Zeitung. Nr. 352. Plänumerallousprel«: Im «lemptotl «a»z<. «. !I, halbj. b.5o. Füt ble Zuftellun« ln» Hau« halbj. «o lr. Mit dtt Post ganzj. fi. 1L, halbj. st. ?.«. Montag, 3. November 1873. . Amtlicher Theil. IlM^ ^lllrhöchste Anordnung wird für weiland S,. l^'" König Johann von Sachsen die Hof-^ ^ Samstag, den 1. November, angefangen, durch W >!' ^^ folgender Abwechslung getragen werden: chliV" "sten zwei Wochen, d. i. vom 1. bis ein. ^en ,'November die tiefe und durch die letzten zwei ^Aind ^' ^""" ^' ^ einschließig 2«. November lü!^3^llerhöchstem Handschreiben an den Handels-«illsl ^°^" Se. l. und t. Apostolische Majestät aller. 0°^'"" gestatten geruht, daß auS Anlaß der Theil« i»^ .,"r internationalen wiener WeltauSstel' Vam ! ^"^"S 1873 und der Mitwirkung zu den ^»nun« gelben der Ausdruck der Allerhöchsten An« ,d«n H "nnt gegeben werde: lichtt im s»'^ ^ellungS-Com Missionen sammt» ^. ^sralhe vertretenen Köingreiche und Bänder. ^osM^"Mlben Anlasse geruhten Se. l. und t. dln Qn ^slä't ullergnädigst zu verleihen: «nit VtM^"t>e r eisernen Krone dritter Klasse ^ ^>M l>er Taxen dem Hofrathe der LandeSbe-"Ut,l,.^»lbach, Lothar Fürsten Met tern ich- .^e^llreuz deS Franz Joseph Or-^W ^crelilr der Handels' und Gewerbelammer i°s^'Johann Murnil; ^W.^ne Verdlenstlreuz dem Polizei-^ vcinrich v. Alpi; ^Glyz.^ne Verdien st kreuz mit der Krone "Meit ß; ^'^u der Gießerei und Feuerspritzenfabril "Nllssa" in Laibach Karl Gottfried Pucher. H.............. s^/'ß'"nb l. Apostolische Majestöt haben mit Aller- MW^ljchlichung vom 23. Ollober d. I. die neu ?l hr k ^t eines Hos-SanilätSratheS dem Hof. ^hli,' ""Mann Ignaz Flam m aUergnädigst zu »lruht. ^l>tt°F'"^ k. Apostolische Majestät haben mit Allcr- ?'Wr^ '^'kwng vom 23. Oktober d. I. dem Rech. °n,^ enlcu im Rechnungsdepartement des t.l.Oberst- ' ter li'"tes P^r ZamplS den Titel und Cha- " 8tt^ ^' l«echnungSralhiS allergnädigst zu oer- ll^ej in^^°brr ,873 wurden in der l.l. Hof- und Staots-W,'"siht. »/ °^, d'e italienische, bühmische, polnische, rnthmische. tz,/d°rliji,f-°°'schr und romanische Ausgabe deS am 1l. Juni !, drr deutschen NnSgabc erschienenen XXXV. »Ibl "s'^g^chblatteS ansgegeben und versendet. ' ^ bas lÄ ? "'"" "'^ctz vom 30. April 1873, womit Bestimmung« in Ansehung des im Inland« abzuhandelnden Nachlasses des jeweiligen Hanpteö des herzoglich nassau'schen Hauses festgesetzt werden. (Wr. Ztg. «r. 253 vom 30. Ottobcr.) Nichtamtliche? Theil. Vom Tage. Die „Neue freie Presse" meldet, daß unter den ersten Vorlagen für den Reichsralh ein Gefetzentwurf betreffs der Beförderung desEifenbahnbaueS stehe; die Vorlagen bezüglich der Krifis sind noch nicht festgestellt, obwohl die Regierung über die Grundprinzipien derselben bereits schlüssig ist. Die Finanzlreise wünschen, daß dieses Elaborat hervorragenden Finanziers und Industriellen zur Kenntnis und Begutachtung mitgetheilt werde. Eine Deputation der Eisen in dustrielle n war abermals beim Handclsminister, welcher sagte, daß er außer Stande sci. kategorischen Einfluß auf die Vahncn zu nehmen, daß aber im Aktionsprogramme der Regierung zur Behebung der Finanztrisis der Plan, der heimischen Industrie zu Hilfe zu kommen, eine hervorragende Rolle spiele. Die Deputation der böhmischen Eisenindustriellen versicherte der Handclsminister, daß er die in der übereichlen Denkschrift enthaltenen Petitionen vollkommen würdigen werde. — Ueber den Verlauf der Re ich srath sw ahlen meldet das „N. Fremdbl." : „Unsere vorläufigen Berechnungen deS Stärlever. hältnisslS, in welchem die beiden Parteien der Verfas-sungSschützer und Verfafsungsstürzer einander gegenüber-treten dürften, sowie die Angaben betreffs der Stim« menanzahl, über welche die einzelnen Schattierungen dieser Parteien z,l verfügen haben dürften, haben sich als richtig erwiesen. Der Partei der Reichstreue ist ein Stimmvorsprung von 100 Stimmen von den verschiedenartigen Föderalisten, die Czechen mit eingerechnet, ye-wiß. An dieser Majorität wird die Curie der Landgemeinden mit 59, die der Stadt mit etwa 86, die Handelskammern mit 2l, der Großgrundbesitz mit 5>1 Stimmen participieren. Der Nationalität nach wird sie ungefähr auS 194 Deutschen, 19 Italienern und 14 Ruthenen bestehen. Der böhmische, mährische und schlesische Feudaladel hat sich an der Wahl in den NeichSralh nicht betheiligt. Der Grund liegt einerseits in der Sucht, Opposition um jeden Preis zu machen und die Gegensätze zu verschärfen, andererseits aber in der begreiflichen Scheu, das StimmverhältniS zwischen dem verfassungstreuen Großgrundbesitze und der sseudalpartei ruchbar werden zu lassen. Wie überall in Oesterreich, hat nemlich auch im böhmischen und mährischen Großgrundbesitze die Er- kenntnis um sich gegriffen, daß baS Streben, Oesterreich seine heutige Verfassung zu konservieren, daS wahrhaft conservative Streben sei, während die Politik der Feudalen ihrem Zwecke nach bedenkliche Umsturzpol it il und in ihren Mitteln eine agitatorische und immoralische ist. Diese um sich greifende Einsicht hat die Reihen deS verfassungstreuen Großgrundbesitzes dergestalt verstärkt und jene der Gegenpartei so sehr entvölkert, daß die letztere gerechte Besorgnis hegte, dies durch eine amtliche Stimmabgabe in aller Form con-statieren zu lassen. Wie ein mährisches Blatt verinmmt, waren die Feudalen in einer solchen Minorität, daß sie