Lmbllcher Zeitung. Nr. 123. Pränumcrationöprcis: Im Comptoir ssanz). st. Il, halbj. s>. 5,.5>n. ssilr dic >;,!s!,'llnüj.5,>li-. 1'üt dcr Pos! >M!)i.'fl. 15>, hnlbj. si. 7.5,,». Freitag, l. Juni Inserti onsgebühi bi« 10 Zeilen: imal ßo lr., Lm.«s>lr., !!«!. I s!.; sonst pr.Zcilc im. lr. ü. s. w. IniV'Nioni'strmpcl jcdctOü. 50f». 1868. Ämllicher Theil. Vcsctz vom 25. Mai 18«l!, wcgcu Erhöhung des Ilmlaufeö dcr Münzschcinc zu zehn Kreuzer ö. W. bis zum Betrage von zwölf Millionen Gulden üstcrr. Währung; gilüg für daö ganze Reich, mit Aniüiahinc dcö lombnrdisch-vcnc-zianischeu Königreiches. Um den Bedürfnissen des Klcilwcrkchrs nach Scheidemünze nutcr den dcrmaligcn Verhältnissen die Befriedigung zn sichern, fiudc Ich auf Grnnd MeineS Palcnlcs vonl 20. September 1tt05> ^Rcichsgcsctzblatt ^tr. «!>) nach Anhörung Meines Minislclralhcö zn ucr. ordnen: l. Die Hinansgabe von Münzschcincn zn zehn Kreuzer österreichischer Währung im Sinne der laiscr« lichen Vcrordluing vom 17. November I860 (Reichs-gcsctzblatt Nr. 256), dcrcn Aclraa durch Artikel lll des Gesetze« vom 17. November 1803 (Rcichsgcsctzblalt ^lr. W) auf vier Atillioncn Gulden ü. W. bcschräntt lvurdc, ist nach Maßgabe dcö Bedürfnisses wicdcr bis auf den Betrag von zwölf Millionen Guldcu österreichischer Währung zn erhöhen. !!. Die Commission znr (5onlrolo dcr Staatsschuld lvird überwachen, daß dcr Münzschcinumlanf die Maxi-walhöhc von zwölf Millionen Gulden ö. W. nicht überschreite. lll. Mein Filiauzministcr isl mit dcr Vollziehung dieses Gesetzes beauftragt. Schönbruun, ^5. Mai 1866. Franz Joseph m. 11. Velcrcdi n,. i^. Larisch ^a. i>. Auf Allerhöchste Auordnnug: Bernhard Niltcr v. Nicycr ni. ^). Se. t. k. Apostolische Majestät haben dem Vczirls« ^ntsactuar in Tauö Ferdinand Grafen Chotek die k. k. Kämmcrcrrwnrdc allerguadigst zn vc>leihen geruht. Dcr Slaatöministcr hat den CustoS der Univcr» fitätsbibliolhct zn Krakau, Dr. Adolf Äinlkuwöli zum Bibliothekar alldott ernannt. Nin ^.». Mai IK66 wurde in dcr l. l. Hof- und ^taalsdruckcrei in Wicu daö XXIV. Slüct des Rcichsgeschblaltcs ^wgrgcbcn und Uttscndet, Dasselbe enthält unter "v. ,;4 das Gcsetz vom i.'5. Mai 1866, wegen Crhöhnng dci< Umlaufes dcr Münzschemc zu zehn 5lrcn;er österreichischer Währung bis znin Betrage von zwölf Millionen Gulden östcrrrichischer Böähning, giltig für das ganze Reich, mil Ausnahme des lombardisch-venelianischeil Königreiches. Vom l. t. Redactions' Vnreau dcs Rcichsgcsetzblattcs. Rlchtamllicher Tl)eil. Laibach, 1. Inni. Endlich hat sich dcr Licbliugsgcdankc Napoleons lll. verkörpert. Die „Wr. Addftst." z:igt an, daß am 2!'tcn v. At. „die den Congrcß (also nicht ciuc Üonfcrcuz) betreffende Mittheilnug dcr Höfe von Frankreich, Rußland nnd Großbritannien dem kaiserlichen Minister dcö Acnßcru durch dic Vertreter jener Höfe gemacht worden ist." Ein Telegramm des Corrcspoudcnz'Anrean'ö theilt nns ferner den Wortlaut der „Einladungönotc" mit, welche vom französischen Gesandten in Frankfnrt dem k. l. BntldcSpräsidialgcsandtcn Frciherrn v. Knbcc! überreicht worden ist. Wir lassen ihn hier folgen: „Dcr Zwist, welcher zwischen Oesterreich nnd Preußen wegen der schleöwig-holstciuischcu Augclcgeuhcit anö-gebrochen, ist ein großer Grund dcr Bangigkeit für Europa geworden. Die öffentliche Meinung erschreckt vor dcr Eventualität cincö Krieges, bei welchem so viele vcrschicdcuc Iutcrcsscu bclhciligt wären. Frankreich, Großbritannien nnd Nnßlauo selbst konnten nicht ohuc Beunruhigung die Möglichkeit cincö Kampfes ins Auge fassen, iu welchen Staaten gerathen würden, sür welche sie gleiche Frcnndschaft hegen. Die erhabensten Ermä-guugcn bcstimiutcu sie, nach Mittel» zu suchen, nm diese Gefahr zn beschwören. Die drei Mächte sind zn diesem Zwecke nnd iu demselben Gebauten des Friedens nud der Versöhnung in Berathung getreten und siud darüber einig gcwor< den, die Regierungen, welche in den Streit verwickelt sind oder verwickelt werden tonnen, nud zwar: Oesterreich, Preußen, Italien nnd den dcntschcn Buud zn gemeinsamen Bcrathnngcn ciuznlndcu. Dcr Gegcustaud dieser Berathungen ergibt sich von selbst. Es handelt sich im Iulcrcssc dcö Friedens auf diplomatischem Wege dic Hcrzogthümcrfrage, jene des italienischen Zwistes sc:,Ü!,' lw l!li!'l)l<.'ll(l iluliru) und endlich die Frngc in Betreff der am Vuudcsactc uorznnchincudcn Reformen, so weit sie daö europäische Gleichgewicht berühren tönn-ten, zu lösen. Wenn der durchlauchtigste deutsche Bund zustimmen würde, diesem Rufe zn folgen, so löuutc sich scm Bevollmächtigter an jcuc Frankreichs, Großbritan-uicus nnd Rußlaudö in Paris cmschlicßcn. Die vom 28. Mai datirtc Note schließt in folgender Weise: „Die Regierung dcö Kaisers hegt das Vcr-trancn, daß die Mächle, welche sich in diesem Augenblicke mit iiriegsvorbcreilungcn beschäftigen, iudcm sie dem Vorschlage der drei Höfe bcilrelcu, sich gcucigt zeigen werden, dieselben einzustellen, selbst dann, wenn sie zögern sollten, ihlc Strciltrüftc wicdcr auf den Friedens-fuß zn setzen." Im Gegensatz zu dem Ansinnen anf Einstellung dcr ssricgsvorbcrcitnngcn steht die Hast, mit welcher starke ftrcnßische Trnppcmnasscn an die schlcsischc Grenze, von Rybnik, Plcß, Aeraun vorgeschoben werden, und die von Nachod gemeldete RecoguoScirnug mittelst Nakctcil durch preußische Eavalcric. Es scheint fast, als sollte dcr vor dem Eintritt dcr Aeralhnng noch freie Augenblick bestmöglich ausgenützt werden. In dieser Bciichuug schreibt man dem „Frdblt.": „Oesterreich ist bereit, uutcr der uöthigcn Garantie nnd wcun Preußen nnd Italien ein gleiches Verfahren beobachten, den 5N»lil5 ljuc luilo während dcS TagcuS der Eonfcrenz aufrecht zn erhalten, d. i. seinerseits nach keiner Richtnng hin irgcudwie agrcssiv vorzugchen. — Oesterreich dringt jedoch auf möglichste Aeschlcuni« gnng, weil sein gerüstet Dastehen unendliche Opfer lostet. Da letzterer Umstaud sich auch bereits in Prcnßcn nnd Italien fühlbar machen soll, so glaubt man, daß auch die Eabinctc von Berlin und Florenz ähnliche Bedingungen stcllcu dürften. Die „N. Fr. Pr." will schon den Inhalt der österreichischen Autwort anf die ftougreßcinladnng kennen, welche die Zweifel an dem Erfolge dcr Berathungen ausdrücken nnd als Grund dcr Beschickung lediglich die Rücksicht, eine letzte Anstrengung znr Erhaltung dcS Friedens durch seine Ablehnung nicht zu vereiteln, angeben soll. Als daS Programm Oesterreichs auf der Eonfcrcnz hört die „N. Fr. Pr." Folgendes bezeichnen: Kategorische A blch n n n g jedes auf die Abtretung Vcnetiens bezüglichen Vorschlags; Lösnng dcr schlcS wig - holsteinischen Frage durch Berufung dcr Stände dcr Hcrzogthümcr (nicht Volksbefragung mittelst dcS allgemeinen Stlmm-rcchtcS); Ablehnung jeder Eompetenz der Eoi'ferenz in Sachen der Bnu deSrcfo rm. Hören wir noch eine preußische officiöse Stimme über die Eouscrcnz. Die „Prov. Eorr." schreibt laut telegraphischem Auszug: Preußen wird sich au den Pariser Eonfcrcnzcn bereitwilligst bcthciligcn, hält aber au dcr Voraussetzung fest, daß dcr Gang dcr Vcrhaud-luugcn bald crkcnucn lasse, ob ernste FlicdcnSaussichtcn möglich seien, ferner, daß nicht eine unberechtigte Entscheidung dcö Auslandes für Fragcu beansprucht wcrdc, welche nnr dcr Entscheidnng dcr dentschcn Mächte unterliegen. Die Eonfcrcnzcn beginnen wahrscheinlich kom« mcnde Woche; es werden znnächst die Gesandten verhandeln, nnd später, wcun die Bcrathuugcn die Aus« sicht ciucS Erfolges darbieten, sich vielleicht die Minister nach Paris begeben. Die bisherigen Mittheilungen über besondere Vorschläge znr Ansglcichnng, namentlich über Län d cru crt h c i lung cn, sind nur ZcilungSgcrüchte , ohne jede ernstere Berechtigung. U a ch r il f. Ain 3l. Mai 18«6. Sieben Jahre wavst D,l n»ö grgcbcn, Sieben Jahre hast D n hier gcwirlt; Knrzc Zeit ist'S filr ein Menfchrnlebc», Doch die Ewigkeit ist Dir verbürgt; Denn in diesen sieben Friedcnsjahren Hast D n vielfach Segen cmögrslrenl, Danlbar haben jcnc cü erfahren Dic mit Gaben D n nnd Trost >rfmtt. Nud in nns'rc bürgerliche Mitte Hast Dll Di ch als Schlitze eingeftihtt, Hast bewiesen jcnc Huld nnd Güte, Die stelö HalMnrgs hohe Fürsten ziert. Hohe Achtung, die. Du sletS besessen, Dcmlbar unser Herz zu Dir erhebt; Milchtest D u daö Volk anch nicht vergessen, Das filr Gott und scinrn Kaiser lebt! Ein Held der S'ternallee. Roman aus der Gegenwart. Von Ial'od Al«»>ovc. (Forisctznng.) Dcr Poet war ganz Ohr. „Sind Sie auch Ihrer Sache gewisz? Anf die bloße Achn-lichlcit l>,!i lann man ihn uicht festnehmen!" „Daö bedachlc ich anch und deshalb sliche ich nach Beweisen. Seine Papiere sind in dcr beslcn Ordnung. So lange er sich leine Blößen gibt, lann mau ihm nichts anhaben, uud wcun cr ^ nnr den leisesten Anschein von Gefahr wittcrt, fo wird er um so ^ leichter verschwinden, als ich leidcr nicht mit den nothwendigen Vollmachten gehörig anögerüstct bin und dcn meisten Erfolg von < einer plötzlichen Ucbcrnunpelnng crwarlc. Wnö mich daher am mcislcu beunruhiget, ist dcr Umstaud, daß unterdessen aü' das elllwcndclc Geld fchwindrn löuulc, denn er scheint mit dcmscwcu sehr verschwenderisch nmzngchen." „So weit mcinc Hilfe nöthig sein wird, lönncu Sie auf mich zahlen. (5ö follte mich wundern, wenn er unö entwischte, da er doch von Spährraugen unanögescht beobachtet wird." „Dcr Mensch scheint trotz stiueö Scharssiuueö davon uicht daö geringste zu mcrleu; vielmehr hat er bereitö cm Liebcsucr-hältniß angctuiipft, angeblich Mit dcr schönen und reichen Tochter cineö Rentiers. Der Kerl hat horrcudeö Glüct bei dcu Damen, ! doch glaube ich, daß er m'clmchr anf daö Gclo dcü Rentiers, als! auf dcu Vcsltz dcr Tochter speculirt. Oder sollte er sich hicr uiedcrlasseu uud tugrudhaft wcrdeu wollen?" „Ohol Mau legt seine Gcwohnheitcn uicht s» leicht ab. Meiner Meinung nach wird er verschwinden, sobald er daö Geld dcs Rentier hat. Die Katze läßt das Mauscn nicht. Das Hci- rateu M bci ihm ciuc Ceremonie, auf die er nicht viel IM. Ist sie nothwendig und lauu er sie nicht umgehen, fo wird er uach dcrsclbcn unsichtbar werden." „Vorausgesetzt, daß wir ihm Zeit dazu lassen. Da dirö aber uicht in unserm Plane liegt, so dllrfle er schwerlich dazn tommeu." Hierauf giug das Gespräch auf glcichgiltigc Diugc llber. Dem Poctcu war lein Wort eulgaugcu. Wcgen des Znsammentrcffens so vieler Umstände zweifelte er leinen Augenblick daran, daß der Fremde uud das Individuum, von dem soebcn dic Rcdc gewe,-scu, eiuc uud dicsclbc Person sei. Dcn glüälichcu Zufall prciseud, der ihm ciuc «eue Waffe iu dic Hand gcgcbcu, legte er die Zeitung weg und suchte jetzt erst, mit dem vollendeten Tagewerke höchst znsriedcn, den Hcimwcg. Als er iibcr die Schnstcrbrücke schritt, schlugcn die Thunnnhren die Mitternachtsstnnde, eine nach dcr andern; dazwischen cNöulcn die mouoloucu Nufc der ablösen^ den Wachcu vom Schloßbcrgc herab. Nachdem auch diese verhallt warcu, störlc die uächtlichc Stille nnr noch daö dumpfe, uuhcim-lichc Ranscheu des duuklcu LaibachflnsseS. Siebentes Kapitel. Dic Lauscher. ES ist ein Markttag. Dichte, brausende Mcnschcumasstn wo-gcn hin uud her, ciu nubcstimmtcs Snmmcu tönt vou dcu Marlt-plätzcu