„Mhlit, WtliliI««», Viltiig fdr Alt." Str SV Mittwoch, t4. A«g«st I8«V. VI. Jahrgang Die ^Marbnrger ZeiNinn niß Haus monatlich mit l0 itttntt" erscheint jede» Sontttn^l. Mittwoch und Freita»^. Preise — für Marbnrg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl.. vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Zustellung 10 kr. — mitPostversenduiij^: »ganzjährig 3 fl., hall^jähriq 4 fl., vierteljährig 2 fl. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Einfchaltuug l0, beiziveimallger mit i», bei dreimaliger mit kr. tierechnet, wozu siir jedesmaltge Äinschaltnng SOkr. Inseraten-Stempelgebülir kommen. Zur Geschichte df« Tage»;. Die AusgltichS'Abordnunflen haben in gemeinsamer Sitzung nach dem Vorschlage t^er ungarischen Abtljeilung über ihre Geschäftsordnung nck seeinigt. J.de der beiden Abtheilungen arbeitet ganz selbstständig; die Anträge »Verden ein^gebracht. berathen, angenommen oder vertvorfen. der beschlossene Antraa wird ab»r dann der gegenseitigen Abtheilung schriftlich in der Originalfassung und ii, UcbcrsrjAUng (von der deutschen Abtheilung natürlich nnr in deutschcr Sprache) mitgetheilt und dient dieser Abtheilung al» Vorlage. Ist auch diese Abtheilung mit demselben einverstanden, so kommt der Gegenstand in die gemeinschaftliche Sitzung — tvenn nitlit, tvird in keinem Aal! eine Vereinbarung in der Versammlung beider Abtheilungen versucht; dort dürfen keine Berliand' lungen oder weitere Erörterungen stattfinden, sondern dirse besaßt sich nur mit der Genehmigung oder vielmehr Protokollirung der bereit» von beiden Theilen angenommenen Beschlüsse. Damit aber rascher und leichter eine Berftündigung herbeigeführt werden tonne, als dieS bei dem Schriften» Wechsel der Fall ist. so wird es jeder der beiden Abtheilungen freistehen, die andere zu einer Konferenz einzuladen, tvelcher Einladung auch Folge zu leisten ist. Diese Konferenz, oder besser ges.igt, vertrauliche Besprechung, verfolgt aber nur den Zlvect einer privativen Verständigung. Bei derselben kann daher durchaus kein parlamentarischer Vorgang beobachtet werden; eS darf kein Protokoll dabei aufgenommen. eS dürfen keine Punktationen verfaßt werden — e» soll drr Besprechung eben nur strenge der Charakter einer solchen mit Beiseitelassen aller parlamentarischen Formen gewahrt bleiben. Ueber die Bündnißfrage schreibt die Kreuz-Zeitung: „Ein Bündniß des KaiserstaateS mit Frankreich ivürde unter allen Umstanden zu seinem Verderben anSschlagen — ganz abgesehen davon, daß sich eintretendenfalls doch wohl auch Preußen nach Allianzen umsehen würde. Schwieriger zu beantivorten ist dagegen die Frage. ivaS denn ivohl Frankreich für ein Interesse an einem Kriege gegen Preußen und Deutschland haben könnte. Wir müffen gestehen, baß. wie wir auch die Sache drehen und wenden, lvir kein solches J'iteresse zu entdecken vermögen. Allerdings erfreuen ivir unS nicht der Sympathien der „großen Nation", da wir so frei gewesen sind, ohne ihre Genehmigung Krieg zu führen, ohne ihre Genehmigung zu siegen und ohne Einholung ihrer Erlaubnis Hand an die Einigung DeutsehlandS zu legen, um die politische Macht des deutschen Volkes auf dieselbe Stufe zu erheben, die das französische Volk schon lange inne hat. Aber wie dem auch sein mag. verletzte Eitelkeit ist in unserer Zeit kein Motiv mehr, einen so blutigen Böllerkrieg zu beginnen,' lvie der zwischen Deutschland und Frankreich sein tvürde....." Cbensoi»»enig. setzt die Kreuzzeitung weiter auscinander. biete weder daS linke Rheinufer noch NordschseSlvig Anlaß zu einem Kriegsfälle. Auch Napoleon wolle den Krieg ganz gewiß nicht; die Frage sei nur. ob er ihn nicht vielleicht über kurz oder lang wollen müsse. — In Montenegro dürften sich jetzt, da Mirko, der Vater deS Fürsten gestorben, die Dinge anders gestalten. Mirko war gegen daS Allslaventhum und hielt den russischen Einstuß in seiner Heimat danieder. Oesterreich konnte mit Cettinje biS jetzt sehr zufrieden sein. Nun wird eS anders iverden ; Danilo selbst ist kein sester Charakter und läßt fich sehr leicht lenken. Es stellt sich mit Gewißheit heraus, daß viele fremde Elemente den Auf st and in Bulgarien unterstützen, eigentlich erhalten. Der Balkan beherbergt jetzt viele fremde Schaaken, namentlich Anführer und dies soll nur ein Vorspiel sein der kommenden Erreignisse. 3m Orient glaubt Niemand an den Festbestand deS Friedens. Die Pforte rüstet so. als stände sie unmittelbar vor einem großen Kriege. Diesen Vorbereitungen entspricht die Anhäufung von Militär in Bessarabien und am Pruth. deren Zlveck klar am Tage liegt. Keine« Bettel «eh»! Marburg, 13. August. Der Sultan hat »väbrend seiner Antvesenheit in der Hauptstadt Oesterreichs geruht, den Armen zehntausend Gulden zu spenden! Dieser edle Menschenfreund ist der Kaiser jener Türken, deren Vorfahren Jahrhunderte lang unsere Länder mit Krieg überzogen: von bluti- Felicitas. Vom Verfasser der „Ueue» deutscheu Zeitbilder" (5. Fortsetzung.) Der Genesende schlief ruhig und fest. „Hast Du Dir den Mann angesehen, Anna?" sragte Felicitas leise daS Kind. „Er sieht so krank auS. Muhme." flüsterte