schon aus dem Grunde nicht wählen konnten, weil sie sich sonst eine arge Blöße gegeben und ihre gänzliche Ohnmacht gezeigt hätten'" — Ein wiener Correspondent der „Bohemia" theilt folgende Angaben und Muthmaßungen über die Club-oil dung innerhalb der VerfassungSpartei mit: „Vor allem wird der Versuch gemacht werden, alle zur VerfassungSpartei gehörigen Abgeordneten zu einem Club zu vereinigen und hat zu diesem Zwecke der Obmann des früheren Clubs der Verfassungstreuen, Dr. Perger, die Einladungen ergehen lassen. Allein die Demokraten und Deutsch-Nationalen haben nicht übel Lust, sich selbständig als „Club der Linken zu conftituieren. Es wäre dies insoferne bedauerlich, als dadurch die Kluft zwischen den „Alten" und „Jungen" nicht geschlossen, sondern nur erweitert würde. Die Südslaven werden wahrscheinlich sich wieder zu einem Club vereinigen, ebenso die Polen, nur ist es noch fraglich, ob die ruthe-nischen und jüdischen Abgeordneten in diesen Elub eintreten werden, wo ihrer nur die Majorisierung harrt." Wir haben unsern Standpunkt in der Frage, wie das Verhältnis der Verfassungspartei zu den „Radicalen" und „Jungen" am besten zu gestalten wäre, schon wiederholt präcisiert, daß wir in einer selbständigen Contti-tuierung der letzteren zu einem besondern Club keinerlei Gefahr für die Verfassung erblicken. Inlelefsant finden wir an der obigen Mittheilung nur den elnen Umstand, daß jene Aufforderung von Dr. Perger erlassen worden sein soll, welcher in den deutsch-nationalen und demokratischen Organen regelmäßig in das Corps der „Iun, gen" eingereiht wird. Es scheint demnach, daß ein Theil der ^Jungen" ein sehr lebhaftes Annäherungsbebiilfnis an die „Alten" heute schon empfindet. Oder sollte die Assentierung deS Dr. Perger zu den..Jungen" gar nur Scherz gewcsen sein?" — DaS genannte Blatt empfängt über die Vorlage der confcssionellen Gefetze nachstehenden Bericht aus Wien: „Die von allen Seiten vorliegenden Meldungen gestalten leinen Zweifel, daß die Regierung mit der Vorlage der confessionellen Gesetze eS diesmal ganz ernst nimmt. In der ersten Thronrede, mit welcher das jetzige Der Kampf ums Dasein. Roman von Franz Ewald.-y (Fortsetzung.) !^. "Gr^^ b'eses Tages aber standen die Kinder »? ltis. tt"^""ses" hier «nd da ln Gruppen ge-H>spi^/lusternd beisammen. WaS der Mund nicht tz^tcr " Wngle. bekundeten die bleichen, enlsthtcn slZet, i^hlu und ängstlich sahen sie sich nach allen ?^llf , .^rnd suchten sie endlich die Schlaf-,>,s° slhr ,^er von dem Raum weiter zu träumen, ^lt,. ^ geeignet war, ihre Phantasie mit Furcht zu ^s^ "ltternächtliche Stille lagerte sich ringsum. V"b oer V ""en Räume des „Grauen Hauses" V> Dn .""9°" stand am Lager der schlafenden h^lt. Ez° "W sich mitten unter ihnen leise eine ,^> al? ick.^ richtig sah sie nach allen Seiten V'da "MS sich regte, als alles still blieb wie V^l Thür. '" unhörbar an den Lagerstätten ent->l verlass" "^ ^M den nächsten Augenblick !> !^7ann^^^' blieb die Gestalt einen Augen. ^H" d°rw^«^" lie erleichtert auf und schritt '" F"t X 5 1"b der Dunkelheit. Nasch eilte X^> Sch' a ?°"°° ""d Zimmer, dabei laut- ^ da« o." ""b nur °b und zu vernahm man "' klirren eines Schlüssels. „Franz!" rief dann eine leise Stimme. Alles blieb still, nichts rührte sich. Die Gestalt lauschte einen Augenblick angestrengt und rief dann wieder: ..Franz, Franz, schläfst du?" „O, Ludwig — bist du es? .Wie kann ich schlafen in dieser entsetzlichen Umgebung — ich sterbe vor Angst." „Glaube schon, du armer Teufel. Warte nur, der Mutter Haasemann verleide ich daS „schwarze Loch" noch ganz und gar. Doch welter — Franz, hast du Courage?" «Wie meinst du daS, Ludwig?" „Ob du auS dem verd— Locht heraus willst?" ..Ob ich will? O welche Frage! Ich sterbe vor Angst. Es ist so feucht und schlüpferig hier und dabei raschelt« an den Wänden — ich weiß nicht, was das ist." „O. aber ich weiß es — Ratten sindS — Millionen Ratten. Noch haben sie leinen Hunger, Franz, aber wenn sie ihn bekommen, dann fangen sie erst bei deinen Stiefeln an zu fressen und nachher an dir selber. Junge, du dauerst mich — lebend verläßt du das Loch nicht mehr. Weißt du eigentlich, wie lange du hier sitzen sollst?" „Nein, Mutter Haasemann hat nichts davon gesagt — ich hoffe, sie läßt mich moraen früh heraus." „Wenn du dich da nicht versiehst?! Weißt du was, Franz. sie hat von vierzehn Tagen gesprochen." Ein schmerzliches, qualvolles Stöhnen war die Antwort. „Vierzehn Tage in d«m „schwarzen Loche," dann bin ich todt." „Ja. tobt — todt, wie der kleine Rolf, der hats auch nicht länger ausgehalten. Weiht du, daß den auch die Ratten gefressen haben?" „Ich habe nichts davon gehört," entgegnete Franz mit zitternder Stimme. „Aber ich — ich weiß eS ganz genau. Du kannst mich im Grunde genommen dauern, Franz, wenn dein Begriffsvermögen auch immer ein Bischen schwach war. Junge, Junge, daß du so elend umkommen mußt. Ich wollte, ich wäre an deiner Stelle." „Warum?" „Weil ich mich dann bald aus der Dwte ziehen wollte! O. ich wüßte schon waS ich thun würde!" „Was denn?" fragte Franz aufhorchend. „O, die Sache ist höchst einfach, ich würde auS-reißen und wenn Mutter Haasemann mir dann moraen N M^Gerl^'" ^"^" wollte, so wäre ich fort „Aber wie fortkommen?" „hör zu, ein anderer hätte mich nun soalelck be. gissen, du aber nicht, du bist merlwürb" -W da Hut ia mch s zur Sache, hör nun zu. Erstens ift be- ?Wass r Ä «^^/°«' d° ^ dem "och bl^n . « m/!n <5 >^"- n°' das hieltest du am Ende n n^s? > ^ ^ ^l Nacht etwas Futter bringe, aber n ^ ! zugeben daß oemungeachlet vierzehn Tage hier zu blechen, keine Annehmlichkeit ist.