Poitnin« pla?»na ' Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat " MriftUituna und Scrwaliung: Pre^ernooa ulic« 5, Telephon «r. 21 (inttrurban) t Bezugtpreise für da, Inland : Vierteljährig 4Ü »in, halbjährig 80 Dw. goiq-WM.digi.ngen werden in der Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen s jährig l«0 Din. Fiir da» «»»land entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Tin . Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 3 I Celje, Sonntag, den 8. Jänner 1938 58. Jahrgang Die Deutschen im tschechischen Staate So. Prag, 1. Jänner Die vierzehn Jahre, die seit der Errichtung der tschechischen Republik verflossen sind, waren für die Deutschen reich an Erfahrungen, die indessen nicht entsprechend verwertet wurden. Ihre nationalpolilische Lage hat sich im großen und ganzen nicht gebessert, sondern eher verschlechtert und es ist an der Zeit, daß die Deutschen auf Grund dieser Bilanz ihre Politik revidieren. Die innerpolitijche Lage und die durch sie ge-botenen Möglichkeiten lassen sich nur im Zusammen-hange mit der außenpolitischen Lage beurteilen. Das Märchen, in dem die tschechischen Führer durch über ein Jahrzehnt lebten, sich durch Isolierung nach außen freie Hand im Innern schaffen und durch Entnationalisierung der nichttschechischen BevöUerung die Tschechoslowakei erst zu einem Nationalstaat ge-stalten zu können, ist zerstört. Auch die Tscheche-stowatci wurde von der großen Wirtschaftskrise er-Mit jedem Tage leuchtet es auch dem lsche-chiichen Mirtschaftker mehr ein. daß die weitere wirtschaftliche Isolierung des Staates und seiner Wirtschaft besonders mit Rücksicht auf seine geogra-phische Lage den Tod bedeuten würde. Dr. Kra-marsch hat erst jüngst wieder darauf hingewiesen, welchen Schlag die Wirtschaft in Böhmen, in Mäh-ren und in Schlesien durch die Zerstörung der alten österreichischen Monarchie erlitten habe. Daß die alte österreichisch-ungarische Monarchie heute nicht mehr wieder herzustellen ist. weiß man in Prag und auch anderwärts. Allein ebenso weiß man, daß der gegenwärtige Zustand kein Definitivum bedeutet, daß neue Formen der wirtschaftlichen Zusammen-arbeit mit den anderen mitteleuropäischen und südöstlichen Ländern gefunden werden müssen. Da» Herrenklasse Von Alexander o. Spaic Die Nachkriegszeit hat nicht nur Besitz und Einfluß m Ungunften jener sozialen Schichte ver-schoben, die sich Herrenklasse nennt, sondern in dieser auch Entgleisungen veranlaßt, die. so gering auch deren Prozentsatz in der Statistik erscheinen mag, doch so brandmarkend sind, daß es fast gewagt erscheint, über das Dasein geschweige über die Da-seinsberechtigung einer Herrenklasfe zu sprechen. Der Ausdruck Klasse ist umso unbedenklicher, da er eben von den Proletariern im Zeichen der allgemeinen Gleichheit am häufigsten gebraucht wird. Umsturzzeiten waren den Oberschichten niemals günstig, doch in der Weltgeschichte bedeuten sie immer wieder nur kurze Uebergangeperioden und sind wie für alle sozialen Schichten so auch für das Herrcn-tum nichts weiter als Läuterungsprozesse. Und eben die letztoelflossenen harten Jahre waren das richtige Scheidewasser, das Leute, die nur der Schein, der Name oder irgendein Zwang mit dem Herrentum? verband, scharf von den unentwegten Bekennern jener ungeschriebenen Satzungen schied, deren Er-füllung zu einer höheren Klasse erhebt — vielleicht nur in der Meinung der Gleichgesinnten, doch eben auf diese kommt es da an. Eine solche Klasse gibt es, wenn sie auch längst nimmer ein Vorrecht von Adel und Ständen ist. Sie hat überhaupt keine Vorrechte, sondern nur Pflichten, hat längst keine Kastengrenze mehr, sondern ist dem ganzen Volke liegt allerdings noch im Dunkeln, da die „konstruk-tive" Politik des Dr. Benesch eben keinen anderen Zweck hatte, als den wirtschaftlichen Wiederaufbau Mitteleuropas in dem angedeuteten Sinne zu ver-hindern. In demselben Maße aber, als das Unge-wisse näher rückt, nehmen natürlich auch die außen' und auch die innenpolitischen Spannungen zu. Der tschechoslowakische Staat hat sich seit seiner Errichtung in keiner Weise konsolidiert. Er wird infolgedessen von der ganz Europa durchzillernden Bewegung für die Revision der Friedensoerträge unmittelbar aufs stärkste berührt und es ist ganz begreiflich, daß die Bemühungen des Außenministers sich daraus konzentrieren, durch die straffere Zusam-menfassung der Staaten der Kleinen Entente die Auswirkungen der Revisionsbewegung auf die Tschechoslowakei abzudämpfen und durch Stärkung der außenpolitischen Position auch die innere zu festigen. Auf deutscher Seite hat man bisher dieser Entwicklung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt; um so dringender ist es, daß die deutschen Parteien ihr Gewissen erforschen. Der Gedanke, in zwei Gruppen zu marschieren, war nicht von vornherein abzulehnen. Aber einerseits mangelte es an gegenseitiger Fühlung und Zusammenarbeit, andererseits haben die Deutschen, die ins Regierungslager zogen, wohl der tschechischen Politik außerordentlich genützt, indem sie die Ver- längerung des Systems Benesch ermöglichten, ihrem Volke aber keinen Dienst erwiesen. Möglich. daß bestimmte deutsche Interessengruppen Vmteil davon hatten, allein keine deutsche Partei in einem Staate wie dem tschechischen darf sich mit solchen „Erfolgen" begnügen. Die gegenwärtige außen- und innenpoli-tische Lage gibt den Deutschen nicht nur Gelegenheit, sondern macht es ihnen zur Pflicht, auf einer Um-gruppierung ihrer Parteien zu bestehen. Der Schul gejetzentwurf, den Minister Derer ausgearbeitet hat, berührt die für die Deutschen wichtigste Angelegen-heit: die Frage der kulturellen Autonomie. Trägt er einerseits dem autonomijtischen Standpunkte Rechnung, so enthält er andererseits Bestimmungen zentraliftischer Natur, die jene Konzessionen an die nationalen Minderheiten wieder aufheben! Die tschechische Presse lehnt im allgemeinen den Entwurf aufs entschiedenste ab und verrät dabei, daß sie jede Maßnahme bekämpft, die das Tschechisierungs-Programm irgendwie stören könnte. Daß nationaler Friede in den national gemischten Staaten nur auf Grund der kulturellen Autonomie hergestellt werden kann, ist heute keine Anficht mehr, die aus die Deutschen in der Tschechoslowakei beschränkt wäre, denn sie bedeutet eine Forderung, die sich heute auch alle nicht unmittelbar daran interessierten Völker zu eigen gemacht haben. Die deutschen Parteien haben deshalb die Pflicht, in dieser Frage im gegenseitigen Einverständnisse vorzugehen. Vermittlungsverfahren für Schuldenregelung Auf Grund des Artikels (5 des Gesetzes über die Verlängerung des Gesetzes über den Schutz der Bauern hat der Ministerrat auf Vorschlag des Justizministers eine Verordnung über em Ver- zugänglich. Sie hat sich im Laufe der Zeiten vom Vorrechte der physischen Kraft zum ethischen Be-griffe erhoben, in dem aber immer noch Tradtttonen längst verrauschter Zeiten wurzeln. Sie ist ein fühl-bares, von der großen Menge meist unverstandenes, daher oft gehißtes, stets aber beneidetes Etwas, das den Herrn über, diese erhebt, mag sein Rock auch fadenscheinig sein. Da Klarheit über das Wesen des Bestehenden nur die Darstellung seines Werdeganges gibt, so müssen wir auch beim Herrentume dessen Uebergang aus alten Vorrechten der Macht und Geburt zum Herrentume der ritterlichen Gesinnung, des Geistes und des verfeinerten Geschmackes verfolgen. Dabei finden wir, daß nicht nur dessen sittlicher Wert, sondern auch dessen gesellschaftliche Formen auf Grundlagen ruhen, die uns das Ritterwesen und das spätere Patriziertum überliefert haben. Die Grundlage des alten Herrentumes der Familienvorrechte, das wir nicht nur im abendländischen Lehenswesen, sondern auch bei den bevor-rechteten Geschlechtern der Brahmanen. Mandarinen, im Stamme Lcvi usw. finden, ist Macht und Be-sitz, die ihm der Erfolg der Wafse erwirbt, Hero-ismus seine höchste Tugend. Diese hat auch den Henenklassen aller Zeiten die Hochschätzung der Waffe und des persönliches Mutes vererbt. Diese älteste Ueberlieferung ist wohl auch die ständigste geblieben. Auch als die lyrische Richtung die heroische längst verdrängt, geistige Bildung und verfeinerte Sitte den Haudegen überwunden hatten, bleiben mittlungsverfahren für die Regelung der Schulden erlassen, welche lautet: Art. I. Ein Gläubiger, der in Schwierigkeiten geraten ist und seinen Verbindlichkeiten nicht genügen Mannesmut und der Appell der verletzten Ehre an die Waffe durch alle Zeiten Voraussetzungen, denen der Herr gerecht werden muß, will er als solcher weitergelten. Klingenscheu en eyrt. Der Zwei-kämpf, ein