hcrübcr. Mau sicht allcrlci Voll aus dcr Stadt uud Umgegend. Laibach hat einen buutcu Anstrich, gleich dcu vor dm Gc-wölbcu haugcudcu Sloffcu aus Paris, Mauchcstcr, China u. s. w. Alles ist geschäftig, alleö rcnnt, alles unterhält, langweilt sich. Mitten durch das Gewühl dräugcu sich zwei uuö bctauute Persoucu: es ist dcr Fremde mit seinem neu aequirntcu Freunde, dem Mauue Fanny's. Sie wareu sehr fchnell Freunde gcivorden, 840 Cin Lichtblick siir Oesterreich wäre cine von dcr Ge-neralcorrcspondcnz ans Paris gemeldete und auch von anderen Blätter» bestätigte Anuähcruug Rußlands. Die Meldung lautet: daß das Cabiuct von St. Petersburg sich energisch dcr Verträge von 1^15 uud dcs Vertrags-rechts überhaupt aunehincn und den italienischen Staatsmännern für die angebliche Nothwendigkeit der Nbtrc-tnng Vcncticns einen Beweis abfordern werde, den ihnen die Wcstnlächte vielleicht gerne erlassen hätten. In den deutschen Fragen dürfte Nußland, seiner traditionellen Politik getreu, die Sache dcr Mittclstaaten vertreten und dem Getändel des Herrn v. Bismarck mit dem suffrage.uuiverscl sich schwerlich hold zeigen. Da die Antwortnoten dcr drei Mächte in Paris noch im ^aufe dieser Woche erwartet werden, so können die Berathungen nächste Woche beginnen, und die allerdings peinliche Spannung, welche dicsc letzte diplona' tische Phase begleitet, wird daher nicht lange dämm, Volkswilthschaftlichc Betrachtungen. Warum fällt dcn Grmldlicsitzml die Steuerlast so drückend? (Schluß.) Nachdem wir diese Frage bisher in Beziehung, auf dcn tleincn Grundbesitz erörtert habcu, wollen > wir nun die Lage dcr Großgrundbesitzer ins Äuge fassen, welche dnrch die allseitige imperative Aufhebung des NulcrthanövclbandeS plötzlich in andere, ganz ncuc Wirthschaslsvcrhällnisse gedrängt wurden. Mit dem Wegfallen dcr Robot mußten die ausgedehnten Felder der Großgrundbesitzer entweder durch aufgenommene Arbcitcr bestellt oder im Wege dcr Verpachtung nutzbar gemacht werden. Dazn waren indessen die uMhigcu Vorbedingungen nicht vorhanden. Man hätte erwarten lonncn, daß das Bedürfniß dcr Groß-grnndbcsitzcr uach Arbcitslräften und Pächtern gerade den llcincu Grundbesitzern eine willkommene Gelegenheit geboten hätte, dcn für sie so nothwendigen Arbeitsverdienst und Nebenerwerb zu fuchcn und zu finden; allein dem war nicht so, denn trotz dcn geänderten Verhältnissen warcn die ^cutc doch die uämlichen geblieben, und die frühere unerquickliche Stellung dcr Unterthanen zu ihren Dominien wurde dcr Anbahnung einer Verschmelzung dcr gegenseitigen Intcrcsscu selbst nach Aufhebung dcS Untcrlhansvcrbandcö — znm Nachtheile dcr großen und kleinen Grnndbcsitzcr — sehr abträglich. — Wenn sich »nn auch in dicscr Bczichung im Laufe dcr Zeit schou manchcS znm Bessern gcwendct hat, su wird es dcu Großgruudbcsitzcnl doch noch immcr ^ sehr fchwcr, aus dem Ackerbau in eigener Ncgic eine angcmcsscnc Grundrente zn gewinnen. Es stehen ihnen hier alle jene Nachtheile cutgcgcn, wclchc die Indnstrie-armulh. des Landes und dcr Mangel au volkreichen Städten und Märkten mit sich bringt und die wir schon früher hervorgehoben habcn. Die Großgrnuobcsitzcr sind gegenüber dcu klcincn Grundbesitzern insofern im Nachtheile, als sie zum Feldbaue in eigener Ncgic cin ungleichmäßig größeres Bclricbecapital bcnölhigcn und nicht scltcn, und zwar namentlich für solche Fcldalbcilm, die wegen Wittcrungsvcrhältnisscu ohuc großen Vcrlnsl nicht verschoben wcrdcn dürfen, uuvcrhällnißmäßig hohe Löhnungen bezahlen müssen. Kommt dazu noch dcr Umstand, daß die ganzc Wirtschaftsführung fremden Händen auucrttaut werdcu muß, so wird cö leicht bc-Urcifllich, daß die Gruudrcntc eine sclchc Schmälcrung erleiden muß, daß die davon zu bestreikende Steuer eine unoerlMtnißmäßige wird. Wir glanbcu überhaupt nicht zn irren, wenn wir bchanptcn, daß cs anch vor dem Jahre 1848 lcincm Großgrnudbcsitzer in dcn Sinn gekommen wäre, eincn auögedchntcn Feldbau in eigener Regie zu betreiben, wcnn ihm nicht die Robot, d. i. die wohlfeile Arbeitskraft dcr Unterthanen, zur Disposition gestanden wäre. Mit dem Entfallen dicscr Arbeitskraft muhte die Anssicht auf eine gcwinnrc'chc Production in eigener Regie vou selbst ucrschiviudcu, und unr jene Großgrundbesitzer, wclchc ihre Wirthschaft in eigener Person und rationell zn leiten in der Lage sind, können bei Beschränkung ihrer Wirthschaft anf eine solche Area, daß sie nicht zu fchr von nngcwisscn, nnr zeitweilig zu dingenden Arbeitskräften abhängig bleiben, einen mäßigen Elfolg erzielen; allein selbst von dicscn kann man ost die i'llagc hören, daß sie alles, nur lein Gclo hadcn, und zergliedert man dcn Gcfammtgcwinn ihrer Production nach national-ökonomischen Grundsätzen, so wild man finden, daß nach Abzug dcr Eapitalsrcnte und des NlbcitövcldicnsteS kcinc eigentliche Grundrente in jenem Betrage übrig bleibt, daß die Steuern davon bc^hlt wcrdcn löuntcn. Die Steuerzahlung muß dcm-nach stctö empfindlich fallen, und zwar in um so höherem Maße, als sie nicht mehr die eigentliche Grundrente, sondern die übrigen Factorcn dcr Production trifft. Bei dcr Schwierigkeit cincr lohnenden Fcldwirth» schaft in cigcucr Regie, und da die Mehrzahl dcr Groß» glundbcsitzcr aus lcicht begreiflichen Gründen nicht in dcr Lage ist, dic Witthfchaft selbst zu leiten, habcn auch die meisten von ihncn zum Systcmc dcr Verpachtung ihrer Felder die Zuflucht genommen. Dicscr Ausweg schützt zwar im allgcmcincu vor wirtlichem Schaden, ohnc jedoch in allen Landcsgcgcndcn cinc angcmcsscue Grundrente zn sichern, da eben derzeit noch nicht überall die erforderlichen Vorbedingungen vorhanden sind. Dcr ganz kleine Grundbesitzer, welcher um meisten dcu Vcrnf hätte, sich durch Uebernahme uou Pachtnngcu scin Los zu vcrbcsseru, ist nicht scllcn cin unvcrläßlichcr Pächter, dem cö schwer fällt, scincu Pachlschilling püuttlich zu entrichten, und alle jcnc schon,früher gcfchilocrtcn Echwic-riglcitcn, mit dcncn dic Grundbesitzer in einem Lande odcr Landcöthcilc ohnc Industrie und alisclts von Städten und scbhaftcm Vcrtchrc zu kämpfen haben, sind auch der vorlhcilhaftcn Pachtung und Verpachtung von Grundstücken hinderlich. Ucbrigcnö ist dcr Wcg, durch Pach-tnugcu rcich zu wcrdcu odcr seinen Unterhalt zu erwerben, wohl noch zu ncn, als daß dcr bedächtige Unternehmungsgeist nnscrer am Altherkömmlichen häugcudcn ländlichen Bevölkerung bcrcitö übcrall wachgerufen worden wärc, nud die großen Grundbesitzer muffen sich vorläufig mit dcr Aussicht trösten, daß sie ihre Felder in dcr Zukunft jedenfalls vorthcilhaflcr wcrdcn verpachten können, als derzeit, wo dcr Pachlschilling nur in der Nähe von Städten und nntcr sonstigen ausnahmsweise günstigen Verhältnissen cin angcmcsscncr ist. Je wcni-gcr güuslig dagegen dic Verhältnisse sind und je kleiner demnach der Rest ist, welcher von dcni geringen Pacht-schillingc nach Abschlag dcr Steuern übrig bleibt, desto empfindlicher mnsscu lctztcrc fallen, und thatsächlich zeigt sich auch wirtlich zwischen dcm Pachtschilliugc uud dcn Steuern oft ein anffullcnocö Mißvcrhällniß. Die Walduugcn, wclchc iu andcrcn Ländern cinc hervorragende Einlommcnsqncllc für die Großgruudbc-sitzer bildcu, haben in Knnn zum großeu Theile nnr eine Znlnnft, dic leider noch nicht da ist, wcnu sie auch hin und wieder cscomptirt wird. Die Vergangenheit nnd Gegenwart dcr Wal dcr ist wenig erbanlich. Der ehemalige große Waldreichthnm ssrains scheint dcn Werth des Holzes sowic das Waldcigcnthnmsrccht völlig in Mißcrcdit gebracht zu haben, uud dic Folgcu davon müssen die jetzigen Besitzer tragen. Das Erträgniß dcr Waldungen, die zum großen Theile seit nndcnllichci' Zcitcn dcr Tummelplatz von Servitnlsbcrcchtigten aller Art oder von solchen Nichlbcrechtigten sind, dic aus der Thatsache, daß dcr licbc Herrgott die Bäume wachsen läßt, ihre eigenthümlichen Eonscqucnzcn zn ziehen pflc-gen.— ist in Kram vcrhältnißmäßig nnd im Vergleiche mit anderen Ländern fiir dcu Waldeigcnthümcr sehr klein. In manchen LandcSgcgcnden, wo eben beinahe jeder scruilntsbcrechligt oder, wcnn die Ablösung der Scrvitulsrechtc schou erfolgt ist, cin jcdcr anch Wald-bcsitzcr ist, rcducirt sich die Waldrcnte mit Rücksicht auf die Kosten dcr unvermeidlichen Forstanfsicht anf cin Mi^ nimum, und nnr dnrch Nntz. oder Mercantilholz ist ei» Ertrag noch dort zu erzielen, wo der Waldstand odcr dic Bringbartcit des Holzes cine solche Ansnutzuug zuläßt. Große Strecken Waldes, sowic ausgedehntes Hut» wcidetcrrain wcrdcn sogar ausschließlich nur von Ser> vitnlsbcrcchligtcu genossen uud gewähren dcm Großgrnnd-bcsitzcr, dcr davon für das Vergnügen, als nomineller Eigenthümer zn gelten, die Steuern bezahlt, seit Jahren nicht den geringsten Vortheil. Wiewohl mm die Steuerlast, die auf dcn Wal> dnngcn haftet, an und für sich nud mit Rücksicht auf dcn nntcr anderen Verhältnissen leicht crziclbarcn Ertrag cinc höchst nubcdcutcudc ist, so muß dieselbe dcm Steuerträger uutcr dcn obwaltenden Verhältnissen, wo ihm daS Erträgniß dcS verstcucrtcu Objectes entweder gar nicht oder nur im untergeordneten Maße zn gutc kommt, doch sehr drückend fallcu, uud es dürfte cben darin cinc besondere Rechtfertigung unserer bereits in cincm früheren Aussatze ausgesprochenen Anschauung gesunden wcrdcu, daß es dic Höhe dcr Steuer uicht ist, wclchc dcu Druck vcrinsacht uud daß vielmehr hier ganj eigenthümliche, zum Thcil abuormc Vcrhälnissc im Spiele sind, wclchc zu bclcuchtcn wir als uuscrc Aufgabe hingestellt habcu. Dic Großgrundbesitzer in Kram empfinden übrigens das schon in Bczichnng anf die klcincn Grundbesitzer hervorgehobene Moment, daß alle Zuschläge anf dic dirccten Slcucrn vorzugsweise auf die" Grnudstcuel' fallcn, cbcllso sehr als die Klci »grnndbcsitzcr, zumal dadurch dic ihncn zugekommene Eutschädignng fiir die Ur-barial- nnd Zchculbczügc, zu dercn Tilgung sie mit bci" tragcn müssen, znm Theile ganz illusorisch wird. 3» cincm nächsten Artikel werden wir die Mittel mizndcntc» suchen, wclchc die Lage dcr Grundbesitzer zn verbessern gcciguct wären. Oesterreich. Wien, 29. Mai. Die bairische nnd dic sächsische Thronrede, dic beiden hcrvorragcndstcn Actcnstnckc des Tages, sind für die Beurtheilung dcs Standpunkts der betreffenden Regierungen von cntschc^ dcndcr Bedeutung. Mit ihren Voraussetzungen wesentlich iy. denselben Grundanschauuugcn wurzelnd, komntt» sic auch wesentlich zu denselben Folgerungen. Die Erhal-tnng dcs bundcsuerfassllngsmäßigcu Landfriedens, dcl' Schlitz dcs Rcchtcs wcrdcn als die obersten Principien dcl' politischen Hallung Sachsens uud Baicrus hingestellt. U^ übcrall in Deutschland, wo der Sinn für das Recht und für die Erhaltuug dcs Bundcsfriedcnö noch nicht unM'" gegangen ist in dcm Gcwirrc cinfcitigcr Partcibcstrcbl!»'' gcn, wcrdcn die töniglichcn Worte, wclchc in Münchc" deuu der letztere war mlgemcin lebenölnstig nud cö war nicht schwer, seine Frelmdschast zu gewinnen, selbst uulcr minder güm stigeu Umständen, als sic hier obwalleteu. Zudem schieil dcr Mann Fauuy's -- wir ncniien ihn Josef, theils, wcil solche Nameu in Laibach häufig find, theils weil wir dcn wahren nicht verrathen wollen — für scme