/Rritnina pUfana * <«IOT)nil Deutsche Zeitung — — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — Schcistleitung und Verwaltung: Preiernova ulica 5, Telephon Sir. 21 »inrerurdan» j Bezugspreise für das Inland: Vierteljährig 10 Di», halbjahrig 80 Ti», ganz-Birfnndigungen werden in der Verwaltung zu dilligsten Gebühren entgegengenommen f jährig 160 Dw. Für da» Ausland entsprechend» Itrhöhung. Einzelnummer Li» I i»« Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh nnd Samstag früh mit dem Datnm vom Sonntag Nummer 19 [ Celje, Sonntag, den 5. März 193H j[ 58. Jahrgang Giftmischer Der Kampf gegen den Durch eine Notverordnung werden in Deutsch-land wesentliche Verschärfungen der bisherigen Straf-bestimmungen für Landesverrat, sowie eine (Er leichterung der Verfolgung und des Strafverfahrens vorgenommen. Die Strafbestimmungen beziehen sich auch auf Nachrichten, die im Auslande verbreitet werden und geeignet sind, Deutschland zu verleumden und zu schädigen. Damit hat die Reichsregierung den Kampf gegen die unwahre Nachricht aufgenommen, den Kampf gegen die Vergiftung der öffentlichen Meinung. Man hat in Deutschland ganz besonders Grund, sich dagegen zu wehren, wie viele Vorgänge im Ausland behandelt werden. Es rückt ein Problem in den Vordergrund, mit dem sich Regierungen und Presse aller Länder seit Jahr und Tag beschäftigen. Die Verbreitung unwahrer Nachrichten, gegen die sich die internationalen Standesorgane der Presse mit den verschiedensten Kundgebungen im Nahmen des Völkerbunde», durch Errichtung des Haager Ehrengerichtes und «ndere Verfügungen selbst wenden, hat nicht nur abgenommen, man könnte sagen, daß gegenwärtig »in Höhepunkt in der Verbreitung falscher Nach-richten erreicht zu sein icheint. Die Presse von ver-hältni»mäßig nur wenigen Ländern konnte sich bisher grundsätzlich von solchen Nachrichten freihalten. Die politischen und wirtschaftlichen Spannungen der letzte« Jahre haben dazu beigetragen, diese be-dauerliche Erscheinung zu einem Höchstmaß zu steigern. Mit Bedauern muß man schon seit längerer Zeit feststellen, daß besonders auch die flowenische Presse mit absichtsvoller Wonne solchen Lügen auf» Liigendrachen der Presse sitzt. Es gibt keine noch so faustdicke Lüge gegen Deutschland und das deutsche Volk, die in der Ljubljanaer Presse nicht sofort ihren warmen Platz fände! Nur ein Beispiel von unzähligen: Der Ljubljanaer „Sloo. Narod" brachte in seiner Folge vom l. März mit greller Schlagzeile die Nachricht: „Das deutsche Parlament haben die Hitlerleute selb st angezündet!" Im Untertitel: „Sie beschuldigten aber die Kommuni st en und Sozialdemokraten, damit sie einen Borwand zum Vor-gehen gegensie und zur unbehinderten Versolgung aller Gegner haben." Diese Lüge wird noch dazu scheinbar gegen besseres Wissen an der Spitze des Blattes veröffentlicht, denn an anderer Stelle der gleichen Seile wird berichtet, daß der Brandstifter in Begleitung der kommunistischen Abgeordneten Torgler und Koenen drei Stunden vor dem Brand das Parlamentsge-bäude betreten habe. Torgler und Koenen, die al» Kenner der Oertlichkeit bei der Bereitstellung der Brandmittel geholfen hatten, hätten dann um 9 Uhr abends das Haus durch einen Seitenausgang ver-lassen, well der Haupteingang schon um 8 Uhr abends geschlossen worden war. Abg. Torgler. der Führer des kommunistischen Aktionsausschusses, sei geflohen, wurde aber dann verhaftet. Trotzdem so-mit das Ljubljanaer Blatt, das sonst ernst ge-nommen sein will, den wahren Sachverhalt kennt, verzopft es doch an leitender Stelle unter schreienden Schlagworten die h a n d g r e i f l i ch e L ü g e. In zähem Festhalten an dieser Lüge druckte da» genannte Blatt noch am Donnerstag abends die groteske Lüge eines holländischen Kommunisten-blattes, dem die Verwandtschaft mit dem Brandstifter natürlich peinlich zu werden beginnt, als „sensationelle Enthüllung" nach, derzufolge der in Moskau aus-gebildete Kommunist Van der Lübbe seit zwei Jahren im Auftrage — Adolf Hitlers arbeite! Es wäre eine endlose Liste, wollte man die Falschmeldungen zusammenstellen, die besonders seit dem Regierungsantritt des Kabinettes Hitler im Auslande verbreitet worden sind. So hat man, um nur besonders markante Fälle anzuführen, behauptet, daß die Brandkatastrophe der „Atlantique" auf deutsche Urheber zurückgeht: es sind Nachrichten über ein deutsch italienisch-ungarisches Militärbündnis verbreitet worden; man hat den Tag genannt, an dem Berlin von einer nationalsozialistischen Armee putschartig besetzt werden würde: der Einmarsch von abgezählt 50.000 Mann nationalsozialistischer Sturmtrupps nach Bayern wurde auf die Stunde ange-kündigt: der deutsche Kronprinz hat mit dem österreichischen Fürsten Starhemberg vereinbart, daß dieser sich in Wien am gleichen Tage zum Statt« Halter ausrufen lassen würde, an dem der Krön-prinz selbst in Berlin an der Spitze der Putschisten einmarschieren und die Stellung eines kaiserlichen Statthalters übernehmen wollte. Das ist eine kleine Auslese des jüngsten Lügenfeldzuges, dem Deutsch-land ausgesetzt ist, ganz abgesehen von persönlichen Vetleumdungen der leitenden deutschen Staats-männer. Aber nicht nur Deutschland hat unter diesen Machenschaften zur Vergiftung der öffentlichen Meinung zu leiden. Der amerikanische Unterstaal- * selretär Eastle mußte sich kürzlich gegen die tenden-ziöse Berichterstattung über amerikanische Vorgänge in der englischen und rn der französischen Presse Die Sanierung der Kreditanstalt wie »er österreichische Staat di« Zerstörung der österreichische» Seid- und «reditwirtschaf, verhinderte Von unserm Wiener Berichterstatter In einer der letzten Nummern der „Deutschen Zeitung" berichteten wir über die Kcldflüssigleit in Oesterreich. Die ttrflstning für diese Erscheinung ist in dem unten folgenden Aulsah zu finden. 