V^4^» ^»^(.^1. b.Ub,.,^(»lr. Mit der PoN >il»!l^l. N. »5, halbj.fi. 7.50, Donnerstag, 30. December In,"' Gioßtrenz dcs königlich uuM'ische» Sl. Stephan Ordens, d^nn d»'>u Bolschaftsrathc Hciurich Ritter v. Haynlcrlc das Komthurkrcuz des Franz-Ioscphs'Osdenö mit dem G,c, drin ^e^ationsralh!-und ersten Dolmetscher Ernst May^ das Komlhnrkrcn^ d^sclbcn Ordcns, dcm zweiten Dolmctschcr Anton von Le Bidart daö Nitlerlieuz dcs Leopold Ordens, dem dritten Dolmetscher Gustav itosjek nnd dcm Honorar-Lcgalionesecrctar Antoü Stranz das Nittc>kreuz dcs Ordens der eisernen Krone dritter Class,,', ferner dcn Dolmetschcradjuuctcn Arthnr v. Wcbcnau, Rudolf Grafen Wclscröhcimb und Gustav v. Heugel-Müller, sowie dcn Consululskanzlcrn Franz Ielli^ nck, Theodor Ncnmann nnd Wilhelin Seewald das Nitterlrenz des Franz-Ioscph-Ordcns, endlich dcm Botschaftsbcamttn Scheftzik, deu Consulalbcamtcn Fr a nn Schi und A»ton Clician und dem Posl-officialcu Karl Aründl das goldene Verdienstkreuz mil der Kronc liiitcr 'Nachsicht dcr Taxen allergnädigst zn verleihen geruht. Mit derselben Allerhöchsten Culschlicßuug habe» Se. t. nnd t. Apostolische Majestät dcn k. und k. Le-galionss^rctar in Cousta'.'linopcl Mc>r Hoffcr zum Houorarlcgatiouörath zu cinennen, sowie auch dem dor tigeu k. und l. Consul Komad Wassitsch dcn Titel eines Gcncialconsnls und dcm kaiserlichen Rath und Postdirector in Coüstaittinopcl Peter v. Klctzl dcn Titel ciucö k. uud f. Negicrungsralhcs llixflci üllergnä-digst zu verleihen geruht. Sc. k. und f. Apostolische Majestät haben auf Grund ciues vom Reichskanzler, Minister dcS laiser-lichcn Hauses und dcS Aeußern, erstatteten allcruulcr-thäniqslcu Vortragcs mit Alle,höchster Entschließung vom 20. December d. I. dcn zweiten Dragoman und Se-crctäldolmetschcr bei dcr k. und t. Botschaft in Con« stantinoftcl Anton u. ^c Bidart zum ersten Dolmetscher und Houorarlcgatiousrath, dcn dritten Dol-nnischcv daselbst Gustau Kosjck zum zweiten dorti^eu Dolmctschcr und dcn Doliuctschcradjnuclen Arthur von Ncbeuau zum dtittcn Dolmetscher, die beiden Letzteren unter gleichzeitiger taxfreier Vcilcihnug des Titels von ^'gatiouösccretären, allcrgnädigst zn ernennen geruht. Se. k, uud t. Apostolische Majestät habcu auf Grund cin.s vom NcichStanzlcr, Minister dcs kaiscr-lichcn Hauses uud dcs Acnßcrn, cistaltctcn allcrunter thäni^stcn Vortrages mittelst Allerhöchster Entschlicßnng, uom 17. December d. I. dcn k. u„d l. ^c^ttionl'sccittär ^ Fianz Grafcn Deym zum Honorallegationsrath aller-gnädigst zu ernennen geruht. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25. December d. I. dcn mit dcm Titel nnd Charakter eines Hofrathes bekleideten Oberstaatsanwalt Friedrich Ritter v. d'Elucrt >n Binnn nnd den KreiSacrichtspräsidcnten Dr. Moriz Ficiherrn v. Streit in Olmütz zu Laudcsgesichlsprä' sidcntcn, uud zwar dcu Ersteren für Brunn und den letzteren für Troppau allcrgnädi^st zu ernenne» geruht. Herbst m. p. Se. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung uom 25. December d. I.! dcm mit Titel nnd Charakter eineS Ministerialrathcs! brtlcidctcn Sectionsralh dcs Ilistizministcrinuls Alois Farfoqlia cine Ministe, ialrathsstelle ßxtra ZtHtum im Justizministerium allcra.uadia.st zu verleihen geruht. Herbst m. i). Se. k. uud k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eutschließnug vom 20. December d. I. die Einführnua dcr Civilverwaltuna, in den Staats^cstüten Radautz uud Pibcr zu gcuchmigcn uud a.lcichzcitia, dcu Rittmeister erster Classe der GestütSbranchc Pincenz D o» toual zum Gcstütsdircctor erster Classe in dem Staats-aestiUc Pibcr mid dcu Rittmeister erster Classe der Gestütsbrauche Frauz Dokoual zum GcstiitSdncclor zweiter Classe in dcm Staatsgestüte in Radautz aller-guädigst zu ernennen geruht. Sc. k. uud t. Apostolische Majestät haben mit Allcihöchstcr Cntschlicßnncz vom 23 December d. I. dcm t. l. Münz- und Medaillcna,ravcnr Joseph Tau tcuhayn die erledigte k. l, Kammcrmcdailleuisstcllc allcrgnädigst zu verleihen geruht. Dcr Iuftizmiuister hat die RechnungSrathsstelle im Rcchünnfiödcpcirtcmcnt dcs InstizininistcrinmS dcm Offi' cial erster Classe dcs Iustizministcricll-Rcchnllngsdcpar-tcmentS Virgil Formeutini verliehen. Dcr Iustizministcr hat dcn KrcisgcrichtSadjuucteu Franz Vartnska zum Nalhssccrclär bei dem Krcis-gcrichtc in Tador ernannt. l Dcr Iustizministcr hat dcu Verwalter der Lein bcrger Mänucrstrafanstalt Cdnard Hold asiewicz zum Director dieser Strafanstalt ernannt. Der Ackcrbaumimstc:- hat den Conccptsadjuuclcu der niedcrösterrcichischcu Stalthaltcrei Karl Frcihcirn von Suttuer zum Miuisterialconcipisten im Ackerbau-Ministerium crnanitt. Am W. Dccembrr 1«6l» wurde ii, drr f. l. Hof- und Staat«-druckerei das l.XXXl. Stück des Nsichsgeschlilattes auöp/geben uub vrrsendcl. Dasselbe enthält unter Nr. 187 das Gesetz vom 24 December 18tt9 betreffend die Fort-erhebung der Slcucrn und Abgaben, daiili dic Aestieüung ! de« SlaatsaufniaudeS in dcr Zeit uom 1. Jänner bis Ende i Mä'l-z '.«70; Nr. 188 das Gesch vom 24. December l8Ks, h^nssend die Ve-^ willigniit> von Stciin'flcijichn'n bei Neu:, Nni- nnd Zu- ! bauten. (Wr. Ztg. Nr. 297 vom 28. December.) Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 29. December. Aus Dalmaticn lauten die Nachrichten befriedigend. AuS Zara wird vom 27. gcmcldet, d^ß die Vraicianer am Sonntag um 12 Uhr Mittags, dcm Kaiser Treue und Gehorsam gelobend, die Waffen über-» gaben. Ferner wird aus Cattaro vom 27. d. berichtet: „Die Nntcrwerfuna.slldlesscn von der Zuppa. der Maina und von Oraic gehen mit dem Dampfer „Vor» wärts" morgen von hier ab." Der Kaiser hat die Einwohner von Vraic, sowie alle Insurgenten, die sich bis jetzt unterworfen haben, begnadigt, welcher Allerhöchste Onadcnact dem GM. Grafen Auersperg gestern auf telegraphischem Wege zur Bctanntmachuug mitgetheilt worden ist. Die Crivoscianer haben die gleichen Unter» wcrsungsabsichten, doch mußte» die Verhandlungen wegen dcs ungewöhnlich schlechten Wetters vertagt werden. Im Grazer Gemeinderathe wurde der An« trag, eine Adresse an daS Ministerium im Sinne dcs FcsthaltcnS an der Verfassung zu richten, einstim« mig angenommen. Die Vczirlsvertretung von Eger beschloß vorgestern einstimmig eine Pertraucnsadresse an die verfassungstreuen Minister ,;u senden. Aehnlichc Kundge* ouugeu sind aus anderen Theilen ÄöhmenS zu erwarten. Zum ökumenischen Concil bemerkt der Berichterstatter der „Times" in Rom nbcr die Bulle „iMtn 8oiit>6liti!l;," dieselbe enthalte nichts neues, als daß der Papst einen Unterschied ziehe zwischen dcn