Gchristlrtwug: »ch-Xgass« Kr. s. Hain Nr. in, txtmttaa. Iü;li4 (qrtt hn^ne l*t «»im- a. fjrtrr-na m H—11 U6t na, |M*1ftwitfn sttrb« Sicht lilljrqrfra. rarnatloV Sin-Btmjn nicht ■ i f 1 n t i | « ■ >t * WM Mi «yraaltaag »-iN> iMiwnj ta billig» irt-WM» •AiltTts t nietn«. MBMaMlasiau t'to»-«chlat. Ik.Satli&e «»«'.» «t14rtw *n WUtmtt im» Csxntug •taM. M.MO. Hilli, Kamstag den 29. August 1914. Verwaltung: MathanSgasse Nr. S XcUttra Hr. (1, IM tritt» Bez»g«dtdi»smlge» Catch ti« Po» »no»™ ! rtntdflitTil . . . K l-M . . . . k «•«• Sanjjunj. . . . K ll'M gut (llll »n äifttluij tl* £aul ! M-r>-t«ch . . . . K 11» «kftelMMa ...»»- ««ibtairit •onuitrij . ... K II?-Rtftl «ttllan» (titln sich M( •t|Bfl#flttiti«n l» M-tiifcrtt* vets»t»«»,».«rdichtt». «Ujelrttrtt Untkantl tttte* M im «ddtstrilu»» 39. Jahrgang. Hr. «4 Dir Valkanstaalen und örr Krieg. Von den Balkanstaaten haben, abgesehen von kerbien und Montenegro, die im Kriege liegen, Rmtänieti, Bulgarien und die Türkei ihre Neutra-lilät erklärt, während Griechenland eine bestimmte tiilfirung in dieser Beziehiurg nicht abgegeben hat. Ueber die dadurch geschaffene Sachlage wird der ,v>ener Deutschen Korrespondenz" geschrieben: „Die Diplomatie des Dreiverbande« setzt ihre Bemühun-ßn, die neutralen Balkanstaaten zum Anschluß an fa Entente zu bewegen, mit erhöhtem Eiser sort. S«n allgemeinen Gesichtspunkten abgesehen, ist hie-für vor allem die Erwägung maßgebend, daß die jkiegslage die Herstellung eine« maritime,, Kon-Iaht* zwischen Rußland und der französischen und englischen Flotte geradezu zu einer Notwendigkeit mchto. der aber so lange nicht Rechnung netragen «rden kann, als die Türkei die Dardanellen ge-schlössen hält. Die Forderung Rußlands und Frank-«ich«, die mit immer größerer Heftigkeit in Kon-ßautikiopcl gestellt wird, bezieht sich also aus diesen Intt, während gleichzeitig die russischen Gesandten >» Sofia und Bukarest durch allerlei Drohungen Vill'iarien und Rumänien zum Anschlüsse an den vmoerband pressen wolle«. — Demgegenüber kann sestzestcllt weiden, daß sowohl die Türkei als auch Zdt«a»ien und Bulgarien ihre NentralitätSerklärun-jtn ohne jeden Hinlergedanken abgegeben haben und «»schlössen sind, ihre Neutralität auch zu bewahren. Lire Aenderung in dieser Beziehung könnte nur ba»n eintreten, wenn die genannten Staaten von «derer Seite angegriffen werden sollten, wodurch sie zwingt würden, ihre Integrität zu verteidigen. 3» dieser Beziehung herrscht unter den Kabinetten ua Lonstantmopel, Bukarest und Sofia volle Ein-mlizkeit, au allen drei Stellen ist der feste Wille mhavden, diesen Stai.dpunkt unter allen Umstän-ta ja behaupten, und daran werden weder die rns-Ich:» Drohungen noch der Verlauf der griechisch-tückschen Verhandlungen etwas ändern." Auszug der Truppen. Tschinda-tschinda-tschindara! Schritt und Tritt, Schritt und Tritt. Sieg mit Euch ! Ade! Hurra! Alle Herzen fliegen mit. .Braust ein Ruf wie Donnerhall", Bricht es los wie Sturmesweh'n, »Schivertgiklirr und Wogenprall" Sieg mit Euch! Aus Wtederseh'n. Deutschen Blute« bester Sast, Augen voller Glut und Glanz, Prangend in der Jugend Kraft, Zieht Ihr in den Kugeltanz. Hüte winken, Tücher wehn, Blumen regnen, Träne rinnt, Bleich an Eurer Seite geh'n, Manche Frau und manches Kind. Nicht zurück, voraus, voraus! Dort »st Heimatschutz und Glück, KindeSwieg' und Vaterhaus — Blickt voraus und nicht zurück! Tschinda-tschinda-tschindara l Schritt und Tritt, Schritt und Tritt. Sieg mit Euch! Ade! Hurra! .. ° Echwebt ein dunkler Falter mN7 Au» dem Haupt voll blonder Lust, Aus der Stirne blank und kühn, Ach aus dieser jungen Brust Werden rote Rosen blüh'n . . Warum hält lich Italirn nrutrul? Die „Leipziger Neuesten Nachrichten" schreiben: Die italienische Neutralitätserklärung, mit der der Mi-nister de« Auswärtigen Amte?, Marcheie di San Giuliano, am Vormittag d«« 2. August di« amtliche Notifizierung de« deutsch-russtschen Kriege« unter gleich-zeitiger Versicherung der wärmsten Frtundschast«gesühle Italien» sür seine Verbündeten beantwortet hat, wird zweifellos in Deutschland und Oesterreich-Ungarn eine außerordentliche Ueberraschung her vorgerufen haben. Wir wollen dahingestellt sein lassen, wie w:it man in den deutschen maßgtbenden Kreisen aus ein aktive» Sin-greifen Italien» in solchen europäischen Konfliktsfällen gerechnet hat, bei denen diese» Eingreifen nach dem Wortlaut de« Dreibundvertrage» über den easu» foer» deri» nicht sür Italien obligatorisch war. Zweifello» aber hat die österreichische Aufbauschung einer münd-lichen Mitteilung, di« der Botschafter Herzog von Bvarna am 26. Juli in Wien gemacht hat und in der Oesterreich-Ungarn. wenigsten« nach seiner offiziösen Prcsse zu schließen, die offizielle Erklärung der italie-nischen Wasfenlolidarität erblickt, dazu beigetragen, eine Ansicht zu schaffen, die jetzt widerrufen welden muß. ES kann allerdings nicht verschwiegen werden, daß auch die überwiegende Mehrheit der italienischen Zeitungen mit Au«nah«»e der radikal-sozialistische» Blätter, die nach Frankreich schielen, und mit Ausnahme einzelner Organe, die au» Feindschaft gegen Oesterreich dem Dreibund widerstreben, die Ansicht vertreten hatte, daß eine Neutralität Italien« ein schlechter Lohn sür di« durch den Dreibund seit 32 Jahren Italien vermittelnden Segnungen de» Frieden» sein würde. Man legt sich nun die Frage vor, welche Er-wägungen da» Kabinett Salandra und König Viktor Emanuel lll. veranlaßt haben, fich entgegen diesen Er-wägungen unter Berufung auf den Wortlaut de« Drei-bundvertragt» für die allerdings bewaffnete Neutralität zu entschließen. Daß Italien damit irgendwie beabsich-tige, bewußt vom Dreibund abzurücken, oder da» Ge« sühl hab«, sein« Verbündeten bewußt zu schädigen, da» kann unter allen Umständeu verneint werden, ohne daß Doch so lang ein Abendrot Schimmert über Eurem Zelt, Schmettert Ihr den roten Tod In die mörderische Welt. Jeder Schuß ein Herzgedicht An die heimatliche Flur, Jeder Schuß ein Hochgericht, Ein erfüllter Racheschwur; Jeder Schuß ein Opfergruß An daS alte Vaterland, Jeder Schuß ein Flammenkuß Auf der Liebsten Mund und Hand! Tschinda-tschinda-tschindara I Schritt und Tritt, Schritt und Tritt. Sieg mit Euch! Ade! Hurra! Alle Herzen fliegen mit. Hermann Kienzl, Berlin. (Nachdruck verboten) 50 Jahre „Kotes Kreuz". Von Dr. Eduard Krammler. Die surchtbaren Kriege der letzten Jahre, die sich besonder» den Balkan zum Schauplatz erwählt hatten, haben von neuem die segensreiche Einrichtung jener philantropischen Organisation erwiesen, die unter dem Namen .Note» Kreuz" allgemein bekannt ist und sich bei allen Kulturvölkern der Erde steigender Beliebtheit erfreut. Di« freiwillig« Krank«npfleg« im Krieg« war, wir mit diesem Urteil den Erwägungen vorgreifen wollen, die nach der Uebe. Windung der heutigen Krise Deutschland und Oesterreich-Ungarn hinsichtlich ihrer künftig«» Bcztehungea zu Italien anstellen werden müsse». ES will un» bedünken, daß zwei Gruppen von Erwägungen dazu beigetragen haben, Italien eine be» wassnete Neutralität nahezulegen. Einerseits hat die italienische Regierung da» volle Bewußtsein, daß nament-lich bei einem Eingreis«» England« in den Weltkrieg Italien mit der Vernichtung feiner Flotte, mit der Be-schießung seiner festen Plätze und der Blockade seiner sämtlichen Häfen zu rechnen haben würde, ohne daß die Verbündeten ihm zur See wesentlich Hilfe bringen könnten, ji, daß man ia zweiter Linie auch mit einer vo» Xuni« und Aegypten her unternommenen Ent-reißung Liby n« zu rcchnen hätte. Die zweite Gruppe von Erwägungen ist innerpvlitischer Natur. Die Re» gierung hat offtnbar gefürchtet, daß fich in Oberitalien die traditionelle Abneigung gegen Oesterreich-Ungarn, wie sie noch heute im einstigen venezianisch-lombardi-schen Königreiche besteht, und di« grundsätzlich« Abari« gung gegen jeden Krieg, wie sie die in Oberitalien die Uebermacht bildenden und ja soeben auch auf dem Mailänder Rathau« siegreich eingezogenen Sozialdemo» traten erfüllt, eine Kriegserklärung Italien« an Ruß-land und Frankreich nur au» moralischen Pflichte» de» Bündnisverträge« heraus, auf solche innere Schwierig« keilen b«i der Mobilisierung und dem militärischen Aufmarsch in Oberitalien hätte stoßen können, daß daraus nicht nur die Schlagfertigkeit, sondern auch der innerpolitische Bestand Italien» empfindlich hätte leiden können. Zu diesen Erwägungen ist natürlich dazuge» kommen, daß Italien gegenwärtig keinerlei direkte» Grund hat, in einen Krieg mit Frankreich und Ruß-land einzutreten, und daß sogar andererseits die ofst« ziöse Behauptung von der Uebereinstimmung der Bal» kaninteressen Italien» und Oesterreich-Ungarn« in kei-ner Weise richtig ist. Italien wäre ein großer öfter« reichischer Sieg über Serbien und Rußland, der die politischen Machtverhältnisse auf dem Balkan umstößt, eine der unangenehmsten Zeiterfcheinungen, die ihm be-gegne» könnten. Auf diese Weise ist also, wen» wir durchau» nicht in der Lage find, sür die hier gegebene Dar« namentlich in den christlichen Ländern, schon immer von hoher ethischer Bedeutung. De»halb verlohnt eS sich, in diesen Tagen, da ihre festgefügt« Organisation auf ein halb«» Jahrhundert bcwuadern«wert«r Tätigkeit zurückschallt» sann, auf die Art ihre« Werden« und Wachsen« ein wenig näher einzugehen. Dit Idee de« „Rcten Kreuze«" wurde eigentlich auf dem Schlachtfelde von Solferino geboren. Henri Dunant war der Vater dieser Idee. Die mangelhafte Fürforg« für di« Kranken und Verwundeten de» Schlacht-felde» ließ e» ihm angebracht erscheinen, die private HrlfStätigkeit wach zu rufen. Denn offensichtlich ver« mochte da« militärische Sanitätspersonal nicht den An-forderungen zu genüge», die di« mörderischen Schlach-ten mit ihrer verfeinerten Waffentechnik an sie sttllten. Sein Aufruf betonte, daß die von ihm geplante inter» nationale Berwundtten - Fürsorge vertragsgemäß von alle» Mächten völkerrechtlich anerkannt werden müsse. Zuerst lacht: und spöttelte man über diese philantro» pisch« Schwärmerei. Dunant aber gewann einflußreich« Persönlichkeiten sür seine Zd«e; besonder« interessierte fich Deutschland» erste Kaiserin — damals war sie freilich erst noch Prinzessin vo» Preuße» — dafür. Und die Wirklichkeit der Dunant'schen Idee marschierte mit Riesenschritten. Im Oktober 1863 trat zu Genf eine erste internationale Versammlung zusammen, die sich mit der Bildung vo» Vereine» beschäftigt», welch« schon zu Frieden»zeiten für geeignete« Material zum Pflege- und Hilfsdienst im Krieg« Sorge tragen sollte». Im Allgemeinen sollte» sich dies« Vereine zu« nächst .mit den Regierungen und den Militärbehörden Seile 2 stellung au« ofsiziellrn Quellen »u schöpft», die itali«-nische Riutral>tät«rrklärung vom 2. August entstanden. Die militärisch«» Folgen dieser Erklärung für Italien» Verbündete ist nicht so groß, wie man auf den ersten Blick vielleicht glauben könnte. Oesterreich-Ungarn hat namentlich wohl nie darauf gerechnet, daß ihm italie-nische Truppen »um Kampfe gegen Rußland zur V«r-fügung stehen, und den Vorteil, den diese? Bündnis mit Italien hat, nämlich die Möglichkeit, die öfter-reichlich italienischen Grenzgebiete vollständig von Truppen zu entblößen, besteht ja noch wie vor. Ander? steht t» mit der Frage, ob daS Deutsche Reich nicht bei ev«n-tuellen KriegSvorbereitungen gegen Frankreich darauf gerechnet hat, daß durch einen italienischen Angriff vom Süden her ein Teil der französischen Arm.e immobil!