8s ist absolut windnia, um» manchmal auch in der nationalen Presse Oesterreich» zu lesen ist. daß die «anierung der Kreditanstalt oerschli war. Sie war vielmehr das vernünftigste Auslunitsmittel, das gewählt «erden tonnte, denn ohne da» Eingreisen der Regierung wäre die österreichische Wirt-ichast heute ein Trümmerhaufen wie andere Wirtschaften oder noch ärger. Die Auslösung der alten Habsburger Monar-chie bedeutete zugleich di« Zerstörung eines großen Wirtschaftsgebietes, das «ine ausgeglichene Volks-wirtschaft halte, das heißt. d«ssen Industrie in der Lage war, ihre Waren größtenteils im Inlande ab-zusetzen und dessen landwirtschaftliche Erzeugnisse zumeist von den Bürgern und Arbeitern der inlän-bischen Städte und Industriebezirte ausgenommen wurden. Durch die Friedensverträge wurde der Gebielsumfang Oesterreich» auf ein Sechstel und die Zahl seiner Bewohner von 52 Millionen aus tt Millionen vermindert: das Industriegebiet von Deutschböhmen und da» weite ungarische und ga-lizische Flachland gingen verloren. Den großen Wiener Banken, die vor dem Kriege den Großhandel und die Industrie eine» Großstaates finanziert hatten, wurde ihr Betätigung«- selb entzogen und selbst da-, was ihnen im ver-kleinerten Staatsgebiete von industriellen Großkun-den noch verblieben war, geriet in den wirtschaftlichen Wirrnissen der Nachkriegszeit ins Wanten und Verderben. Von diesen Schwierigkeiten muht« die österreichische Kreditanstalt für Handel und G«-werbe als die größte Bankanstalt am meisten be-troffen werden. Die im Jahre 1855 gegründete Anstalt besaß ein Aktienkapital von 125 Millionen Schilling (1 Milliarde Dinar) und Reserven im Betrag von 38 Millionen Schilling, hatte den be-kannten Bankier Louis Rothschild zum Präsidenten und war im Vertrauen des Publikums so fest ver-ankert, daß sie über 250 Millionen Schilling Spar-einlagen und 1 Milliarde Schilling Konto-korrenteintagen gen die nationale Bewegung in Deutschland so groß oder es liegt am Ende die s u b v e r s i v e Absicht vor, durch die unbedingte Stellungnahme für die deutschen Kommunisten diese bzw. den Kommunis-mus den Lesern sympathisch erscheinen zu lasten. Eine auf diese Weise erzeugte Sympathie kann als Effekt natürlich nur Antipathie gegen alle kommu-nistenfeindlichen, starken und straffen Regierung?-ormen auslösen. Das konsequente Eintreten der lowenischen Presse für die kommunistischen Mord-»renner in Deutschland gegen die klaren Tat-achen der Wahrheit und im Gegensatz pu gesamten ernsten Berichterstattung der Welt — ist jedenfalls sehr schwer zu begreifen! Schon der Gedanke, daß vom Oberreichsanwalt herab bis zum Polizisten das „Geheimnis der nationalsozialistischen Brandstiftung" bewahrt werden könnte, ist zum Heulen drastisch. Mahnahmen gegen die kommunistische Gefahr Nach dem Brande des Reichstagsgebäudes, der ohne Zweifel die schwerste bisher in Deutschland erlebte Brandstiftung und den ungeheuerlichsten kommunistischen Terrorakt darstellt, ist die gesamte Schutzpolizei und Kriminalpolizei sofort auf höchste Alarmstufe gesetzt worden. Auch die Hilfspolizei (S. A. und Stahlhelm» ist einberufen. Die kommu-nistischen Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter und Plakate sind auf vier Wochen, jene der Sozial-demokraten, mit deren Führern der Brandstifter van der Lübbe in Verbindung gestanden ist, auf 14 Tage verboten worden. Für Dienstag früh um 4 Uhr waren von den Kommunisten in Berlin große Plünderungen angesetzt; am Mittwoch hätten in ganz Deutschland Terrorakte gegen einzelne Per sönlichkeiten, gegen das Privateigentum, gegen Leib und Leben der friedlichen Bevölkerung beginnen und den allgemeinen Bürgerkrieg entfesseln sollen. Der erste Angriff der verbrecherischen Kräfte ist zunächst abgeschlagen worden. Zum Schutz der öffentlichen Sicherheit wurden noch am Montag abend sämtliche öffentlichen Gebäude und lebens-wichtigen Betriebe unter Polizeijchutz gestellt. Sonder-wagen der Polizei durchstreifen beständig die ge-fährdeten Stadtteile der Reichshauptstadt. Eine Haus-durchsuchung beim Zentralverein deutscher Staats-kürzer jüdischen Glaubens förderte ungemein ge-häjsiges und aufreizendes Material zutage, welche« beweist, daß sich unter diesem harmlosen Namen eine kommunistische Hilfsorganisation verbirgt. Aus Angst vor den Folaen der kommunistischen Brand-stiftung sind unzählige prominente Kommunisten über die Reichsgrenze geflüchtet. Besonders in Wien fürchtet man