Vorrecht der hohen Stände, heute durch das Gesetz verboten, besteht ausschließlich in der Herrenklasse weiter, ebenso unvernünftig wie das alte Gottesurteil, doch ebenso durch den moralischen Zwang selbstgeschaffener Satzungen bedingt. Breitere Grundlagen für ein Leben höherer Moral und idealer Verlangen hat erst die Glanz-zeit des Ritterwesens gebracht. Die starre Kasten-grenze wird durchbrochen, jeder freie Mann kann sich den Ritterschlag verdienen. Adelige Geburt ge-nügt schon damals nicht, um als Ritter zu gelten, wie auch heute nicht, um ein Herr im ethischen Sinne zu sein. Selbst der König mußte sich den Namen eines Ritters erst verdienen. Wohl wiegt die heroische Richtung noch vor. doch Poesie und Minnedienst geben ihr eine edlere Gestalt. Durch die Kreuzzüge erhält das Herrentum ein interna-tionales Gepräge. Gemeinsame Schicksale in der Ferne haben die Kreuzritter aller Länder anein-andergeschlossen, ritterliche Sitten und Pflichten zu einer gemeinsamen Grundlage vereint, die wie damals auch hellte noch keine nationale Grenze kennt. Die Kreuzzüge haben aber auch den Idealismus ver-körpert. für eine Idee zu streiten, die dem berech-nenden Verstände keinen Gewinnst verspricht. Ent-behren für Ueberzeugungstreue ist auch weiterhin ein Prüfstein für ethisches Herrentum geblieben. Seile 2 Deutsche Zeitung Nummer 3 kann,'über dessen Vermögen aber der Konkurs oder der Zwangsausgleich außerhalb des Konkurses noch nicht eröffnet ist. kann beim Bezirksgericht, in dessen Bereich er wohnt oder den Sitz seines Unter-nehmens hat, die Eröffnung eines Vermittlung s-verfahren? für die Regelung seiner Schulden beantragen. Von diesem Verfahren können nicht Schuldner Gebrauch machen, die bereits einen besonderen Schutz nach dem Bauernschutzgesetz oder nach der auf Grund diese« Gesetzes erlassenen Verordnung genießen. Eröffnung der Vermittlung Art. 2. Der Antrag über Eröffnung der Ver' miltlung kann schriftlich oder mündlich eingereicht werden. Er muh entHallen: '1. das Verzeichnis der Gläubiger und Schuldner, die Bezeichnung der ein-zelnen Forderungen und Schulden, den Zinsfuß, den Verfallstag jeder einzelnen Forderung, ferner die Angabe, welche Bürgschaften für die einzelnen Schulden und Forderungen gegeben find,- 2. die Aufschreibung des ganzen übrigen Vermögens mit Angabe seines Wette«: 3. die Angabe der Person, die der Schuldner als Vermittler vorschlägt. Att. 3. Der Antrag für Eröffnung des Ver mittlungsoerfahrens wird abgelehnt, wenn Gründe für die Ablehnung des Verfahrens für den Zwangs-ausgleich außerhalb des Konkurses bestehen, die im Art. 4, Punkt 2—4 des Gesetzes über den Zwangs-ausgletch angefühtt find. Bei Bestimmung der im Absatz 1 unter Nr. 1 erwähnten Frist muß die im Arlikel 4 vorgesehene Frist in Betracht gezogen werden. Att. 4. Das Gericht kann auf Grund des ge> stellten Antrages die Erhebungen einleiten, die es für notwendig hätt, aber seinen Beschluß in der Frist von 3 Tagen nach Vorlage des Antrages ausgeben. Ernennung des Vermittlers Att. 5. Wenn das Gericht die Eröffnung des Vermittlungsverfahrens erlaubt, ernennt es den Ver-mittler und verständigt davon den Schuldner. Zu Vermittlern werden die Gerichte Personen bestellen, die der Schuldner vorschlägt. Wenn jedoch der Schuldner selbst niemand vorschlägt, bestimmt das Gericht aus der Reihe von Vettrauenspersonen, die es für geeignet hält, den Vermittler. Att. 6. Der Vermittler ist verpflichtet, auf Grund eines Schuldenregelungsplanes, den der Schuldner vorgelegt hat, wenn es dieser nicht tat, auf Grund eines eigenen Planes eine Verständigung zwischen dem Schuldner und den Gläubigern herbeizuführen. Att. 7. Der Vermittler steht unter der Aufsicht des Gettchts. Er muß dem Gerichte alle gefordetten Aufklärungen geben und alles melden, was Anlaß zu einem Vorgehen des Gerichts, besonders bezüglich der Einstellung der Vermittlung geben könnte. Das Gericht kam aus sachlichen Gründen den Vermittler austauschen. Bevor es aber nun solchen Beschluß herausgibt, muß es ihn verhören, wenn dies möglich Wenn wir unter ritterlichem Benehmen vor allem die Hochachtung und den Schutz der Frau verstehen, so finden wir das glänzendste Vorbild dieser Tugend im Ritterstande. Welch himmelhoher Unterschied zwischen dem fahrenden Ritter, der sein Leben einer Dame weiht, deren Namen er niemals nennt (!), von der er nicht mehr Dank erwartet als ein gnädiges Lächeln oder einen Händedruck, und dem Eicisbeo des italienischen Rokoko, dem laut Ehevettrag mitgeheirateten Hausfreunde, der für die teueren Launen seiner Donna zu sorgen hat! Für die Dame bricht der Ritter seine Lanze im Turniere, und „pour la dame" wird in der edlen Fechtkunst auch heute noch der letzte Gang gefochten, lieber Mut und Krast des Lanzenbrechers stehen die Turnierregeln, deren Verletzten das Tur niergesetz bis zum Verluste des Schildes und ade-ligen Namens ahndet. Ein Vergehen gegen guten Ritterbrauch, wenn selbes auch das bürgerliche Ge-. setz nicht straft, zieht den Verlust der Rüterwürde nach sich. Unschwer erkennen wir in diesem Ver-pönen der brutalen Krast sowie im Voraussetzen, daß es allerdings nicht zweierlei Ehre, wohl aber mehr oder minder empfindliche Ehrgefühle gibt, die gleiche Auffassung, die den heutigen Duellregeln und Ehrengerichten zu Grunde liegt. Aber auch in unseren Körperkulten ritterlichen Ursprunges, im Reiten, Fechten und in der weidgerechten Jagd, haben wir die Ueberlieferung aus jener Zeit, die Selbstbezwingung und Noblesse der körperlichen Gewandtheit voranstellt, erhalten. ist. Der Vermittler hat das Recht auf den Ersatz der sakttfchen Auslagen und auf eine entsprechende Entlohnung. Einstellung der Exekutionen Art. 8. Der Schuldner darf vom Tage an, an dem er die Eröffnung des Vermittlungsoerfah-rens verlangte, bis zum Ende dieses Verfahrens weder belastet noch seiner Immobilien entäußert werden. Da« Gericht ordnet an, daß die Eröffnung des Vermittlungsverfahrens grundbücherlich vermerkt wird. Art. 9. Für die Zeit der Dauer des Vermittlungsverfahrens kann gegen den Schuldner keine Ecekution noch eine Sicherung der Forderungen erlaubt werden. Vollstreckungen, die im Lauf sind, werden bis zur Beendigung des Vermittlungsver-fahrens eingestellt. Für die Zeit der Dauer des Vermittlungsverfahrens kann auch nicht der Konkurs über das Vermögen des Schuldners eröffnet werden. Wenn aber ein solcher Antrag schon vor der Er-Öffnung des Vermittlungsverfahrens gestellt worden war, wird über ihn erst nach Beendigung oder Einstellung des Vermittlungsverfahrens und nach Durchführung des in Att. 71 des Konkursgesetzes vorgesehenen Verfahrens Beschluß gefaßt werden. Das Gericht kann auf Ersuchen des Schuldners, der um die Eröffnung des Vermittlungsverfahrens angesucht hat, noch vor der Eröffnung dieses Ver-fahrens eine zeitweilige Einstellung der Exekutionen, die im Laufe find, erlauben, wenn es dies für an-gemessen hält. Ausnahmen Att. 10. Die Bestimmungen des Attikels 9 dürfen nicht angewendet werden für Erkkulionen, die angeordnet wurden wegen Zahlung: 1. von Forderungen oder Abgaben für Er-Haltung, die während der Zeit des Verfahrens fällig werden: 2. für Steuern und andere öffentliche Abga-ben, wobei auch alle Beiträge für Kranken- und Unfallsversicherung im Sinne des Gesetzes über über die Arbeiterverficherung und anderer ähnlicher gesetzlicher Bestimmungen gedacht sind; 3. für Löhne und Gehälter von im Unter-nehmen oder in der Hauswittschast des Schuldners angestellten Personen. Art. 11. Wenn die Verhandlungen des Ver-Mittlers zur Verständigung zwischen dem Schuldner und den Gläubigem bezüglich der Regelung der Schulden geführt haben, muß der Vermittler das Abkommen schuftlich dem Gericht vorlegen. Der Anmeldung müssen die schriftlichen Erklärungen des Schuldners und der Gläubiger beigelegt sein, daß sie mit dem Uebereinkommen einverstanden sind. Das Gericht wird nach Einvernahme des Schuldners das Vermittlungsverfahren für beendet erklären und gleichzeitig die Löschung des Vermittlungsver-fahrens im Grundbuch anordnen. Sobald das Gericht oder der Notar die Unterschriften des In der Ritterzeit finden wir ober auch den Vorläufer des Herrenelendes, den Troubadour. Gleich gewandt im Schwerthieb und Bogenstrich, Schild und Geige am selben Arme, teilt er die Schicksale des fahrenden Volkes und doch erhebt er sich durch seine gesellschaftlichen Vorzüge, durch sein Benehmen, durch seine Erziehung aus der Schmach, die dem gewerbsmäßigen Betriebe der Kunst damals noch anklebte. Wie viele solche Herrengestalten im Kleide des Elendes hat nicht die Nachkriegszeit ge-sehen? Denken wir