^ 9S Alltwoch den 18. August 1880. XIX. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — silr Marburg ganzjährig K fl., halbjährig S st., vierteljährig 1 fl. 50 kr. in» HauS monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl.. halbjährig 4 st., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr 8 kr. per Zeile. slir Zttstellnng Eine Vcsainml-Slavenpartri gtgril Drolschr und Magyarr«. Marburg, 17. August. Die nationale Gefährdung der Deutschen Oesterreichs wurde anfangs in Ungarn mit Schadenfreude beurtheilt; allgemach verstummt jedoch diese Freude und zwar in dem Maße, in welchem sich die Befürchtung nicht mehr abweisen läßt, die slavische Bewegung werde am Leithaflusse nicht angehalten. Tschechische Blätter verlangen bereits, das österreichische Slaventhum soll gegen die Deutschen und gegen die Magyaren ausgespielt werden, es möge ein Slavenkongreß mit Heranziehung oller Slaven auch der ungarischen Krone stattfinden und flch als Gesammt-Slaven-partei konstttuiren. Das entsetzliche Loos, welches nach diesem Plane uns, wie den Magyaren beschieden wäre, kennen wir — haben wir es doch schaudernd selbst erlebt. Die Stärke der deutschen Bevölkerung, unsere geographische Lage, Besitz und Bildung laffen uns an der Zukunft unseres Stammes in Oesterreich nicht verzweifeln und berechtigen uns zu der sicheren Hoffnung, daß wir den Sturm abschlagen, unsere Stellung befestigen. Mehr bedroht erscheinen die Magyaren und haben diese in seltener Verblendung den schwersten Fehler dadurch begangen, daß sie politisch und national die letzten Sylnpathien verscherzt, deren sie in Oesterreich-Ungarn sich erfreut — die Sympathien der Deutschen. Die Gefahr ist für beide Theile nicht gleich drohend, aber sie ist eine gemeinsame, wie der Angriff. Wir diesseits der Leitha müssen unsere ganze Kraft ausbieten, wie die Magyaren es jenfeits thun werden. Leichter siegen wir auf beiden Seiten, wenn wir vereint schlagen in politifch'parlamentarischer Waffen bruderschast. Aber unerläßliche Bedingung dieser Genoffenschaft ist vor Allem, daß die Magyaren sühnen, was sie an unseren Stam-mesbrlldern in Ungarn und Siebenbürgen verübt — sühnen dadurch, daß sie die nationalen Rechte derselben voll und rückhaltlos anerkennen. Der Kampf ums nationale Dasein, in den wir ziehen, ist ein heiliger Kampf, dem unser Recht die Weihe gibt; die Hand, die gemeinsam mit nns zur Waffe greift, muß rein sein — eine Bruderhand für alle Zeit. Franz Wiesthaler. Zur des Tnge^. Das Einvernehmen zwischen dem Ministerium Taaffe und der Rechten wird durch die Befehdung der verfaffungstreuen Beamtenschaft nicht gestört. Dasselbe ist vielmehr so innig geworden, daß die Regierung ihre Finanzentwllrfe nicht nur dem Bollziehungs-ausschuß dieser Partei vorlegen, sondern auch nur mit Genehmigung desselben im Abgeordnetenhause einbringen will. Die Psorte ist durch ihre Haltung Montenegro und Griechenland gegenüber in eine Zwangslage gerathen, aus welcher es keinen Ausweg gibt. Vollzieht die Türkei den Berliner Vertrag und die Beschlüsse der Berliner Konferenz, dann muß sie den zahlreichsten und tapfersten Stamm, der ihr bisher noch in Europa geblieben — die Albanier — sich zum Feinde machen und mit Waffengewalt bezwingen. Wird aber diese Vollziehung verweigert, dann steht die Türkei den Mächten gegenüber und wären diese auch uneinig, so würde sie von ihren Freunden und Schützern doch nur als Beutestück behandelt. Der französische Minister des Innern ist entschloffen, durch die schlaue Rechnung der Jesuiten den Strich eine» freisinnigen und pflichteifrigen Staatslenters zu machen. Die Häuser der frommen Väter müffen den Märzdekreten zufolge am 30. Aligust geräumt fein. Eonstan» will nach diesem Tag überall Untersuchungen einleiten und die Mitglieder der Gesellschaft Jesu velhindern, ihre Lehr-hätigkeit unter anderem .Namen oder in anderem Gewands fortzusetzen. Vermischte Nachrichten. (Arbeit der Kinder.) In der ,,Gesek-schaft der Aerzte" zu Paris wurde kürzlich ein Vortrag gehalten über „die Arbeit der Kinder in den Manusakturen und die daraus bezügliche Gesetzgebung der verschiedenen Staaten Europas". In Frankreich gilt in dieser Hinsicht dlis Gesetz vom 19. M<,i 1874; in England das vom 17. März 1878; in Deutschland das vom 17. Juli 1878; in Oesterreich gilt das Gesetz, welches das Datum 14. Mai 1869 trägt; in Dänemark und Spanien hat sich die Gesetze gebung von 1873 des Gegenstandes bemächtigt, in Holland 1874, in Luxemburg 1876. Italien studirt eben die Sache, während Griechenland und Portugal unthätig sii^d. Außerordentlich merkwürdig ist der Widerstand, der sich in Belgien in dieser Hinsicht kundgibt. Alle Borschläge, das Los der arbeitenden Kinder und Frauen zu regeln, blieben