Etbliftltitung: M«ttz »»«gaffe Kr. S. *t. »I, taitmtaa. UlliUulK : Täglich im. werde» »tcht llMwtt nt, namlilf «ii» nat tiHiMjunien «ant dir »ctimIiium ttgni toc«mM de, bifltafl fcÄ* rftlUni ü«tf u>tfn cmgegc». MBUka^Iungcn $rd*-»ochlatz. Ml W°»I- crlOxiKt «tu in» e*m, Berwaltmig: Rattza»«gaff« Nr. 6. XtlmMi Hz. 21, lmrrortai v«,ug«dedi»iu-l>e» Xurit Me V»S »»>«»«>: Vt«r,eIM»i, . . . K S-M H»!»ji>bn, . . . . K « M •amlä^tia . . • . K lfM »ii. 3 i 11 t mit Asftell»», IM Hon« ! W»R0tU4 . . . . K 11# StettoUatori« ...«» — ÄaltiUlcig S«itU«l»ij . . . . K 11!— gilt« Eallant sich W« ist J(«:i »» «ichtdcrc» •tnQcIritcct StiaucnmiM ,-Heil bt« |Ut Btbtfteaimj Pc. 41 Mi, Wittwoch, den 21. Mai 1913 88. Jahrgang. Der nutionalr Kampf in ^lnlersteirrmark. Die slowenischnationale Partei deS Unterlandes hält demnächst in Marburg einen Parteitag ab. Die Berichte, die bei diesem Parteitage den Anhängern ker slowenischliberalen Partei werden erstattet wer» den (innen, dürften sehr düster gefärbt sein, so daß „StoocnSCi Narod" vom 17. d. es schon heute für n«!wendig erachtet, die geehrten Parteigenossen ein veuig vorzubereiten auf jenes Programm der Resig-lation, auf das die slowenischliberale Partei auch in Untersttiermark infolge der großen Erfolglosigkeit ihrer Bestrebungen sich zurückgezogen hat. Die AuS-führungen klingen so pessimistisch, alS ob man unS Deutsche damit einlullen wollte, während wir in Wahrheit allen Grund haben, unerschütterlich, mit Rufgebot aller Kräfte, aus den gewählten Kamps« Urnen fortzuarbeiten und in dem Bewußtsein, daß imitte Position in den letzten Jahren fester gewor-tat ist, nicht nur daS Bestehende zu erhalten und in schützen, sondern erobernd weitere Ringe zu zie-hen, um unsere völkischen Kampfplätze und unsere zarize Kraft aus jene einsam hinauSgestellten Inseln zv verlegen, die von der slawischen Brandung »och im«» schwer zu leiden haben. „SlovenSki Narod" spricht zwar davon, daß die Slowenen UntersteiermarkS nicht nur im Schul» «esen, in der Staats« und LandeSverwaltung, jon-dem überall im wirtschaftlichen und sozialen Leben „die eiserne Faust deS vordringenden aber hoffnungslos sich wehrenden Deutschtums zu fühlen bekom« wen." Allerdings meint der Cillier Politiker, der in Z)ie Mütter. Bon K. Echönherr. Die Törlerin in der Unlerstraß — die meisten Dörfer im Oberinntel scheiden sich in Ober- und Unlerstraß — tut recht und schlecht ihre Arbeit wie die anderen im Dorse, kehrt, scheuert, sät Feld und Garte», waS halt der Tag so bringt. Nur wenn die Schule an« ist und die Buben wie eine wilde Horde durch die Unterstraß tollen, reißt sie der Schluchze». Ihr einziges Bübel, der Seppele, wär nächstes Jahr auch mit unter den tollenden Schulbuben ge-rodenaber ist vor einer Woche in dem Jnu er-trunken; beim ersten Wehrsporn, keine 30 Schritte unterhalb der neuen eisernen Telsserbrücke. Heraus-gefischt haben sie ihn erst in Flaurling, da wo der Sauzbsuch einmündet. Alfo braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Törlerin abends, nach getaner Arbeit, mit einen richtigen Kummerbuckel vor der HauStür sitzt und ms keinen Gruß oder Anruf hört. Nur dann und wann tastet sie mit den harten ArbeitSsingern wie von ungefähr nach der schwarzen Kotze auf der Hausbank; streichelt ihr mitleidig über das Fell und murmelte: „Armes Biech, hast auch deine Jungen wrtoi«t'.?" Die schwarze Muinz ist Schuld an Seppls lod. Hätte sie keine Jungen gekriegt, dann tollte das Törlerbübl nächsten Winter mitten in der lusti-gen Schulbubcnhordc durch die Unterstraß. *) Aus dem bei L. Staackmann in Leipzig erschienenen Puch Karl TchönherrS: AuS meinem Merkbuch. dem Laibacher liberale» Blatte daS Wort ergreift, daß in spätestens zwei Jahrzehnten die Entscheidung im nationalen Kampfe in Untersteiermark fallen werde, die Entscheidung, „ob es den Deutschen ge-fingen wird, derartige kräftige Positionen in diesem schönen, seit uralten Zeiten von den Slowenen be-wohntem Lande zu gewinnen, daß jeder Kampf und jede Abwehr gegen die deutsche Uebermacht vergeb-lich sein wird, oder ob die deutschen Pläne, die halbe Million steirischer Slowenen zu germanisieren, in» Wasser fallen wird." Die Herren Slowenen haben eS offenbar sehr eilig. Wir sind überzeugt, daß sich in einem so kurzen Zeitraume das Geschick der untersteirischen Slowenen und auch da« der Deutschen nicht vollziehen wird, und möchten dabei nur daS eine feststellen, daß eine Eroberung deS flachen LandeS in Untersteiermal k, das jetzt von den Slowenen bewohnt wird, wohl kaum die Aufgabe einer ernsten Politik sein könnte, und daß wir Erfolge auf völkischem Gebiete nur in jenem völkischen Schutzkampfe erblicken können, der mit der Festigung und Erhaltung der Sprachinseln und der Sprachgrenze seine Hauptaufgabe erfüllt. Aus diesem Gebiete haben wir zweifellos schon Er» folge erzielt und eS ist gar nicht nötig, sich von den stark übertriebenen Schilderungen des ^SlovenSki Narod* ein Bild dieser Erfolge zu machen. „Narod" stellt die Tätigkeit der Regierung namentlich bei Besetzung von Beamtenstellen als eine geradezu germanisatonsche hin, als eine Tätigkeit, die sich in den Dienst der deutschen Besiedlung«-Politik stellt. „Narod" schildert mit brennenden Far-den die Erfolge der deutschen Schulpolitik, die Ueber-säung des Unterlandes mit deutschen Schulen und Ist es zu glauben, daß die Törlerin jetzt daS Unglückstier noch mitleidig streichelt. Aber die Dinge haben ihre Zusammenhänge; laßt mich nur erzählen! Die alte Katz hat Junge gehabt — Siebne, achte, neune. DaS letzte hat kein Schwänzle gehabt — Sieht man hinten eini. Nun, so furchtbar, wie in diesem alten Tiroler« gesätzlein ist die Gegend in der Unterstraß gerade nicht. Die Törler Muinz hatte nur sünf Junge; vier schwarzweiße und eine Tigerkätzlein. Neun hät-ten in den Filzhut unter dem Dache Platz gehabt. Aber dafür hatte jedes, auch das letzte fein Schwänz« lein mitbekommen, und warme, glatte Pelzchen und seidene Pfötche», und kugelrunde Köpflein und blin-zelnde Aeuglein und rosige Mäulchen. Kleinwinzige Schnurrbärtchcn hatten sie auch schon. Der sechzehn-jährige Schmiedjunge vom Nachbarhaus, der immer an der Lippe zupfte und strich, wäre froh gewesen, hätte er doch so ein Katzenbärtchen unter der Nase gehabt. So lebte die Katzenmutter unter dem Dache ihrer Mutterfreuden. Kein eifersüchtiger schwarzer Katzenvater störte den tiefen Frieden; niemand fragte, wie „man" etwa da mitten unter den vier schwarz-weißen zu dem Tigerlein gekommen. Die alte leckte die Jungen; fegte sie und pflegte sie mit Liebe; schleckte ihnen die Börftlein; putzte ihnen die Aeuglein rein, nahm bald daS eine, bald das andere zwischen die Zähne und trug sie abwech-selnd herum, damit sie auch trocken würden und nicht zu lange ans demselben Fleck liegen mußten. Denn da wird man wund. alS Hauptsaktor des Deutschtums im Unterlande be, zeichnet er die deutsche Wirtschaftskraft und die ge-schlosfene kulturelle Arbeit des untersteirischen Deutsch-tumS, sowie die politische Einigkeit und Geschlossen-heit desselben. Dem gegenüber findet er, daß die Slowenen infolge des Uebe« wuchernS des Klerika« liSmu« zerrissen und ohne feste Führung seien. Der Kreuzzug, den die Liberalen nach den Ereignissen deS JahreS 1908 gegen daS Deutschtum im Unter« lande zu predigen begannen, sei durch den Oppor» tunismuS der klerikalen Machthaber in Marburg zunichte geworden. Die liberale Aufklärungsarbeit fei untergraben, die alten liberalen Geldinstitute durch klerikale Neugründungen geschwächt und da-durch sei die so notwendige Konzentration des slo» wenischen Kapitals aufgehoben und ein großer Teil deS untersteirischen slowenischen Kapitals außer Lan-deS, das ist nach Krain geblacht worden, wo eS un-sicheren Händen anvertraut sei. Narod meint in seinem Pessimismus, der daS letzte Stündlein der Slowenen UntersteiermarkS schlagen hört, daß die Deutschen sich mit einer Form deS TrialiSmuS abfinden wollten, der Krain dem trialistischen Gebilde überlasse, Untersteiermark und Südkärnlen aber für Deutschösterreich reklamiere. Wir wüßten nicht, welcher verantwortliche deutsche Politiker mit einem solchen Plane einverstanden wäre, der daS Deutschtum in Krain und im Kästenlande so ohne weiterS preisgeben müßte. Die einzige Rettung erblicken die slowenischlibe« ralen Politiker deS Unterlandes in einer Konsolidie« rung der südslawischen Abgeordneten des Parlamen« tes durch Aufstellung einheitlicher Grundsätze im Üampse gegen die Deutschen und gegen die Regie- Seitdem die kleinen „Muinzerln" da waren, wollte daS kleine Törlerbübl von dem großen höl« zernen „Hutschpserd" nichts mehr wissen. Nur mit den warmen lebendigen „Muinzerln" wollte er spie-len. Bor dem Essen, nach dem Essen .... früh und spät.....immer saß er im