zurück an unsere Offiziere, die nicht mit Abfettigungen und unter dem Schutze von Patte'konferenzen und Protestoersammlungen gradatim abgebaut, sondern von heute auf morgen von dankbaren Vaterländem auf die Straße gesetzt wurden! Keiner von ihnen, insofern« ihm nicht vordem schon lediglich nur des Kaisers Rock und militärischer Zwang den Anschein eines Herrn gegeben hatte, ob als Chauffeur am Mietauto, als Waggonbegleiter oder als Troubadour in einer Bar, hat seine gute Kinderstube vergessen, die selbst der Entgleiste nie ganz verleugnen kann. Die Lehren, die der Vater seinem Sohne in der „Winsdeke" gibt, „Treue zum Lehensherrn und Waffenbruder, in höfischer Sitie sich bilden, gegen Arme barm-h«^g, gegen Gäste freigebig sein, dabei ein fröh-liches Gesicht zeigen, daß sein Brod den Nehmenden wohltue", also schenken ohne Protz, sie gelten noch heute für den Herrn. Hat die Blütezeit des Ritterwesens die Bedin» gungen des Charakters vorgezeichnct, so ist es das Schuldners und der Gläubiger beglaubigt hat, hält das abgeschlossene Uebereinkommen die rechtliche Gültigkeit eine« vor Gericht abgeschlossenen Ueber-einkommens. Einstellung der Vermittlung Att. 12. Wenn binnen 90 Tagen, gerechnet vom Tage der Eröffnung des Vermittlungsoerfah-rens an, dieses Verfahren nicht zum Einvernehmen zwischen den Schuldner und den Glaudiqc?n führt, wird es von amtswegen eingestellt. Das Vermitlungsverfahren wird jedoch auch »or dieser Frist einstellt, wenn der Schuldner ben Antrag auf Eröffnung des Zwangsausgleiches außerhalb des Konkurses einbringt »der wenn irgend ein Grund auflacht, welcher die Eröffnung des Vermitlungsverfahrens verhindert (Art. 3) oder wenn festgestellt wird, daß der Schuldner eine Handlung zum Schaden der Gläubiger verübt^ hat oder dag er irgendeinen der Gläubiger zum Schaden der anderen protegierte. Die Bestim* mung des Artikels II bezüglich der Löschung der Bemerkung im Grundbuch wird auch in diesem Fall durchgeführt. Art. 13. Wenn der Konkurs oder ein Zwangs ausgleich außerhalb des Konkurses gleichzeitig mit der Einstellung des Vermittlungsverfahrens eröffnet wird, wird angenommen, daß mit dem Tage der Vorlage des Vermittlungsverfahrens die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners eingetreten ist. Alt. 14. Gegen dem Beschluß des Bezirksge-richlcs im Vermittlung-verfahren ist der Rekurs an das Kreisgericht zulässig, das dann endgülttg entscheidet. Art. 15. In Gegenden wo noch keine Bezirks-gerichle organisiett sind, führen die Aufgabe des Bezirksgerichts im Sinne dieser Verordnung die zuständigen erstinstanzijchen Gerichte durch. Art. 16. Die Vorschriften der Artikel 72 und 73, Nr. 5 des Gesetzes über den Zwangsausgleich außerhalb des Konkurses werden entsprechend auch für einen Schuldner angewendet, welcher die Eröffnung des Vermittlungsverfahrens verlangt hat. wie auch für Personen, welche in der Zeit dieses Verfahrens Handlungen des Art. 72 Nr. 2 des Konkursgesetzes verschuldet haben. Art. 17. Diese Verordnung tritt mit dem Tag der Verlautbarung in den „Sluzbene Novine" in Krast. Politische Rundschau Inland Die Deutschen sind treue und arbeitsame Staatsbürger Gelegentlich eines Presseempfanges beim Banus des Donaubanats äußerte dieser über die Deutschen seines Bezirks, daß diese stets treue und arbeitsame Staatsbürger gewesen seien und deshalb die gleichen siebzehnte Iahrhundett, das diese durch Ansorde-rungen an schöngeistige Bildung erweitert. Der Wunsch nach Geist und Seele bildender Gesellschaft laßt eine Madame de Rambouillet, des gehaltlosen Hoflebens in Versailles müde, nach Paris ziehen, wo sie wöchentlich geistreiche Frauen und Männer, gleichviel ob im Kavaliersrocke. Bürger-kleide oder Soutane, empfängt. Dieser erste Pariser Salon, Uhrahne unserer Jours, wird nicht nur für Frankreich, sondern wett über dessen Grenzen hinaus von kultureller Bedeutung. Wie Corneille und Racine im Palais Rambouillet, sind es Voltaire, Balsac, Sterne, die an den Zours einer Madame de Staöl, Sevignv oder Skudery glänzen. Nicht der Herr, sondern die Dame des Hauses empfängt. Gewandtheit mit der Klinge, die nur allzuoft zum Zweikampfe oder nächtlichen Rauf-Handel gezogen wird, ist nach wie vor für einen Herrn unerläßlich, doch sie genügt nicht, um als ein honnet homme zu gelten. Auch die Schule der Politesse, der Höflichkeit, die den Menschen wenigstens äußerlich so erscheinen läßt, wie er innerlich sein sollte, ist der Salon, der so für lange Zeit französischer Sitte, Mode und Sprache ein gewisse« Vorrecht in den Herren-klaffen sichett, da» sich bei Polen, Rumänen und vornehmen Russen noch heute geltend macht. Nebe» dem Herrenstande der Geburt und des Geistes war noch ein dritter, der des Reichtumes erstanden. Die Geschichte de« Kaufmannes greift tief in« Mittelalter zurück, das strenge zwi chen Kaufherrn und Krämer unterschied. Der Kau Herr Nummer 3 Deutsche Zeitung Seite Z Rechte wie die übrige Bevölkerung genießen müßten: er habe btcse Einstellung auch S. M. dem König gegenüber vertreten, der sie durchaus teile. Wer anvers handele» arbeite gegen die Jnter-essen des Staates. Reorganisierung der jugoslawischen Hochschulen Im Unterrichtsministerium wurde ein Plan über die Recrganisierung der jugoslawischen Uni-«rsitäten ausgearbeitet. Der Plan sieht u. a. die Auslassung der medizinischen Fakultät in Ljubljana, der juridischen in Subotica und der philosophischen Fakultät in Skoplje vor. Gleichzeitig sollen die tech-nischen Fakultäten in Ljubljana, Zagreb und Beo-grad von den Universitäten losgelöst und als selb-ständige Technische Hochschulen eingerichtet werden. Ferner sollen alle jene Fakultäten in selbständige Hochschulen umgewandelt werden, die nicht in einem historischen Zusammenhang zu den Universitäten stehen. Das gilt vor allem für die Landwirtschaft«-und die Handelshochschule in Beograd und Zagreb. Zur Beratung des Planes wurden alle Rektoren und Dekane der Universitäten nach Beograd berufen, wo seit 3. Jänner eine Konferenz tagt. Ausland Chinesische Städte werden in Trümmer geschossen Weil angeblich japanische Soldaten von den Chine en beschossen worden waren, haben die ja-panischen Truppen am 2. Jänner die chinesische Seese tung ^chanhaikwan angegriffen. Die Japaner beschossen die Stadt vom Land und von der See her und belegten sie durch Flugzeuggeschwader mit Bomben. Beim letzten entscheidenden Angriff am 4. Jänner setzten sie zahlreiche Tanks und Panzer-züge ein. Unter den brennenden Trümmern der Stadt liegen Hunderte von Leichen der chinesischen Zivilbevölkerung. Nach der Einnahme entwickelte sich in den Straften der zertrümmerten Stadt ein «Mtterter Kampf, den die durch Brandbomben ver-ursachten Brände beleuchteten. Die Chinesen zogen sich schließlich in die zwei Kilometer außerhalb der Stadt befindliche zweite Verteidigungslinie zurück. Die Japaner haben am 4. Jänner auch die 15 km südöstlich von Schanhaikwan liegende Stadt Tschin-wangtao besetzt. Die Japaner dringen in der Rich-tung nach Peking vor. Angeblich wollen sie Peking einnehmen und dort das gegenwärtige Oberhaupt des neuen Staates Mandschurei, Pui)i, der bekanntlich als Knabe Her letzte chinesische Kaiser gewesen war, zum Kaiser von China einsetzen. Frommer französischer Wunsch Der Franzose Gustav Herv6 beklagt in seinem Blatt „Vicwire" den Untergang Alt-Oesterreichs. Die Gewährung der letzten Anleihe bedeute für das unglückliche Oesterreich nicht mehr als den Schatten einer Lösung. Räch 14-jähriger Erfahrung mußte frei geboren sein, denn nur als Freier durste er Verträge schließen und die Scholle verlassen. Er ist ein wahrhafter Mann, aber das Schwert zu gürten, hat ihm Friedrich l. noch nicht erlaubt, er darf es auf seinen gefahrvollen Reisen nur am Sattel führen. Wolfram von Eschenbach erwähnt des Kaufmannes Wimar in Laon, aus Ritter-geblüt geboren; Otto der Große endet den reichen Lintfried von Mainz als Ge andten an den griechischen Hof. Durch seine Welt enntnisse den anderen Bürgern überlegen, schließt sich der Kauf-henenstand mit den Ritterbürtigen der Städte zu-Wammen, ergänzt sich aus den vornehmsten Bürger-ständen, die unter den Namen der Alten, Geschlechter (Genus) oder Patrizier bekannt sind. Noch enger vereinen sich Kausherren und Ritterschaft zur Zeit der Ritterorden, die vorwiegend Handel treiben, läßt die Kaufherren Gefallen an ritterlichen Bräuchen finden. Durch die Entdeckung der neuen Welt führt die Rennaiffance der Zeit des „königlichen Kauf-mannes" entgegen. Sicher geleitet der Kompaß den Kauffahrer zu fernen Küsten, neue Schütze häufen sich, der Handel blüht, in dessen Empörten schaff» Mercurs