Ar. 48. Donnerstag, den 15. Juni 1882. VII. Jaljrganq. Cillier leitn« Erscheint jede» Donnerstag nnd Sonntaq Morgens. — Präimmkrationsbedingnngen: >Sür CiUi sammt Zustellung in« Haus ganzjährig fL 6.—, halbjährig st. 3.— vierteljährig fl. 1.50, monatlich 55 kr. Mit Postveriendung ganzjährig st. 6.40, halbjährig st. 3.20, vierteljährig st. 1.60. — Redaction und Administration: Herren-gaste Nr. 6. Sprechstunden de? Redacteurs täglich, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, von S—12 Uhr Bor- und von 3—6 Uhr Nachmittags. — Inserate werden billigst berechnet. Auswärts nehmen Inserate sür die „Cillier Zeitung" alle bedeutenderen Annoncen-Expeditionen an. Schönerer in Wresluu. Es gibt keine» Politiker in Oesterreich, der sowohl von der officiösen, wie von der großen Partei-Presse größere Anfeindungen zu erdulden hätte, als der Abgeordnete von Zwettel, Ritter Georg von schönerer. Bei keinem bewahrheitet sich aber auch so sehr der Satz: „Viel Feinde, viel Ehre" als bei dem Genannten. Während die tonangebende Residenz-Presse sämmtlicher Schattiruugen ihren Witz anstrengt, um den Mann, dessen Ehrlichkeit und rücksichtslose Offen-heit jedem echten Deutschen imponiren, lächerlich zu machen, wächst dessen Ansehen in der Pro-viuz von Tag zu Tag. Namentlich aber ist eö die Jugend, welche Schönerer als die Jncarnation des deutsch na-tionalen Gedankens verehrt. Es ist nicht unsere Sache, die Motive des Hasses, welchen die Wiener und die ihr gleich-gesinnte Berliner Presse gegen Ritter Schönerer empfinden, zu erörtern. Aber von der Wiener Presse zum mindesten hätten wir erwartet, daß sie die neueste Enunciation des Abgeordneten von Zwettel, wenn sie schon von derselben Notiz nahm, nicht mit ein paar hämischen Phrasen abthue, zumal es ja zu den größten Seltenheiten gehört, daß die Ausführungen eines österrei- ! chiichen Politikers im Lande der reinen Ver-nunft ungetheilte Anerkennung und jubelnden Beifall finden. Wir halten es daher für eine Ehrenpflicht, die Rede, welche Ritter von Schönerer über die Zollunion mit Deutschland in der ver» floffenen Woche zu Breslau hielt, vollinhaltlich zu reproduciren. Wir fühlen uns um so mehr dazu verpflichtet, weil gerade Schönerer am meisten jenen gewissen Verdächtigungen, mit denen auch wir von der nationalen Presse bedacht werden, ausgesetzt ist. Niemand wird in der Rede Patriotismus und Loyalität vermissen, wohl aber wird jeder vorurtheillose Politiker es Herrn von Schönerer danken, daß er die Dis-cussion über ein Thema, welches bereits die größten Geister beschäftigte, neuerdings in Fluß brachte. Doch zur Sache! Die betreffende Volksversammlung fand verflossenen Mittwoch im Eoncerthause zu BreSlau statt. Nach der üblichen Begrüßung und einem Hoch auf die Majestäten die Kaiser von Oesterreich und Deutschland wurde Herrn von Schönerer das Wort ertheilt, welcher unter großem sym-pathischen Beifall einer zweitansendköpfigen Volks-menge die Tribüne bestieg. Redner begann fol-gendermaßen: „Ich bin in Ihre Mitte gekommen, meine Herren, um als Deutscher zu Deutschen zu sprechen über die wirthschaftlichen und socialen Reformfragen und Jnteressen.welche demDeutschcn Reiche und Oesterreich gemeinsam sind. Ich komme, die Wünsche zu bezeichnen, die im In-teresse des deutschen Volkes und im Interesse der beiden Reiche, Deutschland und Oesterreich, gelegen sind. Nicht wissenschaftlich soll mein Vortrag sein, sondern er soll einfach meiner Ueberzeugung Ausdruck geben, und ich könnte niich bei der Wichtigkeit der Interessen nur herzlich freuen, wenn meine aus deutschem Herzen kommenden Wette anch in Ihren Herzen Anklang finden würden. Jeder von uns hegt die Ueberzeugung, daß die im Krieg und Frieden bewährte kräftige Hand der Hohenzollern und die denselben zur Seite stehende, starke Regie-rung den Ausbau des Reiches gewiß vollenden wird im Sinne der zu Versailles von Kaiser Wilhelm gesprochenen Worte, daß er und seine Nachfolger Mehrer des Reiches sein wollen, auf dem Gebiete der Wohlfahrt, des Friedens und der Gesittung. Zugleich hoffen wir, daß die guten Wechselbeziehungen zum österreichischen Habsburgerreiche für alle Zukunft lebendig er-erhalten werden, damit der bestehende Bund zwischen Oesterreich und Deutschland organisch fest zusammenwachse. Ich betrachte es aber als eine Pflicht, eine Art Huldigung darzubringen in meinen Worten, eine Huldigung, die Jeder, der das Deutsche Reich, der preußischen Boden betritt, darzubringen verpflichtet ist. Diese Hul-digung gilt dem Reformgedanken, welchen der Kaiser des Deutschen Reiches in der Thronrede vom November 1881 als sein Vermächtnis an die Teutsche Nation niedergelegt hat. Diesen Grundsätzen, welche in der Thronrede nieder-gelegt sind, streben auch wir in Oesterreich nach mit Jnbezug auf die wirthschastlichen Reformen, und wenn ich nur einige Worte dieser Thron-rede anführen wollte, so sind eS namentlich die Worte: „daß die Heilung socialer Schäden auf dem Wege der positiven Förderung des Wohles der Arbeiter gesucht werden muß, daß auch die-jenigen, welche durch Alter oder Invalidität er-werbsunfähig werden, der Gesammtheit gegen-über einen begründeten Anspruch in höherem Maße auf die staatliche Fürsorge haben, als ihnen bisher zu Theil werden konnte; daß es eine der höchsten Aufgaben eines auf den sittlichen Fundamenten des Christenthums ba-sirenden Staates ist, die rechten Mittel und Wege dazu zu finden!" Diesen Bestrebungen gehen anch wir nach: wir trachten auch bei uns, nach ähnlichen Grundsätzen vorgehend, diese Reformen durchzuführen. Als ein erfreu-liches Zeichen der Zeit möge es genannt werden, daß das jüngere Geschlecht, welche» an dm blutigen Heldenkämpfen, denen das Reich seine heutige Größe verdankt, theilgenommen hat, von gut nationalem Geiste erfüllt ist. (Lebhafter Beifall,) Auch dies ist wohl das Verdienst Ihres Reichskanzlers, diesen Geist neu geweckt zu haben; eS ist das Werk Ihres großen Staats-mannes, von dem jeder Deutsche, wo er auch wohne, mit Stolz sagen kann: unseres BiSmark. (Wiederholter Beifall.) Der Satz enthält woh Auf dunklen Wegen. Roman von Ed. Wagner. <50. Fortsetzung.) „Ich kam, um Ihnen einen Vorfall zu er-zählen, der sich vorgestern in Mont Heron zu-getragen hat," antwortete Alexa. „Ich weiß Niemanden, zu dem ich sonst gehen könnte. Wollen Sie mich anhören, und mir sagen was ich thun soll?" „Gewiß, sprechen Sie nur. Sind Sie be-leidigt worden?" „Nein." „Mrs. Jngestre hatte mir die traurige Geschichte von Montheron erzählt," berichtete Alexa. „Sie sagte mir, daß das Zimmer, in welchem Lord Montheron ermordet worden war, seit der Durchsuchung seitens des Gerichts ver-schloffen geblieben ist." ..Ja, ja; ich weiß das!" DaS Mädchen zögerte. Wie viel konnte sie sagen, ohne sich zu verrathen? „Ich hatte die Geschichte des Mordes schon vorher gehört," fuhr sie fort, „und war begierig, die Unglückszimmer im Schloß zu besuchen. Ich glaubte," und ihre bisher leise Stimme schwoll plötzlich an, ihrer Ueberzeugung mächtigen Ausdruck gebend, „daß Lord Stratford Heron un° schuldig war an dem Mord, wegen dessen er verurtheilt wurde." Lady Wolga richtete sich auf und blickte das Mädchen entsetzt an. „ES war nicht seine Hand, welche seinen unglücklichen Bruder erschlug," fuhr Alexa be-geistert fort. „Er war kein Kain, sondern ein verkannter und unschuldiger Mann, ein Opfer der Justiz und oes HaffeS!" Lady Wolga glaubte ihren Ohren kaum zu trauen. Solche Worte hatte sie noch nie ge-hört. Aus Alexa's Auge» leuchtete ein Feuer, welches sie electrisirte. Sie schlang ihre Anne um Alexa und drückte sie mitJnbnmst an ihr Herz. „Sie hörten die Geschichte," rief sie, „und doch hielten Sie ihn für unschuldig?" „Ich bin überzeugt, daß er unschuldig ist!" rief das Mädchen. „Und seine Unschuld soll vor aller Welt bewiesen werden." „Aber das ist mehr Enthusiasmus," sagte Lady Wolga, indem sie erbleichend in ihren Stuhl zurücksank. „Ich hörte nie zuvor Jemanden den Glauben an seine Unschuld äußern. Gewiß haben Sie nicht alle gegen ihn zeugenden That-sachen gehört. Niemand außer mir, die ich ihn so gut kannte, konnte an den vielen zufällig zu-sammensloßenden Beweisen zweifeln." „Lassen Sie mich weiter erzählen. Kch ver-anlaßte Mrs. Jngestre. die Zimmer zu öffnen. Puffet