Deutsche Macht (Irüher „Hissier Zeitung"). tritt*,! jfWa tnui|l| nt liutai >»» i-st« (Ut Slli «» Aosicll»», I»t H»u> W«»»tUch fl. —M, »UrtcljJliti« ff- I.M. |L , »»»»ähiij R. . M» $ofh>fr1cn»«»| mrrtcIiHri| % IM, |«nWH( L UO, fi. i.40. tH< riitjftii INnan T fr. 3vfmtt iu(t tttif; b»i Kftntm ®ic(rr»otsiij« k»ls»rrchc>id»r Habatt. («Mit* »kchmt» ?»>«">« sil» »»«»»», tomnurtxttUilua MlMM IiIIuM uu »«»«»„ «. UtnltlltrdUi Hn»o>». «. S »rechst» »b«» M Rctaclairt läDttch. ml «»«a»h«, »« ®»nv ,n» SottUJ«, M« »— II llh, Bot- Mt 1—4 Ui RaA*itil*i<. — W«l»»«U»»e» Wtt»ftri. — ®t«n*kn>tr Mitni nicht |irf«t. — lnn*i ■tufcutintni nicht btrttiJSchtifrt, Nr. 39. Cilli, Donnerstag, den 15. Mai 1884. IX. Jahrgang. Wird es diesmal t5rnst t Unser Blatt hat wiederholt die Abstinenz» kag! der Vereinigten Linken erörtert und auf )i( Zustimmung der weitesten Kreise zu einem ßpdus der deutschen Abgeordeten hingewiesen. Kir konnten eben mit unserem Provinzver-stände nicht begreifen, welche Demüthigungen roch eintreten müßten, um die Concilianz gc-wifTer Abgeordneter zu erschöpfen und ihnen die Erkenntniß beizubringen, daß ihr Verweilen im Hause ein überflüssiges fei und daß die Tuge doch den Lauf nehmen, den ihnen Graf Zauste und seine gefügige Majorität vor-zeichnen. Man flunkerte zwar gelegentlich der Debatte über die deutsche Staatssprache und übte die Spracheuoerordnung für Böhmen ziem-lich laut mit der Abstinenz, doch als eS pir entscheidenden diesbezüglichen Abstimmung in Club der Vereinigten Linken kam, da war die Zahl der Abgeordnete», die für die Absti-im,; eintraten, eine so verschwindend kleine, daß »ir wohl sür immer die Hoffnung ausgaben, die Vereinigte Linke werde sich je zur ultima ratio aufraffen. DaS Aeußerfte, was den Ver-Irctmi de» deutschen Volkes von der slavisch-cUricoltu Majorität geboten werden konnte, war bereit? geschehen, ohne daß der erlösende Schritt, der, wie gesagt, überall volle Zustim-«ung gesunden hätte, geschehen wäre. Flache Ausreden, mit denen regierungSbestissene Volks-«rlrkter für sich Stimmung zu machen beabsichtigten, verdrängten die bessere Einsicht. Die Lnsmunlcrungen der Wählerschaften wurden ignorirt, die Herren blieben. Seit dieser Zeit begann aber die Vereinigte Linse in weiteren Kreisen immer unpopulärer )B werden. Das Vertrauen in diesen Club, den m leidige Oportunität zusammengefügt hatte, Weshalb es keine Seen mehr giebt. O, wie glücklich war man doch zur Zeit, sU e« noch Feen gab! Jeder Wunsch, den da«att ein guteS, unverdorbenes Herz hegte, hatt« Aussicht in Erfüllung zu gehen. Man glaubte noch an die Porphyrschlösser, an diamantene Fußböden und bezaubene Gärten. Der Vodni öffnete sich auf einen Schlag mit dn Wünschelruthe, um die Bösen zu verschlin-gen, und der Himmel wurde von leichten und uiwchigen Wagen befahren, welche ein Ge> sparn von Tauben und Schmetterlingen weiter fityrte. Tie Einflüsse schwebten über den Wolken; »an eilte der gefangenen Königin zu Hülfe, »d ein Prinz, schöner denn der Tag. freite bk «»schuldige Schäferin. Die letzte Fee ist an dem Tage gestorben, k daS letzte Geschenk zerstört wurde. daS sie Wacht hatte. Zo habe ich wenigstens in einem Zauber-dich gelesen. ES scheint, daß der Kampf zwischen den 8trn und bösen Feen vor Erschaffung der elt diese erhabene Genossenschaft fast erschöpft hatte. Die bösen überlebenden Feen konnten sich d-«al» gütlich thun nnd gaben der Menschheit alle«, «a« ihnen an Lastern und Verkehrtheiten ilüd. ES scheint sogar, daß. als sie den Sack verblaßte immer mehr und wir können heute mit Sicherheit behaupten, daß eS keine zwei Dutzend Wahlkreise giebt, deren Wühler bei den nächsten Wahlen von ihrem Candidaten verlangen werden, daß er der Vereinigten Linken beitrete. Und offen, wie wir nun einmal sind, können wir auch gestehen, daß die schwan-kcnde Haltung der Vereinigten Linken zu Be-ginn der Nordbahndebatte ganz eigenthümliche Gedanken wachgerufen hatte. Man rede daher auch nicht zu sehr von mangelnder ParteidiS-ciplin, wie eS die Wiener Presse thut, wenn im großen Ganzen die Provinzpresse nicht für jede oft sehr überflüssige Enunciation des genannten Clubs einen PanegyricuS anstimmt. — Zu diesen Reflexionen sehen wir uns durch ein Schreiben, welches uns unterm 13. d. MtS. aus verläßlichster Quelle von Wien zugeht, veranlaßt. — Das Schreiben lautet: „Der Herr Präsident Dr. Smolka bat in der heutigen Sitzung deSAbgeordneten-HauseS von seiner discretionären Gewalt in einer Weise Gebrauch gemacht, daß die Vereinigte Linke sich vor die Erwägung gestellt sieht, ob sie unter den obwaltenden Umständen an den Berathungen des HauseS theilnehmen solle oder eigentlich dürfe. Der Sachverhalt ist, objectiv erzählt, folgender: Auf der Tagesordnung stand das Meliorations« Gesetz. Bei der Schlußabstimmung, an welcher aus uns unbekannten Gründen, ein namhafter Theil der Tschechen und Polen sich nicht be-theiligte, erklärte Herr Präsident Dr. Smolka trotz wiederholten Einspruchs Seitens der Ver-einigte» Linken die Majorität habe sich für das Gesetz ausgesprochen, und proclamirte dasselbe als angenommen. Nunmehr erhob sich Herr Abgeordneter Dr. Sturm um in feinzugespitzter Rede daS Vorgehen des Herrn Dr. Smolka ge-bührend zu kritisiren diesem aber gleichwohl einen ausleerten, sie Sorge trugen ihn zu schütteln, damit nichts darin zur ückg. lassen würde. Da sie hienieden nicht» weiter zu thun fanden, begannen sie auf'S Geradewohl um-herzuirren und verloren sich in einem auSge-storbenen und öden Planeten, den man nicht wieder verlassen kann, wenn man einmal dort angelangt ist. Der Fürst der Genien, der selbst daS Ende seines Daseins erreicht hatte, schloß sich daselbst mit ihnen ein und alle harren in jener schrecklichen Einöde deS Unterganges der Welt. Eine fjute Fee jedoch, die letzte, hatte sich dem UrtheilSspruch zu entziehen gewußt, der ihre Schwestern traf. Sie hatte sich in ein Dorf, Namens Lichtenkarten, zurückgezogen, wo sich eine junge Waise von außerordentlicher Schönheit befand. Die Fee beschloß, sie zu erziehen und ihr, wenn eS möglich wäre, ihren Zauberstab und ihre Macht zu hinterlassen. Dieses junge Mädchen hieß Bleuette und schien mit allen Tugenden begabt zu sein. Doch war sie gleich den anderen Kindern sehr empfindlich. Der geringste Umstand füllte ihre Angen mit Thränen, sie stieß tiefe Seufzer aus und verlor ihre Ruhe um deS geringsten Verdrusses willen. l Die Fee faytt, das Herz von Bleuette sei gleich einem mit Kleie gefüllten Kiffen, in welche» die Nadeln ohne Mühe eindringen; Weg zum ehrenvollen Rückzug offen zu lassen, indem er der Voraussetzung Raum gab, der Herr Präsident habe sich geirrt. Demgemäß bat er um nochmalige Abstimmung und Aus-zählung der Stimmen; die Verweigerung dieser Bitte, fügte er hinzu, müßte die Vereinigte Linke als eine Vergewaltigung ansehen. Aber Herr Dr. Smolka erwiderte ziemlich un» wirsch: „Wenn ich einmal proclamirt habe, daß ein Gesetz angenommen sei. so ist die Sache erledigt." Daraufhin verließ die Vereinigte Linke mit Ostentation den Saal und zog sich sofort zu einer Club'ierathung zusammen, um über ihr weiteres Verhalten schlüssig zu sein. Doch führte diese Sitzung zu keinem Resultate. Erst in der Abendsitzung werden definitive und wie eS den Anschein hat folgenschwere Beschlüsse g«faßi werden." Wir wissen zwar noch nicht, ob unter dem folgenschweren Beschlusse die Abstinenz gemeint sei, wir können uns jedoch kaum einen anderen Beschluß denken. Ob die diesmalige Verge-waltigung der Opposition durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses ein stichhältigerer Grund zu einem Exodus sei, als die vorherge-gangenen Demüthigungen, darüber wollen wir uns kein Urtheil anmaßen, wir finden nur. daß sehr spät, vielleicht zu spät ein Anlaß aufge-griffen wird, um die verlorengegangene Popu-larität wieder zu gewinnen. Hoffen wir. daß diesmal die Würfel fallen und daß endlich ein Rumpfparlament, wie eS feit der Inauguration konstitutioneller Zustände in Oesterreich nicht tagt,, den Abend der BersöhnungSära verkläre. Sollten diesmal die Wähler in ihren Erwartungen neuerlich getäuscht werden, dann wird auch das letzte Atom von Vertrauen in die Vereinigte Linke vernichtet sein. der Unterschied sei nur der, daß BleuetteS Herz bei dem geringsten Stich blute. Endlich erreichte sie ihr sechzehntes Lebens-jähr und da begannen die Prüfungen, •f» „Mutter,- sprach Bleuette zu der Fee» „weshalb reden und tanzen Theerose, Tausend-schön und Feldrose so gern mit den jungen Männern „Warte sechs Monate," erwiderte die Fee. Nach sechs Monaten traf Bleuette die jungen Mädchen in Thränen, weil ihre Lieb» Haber andere geheirathet hatten. „Lügen denn alle Männer so wie diese V fragte Bleuette. „Ich habe mir'S wohl aebacht," antwortete die Fee, „daß Du diese Frage an mich richten würdest, mein Kind. Hier ist ein Spie-gel, in welchem Du jeden derjenigen, die Dir von Liebe sprechen werden, so wirst sehen kön-nen, wie er nach einem Jahre sein wird. Geh jetzt. Du bist frei: Du kannst allein Dich er-gehen, reden und tanzen, mit dem Dir gut scheinen wirb." Der nächste Tag war baS Fest deS Schutzheiligen im Dorfe. Ein Officier lud Bleuette ein, die ihn sehr