-stert und der Verwendung gegen Deutschland entzogen werde. Demgenüber bemeikt aber Italien, daß diese Immobilisierung zum Teil doch erfolgen «erd«, will seine bewaffnete Neutralität an der französischen Grenze und sein Boibehalt, dann einzugreifen, wenn eine Aen-derung der Situation das ersoidert, Frankreich nicht gestatten wü»d«, seine Südostgrenze zu entblößen. Im-merhin wird Deutschland von der italienischen Neutra-lität militärisch mehr betroffen al< Oesterreich Ungarn. ES ist heute nicht der Augenblick, auf da« Gefühl»-moment in d:r ganzen Frage de« italienischen Veihal-tead einzugehen. Ein italienische» Blatt hat unter dem ersten Eindruck der Neutralitätserklärung geschrieben, daß sie da« tatsächliche Ende de« Dreibünde» bedeute. Man wird vielleicht angesichts de» ungeheuren Umfanges des heutigen Konflikte« überhaupt nicht geneigt sein, einem Fortbestehen bisheriger Verträge, deren Hauptzweck durch den heutigen Weltkrieg erfüllt und überholt wird, eine besondere Bedeutung beizulegen-In diesem Sinne ist e» wenig-r wichtig, ob der Drei-bundvertrag über den heutigen tragischen Moment hin. weg fortbesteht, al« d»rß die Beziehungen zwischen Jta-lien und seinen heutigen Verbündeten künftig mit oder ohne Fortbestehen des vreibundvertrageS auf eine klare und die nach dem heutige» Weltkrieg entstehenden Zu-kunftSmöglichkeiten berücksichtigende Basi« gestellt werden. Wer hat den Krieg hrranslirschnwrrn? III. Unleugbar ist mit der rein gerichtlichen Frage im österreichisch-ungarisch-serbischen Konflikte auch eine politisch« verquickt gewesen, da e» sich nicht um einen gemeinen, sondern um einen politischen Meu-chclmord handelte. Oesterreich Ungarn konnte doch den zweiten Punkt seiner Forderungen: Sicherste!-lung sür die Zukunft keinesfalls durchsühren, wenn rt nicht auch "die politische Seite de» Meuchelmordes für absehbare Zeit ins Reine brachte. Die Behand-lung diese» politischen Element« der ganzen Ange-legenheit darf deshalb nicht zu einer europäischpoli-tischen Frage anfgebauschlwerden,sofern die einschlägigen Forderungen Oesterreich-Ungarn« im Wesen begrün- in Verbindung setzen, schon der Orientierung halber; im übrigen aber sollten st« völlig nach eigenen Plänen und auf eigene Kosten arbeiten. Ihr« praktisch« Tätig krit sollten sie auf den Schlachtfeldern und in d«n Feld-lazareltrn entfalten. Dazu gehörte ab«r auch «ine gewisse äußere «ennt-lichmachung Um sich vor Frrund und Feind in geeig-neler Weise legitimieren zu können, ist bestimmt worden, daß alle in der Praxis stehenden Peifonen an sicht-barer Stell« das rot«, au« fünf gl«ich«n Quadraten bestehend« Kreuz auf weißem Grunde — da« Wappen der Stadt Genf — tragrn sollt«». Wohl fetten hat ein« organisatorische Idee vom ersten Tage ihre« Bestehen« an soviel Glück gehabt, wie die de» „Roten Kreuze«-. Der Gedanke lag ge wisse»maßen in der Luft, denn selten hat sonst «in ähnlicher Gedanken soviel Anklang gefunden. Nun war ja allerdings die Mitte de» vorigen Jahrhundert« reich an kriegrrischen Angriffen und Ertignitn. Und wi« Druck Gegendruck erzeugt, so auch Kricg«not Linderung der selben Und di«s«r zeitgemäßen Forderung krm da« „Roi« Kreuz" nach, und zwar in einer Weii«, daß fein Vorhaben bri allen «insichtigen Nationen Anklang und Zustimmung fand. Und da« war eine überau« «r-srrulich« und begrüßenswerte Tatsache. Der Mann, dessen Hirn die Idee d«« .Rottn KrruzS' «ntsp'ungen war, konnt« also mit ihrer Entwicklung in jeder Weise zufrieden sein; denn sie ließ eiaentlich nicht« zu wünschen übrig und legte ein schöne« Zeugui« ab für die Hilfsbereitschaft edeldenken« Kacht___ det sind, außer man wollte Oesterreich-Ungarn hin-dern, sich die nötigen Garantien zu verschaffen. WaS hat nun Oesterreich-Ungarn hinsichtlich der Sicherstellung für die Zukunft verlangt? Maß-regeln zur Verhinderung der serbischen Preßhetzkampagne gegen die Monarchie, insoweit sie mit der Aufwiegelung zu Verbrechen und zur LoSreißung österreichisch-ungarischen Territoriums verbunden ist; die Auflösung -von Gesellschaften mit dieser Tendenz und Verhinderung der Neubildung solcher vereint-gungen, gleichgerichtete Borkehrungen in Bezug auf das Schulwesen, Verbot an Beamte und Offiziere, sich in der inkriminierten .Richtung zu betätigen und endlich eine diesbezügliche solenne formelle An» erkennitiig des österreichisch ungarischen Standpunktes durch eine königliche Proklamation an die Bevölke-rung und an die Armee. Man hat behauptet, daß Serbien all diesen Fordenmgen im wesentlichen zugestimmt und damit deren Berechtigung anerkannt hatte. Die serbische Antwort war aber in allen Punkten hypothetisch, hatte also die Tendenz jede wirkliche Sicherstellung illusorisch zu machen. Serbien hatte so schon seiner-zeit bündige Verpflichtungen aus sich genommen und dann deren Erfüllung monatelang hinausgeschoben, so zum Beispiel die Verpflichtung. Albanien zu räu-men, sobald ihm die Mächte dessen Grenzen bekannt-geben; aber ohne das Septemberultimatum stünden noch heute serbische Truppen in Albanien. Die serbische Regierung hatte umso weniger Anlaß, hypothetische Erklärungen abzugeben, als sie ja ebenso gut wie wir alle, wußte, daß sämtliche Anklagen Oesterreich Ungarn» auf Wahrheit beruhen. Weshalb hätte sie diese Wahrheit nicht anerkennen sollen, wenn sie den neuen Verpflichtungen entspre» chend vorgehen und nicht bei den interessierten Be« amten und Offizieren den Glauben stärken wollte, ihre Erklärung bezwecke nur, Oeslereich-Uugain zu täuschen; wer die Natur des serbischen Volkes kennt, wird dieS vollkommen begreifen, da der Serbe gesonnen ist, offen gesprochene Worte im Geheimen ins Gegenteil zu verkehren. König Milan, der seine Landsleute gewiß gut kannte, sagte einmal zu den Serben: „Wenn man mich gefesselt öffentlichem Hohn aussetzen würde, so würde jeder von Euch, wenn er vortritt und mich verhöhnt, mir zugleich «m Geheimen zublinzeln, daß dieS keine Bedeutung habe und er nur gezwungen so handle." Die Behauptung, Oesterreich-Ungarn hätte sich mit der serbischen Antwort begnügen können, hält also vor der Kritik nicht stand. Di« österreichisch' ungarische Note mußte vollkommen und bedingung»-loS angenommen werden. Bezüglich der Presse haben selbst die Serben zugestanden, daß deren Gebaren wirklich unerträglich sei. Noch einige Tage vor der Ueberreichung der österreichisch-ungarischen Note hat kein Geringerer als der Minister de» Innern, Sto-jan Proiitfch, in einer längeren Auseinandersetzung festgestellt, daß man die Belgrader Presse wegen ihrer Schreibweise in der inneren und äußeren Politik knebeln müsse. Er wurde deshalb von den „patrio-tischen" Zeitungen als ein Söldling Oesterreich Un-garni angegriffen. In der Schulsrage hat die sel- ber Kreise aller Volkzschichten. Besser konnte man sich die Situation für di« erste Zeit de« Entstehens des »Roten Kreuz«»" gar nicht wünschen. Und als wieder-um ein Jahr in» Land gegangen war. hatte Dunani» Idee schon einen neuen Schritt zur Vervollkommnung getan. Eine ganze Anzahl von Staaten halte dir In-stitution d«» „Roren Kreuze«" anerkannt. Europa, da» sonst so zwiespältig«, hatt« sich um «in Banner geschart: Dänemark, Italien. Frankreich, Portugal, Spanien. Pr«uß«n, Baden, Hessen, Württemberg, Belgien, Holland und die Schweiz erklärten sich mit den Einrichtung der neuen, segensreich wirkenden Organisation elnverftand«n. Man konnt« vor d«n sicht-lichtn Segnungen nicht länger mehr di« Augen ver schließen Noch im Verlauf« de» Krieg«« 1866 trat auch Oesterreich d«m ..Rottn Kr «uz bei G>oß Europa war gewonnen, immer festere For-men nahm die Sache an. Und so fügten stch die Dinge rasch so. d..ß man am 22. August 1864 zur Siadilt sierung der Roten Kreuz Idee schreiten konnt« Zwilchen und um die Nationen hatte sich ein internaiionateS Band geichlunien. Seit jenem Tage sinv »un fünf Jahrzehnte veiflössen, und man kann nur sage» daß sich die in dtn irchziger Jahren de» vorigen Jahrhun. dertS geichaffene humanitäie Einrichtung auf daS glin-zendste bewährt hat, und daß sie heute sicherlich kein Staat mehr missen könnte. Eine reiche Für« von Idealismus und menschen-freundlicher Hilfsbereitschaft steckt i» den Bestrebungen des „Roten Kreuzt»". Nur allererste und aueredelfte Nummer 64 bische Regierung zu wiederholtenmalen Einspricht Oesterreich-Ungarn» als gerechtfertigt anerkannt, na» daß man Beamten und Offizieren verbietet, an einer Agitation gegen einen Nachbarstaat teilzunehme», ist doch selbstverständlich. Bliebe noch die Frage der „Narodna odbrana" und der analogen Gesellichaj«» mit dem „SlovenSki Zug" an der «pitze. Daß *1$ Rußland und besonders die russische Regierung in ihrem Streite mit Oesterreich-Ungarn auch dieser Ot-ganisation annehmen konnte, ist umso verwunderlicher, als sie den Nationalismus so eng mit revolutwotrer Gesinnung verknüpft habe,«, daß kein europäischer, geschweige denn ein konservativ aulokratischer Staat, wie Rußland, mit diesen Leuten wirkliche ino«re Äe> meinschaft haben könnte. Der Weltkrieg. Rußlands Zusammenbruch. Während Rußlands Heere sich au« Russisch-Polen hinter die Festungslinien jenseit» der Weichsel zurückziehen, vollziehen sich in Rußland Ereigmfse, die sür die Zukunft dieses Staates bedeutungsvoller sind al» zehn verlorene Schlachten. In Pole» bricht eine wohlorganisierte Revolution lo«, in der Ukraine rufen die Ruthenen daS Volk zum bewaff-neten Ausstände, das geknechtete Finnland ficht ta Augenblick gekommen, sich von dem verhaßten Unter« drücker seiner Kultur und seine» VolkstnmS zu be-freien, die deutsche Bewohnerichast Kurlands und Livland« hält sich bereit, mit fliegenden Fahnen ist Lager der Deutschen überzugehen. In den südliche» Provinzen aber regt sich dc« Islamismus, wahrend in den Städten die Revolution der glücklichen Stunde lauert. Endlich wühlt in den Massen der Bauer»-schast der Hunger, der furchtbare Gefolgsmann der schlechten Ernte, und treibt auch hier zur Slevoln-tion. Rußland, der riesige Koloß, imposant durch die ungeheure Ausdehnung seines Bodens und durch die 130 Millionen seiner Bevölkerung, ist nur medr ein Koloß aus tönernen Füßen Man hat ihm ;»» Aufstehen genötigt und er hat feine Schwäche ver« raten. Di« letzten Nachrichten besagen, daß fich der Kaukasus bereit« in vollem Aufruhr befindet. A verdichten sich auch die Meldungen, daß jinf der Schwarzen Meerflotte eine Meuterei au«gebrvch«a sei und Odessa in Flammen stehe. — In Finnland und im Gouvernement Grodna konnte die Mobilisierung nicht durchgeführt werden, weil fast niemand kam. Da» russische Truggebtlde offenbart sich auch in der Verpflegung der Armee. In den Konserve»-büchsen ist statt Fleisch — Sand und die Ware,-magazine sind leer. Um dies zu verdecken, werde» sie in die Lust gesprengt. Ein Kenner iHujjlanM sagt, daß das Stehlen Vo'kssitte fei und daß jeder-mann fein Ehrgeiz darin setze, gestickt zu stehle». Diese Wesensart des russischen Volkes hat eine» Spaßvogel solgenden Witz erfinden lassen: Der Zar hatte bekanntlich erklärt, er hebe dar ihm von Deutschland hingeworfenen Handschuh auf. Motiv« waren hier fördernd und tonangebend. Schritt für Schritt hat man da« anfing« noch enzumgren,!