was lvir fern verloren. Sei mit deinem Segen nah! Sei gegrüßt, sei gegrüßt, Sei gegrüßt. Amerika! „Jaivohl, gegrübt wäre eS; jetzt wollen wir auf den Dank warten", sagte der als „Kupfer-schmied" Bezeichnete, als die Sänger auseinander-traten; „ich hole meine Malratze heraus und mache mir eS bequem, bis wir daS neue Vaterland bei besserem Lichte besehen könnrn". Er verschlvand. und die Uebrigen beeilten sich, lachend seinem Beispiele zu folgen. Nui^ der zuletzt Herbcigetretene nahm langsam seinen früheren Platz wieder ein. wo sich von dem einzelnen Mädchen ein Theil ihreS mattbcschienenen feinen Ge-fichteS beobachten ließ. Wie heule, hatte er sie an manchem Abende der langen Reise stehen sehen, und eS hatte ihm Vergnügen gemocht. auS diesen jugendlichen bleichen Zügen ganze Geschichten herauszulesen. Sie war die Einzige chlvunden. „Je^t. ehrenwehrter Proseffor, sprechen lvir noch ein Wörlchen," sagte der Kupserschmied, zwei Matratzen zu Boden tverfend. „hier habe ich sür Ihre B.quemlichkeit mitgesorgt, und sagen Sie mir. lvaS Sie morgen nach der Landung zu thun gedenken. Sie sind zwar mit Ihrem blond- lockigen Haare und rothen Backen noch sehr juag gegen mich, aber ich habe mir so eine Zdee gemacht, daß sie gerade deßwege« Glück haben müffen in Amerika, und da ich vor der Haid meinem künftigen Schicksale durchaus nichts vor-schreiben tvill, so habe ich beschloffen, mich Ihne» anzuschließen, biS unsere Wege von der unbegreiflichen Macht, die lvir nicht kennen und nlcht erklären können, von einander geschieden werden." „Kupferschmied, Sie sangen wieder an z» predigen!" unterbrach ihn der Andere, sich behaglich auf die hingeworfene Matratze streckend. „Ruhig! DeS Menschen Bestimmung zeigt sich am ersten, wenn daS volle Herz auS ih» spricht — und ich tvill Itznen sagen, daß ich Sie lieb habk. Reichardt. Sie sind allerdingt Kaufmann und hallen noch andere Kunstfertigkeiten, wozu der Kupferschmied schlecht paßt; Sie können aber nicht sagen. waS auS mir noch AlleS werden kann — immer lausen lassen. waS sich nicht halten läßt! Sic wiffen ja l — und so sagen Sie mir, ob Sie schon einen bestimmten Plan für Ihr erstes Unterkommen haben, damit ich Mich danach richten kann!" „Wir lvrrden uns jedenfalls in irgend ein Gasthaus werfen müssen, zu der Auswahl ist aber morgen noch Zeit," erwiderte der Jüngere gähnend — „aber ivarten Sie. Meißner," unterbrach er sich, „wir wollen im Shakespeare-Hotel zusammentreffen; ich werde erst nach einigen Mexiko, kämpfte bort ganz wacker, kam dann mit den Kameraden zurück, trat in die österrkichi' sche Armee und brachte es bis zum Feldwebel. Dana aber zog er eine PrivatsteUung vor und ward später k. k. Finanzwachmann. Warum er aus lkßttrem Stande ins akademische Leben übergetreten. können wir nicht sagen — eS war wohl der Trieb noch Wissm, um 300 fl. jährlich nöttii-aenfalls nach Kaulich'schem Wissen. Ob Jiretschet'S Günstling auch unter dem Ministerium Stremayr die 300 fl. für den pünklichen Besuch der Vorlesungen seines Meisters erhalten wird? Marburger Berichte ^in „Jungfrauen-Hocham t.") Die ..Jungfrauen" der Pfarrgemeinde St. Magdalena ließen kürzlich übungsgemäß cin Hochamt abholten und überreichten den Ertrag ihrer Sammlung — 49 st. — dem Pfarrer. Der Opsergant, hatte in der Frühe 6 fl. und nach dem „Segen" 7 fl. ergeben. Nach der ersten Predigt verkündete der Pfarrer von der Kanzel, daß noch ein Rückstand von 13 fl. zu entrichten sei. Herrn Michael Wretzl dünkte aber eine Kundmachung dieser Art nicht paßlich, er ging daher zum Pfarrer, erlegte die. 13 fl. und begehrte, daß der Kaplan nach der Spät-Predigt den Zuhörern mittheile, der fragliche Rest