« Ein vernehmlicher Seufzer ertönte aus dem Innern. »Ich merke, du verstehst mich," fuhr Ludwig fort. »Wer weiß was außer Ratten noch für scheußliche Dinge hier hausen, denn der kleine Rolf soll Tag und Nacht geschrieen haben, als ob er von zehntausend Teufeln ge- 1760 Ministerium debütierte, wurden jene Entwürfe in Verbindung mit der Wahlreform zwar angekündigt, allein nur zu bald überzeugte sich die Regierung und mit ihr auch die Verfassungspartei, daß die Lösung beider Fragen den Rahmen der Thätigkeit einer Session weitaus überrage. Es herrschte zwischen Regierung und Majori-tät in diejer Richtung eine Art stillschweigenden Com-ftromifses, der auch nur einmal durch die Rechbauer'sche Interpellation unterbrochen wurde und sonst bis zum Schlüsse der Session aufrecht blieb. Die Verfassung«, Partei braucht diese kurze Verzögerung in keinem Falle zu bedauern, denn jetzt gewinnt sie volle Muße zur Erledigung jener Fragen und nicht bloS die nöthige Zeit dazu, sondern auch die erhöhte Kraft, die sie jetzt in die neue Session mitbringt. Das von der Regierung festgehaltene Prinzip der politischen Arbeitstheilung hat sich in dem vorliegenden Falle bewährt; die parlamentarische Arbeit schreitet langsam, aber stetig und vor allem erfolgreich vor. Ueber den Umfang, in dem jene Entwürfe eingebracht werden, fehlt noch jede Andeutung. Der ganze Complex konfessioneller Entwürfe umfaßt bekanntlich über zwölf Gesetze, die nach drei Hauptmaterien gesondert sind. Ob man alle oder nur einen Theil zu gewärtigen hat, das ist noch die Frage, auf welche die Thronrede zweifellos eine bestimmte Antwort ertheilen wird." König Johann von Sachsen. Die „Wiener Ztg.- widmet dem jüngst erfolgten Ableben des Königs von Sachsen nachstehenden Nachruf: DaS Hinscheiden Sr. Majestät des Königs Johann von Sachsen wird nicht verfehlen, allerorten die aufrichtigste Trauer und Theilnahme hervorzurufen. Der Verstorbene war seinem Lande ein in seltenem Maße ge« liebter König, den alle Fürstentugenden in hohem Maße schmückten: er war zugleich einer jener edlen Ritter vom Geiste, welche das öffentliche Interesse unter allen Umständen auf sich,zu ziehen pflegen. König Johann galt für einen der feinsten Kenner und Interpreten der italienischen Literatur und seine unter dem Namen Philalcthes veröffentlichte Ueber« setzung von Dante'S „Diving, ^ouuiioaiii^ gilt noch heute für die beste deutsche Wiedergabe des großen Dichterwerkes. Weder vor, noch nach ihm hat irgend jemand die Schönheiten des obigen Werkes in gleicher Weise zu interpretieren und wiederzugeben verstanden, wie der lönig« liche Dichter dessen Tod wir betrauern. Die erste Anregung zu dem Studium und der späteren Vorliebe König Johanns für die italienische Literatur mag wohl von dessen Mutter, einer Prinzessin von Parma, stammen, eine Vorliebe, welche durch spätere Reisen des Königs durch Italien befestigt worden sein mag. König Johann, Sohn des Herzogs Maximilian von Sachsen, war am 12. Dezember 1801 geboren. Nachdem sein ältester Bruder 1830 zum Mitregenlen ernannt worden war, trat Johann an die Spitze der zur Erhallung der öffentlichen Ruhe niedergesetzten Com-missson und übernahm zugleich daS Generalcommando der Communalgarden. Auch erhielt er Sitz und Stimme im geheimen Rath und, nach dessen Auflösung, den Vorsitz im Staatsrath. Ebenso nahm er als Prinz deS königlichen Hauses und Mitglied der ersten Kammer, ununterbrochenen, regen und rühmlichen Antheil an den Verhandlungen und Arbeiten der Landtage. Nach dem Tode seines Vaters, am 3. Jänner 1838, war er in den Besitz der Secundogenitur getreten. Nach dem Tode seines Bruders, des Königs Friedrich Au- gust II., bestieg er am 11. August 1854 den sächsischen Königsthron und trug die unermüdliche Thätigkeit deS Gelehrten mit ganzem Eifer in die Regierungsgeschäfte über, an denen er einen regen persönlichen Antheil nahm und zu deren Behandlung er nach allen Seiten hin eigene Anschauung zu gewinnen wußte. Der erste Re-gierungSact Johanns war die Urkunde, welche er am Tage seiner Thronbesteigung erließ und worin er die Aufrechthaltung der Verfassung und deren Ausbau zusicherte. Am 11. Oktober berief der neue König einen außerordentlichen Landtag ein, welcher der Reform deS Justiz-wesens und der Organisierung der Administration in fortschrittlichem Sinne gewidmet sein sollte. Eine der ersten Vorlagen war da« Organisationsgesetz, mit welchem der letzte Rest der feudalen Grunbherrschaft, die grundherrschaftliche Gcichtsbarke.it abgeschasst wurde. Stet« maßvoll als Regent, zur Milde geneigt und dabei von einer sanften Festigkeit, welche nicht nachgab, aber auch nicht verletzte, weise und bedächtig in seinen Entschlie« ßungen, war Johann ein —ganzer König, den daS Volt innig liebte und verehrte. Oesterreich und Deutschland. Die ..Köln. Ztg." bespricht den Aufenthalt deS Fürsten Bismarck in Wien des näheren und gelangt hierbei zu folgenden Conbinationen: ..Fürst Bismarck hat während der Dalur seines wiener Aufenthaltes bei verschiedensten Anlässen einen besondern Nachdruck darauf gelegt, baß er mehr zur „Arbeit" als