Fällen, wo er eine Excommunication aufheben könne, und denjenigen, wo folcheö nicht einmal in seiner Macht stehe oder wo er diese Macht nicht ausüben werde. In letzter Beziehuug seien im Allgemeinen Acte der italienijchen Legislatur, wie die Auflösung der Klöster, die Ehe von Priestern und Nonnen, überhaupt AllcS, was nicht leicht '.mgcschehcn gemacht werden köuuc, nachdem cS einmal Fl'llMlon. Landstrasi, 27. December. Ich schreibe Ihnen noch unter dein frischen Eindrucke dcr lcbhaftcu Ocwcguug, in welche nnser sonst so still-friedliches Städtchen dnrch die Wasscrnöthcn dcr lctzt-ucrflossencn Tage gerathen war. ^andstraß. die einzige bewohnte Insel des lrainischcn Binnenlands, schwamm förmlich in einem Mecrc kasfecbranncr Flnlh en, in denen sich eine Menge mehr oder weniger dch-cter „Gondeln" tummelte, um dcu gestörten Verkehr zwifchcu einzelnen Hänscrn zu vermitteln und namentlich die für dic uahcndcu Festtage so wichtige Verbindung mit dcn „iirumi" dcs nahen Weingcbira.eS wieder herznstellcn. Hätten dic „Gondolieri" den untcrtranlschcn Typus uud die Goudelu ihrc Gurlhcimat vcrlcugncu töuucu; wäre mciuc Phantasie lebhaft genug gewcfcu, dic beiden Gurtbrückcu iu „pouw rilüw" und ,.i»nnlu doi «o^M'i" zu vcrwaudclu uud sich aus ssäuöchcu uud Hüttcu Mavmorpalästc hervorzaubern :'ich würde mich in Vcncdig gewähnt haben, nur des vielen Wassers und seiner schmutzigeu Canalfaibc wegen. Doch Spaß bei Scitc! Die Sache hat ihrc crnstcn Seiten; ich will Ihnen also den Hergang der Geschichte , erzählen. Das nachhaltige Thauwcttcr dcr vergangenen Woche, unter dcm die bcdeutcudcu Schuccmasscn dcs Uskolcnge birges schmolzen, sowie die andauernden und häufig gc^ waltigen Ncgcnfällc dcr letzten Zeit hatten zur Folge, daß unsere sonst so gemüthlich träge Gurk dermaßen anschwoll, daß ihr höchster Stand iu der Christnacht überdies noch durch Stauwasscr vou dcr Sauc her gehoben, sich miudcstcus 6 Fuß über dem Normalspicgcl befand. Hicdurch wurde ein großer Theil dcr Gurkinfel, auf welcher das Städtchen ^andstraß erbaut ist, derart überschwemmt, daß nicht nur die trockene Communication zwischen dcn einzelnen Häuscru gestört, soudcru daS Wasser auch iu mchrcrc Wohuräumc uud Stallun-gcn bis auf 1 '/^ Fuß, in dcn Kellern aber vielfach noch tiefer eingedrungen war. Diese Wasscruoth ist für die Bewohner der Stadt um so empfindlicher, als hicdurch die ciugckcllcrtcu Win-lcrvorrülhc an Knollen- und Behacks'rüchteu uud saurem Gemüse, sowie daS Viehfutter erheblich gelitten habcn. Viclcs Vich wnrde unterstandslos, wo die Stallunqcn nntcr Wasser standen. Dem huinancn Entgcgcnkommcu dcr hiesigen Domäncu-Vcrwaliuug ist cs zu dautcn, daß diescm Ncbclslandc rasch abgcholfcn wurde, iudcm mau dem obdachlos qcwordcncn Viehe dic geräumigen Ställe im staatsherrlchaftlichcn Schlosse öffnete. Ueberdics waren auch die Wchc Studena nnd Obcrh, sowic dic Canäle im Krakauforstc bedeuteud aus-gctrctcu; ein großer Thcil de« genannten WaldcS ist noch jetzt tief unter Wasser. In ähnlicher Wasscrnoth wie unsere Insclstadt befanden — und befinden sich zum Theile noch — die an dcr Gurt gelegenen Ortschaften Malcncc, Koprivnik, Mcrsccjavas, Hrovaökibrod, (5uc-janilaka und einige andere. Auch dic ^aibach-Aqramer Hauptstraße war unweit von hier (bel Dobc) auf eine kurze Strecke überschwemmt. Es ist mir von Reisenden, welche daselbst nächtlicher Weile passirtcn, erzählt worden, daß sie in der Gefahr waren, in dic tiefern Wässer zu verfahren. In ähnlichen künftigen Fällen folltc das Straßenärar oder die Ortspolizei dafür forgcn, daß eine solche Gefahr durch eine beleuchtete Barriere den nächtlichen Passanten sigualisiirt werde. — In dcr Christnacht, wo daS Wasser die größte Höhe erreicht hatte, sowie am Christtage selbst, befand sich uuserc Pfarrgemeinde in einer eigenthümlichen Ei-tuation. Der Zugang zur Pfarrkirche, welche am Nord« ende dcr Insel steht, war durch grobe Wassermassen abgeschlossen; desgleichen die Multergottcskirche jenscitS dcr Mündung des Studena-Bachcs. Es blieb also zur Abhaltung dcs Gottesdienstes — welcher zu dieser Zeit wohl jcdcm guten Christen am Herzen liegt — nur noch das trocken zugängliche Nitolal'Kirchlciu am Südrande der Stadtinscl übrig. Aber auch hier gab's Anstünde, nicht nasser, sondern lrockcncr Natur. Das Kirchlein und namentlich scin Altar sind sehr baufällig, die wenig vermiigliche Stadtgcmeindc kann die Neparaturkostcn nicht leicht erschwingen. So war nun vor Kurzem zn St. Nicolai Gott Vatcr oder irgend ein Heiligenbild — ich weiß dies nicht genau — vom Himmel zur Erde gefallen. Was ist also natürlicher, als daß sich unsere Geistlichkeit der Gefahr nicht aussetzen wollte, ein zweites so fatales Malheur im Augcsicht der bctendeu Gemeinde zu ristircu? Es blieb also nichts anders übrig, als die M>t-tcrnachtsmcsse und dcn darauffolgenden Vor- und Nach, mittagS-GotlcSdicnst in der Hausk^pclle des Pfarrhofcs abzuhaltc», iu dessen länglichem Vorsaalc sich demnach die Pfarrkinder versammelten. Ein Vis»Harmonium 2194 vollzogen worden, mit eingeschlossen. Hervorzuheben sei im Hinblick auf einen Vorfall der letzten Zeit die Er-lliirung, daß die in artiorilo morti« einem Kranken ertheilte Absolution für dm Fall seines TodcS unmittelbar nachher Oiltigkcit habe. Sollte cr jedoch lion seiner Krantheit genesen, so wäre er wieder der Excommunication verfallen, bis cr durch eine im qcsundcn Zustande abgelegte Beichte und Buße seine Schuld gesühnt und Absolution erlangt hätte.— Aus Nom, 97. December, wird tclegraphirt, daß in der auf gestern angesetzten Congregation dic Discussion über die Entwürfe der neuen Glaubenssätze bcgiuncn sollte. Man versichert, das Dogma der Unfehlbarkeit sci in den Entwürfen nicht erwähnt, wohl aber die Verdammung der nickt orthodoxen Doclrincn der Philosophie und Moral ausgesprochen. In Paris ist die M i ii i ste r lr i sc, wie uns der „Telegraph" bereits gemeldet, durch Berufung Olli-viers zur Bildung eines Cabinets im Sinne des konstitutionellen Fortschritts entschieden. Die „Indcft. bclge" gibt schon jetzt dem ncnen Ministerinn! ein Mißtrauens votum. „Wie solllc es auch anders sein," bemerkt die ..Indcpendancc." „Ein solches Cabinet wird die Frucht des Bündnisses des Ollioier'schcn Ehrgeizes mit einer rcactionären Majorität sein, die selber wiederum aus dem vielfältigsten administrativen Drncke auf das allgc-. meine Stimmrecht hervorgegangen ist, wie dies die letzten Wahlprüfungcn so nackt zu Tage gelegt haben. Ohne Wurzel in der öffentlichen Meinung geschlagen zu haben und schlagen zu können, wird dieses