bisher ohne Erfolg; zuletzt erhielt ein diesbezügliches Projekt die Zustimmung der Kammer, wurde aber vom Senate zurückgewiesen; das war 1872. Es sind drei Hauptsragen, die von den verschiedenen Gesetzgebungen verschieden beantwortet werden. Welches ist da« zulässige Minimalalter des Kindes zur Arbeit? Wie lange dars ein Kind am Tage arbeiten und wie ver-hält es sich mit der Nachtarbeit? England, Dänemark und Spanien sagen: mit 10 Jahren ist das Kind zur Arbeit zulässig; die Schweiz sagt: 14 Jahre, alle anderen Staaten setzen 12 Jahre als Minimalalter sest. Was die Arbeitszeit betrifft, herrscht ziemliche Uebereinstimmung unter den Staaten. Bis zum 14. Jahre sind allgemein 6, vom 14. bis zum 16. Lebensjahre 10 bis 12 Arbeitsstunden sixirt. Die Schweiz erlaubt nur 11 Arbeitsstunden, die Schulzeit K e u i t l e t o n. Ein Neootatilillür. Bon Iuliu» Grosse. tKortse^ung.) Bisher hatte Viktor Deville sein Kostüm bereits zum sechsten Male vollständig geändert, Bart und Haare hatte er sich seit den letzten Wochen völlig wachsen lassen. Fast liereute er es jetzt, nicht sosort durch die Barriere gesprengt zu sei» und Paris verlassen zu haben, aber in aller Sorge und Furcht, in aller Wuth und Erbitterung wuchs ein Gedanke zur Macht einer fixen Idee in ihm empor — jener Gedanke, über Leonis unerbittliches Gericht zu halten, wenn sie schuldig sei. Jeden Abend war er bisher in einem geschlossenen Wagen an ihrem Hause vorbeige-fahren —um zu ihren Fenstern hinaufzustarren, ob sich noch kein Lebenszeichen in der verlassenen Wohnung zeige. Jenen Brief hatte er nicht abzuschicken gewagt, sondern trug ihn versiegelt bei sich. Wie erzitterte sein Herz, als er jetzt am dritten Abeltd Licht in ihrem Zimmer zu entdecken glaubte. Er bog sich vorsichtig zum Kutschenschlag hinaus und spähte nach rechts und links. Es schien Niemand in der Straße sichtbar zu sein, und e» gelang ihm, unbemerkt und unbehelligt in das Haus zu kommen. Dem Kutscher hatte er Auftrag gegeben, ihn auf dem nahen Kai der Seine in der Nähe de» Pont royal zu erwarten. Stürmisch eilte er die Treppe hinauf. Als er anläutete, erschien der alte Jean Baptiste, aber er fuhr erfchrocken zurück — nicht weil er den jungen Edelmann trotz seiner Veränderung nicht erkannt hätte — sondern vielleicht weil er den fürchtete, um deffenwillen er beinahe seinen Dienst verloren, beinahe au« dem Hause gestoben worden wäre. Leonie hatte den alten, sonst so treuen Diener wieder in Gnaden aufgenommen. Ohne den Schrecken des alten Mannes und feine heftigen Gestikulationen zu beobachten, stieb ihn Viktor bei Seite und drang in das wohlbekannte Zimmer. Leonie fuhr erschrocken von ihrem Bettpult auf, wo sie kniete und motz den kühnen Unbekannten einen Augenblick voll Entrüstung. Sie war sehr blaß und fieberhast erregt. Plötzlich erkannte sie den Geliebten und ein Sonnenfchein ging Uber ihre Züge. — „Viktor, Sie leben -- Sie sind frei — o alle Heiligen des Himmels, so ist mein Gebet erhört und ich darf Sie in meine Arme fchließen l" Dabei wollte sie ihm an die Brust sinken, aber Viktor -- obgleich durchschauert von Ent- zücken, die geliebte Stimme wieder zu hören, faßte den Arm der schönei, Frau und hielt sie von sich, indem er in ihren blassen Zügen mit forschendem Blick spähte, ob sich Berrath oder Treue, Liebe oder Haß in diefem Antlitz ver« berge. Leonie bebte sichtbar in seiner Hand, als sie seine düstere Miene, seinen eisigen Ernst bemerkte. .Warum zittern Sie, Madame, warum erschrecken Sie über meinen Anblick?" „O Viktor, wie können Sie mich fragen und so behandeln. Meine Freude, Sie wiederzusehen, mag etwas vom Schrecken haben alles macht mir Schrecken, ich bin sehr leidend, aber Sie begreife ich nicht. Sind Sie unzu-srieden darüber, daß ich Gott danke, der Sie beschützt und behütet hat >- oder sind Sie unwillig, daß ich Sie warnte und recht hatte in meinem Wunsch, daß Ihre verbrecherischen Pläne nicht zum Ziel gelangen würdelk. — O, ich sah Alles kommen, wie es nun gekommen ist, aber ich bin neugeboren vor Freude, daß Sie schuldlos geblieben stnd." »Madame!" ^ brauste Viktor einen Moment auf, aber er beherrschte sich und setzte fast spöttisch hinzu — „Es ist wahr, Sie haben recht. — Fast Alle zctppeln im Netze. Die gauze Verbrüderung isl eiudtckt. Der Verrath ist thälig mit eiliqerechnet. Die Nachtarbeit der Kinder ist von nllen 9?esejjs;ebungcn weiZlich untersagt, n'ähreitd die Arbeit am Sonnlai^ von einiqe«' Staaten zunestaüden, von nuderen verpönt ist. Auch silr Nciicholtung und Lufkung der Arbcils-räulne, sNr E^holungsstunden, welche die Arbeil zu ttnlerbrechen haben und endlich auch dafür, daß die Kinder zn Arbeiten nicht verwendet werden, welche gesundheitsschädlich oder gi'sahr-bringend