Nr. 16«. Samstag am 15. Juli 1863. Die „Laibacher Zeitung" erscheint, mit Abnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, nub losist snmmi dm Veilaaen im Comptoir ganzMllg ü si-, halb-jahrtg 5 fl. 50 kr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 fl., halbj. 6 si. Fill die Zustellung iu'S Haus sind haibj. dO tr. mehl zu entrichten. Ml der Post portofrei ganzl., unter Kreuzband und gedruckter Adresse 10 fl., halbj. 7 st. 60 tr. Vnftliionsgtbühr fllr eine Garmond-SpaltenM oder den Raum derselben, isl filr lmnlige Einschaltung 6 kr., flir Lmalige 8 tr., filr 3m°lige 10 lr. u. f. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertion«»Stempel prr 30 lr. fllr eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen loften 1st. 90 lr. ittr 3 Mal, 1 fl. 40 tr. ftk L Mal und 90 kr. fttt l M»l lmrt Inbegriss b« InsertionSftcmpel«). Änlllicher Theil. 3>e. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 10. Juli d. I. dem Vor-stände der administrativen Bibliothek im Staatsministerium Ministcrialsckrctär Dr. Konstantin Wurzliach V. Tauncnbcrg in Anerkennung seiner verdienstlichen Verwendung den Titel eiucö Rcgieruugsralhcs taxfrei allergnäoigst zu verleihen geruht. Dcr Staatsmiuistcr hat deu Komitatskommissär zweiter Klasse Viktor Pozzi und den galizischcn Kreislouuuissar driller Klasse start Strünski von Hcillron, dann den KonzcplSadjunktcn im Staats« Ministerinn, Anton ?lobilc Ninaldini zu Ministe-riallonzipistcn, ferner den nicdcröstcrrcichischm Stalt-haltcrcikonzcptspraktikantcn Anton Frcihcrrn v. P ä u< manu zum Konzcplsadjnultcn im Staatsmilüstcrinm ernaullt. Der Staatsministcr hat den dcrmaligcn Gym-uasialsupplcntcn zu Trcviso Ncliftricstcr Julius L o ° reuzoni zum wirklichen Lehrer an dem Staats-gymnasium zu Viccnza ernannt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 14. Juli. Welches weiden dic Ncsliltatc dcr ncmischtcn Budgetkommission sein? ist die Frage, wclchc gcgcn« wärtig das Interesse des Publikums wach hält. Es handelt sich vor Allem um das Zustandekommen des wichtigen Fincmzgcsetzcs und cö ist voraussichtlich, daß die schwebende Milustcrlrisis den Schwerpunkt der Berathungen, dcr Kommission bilden muß, es handelt sich ja darum — wclchcm Ministerium die Summen und Kredite volnt werden sollen. Deßhalb ist auch vornehmlich die Lage des Abgeordnetenhauses eine höchst peinliche. Die „Oeslcrr. Ztg." schreibt dicß-fallö Folgendes: Alle Welt weiß, daß die Minister ihc Demisston gegeben haben. Ein halbamtlicher Artikel des halbamtlichen Blattes hat dicS eingestanden, wenn es auch nicht gesagt IM, wclchc Minister ihrc Demission gegeben haben. Dem Abgeordnetenhaus nber ist offiziell nichts mitgetheilt worden. Die De-putirtcn haben davon keine eigentliche Kenntniß. Sie müssen den Vogel Strauß spielen nnd dürfen nicht sehen, wa« die ganze Welt sieht. Noch mehr! Sie stehen gegenüber einer Unzahl vou Gerüchten. Es war daher bei ciucm Theile dcr Abgeordneten dcr Gedanke aufgetaucht, mau möge die ganze Budget» bcrathung aussäen, bis die Ministcrkrisis geschlossen sei. So sehr dies dem Usus in anderen parlamcl'.. tarischcn Ländern entspricht, eben so sehr müsscu wir uns bei unseren gegebenen Verhältnissen dagegen cr- llavcn. Es war dcr große Fehler, dcr seit zwei Nnr.V m ?"!'«"' wurde, daß mau glaubte, reine, gc. mVrV""^ "°r si") in haben, nnd daß man, " "s/^pl"' des Konstitntionaliömns folgend, davon H_""e Konsequenzen ziehen wollte. Es ist bei s°n u dc "^ "icht den Staatsjuristcn, ick" ^' ^olltltcr vorwalten zu lassen. Man muß Saat«/ ^<" halten, daß das Crfordcruiß im Mi»!.' lalle "icht dem einen oder dem anderen ^, 7^um bewilligt wird, sondern dem Staate iibcr- w/^//m?'! "' lcbcn und sich erhallen könne. Und es immer sein möge, welches die d s, ,! 3ühruug uud Wallung hat, man kann rlMIb, weil man mit ihm nicht zufrieden ist, den ^laat u,cht j„ Trümmer gehen lassen. . ^>c Differenz, um die es sich jctzt noch zwischcu ocn Positionen dcö Ober- uud Uutcrhanscö handelt, beträgt etwa eine Million, und bei einer heiklen Lage, wie es die jetzige ist, sind einige hunderttausend Gut-den, um die cs sich handelt, nicht der Mühe werth, die Dinge auf einen Punkt zn treiben, wo Denen, welche dcr Verfassung gegnerisch sind, nur in die Hände gearbeitet würde. Wir können die ganze Schwierigkeit, das ganze Drückende dcr Lage ermessen, in dcr sich j/dcr Abge-ordnete befindet, und in dieser schweren Läge gibt cs nur eine Leuchte: die des Patriolismns. Und von diesem Zeugniß zu geben, ist jetzt Sache des Abge. ordnctenhanscs. Wir glauben, cs wäre der klügste Schritt, den die Ncichsvertrelnng thäte, daß sie die Positionen, wie sie das Herrenhaus ciugestcllt, annimmt. Seine Schuld ist cs dann