-Gebilde ausgebaut, erweitert und umfassend für immer höher« Ziele gemacht. Siegreich schritt dir humanilire Gedanke über die ganzt Erdt, vtrklärt von dtin Wol-len und Streben hochherziger Menschen. Edelherzige Frauen und scharfblickende Männer haben ihr beitet können und WoUen in dtn Dienst dieser phila«tr»?i> schen Sache gestellt. Die Aufgaben de« .Roten Kreuze«' gliedern sich in solch«, die im Frieden, und in solche, die im «riege zu üben sind. Ja, auch im Frieden! Dean auch zu nicht kriegerischen Zeiten gibt e« Wunden zu heile». Bei Epidemien, bei Überschwemmungen ulw. hat da« .Rote Kreuz" immer tatkräftigst tingtgriffen. Die 1895 «rstmalig eingerichteten Htilstätttn de« „Roten ttrenzeS' gegen di« Lungentuberkulose sind allbekannt und n« Bedürftigen gern und viel ausgesucht. Auch die „sin-derheilstätten" des „Roten Kreuze»" gehören in da« Bereich der FritdeirSarbeit dieser Organisation: ebeai« die Errichtung von Arbeitergärten, Laubenkolonie» »l». Hier hat die moderne Sozialhygiene dem ,JUtn Kreuz gar vielerlei zu dankt». Säuglingsheime, Kraa-kenhäuser, N»lstand«küch-n. Haushaltschulen, Walderb»-lungSstätten, Krankerpflczeschulei., soweit wir derart!»» Einrichtungen jetzt vielfach im Deutschen Reiche hade», sind zumeist auf die Initiativ« des .Roten kreuze, zurückzuführen! auch hier zeig» stch der Segen seine* Wirkens ^ Dte Tätigkeit de« „Rottn Kreuze«* im ltrieze ist Jimrmcr 64 II« n ti aber tun wollte, konnte er eS nicht, denn der Handschuh war mittlerweile schon gestohlen »»rdtii. Sieg aus Sieg. Im großen Hauptquartier ist folgendes Tele-parnm deS Kaisers und Königs Franz Josef an Kaiser Wilhelm am 24. August eingetroffen: Lieg auf Sieg! Gott ist mit iuchl Er wird luch mit uns sein. Allerinuigst beglückwünsche ich Dich, teurer Freund, die jugendlichen Helden, Deinen lieben Sohn den Kronprinzen, sowie den Kronprinzen Ruprecht von Bayern und daS unvergleichlich tapsere Kitsche Heer. Worte fehlen, um auszudrücken, was »ich und mit mir meine Wehrmacht in diesen weit» zeschichtlichen Tagen bewegt. Herzlich drückt Deine starke Hand Franz Josef. Die großen Waffentaten der deutschen Truppen deranlaßten unseren greisen Monarchen, tiefbewegt durch die für uns so freudigen Ereigniffe in diesen «ltgeschichtlichen Tagen, seinem tapferen Bundes-ßnioffen dies« Kaiferwoite zu drahte». Tiefbewegt müssen auch wir alle und bewundernd auf die glorreichen Taten unserer verbündeten Ar-»wn blicken. Zu den glänzenden Waffentaten und Neger» der deutschen Truppen im Westen gesellt sich unser großer Sieg im Osten. Ein Geist scheint un-serc Truppen zu beseelen, der Geist WallensteinS, ein Gedanke scheint sie zu erfüllen, der Gedanke, die gujt Kraft einzusetzen für die Sache des Rechtes, fir die europäische Kultur. Der große Sieg der österreichisch-ungarischen Truppen bei KraSnik, die Besetzung von Ramur und uvz Belgiens mit Ausnahme Antwerpens, die Ein-fthrung der ^deutschen Verwaltung in Belgien, i«it re große Siege der deutschen Truppen über die »erkundeten Franzosen, Engländer und Belgier und »icht zuletzt das eigene Geständnis der schweren Niederlage der Franzosen durch ihren Generalstab, hi fiid die erfreulichen Nachrichten, die u»S in den letzten Tagen aus Ost und West zugekommen sind. Dazu kommt noch die erfreuliche Nachricht über daS »ackere verhalten unserer Truppen am Neben-knegsjchauplotze im Süden. Wenn in so unglaublich kurzer Zeit sich solche trsolgc Hausen, die man in solcher Größe sobald »irzendS erwartet hat, so darf es uns wcgen des Sutgauges wohl nicht bange fein. $om russischen Kriegsschauplätze. DaS größte Ereignis auf diesem KriegSschau-flitze ist bisher die Scblacht bei KraSnik. Darüber «ldet daS Krie^Spressequartier vom 26. August, 10 Uhr vorm.: Die am rechten Weichselufer vorgehende österreichische Armeegruppe hat nach drei-tägiger Schlacht bei KraSnik einen großen Sieg über «scheinend vier russische Armeekorps errungen. Die ülissni wurden biS Lublin zurückgeworfen. Die Ge-fchtssront betrug 70 Kilometer und eigene Kavallerie »erfolgt die Rüsten. tekannter, al« die im Frieden. Denn hier setzte ste ja eigentlich »um ersten Male ein. hier wurzelte sie und (mann an Anerkcniiung und Ausdehnung. Alle«, wa« mit dem „Rcien Kreuz" gezeichnet ist, gilt, mag auch fnift der Kamps noch so mörderisch sein, al« unverletz-lich: Feldgeistliche und Sanitätspersonal, Krankenpfleger mid Lerwundeten Transporteure. Jede« Hau«, da« Ver-»indele aufnimmt, pflegt und die Fahne de« »Roten ÄnnzeS" grhißt hat, gilt al« unverletzlich. Jeder Ver-»irndele, cd er Freund oder Feind ist, genießt die Eeg» ruxgen de« „Roten Kreuze«" ; so ragt diese Einrich-Iinz inmitten Mord und Brand, Vernichtung und Ver-vtstxrig al» eine moderne Kulturtat allerersten Range«, ton der man überall nur in den lebendsten Ausdrücken zu reden vermag. Und da« kennzeichnet sie zur Amüze! Tie Artbildung der „Rote Kreuz-Schwestern" Ist ime der Hauptaufgaben dieser Institution. Man hat da mit zahlreichen Schwierigkeiten zu rechnen gehabt, »der die man aber doch allgemach Herr geworden ist. Man unterscheidet Helferinnen, Hilf«schwesterrr und Echxßero. Hie datrt, alle drei ganz bestimmte, scharf imzrnizle Funkiicnen. Helferinnen und Hilf«schwestern gellen al« freiwillige Krankenpflegerinnen, namentlich im Tienfte auf dem Schlachtfeld«. Umsicht, Ruh« und Unerschrockerrheit wird von ihnen gefordert. Die Schwe-Ami find auch im Frieden al« Beruf«fchwestern tätig; man fleht sie häufig. Im Kriege selbst sind die Schwestern häufig in den Krieg«, und Etappenlazareiten tütig. Da ist der Nach Meldungen der Krieg«berichterstatter Wie-ner Blütter waren in der Schlacht bei KraSnik vier bis fünf Korps, das ist schätzungsweise 200.000 Mann, im Kampfe. Die Front der Russen reichte von Frambol bis Jvsesow an der Weichsel. Die Russen schoben je ein Korps nördlich von Frambol und südlich von KraSnik vor. Die Schlacht wurde Sonntag geschlagen. Mindestens zwei weit:re russt-sche Korps rückten von Norden an. Die Fortsetzung des Kampfes brachte die völlige Auslösung der Russen, welche fluchtartig auf Lublin zurückwichen. Daraus geht die kolossale Wichtigkeit dieser Schlacht deutlich hervor. Als» nicht weniger als vier russische Armeekorps standen unseren Truppen gegenüber, die nach dem Uebergange über den San am rechten Weichselufer die Feinde angriffen und sie mit solcher Wucht aufs Haupt schlugen, daß diese, wie «S oben hieß, fluchtartig zurückgehen mußten und bis Lublin zurückgeworfen wurden. Diese Flucht kam aber auch da noch nicht zum Halten, sondern unsere Kavallerie verfolgt den geschlagenen Feind auch noch über diesen Ort hinaus. Mit der Aufgabe der Stellung haben die Russen die GouvernemenlShauptstadt preisgegeben, da die demoralisierten Massen zu einem ernstlichen Wider-stände aus der kurzen Strecke KraSnik - Ljublin (vierzig Kilometer) wohl nicht mehr zu sammeln sein werden, umfomehr, als die Verfolgung rücksichtslos einsetzte. Mit der Einnahme Ljnblin» aber dreht sich die Spitze der österreichischen Operationen geben die Flanke der im Raume Lodz—Warschau— Jwangorod versammelten russischen Formationen. Wenn auch zweifelsohne in der Gegend Kowel— Rowno angesichts der ostgalizifchen Grenze größere russische Truppenmassen angehäuft sind, so kann bei ihrer bedeutenden Entfernung vom heutigen Kampf-platze eine Hilfe ihrerseits nicht so bald erwarte» werden. DaS Nachdrängen der deutschen ostpreußi-schen Armee wird dem gegen Jwangorod operieren-den österreichischen Heere die besten Dienste zur Zer-nierung der westpolnischen Streitkräste Rußlands leisten. Dieser erste große und entscheidende Erfolg der österreichischen Waffen hat überall unbeschreiblichen Jubel hervorgerufen. Unter den Truppen herrscht große Begeisterung. Der ehrenvolle, gewaltige Sieg wird als hossnungSsreudige Vorbedeutung sür die kommenden Tage gesuhlt. Ueberall kommt eS zu großen Kundgebungen der Bevölkerung. Die Ver-lüfte deS Feinde» sind unübersehbar — aber — wie schon jetzt gesagt werden kann — sehr groß. Der Schlacht von KraSnik reiht sich würdig eine Heldentat der fünften Honvedkavalleriedivisivn an. Diese Division hatte die schwierige Ausgabe, am 16. d. die russische Grenzversicherung am Zbruz zu durchbrechen und festzustellen, ob sich dahinter stärkere Kräfte befinden. Bei Satanow gelang die Erzwingung des UebergangeS und der Einbruch in russisches Gebiet. Unsere Kavallerie stieß südwestlich von Kuzmin auf überlegene feindliche Kavallerie, die von Infanterie unterstützt wurde. Der Feind wurde trotzdem von den Ungarn in die Flucht getrieben. Dienst kein leichter und erheisch! nicht nur psychisch, sondern auch physisch gut« und reichlich« KrZst«. Di« Helferinnen und Hilf«schwestern finden meist nur in den Lazaretten de« BesahungSheere« Verwendung; auch hier werden harte Anstrengungen an sie gestellt. Heute gibt e« wohl kaum noch ein Land, dessen Bewohner sich zu den Kulturvölkern rechnen, auf Er-den, da« stch den Segnungen d«« .Roten Kreuze«" der-schließt. Von Amerika bi« Japan schließt sich fast die Kett« wohUätiger Menschenliebe, di« c« stch zur Aufgabe gemacht hat, Wunden zu heilen, Kranke zu pst«-gen und dcm sozialen Elend in Fried«nSjeiten nach be« sten Kräften zu steuern. In verhältnismäßig kurz«r Zeit hat somit tatkräf« tige Nächstenliebe die Grausamkeiten des Krieges nach Möglichkeit zu mildern und einzuichränken verstanden. DaS wollen und dürfen wir gern bekennen und fest-stellen an dem Tage, da sich die staatliche Aberkennung d«c „Rottn Kreuze»" zum 50. Male jährt. Möge diese humanitäre Institution auch weiterhin segensreich wir-k«n und vor allem in diesen Tagen deS auSgebrochenen Weltkriege». Heute vor allem heißt eS auch dem „Roten Kreuze" gegenüber größte Opferwilligkeit zu bezeigen, denn wer kann wissen, ob nicht ein Angehöriger der Wohltaten de» „roten Kreuze»" bedarf. Spendet reich-lich, reichlich Gaben! Serie 3 Nach der Lösung ihrer Ausgabe ordnete die Division die Kanlonierung bei Satanow an. Nacht» übersielen Ortseinwohner, vermutlich verstärkt durch versteckt gehaltene Soldaten, schlafende HonvedS, wobei eine Anzahl derselben getötet wurde. Der Ort wurde strafweise niedergebrannt. Nach diesem Vorfalle sammelte sich die Honveddivision wieder vollkommen schlagfertig. Die russische KriegSsührnng übersteigt an Bar» barei und Scheußlichkeit alle Begriffe. Die Berichte unserer Truppen und.der Grepzbevölkerunz rufen Entsetzen hervor. Brennende Dörfer und Städte, Plünderungen, Schändung der Weiber und da« Hin-schlachten der Bevölkerung bezeichnen den Weg der zarischen Truppen. Unsere Truppen finden beim Vormarsch über« all verwüstete Städte, auch in Rußland, da die russischen Truppen di« eigenen Land« sengen und brennen. Das russische Volk empsindet daS Erscheinen unserer Truppen als Erlösung. Die Haltung unserer Truppen ist trotz der barbarischen russischen Kriegsführung musterhaft und rücksichtsvoll gegen die Bevölkerung, aber es herrscht eiserne Entschlossenheit, um jeden Preis die europäi» sche Kulturschande und die fortwährende Frieden«» bedrohung niederzuringen. Die