sind, sor^ün fast alle europäischen Gesetzgebungen. (Elektrische Beleuchtung in Berg-w erke n.) Seitdem die Theilung des elektrischen Lichtes gefunden ist, hat man in Pennsylvanien angesanqen, Kohlenbergwerke damit zu beleuchten. Dieses Licht gemährt den großen Vorzug, das^ ef. die Lust weniger erwärmt nnd dieselbe we-nij^er dei^enerirt, weil es keinen Sauerstoff ver» zehrt. Abgesehen von der besseren Beleuchtung, wird auch die Gefahr der Explosion bedeutend vermindert und bei Anwendung von Gasglocken ganz beseitigt. (Herstellung von Verpackungs« materlal.) H. Felt nnd Komp. in New-Aork schlageil vor, Packpapier mit einem Gemisch von 20 Theilen Leim und 3 Theilen Melaise zu bestreichen und mit kleinen Korkstticken zu bestreuen. Dieses mit Kork Überzogene Papier soll namentlich zum Verpacken von Flaschen und sonstigen Glaßsachen dienen. (Thierpflege. Holzstreu.) Die leßte Neuerung amerikanischen E^findungsgeistes sür den Stall ist die Verwendung von gemahlenem Holz zur Streu der Pserde an Stelle von Stroh. Als Vorzüge des gemahlenen Holzes zu dem bezeichneten Zwecke wird besonders hervorgehoben, dab aus diesem Wege erzeugtes Streumaterial viel seiner ist als Sägespäne, den Pferden einen vorzuglichen Stand gewährt, nebenliei ein großes Aussaugungsvermögen besitzt, jeden Verlust von Ammoniak verhindert und deshalb als ausgezeichneter Dünger einen großen Werlh für die Landwirthschaft hat. Durch das erwähnte Aussaugungsvermögen wird die Streu aus gemahlenem Holze auch ein wichtiges Desinfektionsmittel; sie schlitzt ferner die in der Nähe des Stalles oder in demselben befindlichen Geschirre, Sattelzeug, Polsterungen und Beschläge vor dem schädlichen Einfluß der Ammoniakgase. Das gemahlene Holz findet in New-Aork als Streu schon in verschiedenen großen Stallungen Anwendung. (Nußland. Eine neue Eisenbahn.) Aus Petersburg wird gemeldet: „Die russische Regierung steht im Begrisfi?. eine neue, sel^r wich» tige Eisenbahnlinie ausslihren zu lasieu. Es ist dies die Verbindung der Festung Kamieniec-Podolski mit der Odessa-Kiewer Bahn. Das Projekt ist nicht neu. Schon seit Iahren hatte die russische Negierung die Absicht, die genannte gewesen; aber ich sage Ihnen, Madame, daß die Nache die Schuldigen erreichen wird!" Dabei ruhten seine Augen mit drohendem Ausdruck auf der schönen bleichen Frau. „Welchen Ton nehmen Sie an, Herr von Deville!" stieß vie junge Witwe jetzt hervor, allein Viktor ließ sich nicht irre machen; er kreuzte die Arme über die Brust und blieb mit der Miene eines Großinquisitors vor ihr stehen. ,,Wo waren Sie in diesen Tagen, Madame —' seitdem wir uns nicht gesehen haben?" Leonie wurde einen Augenblick leicht ver-wirrt, Venn es lag durchaus nicht in ihrer At?-sicht, mit einer Unternehmung zu prahlen, die sie ihm zu Liebe unternommen halte, aber sie gewaun sogleich die Herrschast wieder liber sich selbst. „Herr von Deville, eUauben Sie mir, die Nermuthung zu hegen, daß Sie einige Anlage haben zur Polizei von Paris zu treten, denn Sie haben einen so vortrefflichen Ton des Inquisitors, daß ich Sie empfehlen würde, falls ich Einfluß hätte, und falls Sie nicht eine doppelt lächerliche Nolle spielen würden. Statt daß Sie mich zur Nechenschast ziehen, wäre es vielleicht an mir, Sie zu fragen, wo Sie in diesen Tagen sich befunden und was Sie ge-tliet^en haben?" „Darauf kann ich Ihnen leicht Antwort podolischü Ft^stttng nut den Hauptarterien des Neichs-Eisenbahnnetzes zu verbinden. Zu diesem Zwecke ttu,rden verschiedene Projekt«: des Anschlusses der von Kamienicc Podolski zu stth-renden Verbindungslinie aufgearbeitet nnd dem KriegSniinisteriunl zur Begutachtung vorgelegt. Jctzt wurde endlich die Wahl getroffen und das russische Kciegsminifterium entschied sich, Kamieniec-Podolski mit der Ortschast Proskurow, einer Station der in Zmeiynka verbundenen Odessa-Äiewer Eisenbahn zu verbinden. Dicsz Linis bietet in doppelter Nichtung grosze Vor« theile. Vorerst ist die projektirte Linie, welche sich längs der galizischen (Grenze von Dzwinv' grad nnd Okopy nördlich bis Podwolozyska zieht und deßhalb inl Stande sein wird, den ganzen Handelsverkehr in Nusiisch-Podolien zu bewältigen und zu beherrschen, in Bezug auf die Handels-Jnteressen sehr wichtig und dann bietet dieselbe deßhalb, weil sie größtentheils längs der österreichischen Grenze läuft, auch gleichzeitig große strategische Vortheile." (Deutscher Schulvereiu.) Zu Freiburg in Breisgau gibt sich aus Anregung des Amtmannes Groß eine rege Thcilnahme slir den Deutschen Schulorrein in Oestsrreich kund. Unter den Einwohnern haben sich ^20 Mitglieder gemeldet; wir begegnen darunter den Namen fast sämmtlicher Professoren der Universität und dem der bekannten Tochter der Charlotte