daS Kind zurück. „Cr war krank auf den Tod. Ich habe ihn gepflegt. Jetzt hat er wieder den Schlaf deS Gesunden." „Und zu ihm bist Du immer gegangen." „Zu ihm." „Ist er denn ivirklich Dein Liebhaber, wie der Wilhelm sagt?" „Mein Kind, der liebe Gott hat befohlen, daß alle Menschen einan« der lieb haben solle«." „Aber »varum Haft Du ihn denn so heimlich hier auf den Boden gebracht?" „Hast Du gehört, tvelche Worte in der letzten Zeit der Großvater sprach?" „Cr wollte alle Franzose» tödten, die jetzt auS dem Lande liefe»." „So sprach er! ES war sein Ernst wohl nicht ; er redet nur so, weil er krauk ist." „Und er kau» auch nicht einmal aufstehe»," sagte daS Kind. „Aber die meiste» Leute spreche» jetzt so. u»d wenn sie einen arme» kranken Fra»zose» finde», da fallen sie über ih« her." ^Die Franzofe» habe» »»S aber auch viel vöseS gethan. Muhme Felicitas." DaS Kind deS Franzosen mußte so sprechen! Sie hatte eS so ost gehört vo» dem kra»ke» Großvater »nd dem blödsinnige» Wilhelm. „A»ch »Niere Feinde solle» wir lieben, hat der Herr ZesuS gesagt." „Aber sie habe» eS an »nS verdient. Muhme." plauderte das Kind den irrsinnigen Männern nach, an dem Großvater und an meiner Mutter. Der Großvater selbst hat eS gesagt." Felicitas seufzte, auch mit einem traurigen Blick auf daS Kind. „Anna, vorgestern — ein Mann, den ich heute über daS Basser suhr. erzählte eS mir — vorgestern hat eine Bauersfrau jenseitS deS Stromes in ihrem Kartoffelfelde einen verwundeten französischen Soldaten gefunden, der vor den verfolgenden Bauern sich dort verborgen hatte. Der arme Mensch ivar vor Hunger und Müdigkeit halb todt. Er bat die Frau um ein Stück Brod und um Barmherzigkeit. WaS that daS Weib? Bei dem Kartosfelfelde war ein Graben. Sie allein konnte den Menschen nicht hineinwarfen. Sie lief in d'^S HauS, wo ihre Tochter ivar, die rief sie herbei, und die beiden ivarfen den Hülflosen Menschen in den Graben, daß er sterben mußte. Hättest Du mir geholfen, Anna, wenn ich Dich so gerufen hätte?" DaS Kind schüttelte fich vor Entsetzen. ES drückte sich fest an den Busen des Mädchens. „Nein, Muhme." „Und das dauert nun schon über acht Tage in der Gegend fort. Eine schreckliche Wuth ist in die Leute jsefahren. Und die Menschen stnd doch alle Brüder, alle die Kinder deS lieben GotteS im Himmel." ^Die armen Franzosen! sagte daS zitternde Kind. „Und sieh, Anna, so wäre auch daS Loos deS kranke» Mo»»eS ge-Wesen, der jetzt hier tvieder so gesund schlafen kann. Sie hatten a»ch ih» verfolgt, als ich ihn fand. Er war am Sterben." „Da beachtest Du ihn hierher?" „Und pflegte ihn und sorgte für ihn. Und kein anderer weiß von ihm. alt Du und ich,' und kein anderer darf auch vo» ihm wiffe», we»n er nicht noch sterbe» soll." „Kel» Mensch soll erfahren. M»hme." „Ich «tiß. wie verschwiege» Du bist, mei» liebeS Ata»che». Dar»« nahm ich Dich «it hierher.- Der Athem deS Schlafenden war einmal »»ruhig geworde». Sei»e Lippen und seine Hände hatte» einige leise Beweg»»ge» gemacht. Felicitas hatte aufgelzört mit den Sprechen. Aber gleich nachher war er wieder ger Feldschlacht und Belagtrung — von Berwüstunj^ der Feldtr und Zerstörunfl der WeinMten — von Rciub. Mord, unnennbarer Schand-lhat und Fortschleppung in die Sklaverei mrldtt die Geschichte. Der ttropmüthige Schenfer dieser zehntausend GuldtN ist Beherrscher jener Türken, gtsten welche die Hauptstadt des Reiches zivcimal sich qeivelzrt zur Rettung Europa s vor asiatischer Barbarei. Wenn die Heldentampser 1b29 und 1683 geahnt hätten, daß ihre Nachkommen von einem Sultan der Osmantn eine milde Gabe annehmen, daß sie denselben in schmäh-licher Selbstwegwersung mit Bettelbriesen bestürmen .'Haben diesc Wiener gar nichts davon gehört, daß der Spender jener zchntausend Gulden „der kranke Mann" ist. welchem bei dem Antritt seiner Reise keine Macht die Versicherung gegeben hätte.daß er seine Hauptstadt wiedersehen werde?-der arme Mann, der seine eigenen Beamten und Soldaten nicht bezahlen kann, aber das lepte Geld im Abendlande verbraucht? — Und haben die „Gemüthlichen". die „Allweil Fidelen" auch vavon nichts geljört, wie diese» letzte Geld in den Säckel des Sultans geflossen? An der Bettelsucht leiben die Wiener verhältnißmäßig viel mehr, als die Bewohner jeder anbeten Stadt; daß sogar l)er türkische Sultan von Bittstellern nicht verschont geblieben, macht uns erröthen sür Wien, ja! für ganz Oesterreich. Und die Demüthigung, die in dcr Annahme der zehntausend Gulden von Seiten der Gemeindevertretuug liegt — kann sie jemals gelöscht werden aus dem Gedächtnisse der Mitivelt? Die greundesgabe Garibaldis hat der Wiener GcMkinderath zurückgewiesen — aber die Hand des Großtürken, dessen rechtgläubige Unterthanen uns Alle sammt und sonders doch nur „Christenhunde" nennen und als solche behandeln, wenn und wo sie können — diese Hand durfte die Armen Wiens beglücken? Trostlos, wie in der Hauptstadt des Reiches, ist's allerwärts im Lande hinfichtlich der Arbeitslust, des Arbeiterstolzes, der Mannesforderung: daß nur Arbeit die Mittel zum Leben verschaffen soll, daß Mangel an Kraft und Erwerb den rechtlichen