schön fand. Er ließ sie auf einer Rasenbank niedersitzen unb erklärte ihr. daß er nie.ein so bewundernSwertheS Wesen gefunden und daß er der glücklichste Sterb-lich« sein würde, wenn er ihr gefallen könnte. Bleuette zog ihren Spiegel hervor und er- 2 Z>ie stovenischen Abgeordneten von Krain und der A. D. Korrespondent de» „Slovenski Warod/' Der Senior der krainerischen ReichSratS-deputirten, Herr Adolf Obreza au« Zirkniz sah sich kürzlich veranlaßt, den I. D. Corresponden-ten au« Marburg in einem über 200 Zeilen langen Eingesendet zu züchtigen, weil dieser trotz der im „Slovenec" gebrachten Aufklärungen dabei beharrte, daß die trainerischen Ab-geordneten die slovenifchen Abgeordneten von Steiermark nicht unterstützen und daß erster« nicht mit diesen zum Minister Conrad gegan-gen wären, um ihn zu fragen, ob eS der ernst-liche Wille der Regierung sei. auch in Unter» steiermark die Gleichberechtigung der Sprachen durchzuführen, und insbesondere an der Lehrer» bildungSanstalt in Marburg und in den Gymna-sien die slovenische Sprache als Unterrichts-spräche einzuführen u. dgl. m. Der Correspon-den« I. T. fand nämlich die Haltung der krai-nerischen Abgeordneten um so unverzeihlicher, als der Ausschuß de« slovenifchen Vereines in Marburg sich an alle slovenifchen Abgeordneten mit der Bitte gewendet hatte, daß sie das thun sollten. Aus diesem Eingesendet geht weiterS hervor. büß I. D. den krainischen Pervaken auch Faulheit vorwarf. ES fällt ynS nicht ein, für den «inen oder den anderen dieser Kämpen eine Lanze zu brechen, und die moralischen Maulschellen niöge Herr I. D. quiltiren, auf jene ritterliche Weise, wie sie unter diesen Her-ren üblich ist. Nichtsdestoweniger müssen wir in einem Punkte dem Herrn Adolf Obreza Recht geben, indem er schreibt: Dieser ritter-liche I. D., welcher nicht einmal den Muth hat. unter sein« Correspondenzen seinen Namen zu seyen, verlangt von den krainischen Abgeord-neten den Beweis, wann und bei welchen Gele-genheilen sich die Unterstützung der slovenifchen Abgeordnete» gezeigt habe? Herr Obreza kenn-zeichnet mit wenigen Worten die namenlos« Ge-meinheit jener untersteirischcn Pervaken oder Per-vakensöldlinge, welche in der „Südsteirischen Post" und dem „SlovenSki GoSpodar" schon jahrelang das feige Geschäft anonymer Verlernn-dung und Denunciation gegen Alle jene Deut-schen und Slovenen betreiben, welche nicht genau in ihr Horn blasen. Hier in Untersteiermark hat man ihnen das Handwerk theilweise gelegt, weshalb eben der I. D.-Correfpondent im vorigen Jahre einige Denunciationen im „Slovenski Narod" gegen den Gerichtshof in Cilli und gegen die unlersteirifchen Geschworenen vom Stapel ließ. Auch ist es ihnen unbequem, daß man ihnen bei uns mit unverholener Verachtung begegnet, und daher die Giftpfeile stets auf die blickte den Officier, wie er ganz mit seinen Wc>ffen, feinen» Pferde, mit der Musterung be-schäftig! war und ihrer gar nicht achtete. >■ „Danke!" sagte Bleuette und entfernte sich lachend. Da sie nun zugleich erschreckt und neugie-rig war, so lag sie der Fee mit allerhand Fragen an. „Sieh", sprach letzter«, .diesen Sonnen-strahl, welcher durch daS Lanb fällt und das Innere der Hülle erhellen wird. Der kleine ei-chene Tisch scheint mit Diamanten eingelegt, der Stuhl mit Goldkörnern besetzt und der weiße Vorhang glänzende Strahlen von Gold-pulver zur Decke zu schicken. Goldkörner und Diamanten werden plötzlich verschwinden, der Tisch wird dunkler werden und das ganze Zimmer öder und trauriger als vorher. Wie mit der Sonne, so ist'S mit der Liebe: sie er-leuchtet, was sie berührt, aber sie geht nur vorüber und der Schatten wird düstrer im Herzen, welches sie erfüllt hatte, die Oede nur schrecklicher in der Seele, welche sie vorher er-leuchtete." Bleuette wurde nachdenklich und berührte den Gegenstand nicht mehr. Ein junger, prächtig gekleideter Mann r«> dete sie auf dem Wege zur Stadt einige Zeit danach an. „Ihre Füße sind so klein," sprach er zu „pentsche Macht." Schützen zurückpralen. Von den slovenifchen Blättern, welche in Laibach erscheinen, sind mit Ausnahme des „Slovenski Narod" alle viel zu anständig, um anonymen Denuncianten Gehör zu schenken. Dem I. D. blieb daher nichts übrig als fein Gift und seine Galle im „Narod" auszupressen. Wüthende Geschöpfe pflegen nicht zu unterscheiden ob sie ihresgleichen beißen oder nicht; diesem Umstände dürste e« zuzuschreiben sein, daß Herr I. D. gegen die slovenische» Abgeordneten loSzog. Wir finden es jedenfalls anständiger, wenn die krainischen Abgeordneten für Krain einstehen, und die Vertretung Steier» markS den Steireru überlassen, als wenn ein steirischer Abgeordneter im Reichstag deshalb krainische Interessen vertritt, weil er dort Land» tagSabgeordneter und Landesbeamter ist. Uebri» gens hat dieser Herr von den Kärntnern seiner-zeit einen so derben Fußtritt erhalten, daß letzterer alS warnende« Exempel auch den krai-nische» Abgeordneten in die Glieder gefahren fein dürft». Komisch nimmt sich aber im Munde deS I. D. der Vorwurf der Faulheit aus, wenn man einerseits erwägt, daß von ihrem nationalen Standpuncte aus die slovenifchen Abgeordneten für Krain nur zu viel gethan haben, andererseitS.aber gerade dieser I. D. bis-her noch lange nicht mit jenen Prüfungen fertig ist. welche zur legalen Ausübung feines Be» rufe« erforderlich sind; ein Drd. hilft über diese Klippe nicht hinweg. Aundfchan. [Zum Auftreten Schönerer«.] Auch in der Presse Deutschlands wird die letzte Rede des Abgeordneten Ritter von Schönerer lebhaft commentirt. Eharacteristisch ist es, daß selbst fortschrittliche Blätter, wie z. B. die „Possische Zeitung" dem viel geschmähten Ab-geordneten entgegenkommt. So schreibt das ge-nannte Blatt: „Wir geben den Anklägern natürlich Recht, insoweit eS sich um die wider» wärtige» antisemitischen Marotten deS Abgeordneten von Zwettel handelt, und verkennen auch nicht, daß sein plumpes Dreinfahren der deutschen Sache mehr schadet, als nützt, obschon wir allerdings über die LoyalitätSschreier unsere eigenen Ansichten haben. Ein ganz verfehltes, wenngleich recht schlaues Manöver ist es aber, daß die Journale hie wirkliche Schuld SchönererS als Vorwand benutzen, um auch seine Angaben über den Danae-Regen, den die Nordbahn hat niedergehen lassen, als Klatsch zu verdächtigen, gegen den es unwürdig sei, sich zu vertheidigen. In diesem Theile seiner Rede ist jedes Detail nicht nur wörtlich wahr, sondern auch land» läufig; der Tarif der Blätter, wie die Namen der BestechungS-Agenten. Eine Wochenschrift, ihr. „daß sie sich derselben nicht sollten zum Gehen bedienen; Ihre Gesichtsfarbe ist so weiß, daß die Luft der Felder ihr schädlich sein wird." „Wenn Sie mir folgen wollen, so werde ich Ihnen ein Zimmer geben, das mit kostbaren Stoffen behängt ist; Sie sollen einen Wagen und Diener zu JHrem Dienst besitzen." Bleuette sah in ihren Spiegel und erblickte verschiedene Gerichtsdiener, welche die Möbel und die Wagen wegführten, um die Schulden des Liebeseufzenden zu entfernen. Sie machte «ine höhnische Verbeugung ohne ein Wort der Erwiderung. Wie oft sie diese Probe anstellte, wissen wir nicht, aber der Spiegel zeigte ihr immer die traurige Wirklichkeit, er nüchterte ihre junge Seele und ließ darin nur schmerzhafte Empfin-düngen zurück. Die Genugthuung, den Kummer der Liebe vorauszusehen, schien ihr bitterer als die Er-kenntniß; sie fragte sich, ob das Unglück, ihn nicht zu erfahren, nicht dem Glück vorzuziehen sei, ihn zu kennen. Der Mai war wieder erschienen und mit ihm die Blumen und der Gesang der Vögel im Laub. Bleuette sah von ihrem Fenster aus di« jungen Mädchen froh dähin gehen. Ihre Schleier flatterten im Winde. Leicht und lebens- >1884 die gegen die Nordbahn fort und fort donnert, ist mit derselben einfach nicht handelseinig ge-worden, da der Eigenthümer 40.000 Mark forderte und die Gesellschaft nur die Hälfte her> geben wollt«. Daß Schönerer sich durch eine Forderung deS jungen GiSkra bewegen ließ, die Phrase seiner Rede zu revociren: „jede Partei hat ihren KaminSki, ihren GiSkra, ihren Cftn< heim," war sehr überflüssig. (Die Affaire wurde inzwischen in ritterlicher Weise anSgettaqe». D. Red.) DaS wäre noch besser, wenn man diese Typen nicht mehr parlamentarisch und jo»r> nalistisch sollte gebrauchen dürfen, nachdem Giikra sich vor Gericht durch seinen berühmten schienn^ vollen Trinkgelder-HymnuS förmlich mit dem Ritter von Ponteuxin indentificirt hat und Präsident Smolka in seinem KaminSki. dem;i überdies die Rechte seit Jahr und Tag de, Rücken deckt, diesen Mohren weiß gewaschen hat.' Deutschland. [Da« Socialistengesetz^ Der deutsche Reichskanzler hat eina neuen parlamentarischen Sieg errungen. Mit 189 gegen 157 Stimmen wurde in der Samstagt-Sitzung des Reichstage» daS Socialistengesq angenommen. Der Kanzler hat in die Debatte mit zwei großen Reden eingegriffen, in welche» er mit einer noch nie dagewesenen Deutlichkeit seiner Feindseligkeit gegen die Fortschrittspartei Ausdruck gab. Den russischen Nihilismus nannte er mehr eine klimatische Abart deS Fortschnitt alS deS Socialismus. Die Regierung habe die Hoffnung auf dem Wege der Reform den E» cialiSmuS zu unterbinden und dem Arbeiter dai zu geben, was die königliche Botfchaft und die daran geknüpften Reformverschläge verbeiße» habe». Der Kanzler refumirte dahin: „Geb» Sie dem Arbeiter da« Recht auf Arbeit, i« lange er gesund ist. sichern Sie ihm Pflege, wenn er krank ist. sichern Sie ihm Versorgung, wenn er alt ist. Wenn Sie da« thun und die Opfer nicht scheuen und nicht über Staat«-socialiSmus schreien, sobald Jemand da« Wott „Altersversorgung" auSspricht, wenn der Staat etwas mehr christliche Fürsorge für den Arbeiter zeigt, dann glaube ich, daß die Herrn vom Wydener Programm ihre Lockpfeife vergebe»« blasen werden." Sehr interessant ist auch jenn Passus der Rede, in welchem Fürst BiSmarck die Ereignisse des Jahres 1866 einen Bürger-krieg nennt und erklärt, daß er gewünscht hätte, daß auf den preußischen Denkmälern nie von diesem Bürgerkriege die Rede gewesen wäre. Korrespondenzen. Laibgch, 12. Mai. (O.