junge, reizende Fran nicht besonders zn schwärmen; der Thermometer seiner Liebe war trotz dcs lurzen Bestandes seiner Ehe beinahe anf den Nnllpnnlt gesunken. Er fand am früheren Innggesellenlebeu noch sehr kiel Geschmack nnd besuchte deshalb alle Vergniignugöortc nnd geselligen Zusammen» lünfte, theils allein, theils, jedoch selten, mit seiner jnngen Fran, deren Unterhaltung er bei solchen Anlässen gewöhnlich anderen über« ließ. Dieses siel in dcr Gesellschaft nicht zn schr auf, da man gerne annahm , daß die beiden zn Hanse glücklich seien, bei öffentlichen Vergnügen sich indeß dnrch eifersüchtige Beobachtung leinen Zwang anthun wollten. Da lein häuslicher Zwist vorfiel, so tonnten die Aasen nnd Mnhmcn die junge Ehe nicht in dcn Bereich ihrer Plaudereien ziehen; man sagte nnr, daß beide schr vernünftig seien. In diesen kleinen Familienkreis also sollte der Fremde heule eingeführt werden. Es schlug soeben zwölf Uhr nnd die Glocken sämmtlicher Kirchen kündigten m mchr odcr minder gefälliger Harmonie dic Mittagsstunde an. Unsere zwei Marltbcsncher traten den Heimweg an. In der Wohnung angelangt, stellte Josef dcn Fremden als seinen erst gestern gewonnenen vortrefflichen Freund und Bewohner dcs zweiten Stockwerkes vor. Fanny war von dem Vcsnche bereits unterrichtet worden ^ imd kannte denselben schon, wie sich unsere Leser erinnern werdcn Nach emia.cn dcr üblichsten Redensarten setzte man sich znr Tafel, ^ bic einfach, aber geschmackvoll hergerichtet war. Der Fremde be» ' inttzle diesen Umstand als Anlaß, der reizenden Ordnerin cin schmeichelhaftes Compliment zu machen, woranf diese verlegen er-rolhend erwiderte: „Sie sind cin Dichter, und Dichter sind schr nachsichtig nnd finden überall Stoff znr Bewunderung, wenn auch daö Angc cinc« nüchternen Beobachters nichts dergleichen bemerkt oder zn bemerken geneigt ist." Wie die Leser aus dieser Acußenckg ersehen, hatte Fanny ihren Anfangs gefaßten Groll gänzlich überwunden nnd alle Vor- ! urtheile fallcn lassen. Das Gemüth der Franen ist wandelbar. ^ Diese schnelle Veränderung deutete der Fremde zn seinen Gnnstcn nnd glaubte das Schwerste bcreilö überwunden zn haben. In diesem Glauben bestärkte ihn noch der Umstand, daß die jnnge Fran seinen Erzählnngen ans Nah nnd Fern mit großer Anfmcrtsam» lcit folgte, während sich der Gemahl mit großem Eifer dcr au- ^ genehmen Beschäftigung dcö Essens hingab. Auch nach dem Diner überließ er dem Gaste die Unterhaltung seiner Frau, welche an > dem gebildeten nnd galanten Erzähler sichtlich viel Gesallen fand. Wer hätte ihr das auch übel nehmen wollen?! Sie, die fast immcr auf ihre nnd ihrer Freundin Gesellschaft angewiesen war und ihres lebhaften Tcmperameuts wegen diese Entsagung nnr mit schwerem Herzen ertrug, sehnte sich nach Abwechslung. Daß der angenehme Gast andere Absichten auf sie habe, darau dachte die Unerfahrene nicht, obwohl sie sich, Mch andcru jungen Frauen, ^ ihrer Schönheit wohl bewußt war. So verging Stunde um Slnnde, ltiner von beiden schien ' es zn bemerken, bis endlich dcr Gemahl, dcr bisher in seinem Schreibzimmer beschäftiget gewesen und nnr auf Minuteu herein, gekommen war, eintrat nnd seinen Freund fragte, ob cs ihm nicht angenehm wärc, mit ihm cincn Spazicrgang zn machen. Diese Aufforderung war gewissermaßen cin Wink mit dcm Zaunvfcchl, weshalb der Fremde sich höflich empfahl nnd mit cincm lrinm-vhirenden Lächeln anf den Lippen seinem Freunde voranschritt. Die Abendsonne war dem Sinken nahe, die Schalten dcr Bäume warcn unendlich lang gewordm; die Promenaden der Stcrnallec belebten sich mit dcn Schönheiten Laibachs, begleit von sorgsamen Müttern oder besorgten Vätern nnd zärtlich^ Brüdern, verfolgt von Anbetern mit überschwenglichen Gefühl"' nnd großen nnd kleinen Herzen. Unser Poet nnr schien zn dies^ Art von Lenten mit meuschlichcu Gefühlen nicht zn zählen, de»" er ließ, an eincn Vaum gelehnt, ohnc cincn sichtbaren Eindr»^ alles Nevnc Passiren, er grüßte nnr manchmal einen Vorül^ gehenden bald ehrfurchtsvoll, bald vertraulich. Endlich sah er sei»''' Freund Albert melancholisch nnd doch mit nngednldiger Hast h^ ankommen und eilte ihm entgegen. „Nnn, da bin ich, gewärtig dcr Dinge, die da komme» s"^ lcn!" So sprach Albert, dem Freunde die Hand reichend. „Vor allem," erwiderte dieser, „wappnen Sie sich, ^" dic hentige Probc erfordert einen großen Grad von Selbstbehe^ schling. Wären Sie im Staude, ohne cin Wort zn reden, "'^ die geringste Anstalt zur Abwehr der List oder Gewalt zu msl'"'' ruhig zuzusehen, wenn Ihucn Ihr Liebstes vor dcn Augen n'^' gcuommcu würde? Muthcn Sie sich also eincn solchen Grad ^ Selbstbcherrschnng zn, dann nnd nnr dann kann ich Sie an ^". Ort führen, wo etwas AehnlichcS vor sich gehen soll. Es ü^ nämlich, Ihres Nebenbuhlers Pläne zn durchschauen , nm dann ü' eignete Maßregeln znr Vcreitclnng derselben zn treffen." Albert ahnte, um was cs sich handelte. Dicsc AltMia!^ war allerdings cinc harte Nuß, doch er mußte hiueinbcißcu, >"" er selbst sciueu Zwecken uicht entgegenhandeln. Nach tnrzeM ^ sinnen sprach er: „Hier meine Hand! Die Zähne will ich znsammeiip"^ daß sie bis anf's Blut in die Lipvcu dringen, aber rühre» >"^ ich mich nicht, lein Lant soll nbcr meine Lippen sommen, '" sollte ich vor Zorn und Schmerz wahnsinnig werden." „So kommen Sie, cS wird Zeit scin!" ' ' (Fortsetzung folgt.) 841 und Dresden gesprochen wurden, mit voller 1Mb unge-lhciltcr Zustimmung begiüßt werden. (Abdftst.) Innsbruck, 2(>, Mai. Heute um l"> Uhr Abends ist Baiser Ferdinand hier angekommen und hat unter dem lebhaftesten Zuruf des dichtgedrängten Volles durch die im Fcstschmuck prangende Stadt seinen ^iuzug in die Hosbuig gehalten. Seine Gemalin, die Kaiserin Maria Anna, war schon Morgens um 5^ Uhr ange» kommen und hat dcu Weg vom Bahnhof in die Burg zu Fuß zurückgelegt. Erzherzog Karl Ludwig, für den ebenfalls die Gemächer in Bereitschaft gesetzt sind, wird nach nencrcu Mittheilungen die Hauptstadt des Ncichs vorläufig uicht verlassen, uud mau hört, daß er für den Fall dcS Krieges als l>Il<'r <^o für Civilangclcgenhciteu in der Nähe des Throncs bleiben werde. Pest, 29. Mai. Die Commission für öffentliche Iustitutc hat Graf Eincrich Miko zum Obmann und Gabr. Varady zum Schriftführer gewählt. — Wie „Pesti Naplo" mittheilt, ist deu croatischcn Dcputirteu der Inhalt der ungar. Rückantwort gc-stcru in einer Privatconfcrcnz mündlich ansciuandcrgc-setzt wordcu. Die officicllc Ncbcrgabe der Antwort erfolgt heule. — Wie „Naplo" ferner, „Pcsti Hirnok" und „Pester Corrcspoudcnz" berichtigend, mittheilt, wird die croatischc Dcputaliou ihre Gegenbemerkungen noch hier möglichst rasch ausarbeiten, also noch uicht in der uächstcu Zeit abreisen. Nach dem „Hiruöl" beabsichtigt dic croatischc Deputation ihre Antwort iu einer oder zwei Wochen zu übergeben. — Eben diesem zufolge erklärt die ungarische Deputation in ihrer heute zu übcr-gebcudcu Antwort, sie werde, dem Landtage die Annahme ^ der ersten zwei Punkte dcr croatischcn Instruction empfch- ^ lcu, nämlich, daß die küuftigen Berhältuisse der 1'n,rto8 mit dem Muttcrlaudc nur im Wege w cchsclscitigcn Ucbcrciu l o min c n s festgestellt wcrdcu sollen und das; ttroaticu hilisichtlich seiner Bcrwaltnng, Iustizpsicgc, Untclrichts« angclcgcnhcitcn, Voltswirthschaft uud des dazu gehörigen Budgets vollkommen uuabhäugig sei. Hinsichtlich dcS drillen und vierten Punktes der croalischcu Forderungen hingegen, daß nämlich Croatien im Ncichsorganc für gc« mcinsamc Angelegeuhliten unnlittclbar uud besonders vertreten sei, ferner, daß die Integrität des croatischcu Territoriums im Sinne dcr Agramcr ^audtagsadresscn festgestellt werde, hat die ungarische Deputation vcruei-ueud geantwortet. — 29. Mai. In der Berathung des Bürger-auSschusseö unter Vorsitz deS Oberbürgermeisters ist eine Lo yalitätsadrcssc au S e. Majestät dcu Kaiser angenommen uud beschlossen wordcu, Geld« sammlungcn zur Unterstützung der Verwundeten dcr ungarischen Regimenter einzuleiten. Mehrere tausend Gulden sind bereits gezeichnet. Unsland. Frankfurt, 29. Mai. (VuudeStagSsitzuug.) Nach Vorlegung dcr fast g lci chlauteudcu Note n dcr am Bunde beglaubigten Gesandten Englands, Frankreichs und. Rußlands wurde beschlossen, dicse Noten ungesäumt zur Kenntniß der VundeS regie« run gen zu bringen. — In den Ausschuß filr die Be-handlnng dcr ^onfcrcuzangclegcuhcit wnrdcn gewählt: Oestcrlcich, Preußen, Baiern, Sachsen, Hannover, Württemberg und ssnrlicssen. Als Stellvertreter": Baden und die sächsischen Häuser. In dcu Ausschuß für die Lim-burg'sche Angelegenheit wurden Oesterreich, Preußen, Baiern, Hannover nnd Baden gewählt. Dresden, 29. Mai. Dcr Präsident dcr erstcu Kammer, Friesen, sagte iu fciner Antrittsrede: „Wenn Friede und Recht bedroht sind, gilt leine sogcuaunte Neutralität, sondern ciilschlosscncö Handeln, um dem Rechte zum Siege zu verhelfen. Nciilralilät bci einer Auflehnung gcgcn das Bundesrecht wäre Theilnahme am ÄnndcSbrnchc. Wir wollen festhalten am Buude, damit er nach Außen zu Kraft gelange und im Inncru gewähre, was cincS freien VolkcS würdig uud feinem Frieden dienlich ist. Dresden, 29. Mai. Die gestrige Eröffnungssitzung der Abgeordnetenkammer schloß Präsident Habcr-loru mit folgender Ansprache: „Möge cS ohuc Schädigung dcr deutschen uud sächsischen Ehre und Interessen gelingen, den Frieden zu crhaltcu; möge dazu jedcr Theil daS Seinige beitragen uud sich dcr schweren Vcraut« worllichkcit vor Gott und dcu Mcuschcu bewußt bleiben, welche denjenigen trifft, dcr ohne Noth Blutvergießen und die Gräncl eines Bruderkrieges verschuldet. Karlsruhe, 29. Mai. Dic zweite Kammer bewilligte einstimmig dcu verlaugten Militär credit von 1.070,800 Guldcu, uutcr voller Uebereinstimmung mit dcr Hallung dcr Regierung. — Dcr Antrag Eckarts, daß die Regierung im Vereine mit dcu Bundesgenossen auf die Bcrufuug ciucö Parlamcuts uud auf 'Vollsvcwaffuuug hinwirken möge, wurde ciu-slimmig angeuommeu. , Darmstadt, 29. Mai. Die erste Kammer hat dcu 'Beitritt zu dem Autragc des Abgeordnetenhauses be-ttcsfcuo dic Eiuberuf uu g der sch leSwig-h ol-stciuis ch cu Stände aus Grüudcu mangelnder Op-portuuität abgelehnt. > Berlin, 29. Mai. (Pr.) Der Pariser Correspon-^dcnt dcr „Krcuzzcituug" meldet, ein Vorschlag dcr neu« tralcn Mächte in dcr ersten Eonfcrcnzsitzuug werde die Einstellung der Rüstungen Oesterreichs, Preußeus !und Italicus betreffen. — Die „Nordd. «llg. Ztg." plaidirt für eine Eutschädiguug Oesterreichs mit türkischen Provinzen; Oesterreichs Gebiet soll auf dicfc ^ Weise vergrößert, seine Popnlation vermehrt werden. Florenz, 29. Mai. Man glaubt, dic Freiwil-ligenanw crbuug werde demnächst wieder bcgiuueu, ^ die Zahl dcr nach dcn Depots abgeschickten Freiwilligen > beträgt 25.000 Mann, andere 25.000 bci dcu Eomitös vorgemerkte warten auf die Wiedereröffnung dcr An-werbnngcn. i Paris, 29. Mai. (Pr.) Oesterreich ist entschlossen, bci dcu Coufcrcnzcn die Abtretung VcuetienS formell abzulehnen. Rußland billigt dicscu Standpunkt und wird überhaupt entschieden für die conservative», Interessen einstehen. — Ein Gerücht will wisse», R ö m o r b a d. ^V. 15. „Nömerbad eine