Anspruch auf genügende Hilfe aus Stiftungen und öffentlichen Kassen begründet. Nach Tausenden und Tausenden zählt das arbeitscheue Gesindel, das znmal einsame Gehöfte brandschatzt und zum Schaden noch die Schande fügt, daß wir die Btvölkerung in Bettler und Angebettelte einzutheilen geztvuugen sind. Dieser unwürdige, entehrende Zustand muß ein Ende nehmen. Die Sicherheitspolizei allein thuts nicht — und iväre sie auch die beste. Die Armenpflege muß geregelt, ein Arbeitsgesetz erlassen und mit unbeugsamer Strenge durchgeführt werden. Im RechtSftaate. welcher seine arbeitsfähigen Bürger zur Arbeit verpfticht^t und arbeitsunfähige Arme zur Versorgung berechtigt — in einem solchen Staate dars und wird eS keinen Bettel melir geben. Vermischte Nachrichten. (Europäische Bildung in China.) Nachdein Japan begonnen, sich der europäischen Bildung aufzuschließen, erkennt selbst China, daß die Wissenschaft deS Abendlandes nicht länger unbeachtet bleiben darf. Dcr Fürst von 3. von den Europäern geivöhnlich Prinz Kong genannt, hatte mit anderen hohen Beamten den Kaiser vor einiger Zeit vorgeschlagen, eine höhere Schule zu errichten, tvo die Sprachen und Wissenschaften Europas gelehrt »Verden sollen. Dcr Minister Uo Yen erklärte sich dagegen und richtete an den Kaiser eine Denkschrift, worin er sagte? „Än einem so großen Reiche wie China, welche Talente vermöchte man da nicht zu finden? Wenn die Sternkunde und die anderen Wissenschaften nöthig sind, wird man chinesische Gelehrte finden, die sie zu lel^ren säl,ig sind." Der Kaiser erließ hierauf eine Beifügung, die die Errichtung der Lehranstalt für europäisches Wissen sür eine ruhig geworden und mit einem milden Lächeln auf den blassen Lippe« hatte er ruhig fortgeschlummert. Er mußte geträumt haben und roch träumen. Felicitas und das Kind hatten it»r Gespräch fortgesktzt. Es stockte. Felieitas halte tvieder die sinnenden Augen auf de« sanft Schlummernden und in ihr unruhm schlagendes Herz gerichtet Es war völlig sttll auf dem halbdunklen Boden. Dem Kinde wurde die Zeit lang, es hatte sein Spielzeug nicht mitgenommen. „Muhme Felicitas, erzähle mir etwas." bat sie flüsternd. Felicitas erwachte aus ihrem Sinnen. Worüber hatte sie nach-gesonnen? „Wovon soll ich Dir erzählen, mein Kind?" „Erzäilte mir die Geschichte von dem braven Freunde, den sie um den Freund hinrichteten, der seinen Freund so sehr geliebt hatte. Der Großvater hat uns die Geschichte erzählt; er hat sie auS dem Pommer« lande mitgebracht, als er dort gewesen ist; sie ist schön." „Sie ist schön!" rief Felicitas, tvie erschüttert. Aber sie erzählte sie. In der Stadt Colberg in Pommern lebten vor alten Zeiten zwei Geschlechter, die Schlieffen und die Adebare. Deren lvaren vor vi len Iahren — es sind wohl mehr als vierhundert Jahre her — zwei junge Edelleute. BenediktuS Adeliar und NikolaS Schlieff. die waren Freunde und hielten sich wie Brüder unter einander. Da begab es sich einmal, daß sie sammt einander in Gesellschaft einen Abend gezecht hatten und Schlieff zu guter Zeit heim ging und sich zu Bette legte und ungefähr "ne Stunde hernach Adebar lhm folgte und an skine Thür klopfte. Äls Schlieff hörte, daß er es war. stand er auf im Hemde und ivoUte ihn einlassen. Wie Adebar nun hörte, daß er ktim. stach er im Scherze mit seinem Schwerte durch die Thür, um ihn zu erschrecken, und da Nikolaus Schlieft IM Finstetn zulief, daß er die Thür aufmache, lief er ia das Schwert und wurde auf den Tod verwundet und konnte nur noch kaum die Thür öffnen, den Freund einzulassen. Da erschrak Benedikt Adebar sehr und verstopfte ib» die Wunde «nd entschuldigte sich gegen ihn. daß er eS aus keinem bösen Gemüthe. sondern ««r aus Borwitz gethan. und unabänderlich beschlossene Sache erklärte und dann weiter das Folgende verordnetei „Uochen soll die Gelehrten, von denen er spricht, suchen; ivir beauftragen ihn persölinlich damit, und ermächtigen ihn. eine Lehranstalt zu eröffnen, die er leiten soll und wo dieselben Gegenstände wie in der europäischen Anstalt gelehrt lverden sollen. Die Prüfungen iverden dann seinerzeit die Verdienste der in beiden Anstalten gebildeten Zöglinge nachweisen. Der Prinz Kong und Uo Yen sollen jeder seine Pflicht thun; diese Verfügung soll nicht als ein Stück leerer Schriftstellerei angesehen werden. Achtet dieses!" Diese Bersügung ist nicht etwa Scherz eines Zeitungsschreibers; sie ist wörtlich so erlassen tvorden. obivohl es fast wie Ironie erscheint, daß der Kaiser dem armen Uo Yen den Wettkampf mit der europäischen Wissenschast in so praktischer Weise auferlegte. Ueber hundertzehn Mandarine sollen sich schon gemeldet haben, um als Zöglinge in der europäische Lehranstalt zugelassen zu werden. (T a b ak fab i ik a t io n.) Zum Ankauf der Tabakernte bestehen außer der Zentraldirektion in Wien 14 Einlösungsämter, von ivelchen 1 in Siebenbürgen und 3 in Galizien, die übrigen in Ungarn ihren Sitz haben; zur Verarbeitung sind 6 Zigarrenfabriken und 1.