Unterdach nebe» dem alten Filzbrut und balgte sich dann mit der Katzeubrut. Die alte Muinz sah vergnüglich schurrend dem Spiel der Jungen zu. Wenn es die kleinen Plage-geister — der Knabe nicht ausgenommen — gerade durchaus habeil wollten, spielte sie ihnen zum Gau-dium auch noch den Hanswurst vor. Warf sich aus den Rücken, purzelte, strampelte, wälzte sich nach rechts und link«: streckte sogar — bar jeder Mutterwürde — die Beine kerzengerade in die Höhe. Wollte aber eines der Jungen diese Hanswurst« stellung der Mutter ausnützen und eiligst durch-brennen, da hatte der Spaß sein Ende. Frau Muinz war mit einem Satze auf den Füßen, haschte den Ausreißer mit den gähnen und trug ihn in das Nest zurück. Wenn sie auch den Hanswnrst spielte, die Augen ließ sie darum keinen Augenblick von den Jungen. Mochte sie sich wälzen oder strecken oder zu einer Kugel zusammenrollen — ihre Augen zählten in den drolligsten Körperlagen: zwei . . . vier . . . fünf . . . Da kam einmal die Törlerin den Boden her-aufgestiegen. Gebückt schlich sie unter dem Dach« sparren dem Neste zu. „Muetter . . . setz' di zu unS l DarftS mit-spielen," sagte daS Bübl. Die Mutter aber sah gar nicht aus, als ob sie spielen wollte. Seite 2 piunu\t Nummer 41 rung. Sie haben wenig Hoffnung, daß die« gelingen wird. Wir können aber nur die eine Erfahrung hier zum Ausdruck bringen, daß in dem Kampfe gegen das Slawentum die Deutfchen auS de., Parteiungen der Gegner bisher n»ch keinen Vorteil gezogen haben und daß kn der entscheidenden Stunde die feindlichen flämischen Brüder immer mit vereinten Kräften gegen daS verhaßte Deutschtum vorgehen. Die slowenischliderale Partei hat nach den pro-grammatischen Ausführungen deS „Slovenski Narod die Absicht aufgegeben, eine aktive Politik zu betreiben. Sie beschränkt sich auf die nationale Re-volutionierung der slowenischen Volksgenosse, um sie dadurch zur geschlossenen Abwehr gegen das Deutschtum in allen kulturellen nnd wirtschaftlichen Belangen zu erziehen. Sie wollen die Borhut bilden, und mit den fanatisierten Massen kann dann der slowenische Klerikalismus zum EntscheidungSkampse gegen daS Deutschtum vorwärts gehen. Wir aber sagen, ein Kamps der Unfreiheit gegen den freiheitlichen Gedanken kann ebenso wenig Aussicht aus den Erfolg bieten al« jener künstliche Kamps gegen die organische Gestaltung der Wirt-fchaftlichen Kräfte, gegen jenes gesunde Auseinander-angewiesensein, daS in wirtschaftlicher Beziehung zwischen dem deutschen Bürgertum, dem deutschen Handels- und Gcwerbestande und den slowenischen Landwirten besteht, ein gegenseitiges Verhältnis, bei den d>'e beiderseitigen Vorteile und Nachteil« sich eben die Wage halten und bei dem jede Berrückung deS na'ürlichen Kräfteverhältnisses dem angreifenden Teile geradeso schwere Wunden schlagen muß, wie dem Angegriffenen. Hätte die flowenischliberale Partei die Fähig- keit, in ihrem Volke wirkliche Rulturwerte zu schaf-fen, dann könnte sie uns gefährlich werde». Solange sie aber mit der Fanatisierung arbeitet, mit der sie bei der großen Masse des wirtschaftlich kämpfcnden Volkes kein Verständnis findet, solange bleiben ihre Versuche vergängliche Erscheinungen des politischen Alltags, in dem er Desperado eine heitere Figur bildet. Die auswärtige Alge nnd das Abgeordnetenhaus. DaS Haus ist geöffnet, die Volksboten sind eingezogen und nehmen die gewohnten Plätze ein. Damit ist aber auch wiederum eine böse Zeit ge- kommen. Die Regierung muß gesaßt sein, in die ärgsten Verlegenheiten zu geraten, durch das, was die erwählten Vertreter der österreichischen Völker nunmehr unter dem Schutze der Immunität und dank der rückständigsten aller Geschäftsordnungen, im Reichsrate vorzubringen belieben werden. Einen Vorgeschmack hat man ja gleich in der ersten Sitzung erhalten. Von einer Debatte konnte nicht gesprochen werden, die Senioren haben ja erst noch darüber zu beraten, waS in den nächsten Sitzungen eigentlich aus die Tagesordnung zu setzen sein wird. Man hat sich allerdings den Kopf zerbrochen, wie es möglich wäre, dem allgemeinen Wunsche so ziem-lich aller Parteien Rechnung zu tragen und die Gelegenheit zu einer Aussprache über die durch die Balkanereignisse geschasfene Lage zu bieten. Die Regierung war dazu, wenn auch widerwillig, be-reit. Sie mußte sich ja als der verantwortliche Teil in diesem Falle sagen, daß kein Boden so ungünstig ist zur Erörterung der auswärtigen Lage, als wie gerade das österreichische Abgeordnetenhaus. Endlich ist man schlüssig geworden und eS wird die erste Lesung des Budgetprovisoriums den Anlaß geben zu der erwarteten „großen Debatte", die, wenn sie beendet sein wird, recht, recht kleinlich erscheinen wird. Das kann man jetzt schon voraussagen. Und trotzdem können einzelne Herren Volksvertreter es bis dahin nicht mehr aushalte». So hat ein kroatischer Abgeordneter gleich die erste Sitzung benützt, um in Form einer der be-liebten Ansragen an den Präsidenten, die den größten parlamentarischen Unfug darstellen, den man sich denken kann, aber der eben deswegen eine ständige Einrichtung im österreichischen Parlamente geworden ist, eine Lobeshymne gerade auf jenen Herrscher im Balkangebiete zn halte», der durch sein halsstarriges Vorgehen Oesterreich am meisten herausgesordert hat, der in der Verhöhnung der österreichisch-ungari' schcn Monarchie Unglaubliches geleistet hat. Ab-geordneter Biankini verlangte, daß man dem Ve-Herrscher der schwarzen Berge ein Denkmal in Wien setze. Die Wortentziehung hat nichis genützt. Unter dem jubelnden Beisalle seiner Stammesgenossen und der Tschechen sprach er weiter. DaS ist wohl eine genügende Probe für das, was man zu erwarten hat, wenn die «große Debatte" über die auswärtige Lage erst beginnen wird. — Eine österreichische Regierung muß wirklich ihr Parlament fürchten. DaS ist aber nicht in dem Sinne zu verstehen, daß hier ernste, strenge Kritik geübt wird, daß man Regie-rungSmaßnahmen unter die scharfe Lupe nimmt und aus Grund sachlicher Prüfung beurteilt und dadurch der Regierung unangenehm wird. Die Furcht vor dem Parlamente hat hier ganz andere Ursachen. DaS Beispiel deS Herrn Abgeordneten Biankini ge-ni»g«, um zu zeigen, weshalb man gerade in kriti-schcn Zeiten in Oesterreich daS Parlament am aller wenigsten brauchen kann. Aber nicht bloß das. Es haben ja auch sonst ernst zu nehmende Politiker, Abgeordnete, die wenigsten« in der Haltung jux jetzigen auswärtigen politischen Lage für sich da» Zeugnis in Anspruch nehmen können, den staatS-männischen Teil der österreichischen Volksvertretung darzustellen, gleich die erste Sitzung benützt, um ihre kindlich naive Auffassung und Beurteilung gewisser politischer Vorgänge dokumentarisch zu bekunden. Auch das geht in dasselbe Kapitel und beweist, wie schwach unser Parlament ist und wie recht jene haben, die sich sagen: so gerne man in andereil Reichen eine Volksvertretung gerade in kritischer Zeit an der Seite der Regierung sieht, eine Volks-Vertretung, die bereit ist, die ernsten Maßnahmen der Regierung und der Kriegsgewalt mit ihrer Zu- stimmuug zu bekräftigen, muß_man gerade in Oesterreich das Parlament bei Seite schieben und sich mit der Regierung allein begnügen, da die Volksvertretung das ungeeignetste Instrument ist, um eine auswärtige Politik zu unterstützen, u»l> noch ungeeigneter ist, um eine etwaige verfehlte auS-wärtige Politik richtig zu beurteilen, einzuschätzen oder gar auf andere Bahnen zu lenken. ..Die Alte mag bleiben!" murmelte sie vor sich hin. «Ist eine gute Mauserin immer gewesen! Aber die junge Brüt muß fort . . . in« Wasser!" Das Büblein wollte es für einen Spaß nehmen, aber die Mutter machte so ernste Augen und sah gar nicht drein, als ob sie spaßen wollte. Sie trug vorerst die Alte von den Jungen weg und sperrte sie in die Dachkammer nebenan. Dann nahm sie einen leeren braunen Salzsack her-v«r, den sie bisher unter der Schürze versteckt ge-halten hatte. Griff mit den harten Fingern die Iunaen und stopfte sie in den Sack hinein. Zwei - drei - vier - fünf! Da mußte der Seppele weinen: „Na . . . . Muetter! Die Mninzeln, die laß i net weg!" Aber die Mutter wollte e«; und so ein drei-käsehohes Bübel hat nichts zu reden. Sie band den Sack so sest zu und ging damit fort zum reißenden Jnn. „Beim ersten Sporn unter der eisernen Brück n wirf i sie!" . Neben ihr her trippelte weinend der Junge: „Muetter, na! I laß sie net weg . . ., die Muin> .elenMit was soll ich nachher spielen?" „Womit du früher gespielt hast! Spiel du mit dein Hutschepserdl !" ..I mag nit, Muetter! Nie mehr mag ich Hutschepserdl spielen!" Die Törlerin hörte nicht ans daS Bübl; ging immerzu weiter, zum reißenden Jnn. Neben ihr trippelte der Junge; betastete immer und immer wieder mit den kleinen Fingern den Sack Wenn