sti gezahlt und e» könne die weitere Sammlung unterbleiben. Diesem Verlangen wurde entsprochen. ^K ranke N' und Juvalidenkasse für Arbeiter.) Herr Apotheker Noß hat der Filiale der allgemeinen fteiermärtischen Kranken-und Jnvalidenkasse für Arbeiter bei sämmtlichen Arzneien einen Nachlaß von 30-/0 bewilligt. (Städtische Krankenkasse.) Die städtische Krankenkasse, 1861 in'S Leben gerufen, hielt am 1. Jänner ihre Jahresversammlung ab; diese war zahlreich besucht und genehmigte vorerst nachstehende Rechnung für 1871: Empfänge: Beiträge der Ehrenmitglieder Beiträge der wirkl. Mitglieder Einschreibgebühren..... Geschenke: Vom BereinSarzte Hrn. ^ ^.Hack, Bon der seither verstorbenen grau Theresia Kahlsdorfer Bon dinem Ungenannten . . Zinsen vom VereinStapital . . Abfälle der Leichenkerzen Ausgaben: An 81 erkrankte Mitglieder . 3I.L fl. —kr. Leichenkosten für 8 Mitglieder . ILO „ — " Dem BereinSarzte Herrn Dr. Nack für die Behandlung von 98 Mitgliedern..... 349 „ 80 „ Rechnungsführer , . . . . 99 „ — „ BereinSansager...... 59 „ — „ Drucksachen....... 21 „ 3 „ Buchbinder....... 5 „ 60 „ Schreibzeug....... 2 Leichenkerzen...... AuSbesierung des Grabmals deS .. 74 „ 6 „ 25 „ Vereinsgründers Hrn. Singer 38 334 fl. — kr. 80 50 1520 10 76 .. 90 20 5 421 1 45 65 Zusammen: 2390 fl. 30 kr. Zusammen: 2026 fl. 80 kr. Die Ausgaben von den Einnahmen abgerechnet, zeigt sich 1871 ein Ersparniß von . . . 363 fl. 50 kr. Diesen Betrag zu dem früheren BermögenSstand gezählt, ergibt sich Ende 1371 ein BereinSvermögen von 9059 fl. 47 kr. Ende 1870 belief sich die Zahl der wirkli« chen Mitglieder auf 308; 1871 traten 24 bei. macht zulammen 332; dagegen find 1871 8 wirkliche Mitglieder gestorben und 46 ausgetre-ten; eS Verblieben also am Jahresschluß 278 wirkliche Mitglieder. Bon den Ehren-Mitgliedern starben 1871 2; da 3 neu beigetreten, so erreichte ihre Zahl Ende Dezember 1871 die Höhe von 92. Die neu^ewählte BereinSleitung besteht auS folgenden Herrrn: Simon Wolf. VepeinS-Vorstand — Leopold Schnurer, Stellvertreter. Franz Polatschek. Stell' Vertreter >— Johann Pich». Kassilr.— Joseph Der-niatsch. Rechnungsführer (Wiederwahl mit Vorschlag und Zustimmunst); Franz Schivurzl. Mathias Kovar. Johann Kandler, Anton Schwarz, Rupert Lamprecht. Franz (Vollob, Jos'ph Maßeg. Seraphin Pfundmaier. Jgnaz Katschthaler. AuS-schußmänncr (mit Stimmzetteln); Otto Schulze. JttNaz Keim. Franz Terscheg, ErsaMünner ^mlt Stimmzetteln). (Eine scheidende Lehrerin.) Am Donnerstag tjat Fräulein Amalie Hartl unsere Stadt verlassen, um iu Graz ihren bleibenden Wohnsitz zu nehmen. Frl. Hartl war in Marburg vierzig Jchre lang Inhaberin und Leiterin einer höheren Töchterschule und darf sich rühmen, sehr vicle BürgeikSfraUtn und Madchtn ausge. bildet zu haben. Nachdem sie die Anstalt vor lKurzem ihrer Schtvester Fräulein Theresia Haril überlassen, mußte sie sich endlich auS Gesundheits-rückstchten und fast erblindet, gänzlich zurückziehen. Die meisten ihrer früheren Schülerinnen haben von Fräulein Amalie Hartl rührenden Abschied genommen und ihr auch das Geleite bis auf den Bahnhof gegeben. ^(Lehrerschule.) Vom LandeSschulrath ist der Stundenplan der hiesigen Lehrerbildungsanstalt genehmigt worden. (AuShilfSkasse.) Der Rechnungsabschluß der hiesigen AuShilfSkasse für 1871 zeigt einen Gejammtverkehr von 107.381 fl. 40 kr. und zwar: Empfänge: Kassarest vom Jahre 1870 20 fl. 65 kr. Einlagen der Mitglieder 24,182 „ 10 „ Rückzahlungen von Darleihen 28,122 „ 2 „ Grundtaxen 48 — Erlös sür EinlagSbüchlei» und WechselblanquetS (Z „ 16 „ Zinsen (7»/,v/o) von Darleihen 1296 „ '77 „ 63 „ 75 .. 88 .. Stunden bei Ihnen sein können und dann mögen wir berathen, waS werden soll!