BirchiPfeifser, der Schriftstellerin Wilhelmine v. HiUern. (Völkerversöhnung. Blittenlese aus der „Politik".) Ein Freund der „Deutschen Zeitung", welcher in Prag wohnt, hat sich die Mahe genommen, aus den Spalten des tschechischen Haupt- und Hetz-Organs — der „Politik" — ein Jahr lang alle Kraft- und Schimpsworte gegen das Deutschthum zu sammeln und lassen wir im Nachstehenden eitnge Geistesblüten folgen. Die verfassungstreuen Wiener Blätter sind nach der ^Politik": Erbärmliche Preßpanduren, jüdiiche Posaunenbläser, journalistisch»; Kümmeltürken, Wiener Schmeißsliegen, Hyänen des politischen Schlachtfeldes, Feder-Kumpane der Donau-Nesidenz, offiziöse Dudelsackpfeifer, ver-fasiungötreue Kehrichtfammler, Lotterbuben des Dispositionsfonds, zudringliche Preß-Briganten, Wiener Sauhirten des Fürsten Bismarck, schlotternde Organe der verkrachten Partei, die geift-und gesinnungslosen Handlanger einer unmoralischen Klique zc. :c. — Die Anhänger der Verfassung sind eine Schwefelbande, Verfassungs^ Piraten, verrückte Himmelsstltrmer, zisleithanische Hegemonisten, politische Schlemmer, VersassungS-bänkler, deutsch-liberale Maulhelden, abgewirth-schaftete Neichsraths-Pfründner, politische Beutel-jchneider, verfasiungstreue Freiheitsheuchler, Dezembristische Nobelgarde, parlamentarisches Raubgesindel, deutsch'jüdische Spekulantenpartei, geben. Hier ist Alles, was ich auf dem Herzen habe: auch jene Fragen, denen Sie entschlüpfen wollen. — Lesen Siel" — und er zog jenen Brief hervor, den er im Kabinet der schönen Schauspielerin geschrieben hatte. „Lesen Sie, Madame. — Diese Bekenntnisse meines Herzens sind zugleich Ihre Anklageschrift! —- ich bestehe darauf, daß Sie davon Kenntniß nehmen." Leonie nahm den Brief mit mißtrauischem Blick. „Ich weiß nicht, wie ich Ihr Benehmen nennen soll. Wenn Sie diesen Brief an mich geschrieben, warum sagen Sie mir nicht mündlich, was darin steht?" „O, man schreibt Vieles mit leichterem Muth und mit größerer Schonung, wogegen sich die Zunge sträuben würde. Bitte, lesen Sie und antworten Sie mir nachHerl" Leonie maß den Sonderling einen Augenblick mit aufmerksamer Prüfung. Dann nahm sie Platz in einem der alterthümlichen, leder-gepolsterten Armstühle am Kamine und begann den Brief zu lesen. —- Viktor Deville ging inzwischen mit großen Schritten im Gemach aus und nieder — von Zeit zu Zeit einen forschenden Blick auf die schöne Leserin wersend. In Leonie'ü Zützen zuckte zu Anfang ihres Lesens des wunderlichen, exzentrischen Briefes ein selt« sames Vemisch von Nührung und wohlwollendem die unqualisizirbare Na»,de der Verwaltung»« räthlichen Schllapphähne nnd Gründungsschwind-ler, die schmierigen Sancho.Pausa'S der Freiheit ?c. ?c. — Die Stadt Wien ist das Zentrum der moralischen Fäulnisj, das Mekka der Gtrauch-ritter, die babylonische ... an der Donau, der Nimmersatte ^^^oloch, die PandorabÜchse des Reiches, die hoffärtige Sünderin, das aufgeschwollene Dorf, der gährende Misthaufen am Donaustrom, die Kapitale der Dezembristen, der Fettklumpen der Schlemmerei, das Rendezvous der Schmeißfliegen u. s. w. — Die Wiener selbst sind deutsche Zungendrescher, deutsche .Kulturpächter, Bismarckianer. Heulmeier, pseudo-llbcrale Dezembristen, Preußenseuchler, Äavensresser, zentralistische WlUhcriche, deutsch-jüdische Klique, gefräßige deutsche Raes, deutschlackirte Dezen»^ bristen. Maul- und Bettelpreußen, entnationali» sirtes Gesindel, deutsche Doktrinäre und Banditen, hebräo-germanische Kulturträger. (Gesundheitspflege. Nährwerth der Fleischbrühe.) In einer der jüngsten Sitzungen des niederösterreichischen Landtages sprach sich Professor v. Brücke gegsn die beantragte Verabreichung einer Fleischbrühe an die Zwäng-linge mit folgender Motivirung aus: „Es ist mir aufgefallen, daß man zur Verbesserung der Kost den Zwänglingen eine Fleischbrühe geben wolle. Es hat mich dies daran erinnert, daß im Publikum sehr irrthümliche Vorstellungen tiber den Nährwerth der Fleischbrtihe verbreitet sind. Sie sind verbreitet worden durch ein.« sehr berühmten und populären Gelehrten, durch Liebig, der seinen wohlverdienten Nuhm auf einem anderen Felde und nicht aus dem der Medizin und Diätetik erworben hat. Es hat sich herausgestellt, daß dieser Gelehrte sich geirrt hat und daß das Pubttkum mit irregeführt worden ist. Die Sache steht einfach so: Es ist zur Nährung nicht unumgänglich, aber unter gewissen Umständen für gewisse Individuen, bei gewisser Arbeitsleistung ein bestimmtes Quantum Fleisch nothwendig. Es ist für d. n Nährwerth gleichgiltig, ob man gebratcncs Fleisch oder erst die Fleischsuppe und nachher das ausgekochte Fleisch genießt. Ich muß ausdrücklich betonen, daß das Fleisch für die Ernährung ebenso wichtig wie die Fleischbrühe