schloß sie auf und machte Feuer in dem großen Kamin. Wir giengen Alle hinein: Mrs. Jngestre, Mrs. Matthews, Mr. Puffet und ich." „Und Sie fanden nur den Staub, der sich während der vielen Jahre auf die Mobilien und den Fußboden gelagert hat." „Ich fand mehr als das. Der Schein des Feuers drang in die tiefen Spalten der Ver-zieruny an der Bettstelle und einer der Strahlen traf ein Stückchen Gold, welches in einer solchen Spalte verborgen lag und mir in die Augen fiel. Ich zog es heraus und es erwies sich als ein Stück einer Kette, — einer Herren-Uhrkette. Es ist den Augen Aller, die das Zimmer durch-suchten, entgangen, und ich mußte es nach so vielen Jahren finden." „Wo ist eS ?" „Ich glaubte, daß es dem Mörder gehört hatte und in dem Kampfe, welcher dem Morde voranging, diesem von dem unglücklichen Mai» qniS ertriffen worden war. Ich brachte es sogleich zu Mr. Talton, welcher eS nebst den Aussagen der MrS. Jngestre, MrS. MatthewS. Mr. Puffet und den meinen unter Siegel hat." „Ich muß es sehen!" rief Lady Wolga erregt. „Mit dem nächsten Zuge reise ich nach Mont Heron." „Ich liabe zwei Glieder der Kette mitge-bracht, um sie Ihnen zu zeigen. Niemand erkennt die volle Wahrheit der sagt: „Die Nation soll fortwährend daran arbeiten, große Männer zu erzeugen." Wenn man sieht, was Einzeln«, wenn a» die rechte Stelle gefetzt, für die Nation zu leisten vermögen, fo muß man diesen Satz un-bedingt unterschreiben, und wenn BiSmark eine Aeußerung unterschrieben hat, „im Dienste deS Vaterlandes reibe ich mich auf", so ist auch dieS wahr: denn leider Gottes fehlen so stolzen Worten im Volke oft die entsprechenden Thaten, und mir ein Bürgerthum, daS mitarbeitet an den großen Aufgaben der Zeit, hat daS Recht, auch darin mitzureden. Das Bürgerthum muß daher zur Ergänzung großer Männer deren schöpferische Art als Maßstab für eigenes Voll-bringen annehmen, zum Heile der Nation und ihres Vaterlandes. Die Nachwelt wird staunen, wie wenig Verständniß so große Männer in der Mitwelt gefunden haben. (Lebhafter Beifall.) Ich glaube nun, daß wir Alle freudigst die jetzt bestehenden innigen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich btgrüßen, und es ist gewiß der Wunsch berechtigt, daß dieselben im beiderseitige» Interesse und in Anbetracht der vielfach gleichen ProductionSbedin« gen auch auf das wirtschaftliche Gebiet ausgedehnt werden möchten. Diese Vereinigung ist in ihrer ersten politischen Hälfte zum halb voll-brachten Werk gediehen, denn wenn man in den letzten Jahren wiederholt Zeuge des Zusammen-treffens der Kaiser von Deutschland und Oesterreich war, so nmß man sagen, daß solcher Herzlichkeit mehr zugrunde liegt, als ein für die Öffentlichkeit bestimmter Etiquettenbesuch. Mm, muß die Empfindung haben, daß sich da zwei Nachbarvölker, durch tausendjährige Beziehungen verknüpft, nach kurzem Streite versöhnt sich die Hände reichend, gegenüberstehen, sich im Inner-sten Schutz und Trutz gelobend, gegen äußeres Ungemach und allenfalls im Innern vorhandene Feinde. (Stürmischer Beifall.) Meine Herren! Vielfach gleiche Feinde bedrücken uns Beide : die social-ökonomischen Gegensätze bestehen wie bei Ihnen so auch bei uns, und gleiche Be° drängniß großer BevölkerunaSclassen muß natur-gemäß auch die gleichen Wünsche und gleichen Bedürfnisse zeitigen. Somit ist eS nebst der nationalen auch die wirthschaftliche Jnteressenye-meinschast, die uns verbindet, unv diese Gemein-schaft der Interessen soll nicht nur zur Durch-führung gleicher wirthscbastlicher Reformen, sie soll auch zur wirthschaftlichen Einigung beider Reiche führen. Dies wird Jeder von unS zu unterstützen bereit sein. Worin besteht mm die wirthschaftliche Reformpolitik, die wir anstreben? Sie besteht durin, daß wir in beiden Reichen Gesetze wünschen, durch welche dem Arbeiter-und Handwerkerstand Erleichterung seiner Existenz gewahrt wird, und daß auch der Bauernstand, wie Bismark schrieb, sich zur Bekämpfung jener sie oder erinnert, eine ähnliche Kette gesehen zu haben. Hier sind die Glieder. Sagen sie mir, Mylady," und Alexa's Augen hingen durch-bohrend an den Lippen ihrer Mutter. als wollten sie die Antwort schon im Voraus von denselben ablesen, „haben Sie jemals eine Kette wie diese gesehen? MrS. Jngestre meint, sie müsse Lord Stratford Heron gekört haben. Mr. Dalton glaubt, daß sie im Besitze bei ermordeten Marquis gewesen sein könnte. Wenn Sie sie nicht kennen, bitte ich Sie, Felice zu rufen, vielleicht kann sie Auskunft darüber geben," und Alexa dachte wieder an Pierre Renard. Lady Wolga nahm die beiden Glieder der Kette aus Alexa's Hand und bettachtete sie lang und aufmerksam. „Haben Sie jemals eine Kette wie diese gesehen, Lady Wolga?" fragte das Mädchen nochmals. „Lord Stratford Heron besaß keine solche Kette, erklärte Lady Wolga bestimmt. Sie ist so eigenthümlich, daß ich sie nicht hätte ver-gessen können; auch habe ich sie nicht bei dem ermordeten Marquis bemerkt, ^ch bin fest überzeugt. daß sie dem Mörder gehörte." „Vielleicht kennt sie Felice ?" Lady Wolga schüttelte den Kopf. „Wir wollen sie Felice nicht zeigen." sagte sie. „Ich denke. — ja, ich weiß eS ganz gewiß. Benachtheiligung vereinige, welche die wirthschaft-liche Gesetzgebung seit einem Menschenalter ihm stetig zugefügt hat. Geht der Bauernstand aber zugrunde, so wird die Industrie und das Ge-werbe ihre besten und stärksten Käufer verloren haben, und da weder Oesterreich noch Deutsch-land, jedes für sich, ein sich selbst genügendes Pro-ductions- und Absatzgebiet bildet, so soll dies durch Zolleiiiigung erreicht werden; denn die wahre Jnteressenharmonie liegt in der gegen« seitigen Unterstützung der verschiedenen ArbeitS-gebiete, nicht aber in dem hartherzigen Manche-sterthum. das unter dem Vorwande, die Frei-heit des Einzelnen zu wahren, ganze Stände und damit den Einzelnen und den Staat — die ganze Nation — zu Grunde gehen läßt. (LauteS Bravo.) Zu den Anhängern der Bis-mark'schen Resormpläne gehören darum hüben und drüben die ehrlichen Vertreter der arbei-tenden Classen der pioducirenden Stände. Und nicht um mit den Handelskammern kleinlich u zanken, wie manche Zeitungen eS anSpo-aunen, sondern um eine großartige Handels-Politik zu inaugurircn, hat Bismark den Posten des Handelsministers übernommen. Meine Herren! Die socialen Gegensätze wurden durch daS Princip der freien Concurreuz und durch die Ueberuiacht des Capitals in einer Weise ver-schärft, daß das Einschreiten deS Staates in dessen eigenstem Interesse gewiß unvermeidlich geworden ist. An die Stelle abstracter Principien-fragen sind schwerwiegende materielle Interessen-fragen getteten. Mit der Phrase vom Kampf gegen daS System und gegen die auf den wich-tigsten Gebieten des StaatSlebens auftretende Reaction ist Gott sei Dank, kein Erfolg mehr zu erzielen; es handelt sich bei den Gegnern daher nicht um volksthümliche Opposition, fon-der» lim impotente Negation, um unklare Pro-gramme, voll von Widersprüchen, welche den Wählern Sand in die Augen streuen und Ver-wirrung erregen sollen, und die über die wich-tigsten wirthschaftlichen Fragen nichts bestimmtes sagen. Es ist impotente Negation, wenn in dieser Weise agitatorisch in den Kreisen des deutschen Volkes fortwährend gewühlt wird. Erfreulich ist eS daher, daß besonders auch in dem heranrei-senden Geschlechte, welches wahrhaft freisinnig ist und den Staatsbegriff in höherem, in wahr-haft nationalem Sinne erfaßt, die abgewirth-schasteten Parteien ihre größten Gegner finden. Diese abgewirthschafteten Parteien wollen von ihren Docttinen und Theorien nicht ablassen; sie entscheiden alle Fragen nach der Papier-schablone; sie raffen sich nie zur idealen Auffassung der Dinge auf. und die schwerste Folge oavon war, daß bei Ihnen der ParticularismuS, bei uns in Oesterreich der Föderalismus neue Blüthen zeitigte. Gewöhne man sich doch endlich, die Wohlfahrt des Ganzen über den Werth von daß ich schon eine Kette wie diese gesehen habe." „Sie? Aber wo? Wo? "rief Alexa erregt auS. Ich muß erst ganz sicher sein, ehe ich mehr sage," erwiederte Lady Wolga. „Sie haben Recht gethan, mit Ihrer Entdeckung zu mir zu kommen. Lassen Sie mir diese beiden Glieder nur wenige Tage, und ich will sehen ob nicht mehr Licht in die Sache zu bringe» ist." Alexa