^' „Ich glaube wahrhaftig, der Mensch hat schon eine Bestellung iu der neuen Welt!" rief det Kupferschmied kläglich, „ich würde Mich kaum wundern und hätte auch nichts dawider — immer laufen lasten, waS sich nicht halten läßt l — im Shakespeare-Hotel also, gut, und bis dahin eine gute Nacht!" Am andern Morgen um zehn Uhr lag daS Schiff im New-Aorker Hafen, und in bunlem Gewühlt, an allen Seiten bepackt, strömten die Eiutvanderer an s Land. Während der ganzen morgendlichen Fahrt l,alte sich Reichardt in der Nähe von Mathilde Heyer gehalten, ohne sich indiflen bemerkbar zu machen; er sah, daß daS Mädchen noch bleicher war als gewöhnlich und erst, als sie ihren Koffer fastend, einen suchenden Blick um sich warf, trat er heran, trug ihr Gepäck zu dem seinigeu und reichte ihr dann den Arm. „Wir werden jeden-falls eitlen Wagen in der Nähe finden, der Sie schnell nach irgend einem Stadltheiie bringt; na' türlich begleite ich Siel" sagte er. „Wollen Sie Ihren Koffer gleich mit sich nehmen, so laden wir ihn auf!" „Lassen Sie Alles vorläufig, bis ich sichere Auskunft erlangt Habel" erwiderte sie und drückte seinen Arm leise, als tvolle sie ihn zur Eile treiben. < Reichardt schuf Bahn durch daS Gewühl der Menschen; als er aber die Landungebrücke erreicht hatte, brummte eine Stimme in seine Ohren: „Der Toggeaburg ist gegen den Schlllcr'-schen Text — aber nur immer lausen lassen. Drei Stunden »verde ich im Shakespeare warten!" ' Es hatte unter den landenden Passagieren wohl noch selten ein so bemerkenSwertheS Paar das User betreten, als Reichardt mit seiner Begleiterin. Beide mochten von gleichem Alter sein; während aber unter seinem Pariser Hute üppiges dunkelblondes Haar hervorquoll und ein Gesicht einsäumte, dessen mädchenhafte Frische nur durch ein Paar blitzender, leicht zusammengezl>gtncr Augen einen Anstrich männlicher Bestimmtheit erhielt, .hildete ihr Kopf in der Blasie deS fein-geschnittenen, von reichen schwarzen Flechten eingerahmten Gesichtes den lebendigsten Gegtiijatz. Und ivährend in der Kleidung dcS jungen Man-nrS trotz ilirer Eleganz eine Art künstlerischer Nonchalance vorherrschte, zeichnete daS einfache Kleid deS Mädchens jede Linie des schlanke»» Oberkörpers ab. lag eS über ihrer ganzen Toilette lvie ein Duft von Ordnung und Sauberkeit. Beide hatten die Reihe der ivartenden Mieth-kutscher erreicht, und Mathilde zog einen Zettel, bezeichnet Mit einem Namen und einer Straßen-nummer hervor. Bald befanden sjch Leide in einem der geschlossenen Wagen, der angegebenen Richtung zurollend. Fortsetzung folgt. zusammen: 93,675 fl. 70 kr. Ausgaben: Darleihen 35 702 fl. 52 kr. Rückzahlung der Einlagen 17.05? .. 20 Zinsenvergütung Steuern. Stempel, Vergütungen... 201 zusammen: 53,030 fl. 35 kr. Kassarest 645 „ 35 „ Reservefond aus früheren Jahren 2037 fl. 90 kr. Zuwachs 1871 287 20 „ zusammen 2365 fl. 10 kr. Im Jahre 1871 wurden 382 Wechsel theilS neu behandelt, tl)eilS verlängert. Der Gesammt» verkehr ist im Vergleich zu jenem deS Vorjahre« um 46,595 fl. gestiegen. Der Verein zählt 203 Mitglied,r. Die Herren Kanduth und Körösi haben dem Verein eine feuer- und einbruchssichere Kasse geschenkt. (Handelskammer.) Morgen findet nnc Sitzung der Handels- und Gewerbekammer jwtt; eS »Verden die Wtihlen deS Präsidkllten. seines Stellverireters, deS ständigen Au^schusieS und deS SchikdSgerichteS vorgenommen und gelangt u. A. attch zur Kenntniß: die Zuschrift deS Han-d.lSministeriulnS, betreffend die Unterstützung zum Besuch von kunstgewkrolichen Ausstellungen. (Ar bei ter-'ö i l d u n g S v e r e i n.) Heute Abends 5 Uhr findet eine Sitzung deS Arbeiter-BildungSvereinS statt mit folgender Tl^geSordnung: Genehmigung der JchreSrechnung — Neuivahl des Ausschusses — Verhandlung, betreffend die wünschenSwerthcn Aen!