Städte Kalisch und Ezenstochau wurden mit einer empfindlicher KriegSsteuer bestraft. Seit drei Tagen tobt im Norden eine Schlacht. Die Kämpfe bei KraSnik waren, wie sich jetzt herausstellt, nicht Treffen der Hauptmächte, sondern Zusammenstöße deS österreichischen linken Flügels mit dem russischen rechten Flügel. AuS dem Kriegspressequartier vom 28. d. ivird amtlich gemeldet: DaS Armee-Oberkommando teilte heute um 2 Uhr nachmittags mit: Auf dem russischen Kriegsschauplätze sind seit mehreren Tagen entjchei-dende Kämpfe im Gange. Während unsere Kräfte, die in der Schlacht bei KraSnik siegten, den Rusien gegen Lublin folgen und eine Nachbargruppe, die zwischen dem Bug und dem Wieprz gleichzeitig sieg-reich in feindliches Gebiet vordringt, den Raum von Zawoec gewann, behaupten andere HeereSkörper den Raum nördlich, östlich und südöstlich von Lemberg biS über den Dnjestr gegen den starken, in Ostgali« zien eingebrochenen Feind. Vom französischen Kriegsschauplätze. Die großartigen Erfolge der letzten Tage lasten stch kurz in folgendem »usammensassen: Bei Namur sind sämtliche ForiS gefallen. Ueber Ramur flattert die deutsche Fahne. Die große Fest-ung wurde von den Deutschen rasch erobert, denn die Belagerung begann am letzten Freitag und Mitt« woch wurde Namur übergeben. Bei der Erstürmung wurde Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen durch einen Granatschuß getötet. Die belgischen Truppen der mobilen Verteidi» gung von Namur und dir sie unterstützenden fran» zösischen Regimenter zogen sich aus die französischen Linien zurück. Gleichzeitig wurde Longwy nach tapferer Gegen-wehr genommen. In Belgien wurde die deutsche Verwaltung ein-geführt. Der Regierungspräsident von Aachen wurde zum BerwaltungSchcf von Belgien, soweit Belgien bereits in deutschem Besitze ist, ernannt. DaS große Haupi quartier meldet: DaS deutsche Westherr drang neun Tage nach Beendigung seines AufmarfcheS unter sortgesetzten siegreichen Kämpsen in französisches Gebiet ein. Von Cambrai bi» zu den Südvogesen wurde der Feind überall geschlagen und befindet sich in vollem Rückzüge. Die Größe seiner Verluste an Gefallenen, Ge» fangenen und Trophäen läßt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in den zum Teile unübersichtlichen Wald- und GebirgSgelände noch nicht annähernd übersehen. Die Armee de« Generalobersten von Kluck warf die englische Armee bei Maubeuge und griff sie füd« westlich von Maubcuge unter Umfassung erneut an. Die Armeen deS Generalobersten von Bülow und deS Generalobersten Freiherr von Hausen schlu-gen die acht Armeekorps französischer und belgischer Truppen zwischen der Sambre, Namur und der Maas in mehrtägigen Kämpsen vollständig und ver» solgen sie jetzt östlich Maubcuge vorbei. Der Angriff auf Maubeuge ist eingeleitet. Die Armee deS Herzogs Albrecht von Württem» berg verfolgt den geschlagenen Feind über den Se» moiS und überschritt di« MaaS. Die Armee deS deutschen Kronprinzen .rahm die b«f«stigle Stellung deS Feindes vorwärts Longwy, Seite 4 Keutsche &au,i Nuimun 64 vieS einen starken Angriff auS Berdun ab und geht gegen die Maas vor. Die Armee de» Kronprinzen von Bayern wurde bei der Verfolgung in Lothringen von neuen feind« lichtn Kräften auS der Position von Nancy und auS südlicher Richtung angegriffen und wie« den Angriff zurück. Die Armee deS Generalobersten v. Heeringen setzt die Verfolgung in den Vogesen nach den Süden fort. Elsaß ist von den Feinden geräumt. — Au« Antwerpen machten vier belgische Divisionen gestern und vorgestern einen Angriff gegen unsere Verbindungen in der Richtung ans Brüssel. Die zur Abschli«ßung Antwerpens zurückgelassenen Kräfte schlugen diese belgischen Truppen, machten viele Gefangene und erbeuteten Geschütze. — Die belgisch« Bevölkerung beteiligt sich sast überall an den Kämpsen. Datier wurden die strengsten Maßnahmen zur Unterdrückung deS Freischärler-und Bandenwesen» angeordnet. Die Sicherung der Etappeulinien mußte bisher den Armeen überlassen bleiben. Da diese aber sür den weiteren Vormarsch die zu diesem Zwecke zurückgelassenen Kräfte uot-wendig in der Front brauchen, befahl Seine Majestät die Mobilmachung des Landsturmes. Der Landsturm wird zur Sicherung der Etappenlinien und der Besetzung Belgiens mit her-angezogen. Dieses unter deutsche Verwaltung tretende Land soll sür Heeresbedürsniffe aller Art ausgenützt werden, um das Heimatgebiet zu entlasten. — Die Deutschen haben der Stadt Lüttich eine KriegSschatzung von zehn Millionen und der Provinz von fünfzig Millionen auferlegt. — AntwerPtn wird beschossen. Charleroi steht in Flammen. Der große Generalstab teilt mit: Das englische Herr, dem sich drei französische Territorial-Divisionen angeschlossen hatten, ist nördlich von Saint Quentin vollständig geschlagen worden und befindet sich im vollen Rückzüge über Saint Quentin. Mehrere Tausend Gefangene, sieben Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen. — Südöstlich von Mezieres haben unsere Truppen nnter fortgesetzten Kämpsen in breiter Front die Maas überschritten. — Unser linker Flügel hat nach neuntägigen Ge-birgSkämpfen die französischen Gibirgstrnppen bis östlich von Epinal zurückgetrieben und befindet sich in weiterem siegreichen Fortschreiten. — Der Bürgermeister von Brüssel teilte dem deutschen Kommandanten mit, daß die französische Regierung der belgischen die Unmöglichkeit eröffnete, sie irgendwie offensiv zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Verteidigung gedrängt sei. Das Wolffbureau meldet: Nach Dienstmeldung wurden in den Taschen gefallener Franzosen und Engländer Dumdumgeschosse gefunden. Wir sind daher gezwungen, gegen die Verwendung Völker-rechtswidriger Geschosse Gegenmaßregel allerschärsster Art anzuwenden. Der Berliner Lokalanzeiger schreibt: Aus dem linken Flügel der verbündeten Armeen standen die Engländer bei Maubeuge. Nachdem östlich davon die englische Kavalleriebrigade geschlagen worden war, konnten die Engländer nicht auSwnchen (nordwäns). Es wurden mehr Engländer gelandet, als die Ze>tungSleser erfuhren. Die Engländer wurden geschlagen, dann südwestlich von Maubeugt neuerdings angegriffen. Die Armeen vülows und v. Hausens drängten die belgisch-sranzösische Armee, etwa acht Korp», aus dem Dreieck Sambre-Namur-Maa« östlich von Maubeuge vorbei, wornach der Angriff aus Maubeuge eingeleitet wurde. Die belgische Zivilbevölkerung greift noch immer da» deutsche Militär an. — Das Wolffbureau meldet weiter»: Der große Generalstab teilt mit: Mairainviller östlich von Luneville ist daS stärkste Sperrfort der Franzosen in deutschem Besitz. Die Stadt Löwen wurde wegen Schießens der Einwohner auf deutsches Militär »erstört. Die bisher friedliche Bevölkerung über-schüttete aus Kellern, Fenstern und von den Dächern das in den Siraßen befindliche deutsche Militär (Wachkolonnen) mit Geschossen, Hierauf eröffneten die Marschtruppen ein Gewehr- und Pistolenfeuer. Es kam zu einem fürchterlichen Handgemenge, »voran sich die ganze Zivilbevölkerung beteiligte. Unsere Soldaten wurden in kurzer Zeit Herr der rasenden Zivilbevölkerung. Es ist viel deutsches Blut geflossen, die schwere Schuld fand sofort Sühne. Die an Kunstschätzen so reiche Stadt dürste heute nicht mehr sein. Der Uebersall scheint behördlich organisiert zu sein, um einen Truppenausfall zu unterstützen. Bon Antwerpen ist das Gleiche anzunehmen. Der „Bayerische Kurier" meldet, daß an der schweizerisch-französischen Grenze 70V Franzosen, die versucht hatten, mit Gewalt über die schweizerische Grenze zu dringen, um den deutschen Truppen in den Rücken zu sollen, von schweizerischen Soldaten erschossen worden seien. Vom serbischen Kriegsschauplätze. Aus dem südöstlichen NebenkriegSschauplatze hat sich seit den Kämpsen nächst Valjevo und Vifegrad nicht» von Bedeutung ereignet. Die schwer mitgenommene serbische Armee hat vollauf zu tun, um sich zu retablieren und ihre mangelhafte Verpflegung sicherzustellen. Unsere Truppe» behaupten die eroberten Posi-tionen und find in gehobener, sicgeSfreudiger Stim-mung. Noch bedeutungsloser sind die Vorfälle an der montenegrinischen Grenze. Der Loocen ist durch da» vereinte Feuer unserer Vermacpositionen und der Marineartillerie vorläufig zum Schweigen gebracht worden. Die bisherigen montenegrinischen Unternehmun-gen im Raume B-leca sind schwach und ohne Nach-druck ausgeführt und von unseren Grenztruppen mit leichter Mühe abgewehrt worden. Dcm „Dnevnik" zufolge soll dit große Bahn-brücke zwischen Negolin und Zajecar in die Lust gesprengt worden sein. Diese vermittelte bisher di« Hauptzusuhr dtr Verpflegung der serbischen Armee aus Rußland. Der ungarische Abgeordnete Baron Hazoi er» klärte in der nachdrücklichsten Weise, unsere Armee in Serbien habe aus der ganzen Linie Ersolge und nicht» al» Erfolge auszuweisen. Graf TiSza aber wies darauf hin, daß kein einziger österreichisch-ungarischer Soldat in serbische Kriegsgefangenschaft geraten und kein einziges unserer Geschütze in ser-dische Hände gefallen fei, daß mithin von irgend-einer Niederlage, die »vir in Serbien erlitten hätten, nicht die Rede sein könne. Fügt man diesen Tatsachen die eingangs stehende Meldung von der Weiterbeförderung der 3500 fer-bischen Kriegsgefangenen hinzu, fo ist e» zweifellos zu erraten, auf welcher Seite in Serbien von einer Niederlage gesprochen werden darf. Der au» Serbien in Rom eingetroffene italieni-sche Kaufmann Robiani erzählt, im Generalquartler zu Nisch sei man über die militärische Lage bestürzt. Die Soldaten leiden Not und mächten am liebsten ausreißen. Aus Mazedonien habe sich fast kein ein-ziger der Einberufenen gestellt. Die Reservemänner machen aus ihrem Unmut kein Hehl. 3500 serbisch« Kriegsgefangene. Au» Gran wird gemeldet: Hier sind etwa 3500 serbische Kriegsgefangene eingetroffen, die douauaufwär!» weitrrbejördrrt werden. Der Seekrieg. Der kleine deulfche Kreuzer „Magdeburg" ist bei einem Vorstoße im Finnischen Meerbusen in der Näh« der Insel OrdenSholm im Nebel auf Grund geraten. Hilfeleistung durch ander« Schiffe war bei dem dichten Nebel unmöglich. Da es nicht gelang, das Schiff abzubringen, wurde es beim Angreisen weit überlegener russischer Streitkräst« i» die Luft gesprengt und hat so einen ehrenvollen Untergang gesunden. Untrr dem feindlichen Feuer wurde von dem Torpedoboot „ U 26* der größte teil der Be> fatzung des Kreuzer» gerettet. Die Verluste des Kreuzer» „Magdeburg" und de» Torpedoboote» „U 26" stehen noch nicht ganz fest. Bisher wurden siebzehn Tote und einundzwanzig Verwundete gemeldet. 