-E.) sZ ur Neubesetzung deS B i f ch o f « st u h l e«.] Ali Nachfolger auf den vacanten Bischofsfitz wird i froh eilten sie dem Orte z«, wo Tanz uno Spiel die Nachbarn versammelte. Wenn sie ausging und die jungen Männer ihr Schmeicheleien sagten, lachte sie nicht mehr wie sonst; sie litt darunter, daß sie ihre» Wor-te» keinen Glauben schenken konnte. Der Irrthum wurde ihr werth und die Wahrheit machte sie bekümmert. Befragte sie ihren Spiegel, so drückte ihr Gesicht eine groß« Niedergeschlagenheit auS und ihre Augen füll-ten sich mit Thränen. Eine Taube, die sie gezähmt hatte, eritfloz in den Wald. Bleuette beweinte diese verlorene Freundin, als ein Jäger sie ihr zurückbrachte. „Bleuette", sprach er, „sieh deine Taube. Ich habe sie gefunden. Was giebst Du mir dafür? Sie reichte ihm die Hand, die er in der seinigen drückte und Bleuette, auf ihr Zimmer gehend, nahm den Spiegel und warf ihn um den Worten zur Erde: „Zerbrich, du schlimmer Freund, der du nie verstanden hust zu lügen." Der ^reston-Schatz. Bon Frank Convcrs«. Deutsch von E«il Jena». Charles Dorman hatte sich bei derWiltive Preston in Covert während der Iommermoaate eirilogirt. Er war ein schöner, wohlerzogener, aber ziemlich schüchterner junger Mann. La 1884 „protze ZSachl/ gon ©fite der Nationalen Dr. Stanovnik in Traz. ein gebürtiger Krainer, genannt, während die liberale Partei lebhaft wünscht, daß der vegeu seiner Leutseligkeit und seine« edlen Her-jf»s hier noch im besten Andenken stehende TanonicuS de« Olmützer Domcapitels Herr Friedrich Ritter von Premerstein zu diesem ho-hni Sirchenamte berufen werde. Premerstein ge-hört einer adeligen krainerischen Familie an und verwendete seine Einkünfte vielfach zu ge-Heimen Wohlthaten und Unterstützung von verschämten Armen. Auch der Domherr Pauker ßdlcr von Glanfeld wäre der liberalen Partei goiihlN. Kleine Gvronik. [Tschechisches K u n st b e d ü r f n i ß.} Wie ei heißt, beabsichtigt eine russische Schau-spielettruppe, und zwar unter der Leitung deS tu Rußland bekannten Moskauer Schauspieler» Äadrejew Burlak, im Juli nach Prag zu gehen ,» dort ein Gastspiel zu absolviren. [Theure Spitze».} Auf dem Balle, im der Herzog von Aofta in der vergangenen Loch« in Turin zu Ehren des daselbst weilen-den italienischen KönipspaareS gab. trug die Sönigm Margherita einen Besatz von Spitzen, die einen Werth von '200.000 Lire repräsentiren. tiife spitzen find ein Erbstück des Hauses Sa- und werden immer nur von den Königin-nii getragen. [ÄuS der Heimath des Papstes.] Am 1. d. wurde in Earpineto, dem GeburtS-arte des Papstes, eine Telegraphenstation er-ö'fnet. Die in diesem Städtchen lebenden Familienangehörigen Leo XI11. benutzten sofort diese neue Gelegenheit, um ihren hohen An-««wandten im Vatikan telegraphisch zu be-grüßen. [DaSBegräbniß e i n e r K ö n i g i n.] Sannie GefferS, die Königin der Zigeuner in den Vereinigten Staaten, welche am 10. März in Greenfield, Tenn., starb, wurde am 15. April in Daytvn, Staat Ohio, begraben. Aus allen Theilen des Landes waren die Zigeuner dahin geströmt, und mehr als 1500 schlugen ihr Lager vor der Stadt auf. Die Königin war unmittel-dar nach ihrem Tode in Nashville einbalsamirt und daselbst ausgestellt worden, alsdann wurde f« nach Taylon gebracht, wo ihr Stamm be-trüchlliches Eigenthum besitzt, darunter auch eine große Section im Woodland Kirchhof, wo das frühere KönigSpaar der Zigeunerstämme begra-ixn liegt. Der Leichenzug bestand ausschließlich au» Zigeunern. Eine Menge Neugieriger hatte sich in den Straßen angesammelt und begleitete den Trauerzug nach dem Kirchhof. Der nach christlichem RituS vollzogene Trauerdienst wurde seiner Ankunft in Covert hatte er gesagt, daß der Wunsch nach Ruhe und Zurückgezogcnheit ihn veranlaßt habe, die Sommerferien in dem kleinen, stillen Dorfe an der Küste zu ver-dringen, statt das fashionable Bad Desert, das einige Meilen weiter gen Osten gelegen ist. auf-ziisuchev. Daß möglicher Weise die Rücksicht auf den Inhalt seines Portemonnaies sich bei ler Wahl des Aufenthaltsortes ebenfalls geltend gemacht haben könnte, war der heimliche Ge« danke der schönen Polly Preston. Da Mr. Dorman nämlich gewöhnlich ziemlich abgetragenes Z?ug trug, schloß sie da-raus, daß er nicht gar viel von den Gütern dieser Erde besäße, und außerdem rauchte er Pfeife auf seinen Ausflügen längs der Küste. Ter letztgedachte Umstand, im Verein mit den abgetragenen Kleidern, war in Polly's Augen ei» ziemlich deutlicher Beweis gentiler Armuth. Mrs. Preston und Polly waren selbst nicht sonderlich reich. Ihr Eigenthum bestand aus dem komischen, alterthünilichen Hause, worin sie wohnten, und einer Leibrente, nachdem Capitän Preston, der verstorbene Mann der Wittwe, vor einigen Jahren auf dem Meere in seinem Be-rufe das Leben vorloren hatte. Sie hatten eine Knh. einige Hühner und einen kleinen Garten, der für sie von Joe Milliner, Polly's Bewunderer, in Ordnung gehalten wurde. UebrigenS war er nicht der Einzige, welcher von einem prominenten Pastor der Stadt und dem Chor seiner Kirche ausgeführt. Das Grab war lOFuß tief, auf demGrunde befand sich ein großer steinerner Kosten, und in diesen wurde der Sarg, neben einem anderen, welcher die vor 10 Jahren verstorbene Tochter der Königin ent-hielt, hineingethan. Die Trauernden umstanden weinend die Grube und brachen in lautes Schluchzen aus, als der Sarg heruntergesenkt wurde. Als der große steinerne Deckel auf die Särge gelegt werden sollte, sprangen die Söhne und Töchter der Vorstordenen tn die Grube. Sie warfen sich heulend und schluchzend auf die Särge nieder, küßten das Holz und konnten nur mit Mühe wieder an die Oberfläche besör-dert werden. Alsdann wurde der steinerne Deckel befestigt und Erde darauf geworfen. Auf dem Grabe wird ein colossales Monument er-richtet werden, mit einer lebensgroßen Statue der verstorbenen Zigeunerkönigin. [A u ch e i n Iubi 1 äu m.] In Werni-gerade feierte dieser Tage die Stadthebamme Frau W. Trenck ihr 50jährigeS Dienstjubiläum. Die Dame assistirte im Ganzen bei 4653 Geburten. [Curiofa von denfranzösiscben Gemeindewahlen, j Die französischen Blätter enthalten eine Unzahl von C«7?» von den eben beendeten Gemeindewahlen in Frank-reich. Hier einige besonders pikante: Ein Cor-sischer Maire des ArrondifsementS Bastia hat den Unterpräfecten Samstag, den 3. Mai, be-nachrichtigt. er habe die auf den 4. Mai an-stehenden Gemeindewahlen vertagt, weil er von einer dnrchiumpten Nacht noch zu müde sei. In Celte (Algier) stießen die vorgeschrittenen Republikaner, als sie sich geschlagen sahen, die Urnen und die Tische um, so daß der Wahlact alS ungiltig erklärt werden mußte. In Mo»t-fortsur-Meu, Kantonshauptstadt im Arrondis-seinem von Jlleet-Lillaine, die 2800 Einwohner zählt, konnte keine Wahl stattfinden, weil sich kein Candidat und keine Wähler eingefunden hatten. [Ein Officier in Frauenklei» d e x n.] Auf einer Eisenbahnstation unweit Kowno (West-Rußland), wurde wie die „No-woje Wremja" vom 6. d. fchr ibt, kürzlich eine junge Dame angehalten und aufgefordert, sich auszuweisen, wer sie sei. und wohin sie fahre. Die Dame antwortete, daß sie nach Oesterreich reise. Dabei griff sie in die Tasche,um anschei-nend den geforderten Reisepaß hervorzuholen, zog aber rasch einen Revolver hervor und jagte sich eine Kugel durch den Kopf. AuS den Pa= pieren der Selbstmörderin constatirte man. daß dieselbe ein 22jähriger Officier war, der nach Oesterreich zu defertiren beabsichtigt?. dieser Schwärmerei nachhing, denn alle netten jungen Leute in Covert bewunderten Polly. die ebenso gut, wie schön, witzig und lebhast war. An einem ungewöhnlich schönen Junitage, ungefähr vierzehn Tage nach Mr. DormanS Ankunft, stand die junge Dame eines Morgens im Garten und betrachtete ein Beet mit blühenden Stiefmütterchen, während Mr. Dorman. der einen leinenen Anzug trug, sich nachlässig an den Thürpfosten lehnte. Der leichte Wind be-wegte die Blätter der Fliederbüsche und flüsterte allerlei Andeutungen in Polly's kleines Ohr, während sie sich über das Blumenbeet hinabbeugte. „Ist eS nicht entzückendrief Polly plötzlich mit einem kurzen Seufzer aus, der die Morgenstunde, die Umgebung, kurz all die Freude am Dasein an einem schönen Junitage umfaßte. „Ja, in Wahrheit entzückend!" versicherte