nicht, wenn die Dinge eine dem Wohle des Vaterlandes ungünstige Wcuduug nehmen. Wie man vernimmt, sagt die „Presse", macht sich in gouvcrucmentalcn Sphären die Auffassung geltend, daß das Wirken der gemischten Kommission nicht unfruchtbar bleiben, sondern zu einer Vereinbarung führen werde, und diese Zuversicht sei bereits in dcr gestrigen Sitzung zu Tage getreten. Wcnn dem so ist, müssen wir annehmen, daß Graf Mensdorff beruhigende Znsichernngen bereits gemacht oder doch in sichere Aussicht gestellt habe, sowohl bezüglich dcr Abstriche, wie dcr prinzipiellen Bedenken der Verfassungsfrage nämlich. Es bedarf weder für uns, «och für die Abgeordneten dcr Erinnerung, daß die Krone vollkommen frei in der Wahl ihrer Minister bleiben muß. Aber was uo„ den Persönlichkeiten gilt, daS gilt nicht uo„ dcn maßgebende,, Glliiidsä^cn, die bei dcr 3l„lial)inma einer tiefgreifende,, PcrfasslmnSform angewendet werden sollen. Beinahe cm „och auSnc, dchnlcrcS Nccht, als das an strenge GeschäflSreformen gebundene Parlament, hat die Tagcöprcssc, die Re-gicrung zn warnen uud zu iutcrpcllircu, und sie erfüllt nur ihre Pflicht, wenn sie dieß in freimüthig loyaler, patriotischer Weise thut. Auch wir theilen die Ansicht, daß für daS Votum dcr gemischten Kommission bei Nichtbclannlscin dcS ncucn Programms nur der Patriotismus dcn Ansschlag geben wird und muß. 8«. Sitzung ies Abgeordnetenhauses vom 11. Juli. (Schluß.) Dcr Ausschuß stellt noch folgende Nntriige: 1. DaS hohe Halts wolle beschließen: u) Jene kurzen Einschaltungen dcr Gefalle von 1:100, welche unter dcn sonst günstigen Nivcauverhällnissen auf dcn zukünftigen Betrieb, daher auch selbstverständlich auf die Höhe dcr Subvention nachthcilig cimvirlcn würden in den Strecken 1. vom Stalionsplatzc Tcschcn bis Iablunlan, 2. von Rosenberg lilö Swat-Mari und 3. von Swat.VlilnlaS bis Schwarzwang seien zu vermeiden und statt derselben in dcn ersten zwei Strecken Stcignngcn von 1:150, in dcr letzten aber wenigstens von 1:130 darum um so sicherer einzufügen, als dieß nach Prüfung dcr Pläne ohne besonders erhebliche MehranSlagcn thnn. lich erscheint und 1)) das Bahnnivcau in den Flußlhälcrn überall mindestens 3 Fuß über dem Hochwasserslandc zn cr< halten. U. Dcr hohen Neg'eruug wird die nöthigcnfallö dnrch Eiubringuug einer Gesctzcsvorlage an dcn NeichS- rath schon während dcr nächsten Session desselben zu bewirkende Fortführuug dcr Kaschau-Odcrbcrgcr Eisen- vahnlinie: u) über Szathmar dnrch das SzamoSthal nach Klau-scubnrg, uud I>)übcr Epcrics nach Przcmysl angelegentlichst empfohlen. III. „Dic h. Negicrung sei aufzufordern, die Einbczichnng der Stadtgcmcinde Friede! sammt Uin« gcbuug mittelst einer Zweiglinie in die Kaschau-Tc« scheN'Odcrbcrger Eisenbahnhanfttlinie anzubahnen." Diese Anträge werden ohne Dcballc angenommen. Nächster Gegenstand dcr Tagesordnung ist dic erste Lesung der Konzessionsgcsctzc für die Bahn Datschitz-Saaz'Komolau an die sächsische Grenze bei Wcipcrt und für die Bahn Prag/Ralonitz-Eger. Abg. Steffens beantragt, beide Vorlagen an einen ans dem Hause zu wählenden AuSschnß von 12 Mitgliedern zu verweisen. Abg. Herbst stellt dcn Antrag, snr jede Vor« lagc einen Ausschuß von 9 Mitgliedern zu wählen. Abg. Schindler unterstützt dcn Antrag Herbst, welcher auch angenommen wird. Die Wahl wird sogleich vorgenommen. Bevor das Slrulinium vorgenommen wird, ertheilt Präsident dem Abg. GiSkla znr Bcgriindnng scineS Antrages, betreffend dcn Ban ciucr Bahn von Tccic über Znaim nach Maisfan, welcher als dritter Gegenstand an der Tagesordnung steht, das Wort. — Dcr Antragsteller motivirt seinen Antrag unter Hinweis anf die von dcr Regierung dadurch anerkannte Wichtigkeit dieser Bahnstrecke, daß sie, wie er aus dcn gestrigen Aus« führungen dcS Leiters dcS Handelsministeriums cnt« nommcn zu haben glaube, eine Vorlage über dieselbe einbringen werde. Nachdem bis zum Zeitpunkte der Einbringung seines Antrages cinc solche Vorlage nicht bestimmt in Aussicht gestellt worden ist, fei ihm, sollte dcr Gegenstand noch in dieser Session zur ver« fasslmaömäßigcll Behandlung gebracht werden, nichts übrig geblieben, als aus dcr Initiative dcS Causes einen Antrag auf dicfen Bahnban zn stellen." Die Zuweisung dieses seines Antrages an dcn Ausschuß für die Frauz Josephs»Bahn finde ihre Begründung darin, daß dieser Ausschuß dic Verhältnisse dieser Strecke genau lcnnc. Bei dcr Abstimmung wird dcr Antrag Gislra auf Zuweisung sciucS Antrages an dcn Ausschuß für die Franz Ioscphs-Bahn angenommen, worauf znm Behufe des SlrutminmS die Sitzung unterbrochen wird. Nach Wiederaufnahme der Sitzung gibt Präst« dent daS Wahlresultat bekannt. In dcn Ausschuß, betreffend die Datschitz-Saaz-Kommotaucr Bahn wurden (von 127 Stimmen) gewählt: Herbst (117), Nicsc-Stallbnrg (112), Stamm (112), Dcmel(108), Vrinls (107), Wcnisch (106), Haßmann (105), Bindcr (89), Hubicki (71.) Für die Regierungsvorlage, betreffend die Prag-Rakonitz.Egcrcr Bahn erscheinen (von 123 Stimmen) als gewählt: Brinz (120), Schlegel (119), Herbst (115). Gschicr (115), Brcstl(113), Grüner (112), Eichhoff (107), Aldulcanu (103), Pummcrcr (88.) Präsident gibt cinc Znschrist des Präsidiums dcs Herrenhauses vclannt, in welcher daS Rcsnltat dcr hente vorgenommenen Wahl dcr Mitglieder in die gemischte Kommission für das Finanzgcsctz pro 1865 mitgetheilt wird. 87. Sitzung dcs Abgeordnetenhauses vom 13. Juli. Auf dcr Miuistcrbank: Lasser, Hcin, ScltionS. chef Kalchbcrg, Ministcrialrath Schmidt (Handels-Ministerinn,), Ministerialralh Gobbi (Finanzmini., stcrium.) Nach Vorlcsuug des Protokolls und Milthcilm'.q der Einlaufe wird zur Tagesordnung geschritten. Erster Gegenstand ist ein Bericht dcS HollanS-schusscS, die fernere Berathung dcs Zolltarife? be« treffend. 64O Berichterstatter ist Abg. Dr. Brest l. Der Alisschuß beantragt in Berücksichtigung dcr schon sehr vorgerückt«.',! Session zu beschließen: 1. Der zur Berathung des neuen Zolltarifcs neneingesctzte Allsschuß wird ermächtigt, seine Arbci« ten einzustellen. 2. DaS Ansnchcn an die Negiernng zu richten, bis znm Beginne der nächsten Rcichsralhsscssion alle jene Erhebungen uornchinen zu lassen, welche zu einer eingehenden Berathung der in Antrag gebrachten nencn Zollsätze nothwendig sind. Scttionschcf Freiherr von Kalchberg: Die Regierung habe wiederholt erklärt, daß der mtcrimi« stischc Tarif keineswegs dem allgemeinen Zolltarife präjudicirc. Es stehe daher dein Hause unzweifelhaft zu, den allgemeinen Tarif on liloe anznnchmen, ab« znlchncn oder den vorliegenden Ausschußaütrag anzunehmen. — Vom Standpunkte der Regierung könne er aber nur cinc n, lilm? Annahme des allgemeinen Tarifes empfehlen. Die Regierung verkenne aber nicht, daß dieß cinc Frage der individuellen Ucberzengnng, ja eine Gewissensfrage für Jeden fei, ob er auf Grund des ihm von der Regierung gebotenen Materials sich zn einem solchen Schritte entschließen tönuc. Bei eiuer längeren Forldancr des Inlerimistikums würde statt des bcabsichligteu Fortschrittes cm Rück» schritt geschehen, denn die Zölle, welche chedcin an nnsercr licdcntcndstcn und längsten Zolllinic in Folgc des Vertrages von 1853 bestanden, seien dnrch das Intcrimistitnm namhaft erhöht worden, dagegen wur> den die übrigen Anßenzöllc nur unbedeutend vermindert. — Dieser Znstand sei kein Fortschritt und könne nicht in der Absicht jener Majorität liegen, welche den üstcrreichifchn d1o<: Annahme desselben wäre ein Uni-cum, das in Staaten, wo parlamentarisches Regime herrscht, noch nie vorgekommen. Er löunc daher nnr dic Annahme dcr Ausschußanträgc empfehlen. Was den zweiten Puukt betrifft, so sei ja unter der Aegidc nnd Vorsitze des Herrn Leiters des Handels» ministcrinms cinc Enquete zusammcnbcrufcn, nnd cs müsse daher derselben ein Lichtes sein, sich ein kla» rcS Bild über den Stand der österreichischen Industrie zu ucrschaffcu. Er könne daher anch diesen Pnntt nur empfehlen. (Schluß folgt.) Oesterreich. N3ien, 13. Juli. Von kompetenter Scite wird bestätigt, daß Oesterreich das Altcrnat an dem schlcswi'g-holstcin'schcn Oberkommando verlangt habe, daß Preußen diese Fordcruug abcr zurückweise, indem cs die nicht erfüllbare Bedingung der Entfernung des Herzogs vou Augustcnburg stellt. Anch dies dürfte zur Erhöhung der nunmehr notorisch zwischen Oesterreich nnd Preußen bestehenden Spannung beigetragen haben. Fiume, 11. Juli. Wie ich Ihnen heute tcle-graphirte, wurden diesen Morgen zu Dcpntirtcn für den Agramcr Landtag mit fchr großer Slimmcnmchr« hcit gewählt: Easimir Eosulich, unstreitig der bedeutendste Schisfsrhcdcr nicht nnr Fiumc's, fondcrn der ganzen östcrr. Marine; Herr E. Verncda, Richter des hiesigen Magistrats, und Herr Martini, gewesener Bürgermeister von Fiumc, der vor 3 Jahren wegen der damals hicr stntlgcfuudcnen Demonstrationen gegen Kroatien nnd für Ungarn pcnsionirt wnrde. Man wird nicht begreifen lönncn, warum die hiesige Bevölkerung heute so lebhaften Anlhcil an den Wahlen nahm, während sie sich vergangenen Samstag so passiv verhielt. Dabei muß mau aber das hicr an-gewandte Ncssnno nicht in cinc Kategorie setzen mit dem seinerzeit in Istricn an der Tagesordnung gc-standcncn. Die Fiumancr Bevölkerung ist die loyalste, die man sich denken kann, nnr will sie eben einmal von einem engen Anschluß an Kroatien nichts wissen. Mit den Nessuno-Stimmen am Samstag bezweckte sie eben auszudrücken, daß sic vou cincr Beschickung des Agramcr Landtags nichts wissen wolle; hätte