zögerte. Es schien ihr, daß Lady Wolga, mit dem Gedanken an eine Heirath niit Lord Montheron beschäftigt, nicht hinreichend interessirt sein könnte, den Namen ihres Gatten, von dem sie geschieden war, wieder herzustellen und ihm zu seinem Recht zu verhelfen. Sie war nicht geneigt, einen Theil dieser Ausgabe aus eine Ändere zu übertragen, selbst nicht auf ihre Mutter, die sie doch so innig lieben gelernt hatte. Lady Wolga bemerkte ihr Zögern. „Ich sehe, Sie wollen mir diese Fragmente nicht lassen, auch nicht auf wenige Tage," sagte sie. „Mein Kind, Lord Stratford Heron war mein Gatte. Diese Dinge können seine Unschuld beweisen, und sie gehören mir. bis sie vor Gericht gebraucht werden sollten." „Sie mögen sie bis zu der von Ihnen ge-nannten Zeit behalten Lady Wolga; aber wenn Sie Ihren Verdacht im Betreff der Eigenthümer-schaft der Kette bestättigt finden, bitte ich Sie mich in Ihr Vetrauen zu ziehen. Ich beanspruche Doctrinen und über daS Interesse des Einzelnen zu setzen; wenn dieS geschieht, dann haben die deutschen Helden nicht umsonst gekämpft und ge-blutet. (Beifall). Wir wollen daher, daß nicht ein vaterlandSloseS Speculantenthum an Stelle der productiven Stände trete und etwa die Früchte der Volksarbeit allein genieße, llm jeden Preis wollen wir verhindern, daß eine derartige Sklaverei in unseren Reichen eingeführt werde, und wollen entschieden Jenen entgegenarbeiten zu aller Zeit, welche sich die Corruption der germanischen Raze, bewußt oder unbewußt, zum Ziel gesetzt haben. (Rauschender Beifall). (Ja, mein? Herren, der Staat muß nach meiner An-sicht die Arbeit vertreten in erster Linie und nicht das Capital. Und dieses volksthümliche Princip vertritt Ihr Reichskanzler. Der Staat hat eben nicht blos für die Rechtssicherheit zu sorgen, sondern er muß sich auch um das ma-terielle Wohl seiner Bürger kümmern, damit jeder im Staate ein menschenwürdiges Dasein führen kann. Die Versöhnuug zwischen Capital und Arbeit ist es daher in erster Linie, was mir anstreben, und eine Wohlfahrtspolitik Gunsten der redlichen Arbeit und im Jnieresse der Gesammtheit ist in Oesterreich wie in Deutsch-land gleich nothwendig. Mög« es gelingen, dies nach und nach durchzuführen. Meine Herren! Sagen wir uns die Wahr, heit offen und ehrlich, daß die sogenannte mo-derne Gesetzgebung wie man sie in der Regel nennt, bis jetzt in den letzten Jahrzenten die Verarmung in weiten Kreisen des Volkes geför-den hat. Man kann sagen, daß oft nach dem Grundsatze verfahren wurde: „Dem, der hat, wurde gegeben, dem der nichts oder wenig hat, dem wurde genommen." Derart wurden so viele Angehörige prodnetiver Stände zum Schulden-machen gezwungen und zugrunde gerichtet. Man sagte auch, man dürfe aus dem jetzt eingeschla-genen Wege der Reformpolitik nicht zu weit ge-hen, den» sonst verstimme man zu sehr die großen Capitals-, Geld- oder Finanzkräfte und Mächte, deren Hülfe der Staat braucht, um sich ge-genwärtig halten zu können. Man vergaß dabei, daß diese Kräfte bisher stets international waren, daß sie ein Geschäft daraus machten, wegen des Gewinnes und nicht aus Pattiotismus. (Stür-Mischer Beifall.) Wir könnten davon in Oester-reich so manche Geschichten erzählen, und viel-leicht dürste dies auch bei Ihnen möglich sein. (Lebhafte Zustimmung.) Ich bin also der An-sicht, wie Sie auS meinen Ausführungen entnehmen können, daß der Staat, der auf diese Finanzkräfte und Mächte angewiesen ist. in einer sehr unerfreulichen Lage erscheint; denn nach meiner Ansicht würden diese Kräfte den Staat halten, wie der Sttick den Gehängten. Große Heiterkeit.) Die wirthschaftliche Interessengemeinschaft dieses Vertrauen als mein Recht; denn ich habe die Kette gesnnden und gelobt, den Namen Lord Sttatford Heron's von jedem Schatten von Schmach zu reinigen?" „Sie!" rief Lady Wolga verwundert. „Welches Interesse können Sie an seiner Recht-sertigung haben? Sie kannten ihn nicht. Sie haben ihn nie gesehen. Die Lente, welche Ihnen die Geschichte des Mordes erzählten, glaubten an seine Schuld. Wie kommt es, daß Sie nicht wie diese daran glauben? Sie handeln auf Grund eines romanhasten Impulses. Was können Sie thun, um einen edlen Namen, der so schmählich geschändet, zu reinigen ? Und wenn Sie etwas thun könnten, ist es doch nicht Ihre Sache es zu thun. Die Pflicht und das Recht mein —" „Aber Mylady — " „Nein, nein," unterbrach Lady Wolga das Mädchen, „das ist nicht Ihre Sache, fordern die meinige. Ich habe gelobt. Lord Sttatford Heron's Namen von jedem Makel zu befreien, und wenn eS möglich ist, werde ich eS thun. Seit Jahren habe ich im Stillen gewirkt, aber vergebens. DieS ist die erste, wirkliche Spur, die ich erlangte. Der Himmel segne Sie, daß Sie sie gesunden und mir brachten. Ich werde diesen Dienst nicht vergessen, selbst wenn er er-folglos bleiben würde. Aber wenn diese Spur zwischen Deutschland und Oesterreich wird trotz alledem zu den gleichen wirtschaftlichen Reformen im Innern und zur Bildung eines gemein-famen Zoll- und HandelSgebieteS führen, und es wird dadurch die bestehende politische Freund-schaft im beiderseitigen Interesse bis zur Unauf-löslichkeit befestigt werden. Jeder Schritt im Leben ist bekanntlich mit Schwierigkeiten ver-bunden; doch die allmähliche Beseitigung dersel-den ist durch consequente Arbeit möglich, und man kann das Ziel erreichen, um so eher, wenn aus der Mitte deS Volkes selbst der zustimmende Ruf erschallt. Ein solcher Ruf ist kürzlich am 18. März 1882 ertönt in Wels in Ober-öfter-reich, wo Tausende oberösterreichische Bauern ein-stimmig die Herstellung der Zolleinigung zwischen Deutschland und Oesterreich in ihr Vereinspro-stumm aufgenommen haben (Beifall). Und die heut eingelaufenen Zuschriften und Telegramme aus Oesterreich mögen Ihnen beweisen, daß mir auf dem Wege sind vorwärts zu schreiten in der eingeschlagenen Richtung, und daß sich die Zahl unserer Anhänger stetig vermehrt. _(Fortsetzung folgt.)__ Sotitische Kundfchau Ettli. 14. Juni. Inland. Vor dem Landesgerichte in Lemberg be-gann am 12. d. der große Hochverrathsproceß gegen die verhafteten Ruthenen. Am 11. d. fand in Schäßburg (Sieben-bürgen) eine Versammlung von 4000 Sachsen statt. Dieselbe nahm eine Resolution an. welche die Verdächtigung gegen die Staatstteue der Sachsen zurückweist und dem deutschen Schulver« ein die Sympathie ausdrückt. Ausland. Im deutschen Reichstage hielt gelegentlich der zweiten Lesung der Tabakvorlage Fürst Bismark eine zweistündige Rede. Einzelne Stel-len derselben klingen gleichsam wie ein Manifest an die Völker Europas gegen die republikanische Propaganda eines gambettischen Frankreichs und des nihilistischen Rußlands. Mit besonders warmen Worten gedachte der große Staatsmann der Freundschaft mit Oesterreich. Das Doppel-reich, von dem man 1848 und später geträumt habe, eS bestehe jetzt und werde in Zukunft noch größere Vedeutung erlangen. Die Rede klingt in einen Appell aus, den nationalen Ge-danken aufrecht zu erhalten und den FractionS» geist zu beschwören. In Rußland wurde Graf Jgnatieff feines Amtes enthoben und durch den Akademie-Präsidenten Grafen Dimitti Tolstoi ersetzt. Da beide der großrussischen Partei angehören und intime Fühlung mit den Panslaoisten Aksakoff und Katkoff haben, so scheint dieser Personen-Wechsel wohl keinen Systemwechsel zu inauguri- auf den rechten Weg zur Klärung des Dunkels führen sollte, wenn die Wahrheit an'S Licht käme und Lord Stratford Heron vor den Augen der Welt gerechtfertigt werden sollte, würde ich Ihnen auf meinen Knieen danken und Sie segnen, Ihre Zukunft soll meine Sorge fein, Alexa. verlassen Sie sich darauf." Sie neigte sich vorwärts und küßte das bleiche, liebliche Gesicht des Mädchens wieder und wieder. Aber Alexa war nicht gesonnen, ihre Aufgabe ganz fallen zu lassen und in andere Hände zu legen. „Ich habe mir vorgenommen, Lord Strat-ford Heron zu rechtfettigen," sagte sie zitternd aber ernst, „und kann die mir gestellte Aufgabe nicht aufgeben, selbst nicht an Sie übertragen. Sie werden bald Lord Montheron heirathen —" „Richt, ehe das Geheimniß aufgeklätt ist," siel ihr Lady Wolga ins Wort; „nicht, bis ich diese Spur bis an'S Ende versolgt habe. Ich weiß nicht, warum ich so offen zu Ihnen spreche. Alexa; aber Si« scheinen mir nahe zu