zum Vergnügen Hither gekommen. Seine Aeußerungen gegenüber der AuSstellungs'Commlssion deS deutschen Reiches lassen in dieser Beziehung an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und in der That, eS ,ist viel und nachhaltig „gearbeitet" worden. Man wird kaum fehlgehen, wenn man annimmt, daß die Verständigung, welche im vorigen Jahre in Berlin während der Drei-Kaiser-Begegnung angebahnt wurde und die sich kurz als eine monarchische Friedensliga auf Grundlagen bezeichnen läßt, die man im besten Sinne als conservative, d. h. staatenerhaltende charakterisieren kann, im Verlaufe des diesjährigen Gegenbesuches in intimster Weise ihre Vervollständigung erfahren hat. Ein englischer Staatsmann war eS, der zuerst die Annahme des politischen Grundsatzes empfahl, „den ersten mit vereinten Kräften niederzuschlagen, der den Frieden Europas zu stören wagen sollte." Was in den Tagen Lord PalmcrslonS ein frommer Wunsch blieb, daS scheint der durch BiSmarck ins Leben gerufene europäische Vier-Monarchenbund nunmehr verwirklichen zu wollen. Der enge Anschluß Oesterreich-Ungarns au Preußen» Deutschland hat sich mithin voll und ohne Rückhalt vollzogen, und wenn man schon seit geraumer Zeit sich in Wien mit den Veränderungen abaefunden, welche die Neugestaltung Deutschlands in dem Urtexte des prager Friedens hervorgerufen, so liegt jetzt kaum ein Zweifel mehr ob, daß auch die Umwandlungen in der Karte Europas, welche der frankfurter Frieden zum Abschlüsse gebracht, von nun an hier ebenfalls einer rückhaltlosen, nachhaltigen Anerkennung sich erfreuen, die keinem gestatten mag, auf Grund der erfolgten Tcrritorial.Ver-fchiebung den Frieden Europas einseitig in Frage zu stellen. Die Sanctionlerung der Einverleibung der Reichs, lande Elsaß'Lothringen ins deutsche Reich wäre, so darf man annehmen, damit auch von österreichischer Seite vollzogen, wie dieselbe bereits durch Kaiser Alexander von Rußland in ähnlicher unzweideutiger Weise erfolgt sein dürfte. Gegen Westen bekäme somit die staatlnerW Tendenz des herzlichen Einvernehmens zwischen ^ und Berlin eine neue und durchaus bezeichnen«" dehnung, deren man sich zunächst wohl in M' ^ wußt werden möchte. Wenn man van gewM , noch jüngst daraus gerechnet hätte, daß die M° , richtung des Königthums in Frankreich beim »!' . chischen Hofe, oder beim österreichischen KaPl^ oder bei der österreichisch-ungarischen Regiereng e>« ' neigtheit zutage fördern werde, sich mit dem vo nenthum näher zu befreunden und zu verbinden, ^ . unterstützen und ihm hilfreich zur Seite zu M^, kann man heute getrost der Zuversicht leben, d°ß ^ Rechnung ahne den Wirth gemacht worden ist un° '. von gewaltiger Hand allen Strebungcn ein ^^el geschoben wurde, welche auf einer austro-boulb°n> Allianz basieren. ,^ Zweifelsohne ging mit der Sicherherstellung,/^ man deutscherseits aus diesen Umständen zu M"«^ stände war, der dringliche Wunsch der deutschen v tiler Hand in Hand, Oesterreich-Ungarns Großm^ > lungen nach allen Richtungen hin gewahrt und im I^ Hand bethätigt zu sehen. In wie weit dieser so ""^ liche Wunsch auf die Dinge Bezug nimmt, die >l^ Orient vorbereiten, bleibe dahin gestellt. Wenn l , Kaiser Franz Joseph in seiner Rede bei AdN ,', der Hochquellenleitung gehobenen Herzens die H_^ eScomptiert und eS geradezu aussprlcht: «u^ ^ wünsch schließt die zuversichtliche Hoffnung in s'A.^ mit dem ausgiebiaen Zufluß des Wassers "^ß Aufschwung und Gedeihen Wiens zunehmen we^^ in die späteste Zukunft", so gestaltet die« N>^ Rückschluß, daß nach der Abreise seiner fürstlich^, im Innern des Monarchen auch nicht der lcifestl^. fel mehr zurückblieb, daß Deutschlands Sinnen un°^, ten in leiner Richtung auf eine Verkürzung ^^ M> oder auf eine Heranzihung seiner deutschen V^^l in den alten Reichsverbanb ausgeht. Und in t>el ^, stimmen die verschiedensten Meldungen in der e>n ^ gäbe überein, daß, wenn noch irgcnd ein "^> ^, dieser oder ähnlicher Art in der Seele jener n>a^ guten Oesterreicher vorgewaltet hätte, welche hiel ^< Spitze der Geschäfte stehen, nun jede derartige^ mit siegender Gewalt von ihrer Brust gewälzt ^ ^ sei und mithin daS allein maßgebende FellN«"^ Verhältnis der Nachbarreiche zu einander, das»" ^ schränkte Vertraucn von jetzt an zwischen hi>^" drüben ausnahmslos zum Ausdruck gelangt. F/ Daß dabei die inneren Fragen, welche bel^/ ten gleichmäßig berühren, lcineSwegS GegeMF^ Gesprächen und Verabredungen zu werden ^B. wird man auch ohne die allseitig gegebene M^O gern und völlig für wahr halten. Fürst Vising ll" zu sehr Realpolitiker, um nicht bei jedem S^/F er unternimmt, die Verhältnisse, wie sie sind ^ ^ wie sie sein sollten, zur Richtschnur seines ^ft^' LassenS zu nehmen. Bei der Verschicdenarligleil °^L lichen und religiösen Verhältnisse darf es unthi", ^ den verwundern, wenn von rechlS und links d' Al' achtuna zu machen war, daß weder der Frage ^F hältnlsseS der Staatsautorilät zur kirchlichen 1? gM noch derjenigen dc« UnfehlbarkeitsdogmaS und sl'^Ol flusscs auf die Laienwelt, noch der Angeleaenhe" ^ d> sellschaft Jesu oder der' Vorbildung der Ocis<^ ei^ leiseste Erwähnung geschah. Nicht alle Welt "^ h« Miße zu messen, darin liegt schließlich doch " Schlüssel einer weisen Staatslunst." zwickt würde. Vierzehn Tage ist eine lange Zeit, in der vielerlei passieren kann." „O Gott, was soll ich beginnen? jammerte