ist. Die Fleischbrühe ist eine Nahrung, bei der man, wenn die übrige Kost nicht danach geregelt wird, verhungern kann. Es hat keinen Sinn, zur Verbesserung der Kost Fleischbrühe zu em-psehlen; es hat aller Sinn, das Gewicht des Fleisches zu erhöhen. Ich werde daher gegen die Votirung der Verabreichung einer Fleischbrühe an die Zwänglinge stimmen." Der Antrag wurde in der That abgelehnt. (Telegraphischer Verkehr. Dringende Depeschen.) Die „Wiener Allgemeine Zeitung" erhält folgende Zuschrift: „Die drin- Spott. — Plötzlich aber wurde ihr Gesicht sehr ernst und zeigte einen Ausdruck von Bestürzung. Viktor berechnete, daß sie jetzt entweder bei jener Stelle sein müsse, wo er von jenen Gerüchten sprach, welche über Frau Nauzelet bei den Verschworenen gingen, oder bei jener Andeutung der Situation mit der schönen Schauspielerin, welche eine weibliche Eisersucht wohl zu reizen vermochte. „Was wollen Sie damit sagen", fragte ihn Leonie mit forschendem Auge — „wovon flüstern die Verdammten, denen nichts mehr heilig ist?" „Man sagte mir hier^, erwiderte Viktor — „Sie seien verreist — aus Ihre Güter in der Bretagne, aber andere Stimmen sagten etwas Anderes." „Und was kölmen Sie gesagt haben?" „O, ich bitte, lesen Sie nur weiter! Leonie", und der Ton seiner Stimme zitterte, sein Auge loderte — „Leonie, Sie kennen die Bosheit der Menschen nicht. — Es hieß — ich hörte — ich träumte — ich ersuhr, ich weiß nicht mehr, und fragen Sie nicht wo und wie, die Witwe eines Ossiziers, der bei Marengo gefallen, habe der Polizei — dem allmächtigen Negnier, die Entdeckung der ganzen Verschwörung angetragen, lesen Sie weiter im Brief, Sie werden Alles filiden — aber mehr, als genden Depesche»! geben durch die Entrichtung der dreifachen Tarisqeblihr dem Telegramin den Vorzug vor allcil bcreilü aufgegebenen oder zum Uebertelegraphlren bereilltegendenDepiischeu. Diese Gattung beschleunigter Telegromtne entspricht ungefähr den Briefen mit (rzpreb^ Bestellung. Dieselben sind bereits seit längerer Zeit im Deutschen Reich, in der Schweiz, in Belgien, in den Nieverlanden und seit denl 1. April d. I. mit Ausnahme Englands in allen jenen Staatsn eingesljhrt, die bestrebt sind, den Anforderungen der modernen Weltwirthschaft vollkommen gerecht zu werden. Auch in Oester, reich sind seit dem 1. Dezember 187» dringende Depeschen eingesührt worden, die aber nur bei Börsen-Depeschen und auch bei diesen nur für jene Linien Geltung haben, die mit der Wiener Börse durch besondere Linien verbunden sind, wie dies bei den Börsen von Tricst, Budapest, Berlin, Frankfnrt, Hamburg. Stettin und Paris der Fall ist. Die Börfen-Depeschen reprüsentiren aber nur einen sehr geringen Bruchtheil von der Gesammtzahl der Telegramm?, nämlich 6'37 Perz., von denen 22 31 Perz. ins Ausland gehen. Wir vermögen in k>er That nicht einzusehen, warum mon die dringenden De-peschen im Prinzipe genehmigt, aber diese be« schleunigte Verkehrsart nur der Börse dienstbar macht, hingegen die beiden wichtigsten Faktoren des Telegeaphenverkehrs, den Handel und die Familien-Angelegenheiten, von dieser Bsglin-stigung ausschließt. Daß das Bedlirsniß hiezu vorhanden ist, das beweist am besten der starke Gebrauch, der überall dort von dieser Einrichtung gemacht wird, wo dieselbe fltr den ge-sammten Verkehr eingeslihrt ist. Im Deutschen Neich erreichten z. B. die dringenden Telegramme im verwichenen Jahre die stattliche Zahl von 301,518 Stiick, was 3 45 Perz. der lAesammtzahl der Depeschen ausmacht. Fltr Oesterreich aber würde die unbeschränkte Einführung der dringenden Depeschen einem weit tiefer gefühlten Bedürfnib entsprechen, als die» im Deutschen Reich vorhanden ist. Dort sind nämlich nicht allein verhältnißmäßig weit mehr Telegraphen-Stalionen wie in Oesterreich, sondern e» ist auch das Telegraphennetz ein weit vollkommenere», denn während bei uns noch mehr ein strahlensörmiges Netz existirt, bietet da» Deutsche Reich durch die reichliche Verbindung der einzelnen Strahlen untereinander mehr ein spinnenähnliches Drahtgewebe. Hie-durch ist bei un» eine weniger direkte Verbindung der Stationen gegeben und damit das zeitraubende Uebertelegraphiren weit häufiger erforderlich als in Deutschland. Dort ersordern neun Millionen Depeschen dreißig Millionen Manipulationen, bei uns hingegen drei Millionen Telegramme sttnfzehn Millionen Manipulationen, was pro Depesche in Deutschland darin steht, habe ich erfahren —- Leonis, fage Nein der bloße Gedanke — der bloße Schein ^ der bloße Verdacht macht mich zum Rasenden — sage nur ein Wort — ein lautes Nein — o wenn Du es nicht kannst, Leonis — ich würde es bereuen — ich wiederhole es laut — bereuen würde ich es, daß ich Dich nicht mit diesem Dolche stumm gemacht