stehen, und ich spreche mit Ihnen, wie ich mit keinem andern Menschen sprechen könnte. Ich li.'bte meinen Gatten von ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Ich liebe ihn noch. Wenn er am Leben wäre und er mich noch liebte wie einst, würde ich Alles preisgeben und ihm folgen. Gern möchte ich mit ihm auf der ödesten Jnfel ren. — Aus Petersburg wird weiters gemeldet, daß der Kriegsrath in Anwesenheit des Ezaren beschlossen habe, die Befestigungen an der gali« zischen Grenze durchzuführen. Die Erbitterung der Egypter gegen die Fremden hat bereits den Gipfel erreicht. Die lange befürchteten Unruhen sind auSgebrochen ; am 11. d. kam eS nunmehr zu einem Massacre, das, wie neuere Nachrichten melden, Hunderte von Opfern forderte. Unter den Verwundeten befindet sich auch der englische Eonsul. Eorrespondenzen. Marburg, 12. Juni. (Orig -Eorr.) fU n g e-s u n d e Z u st ä n d e.] Unsere Verhältnisse in politischer Beziehung sind sehr ttaurige. Nach echt deutscher Art und Sitte sind unsere maßge-benden Männer in 3 Parteien gespalten, und unsere politischen Gegner freuen sich dieses Um-standes nicht nur sehr, sondern nützen ihn mit anerkennenswerten Verständniß aus. Statt unter der Devise „Seid Eins!" zu stehen, sich gegen-seitig zu unterstützen und dabei das deutsche Wohl im Auge zu haben, wird bei unS über kleinliche Geschichten herumparlamentirt und dabei auf Wichtiges vergessen. ES hat an An-regungen die politische Schwüle in der zweit-größten Stadt SteiermarkS zu verdrängen nicht gefehlt. — aber was nützt das! Es war ja der A oder der B! So ist die größte Pro-vinzialftadt des Landes, die Führen» im Streite deS Unterlandes mit unseren politischen Feinden sein sollte, durch kleinliche Uneinigkeiten und Privatgeschichten gerade in politischer Beziehung für Untersteiermark fast eine Null. Es ist bitter genug für einen Marburger dies in diesen Tagen niederschreiben zu müssen, aber dieser unleidliche Zustand muß ja doch ein Ende nehmen, und jeder, der deutsches Denken und Fühlen sein Eigen nennt, in dessen Brust die deutsche Idee wohnt, möge nach seiner Art sein Scherf-lein zur Sanirung unserer politischen Verfallenheit beittagen. Während wir im stolzen Gefühle der Sicherheit ans unsere Mitbürger und Parteige-genossen in» Unterlande- vergessen, und interne Angelegenheiten mit mehr Leidenschaftlichkeit behandeln als eS gerade nöthig ist, wächst unferen sauberen Gegnern der Kamm gewaltig. Neben uns wird eine slavische Propaganda losge-legt, von der sich viele unter uns nichts ttäumen lassen, und wie zum Höhne erscheint hier in unseren Mauern! slovenisches undl deutsches Sla-venblatt mit der Tendenz — Vernichtung des DeutfchthumS im Unterlande, durch Erzeugung slavischen Nationalgesühles einerseits, und ander« seits durch Predigung einer passiven Oppottuni-tätspolitik für die Teutschen im Unterlande unter der Devise „Alles für Gott, Kaiser und Vaterland!" Aus unseren Mauern stammt der Mann der aus dem uns feindlichen Lager seine leben, gern würde ich mich mit ihm in der schrecklichsten Wildniß verbergen, — könnte ich nur bei ihm sein! Ich habe nie aufgehört, seinen Tod zu betrauern. Mein Leben ist wüst und fast unerträglich gewesen ohne ihn und seine Liebe." „Und doch wollen Sie wieder heirathen?" entfuhr es Alexa's Lippen in bitterem Tone. „Ich versprach Lord Montheron meine Hand als Preis für die Rechtfettigung meines Gatten!" sagte Lady Wolga. „Ich liebe den jetzigen Marquis nicht; aber ich halte meinen Gatten, — ich meine Lord Sttatfort Heron, — für todt, und wünschte, sein Andenken zu ent-lasten! Sie sehen daß es meine Pflicht ist die Spur weiter zu verfolgen, die Sie gefunden haben." „Wir wollen zusammen wirken!" erklätte Alexa. „Ich habe die Spur entdeckt. Sie mögen sie weiter verfolgen. Ziehen Sie mich in Ihr Vertrauen, Lady Wolga, wie ich Ihnen das meinige geschenkt. Glauben Sie mir. wenn Lord Stratford Heron's Name von der an ihm haf-tenden Schmach befreit werden könnte, werden Sie nicht bereuen, mir erlaubt zu haben, Ihnen zu helfen." Alexa blickte Lady Wolga mit ihren blauen Augen so liebevoll und innig an, daß der In-stinkt der Mutter, wenn auch unbewußt, sich in Stimme im Landtage für seine Parteigenossen sofort erhob. — Und wir? geschwächt durch die Spaltungen und Zerklüftungen im eigenen Lager bilden nicht einmal eine nennenswetthe Macht zur Abwehr, wo wir kraft der Jntelli-genz, die in unseren Abtheilungen wohnt, kraft des numerischen Uebergewichtes frisch zum An- 6riff, zur Lahmlegung der Geldsackpolitik unserer ellenjagenden, nach Macht und Bedeutung haschenden Widersacher schreiten sollten! Mehrere unserer Mitbürger, ohne Führung, ohne das Bewußtsein der Macht, die wir einig repräsen« tiren, sind heute schon durch die feigen Denun-ciationen, durch die Kriechereien um ihre Gunst und ähnliche saubere Mittel so schwach geworden, daß sie ihren Vortheil bei der activen Partei wahrznnehmen meinen. Die zweitgrößte Stadt des Heimatlandes, die größte des Unter-landeS erfüllt ihre Pflicht nicht! Ihre Stimme, ihre Thätigkeit wird im Unterlande mit schwerem Herzen vermißt. Stteben wir Alle zur Einigung unserer Patteien auf nationaler Grundlage, treten wir wenigstens in nationalen Fragen und Arbeiten treu und fest zusammen, bis der Weg gefunden werden wird, auf dem wir auch in anderen Beziehungen vereint mit einander werden fortschreiten können. Es wäre keine Schwierig-seit bei uns eine völlige Umgestaltung der Ver-hältniffe über Nacht zu Stande zu bringen, aber es muß Alles wollen, und jenen Männern, die sich an die Spitze stellen. Alles ehrlich deutsch helfen! _ Nruhans am 11. Juni. (Orig.-Eorr.) [93 i e I Geschrei und wenig Wolle.) Der Mensch hat die Sprache um seine Gedanken zu ver« bergen — schon gar wenn er seine Erziehung in der bekannten Priesterschule mit dem sehr merkwürdigen Lehrer genossen hat. Unter dem Schlagworte „Schreibet Wahrheit" versucht man eS, im „SIgv. Gospodar" meine letzte Eorres-pondenz der Lüge zu zeihen. Die Korrespondenz im GoSpodar ist beträchtlich lang und enthält eine Darstellung der von mir besprochenen Ge-meinderachssitzung, durch welche der Gallimathias welcher den Bauern vorgemacht wurde, in ein besseres Licht gestellt werden soll. Es kann meine Sache nicht sein mit einem Eorrespon« denken deS „Slovenski GoSpodar" über Lüge und Wahrheit zu rechten, doch will ich den des Langen und Breiten entwickelten Ideen deS jungen unerfahrenen ManneS die Ehre anthun, sie deshalb in Schlagwotten hier zu nennen, weil dieselben und immer dieselben von dem Trosse der Slavenerzeuger ausgesprochen werden, und wohl jedermann bei uns zu Lande weiß, daß hinter diesen laut ausgesprochenen Ideen mancher Gedanke verborgen ist, der die Ver-öffentlichuug in einem untersteirischen Bauern-blatte aus dem Grunde scheuen muß, weil der Brust der Lady regte, wie schon bei früheren Gelegenheiten. „Ich nehme Ihren Vorschlag an," sagte sie. „Sie sollen mir helfen, Alexa. Ihr Enthusiasmus in dieser Sache, die mir so theuer, ist unerklärlich; eS müßte denn die Annahme zu-treffend sein, daß Sie ein romantisches Mädchen sind." „Mein Enthusiasmus entstammt der festen Ueberzeugung von Lord Sttatfords Heron's Unschuld, nicht einer romantischen Idee. Ich würde gern mein Leben diesem Werke widmen." „Sie können Ihr Leben keinem Werke widmen, an dem Lord Kingscourt nicht einen Antheil hat," entgegnete Lady Wolga lächelnd. „Da fällt mir ein, daß ich mit Ihnen über ihn zu sprechen wünschte. Er hat mir von seiner Liebe zu Ihnen gesagt und seine Hoffnung ge« äußert, Ihre Zustimmung zu einer baldigen Heirath zu erlangen. Er hat zweimal an Ihren Vater in Griechenland geschrieben, aber dieser hat noch nicht geantwortet. Wie wäre es, wenn ich an Ihren Vater schriebe und ein Wort für den Grafen einlegte? Ich möchte Sie gern mit ihm verheirathet seh?n." „Das kann nicht geschehen, so lange ich das Geheimniß meiner Zusammenkünfte zu Elyffebourne mit dem Fremden nicht erklären kann: und vielleicht werde ich dazu nie im Stande unsere Bauern Gottlob vorläufig noch nicht einen Grad von Dummheit besitzen, welcher nothwendig wäre, um mit ihnen alleS machen zu können was dem Panslaviften genehm ist. Nehmen wir also in Telegrammstyl die weisen Expectorationen unseres Wahrheitshelden