>erungen deS Gesetzes über die Gelverbegerichte — Mittheilungen über die Preisbewegung der Arbeiter in Oesterreich-Ungarn, Deutschland, in der Schweiz. Italien u. s. w. — Vortrag über die altkatholtsche Bewegung. Letzte Post. Polnische Blätter «erklären stch gegen die deutscher TeitS beabsichtigt,' Beritnüpfung der unmittelbaren ReichSrathS-Wahlen mit der galizischen Ausgleichsfrage. Am tS. Jänner beginnt Frankreich die Zahlung der vierten halben Milliarde der Kriegsentschädigung: »00 Millionen sind schon vorbereitet. ^Marburg, 5. Jänner. MochenmarstSbericht.) Weizen fl. 6.40. Korn fl. (ü^erste fl. Z..'iv. Hafer fl.2 IS, Knkllrup fl.4.10, Hirse fl. 4.10, Hirsebrei« fl. 7.10 Heiden fl. S.40, Erdapfels!. 1.90,Bohnen fl.5.50 pr.Mey Weizengries fl. 14.50, Mundmehl fl. 11.50, Semmelmeh 1^.10.50. Weißpohlmehl fl.10.—. Schwarzpohlmehl fl. 7.ü0 Knknruhmehl fl. 7.50 pr. Cnt. Heu fl. 1.45, Lagerftroh fl. 1.50. Fntterstroh fl. 1.10. Strenstroh fl. 1.— pr. Cent, Rindfleisch 22-23, Kalbfleisch 31. Schivenifteisch jung 29-Lammfleisch 22, Speck, frisch 35. Rindschmalz 60. Schwein, schmalz44, Schmeer40. Bntter60. Topfenkäsel4, Zwiebel 10 Knoblauch 24, Krenn 11. Aiimmel 48 kr. pr. Pf. Eier pr. St. 3'/, kr. Milch frische ^2 kr. pr. Maß. Holz, hart IS" fl. 7.—, dto. weich fl. e.— pr. Klafter. Holzkohlen hart st. 0.56, dto. weich fl. 0.36 pr. Metze«. Pettau, 5. Jänner. (Woche nmarktSbericht.) Weizen fl. 6.30, «orn fl. 4.—, Gerste ft. 3.30, Hafer fl. 2.—. Kukurnj) fl.3.30. Hirse fl.3.—, Heide», fl. 3.—, Erdäpfel ft. 1.40 pr. Meß. Kisolen 12 kr., Linsen 26, Erbsen 26, Hirsebrein 18 kr. pr. Maß. Stlndschmalz 54, Schweinschmalz 46. Speck frisch 35, geräuchert 44, Butter frisch 44, Rindfleisch 28, Äalbsteisch 30. Schweiiisleisch 26 kr. pr. Pfd. Milch, frische ^2 kr. pr. Mnß. Holz 36" hart fl. 12.—, iveich fl.8.— pr. Klafter. Holzk^lilen hart es, weich 55 kr. pr. Metz. Heu fl. 2.20. Stroh, Lager fi. 2.—, Streu fl. 1.20 pr. Ceutiicr. NardurA. Dienstag 9. .siivner: 8 I^kr. ?U!N l!v8 katli. KvssIIvnvervinv8 Ii «»Ute VttttiiTsßk 7. .?ä»?»vr ßn »rn VI» «St»' «Ivriiallv unter IIil^irkunKxi!er8iilu8ikIi«pelIe. 13 S Ildr. Eissport. (37 Vingetrctcnkr Hindernisse meqen findet das für Montali bestimmte Schlittschuhlausen bei Musik am Mittwoch den 10. Jänner Nachmit» tag von 2 bis 4 Uhr am s^lvarzen Teich statt. lod maeds äsm ?. ?u1)ljkuiQ kiormit 6is srßsslasllstö .^vZiei^v, ^ass ieli mit 1. <1. lias von Herrn Iner üdsrnommsn kads unä kiir oi^sne RkZcIinuuß^ vvt-itsrfi^krs. I^lit äsr Litte, mied mit leelit Isddattem ^u-Lpruok dovlirsn, verdinäs ick üu^Isivli äis Ver-kioderunß^, änsg ied mit g^rösster Lvr^salt. uuä i sellsr l-edadruvA 6ks iv miek ß^eseti-v Vsrtrsueu --u reodt-kertitssu demütit sein ^verlle. 20 Uöei^aLtitunßsvoU Ul. M!l«rlQ. Eine gtbrallchteMhmaschikt in vollkommen qutem Zustande ist billiq zu ver-kaufen. — Nähere Auskunst ertheilt Herr Josef Leeb am 'l^uigplaj?. (4 Zähne ohne Klammern K»I»Ä I^K»ttckrUUvkU«?»K»is« ^eräen uaeti veueZtem amsrilcauisekem 8)'3teme iu Vullcauit Leliouevä einZesetüt uvä alle 2adiiopsratilmeu otine uuä mit Ikar-eose, 80 i!vie auek klomdirnuxeu setiovevä v0ll?:0Aev vom Zik»IlI»»r2t Nlvtl», 16) xralitiseliei' in (Frau. Oräinirt: Lotol ür^lisrsox „VtA^rla, gegenseitiger Verfichernngs-Verein in Graz. Einladung zu der Sonntag den 14. Jänner 1872 Bormittatt 10 Uhr inl Vereiusloklile. MandcUstraße Nr. 4, 1. Stock staltfindenden General Versammlung. Programm: 1. Geschäfts, und RechenschaftS-Bericht, umfassend die Pe- riode vom 1. September bis ultimo Dezemlier 1371. 