habe. Antworte, wo warst Du in dieser ganzen Zeit?'' „Beruhigen Sie sich, mein Freund", antwortete die junge Witwe — „das, was sie fürchten, ist niemals geschel)en, und ich kann Ihnen mit desto besserem Gewissen die Wahrheit sagen. — Wiffen Sie, wo ich mar — im Gesängniß — im Privatarrest des Justiz- und Polizeiminister Regnier. Nun wiffen Sie es. — Sind Sie zufrieden, Biktor!" Die Wirkung dieses osfenen Geständnisses war indeffen keineswegs die erwartete, denn Vlktor stürmte von Neuem auf- und abgehend durch das Zimmer. „Also dennoch, also dennoch! ^ Du warft die junge Witwe, die ihm Alles zu Füßen legte — Du warst zu weiteren Erklärungen bereit, falls man ... O Weiber — Schlangen t" ^Falls man — ich bitte Dich, vollende Viktor!" ^Falls man Dir gewiffe Bedingungen stellte, und dab Du frei bist, da» gerade heute etwas über drei, bei uns fünf Manipulationen ergibt. Das Bedürsilij; nach der Institution der dringend.:!» Di^prschen ist daher nalurgemäs: ein weit größeres als bei unseren Nachbarn. Wir glaubeu daher auch, daß die Telegraphen-Verwaltung zur Verallgemeinerung dieser überall eingeführten und unter den verschiedensten Verhältnissen bewährten Vervollkommnung des telegraphischen Verkehrs sich um so leichter entschließen wird, als ihr damit eine nicht zu unterschätzende Einnahmsquelle geschaffen wird. Zierichte. (Zum fünfzigsten Geburtstage des Kaisers.) Die Marktgemeinde Luttenberg feiert diesen Tag durch einen Fackelzug am Vorabend, durch Betheilung der Ortsarmen und Eröffnung des Armenhauses, welches zur Erinnerung an die silberne Hochzeit des Kaiserpaares gegründet worden. (Feuerwehr in Arnfels.) Diese Feuerwehr hat den Kaufmann I. Ortner zum Hauptmann und den Hausbesitzer 3. Kleindienst zum Stellvertreter desfelben gewählt. (Für die Brandbeschädigten.) Die steiermärkische Sparkasse hat den Bewohnern von Unter-Pulsgau, welche durch Feuer geschädigt worden, achthundert Gulden gewidmet. (Verschüttet.) Im Steinbruche zu Fraßlau wurde der Bauernsohu Joh. Sitter von Kappel durch einen Erdsturz verschüttet; als man die Erdmofse hinweggeräumt, war der Verunglückte bereits todt. (Gusej.) Neulich ging in Kroatien die Sage, Franz Gusej habe sich aus der Steiermark herüber geflüchtet. Die Bauernjagd aus den Raubmörder begann. Zu der Nähe von Sila traf man auf dem Wege zwei unbekannte Männer, welche verdächtig erschienen. Der Eine ward zu Boden geschlagen und festgenommen; der Andere flüchtete in den Wald, fchoß auf seine Verfolger und konnte in der Dunkelheit entspringen — es war Gusej. Der Verhaftete war ein arbeitsloser Bursche, welcher einen Dienst suchte und von Gusej einen Gulden erhielt, damit er in seinem Regenschirme zwei Gewehrläuse trage. (Selbstmord.) In Doberna, Gerichtsbezirk Cilli, hat sich der Grundbesitzer Johann Gruschonik vergiftet und werden zerrüttete Wirthschaftsverhältniffe als Ursache bezeichnet. (iSinbruch.) Beim Grundbesitzer N. Wit-Halm in Ottenberg nächst Ehrenhausen wurde der Weinkeller erbrochen; die Thäter löschten ihren Durst und nahmen eine „Messingpippe", einen Heber und eine Flasche Branntwein mit. (Kindergarten.) In Eilli wird bekanntlich ein Kindergarten errichtet. Zum Besten des Gründungsfonde» hat nun der Turnverein Cadoudal und meine Freunde verhaftet worden sind, beweist — daß Du ste erfüllt hast — aber wiffe", -- fuhr er mit erhöhter, schneidender Stimme fort — „daß ich einen Schwur gethan habe, Gericht im Namen der Verrathenen zu halten und die Schuldigen zu bestrasen — und wenn ich selbst dazu zählte!" Leonis erblaßte bei dieser —. in entschiedenstem Tone gegebenen Erklärung und sprang auf. — „Was soll das heißen, Herr von De-ville!" „Das soll heißen, wir sterben zusammen, meine schöne Fraul — Ich habe mein Leben verwirkt, weil ich den Schwur gebrochen und zu schwach war, ihn zu ersüllen im Augenblick, wo ich es mühelos konnte. Du aber Haft die Denunciantin gespielt, Leonie, ich habe längst sterben wollen, weil mir nicht» geblieben ist in der Welt, aber ich darf es nicht thun, bevor ich nicht Gerechtigkeit geübt an einer Verrä-therin." „Knabe!" fuhr jetzt die schöne Witwe auf. «Wiffen Sie denn, was ich gethan und was ich unterlassen habe. Viktor, wie kannst Du wagen, in diesem Tone mit mir zu reden, mit mir. Deiner Leonie. Soll ich es Dir sagen, daß ich hingegangen bin, euer Verbrechen zu verhindern —- euren Verrath an Frankreich mit einer unschuldigen »» namenlosen Warnung zu eine Posse und ein Singspiel ausgesührt und werden die Darstelluilgen nie schr gtluugen bezeichnet. (Attl 17. August Abends) Die freiwillige Feuerwehr in Sauerbrunn hat für den 18. August 1880 eine Vorfeii'r veranstaltet und bestand das Programm aus folgeuden Theilen: 1. Fackelzug und Zapfenstreich mit Ausmalfch