Mr. Dorman begeistert. Er. der für den Moment unempfänglich für die schöne Aussicht auf das Meer ist. hat nur Augen für Polly, deren dunkles Haar und pikantes Gesicht von dem Neidsamen Gartenhut, den ihre kleinen, flinken Finger selbst verfertigt hatten, besonders hervorgehoben wurden. Der Ton seiner Antwort veranlaßte Polly, empor zu blicken, und sie erröthete wie eine Theerose, alS sie feinem ehrerbietigen bewun [E i n e f i x e I d e e.] Aus Wien wird geschrieben: Vorgestern bewegte sich ein aufsehen-erregender Zug auS der Heugaffe durch die innere Stadt in die Börsegaffe. Eine al'e Frau wurde im Bette von kräftigen Trägern fortge-bracht. Der sonderbare Transport fand eine traurige Erklärung. Die unglückliche Frau ist eit vierzehn Jahren nicht aus diesem Bette ge-ommen ; sie hat die fixe Idee, sie sei von Glas. fEin SchönheitSmittel ] In den Newyorker Salons pflegen die Damen feit einiger Zeit einen neuen Sport zu cultiviren: 1e pfeifen mit den unternehmendsten Gassen-ungcn um die Wette. Ein bekannter Arzt hat nämlich die Entdeckung gemacht, daß das Pfeifen den Mund erheblich verkleinere und daß die ortgesetzte Uebung desselben auch den größten Mund binnen kurzer Zeit auf daS richtige Maß urückführt. ^Moderne Dienstboten.! Ein Dienstmädchen in einer Frankfurter Familie erhielt vor einiger Zeit einen Zahlungsbefehl über M. 114 Milchschulden. Der Herrschaft iel das Schriftstück in die Hände, und nun teilte eS sich heraus, daß das Mädchen sich eden Morgen mit Milch gewaschen hatte, um eine weiche, elastische Haut zu erhalten. In der Meinung, daß Milch schön mache, war sie durch daS Waschwasser der Frau, welches stets weiß von Lilionaise war, gekommen. [Ein resolutes Mädchen] ist Jessie Bryden, Tochter des Farmer» Wm. Bryden bei Northampton. unweit Peoria in Illinois. AlS sie an einem der letzten Abende wie gewöhnlich in den Schweinestall trat, um den Bryden'schcn Grunzern ihr sehnlichst er-wartete» Abendessen zu serviren, fand sie einen Wolf im Stalle, der sie mit in der hereinbrechen-den Dunkelheit glühenden und durchaus nicht Vertrauen erweckenden Augen anstierte. Ein junges Mädchen aus der Stadt und sicherlich auch gar manche ländliche Schönheit wäre bei diesen Anblick in Ohnmacht gesunken, oder hätte doch mit dem obligaten Angstschrei ReißauS genommen. Nicht so aber Schön-Jessie. Den Meister Jsegrimm sehen, einen zur Hand befindlichen Knüppel ergreifen und auf die Bestie loSdreschen, war bei ihr Eins. Und ihre Hiebe fielen auch so kräftig und hageldicht, daß der Wolf im Nu auf der Erde lag und verzweiflungsvoll und in unendlichem Weh alle viere von sich streckte. Er war »odt. mausetodt! Jefsi'S Papa brachte den Skalp nach Peoria und erhielt dafür vom Counti-Schatzmeister die üblichen fünf Dollars. sEin Mann, dem seine Zähne in demMagen liegen.] Am 14. v. MtS., so berichten New-Dorker Blätter, erwachte Se» bastian Kerner von Greenbush (Staat New-Aork) beenden Blick begegnete, während Mr. Dorman, als er sich auf frischer That ertappt fühlte, selbst roth wie eine Bauernrose wurde. „Ich — ich bitte um Verzeihung. WaS ist das doch für ein merkwürdiges alte» HauS," stotterte er in seiner Verlegenheit, indem er da« alterthümliche Gebäude mit den kleinen Fenstern und den einzigen enorm hohen Schornstein aus dem spitzen Dach betrachtete. Polly, der der Ausdruck in den Augen de» Sprechenden eine gewisse Erschütterung in der Region des Herzens verursacht hatte, antwortete, daß das HauS vor etwa hundert Jahren erbaut worden sei. Um nun über die augenblickliche Verlegenheit hinweg zu kommen, begann sie folgende Familiensage zu erzählen, die von ver-schiedenen Mitgliedern der Familie Preston während einer langen Reihe von Jahren steif und fest geglaubt worden war. Der alte Arnold Preston. der das HauS erbaut hatte, war ein sehr reicher, aber auch sehr geiziger Mann, der zu jenen Zeiten Geld auSlieh. weshalb er stets große Summen in seinem Hause liegen hatte. Aber während einer Nacht brachen die Indianer in Covert ein, und der alte Arnold Preston. der nicht den Ver-wahrungsort seines Golde» verrathen wollte, wurde von ihnen erschossen, während seine Familienmitglieder als Gefangene fortgeführt wurden. Seit der Zeit hatte die Familie Preston 4 Morgens mit großen Schmerzen in der Kehle. Gleich darauf vermißte er fein falsches Gebiß, welche« vier Zähne enthielt, und gelangte zu dem Schlüsse, er müsse dasselbe verschluckt haben. Es wurde nach einem Arzte geschickt, welcher die Zähne die Kehle hinunter in den Magen stieß. Kerner fuhr dann nach dem Hospital, wo sich indessen alle Anstrengungen, ihm weitere Erleichterung zu gewähren, als nutzlos erwiesen. Nun wurde in einer von acht Ärzten abge-haltenen Conserenz beschlossen, den Magen des Patienten aufzuschneiden, und diese Operation auch ausgeführt. Kerner'S Magen wurde am 16. April aufgeschnitten und die unangenehmen Störenfriede herausgenommen, um in den „oberen Regionen" ihreS unglücklichen Besitzers fortan wieder in Action zu treten. lE i n t Wahrsagerin ivunderba r.) Der kleine Ort Dotsch kann sich rühmen, eine Wahrsagerin zu besitzen, die in ihren schlauen Manipulationen, die Leute zu nasführen, ihren Colleginnen in großen Residenzen noch bei Wei-tem „über" ist. Wie fie's macht, verräth uns der „Kjewlanin". Derselbe schreib»: Plötzlich dringt zu dem einen oder dem anderen wohl-habenden Kosaken der Umgegend die Nachricht, daß die berühmte Sibylle von ihm dieses oder jenes gesagt ba e. so z. B.. daß bald eine Fenersbrnnst stattfinden wird, die von seinem Gehöft ausgehen werde. Das auS seiner Ruhe aufgeschreckte Bäuerlein eilt schleunigst mit rei-chen Gaben zur Wahrsagerin und beschwört fie bei allen Heiligen, ob sich nicht das Un-glück auf irgend welche Weise abwenden lasse. Die Wahrsagerin verspricht, sich den Fall zu „überlegen" und bittet den Bauen«, er möge nach einigen Tagen wieder vorsprechen. Der Bauer erscheint abermals und mit noch mehr Gaben als beim ersten Besuche. Mitunter er-klärt die Sibylle beim zweiten Besuch, daß sie noch keine bestimmte Auskunft zu geben ver-möge und daher eiren aeuen BefnchStermin an-fetzen müsse. Und zuui dritte» Male erscheint der Bauer und wiederum mit Geschenken. Ei-nige arme Tölpel hat diese „Berühmtheit" auf solche Weise buchstäblich ausgeplündert, die Landpolizei aber schaut diesem Treiben ganz gelassen zu, gleich als glaube auch fie an die Zaubermacht der Sibylle. s D a S^U rbild deS^Klapphorns findet sich bei Fritz Reuter, in dessen luftiger Erzählung: „Ein gräflicher Geburtstag." Da Heißt'S Seite 12: Der Jäger und sein Hund. Eine Fabel. Ein Jäger und sein Hund Verfolgten einen Hasen, und Worten ihn greifen, aber Der Haf' lief in den Haber. vergebens in allen Ecken und Winkeln des alten HsnfeS nach dem verborgenen Schatz gesucht. Mr. Dornian lauschte eifrig dieser Geschichte, nicht etwa wegen des Interesses, das sie ihm abgewann, sondern weil sie ihm Gelegenheit gab, die schöne Erzählerin zu betrachten, deren kleine Hand mit dem Rosenspalier spielte — fie selbst die schönste Blume des Gartens, an die der verliebte junge Mann nur allein dachte. «Und ich möchte wünschen, daß wir den Preston-Schah fänden," bemerkte Polly schließ-lich: „e« muß reizend sein, viel Geld zu haben. Finden Sie da» nicht. Mr. Dorman?" fügte sie darauf hinzu, aber bereute sofort ihre unbe-dachte Frage, alS sie die dunkle Röthe in dem schönen Gesicht deS jungen Mannes gewahrte. »Ja, mitunter." war seine räthselhafte Ant-wort, und dann veränderte er den Gegenstand des Gesprächs, indem er sagte, er habe Lust, eine Segeltour in der schönen Morgenstunde zu machen, wenn MrS. Preston'S Boot „die Welle" nicht benutzt werde. Nun hatte Polly aber einmal früher Proben von Mr. Dorman» Seetüchtigkeit gesehen, und infolge dessen nährte fie in dieser Beziehung einen gewissen Zweifel. Sie trachte also eine furchtsame Einwendung hervor, aber kein junger Mann liebt e«, feine Tüchtigkeit al« Sport»-mann in Zweifel ziehen zu hören, am wenigsten wenn er au» de« Munde eine» schönen Mädchen» „Deutsche Macht." [A b g e t r u m p f t] „Ihre Pfarrkinder fürchten sich wohl im August nicht sehr vor dem Teufel, da sie so wenig in die Kirche kommen," fragte eine Badegastin aus Sardellendorf den Pastor einer benachbarten Landgemeinde, der während der Erntezeit gewöhnlich vor leeren Bänken predigte. „Im August ist Hochsaison in S>, gnädige Frau," war die Antwort, „da ist der Teufel der eleganten Welt ins Bad gefolgt und hat dort übergenug zu thun. Und das wissen die Leute." [6 t n e Berichtigung.] Kürzlich wurde ein zu Zuchthausstrafe Verurtheilter per Eisen-bahn nach Spandau transportirt. Dort ange-kommen, öffnete der Schaffner das Coup«-, in dem der Sträfling mit seiner Begleitung saß, und rief die üblichen Worte: „Spandau, 6 Mi-nuten Aufenthalt." Der Verurtheilte aber er-widerte: „Ach nein, mein Juterster, drei Jahre!" Deutscher Schulverein. Ortsgruppen Aoppetgeöurtsfest. Trisail, am 2. der verrufenen Eismännertage im Wonne-monate 1884. In unserem engen Thale, wo anhaltender, einträchtig? BerufSfleiß schier alle unsere Kraft und Zei^ in Anspruch nimmt, wo so zu sagen jeder Einzelne der dichten Bevölkerung