2. Wahl eines RevistonS-Comites. 3. Neuwahl deö VerwaltungSratheS. Anmerkung: Nach Z. 9 der Vereinsstatuten ist jedes tiroßjcihri>;c Mitglied deS Vereines berechtigt, in der General-Versammlung mitzustimmen. — Eintrittskarten werden nnr an Mitglieder gegen Vorweisung der Polizze oder der lehlen Piämieuqiuttung auSgefolgt. Etwaige Ne-vollmächti^;ie lzal.'en ilire schriftliche Legitimation abzugeben. Graz am 13. Dezember 1371. 2 Der BerwaltnngSrath. k»solliils-^»vt«a tägüek fsisvk emxüeli^t :Lur gütigen ^dualims MRvivkmeA^er, 870 Ooväitor vis-a»vis Hotel „Äolir". Daselbst wird ein Lehrjunqc aufgenommen. Gut geübte Maschinstepper und Tchuhvorrichterinnen finden lohnende und dauernde Beschüftil^nNt^ bn ^oda.Q» Vvtsvkl^o am Exerzierplätze zu Ä! arbur g. (8 WZIn l«vI»rZunKv aus stUtkM Hause findet sogleich Aufnahme in der Posamenlir-, Band- und Weipivaaren-Hand' lang des C. I. Hnberger. 859 K. k. konzessionirte Mivat-Agentie, Eentrat-Keschilsts-Kanztei des Anton Koiniggi Sorrvnxklssv, XalQmvrvr'svdo» Lau» I?r. 2S2 Offene Dienstplatze. - Für Kutscher. Pferde-. HauS- und »Wlrtt)schaftSknechte, 2 Ochsen- und ^ ^Knhknecht, einen Laternenanzünder; ?eine gute Köchin, Stubenmäd.1 en u ^»eiue verrechnende Kellnerin, auSwärtS. Dienstanträge. 1 HauSbinder, 2 Hausmeister, k ^Hausknechte, 2 Kutscher, 2 Kellerbur ^sche, 8 Pferdeknechte, 3 Wlrtttschl'fte ttzrinnen, 2 Köchinnen, IStubenmüdchen ^2 Kücheumiigde, 2 KindSmadcheii, ^Kellneriuneu — mit guteu Zeugnissen tzj'versehen — werden empfol)leu. ^teUensucdende: Ein Gutsverwalter — Oeko' n v m i e- und Wlrthsch aftSbeam-?ter — Förster — 'Jäger — ^P r i v a t b e a m t e r — H a n d l n n g s-^r eisender— CommlS — Zier-!»>uud Gemüse gärtner — Wein-l^gartlohner, Winzer— Meier, DEch äff er ic. — Kam merfran — ^Kleiderma cherin, Weißwäsch-^nätherin — Kassier in, ver-t'rechnende Kellnerin zc. stel)en mit fc'hr empfehlenden Zeuguisfen in '^iormerkung. Zu vermiethen: Eine freundliche Wolznnng am Haupt platz, 2. Stock, sonniei-tig, 5 Zimmer, Holzlage, Sparherd-küchen, welche auch getheilt werden kann, ist blS 1. März 1!j72 mit oder ohne Möbel zu beziehen, auch als OffizierSwohnnng bestens geeiguet. 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Neuester Volksroman von Auto« Langer: „Die Jesuiten unil itlno Kvvattoi'". 1 Heft ä S kr. Admi«. der Wr. B-lttbibN-thr». Wie», Alserv»rst«dt, Bergnasse 4. (22 Verläßlicher Veischleißer für Marburg gtfucht. kerlize llsrrsicklöiäsr unä Gt«Lkie zur Anfertigung in grosser ^iisvadl empüelilt ' ^790 _8olti6il!l. Die feinsten und besten Fasching'Krapfen von heute ab täglich frisch empfiehlt I'.'.UlnKvr, 13 l?«n6ltor, untvre LlvrrvuK»»««. llu?r»KUI«ult fürs Comptoir wird aufgenommen bei 4 ^ V I^lVtl»»Vl»«»tv>-. Ikoh- und Filzhilt-Uiederlage für Herren, Damen und Ztinder. „?um Ssssnorliut", 8oliulg»s»o, IHaillurg empfiehlt fein reich sortirtes Lager nach «enefter und elegantester Fa^on zu staunend billigen Preisen. Auch werden alle Gattungen Stroh- u. Mlzhüte gepntzt, gesSrbt und modernifirt. (25 Auswärtige Aufträge werden gegen Nachnahme prompt effektuirt. Dank nnd Antmpsthlnng. ^um ösZiuQs 668 IIVU6N »sailreg 1872 !)6llüt)2e ioli 6ie vis Iiislier I)68trsi)t sein ^vr^s, msinv Luv-6eii 6urek prompte solido LsäisuunK im Id»Alr-, uuä (^egetiäkte ^ufrieäku 2u Ltsllsv. Iväem iek Lür »vr 6a8 i3ti in Ikrvn Vodnnnxvu 2U bsäisuen. 