Vereinigte Laibacher Zeitung. Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. l Freytag den 28. Inly 1815. Kriegsschauplatz. ^)er Kriegsbericht vom 13. Iuly. aus dem Hauptquartier dcr Italicnischen Armee 5 welker die Nachricht von der an ^. d. erfolgten ^apwllänon und Uebergabe der Stadt und Festung Grcnoble, unter den Befehlen des piemontesi'chen'Generals Graf l> . s >'r ^ enchalt, meldet, daß am 11. d. mit einem feindlichen Parlamentär ein Vertrag ab^e-schloßen worden ist, vermög welchen die Nau-mung von Lyon auf den 14. bis 17. d. festgesetzt wurde. (G. Z.) Schweitzer Gränze den 5. Iuly. Man ftofft, daß Hüningen bald fallen müsse, wenn die Desertion so fortdauert. Das Gerücht gebt, der Kommandant habe angetragen , er wolle die Festung an Ludwig XVlls^ ausliefern, man habe aber davon nichts hsren wollen. Ferner wird behauy-kt, daß Hüninqen, so wie es falle, an die Schweizerische Eidgenossenschaft, überlassen werden soll, um den Platz zu demoltreu, und nut emem llmfreis von 5 Stuuden mit dem Gebiethe des Kantons Basel zu vereinigen. Der Er^erzog Johann hat sein Hauptquartier noch zu Basel. Vom 11. Iuly. Wir erhalten so eben die wichtige Nach- richt , daß General Bubna am 5. zu Gre-noble eingezogen ist; man erwartet, daß er jetzt auch zu Lyon seyn werde. Das Fort l'Ecluse ist beynahe ganz zerstört. Die Oestef-reicher haben es am 7. besetzt; es hat aber viele Lente gekostet, bis es in ihrer Gewalt war. Vcsancon soll bereit seyn sich zu ergeben; man vermnthet, daß es jetzt sich in den Handen der Allnrtcn befinden werde. —> Vriancon ist von den Oestcrreichisch-Sardinischen Truppen eingeschlossen. Die Besatzung besteht aus Douaniers, Nationalgarden und einer Anzahl Artilleristen unter den Befehlen der Generale Hclerle und Gasche. Sie haben die Bewohner, welche Bonapar-te'n abgeneigt seyn könnten, durch Drohungen aeschreckt. Die Vorposten stehen unter den Kanonen der Stadt. Die Bewohner des Berges Genevre und der benachbarten Dörfer haben ihre Hauser verlassen, und ihre-Habseligkeiten, nebst dem Vieh, anderwarts-hin transportirt. — General Rapp befindet sich mit einem starken Armeekorps unter den Mauern von Straßburg, wird aber nicht hineingelassen, weil die Büraer befürchten, er möchte die Stadt vertheidlgen, wie einst Danzig. — Bonaparte soll noch einen Versuchgemacht haben, sich die Flotten von Tou-lon ausliefern zu lassen, um damit von dan-nen zu segeln, es gelang aber nicht. (G. Z.) U Frankreich. ^ Von den Begebenheiten, welche einige Tage vor der Kapitulation von Paris hergingen , und durch welche die königliche Regierung Ludwigs XVIl!. ruhig herbestellt worden ist, hat man bis jetzt nur noch sehr unvollständige, aus dem Zusammenhange gerissene', einzelne Nachrichten, die erst m der Folgezeit werden ergänzet, und in die gehörige Verbindung von Zeitfolge, Ursache und Wirkung gebracht werden können. Aus diesen Nachrichten werden folgende ausgchobcn: (Aus Pariser Zeitungen bis zum/;.Iul.) Am i. Iul. schrieb der Kriegs-Minister, MarschaU Davoust, an den Herzog von Wellington, um ihn zu einem Waffenstillstände zu bewegen, da die Ursachen des Krieges, den die alliirten Souveräns gegen Frankreich fübren, nach