« Tabakfabriken in Thätigkeit. Bon den ersteren bestehen 2 in Wien (Roßau und Renn-weg), dann zu Jglau. Joachimsthal, Klagenfurt und Preßburg. Die Tabakfabriken, in welchen aber theilweise auch Zigarren erzeugt werden, bestehen zu Hainburg. Stein. Linz, Fürstenseld. Sacco, Schwatz. Sedletz. Göding. Winniki. Manastir. Zyska. zwei in Pest, dann zu Kaschau. TemeSvar. Fiume und Klausenburg. Sämmtliche Fabriken verwenden 924.000 fl. auf Tabakankauf. 645.000 fl. auf Frachten, und 3,779,000 fl. auf Fabrikation, wozu noch die Gehalte mit 623,000 fl.. und die Baukosten mit 347.000 fl. kommen. Dcr Staat zahlt, wie bekannt, für die Erzeugung von 1 Pfund Schnupftabak mit Einrechnung des Ankaufes, der Fabrikation, der Frachten und der Verwaltung 2S kr., sür 1 Pfund Rauchtabak 23 kr . und für 100 Zigarren 1 s!.. verkauft aber im Durchschnitt 1 Pfund Schnupftabak um 1 fl. 17 kr.. 1 Pfund Rauch, tabak um 47 kr., und 100 Zigarren um 2 ff. 40 kr. Der Rein^winn beträgt daher beim Pfunde Schnupftabak 92 kr., beim Pfunde Rauchtabak 24 kr. und bei 100 Zigarren 1 fl. 40 kr. ^ (B a g^c^S 1^1-U ngen der N a ti o n a l b an k.) Die erfolgte ^ Rückzahlung des ZwangsoorschusseS von 60 Millionen an die Rational-bank hat für diese zur Folge, daß nunmehr ihre Verpflichtung zur Wiederaufnahme der Baarzahlung eingetreten ist Es haben in den letzten Tagen auch bereits deshalb Verhandlungen zwischen dem Finanz» Ministerium und der Bankdirektion stattgefunden; letztere jedoch weigert sich, zu der Aufnahme der Baarzahlung die nölhigen Vorbereitungen zu treffen, und l»eharrt dabei, daß dieselbe so lange nicht eintreten könne, als nicht die Staatsnoten aus dem iöerkehr gezogen werden und ihr Bankprivilegium tvieder hergestellt wird. Mit den zurückbezahlten 60 Millionen Gulden ist auch das dasür seiner Zeit der Nationalba«k verpsändete Bergiverk Wieliezka frei geivorden und es steht daher in Folge dessen eine Vermehrung der „Salinenscheine" zur Befriedigung der dringendsten augenblicklichen Staatsbedürfnifse in Aussicht. Dem Reichs-rath wird nach seinem Zusammentritt sofort eine diesfallsige Vorlage gemacht Iverden. (Denkmal für die Märzgefallenen.) Endlich dürfte die Frage, ob das Denkmal für die Märzgefallenen eine Aufschrift und welche erhalten soll, zum Abschluß gebracht iverden. Die ziveite Abtheilung des Wiener Gemeinderathes hat nämlich mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen, daß die Inschrift ganz einfach zu lauten habe: „13. März 1648." (An dem österreichischen Lehrertag) werden, nach dem bisherigen Stand der Anmeldungen, wenigstens tausend Lehrer tllkilnehmen Bis auf das glaubenseinhcitliche Tirol tverden sämmtliche lief zu einem Arzte, daß er ihn verbinde. Schlieff aber befand sich sehr schlecht und merkte, daß er sterben müsse, und er bat den Adebar, daß er fliehen möchte; denn wenn er nicht lebendig bliebe und seine Freund, schast. die Schließen, ihn ergriffen, so werde er wieder sterbe« müsse«, was er ihm nicht gönnen möge. Adebar aber verlleß sich darauf, daß er wider seinen Willen seinen lieben Freund und Gesellen in die Tol^eß. gesahr gebracht habe, und klagte, wie leid es ihm that. Der Nikolaus Schlieff mußte aber bald heruach sterben und seine Freundschaft suchte nun nach Benedikt Aoebar. der nicht mehr auS der Stadt konnte, und fand ihn und setzte ihn ins Gesängniß. AdebarS Freundschaft gab darauf viele Bitten und Mühe um ihn. daß man ihn auf gebührliche« Ablag loslassen möge. DaS tvollte jedoch SchlieffenS Freundschaft nicht thun. sondern ließ Adebar vor Gericht bringen und zum Tode verurtheilen. Und als er nun verurtheilt tvar. da wollte SchlieffenS Freundschaft ihn loögelien. damit man sagen sollte, daß sie ihm daS Leben geschenkt hätten. Das aber wollte Adebar und seine Freundschaft nicht annehmen, denn sie dachten und sprachen, ein zum Tode verurtheilter Mann »väre des Lebens weiter nicht Werth. Darum sagte Adebar frei,« MutheS zu ihnen, er wolle viel lieber bei seinem lieben Freunde und Gesellen «nd Bruder, dem tobten Schlieffen sein. alS länger leben. Und dabei verblieb er und tvollte sterben. Aber damit er nicht wie ei« gemeiner Miffethäter geführt würde, durften der Nachrichtcr und seine Knechte ih« nicht anrühren, son» der» er gln.^ von selbst und gutwillig zn seiner Hinrichtung. «nl> der Rath und die ganze Stadt begleiteten ihn «nd betrübten sich seinethalben. Adebar hatte eine Schwester, die war Aebtiffi« in dem Kloster zu Eol. berg; die nahm ein Krnzisix u»d trat damit vor ih« u«d tröstete ihn und sagte zu ihm. er solle auf Gott vertrauen und im Glaube« an den Erlöser sterben. So kam er hinaus vor die Stadt. n«d da tvurde ihm vergönnt, daß er nicht auf den Richtplatz ging, tondern ans den Kirchhos. Daselbst wurde er gerichtet." Während Felicitas erzählte, hatte der Schlummernde sich wieder be-wegt. aber kaum merklich, «nd gleich war er wieder ruhig gewesen. n«d so war er geblieben, oh»e die Auge« a«fzuschlagen. Wohl «ei«te daS Sronländer vertrktkn sein und noch ist nicht alle Hoffnung geschwunden, daß auch die Tiioler erscheinen werden. Die Regierung hat auch die Lehrer der Militcirgrenze zur Theilnahme nm Lehrertage veranlaßt. UebrigenS wird nicht allein daS Znlnnd, sondern auch daS Ausland am Lehrertag vertreten