sich vor dieser „weltbeglückenden" Invasion. _ Aus Stadt und Land Die aufgelöste katholische „Prosveina zoeza" hatte im ganzen 560 Filialen. Die „Kulturwehr", das von dem Lausitz«? Wenden Jan Skala geleitete Organ der Minderheiten in Deutschland, da» zuletzt statt monatlich bloß noch vierteljährlich herauskam, hat das Erscheinen ganz eingestellt. Bekanntlich ist diese „Kulturwehr", mit der auch wir einige Sträußchen gepflückt haben, dem Europäischen Nationalitäten kongreß feindlich gegenübergestanden. Bienenzüchter, leset die Bienenzeitung „Der Jugoslawische Imker", Novi Brbas. Es bringt Euch Borteile! Probehefte umsonst. Celje Heitere Liedertafel de» Männerge-sangvereines. Nicht bald haben die Freund« des M. G. V. eine so reine Freude erlegt wie diesmal. Karl Morres — des berühmten „Nullerl"-Dichters „Im Bremer Keller" mit der Musik von Lespold Wegschaider, des langjährigen Sanywarte» des Grazer M. G. V. — ein außerordentlich wirksame» Singspiel rrnst-heiterer Art, bewährte auch diesmal seine oft geübte Zauberkraft. Gerade in dieser Krisenzeit wirken Stücke, die eine bessere neue Zeit im Zeichen selbstlosen Zusammenhaltens verkünden, doppelt stark. Und so war 's auch diesmal. Ununter, brochenes herzliches Lachen, — zum Schluß hellster Jubel. Die Rollen des Stückes waren sehr geschickt besetzt. In erster Linie muß Herr Rudolf Zimmer genannt werden, der uns mit seinem herrlichen edlen Baß wieder einen seltenen Genuß bereitete. Wohl wenige Vereine werden das Glück haben, einen snlchen König Wein hinau»stellen zu können. Die Zuhörer waren geradezu ergriffen und Herr Zimmer hätte sicher einen stürmischen Sonderbeifall geerntet, wenn sein Abtreten in dem Stück nicht so geartet wäre, daß es einen solchen Beifall unmöglich macht. Unmittelbar an sein Scheiden schließt sich nämlich ohne Pause der Schlußjudel der Bürger, Bauern und Studenten. Wohl aber hätten wir Herrn Zimmer ganz am Schlüsse der Vorstellung noch einmal gern aus der Bühne gesehen, um ihm besonders danken zu können. So können wir uns nur auf den leb-haften Wunsch beschränken, ihn bald wieder zu hören. Gleich mit dem König Wein zusammen sei das liebe kleine Fräulein Ebersberg genannt, welche die Fee Uva ganz reizend verkörperte. Nächst der Partie des König Wem kommt als musikalisch wert-voll das Lied des Studenten Finke von Liebe und Freundschaft in Betracht, welche» wie überhaupt die ganze Rolle des Finke von Herrn Willi Löschnigg stimmlich und darstellerisch glänzend wiedergegeben wurde. Herr Löschnigg war besonders gut bei Stimme und wurde durch stürmischen Beifall be-lohnt. Das gleiche gilt von Herrn Äistrich, der auch Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 19 diesmal seine humoristische Begabung glänzen lieh. Bei Herrn Aistrich hat der Zuschauer immer das Gefühl einer im Augenblicke entstehenden schöpfe-nschen Leistung. Nichts ijl eingedrillt, gemacht. — alles ist Frucht momentanen Einfalles. Darum sind Herrn Aistrich« Darbietungen auch so wirkungsvoll Die Heineren SiubtntemcDcn des Finke (Dr. Iuchart), Moos ttlich Ä lct. Bei Grippe In-flucnza. EiMlung beseuchlcn «ie ein Tücherl mit ?ltga und massieren Sie leicht dem «ranlen die Brust, den «ülien, die Hände, die Fühe. den Hals und die Stirn. Massage mft Atga verringert die Schmerzen, erfrischt den Krankn. Nach der Massage kommt leichter und gesunder Schlaf. „Alga" ist Überall erhältlich, t Flasche Din 14. der Iugendgottesdienst im Anschluß daran im Ge-meindesaal des Pfarrhauses statt. Statt eines Kranzes für die verstorbene Frau Ursula Kaliönik hat Herr Franz Ranzinger 100 Din der Freiw. Feuerwehr und Rettungsab-teilung in Eelje gespendet, Skttlub Celje Wegen des eingetretenen Föhns müssen leider sämtliche Rennen und auch das Springen abgejagt werden Ein Mann mit Fischblut ist offenbar der 2i» jährige Arbeitslose Rudolf Kooac, der vor kurzem zum Erstaunen der Zuschauer von der Kapu-ziner- zur Eisenbahnbrücke im eisigen Wasser der Sann lustig geschwommen ist. Der kühne Winterschwimmer wird, wie wir hören, am Sonntag, dem 5. März, um 10 Uhr vormittags seine zähneklappernde Schwimm-tour wiederholen, und zwar, wie er jagt, mit ganz neuen» „Programm". Es wird gewiß viele Leute geben, die den abgehärteten jungen Mann in der Sann werden sehen wollen. Ein Uhu, dieser bei uns schon fast ausgestorbene Rieseneuletioogel, ist gegenwärtig in der Auslage des Schuhgeschästes Kac in der Matija Gubceva ulica 2 zu sehen. Das sehr schöne Crem-plar, ein Werk des nun schon bestbekannten Tier-präparateurs Herrn I. L a ck n e r(Matija Gubceva 2), zieht die Aufmerksamkeit oller Pasfanten auf sich. Bemerkenswert ist der Mechanismus, der den als Lockvogel für Jagdzwecke gedachten Uhu Kopf und Flügel bewegen läßt, so daß man den täuschenden Eindruck eines lebenden Bogels gewinnt. Herr Lackner hat auch diesen kunstvollen Mechanismus selbst gebaut. Schweizeruhren _______________ Gold- und Silber- waren, Optik, Orlg. Zei»-Aug«ngläser, erstklassige KeparaturwerUstüNc Anton LeÖnik, Celje, Glavni trg 4. Hauptversammlung der Bäckermeister. Am 23. Februar fand im Hotel „Post" unter dem Vorsitz des Obmanns Herrn Joses