der Abdankung des Kaisers Napoleon nicht mehr vorhanden sind. Lord Wellington antwortete am folgenden Tage: bevor er einen Waffenstillstand eingehen könne, müsse man festere Grundlagen vorschlagen, und die Stellung bezeichnen, welchedie FranzösischcArmec einnehmen wolle. Mündlich sagte er zu dem Herrn dc la Tour Maubourg: „Vor Allem müsse man sich von Vonapartcs Abreise vergewissern, da man im Haupt - Quartiere noch immer glanbe, derselbe stehe an der Spitze der Französischen Armee." Unterdessen dauerte die Ungewisi-hcit fort. Die Französischen Armeen standen seit dem 2. in der Ebene von Montrouac; die korps der Generale Vandamme und Gerard kampirtcn daselbst; die CaoaUcric biclt das Gehölz von Boulogne besetzt. Die Alliirten standen längs den Anhöhen, die Französische Armee in der Ebene. Die Hügel von kbaillon, von denen man beyde Lager übersehen konnte, waren mit Neugierigen bedeckt. In den durch die Alliirten besetzten Dörfern wehte die weisse Fahne. Dieser Umstand von Ungewißheit dauerte den ganzen 3. Iuly fort. Die Armeen standen sich gegenüber; die Französische Caval-leric hatte sich längs der Seine dem Feinde aenahert. Wurde in diesem Augenblicke das Zeichen zum Kampfe gegeben, so gerieth Paris in die äußerste Gefahr. Glücklicher Weise geschah es nicht; den ganzen Tag gingen Französische und feindliche Generale aus einem Hauptquartiere in das andere, und die Soldaten auf den Vorposten tranken mit ein- ander. Die Hoffnungen zum Vergleich stiegen. Man erfuhr, daß Befehl ertheilt war, alle noch in Frankreich befindlichen Engländer , die Napoleon hatte anhalten lassen, frey zu geben. Gegen 3 Uhr Nachmittags erfuhr man, daß menrere Marschalle Präliminar-Vorschläge gemacht hatten. Lord Wellington ließ sie durch seine Linien fähren, und legte ibnen ein V.'rzeichniß der Verstärkungen , die er mit jedem Tage erwarte, vor. Mau hielt einen Kriegsrath. Berühmte Heerführer bewiesen darin die Unmöglichkeit Paris zu vertheidigen. Dennoch verzögerte sicly der Abschluß der Konvenzion noch lange. Endlich beschloß die Regierung die Herrn Vondi, Guilleminot und Bignon abzuordnen. In der Nacht vom 3. zum ^. blieb Alles ruhig: das Volk beschäftigte sich, die Wachfeuer beyder Armeen zu beobachten, die Regierung, die Unterbandlungen zu einem glücklichen Ende zu bringen. Kouriere gi'v-gen bin und her; die Kommission war insia-ter Sitzung, die Minister versammelt, u.id um 2 Uhr Morgens erfuhr man die Unter-zeichnnng der Konvenzion. Schon am 2. batte man angenehme Nachrichten aus der Vendce erbalten. Die Grundlagen des innern Friedens waren daselbst beynahe von allen Anführern angenommen, und diese willkommene Nachricht tm ganzen Rei-che verkündigt worden. Die Generale La-marque und Trovot wurden dem zu Folge mit ibren Truppen nach Paris zurückberufen. Desto trauriger lauteten aber die Nachrichten von der Seite von Lothringen und Saooyen. lc. (W. Z.) Napoleon trat seine Neise in einer sehr bescheidenen Kalesche an, und soll vorher allen Bedingungen, die er gemacht hatte, entsagt haben. Er war von den Generalen Bertrand Savary, Lallcmand, Labedoyere, Montho-lon und Gorgan, den Obersten Baillon und Deschamps, 5 andern Offizieren i Kammerher« ren, i Sekretär, i Wundarzt, l Page:,, i Hausbosmeister und 8 bis" 10 Bedienten begleitet. Ein Reisender begegnete ihm den 29.. Abends unweit Rambolüllet. Er saß mu Bertrand in einer vicrsväi..