M. .17. SllliiSlüg tltn 29. IM Vö5. 9. JalilPng. >^^j^ ^ H^^. A. H, ^ H^- ^H^ ^^, ^^^ /"^ I ^ ^ H^ H^ ^ G^» (Vcilagc zur „Lail'nchcr Zcitnnq.") Tic „Blätter aus Kraiu" erscheinen jedcu Samstag, und ist der Pränumcrationöpreis ganzjährig 2 si. östcrr. Nähr. W a l d l i c l>. Tcr Wald, ist mcinc Freude, Der Wald ist mcinc 5!nst, Im Wald so schaute mich nach der Thüre um. ! „Setzen Sie sich näher. Ich werde Ihnen eine Geschichte erzählen. Ich habe mir schon lange vorgenommen. ! Eic werden darin die Erklärung meines seltsamen Benehmens ! finden. Und auch den Grund meiner sogenannten „Melancholie." Sie glauben an keine Gespenster? Natürlich nicht." „Ich, ich weiß nickt, Monscigneur. Ich habe noch nic eins gesehen." Draußen im Mondlicht plätscherte der Brunnen, in der Zinnnerccke träumte der Windhund, ich faltete meine Hände über den Knien und er begann: „Als junger Mensch liebte ich hier auf dem Gute meines Vaters die Tock'ter unseres Gärtner, die leichtsinnige Loncza. Es war meine erste Liebe, eine Liebe, die mich über alle Wolken trug. Sie war hübsch mit ihren schwarzen Augen, die wie mit dunilcm Vllithcnstaub umgeben waren. Sie war etwas mager und hatte die Lungcnsucht, wie es hieß. Aber dieser leidende Zug, dcr um den Mund spielte wie ein verhaltener Seufzer, machte ihr Gesicht nur noch pikanter und reizender. Und wie ich sie liebte! — Als ich ihrer satt war ging ich nach Iassv, um dort zu studiren und mir die Braut zu besehen, die mein Papa mir bestimmt hatte. Ich war mit dem hübschen Gesichte, den Rubeln und dcr liebenswürdigen Naivetät meiner künftigen Braut ganz zufrieden und meldete meinem lieben Papa, ich sei jeden Augenblick bereit, in den Stand dcr heiligen Ehe zn treten. Die Hochzeit sollte hier in Lapuschna gehalten werden. Feuerwerk, Pferderennen, Vaucrn-tanz, alles Ucblicbe wurde vorbereitet; natürlich auch eine Theatervorstellung. Ta wir keine Schauspieler bei der Hand hatten, so beschloß mein Papa, dem Beispiele jenes russischen Ministers zu folgen und unscrc Diener und Knechte zur Komödie abzurichten. Die Peitsche und das .Iß 1o vsux! meines seligen Vaters vermochten viel, wenn nicht AllcL. Die „Gorali" wurden cinstudirt, und wenn die Leute auch nicht gut spielten, so spielten sie doch wenigstens. Loncza hatte die Hauptpartbie erhalten — die sentimentale Liebhaberin. AlZ sie erfuhr, welches Fest dnrch die Theatervorstellung verherrlicht werden solle, weigerte sie sich zu spielen und schützte ihre Krankheit vor. Wirklich war sic kränker als je. Aber sie mußte spielen. Es war am Tage vor meinem Hochzeitstage, wo ich sie wiedersah. Ick kam mit meiner Braut und meinem Schwiegervater an. Der Tag verging mit Spazierritten, Gelagen, Plaudereien, dem Empfange der Gäste. Am Abende war „große Vorstellung" im Saale des Erdgeschosses, wo man eine ziemlich hübsche Bühne hergerichtet hatte. Ich saß neben meiner Braut auf dem Ehrenplatze, in der vordersten Reihe. Ich war um diese Tage verliebter als je und das weiße Händchen des Fräuleins Iadwisza Piatkowskci kam nicht von meinen Lippen. Ter dritte oder vierte Auftritt war vorüber und eine neue Gestalt betrat die Bühne. Ein blasses, mageres Mädchen. Aber die großen schwarzen Augen und die traurigen Züge! Ich erkannte sie auf den ersten Vlick und die ganze Zeit meiner begrabenen Liebe fuhr jäh uor meinem Gedächtnisse empor und wirbelte mir wie äi880iviuß' vio^8 im Kopfe. Die grünen Ufer des Pruth, die goldenen Achren, die im heißen Sommcrwindc wogten, als ich sie in meinen Armen hielt, und die schattigen Laubgänge des Waldes. Loncza's Blick ruhte anf mir und Iadwisza. Als sie zu sprechen anfing, war auch schon der tolle Anfall vorüber und> ich