vor dem Kursalon — 2. Beleuchtung des Kur-platzss und Feuerwert — 3. s^estkneipe inl „Hotel Europa", wozu man. die K'^rgesellschajt, die Mitglieder und Freunde der Feneimöhr eingeladen. (Der Kultus- uud Unterrichte-minister kandidirt nicht!) Die Regierung läßt hali'amtlich erklären, daß die Nachrichl, der Kultus- und Unterrichtsminister kandidire sür die Neichsraths-Wahl in Marburj^, „jeder thatsächlichen BegrlLndung entbehre." (Zaubersalon.) Freitag l?eginnt die Fa« milie Schöpl hier auf dem Sophienplatz il)re Vorstellungen moderner Salonnlagie. Blätter des Auslandes und des Inlandes, Zeugnisss hoher Persönlichkeiten und bekannter Vereine sprechen sich über die Leistungen dieser Gestll-schaft lobend aus, sowohl rilckstchtlich der Wal)l der Stücke, als der überraschenden Ausführung und anerkennen besonders die magnetische Produktion^ Letzte Die „Triester Zeitung" iil wegen c'ines Artikels über die Unterdrückung des „Laibacher Tagblattes" konfiszirt worden. Im Deutschen Reichstag soll wegen der schlechten Ernte die Nichteinhebung des Getreidezolles beantragt werden. Nachdem 52,588 Schweizerbürger laut giltiger Unterschrist die Revision des Banknoten-Artikels der Bundesverfassung gefordert, wird die Bundesversammlung auf den 13. September einberufen, um die Bornahme der Volksabstimmung über die Bundesversaffung zu beschließen. Die Streitkräfte, welche Montenegro gegen die Albanier aufgestellt, betragen 20,000 Mann. Die Albanier werden Alles ausbieten, um sowohl der Psorte, als auch Montenegro Wider-stand zu leisten.__ Dom Mchertisch. Unser Kaiser. Ein Gedeukblatt str die Völker Vefterreichz. ' Preis eines einzelnen, 20 Folioseiten starken, reich illustrirten Exemplares 10 kr., mit portofreier Zusendung in die Provinz 15 kr. Das ganze Reinerträgniß ist für die Ueber-schwemmten in Mähren bestimmt. Ueberzahlungen werden dankbarst entgegengenommen und im „Jllustr. Wiener Extrablatt" ausgewiesen. verbessern — aber nur um den Preis voller Gnade und voller Verzeihung." „Es ist richtig, Madame, und stimmt mit dem, was ich hörte — weiter!" „Merken Sie wohl — ich rede von voller Gnade, ohne Haft, ohne Verfolgung, ohne Prozeß — allein man fand dielen Vorschlag zu phantastisch und man behielt mich gefangen als Komplize der Verschwörer!" „Weiter, weiter, znm Schlüsse, bitte ich!^' „Was erwarten Sie noch? Bon mir hat weder der Polizeiminister noch der Konsul einen Namen erfahren, ihre Hoffnung, mich etwa durch die Hast zu demüthigen. war falsch — denn ich steigerte meine Bedingungen mit jedem Tage, wie die Sibylle den Preis ihrer geheim-nißvollen Bücher. — Und Sie kommen nun daher wie ein Großinquisitor — wageu mir diesen Austritt zu spielen — einer Frau, die Sie liebt und die ihre Freiheit auf da» Spiel setzte, weil sie nicht ertragen konnte, Sie in eine Gesellschaft von Verbrechern verwickelt zu sehen. Gehen Sie. mein lieber Deville, und lernen Sie erst besser von den Frauen denken, ehe Sie in'» Gericht gehen mit chnen." (Kortsetzung folgt.) Verein MWterjiühllng armer Volkgschlllkindcr inMarburg. Mittwoch den Muguft A»i Airii tlcii 5)Gi!lttS>!n GeliurtüMl-'» Seiin'is Miljeßiit uttftrkii ullkrIiüilligflen Hiilferk; »lOlZVF' I. großes Volksfest im Wich dkkorirtkn VNl» I<»NK«r. 1. ausgeflihrt von der löbl. Südbahn-Liedertascl Iiild der Werk-stiittcn-Musikkapelle. 2. Ciii wlt prachtvollen Gcwilinste» ausgestatteter 3. Nolksbelustigungen: Taiizkrünzchen, Klettcrbaum, Saiklause», Kiiustlcrpro- duktiolien, Schribcuschicßcn,c. 4. Lei ciiitreteildcr Dunkelheit Abbreniiung eineö kiinst-kvuki'Wvl'Iie«, angefertigt von dem rühmlichst bekannten Pyrotechnikcr Herrn Vvfnrsitvl'. cl«« : Annottc«: dcS Feuerwerkes. Vvg I. Front: Das Treiben in den Feuerregionen. — II. Front: Der Kampf der feurigen Schlangen. III. Front: Der Name Sr. Majestät I." in prachtvollem Farbenfeuer mit einer Kanonade. — Zum Schluh: Ein Bonquet aus 10V Stück Raketen und bengalische Belencdtung des Gartens. Während dcr Umlequng der Frontgerüste werden Raketen mit verschiedener Verjehung. Tourbillons, Schwärmerfasser, Lustkugeln, Granaten, Schnurfeuer, Feuerrcgen und viele Fallschirme das Auge der geehrten Zuschauer ergötzen. Beginn des Festes um 4 Uhr Nachmittags. Kassa-Eröffnnng um Z Uhr. Liul^rittslikrtvn sind bei Herr» Ant. Mafia tii in der Postgasse, in der Tabaktrafik am Haupiplahe und au der Kaffa im VolkSgarlen zu haben zw. tiil' Li virollj? ki., nn«I NllitSirs vom ?vl August statt. AM' Die KMe des »WUigen Keinkrträgiüsscs im die Studtimnen Wurbmgk. t Dig I^Qtsr^öiodvetsv gsbov tivk Iistrudt liskodriodt von äom xlötslivbsn Ilillsclloiäov ikror inmxstß^sliodwll Lok^östor, '1'ants uu6 krSuIeill lkitrlv I.osvlwiss, vslotis am 17. Z. i1. '/z12 Uli!' nsvit Icurzivm, svitmsrüvollsQ I^öiltoa uvll äsr twil. LtsrdgssIiramvQts seli^ im Herrn svtgek1i»fvsol»u»ee, Neffen. ° Nichten. ^ardukA, 17. 