cs sich um Wahlen für dcn ungarischen Landtag oder unl direkte Wahlen für dcn Rcichsralh gehandelt, vorausgesetzt, daß dies anch von dcn Uugarn ausgeführt würde, so wärcu wohl gar teinc Ncssuno znm Vorschein gctmnmcn. Als die Fiumancr nun am Sams« tag s^hcu, daß die Eiustimmigtcit für das Ncssuno nicht mehr so vorhanden war, als vor 4 Jahren, und daß sie Gefahr liefen, wenn sie sich heute wieder passiv verhielten, daß Dcputirte von der kroatischen Partei, wenn auch uur mit ein Paar Stimmen, gewählt werden würdcu, so entschlossen sie sich, wcw unstreitig bei ihren Ansichten daö Allcrtlüaste war, wenigstens solche Dcpntirtc dnrchznsctzen, die nicht znr kroatischen Partei gehören lind dcrcn Sinn für Finme's Wohl sie gewiß warcn. Schon in aller Frühe durchzog eine Mcugc Wahlcr die Stadt mit cinenl Eivil-Musitkorpö nnd großen Fahnen aus den Farben des Fiumancr Wappens (roth, blau und gelb) mit dcn Namen obiger Dcpntirlcn, nnd als diese dann anch mit großer Stimmenmehrheit durchdrängen, war des Jubels tcin Ende. Ein großer Theil der Bcuölkcrnng versammelte sich mit dein Mnsillorpö nnd dcn Fahnen vor dcn Wohmmgcu der 3 Deputir» ten, Euuiua und Eljcu crlöutcu, die Fahnen wurden au dcn Balkons der Erwählten befestigt, Herr Ver-ucda hielt ciuc turzc kräfligc Rede und war sichtlich gerührt. Herr Martini war von diesem Beweise des ZnlraucnS seiner Mitbürger so ergriffen, daß er sich nnr kurz bedanken konnte, Herr Eosnlich ist al'-H wcscnd, man hofft jedoch zuversichtlich, daß dieser f wackere, allgemein so hoch geachtete Mann ^cr^ist auch Viccpräsident der hiesigen Handelskammer) die auf ihn gefallene Wahl znm Wohlc feiner Mitbürger an< nehmen werde. (Tr. Ztg.) Veruua, 10. Juli. Mit der Ausführung der von Sr. Majestät dem Kaiser anbefohlenen weitere» Rcdnzirnng der Armee ist bereits lheilweise begonnen, nnd sind alle Vorbereitungen getroffen worden, daß dil abgehenden Urlauber schon mit Ende Inli außer Stand uud Gebühr ihrer Tluppcukürpcr trclcn. Dit Gesammtziffcr der Rcdnzirung dürfte bei der dt>! Befehlen des FZM. Ritter v. Bcncdck nnterstchendt» Armee mindestens 10.(X)0 betragen. Durch dieft Rcdnzirung wird abcr anch eine vollständige AcndcrM der Orllw ä« 1)il.tlM6 bedingt, da schon jetzt in eini» gen Garnisonen die darin liegenden Truppen zur Ver-schung des Dienstes kanm genügen. Es ist davoll die Rede, einige in dcn nächstgclcgcncn Provinzen stehende, ebenfalls zn der vom FZM. Ritter v. Bc» ucdcl bcfchliglcu Armee gehörige Regimenter wieder nach Peneticn einrücken zu lasseu. Anch hört mal» von cincr Vercinignng der beiden Monturs «Ökonomie - Kommissioncn von Graz nnd Vcncdig in cinc einzige sprechen; doch ist Posilivcs hierüber noch nicht bekannt. Pratt, 12. Inli. Statthalter Graf Bcleredi ist hellte Abends ans Franzcnsbad in Prag eingetroffen nnd hat wieder im Bubentfchcr Schlöffe seinen Auf-enthalt genommen. Uusland. Verlin, 12. Juli. Die heutige „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Weuu Oesterreich sich entschlösse, die Augustcuburg'schc Mitrcgicruug, welche einen Hoch< verrath gcgen das gemeinschaftliche Sonvcränctälsrccht der beiden legitimen Landesherren inuolvirc, zu bcsci« tigcu, so würde cs seinen Slandpnnkt vom Wiener Frieden wieder einnehmen, welche» es dadurch verlasse», daß cS einem Prätc»dcnicu Vorschub leistete, dessen Ansprüche rechtlich nicht festgestellt sind, bcvol die Ansprüche der übrigen dcntschen Fürsten übcrhaupl erwogen wurden. Die Bcgüuslignng der Prätendenten »Regierung, vom Kabinct Schmerling herbeigeführt, müssc iu cmel oder dcr andern Wcise ein Ende finden. Sollte sich daher dic ZcilniisMlachvicht bestätigen, daß Oesterreich das Altcrnat im Oberbefehle beantragt, so ist nusc^ö Erachlcns cinc Unterstellung dcr preußischen Truppe« unter österreichisches Kommando jedenfalls so lauge unzulässig, als die Angnstcnbnrg'schc Partcircgicruug bei Herrn Baron v. Halbhubcr cinc Stütze findet. Dic „Provinzial-Eorrcsp." schreibt: Sofort nach der vom Finanzininistcr im Herrcnhmisc abgegebene" Erklärung bcricth das Stanlimnmstcriliin dic Ansste^ lnng dcr für das lausende Jahr zu crwartcudcu Alls' gabc» uud Einnahmen als Vcrwalluugsnorm. Die hicbei festnehaltcnen Gesichtspunkte nnd Grnndsätze, in einem ausführlichcu Ministerial.Berichte dargelegt, fanden durch a. h. Erlaß, dot». Karlsbad 5>. d., dic königliche Gcnchmiguug. Dic amtliche Publizirung erfolgt dcinnächst. Der „Kreuzztg." zufolge sei in Berlin uou einer Wicdcranrcgung dcr Kongreß'Idce nichts bekannt. Feuilletoll. Laibach, 14. Juli. ^.. It. Extreme berühret, sich. — Auf daS letzte folgt das erste Feuilleton. Allerdings hat der schei-dendc Feuilletonist einen viel günstigeren Standpnnkt, er beruft sich beim Abschiede