sein. Sogar auS Konstantinopel hat ein Schuldirektor bereits sein Erscheinen angemeldet. Vom Wiener Gemeinderathe sind 3000 sl. für den Lehrertag bewilligt worden. Die Feftvorbereitungen werden nunmehr mit größtem Elser betrieben. (Die alte Gerichtsordnung deS HerzogthumS Steiermark) vor dem Landeshouptmanne nnd dem sogenannten Schrannengericht bringt im XXI. Artikel Folgendes: ..Die Herren und Landleute (Landstände) sollen bei ihren Dienern und Knaben mit allem Ernst darob seyn. daß sie. dieweil man daß Recht sitzt, vor der Thür bleiben, und kein Unzucht, Geschrey. Rauffen u. dgl. ungebührliche Handlungen am Landhaus, wie bisher zu etlichen malen bejchehen, ansahen, sondern sltU seyn. — Ondcre, sie seynd Herren oder Landleut-— die sollen styllschweigen. und ihre Händel allda nicht auStragn oder disputiru. und soll das Auf- und Niederspahiren in der Rechtsstuben Hey männiglich durchaus abgestellt seyn. Der gemeine Mann. Diener. Buben, so bey der Schrannen nichts zu handeln haben, sollen bey dem Ofen und bey der Thür sich ent>ialten. und nicht zuvorderst unter die Landleut ohne allen Scheuh setzen." Dem^solge muß eS in der Land« stube oft sehr bunt getrieben worden sein! Vorstehendes Gesetz wurde im Jahre 1622 erlasseu. Marburger Berichte. (An eittem Tage sechsmal geprügelt.) Ein „Abbrändler", der mit einem Zeugnisse deS Pfarramtes Maria Neuftift betteln ging, kam vor acht Tagen nach Kölsch. Sein vorgebliches Geschäft muß sich nicht als einträglich erwiesen haben; denn er verlegte sich auf ein anderes. Beim ersten Diebstahl, den er in Kötjch verübte, ergriffen und durchgeprügelt, versuchte er im gleichen Ort den zweiten ; durchge-prügelt und freigelassen, begab er sich nach Roßivein. wo er dreimal nacheinander beim Stehlen ergriffen, durchgebläut und fortgejagt tvurde. Zuletzt wollte er iu Roßwein einen Metzen Haser stehlen; auch da verfolgte ihn sein böses Geschick: er fiel dem Beschädigten nnd seinen Nachbarn in die Hände, die ihm das fitnfte Gebot auf den Rücken und ins Gesicht schrieben. Schließlich wurde er nach Marburg zum Unter« suchuugsrichter „getrieben". Diebstahl.) In der Nacht vom 6. auf den 7. August wurde dem Grundbesitzer Andreas Zurschitz in Ielovetz eine trächtige Kuh im Werthe von 80 fl. gestohlen. Die That hätte schwerlich verübt »Verden können, wäre der Stall versperrt gewesen. (Einbruch) In Mallenberg, Pfarre St. Jakob, wurden am 9. August Nachts der Grundbesitzerin Maria Markusch vier Zentner Schwetnsleisch nnd Speck auS der Speisekammer gestohlen, nachdem die Thäter — drei an der Zahl — das eiserne Fenstergitter ausgehoben. Der Schaden beträgt 140 fi. (Kuhdiebe.) Georg Kraut. Grundbesitzer in Gatschnik bei St. Margarethen an der Pößnitz. hatte in seinem Stalle drei Kühe. In der Nacht vom 9. auf den 10. August wurden dieselben gestohlen; am näch-Pen Morgen kam jedoch eine zurückgelaufen, welche sich von den Dieben losgeriflen. Da an verschiedenen Orten Biehmarkt geholten ward, sandte der Beschädigte einen Knecht nach St. Lorenzen auf dem Draufelde und einen Winzer nach Leutschach -, er selbst aber ging nach St. Lorenzen in der Wüste. Dort fragte er einen Knaben, ob lchöne Kühe zu Markte ge-trieben ivorden. „Ja!" war die Antwort, „es find auch drei Burschen Mädchen manchmal, er schlafe nicht mehr und lausche in stillem Ruhen ihren Worten. Sie konnte sich aber auch irren und sie hatte ihre Er» zählung nicht unterbrochen, die dem Kinde Freude machte. Als sie geen-det hatte, schlug der Kranke die Augen auf. Er schlug sie hell und klar auf. nicht wie ein Kranker, sondern wie ein Genesender, ein Genesener, der das srische Leben wieder durch seine Adern strömen fühlt. So und mit einem dankbaren Blicke sah er das Mädchen an und mit einem frendlichen das Kind, das auf ihrem Schooße saß. „Du liebst schöne Geschichten?" sagte er zu dem Kinde. Felicitas erschrak. „Sie haben uns behorcht?" „Ja. mein gutes Mädcheu. ich habe Euch behorcht. Oder nein, ich habe nicht gehorcht, ich habe es gehört, was Ihr Beide gesprochen Hab». Aber ich habe es gehört, wie man im Schlafe die Stimme der Engel hört, unter deren leisem und süßem Geflüster man nicht schläft und nicht wacht und nur immer süß lauschen muß. Ich habe Alles gehört, was Ihr spracht. Du. Felicitas, und das Kind. Und laß auch mich dem Kinde eine andere schöne Geschichte erzählen. Sie ist auch aus einem fernen Lande da hinten an der Ostsee und ich selbst habe sie von daher mitget»racht. „Dort, an der Grenze von Rußland, liegt da« Land Litthauen. Darin gibt es Städte, in welchen Litthauer wohnen, die alten Einwohner, den,« früher das Land gehörte, zusammen mit den Deutschen, die nachher als Herrscher zu jenen in das Land eingedrungen sind. S>^ lieben etn« ander nicht sonderlich und haben daher Vieles nicht mit einMder gemein. So auch haben die Deutschen ihre besondere Kirche und die Litthauer wieder ihre eigene, und auch ilzre Kirchhöfe haben sie jede getrennt für sich. Nun begibt es sich, daß Manche nnter ihnen im Leben sich gegen-seitig befreundet waren. Deutsche mit Litthauern und Litthauer mit Deutschen. Deren Seelen möchten denn