Ministerium nur einen ephemeren Bestand haben, bis das EinVerständniß zwischen den Vollblut-Ailadicrn und den mehr oder weniger arkadischen Elementen deS rechten Centrums hergestellt sein wird." Aus Frankreich und Norddeutschland liegen augenblicklich leine neueren Nachrichten vor. Irländische Blätter bestätigen namentlich auch aus Cork die bereits mitgetheilte Thatsache von den Vorbereitungen der Regierung gcgei, cincn möglichen Aufstand, ungeachtet zu keiner Zeit während der letzteren vier Jahre die Nuhc des Landes eine so allgemeine gewesen sei, wie gerade jlhl. Der „Cork Herald" und mehrere andere Zeitungen erklären sich mit einer gewissen Bestimmtheit für überzeugt, daß kein Grund zu Besorgnissen vorliege. Von Seiten der Behörden wird mit der äußersten Vorsicht verfahren. Die ankommenden Dampfer werden aufs sorgfältigste durchsucht, verdächtige Persönlichkeiten von den bei Nacht patrouillirendcn Polizeisoldaten angehalten und in Priuatwohnungen Haussuchungen veranstaltet, um geheime Waffennieoer-laqcn zu entdecken. Bis jetzt haben diese Nachforschungen noch zu leinen Entdecklmgcn von Bedeutung geführt. Andererseits wird übrigens die allgemeine Ruhe nicht auf Rechnung der getroffenen Maßregeln gesetzt. Der irischen Polizei ist cs gelungen eines der Theil» nehmer an dem jüugslcn Waffenraulic in der Kings County habhaft zu werden. Der von den Räubern verstümmelte Mr. O'Connor hat ohne Bedenken die Identität des Mannes festgestellt. Von irischen Blättern ist versucht worden, die an O'Connor verübte Barbarei als einen unglücklichen Zufall darznstcllen; cs handelte sich indessen um eine wohlüberlegte, vorsätzliche Handlung. Einer von den Ränbcrn ergriff O'Connor bei der Nase nnd hackte ihm mit einem Messer dieselbe mit einem Stück der Lippe herunter. Aus Petersburg wird gemeldet, dciß Fürst Gortschatoff in Unterredungen, welche er mit drm öster» substituirte die Orgcl. Ich fühlte mich in die Zeit der ersten Christen zurückversetzt, die sich mit ihrem Gottesdienste oft in das Versteck dunkler Kcllerräume flüchten mußten. Auch hier hätte mit man Gulhe ausrufen mögen: Licht, mehr Licht!--------- Von Unfällen habe ich Ihnen glücklicherweise nichts zn berichten, als daß am Stcphanstagc eine etwas zn schwer bcladcnc „Gondel" im Studeua-Bache umschnappte und die Schiffbrüchigen beider Geschlechter mit der für den Unlerkrainer sehr fatalen Unannehmlichkeit davon kamen, zu den Festtagen auch etwas -- Wasser zu verlosten. Seit 12 Uhr in der Christnacht ist das Wasser in stetigem, doch langsamen Fallen begriffen. Wir wollen daher hoffen, daß Landstraß - Ninivc noch nicht uuter-gehen und die zweite Sündflnlh. als welche von gewisser Seite, den Hartbctrosfcnen zum Troste, die Ucberschwemmung dargestellt wurde, nicht eintreten werde. Gewiß ist aber, daß -^ wie aus meiner Erzählung erhellt — das Nicolai'Kirchlcin für die Psarrgcmciudc Landstraß die Bedeutung einer - Arche Noah's hat und daher wasserdicht und bombenfest erhalten werden sollte. Wenn ich nicht irre, eristirt in Laibach ein Verein zur Unterstütznng armer Landlirchcu, könnte dieser nicht etwas für uns thun? — Könnte nicht einer oder der andere meiner Leser ein Scherflcin beitragen, unsern Herrgott zu St. Nicolai wieder festzumachen? — Die Redaction diescr Blätter ist sicherlich bereit, die freundlichen Beiträge zu sammeln und zu quittiren? — Nur nehmen Sie cs dem Fcuilletomstcn nicht übel, daß er heute einmal den Klingelbeutel zur Haud genommen und sie zu Neujahr „angepumpt" hat. Und somit Prosit Neujahr! Ernst. rcichischen Geschäftsträger batte, sein Befremden über die Commentarc ausdrückte, zn welchen die Verlcihm'g des Großkrenzcs des GeorgS-Oldens an den König von Prcnßcn Anlaß gegeben. Er fügte hinzu, die Tender zcn, auf welche man diese Ordensverleihung zurückführe, seien sicherlich dem Kaiscr ganz fremd. Nachrichten aus Dalmalicn. (Fortsetzung.) Wäbrend des (gestern beschriebenen) Gefechtes am 4. November in der Ebene war dem Obersten v. Schönfeld durch den zwifchen Budua und Fort Kosmac' errichteten optischen Telegraphen auS letzterem Objecte die Meldung zugegangen, die Insurgenten Hütten den Ar-tillerieobcrlicnlenant Merz erschossen und den Lieutenant Maznrck, welcher, den Versicherungen des Marketenders und eines anderen Eingcbornen vertrauend, sich allein gegen das Fort Spiridionc begeben, gefangen und mit der Aufforderung zur Uebergabe vor Fort Kosmac gebracht. Das Fort sei daher - so telegraphirte Artillerieführer Bayer — „ohne Officier und dürfte jeden Augenblick angegriffen werden — eS sei jedoch Alles bereit." Oberst v. Schönfeld ertheilte hierauf uach Fort Koömac dcu Befehl, das Dorf Vraic, desscu sämmtliche Bewohner gegen uns die Waffen ergriffen hatten, in Grund zn schießen. Mit Sonnenuntergang ertönte der Donner der Kanonen deS Forts, dessen wackerer Commandant Führer Bayer auch den folgenden Tag die Vcfchießnng fortsetzte. In der Nacht vom 4. zum 5. November wurde der am Fuß des Monte Salvadore aufgestellte Ofsiciers-posten durch Schüsse im feindlichen Lager, Hin- und Herlaufen mit Lichtern :c. allarmirt. Anch von der Stadt aus warcn diese Vorgänge beobachtet worden und scheinen dies entweder Signale oder aber Aufständische, die ihre Todten und Vcrwnndetcn auffuchtcu, gewesen zu sein. Der auf dem höchsten Punkte des Monte Salvadore mit 30 Jägern postirte Obcrlieutcnant Polorny wurde ebenfalls im Laufe dtr Nacht aus dem Dorfe Piievor angegriffen; der Feind büßte jedoch 5) Todte und mehrere Verwundete ein, Prievor ging in Flammen auf. Am Morgen des 5. November erhielt Oberst uou Schiwfcld durch den Dampfer „TauruS" seilen« des FML. v. Wagner die Verständigung, daß die Brigaden von Dormus und Fischer am 6. gegen Pobori rücken, auch zugleich den Befehl, in dieser Richlnng mitzuwirken. Zu diesem Zwecke erschien es nothwendig, sich auf dem Dnbovica-Bcrg festzusetzen, um das Dcbouchiren des rechten Flügels der aus der Zuppa heraufsteigenden Truppen zn ermöglichen. Zu gleicher Zeit war cs geboten, die in ihren starten Stellungen in der Mama verbliebenen Insnrgenten sich vom Leibe zu halten und andererseits ihre Anf-mcrksamkcit zn fesseln, damit ein Theil der feindlichen Kräfte von der Colonne Fischer abgezogen würde. Nachdem in Nudua eine Besatzung von 120 Mann, auf dem Monte Salvador«: eine halbe Iügercompagnie zurückgelassen worden war, rückte in ähnlicher Weise, wie Major Toms am Vortage, Hauplmann Frieß des 27. Iäaerbataillons um halb 11 Uhr mit I'/« Compagnien in der Thalsohle und unter dem Schutze der Geschütze des Castclls und dcS „Taurus" vor, während einerseits zwei andere Iägcrcompagnicn mit zwei Rakc-tcngcfchützcn den Dubovica-Bcrg zu erreichen trachteten, anderseits Oberst v. Schönfeld mit dem combinirtcn Bataillon Wimpffcn auf der Cattarescr Straße unter dem Schutze jcues Scheingefechtes so wie der vorgeschobenen Avantgarde den Flanlcnmarsch nach links ausführte. Um 1 Uhr war der fehr steile und weglose Bergrücken erreicht und das Dcbouchiren der Brigade von Dormus gesichert, welche auch kurz darauf in der Tiefe der Zuppa sichtbar wurde. Das Gros der Truppe nahm verdeckt hinler dem Kamme des Berges Gefechtsstcllung, die an den beiden Flügeln vorpoussirtcn Iägercompagnien schoben Feldwachen vor. welche die tiefe Schlucht zwifchcn dem Dn-bovica- und dem Ostrog - Berg beherrschten und mit einigen am jenseitigen Nande der Thalschlucht postirtcn Insurgenten Schüsse wechselten ; hier wurde ein Patrouille-führcr dcS 27. Iägcrbataillons schwer verwundet. Vom Feinde war jenseits auf dem Rücken des Ostrog nichts sichtbar, wohl aber ans dem Maina-Vrh an der Grenze eine starte Ablhcilnng Montenegriner mit einer rolhwcißcn Fahne, welche den diesseitigen Vorgängen zusahen. Um .^ Uhr Nachmittags hörte man plötzlich eine heftige Detonation, welcher sodann mehrere folgten. Die Insurgcutcn hatten das Fort Stanjcvic angezündet, nachdem sie schon Tags vorher einen dort aufgefundenen tt-Pfündcr auf eiucr Vcrgkuftpe nächst Pobori aufgeführt hatlcu. Aus diesem Geschütze, dessen Aufstellung man vom Dubovica aus nur errathen tonnte, fielen von Zeit zu Zeit Schüsse in der Richtung nach Westen, waS das Anrücken der Brigade Fischer vermuthen ließ. Mehrere beim Einbrechen der Abenddämmerung unter dem Goliö-Berge in der Richtung auf Pobori sichtbar werdende Raketen brachten hierüber Gewißheit, da nach Angabc des mittlcrwcile ncbst der Brigade von DormuS auf dem Dubovica-Bcrgc cingctroffcnen Hauptquartiers cS die Colonnc dcS Majors v. Ende von Erz-Hcrzog-Ernst-Infantcrie war, welche die linke Flanke Fischers zu dcckcu hatte und welcher Ratctcngeschütze bei-gegebeu waren. Das Gros der Brigade Fische«' mußte noch weiter rückwärts stehen und wnrdc bei Odulc vermuthet. Kurz vor Einbruch der Dämmerung hatte die Gc-birgsbattcric der Brigade v. Dormus vom Dubooica aus das Feuer gegen Pobori eröffnet. Nachdem die Truppen dieser Brigade über die Aufstcllnng der Bri-gade v. Schönfeld hmauS GcfechlSslellung nahmen, so wurden die Truppen der letzteren sn i-e,Wrv0 zusammengezogen und die Befehle des FML. v. Wagner ge wältigt. Gemäß denselben trat die Halbbrigade in der Nacht den Rückmarsch uach Budua au, woselbst die Truppen u»n 1 Uhr nach Mitternacht eintrafen. Dort erhielt Oberst v. Schönfeld vom Hauplmann Frieß die Meldung, daß dieser seine Aufgabe ohne Vel> lust durchgeführt habe uud der Feiud cs nicht gewagt hatte, offensiv gegen ihn vorzugehen. Am Morgen des Tages (5.) hatte sich auch eiue Deputation des Dorfes Pod - Ostrog beim Obersten von Schönfcld eingcfuuden und die Unterwerfung angezeigt. Der Brigadier hatte der Deputation, nachdem sie sich noch anheischig gemacht, dem gleichzeitig übergc-benen schriftlichen Unterwerfungsacte auch die Haftung für drei Familien des Ortes, welche diefen Act nicht unterfertigt halten, beizufügen. Sicherheit des Eigenthums und dcr Personen der Gemeinde unter der Be< dingnng garantirt, daß die Waffen abgeliefert würden; da aber die Deputation gerade vor dem Abmärsche ein^ traf, so wurden die Mitglieder derselben während des Marsches als Geißeln zurückbehalten. Des anderen TagcS wurden zwei derselben entlassen, in dem dritten, dem Popen des in Brand geschossenen Klosters, wurde aber ein übel berüchtigtes Individuum erkannt. Da am Z. bei einem Ansfalle der Jäger aus Budua auf jenem Kloster eine weiße Fahne ausgcstcckt, trotzdem aber aus dessen Fenstern auf die herankommende Truppe geschossen worden war, so befahl FML. Ritler v, Wagner die Abführung des Popen behufs weiterer Untersuchung nach Cattaro. Da cS sich nun vor Allem darum handelte, die Brigade Fischer aus ihrer Isolirung zu befreien, so erhielt Oberst v. Schönfcld am Morgen des 6. vom FML. v. Wagner den Befehl, dies nach Forcirung des Dcsilce von St. Pctcr und Paul und nach Tournirung des iu dcr Front nicht zu ersteigenden OstrogbergeS über die Höhen von Lapsic (in der oberen Maina) zu bewirten. Zugleich wurde demselben mit Rücksicht auf die geringe Stärke seiner Colonne ein Bataillon uud die Rescrvcbaltcric (Hauptmann Forster) dcr Brigade von Dormus, welche im Lanfe des Morgens vom Dubovica-Berge in das Lager bei Audua herabgezogen worden waren, bcigcgcbcn. Nach dem Abessen, um 12 Uhr Mittags, begann die Vorrückung aus dem Lager bei Budua. Dcr frühere Lagerplatz dcr Insurgenten wurde von der Thalsohle aus sowohl von der Reservcbatteric des Hauptmauns Förster, als auch von dcr eigentlichen Ärigadcbattcric (Obcrlientcnant Pawlowöki), welche ihre Organisation eben vollendet hatte, beschossen. Ein Bataillon des Infanterieregiments Baron Maroiöic Nr. 7 ging im Thale über Kloster Maini vor, während zu gleicher Zeit Oberst v. Hopfinger mit dem combinirtcn Bataillon Nimpffcn, dem 27. Jäger« bataillon und zwei Rateteugcschützcn den St. Peter« und Paul-Berg von rückwärts (von Osten her) zu ersteigen hatte. Als Vercinigungspuntt war den beiden Colonnen der wiederholt erwähnte Lagerplatz dcr Insurgeuten bezeichnet wordeu. Der Kricgsdan'pfer „Taurus" war kurz zuvor in die Bucht von St. Croce abgegangen, um durch Bcschie« ßuug des Sattels vou St. Peter und Paul von rückwärts ebenfalls mitzuwirken. Noch während dcS Vorrückens über Maini inferiore wurde das 1. Bataillon Maroicic durch das l). Iäger-bataillon mit zwei Naketcngeschützen (sämmtlich von der Brigade v. Dormus) abgelöst. Ungefähr um 4 Uhr war die Vereinigung dcr beiden Colonnen bewirkt, ohne daß man feindlichen Widerstand gefunden hätte. Nun wurde die Vorrückung gegen Pobori fortgesetzt und es hatte die Brigade folgende durch Vorposten gedeckte Aufstellung iune: Rechter Flügel (9. Iägerbataillon mit zwei Rakc-tenacschützcn) auf den Höhen oberhalb Lapsic; linker Flügel (27. Iägerbataillon mit zwei Raletengeschützcn und der dreipfündigen Gebirgsbattcric) in der Nähe von Vcrlica an dem nach Pobori und Stanjcvich führenden Wege; zwischen beiden das combinirte Bataillon Wimpffen. 2195 Die zweite Compagnie dcS 9. Iägerbataillons war in dem Passe von St. Peter und Panl zurückgelassen worden, um sowohl dic Verbindung mit Budua offen zu halten, als alich den 9tückcn der Brigade gegen Braic zu sichern. Dem Bataillon Maroicic, welches durch das 9. Iä-gcrbataillun abgelöst worden war, wurde die Entwaffnung des Dorfes Pod-Ostrog aufgetragen, worauf dasselbe in das Lager bei Budua zurückkehrte. __________________(Fortsetzung folgt.)