Franz. „Vorläufig nur ruhig sein und zuhören. Gesetzt den Fall, du hast alles glücklich überstanden und bist wieder frei, so weit hier von Freiheit die Rede sein kann, meinst du, damit wäre alles vorbei? Nein. Man hat dich in Verdacht, daß du dich nicht allein bei dem Dieb-stähle bei L. betheiligt, sondern die ganze Geschichte eingebrockt hast und wenn Mutter Haasemam, einmal jemanden mit ihrem Verdacht beglückt, so ist das genau so schlimm, als ob er in Wirklichkeit etwas verbrochen hätte, denn sie bringt es hiraus, daß man eS gethan hat, mag «« nun wahr sein oder nicht." ..Der liebe Gott wird mir beistehen." flüsterte Franz zuversichllich, obgleich ihm daS Hcrz hörbar in der Brust pochte und hämmerte. ..DaS ist alles ganz gut und schön, aber ich bin der Memung. man muß eS dem lieben Gott möglich machen, daß er helfen kann. Bleibst du hier ruhig auf deinem faulen Strohhaufen liegen, fo sage ich dir im voraus, er hilft dir nicht, denn er schickt dir niemanden her, den Kerler zu öffnen, wenn du mich nicht als seinen Sendboten betrachten willst. Doch. wir bringen übrigens unsere Zeit mit unnützen Worten zu. Du solltest dich je eher desto lieber besinnen und dich schleunigst von hier entfernen. Mutter Haafemann hat es sich nun einmal fest vorgenommen, daß du ein hinterlistiger Spitzbube und Taugenichts bist. und sie wird nicht aufhören, bis st« dich zu einem solchen gestempelt hat, das sage ich dir, in kurzer Zeit wird niemand glauben, daß auch nur ein ehrliches Haar an dir ist." „Aber waS soll ich anfangen? Wenn man mich wieder fängt?" „Man wird dich nicht einfangen, daS laß meine Sorge sein. Meinetwegen bist du in Unannehmlichkeiten hineingekommen und ich halle eS für meine Pflicht, dich wieder herauszureißen. Du kannst unbesorgt sein, einmal draußen, brauchst du dich nicht wieder einsangen zu lassen. Ich habe den Tag nicht unbenutzt verstreichen lassen. Du kennst ja Robert Hahnelen, der als Schiffsjunge an Bord der ..Cythere" gegangen ist. Mit ihm habe ich gleich Rücksprache genommen. Morgen geht die „Eythere" in See. Wenn du nur willst, so bringt er dich sicher an Bord und dann bist du frei?" „Frei! frei!" murmelte Franz. O. wie oft hatte er sich die Freiheit gewünscht, wie oft war sein Auge den Schiffen sehnsüchtig gefolgt. «Ja, dann bist du frei," fuhr Ludwig fort. „Hier kann nichts aus dir werden, gar nichts. Nicht allein, daß du hier noch eine zeillang gehörig gezwiebelt wirst, nachher zwingt man dich zu irgend einem Handwerk, wozu du nicht Luft noch Sinn hast, du mußt dich von einem dummen Lehrherrn hier hin und dorthin stoßen lassen — na, und dann? Wenn du ausgelernt hast, was bist du dann?" „Schuster ooer Schneider," murmelte Franz sich schüttelnd. War etwas im stände gewesen, ihn Ludwigs Vorschlägen geneigt zu machen, so waren eS dessen letzte Worte. „Höre, Ludwig, ist das. was du mir gesagst hast, milglich? Kann ich frei werden?" „Wenn du nur willst - ganz gennß. ^ o>' auch gerade so lange hier, als es mir P«^ « ^e ^, mich in Ruhe läßt, länger leine Minute. ^ ^ genau meinen Worten, und in Zeit von em ^,, bist du vollständig in Sicherheit. Die V"> ^l °> Fensters sind von außen durchfeilt, du bra"^> ^" . Scheibe vorsichtig zu zerschlagen und du l"!' ' . OI« .Aber die Lade — ich kann nicht °" kommen," klagte Franz. . .:, n»^ ..Versuche eS -^ ein tüchtiger Ruck und ° ,, gt Lade liegt in Stücken. Bist du einmal drau^, ^ ^ du nach dem E., links daS vierte HauS- ^,^ Mannschaft der ..Cythere" zu einem luM" ^ »< schmause versammelt findest. Du frägst "W^ ^ld bert Hahnelen, dem Schiffsjungen, «nd ^ dann daS Weitere sagen." , ^ M ..O, Ludwig, und wenn nun N^ wäre?" flüsterte Franz voller Angst. «„M"'" l»- ,Er ist da, darauf kannst du dlch ".^iz^i unS ist es immer Sitte gewesen, einan"" ^ ^, Um vier Uhr müssen alle Mann an A" « el^lt ^ wird Hahnelen nicht schwer werden, dich u« ,„« ^ zunehmen, da die Mannschaft dann alic,« ^ch recht aufmerksam zu sein pflegt. Ueden"» °°"ä" .„« Ml, ' «Ludwig, wenn nun aber alles ander« . Franz zagend. ,M^. .Du bist ein Narr," entgegnete ^a^ ^ l° in gereiztem Tone. .Meinetwegen, thu "> ^el ^ Für dich habe ich mir die Beine h°lbwH „M>"' hätte ich das gewußt, ich würde eS schon!"' 1761 Politische Uebersicht. M. Laibach, 2. November. ^", ''^l°vmzial.Correspondenz" reproduciert die llü5n s. ^ am 21. Oltober in Wien auSgebrach-Rtta c> ^ ^" ^"" s" bemerlt: „In dcn Worten li! d!> ?"." ^'" "ben der persönlichen Wärme, wo-Wert w >!^" Gesinnungen des Kaisers Franz Josef lili'ilit jn x "' ^gleich der Hinweis auf die große po-Kul 3 °"""a der neuen fürstlichen Zusammenkunft b°k'in m ^"^^ ^ll'er legt besondern Werth darauf. »°ck n ^'"schuft mit dem Kaiser von Rußland im vlli i» , ^" feste Basis der mächtigen Friedens-Viln s ^ ^ '^' ""^ im Lause dieses Sommers in ht>M° mannigfache und bedeutsame Gesiegelung und "^ung gefunden." pit/^, der ..C. S." wird die Vorlage, welche daS lung be» ss> Ministerium bezüglich der Erweite. ^ >, ?s,^senbahnnetzeS dem Randlage zumutn' V? l'^' ""^ ^r die Befriedigung der dringend, lun! !>nrl, ^ ^" ^" östlichen Provinzen sorgen. Da-^3 /"^ ^e Creditforderung für dss Jahr 1874 °lch!^s< nllch die Höhe von 50 Mill. Thalern hu^ "''"gen. ^ ^l°r der Vertagung de« deutschen W f/^thcs war bekanntlich von demselben die tzM.?