Kirbisch die Hauptversammlung der Vereinigung der Bäcker meister statt, an welcher 82 Bäckermeister aus den Bezirken Eelje,. Lasko, Gornji grad, Slo venjgradec, Konjice, Smarje pri Jelsah und Brezice teilnahmen: als Vertreter der Handels und Gewerbekammer war Herr Dr. Prelnar anwesend, den Bäckerverband vertrat Herr Josef Bizjak aus Ljubljana. Der langjährige rührige Obmann der Vereinigung Herr Josef Kirbisch aus Eelje gab in erschöpfender Darstellung ein Bild der Tätigkeit des Vereines im Jahre 1932. Die Ver-hältnisie in der Bäckerbranche seien alles eher als rosig. Der Konsum des Kleingebäcks ist um 60%. der Konsum des Brotes um 50°/,, gefallen. Dabei sind in der Umgebung von Celje in der letzten Zeit 10 Bäckereien neu aufgemacht worden, so daß jetzt dort, wo in materiell günstigen Zeiten 9 Bäckereien ihren Absatz suchten, jetzt 19 Bäckereien um ihre Existenz kämpfen. Von der Preissteigerung in letzter Zeit hat der Produzent gar keinen Nutzen, sondern nur jene, die den Weizen früher vom Bauer billig gekauft haben und ihn jetzt, wo das Mehl um 30% gestiegen ist, teurer verkaufen. Die 3%-'9e Umsatzsteuer bedeutet bei 1 kg Brot 18 Para Verteuerung. 2n allgemeinen wurde in der Ver-sammlung Klage geführt, daß die Bäckerbranche nicht im Stande ist. so große Steuerlasten zu er-tragen; dies beweist der Umstand, daß 10 Bäcker-meister in der Genossenschaft ihre Betriebe zugesperrt haben und jetzt brotlos sind. Herr Sekretär Strei-nigg teilte die statistischen Dalen mit. Herr Dr. Pretnar trug über die Tätigkeit der Gewerbekammer in Ljubljana. über die Bekämpfung der unbefugten Gewerbeausübung, über die Krankenversicherung der Meister, über Gewerbeorganisationen und Steuerfragen vor. Man stellte fest, daß besonders auch das Bäckergewerbe sehr schwere Zeiten mit-mache. Die Angriffe, die öfters aus dem Publikum und in den Zeitungen erhoben werden, feien nicht berechtigt; die Bäcker kämpfen heute schwer um ihre Existenz, weil gerade von diesem Gewerbezwcige die Behörden beständig Herabsetzungen der Preise unter das Eristenzminimum fordern. Zahlreiche Konkurse und Zahlungseinstellungen der Meister seien die traurige Folge dieser Verhältnisse. Dem neuen Ausschüsse sitzen wieder Herr Josef Kirbisch als Obmann, Herr Mar I a n i c als Vizeobmann vor. Herr Josef B i z j a k aus Ljubljana, Obman des Landesverbandes der Bäckermeister berichtete, daß die Landesverbandsleitung Schritte eingeleitet habe, damit, daß die 30%'ife Umsatzsteuer vom Brotpreis gemildert werde. Es sei nur durch kräftige Organisation möglich, die Standesinteresfen zu wahren, was besonders bei dem Kampfe um Preßhefepreis zu ersehen sei: die Hefe habe früher im Kartell mit 32 Din und noch mehr gekostet, jetzt aber, nachdem das Kartell gesprengt, wird sie mit 21 Din gehandelt. Noch in diesem Jahr werde aber die eigene moderne Preßhefefabrik, die der Bäckermeister Herr Jof Kirbisch in Celje im Auf-trage der Bäckergenosfenschaften bereits aufbaut, in Betriebe gesetzt werden. Die Hauptversammlung nahm nachfolgende Beschlüsse an: 1. Die Leitung der Verein,-gung möge wieder Preistarif^ für den Verlaus des Gebäcks ausgeben, und zwar im Namen der Mitglieder. w:il dies den Konsumenten zum Nutzen ist. die schmutzige Konkurrenz einschränkt und eine leichtere Kontrolle seitens der Behörde ermöglicht. 2. Die Kammer für Handel. Gewerbe und Industrie wird gebeten, das Erforderliche vorzukehren, damit die 3°/.-ige Verkehrssteuer auf Mehl beseitigt oder wenigstens ermäßigt wird: diese Steuer soll nur vom Mehl, nicht aber vom gebackenen Brot oder vom Gebäck bemessen werden. Einige Steuerverwaltungen haben nämlich begonnen, diese 3"/»'ige Steuer nach dem Gewicht des Gebäcks, nicht aber dem des Mehls einzuheben, was gegen die Vorschriften ist und die Bäckererzeugnisse ganz unnötig verteuert. 3. Fer ner werden die Behörden und die Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie gebeten, das Hineingreifen der verschiedenen Konsumvereine und Anschaffungsgenosscnschaflen der staatlichen und privaten Angestellten sowie der verschiedenen Banal-und Staatsinstitute in das Bäckergewerbe zu beseitigen. Einige von diesen Anstalten haben nämlich die Ausübung des Bäckergewerbes gleich im großen aufgenommen, ohne daß sie eine gefetz-licht Berechtigung hiezu besitzen. 4. Die Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie sowie die Banalvcrwaltung werden gebeten, endlich die Sonntagsruhe im Sinne der gestellten Vor-jchläge - einheitlich für alle Bäcker zu regeln ohne Rücksicht darauf, ob die Bäcker Hilfspersonal be-ichäftigen oder nicht: ebenso möge die Frage ver Nachtarbeit für Lehrlinge unter 18 I ihren geregelt werden. Das Gesetz bestimmt, daß xithtlimit unter 18 Jahren nachts in den Bäckereien nW werben dürfen, während die Gehilfen im Alter von unter 18 Jahren in der Nachtarbeit nicht be-schränkt sind. Schließlich soll auf die Arbeitsinspek-tion eingewirkt werden, daß das Verfahren der Revision der Betriebe gemildert werde. Das starke Interesse der Meister an ihrer Organisation zeigte wohl am besten der Umstand, daß sie -t Stunden beratend beisammblieben. Todesfall. Am 28. Februar