mit dem Ringen um des LebenS Unentbehrlichkeiten voll-auf beschäftigt ist und wo selbst ein namhafter Theil der ernsten Arbeit dem fortdauernden Kampfe gegen die geheimnißvoll waltenden Naturkräfte gilt, wo so selten etwaS bemerkenS-werthes Neues oder Sensationelle» sich ereignet, daher die Außenwelt fast gar keinen Anlaß hat, von uns Notiz zu nehmen, und wohin selbst der nationale Hader so gut wie gar keinen Eingang noch gefunden, hat sich vor einigen Tagen eiu Ereigniß abgespielt, welches ob seiner Bedeutung für unsere und die nachbarlichen kohlendurchsetzten und industriellen Thalengcn und ob seiner Seltenheit gewiß der Besprechung nicht unwerth ist. ja dieselbe geradezu heraus-fordert, und in diefem auch bei un» in gutem Anfehen stehenden Blatte hoffentlich keine un-freundliche Aufnahme finden wird. Wie au» Ihrem Blatte zu ersehen war, hatten mehrere für Fortschritt und Volkserziehung, daher selbstverständlich auch für den deutschen Schulverein wohlgesinnte Männer, an deren Spitze unser hochgeachteter, anspruchsloser Werks-Director Herr M. Terpolitz sich stellte, für Sonntag, den 11. d. MtS. eine Versammlung zur Constituirung der hierorts gegründeten neuen Ortsgruppe de» deutschen Schulvereine» einberufen und hiezu außer ihren GefinnungSge- kommt. Mr. Dorman lachte daher nur. und indem er Polly'» Anerbieten, Joe Milliner, der im Küchengarten arbeitete, mitzunehmen, au»-schlug, begab er sich nach dem Hafen hinab. „ES ist die leichteste Sache von der Welt, ein Boot zu regieren, wenn man nur ein wenig Einficht hat," sagte Mr. Dorman zu sich selbst eine ^Stunde später, während er sich nachlässig im Stern deS guten kleinen Boot» der MrS. Preston zurücklehnte, daS vor einer frischen südlichen Brise dahinstrich. Dann zündete Mr. Dorman seine Pfeife an, und ergab sich einer Art wachen Traume», worin Polly'» entzücken-de» Gesicht ihm fortwährend vorschwebte, denn der junge Mr. Dorman war ernstlich verliebt und — zum ersten Male. Eine Stunde verging. Da wurden Mr. Dorman» Träumereien auf eine gewaltsame Weise unterbrochen, indem da» Boot plötzlich sich auf die Seite legte und sein Hut und seine Pfeife durch den heftigen Stoß über Bord gingen. „Halloi!" war sein unwillkürlicher und sehr berechtigter Au»ruf der Verwunderung, während e» für die moralische Stärke de» jun» gen Manne» spricht, daß er keinen Fluch au»-stieß. Nach vieler Mühe gelang e» ihm, da» Boot zu wenden, und er sah nun eine Reihe dunkler Gewitterwolken hinter den Höhen bei Covert emporsteigen, die einen heftigen, von Windstößen gefolgt«« Regenguß, rote solch« an W 1 nossen aus der unmittelbaren Nähe auch gleich-gesinnte Gäste auS der Ferne aeladeit. Tag dieser Ruf, da er einem so schönen Zwecke galt, nicht wirkungslos verhallen wer?e, war vorauszusehen, «m so mehr, da allgemein Sie Bedeutung dieser neuen OnSgruppe, als einet nothwendigen Bollwerkes der deutschen Saty an der Grenze eines KronlandeS, in weicht», it>r leider in der neue» Aera sehr entschlossn,-Gegner erstanden sind, sehr wohl erkannt uü& gewürdigt wurde. Es fanden sich denn auch an dem bezttch-neten Tage, welchen die prachtvollste Maisoim anlachte, zahlreiche Theilnehmer und Gaste eis, und unter den letzteren insbesondere maiih' wackerer, gesinnungStreuer deutscher Mann aui Tüff.r, Lichtenwald. Kötting ?c. und aus EilL, welche» ja im steirischen Unterlande allgem-ia und mit Recht al» der unerschütterliche Hon und Vorort des Fortschrittes und Deutschtum-gilt; selbstredend waren unsere Nachbartüäl?: Hrastnigg und Sagor am stärksten vertreten. Wir oder vielmehr die Veranstalter der Feier hatten im Hinblicke darauf, daß e» ßih dabei un, kein« politische Demonstration haadeltt und durchaus kein Anlaß zu einer Mißvemmg gegeben werden wollte, von einer Häuser Deco-ration absehen zu können geglaubt, weßhalt auch jede Beflaggung unterblieb, wogegen da» Festlocale, der geräumige Saal >m Obergeschosse der WerkSrestauration. sich auf das geschmack-vollste, finnigste und loyalste geschmückt, präsentrtte. Nachdem der Abend hereingebrochen und der Festsaal bis auf daS letzte Plätzchen g-fulli war, wozu Vertreteriunen des schönen Geschlechtes ein namhaftes Contigent gestellt hatt», wurde die Versammlung eröffnet und mit sinn kurzen Ansprache die Anwesenden von dem oll-verehrten Herrn Centraldirector Hertle begrüßt, welcher die Abwesenheit des Einberufet« mit Berufsgeschästen entschuldigte und dann u» Vornahme der Wahl eine» Vorsitzenden ersuch«, welche mittelst einstimmiger Acclamation ans den um die Interessen de» deutschen Schnitts-eine» hochverdienten und unermüdlichen Herr» Dr. Äußerer aus Lichtenwald fiel. Derselbe betrat sodann die hergerichtete Red-nertribüne und setzt« in längerer von innerer Hebn-zeugung eingegebener und von öfterem Beisalle unterbrochener Rede die Zwecke de» deutsche» Schulvereine» so wie die Aufgaben der Miiglit-der deSfelben auseinander und erntete hieftr. ohne daß er zu landläufigen Phrasen oder zu» denden Schlagworten Zuflucht genommen Halle oder im mindesten provokatorisch aufgetreten wäre, am Schluß? reichlichen Beifall. Der erste aufgerufene Gegenstand der la-gesordnung, nämlich die Wahl der Functionäre. war in überraschend kurzer Zeit erledigt, inve» dieser Küste sehr oft vorkommen, verkündete». Ich habe nicht nöthig, bei Mr. DormanS frucht-losen Versuchen, seinen Hut wieder zu erlang», oder bei seinem Kampf mit dem Segel zu verweilen. das schließlich mit einem tüchtigen Kno-ten befestigt wurde, und während „die Welle,' ganz auf der Seite liegend, sich nach den Hase» Ju hindurcharbeitete, konnte Mr. Dorman du Beobachtung anstellen, welcher große Unterschied e» ist, gegen den Wind zu segeln, wenn ma ihn bi» dahin mit sich gehabt hat. Jadesse» war die Sonne hinter dicken Wolken gänzlich verborgen und die Blitze begannen zu leuchte», und eigentlich hätte er dem Beispiel der See-leute und Fischer folgen und sofort da» Eezil einreffen müssen, aber er war nur von dem He-danken beherrscht, die Hafeneinmündung zu er-reichen, bevor der Regen begann. „Denn daS ist ja kein Wind, der der fte» de werth ist." bemerkte er halblaut, aber i» demselben Augenblick erreichte ihn der Rege,-schauer, gefolgt von einen Windstoß, der Staui und Blätter von der Küste aufS Meer hinavt führte. Und da das Segel befestigt war, fani man sich leicht die Folgen denken. Im nächsten Augenblick lag die „Welle' mit dem Kiel nach oben und ein triefend nasser junger Mann, der sich krampfhaft an demselbe» festklammerte, trieb vor Wind und Wetteranft Meer hinau». 1884 die vorgeschlagenen Candidaten sofort einhellig ilMcätill und dann proclamirt wurden. Die Namen derselben sind: Obmann: Wcrksdirector M. Terpotitz in Tnfail, Obmann-Stellv. Bürgermeister Morscher in Cagor, Zahlmeister: Kaufmann Jaschke in Trifail, Zahlmeister - Stellvertreter: MicheU'ie in Hagor, Schriftführer: Primararzt Dr. Prossinagg i» Tnfail, Schriftführer-Stellvertreter: Bürgermeister toger in Trisail — zewiß Namen, die aller Orten einen guten Slang haben, und zu der Hoffnung berechtigen, diß die neue Ortsgruppe i» den besten Hän-d:n ist. Das Wahlergebniß wurde mit einer Bei» 'Malve begrübt. Zu dem zweiten Gegenstande der Tages-«tauig „Wahl der Delegirten zu der Vereins-yaupwerfammlung am !. und 2. Juni in Graz" ttcUte Dr. Prosfinagg den Antrag, „es möge dies« Wahl der V-reinsleitung überlassen wer-ftn,* was auch allseitig accepnrt wurde. Der dritte Gegenstand der Tagesordnung Msällige Anträge" entfiel, da solche nicht ge-Ntlll wurden. Htemit war der officielle Theil »er Aufgaben der Versammlung zwar ge-ihloss.n. aber der Entschluß, die schöne Feier zwanglos sortzufetzrn erst recht entbrannt. Es folgte zunächst al« Beginn der söge-nannten gemüthlichen Unterhaltung der Vortrag eireS hübschen Männer-Qnartetts von 4 in Be-jag auf ihre stimmlichen Leistungen sich ganz fremde» Sängern, welcher nichts desto weniger anmuthete und beifällig aufgenommen wurde. Die Ansprachen und Begrüßungen der Ob-manner von Tüfser und Umgebung Cilli fanden selbstverständlich ebenfalls den verdienten Beifall; geradezu zündend war aber die Ansprache des Obmannes von Cilli und dessen Trinkspruch auf die Frauen, in welchem er so schöne Pointen anzudringen wußte, daß er damit unwiderstehlich die Gemüther erhob und die Heiterkeit ent-fesselte, so daß er von da an als Held des Abends gelten konnte. Nach Abfingung mehrerer Lieder und Chöre, unter welchen daS „Teutsche Lied" der feierlichen Ftktstimmung beredten Ausdruck gab, brachte der Vorsitzende die eingelaufenen Begrüßungs-Telegramme und Schreiben zur Vorlesung, welche siovntlich mit freudiger Acclamation aufge-nommen wurden, und unter denen insbesondere jene« von mehreren dem Bauernstande ange-hörigen Mitgliedern der Ortsgruppe „Umgebung Cilli' begeisterten Wiederhall fand. Telegramme waren eingelangt: Beim Laut des ersten Donners lief Polly, die mit großer Unruhe da« am Horizont her-ausziehende Unwetter beobachtet hatte, mit dem Fernrohr ihres Vaters in der Hand, hinauf nach Mr. Dormans Zimmer, von wo man eine weist Aussicht über das Meer hatte. Aus dem Wege z» dem offenen Fenster beugte sie sich hinab, um einige lose Papiere aufzunehmen, die der Wind vom Tisch geweht hatte. .Run. da« muß ich gestehen !" war Polly« »«wundert« Ausruf, al« sie ihr eigenes Profil oaf einem Blatte Papier wiedergegeben fand. Die von kleinen Locken halb verborgene Stirn unk die tiefen Augen waren gut getroffen und unter der Zeichnung stand geschrieben: .Polly carifsima." „Gott mag wissen, wa« Carissima bedeu-tet f bemerkte sie leise, und mit einem zusrie-denen Glanz im Auge trat sie. nachdem sie die Zeichnung wieder auf den Tisch gelegt hatte, an« Fenster. Mit zitternden Fingern richtete sie da« Fernrohr und sah in demselben Augen-blick über die See hinaus, als ein Windstoß das Wasser gewaltig bewegte und ein Getöse hervorrief, da« fast den Baß de« Donner« ibettönte. Dann entschlüpfte plötzlich Polly« Lippen et» Schrei, und sie stürzte die Treppe hinab. „Joe. Joe!" rief sie, aber Joe hatte Schutz vor be« Unwetter irgendwo gesucht, und „Deutsche Wacht 1.Von dem Obmann« des deutschen Schulvereine« Dr. Weitlof in Wien. 2. Von der Ortsgruppe „Sannthal." 