/>'e künftige ReichStagssession nicht ^ der «"^"' b° bei der Verhandlung die Mehr-dir ... Veoolltnächtiglen nicht instruiert war. Nach ^einl.l Verabredung sollten die Mittheilungen W «.! ^ Negierungen direct an das Reichskanzler-^M^"' ^,'e jcßt verlautet, hat sich die große ^ln ivf ^ Legierungen für die Verlegung der ordent« ^"lhstagssesston auf den Herbst ausgesprochen, l'lzt« ^1 ^,'c Preußischen Urwahlre sultate l°v^t3^^ "^^ Berichte vor; es läßt sich schon lünt ükw i ' baß die Physiognomie des neuen HauscS ^'^tn ^M, ^d veränderte scin werde. Während bei bische s. ^lvahlcn sich an mehreren Orten die demo-"ur s^'Ml. wie auch die streng conservative Partei h°Mct z." delhciligt haben, wirb von ersterer be« ^' llttich sie in ganz Deutschland ihr Gewicht bei u EU ^wahlcn zur Geltung bringen wollte. — ^ W ^ °us wird die vielfach verbreitete Nach' ^n^ ein Ausgleich zwischen Deutschland und Wch^ll bevorstehe, bestätigend wiederholt. That-^l ^.'' °°b bis jetzt jene Behauptung officiöscrseitS , Djew^" "°rdcn '^ ^ dol,^^utlg ausländische! Journale, Prinz Friedet ^.^° he n zollern würde im rumänischen Ü'^lass.. ^^e übernehmen und sich dlesbehufs hier >i,l^' wird officicll dementiert. Prinz Friedrich "">«l I,", ^ient und befucht bei dieser Gelegenheit auf Via )n'"°" Bruder, den Fürsten Carol. Ms,^"c Mahon ist infolge der Haltung der Bona- "e ^ ^"^ "nb hat einigen derselben gegenüber ^tigen U ausgesprochen, persönlich die Tribüne zu °llhil ^'^ die Kammer zur Wahl zwischen Mon- ^lftl!^ Anarchie aufzufordern. — Wie man der '" roh^^ce belge« aus Paris schreibt, bespricht man l^'e t>/r''^en Kreisen für den Fall. als die Mon- !l>r l>,^ Korsen werden sollte, die Candidatur Aumales s, ^^lidentschaft der Republik. <>,!> ^. ^ «mem llmsterdamer Briefe dcr ..Germania" °" W ^" neuen Zusammenstoße die « tfchine - '.sttc h.j huppen zurückgetrieben worden, und haben ^»ket ^'^cm Rückzüge alle Pfeffcr-Plantagcn ange- ^lich.^^ ^latt notiert, daß eine Anzahl ehemaliger ^/l Zuaven an dem Fcldzuge theilnehme. Ergebnisse des Tabalverlaufes. Die Einnahmen für die im ersten Semester 1873 bezüglich der im Reichsralhe vertretenen König, reiche und Länder im allgemeinen Verkehr abgesetzten in« und ausländischen Tabatfabrilale und Zigarren betragen 28.181.743 fi., jene des SpecialitälenoerlaufS 916,234 fl., zusammn 29.097.977 fl. Werden hiezu noch die Ergebnisse deS Verlaufes im Auslande gerechnet, fo ergibt sich eine Gesammteinnahme von 29.128,453 ft., welche sich im Vergleiche mit den Resultaten der Vorjahrspcriede von 27.492.793 ft. um 1.035,660 fl., d. i. um 5 94 Percent höher beziffert. Wird daS Ergebnis des allgemeinen Verlaufes nach den einzelnen Kronlärdern in Betracht gezogen, so zeigt sich eine Zunahme des Absatzes: in Niederöstcrreich um 1.155,369 fl., in Böhmen um 776,202 fl., in Steier-marl um 177,158 ft., in Mähren um 107.854 fl., in Galizicn um 81.012 fl., in der Vulovina um 55,146 fl., in Schlesien um 54.131 fl.. in Oberösterreich um 45,474 fl., in Kärnten um 43.592 fl., in Salzburg um 29.275 fl., im Küstenlande um 25,016 fl., inKrain um 21.354 fi. und in Tirol um 14.506 fi., eine Ab. nähme dagegen in Dalmatien um 3705 ft. Von der stets wachsenden Gourmandise der Raucher zeigt der zunehmende Verbrauch von Zigarren besserer, der abnehmende von jener verrufener Sorten. So wurden mehr abgesetzt: um 24.314,054 Stück feiner Vir. ainier, um 9.817,750 Stück ordinäre Inländer, um 9.288.108 Stück Haoana-Britannica. um 4.168.500 Stück Grenz-Virgimer. um 1.868,855 Stück Portorico, um 1.201,500 Stück RegalitaS 11., um 1.112.045 Stück gemifchte Virainier, um 1.040.600 Stück Reaa« litas 1., um 954.000 Stück Havana lit. V. um 938,735 Stück Havana lit. (^', um 669,976 Stück Culia-Porlo-rico, um 150.400 Stück Hara und um 5.540.028 Stück Pllpier-Cigarctten. Dagegen hat sich der Verlauf vermindert : um 3.091,380 Stück gemischte Ausländer, um 648.815 Stück Cuba lit. 1), um 222.111 Stück Ma-Trabucco und um 205.600 Stück Ausverkauf. An dcn echten Havana-Ciaarren wurde im allgemeinen Verschleiße um 171,742 Stück, daher zusammen um 323,722 Stück mehr abgesetzt. Von dcn Rauchtabalsorlen in Cassetten, Packeten und im unverpackten Zustande wurden im gan-zen um 584,034 wiener Pfund mehr, dagegen von den Rauchtabaken in Briefen um 2.090,312 Stück Briefe weniger verlauft. Finanzresormen in der Türkei. Der ..Economist" spricht sich über die im türli. sehen Reiche projectiertcn Finanzreformen nicht sehr günstig aus. Hören wir dieses Fachorgan: ..Derjenige, welcher beabsichtigt, der Türlei Geld zu leihen, sollte eS sich zweimal überlegen, ehe er dicsen saumseligen Reformmaßreaeln Beachtung schenkt. WaS die zuletzt specificierte Reform, wonach Ersparnisse in den Ausgaben im Belaufe einiger Millionen Pfunde gemacht werden sollen, anbelangt, so sind wir gezwungen, zu sagen, daß wir derselben, mehr als einer anderen miStrauen. WaS das türkische Budget anbetrifft, so scheinen uns die Ausgaben, abgesehen von den Schuldzinsen, zu klein für ! die gute Regierung eines so großen RcichcS zu sein, und wenn es war ist, daß ein großer Theil der Gehalte der meisten Beamten im Rückstände ist, so leuchtet es ein, daß erhöhte Sparsamkeil schädlich sein würde. DaSVer. sprechen, daß nichts verausgabt werden solle, was nicht im Budget steht, ist Unsinn, denn leine Regierung lann alles voraussehen, und daS Versprechen ist ein klägliches !?