auch nach dem Tode mit ein-ander Verkehren und sich sagen, wie lieb sie sich noch immer habe«. Aber NN« liege« die Gräber der De«tschea hier aus dem Kirchhofe und die der Litthauer dort, weit von ei«ander und sie könne» nicht Grab zn MS Eurer Gegend mit zwei Kühen hier gewesen!" Kraut forschte in Begleitung deS Knaben weiter und dieser entdeckte einen Burschen von jenem Kleeblatt. Derselbe ward festgehalten und, da er entfliehen wollte, untersucht: in der Tasche befanden sich 101 fl. — der Erlös von dem Berkauf zweier Kühr, die ein Gastwirth in St. Lorenzen erhandelt. Der Bestohlene erkannte die Kühe als sein Eigenthum und führte dieselben mit sich, nachdem er dem Gastivirth den Kanfschilling i^urückaeaeben. (Hagelfchlag.) Sonntag, dm 11. AugZst^ Nachmittag um 4 Uhr hat eS in den Gemeinden Zellnitz. Ober Zellnitz. Gersdorf. Johannisberg. Ober- und Unter Walz gehagelt. Der Wetterschlag dauerte fünfzehn Minuten: die Schlössen fielen in der Größe von Nüffen — die Saaten sind vernichtet — die Obstbäume stehen kahl und in den höher und freier gelegenen Weingärten sind nur noch die Pfähle zu sehen. (Der Bürgermeister. Herr Andreas Tappeiner) ist vorgestern von seiner Badreise zurückgekehrt. Der Bürgermeister-Stell-Vertreter. Herr Bancalari und andere Mitglieder des Gemeindeausschuffes, sowie mehrere Bürger waren ihm bis St. Lorenzen entgegengefahren und auf der H'iltsteUe in Zinsath tvurde er vom Amtsvorstande, Herrn Komatz und sämmtlichen Beamten der hiesigen Gemeinde empfangen. Letzte Post. A»r Einberufung des kroatischen Landtages werden bereits Vorbereitungen getroffen. Die Nachricht von einer Aufammenkuuft Navoleous mit de« Könige von Vreuße» gewinnt an Wahrfcheinlichteit. Die griechische «egiernng erwartet S0,«0V Gewehre zur Bewajp»«ng ihrer Nationalgarde«. Zehn Aeldbatterie« stehen i« Bereitschaft. Nordamerika wird Freibeuterzitge «ach Mexiko »erhinder«. Gi»gefa«dt. Jude und *Ehrist. Ein Bild aus dem Rechtsleben. B.. der Besitzer eines.Weingartens in der Gemeinde Türkenberg. Bez. Pettan. mit »velchem ich neulich zusammen traf, erzahlte mir seine Leidensgeschichte in folgender Weise: „Vor mehreren Jahren übernahm ich als Univerfalerbe nach meiner Mutter eine Weingart'Realität in Türkenberg ; da ich aber mehrere Legate auszahlen mußte und schlechte Fechsungen hatte, so gerieth ich in Schul-den. Mein Gläubiger, welchem ich als Greisler sür Waarenlieferungen pflichtig geworden, war Herr Goldstein in Wien. Die Schuld betrug 2000 fl. und ist grnndbücherlich gesichert. Ich konnte dieselbe nicht zahlen und es wurde die Ezekution eingeleitet. Inzwischen aber torrespondirte ich mit Herrn Goldstein, welcher mir von 2000 fl. 1400 fl. nackzulassen versprach, wenn ich ihm 600 fl. baar bezahle. Ich sandte zu diesem Ztvecke den Betrag von 600 sl. nach Wien; daS Geld kam aber mit dem Bemerken zurück, daß zwei Stunden vor Empfang desselben Herr S., k. t. Aktuar beim Bez.'Gericht Pettau die Obligation um den gleichen Pre^s getauft und sich habe cediren lassen. Herr S. hatte von meiner Korrespondenz mit Herrn Gold-stein Kenntniß. erbat sich vom Herrn LandeSgerichtSrath Sch. einen vier, tügigen Urlanb und führte dieses brillante Geschäst durch. Ob eS k. k. Beamten erlaubt ist. zu solchen Geschäften Urlaub zu nehmen, lasse ich dahingestellt. Grab zusammen reden und sich Freundes- und Liebesworte sagen. Da besuchen sie sich denn gegenseitig auf ihren Kirchhöfen, und des Nachts, besonders wenn es stürmisches Wetter ist. fliegen sie in d?r Luft von einem Kirchhof zu de« anderen. Ähen kann man sie nicht ; aber sie können auf ihren Wegen kein Hinderniß leiden, nnd so sieht man zwischen den l»eiden Kirchhöfen kein Haus und keine Hecke und keinen Zaun, und es gedeihet daselbst kein Baum und kein Strauch. „Die Völker können sich hassen, die Menschen lieben sich," schloß der Franzose, nicht zu dem Kinde gewandt, seine Geschichte. Das Kind hatte ihn aufmerksam angehört. Felicitas träumerisch. Sie träumte weiter. „Felicitas." sagte der Genesende srenndlich. „wenn ich erwachte, sollte ich meinen Trank haben." Sie crröthete; er hatte Alles gehört, was sie mit dem Kinde ge sprochen hatte. Sie reichte ihm den Trank, der neben ihr stand. Sie tonnte ll)n nur mit zitterndeu Händen ihm reichen. Er drückte di« Hände; er küßte die eine, die seinen Lippen nahe kommen mußte. Sie zog sie erschrocken zurück. Allein als er den stärkenden, erfrischenden Labetrank ge« nossen hatte und sie die Hand ihm wieder nahe bringen mußte, um ihm das Gesäß abzunehmen, da nahm er diese wieder und drückte sie z'tttlich an sein Herz, und sie konnte sie diesmal nicht zurückziehen, sie mußte sie ihm laffen und konnte nur weinen. Er aber richtete sich aus in seiuem Bette, sah sie mit seinen dunklen Augen voll Liebe an und sagte zu ihr. iudem er ihre Hand fester hielt: „Felicitas. Dir -danke ich mein Leben. Du hast «ich «itleidig aufgenommen und mich gepflegt und noch gerettet. Du den Mann, der Dein Volk haßt nnd hassen muß. den zu hassen, »vie dieseS Kind vor wenigen Minuten in seiner glücklichen Univiffenheit ausplauderte. Du und die Deinigen noch