Füllhorn eine Klasse verständig genießen-den Reichtumes, selbstbewußter und abgeschlossener als der alte Adel. In den holländischen General-staaten halten die Kaufleute Hof wie die Fürsten. E« gibt kein Fest, das nicht Dichter und Künstler verschönern. Die Hochschätzung der Kunst überträgt sich auf den Künstler. Maler zählen nicht selten zu den vornehmsten Herrengestalten. Rembrandt und habe sich die vollständige Zerstückelung Oesterreich-Ungarns als ein schwerer politischer Irrtum heraus-gestellt. Erst nach dem Verschwinden der Habs-burger sei man sich ihrer Verdienste bewußt ge-worden, die darin bestanden, in einem einzigen Staat und innerhalb derselben Zollgrenzen 52 Mll-lionen Einwohnern eine Lebensmöglichkeit gegeben zu haben. Nach der Auffassung Hervös, die aber sicherlich ganz unrealisierbar ist, würde es schon eine große Erleichterung und einen bedeutenden wirt-schädlichen Fortschritt darstellen, wenn man die Tsche-choslowakei, Oesterreich und Ungarn, die seit Beginn des 16. Jahrhunderts miteinander lebten, dazubrin-gen könnte, einen dreigliedrigen Bundesstaat zu gründen. Auch die reichen Länder müssen sparen Die französische Regierung hat sich zu ernsten Sparmaßnahmen entschlossen. Eine am 3. Jänner vom Ministerpräsidenten und dem Finanzminister erlassene und vom Präsidenten der Republik gegen-gezeichnete Verordnung bestimmt, daß bis Ende dieses Jahres jede Neueinstellung von Beamten in die Verwaltung und in die staatlichen Unternehmun-gen untersagt sei. Ausnahmen seien nur in ganz besonderen Fällen gestattet und dann ist die Unter-schuft von zwei Ministern notwendig. — Schatz-sekretär Owen Mills schätzt das Defizit des amen-konischen Staatshaushaltes bis zum 30. Jänner 1933 auf 1.146 Millionen Dollar. Um das Budget gleichgewicht herzustellen, plant Präsident Hoover, die Gehälter der Beamten und die Pensionen um 11 v. H. herabzusetzen, wodurch 1.036 Millionen erspart würden. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt gegenwärtig in den Vereinigten Staaten etwa 12 Millionen, im Staate Newyork allein nach amllichen Schätzungen 1,750.000. Bekannte amerikanische Ge* lehrte haben den Präsidenten Roosevelt aufgefordert, die Kriegsschuldenfrage einer sofortigen Lösung zu-zuführen, was zur Stabilisieruna der Währung und Beseitigung der Zollmauern beitragen würde. Ruhland kürzt die Brotrationen Wie der Berliner ., Lokalanzeiger" meldet, hat die Sowjeiregierung eine Brotoerteuerung und eine Veringerung der täglichen Brottation durchgeführt. Der Brotpreis wurde um ein Sechstel erhöht. Vielen Personen wurden die Lebensmittel-karten entzogen. Frauen, deren Kinder über Siölf Jahre alt sind, erhalten keine Brotkarte. Auch rbeiter, die ihre Eltern erhalten müssen, bekommen für diese nur noch dann Brotkarten, wenn die Eltern über 56 Jahre alt sind. — Solche Maßnahmen find für uns, die wir noch immer unter dem so viel gelästerten „kapttalistischen System" leben, un-faßlich. Dabei ist zu überlegen, daß Rußland ein Ackerbaustaat von gigantischesten Ausmaßen ist. Kann das Versagen eines politischen Systems wohl drastischer in Erscheinung treten, als wenn unter seiner Führung die Staatsbewohner buchstäblich das Rubens empfingen wie Könige, gleich Calderon dem Dichter ist Valasquez Hoskaoalier Philipp IV., und kein geringerer als Karl V. soll Tizian die Staffelei gehatten haben. Weit zurückhaltender da-gegen war man gegen die Künstler der Bühne. Aber nicht nur der Reichtum ist es, der dem Kaufherrn das Ansehen gibt, sondern wie bei Adel und Ritterschaft wurzelt das Standesbewußtsein in der Familientradition, die den makellosen Ruf des Hauses vom Vater auf die Sohne vererbt, und in der überlieferten Art der Erziehung. Hat der junge Patrizier in Venedig, der Hochschule des Handels, oder in anderen bedeutenden Städten ausgelernt, so muß er noch eine „Kaoalierstour" machen, um sremde Kunst und Sitten zu sehen, deren Erinne-nmg sein Vaterhaus beleben. Zeigt das Patrizier-haus in seinem typischen Stile das Fisthalten an überlieserten Formen, so geben Kunstwerke, die noch der Ahne von seinen Reisen heimbrachte, Waffen-trophäen und Jagdbeuten wie der Sinn für Be-haglichkeit, der die Raume durchweht, dem Heime jene persönliche Note, die dem geschmacklosen Reich-tume immer sehlen wird. Dem englischen Herrenleben hatte schon seit Mitte des 15. Jahrhunderts der „Klub" eine eiqene Note gegeben, die das „Distainhalten" be-sonders jchars pointiert. Der Klub mtt seinen stren-gen Satzungen ist der Hort eines spezifischen Hmentumes, das sich, ob adelig oder bürgerlich, der strengsten Selbstbeherrschung unterwirft, Gesell-I schaft, Sport, Politik und Spiel nur im Klube tägliche Brot verlieren? Und da gibt e» in Europa noch Leute, die sich nach einem solchen ..Parodie»" sehnen! Polnische Kampagne gegen den Minderheitenschutz In Polen dauert die Kampagne gegen die Minderheitenschutzbestimmungcn an. Es sollen Be-ttebungen im Gange sein, alle durch Minderheiten-chutzoerpflichtungen gebundenen Staaten zu einer >emeinsamen Aktion in Genf zusammenzu-»ringen, die zum mindesten auf die Abschaffung de» geltenden Verfahren» gerichtet sein soll. In Zukunft sollen Verstöße gegen die Minderheitenoerträge nur noch im Rate selbst aus Antrag eines Ratsmitgliede» behandelt werden können. Aus Stadt und Land Die neuen Tausenddinarnoten im Der-kehr. Die neuen Tausenddinarnoten der National-dank sind beretts im Umlauf. In Zagreb sind be-reits Partien davon eingetroffen. Ein Hundertzwanzigjähriger. Wie da» Beograder „Vreme" berichtet, lebt in Pristina ein alter Türke, der 120 Jahre all ist. Er heißt Rama Graschtica und lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen. Er raucht sett seinem 20. Lebensjahr, alkoholische Gettänke hat er aber niemals zu sich genommen. „Nationale Duldsamkeit" im Preh-burger Rundfunk. (Die Pressekorrespondenz der „Deutschen Geschäftsstelle für die Slowakei".) Seit Jahren bemüht sich da» Deutschtum Preßburg» und der Slowakei um eine, wenn auch geringfügige Be-rücksichtigung der deutschen Sprache im Preßdurger Rundfunk. Die Bemühungen waren bisher immer ergebnislos gewesen; die Schwierigkeiten liegen, wie die verantwortlichen Preßburger Stellen ständig be-Häupten, allerdings bei der Prager Leitung, deren Chauvinismus ja allgemein bekannt ist. So konnte es geschehen, daß beispielsweise bei der diesjährigen Goethefeier dem Preßburger Deutschtum das Wort verweigert wurde, trotzdem gerade die Preßburger Deutschen am berufensten gewesen wären, bei dieser örtlichen Feier die Mittler zu Goethe zu sein. Ist doch der Leipziger Zeichenlehrer des jungen Goethe, Oeser, ein Preßburger Kind gewesen. Auch die Uebertragung der wertvollen geistlichen Abendmusiken, die die deutsche evangelische Kirchengemeinde in den Wintermonaten veranstaltet, war bisher unmöglich, weil selbst deutsche Vokalmusik im Preßburger Rund-funk verpönt ist. Umso ausfallender ist die Tatsache, daß dieser Tage die Behörden selbst eine deutsche Sendung veranstalteten, um die deutschen Bürger der Stadt Preßburg zur Mithllfe an der Winter-hllssaktion aufzufordern, ja sogar die deutsche An-sprach« vor die slowakische setzten. E» ist beznchnend für den Geist unserer Verwaltungsbehörden, daß sie erst dann — und leider nur in solchen Fällen — die Berechtigung der deutschen Sprache auch in den sucht und findet. Der Herr gehört unter seinesgleichen, ist die Grundidee des Klubes. Wohl erscheint d« Gentleman außer dessen Räumm wortkarg und steif, doch diese Abgemesscnheit verhindert jede» unbe-fugte Näherkommen, im Gegensatze zu jener Leut-seligkeit mit Hinz und Kunz, die nur allzuoft die richtige Distanz verliert! Diesem Distanzhalten der englischen Herrenklasse dem vulgus obscurum gegen-über hatte es England zu danken, daß durch Wahl-bestechung gefütterte Proletarier nie m Masse eine politische Partei bilden konnten. Vergleichen wir zur Zeit Cromwells die puritanische Revolution der Levellers mtt späteren Proletariarrevolutionen, so gibt es dort keine kallblütigen Hinrichtungen en masse, keine Plünderungen und nicht» von jenen niedersten Trieben, die von der Grande Revolution bis Beta Kühn und Lenin da» Kennzeichen prole-tarischer Umstürze find. Die Reiter Tromwell» waren kein Gestndel und ein Graf Michael Karoin, der seinen glänzenden Namen Kommunisten al» Aushängeschild borgt, wäre in jedem englischen Klube unmöglich gewesen. Die Ritterburgen find verfallen, die Blüte de» geistigen Adels Frankreich» hat auf der Guillotine geendet und auch der Nimbu» ist verwelkt, der da» Patriziertum umrauschte. Doch ihre Vermächtnisse find geblieben: wer sie in