Minute!" rief der Conduo tenr, als ich, ncrvcnlcidcnd an jeder Faser dcö Körpers, diese Eisenbahnstation im verflossenen Sommer erreichte. Ich aHute uicht, daß dicscr Ruf omiuüö sei, dcun obwohl ich sechs volle Wochen dieses liebliche Plätzchen lltuosseu, so ruft die Erinnerung jetzt noch lant iu mir: „Nömcrdad eine Minute!" Wenn anch dieses herrliche Bad schon seit dcn .Nöincrzcitcn besteht, so ist es dennoch leider viel zn lvcnig bekannt; die dreifache Anzahl von Wohnzimmern wäre sonst nöthig, um all' die Hilfesuchenden untcrzudrin-llcn, denn dcr hervorragendste KraulhcitSzustano dcr gegenwärtigen Generation, die Nervenleiden, werden in Ntömerbad schnell und sicher geheilt. Doch nur wirklich Ncrveulcideudc finden daselbst Heilung, uicht aber jene ncruös'fadöscn Personen, wie bereu dutzendweise zn findeu siud. Solche Lcute, die "Nervös" werdcn, weuu cS ihnen etwa nicht gelungen, ^'eiln Binden der Eravatc eine schöne Schleife zu erziehn, niögen daher ferne bleiben, solche finden Römerdad "langweilig," obwohl nur sie es sind, wclchc die Laug' ^cile mitbringen und verbreite». Wer jedoch durch Kum-'^lcr utid Sorgen, durch Verlust cineS theueren Fami-^cngliedeS, durch Kränkungen anS was iunncr für Ur-^chcn, also durch moralische Einflüsse ncrvcnlcidend, odcr ^cr dnrch Süftevcrlust, auch durch Klanlheiten geschwächt, physisch ncrucukraul geworden, der wird, und sei er bis inn, Lebensüberdruß leidend, sich in Römerbad Gesuud. ^>t un'o Kraft holen. Dcr ausgezeichnetste Arzt, die Natur, bewirkt in Mnerbad solche Wundercurcn, und, wie immer einfach 'N ihrcr Gl'öße, bedient sie sich dazu nur reiner, balsa. !Mcr Gebirgsluft und gänzlich indifferenten, 26 bis 28, ""'nd U. warmen Wassers. l Ja, reiner, balsamischer Luft! Mau braucht sich ^tn nur hinzufctzcu auf cincS dcr lieblichen Plätzchen, ^" Mnnd öffnen nnd diese Lnft in vollen Zügen ^ '^lürfeu, um ihre Wirkung zu verspüren. Uud wie/ wird daS Auge zugleich befriediget! Der Hügel, auf dem Nömcrbad liegt, beherrscht ein schönes Becken, welches von bewaldeten Bergen schönster Formation umschlossen wird; wohiu mau blickt, daS saftigste „steierische," „grüustc" Grün; die Südbahn durchläuft daS Thal in einer Schlangenlinie; eine Pfcrdc«5kohlcnbahn führt cms einer Acrgschlucht zur Eiscnliahn-Station; dcr hübsche Sannstuß schlangelt sich wie ein Silbcrstteifen läugS dcr Eisenbahn dnrchS Thal, und daS Kreuzen der Trains, so wie die Holzstöße auf der Sann bringen ^ebcn und Abwechslung in die Landschaft, die man wie auS dcr Vogclpcrspcctivc übersieht. Und indifferentes Wasser! Jedermann wird tief den Nacken bengcu vor den Fortschritten dcr Chemie, aber so wcnig es ihr gelingen wird, mit dem anf chemischem Wege erzcngtcn Wasser den lechzenden Gaumen zu erquicken, eben so wcnig wird es gelingen, aus der Abwesenheit größerer Salzgehalte dic Wntnngslosiglcit dicscr indifferenten Wässer zu bcwcifen. Vorhanden ist dic Wirlnng nnd von Tansendcn wird sie dankbar au-cikannt, und daß dicse iudiffercutcn Wässer ihic Wir» lung nur dcr höheren Temperatur zu verdanken haben, wcrdcu alle jene bcznieifclu, welche die uervenstärtende, beruhigende Wirkung dcr auS der Qncllc anfstcigcndcn, sich an den Kölper anschmiegenden Gase gefühlt, solche werdcn sich eher dcr Ansicht einer magnetischen Einwirkung dieser Wässer anschließen. Dcr gesellige Ton, dcr in Römerbad herrscht, ist erfreulich; von Seite dcr Direction wird bescheidenen Ansprüchen genügt, und der denkende, besonders in Nervenkrankheiten erfahrene Badearzt Dr. Bunzl leitet mit auerlcummgSwerthcr Einfachheit dic Cnr. Als cm« pfindlichcr Ucbclstand mögen dic im verflossenen Sommer mehr für Gesunde als Kranke bcrcchnclcn Leistungen der Küche crwähut werden. Was mich dicsc Zeilen schreiben läßt, ist theils Dankbarkeit für wieder erlangte Gesundheit, theils die humauc Absicht, wirklich Nerveuleidcudeu dicscu herrlichen Curort bci bcginucuder Saison dringend zu cm' Psehleu. > Perfigny werde als zweiter Bevollmächtigter Frankreichs bei den Conferenzen fungiren. Madrid, 29. Mai. Der Fiuanzministcr hat auS GesuudhcitSrücksichten scine Demission gegeben. Cauvoaö deS Bast illo wurde interimistisch mit dem Finanzportcfcuille betraut. New.Aork, 19. Mai. Präsideut I o h n s o n hat befohlen, alle weißen Freiwilligen auS der Anuec zu cutlasscu. — Die Eouvention von Virgiuia hat cinc Resolution zu Gunsten deS Stimmrcchtes dcr Neger augcnommcn. Aus Veracruz, 7. Mai, wird gemeldet: Der Kaiser habe ciuc bedeutende Anleihe in Europa abgeschlossen. Die Provinz Michoacan sei vollständig besiegt. — Ge-rüchtwcise verlautet, Mcudez habe dic frauzösische Garnison von Tonnta gefangengenomlueu. Hagesnemgkeiten. Im Einveri^ehmen mit dem Nector und den Deccmen an dcr Wiener Universität erschien am 14. d. am schwarzen Brette derselben ein Aufruf an die Stu« denten, der in den einleitenden Worten der Begeisterung für Thron und Vaterland Ausdruck gibt und dessen Haupt' stelle lautet: „Zweck dieses Aufrufes ist, den Abdruck die» ser Gesinnung iu ciuer Adresse Sr. Majestät, unserem aller-gnädigsten Kaiser und Herrn darzubringen, mit der Versicherung unserer unwandelbaren trenen Ergebenheit, unser Le< ben dem Kaiser und dem Vaterlandc zur Verfügung zu stellen." In den Decanatslanzleien werden Listen zur Unterzeichnung aufliegen. Tie Deputation, welche dcn Gesinnungen der Wiener Studentenschaft Ausdruck geben soll, wird erst iu einer zu bestimmenden Gtudentcn'Versammluiig gewähl wer« den. — Der Entwurf der Adresse lautet: Eure Majestät! Allergnüdigster Kaiser und Herr! Die gehorsamst unterzeichneten Studenten der Wiener Hochschulen erlauben sich, in tiefster Ehrfurcht mit dieser Adresse den Ausdruck ihrer patriotischen Begeisterung für die heilige Sache des Va» terlandcZ und ihres Kaisers Eurer Majestät zu Füßen z» legen und um huldvolle Aufnahme derselben zu bitten. M« gen Eure Majestät überzeugt sein, daß wir bei keiner Gele-genheit säumen werden, jene Opferfreudigkeit zu bethätigen, ^ mit dcr unsere Vorfahren in den Tagen der Gefahr Gut und Blut dem Vaterlande zur Verfügung stellten. Als ein heiliges <3rbe bewahren wir diese Gesinmmg und Erinnerung, die mit der ganzeu Macht ihrer Bedeutsamkeit unsere Her» zcn durchlodert. Was immer für Ereignisse in Folge der jetzt überall so drohend sich gestaltenden Verhältnisse eintreten nu)geu, werdcn wir wie Ein Mann uns erheben und alle unsere Kräfte aufbieten, den feindlichen Bestrebungen gegen das theure Vaterland und dessen hochherzigen Monarchen, an dem wir alle mit unerschütterlicher Treue und Ergebenheit hängen, mannhaft entgegczutrctcn und m Gesm« nung uud That uns an dem Kampfe je nach unserer Stellung wcrkthälig zu bethciligcn, wozu dcr unwiderstehliche Drang die Herzen aller getreuen j^estcrreicher durchglüht. Geruhen Eure Majestät huldvollst, die Kundgebung dieser Ge-! fühle, von denen wir alle durchdrungen siud, entgcgenzuneh' men. In tiefster Ergebenheit verharren Eurer Majestät treugehorsamstc Studirende dcr Wiener Hochschulen. — Der von Seite dcZ Armee-Odercommaudo'S für I dic eiserne Brigade engagirte Hauvtmarlcttnder nimmt > silr da3 Vergnügen der seiner Fürsorge in dieser Beziehung anvertraute» Truppen eine vorzügliche Beigabe mit in das Lager. Er lieh nämlich ein vollständiges, aber zerlegbares Eaft'haus anfertigen, welches groß genug ist, um die cbcn« falls mitgehenden zehn zcrlcgbarcu Aillardbrctter zu fassen. Dics»S CafchauS kann biuneu scchö Stunden aufgestellt und iu zwei Stunden abgetragen werden, hat Mannschasts« und OsfuicrZcchtheilungen und lann heute da, morgen dort den Truppen zur Erholung dienen. — In der letzten Verwaltungsrathsschung des ersten allgemeinen Beamteuvereinö wurden nach Ab, lauf der crstjahrigcn Functiousdauer Se. Durchlaucht Fürst Lothar Metternich, l. l. Statthaltercirath, einstimmig ,um Präsidenten, die Herren Professor Dr. Klun und General« sccrctär v. Fellmau n zu Vicepräsidcuten des Verwaltung«« ralhcs gewählt. Locales. Ce. t. l. Hoheit dcr durchlauchtigste Herr Erzherzog Ernst, l. l. Fcldmarschcül-Lieutenant und Commandant des dritten Armcecorps, ist gestern Morgens halb 1 Uhr mit dem Personenzuge in Begleitung Sr. k. Hoheit des Grafen v. Gir« geliti, l. l. Rittmeister, dcS Generalmajors v. Baumgarten, des Obersten Baron Catti uud Majors v. Hild nach Wicn abgegangen. — Die Herrschastsbesitzcrin Anna Freiin von -Lazzarini hat das SchlohaMude zu Nutzing zur un» entgeltlichen Benützung als Nothspital für verwundete l. l. Militärs zur Verfügung gestellt. Dieser patriotische Aet wird unter dem Ausdrucke de« gebührenden DanleZ zur öffentlichen Kenntniß gebracht. — Wic die „Agramer Zeitung" vom 2L. v. M. mit» theilt, ist dem Carlstädter Büchsenmacher IacobSchaschel, einem Sohne dcS hiesigen Büchsenmachers Johann Schaschel, cmc sehr ehrende Anerkennung zu Theil geworden. Se. Ma« jestät geruhten, demselben für ein Sr. Majestät vräsentirtes Doppclgewehr als Belohnung und zum Zeichen besonderer , Auszeichnung den Betrag von 500 fl. zu spenden. 640 Ein Lichtblick sür Oesterreich wäre cinc uon der Ge-neralcorrcspondenz ans Paris gemeldete und auch von anderen Blättern bestätigte Anuähcrnng RlchlandS. Die Meldung lautet: daß das Cabinet von St. Petersburg sich energisch der Verträge von 1815 uud dcS Vcrtragö-rccht^ überhaupt annehinen und den italienischen Staatsmännern für die angebliche Nothwendigkeit der Abtrc-tnng Vcncticnö einen Beweis abfordern werde, den ihnen die Wcstma'chte vielleicht gerne erlassen hätten. Ill den deutschen Fragen dürfte Nußland, seiner traditionellen Politik gctrcn, die Sache dcr Miltclstaaten vertreten und dem Getändel des Herrn v. Biemarck mit dem suffragc-uumerscl sich schwerlich hold zeigen. Da die Antwortnoten dcr drei Machte in Paris noch in» ^anse dieser Woche erwartet werden, so tonnen die Berathungen nächste Woche beginnen, und die aller» dingö peinliche Spannnng, welche diese letzte diploma» tische Phase begleitet, wird daher nicht lange dau^'n. Volkswirthschastlichc Dctnichtnngcn. li. Warum fällt den Grundbesitz«-» die Steuerlast so druckend? (Schluß.) Nachdem wir diese Frage bisher in Bezichnng auf dcn tlcineu Grundbesitz erörtert haben, wollen wir nun die Lage dcr Großgrundbesitze r inö Äuge fassen, welche dnrch die allseitige imperative Anshcbnng des NnlerlhanSverbandes plötzlich in andere, ganz neue Wirthschaftövcrhällnisse gedrängt wnrdcn. Mit den, Wegfallen der Robot mnßlcn die auöge-dehntcn Felder der Großgrundbesitzer entweder durch aufgenommene Arbcitcr bcslellt oder im Wege der Vcr-pachlnng nutzbar gemacht werden. Dazu waren indessen die nöthige», Vorbedingungen nicht vorhanden. Man hätte erwarten können, daß daö Bedürfniß dcr Großgrundbesitzer uach Albeilslläften und Pachtern gerade den kleinen Grundbesitzern eiuc willkommene Gelegenheit geboten hätte, den sür sie so nothwendigen Arbcilövcldicnsl und Nebenerwerb zu suchen nnd zu finden; allein dem war nicht so, denn trotz dcn geänderten Verhältnissen warcn die ^culc doch die nämlichen geblieben, uud die frühere unerquickliche Stellung dcr Unterthanen zu ihrcu Dominien wurde dcr Anbahnung eiucr Vcrschinclznng dcr gegenseitigen