ist in Eelje, Miklosiceoa ul. 5, der pensionierte Steueroerwalter Herr Mathias Vondrasek im Alter von 81 Jahren gestorben. Polizeinachrichten. Aus dem unversperrlcn Wartezimmer des Arztes Herrn Dr. I. Herzmann hat in der Nacht aus Sonnlog ein Dieb ein Oel gemälde in der Größe 72 X 58 cm. darstellend einen Auerhahn, aus dem Rahme» gelöst und weg-getragen. Der Dieb wurde in der Person des 22-jährigen Franz Napotnik aus Zostanj ausge-forscht, der das Bild einem Maler in Gaderje zum Reinigen übergeben hatte. Das Bild wurde dem Eigentümer zurückgegeben, der Dieb in das Ge-fängnis des Bezirksgerichts eingesperrt. Ortsgruppe Celje des Srhwübisch-»putschen Kulturbundes in Nntlsnd. EINLADUNG zu der Samstag, den 18. März 1933 um 8 Uhr abends im Hotel Post in Ceije »tati sindenden Ordsntl. Jahres-Hauplversammiung mit nachstehender Tagosordimng : 1. Geschäfts- und Kassenbericht des Ausschusses für das Jahr »932 u. Besehiussfassung hierüber. 2. Neuwahl des Ausschusses. Z. Abfälliges. Die Jaliiusverwimmlung l«t be«ehlus»flUiig, wenn wenigsten» ein Drittel der Bundenmitgi'eder des betreffenden OrtsbereHMo» anwesend ist. Sind weniger erschienen so findet eine »weite Versammlung eine halbe Stur de später statt, welehe hinsichtlich aller Verhand-lungsg gen«t"uide der » Wien Versammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Bundesmitglieder beschluss-silhig ist, wenn in der Rinberufungskundmachung dies ausdrücklich angegeben ist ij 6» der Satzungen). Celjo, am 3. Milr* 1933. Der Schriftführer : Der Obmann : Schütter Frans m. p. l>r. Ktebl Waller m p. Nummer 19 Deutsche Zeitung Seite 5 Der Mann ir •22 Kriminalroman t 14. Kapitel. Mit Hilfe des Schlüssels, den sie in der Tasche des Toten vorfanden, gelang es ihnen, die Türe des (Sewölbes zu öffnen. Begleitet von Green begab sich der Inspektor zunächst in das Zimmer »es Notars, in dem er ein Telephon gesehen hatte. Er verband sich sofort mit Scotland-'Vard, gab Wirten Aufenthalt an und bat sogleich die Herren von der Kommission herzuschicken. Der Beamte am Apparat versprach die Herren sofort zu alarmieren, und befriedigt legte Fo* den Hörer beiseite. „Dos wäre geschehen!" sagte er tiefaufatmend, „und nun wollen wir in aller Eile das ganze Haus durchstöbern. Es ist möglich, daß wir Miß Hirstcliffe finden." Lhne eine Frage zu stellen, nickte der Wacht-meister und sie machten sich gemeinsam auf die Suche. Die Räume waren fämtich unverschlossen und standen teilweise leer, da Gleefmann das Haus allein bewohnt hatte. Von Tilde Histcliffe war keine Spur zu finden. In Fm erwachte eine Angst, die sich von Minute zu Minute steigerte, und er war froh, als endlich die Herren von der Kommission eintrafen. Er führte sie in das Kellergewölbe zur Leiche des Notars, wo er ihnen das Nötigste erläuterte. „Ich muh Sie nun verlassen", fügte er hinzu, Äs er mit seinem Bericht fertig war, „denn nun gilt es, die Hauptarbeit zu vollbringen! Kann ich Ihren Wagen benutzen?" .Selbstverständlich!" rief Ioe Morris, einer der Oberinspektoren von Scotland-Vard, der sich in-dressiert über den Toten gebeugt hatte. „Fahren Sie nur zu. ich wünsche Ihnen vollen Erfolg!" „Danke!" ' For nahm Green am Arm und verlies; mit ihm den Raum. Es war schon dunkle Nacht, als sie auf die Strafe traten. Wie weihe Rapiere flammten die Scheinwerfer der zahlreichen Autos durch die dunkle Luft. Das VoUzeiauto stand wartend da. Der Inspektor sprang auf den Führersitz. Green kletterte neben ihn und die Fahrt ging los. For steuerte so eilig, es ging durch die endlosen Straßen der Stadt, und als sie London verliehen und die Chaussee nach Townsfield erreichten, da ließ er den Zvagen laufen, was er herausbrachte. An der Wegkreuzung bog er nach links ein. Wie ein Schatten huschte das Auto die schmale Straße entlang, weit mit den weihen Lichtkegeln den Weg voraustastend. In einiger Entfernung von der Einfahrt zu Gräfin Gronstokes Besitz verlangsamte Foi das Tempo, steuerte den Wagen aus den schmalen Rasen zwischen dem Straßenrand und der Tarusallee und hielt an. „Bleiben Sie ruhig sitzen. Wachtmeister", jagte er zu Green, indem er aus dem Auto sprang. „Ich begebe mich jetzt in die Villa dort." Er wies mit der Hand in das Dunkel vor pch. ..Warten Sie hier meine Rückkunft ab. Wenn jemand vom Haufe her kommen sollte, so lassen Sie ihn ruhig passieren, nur verraten Sie Ihre An-Wesenheit nicht und sehen Sie sich vor, damit Ihnen nichts zustößt. Ausgeschlossen ist hier nichts!" Er brachte die Scheinwerfer zum Erlöschen und war im nächsten Augenblick im Dunkel verschwunden. Das Gitiertor der Einfahrt stand weit offen. Der Inspektor schritt rasch hindurch und ging ge-radewegs auf die Villa zu. deren Fenster im Ober-geschoß hell erleuchtet waren. Bevor er das Gelände betrat, versicherte er sich noch einmal, daß er seinen Browning, den er der Leiche des Notars abgenommen, schußbereit in der Tasche t,atte, dann trat er durch die Türe ein. Der Vorraum war Meuchlet und unhörbar huschte Foi die tcppichdclegten Stufen hinan. Er suchte zunächst den kleinen Salon auf, in dem er bereits am frühen Nachmittag geweilt. Ohne anzuklopfen, trat er