ihrer Gesamtheit besitzt, mag sich Herr nennen. Schicksal und Gewalt find nur Prüfsteine, ob er sie auch zu wahren weih. Verlieren kann er den ethischen Vorrang, den ihm diese» Vermächtnis sichert, nur durch eigene Schuld. Seite 4 Deutsche Zeitung ftintumr 3 Rundfunksendungen anersennen, wenn sie gezwungen sind, deutsches Geld in 'Anspruch zu nehmen. Welch jämmerliches Bild diese Sprachchauvinisten abgeben, die im Rundfunk die deutsche Sprache erst ertragen, wenn es gilt, den deutschen Mitbürgern die Geld-tasche zu öffnen, scheint ihnen nicht zum Bewußtsein zu kommen. Moskauische „Intelligenz". Selbst die bolschewistische Zeitung „Sa Jndustrialisaziju" hält es für angebracht, über die schlechte Lebenslage sowjetischer Ingenieure Berichte und Briefe zu bringen. Ein Brief sagt folgendes: Ad April ar-beitete ich am Elektrowerk von Konstantinowka und erhielt dann den vorschriftsmäßigen Urlaub. Da kein Geld in der „Donenergiekasse" war, bekam ich die Zusicherung der Nachsendung nach Odessa. Das Versprechen wurde nicht erfüllt. Kein Bitten, kein Schreiben half. Ohne Mittel mußte ich meinen Urlaub überschreiten; ich war gezwungen, meine Sachen zu verkaufen, um die Fahrtarte zu bezahlen. Halbverhungert erreichte ich meine Arbeitsstätte. aber auch hier konnte mir der Rayondirektor Genosse Potapofs keine befriedigende Antwort über die Geld-frage geben. Mein Abenteuer begann nun erst recht; die gewohnte Schlafstelle war inzwischen besetzt. Der Gehilfe des Direktors, Genosse Bulatzki, lehnte es ab, mir eine andere Schlafstelle zuzuweisen. Die erste Nacht versuchte ich auf den Tischen des ,^von-energo" zu verbringen, sogar mit der Erlaubnis des ersten Rayoningenieurs, wurde aber vom Stacht-Wächter vertrieben. Erst eine zweite Intervention der Administration verschaffte mir die Möglichkeit zu bleiben. Bis heute habe ich noch keine Bleibe. Man verweigert mir eine Stube, trotzdem ich schon vor einem Monat die Arbeit wieder antrat. So werde ich seit sieden Atonalen umhergestoßen. während Verhandlungen über meine Wohnstube geführt werden. Der Sultan Trotzki. Die türkische Zeitung „Dschamhuriet" erzählt, daß ihr Berichterstatter nur mit List zu einer persönlichen Unterhaltung mit Trotzki kam. Er verkleidete sich als Angler und ver-suchte diesen Sport an dem Platze, wo 'Trotzki zu angeln pflegte. Zwischen beiden entwickelte sich nun folgendes <5>espräch: Trotzki: „Ja, in Rußland war ich das Oberhaupt; alle verbeugten sich vor meinem Namen, man vergötterte mich! Dadurch entstanden mir Neider und ich mußte das Land verlassen." Der Türke: „Wer ist nun aber Sultan in deinem Lande?' Trotzki: „Ein gewisser Stalin, aber seine Tage find gezählt, man wird ihn absetzen, man wird ihn erschlagen! Er ist nicht nur böse, sondern auch dumm! Wenn man ihn beseitigt haben wird, «erde ich wieder Sultan werden!" Die Stadt der Advokaten ist Budapest, wo 3187 Rechtsanwälte ihre Praiis ausüben. In Berlin gibt es nur 2808 und in Paris 2762. Man will in Budapest den Numerus clausus für die Advokaten einführen. Celje Humoristischer Abend Stadlmay. Neuerlich machen wir auf den lustigen Abend auf-merksam, den der weitbekannte Grazer Humorist Alois Stadlmay am 12. d. M im Kinosaale des Hotels „Skoberne" geben wird. Stadlmay gilt heute als einer der hervorragendsten Komiker Oester-reichs und seine Darbietungen lösen allüberall Stürme von Heiterkeit aus. Wir können einen erst-Nasfigen Genuß erwarten und jeder möge sich rechtzeitig den Eintritt sichern. Kartenvorverkauf bei Frau Äger-Neckermann. Die Silvesterfeier de» tt. M. G. 33. ist, wie alljährlich, so auch heuer fröhlich verlaufen. Außer den ausgezeichneten Musikleistungen des Hausorchesters trug auch unser geschätzter Herr Walter Rasch, der sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt hatte, durch Vorträge aus eigenen Werken zur silvepergemäßen Heiterkeit des Abends bei. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 8. Jänner, findet um 10 Uhr der Gemeindegottes, dienst im Saal des Pfarrhauses und im Anschluß daran der Kindergottesdienst statt. Schwei»eruliren £"«*w.'~dbsiii.«r waren, Optik, Orig. Zeli-Angengiaier, cratklMil(C ReparaturwerkstiUte Anton Leönik, Celje, Gtai trg 4. Die Badnjak- Einholung die bekannte ser-bische Sitte des jugoslawischen Militärs — fand in unserer Stadt am Hl. Dreikönigtag statt Um 2 Uhr nachmittags ging der Zug. mit der Eisen-dahnerkapelle an der Spitze, von der König Peter Käsern am Deikov trg ab nach Spodnja Hudinja, wo die „Badnjaks" — winterlich laublose ge-schmückte Laubbäumchen — abgeholl wurden. Sie wurden dann in der König Alerander Kaserne, in zen Wohnungen des Regimentskommandanten und des Kommandanten des Militärkreises, in der König Peter Kaserne und in der Offiziersmeise abgeben. Räch der Verteilung der Badnjaks wurde in der Offiziersmesse unter den Klängen der Eisen-dahnerkapelle eine Jause gegeben. Der schöne Brauch loctte viele Zuschauer an. Musik, Schuhe und Kleider sind zwar verschiedene Sachen, aber jedenfalls Soeben, die Sie unbedingt brauchen. Mimik für gute Laune, Schuhe und Kleider, weil 8le nicht barftiuig und (verzeihen 8ie!) nackt herumlaufen können. Nicht einmal *u Hause können Sie tanzen. — Also kommen Sie zu uns. Wir leiben Ihnen Grammophon and Platten aus, als Musik, und verkaufen .Tempo* Schuhe nnd .Rekord* Kleider und Stoffe, wenn geflUlig. auch auf Teilzahlung. — Damit ist die Krise »ichvr nicht abgeschafft. Doch werden Sie gut gelaunt, beschuht und bekleidet und (da« ist die Uauptaacba) alles auf Raten ♦ Deckov trg 4 Gemeindejagdversteigerung. Am 15. Februar 1933 um 11 Uhr vormittags findet im Zimmer Nr. 2 der Bezirkshauptmannschaft in Celje die Versteigerung der 1911 ha umfassenden Jagd der Gemeinde Sv. I e r o n i m für die Zeit vom 1. 4. 1933 bis 1. 4. 1940 statt. Jagdgesellschaften als Ersteher sind bis» einschließlich 3 Mitglieder zu-lässig. Der Ersteher der Jagd wird behördlich nur bestätigt, wenn es sich mit der Mitgliedskarte des Slov. Jagdvereins ausweist. Fremdenverkehr im Jahre 1932. Im Jahre 1932 besuchten unsere Stadt 876V Fremde, und zwar 7012 Jugoslawen und 1754 Ausländer. Die größte Zahl der letzteren stellte Oesterreich, und zwar 908. Der beste Fremdenverkehrsmonat war der Juli mit 904, der schlechteste der Dezember mit 54K Fremden. ühren, Goldwaren auf Teilzahlungen ohne Preisaufschlag. Jlger, Maribor, Gosposka ulica Nr. IS. Todesfälle. Im Allg. Krankenhaus starben am Mittwoch die 22-jährige Besitzerstochter Maria Hohar aus Zvodno bei Teharje und die 76-jährige Gemeindearme EÄcilia Zupanci! aus Halec. Freiw. Feuerwehr u. Rettungsabtg. Celje» Tel. 1 In der Woche vom H. bis 14. Jänner ist kommandiert Fenerdienft: II. Zug ZugSf.: Pnftoschet Joses Fahrer: Werdonschegg Fritz Sanitätsdienst: IV. Rotlo C rcbotK Martin lerl'chct Fritz Lampt Slefan Jahrer: Klezin Ivan Inspektion: Obmann Zellen, Johann. Maribor 70«jähriges Bestandsjubiläum der evangelischen Gemeinde in Maribor. Unser Vertreter in Maribor sendet uns - zu unserem Bedauern erst jetzt, also ziemlich spät — nachfol-genden ausgezeichneten Bericht ein: Am 10. De-zember beging die evangelische Kirchengemeinde in Maribor in schöner, dem bedeutungsvollen Anlaß entsprechender Weihe und in gleich schöner, den krisenhaften Zeitläuften Rechnung tragender Einfachheit das Fest ihres 70-jährigen Bestandes. Nach namentlicher Begrünung der erschienenen Vertreter der öffentlichen Behörden durch den Senioratsinspektor Dr. Karl Kieser eröffnete dieser den Festabend mit einer kurzen, aber eindrucksvollen Ansprache, die in ein freimütiges und bescheiden-stolzes Be-kenntnis zu den evangelischen Idealen ausklang. 