mit der Feder. „Von einem Slovenifchen Königreiche hat es noch keinem nichtbetrunkenen Slovenen geträumt, das ist nur ein „Bau-Bau", den sich einige Feinde ausdachten, die damit das arme Volk schrecken wollen." „Es ist nicht möglich, Steiermark zu zerreißen." „Durch dieSlovenisirung der 4 unteren Gymnasialclassen werden die Slovenen leichter lernen, und es wird ihnen nicht nothwendig sein 2 Jahre in der ersten Classe zu sitzen zur Schande und zum Schaden der Eltern." „In der Lehrerbildungsanstalt aber wollen wir das gute Erlernen des Deutschen seitens unserer slovenischen Studenten." So geht diese Sache weiter. Wir nehmen Act davon, daß sich der „Slov. GoSp." sorgsam hütet, seinem Lesepub-licum von „Slovenien" etwas auszusprechen, denn — der untersteirische Bauer ist eben Steirer und würde nie und unter keinen Umständen Lai-bach als Hauptstadt anerkennen. Den folgenden blödsinnigen Sah lassen wir ohne Bemerkung. Durch die Slovenisirung der vier unteren Classen der Gymnasien wäre, wie Jedermann, der halb-wegS mit den Verhältnissen deS Cillier und Marburg er Gymnasiums vertraut ist, weiß, gar nichts gewonnen, wol aber viel verloren. Wegen Mangel an Kenntniß der deutschen Sprache ist noch kein Schüler „sitzen geblieben", dessen Leh-rer in den Elementarclassen so ehrlich war, seine Schüler mit der deutschen Sprache dürftig auSzurü-sten.Die deutschen Lehrbücher, wenn auch nur zum Theil, durch slovenische zu ersetzen, damit eini° gen Hetzern Recht geschehe, ist aber nicht nur Unsinn, sondern ein Verbrechen an.der Erziehung. Die Pflanzstätte der Slavisirung des Unterlandes, die Lehrerbildungsanstalt in Mar-bürg, wird als ein Institut hingestellt, wo man nach Erlernung des Teutsche» dürstet! Da hört sich Alles auf! Wenn die Herren Slovenen eS auf Bildung des Volkes abgesehen hätten, wäre durch strengste Ueberwachung des Unterrichtes in der deutschen Sprache in den Schulen am Lande anl billigsten und einfachsten Alles erreicht, da aber schweigt die Geschichte vollkommen — und leider hat die „liberale" Regierung nicht zum fieriilgen Theile die Schuld an all' dem Un-inn, den man jetzt als billigste, gerechteste, ge-ringste und natürlichste Forderung hinstellt. Hin-ter allen diesen Forderungen aber grinst der Slavismus, dem man in Marburg zwei Pflanz-stätten von großem Einflüsse und großer Be-deutung offen hält. Rann, 12. Juni. (Orig.-Corr.) [Schaden-feuer. Feuerwehr.) Sonntag den 4. d. sein. Ich denke jetzt nicht an's Heirathen. Bitte lassen Sie uns nicht davon sprechen." Bald darauf erhob sich Alexa, um sich zu entfernen. Lady Wolga nöthigte sie zu bleiben, jedoch das Mädchen lehnte entschieden aber freundlich dankend ab. Währenddessen war Pierre Renard nicht müssig gewesen. Er erkannte die nahende Gefahr und beschloß. Alexa zuvorzukommen. Er war zu einem letzten, verzweifelten Versuch, das Mädchen aus dein Wege zu räumen, fest entschlossen. 46. Kapitel. Z>n banger Ungewißheit. „Was soll das bedeuten?" fragte sich Pierre Renard selbst. „Vorgestern Abend kam sie an, gestern ging sie nach Leicester-Square zu irgend einen ihren Vater betreffenden Zweck, und von Leicester-Square begab sie sich zu Lady Wolga Clyffe. Ist ihr Vater doch noch im Hotel und hat mich der Kellner belogen, als er sagte, er sei nach Griechenland zurückgekehrt. Ist das Mädchen eine Mittelsperson zwischen Lord Stratford Heron und seiner geschiedenen Gattin? Da ist etwas im Werke, was ich nicht verstehe. Das Mädchen ist scheauer, als ich geglaubt hätte, und darum kann sie gefährlich werden. Lord Stratford Heron mag Verdacht gehabt haben, auf Grund dessen sie spionirt. Vielleicht hat sie — 4 — Nachmittags kam im Orte Riegelsdorf knapp an der kroatischen Grenze ein Feuer zum AuSbruche; 5 Wohn- und WirthschaftSgebäude sammt Vor-rathen, 2 Rinder und 3 Stück Schweine wur-den ein Raub der Flammen. Die hiesige frei-willige Feuerwehr wurde, nachdem die Ortschaft eine gute Fahrstunde entfernt ist. spät avisirt; ohne jeden Allarm nahm sie sogleich von der städtischen Requisitenkammer Aufstellung, von wo sie dann nach der Brandstätte commandirt wurde. Die erste Feuerprüfungsprobe siel über jede Erwartung musterhaft aus, trotzdem nur wenige alte Löschgeräthschafteu vorhanden waren. Sie bethätigte somit durch muthiges Ausharren ihre Lebensfähigkeit. DaS neue Institut wurde schon bei der Gründung von der Bewohnerschaft mit Freuden begrüßt, und dennoch schenkt die hiesige Gemeindevertretung demselben kaum eine Beachtung; es muß daS lebhafte Bedauern aus-gesprochen werden, daß die Stadtväter die vor 2 Monaten bestellten Requisiten bei dem betref-senden Fabrikanten nicht urgiren, da dadurch die practische Ausbildung verzögen wird. Wenn zwei Organe, ein Mitglied aus der Gemeinde und der Hauptmannstellvertreter der Feuerwehr feindlich gegenüber stehen, dann mögen diese privatim die Differenz anstragen, und nicht die Feuerwehr darunter leiden lassen, welche keinen anderen Zweck vor den Augen hat, als der Bewohner-schaft zu jeder Stunde, sei es bei Tag oder Nacht ohne jede Entlohnung schnelle Hilfe zu bringen. Mögen daher die jetzigen Stadwertteter recht bald zur löblichen Einsicht kommen, daß sie nach Maßgabe des Gemeindevermögens verpflichtet sind, der freiwilligen Feuerwehr mit den nöthi-gen Mitteln an die Hand zu gehen, damit der Unwille des Feuerwehrkörpers nicht hervortritt. Kleine Hbronik. Cilli. 14. Juni. [S p e n d c.] Der Kaiser hat für die durch den Hagel zumeist geschädigten Gemeinden deS Bezirkes Luttenberg 4000 fl. gespendet. [Todesfall.) Am Morgen des ver-flofsenen Sonntags verschied nach längerem schweren Leiden Frau Elife von Schrott, geb. Keser. Gattin des Major und Commandanten des hier garnisonirenden Feldjäger-Bataillons. Das Begräbnis fand gestern mit dem feierlichsten Gepränge, welches unsere Stadt zu bieten ver-mag, und nnter der zahlreichsten Betheiligung der Elite unserer Einwohnerschaft statt. Die Sympathien, welche die Verewigte allseits genoß, sowie das innige Beileid, welches man der tiestranernden Familie zollt, documeutirten sich auch in den prachtvollen Kranzspenden. Die Beisetzung der Leiche erfogte am städtischen Fried Hofe. [Zweierlei Maß.) Der Landesschnl-rath von Böhmen hat die Errichtung tschechischer etwas entdeckt. Zum Teufel! Ich will morgen selbst nach Mont Heron gehen und ihr daS Spiel verderben.'" Er kehrte in das Hotel seines Herrn zurück und fand diesen in seinem Wohnzimmer. Das sonst freundliche Gesicht Lord Montheron'S zeigte einen verdrießliche» Ausdruck und er sah finster aus, als sein Diener eintrat. „Ich habe mich selbst ankleiden müssen!" rief er mürrisch. „Nach Deinem Benehmen zu urtheil?», sollte ich meinen, daß Du in einem Winshause gewesen bist und getrunken hast," sprach Lord Montheron zornig. „Ich habe mit Deiner Un-Verschämtheit lange genug Nachsicht gehabt und hege Lust. Dich zu entlassen." „Sagen Sie nicht zu viel." entgegnete Reuard ruhig, aber in warnendem Ton; „sonst möchten Sie eS bereuen. Verstehen Sie? Solch' ein Gerede von Entlastung und dergleichen paßt nicht zwischen uns. Lassen Sie uns ernstlich und von Geschäften sprechen. Ich bin verschiedene Male in Leicester-Square gewesen und Jean hat das Haus mehrere Tage lang bewacht, aber wir haben von dem Flüchtling nichts gesehen." „Er hat das Land wieder verlassen?" „Ich glaube nicht. Gestern wollte ich einmal zusehen, ob er wieder in dem Hotel ange-kommen sei, wo ihn mein Bruder, wie sie wissen. Schul 'n in Nurschau, SoliSlan und Böhmisch-Kubitz durch den tschechischen Schulverein ge» nehmigt. die vom deutschen Schulverein ange-suchte Bewilligung zur Errichtung einer deutschen Schule in Sendorf bei Pardubitz dagegen ver-weigert. [Dr. Mosch e.] ein wie unsere Leser wissen ehemals deutscher Mann nunmehr aber Voll-blntslovene wird die Ehre haben den Redacteur der „Südfteirischen Post" am 21. d. w?gen der in gedachtem Blatte gegen Dr. Suppan veröffentlichten Lügen und Verleumdungen vor den Geschworenen zu vertreten. Als Ankläger wird Herr Dr. von Schrey aus Laibach fnn-giren. [Die „S ü d st e i r i s ch e Post") scheint sich mit einige» hiesigen und Marburger Schülern sowie Spitzeln ins Einveniehmen gesetzt zu haben, und besorgt das eben so geistreiche als ehren-werthe Geschäft des