^n dn5 für ungut — es wäre eher zu bedenken, k dann l ^'"c Courage im Leibe hast. Ich lann! s,? bll w!s,- ""ch alles ersparen, meinetwegen, thu' ^. ich k ' ^ bich als einen Dicb an den Pranger "" wohl . ""be nichts dabei. Aber nun gute Nacht und 3le H^ 'hat, als ob er sich entfernen wollte, und <"°tlt. ">egung gab Franz mehr MuH als hundert ^ Hl"i^.laß' mich nicht allein — ich fürchte mich," "^ ti,)°be leine Zeit mehr, vielleich komme ich aber ., ,Yub'' ündchen wieder." besser w» "" '"inst du — meinst du wirtlich, daß 'k. "Thue ' """" ich Ningc?" !° ^ led b" willst, ich wüßte, was ich thäte, ^l iöeoriss^ l"r sich sorgen, und nicht jeder Hal 'tl«.« 'UUNSvmnögen, einzusehen, waS seiner hier VNe. 'D?nl'^' was meiner hier wartet: Hunger, bhre.'< "'""gen, Gefangenschaft und Verlust mei- tz/S-n^Wnoch?" ^ "ana v!Ä-1°"'" ^segnete Franz, und seine ^dier ist «Ä^? merkwürdig fest entschlossen. lH"> b s ^ "^ Geld, es sind nur ein paar "tn?.. vast du noch ttwas an deine Tante zu be- dt!> wick'z"""" 2°"e ^ was wirb sie sagen? '^^mer zur Folgsamkeit ermahnt'"rief „Ich werbe ihr allcS auseinandersetzen. Sei zu» frieden, du sollst nicht in ihrer Achtung sinlen." „O Ludwig, wie bist du gut! Warum verstellst du dich so?" „Sonst, meinst du? Nein. sonst bin ich wie ich bin, aber jetzt verstelle ich mich, dieS ist meine rechte Natur nicht. Ich weiß nicht, woher es lommt, aber ich halte elwaS von dir, vielleicht hoffe ich noch auf eine Belohnung von dir, eö.ist mir immer, als müsse aus dir noch einmal etwas recht großes, vornehmes heraus-lommen. Bedanle dich bei mir für nichts, waS ich thue, thue ich um irgend cincS ZwcckeS willen. Doch nun geh', die Zeit drängt. Ich bleibe hier fo lange, bis du dräu« ßen bist, zeige mir das durch einen leisen Pfiff an — willst du das?" ..Gib mir deine Hand, Ludwig." sagte Franz mit bewegter Stimme. «Was soll das," entgegnele Ludwig unwirsch. ..Geh' nur, geh', du bringst mich sonst nur in Unangelegen, heiten." Er reichte jedoch dem Kameraden die Hand und dieser drückte sie innig in der seinen. „Ludwig, ich hoffe, wir sehen unS wieder." ..Ich hosse es nicht, wir passen nicht zusammen, ,an mir würdest du doch niemals Freude erleben. Aber so geh', geh'. Hall' dich immer dicht an den Häusern." Gleich darauf hörte Ludwig fchon das Klirren von Fensterscheiben, und laum fünf Minuten später ertönte ein leiser Pfiff. Dann war alles still, Ludwig eilte zurück, und das „Graue Haus" lag in tiefes Schwei, 'S" gehüllt. (Fortsetzung folg!.) Substitut für die tägliche und stündliche Einschärfung wirtlicher Sparsamkeit, von welcher gute Finanzen un« bedingt abhängen, und an die man in der Türlei nur wird glauben können, wenn sie während eines ganzen Jahres geübt worden ist. Als praktischen Schluß lönnen wir nichts besseres empfehlen, als daß sich englische Kapitalisten so lange fern von türkischen Bonds halten sollen, bis die Reformen in Anwendung gebracht und, so vor-thcilhaft man vorausgesagt, für gut befunden werden. Diejenigen, welche vorgeben, eine gute Kenntnis von türkischen Hilfsquellen zu haben, und die türkischen Effecten poussieren, werden mittlerweile daS Vergnügen haben, diese Effecten selber zu halten, und da sie versuchen, andere zum Vertrauen in die türkischen Finanzen zu überreden, lönnen sie leine Zweifel an ihre Sicherheit hegen, fo daß alle Parteien gleich zufrieden gestellt sein werden." Hagesneuigkeiten. — (Se. Majestät der Kaiser) werden nach der „Oesterr. Corresp." muthmaßlich am 3. November von Gödöllö nach Wien zurückkehren. Der Vorstand der Mililärlanzlei Sr. Majestät, General v. Beck, befindet sich mit Sr. Majestät in Gödöllö. — (Zur Finanzfrage.) Wie die ..N. fr. Pr." meldet, wird Dr. herbst sofort nach dem Zusammtritt deS Reichsrathes die Einsehung eineS Ausschusses zur Prüfung der Finanzlage beantragen. Nach der „Deutschen Ztg." wird Dr. GiSlra die diesbezügliche Interpellation stellen. — (Anthracit.Lager.) Bei St. Jakob im Rosenthale in Kärnten wurde, wie man dem „Gr. VollSbl." schreibt, ein ausgedehntes und mächtiges Anthracit-Lager aufgedeckt. Die Kohle foll von ausgezeichneter Qualität sein und 80percenlia.eS Leuchtgas enthalten. — (guclerstatistil.) Im August o. I. wurden in Oesterreich 43,724 wiener Zentner Rüben zur Erzeugung von Zucker angemeldet und betrug der dafür entfallende Steuerbetrag 17.905 fi. Eingeführt wurden über die österreichische Grenze im ganzen 22 Zollzentnei Zucker, während auS Oesterreich 37.630 Zollzenlner Raffinat- und 17,717 Zollzentner Rohzucker, aus Ungarn 4828 Iollzentner Ras? finatzucker zur Ausfuhr gelangten. — (Die carlistischenStreitlräfte.) Don CarloS verfligt in Navarra und den baSlischen Provinzen über 26.000 Mann Infanterie, 300 Reiter und acht Gebirgslanonen unter den „Generalen" Glio, Dorregaray, Ollo, Lizzaraga, Baldespina und Aparcaguerre. In Cllla-lonien commandiert Don Alfonso 14,000 Mann Infanterie, 400 Reiter und eine Gebirgsbalterie. Unter ihm stehen die „Generale" SaballS, Tristany, Plano«, Quito, Miret und Calceron. Im Gebiet Maeftrazzo befinden sich 8000, in den Provinzen Valencia, Alicanle. Badajoz, Ciudad Real :c. etwa 6000 Mann zerstreut, so daß sich die gesummte carlifiische Streitmacht auf 55,000 Mann beläuft. Der Zustand der Cavalerie und Artillerie soll ein sehr schlechter scin. — (DaS durchschnittliche Lebensalter deS Menschen) hat im Laufe der Zeit beträchtlich zugenommen. In Genf werden seit 1560 genaue Tobten«-yister gehalten. Damals betrug die mittlere Lebensdauer 22 7z Jahr, 1833 aber 40 Jahr 5 Monat; iu weniger als drei Jahrhunderten hat sich also oie mittlere Lebensdauer beinahe verdoppelt. Im 14. Jahrhundert starben in Paris durchschnittlich 1 von 16 Personen, jetzt sterben 1 von 32. In England war daS Verhältnis im Jahre 1690 wie 1 zu 33, jetzt wie 1 zu 42. Locales. — (Militär-Avancement, November 18 73.) Ernennungen: Karl Freiherr von Bienerth, GM. zum Commandanten der 13. Infantcrie-Truppendivi-fion; Oberstlieutenant Franz Kühe des Inf..Reg. Nr. 46 zum Oberst; Major Maximilian Gotll zum Oberstlieutenant im Inf.