'Nachdem sich noch Herr Pfarrer May aus Eelje, Herr Prediger Frank aus St. 3lj, sowie Herr Ata gistratsrat Rodosek beglückwünschend zu Worte gemeldet hatten, hielt Herr Senior Johann Baron vor der andächtigst lauschenden Hörerschaft die Festrede, die. ebenso interessant als in Form und Inhalt vollendet, in großen Strichen die ganze überwältigend reiche Geschichte des evangelischen Lebens im Unterland« nachzeichnete. In den Rahmen des Festabends fügten sich dann mu-sikalische Darbietungen, die durchwegs auf ansehn-licher, ja zum größten Teil wirklich festlich zu nen-nender Höhe standen. Den Anfang hiermit machten Frau Grete Pelikan und Frl. Hanni Seelig, die ein Konzert für Cello und Klavier von Händel mit prächtiger musikalischer Kultur, in sauberster, fein ziselierender Plastik und mit einer behutsam-innigen, jeden Winkel des alwäterisch-meisterlichen Schnörkelwerks durchleuchtenden Be- seelung spielten. Frau Amekie Urbaczek. früher einmal in den Bezirken evangelischen Kulturlebens als ehemalige Vorsteherin des evanqÄifchen Frauen-Vereines ganz besonders beheimatet, sang nunmehr als herzlichst willkommener (Twist in herzbewegender Symbolik Richard Wagners ewig schöne Arie der Elisabeth aus „Tannhäuser" („Dich, teure Halle, grüß' ich wieder"), ferner Schuberts „Allmacht" und Mai Regers süh bestrickendes, wundervoll zärtliches „Der Hirten Lied am Krippelein". Sie sang die drei zum Teil aus gegensätzlichstem künstlerischen Wesen quellenden Stücke in ausgezeichneter stillistischer Einfügung und mit prächtigst-disponierter, glockenheller Stimme und wurde vom Verfasser dieser Zeilen mit vor Kälte etwas steifen Fingern und daher leider nicht erwünscht feinnervig am Flügel begleitet. Den Schluß des Festabends bildete Robert Schumanns urdeutjches, herb-keusches, technisch sehr widerhaariges und schwieriges Trio, op 110, mit welchem sich da» Grazer W«iM»2rio (Violine: Frl. Helene Wendt, Cello: Frau Grete Pelikan, Klavier: Frl. Hansi Seelig) hierorts >erjt malig dem Publikum vorstellte und eine wahre Kraftprobe seines musikalischen Ehrgeizes und «ue-bens und — was noch wichtiger ist — ein« eben-solche Kraftprobe seines Könnens bestand. Die drei sympatischen, trefflich auf einander eingespielten, technisch aus hoher Stufe stehenden Damen spielten das große, mitunter von berühmten Kammermusik-Vereinigungen gesürchtete Werk im lanzsamen Satze ganz prachtvoll, voll Wärme. Inbrunst und Henl-ch-feit, in den bewegten Sätzen bei aller musikalischen Sicherheit und Durchdachtheit unseres Erachtcns ein ganz klein wenig gehemmt und verhalten, mit etwas {ordiniertem Temperament, was sich vielleicht außer mit der im Saale leider herrschenden Kälte noch mit den etwas klangdünnen, ledenfalls nicht erst-rangigen Instrumenten der beiden Streicherinnen erklären mag. Alles in allem war aber, wie gejagt, auch dieses Schumann'sche Trio eine prächtige und respekteinflößende Leistung, die. beim „pianistischen" Schumann wohl verständlich, ihr« stärksten und über zeugendsten musikalischen Impulse vom ftWürvart aus empfing und die in einer Zeit geistiger Ver-fwchung und Verpöbelung jedem an künstlerischen Dingen ernstlich Interessierten den aufrichtigen W«mjÄ nach einem recht baldigen Wiedersehen, das heißt, eigentlich Wiederhören des ausgezeichneten und hochstrebenden Wendt°Trios nahelegt. h. f.. Kroemer-Trio in Maribor. Der schon lange angesagte, aber immer wieder infolge einge-treten» Hindernisse verschobene Kammermusikabend des rühmlichst bekannten und in turn leider spärlichen musikalischen Kreisen unserer Stadt mit freudiger Spannung erwarteten Kroemer-Trios findet nun endgültig am 10. Jänner 1933 im Saale der „Zadruzna gospodarska banka" statt. Kein Freund ernster Musik versäume diesen Abend, der einige Stunden hohen künstlerischen Genusses und see-lischer Erhebung nicht nur verspricht, sondern mit aller Bestimmtheit gewährleistet. Die halbe Fahrt auf den Eisenbahnen wurde vom Herrn Berkehrsminister für die Reise nach Maribor vom 12. bis 23. Jänner 1933 und für die Rückkehr vom 15. bis 25. Jänner 1933 für alle Besucher des Wintersportjonntags in Ataribor bewilligt. Stach Ataribor führt man ohne Legitimation mit der ganzen Karte, die man beim Ausgange behält. Mit der Bestätigung der Beteiligung an der Woche, welche „Putnik" und das Spotgeschäft Rojlii in Moridor ausgeben, gilt dann die Karte für die kostenlose Rückfahrt. Krisenbarometer. Im vergangenen Jahr gab es in Ataribor 10.541 ErekutionsantrSge ge-gen 7.270 im Jahre 1931) 158 (105) Deloqie-rungen, 205 (186) Ausscheidungsklagen, 54 (43} Zwangsverwattungen. 1241 (1235) zwangsweise grundbücherliche Einverleibungen, 362 (205) Zwangs-Versteigerungen, 74W Pfändungen, Verwahrungen und Verkäufe von beweglichen Gütern 2060, PM» dungdn von Forderungen 9165 und 244 Offen barungseide. Die Einnahmen beim hiesigen Haupt-zollamte betrugen im Monate Dqember für ein geführte Waren 4.299.622-75, für ausgeführte 15.718, zusammen also 4,315.3407'» Din. Ljubljana Dienstjubiläum. Am 3. Jänner waren es 40 Jahre, seit Herr Jng. Franz Sonnbichler. Verwalter der Besitzungen des Herrn Baron Doktor Karl Vom bei Tr'zic, bei der Familie Born in Diensten steht. Der Jubilar ist eme allgemein be-liebte Persönlichkeit. Nummer 3 Deutsche Zeitung $«k 5 Der Mann n 14 Kriminalroman t Der Inspektor verließ sein Versteck und trat «us sie zu. „Hören Sie, mein schönes Kind", sagte er, freundlich grüßend, „habe ich von hier noch weit bis London?" Dos Mädchen sah den so plötzlich erscheinenden Herrn mit einiger Ueberraschung an, wischte sich die letzten Tränenspuren aus den Äugen und erwiderte: „Wenn Sie sich etwas deeilen, sind Sie in einer halben Stunde dort." Fox bedankte sich für die Auskunft und fügte hinzu i „Ich komme nämlich von ziemlich weit aus-«ärts und bin diesen Weg noch nie gegangen. Uedrigens ein schönes Gebäude, diese Villa", fuhr er, auf das Haus deutend, fort. „Es muh wohl eine sehr reiche Herrschaft sein, die hier wohnt?" „O, hier wohnt nur die Gräfin, eine ganz alleinstehende Dame," entgegnete das Mädchen, „aber die genügt." Und ein Schatten flog um ihr hübsches Ge-sichtchen. „Wirklich?" lachte der Inspektor. „Ist sie so schlimm?" Das Mädchen nickte energisch. „Wenn Sie noch lange hier bleiben, können Sie es selbst erleben. Für Landstreicher hat sie nämlich schon gar nichts übng." For klappte den Mund auf vor Ueberraschung und sah verdutzt an seinem Straßenanzug nieder, von dem ihm sein Schneider vor acht Tagen ver-sichert hatte, er sei das Neueste. „Sehe ich denn aus, wie--- Das Mädchen ergötzte sich an seinem merk-würdigen Gesicht und erwiderte achselzuckend: „Sie kalben doch eben selbst gesagt. Sie kämen von weit auswärt» und alle Leute, die — —" „Die zu Fuß in der Welt henimwandern, find Landstreicher," ergänzte For lachend. „Die Anschauung hat in unserem Zeitalter des Autos etwas für sich. Aber nun sagen Sie mir, weshalb Sie vorhin ge-wM baben und warum Sie Ihre Herren nicht leiden können. Sie dürfen schon Zutrauen zu mir fassen. Ich bin wirklich kein Landstreicher." „Aber ein Detektiv," entgegnete sie mit gelasse-nem Gleichmut. „Sie fragen nämlich so." „Wirklich?" sagte For und er konnte es sich nicht versuchen hinzuzufügen: „Es sind wohl schon viele Be-amte hier gewesen, weil Sie so gut Bescheid wissen?" „Kein einziger noch," erwiderte das Mädchen. „Warum auch? Die Gräfin sagte mir nur ein-mal---" „Einem, der kommt und recht viele Fragen stellt, die Türe zu weisen, wie?" „Ja, etwas ähnliches." gab das Mädchen zu. „Wollen Sie mir jetzt sagen, warum Sie vor-hin geweint haben?" wiederholte der Inspektor seine Frage. Ein Lächeln glitt über das Gesicht des Mäd-chens ob der Hartnäckigkeit des Fragestellers. „Ist das so interessant? Sehen Sie, die Gräfin ist eine sehr ungewöhnliche Frau und es ist ein h lbes Wunder^wenn man ihr einmal etwas recht machen kann. Man hat keinen Augenblick Ruhe, selbst bei Nacht muh man zur Verfügung stehen. Und dazu ist sie ewig mißtrauisch und voller Arg-wohn und stets bereit, einem Spionage vorzuwerfen. Sie hat ja mehr als genug geheimnisvolles Ge-rümpel und wehe, wenn man in der Nähe davon angetroffen wird." „Und Sie spionieren natürlich nicht?" sagte For mit unbefangener Mühe. „Ich denke gar nicht daran," entgegnete das Mädchen ruhig. „Wer ist der Herr, der vorhin bei der Gräfin war?" forschte der Inspektor weiter. „Ich kenne ihn nicht, aber er ist mir wider-wärtig mit seiner glatten, heuchlerischen Larve," war die Antwort. „Er scheint ein Agent zu sein und weilte bereits des öfteren hier. Die Gräfin nennt ihn Robert und gewöhnlich unterhalten sich die beiden in einer Sprache die ich nicht verstehe." „Russisch," nickte For, wobei er nachdenklich seine Fingernägel betrachtete. „Ueörigens denke ich," fuhr das Mädchen fort, „daß es für Sie Zeit wäre, zu gehen. Wenn die Gräfin erführe, daß ein Herr hier war, ich weiß nicht---" „Oh, ich will gleich gehen," sagte der Inspektor rasch, „leben Sie wohl, gutes Kind. Ich denke, wir sehen uns wieder!" tt der Narbe m z. L. Hecker Damit entfernte er sich. Er konnte ja nicht wissen, wann die unberechenbare Gräfin zurückkehrte und auf ihrem Grund wollte er sich doch nicht gerne ertappen lassen. Um 6 Uhr war er wieder in London. Da er einigen Hunger und Durst verspürte, begab er sich zunächst in ein Teehaus in der Baker-Street. Er ließ sich an einem freien Tisch nieder, verzehrte seinen Lunch, dann vertiefte er sich in einige noch druck-feuchte Nachmittagsdlätter. Da öffnete sich die Saaltüre und herein trat ein würdiger, älterer Herr mit weißen Haaren. Der Inspektor