85 Mann, darunter der Kommandant der „Magdeburg", weiden vermißt. Dir Geretteten werden in einem deutschen Hase» eintreffen. — Von d«n großen Flotten England» und Frank, reich» in der Nordsee und im Mittelmeer hört man nicht». — Die Adria ist frei von feindlichen Schiffen. Die 14. Kriegserklärung. Oesterreich Ungarn hat Belgien den Krieg er« klärt und begründet dir» mit der Tatsache, daß österreichische und ungarische Staatsangehörige in Belgien unter den Augen der königlichen Behörden eine Behandlung über sich erg,hen lassen mußten, welche den primitivsten Anforderungen der Mensch-lichkeit widerspricht und selbst gegenüber Untertanen eines feindlichen Staate» unzulässig ist. Lehte Drahtnachrichten. Die Schlacht zwischen Weichsel und Dnjester. AuS dem KriegSpreffe Büro wird amtlich gr« meldet: Die seit 26. d, tobende große Echl-cht dauert fort. Die Lage unserer Truppen ist gSnstig, daS Wetter warm und sonnig. Niederlage der Russen in Preußen. Berlin. Da« Wolffdüro meidet: Groß» Generalstab teilt mit: Unsere Truppen in Preuße» haben unter Führung des Generalobersten von H«n-denburg eine von Narow vorgegangene russische ilr« mee in der Stärke von fünf Armeekorp» und drei Kavalleriedivisionen in einer dreitägigen Schlacht in der Gegend von Ortel»burg geschlagen und Verfölge» st« jetzt über die Grenze. Generalquartiermeister von Stein. Aus Stadt und Land. Kriegsfürsorge der Staatsbeamte«. AuS Beamtenkreise» kommt unS folgende Mitteilung zu: Die vo» der Mobilisierung nicht beirofseiik» Beamten de» Krei»zeucht?», der Staatsanwaltschaft und de» Bezirksgerichles in Eilli haben in einer a» 26. d. über Anregung deS Krri«gerichispräfi»«nte» Adalbert Kotzian abgehaltenen Versammlung eins»»' «ig beschlossen, für Zwecke der KriegSfürsorge (rote« Kreuz, Unterstützung der Angehörigen und Hinter-dliedcnen Einberufener) monatlich wiederkehrende Sei-träje und zvar je nach Rang und Einnahme rn 1 Pnzent der MonatSbezüge ansteigend zu leiste«. Diesem Beschlusse sind da« ikanzleihils«- und Gesan-gcnausslcht»persoaale sowie alle Diener beigelrete». Der Unterrichtsbeginn. Der Wiener Zei-tung geht über den Unterrichtsbeginn de» öffentliche» Schulunterrichtes von maßgebender Seite eineMt-teilung zu. nach der die UnterrichtSver'valwtg grundsätzlich aus dem Standpunkt steht, keine Unter-brechung und keine vermeidbare Beeinirächtig»»g in der Ausbildung d«r heranwachsenden Jugend eintre. ten zu lassen. Daher wird überall mit der Eröffnung des Schulunterrichte» vorgegangen, wo e» hie Ua« stände gestatte». Dies wird vor allem an de» Soll»« und Bürgerschulen geschehen. In größere» Zlidte» ivird man sich nötigensall» begnügen wüste», in eine» öffentlichen Gebäude einen Doppeldetrieb einzuführen und einen Teil der Schüler in den Bormiitagstunde» den anderen in den Nachmittagstunden zu untenich-ten. Aehnlich wird auch an den Mittelschule» und verwandte» Lehranstalten vorgegangen werde». Nur für jene Lehranstalten und Schulen, an denen keine hinreichende Borsorge getroffen zu werden vermag, haben die Schutbehörden de» vorläufigen Aufschob de« Schuljahre« auSzuspreche». Maturafeier nach 25 Iahren. Wie üblich hatten auch die Maturanten de» Jahre« 1S89 für Heuer ein Wiedersehen nach 25 Jahre» in Eilli verabredet, um da» Andenken an die vor 25 Zihrei, bestandene Matura zu feiern. Waren in diese» Jahre überhaupt nur 10 Kandidaten, so wringen« sich die Zahl dieser während diese» Zeitkauwe« ge-hörig Bier davon find bereit» i« bissere» Jenseits, zwei sind verschollen und sollen sich in Ainenta a»s-halten Dir vier übriggebliebenen wären nohde» noch zusanimengrkommcn, wen» sie nicht dir jeyige sturmdurchtodtr Zeit daran hindrrn würde. Die »och irbrnden sind die Herren Dr. Moriz Rupschl, tau-nuensi» an der LandeSdücherei in Graz, Iosei Schmidl, städtische». Kontrouor in Eilli, Dr. L'kior Sraboinik, Arzt in Ganaduch und Dr Franz Uluch. Flnanzsekretär in Graz Diese vier Kollegen degnii-gen sich nun notgedrungen damit, sich gegenseitig z« Erinnerung an dir sür ste damal» auch heiße» Tage herzliche Heilgrüße zuzusenden. Jenen aber, die Ich« ruhen, sei ein „Fiducit" geweiht. Eine so geringe Maturantenanzohl und eine so bittere Zchicksalsüzmiß dürste wohl kaum noch wenigen Oklovanern beichie-den gewesen sein. Evangelische Gemeinde. Morgen So»-tag findet in der EhiistuSkirche um 10 Uhr vorml-tag» ein öffentlicher Gol»'«»ienst statt, in «elchem Herr Psarrer May predigen wird üdrr »Wie i» Klirg un» segnet". Wirtschaftliche Mobilifierungsvor sorgen. Die Jnierrfsenteu werden daraus ailimert. >am gemach», daß Bestellungen auf Getreide un» auf Mahlprodukie »n Ungarn womöglich nicht ii drn Komitaten Zala und Somvgy zu mache» nrin», da dermalen in diesen Komitaie» AufaahmSfchoiech-keilen bestehen. MM. Blätter zur Unterhaltung »nd Belehrung für Haus und Familie. »tt „Deutsche» Wacht" in fiUTi. _ kY4 „0 ,Dte S»d»art- er(6etnt ,eden Sonnlag al« unentgetUiche vnlage für die Leser I . >». a yit» OO ,»euH(b««i Wacht". - Quirln ist .Die fcudmart" nichl tftaftid) \_K'l'i (Nachdruck verboten.) Ans den Jagen des österreichischen Waffcnganges gegen Serbien. Novelleite von R. Wahner. Wien, diese lebenSsprühende Stadt, an jenem Tage, wo durch ihre schwarzumflorten Straßen, an-gesichtS einer in dumpfem Entsetzen regungslos der» harrenden Menge, der ermordete Thronsolger seine TodeSfahrt hielt — und Wien heute, wo das, was seit jenem Tage unter der Asche geglüht hat, und zuweilen wie eine Stichflamme in Demonstrationen hervorschoß, seine Genugtuung findet in dem Macht-wort des Kaisers: Kriegserklärung gegen Serbien. Ueber den Wienerwaldbergen lacht« satte, leuch-tende Sommerherrlichkeit. Wie getaucht in eine Gold-wölke liegt die Kaiserstadt im Sonnenglanz da. Ein Abglanz davon spiegelt sich aus den Gesich-tern der Massen, die in spontaner Kriegsbegeisterung die Straßen durchziehen. So ernst auch die Lage, in dem österreichischen Volke mit seinem leicht be-weglichen Herzen siegt allmählich der heilige Zorn, die edle Rache, die in diesem Herzen brennt gegen di« Urheber jenes schmählichen Verbrechens, und ver-einigt sich mit der Treue zu dem greisen Herrscher ur.d dem Glauben an deS Höchsten Segen zu dem Sühnewerk. DaS Tegetthof« und daS Prinz Eugen-Denkmal war von Hunderten von Manisestanten umlagert. Hochrufe auf Oesterreich-Ungarn erbrausten. Neue Züge von Demonstranten nahten; sie sangen die Kaiserhymne. AuS dem mächtigen Stimmenchor hallte wie ein einiger Klang die Begeisterung fikr die Sache, die alle entflimmte. Auch vor dem Kriegs-Ministerium wurden begeisterte Zurufe laut. Sie galten de» Offizteren und Soldaten. Gruppen, unter Vorantragung von schwarz-gelben Fahnen, tauchten aus. Vor den Anschlagssäulen mit dem KriegSmani fest Kaiser Franz Josefs und der Mobilmachung«« ordre drängte stch daS Bolk. Die fliegenden Zei tungShändl«r wurden bestürmt. Vor dem Rathause, im Prater, auf der Schmelz, überall staute sich die Menge. Gerüchte über zahlreiche Spenden und Samm-lungen für die im Felde stehenden Soldaten kur-sierten; der freiwillige Truppendienst fand begeisterte Anhänger. Zündend wirkte auf die erregten Menschenwogen die Nachricht: Der Kaiser kehrt zurück! Eine wahre Völkerwanderung begann. Mit flatternden Fahnen und schmetternder Musik zogen die Korporationen, zogen Männer, Frauen und Kinder hinaus und be-setzten die Straßen vor dem Schloßtor von Schön-brunn biS zum Bahnhof Penzig, den geliebten Kaiser zu begrüßen. Die Restaurants und Kaffeehäuser waren über» füllt und draußen vor den ländlichen Gasthöfen auf freier Höhe waren di« Tische und Bänke besetzt von politisierenden Leuten, die sich aber trotz deS aufregenden G'plaufcheS die Würstle oder den Gullafch nebst Bier munden li:ßen. Hier kam auch der Humor zu feinem Recht. Ein Fiakerlenker, ein Mensch wie eine Tonne, ward unter allgemeinem Jubel von sei-nen Zunftgenofsen hochgestellt mit der Proklamierung ,,D' Peppi fchicka ma alS Pulverfaß nach Serbien!" „Da laß i die ganze Bagafch krepirerln!" prahlte der Dicke und lachte mit vollen Backen. „Aber 'n Schmatzl gibst mir halt mit auf n Weg, gell, Rest?" und er fchnalzte der hübschen Kellnerin zu, die eben Kaffee und Kaiferfchmarrn herbeitrug. Allein die Resi, die fönst allweil lustig war, gab nicht Bescheid. Sie hatte rotverweinte Augen — ihr Schatz, der Reservist AloiS, ging mit in den Krieg. „Sakra — a Bier no und nachher Schludanz, i muß fort — i bin b'stellt!" schnaufte der Dicke. .Ist wohl ne Grafenfuhr?' neckte einer. .Net weit davon," trumpfte der dicke Peppi, „der Gawlier hat 'S a Schneid, sag' i EuchV «Ja, kennst ihn denn?" „Freili. Ist net daS erste Mal, daß i ihn fahrn tä!. Hat fich zum freiwilligen Truppendienst 9 g'meldct — i glaub', t* gehl schon heut fort — und i» no in d' Flilterwochen — .No in d' Flitterwochen und hat sich freiwilli gemeldet? I Kruzitürken, dö» arm'S Weiberln! Ober da i« d' fiiab wohl net groß — Jetzt brauste der Dicke auf: „Ihr Hallodris, Ihr elendigen! Die Liab brennt bei die zwa an alle Ecken und Enden. Aber a ganzer Mann ist er, a Held, der sein junges Glück dem Vaterlande opfert! Verstanden? Und setzten gebt'» Raum — Mit einem Schwung, der ihm in Anbetracht seiner Dicke alle Ehre machte, war der Peppi auf dem Kutscherbock, schnalzte dem Braunen zu und fort gings in seschem Trab. Kopsschüttelsd stieg der junge Bursche, der im ersten Stock eine« Hauses der Prinz-Eugen-Straße eine neue Uniform abgeliefert, d>e Treppen hinab. Ganz nachdenklich blickte er. Bor seiner Seele stand noch, was er eben mitangesehen, und das hatte gepackt. Die gnädige Frau selbst hatte ihm geöffnet. „Ich bringe die Uniform — Als sei dies eine Schreckenskunde, so weiß waren die Lippen der jungen Frau geworden. Ihre Augen — solch schöne Guckerln! — hatten ihn angestarrt in dumpsem Entsetzen. DaS Trinkgeld war ihren zitternden Fingern entglitten. Wahrend er sich danach gebückt und seinen Dank gemurmelt, war ein Laut zu ihm gedrungen. Weinte sie oder wollte sie ohnmächtig werden? Erschrocken wollte er zuspringen. ° Aber et unter« ließ eS. Leise, leise hatte er die Tür hinter sich zu-gedrückt und war gegangen . . . Den Kopf an die kalte Wand de» Flures gepreßt, hatte die junge Frau dagestanden; ihre Gestalt hatte gezittert wie ein Blatt im Winde. Wie vorhin das Geld, lag, ent-gliiten ihren Fingern, die Uniform am Boden . . . „Josel — ja, was giblS denn wieder?!" Dieser Ruf weckte Josefine von Sellbacher auS ihrer Betäubung. Eine Tür hatte sich geSfsaet. Im Rahmen stand eine stattliche Vierzigerin. Sie trug ein elegantes Hauskleid, ihr volles, von blühender Gesundheit strahlendes Gesicht den Typus der Wienerin. Sie hielt ein Zeitungsblatt in der Hand und ihre Mie« nen spiegelten da» lebhaste Interesse wieder, das die Lektüre ihr erweckt. Frau Josefine nahm die Unisorm vim Boden aus. „Du fragst noch . . ." gab sie zurück und ihr Ton schwankte zwischen Schmerz und Tadel. »Schau — die Uniform ist da! Wird die aber dem Poidl sauber stehen! Ja so — mein arm's Haschrln . . . Aber so sei doch stad, Josel — dieser Rachezug für den ermordeten Thronsolger ist doch geradezu ein Gebot der Pflicht für jeden Oefler» reicher." Die Sprecherin hatte den Arm um die junge Frau gelegt und betrat mit ihr die Wohnräume, die den frischen Glanz junger Häuslichkeit trugen. Die Aeltere fühlte, wie die junge Frau erschauerte, und kaum halte sich die Tür hinter ihnen ge-schlössen, als eS einem Schrei gleich von deren Lippen kam: „Ein Gebot der Pflicht, sagst Du? Ja, aber die Pflicht gegen sein junges Weib steht über der Pflicht gegen das Baterland, denn sie ist ein Gesetz des Herzens!