ex durch das grobe Gewebe hindurch gar so deutlich dielen weichen Pfötchen, Schweiflein politische Rundschau. „gum aufgesessenen Kramladen." In einem tschechischen Fachblatt schreibt e» Sparkassenbeamter über die Mißwirtschaft in der Zentralbank tschechischer Sparkassen: „Als die erste» HiobSposten von der Mißwirschaft der „Sporobank»'' (Zentralbank der tschechischen Sparkassen! in die Oefsentlichkeit drangen, die Nachricht nämlich von Reifseisenkassen in der Bukowina, von der über-mäßigen Kreditgewährung an die Hernychsabrike«, vom gewaltigen Run aus die Sporobank mit einer Entnahme von über 4V Millionen Kronen, da hatte» wir alle den Eindruck, daß die Mißwirtschaft i» der Sporobank nicht besser wäre, wie die trüben 5er < Hältnisse in der Semiler Sparkasse. ES hätten diese Herren, welche daS Geld im ganzen Lande zusa« menscharren ließen, dieses mit umso größerer «vrz fält schützen sollen, weil bei den tschechischen Unternehmungen ein Bankerott den anderen jagt und die Asfäre Sporobank hat uns trotz aller optimistischer Schilderung:« unseres Fortschrittes um gut zehv Jahre wieder zurückgeworfen. Die ganze tschechische Oeffentlichkeit erwartete, daß die unterschiedliche? srühereu Mitglied« des Verwaltungsrates resigniern werden, indes eben diese Mitglieder des Vermal-tungsrateS, welche schon lange daS Vertrauen der Aktionäre einbüßten, haben gerade jetzt ihr iveitei Gewissen damit bekundet, daß sie Oberdirekior Patek gleichsam eine Ministerpensiou in der Höh« von 15.000 K zuerkannten, wohl wegen der großen Ser> und rundlichen Köpfiein fühlte, dann schluchzte er laut auf. „Bist halt ein dummes Seppele." sagte die Mutter. „Hast nie g'hört . . . junge Katzen der säuft man!" Die Katzenmutter saß daheim auf der Dachluke und schrie; geradeso, als hätte man ihr die Zungen genommen. Lange maß sie mit entsetzten Augen die Tiefe, dann wagte sie den Sprung vom Hausdach auf daS Scheunendach; von da über Breltergerüm-pel und Sparrenwerk aus den Boden; und eilte in langen Sätzen auch ihren Jungen nach. War sie eben auch nur eine Katzenmutter, eine Mutter war sie doch. Aber die Törlerin stand schon aus dem Wehr-sporn und wars sie in den reißenden Jnn. — Der Seppele weinte, daß ihn der Bock stieß; Naschen, Augen und Wangen — war alles eine Nässe. ... »Dummer Bub! Hast nie g'hört, junge Katzen dersäuft man!" Die Katzenmutter lief am User aus und ab und miaute kläglich; geradeso, als hätte man ihre Jungen ins Wasser geworseu. Ihr Geraunze ging dem Knaben noch mehr ans Herz. Die Muinz war immer so gut mit ihm gewesen, alS wäre er ihr Sechstes: hatte ihm vorgeschnnrrt und mit ihm ge-spielt, so gut wie mit den anderen Fünfen. Dort trieb der Sack ganz nahe dem User. Der Junge wollte ihn haschen, denn er liebte die Kätzchen mehr als sein Leben. Lies eilends den Sporn hinab. Den Sack erhäschte er nicht, aber ihn hatte das Wasser. Schrie da die Mutter: „Seppele, gehst her da? Aus der Stell!' Aber der Jnn hatte ihn schon, den Seppele. und ließ ihn nicht mehr aus. Spülte ihn neben bat Sack in die Strömung. „Seppele, Leut, helst! Mein Seppele! So:l im Himmel, hils du . . 1 Aber so schnell waren Leute nicht zur Stelle; und Gott wollte heute nicht. Er riß und kreiselte sie pfeilschnell im Wirbel herum ... alle Sechse. Die fünf im Sack komile« sich nicht rühren; aber der Sechste trieb frei. Rnkle ein paarmal die Arme au« dem Wasser und ries im Wassertriebe: „Muetter o .. . Muetter o ...!" Die anderen Fünf konnten nicht schreien. Nur der Salzsack bauchte sich aus und sank wieder ein, je nachdem sich die fünf .Muinzerln" in Todesangst streckten oder krümmten. Die beiden Mütter liefen verzweifelt am vier auf und nieder. Die eine schrie: „Seppele . . . mein Bubi Die andere machte nur: „Miau ... miau ... miau . . ." Wahrscheinlich meinte sie damit auch ihre fin? kleinen Jungen. Bis Leute kamen, sah man von den sech,e* weit und breit nichis mehr. Trieben schon gegen Flaurling hinab . . . Seitdem sitzt die Törlerin abend« nach getaner Arbeit aus der Bank vor der Haustür; neben chr verschnnrrt die Muinz ihren Katzenkummer. !>e Törlerin hört aus keinen Gruß oder Änrus. Strei. chelt nur dann und wann der alten Muinz mitleidig über daS Fell: „Armes Viech; hast auch deine Jungen verloren!" Nummer 41 dienst« um die Bank, und endlich diesen Meister in den Verwaltungsrat kooptierten, um so die Sporo-dank um den letzten Rest der Sympathie in der tschechischen Öffentlichkeit zu bringen. WaS die Er-richlung zahlreicher Zweiganstallcn betrifft, wurden diese nicht zuletzt darum errich!et, um die Sehnsucht vieler Personen nach Mandaten im VerwaltungSrat zu befriedigen. Die SekuritaS, die aus dem Geld der Sporobank erhalten wird, zahlt Dividende, die Bohemia zahlt Dividende, der Verwaltungsrat ver-braucht die Kleinigkeit von 136.000 K, die Reise-diiten betrugen 45.000 K und nun srage ich: Wenn für Regie 2,000.000 K verausgabt werden, kaun da auch auf die Aktionäre eine Dividende entfallen? Wenn diese Wirtschast so weitergehen wird, wie sie eben nicht gehen sollte, dann wird es besser sein, mit nehmen die stolze Firma Ustredni banka ces« kych sporitelen (Zentralbank böhmischer Sparkassen) herab und ersetzen dieselbe durch die Firma: »Zum ausgesessenen Kramladen." gehn Jahre deutscher Volksrat in Böhmen. Aus Reichenberg wird unter dem 16. d. be-richtet: Unter großer Beteiligung aus ganz Deutsch-bvhmen fand heute im RathauSsaale die zehnte Jahresversammlung deS Deutschen BolkSratS in Böhmen statt. Unter den Erschienenen befanden sich unter anderen die Abgeordneten Dr. Schreiner, Dr. Lodgman, Knirsch, Fahrner, Dr. Turmwald, Re-gierungSrai Hartel, Dr. Schücker, Kirchhoff und Dr. Jäger. Beim gestrigen BegrüßungSabend im BolkSgarten begrüßte Bürgermeister Dr. Bayer die Erschienenen namens der Stadt. Der Obmann des Teutschen Volksrates Dr. Titta besprach den Ab-bruch der deutsch-tschechischen AuSgleichSverhandlun-gen und verwies auf die allgemeine Befriedigung, welche die Kundgebung der deutschböhmischen Abgeordneten in der Bevölkerung DeutschböhmenS auS-gelöst hat. Die Verhandlungen haben ergeben, daß die Tschechen keinen ehrlichen nationalen Frieden wünschen; im Falle der Wiederaufnahme der Ver-Handlungen werden die deutschen Abgeordneten auch fernerhin mit aller Energie für die Forderungen der Deutschen in Böhmen eintreten. Bei geschlosse-nem und einigem Vorgehen könne der endliche Er-folg des Kampfe» nicht zweifelhaft sein. Der Deut-sche Volksrat werde in diesem Sinne weiter ar-beiten. Dem Beispiele in Böhmen folgend, haben sich auch in den anderen Kronländern Volksräte ge-bildet; sobald dieS in allen Ländern der Fall sein wird, werde der Augenblick gekommen sein, alle diese Körperschaften zusammenzufassen, um gemeinsam für die nationalen und wirtschaftlichen Interessen des deutschen Volkes in Oesterreich zu arbeiten. Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Heil aus da» deutsche Volk. Abgeordneter Regierungsrat Hartel schilderte die letzten AuSgleichSverhandlungen und das intransigente Vorgehen der Tschechen, wo-durch eine, wenn auch eng umgrenzte Landtags-seision im Interesse der Lehrerschaft vereitelt wurde. Abgeordneter Dr. von Lodgman sprach namens des Deutschen Nationalverbandes, der in der Unter-stutzung der Deutschen in Böhmen solidarisch ist. Der vom Sekretär Ehrlich erstattete Tätigkeitsbericht wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand ein-heilig wiedergewählt. Abgeordneter Dr. Schreiner «rwiei auf den großen Nutzen des gemeinsamen Borgehen« der deulschböhmischen Abgeordneten mit dem Deutschen VolkSrate. Aus Stadt und Land. Cillier Gemeinderat. Am Freitag den 23. d. um 5 Uhr nachmittags findet eine ordentliche öffentliche Gemeindeausschuß-fitzung mit der folgenden Tagesordnung statt: Mitteilung der Einkäufe. Bericht deS RechtSauSschusseS über die Eingaben um Zuerkennung deS HeimatsrechteS in der Stadt lilli aus Grund deS 10jährigen freiwilligen und un-unterbrochenen Aufenthaltes betreffend: den Arbeiter Aloi« Obrefa, die Köchin Julie Krafchoutz, die In» vohnerin Maria Tschatter, den Lebzelter Josef Ra> dosch und den Kutscher Jakob Petek. Bericht des UnterrichtSausfchuste» über die Ein' zabe wegen Abhaltung der „Volkstümlichen Univer-fitätsvorträge" im Jahre 1913. Berichte des BauausschusseS über daS Baugesuch der Gemeinnützigen Ban- und WohnungSgenofsen-schaft in Eilli, einen Amtsvortrag wegen Herstellung Lettische WachL eines Kanales für daS Villenviertel in Langenkeld und die Eingabe des Dr. Georg Hrafchowetz in Baufachen. Berichte des Finanzausschusses über: 1. das Ansuchen des Deutschen Sludenten-KrankenverelneS in Graz um Bewilligung eines Beitrages; 2. da» Ansuchen deS HauSfrauenschulvereineS in Eilli um Ueberlassung deS GuteS „Unterlahnhof" zur