Verklagen», ganz nach Bubenmanier. [Dieser Mortimer st arb Euch sehr gelegen.) Wie die „Südst. Post" mit-theilt wurde von der Statthaltern die Abhaltung eines Tabors bei Cilli verboten. Wir bedauern ehrlich gestanden dieses Verbot, weil den Arran-geuren, die ja doch nur ein Fiasco erlebt hätten, erwünschte Gelegenheit zu diversen Faseleien ge-boten wird. [D e n u n c i a n t e n p a ck.) Der „Slov. Gospodar" droht zweien nntersteirischen Notaren welche, wie daS Ehrenblatt sagt auf sonderbarem Wege ihre Stellen erhielten, und stets in erster Linie gegen die Slovenen wühlen nächstens mit Denuntiation. Der geistliche Nationalfanatiker sagt zum Schluße: „Solche Vagabunden treiben uns ruheliebende (!) Slovenen zur Gegenwehr (!). Nun. es scheint, der geistliche Stteiter für weltliche Dinge wird wieder üppig, und will wieder einmal einen moralischen Ruthenstreich erhalten. [Ertrunken.) Das unbeaufsichtigt ge-lassene Kind des Inwohners Michael Sorko zu Polens, Gerichtsbezirk Marburg l. D. U. stürzte in ein Wasserschafs nnd ertrank. [M a s e r n e p i d e m i e.) Die dreiclassige Volksschule zu Hl. Geist bei Lotsche wurde wegen der unter den Schulkindern grassirenden Masernepidemie geschlossen. [Todtschlag.) Der Bauernbursche Urban Schöntag schlich an, 29. v. M. dem Grundbe-sitzerssohne Philipp Letonja als sich derselbe am HeOnwege befand nach, warf ihn zu Boden und versetzte ihm mit einem Prügel mehrere Hiebe. Letonja raffte sich auf, entwand seinem Gegner den Prügel und hieb nun mit demselben der an auf den Angreifer ein, daß derselbe zu-sammenbrach und unter den weiteren ungezählten Stteichen den Geist ausgab. [Eine Hinrichtung a n S Lange- gefunden hat. Zu meiner großen Ueberraschnng sah ich Miß Strange, die wir in Mont Heron verlassen, in einem Wagen wegfahren. „Bist Du sicher, das sie e» war?" „Ganz sicher. Ich miethete mir einen anderen Wagen und folgte ihr bis zu dem Hause der Lady Wolga Clyffe. Sie blieb zwei bis drei Stunden foN und fuhr dann nach einem Hotel in Westend, wohin ich ihr wieder folgte. Hier erfuhr ich, daß MrS. Jngestre daselbst logiNe, und daß Beide am Abend zuvor angekommen waren." „Eine seltsame Neuigkeit." „Ich hatte einen Plan entworfen, um mich Miß Strange zu bemächtigen und sie aus uuserem Wege zu schaffen." sprach der Diener weiter „und ging heute Morgen dahin, während Sie noch schliefen, um meinen Plan auszuführen. Da erfuhr ich aber, daß die Damen bereits wieder abgereif't waren. Sie hatten sich nur einen Tag in London aufgehalten." „WaS konnte sie hierher geführt haben?" „Miß Strange's Angelegenheit natürlich. Sie ging nach Leicester-Square. um ihren Vater zu sehen, welcher sich dort wahrscheinlich ver-kleidet aufhält, und dann nach Parkane, um ihre Mutter zu besuchen, und wahrscheinlich, um ihr die Thatsache von der Anwesenheit Lord Sttatford Heron's in England zu melden!" (Fortsetzung folgt.) weil«.) Mau schreibt aus Oberwarth: Ein furchtbares Verbrechen hält die hiesige Bevölkerung feit einigen Tagen gerechter Weife in größter Aufregung. Der aus Lber-Pobgorin bei Stadt Schlainigg im Eifenburger Comitate gebürtig« und daselbst wohnhafte blödsinnige Bettler Jgnaz Huisbaucr passirte dieser Tage den Goberlinger Wald und stieß dabei auf eine Gruppe Goberlinger Viehhirten, welche ihn aushielten und sich anfänglich mit ihm allerlei rohe Spässe erlaubten. Als ihnen dies nicht mehr behagte, kam einem der Burschen der Gedanke: „Standrecht" zu spielen; sie nahmen den ahnungs-losen Bettler in ihre Mitte und begannen mit den: üblichen Statarialverfahren, worauf sie ihn zum Tode verurtheilten. Die Execution ließ auch nicht lange aus sich warten und der Bedauerns-werthe wurde ohne jeden Pardon mit dem Peitscheurieinen an einem Baum gehenkt. Nun war aber diese entmenschte Bande noch immer nicht zufrieden; einige der Burschen trugen Rei-sig zusammen und zündeten unter dem Gehenkten ein Feuer an, welches den Unglücklichen am ganzen Körper verletzte. Zum Glücke kam im entscheidenden Momente eine Frauensperson desselben Weges, welche Zeugin dieses entsetzlichen Schauspiels wurde uud den Armen, nachdem die Verbrecher die Flucht ergriffen, von seinen Qualen befreite. Der dem Tode Entronnene konnte, als er die Besinnung wieder erlangte, nur kriechend seinen Wohnort erreichen. Die Viehhirten haben dieses Verbrechen auS purer Langeweile verübt. DaS gerichtliche Verfahren in dieser Angelegenheit wurde eingeleitet. [Ein M e d i c a m e n t zum Lache n.) Ein neues Haschisch oder Heiterkeitsrecept hat der französische Arzt Er. Lutton gegeben. Er gab Tinctura ergotini 5.0 Gramm, Natron phosphoricum 1,5 Gramm und diese Mischung erzeugte Heiterkeit und verscheuchte Gichtschmerzen. Bei Gemüthskranken angewendet, erregte sich allgemeines Wohlbefinden, leichte, heitere Ex-altation, Neigung zum Lachen, sogar angenehme Gesichtshallucinationen. Jedoch dauerte dieser Zustand «ur so lauge, als die Wirkung deS Arzneimittels anhielt. Die Dosis 9.0 '1'. ersj. und 2.7 Natr. pho-ph. bewirkte einen sehr leichten, angenehmen Rausch. Künstig kann man also seine Heiterkeit und Lebenslust dütenweiS ans der Apotheke beziehen. — [Eine d r o l l i g e A n t w o r t.) In einer fashionablen Töchterschule >» Detroit fragte die Lehrerin kürzlich, wie viele der Mädchen anwesend seien. AIS sie keine Antwort erhielt, wiederholte sie die Frage, woranf die jüngste antwortete: „ES sind achtzehn junge Damen anwesend, die Mädchen sind alle in der Küche." [R e d e n i st o f t GoldundSchweigen B l e i) sagt ein arabisches Sprichwort im Gegen-satz zu dem bekannten deutschen, die Araber schätzen überhaupt die Gabe der Rede recht hoch. Wie ihnen rasches Gehen als unangemessen gilt, ebensowenig ist ihnen schnelles und lautes Spreche» erlaubt. Der Koran lehrt: „Befleißige Dich, Deine Schritte zu mäßigen und einen leisen Ton zu reden, denn die unleidlichste aller Stimmen ist die des Esels." Ein arabischer Dichter bemerkt dazu: „Zahllos sind die Laster der Mensch«,, eines sühnet sie alle: Schicklich-keit der Rede." — [W a 3 e in „sch w i m m e n de s Hote l" verbraucht.) Die Wenigsten dürften eine klare Vorstellung davon haben, was in den fchwimmden Hotels, die wir Poftdampfer nennen, auf dem Wege von Hamburg nach New-Aork und wieder zurück consumirt wird, und so mag hier beispielsweise der Proviant des Hamburger PostdampferS „Gellert" angeführt werden, den derselbe während einer seiner letzten Reisen ver-brauchte. Die Mannschaft bestand auS 112 Personen, und INS Passagiere waren vorhanden. Aus jener 26 tägigen Fahrt (hin und zurück nämlich) wurden gebraucht: 23.000 Pfund frisches Fleisch, Salzfleisch und sonstige Fleisch-sorten. 1410 Pfund Fische, 3180 Pfund Geflügel, 504 Pfund Rauchfleisch und geräucherte Zungen: 994 Pfund geräucherte Schinken; 594 Pfund Mettwurst, 920 Pfund Käse, 108 Dosen Sardinen, 13.988 Eier, 441 Dosen Miich, 5.200 Pfund Butter, 42.000 Kartoffeln, 21.208 Pfund — 5 — Brod, 4200 Pfund Hülsenfrüchte, 780 Pfund Hafergrütze. 2800 Pfund Kaffee, 180 Pfund Thee und eine Unmasse von Delikatessen, als eingemachte Gemüse, frische Gelees, Säfte, Eho-colade, Eakes (Kuchen) u. f. w., ferner frische Gemüse. An Getränken consumirte man am „Kellert" 820 Flaschen französische und 350 Flaschen Rheinweine diverser Marken, 290 Flaschen Champagner, 150 Flaschen Desertweine, 300 Flaschen Spiritussen, 100 Flaschen Porter lind Ale, 9800 Flaschen diverser Biere. 