3. Von der Ortsgruppe „Umgebung Cilli." 4. Von dem Club der Gemüthlichen in Cilli. 5. Ein Begrüßungsschreiben sendete die Ortsgruppe Gonoditz und Umgebung. Unterdessen wurde ein Subscriptionsbogen in Umlauf gesetzt, welcher der Ortsgruppe wieder eine erkleckliche Anzahl neuer Mitglider znführte, so daß der derzeitige Stand bereits ein recht namhafter ist. Die nun folgende Versteigerung von gesam-inelten Briefmarken (zu einem Posttparcassa-büchl für ein armeS, braveS Schulkind gewid-met) und eines im Trifailerbecken gefundenen Haifischzahnes, so wie die Besichtigung eines auSgegrabenen seltenen Petrafactes, nämlich des in Steinkohle eingehüllsten Stoßzahnes eines vorweltlichen Ungeheuers, welch letzteres Object von Dr. Higersperger mit kaustischem Witze und sogar in gebundener Rede vortrefflich erklärt und angepriesen wurde, ergab ein überraschend günstiges den Zahlmeister der neuen Ortsgruppe hochbefriedigendes pecuniäreS Resultat, und er-zeugte in Verbindung mit den vorgetragenen Liedern und den eingeflochtenen netten Gstanzln eines kleinen DamenchoreS eine >o herzliche Fest-stimmung, daß gewiß in allen Anwesenden das schöne Gefühl wach wurde, man b'fiit?« sich in einer großen, gleichgesinnten Familie. Zu dieser Feststimmung trug sehr erheblich die junge Bergntannswelt bei, die an diesem Abende wieder glänzend bewies, welch heileres. anmuthendeS Wesen sich der Bergmann in sei-nem schwierigen gefahrvollen Berufe alleror-ten und immerdar zu bewahren wisse. Ihnen ein besonderes herzliches Gtück auf! Wenn auch die schöne Festfeuer an die-sem Abende sehr viel des Erhebenden und Ge-mütherregenden bot, so wurde daS Bisherige doch noch durch die Erklärung der Fran Au-guste Zigeuner von Blnmendorf überboten, deS Inhaltes: Daß die Frauen von Trisail und Nach-barschaft den Entschluß gefaßt hätten, eine selbstständige Frauen-OrtSgruppe des deutschen Schulvereine« zu gründen und auch bereits die erforderlichen Beitritts - Anmeldungen erfolgt feien. Daß diese Mittheilung einen Sturm von Beifall entfesselte, ist wohl selbstverständlich. — daß unter Gläserklingen ein Heer von Gratu-lanten und Lobspendern um die anwesenden lieben Frauen sich drängte, — daß wir Tri-failer in dem stolzen Gedanken schwelgten, daß unsere Frauen die ersten waren, die das schöne Beispiel der Grazerinnen nachahmten. — ___ ihre Mutter machte in der Nachbarschaft einen Besuch. Nur einen Augenblick bedachte auch Polly, und schon befand si> sich unten an der Werft, wo ihr eigenes Boot lag, und fünf Mi-nuten später schoß es durch die Wellen, geführt von den leichten Nudern in den weißen Händen de« jungen Mädchens, deren Hände für den Augenblick Riesenkräfte zu besitzen schienen. „Ich würde kaum noch viele Minuten mich haben festhalten können," bemerkte Mr. Dor-man ruhig ein« Stunde später, al« er daS Boot in den Hafen hineinruderte, und viel be-redter, al« alle Bemerkungen war der Blick, den er auf Polly warf, die im Hintersteoen durchnäßt und sehr ermattet von der Anstren» gung saß. „Nein." sagt« Polly gedankenvoll und fügte darauf plötzlich laut hinzu: „Mr. Dor-man, wa« bedeutet Carissima?" Der junge Mann erfchrack. und mit einem Blick auf Pollys von Purpur Übergössen?« Gesicht fagte er: „DaS bedeutet, daß Sie für mich da» Theuerste auf Erden sind !" und Polly konnte nur ihre rothen Wangen dadurch verber-gen, daß fie ihre Hände vor da» Gesicht hielt, während ihr Herz laut vor Freude klopfte. „Meine Polly carissima !" Diefen Satz wiederholte Mr. Dorman entzückt, während er in der Einsamkeit seine« Zimmer» sich dem 5 und daß gewiß auch unsere lieben Gäste eine innere Freude empfunden haben mochten. Zeu« gen eines so schönen Doppel-GeburtSfestkS ge-w.fen zu sein. — nur natürlich. — Wir haben den sreundlichen Lesern am Eingange dieses Briefes eine» Bericht über ein seltenes Ereigniß in Aussicht gestellt und glauben dieses Versprechen hieinit eingelöst zu haben. Hoffend auf die gütige Anerkennung, daß eS auch in unserem engen Thal« und seiner Nach-barschaft Männer und Frauen giebt, die daS Deutschthum hochhalten, und den erhabenen Zielen deS deutschen Schulvereines ihre wärm-sten Sympathien weihen. Wir haben ein schö-nes Doppelfeft gefeiert, welches bis zum letzten Augenblicke in der prächtigsten Weife verlief, und nur mit dem einzigen Mißton« schloß, — nemlich mit dem schrillen Pfiffe der Locomo-tive, die uns unsere lieben Gäste entführte. lOrtsgrnppe R o h i t s ch. ] An, 17. Mai, Abends 8 Uhr. findet in Rohitsch die Hauptversammlung der dortigen Ortsgruppe statt. Bei derselben wird. — da die Satzungen nunmehr behördlich genehmigt worden sind. — die erste Wahl des Gruppenoorstande» und die Wahl des Delegirten für die Hauptversammlung vorgenommen werden. Einladung an sämmtliche Ortsgruppen und Freunde des deutschen Schulvereine» zu der Sonntag, 18. Mai, Nachmittags ßalß 5 ?lßr in St. Georgen a. d. Sdb. stattfindend«» coustituireildell Versammlung der Ortsgruppe St. Georgen und Ämgebung. Der Proponent: Arthur Wiesend. Locates und Arovinciates. Cilli, 14. Mai. fRequiem.j Heute 8 Uhr Vormittag« celebrirte Herr Abt Wretschko ein Todtenamt unter großer Assistenz für die verstorbene Kai-serin Maria Anna. Der feierlichen Handlung wohnten die Spitzen der Civil- und Militärbe-hörden, der Lehrkörper der hiesigen Unterricht»-anstalten sowie eine Menge Andächtiger au« allen Kreisen der Bevölkerung bei. sCillier Turnvereins Ein beson-derer Anlaß und — wir dürfen e« schon an-deuten — eine sinnige Ueberraschung geben dem Turnverein von Cilli Gelegenheit, Samstag, den 17. Mai d. I.. Abends 8 Uhr in den Casinoräumlichkeiten eine kleine Feier zu ver- prosaischen Proceß unterwarf, seine triefenden Kleider mit trockenen zu vertauschen. Am Fuße der Treppe hatte Polly nämlich ihm auf eine zärtliche Frage etwas zur Ant-wort zugeflüstert, und die Erinnerung an diese Worte machte ihn jetzt ganz verwirrt. AlS er darauf seinen Rock aus der alten Garderobe nehmen wollte, und der Hängsel an eine« verrosteten Nagel festhing, nahm er >ich nicht Zeit, denselben zu lösen, sondern zog ihn mit einem Ruck lo«, der auch den Nagel herau»riß, aber gleichzeitig fiel auch ein altes Br«tt kra-chend herab. Und al« gleich darauf Mr«. Preston und ihr« Tochter herauf zu ihm eilten, al« fie sein eifrige» Rufen vernahmen, fanden sie ihn auf ein halb Dutzend alter, von Würmern zerfresse-„er Beutel starrend, die er au« ihrem Versteck hinter dem Brett hervorgezogen hatte. „Der Preston-Schatz!" rief Polly« Mutter erblassend au« und sank in den nächsten Stuhl. Ja. so verhielt e« sich in der That, und die sech« Lederbeutel enthielten jeder hundert Gni-neen. „Sie sollten also wirklich eine reiche Erbin werben, Polly!" bemerkte Mr. Dorman, al« fie in der Abenbdämerung neben einander auf der mit Weinlaub bedeckten Veranda standen und dem Braufen de» Meere« lauschten, da« .Deutsche Macht.