ein. Das Gemach war erhellt, aber leer. Ebenso die anstoßenden Räume, die er flüchtig durchsuchte. Eine lebhafte Unruhe ergriff ihn. Es war nicht ausgeschlossen, daß die Gräfin in irgend einem Winkel mit dem Revolver auf ihn lauerte. Der Notar konnte sie ja leicht angerufen und gewarnt haben, ein Telephon war vorhanden. Er beqab sich in den kleinen Salon und klingelte nach dem Mädchen. tt der Narbe m I. L. Hecker Niemand erschien. Der Inspektor öffnete die Türe und rief erst nach der Zofe, dann nach der Gräfin selbst. Keine Antwort. Das Haus war wie ausgestorben. Seine Unruhe wuchs. Er fühtte instinktiv, hier war etwas nicht in Ordnung. Er schloß die Türe und trat überlegend ins Zimmer zurück. War die Gräfin am Ende wohl schon fort, hatte sie sich bereits in Sicherheit gebracht? Die Möglichkeit war nicht von der Hand zu weisen. Aber weshalb waren fast sämtliche Räume beleuchtet? Einer plötzlichen Eingebung folgend, verließ er das Zimmer, stürzte die Treppe hinunter und eilte aus dem Haus. Gleich nebenan lag die Garage. Das Tor war nicht verschlossen. Foi stieß es auf und leuchtete mit der Laterne hinein. Da hatte er die Bescherung. Der Wagen war fort, ebenso die Reisekoffer, die er nachmittags hier gesehen. Er rannte in das Haus zurück und rief neuer-dings nach der Zofe, aber sein Beginnen war ein vergebliches. Niemand antwortete ihm. Das Mädchen hatte die Villa wohl ebenfalls bereits verlassen wie ihre Herren. Und Tilde? Die hellen Tropsen traten auf des Inspektors Stirne und verzweiflungsvoll stürzte er abermals nach dem kleinen Salon. Vielleicht fand sich irgendwo ein kleiner Anhalt, aus dem sich auf die Route der Gräfin schließen ließ. Er eilte auf den Damenschreibtisch zu, der in einer Ecke stand, und griff mit zitternden Fingern nach einem beschriebenen Bogen Papier, der offen und auffällig obenauf lag. Nur einen Blick warf er auf die steilen ener-zischen Schriftstücke, dieselben, die ihm tagszuvor von jenen beiden Karten entgegenstarrt hatten und er wußte, daß das Schreiben ihm galt. „Inspektor!" las er. „Daß Sie ein befähigter Beamter sind, wußte ich, aber daß Sie meine Pläne so unerwartet rasch durchschauen und durchkreuzen würden, ahnte und fürchtete ich eigentlich doch nicht. Nun, mag die Sache ihren Lauf nehmen! Die Würfel find gefallen und Sie tragen selbst die Schuld, wenn sie nicht so rollten, wie es Ihnen wohl angenehm gewesen wäre. Mich werden Sie nie wieder finden und was den Notar betrifft, so fürchte ich nicht, daß er Ihnen nicht zu entgehen wüßte. Miß Hirstdiffe haben wir beide entfühlt, wie. Sie so hübsch errieten. Das ist der einzige Strich, den Sie durch unsere Rechnung, ober zugleich auch durch Ihre eigene gezogen. Sollen wir nicht über das Mädchen verfügen, so sollen Sie es erst recht nicht, galanter Herr Detektiv? Passen Sie wohl aus! In dem Augenblick, da Sie dies lesen, befindet sich Ihre Liebst« gar nicht weit von Ihnen. Ich habe Sie in der Villa zurückgelassen, und zwar lebend und in voller Gesundheit. Ader Sie sollen sich ihrer dennoch nicht freuen und all das. was Sie in der nächsten Viertelstunde werden erleben müssen, sei meine Rache. Und ich denke, die genügt?" Damit schloß das Schreiben. Der Inspektor ließ das Blatt sinken und über-legte. Die Gräfin mußte ihn eigentlich doch nicht für so fähig hallen, wenn sie ihm eine derart plumpe Falle legte. Es lag doch wohl nichts klarer auf der Hand, als daß sie ihn nur veranlassen wollte, das ganze Haus aufs genaueste nach dem Mädchen, das natürlich nicht anwesend war, zu durchforschen, damit sie indessen mit ihrer Beute einen hübschen Vorsprung gewänne. Mit einem höhnischen Auflachen steckte er das Papier zu sich und schickte sich an, das Zimmer zu verlassen. Wenn er auch nicht wußte, wohin sich die Gräfin gewandt, das eine durfte er sicher an-nehmen, noch London war sie nicht. Es blieb also von dieser Richtung aus lediglich die Straße nach Townsfield und in dem kleinen Orte konnte er ja nachfragen, ob niemand den großen dunklen Wagen der Gräfin gesehen. Der Fall lag nicht aussichtslos und er war entschlossen, sogleich mit dem Polizei-auto die Verfolgung aufzunehmen. "7 Maribor Musitstreik der Gastwirte. Die Gast-wirte, Restaurateure und Kaffeesieder unserer Stadt konnten die hohen Mustkabgaben, die unsere G«-meindeverwaltung abforderte, im legten Jahre nur schwer mehr aufbringen. Nun schntt der Finanz-referent der Gemeinde zu einer neuerlichen Erhöhung dieser Abgabe, womit dem Faß der Boden aus-geschlagen wurde. Die Gastwirte streikten einfach. Daran hatte man in unserer Gemeindestube wohl nicht gedacht, daß das Gastgewerbe sich bei uns Breitner jchen Maßnahmen entschlossen widersetzen werde Und doch ist das geschehen. Einem einstim-mig gefaßten Beschluß unserer Gastwirtegenossenschaft zufolge werden mit 1. März in allen Lokalen die musikalischen Darbietungen auf 3 Monate eingijtellt. Um jedoch alle bei der Stange zu halten, wurden unter einem gleichzeitig auch Sanktionen beschlossen, damit den diesem Beschluß etwa zuwiderhandelnden Gastwirten eine rasche und wirksame Strafe zudiktiert werden kann. Jedes Mitglied der Gastwirtegenossenschaft