150 Sodawasser nnd 800 Flasche» SelterS- und Sauerbrunnen. [Geller, S t e n e r g e s e tz e.) In der jetzigen an Steuern aller Art so reichen Zeit tritt nicht «ur au den Fachmann, sondern an jeden Staatsbürger die Nothwendigkeit heran, sich über die Stenergesetze gründlich zu infor-miren. Seit einem Jahre erscheinen nun im Verlage von Moritz PerleS in Wien, der den Zeitbedürfnissen aufmerksam entgegen kömmt: eine Sammlung der ö st er r. Gesetze mit Erläuterungen aus der Rechtsprechung von Dr. Leo Geller, welche Jedermann besitzen sollte, der sich in allen Fäßen rasch und verlaß-lich über die Gesetz« seines Landes informiren will. Den „O est err. I u st i z g e s e tz e n", welche bereits in zweiter Auflage herauskommen, folgen die V e r w a l t u n g S g e s e tz e in Lie-feruugen und jetzt liegen unS bereits 2 Bände der Gebühren und Steuergesetze vor. welche wie alle Geller'schen Zwecke vor-trefflich bearbeitet sind. Der neueste Band „Steuergesetz e", die direkten Steuern um-fassend, bringt nebst den allgemeinen höchst interessanten Vorschriften, die Grundsteuer, die Gebäudesteuer schon sammt der Novelle vom 9. Februar 1882, Erwerbsteuer, Einkommensteuer :c. Der erste Band dieser Abtheilung enthält die auf daS Gebühren- und Taawefen be-züglichen Gesetz« und Anordnungen, erläutert ans den Erlassen und Entscheidungen des Finanz« Ministeriums, des VerwaltungsgerichtShofes und des obersten Gerichtshofes. Von den allgemein anerkannten Vorzügen dieser GesetzeS-Ausgaben hat sich die gesammte Juristenwelt bereits überzeugt. Nebst absoluter Vollständigkeit der bis auf die neueste Zeit herabreichenden Gesetze und Verordnungen, bei welchem überall die a mt-liche Quelle genau angegeben ist. zeichnen sich diese GesetzeSausgaben auS durch die Na-türlichkeit und Uebersichtlichkeit ihres Systems sowie durch die virtuose Art der Verarbeitung des zur Erläuterung des Gesetzes-Textes ver-wendeten Materials, sie sind somit auch allen Laien leicht verständlich und empfehlenSwerth. cherichtssaaf. Montag, den 12. Juni. [Vergehen gegen die Sicherheit des Lebe nS.j Der Finanzwach - Aufseher Anton Smodej hatte am 18. November v. I. den in der Gegend von Friedau vielbekannten Tadakichwärzer ^inko, als derselbe einen Sack Tabak schmuggeln wollte, betreten und verhaftet. Während der Verhaftung kam es zu einem nicht ganz aufgeklärten Hand-gemenge, bei welchem Smodej von seiner Waffe Gebrauch machte und auf den Schwärzer einen Schnß abgab. 2inkc> wurde am Unterschenkel verwundet und starb in Folge Verblutung nach wenigen Stunden. Der Finanzwach - Aufseher wurde daher wegen Verbrechens des Todtfchla-ges angeklagt. Die Geschworenen jedoch, welche aus dem Gange der Verhandlung nicht die Ueberzeugung gewinnen konnte», daß ein Todt-fchlag vorliege, verneinten die diesbezügliche Frage und bejahten die Zusaysrage auf Vergehen gegen die Sicherheit des Lebens. Demgemäß verurtheilte auch der Gerichtshof den Angeklagten wegen deS letztgenannten Vergehens mit Rücksicht auf die vielen MilderungSgründe zu einem Monat stren-gen Arrest. [T o d t s ch l a g.) Am gleichen Tage wurde auch der Knecht BlaS Po?.ar aus Aupeteuc wel-cher am 17. April l. I. den Franz Kelcher über eine Verdächtigung zur Rede stellte und demsel-hen während deS Wortstreites mit einem Hauenstiele zwei so wuchtige Hiebe auf den Kopf ver-setzte, daß der Getroffene am 22. April in Folge der Verletzungen starb — von den Geschworenen schuldig befunden und vom Gerichtshöfe zu vier Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Dienstag, den 13. Juni. [Nothzucht und Blutschande.) Johann Jauschnik, ein I7jähriger Bursche wurde Verbrechens der Noth-zucht. begangen an einem 8jährigen Mädchen, zu schweren, Kerker in der Dauer von 2'/, Jahren verurtheilt. Seine wegen Blutschande angeklagte Mutter war krankheitshalber zur Verhandlung nicht erschienen. Sie wurde indeß von gedachtem Verbrechen freigesprochen. sD i e b st a h l.) Der 42jährige Bäckergehilse Peter Vivot und der 21 jährige Bäckerlehrling Martin Lnkauc hatten ihrem Dienstherrn Franz Orosel in Doberna bei Neuhaus in den Jahren 1879 uud 1880 aus versperrter Geldcaffe in mehreren Angriffen 1191 fl. und außerdem Vic-wallen, Wein, Zigarren und Wäsche gestohlen. Franz Lrosel kam erst im Januar d. I. diesen Diedstählen auf die Spur. Er ertappte nämlich seinen obgenannten Lehrjungen beim Stehlen von Würsten. Dieser gestand denn auch die anderen Diebstähle ein und gab an, daß Vivot die Nach-schlüssel zur Geldeasfe sich aus andere» Schlüsse n »'gefeilt habe. — Nach dein Verbiete der 0 eschw^renen wurde Martin Lnkavc zu 2'/, Jahre» uni Peter Vivot zu zwei Jahren schweren Kt" kers verurtheilt. Eingesendet.*) St. Auton am Bachern, 7. Juni. In der Marburger Zeitschrift „SlovenSki GoSpodar" vom 25. Mai l. I. Nr. 2l sind die Namen jener Persönlichkeiten, welche die bekannte voni Pettauer Advocaten Herrn Dr. Michelitsch vorgelegte Petition gegen die Slo-venisirnng der untersteirischen Mittelschulen sowie der Aemter und Gerichte unterschrieben haben, angeführt uud zwar mit der Bemerkung: .'l'sk bodi srarn prod vsern postenim alovenskirn svetom, kajti plunili so v Iast.no skledo!" Hierüber erlauben wir uns nach unseren bäurischen Begriffen und nach unserer Ueber-zeugung Folgendes zu erwidern: Erstens schämen wir uns nicht vor einer ehrlichen slovenischen Nation, daß wir eine Petition unterfertiaten, die nicht lediglich zu Gunsten der deutschen Nation, sondern vielmehr für's allgemeine Wohl unseres Reiches verfaßt ist. Zweitens schämen wir uns vor einer ehrliche» slovenischen Welt nicht, daß wir, obzwar Slaven, dem Pettauer Adokaten in den Kosch sprangen und in die kigene Schlüssel spuckte» wie die Herren Ver-fasser des gedachten Artikels sich auszu-drücken^ belieben, — weil dies nicht der erste Fall ist und höchstwahrscheinliq anch nicht der letzte sein wird, daß die armen unwissenden Bauern von den höher Gelehrten dahin bewogen worden wären durch eigene Un-terschristen oder Kreuzzeichen nicht nur lediglich einen, Doctor, sondern auch sonst noch Jemanden — in den Kosch zu springen und in die eigene Schlüssel zu spucken. Es wäre daher wohl schon die höchste Zeit für uns unwissende Bauern mit allen Kräften nach Fortschritt und Bildung zu ringen, damit wir fähig werden in vielen Miß-Verhältnissen denjenigen entgegentreten zu können, welche uns zu beschwindeln trachten, damit ja nicht auS unserem Stande fähige Männer in den Landtag und in den Reichsrath entsendet werden, die sodann unsere Interessen vertreten könnten, — sondern andere Herren, welche unsere höchst traurige an, letzen Faden hängende Existenz gar nicht kennen oder nicht kennen wollen, welche sich im Landtage wie im Reichsrathe um unser Wohl vlutwenig kümmern, wohl aber zu viel Zeit im National-Streit verscherzen und den armen Steuerzahlern u»»rträgliche Lasten aufbürden helfen. Nach der GotteSverehrung soll doch jeder Mensch für die eigene Existenz zunächst sorgen, nicht aber für Unmöglichkeiten kämpfen und sich von Kummer aufreiben. Der Sprachenkampf ist gerade bei uns nicht am Platze. Um uns eine unumgänglich nothwendige Bildung zu verschaffen bedürfen wir der Wohl-that des deutschen Unterrichtes in den Volks- *) jjflr Form und Inhalt ist di, Redaktion nicht verantwortlich. und Mittelschulen. Diese Wohlthat aber wollen unS unsere Panslavistm entziehen. Ja Letztere haben sogar den Muth sich unsere besten Freunde zu nennen. Wir jedoch können einen Menschen, der uns Fortschritt und Bildung entziehen will niemals als Freund ansehen, sei er wer er wolle, sei er ein Deutscher oder ein Slave. Wir haben, Gott weiß es, keinen Grund uns vor einer ehrlichen slovenischen Welt zu schämen, weil solche falls sie ehrlich sein will für das allgemeine Wohl Mitgefühl haben muß, weil sie sich vor der ganzen ehrlichen Welt selbst als ehrlich behaupten muß. Schließlich bemerken wir noch, daß wir an dem alten, richtigen Grundsatze: „Je mehr Sprachen der Mensch kann, desto mehr ist er werth", festhalten, und wenn der „SlovenSki GoSpodar" unsere Namen in jeder seiner Nummer anführt, so werden wir uns darüber zu ttösten wissen, denn so lange wir ehrlich handeln, brauchen wir uns auch vor der ganzen Welt nicht zu schämen. Wir möchten dem GoSpodar aber doch rathen, sich nicht weiter um uns zu bemühen, sondern lieber bei den Panslavisten seine schmutzige Feder zu schwingen und vor allem nicht als Verläum-der gegen Jene aufzutteten, die ihn bisher stets in Ruhe ließen. Hochachtungsvoll : Mehrere Bauern und Ge-meinde Vertreter. WolKswiriölchaMiches. IP e t r o l e u m - Z o l l.) Wir werden von der Grazer Handels- und Gewerbe-Kummer um Mittheilung eines Erlaßes des k. k. Finanz Mi-nisteriums ersucht. Wir entsprechen gerne dem geäußerten Wunsche, da der Erlaß für die be-treffenden Kreise von Bedeutung ist. Auf eine Anfrage der Grazer Handel?» und Gewerbe-kammer, ob für früher eingelagertes Petroleum nach Inkraftsetzung des Gesetzes betreffend den allgemeinen Zolltarif auch eine Verbrauchssteuer erhoben wird und von welchem Tage an di.