sagte mir, daß nur Entschlossenheit uon meiner Ecite das Gespenst meiner alten Liebe in seine Gruft zurückdannen könne. Ich wandte also meine Blicke von der Bühne ab und plauderte und lachte und flüsterte mit meiner Braut verliebter als je. Ich fühlte den Vlick Loncza'ö auf mich gerichtet, es war, als banne sie mich in cincn Zaubcrkrcis, aber ich sah nicht hin. Noch einmal, in der letzten Scene des Stückes, wo sie mit rührender, flehender Stimme um das Leben ihres Geliebten bat, traf der Ton dieser Stimme mein Herz und ich fchaute auf. Sie war todtenblas;, aber schöner als je und ihr Auge strahlte tief in meine Brust hinein. — Die Nacht war warm, finster, und ich saß am Fenster meines Schlafzimmers und schaute sinnend in den dunklen Park hinaus. Rauschte der Wind im Gebüsche und machte die Zweige knistern? Nein. Es war eine Gestalt da draußen uor dem Fenster. Sie glänzte weiß durch die Finsterniß. Ich blieb wie gebannt in meinem ! Fautcuil, als der blasse Frauenkopf in dem Fensterrahmen und in dem Rayon des Lampenlichts erschien wie cm Bild in einer Zauberlaterne. Das Licht fiel grell auf sie und spiegelte sich doppelt in ihren blitzenden Augen und ihre Hand lag auf meinem Arme, che ich mich erheben tonnte. „George!" — „Loncza! Alles was Du sagen willst, ist umsonst. Geh." Sie machte eine verächtliche Bewegung mit der Hand. „O sei ruhig, Herr Graf. Ich komme nicht, um Dir zu erzählen, ! daß ich verzweifle. Weiß ich nickt, daß das vergebens wäre? ! Ich tenne Dich und Du kennst mich. Tu bist ein Edelmann und ich bin eine Magd, aber im Stolze sind wir uns doch beide gleich. Ich würde mir lieber die Zunge abbeißen, als mich zu ! einer Bitte erniedrigen. Und dann ist ja Alles so einfach. Du ! hast mich nicht mehr lieb. Mein Gott, das ist ja ganz in der ! Ordnung." — ^ „Loncza!" - ^ „Höre. Was ich Dir sagen will, ist das. Ich werde ! sterben. Ick) werde bald sterben." ! Es war Etwas in ihrer Stimme oder es war etwas in > meinem Herzen oder Etwas in der Lnft, die mich umfäuselte, was mich um viele Jahre jünger machte. i „Du wirst leben , Loncza. Tu wirst noch glücklich werden." , (Fortsetzung folgt.) 100I«hrcdclLai!!llcherBühnc.U765-1863'). Vor dem Jahre 1765 bestand in unserer Hauptstadt keine stehende Bühne. Die Jesuiten hatten im 17. Jahrhunderte 1)ie M vsterien de3 Mittelalters erneuert , indem sie meist am ! *) Einc Sli;;c dcr ältesten Geschichte dcö Lcudacher Theaters brachten wir im Jahrgang VN, Nr. 18, dicscr Blättcr. Ende des Schuljahres oder bei sonstigen feierlichen Gelegenheiten , Echulkomödicn aufführen ließen, in welchen geistlicher Stoff mit ^ mythologischen Vor-, Zwischen- und Nachspielen gemischt war, uud welche durch Menge der auftretenden Personen, Musik, > Verwandlungen und Maschinenstücke für die schaulustige Menge anziehend gemacht wurden. Noch 1748 befand sich im Laibacher Iesuitengymnasium ein großes Theater, dessen Seitenmauer aber in etwas baufälligem Zustande war. In der Fastenzeit des ! Jahre 1730 gaben ausländische Eomüdianten geistliche Spiele. ! In der ersten Hälfte des 18. Jahrh, fanden sich häufig wandernde ^ Banden in Laibach ein, meist aus Enddeutschland, welche ihren ! Schauplatz auf dem Nathhanse oder im Saale dcs Landhauses auf- i ^ schlugen, so 1750 die berühmte V r en n er'sche Truppe, deren ^ Principal in einer Bittschrift an den Viccdom beweglich klagte, ^ daß er das Geld, für die Erlaubniß zu spielen, 6 fl. von seines ^ armen Kindes Pathengcld habe nehmen müssen. Aucb italienische ^ Opern-Impresarien vcrsucbtcn ior Glück mit Opern uud Ballet, ! an welchen unsere Vorfahren seit dem Beginne des Jahrhunderte i ^ durch die Nähe Italiens und die häufigen Reisen