__________________ Ans dem gesetzgebenden Körper. Paris, 24. December. In der gestrigen Sitzung trat Herr Thiers, der sich in der heurigen Session bisher schweigsam gehalten, in die Arena der Discussiou über die Wahlen ein. Es handelte sich um die Wahl des Herrn de Eampaigno, der in der Haute-Garonne mit einer Majorität von 187 Stimmen den Sieg über Herrn Paul dc Ncmusat davontrug. Herr Jules Ferry eröffnet das Feuer durch eine Aufzählung aller administrativen Ucbergriffe. Große Heiterkeit erregt das Verfahren des Mairc von Monbro, der nicht allein in feinem Schlafzimmer abstimmen ließ, sondern sugar dic Nacht mit der Urne im Bette zubrachte. („Seid fruchtbar und mehret euch!" ruft Jules Favrc.) Am anderen Morgen fand man 130 Wahlzelle! für Herrn de Campaign» und nur 5 für Hcrru dc Ncmusat, obgleich 41 Wähler durch einen notariellen Act beglaubigen, dem letzteren ihre Stimmen gegeben zu haben. Trotz alles Druckes setzte aber die Ncgiernng die Wahl deö Herrn de Cam-Paigno nur durch eine geschickte Zusammenlegung der Wahlbezirke durch. Herr Jules Favrc greift nach einigen matten Vertheidigungswortcn des Herrn de Cam-ftaigno die ganze VcrfahrungSwcisc der Regierung an und betont die Parteilichkeit der richterlichen Beamten. Der Iustizminislcr Herr Duvergier zeigt sich über diese immer widcrkehrende Anklage gegen die Staals-ftrocuratoren empört und fordert die Verletzten auf, nur Gerechtigkeit zu verlandn; fic würde ihucn gewiß nicht verweigert werden. Diese letzten Wortc bestimmen Herrn Märtet, den Iustizminister daran zu erinnern, wie er, Martcl, als Advokat in der tranrigcn Nothwendigkeit gewesen sei, dem Minister einen Procurator im Aube - Departement anzuzeigen, welcher nachweislich Audienz-Protokolle gefälscht hatte, nm darauf eine Nichtigkeitsbeschwerde begründen zu können; dieser Mann sei gleichwohl zum allgemeinen Scandal noch im Amte! Der Inst iz mini st er entgegnet, der Fall liege der Entscheidung des obersten Gerichtshofes vor. und er werde nach dem Auöspruch desselben seine Pflicht erfüllen. Herr Thiers: Ich halte mir vorgenommen, über das bestehende Wahlsystem erst bei den allgemeinen Politischen Debatten zu sprechen, allein die vorliegende Wahl, die empörendste unter den empörenden, zwingt mich, aus mcincm Stillschweigen herauszutreten. Wen könnte man wohl glauben machen, die Negieruug habe dcn Wahlbezirk im bloßen Interesse der Verwaltung verändert? Und wcnu jedem ehrlichen Menschen der Zweck der Ncgicruug so llar vor Augcu liegt, und man doch die Minister das Wahlmanöver ableugnen hör!, wir tonnte man sich da zurückhalten? Auch Ihucn meine Hcrrcu, schienen diese Vczirtsumgcstaltuna.cn ein Scan» dal, sonst hätten Sie nicht in dcr von Ihnen uuler-zeichneten Erklärung, die Ihnen zur größten Ehre gereicht, den politischen Wunsch ausgesprochen, daß der Neuerung d>c Erlaubniß, die Wahlbezirk durch Decret zn ändern, künftig entzogen würdc. (Sehr gut! links.) Aber ich weiß, was Sie hindert, die Eonsequenzen aus Ihrer Dentnngswcisc zu ziehen, Sie fluchten die Re-«icrung zu erschüttern. Aber wie könueu Sic, die Sic das Mittel verdammen, das N sullat annehmen? Noch mrhr aber wundert mich dic von dem Hcnu Instizmi-nistcr aufgestellte Theorie, nach der cS unmöglich wäre, die Verletzung der Urnen zu constatilen, anS lauter Angst, dcm Geheimniß der Wahlen zu nahe zu treten; ferner dieZuun-lhlinq, nicht dcu Wählern, soudcru Dcu-jenigcn, die die Wc,hl geleitet haben, Glauben zn schenken ; endlich dic Behauptung, dic Opposilionswählcr der Landgemeinden hätlcn »ichts zu fürchten. Wciß nicht ganz Frankreich, daß diese überall da, wo die öffelillichc Meinung nicht eine sehr große Stinke Hut,' unterdrückt sind? (Lärm.) DieS Woit berührt Sie unnngcnchm? Habe ich nicht das Nscht, Wähler, die aus Angst vor Verfolgung ihre Ucbcrzcugnng uichl ausznsprechcn wa-gcn, unterdrückt zu ucnncn? (Sehr gut! linls.) Wie? ich finde meinen Wahlzcttcl nicht wieder und hätlc das siecht nicht, c^ zu sagen? In welchem gesellschaftlichen Zustande lcbcn wir dclin? In alle» freien Ländern läßt Man der Vorsicht der Wähler und ihrem Mißtrauen den größtcu Spielraum, und nach dcn constatirtcn Thai-fachen ist das Mißtrauen für die Wähler eine Pflicht. (Sehr gut! links. > Deshalb glaube ich auch eher dcu Nählern, die da bchauptcn, die Wcchl'M'en scicn vcrlcftt Worden, als dcn Intcrcssirlcn, hie da vor^bcn, bei der Wahl wäre Allcs offen uud ehrlich zugegangen. Wcun c« sich noch um cine jener auschulichcn Majoritäten, ans die Sie so großes Gewicht legcn, handelte! Aber in diesem l^llc rcducirt sich die Majorität auf 187 Stimmen. Wie können Sie hier noch zaudern, cincn aunl-lirendcn Spruch zu fällen? (Lebhafter Beifall auf den Oppositionsbänkcn.) Minister Herr v. Forcade bedauert, daß Herr Thiers in einem besonderen Falle sich ;u Allgemeinheiten hat hinreißen lassen, um nicht nur eine, sondern die Gesammtheit der Wahlen in Mißcicdit zu bringen. > Das Verzcichniß der Wahlbezirke sei schon vor zwei Jahren gemacht wordcn. Er müssc ferner gcgc» die höchst sonderbare Bedeutung protcstiren, dic Herr Tliiers cincm Manifest,', das die Bestimmung der Wahlbezirke einem Gesetze unterwerfen will, beilegt. (Lärm.) Eine folchc Ausdehnung fordere zum Nachdenken auf. Was die Vc< hanptnng dcö Herrn Thiers betreffe, die Wähler hätten das Recht, sich ihrer Abstimmung zu vergewissern und zu erklären, für wen sie gestimmt hätten, so wolle cr dies für Ausnahmsfälle zugeben. Aber daraus ein Systcm zu machen, sei gefährlich, weil es das Stimm-gcheimniß preisgäbe. Man möge sich hüten, dcn offi-cicllen Candidate» dcn Proceß zu machen. Die ausge^ sprochenen Vorwürfe hätten eine größere Tragweite, als man glaube: sie träfen nicht allein dic Regierung, son-! dülu auch das ullgcmctnc Slimmrecht. (Lebhafter Bci-^ foll. Schluß! Schluß!) Die Wahl dcS Maquis de Eampai^no wurde teotz allcdcm bestätigt. Die Predilbahn. Die Pläne und Kostcnvoranschläge für den Bau der Predilbahn sind glücklich beschafft uud befinden sich bereits in dcn Händen des Ministers. Das rege Lcbcn. welches während des abgelaufenen Halbjahres auf den Tolmeiner Kallhöhen und im Thale des Isonzo herrschte, hat sich wieder in die weiten Räume der Wiener Ministerialkanzlcicn zurückgezogen. Fachleute, welche von den gemachten Vorlagen Einsicht genommen haben, anerkennen die große Genauigkeit der Arbeit, und