« 1884 anstalten. wozu nicht nnr di« ausübenden und unterstützenden Mitglieder des Turnvereines, sondern auch die Mitglieder des Casino-, Männer-gesang- und Feuerwehrvereines geladen erscheinen. DaS Programm wird nebst der erwähnten Ueberraschuna musikalische, gesangliche und turnerische Productionen bieten; den Schluß aber wird ein Tanzkränzchen bilden. Somit dürste wohl allen Wünschen Rechnung getragen worden sein. Ungeachtet der schöne» Jahreszeit erwartet der Turnverein eine recht zahlreiche Betheiligung aus allen Kreisen, die ja daS Turnwesen auch bisher stets gefördert haben. [Alpe«verein] In Gemäßheit des Hauptversammlungsbeschlusses vom 24. April d. I. hat die Leitung der Section „Cilli" des deutschen und österreichischen Alpenvereines be-stimmt, Donnerstag den 15. Mai einen Aus-flug auf den „Dost" bei Cilli zu unternehmen, zu welchem die Mitglieder der Section nebst den Angehörigen eingeladen werden. Der Auf--bruch erfolgt um 12'/, Uhr Mittag vom Caf6 Mercur aus. Die Theilnehnier werden ersucht, für den Proviant selbst zu sorgen, da die Sec-tionSlcitung auf die Höhe deS Berges nur ein Fäßchen Wein schaffen läßt. Kleinere und größere Ausflüge im Laufe des Sommers, regelmäßige und mindestens jeden Monat einmal stattfindende, mit fesselnden Vorträgen und Demonstrationen verbundene Zusammenkünfte während der un-günstigeren Jahreszeit werden das Interesse für den Alpenverein stets fördern und erhöhen, die gleichgesinnt«» Mitglieder einander nähern und sicherlich zur Erhaltung geistig und törper-lich anregender Geselligkeit m unserer Stadt und Umbgebung wesentlich beitrageil. Die be-deutenden Vortheile, welche durch die Vereins-Publicationen nebst werthvollen Kunstbeila-gen. dann durch die Begünstigungen bei Eisen-bahnen und anderen Tronsportunternehmungen und in noch manch anderer Richtung geboten erscheinen, werden dem Vereine sicherlich neue Mitglieder zuführen und auch die Leitung der Section „Cilli" glaubt auf eine beträchtliche Vermehrung der Mitgliederzahl rechnen zudür-fen. Die Thätigkeit der Section wird sich nicht nur aus die eigentlichen Hochalpen, sondern auch auf da» Mittelgebirge in der Nähe von Cilu erstrecken und durch Erschließung neuer günsti-ger Aussichtspunkte, Verbesserung der Wege u. wird auch das Interesse der Fremden für un-sere reizende Gegend geweckt und erhöht werden. Der AuSflug auf den „Dost," von wo man eine wirklich schöne Aussicht genießt, inaugurirt diese Thätigkeit und bietet auch minder kniefesten Bergsteigern, sowie den tarnen Gelegenheit, von einer verhältnißmässig bequem zu erreichen-den und dochmckst unbedeutenden Höhe die Schön-heilen der südlichen Steiermark zu bewundern. Wenn Jupitar plurius ein freundliches Gesicht gleich einem Wiegengesang Polly seit ihrer zarten Kindheit in den Schlaf gelullt hatte. „Ja," antwortete Polly ruhig, und wäh-rend sie ihre kleine Hand in die seine legte, fügte sie ein wenig ängstlich hinzu: „Aber ich hoffe nicht, daß sie deshalb geringer von mir denken werden. Mr. Dorman." „Ich werde mein Bestes thun. Polly," war seine ernste Antwort; aber Du darfst Dei-nerseitS auch nicht geringer von mir denken, weil ich ein Vermögen von achtzigtaufend Dol-lars besitze." Und während er sie sanft an sich zog. er-zählte er der Polly von sich und seiner Fami-lie. Wie er, überdrüssig der ehestiftenden Mütter, auS der Hauptstadt entflohen war und Schutz in dem kleinen stillen Covert gesucht hatte, ohne zu ahnen, daß er hier das Wesen finden würde, das er liebe u. f. w. »Aber was wird Deine Familie dazu fa« gen?" fragte Polly furchtsam nach einer der langen Pausen, die bei glücklich Liebenden so eigenthümlich sind. „Ich werde ihnen »rzählen, Polly carissima, daß ich den Prefton-Schatz gefunden habe". Die Zukunft bewies, daß er Recht hatte. zeigt, so dürften sich wohl viele Theilnehme-rinnen und Theilnehmer anfinden. [Eine Sehenswürdigkeit.)Dieser Tage wurde der Gasthausgarten des Hotels „Erzherzog Johann" eröffnet. Der Besitzer des Hotels, ein bekannter Blumenfreund, hat dies-mal darin Blumengruppen aufgestellt, die in Bezug auf Arangement. feine Auswahl und Schönheit der einzelnen Exemplare das Erftau-nen aller Kenner erregen. Ganz besonders effect-voll repräfentirt sich die Gruppe selbstgezogener Blattpflanzen, davon wir namentlich auf wahre Prachtstücke von Pegonien aufmerksam machen möchten. sV o r l e s u n g.) Die Herren Milan nnd Klein veranstalteten am verflossenen Samstage im hiesigen Casinosaale eine Vorlesung, welche sich zwar nur eines kleinen, aber aufmerksamen PublicumS erfreute und den Vorlesern verdien-ten Beifall einbrachte. Die genannten Herren hätten neben dem künstlerischen Erfolge auch zwei-fellos einen materiellen errungen, wenn ihnen nicht „im wunderschöner Monat Mai" ein rück-sichtSlofer Concurent entstanden wäre, der über-Haupt mit seinem diesjährigen Debüt alle in geschlossenen Räumlichkeiten veranstalteten Con-certe illusorisch macht. Wir constatiren jedoch mit Vergnügen, daß sowohl Herr Milan, wie Herr Klein «in sehr beachtenswerthes Vorlesertalent besitzen, welches ge'viß geeignet erscheint, grö-ßere Kreise auch während der schönen JahreS-zeit in den Concertsaal zu locken und dort durch einige Stunden zu fesseln. sS a n n b ä d e r.j Die Badesaison hat begonnen. Die Temperatur der kristallhellen Fluthen unserer Sann erreichte schon am Schluße der verflossenen Woche 14 Grade; gestern betrug dieselbe bereits 16 Grade, da-her eS auch nicht Wunder nehmen darf, daß Heuer so früh die Badelust geweckt wurde. Der Erste, welcher die Saison gewißermaßen officiell eröffnet u. z. bereits am 12. d. war unser Bürgermeister kaiserl. Rath Dr. Neckermann. [6 j i r a z u g.] Anläßlich dir gründenden Versammlung der Ortsgruppe St. Georgen wird ein Extrazug mit PostzugSpreisen von Cilli nach St. Georgen und zurück ver-kehren. Die Hinfahrt dürfte zwischen 3 und 4 Uhr, die Rückfahrt zwischen 8 und 9 Uhr AbendS stattfinden. Alle Freunde des deutschen Schulvereines werden daher im Interesse der guten Sache ersucht, sich diesem culturellen Aus-fluge, der auch allen Bequemlichkeiten Rechnung trägt, anzuschließen. fM o r i tz A l e x a n d e r K r ü g e i,] der bisherige Director des Grazer Landestheaters, ist zum Director des StadtheaterS in Straß-bürg ernannt worden. sLeobner Stadttheater.^ Das genannte Stadttheater wurde für die kommende Wintersaison dem Director Zanetti, der ge-genwärtig dort gastirt, überlassen. tZur Durchführung der Schul-g e f e tz - N o v e l l e.j Der Gemeinderath von Graz sprach die Erwartung auS, der Landes-schulrath werde bei Erledigung der Gesuche um Schulerleichterungen strenge nach dem Gesetzt vorgehen, und beschloß, die Abgeordneten der Stadt zu ersuchen, daß sie den Unterrichtsmini-ster interpellier wie er feine letzte Durchfüh-rungS-Verordnung mit der Schulnovelle verein-baren könnte. [E t d b e b e n.] Man schreibt uns un-term 11. d. aus Schönstein: Heute Morgens wurde um 5 Uhr 14 Minuten »in heftiges Erdbeben in drei starken Stößen, welche eine Richtung von Osten nach Weste» hatten, verfpürt. ^Großes Schadenfeuer.! Vor-gestern Nachts wurden in Straßgoinzen auf dem Pettauer Felde die Wohn- und Wirth-fchaftSgebäude von zehn Grundbesitzern ein-geäschert. sH u n d s w u i h.| Wie die „Marb. Ztg." meldet, wurden in vonger Woche nächst Lem-dach mehrere Kühe und Hunde von einem tollen Köter gebissen. O Wir lenken die Aufmerksamkeit unserer verehrten Leser auf die Annonce der wohlre- nommirten Firma Valentin & Co., Hamburg, die Hamburger Geld-Lotterie betreffend, welche zweifelsohne das Interesse des Publicums i» Anspruch nehmen muß und Jedem Gelegenheit biete», für eine geringe Ausgabe fein Glück zu versuchen. FolSswirtWattlich-s, sS a a t e n st a n d i n A m e r i k a.f Aui Chicago liegt vom 24. v. MtS. folgender Be-richt vor.' Was die wachsenden Ernten i« Westen anbetrifft, so ist, nach den von dort rib gelaufenen neu.'sten Nachrichten, für dieselbe» während der verflossenen Woche nur ein sehr langsames Fortschreiten im Wachsthum zu ver-zeichnen. Ebenso ist auch in vielen Fällen die Aussaat verzögert worden. Gleichwohl ist die Beschaffenheit des BodenS eine vorzügliche u»d ist während deS Herbstes ein bedeutendes Areal umgepflügt worden. Die Witterung ist bis I»-weit ungemein kalt und »aß gewesen, und am eine« Zeitraum von sechs Tagen entfällt kau« ein sonniger Tag. Für den Augenblick ist e« noch zu früh, irgend welche bestimmte Behaup-tungen über die diesjährige Ernte, oder selbst nur über die Aussichten für eine solch« auf-st-llen zu wollen. Zunächst handelt «S sich u« di« Beschaffung von gutem Saatkorn. Mach Schluß des Mattes eingetroffen. Wie», 14. Mai. (Original-Telegramm.) In Folge des Exodus fan! gestern Abenbi eine vierstündige Berathung der Vereinigte« Linken statt. In derselben proponirte der Vor-stand, der heutigen Sitzung wieder beizuwohnen, und ein« lendenlahme Erklärung abzugeben. Abgeordneter P l e n e r beantragte, so lange fern zu bleibe» bis Garantien gegen die Wieder-holung unrichtiger Enunciationen des Präsidium« gegeben sind. Auch die Abstinenz mit einer motivirten Erklärung wurde beantragt und end-lich die Beschlußfassung auf heute verschöbe». In der heutigen Clubsitzung theilte nun der Vorsitzende Tomaszczuk mit. der ReichSralht-Präsident Smolka wolle eine ErNärung ad-geben, daß er nach bestem Wissen enuncirt habe, künftighin aber bei der Abstimmung länger zuwarten wolle, um Gelegenheit zu gebe», ein« Stimmenzählung zu veranlasse«: er fei auch einverstanden, daß die A»-fechtung des gestrigen Beschlusses feiten» der Linken ins officielle Protokoll aufgenomme» werde. Hierauf wurde die Sitzung unterbrochen, damit der Vorstand Beschluß fasse und ein« Antrag stell«. Gegen 12 Uhr erschien der Vor» stand wieder und erklärte, er habe dem Prasi-denten Smolka mitgetheilt, die Linke könne erst schlüssig werden, wenn sie den Wortlaut semer Erklärung kenne und wenn die Recht« in Awese». heit der Linken beschlossen habe, die Anfechtung der gestrigen Sitzung zu protocolliren. Die dieSbe-züglicht Beschlußfassung findet heute AbendS statt. Mittlerweile tagte heute da» Abgeordnetenhaus ohne die Vereinigt« Linke, deren Majorität die bekannte Unentfchiedenheit und Halbheit zeigt. Günstigen Falles wird die Besetzung der Ehren-stelle eines Vicepräfidenten durch ein Mitglied der Vereinigten Linken als Garantie verlangt werden, aber auch di«S ist noch fraglich. 