Interessen scldsl »ach Aufhebung des Unlcrthanöocrbandcö — znm Ätach-lhcilc dcr großen und kleinen Grundbesitzer — sehr abträglich. — Wenn sich »iun auch in dieser Beziehung im Lanfe dcr Zeit schon manches zum Vefjcrn gewendet hat, fu wird es dcu Großgrundbesitzern doch noch immer sehr schwer, auö dcm Ackerbau in eigener Regie eine angemessene Grnndrcntc zu gewinnen. Es stehen ihnen hier alle jene Nachtheile entgegen, welche die Industrie-armulh, dc<ü Landes uud dcr Maugcl an volkreichen Städten nnd Märkten mit sich bringt und die wir schon früher hervorgehoben haben. Die Großgrundbesitzer sind gegenüber dcn kleinen Gruudbesitzcru insofern im Nachtheile, als sie zum Feldbaue in eigener Regie ein ungleichmäßig größeres Vctricbecapital bcnöthigcu und uicht selten, und zwar namentlich für solche Fcldalbcitcn, die wegen WittcrungSvcrhältnisscn ohne großen Vcrlnst uicht vcrschobcu wcrdcn dürfen, unvcrhältnißmäßig hohe Löhnnngcn bezahlen müssen. Kommt dazu noch dcr Umstand, daß die ganze Wirtschaftsführung fremden Händen anvertraut wcrdcn uniß, so wird cS leicht bc-lzrcisilich, daß die Grnubrcntc eine solche Schmälcrung erleiden muß, daß die davon zu bcstreitcudc Steuer eine unoerhiiltuißmäßige wird. Wir glaubcu überhaupt nicht zu irren, wenn wir behaupten, daß es auch vor dein Jahre 1648 lcincm Großgrundbesitzer in dcu Sinu gekommen wäre, ciucn ausgedehnten Feldbau in eigener Regie zu betreiben, wenn ihm nicht die Robot, o. i. die wohlfeile Arbeitskraft dcr Unterthanen, zur Disposition gestanden wäre. Mit dem Entfallen, dieser Arbeitskraft mußte die Aussicht anf eine gcwinnrc'che Prodnetion in eigener Regie von selbst verschwinden, und nur jene Großgrundbcsitzcr, welche ihre Wirthschaft in eigener Person und rationell zu leiten in der ^age sind, können bei Beschränkung ihrer Wirthschaft auf ciue folche Area, daß sie uicht zu fchr uou ungewissen, nur zeitweilig zu dingcudeu Arbeitskräften abhängig bleiben, einen mäßigen Eisolg erzielen; allein sclbst von diesen kann man ost die Klage hören, daß sie alles, mir tcin Geld haben, nnd zergliedert man den Gejammtgewinn ihrer Production nach national-ökonomischen Grundsätzen, so wird man finden, daß nach Abzug dcr (>apilalsrcntc und des Arbeitsverdienstes leine eigentliche Grundrente in jcncm Betrage übrig bleibt, daß die Slcucrn davon befahlt wcrdcn löimten. Die Steuerzahlung mnß demnach stclö cmpsilidlich fallen, und zwar in um so höherem Maße, als sie uicht mehr die eigentliche Ornndrcnte, sondern die übrigen Factorcn dcr Prudnction trifft. Bei dcr Schwierigkeit einer lohnenden Fclowirlh» ! schast in cigcncr Regie, und da die Mehrzahl dcr Groß» grundbcsitzcr aus lcicht begreiflichen Gründen nicht in dcr Lagc ist, die Wirthschaft selbst zu leiten, haben auch die meisten von ihnen znm Systeme dcr Vcrpachlnng ihrer Felder die Zuslncht genommen. Dieser Answcg schützt zwar im ullgcmcincu vor wirklichem Schaden, ohne jedoch in allen ^andcsgegcndcn cinc angcmcsscnc Grundrente zu sichern, da eben derzeit noch nicht überall die erforderlichen Vorbedingungen vorhanden sind. Dcr ganz kleine Grundbesitzer, welcher am meisten den Beruf hätte, sich durch Uebernahme vou Pachtnngcn scin ^os zu verbessern, ist nicht selten ein uuvcrläßlichcr Pächter, dem es schwer fällt, scincu Pachlschilling pünktlich zu entrichten, und alle jene schon,frühcr geschilderten Schwie-riglcitcn, mit dcncn dic Grundbesitzer in einem Lande odcr ^andcslhcilc ohne Industrie und abseits von Slädtcn und lcbhastcm Vcrtchrc zu tämpfcu haben, sind auch dcr uorlhcilhaftcn Pachtung und Verpachtung vou Grundstücken hinderlich. UebrigcnS ist dcr Wcg, durch Pach' tungcn rcich zu wcrdcn odcr seinen Unterhalt zu crwcr-bcu, wohl uoch zu ncu, als daß dcr bedächtige Unter-nehmmifMcist nnfcrcr am Altherkömmlichen hängenden ländlichen Bevölkerung bereits überall wachgerufen worden wäre, und die großen Grundbesitzer müssen sich vor-länfig mit dcr Aussicht trösten, daß sie ihre Felder in dcr Zukunft jedenfalls vorthcilhaflcr wcrdcn verpachten können, als derzeit, wo dcr Pachtschilling nur in dcr Nähe von Städten und untcr sonstigen ausnahmsweise günstigen Verhältnissen ein angemessener ist. Je weniger günstig dagegen die Verhältnisse slnd und je kleiner demnach der Rest ist, welcher von dcm geringen Pacht-schillingc nach Abschlag dcr Stcncrn übrig bleibt, Desto empfindlicher müssen lctzlerc fallen, und thalsächlich zeigt sich auch wirklich zwischcn dem Pachlschillingc und dcn Stcucru oft ein anffullcndcö Mißvcrhältuiß. Die Waldungen, wclchc in andcrcn Bändern cine hervorragende Einkommensquelle für die Großgrundbesitzer bilden, haben in Krain znm großen Theile nur eine Zuknnft, dic lcidcr noch nicht da ist, wenn sie auch hiu und wieder cscomplirt wild. Die Vergangenheit und Gegenwart dcr Wälder ist wenig erbaulich. Dcr ehemalige große Waldreichthum Krams scheint dcn Werth des Holzes sowie das Waldeigcnthnmsrccht völlig in Mißcrcdit gebracht zu habcu, und die Folgen davon müssen die jetzigen Besitzer tragen. Das Erträgniß dcr Waldnngcn, die zum großen Theile seit undenklichen Zeiten dcr Tummelplatz von ServitnlSbercchtigten aller Art oder von solchen Nichlbcrechtigten sind, die ans der Thalsache, daß der liebe Herrgott die Bäume wachsen läßt, ihre eigenthümlichen Conscqucnzcn zu ziehen pflegen.— ist in Krain vcrhältnißmäßig und im Vergleiche mit andcrcn Ländern fnr dcn Waldcigcnthnmcr sehr klein. In manchen Landcsgcgcnden, wo eben beinahe jeder scruilntSberechtigt oder, wenn die Ablösung der ScrvltntSrcchtc schon erfolgt ist, ein jeder anch Wnld-bcsitzer ist, rcducirt sich die Waldrentc mit Rücksicht anf die Kosten dcr nnvcrmcidlichcn Forstanfsicht auf ein Minimum, nnd nur dnrch Nutz- odcr Mercantilholz ist ein Ertrag noch dort zn erzielen, wo der Waldstand odcr die Bringbartcit des Holzes eine solche Ansnntznng zuläßt. Große Strecken Waldes, sowie ausgedehntes Hut-wcidetcrraiu wcrdcn sogar ausschließlich nnr von Ser-vitnlsbercchtigtcn genossen und gewähren dcm Großgrnnd-bcsitzcr, dcr davon für das Vergnügen, als nomineller Eigenthümer zu gellen, die Steuern bezahlt, seit Jahren uicht dcn geringsten Vortheil. Wiewohl nun die Steuerlast, dic anf den Wal^ düngen haftet, an und für sich nnd mit Rücksicht auf dcn nnter anderen Verhältnissen lcicht crziclbarcn Ertrag cinc höchst nnbcdcutcndc ist, so mnß dieselbe dcm Steuerträger untcr dcn obwaltenden Verhältnissen, wo ihm das Erträgniß dcS uerstcncrtcn Objectes entweder gar nicht odcr nnr im untergeordneten Maße zn gutc kommt, doch sehr drückend fallen, und es dürfte eben darin cinc besondere Rcchlfcrlignng uuscrcr bereits in ciucm früheren Aufsätze ausgesprochenen Anschauung gefunden wcrdcn, daß es die Höhe dcr Steuer uicht ist, welche dcu Druck verursacht und daß vielmehr hier ganz eigenthümliche, zum Theil abnorme Vcrhälnisse im Spiele sind, welche zn beleuchten wir als unscrc Aufgabe IM gestellt habcu. Dic Großgrundbcsitzcr in Krain empfinden übrigens das schon in Bczichnng anf die kleinen Grundbc sitzcr hervorgehobene Moment, daß alle Znschlägc auf dic dircctcn Steuern vorzugsweise anf dic" Grundsteuer fallen, cdcilso sehr als die Klcingrnndbesitzer, znmal oa-dnrch dic ihnen zngetommcnc Entschädigung für die Ur-barial- nnd Zchcnlbezügc, zu dcrcn Tilgnng sie mit beitragen müssen, zum Theile ganz illusorisch wird. Ill cincm nächsten Artikel wcrdcn wir die Mittel anzudeuten suchen, wclchc die Lage dcr Grundbesitzer zn verbessern geeignet wären. Oesterreich. Wie», 29. Mai. Die bairische nnd dic sächsische Thronrede, dic beiden hervorragendsten Actcnstückc des Tagcs, sind für die Bcnrthcilnng des Standpunkts dcr betreffenden Regiernngcn von entscheidender Bedeutung. Mit ihren Voranssctznugcn wesentlich in, denselben Grnndanschauungcn wurzelnd, kommen sic anch wesentlich zn denselben Folgerungen. Die Erhaltung des bnndcsvcrfassmlgsmäßigcn Landfriedens, der Schntz des Rcchtcs wcrdcn als die obersten Principien dcr politischen Haltung Sachsens uud Baicrus hiugcstcllt. Und überall in Deutschland, wo dcr Sinn für das Recht nnd für die Erhaltnng des Bnndcsfricdcnö uoch nicht nnler-gcgangcn ist in dcm Gewirke einseitiger Partcibcstrcbin^ gcn, wcrdcn dic königlichen Worte, welche in Munch"! denn der letztere war nngemeiu lebenslnstig und eö war nicht schwer, seine Frenndschast zu gewinnen, selbst untcr minder günstigen Umständen, als sic hier obwalteten. Zudem schien der Mann Fanny's — wir nennen ihn Josef, theils, weil solche Namen iu Laibach häufig sind, theils weil wir dm wahren uicht verrathen wolleil — sür seine junge, reizende Frcm nicht besonders zu schwärmen; der Thermometer seiner Liebe war trotz des knrzen ^ Bestandes seiner Ehe beinahe anf den Nullpunkt gesunken. Er faud ! am früheren Innggeselleulebcu uoch sehr viel Ocschmacl uud bc-suchte deshalb alle Vcrguügnngsorte und geselligen Zusammen«, lünfle, theils allein, theile, jedoch selten, mit seiner jungen Fran, ^ deren Unterhaltung er bei solchen Anlässen gewöhnlich anderen über-! ließ. Dieses fiel in der Gesellschaft nicht zu sehr anf, da man gerne cmnahm, daß die beiden zu Hause glücklich seien, bei öffcut- ! lichen Vergnügen sich indeß durch eifersüchtige Beobachtung leinen ^ Zwang nnthuu wollten. Da lein häuslicher Zwist vorfiel, so konuteu , die Basen nud Muhmeu die junge Ehe uicht iu dru Bereich ihrer Plaudereien ziehen ; man sagte nur, daß beide sehr vernünftig scicu. In dieseu kleinen Familienkreis also sollte dcr Fremde hcnle eingeführt werden. Es schlug soeben zwölf Uhr nud die Glocken sämmtlicher Kirchen kündigten iu mehr odcr minder gefälliger Harmonie dic Mittagsstunde au. Unsere zwei Marltbcsucher traten dcu Heimweg au. In der Wohnung angelangt, stellte Josef dcu! Fremden als seinen erst gestern gewonnenen vortreffliche» Freund ' nnd Bewohner dcö zwciteu Stockwerkes vor. Fauuy war vott dem Besuche bereits unterrichtet worden «ud launtc denselben schon, wie sich unsere Leser erinnern werden! Nach ciuigcn der üblichsten NcdeuSartcu setzte man sich zur Tafel, ^ die ciufach, aber geschmackvoll hergerichtet war. Der Fremde benutzte dieseu Umslaud als Aulas;, dcr reizcndeu Orduerin ein schmeichelhaftes Compliment zu machen, worauf diese verlegen cr-vöthmd erwiderte: „Sie sind ciu Dichter, und Dichter sind sehr uachsichtig und finden überall Stoff zur Bewunderung, wenn anch das Angc cine? nüchternen Beobachters uichtö dergleichen bcmertt oder z» bemerken geneigt ist." Wie die Leser aus dieser Aeußerung ersehen Ehalte Fanny ihren Anfangs gefaßten Groll gänzlich überwunden ulld alle Vor» urtheile fallen lasscu. Das Gemüth der Fraucu ist wauoclbar. Diese schnelle Veränderung deutete der Fremde zn seinen Gunsten nnd glanbte das Schwerste bereits überwunden zn haben. In die» scm Glauben bestärkte ihu uoch der llmsiano, das; oic junge Frau sciuen Erzählungen alls Nah und Fern mit großer Nnfmertsam» lcit folgte, währeud sich der Gemahl mit großem Eifer der an-gruehmcu Beschäftigung deö Essens hingab. Anch uach dem Diner überließ er dem Gaslc die Unterhaltung seiner Frau, welche au dem gebildeten und galanten Erzähler sichtlich viel Geiallen fand. Wer