anf das schon erworbene Wohlwollen dcr Leser, während dcr Fcnillctonist, der zum ersten Male vor daS Pnbliknm tritt, dessen Wohlwollen erst erstreben nnd sohin vor Allem anf dessen Nachsicht rechnen mnß — ciuc Rechnung mit einer unbekannten Größe, wobei man sich cbcn nur allzu leicht verrechnen kann. — Womit sollen wir beginnen? Diese Frage drängt sich nus zuerst auf; sollen auch wir mit dem obligaten Wetter anfangen nnd hintendrcin Kalender machen? Nein, das soll ferne von unS bleiben; dcnn abgesehen davon, daß es zn nachahmnngssüchtig crschicn, so verzichte» wir schon deßhalb darauf, weil das „iu Weiler machen" überhaupt cinc sehr mißliche Sache ist. Wie viel ist beispielsweise in der jüngst abgelaufenen Zeit politisches Wetter gemacht worden. In allen Zeitungen hat es gewettert, theils gcgcn Schmerling, theils gcgen Majlath-Bclcrcdi, trotzdem, daß deren Programm nicht einmal nach den nothdürftigsten Zügen bekannt ist, bis endlich cincS schönen Tages dcr offi« ziellc Geist, gehüllt in die „Wiener Abcndpost", crschicn und alle politischen Wettermacher gründlich zu Schanden machte. Darum ein für alle Mal nichts mehr vom Wctter, selbst auf die Gefahr hin, das; wir cs mit jenen Lesern gänzlich verderben, für die das fcuillctouislischc „Wochcnwctlcr" bisher eine unentbehrliche Nahrung war. Ob man unS das zum Forschlitt anrechnen wird, steht dahiu. Ach, was zählt man nicht hcntzntage alles unter Fortschritt, wer huldigt nicht demselben? wer schwärmt nicht für ihu? Deßhalb macht abcr anch bei uns Alles so entschieden Fortschritt, wie z. B.: die Kon« slilution, die Nationalität, das soziale Elcinrnt ?c.; sann cs uns daher wohl Wunder nehmen, daß wir ans purem Forlschrittsübcrfluß bisher uicht fortgeschritten sind? Da wir gerade vom Fortschritte rcdcn, so müs-scn wir cs für Laibach als cincu bcdcnteudcn bczcich. neu, daß man jctzt hicr bei nus ant nnd billig fnh< rcn kann. Die eleganten Eomfortablcs nud die zwcck« mäßige FialV'ttaxc ermöglichen dieß, nnd das Publi-lmn findet sich in diese neue Einrichtung derart gnt und schncll zurcchl, daß bereits am letzten Sonntag ein so vielfaches Hin« n»d Herfahren bemerkbar war, als wäre ans Laibach Plötzlich cinc Großstadt geworden. In dieser Wochc schließt anch dic ilalicnischc Opcrngcscllschaft ihre Vorstellungen. Sie hat nnö einige gcnußrcicheu Abende verschafft nnd loir wünschen, daß sie ihre Rcchnnng bei nnS gcfnndcn haben möge. Alle waren freilich durch die Vorstellungen uicht befriedigt, man hörte viel nnd eigenthümlich tri-lisircn, doch dns überrascht nicht, — je weniger man in irgend cincr Sache Fachmann ist — mn so leicht-fertiger ist man ja bekanntlich in dcr Kritik. Für dcn Feuillclonistcn ist es wahrhaft ein Glück, daß rr in dem engen Rahmen des FenillctonS dic heterogensten Dinge zusammenwürfeln darf. — Alles kaun Platz dariu finden, nnd selbst das Entgegengesetzte verträgt sich da friedlich nebeneinander. „Fried' lich", welch' süß tönendes Wort! Unwilllührlich füllt nns da ein, was wir neulich irgendwo gelesen haben: daß die Linde mit dcr Eicht gleichberechtigt ist nnd beide friedlich ncbcncinandcl stehen lönncn nnd sollen. Welch' schönes nnd erhabenes Bild! Was sind das doch für zwei majestätische Äänmc, die Linde und die Eiche! was haben sie fiir mächtige Zweige, was geben sie für einen gewaltige» Schatten. Neun wir uns so cinc Linde nnd cinc Eiche, gleich hoch und stark, in brüderlicher Eintracht dicht nebeneinander denken, derart, daß selbst ihre Zwcigc friedlich in einander ragen und tranlich inll einander rauschen — so glaubcn wir, daß durch solche Eintracht jeder Baum nnr gcwännc und jedes Ball-meö Majestät nnr erhabener erschiene. Geschehen abel wäre cs nm diese Eintracht, wenn ans waS imlnet für cincm Grnndc dic Eiche nach dcn Blüthen del Linde, oder die Linde nach dcr Frucht der Eiche -^ dic Eicheln — gewaltsam greisen würde. Weder das cinc, noch daö andere könnten wir vom Standpunkte dcr Gleichberechtigung billigen. Dcrlci Ucbcrgrlffe würdcn wohl dem schonnngsloscn Urtheile unsers FenillctonS verfallen. V4R Köln, 12. Illli. Dir heutig ..Rheinische Ztg." veröffentlicht das Antwortschreiben des (5oinile's des Abgcordnclcnfcslcs auf das Verbot dcö ^tegiernngs-Pi'äsidcntcl,. Das Comite wird dic Vorschriften dcö Gesetzes vom 11. März 1850 gcwisscnhaft beobachten; cs beruft sich auf ^. 