besondere Ursache haben. Du mußt wisse«, wem Du das Leben gerettet, wen Du zu einer ewigen Dankbarkeit Dir ver-pflichtet hast. Darf ich Dir von mir erzählen?" (Fortsetzung folgt.) Hsrr S. verlanj,t nun die vollkn 2000 fl. und führt die Exekution sort. so dnß meine Realitüt noch in diesem Monate zum dritten Male unter den Hammer kommt. In meiner trostlosen La^^e bec^ab ich mich zn H,rrn S. und wollte ihm 150 fl. ausier scinc« Reiseatlölagen geben, damit er von seiner angekauften Forderung zurücktrete, für welche ich ibm den Kaufschllltug mit 600 fl. bezal)len wollte; er sagte ab,?r. eS sei ihm nicht um das Geld zu thun. er »volle nur die Realität an sich bringen. Gegen dieses Brisahren überreichte ich beim liohcn Obeil'Nldesgerichts-Präsidium eine Beschtverde. welche aber, da jeder kausc» kann. w.is ei will. .znrückgc!vitsen wurde." Wenn nun ein k. k. BetiMter. der tvie Herr S. ein Vermögen von 20.000 bis 30.000 fl. in G'ld und Rsalität,'« besij^t, einen armen Grundeigenthümer auf solche Weise um srine Habe bringt und wenn wii bedenken, daß der Jude 1400 fl. schenken wollte. Helr S. aber die ganze Summe von 2000 fl. fordert, so dürfen wir eS wolil dem geehrten PuÜikum überlassen, zu beurtheilen, wer menschlicher gehandelt: verlüde Goldstein oder der Christ. Herr S. Marburg, 11. August 1867. F. Zelej^raphischer Wiener Cours V0ln 13. August. ü'/„ MetaltiqueS ..... S7.- > »reditattien........184.80 5°/. Rational Anlehen .... 67.^0 i London.........12.».25 1660er Staats Alllehe» . . . 86.25 ^ Silber.........122.75 Bankaktien.......696 — j K. K. Münz-Dukaten .... 5.96 Lingekommene in Marburg. Vom 6. bis 10. Angust. „Erzherz. Johann." Die Herren: Bar. Sabermann. m. Adjut. n. Dien.» Graz. Graf willoschindh. m. Sohn. Wildon. Steinch. k. f. Otterlieut.. Graz. Herzt. Agent. Wien. Lendorftr, Eisend.-Beamt.. Klagenfurt. Skala. Ingen.. Graz. Skala. Büchsenmacher. Wien. Skala. Solizitator. Wien. Reindorfer. m. Tochter, Hieflau. Gan», Kfm., Berlin. Soßarek, Gastgeber. Laibach. ^ ^ ^Stadt Wien." Die Herren: Dr. Kernitz. m. Semahlin, Kärnten. Werner, Dr. d. Med., Wolfsberg. Arnold, k. k. Hptm.. Klagenfurt. Dotliner. n». Familie. Trieft. Tyrolt. Finanzrath. Graz. Steinberg, m. Familie, Villach. AbeleS. Uhrmacher, Wien. Pflanzer. Privat, Agram. Czermak, Bö»lau. Thanel, Beamt., Wien. Römer. Eaffier. Pest. Raschoja, Priv.. m. S Studie., Obersteier. Pelikan. Handl.-Agent, Wien. Putterlik >. Bliik, «eis., Wien. Wolhem, Kfm., Gr. «anischa. Hoffinger, kfm.. Wien. Wodianer, Gutsbes.. Bereny. — Die Krauen: «rainz, tk. Finanz..kom..Witwe, Boloöka. Sieber, Priv., m. Sohn, Ssakaturn. Blagay. Laibach. „Traube". Die Herren: wenedikter, pens.Prof..Eilli. Wenedikter. kk. Marine-Hptm.. Triest. Dr. Schallberger. Prof., Fiume. Bianovski, Ainme. Franz, Ingen.. Mähren. Wenedikter. Dr. Juri», Graz. Postauznik, Lehrer, Sauritsch. Wurja, kk. Steuereinnehmer, Mahrberg. Mihelitsch. v. kaagberg. Kral, Neomista, Frieda». — Fr. Reiser, tt. Marine-OberkriegS-kom. Semalin, Wien. Schwarz. « dler." Die Herren : knöpfler. kapellmst., Gr. kanischa. Einberger, k. nng. Infp., Gr. Kanischa. Maruzzi. wundär»tl. Gehilfe, Agram. Sagnier, Bergverw., Triest. Lemberger, Strohhuthändler, Agra«. Maeun, Prof., Sagreb. Snschny, Produkt.. Wien. Trutschnigg, Graz. Gruber. Falirikant, Wien. Kuri, Schuhmacher, Dreifaltigkeit. — Frau Pierl, tt. Steuereiunehmert Witwe, Graz. „Stadt Merau." Die Herreu: Ritter v. Rohran, Priv., Klagenfurt. Dr. Salim. Zustitutsinhaber, Oedenburg. Lenschitsch, Agent. Triest. Schafler, Tischler. Graz, «onivnet, Schriftsteller, Wien. Kaßmanhuber, Hanßbesitzer. Isepp, Kfm., m. Tochter, Oedenburg. Sitte. Gastgeber, Wie«. Klammer, Studir., Wien, klaße, Fleischhauer, m. Sohn, Breslau. Berk, Holzhändter. Villach. — Frau Schulz, Prof.-Gattin, m. 2 Töchter Meklendnrg. Kr. Höjler, SnstitutSvorsteherin, Udine. — Aräul. Berger, Priv., Arad. Alte VMlMgr» Zwirae, als: 3- und 4drähtigen weißen Strickzwtr« (Köuigszvirn), ungebleichten iLttzekzwir«), böhmischen Zvir« in kurzen und langen Strähnen, chineflschen. englischen echten Marschallzvirn, sowie auch zwtrnwoUe ans Spulen für Nähmaschine«; ftnirr Strilkw ottr, alt: echte» P«tte»d«rfer Strtckgar«. gewöhnliche« Strickgarn, weiß, «naebleicht. blau, melirt. schwarz, »ranne, orange melirt und geflanimt. Htckelwille. gebleichte, stchfische W»«» (Hauschild), gewöhnliche nud swiijösische Schling»»«». rotheS Garn zn« Merken empfiehlt znr gütigen Abnah^ die Handlnng des (345 Ulatzel'WV Nr. S», »I» t »er Herre« Sl»»«« Vach«»r » Xck 4SZ0. Als lutschaftl. Nihilschn Zambn»«» werd«« sehr häufig Säuerlinge v»n geringerer Güte s«w»bl im Groß' a>« «lein Berschlrißr. selbst durch Hansiren mit Wägen sSlschlich in den Bertehr jiebracht, und znr Täuschung de« Publikum« in ganz gleichen Maschen wie der echte Rohitscher Souerbnnueu gefüllt uud diese mit MetallKapseln versehen, welche einen der landschaftlichen Kapselmarte sehr ähnlichen Stempel tragen. Um da« Publikum vor Täuschung zu bewahre», wird zurKenntniß gebracht, daß der echte landschastliche Rohitscher Sauerbrunnen in Ganzen-, Halb- und Seitelflaschrn in dtn Berkehr kommt, welche mit MrtaU «apseln, die mit dem hier abgebildeten Stempel Pferde - Verkauf. 