1330. ^911 I?^ »leivrm. l^eicltvnavkbl^Ilrunxs- uoä Levtüi^'uvxs-^n»t»1b. An die Kerren Aausvesther in Marburg. (910 Eine kinderlose Partei sucht eine lichte, geräumige Wohnung mit 2 Zimmern, Küche, Speis, Keller zc. — Trockenheit und alleinige Benützung eines GarlenS Grundbedingung. Gefällige Anträge werden elbeten brieflich unter Stabilität" posts re3tavte Marburg. KMlisiiz mr ülelilzr«!»«. oxtzuisit uull diUiF — omiiüolill «98) VI. Eine Wohnung im 2. Stocke deS Hauses Nr. 2, Herrengasse, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Speise, Keller und Holzlage, ist vom 1. Ottober an zu ver-miethen. (760 Ebenso ein Keller auf SO Startin. Anzufragen bei Herrn H. Reichenberg. Ein überspieltes Klavier ist zu verkaufen. 894 Zwei Studenten aus gutem Hause, eine Mittelschule besuchend, werden in Vtrpflegung und Wohnung genom-AnSkunft im Eomptoir d. Bl. (899 men. Kteller auf 30 Startin ist zu vermiethen in der Postgasse Nr. 4. Eisenllliibel-Fabrik von kviellilr«! öi Oomp. in Wien! III., Marxergafse Nr. 17, neben dem Svphienbad. Da wir die EommisfionS-Lager in den Provinzen sämmtlich eingezogen, weil eS häufig vorgekommen, daß unter dem Namen nnserer Firma fremdes und geringeres Fabrikat verkauft wurde, so ersuchen wir unsere geehrten Kunden, sich von jetzt ab directe an unsere Fabrik in Wien wenden zu wollen. (764 Solidest grarbritete Möbel für Salon, Atmmer und Gärtr» sind fiets «luf L<»acr und verkaufe« von nun an, da die Spesen für die srül)er gehaltenen CommissionS-Lager entfallen, zu ltt'/, Nachlaß vom Prrt^tarif, welchen auf Verlangen gratis und franco einsenden. werden ftichtiscbe, rhematische Leiden nebst deren Folgen nlit äußern Mitteln, wodurch seit 30 Jahren Taufende von ihrenl ost jahrelangen Leiden befreit wurden und wo andere Mittel wirkungslos blieben, was mit zahlreichen Anerkennungsschreiben bewiefen wird. Nm eine Krankheitsmittheilung wird gebeten, da nllr durch diese und meine große Erfahrung die passendsten V!ittcl zusammengesetzt werden können. Preis fiir 1 Flacon wie bisher 1 fl. —M Für wirklich Arme billiger. M W'Z'. Spezial-Arzt^ 53) in VUanr bei Nttll. Virnl. ^ ÄS Eine Wohnung mit 3 Zimmern, Küche, Keller, Boden und Gartenantheil ist mit 1. Oktober zu bezielien. Anzufragen Wielandgasse Nr. 8. st04 Wohnungen! Große und kleine, Gassen- und Hofseite, parterre oder 1. Stock, sammt allem Zugehör, mit oder ohne Gartenantheil billig zu vergeben. Ebenso das Gastgeschäst mit 1. September zu verpachten oder einer verläßlichen Person zegen Kaution auf Rechnung. Mühlgasse Nr. 7. (905 ist sofort gegen Kaution zu vergeben. Anzufragen im Eomptoir d. Bl. (895 kiemzeliMreiiVerliizlel welche die große Londoner Eisenmöbelfabrik Vol«l«lv pivKv vrotiiers nnck bei dem jilngsten ledeutenden Falliment der GlaSgower Bank erlitten hat, haben dieselbe so erschiUtert, daß sie beschloß, ihre Kalirik zu sperre» und die massenhaft vorräthigen, vor> juglichen, bei allen Ausstellungen mit goldenen Me daillen auSgezeichueten eisernen Möbel um den vierten Tyeil des tzabrikSpreiseS gänzlich anSzuverkaufen. Ich offerire demnach die vom obigen Hanse bei mir kommissionirten wunderschönen illljH W mm Nki! M MMN (eine wahre Prachtarbeit und eine unerreichte Zierde jeder Wohnung und jeden Zimmers) zu dem fabelhaft billigen, noch nie dagewesenen Spottprelse pr. Stück nur 8 ff. (früherer Preis fl. 32.60). — Bestellungen effektuire auch einzeln, ^o lange der Vorrath reicht, in stets vortrefflichen fehlerfreien Exemplaren sofort gegen Geldeinsendung oder Nachnahme: s. srimL». ^ion, I.anl!8tfa8so, Kärinsi-gasLs >ö. Insbesondere für den Herlist uud Winter find eiserne Betten, da sie einen immerwährenden Schutz gegen alles Ungeziefer und Unreinheit darbieten, eine unverwüstliche Dauerhaftigkeit besitzen und zusammeu-legbar sind, den hölzernen in jeder Beziehung bei Weitem vorzuziehen. (331 Eisenbahu-Fahrordnung Marburgs »vm IS. Juli l««». Kärntnerzügc. Skach tzranzensfeste: Eilzng 2 U. 10 M. Nachts. Perszug. 9 U. Il, M. Vorm Nach Villach: 8 N. — M. Rachmitt. Ankunft: 12 U. 23 M. Mttt. und 6 U. s M. Abeuds Eilzug 1 N. 40 M. NachtS. Eilzüge. Triest-Wien: Ankunft 1 U. b« Min. Abfahrt 2 U. — M. RachtS. Ankunft 2 U. 33 Min. Abfahrt 2 U. 41 M. Nachm. Wien-Triest: Anknuft 1 U. 47 Min. Abfahrt 1 ll. 51 M. RachtS. Ankunft 2 U. 1b Min. Abfahrt 2 N. 18 M. Nachm. Postziige. Von Tri est nach Wien: Ankunft L N. 3 M. Früh und k U. 52 M. «bends Abfahrt v U. 11 M. Früh und 7 N. 20 M. Abend« Von Wien nach Triest: Ankunft 8 N. 45 M. Früh und v N. 19 M. Abends «travtwoeiliche Stedaktin», Druck nnd Verlag von Sduard Aauschitz in Vsovdttrg. ««st«