hätte ihr das auch übel nchmcn wollen?! Sic, die fast immer auf ihre und ihrer Freundin Gesellschaft angewiesen war und ihres lebhaften Temperaments wegen diese Entsagung nur mit schwerem Herzen ertrug, sehnte sich uach Abwechslung. Daß der angenehme Gast andere Absichten anf sie habe, daran dachte die Unerfahrene uicht, obwohl fic sich, gleich andern jungen Frauen, ihrer Schönheit wohl bewußt war. So vcrgiug Stunde um Stunde, ltincr uou beiden schicu eS zu bemcrlcu, bis endlich der Gemahl, dcr bisher in seinem Schreibzimmer beschäftiget gewesen nnd nur ans Minuten herein, gekommen war, eintrat und scincu Freund fragte, ob es ihm uicht angenehm wäre, mit ihm ciueu Spaziergaug zn machen. Diese Aufforderung war geivisscrmaßru riu Wink mit dem Zauupsahl, weshalb der Fremde sich höflich empfahl und mit einem lrinm-phircudcu Lächeln anf oen Lippen seiuem Freunde voranschrilt. Dic Abendsonne war dem Sinken nahe, die Schallen dcr Vämne waren unendlich lang geworden; die Promenndeil der Stcrnallcc belebten sich mit den Schönheiten Laibachs, begleitet von sorgsamen Mülteru odcr besorgten Vätern uud zärtlich"! Brüdern, verfolgt vou Anbetern mit überschweiuMen GesülM und großen nnd kleinen Herzen. Unser Poet uur schien zu dies"' ?lrt vou Leuten mit menschlichen Gefühlen uicht zu zählen, deü>l cr ließ, an einen Vailm gelehnt, ohne einen sichtbaren Eindruck, allcö Nevnc passircn, er grüßte nnr manchmal einen Vorübel" gehenden bald chrsiirchlsvoll, bald vertraulich. Endlich sah er sei»^ Frennd Albert melancholisch uud doch mit nngeduldiger Hast HN' ankommen und eilte ihm cutgegcu. „Nun, da bin ich, gewärtig dcr Dinge, die da kommen s^-leu!" So sprach Albert, dem Freunde dic Haud reichend. „Vor allem," erwiderte dieser, „wappnen Sie sich, ^'"" die heutige Probe erfordert ciucu großcu Grad vou Selbstbe!)"'^ fchnug. Wärcu Sie im Staude, ohne ciu Wort zu rcdeu, o^ die geringste Anstalt znr Abwehr der List oder Gewalt zu trefft"' ruhig zuzusehen, wenn Ihnen Ihr Liebste« vor den Augen w^" genommen würde? Mnthen Sie sich also einen solchen Grad ^ Selbstbeherrschung zu, dann und unr dann kann ich Sie aü c^ Ort führen, wo etwas Achulicheö vor sich geheu soll. ^ gl uämlich, IhrcS Nebenbuhlers Pläne zu durchschallen, um dann ^' ciguclc Maßregeln znr Vereitelung derselben zn treffen." Albert ahnte, nm was cö sich handelte. Diese NltcrnatN' war allerdings eine harte Nnß, doch er mnßle hiueiubeißcu, n>o> ^ er selbst seinen Zwecken nicht entgegenhandeln. Nach knrzein ^ sinnen sprach er: „Hier meine Hand! Die Zähne will ich znsamlln'l>p"s>^ das; sie bis anf'S Blut in die Lippen dringen, aber nlhrett >" ich mich nicht, lein Lcmt soll über meine Lippen sommc», "' sollte ich vor Zorn nnd Schmer; wahnsinnig werden." „So kommen Sie, cö wird Zeit sein!" ' - (Fortsetzung folgt.) 841 und Dresden gesprochen wurden, mit voller und ungo thcilter Zustimmung bcgiüßt werden. (Abdftst.) Innsbruck, 2«. Mai. Heute um 0 Uhr Abends ist Kaiser Ferdinand hier angekommen und hnt unter dem lebhaftesten Zuruf des dichtgedrängten Voltes durch die im Fcstschmnck prangende Stadt seinen Einzug in die Hofburg gehalten. Seine Gemalin, die Kaisciin Maria Anna, war schon Morgens um 5^ Uhr ange» toiumcn und hat dcu Wcg vom Bahnhof in die Aurg zu Fuß zurückgelegt. Erzherzog Karl Ludwig, für den ebenfalls die Gemächer in Bereitschaft gesetzt siud, wird nach nenercn Mittheilungen die Hauptstadt deS Ncichs vorläufig uicht verlassen, und man hört, daß er für den Fall dcS Krieges als i>!l^<) für Civilangelegenhciten in der Nähe dcö Thrones bleibcu wcrdc. Pest, 29. Mai. Die Commission für öffentliche Institute hat Graf Emerich Miko zum Obmann und Gabr. Varady znm Schriftführer gewählt. — Wie „Pcsti Naplo" mittheilt, ist den croatischcn Dcftntirtcn der Inhalt der nngar. Rückantwort gestern in einer Privatconfercnz mündlich anölciuaudcrgc-setzt worden. Die officicllc Ucbcrgabe der Antwort erfolgt hcute. — Wie „Naplo" ferner, „Pcsti Hiriwl" und „Pester Correspondeuz" berichtigend, mittheilt, wird die croatischc Deputation ihre Gcgenbcmcrkungcn noch hier möglichst rasch ausarbeiten, also noch nicht iu der nächsten Zeit abrciscu. Nach dem „Hirnök" beabsichtigt die croatische Dcputatiou ihre Autwort iu einer oder zwei Wochen zu übergeben. — Eben diesem zufolge erklärt die ungarische Deputation in ihrer heute zu über« gebenden Antwort, sie wcrdc. dem Landtage die Auuahme der ersten zwei Punkte der croatischcn Instruction empfch« leu, nämlich, daß die künftigen Verhältnisse der 1' art 6« mlt ocm Muttcrlan dc unr im Wege wcchsclscitigcn U cb crcin t o m m c n S festgestellt werden sollen und daß ttroaticn hinsichtlich seiner Verwaltung, Instizpsicgc, UntcirichlS-augckgcuheitrn, BoltSwirthschaft uud des dazu gehörigen Bndgels vollkommen unabhängig sci. Hinsichtlich des dritten und vierten Punktes der croatischcn Forderungen hingegen, daß nämlich Croatien im NcichSorgauc für gc< mcinsamc Angclcgenhlitcn nnmittclbar und besonders vertreten sei, ferner, daß die Integrität des croatischcu Territoriums im Sinne der Agramcr LcmdtagSadresscn festgestellt wcrdc, hat die ungarische Deputation verneinend geantwortet, ! — 2^. Mai. In der Berathung des Bilrgcr/ auSschusscö unter Aorsitz deS Oberbürgermeisters ist eine Loyalitätsad reffe an S e. Majestät dcni Kaiser angenommen und beschlossen worden, Geld-^ sammlnngcn zur Unterstützung der Verwundeten der ungarischen Regimenter einzuleiten. Mehrere tausend Gulden sind bereits gezeichnet. ! Ausland. Frankfurt, 29. Mai. (VnndeStagSsihnng.) Nach Vorlegnng dcr fast glci ch lauteuden Noten der nm Bunde beglaubigten Gesandten (inglandö, Frankreichs uud. Rußlands wnrde beschlossen, diese Noten ungesäumt zur Kenntniß dcr VundeSregie« run gen zu bringen. — In den Vlnsschnß für die Behandlung dcr üoufcrclizangclegcnhcit wurden gewählt: Oesterreich, Preußen, Baiern, Sachsen, Hannover, Württemberg und Knrhcsscn. Als Stellvertreter': Baden nnd die sächsischen Häuser. In den NnSschuß für die Lim-burg'sche Angelegenheit wurden Oesterreich, Preußen, Baiern, Hannover uud Baden gewählt. Dresden, 29. Mai. Dcr Präsident der ersten Kammer, Friesen, sagte in scincr Antrittsrede: „Wenn Friede und Recht bedroht sind, gilt leine sogenannte Ncntralität, sondern entschlossenes Handeln, nm dem Rechte zum Sicgc zu vc>hclfcn. N^ntmlität bci einer Auflchnuull, gcgcn daS BnnoeSrecht wäre Theilnahme am ÄundcSbriichc. Wir wollen festhalten am Bunde, damit cv nach Außen zn Kraft gelange und im Iuucrn gewähre, was cincs freien Volkes würdig uud feinem, Frieden dienlich ist. Dresden, 29. Mai. Die gestrige EröffnungS« sitznng der Abgeordnetenkammer schloß Präsident Hubcr-lorn mit folgender Ansprache: „Möge cö ohne Schädigung dcr deutschen und sächsischen Ehre und Interessen gelingen, den Frieden zu erhalten; möge dazu jcdcr Theil daS Scinige beitragen uud sich dcr schweren Vcraut« wortlichleit vor Gott und den Menschen bewußt bleiben, welche denjenigen trifft, dcr ohne Noth Blutvergießen lind die Gränel eines Bruderkrieges verschuldet. Karlsruhe, 29. Mai. Dic zweite Kammer bewilligte eiustimmig den verlangten M ilitärcrcoit von 1.070,600 Gulden, uutcr voller Uebereinstimmung mit dcr Haltung der Rcgicruug. — Dcr Autrag Eckarts, daß die Regierung im Vereine mit den Buudcögcuos-scu ans dic Berufung eines Parlaments und auf V oltsbewaffnnng hinwirkn mögc, wnrde einstimmig angenommcu. i Darmstadt, 2V. Mai. Die erste Kammer hat den Beitritt zu dem Antrage des Abgeordnetenhauses be-tresfcuo dic Eiu beruf nng der sch leöwig-h ol-stcinischcu Stände ans Gründen mangcluocr Op-portuuität abgelehnt. > Verlitt, 29. Mai. (Pr.) Der Pariser Corrcspon-' dent dcr „Krcuzzcituug" mcldct, ein Vorschlag der ncu-tralcu Machte iu dcr ersten Eonfercuzsitzuug werde die Einstellung der Nüstuugen Oesterreichs, PrenßenS und Italiens betreffen. — Die „Nordd. «llg. Ztg." plaidirt für eine Enlfchädiguug Oesterreichs mit türkischen Provinzen; Oesterreichs Gebiet soll auf dicfc Weise vergrößert, seine Population vermehrt werden. Florenz, 29. Mai. Man glaubt, dic Freiwil-ligenanwcrbuug werdc demnächst wieder beginnen, die Zahl der nach dcu Depots abgcschicktru Freiwilligen beträgt 25.000 Mann, andere 25.000 bci dcn i^omit«^ vorgemerkte warten auf die Wiedereröffnung dcr An-Werbungen. Paris, 29. Mai. (Pr.) Oesterreich ist entschlossen, bci den Confcrcnzcn die Abtretung VcnetienS formell abzulehnen. 9tuß land billigt dicfcn Stand-^ pnult und wird überhaupt entschieden für die confer-Ivativcn Interessen einstehen. — Ein Gerücht will wissen, N ö m o V b a d. ^V. I?. „Nömcrbad cine Minute!" rief der Conduc-tenr, als ich, ncrvculeidcnd an jeder Faser dcS Körpers, diese Eisenbahnstation im verflossenen Sommer erreichte. Ich ahnte nicht, daß dieser Ruf ominös sei, denn obwohl ich sechs volle Wochen dieses liebliche Plätzchen genossen, so rnft die Erinnernng jetzt noch lant in mir: „Nömcrbad einc Minute!" Wenn auch dicscS herrliche Bad schou seit den Nömcrzcitcn besteht, so ist eö dennoch leider viel zu Wenig bekannt; die dreifache Anzahl von Wohnzimmern Wäre sonst nöthig, nm all' dic Hilfesuchenden nntcrzubriu-llcn, dcun dcr hervorragendste KranlhcitSzusland dcr gc« Nenwärtigcn Generation, die Nervenleiden, werden in Nömcrbad schnell nud sicher geheilt. Doch nnr wirklich Nervuilcidendc finden daselbst Heilung, uicht aber jene nervös.fadöscu Personen, wic dcrcn dutzendweise zn finden sind. Solche Lente, die „nervös" werden, weuu cS ihnen etwa nicht gelungen, ''eim Bindcn der Crauatc einc schöne Schleife zu erzic-len, mögen daher ferne bleiben, solche finden Römerbad "langweilig," obwohl unr sie cö sind, welche die Lang. lvelle mitbringen und verbreiten. Wer jedoch durch Kum« ^cr und Sorgen, durch Verlust cincS theucrcn Faini« lienglieocS, durch Kränkungen anö was iiumcr für Ur> suchen, also durch moralische Einflüsse nelvenlcidcnd, odcr ^rr durch Säftevcrlnst, auch durch Klanlheiten geschwächt, physisch ncrucuklanl geworden, der wird, und sei er bis zum Lebensüberdruß leidend, sich in Römerbad Gesund, heit und Krast holen. _ Der ausgezeichnetste Arzt, die Natur, bewirkt m Römerbad solche Wundercuren, nnd, wie immer einfach '" ihrcr Größe, bedient sie sich dazn nur reiner, balsa» wische Gcbirgsluft nnd gänzlich indifferenten, 26 bis 23, ^l'ad N. warmen Wassers. ! Ja, rcincr, balsamischer Luft! Man brancht sich ^ben nur hinznfctzcu anf eincS dcr lieblichen Plätzchen, °tn Mund öffnen nnd diese Lnft in vollen Zügen Würfen, um ihre Wirkung zn verspüren. Uud wie wird das «luge zugleich befriediget! Der Hügel, auf dcm Nömervad licgt, bchcrrfcht ein fchöues Becken, welches von bewaldeten Bergen schönster Formation nm-schlossen wird; wohin man blickt, daS saftigste „steierische," „grünste" Grün; die Südbahn durchläuft daS Thal in ciner Schlangenlinie; eine Pfcrdc-Kohleubahn führt auS einer Bcrgschlucht zur Eisenbahn, Station; dcr hübsche Sannslnß schlangelt sich wie eiu Silbcrstreifen längs der Eisenbahn dnrchs Thal, und das Kreuzen der Trains, so wie die Holzstöße auf dcr Sann bringen Leben und Abwechslung in die Landschaft, die man wie auS der Vogclpcrspcctivc