Errich-tung emeS Mädchenheimes; 3. das Ansuchen des Deutschen Kinderfürforge- und Waisenhausvereines in Eilli um Ueberlassung von Räumlichkeiten im städtischen Hause 2 Seilergasse zur Unterbringung des Waisenhauses und 4. über die Abrechnung deS SchulhauSbaues. Berichte des Markiausschuffes über die Eingabt der Maria di Lenardo in Angelegenheit der Stand-gelderhöhung und eine Eingabe der Gärtner um An, Weisung ständiger Standplätze am Hauptplatze zum Verkaufe ihrer Produkte an Markttagen. Der öffentlichen folgt eine vertrauliche Sitzung. Dom steiermärkischen Landesfchul-rat. Der fteiermärkische Landesschulrat hat in seiner Sitzung vom 17. b. ernannt: Die provisori« sche Lehrerin in Hochenegg - Umgebung Mathilde Pozar zur definitiven Lehrerin; den provisorischen Lehrer in St. Lorenzen a. d. D. Johann Krajnc zum definitiven Lehrer; die provisorische Lehrerin in MonSberg Regina Gobec zur definitiven Lehrerin ; den provisorischen Lehrer in St. Urban bei Pettau Friedrich Mojcen zum definitiven Lehrer; den provisorischen Lehrer in Rohitsch August Scha-lamun zum definitiven Lehrer. Unter anderem wurde auch die Errichtung einer Privatlehranstalt zur Erteilung des theoretischen und praktischen Unterrichte« im Automobilsahren durch Emmerich Earnelli in Marburg a. d. Drau, Goethestraße 26, zur Kenntnis genommen. Evangelischer Familienabend. Anläßlich der Anwesenheit deS Herrn Superintendenten Dr. Otto Schack aus Wien veranstaltete die evan-gelische Gemeinde unter anderem am Sonntag den 18. d. auch im Hotel Mohr einen überaus gelun-genen Familienabend, der sich eines sehr starken Be-suche» erfreute. Nach der Eröffnung durch Herrn Pfarrer May begrüßte Herr Georg Adler als Kurator der Gemeinde mit warmen Worten den ver-ehrten Superintendenten, der seit Jahrzehnten schon mit großer Weisheit und liebevollem Herzen die Geschicke der Diözese leite. Herr Pfarrer May, der auch die innigen Grüße der treuen Freunde in Halle an die Gemeinde überbrachte und sie deS steten Wohlwollens und ihrer Fürsorge aus Grund seiner kürzlich gemachten Ersahruvgen in Halle und Halber-stadt versicherte, feierte den Gast alS hochverdienten AmtSbruder, der bereits vor 40 Jahren alS Pfarrer von Laibach die kleine Cillier Gemeinde seelsorglich betreute, sowie alS seinen väterlichen Freund, dem er selbst tiefe Eindrücke aus seiner Jugendzeit in Wien verdanke. Er wies auch darauf hin. daß Superintendent Dr. Schack vor kurzem sein fünfzig-jährigeS Amtsjubiläum feierte. In seiner Dankrede erzählte der verehrte Gast von den großen Erleb-nissen während seiner Amtswirksamkeit, besonders von seiner Begegnung mit BiSmarck. Mit innigen Worten versicherte er die Gemeinde Eilli seiner nie verlöschenden dankbaren Anhänglichkeit und ausrich-tigen Liebe. Um die Bereicherung de» Abends machten sich besonders durch künstlerische Darbietungen die Fräulein Corinna Galvagni und Marianne Olt durch wirksame Klaviervorträge, Frau Hilda Pinter durch ihr zarte» Geigenspiel und besonders Frau Pfarrer Luise Hegemann durch ihren herrlichen Ge-sang verdient. Frau Pfarrer Hegemann, die schon im Gottesdienst gesungen hatte, entzückte in zwei Abteilungen die begeisterten Zuhörer durch ihren wahrhast großen, seelenvollen und künstlerisch vollen-deten Gesang. Besonders die geistlichen Volkslieder auS dem 14. Jahrhundert ergriffen die große Schar der gespannt Lauschenden. Zum Schlüsse lösten noch die urkomischen, in Maske und Bortrag vorzüglichen Leistungen des glänzenden Humoristen Herrn Oskar Wagner wahre Lachsalven aus. Allen Mitwirkenden an diesem herrlichen Abend, besonders der aus der Ferne herbeigeerlten Frau Pfarrer Hegemann und Herrn Dr. Fritz Zangger, der auf dem Klaviere meisterhaft die Geigen- und Gesangvorträge be-gleitet halte, sei auch von dieser Stelle herzlichst gedankt. Deutscher Volksrat für Untersteier-mark. Wie uns mitgeteilt wird, hielten die Aem-teriührer am Samstag in Marburg unter dem Bor-sitze des ObmanneS eine mehr als dreistündige Sitz« nng ab, in welcher die lausenden Angelegenheiten eingehend besprochen und erörtert wurde». Seite 3 Aus dem Postverkehrsdienste. Der Postmeister Johann Goll in Wöllan wurde zum Oberpostmeister in Stainz ernannt. Die Finanzbezirksdirektion in Mar-bürg gibt bekannt, daß ihre Uebersiedlung in da» neue AmtShan» in der Zeit vom 21. bis einschließ-lich 24. d. stattfindet und daß daher an diesen Tagen eine Parlcienabfertigung nur in den drin» gendsten Fällen erfolgt. Die neuen AmtSräume der Direktion befinden sich im zweiten Stockwerke de» Osttraktes mit dem alleinigen Haupteingange von der Parkstraße auS. Gesperrte Bezirksstraße Die Bezirks-straße Tüsser—Steinbrück ist auf der Strecke zwischen Römerbad und Steinbrück im Kilometer 19 ober der Oelfabrik infolge deS BrückenoberbaueS am Freitag den 23. und Sumstag den 24. d. für den Wagen-verkehr geschlossen. Die Ortsgruppe Gaberje des Deut fchen Schulvereines veranstaltet am 25. d. im Pristovschek'fchen Gasthause zum Fiakerwirt in Unter« kötting. um 3 Uhr nachmittags beginnend, anstatt eines BlumentageS oder einer sonstigen derartigen Sammlung eine Maifeier mit Glückshasen. Die Feier wird sich unter den Klängen eines Teiles der Cillier MusikvereinSkapelle abwickeln und die Pausen werden durch Vorträge des berühmten Grazer Komikers Herrn Skriwanek ausgefüllt. Da sehr viel geboten wird, so hofft die junge Ortsgruppe einem Massenbesuch der Cillier Deutschen entgegensehen zu dürfen, umfomehr, als die EintrittSgebühr sehr nie-drig bemeffen ist. Die Referoistenbeurlaubungen. SamS-tag erging an sämtliche Kommanden deS 1. bis ein« schließlich 14. Korps ein Erlaß. >>cm zufolge alle Reservisten von dem Jahrgange 1909 und dem Jahr-gange 1908 zu entlassen sind. Vom Jahrgange 1908 befinden sich derzeit Reservisten nur bei der Kanal» lerie. Diese Entlastung umsaßt zirka 35.000 Mann. Ferner wird roch eine teilweise Entlastung der Er-fatz-Referve Jahrgänge von den Jahrgängen 1910 und 1911 verfügt. Diese beiden Ersatz-Reserve-Jahr-gänge umfaffen zirka 15.000 Mann, so daß im ganzen 50.000 Mann zur Rückbeurlaubung gelangen. Eine Rückbeurlaubung auS den Gebieten von BoS-nien, Herzegowina und Dalmatien findet vorläufig nicht statt. Tierquälereien. Schon öfter wurden Klagen laut über die Behandlung der Zugpferde bei der Eisenbahndurchsahrt zum Hotel Post. Tagtäglich kann man dort die widerlichsten Szenen erleben, die jedem menschlichen Gefühl Hohn sprechen. Im schärf-steil Trabe werden die armen Tiere mit den schweren Lasten den Berg hinaufgetrieben, und gehts nicht, dann wird mit der Peitsche oder auch dem Peitschen-stiel den Pferden die nötige Kraft beigebracht. Bon ganz besonderer Tierfreundlichkeit scheinen die Knechte deS hiesigen Kaufmannes Kolenz zu fein. Die leichten Pferde desselben, die, wie wir erfahren, dem k. k. Mililärärar gehören, werden aufs grausamste geschunden und den Berg hinaufgetrieben. Gemeindewahlen in Luttenberg. Am 15. d. versammelten sich im Gasthose Straßer die deutschen Wähler von Luttenberg in großer Zahl, um zur bevorstehenden Gemeindewahl, die heute stattfindet, Stellung zu nehmen. Bürgermeister Notar Thurner erstattete den Tätigkeitsbericht deS abtreten-den Ausschustes. Der deutschen Mehrheit, die die nationalen und wirtschaftlichen Belange voll und ganz vertreten hat, wurde einstimmig da» Bntrauen ausgesprochen. Ebenso einstimmig wurde die vorge-schlagen« Kandidatenliste für den neuen Ausschuß an-genommen. Heuer entsendet die Marktgemeinde zum erstenmale 18 Ausschuß- und 9 Ersatzmitglieder in den Gemeinderat. statt wie bisher 12, beziehungsweise 6. Unsere Kandidaten sind: Im ersten Wahlkörper Ausschußmitglieder: Martin Mallegg, Roman Ne-metz der Aeltere, Albert Novak, Joses Novat, Johann Reisinger und Jgnaz Sinigoj; Ersatzmänner: Anton Arnosch, Fritz Semlitsch und Matthias Ster« mann; im zweiten Wahlkörper Ausschußmitglieder: Max Hönigmann, Oswald Hönigmann, Alois Krainz, Dr. Ernst Schwarz, Joses Straßer und Juliu» Thurn; Ersatzmänner: Heinrich Sideritsch der Ael-lere, Joses Herndl und Johann Erjavetz, NotarialS-beamter; im dritten Wahlkörper Ausschußmitglieder: Alexander Anoschek der Aeltere, Hermann Prager, Franz Schmautz, Fr'dolin Schmidt, Juliu» Straßer und Leopold Wicher; Ersatzmänner: Richard Ritter von Leonarde, Albin Kalcher und Anton Urschitz. Wir ziehen srohen Mutes in die Wahlschlacht. Wenn wir auch diesmal den dritten Wahlkörper noch nicht erobern werde», so wollen wir doch, wie immer, Mann für Mann getreu unsere Wahlpflicht erfüllen. Stile 4 Kampf mit Wild und Fischdieben. Am 13. b spielte sich bei Lucko a» der Save in Kroatien, nahe der steirischen Grenze, eine aussehen« erregende Jagd nach Wild- und Jischdieben ab. Dort überraschten Waldheger die als Wilderer und Fischdieb« bekannten Bauern