* „Josel, wie Du nur so reden kannst! Tausende von Männern lassen ihre Frauen zurück und ziehen mit — „Ja, aber aus Befehl deS Kaisers!" rief die junge Frau außer sich. „Leopold aber, als Ernährer seiner Geschwister, der unmündigen Waisen, war von dieser Bestimmung ausgeschlossen. Was aber tut er? Freiwillig hat er sich gemeldet, miteinzurücken. Er — er — o mein Gott! — er liebt daS Vater-land mehr als sein Weib!" «Josel, schämst Dich net, daß Tu den Poidl verkennst? Nur durch seinen enormen Fleiß und Energie hat er es in wenigen Jahren dahin ge-bracht, daß er nicht allein seine Geschwister mit-ernähren kann, sondern sich auch einen eigeuen Herd hat gründen könne«! In jedes ManneS Seele pochen jetzt Ehrgeiz und edler Zorn, die da-hin streben, mit der Waffe das Verbrechen von Sarajewo zu — ." „Sprich das Wort nicht aus, mich schaudert, nur davon zu hören!" fiel Frau Josefine ein. .In unsere HochzeitSglocken hatS hineingehallt, — wir saßen bei der Hochzeitstafel — er und ich nach drei langen Jahren der Brautzeit endlich vereint l — als die SchreckenSkunde aus Sarajewo wie ein niederschmetternder Blitz in unsere Glückseligkeit tras. Wie ein dunkler Schalten hat jene» Verhängnis unsere junge Ehe umlauert. Wenn Leopold mich im Arme hielt, wenn er mich küßte, so wild und süß, daß mir war, als tränke ich seine Seele au» diesen Küssen, schrie eS in mir: „Laß ihn mir, lieber Gott, erbarme Dich und wende ab, was ich fürchte I Was sind mir die Menschen, die Feinde? Nicht», er, er allein ist meines Leben» Inhalt —." „Josel, Du bist außer Dir! Deine Weibnatur kann fich nicht ausschwinge» zu der Aussassung der Sache und der L«ben»ausfassung Deine» Mannes!" „Ich weiß eS, ich bin kleinlich und schwach, Du aber kannst Dich nicht hineindenken in meine Gesllhle. AlS seine entfernte Verwandte stehst Du über den Dingen." „Aber ein Wienerherz hab' ich, da« vergiß net, Josel, und klardenkend bin ich. Möchtest Du den Leopold denn ander«, alS er ist? Möchtest Du, daß er feige daheim bleibt und sich dem Flitter» wochenrausch hingibt, während unsere Oesterreich« voll Mut und VaterlandStreue dem Feind entgegen« gehen?" Die schönen Augen der jungen Frau hatten sich an die Lippen der Sprecherin gehestet; in den Diesen dieser goldbraunen Sterne glomm etwa« auf. Hatten die beredten Worte endlich einen Widerhall gefunden? Hatten sie doch schließlich die Kammern diese« schwachen, aber in seiner Frauenliebe so großen Herzen« gesprengt, und es kam ihm die Er» kenntnis von der Größe der Sache, der sich da« Geschick de« Einzelnen unterordnen muß? Oder schloß die« liebende Herz noch andere« ein, etwa«, von dem niemand wußte, un) da« jetzt Frau Josel durch Tränen lächeln ließ? „Wie groß Du bist in Deinem Denken, Therese. Und ich — ich hatte Dich für leichtlebig und ober» flächlich gehalten. Verzeihe mir. Vielleicht — ja, vielleicht lern' ich denken wie Du. . „Tu'« um de« Poidl« willen, mein HerzU Schmälere ihm nicht durch Deine Wehleidigkeit die Freude an der Pfiicht, die ihn ruft! Sei tapfer mit den anderen! Und wenn er fort ist, Dein Lieb-ster, dann lenke Deine Gedanken heilsam ab. Tritt der großen FrauenhilsSaktion bei. dann dienst auch Du der großen Sache! — — Hocch, welch ein Brausen von Stimmen erhebt sich auf den Straßen? Gilt'« dem Kaiser oder wa« mag e« sonst geben?" „Der Franzl kommt; er hält ein Extrablatt in der Hand!" rief die junge Frau, die an« Fenster getreten war, und grüßte hiuau«. Unten schritt ein fünfzehnjähriger Knabe, schlank und frank; sei« G«> sicht glühte, mit leuchtenden Augen schwenkte er die Mütze zu Frau Josel hin. Der Franz war ihre« Manne« jüngster Bruder. Sie hörte Therese hinausgehen, hörte draußen die frische Knabenstimme ausgeregt erzählen. Und sie hörte da« Stimmenbrausen, daß über der Stadt anschwoll. Doch wie toter Schall ging e« an ihr vorüber. Theresen« Worte tönten in ihr nach: Dedu Weibnatur kann sich nicht aufschwingen zu der Lebensauffassung Deine» Manne« ! Möchtest D» ihn ander«, al« er ist? Nein, sagte ihre Seele, so fest und so mutig, nicht ander» möchte ich ihn. Darum halte ihn nicht, 3 auch nicht mit Dei«er letzten Waffe, dem süßen Be- kenntnis, da« dein, dein ganz ollein ist, jung« Mutter ... aus daß dereinst dein Kind stolz des Bater« denken wird .. . Herein stürmten jetzt Franz und Therese. „Schwägerin," rief der Knabe und schwenkte da« Extrablatt, „Erlaß de« Kaiser«: Allgemeine Mobilmachung in Oesterreich'Ungarn! Rußland hat mobilisiert! Damit hat die SchicksalSstunde sür ganz Europa geschlagen! Deutschland mobilisiert, Italien hat seine Bündnistreue zugesagt, Frankreich mobili«. siert, Finnland, die Schweiz, Belgien mobilisiert! ES wird einen Weltkrieg geben! Wir aber siegen oder sterben jetzt de« Tod der Freiheit!" Hinein in die Begeisterung de« Knaben scholl von der Straße her da« Rollen eine« Fiaker«, der gleich darauf vor dem Hause hielt. E« war der dicke Peppi mit seinem Fahrgast, den „Gawlier" Leopold von Sellbacher. Dieser sah gut und stattlich aus; auf seinem männlichen Gesicht lag der Ernst der Stunde. Als er Josesine am Fenster erblickte, winkte er hinaus und ein Strahl unendlicher Liebe verdrängte den Ernst au« seinen Zügen. Sie sah den Strahl und weit breitete ihr« Seele die Flügel au« —. Mit offenen Armen eilte sie Leopold entgegen. Er zog sie an sein Herz. „In einer Stunde marschieren wir ab. Bist Du bereit, mein Lieb, den Abschied zu tragen?" Und er küßte sie, wie man ein Heiligtum küßt. Da legte sie die Arme um ihn und flüsterte: „Ja, ich bin bereit. Denn nun weiß ich e«, Du bleibst mein im Leben wie im Tode..." Z)cr Aoppetadter. Die Bezeichnung ist eigentlich nicht zutreffend. Man müßte »agen: zweiköpfige Adler. Nach recht« und nach link« schauen die beiden Köpfe mit den drohend herausgestreckten Zungen. Sie gemahnen an Janus, den BifronS, den doppelgesichtigen alt-heidnischen Gott der Römer. Die Aehnlichkeit geht sogar noch weiter: sie erstreckt sich au» die Gewalt über Krieg und Frieden; denn der .gespreizte" zwei-köpfige königliche Vogel trug in der ganzen letzten Zeit in seinen Fängen die die Würfel, die über Krieg und Frieden entscheiden, insofern er nämlich die heraldische Verkörperung der beiden östlichen Kaiserstaaten mit ihren widerstreitenden Interesse« darstellt. Aber weShalb hat er zwei Köpfe? Andere Wappentiere, zum Beispiel der königlich preußische Aar, der braune Adler der Vereinigten Staaten von Amerika begnügen sich doch mit einem Kops. Und e« geht auch I Ursprünglich hatte der Adler deS Hei- Harn Römisch«" Reiche« b«m|tfttr JJalwn, von bem ihn da» österreichisch« Kaisertum geerbt hat, auch nur einen Kops. In dieser Gestalt soll ihn qarl der Große angenommen haben, nachdem ihm Papst Leo XIII. am L5. Dezember deS Jahre« 800 in der PeterSkirche in Rom während der WeihuachtS-messe unerwartet die goldene Krone deS Kaisers der Römer ausS Haupt gesetzt hatte. Ader Karl strebte die Bereinigung deS fränkijch-lombardtschen Reiche» mit dem byzantinischen an, die volle Erneuerung be« ungeteilten römischen Reiches. DaS Wappen-und Siegelzeichen der byzantinischen Kaiser war nun der doppclköpfige Adler. Dieser erschien im Deut-schen Reiche zuerst aus einer Reichsmünze aus dem Jahre 1325, während daS Siegel der Goldenen Bulle Karls IV. (1356) wieder den einköpfigen Ad-ler ausweist. Karl» IV. Sohn und Thronfolger Wenzel wählte bei seinem Regierungsantritte (1378) wieder den zweiköpfigen Adler im Majestätsnegel, und sein Bruder Sigismund tat, als er den Thron bestieg, desgleichen. Seit 1433 blieb der Doppeladler daS Zeichen de« Deutschen Kaiserreich« bi« zu dessen Auflösung, um dann an den letzten Inhaber oer Kaiserwiirde, dem Kaiser Franz II. aus dem Hause LothringeN'HabSbi'.rg, überzugehen. Die Herkunst diese« zweiten Kopse« ist ziemlich dunkel. Der athenische Byzantinist Lambro» behaup-tet, daß Ver Doppeladler das Wahrzeichen der baby> Ionischen Stadt Shipurla war. Bon dort sei er als Feldzeichen des virlsach in der Bibel erwähnten syri-scheu Boise« der Hethiter nach Norden geflogen, um schließlich im Wappen der byzantinischen Kaiser sich niederzulassen. Der Weg dahin war weit und um-ständlich. Lambro« sucht den Zusammenhang also darzustellen: Der griechische Kaiser Theodor La«-kari« (1204 bis 1222), ver Gründer de« Reiche« von Nicaa, habe den Doppeladler aus Nikomedien, das eine Provinz seine« Reiche« war und häthitische Stätten enthielt, adoptiert. Aus einem Bilde ist ver Kaiser dargestellt, wie er seine Füße aus ein Kissen stützt, da« in Stickerei die „oquila bicep«", den zweiköpfigen Aar, ausweist. So wurde dieser auch das Feldzeichen der Dynastie, die das griechische Kaiser-reich in Konstantinopel (1261) wiederherstellte, wäh-rend die lateinischen Kaiser den einköpstgen Adler führten. Schließlich gewöhnte mau sich, den Doppel-adler al« da« Symbol de« Heiligen Römischen Rei-che« anzusehen. Später nahmen ihn auch die russischen Zaren an, mit dem heiligen Georg im Brust» schild. Aus dem Baldchin über dem Schild steht die russische Devise: „Gott mit un8." Vermischtes. Da« Schrecklichste. Ein Mitarbeiter eine? Blatte« in München schreibt solgende« nette Geschichtchen au« dem Münchener BortragSleben: Hier in München, in der Stadt der guten Biere, haben die Borträge, die fich gegen den Alkoholismu« richten, doppelte« Interesse. Man hört sich die schaudererre-genden Prophezeiungen an, . . . und trinkt weiter. Im verlause eine» solchen Vortrage« warb; der R«bner schildert« «den die verderblich«» Wirkungen de« DSmo» Alkohol: .Ja meine Herren «»» Da. men, der Alkohol ist eine schreckliche VoltSgeißel, dle schrecklichste aller VolkSseuchen.....Der Mensch gehört, von dem ersten Tage an, an dem er trinkt, nicht mehr sich selber. Er wird das hilflose Opser seiner verderblichen Leidenschaft. Dann leb' wohl Bernunst! Leb wohl Glück! Leb wohl Gesundheit! Seine ganzen Ersparnisse zerrinnen in nicht«; Ar-bei! wird ihm ein Greuel; er schlägt seine Frau, . mißhandelt seine Kinder, die beinahe vor Hunger sterben .... Er entwürdigt sich, wird eine rohe, tierische Bestie .... Unter dem Einflüsse des Al» kvhols vergrößert sich seine Leber, sein Bauch bläht sich auf, sein Herz versettet sich, sein Blut wird dick, sein Hirn wird leer ... es folgen Krankheit . . . Wahnsinn ... der Tod l . . . Kennen Sie überhaupt etwas Schrecklicheres als diese« fürchtet* liche Getränk?" — Eine grnndtiese Stimme wird in dem betroffenen atemlosen Schweigen laut: „. . . Jawohl!!! da Durscht I!" Geltendmachung des Erbrechtes iu Amerika. Wie in Erfahrung gebracht wurde, gibt eS in den Bereinigten Staaten von Amerika eine Anzahl von Agenten, die sich mit der Regelung von Nachlässen und Schadenersatzangelegenheiten besassen und trachten, sich von den in Oesterreich wohnhaften bezugberechtigten Hinterbliebenen des Verstorbenen Vollmachten sür die Einziehung der Nachlaßbeträge, Sterbe» und BetsicherungSgelder usw. zu verschaffen. ES wird im eigenen Interesse der BezugSberechtigteu darauf aufmerksam gemacht, daß diese Agenten, wenn ihnen die Vollmacht erteilt wurde, die fraglichen Summen häufig völlig unterschlagen oder nur zum geringen Teile ausfolgen, indem fie die Hälfte oder einen noch größeren Teil deS Betrage« für sich als Provision in »bzug bringen. Da die k. u. k. Kon« sularämter bei der Etnziehung derartiger Gelder ver» möge ihrer Stellung in der Lage sind, bestehende Ansprüche mit größtem Nachdrucke durchzusetzen und zudem nach dem geltenden Tarise nur y40/j der erwirkten Gesamtsumme als Konsulargebvhr in Abzug bringen, wird eindringlichst empfohlen, in Erbschaft«» und UnfallSentschädigungSangelegenheiten nur die Hilfe der Konsularämter in Anspruch zu nehmen und Vollmachten zu diesen Zwecken nur an diese k. u. k. Konsularämter auszustellen. Das Lokal-Museum. Zlaser au Hrinnernngev a» die Pömerzeit s« überreiches Museum ist au Donnerstagen und Sonntagen »«« 9—1 Ahr>eöff«et, an andere» Kage« »er Moche vo« 10—12 Zlyr. Z>ie $la- trittsgebnbr beträgt 20 Keller. eutschösterreichischer Prehverein bekämpft den Schund, fördert die Volk«» bildung. Mitglieder erhalten jährlich einen reich illustrierten Kalender und noch vier Bücher oder auf Wunfch vorzügliche Jugendschriften mit Bildern. — Jahresbeitrag L 20 K. Haupt» leitung: Graz, Graenftraße 33. loinunct 64 fleiitfdjc ZUacht Sertc S Erweiterte Annahme von Postpake- ten. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz 'rill mit, daß nunmehr im Verkehre mit dem im lieichSrale vertretenen Königreichen und Ländern, aljtBommcn Galizien, die Bukowina und Dalma» tn, Postpakete bis zum Einzelgewichte von zehn tilo »nd bis zu einer Ausdehnung von 100 Zenti-rrrifc in einer Richtung und 60 Zentimeter in den tndni anderen Richtungen zulässig sind. Für die im Felde befindlichen Stalteten. Infolge deS Aufrufes der Landesschulde-litt« zur wirtschaftlichen Hilfeleistung anläßlich der Milisierung haben sich bei der Bürgerschullehrerin gtMin Melanie Prcmschak bereits fünfzig Schüle-nanen gemeldet, die sich bereit erklärten, für die im frfte Befindlichen Pulswärmer, Socken usw. zu sticken. Zur Anschaffung der nötigen Schafwolle zu Mm Zwecke spendeten: Fräulein Alice von Snsic 10, Fron Major Leimsner 5, Frau Rittmeister Zhirnel 5, Frau Oberkomm>ssär Paul 2, Fiau Buch-Filter List 1-80, Fräulein Melanie Premichak. Wei-»l gglige Spenden wollen beim Schuldiener der v!jtchenbürgerschule abgegeben werden. wieder ein steirischer Seeheld. Mar-Wz ist die Vaterstadt unseres größten Seehelden Eegctthoff; ihm reiht sich nun zur Seite ein an-wer Serheld, der ebenfalls Marburg seine Vater-|iAt nennt: der heldenmütige Kommandant des Bdntn Kreuzers „Zenta", der in den montenegrini-jlhea Gewässern der Adria vo? sechzehn französischen Schlachtschiffen nicht seine Flaggt strich, sondern den impf mit dieser gewaltigen Anzahl von MeereS-»geheuern aufnahm und vier von ihnen beschädigte, ki n ruhmvoll unterging, so daß selbst die Fraiu jgsen die Flagge senkten vor solchem beispiellosen fostwmut. Der Kommandant, aus den Marburg Ml sein kann, ist der Korvettenkapitän Paul Pach-«er, ein Neffe dc« Herrn Roman Pachner in Marburg. Der Krieg und die Krankenkassen. Tat Ministerium deS Innern hat einen Runverlaß » sämtlich« politischen LandeSbehörden gerichtet, in tai folgende Maßnahmen empfohlen werden: 1. Alle iicht schwer Kiankcn und nicht durchaus ardeitS-aflhigen Mitglieder wären ans dem Krankenstände P einlassen. In den Krankenstand sollen nur Schwer-kmike ausgenommen werden, soweit nicht in einzel-Fällen die besondere Art der Erkrankung eine aMulute Bcrufeunfahigkeit zur Folge hat. Bon der liijiahme in den Krankenstand wären alle leicht frttanften (Rheumatismus, leichte Bronchitiden, kignikaiarrhe usw.) und alle voraussichtlich kurz-fvW» Erlrankungen (leichte Anginen, Influenza »i») ««»zuschließtn. 2. Die Spitalaufnahme wäre nur bei Unerläßlichkett zu verfügen. Namentlich wäre ta KvUalSüberweisung auch in Fällen nicht dring-Ich«, ausschiebvarer Operationen zu vermeiden. 3 I* Vornahme nicht dringlicher Operationen wäre ich im übrigen einzustellen. 4. Die Entsendung von Nl liebern zum Landaufenthalt, im Kurorte, Erho-llizthäuler. dann die Gewährung von Badekuren »art vollständig einzustellen, Mineralwässer wären «ich! zu verordnen. 5. Die Heilmittelbehandlunz, 6t, lnilossm könnten, wenn sie auf die verfügbaren Be-ßiid« ihrer Reservefonds allein angewiesen wären, >i< ii-isenleistungen selbst bei äußerster Sparsamkeit im durch kurze Zeit, die bei vielen unter ihnen m nach wenigen Wochen zählen, gewähren. Sie sink, wie keine andere der sozialen Versicherung«!»-ftituie, auf den regelmäßigen Eingang der Versiehe-mztbeiträge angewiesen. Die pünktliche Zahlung der Beiträge ist daher eine Pflicht, der fich die vom ©«setze hierzu Herangezogenen im öffentlichen Inte» «ist richt entziehen dürfen. Gegenüber vielfach zu-laze getretenen Mißverständnissen muß ausdrücklich totaui hingewiesen werden, daß die Verordnung über bH Moratorium die Beiträge zur Krankenversiche-r»!>z (anch die VereinSkrankenkassen), Unsallversiche-«H Lergarbeiterversichei ung, Pensionsversicherung vi«i Mvrciiorium nicht berührt. Die Unterbeamten neiden aozilweisen sein, die Bemühungen der Kran-tnikasfen zur Sicherslellung einer pünktlichen Ein-der Lersicherungsbeiträze auf da« talkräf-iljsle zu unterstützen. Sind gegen Zahlungsaufträge (turnnbuiigcn e> hoben worden, so ist da« weitere Leif-hitn mit aller Beschleunigung durchzuführen. rl sich die Einwendungen nur auf einen Teil-z der Zahlungsforderung, so ist die Rechtskraft» bestätigung zum Zwecke der Pfändung für den nicht angefochtenen Teil sofort zu erteilen. Kriegszuftandund Einkommensteuer. Der Stillstand des Wirtschaftslebens, der durch den Krieg hervorgerufen worden ist, wird nicht nur bei den Einberufenen, sondern auch in weiteren Kreisen ein Herabsinken oder gänzliches Aushören deS Ein-kommen« bewirken. Für diesen Fall setzt daS Per-sonaleinkommensteuergesetz in den Paragraphen 229 biS 232 folgende« fest: 1. Dienstbezüge: Wenn durch die Verminderung oder durch das gänzliche Aufhören fester Dieustbezüze das Einkommen stch so weit vermindert, daß r« auf ein Jahr umgerechnet weniger als 1600 K beträgt, so ist die Einkommen» steuer für die restliche Zeit abzuschreiben, und zwar von dem Monate an, der der Anzeige über daS Herabsinkm der Dienstbezüge folgt. Es ist also von größter Wichtigkeit, diese (stempelsreie) Anzeige an die zuständige Steuerbehör»e (Sieueradministration in den Hauptstädte», sonst BezirkShauptmannschast) zu erstatten. 2. Die Verminderung jeder anderen EinkommcnSform wird im lausenden Jahre nur dann berücksichtigt, wenn da« gesamte Einkommen sich so weit vermindeit, daß e« weniger alS zwei Drittel deS sür da« laufende Jahr einbekannten besteuerten Gesamteinkommens beträgt. Wird eine solche Ver» Minderung de« Einkommen« der Steuerbehörde an-gezeigt und wird in dieser Anzeige um Verhältnis-mäßige Minderung der Steuer gebeten, so wird diese für die restliche Zeit in aller Regel gewährt (eine gesetzliche Verpflichtung besteht nicht), jedoch immer nur von dem Monate an, der auf die Anzeige folgt. Deshalb soll diese« Ansuchen (stempelsrei) jo bald als möglich überreicht werden gur Ehrenrettung des unterfteiri-schen Klerus. Die .Tagespost» veröffentlicht folgende Notiz: Wir haben, getreu dem Grundsätze, auch den anderen Teil zu Hören, der Zuschrift un-tersteirifcher deutscher Priester Raum gegeben. An-gesicht« 0er allgemein bekannten Tatsachen und der fortgesetzten Verhaftungen von slowenischen Hetz' Priestern, die auch jetzt noch erfolgt, ist eS aber kaum angängig, noch von Verfehlungen Einzelner zu spreche». Der untersteirische slowenische Klerus ist nicht zu verteidigen. Wenn auch Unschuldige darunter leiden müssen, so ist da« zu bedauern, aber nicht zu ändern. Wie die Verhältnisse liegen, daS zeigt folgende uns von geschätzter Seite kom-inende Zuschrift: «Wer die Verhältnisse in ganz Unlersteiermark kennt, muß sich mit Verachtung von unseren geistlichen Hetzern abwenden. In dieser Ge-sellschast finden sich nur ganz weilige geistliche Herren, die Pclester im wahren S'une de« Worte« sind. Das Haupldestreben der Hetzpriester ist. der pznflawistischen Propaganda zu dienen. Ihnen ist der heilige Ort der Kirche der Ort, wo sie Politik treiben, der Beichtstuhl der Ort. wo sie die Frauen gegen ihre Männer hetzen. Die P. feste« schast, welche |ich verwahrte, mit dieser Gesellschaft znsammenzu-gehören, hat vollkommen rech!, wenn sie sich auf da« eutfchiedenste von dieser Gesellschaft lossagt." Verhaftungen. Die hiesigen Kausleute Ema-nuel Prica »nd Franz Kramar wurden Freitag in einem Gasthause am Rann wegen serbophiler Um-triebe verhaftet und dem Militärgerichte eingeliefert. Prolongation der Eisenbahnjahres-Karten. Infolge Einstellung des ZivilverkehreS sowie infolge wirifchaftlicher Stagnation werden die Eisenbahnjahreskarten entweder gar nicht oder nicht im vollen Maße ausgenützt nnd sah sich daher der Zentralverband österreichischer Kaufleute in Wien veranlaßt, beim Elfeiibahliministerium und bei der SiaatSbahndirektion Wien einzuschreiten, um die Prolongation dieser Karte zu envirken. DaS Eisen-bahnmiuisterium hat nun nachstehende Bersügung getroffen: Sämtliche vor Verlautbarung der Modi-lisierung gelösten JahreSabonnemeiitkarien sowie son-stige Fahrtausweise jeder Art, deren völlige AuS-nützung infolge Sistierung des ZivilverkehreS nicht mehr möglich war, können bei Wiederaufnahme b«S Zivilverkehres weiter benützt werde». Um eine Ver-längerung der Giltigkeit um die Dauer der Ver-kehrseinstellung oder Nichlbeuützung zu erlange», sind die Satten bei den Bahnvirektionen oder bei den Station n z« deponieren und erfolgt eine Ver-längerung der Giltigkeit vom Zeitpunkte der Ver-kehrSeiustellung bi« zur Behebung der Karten. Für die ab 1. Juni gelösten Fahrtausweise von zur KriegSdienstleistung Eingerückten wird unter gewissen Bedingungen auch Ersatz geleistet. Ausländische Moratorien. Die Han-delS- un» Gewerbekammer in Graz erteilt Jnteres-senten ihres Sprengels ans Grund der bei ihr auf-liegende» Behelft Auskünfte über die bisher erlasse-nen ausländischen Moratorien. Ein verwundeter Eillier. Oberst Albert Wellay, ein geborener Eillier und Kommandant eine» Landwehriusanterieregimente«, erhielt bei einem Gesech'.e bei Cernagora in Serbien einen Schuß in den linken Unterschenkel, wodurch er eine schwere Verletzung erlitt. Oberst Wellay befindet sich im Landwehrspitale in Agram in Pflege. Verhaftung einer Serbenfreundin. Milena Pegan, die Schwester de« slowenischklerikalm LandeSausfchußbeisitzer« Dr. Vladimir Pegan m Laibach, welche al« Gesellschafterin auf einem Gute des Sanntales weilte, wurde am 2. d. in St. Paul bei Pragwald verhaftet, weil sie einrückenden Sol» daten gegenüber die Aeußerung fallen ließ: „Schießet nicht auf die Serben, sie sind ja unsere Brüder.' Neuhaus bei Eilli. (Ehrenabend. — Stellvertretung de» Rentmeisters.) Am 20. d. veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr ihrem ini Feld ziehenden Wehrhauptmanne, dem Rentmeifler und Reservele«tnant Herrn Franz Koschuch, einen Ehrenabend mit Musik und Fackel» zug. Die Musik besorgte die Kurkapelle. Bei dieser Gelegenheit gedachte man durch eine Sammlung auch deS Roten KceuzeS. — An Stelle deS ein-rückende» RenlmeisteiS und Reserveleutnant» Herrn Franz Koschuch bestimmte der steiermärkische Lan» deSauSschuß den Osfijial der Buchhaltung in Graz, Herrn Weißenbach. Entfernung der König Eduard Ge-denktafel in Marienbad. Aus Marienbad wird gemeldet: Sonntag nachts wurde im obrigkeit« lichtn Austrag die zur Erinnerung an die Kuraufent-halte König EduardS VIl. in der Kreuzbrunnen» kolonnide angebracht« Bronzeplakette, ein Werk deS Wiener Bildhauers Hujer, entfernt und in daS Stadtmnftiim übertragen. Weiter liegt die Anre« gang vor, die König Esuard-Straße in Kaiser Wil« Helm-Straße umzutaufen und die Beuennung von Hotels und Kurhäusern mit den Namen englischer und französischer Städte und Schlösser durch die Namen österreichischer und deutscher Heerführer und der deutschen BnndeSstaaten zu ersetzen. Man sieht, Mariendad ist ei» deutsches Badi Bulgarisches Moratorium. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz teilt mit. daß in Bulgarien ein dreimonatiges Moratorium mit RechlSkrast vom 7. August dekretiert wurde. Durch daS Moratorium wird der Laus der gesetzlich ver-abredeten Zinsen nicht gehemmt, ebensallS lausen die Wechsel- und alle Essektenzinftn sort. Falls keine entgegengesetzte Verabredung besteht, wird der Lauf aller gerichtlichen u»d sonstigen Termine sistiert. Bosnisches Moratorium. Bei der Han« delS- und Gewerbekammer in Graz erliegt zur Ein-sichtnahme für Interessenten ihres Sprengels eine Zusammenstellung jener Punkte, in denen sich das bosnische Moratorium vom österreichischen Mora-tonuni untcrscheidet. Adenteuer eines Regimentsarztes. „Wirf Nowy berichtet über ein seltsames Adenteuer eines Regimentsarzte«, der in seinem Automobil sich zu weit vorwagte und von einer russischen Streif« wache gefangen genommen wurde. Jetzt traf der Arzt mit feinem Automobil, auf dem sich noch — siebzehn russische Verwundete besanden, im Lager wieder ein. Die Russen halten vergessen, daß eS sich um einen österreichischen Arzt handelt, halten in sei-nen Wageu ihre Verwundete» geladen, woraus der Arzt schleunigst zu seiner Truppe zurückkehrte. Geldbehebungen bei Geldanstalten. Wie bekannt, ha en stch die Kiediiinstituie grundsätzlich bereit erklärt, bei der Liquidierung von Abhebungen aus Guthaben >u individualisieren und insbesondere Ansoiderung von Betiägen. die zur Foitführung inbu-strieller und gewerblicher Unternehmungen, namentlich aber zur Begleitung faltiger Arbeitslöhne notwendig sind, na» Möglichkeit |u berücksichtigen. Um den Ja» ieressenten den Nachwei« der einschlägigen Umstände zu erleichiern, wurden di« politischen Unierbehörven ange» wiesen, die Lngcmesfeadeil der von den Parteien bei den Kredilinstituten adjubebenden Beträge nach Einsicht-nähme in die bei iebra dte» Belege, wie Fakturen über Rohstoffe HUbkabrit ite und lonttige Betriebsmittel die Lohnlisten und dergleivea raich st und in entgegenkom-mender Weile zu b.stät aen Demselben Zwecke wird es insbesondere auch tu >tich sein wenn aus Ärund vo» gewieiener Verträge ode, Sdlubbricfe bestätigt wird, daß der Unternehmer isli die Staatsverwaltung, namentlich für HeereSjwecke ov.r für größere Semeindeir ju liefern hat. Bezirks Hilfskomitee Rohitsch. Zur Uaterstützang armer Re ervisten Familien hat stch im Bezirke Rohiilch ein Bc,tir«-HilfSkomitee gebildet, und wurde der B j rk«obin.,nn Dr. Fianj Schuster »um Obmanne und Güterdirekior I. Hollmann jum Kassier Seite 6 Deutsche Macht Nuirmur gewählt. Diesem Hilfskomitee sind durch Sammlungen nachstehende Beiträge zugeflossen: Gemeinde Rohitsch 403 St, Stcuerverwalter Kowatschitsch in Rohitsch Sammlung 205-40 St, Chrysant Pirker «ostreinitz Sammlung 38 St, Gemeinde Kurort Rohitsch-Sauer-brunn 100 K, Frau Kassier Pototschnizg Rohitsch« Sauerbrunn Sammlung 343 80 St, Landes Kuranstalt Rohitsch-Eauerbrunn Sammlung 50V St, Gemeinde Reinkoveh 40*20 St, Gemeinde HI. Dreifaltigkeit Sammlung 77-10 Jt, Max Berlieg-Schilterri, Sammlung 55 K, Oberlehrer Sekirnik St. Georgen (Donaliherg) Sammlung 24-10 St, zusammen 1754-17 *. Staatlicher gastwirtschaftlicher Koch Kurs. Die Abhaltung de» beabsichtigten staatlichen gastwirtschastlichen Kochkurse« in Tobelbad wurde vom LandeSverbande sür Fremdenverkehr in Steier-mark infolge der KriegSereignisse bis aus weitere« verschoben. Pferdemärkte in Oedenburg (Un- Jjarn). Am 30. und 31. d. sowie am 1. Eeplem« er finden in Oedenburg die großen ungarischen Landes Nserdemärkte statt, ans welche sowohl Land-wirte wie FuhrwerkSbesrtzer ganz besonder« ausmerk-sam gemacht werden. Für viele Landwirte und FuhrwerkSbesitzer, denen zufolge der Assentierungen und Requirierungen Zugpferde enlzogen wurden, dürfte sich Gelegenheit bieten, aus den Pserdemärk-ten in Oedenburg wieder einen Ersatz zu schaffen. Steiermärkische Landwirlschaftt-Gesellschast. Vermischtes. Wa« suchen unsre Forscher an den Polen? Nach einer längeren Zeit des Stillstandes nimmt in unsern Tagen die geographische Forschung wieder in erhöhtem Maße das allgemeine Interesse in Anspruch. Kaum ein Monat vergeht, daß nicht eine Kunde von Forscherleid und Forscherglück zu uns dringt, und ganz ausfallend häuften sich in letzter Zeit die Unglücksbotlchaften aus dem Reiche des polaren EiseS. Mancher hat sich da verwundert die Frage vorgelegt: Was suchen eigentlich diese Leute dort an den Polen, da kann doch unmöglich viel zu holen sein? Die Frage ist nicht unberechtigt, denn bei aller Anerkennung der persönlichen Lei-stungen der Forscher läßt sich ein leichter Zweifel an der wissenschaftlichen Notwendigkeit solcher Pol-sahrten in der Tat nicht von der Hand weisen. Aber man wird, wie Dr. E. Schmidt in einem im August-heft von Westermanns Monatsheften erschienenen Aufsatz über „Die nenen Polarreisen und »sor< schungen" ausführt, sich erinnern müssen, daß die große Zeit der geographischen Forschung nnwieder-dringlich dahin ist. Die Zeiten sind vorbei, als eS noch galt, ganze Erdteile zu entschleiern, als die europäischen Großmächte ihre besten Leute hinan«-sandten zum Zweck kolonialer Erwerbungen, als daS auf den alten Karlen so hänfige Wort „unentdeckt" mit magischer Kraft große Entdecker hinüberzog zu den unbekannten Welten, im Dienst der geographi-schen Wissenschaft. Man versteht den Stolz Sven HedinS, wenn er nach feiner letzten Tibetreife unter Hinweis auf eine ältere Karte des durchreisten Ge-bieteS sagen konnte: „Aus der ganzen Karte ist nur das eine Wort .inexploraled' richtig, ich habe weiter nichts getan, als hasür gesorgt, daß eS verschwand. Aber die Erde ist verteilt, und eine angespannte Forscherarbeit hat dasür gesorgt, daß man über das Wesentliche der geographischen und ethnographischen Verhältnisse sast aller Länder gut Bescheid weiß. Nur noch an der Peripherie der bewohnbaren Erd räume gibt eS geographisches Neuland zu entdecken, und in dieses, d. h. die Arktis und Antarktis, sieht sich daher die Forschung in nnsern Tag?n gedrängt. Der wissenschaftliche Lohn, der ihr hier winkt, steht zwar nicht entfernt im Verhältnis zu den Kosten und Mühseligkeiten der Expeditionen. Aber auch los gelöst von ihrem Ziele wirkt die Leistung jedes Po larsorscherS als große Tat, und aus diesem Grunde hat AmnndsenS Glück wie Scotts Tragik. Pearys Mut und MyliuS-Erichsens Schicksal überall den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Hingesendet. K. t. priv. Südbahn-Gesellschast. Appell an das verfrachtende Publikum Die k. k. priv. SüdbahwGesellschaft hat unge achtet der intensiven Inanspruchnahme ihrer Linien durch den KriegSverlehr am 11. August 1914 den seit der allerhöchst angeordneten Mobilisierung be schränkt gewesenen Approvisionierungiverkehr dahin umfangreich erweitert, daß bis auf weiteres alle in der „Kundmachung, betreffend die Beförderung von ApprovifioniernngSartikeln und Lokalreifenden wäh-rend der Mobilisierung" besonders benannten Appro> visionierungSartikel nunmehr von und nach sämtli-chen österreichischen Stationen der Südbahn und deren österreichischen Lokal- und Pachtbahnen zur Beförderung übernommen werden. Außerdem wurde gleichzeitig aber auch der lokale Eilgüterverkehr nach und von sämtlichen österreichischen Stationen der k. k. priv. Südbahu-Gesellschaft und der von ihr betriebenen österreichischen Lokal- und Pachtbahnen untereinander bis auf wei-teres in vollem Umfange ausgenommen und der Reisegepäckverkehr bei den Lokalpersonenzügen zu-gelassen. , Dieser unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen ausgenommene, verhältnismäßig um-sangreiche Verkehr wird angesichts der nur in ge-ringer Zahl zur Verfügung stehenden Bctncbsmittel nur aufrecht erhalten werde» können, wenn daS ver-frachtende Publikum in Berücksichtigung dieser außer' gewöhnlichen Verhältnisse die Eijenbahnverwaliung in ihrem Bestreben, die Interessen des Publikum« und der Industrien in weitgehendstem Maße wahr-zunehmen, kräftigst unterstützt. Verzögerungen in der Be- und Entladung der Wagen (eS werden znmeiit nur offene Wagen bei-gestellt werden können), nicht rasche Abfuhr der Gü-ter, unvollkommene Auflieferung von zu einer Sen-dung gehörigen Teilen usw. können Stauungen in den Magazinen, aus den Verladeplätzen und Gleisen herbeiführen, die die höhere Venützbarkeit der Eisen-bahn in Frage stellen und zur Restringierung oder zur gänzlichen Einstellung de« ZivilverkehreS führen könnten. ES ergeht daher an das verfrachtende Publi» kum der Appell, durch Hinlanhaltung von Verzöge-rungen oder Störungen in der unerläßlich beschleu-nigten manipulativen Abwicklung dcS GüterdiensteS mitzuwirken an dem Bestreben der Eisenbahnvtrwa!-tung, den Zipilverkehr, soweit dies nach Maßjii« und ZulSssigkeit der militärischen JnanspnichnahA, unter den derzeitigen Verhältnissen überhaupt möglich ist, ausrecht zu erhalten. Wien, am I I. August 1914. Die Generaldirevio». Sie finden leicht Dienstmädchen, wen, Sie bekanntgeben, daß in Ihrem Haushalte nur mit dem selbsttätigen Waschmittel „Persil" gewasch«-wird. Unschädlichkeit wird verbürgt. Seit 1868 ffl&nz«Bd bewährt Berger's mediz. Teer-Seife von G. Hell & Comp. dntch ■«!'< em»I»dle» a4ik ii de» mnstc» eaTtpa* ait tritt« Ers«lg ««geige »fei gejf» ullcr Art inllefendrte gratn «toml4e »nd ech„pe»«e>»«e». I,>t'l,< somit gegen «opi- »nd «an'»»»»-». »ttill 40 Pro*e«t Hot«tf«f und uurctiiftciöct fich »rf'titüch r»n «den übrige» Icerjeiie» des Hckittr!». Bei darlköckigla Hau« tciN» sehr «irN»» I ilerKer'« Teerwch »l« Bilder« Teer»elfe für $re»tn an» «ladet t (Älyierln-Teerifife. ahae I(tx Die k|i gkliil>ml« I 1B«'raser*M Bornx-Melfe »(tn VliiBtrli, Sonnenbrand. Snnavraprowni, IlmMt und »»ckere Hautübel. Prel» pro S»#ck Jeder S*rU *0 H«U« mmt AnweUnng. Nen : BerKPi'n flilNNlgc T«'er»else von »sulinlichet Olrlang >-i H,»lk»»khe>te». *»vf- »»» Puitchma (oicit »I« H»°iw»»-»ill«i 1 KI. a 1»- v-ged le» eie « »»ruitlnn llerger'i Bitte» »»» 6. Hell « Comp urb k*» Sie «»I die »ier «kgettlMtl «q»»i»<»re und di« «♦»»Heuende giemiieidiKUiig «nf |(#»««1> ' Das selbsttätige Waschmittel hm jede Art von Wuchi. wäscht, bleicht Persil desinfiziert ist («füllten unschädlich, nnl«c& in der Anwendung und •wragttCtt müheloses, schnelles und billiges Waschen. ■tokaH V kclata n«ll«rra /«"• no Ptnll «crUntfi «Mltl l U«b«ri*u£eji Sie sich durch «Ine« Vertueh. C* lohnt» ooTTitee voith, wicn hl Henkels Bleich-Soda Jbntvcr 64 jOnrfsdff Seite 7 PreiseltieerBi zu haben bei Louise Sager Cilli. Bahnbofgasse 9. Spezereiwarengeschäft in der Stadt Cilli, seit 25 Jahren bestehend, unter sehr günstigen Bedingungen sogleich xo verkaufen. Günstig für An* fäliger oder alleinstehende Frau oder Fräulein. Zuschriften an Topolak in CilU. Dalmatiner Weingrosshandlung J. 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