wer da wciß, wie der Unternehmer unserer modernen Bahnbanten fast in der Regel darauf angewiesen ist, nnö den Skizzen dcS Projcctes das praktisch Brauchbare herauszusuchen nnd in fast steter Begleitung ueucr Vcgchungs - Commissionen von Variante zu Variante weiter zn bauen, der wird eine solche Genauigkeit zu schätzen verstehen. Etwas ungelegen ragt die Ministcrkrisc auch in diese Angelegenheit hinein. Herr v. Plencr, obwohl durch seine objective uolkswirthschaftlichc Fachthätigkeit von dcn dermal schwebenden Streitfragen der Pul,lrk nicht directe berührt, steht gleichwohl unter dem Einflüsse der Entscheidung über das Memorandum, welches oou der Majorität deS GesammtministcriumS, deren Mitglied der Hllndclsminislcr ist, unterzeichnet und dem Kaiser überreicht wurde. Hoffen wir, daß sich das wichtige Rcichsinteressc. welches sich an die Prcdilliuic tmipfl, auch in der momentanen Hochfiuth politischer Bewegung auf der Oberfläche behaupten und der Bau unter den Auspicicn deö genannten Ministers rasch zur Thatsache werde. Ob der Staat selbst in eigener Regie, oder ob die Privatindustrie berufen fein wird, die Linie auszuführen, scheint noch nicht entschieden zu sein. Jedenfalls hat der Staatsbau allenthalben gewichtige und warme Vertreter, — Vertreter, deren Zahl mit jeder ucuen Erfahruug über dcu inneren Zustand nnd die Dauerhaftigkeit der meisten unserer industriellen Bahnbauten nur sich steigern kann. Die Frage, ob eine große Reichscommuuication, die notorisches öffentliches Bedürfniß ist, Privaten in die Hand gegeben und dann unter tauscudcrlci Exploi-tirungcn dcö Publicums mühsam vom Staate überwacht werden soll oder ob der als nothwendig erkannte Verkehrsweg lieber gleich vom Staate auS herzustellen und im Sinne dcs allgemeinen Interesses zu betreiben sei, — diese Frage wollen wir hier nicht erst weitläufig untersuchen, theoretisch beantwortet sie sich von selbst; ihre praktische Entscheidung hängt auch noch von finanziellen nnd politifchcu Opporlunitäten ab. Der zweite Vahnweg zur Adria und die ersehnte Concnrrenz der Südbahn, zwei Hauptaufgaben der Pre-dillinic und ihrer Hiutcrbahncn, "find auch dann erreichbar, wenn die Predillinie von der Privatindustric gcbant uud betrieben wird; der Slaatsbau und Betrieb würde nur neue Vortheile hinzufügen und unter diesen namentlich die Rückgewinnung der unmittelbaren Gelegenheit von Scitc der Regierung (vor der Hand wenigstens im Kleinen) auch dnrch die Macht des Beispieles uud dcs Erfolges auf die Regelung des TarifwcsenS und ans die zeitgemäße Reform gewisser Bahn-Einrichtungen einwirken können. Ucbrigcns sind die Terrainsvcrhältnisse der Prcdil-linic keineswegs von sehr anlockender Art für die Pri> vatindustric uud, wenn ein Werth darein gesetzt wird, eine Gebirgsbahn wie diese mit allen Bürgschaften der Solidität zu activircn, so eignet sich die Bau-Aufgabe weit besser für den Staat als für die Privatindustric uuscrcr Tage. Mit dcr Predillinic, wenn sic zur Ausführung gc-langt sein wird, schließt zugleich die lange Kette jener gegnerischen Bestrcbnngcn ab, welchen die Pontebbalinic als Ausgangspunkt gegeben war. Man hat sich oft daran gestoßen, daß die Linie Tarvis-Laibach ohne Anschluß an Villach, folglich als Sackgasse conccssionirt werden konnte. Dieser Vorwurf hat nur danu eine scheinbare Berechtigung, wenn diese oberlrainisch - kärntnerische Linie einzeln ins Auge gefaßt wird. Schon die Concessioni-rnng einer Pontcbbalinic hätte dcn Vorwurf entfallen gemacht. Nuu die Trace über dcu Predil gefunden und biS in die nöthigsten Details vurgczcichnct ist, gewinnt die neue Verbindung zwischen Tviest nnd dcm Knotenpunkte zu Villach, wo die Brizncr und Mnrbnrgcr Süd-, dann die obcrsteieriscke Nudolfsbahn zusammenstoßen, eine neue nnd erst ihre volle Bedeutung. Jahre lang galt, selbst officicll, der Predil zur Eisen-bahnführnng als gänzlich impraktikabel. Gegenüber den Erfolgen des modernen Bahngemewesens auf anderen noch schwierigeren Punkten schwand endlich auch dieses Vorurlhcil. Die Concessionirung der Strecke Villach-Tarvis im Anschlüsse an Tarvis-Laibach, respective Tarvis-Prcdil-Triest, ist also „ur mehr ein Gegenstand natürlicher Ergänzung. Es wird damit nichts als dcr Schlußstein gelegt werden zum Baue der Canalsohle desjenigen Ve'lehrs-slromes, welcher, vom Norden nach Süden mitten durch das cisleithanifchc Oesterreich, Deutschland mit dem Mit' tclmecrc zn verbinden bestimmt ist und dessen Quellern gebiet links und rechts sich weit in oie Nachbarländer hinein erstreckt. (..Post.") Haqesneuiglieiten. — (Beabsichtigte Arbeiter » Demonst r a -tion.) Sicherem Vernehmen ucich — schreibt die Wiener „Tagespresse" — trägt man sich in gewissen Arbeiterkreisen mit der Idee herum, das Jahr 1870 mit einer Massen-Demonstration in Form einer Promenade vor dem Gebäude des Landesgcrichtcs zu inauguriren. Würde uns diese Nachricht nicht aus sehr verläßlicher Quelle zukommen, so wür-den wir sie wohl einfach aä llotH, d. i. in den Papiertort» legen; so plan- und zwecklos erschien uns dieses Vorhaben, Was soll damit bewirkt, was dadurch erreicht werden. Eine einfache Gratulations« Visite für die in Untersuchungshaft befindlichen Arbeiterführer? Möge» die Veranstalter einer solchen Demonstration sich wohl hlUen, daß sie nicht auf sich und ihre Sache, die sie zu vertreten sich herausnehmeu, den Stempel der Lächerlichkeit laden, der für jede Sache, sei sie die beste, den Keim des Verderbens in sich birgt. Oder glaubt man vielleicht, daß sie sich dadurch die Sym» pathieu ihrer natürlichsten Bundesgenossen, des Bürger' standes erwerben? Oder geschieht eine solche Demonstration, um die vermeintliche Stärke der Partei zu zeigen? Schon hat sich, wie wir erfahren, in den Arbeiterkreisen selbst eine bedeutende Schwenkung, eine scharfe Sonderung ergeben und täglich werden die Stimmen lauter und vernehmlicher, daß auf dcm Wege, deu einige Hitzköpfe betreten, die nicht einmal dcm Arbciterstanoc angehören, das angestrebte Ziel nicht zu erreichen ist. Im eigenen Interesse der Arbeiter, für deren Nuth und Leiden, für deren vernünftige Wünsche und berechtigte Forderungen wir immer warme, aufrichtige Sympathien haben, können wir sie nur zur Mäßigung, Besonnenheit und zum Verbleiben auf dem gesetzlichen Boden dringend ermähnen uud auffordern. Mögen die Arbeiter uicht ueuc Waffen in das geguerische Lager tragen! — (Zur Aufhebung deö Zeitungsstempels.) Die Petitionen des deutschen Iournalistcutages und des Wiener Schriflstellcrvcreins „Coucordia" um Aufhebuug des Zcituugöstcmpclö