Juro Ferrncic, Mijo Huzjak und Stephan Bukanic. Sie hatten bereit« eine Menge Fische und Wildgeflügel erbeutet. Die Fische hatten sie in der Save mit Dynamit gefan-gen. Als die Waldheger die drei aufforderten, sich zu ergeben, flüchteten diese gegen die Save. Die Waldheger drohten, von der Waffe Gebrauch zu machen. Darauf ergab sich der Bauer Huzjak, wäh> rend Ferencic und Bukanic aus die Waldheger schos-sen, ohne zu treffen. Hierauf sprangen Ferencic und Bukanic in die Save. wohin ihnen die Heger meh-rere Kugeln nachsandten. Ferencic wurde zetroffen und verschwand mit einem Aufschrei in den Wellen. Bukanic ist abgängig. Man weiß noch nicht, ob er den Tod in den Wellen fand, oder ob ihm die Flucht geglückt ist. Der Mörder des Abg. Schuhmeier. Paul Kunschak, wurde vom Wiener Schwurgerichte wegen Meuchelmorde« einstimmig schuldig gesprochen und zum Todt durch den Strang verurteilt. Die Reisenden des Deutschen Jahr« buches» Lederer und Kotaschek, die Cilli verlassen halten, ohne ihre Hotelrechnung zu bezahlen, wurden in Sauerbrunn verhaftet, nach Eilli eingeliefert und hier vom Bezirksgerichte freigesprochen, da sie die Rechnung nachträglich bezahlten und der Richter sich von einer Schädigungsabsicht die Ueberzeugung nicht verschaffen konnte. Der Sokoltag in Laibach verboten. Für den August war in Laibach ein allslawischer Sokoltag geplant, an dem auch Svkvlv«reine au« Serbien, Bulgarien und Rußland teilnehmen sollten. Die kramische Landt«regierung hat die Abhaltung dieser Beranstaltung mit Rücksicht aus die politische Lage und au« Gründen der öffentlichen Ordnung verboten. Der vom slawischen Sokolverbande gegen diese« Verbot eingebrachte Rekurs ist nunmehr vom Ministerium de« Innern abschlägig beschieden wor-den. Der Sokoltag soll nun im nächsten Jahre in Laibach abgehalten werden. Dom Zuge umgestoßen und tödlich verletzt. Montag mittag« um ungefähr dreiviertel 1 Uhr ging die 60 jährige Taglöhnenn Theresia Welenfchek in Gaberje mit dem MittagSessen. da« sie ihrem Manne Anton Welenfchek trug, über die StaatSbahnübersetzung in der Langenfeldgaffe, al« eben zu dieser Zeit der Personenzug der Strecke Eilli—Unterdrauburg diese Stelle passierte. Sie wurde vom Zuge umgestoßen und über den Bahn-dämm geschleudert, wo sie bewußtlos liegen blieb. Die Berunglückte ist schwerhörig und dürste das Herannahtn des Zugt« nicht gehört haben. Sie erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und wurde so-fort in da« hiesige Krankenhaus gebracht. An ihrem Auskommen wird gezweifelt. Durch Steinschlag verunglückt. Der neunjährige Besitzerssohn Martin Emok in Luterje bei St. Marein bei Erlachstein stand am 15. d. im Wald« unter einem überhängenden Felsen, als sich plötzlich ein großer Stein loSlöste und dem Knaben auf den Kops fiel. Der Junge erlitt eine lebenS-gefährliche klaffende Kopfwunde, bei der teilweise da» Gehirn bloßlag. Ein serbenfreundlicher Flnanzauf-seher. Der Finanzaufseher Joses CeSnik in Gott-fchee hatte in einem Gasthause die Aeußerung getan, unsere Soldaten würden, falls e« zum Kriege mit Serbien kommen sollte, die Gewehre fortwerfen und zum Feinde übergehe». Die Staatsanwaltschaft er-hob gegen CeSnik die Anklage nach § 305 des Strafgesetzes. Der Angeklagte wurde vom Kreis-gerichte in RudolfSwerl — freigesprochen, diese? Urteil aber vom obersten GerichtShose al« rechtSirr-tümlich aufgehoben. Bei der neuerlichen VerHand-lung wurde CeSnik vom Kreisgerichte Rndolfswert schuldig gesprochen und zu drei Wochen strengen Arrestes verurteilt. Die Finanzdireklion für Krain hatte CeSnik bereits vor der Durchführung der ge-richtlichen Verhandlung aus dem Dienste entlassen. Ein Verbrecher entkommen. Dieser Tage schlich sich ein Marin, während die Haus-bcwohner am Felde zu tun hatten, in da« Schlaf-zimmer des Gastwirtes Johann Nowak in Windifch-feistritz ein. AI« Nowak zusällig in da« Schlaszim-mer kam, ergriff der Mann die Flucht, wurde jedoch von zwei Arbeitern verfolgt und setzte sich nun mit einem langen Stichmesser zur Wehre. Einer der Arbeiter versetzte dem Angreiser mit einer Haue einen Schlag aus die Hand, so daß dieser da« Messer ,allen ließ, während der zweite Arbeiter ihm mit Deutsche Aaa,t einer Haue einen Schlag aus den Kops versetzte, worauf sie ihn lausen ließen, da sie nicht wußten, wa« für einen Verbrecher sie vor sich hatten. E« handelt sich nämlich, wie später festgestellt wurde, um den gefährlichen Dieb Bartolomä Koroschec, am 27. Jänner 1885 in Ober-Lasche geboren und da-hin zuständig, welcher sich auch Franz Berglercic nennt, außerdem sich auch eines auf den Namen Anton Pristovnik lautendes Dienstbotenbuche« be-dient. Bei Novak hatte Koroschec bereit« 350 K Bargeld, eine schwere silberne Panzeruhrkette, eine Nickeluhr und eine Doubleuhr entwendet. Die Ar-beiter, welche den Koroschec verfolgten, halten da-von keine Ahnung, daß er bei Novak bereit« einen so bedeutenden Diebstahl verübt hat und ließen ihn, wie gesagt, lausen. Koroschec ist mittelgroß, mager, trägt schwarzen englisch gestutzten Schnurrbart und Zwicker. Bekleidet war er mit schwarzem Salon-rock. Da er am Kopse eine bedeutende Wunde hat, so dürst« er in einem Krankenhause Ausnahme suchen. Die Gendarmerie hat die eingehendsten Nach-sorschungen eingeleitet. Don kroatischen Burschen erschlagen. AuS Rohitsch wird geschrieben: Der Besiyer Michael Kokol ging am 10. d. in die an der Grenze gele-gene kroatische Ortschaft Dubrava seinen Sohn, der bereit« seit vormittags gezecht hatte, holen. Im WirtShause wurde er von kroatischen Burschen mit Schlägen bedroht, wenn er als Steirer nicht sofort mit seinem Sohne abziehe. Der Besitzer Anton Bar-lic aus Sauritfch, der auch anwesend war, hielt sich wegen dieser Aeußerung auf, bekam aber fogleich als Antwort eine Tracht Prügel und mehrere Mes-serstiche. Barlic flüchtete inS Freie, wurde aber von den Kroaten verfolgt und eingeholt. Er wäre wahr» scheintlch erstochen worden, wenn nicht seine 77jäh« rige Mutter sich vor den Rohlingen auf tie Knie geworfen und sür ihren Sohn gebeten hätte. Sie versetzten zwar der Greisin' mehrere Hiebe, ließen aber von Barlic ab und liefen dem aus dem Gast» häufe flüchtenden Kokvt nach und hieb«n, als sie ihn erreicht hatten, solange mit den Prügeln auf ihn loS, bis er tot und gräßlich zugerichtet liegen blieb. Der Erschlagene hinterläßt eine Frau unb neun Kinber. Die Totschläger Franz Peianic. Joses Kri-stancic unb Peter Kotic würben bereits verhastet. Bon der Lokomotive erfaßt und töt-lich verletzt. Am 14. b. ging aus bear Bahnkörper ber Lokalbahn Grodelno—Rohitsch zwischen den Stationen vt. Marein bei Erlachstein unb Möstin eine Frau. Die vom Maschinsührer mit ber Dampf-pfeife gegebenen Warnungssignale beachtete sie nicht. AlS ber Maschinführer ben Zug anhalten wollte, war eS zu spät. Die Frau würbe von ber Maschine ersaßt, über ben Bahndamm hinuntergeschleubert unb blieb mit gräßlichen Rißquetschwunden am Kopfe, an den Füßen und Händen liegen. Die Verunglückte ist eine etwa 35jährige, taubstumme Bettlerin. Sie wurde sterbend in das Krankenhaus nach Cilli ge-fch-fft. Tief gesunken. D«r als Opserstockdieb be-kannte Vagant Andreas Drevenfchek, ein gewesener Gendarm. Titularpostenjührer. ist dringend ver-dächtig, in der Nacht vom 29. auf den 30. April beim Gastwirtspächter Johann Zapusek in Gorenje, Bezirk Schönstein, durch Eindringen durch ein Fen-ster aus einem im Gastzimmer befindlichen, ver-sperrt gewesenen Glaskasten 15 Kronen Bargeld entwendet zu haben. Derselbe war am 29. April vormittag« im genannten Gasthause und fiel e« all-gemein auf, daß er stet« diese« Fenster im Auge hatte. Drevenfchek hat die Zeche am obigen Tage und einmal im Jänner bei Zapnsek sowie einige-male im Herbste 1912 bei der Gastwirtin Steblovnik in Rietzdors an der Pack nur mit Zweihellerstücken bezahlt, weshalb auch der Verdacht besteht, daß er einen Opseistockdiebstahl verübt habe. Der ver-kommene, gewesene Hüter de« Gesetzes ist nicht groß, schlank, hat längliche«, magere« Gesicht und trägt einen schwarzen Spitz- und ziemlich langen Schnurr-bart. Er soll sich in Unterkärnten herumtreiben. Aus Eifersucht. Am 18. d gingen die Ve-sitzer Karl Sitar aus Grahovec und Gregor Dobra-tinsek a»S St. Thomas mit einem Mädchen von Hochenegg heim. Außerhalb des Maiktes begegneten sie dem BesitzerSsohn Alois Staute und bem Schnei» dergehilse» Karl Laznik. Kaum erblickte Stante den Sitar mit bem Mäbche», das ihm die Treue ge-krochen halte, fo eröffnete er auf beibe ein Stein-bombarbement, worauf sich Stante unb Laznik auf bas Paar stürzten unb berart mit Steinen mißhan-betten, daß beide schwer verletzt liege» blieben. Dem Sitar würbe bas Nasenbein zertrümmert. Rummer 41 Der Kampf um die Wasserkräfte in Krain. Die Stabtgemeinde Laibach hat