ügen Kalesche und 4 Reisewagen folgten lbm. Sie fuhren sehr geschwind. Man vermuthet, daß ihn zu Nochcfort zwei Fregatten erwarteten, die thn nach Amerika überschiffen sollen. Vor semer^ Abreise gab cr sich große Mühe, gute ? Bücher über Amerika zu bekommen, und suh ? selbst nach, ob sie in den Wa^en gelegt wa- r ren Die Kammern haben ihm die ganze z Bibliothek von Trianon, Viscontis Schrif- z ten, so wie das große Werk über die ägyp- l tische Erpedition bewillgt, und ibm die sol- , genden Lieferungen davon versprochen. Er ? äußerte gegen d x.l (' .^.-)Ä VNl t^ , d'.n 3o. Iun. i3l3. Nachmit-, tags 3 Uhr. (Unterz.) der Kriegsminister: Prinz v. Eckmühl. Gen. Lieut Kommand. en Chef des /l Corps dcr Kavallerie, Graf Pajol. Gen. Lieut. Barou Fressinet. Gen. Lieut. Kommand. des rechten Flügels der Armee,, Graf v. Erlon. Gen. Lieut. Kommand. der Grenadiere dcr Garde, Graf Rognet» Feldm. Kommand. des 3 Reg. der Grenadiere der kaisert. Garde, Graf Harier. Generals Kommand. bei der Iagerdioision ^ Petit. Feldm., Komandant des 2. Regim. der Grenadiere der kaiscrl> Garde, Baron Cbristiani. Feldm., Baron Henrion. Gen. Lieut. Brunet. Major Guillemain. Gen. Lieut.Baron Lorcet. Gen. Lieut. Ambert Feld. Marius Clary. Fetm. Chartraiu. Feldm. Cambriel. 5eldm. Ieannet. Gen. en C^ef: Araf Vandammc. (B. 0. T.) Niederlande. Man saHt ewstt-lwing 5 daß in den großen Schlachten von Flcnrus und la belle-Alliance^ wovon MarsckaU Wellington sagt, daß er es für sewe Mcht halt, dem F. M. Blü-und der preussischen Acmee das erfolgte Resultat dieses heißen 5ages beyzumesscu, weil er so willig und zu rechter Zeit Beystand von ihm erhielt ,^ auf einer Oberfläche von ? Qna-dratmeilen über 60,000 Todte von beyden Seite:: gelegen haben. (B. v. T.> Eine rheinische Zeituug schreibt aus Brüs-.. sel: ,,Wie man versichert, ist ein neuer Traktat geschlossen, «ach welchem Ludwig XV! l!. unter gewissen Bedingungen und Abtretungen, die zur Garantie dienen sollen, wieder auf den französischen Thron erhoben wird." (S. 3.) Preuße n. Berlin, den 3. Iuly. Aus der preußischen Geiammtliste der iu der Schlacht bey la Belle-Miaue' gefalleneil Krieger geht hervor, daß allein von der jüdischen Konfession 55 Laüdwehroffiziere ihr Leben für König und Vaterland geopfert haben. Am verflossenen Sonnabend war auf dem hiesigen Nationaltheater: ,,Unser Verkehr" (P^ssc iu ciaem Akt), znx Aufführung angekündigt. Das Stä-,k ward unlängst in Breslan nnter anocrm Titel auf die Kühne gebracht, und hatte dcn Fudin,^ deren Kultus darin verspottet wird, gegründete Ursache zum Aergerniß gegeben. Kaunt erfuhr dies der Hr. Staatsranzler, als das Stück, zwey Stunden vor der Aufführung, auf sein Geheiß untersagt wurde. Gestern ward Schiller's Jungen von Orleans gegeben. Das Merkwürdigste war, daß Hr. ?>s,s)ort als Karl V!>'. den Prunkanzug Mnrats a !