unserer ^ Eavalicre Geschmack gewonnen hatten. So kam in der Ausschuh-! schung des Landtags von 1741 im Dezember ein Gesuch des ! Impresario Pietro Mingelti um einen Platz am Landhause und Errichtung eines Theatern anf Kosten der Stände zur Verhandlung. Darüber hat es „Diffikultäten" gegeben, hauptsächlich wcgcn der ohnehin „betrübten Zeiten." Jedoch man zog m Erwägung, daß man solche Diversionen auch an anderen Orte»', > wo es „noch mebr übel zugehe", anstelle, ja, daß „ein Jeder w ! diesen betrübten Zeiten sich sucht zu divertiren", und so sagte ^ man dem Bittsteller den Landtagssaal zu, bewilligte ihm auck großmüthig Holz zur Herstellung des „Theaters" : Malerei und ! Einrichtung zu beschaffen, überließ man ihm selbst. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts griff allmälig die Reform der deutschen Schauspielkunst bei den süddeutschen Truppen durch, der Hanswurst wurde verbannt, und das regelmäßige Schauspiel errang nach langem hartnäckigen Kampfe auf der Bühne den Sieg, obwohl die alten verwilderten, meist aus verlaufenen Bedienten, Friseurs, Kellnern, Schreibern ukd Studenten bestehenden Banden noch fortdauerten. D—- dadurch bildet sich Kohlensäure, welche wieder in größerer Menge als Lösungsmittel sigurirt. Die Metallsalze werden dadurch rcduzirt, daß sie einen Theil Sauerstoff verlieren, und diese Ncdnktion geht so weit, daß endlich das Metall als solches in das Substrat der Pflanzenzclle tritt. Eo wird z. V. cine schwefelsaure Eisen> Verbindung, aus der das Medium besteht, in der Wechselwirkung zwischen Pflanzenfasern so lange innerhalb derselben rcduzirt, bis Schwefeleiscn allein mehr zurückbleibt. Die organische Substanz wird dabei ganz aufgezehrt, d. h. der Kohlenstoff, > aus dem die Pflanzenfaser bestcbt, geht bei diesem Neduktions-und Oxydations-Prozcsse ganz unter nnd wir haben an deren Stelle die neue Verbindung Schwefelcisen. In der That findet man auch Namentlich in Früchten diese Schwefeleii'en-Verbindung. Es ist nach den Gesetzen der Chemie dieses auch nicht anders , als so denkbar. (Schlnß folgt.) Literatur. Die neueste (April-) Nummer von Wcstermann'S Illu-strirten Deutschen Monatsheften enthält ohne Ausnahme nur Beiträge ersten Range«. Eröffnet wird das Heft durch cinc Novelle „Heimweh" von Edmund Hoefer', in welcher sich ganz jener elegisch gemüthuollc Ton wiederfindet, welcher Huefcr'ö Erzählungen eigen ist. Eine wirklich klassische Charakteristik Hcrdcr'ö aus der Feder des berühmten Literarhistorikers Hermann Hcttner schließt sich daran. Die darauf folgenden Schilderungen ans Tanger, welche Paul Stein ans eigener Anschauung gibt, sind nicht nur au sich höchst anziehend, sondern auch durch sehr charakteristische Illilstratiom-u nach Originalsti;;en geschmückt. Weiter folgt eine Abhandlung ül'er das Meer von Karl Vogt, die voll Geist und Klarheit das organische Leben dcs Oceans in der bei Vogt bekannten liebenswürdigen Maincr schildert. Ein aNronomischcr Artikel von Richard Schnrig ist besonders licinerkcnöwcrth durch eine neue Einthcilung der Kometen, cinc in ähnlicher Weise noch nicht vorhandene korrekte Zeichnung ihrer Bahnen nnd durch die hier znm ersten Male veröffentlichten richtigen Zahlenwcrthc unseres Sonnensystems. Eine Biographie M.v. Schwind's und kleinere Artikel von August Bogcl, A. Czcnuinsli u.'A. schließen sich diesen größeren Arbeiten an. Auch die Nachrichten aus der Ferne, Litcrarischcs nud Knustnotizen fehlen nicht. — Bon den Illustrationen sind besonders die Porträts von Herder und Schwind Meisterstücke deö Holzschnittdrnck?6. Verantwortlicher Redacteur I. v. Kleinmstyr. — Druck und Verlag von Ign. v. slleinmayr st F. Bamberg in Laibach.