übersieht. Und indifferentes Wasfcr! Jedermann wird tief den Nacken bengcn vor den Fortschritten dcr Chemie, aber so wenig es ihr gelingen wird, mit dcm anf chemischem Wege erzcngtcn Wasser den lechzenden Gaumen zn erquicken, eben so wenig wird es gelingen, ans dcr Abwesenheit größerer Salzgehalte die Wirlnngslosigleit dieser indiffcrcnlcn Wässer zn bcwciseu. Vorhanden ist die Wirkung nud vou Tausenden wird sie dankbar anerkannt, und daß dicse iudiffcrcnlcn Wässer ihre Wi» lung nnr dcr höhcrcn Temperatur zu ucrdantcu haben, werden alle jcnc bezweifeln, welche die nervenstärkende, beruhigende Wirkung der auS der Quelle aufstcigcndcn, sich an dcn Körper anschmiegenden Gase gefühlt, solche werden sich eher dcr Ansicht einer magnetischen Einwirkung dicser Wässer anschließen. Dcr gesellige Ton, dcr in Nömerbad herrscht, ist erfreulich; von Seite dcr Direction wird bescheidenen Ansprüchen genügt, und der denkende, besonders in Nervenkrankheiten erfahrene Badearzt Dr. Bnnzl leitet mit ancrkcnnungawerthcr Einfachheit die Cur. Als em< pfindlichcr Ucbclsland mögcn dic im verflossenen Sommer mchr für Gesunde als Kranke berechneten Lcistnnn.cn der Küche erwähnt werden. Was mich dicse Zeilcn schreiben laßt, ist theils Dankbarkeit für wieder erlangte Gesundheit, theils die humane Absicht, wirklich Nelvenlcidcudcn dicscn herrlichen Curort bei beginnender Saison dringend zn cm^ Pfehleu. Persigny werde als zweiter Bevollmächtigter Frankreichs bei den Conferenzen fnngiren. Madrid, 29. Mai. Dcr Finanzministcr hat auS Gesundheitsrücksichten seine Demission gegeben. EanvoaS deS Vastillo wnrdc interimistisch mit dem Finanzvortcfcuille betraut. New'Aork, 19. Mai. Präsident I o h u s o n hat befohlen, alle weißen Freiwilligen aus dcr Armee zn entlassen. — Die Convention von Virginia hat cinc Resolution zn Gunsten des StimmrcchteS der Neger angenommen. Auö Veracruz, 7. Mai, wird gemeldet: Dcr Kaiser habe eine bedeutende Anleihe in Enrofta abgeschlossen. Die Provinz Michoacan sei vollständig besiegt. — Ge-rüchtwcise vcrlantct, Mcndcz habe die französische Garnison von Tonnta gefangengenommen. Hagesneuigkeiten. Im Einvernehmen mit dem Nector und den Decanen an dcr Wiener Universität erschien am 14. d. am schwarzen Brette derselben ein Aufruf an die Stu« deuten, der in den einleitenden Worten der Begeisterung für Thron nnd Vaterland Ausdruck gibt und dessen Haupt« stelle lautet: „Zweck diese« Ausrufes ist, den Abdruck die» ser Gesinnung in einer Adresse Sr. Majestät, unserem aller» gnädigsten Kaiser und Herrn darzubringen, mit der Versicherung unserer unwandelbaren treuen Ergebenheit, unser Leben dem Kaiser und dem Vaterlandc zur Verfügung zn stellen." In den Decanatslanzleien werden Listen zur Unterzeichnung aufliegen. Tie Deputation, welche den Gesinnungen der Wiener Studentenschaft Ausdruck geben soll, wird erst in cincr zu bestimmenden Gtudenten»Versammlung gcwähl wer« den. — Der Entwurf der Adresse lautet: Eure Majestät! Mergna'digster Kais«r und Herr! Die gehorsamst unterzeichneten Studenten der Wiener Hochschulen erlauben sich, in tiefster Ehrfurcht mit dieser Adresse den Ausdruck ihrer patriotischen Begeisterung für die heilige Sache des Va» terlandcZ und ihres Kaisers Eurer Majestät zn Füsien zu legen uud um huldvolle Aufnahme derselben zu bitten. Mü« gen Eure Majestät überzeugt sein, das; wir bei lcmer Gelegenheit säumen werden, jene Opferfreudigkeit zu bethätigen, mit der unsere Vorfahren in den Tagen der Gefahr Gnt und Alut dem Vaterlande zur Verfügung stellten. Als eiu heiliges (3rbe bewahren wir diese Gesinnung und Erinnerung, die mit der ganzen Macht ihrcr Bedeutsamkeit unsere Her» zcu durchlodert. Was immer für Ereignisse in Folge der jcht überall so drohend sich gestaltenden Verhältnisse eintreten mögen, werden wir wie Ein Mann uns erheben und alle unsere Kräfte aufbieten, den feindlichen Bestrebungen gegen das theure Vaterland und dessen hochherzigen Monarchen, an dem wir alle mit unerschütterlicher Treue und Er« gcbcnhcit hängen, mannhaft entgegezutretcu und in Gesin« nung und That ung an dem Kampfe je nach unserer Stellung werlthülig zu betheiligcn, wozu der unwiderstehliche Drang die Herzen aller getreuen Oesterrcicher durchglüht. Geruhen Eure Majestät huldvollst, die Kundgebung dicser Ge-> sichle, von denen wir alle durchdrungen sind, entgegenzunch» men. In tiefster Ergebenheit verharren Eurer Majestät trcugehorsamstc Studirende der Wiener Hochschulen. — Der von Seite des Armee-Obcrcommando'S fNr die eiserne Brigade engagirte Hauvtmarletender uimmt silr daZ Vergnügen der seiner Fürsorge in dieser Beziehung anvertraute» Truppen eine vorzügliche Beigade mit in ba3 Lager. Er lies; nämlich ein vollständiges, aber zerlegbares Cafchaus anfertigen, welches gros; genug ist, um die cben° sallö mitgehenden zehn zerlegbaren Äillardbrctter zu fassen. Dies»s EaschauS kann binnen sechs Stunden aufgestellt und in zwei Stunden abgetragen werden, hat Mannschaft^ und OfsicicrZabtheilungen und laun heute da, morgen dort den Truppen zur Erholung dienen. — In der letzten Verwaltungörathöschung des ersten allgemeinen V camtenvereinö wurden nach Ab« lauf der crstjährigcn FuuctionZdaucr Se. Durchlaucht Fürst Lothar Mettcruich, l. l. Statlhaltercirath, einstimmig zum Präsidenten, die Herren Professor Dr. Klun und General« secrctür v. Fellmann zu Vicepräsiocnten des VerwaltungS, ralheö gewählt. Locales. Ce. t. l. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Ernst, t. l. Fcldmarschall-Lieutenant und Eommaudant des dritten Armeecorps, ist gestern Morgens halb 1 Uhr mit dem Personenzuge in Begleitung Sr. t. Hoheit des Grafen v. Gir» geiiti, l. l. Rittmeister, des Generalmajors v. Baumgarten, des Obersten Baron Ealti und Majors v. Hild nach Wien abgegangen. — Die Herrschastsbeschcrm Auua Freiin von Lazzarini hat dns Schloßgebaudc zu Nubing zur un< entgeltlichen Benützung als Nothspital silr verwundete k. !. Militärs zur Verfügung gestellt. Dieser patriotische Act wird unter dcm Ausdrucke de» gebührenden Dankes zur öffentlichen Kenntniß gebracht. — Wic die „Agramer Zeitung" vom 20. v. M. mit» theilt, ist dem Carlstüdtei Büchsenmacher IacobSchaschel, einem Sohne des hiesigen Büchsenmachers Johann Schaschel, cine sehr ehrende Anerkennung zu Theil geworden. Se. Ma» jestä't geruhten, demselben für ein Sr. Majestät prüsentirteS Doppclgewehr als Belohnung und zum Zeichen besonderer Auszeichnung den Betrag von 500 fl. zu spenden. 842 In unserm Blatte vom 20. Mai hatten wir erwähnt, daß hier und in Stein in Ichtercr Zeit mehrere, mitunter bedeutende Gclddiedslähle verübt wurden, ohne das, es bei einigen derselben bisher gelungen Witte, die Thäter ausfindig zu machen: dabei berichteten wir von einem größer» Geld» diebftahle in Stein. Diese Not,,, so wie eine weitere in unserem Blatte vom 29. Mai veranlaßte den Hrn.Bürgermeister unserer Landeshauptstadt, T>r. C. H. Costa, zu einer „Bench, tiguug," der wir in der Nummer vom 30. Mai Naum gaben. Wenn wir unsere beiden Notizen der hiedurch provocirten „Vcrichtigunn," entgegenhalten, so glauben wir indeß durch letztere in keinerlei Weise einer thatsächlichen Unrichtigkeit überwiesen worden zn scin. Wir hatten nicht gesagt — wie aus der Stylisirung der Berichtigung entnommen werden könnte — daß nur „hier" DicIMHle begangen wurden, daß eben die hiesigen „bedeutende Gclddlcbstähle" waren, daß nur „hier" bei einzelnen dcrsclbcn die Thäter nicht ausfindig gemacht werden konnten. Obwohl uns speciell ein Fall aus ^aivach bekannt war (er ereignete sich am 28. April, wobei an Barschaft ungesähr 12 Gulden entwendet wurden), so machten wir doch nur von jenem aus Stein llrwähnung, da der« stlbe wegen der Hvhe des entwendeten Betrage« ein größeres Interesse zu erregen geeignet war, und glaubten den erstern , wegen der verhältnißmäsngcn Geringfügigkeit der .üit« wendeten Summe nicht besonders anführen zu müssen. Ob letzterer Diebstahl beim hiesigen Stadtmagi°, strate bekannt wurde, wissen wir nicht, und wir glauben nur erwähnen zu mnssen, dah dies nicht nothwendig dcr Fall gewesen sein mußte, da nicht blos der Stadlmagislrat, sondern auch andere Behörden, namentlich die Gerichte, zur Entgegennahme von Strafanzeigen berufen sind, daher es immerhin möglich ist, daß der löbl. Stadtmagistrat von hier vorfallenden Tiebstählcn nicht in die Kenntniß gelangt. — Was den zweiten Thcil der „Berichtigung," betreffend den Diebslahl vom 28. Mai anbelangt, so spricht selbst die Be« richtiguna, nur davon, daß man der „muthmasilichen" Thäterin sogleich auf die Spur kam, und daß dieselbe erst am Abende des 29. Mai sich mit Bestimmtheit als die wahre Thäterin herausstellte. Am Vormittage des 29. Mai tonnten wir somit jüglich wohl nicht anders berichten, als daß die Thäterin des fraglichen Tiebstahles bisher nicht bekannt sei. Nebrigcns dürfte durch unsere erwähnten Notizen schwer« lich jemand „über die herrschende Sicherheit und die bezüg-licheu polizeilichen Maßregeln" in Unruhe versetzt worden sein, da das Vorkommen von Diebstählcn allerorts und zu jeder Zeit nichts Außergewöhnliches ist und die Leser unslres Blattes aus den regelmäßig angekündigten Ochlußverhandlungen leicht entnehmen können, daß der weitaus größte Theil der eigen« thumsgesährlichen Personen der Justiz überliefert wird. Wir licrufen uns aber diesfalls auch auf die Uebung der ge> sammtcn Tagcsprcsse, welche ähnlicher Notizen mit Vorliebe sich bemächtigt, ohne dah uns jedoch ein Fall erinnerlich wäre, in dem solckc Notizen eine Berichtigung unter Hin« weis auf die Preßvorschristen erfahren hätten. Zum Min» desten glauben wir, durch unsere Notizen leinen Anlaß zu jener Form der Berichtigung geboten zu haben, die uns gegenüber beliebt wurde, da es sicherlich der Berufung ans das Preßgcsetz nicht bedurst hätte, um uns zur Aufnahme von rein thatsächlichen Aufklärungen zu ver» mögen. 