und der Iuseralenstcuer wurden vom Hause dem Budgctausschusse und von diesem dem General-rcfereuten für „Stempel und Gebühren," Dr. Banhans, zum Referate überwiesen. Wie die „Presse" hört, ist es Absicht dcö Refcreuteu, noch vor der Berichterstattung über sein Capitel speciell über diese Angelegenheit zu refcriren uud dem Hause die Annahme einer Resolution zu empfehlen, in welcher die Regierung aufgefordert werdeu soll, über die Aufhebung des Zcituugsstempcls dem Hause baldthun-lichst eiue Gesctzeövorlagc zu unterbreiten. Wird diese Resolution vom Hause acceptirt uud kommt die Negicrnug der darin enthaltenen Aufforderung nach, dann kann gleich bei der Budgetberathuug darauf Rücksicht gcuommeu und dcr Ertrag dcs Zcituugöstempclö von dcm Datnm seiner ! Aufhebung an aus dem Budget gestrichen werden. An dem gutcu Willen dcs Ncichsrathcs und der Regierung braucht in diesem Falle umsoweniger gezweifelt zu werden, alö cS ja dem österreichischen Zeitungswescu den Lebensnerv unterbinden hieße, wenn man trotz Ungarn und Norddeutschland hier die Stempelsteuer aufrecht erhalten wollte. — (Der Tod dcs „fastenden Mädchens") in Wales hat zu einer Reihe von Erörterungen iu der englischen Presse geführt, welche zum großen Theile voll von bittcrem Tadel gegen die ärztliche Commission sind weil sie das arme Mädchen nicht veranlaßt oder gar gezwungen haben, Nahrung zu sich zu nehmen, alö eö sich herausstellte, daß der Körper durch daö lange Fasten schwächer und schwächer wurde. Inzwischen hat die Obduction der Leiche stattgefunden, lind die gerichtliche Leichenschau ihre Arbeiten begonnen. Vis jetzt geht aus den Zeugenaussagen deutlich hervor, daß das angebliche Fasten eine bloße Betrügerei war und daß das Kind längstens 14 Tage vor seinem Tode Nahrung zu sich genommen haben nmß. Die beiden Aerzte, welche die Obduction vorgenommen hatten, sagten aus, die Brnst habe eine feine Fettschicht enthalten, nnd alle Organe — Lunge, Herz und Leber eingeschlossen — seien aller Krautheitssymptome bar gewesen. Der Körper habe eine ganz uormale Bildung uud Zeichen von Puber« tät, die Speiseröhre und die übrigen Nahrungscauäle seien 2196 nicht im mindesten verstopft; der Magen habe drei Theelöffel voll einer halbgallertartigen Substanz enthalten, und während die kleinen Eingeweide leer waren, habe sich in dem Colon und Rectum ein halbes Pfund harter Excrement« vorgefunden. Wahrscheinlich sei die Verstorbene hysterisch gewesen. (Eine neue Oper von Nuber,) AuS Paris, 21. December wird geschrieben: Die Komische Oper brachte gestern das neueste Opus des 88jiihrigrn Auber zur Aufführung; „Nüvo ll'limou,'." Oper in 3 ?!cteu von Cormon nnd Oraug6, nach einer Idee von Denncry. Das Libretto ist für die heutigen Ansprlichc czar zn unschuldig, uud auch die Musik, mit Ausnahme einiger Nummtrn, denn doch recht altersschwach, Eö versteht sich von scllist, daß daS Pubiicmn den greisen Meister seine Enttäuschung nicht entgelten ließ, und willig applaudirte, wo sich dazu nur eine Gelegenheit bot. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten der Vorstellnng bei — (Ein Oberst geohrfeigt.) In der rumänischen „Armrc" scheint man sich ilber das Wort Disciplin ganz eigenthümliche Begriffe zn macken. Im Sommer des Jahres 1868 bei Gelegenheit des Einzuges des Fürsten Earl nach Iassy ohrfeigte ein Rittmeister seinen Oberst vor der ganzen Front, weil dieser seine geheiligte Person aus Ungeduld oder Unachtsamkeit mit der Säbelscheide zu »ahr berührt hatte. Eiu ähnlicher Vorfall trug sich bci der Rückkunft des Fürsten aus dem Auslande, Angesichts der zur Parade ansgerücklen Truppen, zwischen zwei hühcrgestellten Offieieren zn. Die Sache hat en>cn solchen Scan» dal erregt, daß die gcsammtc Vukarester Presse sich desselben bereit« bemächtigt hat. Der Kriegsminister — schweigt dazu. -Locales. — Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auf Grund des Gesetzes vom 1. Juli 1868 (N. G. Vl. Nr. 84) die MUnzscheine zu 10 Kreuzer und die Eechö - Kreuzerstucke mit den Jahreszahlen 1848 und 1849 bei allen öffentlichen Cassen uud Perceptiousämtern nur mehr bis Ende des Jahres 18KU uud bei den l. k. Landeshaufttcassen nuv mehr bis 31. März 1870 an Zcchlungsstatt und im Wege der Verwechslung angenommen werden. Vom 1. April 1870 angefangen werden die MUnzscheine uud Sechskreuzcr-stücke nur mehr bei der Staatscentralcafse in Wien ein« gelüst werden. — (Vereinsleben.) Die Landwirthschaftsgescll-schaft hat sich gegen die Ausstellungen ausgesprochen und beschlossen, die Verwendung der dafür bestimmten Summe für andere productivere Zwecke zu beautragen. — Der Turnverein „Sokol" hielt am 26. d. seine Generalver-sammluug. Es faud die Neuwahl des Ausschusses statt und es wurde beschlossen, in den Osterfeiertagen eine öffentliche Turnproduction im landschaftlichen Theater zu verau-stalteu. Ueber die Frage des Auschlusseö an dic projcctirlc Feuerwehr wurde zur Tagesordnung übergegaugen. Die Mitgl'ederzahl des Vereins hat sich auf 250 gehoben. — Am Sylvesterabend vercmstaltet die Citalnica eine Unterhaltung. Die Generalversammlung derselben findet am 6ten Jänner 1870 11 Uhr Vormittags statt. — Der Musealverein hat beschlossen, monatliche gesellige Zusammenkünfte der Mitglieder im Clubzimmer der Casiuorestauralion zu veranstalteu; die erste soll am kommenden Mittwoch, 5ten Jänner 1870, stattfinden. Diese Abende solleu der freien, anregenden Besprechuug gewidmet seiu. — (Laibacher Gewe rbcba nk.) In den Monaten September, October und November 1869 sind bei der Laibacher Gewerbcbank 17 Gesuche, theils um neue, theils um Erhöhung bestehender Credite im Gesammtbetrage per 10.A00 st. eingereicht worden; davon wurden nur drei mit dem angesprochenen Credite per 900 fl. zurückgewiesen. Der effective Stand der Creditinhabcr betrug mit Ende November 1669 141 mit dem Credite per 110.150 Gulden. An Wechseln wnrden in den drei Monaten escomptirt 160 Stück im Betrage per 81.188 fl. 2 kr. Im Portefeuille verblieben 150 Accepte per 62.084 fl. 40 kr. Der Casscnvcrlehl' erreichte die Höhe von 275.567 fl. 32 kr. In laufende Rechnung wurden übernommen: 53.814 Gulden 70 kr., zurückgezahlt 31.286 fl., daher Casserest 22.528 fl. 70 kr. — (Das Concert des Herrn Dav. Ienlo), über welches zu berichte» wir wegen eines zufälligen Hindernisses nicht in der Lage waren, hatte, wie wir erfahren, einen sehr befriedigenden Erfolg für den Componisten, dessen Com-positionen den allgemeiusten Beifall fanden, dagegen weniger in materieller Hinsicht, da der Besuch in Folge des schlechten Wetters fchwach