^ l^ > i !V. trug, der auf dem Rückzug von Moskau erbeutet lmd von der Theaterdirck-tion für 2000 Rthl. erkauft wurde. Er besteht in einem wcißtuchenen Leidrock, mit breiter Stickercy und in einem mit goldenen Bienen nbersäeten Mantel. (B. v. T.) Deutschland. Die Stadt Frankfurt am Mayn ist in. Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses, am 9..Iuly, zur grösten Freude der Einwohner, in ibrc vorige Oelbststandigkeitfcyerlicix versetzt worden, wonach di? bisherige provisorisch geleitete Verwaltung Weser Stadtnun-' mehr aufhöret. (W. Z.) Aus Sach'en den 11. Inlws. 70,000^)^ Russen, die bey Kalisch 7c. standen, werden. Ende Ende IM über Mnhlberg bey Leipzig erwartet. Oi,e marschiren in Me) Kolonnen. Sie standen dort als Reserve. U n g a r n. Prcßburg. Die Prinzessin, mit welker der Erzherzog Palatm, das Vcrlöbniß gehalten bat, ist aus dem fürstlichen Hause Anbalt- Vcrnburg - Schaumburg, reformir-ten Glaubenbekenntnisses, und cinc Tochter des weiland verstorbenen Fürsten Viktor Karl Friedrich, mid dessen Frau Wittwe, der jetzt regierenden Fürstin Charlotte Louise Wilbel-nnne. Ihr Name ist Hermine. Sie ward äeboren den 2. Dezember 1797. und hat die Grafschaft Holzavpel und Schaumburg zum Eigenthum nach dem Tode Ihres Herrn Vaters , erhalten. Sie hat noch drey Geschwister, die Prinzessinnen: Etelka, geb. den 23. Februar 1800. Emma, geb. 'm 20. May 1802 und Ida, geb. den w. März 1804. (Pr. Z.) „Ein Vrie-f von Vlam'nstein im Neogra-der Komitat meldet Folgendes: Der 21. Iun. war für ^unsere Gegend äußerst schrecklich. Es siel nämlich Nachmittags um ^ Uhr ein Hagel von unerhörter Größe, und zerschlug bloß in derselben Herrschaft 20 Hoter mehr oder weniger. Iu den Dörfern N. Kürtös und Palojta fand man Schlossen von 5 Pfunden , und in kosonc^ von i Pf. 2 Loth. Menschen, Vieh und Vogel winden getödtct oder schwer verwundet; die Weinberge, Aeckcr und Baume sammt ihren Früchten wurden vernichtet; und an dsn Hausern großer Schy-den verursacht. Ein Baucr erhielt sein Leben nur dadurch, daß er alle seine Kleider auf den Kopf legte, und seinen Leib der Verwundung Preis gab. In Gats hob der Wind das ganze Dach eines ziemlich großen Gebüu-des m die Hohe, und setzte es übcrs Kreuz wieder nieder. Der eben bicr anwesende Hw. Hcrr Pfarrer von Sklabina bestätiget als AncMzengc diese Angaben." (B. v. T.) G r 0 ß b r "l t a nn i e n. Die Morning-Post äußert ibre Hoffnung, daß wenn Bonaparte den AUiirtcn in die Hände siele, er llach dem von Herrn Gold-snllth im Januar 181/, gemachten Vorschlag vor ciu, aus Staatsmannern und Publizisten aller Nationen zusammengesetztes europäisches Gericht gestellt werden würde. (V. v. T<) Dänemark. Dem Vernehmen nach wird das dänische Truppenkontingent, welches i5,ooo Mann stark zu dcr Armce des Herzogs vonWcllnH-tou stößt, am 1. August über die Elbe gelM. (V. v. T.) Wechsel-Cours in Wien am 22. Julius 18.15. Augsb. für 100 st, curi. st.j'^i 5s6^2 Mo^ Conventionsmünzc vyu Hundert 32^ is^ Welligen; - Blatt zur Laibacher Zeitung N^, ßo. Gubcrmal - Verlautbarungen. C i r c u l a r - V e r 0 r d n u n g. (2) Wodyrch >ie Einfuhr d^r Ll)mbardisch .Venezianischen, dann du Tirolische^l und Vorarlberg gischen Fabrikale und Kunsielzeugniße in die übrigen k. k. österreichischen Provinzen ylB f stattet wir^ Um dem Velkehr uno der Nal