419 Wegen Abreise sind zlvei Pferde. Schimmel und Braun, letzterer auch vollkommen geritten. 15 F. u. 15 F. 1" hach. 6 u. 6 Jahre alt, vorzügliche Geher, zusammen oder einzeln, mit oder ohne Wagen zu verkaufen. Auskunft im Gasthau« „zum Auker" beim Kutfcher C.,rl. Antrag. Ein sehr solider Gastwirth, lvelcher durch 13 Jahre in einem der größten Haustr in Laibach plaeirt gewesen, lvünscht auf hiesigem Platze ein größeres Gasthaus gegen Erlag einer Kaution in Pacht zu nehmen. Anfrage im Dienstboten-Burrau. 41L A. 2045. (417 Vom k. t. Bezirksgerichte Marburg wird kundj^emacht: ES sei ilber Ansuchen der Erben nach Johann und Gertraud Aplinz in Maria-Rast die freiwillige lizitationsweise Veräußerung der Berlaßrealitaten Urb.-Rr. 6 und 10 aä Gült Maria Rast im Schätzwerthe von 806 fl., dann Urb. Nr. 14^^ aä Faal im Schätzwerthe von 152 fi. und der Berlaßsahrniffe im Schätzwerthe von 110 fl. 50 kr. belvilliget und auf den BV. August l. I. Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 3—6 Uhr am Orte der Realitäten und Fahrnisse in den Gemeinden Bergenthal und Maria Rast mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Realitäten und Fahrnisse nur um oder über den Schätzwerth an den Meistbietenden hintangegeben werden. Jeder Lizitant hat ein Vadium von 10 des Schätzwerthes der Realität, auf die er bieten lvill, im baren Oelde, in Spartaffabücheln oder in öffentl. Obligationen nach dem Tages Course zu Händen der Lizitations-Kommission zu erlegen. Der Meiftbot für die Fahrnifse ist sogleich baar zu bezahlen. Der Grundbnchsextrakt. die inventarische Schätzung und die LizitationSbedingnisse können Hiergerichts eingesehen tverden. Marburg am 16. Juli 1867. Morgen Donnerstag: GHiers - Eesellschafls - Zchieße« j« ltvr kieantie. «i» Z. «040. Edikt. (SSS versehen sind, und mittelst »»rt-Psropsen. an deren inneren Fläche da« nebenstehende Zeichen .1^ angebrannt ist. verschlossen werden. — Insbesondere »vird gewarnt vor Flaschen, ans deren Kapsel« eine rohe Nachbildung des landschaftliche» Wappens, jedoch ohne drn Herzogshut uad die Umschrift ^Land. Rohitscher Sauerbrunnen" sich befindet, da das in diesen Waschen befindliche Wasser , ^ ?ei« Nobttschee Sau-rw-sser ist. "'k's. lortitt, kauft zu giite» Presen Vom steier. Landesausschusse. Graz am 14. Juli 1867._ 415) Hauptplatz Nr. 87._ Berkauf einer Verlaßrealitiit und der Fahrnisse. Vom r. k Bezirksgerichte Marburg wird hiemit bekannt gemacht, daß am «R. August 1867 und die darauf folgenden Tac^ jedesmal Vormittags 9 Uhr angefangen in Strichovetz nächst der Bahnstation Pößnitz die freiivillige Versteigerung der zutn Nachlasse nach Maria Wrnß gehörigen, auf 294!t fi. öst. W. bewertheten behausten Weingartrealitäte« Urb.'R^r. 1076 nti Burg Marburg und Urb. Nr. 308 aä Ehrenhausen im Flächenrnaße von zusammen 11 Zoch 1503 Q.'Klftr., sotvie der sämmtlichen auf 573 fl. geschätzten Fahrnisse, bestehend aus Wirthschafts-Vieh. Getreide, Heu Stroh, Haus-, Zimmer- und Kücheneinrichtungsstücke, dann Wirthschaftsgeräthschaften stattfinden wird. Der Verkauf beginnt mit den zusammenhängenden Realitäten und werden sodann am selben und am folgenden Tage die Fahrnisse feilgeboten. Jeder Kauflustige hat, bevor er einen Anbot macht, ein Vadium von 10 -/g des Schätzwerthes auf dic übliche Weife zu Händen der Lizitationskommission zu erlegen, welches der Erstcher gleich nach geschlossener Lizitation gleich auf ein Drittheil des Meistbotes zu erhöhen hat. Die Realitäten wie die Fahrnisse werden nur bei dieser litlzigen Feilbietnng ausgeboten, nicht unter dem Schlvätzwerthe hintangegeben und sind die Fahrnisse sogleich zu bezahlen. Die übrigen Lizitationsbedingnifse, der Grundbuchsextrakt und das Schätzprotokoll können in der h. g. Registratur eingesehen werden. Marburg am 18. Juli 1867.__ Vier Wohnungen, jede aus zwei geräumigen, trockenen Zimmern und einer Küche bestehend, sind zu vermiethen und könne» sogleich bezogen »Verden. Dieselben befinden sich in eincm stockhohen, neugebauten Hause, »velches in der Mag-dalena Vorstadt an der Hauptstraße, im Freien, fünf Minuten von der Brücke entfernt liegt, eine schöne Aussicht hat und sich besonders für pensionirle Herren eignen würde. Die Lokalitäten zu ebener Erde könnten auch zum Betrieb drs WirthSgeschäftes sehr Vortheilhaft beaützt werden. Anzufragen beim Landwirth, Nr. 256. ^412 ^t1 Nr. :^597. Kundmachung. (M In Folge Gemeindeausschuß Sitzungsbeschlusses vom 1. d. M. koinmt die Schuldienersstelle an der hiesigen Madchenschule zu besetzen. Hievon erfolgt mit dem Bemerken die Verlautbarung, daß hierzu geeignete Bewerber ihre gestempelten und dokumentirten Gesnche bis längstens 15. September l. I. bei dem Stadtamte zu überreichen haben. Stadtamt Marburg am 5. Angust 1867. Der Bürgermeister-Stellvertreter: Banealari. Wohnungen mit einem oder zlvei Zimmern find in der Mnhlgasse Hans-Nr. 161 bis 1. September zu vermiethen._ « v «t Ver«ntwo?tl,cher Redakteur: Ar>«z Wie«th«ler. Z. «. « e». und VertUg v»« «dN»rd I«>»schitz in «arb»rg.