mußte nämlich einen Wechsel auf 5000 Din. rechtmäßig gefertigt, der Genossen schaft übergeben, die laut Beschluß der Vollver sammlnng diesen bereits am Tage der Ueberschrei-tung des Musikoerbvtes beim Gericht einklagen kann. Die ständig engagiert gewesenen Musiker wurden entlassen und sind al» die unschuldigen Opfer der Steuerpolitik unserer Gemeinde zu be-trachten. Der Ausfall, den unser Gemeindesäckel durch den Musikstreik der Gastwirte erleidet, ist mit über 100.000 Din zu beziffern. Die Gastwirte haben als Ersatz für die nun ausfallenden Musikkapellen und Pianisten Schallplattenmufik mit Lautsprecher sowie Radiomusik eingelegt. Was werden die Finanzgewaltigen unserer Gemeinde nun machen, fragt das Publikum. Wahrscheinlich wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als die Steuer zu ermäßigen, in anderen Fall verliert die Ge-meinde die auf rund 100.000 Din im Jahre geichLtzte Einnahme aus diesem Titel überhaupt. War es notwendig, den Bogen zu überspanne^? Hätte man nicht lieber an anderen Orten etwas sparen können? . - Maribor bekommt ein „grohstädtisches Gepräge".....Aus Leserkreisen wird uns ge- schrieben: In der Oeffentlichkeit wird immer wieder über die geplante Ausrottung der Kastanienalleen diskutiert. Die schönen Alleen, die seit Jahrzehnten ein Schmuck unserer Stadt sind, bedeuten aus ein-mal eine Gefährdung der Kanäle und Kabelleitun-gen. auch gehören sie nach Meinung einiger (fk-meindeoäter nicht in ein Großstadtbild hinein, daher weg mit ihnen! Zuerst muß die Allee in der Aleksandrova cesta daran glauben. An deren Stelle soll ein zierlicher „Beserlpark" errichtet werden, mit großen Kandelabern für moderne Beleuchlungs-körper, der Promenadeweg selbst asphaltiert werden! In dieses „großstädtische" Gepräge passen auch herrlich die vielen Wolkenkratzer hinein, die zu beiden Seiten des Boulevards zu sehen sein werden. Ueber dieses „großstädtische" Gepräge werden jedoch nach wie vor sämtliche Winzermädchen mit ihren Milchkörben und Bauernburschen mit Hühnerslcigen am Rücken promenieren, damit das Bild noch „großstädtischer" erscheint..... Der Großteil d« Strk 6 "W Deutsche Zeitung Nummer IS Bevölkerung der Stadt Maribor ist der Meinung, dah es zur Zeit der allgemeinen Krise und Geld-knappheil absolut nicht am Platze ist, für zwecklose „Verschönerungen" der Stadt zu sorgen, wo man das Geld, falls es die Stadtgemeinde im Ueberflusf« hat, wohl nutzbringender anlegen könnte. Mögen einige StadtvÄer einmal nur einen Blick in die ihrer Obsorge anvertraute Realschule werfen, dann wäre ihnen plötzlich klar, daß es viel ver-nünstiger wäre, hier zur Hebung der Hygiene etwas Geld beizutragen. Es ist geradezu ein Skandal, datz in dieser Ammoniakfabrik über Tausend Kinder an ihrer Gesundheit Schaden leiden müssen!..... Petri Heil! Herr Paul Nedogg, der Inhaber der bekannten chemischen Reinigungsanstalt und Färberei ..Triumpf", wollte die letzten Tage der Huchensaison, die bekanntlich am 2». Februar ablief, ausnützen und noch vor Torschluß einen dieser Riesen, die unsere Gewässer bevölkern und das Sehnsuchtsziel jedes einzelnen Petrijüngers bilden, aufs „Trockene" bringen. Aus diesem Grunde begann er Sonntag die Gewässer der Drau alizujtvdci n, Das Glück winkte ihm bereits, denn ein Prachterempl.r hatte unvermutet ange> bissen, aber trotz halbstündiger vorsichtiger „Füh-rung" entkam es im letzten Moment. Von der Leidenschaft einmal ersaht, lieh Herr Nedogg nicht locker und ging am letzten Tage der Huchensaison, am 28. Februar, noch einmal hinaus' um Petri Glück herauszufordern. Da» Glück war ihm hold. Keine 70 Meter oberhalb der Stelle, wo ihn erst Sonntag das Glück vorübergehend verlassen hatte, glückte es ihm. wie es sich bei Besichtigung der Beute gleich erwies, denselben Huchen, ein Pracht-eremplar von 7 Kilogramm, zu erbeuten. Den be> rechtigten Neid aller Petrijünger dürfte jedoch die Nachricht herausfordern, datz der stadtbekannte sponfischer Herr Karl Ussar am Sonntag, dem 26. Februar, nicht weniger al« 4 und am Dien-tag darauf 2 Huchen erbeutete. Wenn man bedenkt, dah jeder Sponfischer fich glücklich schätzt, fall» es ihm gelingt, in einer Huchensaison zwei Eremplare zU erbeuten, so muh man im Falle des Herrn Ussar, der in Fischerkreijen den Ruf eines ebenso ausdvuernden wie routinierten Sportfischers ge-nicht, von einen, ganz besonderen Petri-Glück sprechen. Selbstmord. Am Mittwoch Nachmittag um 4 Uhr vernahmen Angestellte der Narodna banka einen dumpfen Knall. Die vorgenommene Nachschau ergab akbald. dah sich der 42- jährige Bankdiener Zslfob o. im Anstandsort durch einen Revoloerschuh in die Schläfe entleibt hatte. Der am Tatort er schienen« Polizeiarzt und Herr Polizeirat Cajnko ordneten die Ueberführung der Leiche in die Toten-kammer an. Das Motiv der Tat ist nicht bekannt. Ptuj Faustaufführung. Die hiesige Oitsgruppe des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes wird am Samstage dem 11. März, im Vereinshaus mit dem Beginn um 7 Uhr abend« 9 Bilder aus Goethes Faust, f. Teil ausführen. Sine Anleihe von l Million Din hat die Sladtgemcinde für den Bau der Wasserleitung und