1884 2 möblirte Zimmer M-ch« un Hauptplatz sind mit 1. Juni tu Vormächten. Nä-Wt» in der Administration. inst fflr Jedermann. Adressen abzugeben : Wien, Hauptpott restante unter Chiffre R. SOO. 320—3 KAISER FRANZ JOSEPH-BAD TÜFFER. Der ergebenst Gefertigte, welcher durch VergrGsferung des Restaorations-Gartens, sowie durch Herstellung eine« eigenen ('lUT-'Wnloiifc in der "VUlai einem oft ausgesprochenen Wunsche nachgekommen ist, erlaubt sich die P. T. Bewohner Ton Tüffer und Cilli bebst Umgebung »tun Besuche seines Etablissements höflichst einzuladen. Hrgtm* tler Cwi-mihmik r>»»s to. Mai. Hochachtungsvoll 337-4 Tlieotlor Ouukel. Vom tiefsten Sehmerze gebeugt geben wir Nachricht von dem Ableben unseres theuren Gatten, bez. Vaters et«., des wohlgeboroen Herrn Ferdinand v. Kollowllz, Adjaneten der Direction der Landeszwaog«-Arbeltsanetalt in Hessendorf, welcher gestern Abends 6'/4 Uhj nach kurzem, schweren Leiden im 68. Lebensjahre sanft verschieden ist. Das feierliche Leichenbegängnis» findet Dienstag, den 13. d. M., um 4 Chr Nachmittags vom Sterbehause: Gemeinde Messendorf Nro S bei Graz. nach dem St. Peter-Ortsfried-hofe siatt, woselbst die Besetzung in die Kamiliengraft erfolgt. Der Trauergottesdienst wird Mittwoch, den 14. d. M„ um 0 l'hr Vormittags, in der Pfarrkirche St. Peter abgehalten werden. Kessendori bei Graz, am 12. Mai 1884. Die tieftrauernde Familie. Separate Fart« -weriloa Xilclvt a.-a.sg-eg-e'beiv. Mark 500,000 im gtücktichstm Aalle. Die qrobe vom Staate Hamburg garomirte Geldlotterie erfreut sich durch die Reichdaltiateit der in derselben jut Berloosung kommenden Gewinn? sowie durch die größtmöglichste Karantie für vroniPie Gewinnauszahlung überall der größten Beliebtheit. Dieselbe wird den Bestimmungen de» Plane« gemäß von einer besonder« hiesllr eing^etzten General Tirectian geleitet und ba« ganze Unter nehmen vom Staate überwacht. Es werden in wenigen Moiaten von der ersten bi« zur siebenten 100,000 Loosen 50,500 Loose sicher mit Gewinnen gezogen von eventuell Mark 500,000, speciell aber: Klaffe miter Haupttreffer Prämie 1 Gewinn 2 Gewinne 1 Gewinn 1 Gewinn 2 Gewinne 1 Gewinn 2 Gewinne 1 Gewinn 5 Gewinne 3 Gewinne a Mari 300,000 • „ 300.000 » „ 100,000 a ,, «0,000 ä „ SO 000 a „ ? 0,000 a „ 60,000 a „ 50.000 ä „ 30,000 a „ 20 000 15,000 26 Gewinne i>6 Gewinne 10« Gewinne 253 Gewinne 6 Gewinne S15 Gewinne Gewinne 2c<0Ä> Gewinne I!'4^j Gewinne Darunter befinden sich 333—4 k Mark 10,000 a , 5 OOO a „ 3,000 a „ 2,000 i „ 1,500 a „ 1,000 » „ SOO ■ . a „ 145 «00, 150 W 12« 100, 04, 63, 40. 20 ,c. 3 tSewinne a „ 15,000 Von diesen Gewinnen werden in der ersten Clasie «000 im Gesamtbeträge »on M 153,000 DttlMfo. Ter Haupttreffer der ersten Classe beträgt Mark 50.000 und steigert sich in der zweiten Classe auf Mari 60,000, dritten Mark 30,OOO, vierten Mark HO.OOO, sünsten Mark 00,000, sechsten Mark 100.000 und in der siebenten Classe aas eventuell Mark 500,000, speeieU aber M 300.000, 200,000 je. ?c. Zu der Gewinnziehung der ersten (Zlasie kostet Ein ganzes Originallos fl. g.sv f ■ * • ©in halbes Original! o« „ 1.79 Ein viertel Originallos „ «.»() Gegen Einsendung deS Betrages in Banknoten. Postanweisung oder unter Rachnahme tmaebendknJ^ttniae prernnn au jesührt. Es erhält Jeder di« mit dem Etaats-®M)XJ Ersetzen?» Criflinallofe in Händen u»d ju gleich i Zaji den amtlichen Plan, au» welchem all« Ziahere, wte >WölnnemU«uung. Ziehiinqsata und Einlagen des'verichiedrnen Ctoffe« ya ersehen ist Sosoti nach Ziehung erhält jeder Zhtilnehmer di« amtliche mit de« CtaaiSwappen pertefurne »e» winuliste, welche deutlich die Gewinne und die respenwen Nummern angibt, die gewonnen haben. — Tie Ävzzahlung der Gewinne geschieht planmtßig prompt unter Ttaatsgarantie. Auf Verlangen wtscideit wir de» amtliche» Plan im Voran« gratis Md erklären uns serner bereit, di? K»cht ronarni ien«n LoosM welche uns rechtjeitia vor Ziehung «taurnirt iverden, wieder zurückzunehmen und den dofitr erhaltenen Betrag sofort jtortajm-rftatten. Da zu diesen Gewinnziehunaen täglich sehr zahlreiche Siijlläge bei uns eingehen, so ersuchen wir, um alle Ve-tellungen mit Sorgsall ausführen zu können, dmelden baldmöglichst, jedenfalls aber ! V.- :■>>■■■ ./ vor dem 31. Mai 1884 in« Wrect zugehen zu Mffen. Valentin «V Co., Bankgeschäft ' HAMBURG. Giftet »»d Unfall »vielen »ft eine groß» Ziolle im menschlichen Leben und diesen darf ein, Jtder gern ohne Ausnahme «ne Thür offen las->«, nenn dieie«, wie hier, auf solide und be-q»eme Weise zu erreichen ist. Unsere HanpteoUecte war »on jeher ganz besonder«» vom Glücke begünstigt und wurde das Interesse unserer werthen Abnehmer stet« auf Angelegentlichste von un« wahrgenommen. Jeder genießt bei uns den Vortheil des di-recten Bezugs der Originallose ohne Vermittlung von Zivijs<;biirt lt . . . Muduugjfon 25 kr. Porto. s# neuester Gattung, in "styfvolleti BlrfWefi nnd orientalischen Dessins von den einfachsten bis elagantastan, 'und' zwaf in Naturell, Glanz, matt. Gold, Velours T^der und Stoff-Imitationen, mit passenden Plafonds wie auch all«» hiezu nöthigen D«co* ' ration*-OegetigUnd^n. jrnefipf^hepiwettk ,för -WfliifhfjeÄ, llfttels, CüfTg etc. In ^rOaater Auswahl bei Herrencasse, GRAZ, imm. ' Tapeten-Muaterkarten stehen Diensten. Kostentberscldäge nach Bekanntgabe der Dimensionen, beceitwilli^it • 198- - f Frachtbriefe mit '\d&i^oluie tjuiefschrill, zu. hsbeu bei Jeh. Kiikiisrii. (Ulf. o ,.Z>e»tfche ZSacht.^ W m Pilsner Lager-Bier. H H ®J6a}t9«e»=---- H Wir beehren uns hiemit anzuzeigen, dass der AllSStOSS unseres LaSsCr« Bieres am 8. IVfili || a. C. begonnen hat und sehen geneigten Aufträgen mit Vergnügen entgegen. Bürgerliches Bräuhaus in Pilsen, n fCKriindet Im Jahre IMS. Hauptdepöt bei F. Schediwy in Graz, 26—3 „Hotel goldener Löwe." Sonntag, den 18. Mai: iF@i@§§ Concert der Cillier Musik-Kapelle 332—2 und Für vorzögliches Plliner and BalrUoh-BUr, »o wie auch filr exquisite Küche ist bestens gesorgt. Damenhüte, «let« nur hanl »oiivriiuleii, von fl. 1 30 an. als auch in reichster Ausstattung, ebenso Kinder-hüt« verfertiget und hfilt rr-iche Auswahl T_ Herschmann, Modistia aas Wie«, Cilli. Poatgaaae Nro 89. Anch wird modernisirt. | Filialdepöt in Sauerbrunn. Anzeige« Gebe hiermit bsifliebst bekannt, das« ich einen eleganten neuen 19* -WU zur Verfügung habe. Zur gefälligen BeriflUung ladet hiermit büfliebat ein 331—2 Hötel goldener Löwe. Josef Rauch, Vom 15. Mut bl» 1. Juni Ausverkauf von: Heiligenbildern, Landschaften in Genre in Barock-, Gold- und schwarzen Nahmen. Spiegeln in Gold- und NuKsholz-Rahmen. Ankleidespiegeln in allen Grössen. Grosse Auswahl von Notenblätter, Ariston. I>as Neueste in Spiegeln und Bildern mit Altgoldrahmea. Bilder-Magazin I. Stock. Glas-, Porcellan-, Firnis»- und Farben-Handlung eigener Erzeugung. Niederlage des Radeiner Sanerbrnnn. 338-2 LicitatiODs-KuiacMni. Manisiag, den 17. Klal 1884. Vormittag von 9—12 Ubr, Nachmittag von 2—6 Uhr, werden im Hause .zur grünen Wiese* in Sawodne divers« KÜchen-EInrichtung, Möbel und verschiedene Gegenstände im freiwilligen Licitationswege ver- kiuft. 339—1 Maria Klabutar. Ein commerciell gebildeter Das ledig, reprisentatlonsfihig, persecter Buchhalter in allen Zweigen der doppelten Buchhaltung, zugleich practischer Kaufmann, mit Vorzugs-Zeugnisaen und Prima-Referenzen, wünscht sieh bei Erlangung eines entsprechenden Postens in Cilli niederzulassen. An» »prQ'-he nicht Aber die localen Verhältnisse. Gegebenen Falles werden Antrüge erbeten unter ,,B. Jt K. 1" an die Redaction d. Blattes. 334—2 9Cn die deutschen Jraueu und Mädchen Killi's und "Umgebung ? Nachdem von Frau Nina Kienzl an mich die ehrenvolle Aufforderung erging, hier in Cilli und Umgebung Mitglieder zu der Frauen-Ortsgruppe des deutschen Schul-Vereines in Graz zu werben, fühle ich mich veranlaßt, alle diejenigen Damen, welche entweder dieser Ortsgruppe beizutreten wünschen oder eine eigene Gruppe in Eilli bilden wollen, zu einer diesbezüglichen Besprechung am 19. Mai, vormittag 11 Uhr, in meine Wohnung einzuladen. Ich hoste, daß die Frauen und Mädchen Ctlli's und Umgebuug sich ihres Rufe« al» echte, wanne Bertreterinnen des Deutschthurn» würdig zeigen und sich recht zahlreich bei mir einsinden werden. Berg- & Hüttenwerk Store beabsichtigt ihr -Fl) fttr die Dauer eines Jahres, d. i. roi 16. Jini 1884 bis 16. Juni 1885 im Offertwege zu vergeben und werden Unteres niungsluatige aufgefordert, ihre Offerte an die n'erkMdlrectlan in Älorf zu richten: die Bedingungen, unter welchen das Fsh> werk vergeben wird, liegen in der WerkakanxM In Store zur Ansicht auf. 31S—J Soeben fHsch angekommen und durch die ganze Sommer-Saison zu haben: Llptnner Priinnen, Olnifltzer Quargeln, Emmontlialer, Hanuthnler, Hojgt'lacr. Homatur, Imporial, Pnrmeenn. nnd Gr((|er KAse, sowie hochfeine ungarische & Veroneser Salami bei AL01S WALLAND ii IM Hauptplatz und Postgasse. 277— Hötel „goldener Löwe". R........ JMW jeden Donnerstag, Nonn- un«i Feiertag 99—30 im Anaachaake. Lungenkranken, Mehnlndasirhllgf* etc. wird kMlea*| srel ein ganz von&glichea Heilmittel nitge-1 theilt. Anfragen beantwortet gern Theodor Bössnaiy Leipzig. Eigenthum, Drnck und Verlag von Johann Rakaach in CUIi. Verantwortlicher Redacteur lu Beaoaal.