ber LanbeS-regierung ein Projekt, betreffenb die Errichtung einer elektrischen Zentrale am Stauwehr deS regulierte» Laibachflusses, vorgelegt und um die wasserrechtliche Bewilligung sür die Ausnützung der Wasserkraft an-gesucht. Diese hydro-elektrifche Zentrale sollte die be-stehende elektrische Zentrale mit Dampfbetrieb, die dem steigenden Konsum kaum mehr zu entsprechen vermag, entsprechend ergänzen und die Erzcuzunz eines ausreichenden Quantums elektrischer Energie zu BeleuchtungS- und Gewerbezwecken für eine Reihe von Jahren sicherstellen. Gleichzeitig hat auch der krainische LandeSauSfchuß im Einvernehmen mit der StaatSeifenbahnverwaltung ein ähnliches Projekt überreicht und um die Konfentierung angesucht. Die vom Landesausschuß projektierte elektrische Zentrale sollte mit der Ueberzentrale am Zav«rschnicabache in Oberkrain verbunden werden und so ein« Art Monopolisierung der elektrischen Energie durch daS Land anbahnen. Die krainische Landesregierung hat soeben aus Grund der kommissionellen Verhandlung bem Projekte des LandesauSschusseS m't Rücksicht auf bessen größere Wichtigkeit in volksivirtschaftlicher Beziehung ben Vorrang zuerkannt. Wie bie Tagespost ersährt, wird bie Stabtgemeinbe gegen biese Entscheibung ben RekurS an baS Ackerbauminiftcrius ergrrift». Deutsche Gemeinden für die Süd-mark. Im O|l«rmonb flössen abermals feilen? beutfcher Gemeinbevertretungen Jahresbeiträge für bie Förberung ber gemeinnützigen Schutzbestrebungeo bes Vereines ein, bie nichl nur ben Dank deS Ver-eines, fonbern auch die Anerkennung und Zustim-mung aller deut chgesinnlen Volksgenossen verdienen. Im Gedenkjahre 1918 sollte ktint deutsche Gemeinde abseits stehen, wenn eS gilt, für ben Schutz der !>«-drohten Landcsv ark und der bedrängten Volksbrüder werktätig einzustehen. Folgende Gemeinde- und Stadt-Vertretungen haben auS Gemeindemittelu Fürderungj spenden beschlossen und gesendet: Fohnsdorf 25 St, Stadtgemeinde Graz für 1912 und 1913 fcOO 8, Bezirksausschuß Liezen 20 K, die Kurgemeinde Pörtschach 20 K, Arnoldstein 10 K, TraiSkirchen in Nied«rösterreich 50 K, daS Bürgermeisteramt Zell am See 20 K, die Stadtgemeinde Steyr 40 K, die Sparkasse in Linz spendete 200 K; eine besondere dankenswerte Erwähnung verdient auch die namhaft» Zuwendung des niederösterreichifchen Landesaick-fchuffeS, der dem Vereine Südmark eine Spende »oi» 400 K überwiesen hat. Die neuesten Postkartenfolgen der Südmark sind in zwei Serien erschienen, der« erst« der Feier der Hund-'rljährung der Geburt dei nationalsten deutschen Meisters, Richard Wagner, deren zweite dem. Andenken deS namentlich bei der Jugend so überaus beliebten Lyrikers Rudolf Baua-dach gewidmet ist. Vom malerischen Standpunkte haben beide Serien in Kennerkreisen bereits ehrlichen Beifall gefunden. Die Wagneropern-Bilderkarten sin» wieder von unserem rühmlichst bewährten Künstler Kutzer, der im Vorwurse selbst stilgerecht geblieben ist, während er durch eine farbenfrohe Umrahmung den Bildern einen moderneren Charakter zu gebe» verstand. Die unaufdringlichen schönen Pastelllöae dieser Blätter sowie packend-einfache, durchaus »ich-tige Zeichnung derselben nehmen sofort für sie ei»; am poetischesten und schönsten ist aber die Mond-scheinszene .Wie dustet der Flieder" (Meistersinger). Recht hübsch geraten sind auch di« Laumbachbilber. Die drucktechnische Ausführung beider Kartenfo!.M empfiehlt sich auf« beste und wir freue» unS, die-selben den Freunden unseres SchutzvereineS zu« fleißigen Ankauft vorlegen zu können. Vermischtes. Willi ober Willy? Emmi oder E m m y ? Immer wieder begegnet man der Schreib-weife solcher Kosenamen mit y. Und doch ist da« f) überhaupt kein deutscher Buchstabe. ES ist also auch dies nichts als eine gedankenlose Engländer«: weil di« Engländer Willy schreiben, meint der Teutsche, er müsse auch so schreiben DaS einzig Richtige sin» aber nur die Formen Willi, Emmi, Addi, Lilli. Betti, Milli usw. Wollten es sich doch alle Träger und Trägerinnen dieser Namen merkt»? Keinem Menschen wird eS doch je einfallen, Loni und Xrudi oder Bubi mit y zu schreiben. Weshalb ntüm» denn all die andere» immer wieder vtrenglärdert werden? Warnung vor ausländischen Klassen-lose». I» den nächsten Monaten wird in Oesier-reich die Klassenlotterie eingeführt. Außer einer um- Nummer 41 fangrtichen Werbearbeit wird die Hauptarbeit der Kollekteure zunächst die sein, die fremden Lotterien au» Oesterreich hinauszujagen. Denn feit Jahr-zehnten werden heimlich viele tausend Klafsenlotterie« lose der auswärtigen Staaten trotz allen Verbotes in Oesterreich eingeführt. In Nordböhmen ist Haupt, sächlich die sächsische Klassenlotterie verbreitet und in mancher sächsischen Kollektor ist sast die Hälfte der Mitspielenden aus Oesterreich. In andere nörd-liche Kronländer sind die preußische nnd die russische Lotterie eingedrungen. Bei uns ,« Sieiermark machen die ungarischen Lottokollekleure viel Geschäft. Sie senden mafstnhaft Reklameschreiben heruoer und suchen auf jede Weife Spieler zu gewinnen. Bor einiger Zeit wurde auf die Tätigkeit des Agramer Bankhauses Ratkovich hingewiesen. Da dieser Firma von der Post und von der Finanzbehörde da» Hand-werk behindert wurde, so sucht sie jetzt auf den Um-weg über Berlin nach Steiermark zu gelangen. In den letzten Tagen sind aus Graz und anderen Städten Reklamebriese eingesendet worden, die eine preußische Marke nnd den Poststempel Berlin «ra-gen. AlS Absender ist aber in den Bliesen Rat« iovich in Agram bezeichnet. Durch dieses Post-manöoer sollen offenbar die Behörden getäuscht wer-den. DaS Bankhaus Ratkovich sucht durch ein recht kindische» Mittel Spieler einzusangen. In dem Werbebries heißt ei: „Wir sichren Sie heule sozu-sagen mitten in das Glück hinein, indem wir Ihnen aus beiliegenden Markenbildern eine Reihe von Namen mit Glücksnummern zusenden. Sicher wird ein oder der andere Name schöne und srohe Er« innernngen iu Ihnen erwecken. Wählen Sie die d«zu gehörige Losnummer als einen Fingerzeig des Schicksais und bestellen Sie ohne Verzögerung dieses Los." Mit einem solchen Unsinn lassen sich leider einfältige und leichtgläubige Leute einsangen und bestellen Lose. Ratkovich nimmt Banknoten und WertpapiercouponS, Briesmarken und Stempel als Zahlung an, denn durch offene Geldsendungen wür-den sich seine Kundschaften leicht verraten. Aber auch die anderen Sendungen sind gefährlich. Wer erwischt wird, bekommt eine hohe Gesällsstrase und außerdem werden ihm LvS und Gewinst weggenommen. Wir warnen daher abermals vor allen Llasfenlotterien. Wer in der Klassenlotterie spielen will, wird in wenigen Monaten dazu bei der öfter« reichischen Klassenlotterie Gelegenheit haben. Rosegzer sür die deutsche Schrift. Aiosezger weist im „Heimgarten" hin auf große, deutichsremde Verlags- und ZeitungSsirmen, die alles daran setzen, um Hegen die deutsche Schrift zu ar« beilen. sowohl mit Bargeld, als auch mit ihrem riesigen Zeilungseinfluß. Es sollen Leitungen und Ltitfchriften gegründet werden, besonders auch Ute-rausche, schöngeistige, volkstümliche, dit in lateinischtr Echrisl gedruckt werden. Große Kreise beabsichtigen die gänzliche Verdrängung der deutschen Schrift. ,£a müssen — meint Rosegger — wir voran, alle zusammen und jeder sür sich. DaS Reden allein hilft nichts. Also schnurgerade zur Tat. Ich einzeW ner und geringer verpflichte mich, von heute ab, alles, was ich in deutscher Sprache veröffentliche, nur in deutscher Schrift drucken zu lassen. Wem bis nicht zusagt, kriegt nichts von mir. Wenn eS auch die anderen deutschen Dichter und Schriftsteller so machen, dann haben wir Sieg. — Am 1. Jän« ner 1913, deS großen Gedenkjahre? der deutjchen Befreiung." Kinderhand ist bald gefüllt, aber . . Zur Darnachachtung für manche Mutter er-zählt Frau Hochstetten in der Welt des Kindes fol-gendeS: Kürzlich bin ich in einem Geschäfte Zeuge, wie eine Verkäuferin einem kleinem dreijährigen Mädchen, an der Hand feiner Mutler, mit den Worten: »Kinderhand ist bald gesüllt" eine Feige in die Hand drückt, ungeachtet des AbwehrenS sei-ner Muller. Mit dieser zugleich verlasse ich daS Geschäft und gleichsam entschuldigend erklärte sie mir warum sie gleich darauf dem Kind die Frucht nimmt und sie wegwirft. „Ich bin gezwungen," sagt sie, „aus Mangel an Aussicht, mein Kind bei meinen Einkäufen mitzunehmen. Soll ich eS nun zur Naschhaftigkeit und Begehrlichkeit durch sremde Menschen erziehen lassen, während ich zu Hause streng dagegen eifere? Ick werde nie dulden, foweit ich cS verhüten kann, daß fremde Menschen, selbst wenn es noch so wohlwollend geschieht, zu Miler-ziehern an nninem Kinde werden. Wohl ist Kinder« Hand bald gefüllt, da sie noch klein ist, wie aber, wenn seine Begehrlichkeit mit dem Größerwerden wächst t" — Diese