war. — (Seltene N atur ersche in ung.) Gestern früh blitzte es während des reichlichen Schneefalles nach 5 Uhr mehrere male sehr lebhaft im Osten. — Der heutigen Nummer liegt eine Abonnementseinladung der vor kurzem gegründeten neuen politischen Zeitung: „Die Tagespresse" bci. Die genannte Zeitung hat sich seit der kurzen Zeit ihres Bestehens als ein gut redigirtes, wohl unterrichtetes Orgau der liberalen Partei erwiesen uud erfreut sich bereits der Gunst eines bedeutenden Leserkreises. — (FeuerSbrunst.) Die dem Herrn Hektor Ritter von Zahonv gehörende Mühle in Strang bei Görz ist am 27. d. M. Nachts ein Raub der Flammen geworden. Von verläßlicher Seite erfährt die „Tr. Ztg.," daß sich der Brand auf die Mühle selbst beschränkte und die einen namhaften Werth rcpräsentirenden Magazine, welche an die Mühle anstoßen, aber durch Vraudmamru von ihr getrennt sind, gänzlich verschont geblieben sind. Die Mühle war bei Triester uud anderen Gesellschaften versichert. Vou Tricst ging mit einem Separatzuge der Eisenbahn eine Abtheilung PompierS nach Gör; ab. (Einem Telegramm aus Görz zufolge ist der Brand durch das Springen einer Gasröhre entstanden. Der Schaden ist sehr bedeutend.) Neueste Post. (Origiual'Telettramm der „Laibacher Zeitung.") PariS, Vv. December Stark verbreitete Gerüchte wullen wissen, Qllivier stoße bei Bildung deS neuen Oabinetö auf Schwierigkeiten. DaS linke Centrum verweigert jede Betheiligung an der Vildung deö Vtiniste riums. Der „N. Fr. Pr." wird mitgetheilt, daß der Entscheidung Sr. Majestät des Kaisers in Angelegenheit der Ministe» trisis in einem gestern oder heute statt' findenden Miuisttlrathe entgegengesehen werden taun. — Die Arudtfeier in Krems war mit einer Demonstration für die Verfassung vnbuudcn. Die Stadtgo meinde Oöding hat eine Adresse an de>, Miuisterrath beschlossen, worin das Festhalten an der Pcrfasslmg und dic Erhaltung der Selbständigkeit Mährens besonders Ulm Ausdruck gebracht wird. — In Rag lisa sind am 28. d. 3400 Mann türkische Truppen, für Trebignc nnd Umgebung bestimmt, von Constantmopel angekommen. — Der Pariser „Figaro" hatte behauptet, der Vicetönig von Egypt cu habe für die Beilegung des Conflictes mit der Pforte 75 Millionen ausgegeben. Die Pariser „Agcnce Havas" läßt sich aus Constants uopel ein Dementi dieser Nachricht melden. Im Pariser gesetzgebenden Körper hielt Präsident Schneider, nachdem er den Vorsitz übernommen, eine Rede, aus welcher der Telegraph Nach-stehendes mittheilt: Das Schreibe,, des Kaisers krönt die so wichtigen Abänderungen unserer Institutionen, was man eine friedliche Revolution nennet, lötmte. Es ist ein edles Schauspiel, daß der Smwerain inmitten des öffentlichen Vertrauens auf einen Theil seiner Gewalten verdichtet. Vor solchen Thatsachen müssen vorgefaßte Meinungen erlöschen. Spaltungen sich mildern oder verschwinden »nd Feindseligkeiten sich beruhigen. Ich fordere alle Gefühle deö Patriotismus zur Einigung auf, um das Kaiserreich zu sichern, alle Freiheiten zn entwickeln und dieselben allenthalben in das öffentliche Leben dringen zu lassen. Die Kammer ist hente mit der Macht des parlamentarischen Regimes ausgestaltet; es ist an ihr, ein Beispiel zu geben und durch die Mäßigung und Würde ihrer Debatten zu beweisen, daß sie nur das alleinige Gefühl für daS öffentliche Wohl habe. Der gesetzgebende Körper vertagte hierauf feine Sitzungen bis zum 10. Jänner. 5eleftr»,pliische Weckselcourfe vom 29, December. 5perc. MetalliqueS 00.10. — 5perc. Metalliques mit Mai. und November-Zinsen 60.10, — 5perc. National-Anlehen 70.70. - 1860er Staatsanleheu 97.90. .- Banlactieu 734. — llrcdit-Aclicu 2«>1.50. - London 123.55. — Silber 121.-. - K, t Ducaten 5 82. Kandel und ^olliswirtljschastliches. Vliibllcli, 29. December Nns dem hrnllge» Marlte sind erschienen : 5 Wagen mit Getreide, 10 Wagen und 2 Schiffe (14 Klafter) mit Holz. Durchschuitts-Prrise. Mlt.- Mg,.. Mlt.. Mg,.. fi. li. fi. lr. st. lr. fi. lr. Weizen ftr. Metzeu 4 60 5 55 Gutter pr. Pfund 45 — — Korn „ 3 — 324 Eier pr. Stuck — iiz —' — Gerste „ 2 60 3 ,: M,lch pr. Maß —10 Hafer ,. l 80 2— Rindfleischpr Pfd, 22 — — Halbsrnchl „ -------3 60 Kalbfleisch „ -24— — Heide» „ 2 70 31<» Schweinefleisch,, .22—! — Hirse „ 2 60 290 Schijftsruflcisch „ — ,5 — - Knlurlch „ 3 - 3 10 Hähudrl pr. Stück — 50 — - Erdäpfel „ 1 80------ Tauben „ -15------- linsen „ 4 60------- Hen Pr, Zentner 110 — «'irbscn ,. 5-------— Stroh „ — ?5-i Fisolen „ 5 —^ Holz. hart., pr.Klft. -— 7'>0 NindSschmalz Pfd, —52 — —' — weiches, 22« - — 5 30 Schweineschmalz „ — 42------- Wein, rother, pr. ^ > Speck, frisch, ,,—30-------^ Eimer _ . 9 __ — geräuchert „ — 42------- — weißer ,.-------10 - Krainbura, 27. December. Auf dem heutigen Marlte sind erschienen: 4trg-Lzern.-Iassyer-Vahll . 201.50 202.— l > Geld Waare j Lloyd, üsterr........320.- 322 — Omnibus lcrste Emission). . . 123. - 125.— Nndolss-Bahu......164.— 164.50 Siebenbürger Bahn .... 168.— 169 — Slaatsbahn.......413.— 414.— Südbahn . ......259.- 259.50 Süd-norod Verbind. Bahn , . 166— 166.50 Theiß-Bahn.......248.— 248.50 Tramwal)........138.- 138,50 «. Pf.indbriefe (für 100 fl) Mg. ost Boden-Eredit-Anstal« Geld Waare verloSbar zu 5 pCt. in Silber 107.— 107 50 d«o.in33I.rückz.zu5pEt.iuü.W. 89.- 89 50 Natlonalb. auf ü. W. verlosb. zu 5 pEt........94. - 94 50 Oest. Hypb. zu 5'/. pEt. rückz. 1878 98.- 98.50 Ung. Bod.-Ered.-Anft.zu57.pLt. 90.75 91.25 M>. Prioritätsobliaationen. k 10) fl. >i. W. ^ .. <,., Geld Waare Elis.-Wcstb. in S. vcrz. (I. Emiss.) 91 25 9150 FcrdinaudS-Nordb. in Silb. uerz. 106.7o 107.25 ssran^IolcphS^Vahn .... 92.85 93,10, K.«arl-Lud«.».i.S.u«z.1.Em. 101.50 102.-l > Geld Waare Ocsterr. Nordwcstbahn .... 9150 !»2.— Sicbcnb. Bahn in Silber verz. . 88.25 88,50 Staatsb. G. 3'/, i5.00Fr. „I. Em. 140.— 141,— Südb. G. 3"/, Ä 500 Frc. „ . . 121.50 121 75 Südb.-Bons 6 °/„ (1870—74) 5 500 FrcS......245. - 245.50 «i. Privatlose (per Stiick.) Ereditaustalt f.Handel«.Gew. Geld Waare zn 100 ft. 0 W. - - . . . 16450 165.-Nudolf-Stifluna zu 10 fl. . . 15.50 16.— Wechsel (3 Mon.) Geld Waare Augsburg für 100 st, südd. W. 103.10 103.25 Frankfurt a.M. 100 st. dctto 103.25 103 ."5 Hamburg, sllr 100 Mart Bm:co 91.25 91 35 London, für 10 Pfund Sterling 123 50 123.75 Paris, siir 100 Franc« . . . 49.10 49,15 l5our4 der Geldsorteu Geld Waare K. Münz-Ducater; . 5 fl. 82'tr. 5si. 83j kr. Napoleonsd'or . . 9 .. 86 ,. 9 ,. 86z „ VerciuSthalcr. . . 1 „ 82^« 1 « 83j „ Silber . . 121 „ 35 „ 121 „ 65 „ Krainischt Grundenttaftungs-Obligatiantu, P.l-vlltuottrnuz: 6«.b0 Gelb, 90 Waore