2^) der Verfassung, will die Ncchtc, welche dic Gesetze nnd dic beschworenc Vcr-fassnng gewährleisten, heilig halten, nud suhlt sich verpflichtet, den nm das Vaterland hochuerdienlen Abgeordneten die gcbilhrcndc Dankbarkeit zn zollen. Dic Beschwerde beim Minister dcö Innern wnrdc' vorbehalten. Num. 12, Inli. Se. Heiligkeit der Papst ist nach Castcl Gandolfo, der französische Botschafter Graf Sartigcö nach Frankreich abgereist. Neapel, 4. Juli. Ans Calabric» lanten die Nachrichten sehr schlimm. General Pallauicini stößt ans unüberwindliche Schwierigkeiten und er ist dort weniger glücklich, als er cs in der Äasilicata nnd im Gebiete uon Bcncvcntano war. Mit seinen» System äußerster Strenge kann er hier nicht dnrchdringcn; nicht nnr, daß die Bevölkerung demselben den hart« nackigsten Widerstand entgegensetzt, sondern selbst die Civilbchöroc» opponircn gegen dasselbe. Der General ist darüber so disgnstirt, daß er ein Gesuch an das Kriegsministern!»! gestellt hat, ihm eine andere Bestimmung zu ertheilen. Eine schwedische Fregatte, welche gestern in unsern Golf einlief, erhielt keine freie Pralila, wcil sic Malta berührt hatte; sic nnißtc in offener See vor Anker gehen nnd ist »inter Observation gestellt. Die Cholera-Angst ist hicr schr groß, noch größer aber in Sizi-lien, besonders in Messina, von wo — anf die bloße Nachricht hin, daß in Malta ein Ncib an der Cholera gestorben ist — viele Familien auszuwandern an-fingen. Der Himmel bewahre Sizilien vor dieser Plage; denn wir würden heule noch viel ärgere Exzesse erleben, als im Iahrc 1854. Das Volt ist noch immer unwissend, abergläubisch, roh nnd bereit, sich den wildesten Leidenschaften hinzugeben, die man nntcr den gegcnwürtigcn Umständen weidlich ans-bcnlen würde. Madrid, 12. Juli. In den heutigen Sitzungen der Kammern verlas Marschall O'Donncll ein Dekret, durch welches dieselben geschlossen werden. Belgrad, 9. Juli. „Vidov Dau" dcmcntirt die Nachricht von einem beim Dorfe Nezak zwischen 60 Serben und Türken vorgefallenen Zusammenstoß mit dem Beisätze, daß sich dort gar nichts ereignet habe, waö anch nnr eine Achnlichleit mit dem Gemeldeten halte. — „Vidov Dan" bcsll'citct dic Nichlinkcit dcr Vchauplmig dcr „Narodnc Newinc", daß dcn Kroaten von Seile der Serben je ein Nath odcr cinc Uittcr-stütznng in dem Sinne zu Theil geworden wäre, sich von dcr Union mit den anderen nntcr dcr Krone des heil. Stephan lebenden Völkerschaften loszumachen, welche Union vielmehr die Serben von jeher als die fichcrstc Bürgschaft für dic Zukunft dcr Kroaten bc-Nachtet haben und noch betrachten. Ans Konstantinopel, l2. Inli, wird tclcgra« phirt: Vom 4. bis 11. siud 26 Personen an dcr Cholera gestorben. Ans Alexaudrien, 13. Juli, wird tclegraphirt: In Cairo 2:)5 Todte, hicr gestern 55, hcntc 61. Die Epidemic ist in cntschicdcncr Abuahme. Amerika, 27 Juni. Dic Rekonstruktion dcr südlichen Unionsstaaten schreitet rasch fort. Hu Virginia, Nord-Carolina, Georgia, Texas nnd" Missis« sippi ist jetzt anch Alabama getreten. Der nächste Staat, welcher an die Neihc kommen wird, ist Süd' Carolina. Dic selbsternannte Deputation einiger seiner Notabcln bis znr Einnahme von Charleston lcultcr hervorragende Rebellen — ist bereits seit acht Tagen in Washington und hatte am 24. d. M. cinc Besprechung mit dem Präsidenten. Dic Art, wic diese noch nicht begnadigten Verbrecher sich dem Staats-Oberhaupte gcgrnübcrstcllc», ist ein wahrer Hohn cmf die siegreichen Bnndcswaffcn; fic kommen nicht wic die Besiegten, dic sich bescheiden dic Bedingungen ihrer Wiedcvzulassung in den Bund erbitten, sondern wie o«c Gesandten einer souveränen Macht, dic mit einer anocrn souveränen Macht cincn Slaatsvcrtrag ab< 9'st k' ^""irlich hatten dic Dclcgatcn gleich cinc s^ . !"" °" ernennenden Beamten bei sich nnd ^''^''."'^ pl'^üsorischen Gouverneur cinen gewissen ^cnMnn Perry vor, dcr ebeuso uatürlich uuler Icf. , '"." Davis Richter gewcfen uud über Nacht lvicdcr ?' cmcm guten Unionsmanne geworden war. John. >°" hat gute» Nillen, aber leinen st.ialsniännischcn ^uck mid ist darum seiucr schwierigen Aufgabe durch-nus nicht gewachsen. Als cincn Beweis dafür, daß »eine jetzige Politik je nach Umständen cincr Acnd» ^Mg unterworfen werden mag, dient die Thatsache, daß der Präsident nnsern ^andsmann Karl Schnrz °ufnr gewonnen hat, für ihn den Süden zn bereisen uud ihm über die Stellung und Slimmuug der freien Schwarzen cinc» delmllirlen Bericht zu erstatten. Es ist ein Glück, daß cinc so wichtige Ausgabe so fähigcn Händcn wic dcuen von Schnrz cmvcrtraul »vurdc. Dicser wird zucrst dic atlantischen nnd dann dic Gold« staatcn bcsnchcn, um anf dcm Mississippi wieder in den Norden zurückzukehren. Mlll- uud PrgMMl-Rllchlichtcn. itaibach. 