8e1ilie83lic:ti ewp5elile iet» mieli ^ur llssbor-valims aller teu uvä sprs- olie 6ie V6r8ie1ieruvA au3, äs83 ieti 3tvts ll?v-3tr6dt 8viu ^er6e, allen an mioti KeLtslltsn ^ukoräerunAev, vg.8 (?e8edma<:Ic, R.oln1iedlcsjt ullä ^iivlctliedlceit betritt, naeli^ulcommvQ. (?6ii6limiAvu 8is 6eii ^us^ruelc 6sr llis-80uäsrvn HoeöaolittiQA, mit velolier zivioliiiet Itir 6rgeden8t6r Diener ^ kr»», frisvuf, Staät, Vra»vrx»»»e, vi» ä vi» llrii. Aiasko'selien l^vtlvrksvcklaox. Meine wird in den M0' naten Zännrr urd Februar nur jeden Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet sein. » ^loi» Zvlimillvi'«'. Ein möblirtes Zimmer ist in der Draugasse Nr. 70 zu vergeben. (17 IZive Oklpressv stan?r°mM ist M verkaufen. Näheres im Comptoir d. Bl. (23 Mit einer Beilage. ßl^erantwortliche Stedaktion, Druck und Nerlofl von Eduard 3a«schiß in Marburg. dl. 8t. v. Beilage zu Nr. Z der ..Marburger Zeitung." (1872.) >/ der Da«dts-Obst- nnd weinbauschnle bei Marburg m Steiermark Die Landes-Obst- und Weinbauschule wird am 1. März 1872 eröffnet und hat den Zweck: Die rationelle Kenntnih des Weinbaues und der Ael-lerwirthschaft, der Obftkultur, des Gemüsebaues und der Landwirthschast im Kleinen, so wie der Bienenzncht im Lande »u verbreite«, vergleichende Versuche bezüglich der ErtragSfthigkeit der Reben- und Obstsorten, der Behandlung derselben, so wie der aus ihnen erzeugten Produkte auSiuführen, mit Rücksicht auf die klimatische und Boden-beschaffenheit GteiermarkS empfehlenSwerthe Reben- und Ovstsorten zu vermehren und zu verbreiten, und zu diesem Ende junge Leute überhaupt und insbesondere aus dem Stande der Landwirthe theoretisch und praktisch zu unter-richten. Zur Erreichung dieses Zweckes wird mit der Schule die Bewirthschaftung eines alle Kulturgattungen umfassen-den, circa Kundmachung. Mittwoch am 10. l. M. Vormittag 9 Uhr findet eine ordentliche SiKun,^ der hiesi,^en Be-zirksvertretltng statt. Tagesordnung: 1. Voranschlag über die Empfänge und Ausgaben des Bezirkes fiir daS Jahr 1372. 2. Antrag, das Schulgeld für sämmtliche schulbesuchende Kindrr des Bezirkes pro 1372 im l'vllen Betrage auf die Bezirkskasse zn übernehmen. 3. Erlaß der k. k. Staathalterei vom 19. Dezember 1871 Z. 14983, womit die BezirkSvertretungSbeschlüsse vom 28. Dezember 1870 und 16. Februar 1871, betreffend die Uebernahme der Schullehrerdotationen auf die BezirtSkasse bei gleichzeitiger Erlassung der Schulgeldzahlung, sistirt werden. 4. Petition an beide Häuser deS Reichrath.S wegen Errichtung eines Gerichtshofes in Marburg. ü. Petition an beide Häuser deS Reichrathes nm eine bessere und gleichartig,ere Besoldung des niederen Klerus. 6. Stipendien für die mit 1. März 1372 zu errichtende Wein- und Obstbauschule in Marburg. 7. Antrag auf Anstellung eines technischen BezirkS-beamten. 8. Antrag auf Erklärung der von der Jaringer Bezirksstraße abzweigenden und durch St. Jakob in W. B. zur Murecker Bezirksgrenze führenden Straße als Bezirksstraße II. Klasse. 9. Antrig auf Erklärung der Bahnhofzufal»rtsstraben a) von der Wien-Triester Kommerzialstraße in Ranzenberg zum Bahnhofe Peßnitz und d) von der Maria Raster Be-zirkSstraße in Zmollnig zum Bahnhofe Maria Rast zu Be-zirkstraßen II. Klasse. 10. Konkurrenzbeitrag deS Bezirke» für den Drau-Durchstich in Untertäubling. 11. Antrag auf Regelung der Bezirksstraße II. Klasse über den Platsch. 12. Einschreiten der Gemeinde RoSwein um Bewilligung zur Vertheilung der Gemeindegrnndstucke. 13. Einschreiten der Gemeinden a) St. Lorenzen an der Kärntnerbahn 40°/„, d) Johannisberg zu Oberzellnitz So"/», o) Lendorf 3v°/„, ü) Tragt'tsch 25°/„ und e) Oberwalz 35"/y ^ur Bestreitung der Gemeindebedürfnisse pro 1872 auf dle direkten Sievern vorschreiben und einHeben zn dürfen. 14. Einschreiten um Bewilligung znr Veräußerung von Gemeindegrundstücken u. z. a) der Gemeinde RoSwein bezüglich der Parzellen 34 und 160, d) der Gemeinde Brunndorf bezüglich der Parzelle .';24. 