Kanalisation bti der Pensionsanstatt in ßjtib ljana aufgenommen. Die Verwilderung der ländlichen Zugend liefert leider nur allzuviel« traurige Bilder. Messerstechereien au» blohem Uebermut sind an der lagesordnung. So erschienen am 27. Februar abends bei einer Faschingsunterhaltung, die der Besitzer Peter Cvetko in Nova vas bei So. Marko veranstaltet hatte, gegen Mitternacht als ungeladen« Gäste mehrere Burschen aus dem Dorf Stojnci. Dir angenehmen Herren marschierten mit offenen Messern auf und tanzten mit den anwesenden Frauen. Nach dem Tanz stieh einer der Burschen dem 32 jährigen Besitzerssohn Franz Meznaric kurzweg sein Messer in die linke Brustseite. Der Schwerverwundete wurde ins Spital nach Ptuj überführt, wo er bald nach der Einlieferung starb. Die Gerichte sollten gegen die ländlichen Messer-stecher wirklich nur mit drakonischen Strafen vorgehen! Slovenska Bistrica Das „Rottreuz'»Tonkino bringt heute Sonn-tag die deutsche Militärionfilmhumoreske „Pfeifen-deckel Kaczmarek" mit Fritz Schulz, Ralph Arthur Roberts. Lucie Englisch. Maly Delschast, Bertha Oftyn, Fritz Spira, Ernst Behmer u. a. zur Vorführung. — Nächsten Sonntag „D i e Faschingsfe e". (Siehe Konjice) Vorher stets Tonwochenschau nebst Beiprogramm. konjice Das „Rotkreuz-Tonkino". Morgen Montag „Pfeifendecke! Kaczmarek". (siehe Sloo. Bistrica). Nächste« Samstag die deutsche Ton-filmoperette „Die Faschingsfee", nach dem gleichnamigen Werke Emmerich Kaimans, mit Szc^ke Szakall, Anny Ahlers, Ernst Verebes, Waller Jansen u. a. Vorher stet» Tonwochen-jchau nebst Beiprogramm. Sport Sprungkonturrenz der Springer von Celje. Der Skiklub, dessen hervorragende Tätigtest wir im Laufe des heurigen Winters mi Genüge kennengelernt haben, bringt uns zum Abschluß der Wintersaison — hoffentlich gibt es auch noch Schnee am März eine Sprungkonkurrenz der Springer von Celje. dessen Sieger den Titel „Meister von Celje" im Skispringen erhält. Das Springen findet auf der Dr. Julius Kugy-Schanze in Lisce (Petricek) um 2 Uhr nachmittags statt. Das Training ist schon im vollen Gange, so dak recht gute Resultate erreicht werden dürften. Die (schanze selbst ist im vorzüglichsten Zustande und erlaubt derzeit Sprünae bis 35 Meter. Der weiteste Sprung auf der Schanze gelang bisher Herrn Arne Guttormsen mit 32 Metern, unter Berücksichtigung der denkbar schlechtesten Schneeverhältnisse, die beim Eröffnung»-springen herrschten, eine respektable Leistung. Nach Aussage von Herrn Guttormsen, welcher al» Fach- mann auf diesem Gebiete gelten darf, ist die Sprungschanze in Lisce sowohl hinsichtlich ihrer Loge als auch da technischen Ausführung besser als die Schanze in Marivor. Herr Ing. Weih, welcher die Schanze erbaute und oft mit eigenen " Händen bei der Arbeit Zugriff, hat sich wirklich außerordentliche Mühe gegeben und etwas ganz Hervorragendes geleistet, wofür wir rhm aus vollem Herzen dankbar find. Am gleichen Tage findet das I u n i o r l a u f e n über H km und das Damenlaufen über 4 km statt. Das Juniorlaufen ist offen — nur für Klub-Mitglieder im Alter von 14-18 Jahren. Da, Damenlaufen für alle jene Damen, welche einem Verein angehören, der beim jugosl. Wintersport-verband eingegliedert ist. ohne Rücksicht daraus, ob sie verifiziert sind oder nicht. Ätenngeld ö Din. Das Juniorlaufen beginnt um ll) Uhr vormittags, das Damenlaufen um ll Uhr vormittags. Weiters hat die Vereinsleitung beschlossen. dah Kinder-wettlausen mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit ebenfalls ^>n diesem Tage, und zwar um 4l/» Uhr nachmittags abzuhalten. Dieser AVlrfauf ist nur als Abfahrtslaus gedacht und geht über eine Strecke von 2 km. Die Kinder werden in zwei Kategorien von 8 10 und 10 14 Jahren eingeteilt. Dieser Lauf ist offen nur für Kinder v»n Klubmitgliedern. Der 5. März wird also voraus-sichtlich für das sportliche Leben von Celj.' wieder etwas Interessantes bringen, zumal wir auch Ge-legenheit haben werden, das sogenannte „schwach« Geschlecht", welches gerade beim Skilauf bewiesen hat. dah es gar nicht so schwach ist. im Wetttampf zu sehen. Villeicht findet sich unt«r unseren Damen eine versteckte Ing« Lantscher. An Energie werden sie es ihr wohl nicht nachgeben. Die Sieger» eh rung und Preis Verteilung für alle Konkurenzen findet im Gafthof Petrtiel statt. Nach der Preisverteilung gemütliches Beifamensein bei Radiokonzert. • e •, Wallfahrtsort bei Celje ist «in schönes Baus tu verpachten. Zwei »chöno geräumige Wohnungen (6 Zimmer), Küche und Koller, elektr. Licht, Wasserleitung (gutes Trinkwasser. schöner Garten, Stellungen, Bienenzucht. An der Bexirkustrate in nftehster Nähe des Bahnhofe« gelegen. Adresse in der Verwltg. d. Bl. 37S08 Erteile gründlichen Unterricht in der deutschen Sprache Celje, Oaberje, TovuniSka ulica 5. naannnionnona Metilo erhalten Sie von der ersten Hand waggonweise zum Böreentagesprei*. wenn 8t« eine Pottkarte an die Adresse A. Wessal. Hotel Miklie, Ljubljana, schreib*« äh(icntüiMi, trrautflebn und Schrift!?«»: stranz Schauer»m tteljt. — Druck nnfi Verlag: SBmtii'ba^öntderti „ttdrja" in dtlj« ("Wt du Druckerei verantwortlich: Auido Cchidlo w Celje.