-fer allgemeine Zolltarif in gesetzliche Kraft tritt, hat das k. k. Finanzministerium eröffnet: daß die auf die Verzollung der Mineralöle bezughabende Tarifclasse XXI des neuen allgemeinen Zolltarifes mit I.September 1882 in Wirk-samkeit tritt, daß nach §. 4 deS Gesetzes vom 26. Mai 1882 (Ä. G. Bl. Nr. 55) jeder, der bei Beginn dieses Gesetzes einen 10 0 Kilogr. überschreitenden Vortath an steuerbaren Mineralöl besitzt, diesen Vorrath anzu-melden und mit öfter. W. 6.50 kr. B. V. per Meter - Ctr. zu versteuern hat nnd daß un-ter den Begriff des steuerbaren Mineralöles, sowol daS im Zollgebiete mittelst Raffinirung dargestellte Mineralöl, dessen Dichte bei der Temperawr von l2 Grad Reaumur nicht grö-ßer als 870 Grad (-Tausendstel des reinen Was-serS) ist, als auch dasjenige Mineralöl fällt, für welches künftig laut Anmerkung I der obener-wähnten Tarisclasse die Verbrauchssteuer in den Zollsätzen (von 10 fl. per Metercentner netto) inbegriffen sein wird. — [Lieferung für den Heeresbedarf.) Am 3. Juli findet in der Kanzlei deS Ver-pflegsmagazins zu Marburg die Verhandlung statt, betretend die Lieferung von Holz und Steinkohlen für die Stationen Marburg, Sttaß, Windisch-Feiftriß, RadkerSburg, Pettau und Cilli. Die Erfordernisse werden nach Monaten be-rechnet und ist die Lieferung für die Zeit vom 1. October 1882 bis Ende September 1883 bestimmt. sJ n d u st r i e st a t i st i k. — B e r g g e s e tz.] Wie die „Presse" meldet wird im Handels-Ministerium gegenwärtig an dem Zustandekom-men einer Jndustriestatiftik gearbeitet. Im Laufe des Sommers werden die Fragebogen an die Fabriksetablissements hinausgegeben werden, auf welchen die Anzahl der Maschinen, Spindeln, Arbeiter u. s. w. zu verzeichnen ist. — Ein neueS Berggesetz wird in der nächsten Session eingebracht werden. Die Reform der Bruder-laden erfolgt auf versicherungstechnischer Grund-läge, nicht nach Vorbild der deutschen Knapp-schastScaffen. [Die neueste Verwendung der Dampfkraft] ist jedenfalls die zur Be-wegung eines Getriebes von Bürsten, mittelst deren die Pferde geputzt werden. In den Stal-lungen einer der Sttaßenbahn-Compagnien in Newqork ist ein solcher Apparat ausgestellt, mitelft dessen ein Pferd in 1 Minute 15 Sekun-den auf das gründlichste geputzt wird. Die Bürsten, welche von zwei Arbeiten: gelenkt werden, machen in der Minute 800 Umdrehungen, können aber auf 1000 Drehungen gebracht werden. Die Thiere sperren sich im ersten Augen-blick, gewöhnen sich aber sehr rasch an die Be-Handlung, die ihnen zu behagen scheint. Wie gründlich die Maschine verfährt, sieht man an den Massen Staub, die sich unter den Pferden auf dem Boden ablagern. Die Anwendung von Drehbürsten zur Reinigung des menschlichen Kopfes ist bekanntlich schon alt. Aremdenverkeyr in Killi. Hotel Erzherzog Johann. Baron Vranyerany. Privatier. Fiume. W. Sttem. Kaufmann Groß-KaniSza. Baron Bianchi Duca di Cafa Lanza, k. k. Oberlieutenant Graz. LabiSlauS v. Rabcevicz, Gutsbesitzer Lindenhof bei Marburg. Franz Xaver Sans-Souci, Kauf-mann Wien. Michael Nasko, Lederfabriksbesitzer Windisch-Feistritz. Jakob Kellner, Holzhändler St. Lorenzen. Dr. Sixtus Ritter von Fichtenau, Advokat Pettau. Maximilian Hartenstein, Be» amter Wien. Carl Bauer. Kaufmann Aulen. Enterich von Gyujto, Gutsbesitzer Graz. Paul Langthaler, Kaufmann Pilsen. Hotel goldene Krone. F. Szaty, Reis. Fünfkirchen. Adam Tinzer, Kaufm. Wien. A. Klinger, Wildon. Anna Fischer, Priv. s. Tochter Wien. N. Ranzinger, Commis Laibach. Klara Tschech, OberlehrerSwitwe Mar-bürg. SchwingShakl, Fabr. Laibach. C. Felicetti v. LiebenfelS, Private Graz. H. Listner, Dzimski. Priv. Laibach. I. Schloßko, Juvelier Wien. Hotel weißer Ochs. A. Himmel, Centralinfp., E. Tauber. I. Go> ruh. E. Markus. S. Hostnik, E. Deutsch. F. Wer-ner, F. Oreschnik. Reisende Wien. L. Löschnigg. F. Schmidl, I. Ziserl. I. Pissanetz. Hausbes. Marburg. I. Friedl, Kellner Graz. Th. Alter, M. Meier, Priv. Graz. C. u. M. Klinger, Priv. Triest. F. Greiner. Gastw. Marburg. M. Weiß, Kaufm. Kanisza. Irma Sunko, Priv. Lberburg. Hotel Elefant N. Scalla, kk. Oberlieut. Graz. F. Wibmer, Realitätendesitzer Pettau. I. Pollatschek, Jnfp. Graz. Genovefa Pacher, Priv. Leoben. A. BoS-Hirt, Affccuranz.nspector Laibach. Gasthof gold. Engel. V. Fischer. Grundb. St. Martin. F. Marti-netz, Kleiderm. Marburg. I. Podpetschan, Groß-grundbes. Stndenitz. L. Latzer, Accesist Graz. I. Lanka. Grundb. Mahrenberg. F. Schein, Priv. Marburg. I. Kramer, Realitätenb. Dobreng. I. Roschker. Jelentschen. I. Purgei, Potschtau. V. Kurnig. Realitätenb. Schiltern. F- Wutz, M.-Rast. I. Schilletz, St. Leonhard. K. Reschauer. Hausb. Marburg. A. Götzl, Handelst«. Graz. I. Gecele, P. Dallemulle, Handelsleute Tesino. R. Holzappel. Handelsm. Tarnow. I. Frank. G. Hoppe, Spengler Ratibor. F. Wider, Com-mis Marburg. Gasthof Strauß. I. Purkat. Kellner Graz. F. Kaiba, Fleischer Marburg. Anna Rosmann, SpenglerSgat. Graz. F. Horwath, Bäckerm. W.-LandSberg. Kourse der Wiener Börse vom 14. Juni 1882. Goldrente...........94.60 Einheitliche Staatsschuld in Noten . 76.55 „ in Silber . 77.20 1860er Staats-Anlehenslose . . . 130.25 Bankaktien........... 8.23 Creditactien.......... 322.20 London............120.20 Napoleond'or.......... 9.57 k. k. Münzducaten........ 5.65 100 Reichsmark.........58.70 ^a,lxr-Orciaa"Ujagr G 1111 (f vom 1. Juni 18812. Trleat—Wien. Courirzug Nr. 1. Ankunft Cilli I Chr 2(J Min. Nacht«. Abfahrt , 1 , 28 , , Anschluss Fragerhof, Eilzug Nr. 202, ab 3 (Jbr Froh. » Marburg — Eilzug Nr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 17 Min. Mittags. Abfahrt . 1 . IS » , Anschluss Pragerhof — , Marburg Posting Nr. 406. ab 3 Uhr Nachm. Posting Nr. 5, Ankunft Cilli 6 Uhr 14 Min. Abends. Abfahrt , 6 , IN , , Anschluss Pragerhof Post*. 206 ab 7 Uhr 53 Min. Abends. , Marburg — Posting Nr. 7, Ankauft Cilli 3 Uhr 10 Min. Früh. Abfahrt , 3 , 15 , , Anschluss Pragerhof, Postz. 204, ab 9 Uhr 30 Min. Vorm. . Marburg, » 404, , 9 „ 15 , , Secundirz. Nr.93. Ankunft Cilli 9 Uhr 4 Min. Abend«. Gemischter Zug Nr.97, Ankunft Cilli 9 Uhr 1IM. Vorm. Abfahrt » 9 , 19 , , Anschluss Pragerhof — » Marburg wie bei Zug Nr. 3. Wien—Trleat. Courirzug Nr. 2, Ankunft Cilli 2 Uhr 41 Min. Nachts. Abfahrt . 2 . 43 . Anschluss Stcinbrück, Gemischter Zag Nr. 512 ab 4 Uhr 55 Min. Fröb. Eilzug Nr. 4, Ankunft Cilli 3 Uhr 40 Min. Nachm, 3 42 Anschluss SteinbrOck Postzug Nr. 502. ab 5 Uhr 45 M. Nachm. Pustzug Nr. 6. Ankunft Cilli 10 Uhr 22 Min. Tonn. Abfahrt . 10 . 27 . . Anschluss Steinbriick wie bei Zug Nr. 4. Postzug Nr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 45 Min. Nacht«. Abfahrt , 1 , 59 , , Anschluss Steinbrtlck wie bei Zug Nr. 2. Secund&rzug Nr. 94 Abfahrt Cilli ß Uhr FrClh. Anschluss Steinbrtick — Gemischter Zug Nr. 98, Ank. Cilli 5 Uhr 2U M. Nachm. AM. , 5 „ 34 , Vorzilglirhor seliwai'zi^r Sexarder Wein ist im Ausschanke bei der „Grünen Wiese" der Liter mit 40 kr. — Auch ist afiaae and aaur« Milch zu haben. 329—2 Zur Erlam nnd Erhaltn^ ler Gesnndneil hat sich seit jeher bestens bewährt eine Blutreinigungs - Cur 3C im Früli.tnlir«». ~WG weil durch eine solche mancher im Körper schlummernde Keim schwerer Krankheiten aus demselben entfernt wird. Das ausgezeichnetste und wirksamste Mittel hiezu ist J. II o r 1> ii I) n y*M verstärkter J. Horbabnjr's verstärkter tiarwaparilla-Sjrrup wirkt gelinde aaBSsend nn.l In hohem Grad« Wut Vfrbetsrrnd. Indem er alle scharfen und krankhaften Stoffe, die das Blat dick, faserig mr rairkfi Clrcu-latlon unUnKÜi'h maclicn aas demselbea entfernt, sowie alle verdorbenen und krankhaften Kiste, an-Iteh&aftim Schleim and Galle — die Ursache vieler Krankheiten — aas anaeh&dllehe and sehmerxlune Weise aus dem Körper abscheidet Seine Wirkung ist deshalb eine miHjf<~-zelchuutn bei Hurtlcil>i|{kL'lt, bei 131iitnsii'i)l*>ii, bei Mitjffii. versoli lolmuni;, M«h leolitrr Vvr«l»iiun|f. und >Itlz- Anaohwellunvon, ferner bei Dril-Ht'it-AnMfh w<> 1 tu iiircii, bÖMi>n Klccliten, I [iiiit-Aiii>iichlA|feii. Preis einer Orlglnal-Klaaehe «nmmt Broschüre 85 kr., per Post 15 kr. mehr für Emballage. Central-Versendungs-Depot für die Provinzen: Wien, ApoMe zur „Barakeräitet" des J. IIERHAB.VY Noubiut, Hniacratraaitt« OO. Depot« ferner bei den Herren Apothekern: CIIII t J. 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