15. Einschreiten der sreiwilligen Feuerwehr von Mar-bnrg um Bewillignng eines Beitrages von 200 fl. anS Bezirksmitteln zur Ermöglichung der Anschaffung einet» Requisiten- und Mannschaftswagens. 16. Wahl zweiter Mitglieder der Bezirksvertretung als Mitglieder für die Assentkommiffion Marbnrg pro 1872. Bezirksausschuß Marburg, 4. Jänner 1872. Der Obmann: Konrad Seidl. Kundmachung. Mit Bewilligung des f. k. Bezirksgerichtrs Marburg ddo. 1. Dezember 1871 Z. 20169 werden am Samstag den IS. Jänner 1872 Vormittag von v—IT Uhr tn dem Ec'uard Girftmayr'schen Hausc. Vlktringhofgasie zu Mar-bürg, SBV Startin PupiUar Weine verschiedener Jahrgänge ohne Gebinde gegen gleich bare Bezahlung des Meistbotes im Lizikationsivege verkauft, wozu Kauflustige hiemit eingeladen werden. Marburg am 5. Jänner 1872. Der k. k. Notar als Gerichtskommissär: 19) Dr. M. Reiser. Sparkasse- Kundmachung. Weqen deS Rechiiuiigs-Abschlusses bleibt das Aintslokale bis Ik. Jäliner 1872 geschloffen. Gemeinde-Sparknsse i» Marburg, am 29. Dezember 1871. ^858 Im „Herlliir" Hauptplatz. I.Stock, sind vom 1.Jänner 1672 an nachfolgende Zeitungen um den halben Pränumerationspreis zu verlieben: Deutsche Zeitung — N. fr. Presse — Fremdenblatt — Figaro — Kikeriki — Floli — Marburger Zeitung — Ueber Land und Meer — Gartenlaube — Fliegende Blätter — Tagespost — Hanns Jörgel — Böse Zu» .. 1 Was S»v» ovtit amsrikanisoko üilasvtiinvn kilr 8vllU8tvr u. Lvl'nviäof ^ s. 80 kei ^allsnna Kollei' in ÄlarduiA, kurAplatii 3, 1. Ltoolc. erlcläro ieli liiermit, 6s33 QSQ Iii er i»Rir äurok mieli orlialtsQ siud unä clasL Iceili aullo-rer Iiissiß er Wiiäler solelio auzzudieten im Ltauäs ist. Erstes DiknflvrrmitUuagg-Comptoir zu Marburg. Dank unll /^nvmpsvklung. Indem ich einerseits für das mir durch eine Reihe von mehr als 6 Jahren geschenkte Vertrauen meinen «rgebensten Dank zolle und mich der Hoffnung hingebe, daß das ?. Publikum in meinen Bestrebungen meinen guten Willen erkannt und denselben mit Nachsicht beurtheilen wird, bitte ich diese Wohlgcwogcnheit mir noch fernerhin zu bewahren und meiner auch in der Folgezeit mit gittigen Aufträgen zu gedenken. Nach wie vor tverden hicr auch B'stellungen auf die Cillie^ Glanzkohle bester Qualität entgegen genommen. Achtungsvoll (867 Elise Kray. Anempfehlung. Die Gefertigte, geborne Marburg? rin, erlaubt sich hiermit ergebenst anzuzeigen, daß sie von nun an hier ihre Praxis als geprüfte Heöurtsßetferin auSilllt. Dieselbe war schon mehrere Jahre alS Bezirkshebamme in einem bedeutenden Markte Untersteiermarks und erfreute sich dort des allgemeinen Zutrauens, worrüber sie sich mit den glänzendsten Zeugnissen lesNtimiren kann. Sie empfiehlt sich daher allen Jenen, die ihrer Hilfe oder Beistandes bedürfen. (847 Marburg am 10. Dezember 1871. Atoifia Kutschcra grli. Hoftr. Wohnt: Allerheiligengcisse Nr. 58. 15 von Weinstein, Hadern, Tuch- und Lederabfällen, alt und neu, altem ZinN, Messing, Kupfer, allen Gattungen Fellen und SorfttN. Jakob Schlefinger, Manufaktur- und Produktenhändler. Burgplatz 8. Z. 19904. Edikt Vom k. k. Bezirksgerichte zu Marburg tvird lnemit bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Etadlgemeittde Marburg zur fr-^iivilligen Ver-ft'il^erung des der zuvorgenannten Stadtgemeinde eigettthümlichen Hauses famml Garten sud Consc. Nr. 124. lom. Ill, 181 acl Magistrat Marbulg an 5)rt und Stelle der Realität eine Tlgsatzung auf den lt. Jänner 1872 Vormit» tags 10 Uhr angeordnet. Dieses Haus sammt GarttN tvlrd um den Preis von 2100 fl. aus-gtruf^n und unter diesem Betrage nicht hintan-gegeben. Jeder ^^izitant hat, bevor er einen An-bot macht. I0"/„ des ÄuSrusSpreiseS als Vadium enliveder baar oder in Spaikassebnchcln oder in k. k. Staalsschnldverjchreibunt^ttt nach dem neue-stell Coursi'erichte der Wiener Börse zu Händen der LizitationS-Kommlssion zu erlegen. Die übrigen L'zitationSb'dlngnisse kiinnen beim Feiltiietungs-Kommissär Dr. Mulls einge-sehen werden. Marburg am 3. Dezember 1871. HZ!i»IackAii»x a«t I'iuAiiÄklIk Mtter".... „^IlKßmöivßr.AMsiKsr", VveI»enI»I,itt liir II,ins. Ues/lusAeKeben vom kiinkküuse litus Itoppitsek in Krs^. mit /u8teUunA ocZer ?03t2u8ell(1uug I>. S.