sah gleichgültig über den Rand der Zei-tung hinweg, beim Anblick des Eintretenden aber fuhr er wie unter einem elektrischen Schlage zu-sammen. Der Weißhaarige! Es gab keinen Zweifel. Endlich hatte ihm der Zufall diesen rätselhaften Alten in die Hand gespielt. Der alte Herr hatte die Türe hinter sich ge-schlössen und sah sich in dem ziemlich vollen Lokale um; offenbar suchte er einen Platz. Da bemerkte er den Tisch, an dem For ganz allein saß und er war schon im Begriffe, darauf zuzuschreiten, als er das Gesicht des Inspektors, der die Zeitung senkte, erblickte. For ^ah ihn zusammen-fahren, Kehrt machen und den Saal verlassen. Das war ja wohl sehr in der Ordnung. Der Inspektor zahlte und verließ das Lokal, in dem weiter niemand den Vorgang beobachtet hatte. AIs er auf die Straße trat, war von dem Weißhaarigen nichts mehr zu sehen, so sehr er auch nach allen Richtungen Ausschau hielt. For unter-drückte einen frommen Spruch und wollte schon blindlings zu suchen anfangen, da stutzte er. Auf dem dunklen Asphalt vor ihm lag weiß und zart ein schmales Kuvert, daraus ein großes Fragezeichen. Sollte---? Er bückte sich und riß hastig den Umschlag auf Ein schmales Kärtchen kam zum^ Vorschein und daraus stand in steiler, energischer Schrift: t< „Heute Nacht bricht Fred Milton aus Dart-moor aus!" 10. Kapitel. Etwas betroffen starrte der Inspektor auf die eigenartige Botschaft nieder. Zweifellos galt es ihm und ebenso sicher durste er annehmen, daß sie von dem Weißhaarigen stammte. Heute Nacht bricht Fred Milton aus Dart-moor aus! — las er noch einmal. Sehr interessant! Zwischen den Zeilen gelesen hieß es wohl so: begib dich heute Nacht nach Dartmoor und verhin-dere Miltons Entweichen! Es war nun freilich mehr als fraglich. ob Milton tatsächlich in dieser Nacht ausbrechen wollte. Es dünkte For viel wahrscheinlicher anzuneh-men, daß das ganze nur ein Bluff war, um ihn nach Dartmoor zu locken. Die Nacht, die er dann nicht in London war, würde der Weißhaarige schon auszunützen verstehen. Dies war immerhin eine Lösung. Aber was konnte der Alte vorhabe? For dachte an Tilde Hirstclifse und an die Warnung, die ihm Fred Mrlton damals in Chelms-ford gegeben. Er hatte zwei Konstabler beauftragt, das Haus des Bankiers unauffällig zu beobachten und Tilde auf ihren Ausgängen zu überwachen. Die beiden Beamten hatten ihm nie das mindeste Verdächtige melden können, die ganze Zeit her war nichts vorgefallen. Sollte man sie in dieser Nacht--? Freilich, es war der Weißhaarige gewesen, der damals auf sie im Auto den Anschlag verübt, und es war nicht ausgeschlossen, daß er in dieser Nacht — Der Inspektor sprang in ein Tari und fuhr bis zur Haltestelle Fenchurch-Street. Vor dem Haus seiner Träume angekommen, hielt er an, schellte und ließ sich zum Bankier führen. „Nanu, so eilig heute, lieber Inspektor", empfing ihn der fteundlich, „wo brennt's denn? Nehmen Sie Platz, bitte!" „Danke sehr", lehnte For ab, indem er sich die Tropfen von der Stirne rieb, „ich habe es sehr eilig. Gestatten Sie mir eine Frage. Wo befindet sich in diesem Augenblick Ihr Fräulein Tochter?" Es konnte ihm nicht entgehen, daß Mr. Hirst-cliffe sehr bleich wurde. Pwi vor der gänzlichen Sperre der Schuhfabrik Petovia. Schon längere Zeit hindurch waren in unserer Stadt Gerüchte verbreitet, dag unsere Schuhfabrik vor der Sperre stehe, und a« 31. Dezember 1932 wurde ein Teil der Ange-stellten, die bereits vor 14 Tagen gekündigt worden waren, tatsächlich entlassen, darunter zirka 20 Be-amte und Abteilungsleiter, soll nun auch der übrige Rest der noch in Arbeit stehenden Per-sonen im Laufe der Zeit entlassen werden. Die Arbeit soll, wie man erfährt, mit 15. Januar gänzlich eingestellt werden. Das Kanzleipersonal sol noch bis Ende des Monates März in Stellung bleiben; bis dorthin ist es aber gleichfalls gekündigt. Die Einstellung der Arbeiten der Fabrik bedeutet für unsere Stadt, wo wir ohnedies keine Industrie haben, einen sehr großen Schaden. Die Leitung der Petovia ist bemüht, einen Modus zu finden, um allenfalls später den Betrieb wieder aufzunehmen. Sollte es zu keinem Resultat kommen, stehen wir vor einer neuerlichen Krise der Arbeitslosigkeit, die man bis zum heutigen Tage in unserer Stadt noch nicht so stark gespürt hat. Eine Druckerei in Konkurs. Ueber das Vermögen der P t u j s k a t i s k a r n a G. m. b. H. ist der Konkurs verhängt worden. Im Verlag der genannten Druckerei erschien bis vor kurzem auch ein slowenisches Wochenblatt. Bater und Sohn. Am 28. Dezember war der Besitzer Georg Milasic au» Male Varnice beim Besitzer Andreas Eiglar in Del. Vermin auf Besuch. Gegen 11 Uhr nachts kam er in etwas be-trunkenen Zustand nachhause, wo er zu randallieren begann und sein Weib sowie seinen Sohn auf-forderte, sie mögen aufstehen und an die Arbeit gehen. Der Sohn Josef Milasic war über diese» unnütze Begehren derart aufgebracht, daß er einen Stock'ergriff und dem Vater einen Schlag aij den Kopf versetzte. Dieser ergriff in seinem alkoholisierten Zustand kurzerhand eine im Zimmer stehende Schaufel, mit der er auf den Sohn zurückschlug: er brachte diesem im Gesichte eine klaffende schwere Wunde bei. Beide erlitten Verletzungen und werden sich noch obendrein vor dem Gerichte zu verant-worten haben. Sport Mitteilungen des Stiklub». In der Zest vom 2. bis 5. Februar veranstaltet der Skiklub im Zusammenhange mit der feierlichen Eröffnung der Sprungschanze beim Petrikek in Lisee, welche mtt einem erheblichen Kostenaufwand« gebaut wurde und Sprünge bis 37 Meter zuläßt, Skikurfe bei der Eillierhütte für Fortgeschrittene und einen Kurs für Anfänger beim Petricek. Am 2. Februar findet der alljährliche Abfahrtlauf Eillierhütte-^tore statt, welcher diesmal gleichzeitig auch als Zwischenklub-rennen veranstaltet wird. Für die Zeit vom 1. bis V. Februar genießen die Besucher von Celje unter gewissen Bedingungen eine 50°/,ige Fahrtermäßigung. Nähere» über diese ersten Wintersporttage in Celje wird noch verlautbart. Beim Auswahlrennen in Jesenice am 15. Jänner, welches die 13 besten Skiläufer Jugoslawiens für die F. I. S.-Meisterschaft aussondert, beteiligt sich der vorjährige Meister des Marburger Kreise» in Slalom, unser Mitglied Fritz Jellen. Sämtliche Mitglieder vom Wintersportoerein genießen in Kruppen von 6 Personen die halbe Fahrt auf ämtlichen Eisenbahnen in Jugosiawien. Bei Enternungen über 50 km wird diese Ermäßigung auch >ei Schnellzügen erteilt. Alle Mitglieder, welche »iese Begünstigung ausnützen wollen, werden er-ucht, ein Lichtbild sowie 10 Din für die Legitima-ion bei Herrn Paidasch abzugeben. Die alljähr-iche Verlängerung der Legitimation kostet dann nur mehr 5 Din. Die Legitimationen gelten in der Zeit vom 1. November bi» 31. April. Schach - Ecke Problem Rr. 29 Johann Kotrr, Wien, Andrews Memorial 1888. Stellung: Weiß: Kai, Dg3, Tf2, Tf8; Ba4, b5. c4, d3. c5 (9 Steine). Schwarz: Kd7, Lh3; Ba5, c5. e7. x4 (6Steine) Weiß zicht und setzt im 3. (dritten) Zuge matt! . Deutsche Zeitung Nummer S Seife 6 Wohnung 3 Kimmer, Kfiohe samt Zugehör. Badezimmer, sonnige Lage, ist zu vermieten. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 37241 Deutsche Erzieherin der slowenischen und kroatischen Sprache mächtig, sucht passende Stellung. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 372S3 Maut- und Exportmühle an dar VoriMd-Titolor Linie, 18 km roo Norisad, Ist weil der Besitzer ohne Familie, preiswert tu verkaufen. • Ant'iebs-motor fifi HP (Langen A Wolf, Köln-Deutzi, dazu Klindjnamo. WalzecsiQblo: 1/800, l/6r.O, 1/600, 1/450, alle doppelt in Eiaen-gestell. Tarar, Schilmasctyne, Bflrstm*-achine, Keforra-Orieaputrmaachine, Triener, 2 StOck vierteilige Plausichter (freischwin f:emi i; alle Maschinen sind neu aus Deutschfind im Jahro 192* bezogen Lei «tung ein Waggon in 24 Stunden. 