15. Inli. Von Seile dcö t. k. Bandes - Präsidiums sür Kraiu erhielt Herr Dr. Ludwig Iß leib aulüßlich seine« Schcidcns ans dcr Nedallion der „Lmbacher Zeitung" cin Schrcibcn, in welchem demselben „für die ebenso korrckic als loyale Weise, in welcher er das Blatt in scincm politischen Theile rcdigirt hat", die verdiente Anerkennung ausgedrückt wird. Eiuc ähulichc Belobung erhielt Herr Dr. Ißlcib bereits mit dcm Erlasse dcssclDen PräsidinmS vom 29. Inni I860. — Anch die Direktion dcr philharmonischen Gesell-schaft hat Herrn Dr. Ißlcib ein Dantschrcibc» zn-gehen lasse», in welchem cö heißt: „Die gefertigte Direktion crgrcifl dic Gelegenheit, Ihnen für Ihre, bei jedem Anlasse durch eine Reihe von Jahren be« thätiglc Theilnahme für den Vcnin, für Ihrc anf. opscrndc Hingebung, so wie für Ihre mannhafte Vcr. trclnng der Vcrcinsangclcgcnheitcu sclbst nntcr den schwierigsten Verhältnissen den Dank im Namen des Verein« hiermit nnszusprcchm." — Heule erschienen Weintrauben, Pfirsiche nnd Wassermelonen auf unserm Markte. — Gestern Nachmittag nm 5 Uhr entlud sich — wic dcr „Klft. Ztg." aus Villach vom 10. d. M. geschrieben wird — in den nahcliegcudcu Gebirgsschluchten dcr Gürlitze» cin wolkcnbrnchähnlichcs Gewitter, welches den Trcffncr Vach in wenigen Minute» zum reißende»'Strome machte, der Alles vernichtete, was seinen Lauf hemmen tonnte. Fels, blocke von mehr als 100 Zentnern liegen mitten im Dorfe, dort, wo früher kleine Gärtchcn standen, ist cin bloßes Slcingcröllc, unterbrochen hie nnd da von klaslerticfm Gräben, in welche» die Fluth momentan ihr Bett gehabt hat; cin Paar Mühlen sind bis auf den Grund verschwunden, die Mühlsteine sclbst auf 100 Klafter weit fortgetragen, mehrere Joch Acckcr sind schuhhoch mit Schlamm nnd Stcingcrölle überschüttet, wenn nicht gauz weggeschwemmt; sämmtliche Keller sind hcntc noch bis au die Gcwölbc mit Wasser gefüllt, in dcn ebenerdigen Wohnungen und Stal» luugcn liegt dcr Schlamm 2 bis 3 Schuh hoch und wird deren Reinigung Woche» beanspruchen. — Leider ist auch cin Menschenleben ei» Opfer des wüthenden (5'lcllN'iitt'S ncwoi'dc», zwei andere Personen werden noch uolmiftt. Es ist schwer, dcn Schaden auch nur mimiliclud bczisfc.!, z„ lo.mcn, lil'clcinstimmcnd ist jedoch dic A»,lcht, dnß 5i(>.0W fl. nicht acm'lac,, Allcö in dcn früheren Z»stcmd zurückzuführc», wem, auch dcr effektive Schade sich nicht so hoch belaufen dürfte. — Die Südbahugcscllschaft hat bei ihrc» Per« scmcnzügcn fchr einfache, praktische Apparate angebracht, welche den Rauch vollkommen verzehren. Die Anwendung dieses Rauchverzehrers ist cinc dankcns-werthe Rücksicbt für das Publiknm. Anch foll hicbci Brennstoff erspart wcrdc». (Theater.) Bei dcr gestrigen Aufführung von Lnci'ctia Borgia" sm'g Frl. P ü ch l c r den Maffio Orsini; leider halte sich 'cinc llcinc Indisposition dcs vorhergehenden Tages gestern zu cincr vollständigen Heiserkeit gestaltet, gcgc» wclchc die Sängerin bcstä». dig anzukämpfen hallc, so daß cs ihr kciucn Angen-blick möglich war, ihrc Stimme frci nnd uugczwuu. gcu zu culfaltcu. Dcuuoch köui>c» wir »icht n»stehc», ciuc tüchtige agcn wohl-töncndcu Mczzosopw» bczcichncn dürfe», läßt sich uach dc» angeführte» 2 Parthicn jedoch lanm ei» richtiges Urtheil fällen, da Frl. Püchler, wie gesagt, das erste Mal etwas indisponirt, gcstcr» aber am Gebrauche ihrer Stimmmittel vollständig verhindert war. — Gestein hat zugleich definitiv die letzte Vor« stclluug in nnsercr kurze» Opcrnsaiso» stattgcf»»dcn. Man m»ß gestehen, daß wir scit schr langer Zeit hier bessere AnMMngcn von Oper» nicht gehört habe» »nd wir bedauern daher lebhaft, daß dcr schwache Besuch des Theaters leider nicht geeignet war, den Impresario n»d sci„c brave» Sänger z» einem neuerlichen Besi'chc »nserer Stadt anfzmnuulcr». (Schlllsjurchaildlllttgoli heim It. ll.^andesgcrichtc.) In dcr nächsten Woche fiudc» bei dein hicfigcn t. k. Landcsgcrichtc folgende Schlußvcrha»dl»ngcn Statt: Am 1l». I»li: Valentin Kala» — wegen Todtschlag. Am 20. Inli: ^. Jakob Smolnilar n»d Genossen '— wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 2. A». drcas Pislar uud Genosse» -^ wcgcn Dicbslahl; :^. Andreas Volcz - wcgcn schwerer körperlicher Vc-schädignng. Am 21. Juli: I. Thomas Germ nnd Genossen ^ wegen öffc»llichcr Gewaltthätigkeit; 2. Johann Saplolnit - wcgcn Betrug; 3. Georg Notar - wegen schwerer körperlicher Beschädigung. Wiener Nachrichten. Wien, 14. Juli. Sc. t. k. Apostolische Majestät haben mit Aller» höchster Entschließung vom 26. Juni d. I. dcm Forst-adjunktcn Johann Horat, welcher von dcm hiesigen Landcsgcrichtc wcgcn Meuchelmordes an seiner Geliebten znm Tode durch dcn Strang vcrnrthcilt wor-dc» ist, dic verwirkte Todesstrafe allergnädigst nachzusehen nnd dem k. k. Obersten Gerichtshöfe die Bestimmung einer angemessenen Freiheitsstrafe z» überlassen gcrnht. In Folge dcsscn hat der Oberste Gerichtshof anf cine schwere Kerkcrstrafc in dcr Daner von 20 Jahre» erkannt. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Agram, i:j. Inli. (N. Fr. Pr.) Die lroatisch-flauonischcn Bischöfe, Kardinal Hanlii an dcr Spitze, haben nm Dnrchführnng dcS Konkordats in der Mi-litärgrcnzc angesucht. Paris, 13. Inli. (Oest. Ztg.) Drcinndvicrzig Schiffbrüchige dcS „Williain Nelson", welche sich im vierten Boote befanden, von dem man ohne Nach« richtcn war, sind in Havre angekommen. Minister Bchic gcht nicht nach Sncz, sondern zur Kur nach Bad Plcßcro in die Schweiz. Dcr Bischof v. Algier ist zum Erzbischof ernannt. In Konstantine nnd in Oran sind Bischofssitze lrcirt worden. London, 12. Inli. (Fbltt.) Der amerikanische »nd russische Gesandte konfcriren scit einiger Zeit sehr fleißig. Man bringt diese Besprechungen mit dcm bevorstehenden englisch «französischen FlottcnrcndezvonS in Verbindung. Der russische Gesandte Baron Bru» now ist von St. Petersburg aus angewiesen worden, alle anf die wcstmächtliche Flottenzusammentunst be« züglichcn Schritte mit Aufmerksamkeit zu verfolgen. Anch hicr ist das Mißtraue» gegen die russisch-amerikanische Haltung schr groß. Ätheu, 8. Juli. Der Gesundheitszustand ist befriedigend; die Provenienzen aus Alerandrien und Konstantinopel müssen in Delos Quarantine hallen. Dcr König kommt übermorgen zurück. Aus) ug au5 dem Prow kolk der ordentlichen 6ihunu der„HlMdol5- und gewerbeknmmer" sür Aram ill Lailiüch am 10. Juli l. I., Nachmittags 5 Uhr, nntcr den, Vorsitze dcö Kammer - Bizc - Präsidenten Hcrrn Anton Samassa. Gegenwärtig: Die Herren Mitglieder nnd Ersatzmänner: Horak Kordln Kraschovitz, Pleiwciß, Rudhol- zcr, Schreiner, Schwentner, Strzelba. 1. Dcr Sekretär liest das Sitzungsprotololl vom ^. Iunl d.I., welches unverändert angenommen 2. Der Sekretär liest die Zuschriften dcr k. k. Landesregierung und dcr k. k. Finanz-Direktion m Laibach betreffend dic Bewilligung und Anweisung eines Acrarial-Vorschilsscs pr. 1500 fl. zur Bestreitung dcr Kamlncrauölagcn. lrä 2. Hierüber entstand eine Debatte, an welcher sich dic Herren K.-R. Hovak nnd Plciweiß und dcr Herr Vorsitzende bcthciligtc». Oeniäß obiger Zuschriften wird der Aerarial-Vor-schliß pr. 15)00 fl. dadurch rückgczahlt, daß sammt-lichc bci dcn l. k. Stencränttcrn cinflicßcndcKammer-zuschlägc scit 1. Juli d. I. insolangc, anstatt an die Kammcrkassa, an die k. l. ^anocöhanptiassa in ^aibach abgeführt wcrdcn, bis die Schuld gedeckt erscheint. Herr K.-R. Horak erhält das Wort nnd bemerkt, er habe schon damals als er als Mitglied in die Kammer cingctrctcn ist, angeregt, daß sich die Kammer cincr größere» Sparsamkeit befleißen solle, nnd dies soll immer Aufgabe dcr Kammer sein; er hnbc schon früher n»d oftmals bemerkt, daß die Kammer »nnu> zcrweisc so viele Zcitnngcn hält, welches Zcitnngichaltcn mit sehr großen Kosten verbünden ist. Herr K.-R. Horak fragt nun, ob gegenwärtig noch von Seite der Kammer nnd anf welche Zcitnngcn prännmerirl wcrdc. Der Sekretär erklärt, er sei vom abwesenden Herr» Kammcrpräsidcntc» beauftragt, mitzutheilen, daß scit 1. I»li d. I. lediglich nur auf die ^aibacher Zeitung prännincrirt wordcn sci, welche Mittheilung Herr K. R. Hornk znr Kenntniß nimmt. Herr K.>N. Plciwcift bemerkt, cö sci gegenwärtig nicht m» Platze, über dic Ausgaben dcr Kammer zu sprechen, cs licgt das höheren Orts genehmigte Pritli-minarc vor; er bcdancre nnr ^ daß scin bci Feststes lung dcs Präliminars pro 1ttl>5 gemachter Antrag anf Anfstcllnng eines Ueberprüfnngö Con,it«s gefallen «4V sei und beantragt, über dicscn Gegenstand zur Tages« orduuug überzugehen, wclchcr Antrag angenommen wurde. 3. Der Sekretär liest dic Note der t. t. Post-Direktion in Trieft, womit die Eröffnung einer l. t. Post Spedition in Wcinitz im Bezirke ()crncmbl bekannt gegeben wird. iiä Z. Wird znr Wisfcnfchaft gcnomnicn. 4. Der Sekretär legt der Kammer vor das um» der Handels- und Gewerbe-Kammer in Wien eingesendete Wert: „Materialien zur Frage der Abschlic-siung eines ncncn Zoll- und Handelsvertrages zwischen Oesterreich und Nußland." uä 4. Wird ciustiunuig beschlossen, diese Druckschrift dem dicßfalls bereits eingesetzten Komitö zu Handen des Hcrrn K.-R. V. (5. Supau zuzufcrtigen. 5. Der Sekretär liest die Zuschrift der t. t. Finanz-Direktion in Laibach, worin dic Mitthcilnug gemacht wird, daß die t. t. Stcncrämtcr zur Vcr-fafsung und Einsendung der Auswcisc über die bis 1. Juli l. I. rückständige Kammcrumlagc angewiesen wurden, und legt die bisher eingelangten Rückstands-ausweise vor. aä 5). Laut der bis zum SitznngStage lediglich nur in der Anzahl uou 20 ciugclaugtcu Ausweise erscheint nur ein tleiner Rückstand pr. Z83 fl. 32'^ kr., daher lnit Rücksicht auf die iu spärlichen: Maße im vorigen Jahre eingegangene Kammcrmulage angenommen wurde, daß dic nachgewiesenen Rückstände sich lediglich anf das I. Semester des heurigen Jahres beziehen. Herr K.