«Reg. 46 ; wiedereingelheilt Major Adam Paich zum Inf.'Reg. Nr. 17; Thomas Sem liner, Johann Lasla und Karl Paul zu Hauplleuten; zu Ober-lieutenantS die Lieutenants Coloman Rajhaty und Nilo, lauS Ma jerian beim Inf.,Reg. Nr. 46; die Cadelen Eduard M edevtti, Josef Noval und NllolauS Ma zu-ra n zu Lieutenant« im Art.-Neg. Nr. 12; zu Lieutenants.-Eugen Konschegg, Johann Vellaverh beim Inf.,3leg Nr. 17; Adolf Wilhelm, Victor SchmitShaufen Eugen Koreny und Gabriel Trost beim Inf.-Meg. Nr. 46-Alois Zobel und LulaS Malievic beim 7. Feloj., Bat. und Demeter Terbuhedic beim 19. Feloj »Bat Bei der LandeS-Gen d a rm e rie: Oberst Friedrich Edler v. Semet low Ski zum Commandanten des L «G.C Rr. 3 in Innsbruck, Rittmeister Guido Koltowitz Edler v. Korts chel zum Commandanten deS L »V.(5 Nr 12 in Laibach; zu Rittmeistern: Engelbert Gr'össel und H"°!""" Stramm; zu Oberlieutenants: Eduard Muller und Georg We issenb erge r. ^ (SanitiilSwesen.) Der l. l. Regierung«, rath und Landee-Sllniläls-Referent Herr Dr. Emil Rltter von Slücll begab sich mit dem gestrigen Mittaa«zuge zur >zn ^ Anglo »47, Union 1öU. Francobanl 46, H°l'del«d°' O VereinSbant 33, Hypothelarrentcnbanl 2'<-, allgemeine «a»^. schuft 50'/,. wiener Bauliant 110, Unionbaubaul 64.^^, baubanl 18'/., VrigittMlluer 2s'/,, Slaalöbabn ^ ,,< burden 15K. Animiert. Handel und MksmiUchaftW Uaibach, 91. Oltober. Auf dem beutifjüil Marltt si^ schienen b Wagen mit Getreide uud 18 Wagen mit H»li' ____________Durchschnitta-Preise. ^^^-^ Mll.' „, Weizen pr. Metzeu 6 70784 Vutter pr. Pfund -^^ Koru „ 4 60 528 Vier pr. Slücl "^ ^> Gerste „ 4 - 3 93 Mllch pr. Maß ^»^ Hafer « 2— 2 22 Rindflelschpr Pfd. ^ . Halbfruchl ., --6- Kalbfleisch ,, -^ >! Heiden „ 4^ 416 Schweinefleisch,, "Ä^ Hirse „ 3 80, 3 95 Lämmerne« pr. „ ^A^ Kulurutz « 4 30 4 58 Hahudcl pr. Stück ^H> Erdäpfel „ 180------- Taube» „ ^F ^ Linsen „ 5 70— Hen pr, Zentner ^l>^ Erbsen „ 5 90-! Stroh „ ^l^ Flsoleu „ 650 — Holz, hart., pr.Klft. ^ z3° NlttdSschmalz Psb. - 52 — -- weiche. 22" ^ trübe H 1. 2„N. ?32.,r 112.< SW.s.'schw. Reg" ! M^. 10. Ab. 732.7 ^6.° < wmdstill f. 8°nz be5^^ 6 U. Mg 732.88 ^. 4^«" windstill ! Nebel g,„ 2. 2 „ N. 732.., 5 ^12,<, SW. s.schw. z-Hälfte be"' 10 ,. Nb. 731.75 ^ ^ 7.4 w.udsl.ll I,.Hä'lfte bc'v. ^ Deu 1. wechselnde Vewölluüg. etwas Soi"icnsch/",M F mittags und nachlS Regengüsse. Den 2. Nebel bis 11 ^,„^ haltend, nachmittags Sonnenschein und Reamwollctt, ' ^c < Abendroth, Schäfchen. Die beiden TageSmittcl dcr^° dB 9 6° und ^. V-l)', beziehungsweise um 2 3°»nb 1'l> "" . Normale. ^ Velllntwortlicher^^ll^clcur ^äual v. K^''!^^^M ^>l>rs«'s^rillis ^""^ ^- Oltober^ Dlc Vörse verkehrte nach l,ner anfänglichen lnrzen Reaction, welche wohl durch Realisierungen gestriger Känfe veranlagt sein mochte, "' s^ ^Vz sl.^^z l^^. bencr Stimmung. W,e gestern fliegen anch heute Speculationöpaplere; wie gestern wendete sich aber auch hente das Hanplinteresse den Anlaaewertlien^" """.^ sich sllr dicsc eine Nachfrage von ungemein großer Lebhaftigkeit. Rente gewann ein Perzent, 1860er Lose waren zur 2 Perzent erhöhten Notiz nicht erhältlich- einlelne jNatmuavicre elh^ Emse um fllnf bis zehn Gulden, Escomvteactien stiegen um 60 fl., Nationalbanl um nahezu 45 fl. « «,<,",, r'i'zr.nc «llynsi«^» Geld Ware Mai- ) (.....68 75 68 90 Februar-) """" ^.....^g.^^ ^g^ Loft, 1839....... 265— 268-- " 1854....... 89— 90-— " N....... 1^0... 102- " 1864 ^" ^<" ll. . . . 106— 107- - DomänenePsündbrieie ' ' ' ^^.^ 112 — Ungarn 1 ' » ^ . . 725,o 73 50 Donaii-Vicgullcrungs.Lose. . . 95.50 97>— Ung, Eiseubahn-Anl..... 9y. ^ ^ .^ Ung. Prämien-Anl...... 74 ^. 75..^ Wiener Lommunal-Anlehen . . 8350 84 _ Vctien von Banken. Geld Wail Nnglo-Oant.......131— 132 ' Vanlverrm...... . — Vauaesellschaften. Allg. österr. Vaugesellschaft . . 35'— 36 — Wiener Vaugescllschaft.... 98 — «1-— Psaildbriefe. AllglM. »fterr. Bodencrebit . . —'— b6 — dto. in 33 Jahren —— 76— Nutionalbanl il. W..... 9060 9080 Ung. Vodencredtt..... —.— 80 — Vrioritsten. «lis°belh-V. 1. Tm.....92 - 93 _ sserd.-Nordb. S......104.— 10450 Franz-Joseph-«......99- 9925 Oal. «arl-Ludwi«.V., 1. Lm. . —— __.__ Oefterr. Nordwch^V.....97— 97.50 Siebcnbllrger..... —>— ^._. Staalsbahn.......182 — 183 ^ Oeld ^g^ Sudbahn ö 3; .... -V^ Züdbahu, Von« '. '. '. '. ' 22l^ "ö^' Un«. Ostbahn ..... -^ PriVstlose. ^s^ lredit-L........ - I^H 1s" «ud°lfe-L....... . 1.'°l!don...... . ' ^44 lil) ^ P°ri«........ ' »eldsorte«. gall., Oeld ,, st^< Kucaten . . . 5ft. 42;lr. - ' 11 -'tapoleonad'or . . 9 " ^. l " 5l) ^ prmß. Kassenscheine 1 ^ ^2 ^ , ' Silber ... 108 ^ <<^ " Kraiuische Vwudentlastuull«-c>bli^ ^.ß"' Privatnorimm«: Gelb Sv^), «"