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Landhaus gesucht 5 Zimmer, Licht, Wasser, grosser Garten, schöne Gegend, ca. 200.000 Din. Ausführliche Offerte unter Chiffre 331 an Jugomosse. Zagreb, Jelaäiä trg Nr. 5 Frau Eise Ebersberg beginnt mit einem zweiten Siiigkurs und einem Sprach- und Singkurs für Kinder. Anmeldungen bis 10. d. M. im Parkhof. j » JC*ä. ^1 __kg Din 10, 14, graua geschlissene Din 24, MM *31V ■ w U M M . W~W halbweissa 32, weisse 44, woisser Gänae- M schleim 64. weisse la QSnse-Halbdaunen Din «6, gefüllter Polster 45XS" Din HO, 60X80 Din .'15, mit Schleissfedern Din 56, gefüllte Tuchenton 120X180 Din 135, mit Schleissfedern Din 198. Gutes dichtes Inlet, blau oder rosa. Muster gratis. Nachnahmesendungen über Din 350 portofrei. Nichtpa*seudes wird umgetauscht, oder Oeld rückerstatten „Posteljina", H. Weiss, Zagreb, llica 76 F. Wirtschaft ».Verkehr Hopfenbericht. Die jugoslawisch« Hopsen- emte des Jahres 1932 ist gänzlich abgesetzt. Für die Emte des Jahrganges 1931, soweit sie noch vorhanden ist, herrscht |aft gar lein Interesse. Dagegen wird seitens einiger ausländischer Firmen ziemliches Interesse für die kommende Ernte be-kündet, für die im Vorverkauf Preise bis zu 25 Din pro kg genannt werden. Staatswirtfchaft hu Jahre 1932. Die Ausgaben der staatlichen Verwaltung betrugen im November 1932 369.77 Millionen Din, während «3126 Millionen Din veranschlagt waren. Von den Ausgaben entfielen 314 5 Millionen Din auf Personalauslagen, 255-2 Millionen Din auf Sach-auslagen. Die Einnahmen betrugen im November 1932 624 7 Millionen Din, während 63126 Millionen Din veranschlagt waren. Auf die allge-meinen direkten Steuern entfallen 186-8 Millionen Din, während bloß 109'1 Millionen Din veranschlagt waren. Die indirekten Steuern waren mit 25-25 Millionen Din veranschlagt, es wurden jedoch 39'5 Millionen Din eingenommen. An Einnahmen aus geschuldeter Steuer waren 416 Millionen ver-anschlagt, es wurden jedoch 1347 Millionen ein-gehoben. Die Verzehrungssteuer war mit 7125 Millionen Din angesetzt! hereingebracht wurden 66"24 Millionen Din. Gebühren: veranschlagt 102 5 Millionen Din, hereingebracht 82-78 Mil-Honen Din. Zölle, Zolltoren und Agio: veran-schlagt 91'6, eingehoben 60-2 Millionen Din. Mo-nopole (Ueberschuß der Einkünfte), veranschlagt 150-9, hereingebracht 139 8 Millionen Din. Ver-schiedene Heine Einnahmen veranschlagt 13 6, einge-hoben 9'4 Millionen Din. Bei den wirtschaftlichen Unternehmungen des Staates wurden im November um 54'9 Millionen Din mehr vereinnahmt als verausgabt. Der Ueberschutz aus den Staatsgütern Belje und Topolovac, sowie von der Staatlichen Hypothekenbank wird erst am Schlug des Wirt-schastsjahres festgestellt. Die Ausgaben in den ersten acht Monaten des staatlichen Haushaltsjahres 1932/33, d. h. vom 1. April bis zum 30. November 1932, waren mit 5050*08 Millionen Din veranschlagt; verausgabt wurden 398.1-3 Millionen Din. Die Einnahmen der allgemeinen Staatsverwaltung waren mit 5050-08 Millionen Din veranschlagt: hereinge-bracht wurden 394225 Millionen Din. Zu den Einnahmen wären noch die Einkünfte aus Fracht-taren für sechs Monate zu rechnen. In den ange führten Summen sind nämlich nur die Monate April und August 1932 miteinbegriffen. Insgesamt ergeben sich um 39 Millionen Din mehr Aufgaben als Einnahmen. In den ersten acht Monaten des staatlichen Haushaltsjahres 1932/33 wurden 2254 67 Millionen Din für die staatlichen Unternehmungen verausgabt; veranschlagt waren 2498-7 Millionen Din; die Einnahmen betrugen 2317*8 Millionen Din, während 3000 7 Millionen Din veranschlagt waren. Regelung der Frage der Doppel-besitzer im Banat. Gelegentlich der Anwesen- heit des Außenministers Titulescu in Beograd wurde auch die Angelegenheit der sogenannten Doppelbe-sitzer dahin geregelt, daß die rumänischen Staats-bürger im Banat, denen ihre jenseits der Grenze auf jugoslawischem Boden liegenden Felder im Wege der jugoslawischen Agrarreform enteignet wurden, entweder die Felder zurück- oder eine dem Werte dieser Liegenschaften entsprechende Entschädi-gung erhalten sollen. Verhandlungen über die praktische Durchführung sollen im Jänner statt-finden. Trotz Krise spart das deutsche Volt. Unter den günstigen Wirtschaftssymptomen, die sich im letzten Vierteljahr gezeigt haben, verdient eines besondere Beachtung: die Spareinlagen der deutschen Sparkassen rvachjen wieder! Ais im Juni 1931 die Abrufung kurzfristiger Auslandskredite die Re-serven der Reichsbank bedenklich verminderte, zeigten zum erstenmal die Bilanzen der deutschen Spar-lassen eine Abnahme der Einlagen. Die Banken-krise vom Juli 1931 verstärkte die Neigung zum Abheben namhafter Summen.' Gehalts- und Lohn-senkungen, dazu die Massenarbeitslosigkeit, ließen im Winter 1931,32 keine Erholung dieser großen Credit-Institute zu. Die Panik vom Sommer war freilich überwunden, nachdem sich herausgestellt hatte, daß die Institute zur Befriedigung jedes Rückzahlungswunsches imstande wa-r c n. Aber jetzt war es die wirtschaftliche Not, die ein dauerndes langsames Absinken der Ein-lagen hervorrief. Nur zum Jahresbeginn und am Anfang des zweiten Bierteljahres des Jahres 1932 zeigte sich infolge von Zins- und Aufwertungsgut-schriften ein Zugang. Tatsächlich überwogen in jedem Monat die Auszahlungen die Neueinlagen. Das ist seit August 1932 Jahres anders geworden; Ende Juli 1932 war bei 9718 Millionen RM der Tiefstand der Spareinlagen erreicht. Gegenüber dem Höchststand vom Mai 1931 betrug der Rück-gang ziemlich genau 1'/, Milliarden RM. Seitdem ist ein langsames Anwachsen zu verzeichnen. Der Einlagenbestand betrug Ende öktober wieder 95565 Millionen RM, von denen auf Zins- und Aufwertungsgutschriften nur 11 Millionen RM. entfallen. Der Ueberschuß der Einzahlungen über die Auszahlungen in Höhe von 15'2 Millionen RM. innerhalb eines Monats ist ein Beweis mehr da-für, daß das Vertrauen im deutschen Volke wächst und doß die wirtschaftlichen Verhältnisse es einer wachsenden Zahl von Menschen gestatten, kleinere Rücklagen zu machen. Nutriazucht, ein Helfer in der Not Von Martin Kiefer, Apatin Es ist eine eigenartige, aber freudige Er-scheinung, daß in den Ländern mit wirtschaftlichem Tiefstand die Zucht edler Pelzträger so rasch vor-wärls schritt, daß sie schnell ein wertvoller Wirt-schaftsfaktor wurde. Hinzu kommt, daß nicht nur die Zucht selbst, also der Verkauf der anfallenden Jungtiere, sondern auch die Felle, die man sonst aus dem Ausland eingeführt, nunmehr selbst im Lande gezüchtet werden können und somit aus beiden großer Nutzen für Land und Leute ge-wonnen wird. Am einfachsten ist die Zucht der Nutria. Dieses Tier ist ein reiner Pflanzenfresser und nimmt mit allen Grünzeug vsrlied. Selbst saure Gräser, die man sonst nicht gern füttert, nimmt die Nutria. Da» Muttertier wirft 4—8 Junge, trägt zirka 130 Tage und wird nad) dem Wurf sofort wieder ge-deckt. Man kann daher in zwei Jahren sogar fünf Würfe haben. Die Zucht selbst, wie auch die Auf-zucht der Jungen ist so einfach, daß man sie gern einem Kind anvertrauen kann, denn Nutria greifen trotz ihrer großen Nagezähne nie den Menschen an, sondern werden so zutraulich, daß man sie bei lieb«-voller Pflege streicheln kann. Auf lange Zeit hinan» kann man die Jungtiere zu Zuchhwecken wieder um-setzen. Aber selbst wenn man auf Felle züchtet, er-hält man pro Stück von 300—900 Dinar. Die Zucht kann vollkommen ncbenberujlich durchgeführt werden, denn außer der täglich ein-oder zweimaligen Fütterung verursachen die Nutria fast gar keine Arbeit. Wohl aber erfreuen sie ihren Herrn durch ihr zutrauliches Wesen. Weitere Aus-kunft erteilt gern der obengenannte Verfasser. Allerlei Ein Bersöhnungsfilm als Hetzfilm. Die bis ins Alltagsleben reichende giftige Hetze, die in Polen gegen alles, was deutsch ist. getrieben wird, zeigt sich wieder einmal besonders deullich in der groben Verfälschung eines deutschen Films. Der bekannte, dem Gedanken einer Versöhnung der Völker dienende Film von den deutschen Berg-hüten, die verschütteten französischen Grubenarbeitern Hilfe bringen, ist von einem polnischen Verleihhaus so umgearbeitet worden, daß in den Tonstreifenein paar polnische Sätze eingeklebt und den Schau spielern, die die deutschen Retter spielten, antideutsche Aeußerungen in den Mund gelegt wurden. 3» wurde aus der deutschen Bergarbeitergruppe, die den französischen Grubenarbeitern Hilfe bringt, eine polnische Rettungsmannschaft, die sich über das feige Abseitsftehen der deuschen Bergleute entrüstet. Erfreulicherweise hat man auch in polnischen Kreisen selbst die Ungeheuerlichkeit dieser Fälschung empfun-den. Der polnischen Regierungskrisen nahestehende „Kurier Polski" wendet sich sehr scharf gegen die „unerhörte Frechheit der polnischen Filmbranche" und macht die Oeffenilichkeit darauf aufmerksam, daß der Film „Die Brüderschaft der Völker" in der polnischen Fassung nichts mit dem Original zu tun hat. Wenn es den polnischen Filmtheatern unange-nehm ist, anständige Taten und Gesinnungen deutscher Bergarbeiter der historischen Wahrheit ent-sprechend der' Oeffentlichkeit vorzuführen, so mögen sie die Finger überhaupt von solchen Filmen lassen. Die deutschen Hersteller und Verleiher dieses Films dürsten über diesen Mißbrauch nicht unterrichtet ge-wesen sein. Eigentümer, J*rau»fltbtr und Schriftleiter: gränz Schauer in Ctlj«. — Dnick und vertag: Bereintdfchdruckeret .Teteja' in