—, viertel^ädriZ 8Q K.r.» mit^ddolunK gav2^älii^ß ßZ. T.SO, viertel^ädriZ ttS Icr. Die „I'iugn^ielleu Iiadeii in ^er Icur?ev il^rss L63wliens einen Arossen I^SZerlcrsis gsvonuLll, veil s!s in auk- Icläronäer unci ernüei^ternäei'^elZe auf alle V^vrlcommuiyKv aut 6em (Fslämarlcte kl.ufm6rlc8aln maodeu unä 616 ^us^üoiise 6tt6tt «zte.. eto. «ßor Vazx^siAvRilKkVltViR, sncii»'«?^ WZi »ÄKIunzxvn unvirksam üväon ^c»nn6ii, vvirä sine ^«zilv mit nur <» lir. dorsol^lisb, olilis äag8 sin« Ltsusi' -u vQtrloktsll ist. präsinlneratiottkn ittitt Iiisernte wertieu annknommen : Hertengasse l iTilus Zloppitsch's Rankhaus> WD^ .80/?)?'^ c/^6 c?6S A?6?'Ä6?2 ^a7»n. -KK'Z'^Z-Z.Z'^K .-Z ^ ^ ^ 5: ir-. -? ^«Z ^ s -- L « H^ss ^ ^ 'S" « 2 ^ v» L ^ 's ? s ^ « -s SS'L '« .««-Z l «S s L ^ ^ is 5°^ ^ ^ v-Z ^ ^ ^ 1^" ^ s ^ 7-' i^-S ^ ^ ^ ^ - ll»! ^-»o ^ ^ ^ »N ^ i-»> ^.Q -- ok ^ ^ ^ V, q5> ^ x- ^ >v, >- -i- -- , x- ^ ^ «ff « !»z --->«-- - K? !» s? « «S ! ^ c> c« ^ ^ ^ l^^ZLGS.KZLß^7ZS^^ «> .- s xi: ^ ^ ^ ^ ^ ^ M - s -» n: s ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^^ S .S ^ ^ ^-su- 'S „ ^ ^ ? L ^ ^ L o ^ Z ^ s ? ? Z ^ ^ s .H ^ N -- s !^ .-> ^--1 - „ »» :i: :? -i »- »-? «2^5: N- ^ r-^ sc ^ r- » L s ''Z L ^G sIZ « L ^ r? r- »O»^ »--kxz r? --^«Z ^ ^ ^ i»» ---- ^ »» ' >S >»- «, ^ xz >»— ^ Q kV? » Z " . L >2 « « ^ xz S ?! »> l! si^i ^ iL^.'—' 1«^ ' ^ Zs!? SZ SZAK,?ZZZ ZU LA ! '« --n s «" -- ^ e ^ " S -Z.Z O Z L " --««v s S Z « ^ s Z:- ^ Z ^ ' I «S i e ZU - ST^LiS I ^ ^ r- S ^ > ,!i: »-< »« ^ ^ .!!. 5!::czz >-« s ^ ^ ^ '.TII' ^ -T!'' ^ sÄ ^ I »I»? >2 ^ .ji:.'Q ÄS ^ ^ s °-?Z»» ^ L c-«V«^r- o^ s U. --'S « - ^ -2 >s ^ ^ Ä xz r» ^ ^ ^ r? ^ ^ >.ez^ ^ » ' ^-»» ^ c?! .L gg ^ '°sALK^?K»-^sL^ s s . s» ^ ^ 7 - s? LI?« «) ^ ^ - °-H V- o »-. L ?N c: »»^ !- xz ? x- <5» ^ ^ «S S ^ ». ^ ^ ^ ?z ^ S ^ ».. «"ZI N ^ .. .^ Q. »» S> US W» >s r- ?» .. « M^UUMUUAMUUUUUUUUMUUMUUMM^MM^RUUUU^ W VI»« SSinxei^ UU«nntÄeturInx O«. MrHV-r«rIi, D Illhabcr der gröktm Nähmllschinell-Fablik der Welt! 'MlL vtts ^U8Ke7.eieIlnel8te unä Vollkommenste auk äem (jedietL äei' Il^ätimascdivvn-lQäustrie Iiietot clie t^o. einem ?. I". ?ul)jilcuw, unll ist nllinentlidi ^eren i»<^»Rv -MAIiiiHÄA«Iii»V 6as I^'-leMitete^ >v»8 m«n in äieser Hinsietlt Iiaken Ickinn; sell^i^e arlieitet 30 Letiön, leielit unci Lelinell, äu38 08 lZie Iieste I^lasolnne 5ür ^'eäs ^ilieit Zein cliilfte. 741 Kriiiiiilielie? ^nlersieiil «iril ^riili« in unll «»«ser ilem Uiiu-i« «rllieilt. '5^'' .'L-. ^ Ä «7? d s» N N evtl» e? (3. sehr vermehrte Auflage.! ü^ZikriKe t>ekMIiel»e ti.irttntie. l)a u-uderseitiA naeli^emaelite Linj^er-^aselunen Ängekoten ^siäen, 30 niaelie ielt (iaiani :lutmerjc3»-m, (Iask> s)i'iKiva1-Näseltinen nZir äureli niioli ke^vAeu weiden Icönnen. Oei alleinige Laupt-^sseiit tül lVlarliuk'g: HZ^. ^27sci?z^. Auvk sinll stets am I-agep evlit amsfilcanisoke ttove-IXIasvkinon uncl öollmann-kilasvliinsn mit kl. ll)l).—, liann Vitiselei' Vilsen lu tl. kl).—. Di« dt«» nr ^ Zu haben in der Ordiiiation«'A«ftlllt str voAvim« XraiUrksttow (besonders Schwäche) voll >Ieä. vr. »ISKUZ!^. Wien, Stadt, Kurrentgasse Nr. 12. 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