Mutier hatte in wenigen Mi««» len meine Hochachtung erzwungen. Hat sie nicht ein Beispiel gegeben, dem andere Mütter nacheisern Deutsche Macht sollten, wenn ihnen bei Gelegenheit diese oft ge« brauchte Redensart als Entschuldigung entgegenge« bracht wird. Kinderbühne in Ungarn. Seit Mitte vorigen Jahres besitzt Budapest auch eine Kinder-bühne, auf der richtige Künstler agieren. Da« Thea« ter verdankt seine Entstehung der Initiative einer Anzahl Lehrer, die ihm in dem „Heim der ungari-schen Lehrer" eine Stätte errichteten. Der Zuschauer» räum saßt 350 Personen oder — besser gesagt — Persöuchen. Sämtliches Hilfspersonal aus der Bühne und im Zuschauerraum sowie in der mit 730 Kleider» rechen ausgestatteten Garderobe und beim Büsett rekrutiert sich aus — Lehrern und Lehrerinnen, die alle Arbeit unentgeltlich, nur aus Begeisterung sür die gute Sache, verrichten. Die aus zwei Stun« den berechneten Aufführunzen bieten eine reiche Ab-wechslung von Ernstem und Heiterem und erhalten regelmäßig ein kinematographisches Nachspiel. Dem-nächst will man auch der Musik zu ihrem Recht verhelfen und zunächst daS Mozartsche Liederspiel „Bastien und Bastienne" einstudieren. Die billigsten Eintrittspreise ermöglichen auch den weniger Bemit« teilen den Besuch deS Theaters; für die ganz armen Kinder wird einstweilen monatlich eine Gratisoor» fiellung veranstaltet; später hofft man häufiger un-entgeltlichen Zutritt geben zu können. Religion oder Sittlichkeit? Welches sind die Quellen wahrer Sittlichkeit? Wer di« Re« ligion nennt, untersucht nicht, weshalb Leute, die bis zum Fanatismus religiös abgerichtet sind, denn« noch unsittlich und Verbrecher sein können. Die Klerikalen sagen von vornherein, Verbrechen und Unsittlichkeit seien die Folgen de» Freisinns, der heutigen Schule und so sort. So bestreben sie sich, die Meinung einzuflößen, daß die Freisinnigen dem Volke die Religion nehmen und eS in» ewige Verderben stürzen wollen. Sie hören nicht zn lehren aus, daß die Erziehung sich einzig auf die Religion gründen könne nnd deshalb konfessionell sein müsse. Davon reden sie jedoch nicht, daß man für da« Volk so viel Schulen errichten und ihm eine solche Ausbildung geben muffe, daß damit die Grundlage sür die Sittlichkeit geschaffen werde. Die Klerikalen wissen ja selber nicht, wie sie die Religionslehre zur Grundlage der Sittlichkeit machen möchten. Die Er-solge der bisherigen Bestrebungen, mit Hilfe der Religion die Sittlichkeit zu heben, sind kläglich ge-riny. Sie wiffen und fühlen es, daß die Religion allein nicht genug Boden ist, auf dem die Sittlich-keil aufsprießt, doch wagen sie nicht, diese Erkennt-nis aufrichtig und öffentlich einzugeftehen. Deshalb suchen sie die Hilfe einflußreicher Kreise, suchen Mittel und Wege, aus welche Weise sie die Schule unterkriegen, deren Aufbau ändern könnten und wollen wieder die Lehrer in den Dienst der Kirche und für die Kirche bringen. Sie wissen, daß sie ihre frühere Macht nur mit Hilfe der Schule er-langen können, wenn diese bis ins kleinste Gelriebe vom klerikalen Geiste durchdrungen ist. Und darum bie große Sorge „um die Religion*. Wir erkennen aber aus allen ihren Taten, daß diese nicht reli-giöseS Wirken sind, welches die sittliche Bildung des Volkes zum hauptsächlichen Zwecke hätte: ihre Taten sind vor allem und schließlich nur aus die Srlan-gung der politischen Macht gerichtet, mit der die Klerikalen unter dem Banner der Religion Herr« schen. DaS srömmelnde Augenverdrehe» und der eisrige Hinweis aus die Verderbtheit der Welt über-zeugt uns nicht vom Rechte ihrer Herrschast. Nur Taten sprechen und diese sprechen — gegen die kirchlichen Eiserer. Ein Riesenbra » d in Preßburg. Zn Preßburg ist Samstag nachmittags ein Brand entstanden, der, durch den herrschenden Wind begünstigt, sehr rasch um sich griff und innerhalb weniger Stunde« einen katastrophalen Umfang annahm. Da» Feuer brach in einem Hause de» alten Stadtviertels, im ehemaligen Judenviertel, dem alten Ghelto, aus und erfaßte binnen wenigen Minuten mehrere Häuser. Mit furchtbarer Schnelligkeit sprangen die Flammen von HiuS zu Haus, von Gasse zu Gasse und drei Stunden nach Beginn des Brandes hatte sich das Feuer über zehn Gassen ausgebreitet und fünsund-sechzig Häuser eingeäichert. Achttausend Menschen, fast ausschließlich den ärmeren Schichten angehörend, sind obdachlos geworden und ein Feuerwehrmaun hat in den Flammen den Tod gefunden. Zahlreiche Feueiwehren und das Militär arbeiteten an der Löschung des Riesenbrandes; die telegraphisch ge> rufene Wiener städtische Feuerwehr erschien ebenfalls und griff äußerst wirkungsvoll ein. Kunstausstellungen in Holland im Jahre 1913. Anläßlich der hundertsten JahreS-wende der Befreiung der Niederlande von der Na- Seite 5 poleonifchen Herrschaft finden im Laufe diese» Iah-reS eine Reihe von Ausstellungen in verschiedenen Slädten Hollands statt und zwar: 1. eine Ausstell-ung für moderne Malerei in Arnheim und eine in Groningen; 2. eine Ausstellung der Buchdruckerkunst in Haarlem; 3. eine internationale graphische AuS-stellung (1. Mal biS 1. Oktober) in Amsterdam; 4. eine Ausstellung kirchlicher Kunst (1. Juli bis 1. September) in Herzogenbusch; 5. eine Ausstellung nationaler historischer Bilder und so sort in Leyden; 6. eine Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung (internationale Abteilung für Maschinen und Werk-zeuge vom 13. Juni bis 18. August) in Tilburg; 7. eine Ausstellung aller niederländischer Kunst (September) in Utrecht und 8. eine Ausstellung mit-telalterlicher Kunst in Zulphen. Doppelmord in München. Als der Major und Attache? der preußischen Gesandtschaft, v. LewinSki, vor einigen Tagen die äußerste Prinzregentenstraße passierte, wurde er von dem ledigen, 34 Zahre alten Zinngießer Johann Straßer von rückwärts ange« schössen, worauf der Major seinen Säbel zog und sich des Mannes erwehren wollte. Der Oberwacht-meister Christian Bohlender der 14. Abteilung, der dem Major zu Hilfe eilte, wurde mit mehreren Schüssen niedergestreckt und blieb tot am Platze. Der Major ist kurz nach seinem Verbringen in daS Spital gestorben. Der Täter wurde festgenommen. Er ist vollkommen geständig, gibt aber keinen Grund für die Tat an. so daß man zu der Annahme ge-langen muß, daß es sich um die Schreckenstat eines Geisteskranken handelt. Der Major war erst seit acht Wochen der Gesandtschaft zugeteilt. Eine Witwe und zwei Kinder beklagen seinen Tod. Der Ober-Wachtmeister, der schon seit 18 Jahren an der IS-maningerstraße als Wachtmeister stationiert war, hinterläßt ebtnfalls Frau und zwei Kinder. Ein unaufgeklärter Knabenmord. An jeden der Pfingstseiertage wurden an den An-schlagsäulen Berlins die bekannten roten Bekannt-machungen deS Polizeipräsidenten angeschlagen: „Tau-send Mark Belohnung!• Beide Bekanntmachungen, die einen verschiedenen Inhalt hatten, betrasen einen Mord an dem 13 jährigen Schüler Otto Klähn auS der Steinmetz iraße 46, der in der Nacht zum Pfingstsonntag von einem Unbekannten ermordet wurde. Der Mörder zerstückelte die Leiche. Ein Paket mit den abgeschnittenen Beinen in gelbgrünem Papier ließ er an einer Bedürfnisanstalt liegen, ein zweites Paket mit dem Rumpf des Knaben und seiner Kleidung auf dem Potsdamer Fernbahnhof. Es wurde festgestellt, daß der Knabe erdrosselt wurde. Die Kriminalpolizei war den ganzen Tag beschäftigt, hat aber da» Dunkel, das über dem Verbrechen liegt, noch nicht aufzuklären vermocht. Daß der Mörder homosexuellen Kreisen angehört, darüber kann kaum noch ein Zweifel herrschen. Ent> weder hat der Täter Widerstand gesunden oder er wurde durch Drohungen deS Knaben in Furcht ver-setzt, so daß er zum Morde schritt. Der Perlenhändler alS Detektiv, Als gewandter Detektiv zeigte sich, wi« auS Paris berichtet wird, der junge Perlenhändler EharleS Gis, der Sohn eines Hausmeisters auS der Rue Cadet. Einer der ersten Pariser Perlenhändler vertraute dem jungen Mann, der sich der Branche deS In-welenhandelS widmen will, drei Perlenhalsbänder im Gesamtwerte von 53.000 Frank» zum Weiter« verlaus an. ES sand sich auch bald ein Liebhaber dasür, der Edelsteinhändler Brown in der Rue La-sayelte. Ohne jeglicheS Mißtrauen übergab GiS ihm die drei Perlenhalsbänder Brown zahlte jedoch nicht, sondern wurde flüchtig und beschloß, ohne Hilfe der Polizei Brown ausfindig zu macken. Als Bettler verkleidet, mit rotgesärbtem Haar, lauerte er vor dem Hause des Brown. Eines TageS erschien die F au des Flüchtlings und begab sich nach dem Ost» bahnhos, wie sie den Orienlexpreß bestieg. Gis fuhr mit ihr in demselben Zuge bis Wien. Auf dem Bahnhöfe stand denn auch Brown, der feine Gattin freudig begrüßte. Auf die Anzeige deS GiS wurde Brown verhaftet. Er gestand, die drei Colliers an zwei Pariser Händler