's Adcl5licrg, 30. Mai. Tic wechselvollc Witterung des gegenwärtigen Frühlings blieb auch für diefe Gegend nicht ohne nachtheilige Folgen. Der von den Höhen d»r Gebirgsrücken bis in vie Ebene herabreicheude Schneefall hat an mehreren Orten, wie bei Slavina und Präwald, die Getrcidehalme geknickt: der an mehreren Tagen eingetretene Frost hat auch die weichen Blätter der (lrdäpsel und der HlMnfrüchte mehr oder weniger beschädiget: auch die Wein» reden haben in der Gegend von KoZana gelitten. — Obwohl einstweilen von den Ausstellungen der zum Kampfe gegen den äußcrn Feind aufgerufenen Nricgsmannschasten ver» schont, hat unser Ort dock schon die üblen Wirlungen der Kriegsbereitschaft zu empfinden. Da« Grotten fest, welches für Adelsberg alljährlich viel Leben und Gewinn zu bringen Pflegte, mußte zum vergangenen Psingstfeste ^ unterbleiben, da der Verkehr auf der Nsenbahn gehemmt > war und man wegen dcr möglichen Friedensstörung auf leinen großem Zufluß von fremden Gästen zählen tonnte. Und doch muh sich ein solches Fest nun um so herrlicher gestalten, als vicle A r b e i t e n in und vor der Grotte vollendet worden sind, die den Besuch derselben bequemer und angenehmer machen ttnneu. Im Innern ist nämlich ^ der Hauptgang dcr Fcrbinandsgrotte durch und durch bis! zum Calvancnberge mit Beseitigung der Stufen und be< schwerlichen Durchgänge ganz eben gelegt: in dcr Nähe des Tanzsaalcs sind durch Eröffnung eine« bisher ungangbaren Grottcnarmcs vielc schöne Ansichten von bisher uuversehrten Trovssleinbildungcn dem Auge bloßgcstellt worden. An der Außenseite der Grotte steht nun nach vollständiger Abgra» bung von Lehm und Schutt ein imposanter neuer Grotten» eingang dem Anblicke offen: ein großartiges, in gothisch,» Formen gebildetes Gitterthor wahrt denselben am inneren Ende dcr 5 Klafter hohen und 3 bis 4 Klafter breiten Vorhalle. Der vor dem Grotteneingange durch Ausbreitung des Stcinschuttcs entstandene ansehnliche ebene Naum er« scheint mit verschiedenartigen Bäumen bepflanzt, und auch ein Thcil des Vergabhanges ist parlartig mit mannigfaltigen Sträuchern und jungen Aäumchen besetzt. — Eine andere Folge dcs kriegerischen LärmS ist die, daß Ihre Majestät die Kaiserin Maria Anna dieses Jahr ihren Sommer» ausenthalt nicht in Slra im Veueticmischen, sondern zu Innsbruck in Tirol gewählt hat und hiermit auch lldels» bcrg ihren uie ohne Wohlthaten bleibenden Vesucb bei der Hin» und Herreise entbehren muß. Doch hat der voraussichtliche kriegerische Kampf auch anderseits schvn sein Gutes gewirkt: die schon so oft be>-sprochene und vermessene, wie auch veranschlagte Umle» gung der Neichsstraße üb ei die 3teb»nica zwischen Präwald und Wippach kommt im Dränge der kriege» rischcn Vorkehrungen endlich zur Ausführung: dcr neueste Plan für diese Umlegung ist durch das Baubezirlsamt zu Adelsbcrg ausgearbeitet und zur Genehmigung höhern Orts bereits vorgelegt worden i die Gutheißung desselben steht in nächster Aufsicht, da bereits die Anlage eines Stcigwege^ in der Nichtung der neuen Straße angeordnet worden. Sowohl in volkswirthschaftlichcr als auch in strategischer Beziehung ist die Durchführung dieser Straße von großer Wichtigkeit; denn nun wild der steile Abhang mit geringem Gefalle und ohne bedeutende Verlängerung des Slraßenzuges übersetzt werden lönncn, indem die n«uc Straße statt in Lozice erst in St. Veit die Ebene erreicht. Wahrend man bald hier, bald dort von Münzfun-den berichtet, läßt sich auch von dieser Gegend ein solcher berichten. In vergangener Woche wurde an den Resten dcs einst bei der Pfarrkirche zu Koöana bestandenen Tabur's durch den Eigenthümer eines Bauplatzes weiter gegraben, und «K kam hierbei plötzlich ein Geschirr mit Gold- und Sil» bermünzen zum Vorschein; daß bei diesem Funde jeder Anwesende gleich zugriff, läßt sich leicht dcnlen, denn bald war der Schatz vcrfchwunden. Unterdessen wurden durch einen eben anwesenden Vczirksbeamten doch etliche Münzen zu Stande gebracht, aus denen sich die Zeit erschließen läßt, zu dcr diese Münzen vergraben worden; es sind nämlich drci Goldmünzen, darunter eine Ealzburger Münze vom Erz-bischof Ernst 1545 und eine ungarische vom König Ladis« laus Posthumus 1525; ferner zwei Silbermünzen, davon eine Vcnetianer Münze vom Dogen Dandolo (etwa 1328 bis 1339). Hiermit gehören diese Münzen in die Zeit der ärgsten türkischen Einfälle in diese Gegenden in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Zu jener Zeit diente dcr Tabor von Koöana als Zufluchtsort für zehn Ortschaften der Umgegend. Aus der Sitzn«!? des Gemeinderathes vom 3<>. Mai. Das Protokoll der letzten Sitzung wird genehmigt. Der Bürgermeister begrüßt zunächst die neu cingetrcteuen Gemeind«räthe. Sodann beantwortet derselbe eine an ihn in der letzten Sitzung gestellte Interpellation in Betreff des den Kindern dcs verstorbenen Bürgermeisters Ambrusch zugefallenen Vermögens. Nach den erlangten Aufklärungen stellt sich das fragliche Vermögen nicht so bedeutend heraus, als allgemein geglaubt wird. Ob diese« Vermögens wegen be< züglich der den Ambrosch'schen Kindern aus der Stadlcasse bewilligten Gnadengabcn ein Antrag eingebracht wcrdcn wolle, überläßt der Bürgermeister den Gemeinderäthen. Derselbe theilt mit, daß dcr Magistrat, um die Natural-Mililärbequarlierung von der Stadt abzuwenden, be« schlössen habe, acht Baracken, u. z. sechs für die Mannfchaft und zwei für Pferde, um dcn Betrag von 3600 si. herzustellen , wogegen der Schlaflreuzcr :c. in die Staotcasse fällt. Wegen Bcistellung der nöthigen Einrichtung der Baracken sei ein Ausruf zur Leistung von Beiträgen erlassen worden, welcher in der That einige Beiträge und darunter den nam» hafteslen von Seite dcs Herrn Fürstbischofs zur Folge hatte: da jedoch die wirklichen Kosten viel größer feien, werde noch ein zweiter Aufruf erscheinen. Der ganze Kostenaufwand für die Baracken, deren Errichtung einem großcu Bedürfnisse abgeholfen habe, werde seinerzeit dcr Finanzscction zur Prü» sung zukommen. Üinstweilen beantragt der Bürgermeister die Genehmigung dcs bisherigen Vorganges, wobei derfelbe noch hervorhebt, daß das Landespräsidium für dic zweck» mäßige Herrichtung der Baracken scine volle Anerkennung auszusprcchcn fand. Gegen diesen Antrag wild von leincr Seite eine Einwendung erhoben, und es bemerkt* nur G3i. Dr. Oel uuter Berufung auf die „LaibachcrZeitung," welch« eine Notiz über die Länge der Baracken brachte, daß in dem Falle, als die Baracken nicht die contractmäßige Länge oder Größe haben sollten, auf die ac cordmäßige Herstellung derselben zu dringen wäre, worüber der Bürgermeister auf« klärt, daß feines Wissens die Herstellung ordnungsmäßig geschehen sei und eine allfällige gegcnthcilige Notiz der „Laibacher Zeitung" auf cinem Irrthum beruhe» dürste. ____________________(Schluß folg!.)____________________ Neueste Nachrichten und Telegramme. (Original-Telegramm.) N3ien, I. Juni. Sämmtliche Machte sollen auf dem (3ona.ressc durch ihre Minister vertreten werden, der deutsche Vund durch Freiherrn v. d. Pfordten. Graf Vtensdorff wird am Sonntag nach Paris abreisen. Prag, 30. Mai. (Pr.) Den Leitern der höheren Lehranstalten — Universität, Polytcchnicnm, Ober.Neal-schulen — eröffnete die Statlhalterei, daß die Beschien« nigung dcr Vortrage nöthig sei, da eventuell die Schnlen geschlossen wcrdcn könnten. Prag, 30. Mai. (Pr.) Hente berieth cin eigenes Comity wegen dcr Umgestaltung dcr erforderlichen Gebäude in Spitäler. — Authentische Berichte erzählen von großer Bcrstärtlmg dcs preußischen Armeccorpö bei Gör- litz; dasselbe soll cvcnlncll mit dem Armeecorps bei Ncifsc gemeinsam opcrircn. Prag, 30. Mai. (N. Fr. Pr.) Laut Privat-Mit-thcilnngcn anS Nc, chod haben seit gestern die Prenßen auf ihre« gegen Nochoo sich hinziehenden Höhenpnntten Kanonen aufgestellt. Pest, 30. Mai. Ans telegraphischem Wege gelangte heule Nachmittags cm den TavernicnS der A n S-druct der allerhöch sten Z nfri ed en hei t iiber die Loyali täts manifesto! i o n der Pester Bürgerschaft, und wnrde der Oberbürgermeister hic-von sogleich in sscnntm'ß gesetzt. Die Ucbcrreichnng der Lvyalitütsaorcssc an den TavcrnicnS erfolgte henlc Vor< mittags nntcr einer angcmcsscncn Ansprache dcs Ä ii I'll, er meist er S. Dcr TaocrnicnS drückte in seiner Etwidelimg scine Frendc darüber aus, daß die Pester Bürger wicdcr beweisen, wie sehr die traditionelle dynastische Trcne dcr ungarischen Nation mit velfassnngmü-ßigcr Gesinnung Hand in Hand gehe. Nagusa, 2!). Mai. Hentc sind in Nntivari eine türkische Fregatte, eine Corvette nnd ein Avisodampfcr eingctroffsn, nm die Küsten von Albanien zn überwachen nnd dieselben gegen jeden Handstreich dcr italienischen Freiwilligen zn schichen. München, 30. Mai. Die StaatSrcgicrnng verlangt von der Kammer einen außerordentlichen Militär credit von 31,500 000 fl., welche dnrch Anlchcn nnd andere Finanzoperationen anfznbringen sind. Verliu, 30. Mai. Preußen hat scine Theilnahme an dcn Conferenzverhandllmgcn nnr nntcr dcr Vorans« sehung zligcsagt, daß eine Einmischnng in die inncrcn Angelegenheiten des ocntschcn Bnndcs nicht beabsichtigt werde. Dic Mächtc sind daranf anfmerlsam gemacht, daß bic Vorschläge Preußens znr Bnndcsrcform jeden Anlaß zn einer fremden Intervention vermeiden. Telegraphische Wechselcourse vom 30. Mai. 5pcrc. Mctalliqucss 56.05. — öperc.Natioual'Nulehen 61.60. — Vaulactien 65'). — l^rcditaclien 127. — 1«60er Staatsanlehen 7l.'.»5. — Silber 125. — London 124. — K. t. Ducateu 5.95. Mr die arme Mlme hat im Comptoir dieser Zeitung erlegt: Herr Zahnarzt Engländer.......1 si. cheschäftS'Ieitunss. vaiback,, 30. Mai. Auf dem heutigen Marltr sind erschienen: 13 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 11? Ctr. ^7 Pfd., Gtroh 76 6tr. 22 Pfd., 77 Wagen uud 5 Schiff (24 Klafter) mit Holz. DllrchschnittS'Preise. Mlt.. Mg,.. > Ä)tt!.. Mg,.- fi.!lr. st. lr^i s>. lr. fl. lrl Weizen pr. Mchcn —i— 4 54 Vnttcr Pr. Pfund - 40 -^— Korn „ — — 3 55 , Eier pr. Stilcl — N — — Gerste „ —-- 2 75 ! Milch pr. Masj -^10 ~ — Hafer « —^— 2 47, Rindfleisch pr. Pfd. -!<7 — — Halbfrncht „ -^- 3«2' Kalbfleisch „ -20—^— Heiden ., -!— 2 W ! Schweinefleisch „ .-!20------- Hirse „ -!— 3 «0 . Schöpsenfleisch „ —^12------- Kiilinnl) „ -------3 32 Hähndcl pr. Stilcl —^25 —!^- Erdäpfcl „ 2 50 -'—, Tanbcn „ —,15-------' linsen „ 5-------—! Hrn pr. Zentner 2----------- (5rl,sen ^ 4 50 —j ! z Stroh „ 1 80------- Fisolen „ (i------— Holz, hart., pr.Klft.-------7,— Rinoöschmah Pfd. —^45-------> — weiche«, „ -------5 -^ Schweineschmalz „ —42-------Wein, rother, Pr. Epccl, frisch, „ —M-------, Eimer------13 — — geräuchert „ —>W-------! — weißer „ —!— 14!-- Nudolfswerth, 22. Mai. Die Durchschnitts, Preis« stellten sich anf dem heutigen Marlte, wie folgt: st. ; lr. 5, fl. lr. Weizen Pr. Mchen 4 70 1 Butter pr. Pfnnd . — 45 Kor» „ 3 20 > Eier pr. Stiicl . . — 1 Gerste „ 2 80! Milch pr. Maß . —! 10 Hafer „ 1 ! 70 !, Rmdfleisch pr. Pfd. — ! 1 ^ Halbfrncht ,. 3 40 Kalbfleisch „ — ^0 Heiden „ 2 80 Schweinefleisch „ —! — Hirse „ 2 L0 ^ Schöpsenfleisch „ —. 15 Knlnrnl) „ 3 20 ! Hähndel pr. Stüct -^!-^ Erdäpfel „ — — i Tauben „ — 1^ Linfen ^ — —Ü He» pr. Zentner . 1 »W Erbsen „ --------! Stroh „ . 1 50 Fisolen „ 6,80 Holz, harte«,, Pr. Klft. 6 20 NinoSfchmalz pr. Pfd. — ^ 40 , — weiche?, „ — — Schwcineschinalz „ — 40!! Wein, rother, pr. Eimer 8 -^ Spect, frisch, „ ——ij — weißer ^ 6 — geräuchert, „ - 35 ^ ^ «llteleurolo^ische ^enliachluilaen ill Qnl)ach. <>u. Mg. 325,« -j-li.« ! windstill halbhciter ... 30. 2 „ Vt. 325.« -l-14.o ! windstill Regen c^°"„ 10., Nb. 325.« -^11.» ! windstill ganz bewölkt " ^, ^ 6U. Mg. 325.1? ^U'8''willdMll"> Nebel .,' ll. 2 „ N. 324.5« ,--1«.5 windstill! Regen «'."„ 10 „ Ab. ! 325.10 > s-12.5 windstill igröfuh, bew.^ " Den 30.: Morgenroth, schon Vormittag Regen, Nachnuttag trübe, Nacht« theilweisc an«geheitert. Den 31.: In aller Frilhc Nebel, dcr bis i» Uhr anhielt, nach dessen Verschwinden schwere Regenwollen, spater Aufheiterung. Nach 1 Uhr ferner Donner in'S., fpäter NeHrn au« S. nnt starleu Glissen. Nachmittag d,e Alpen grobtentheilö wolkenfrei. Die südliche 5,'iiflstrunmug anhaltend, feuchte« Wetter, starlcs Schwitzen dcr eingemauerten Steme« Die Steiner Alpen zeigen bereits in dcr Sccho'he vou 6000 l,l0 ,7000 F^"^ss^ehnte schncclllse Flächen.____________^^- ,' Veraulworillcher Nedacteur: Ignaz' v.^ leinmaYr.