Eisensard und Wardyoel ver-kaust zu haben, die beide auf dem Boulevard des Italiens unter dfcr Firma Charter) u. Ko. etabliert >>nd, die, da sie anfangs den Kauf leugneten, später aber doch zugeben mußten, verhaftet wurden. Seite 6 Deutsche Macht Nummer 41 Die Aussichten für Wcbwaren nach dem Kriege. Die Textilindustrie wurde vom Bal-kankrieg und der Kriegegefahr am härtesten ge-troffen und sie braucht daher bald wieder eine kräf-tige Anregung. Ueber die Ausfichten hiezu heißt es in einer Zuschrift deS „Fremdenblatt": Wenn man verstehen will, warum sich die Wirkung der politi-schen Krise des letzten JahreS gerade bei der Texlil-Industrie in so hohem Maße sühlbar gemacht hat, so muß man zweierlei bedenken. Erstens, daß sich fast alle Zweige der Textilindustrie seit dem jähen Abbruch der Hochkonjunktur vom Jahre 1907 in einem chronischen krisenhaften Zustande besande», so daß die politischen Wirren sich viel stärker geltend machten als bei einer in gesunder Entwicklung stehenden Industrie. Zweitens, daß bei keinem an-deren Fabrikat in Bezug auf ZahlungSkondltionen und langfristige Kreditgewährung so schlimme Ber-Hältnisse herrschen, wie bei dem Fertigprodukte der Textilindustrie, so daß diese von jeder Kreditkrise bi« in den innersten Nerv getroffen werden muß. Die kurze Frist, welche seit Beendigung der politi-schen Krise verstrichen ist, kann nicht genügen, um eine durchgreifende Aenderung der Geschäftslage herbeizuführen. Aber die BerkehrShemmung, welche durch die Kriegsgefahr verursacht war, ist beseitigt und damit auch die Möglichkeit gegeben, der Zu-kunft mit größerer Zuversicht entgegenzusehen. Alle Anzeichen sprechen dasür, daß sich sowohl im In-lande als auch in den Balkanstaaten bald eine lebhafte Nachfrage nach allen Webewaren einstellen wird. Der Einkauf wurde feit Jahr und Tag stets nur aus daS Notwendigste beschränkt, so daß die Lager in fertiger Ware bei den Kunden stark ge-lichtet sind. Sobald nun der Detailabsatz wieder ein normaler wird, muß sich auch das BedürsniS nach Ergänzung der Lagerbestände einstellen. Die Gros-sisten werden dadurch zu reichlicheren Einkäufen ver-anlaßt werden. Wenn die Webereien voll beschäf-tigt sind, wird auch die Spinnerei wieder besser« Zeiten haben, so daß sür alle Zweige der Baum-Wollindustrie normale Verhältnisse eintreten werden. Allerding« dars nicht außer Acht gelassen werden, daß infolge der Krise eine große Zahl von Hand-lern vom Schauplatze verschwunden und dadurch auch die Absatzmöglichkeit für Textilwaren kleiner geworden ist. Au« diesem Grunde wird der Gefun-dxngSprozeß der Textilindustrie wohl einen längeren Zeitraum erfordern. Gerichtssaat. Totschlag. Am Abende deS 13. März kamen dem rauf-lustig aufgelegten 20jährigen Besitzerssohne August Savnik und dem 18jährigen Knechte Franz Lupuh, beide auS Curnovec bei Rann, aus dem Heimwege in WoUsche bei Rann die beiden Brüder Johann und Joses Pecnik entgegen. Als die ersteren diese Burschen bemerkten, sagte der eine, eS wäre gut, sich näher zu überzeugen, wer die beiden seien. Sie bewaffneten sich mit Stöcken und gingen aus Johann und Josef Pecnik zu. AlS sie zuiammenkamen, entstand sofort eine Rauferei, wobei Johann Pecnik leicht verletzt wurde, während dem Joses Pccnik die Schädeldecke eingeschlagen wurde. Am 20. März erlag Joses Pecnik seinen Verletzungen. Da sich nicht feststellen ließ, wer von beiden dem Josef Per-uik die tötliche Verletzung beigebracht hatte, mußten sich beide wegen deS Verbrechen? der schwerer kör. perlichen Beschädigung verantworte». August Savnik wurde vom hiesigen KreiSgerichte mit 18 Monaten und Franz Lapuh mit 13 Monaten schweren Ker-kerS und je einen Fasttag alle 14 Tage bestrast. Schrifttum. „Deutsch Oesterreich". Das neueste Hes! der Wochenschrift „Deutsch-Oesterreich' wird von einem längeren Gedenkaussatz des ReichSratSabzeord-neten Professor Dr. Rudolf Sommer eröffnet, „Der Dreibund vor hundert Jahren", worin der Ber-fasser die Entwicklung der Geschehnisse darlegt, die schließlich zu dem Zusammenschluß Preußens, Ruß-lands und Oesterreichs führten, der die Vorbedin-gung für den Sieg in Leipzig wurde. Der juristi- sche Beirat des Allgemeinen Verbandes der land« wirtschaftlichen Genossenschaften in Oesterreich, Wer-ner Mischler, bespricht in einem Aufsatze „Zurück zur Scholle" die Maßnahmen, die gegen die Land-flucht getroffen werden können, ein Aussatz, der umso aktueller ist, als auch seitens der Regierung aus Anregung des Abgeordnetenhauses in dieser Richtung Maßnahmen getroffen werden sollen. In dieser Nummer schließt die hübsche Erzählung „Das Glück im Brunnen" des bekannten Grazer Novel-listen Wilhelm Fischer, woran sich eine Würdigung des kürzlich verstorbenen Literaturhistorikers Erich Schmidt durch Max Pircker in Graz schließt, in der aus die Zusammenhänge, die Schmidt mit Oester-reich hatte, hingewiesen wird. Im Merkbuch be-spricht der Herausgeber, Professor Dr. Paul Sanassa, die durch die Uebergabe von Skntari ge-schaffen? Lage, Hugo Greinz die eben eröffnete Adriausstellung, woran sich weitere Merken politi-schen Inhaltes sowie die Bücherschau schließen. Probehefte von „Deutsch Oesterreich" werden unentgeltlich abgegeben von der Verwaltung von „Deutsch-Oesterreich", Wien 9/4, Nußdorserstraße 26. Eingesendet. In teuren Zeiten seien HauSsraue» und Mütter besonder« daran erinnert, daß Mehlspeisen, wie Strudel, Knödel, Köche. Pudding», Wuchleln, Omeletten, Palatschinken usw. usw. den Fleisch-speisen oder zusammengesetzten Gerichten, inSbesvn-dere für Kinder, vorzuziehen sind, wenn sie mit einem Zusatz von Dr. Oetker's Backpulver herge-stellt werden, denn sie sind nicht nur billiger, svn> dern auch ebenso nahrhaft und, was besonders sür Kinder nicht hocb genug angeschlagen werden kann, auch leicht verdaulich. Aber bitte, wozu ist das HaiitäscWeD da ? Tarin läßt sich immer noch eine Schachtel mit Jay? ächten Sodener Mineral-Pastillen unterbrin-gen. und Sie haben dann wenigstens immer ein ideales VorbeugungSinittel gegen Erkältungen und Katarrhe, plötzlich austreiende Heiserkeit, Hustenreiz ic. zur Hand, Preis Kr. 1.26 die Schachtel. In allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasser-Handlungen zu haben. — Besondere Kennzeichen: Der Name „Fay" und weißer Kontro Unreifen mii amtlicher Bescheinigung des MgermeisteramteS Bad Loden a. T. ist die Ausgiebigkeit des kräftigen schmack« hafte» :Fran«k: — Unerreichbar ist dessen würziger (Geschmack und das feine Aroma. Tiefen beiden Vorzügen verdankt der „aechte :Franlk" mit der Kaffee-Mühle feinen guten Ruf und feine Beliebtheit, deren er sich in den weitesten Kreisen der Hansfrauen erfreut als bester Zusatz zum Bohnenkaffee, AMtscM Tempel -QmU*l KaktaMftwuciclutM «llaltaclM« Taf«lc«trlak. ▼•ntaa«ac Stoffwteki«) (Brdwad. Styrln • ■•tflzlxlqi*"*, IndUlari: •kroa. MicankatWTh, Btukl- ▼aratopfmc, Brlghueh« Xlara, LabartaMan, Gebracht, BloffwMhsal-Krank-kai i*n, Kaurrha dar Alman^-a-ariua. Donall -QmU«. Sahaltralchile Mall-Malta Ikrar Art Haart-Indikation»: Chron. Danft-katairk UallaoiUlna, Fett-mU, 81 «kl, Zaakarkarnrakr. Stärkste natürliche Magnesium-laubersalzauell Veitreiurg fflr Steierrnurk o. Iluujitiltpot: Ludwig Appel, (iraz, Landhaus. Radium- Franzbranntwein mit Menthol, einzig bestbewährtes Hausmittel erhältlich bei der Firma Johann Fiedler, Drogerie, Cilli. 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Private .... fcataatuitaea "iTT>. rtrprfütyrtrf trc qaiuf Cttttfni O ÖC o s 9 ■e <0 5j e e s Oi ■tt 35 Eingeführtes Fleisch in Kilogram« Ä 5 t® •9 U 8 C * ä - "i-i- t — j — — i i 3 » 12 - 1 17 98 ■ ■B tD <3 ■e "7) in Untersteiermark, 4", Joch Oekonomie 1*/« Joch Wald, schöner Buchenbestand htbsches Wohnhaus, Gemüsegarten, Wirtschaftsgebäude, 8tallungen, konst Wasserkraft, Bahnbau in der Nähe projektiert, Preis 14.000 K. Auskaufte an Selbstkiafer erteilt kostenlos die Verwaltung de» Ke-ulltätenmarkt, Graz, Hamerlinggasse 6. MÜHLE und SÄGE in grosser Pfarrgemeinde, holzreiche Gegend in Untersteiermark, nahe der Bahn, 2 Joch Oekonomie, 2 Joch Wald, viele Obstbäume, schönes Haus. Mahle mit 3 Gängen, grosser Stall und Wirtschaftsgebäude, Säge gut beschäftigt, (pro Woche 1—2 Waggon) Verkaufspreis 22.000 K. Günstige Zahlungsbedingungen. Auskünfte aa Selbstkäufer erteilt kostenlos die Verwaltung des „Bealitätenmarkt" Graz, Hamerlinggasse 6. 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Ich übernehme alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten nnd werde dieselben prompt und zur vollsten Zufriedenheit der werten Kunden ausführen. Um recht zahlreiche Aufträge höflichst bittend, zeichne hochachtungsvoll Dominik Lovsin Drechslermeister, Cilli, Grabengasse Nr. 5. heilt Gicht, Rheumatismus, Ischias. /VnAnfionX Auskunft und Pro«p