Pränumeration» - preist ^ Für Laibach »anziährig . . . ü ft. — tr. Halbjährig . , . z „ — . Bierteljährig. . . 1 „ 50 . Monatlich . . - — „ so , Mit der Post: »anztährig . . . S fl. — kr. Halbjährig . . . 4 „ SO , Bierteljährig. . . 2 „ 25 , Laibach er Für Zustellung ins Hau» viertel-> adrig SS kr.. monatlich 9 kr. «iuzelue Nummern S kr. 8 cdaKI ion Lahnhosgafle Nr. IS» Lrpkdition und Juieraten eurrau: »ongreßplatz Nr 81 (Buchhandlun« »snI. ».«leinmavrL g.Bamber» Znsrrlionsxrtist: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr. bei zweimaliger Einschaltung L k dreimal » 7 kr. InsertiouSstempel jedesmal pi,^»k. r Bei größeren Inseraten und i Einschaltung entsprechender Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 209. Donnerstag, 15. September. — Morgen: Ludmilla. 1870. Ein föderalistischer Reichsrath. Die Wiener Blätter beschäftigen sich mit der Fi-siognomie des heute zusammentretenden Reichsrathes. Da die Wahlen in Tirol, wenn sie auch noch vor dem Zusammentritte des Reichsrathes werden vorgenommen werden, noch nicht vollzogen sind, und die Abgeordneten aus Böhmen nicht erscheinen werden, so bleiben für die Beurtheilung der muthmaß-lichen Kouleur die Abgeordneten der 15 übrigen Landtage, deren Zahl zusammengenommen nur 139 ausmacht. Von allen rechtlichen und politischen Bedenken abgesehen, ist es schon wegen dieser geringen Zahl der Gewählten sehr fraglich, ob eine beschlußfähige Versammlung zu Stande kommen wird. Nehmen wir alle 139 als anwesend an, so stellt sich die Rechnung folgendermaßen, wobei unter die Rubrik Föderalisten auch die Klerikalen einbe-zogen sind : Berfassungs- Föderali- Zweifel- treue Dalmatien........................— Galizien.........................— Niederösterreich .... 13 Oberösterreich .... 7 Salzburg.....................3 Steiermark......................10 Kärnten......................5 Krain............................— Bukowina.........................— Mähren..........................19 Schlesien....................6 Vorarlberg . . : . . __ Istrien.......................— Görz.............................— Triest......................... — Zusammen stm 5 38 hast 3 — 5 5 2 — 63 60 2 2 2 12 Nehmen wir für die Wahlen in Tirol dasselbe Er-gebniß an, wie in der letzten Session, so sind es . 2 7 — Zusammen . 65 67 12^ also eine föderalistische Majorität von zwei Stimmen, die Zweifelhaften ungerechnet, deren Haltung von der Regierung abhängig ist, und die daher weit eher die Reihen der Föderalisten, als die der Verfassungstreuen verstärken werden; insbesondere gilt dies von den sechs Abgeordneten von Istrien, Görz und Triest, deren Freundschaft für den edlen Petrino sicherlich nicht erkaltet sein dürfte, seitdem sie unter seinem Banner gestriket; man kann sie daher schon heute zu den 67 schlagen und im ganzen sichere 73 Föderalisten gegen 65 Verfassungstreue annehmen. Obige Zahlen können aber insofern Veränderungen noch unterliegen, als sehr wahrscheinlicherweise die Liberalen auf dem Tiroler Landtag eine Wahl, wie die von der klerikalen Majorität ihnen angesonnene, eine Wahl ..in die Versammlung vom 15. September" und mit ausdrücklicher Beschränkung auf die DelcgationSwahl und die „höchsten Interessen" nicht annehmen werden, so daß sich die Zahl der Verfassungstreuen um zwei vermindert; andererseits können die drei oberösterreichischen Kleri- kalen auf ihrer Erklärung, das Mandat in den Reichsrath nicht anzunehmen, beharren, und es entfallen von den Föderalisten drei Stimmen. Eine klerikal-föderalistische Majorität wählt natürlich die Präsidenten nach ihrem Geschmack, und so schlägt das „Vaterland" in blutigem Ernst den Tiroler Giovanelli als Präsidenten, den biederen Smolka und den muthmaßlichen Erben Toman'schen Ruhmes, Dr. Costa, zu Vice-Präsidenten vor. Demnach ist ohne die deutschen Abgeordneten aus Böhmen die Verfassungspartei ganz ihren Gegnern überliefert, welche gewiß nicht fein säuberlich mit ihr umspringen würden. Welche Beschlüsse von weittragender Gefahr könnten von dem konstituirten Rumps-ReichSrathe gefaßt werden! Zunächst würde die Delegation eine sonderbare Fisiognomie zeigen. Die Partei des Sparens ist in derselben ohnedies in einer ungünstigen Lage, weil die Kombination Magyaren und Polen schließlich stets gegen sie den Ausschlag gibt. Aber wenn Böhmen im Reichs-rathe unvertreten wäre, dann würden auch die zehn Vertreter Böhmens in der deutschen Delegation fehlen, und die Partei des großen Kriegsbudgets hätte schon in dieser das entschiedenste Uebergcwicht. Der Regierung mit ihren bereits verausgabten vierzig Millionen mag natürlich eine solche Eventualität höchst erwünscht sein. Aber um so ernster ist die Pflicht der Ver-sassungspartei, dafür zu sorgen, daß die Vertretung nicht als Geldbewilligungs-Maschine zum Nach-iheile der Steuerträger mißbraucht werde. Jedoch ist damit die Gefahr nicht erschöpft. Denn welche Maßregeln kann dieses vom Ausgleichsbettel lebende Ministerium im Verein mit der föderalistischen Mehrheit auch sonst noch während des Interregnums des Rumpf-Reichsrathes beschließen und durchführen! Wenn die Föderalisten auch keine Zweidrittelmehrheit aufbringen, so gibt es doch Gesetze. zu welchen eine solche Mehrheit nicht noth-wendig ist. Sehen wir zudem nicht auch, daß einige Landtage unter ganz besonderen Vorbehalten in den Reichsrath wählten? Nur die Wahl in die Delegation soll vorgenommen und die Bedeckung für das Kriegsbudget votirt werden! Die Verfassungspartei steht daher in der Gefahr, einen Reichsrath konstituiren zu helfen, der zerfällt, sobald die Delegationen gewählt und die Finanzmittel bewilligt sind. Die deutschen Sozialdemokraten. Bezüglich des bereits erwähnten Manifestes der deutschen Sozialdemokraten bemerkt die „Tpst." u. a.: Es gibt sonderbare Käutze in dieser Welt. Die deutschen Arbeiter nennen sich in ihrem Manifeste mit Vorliebe Deutsche und stellen gleichzeitig Forderungen, welche der eingefleischteste Franzose nicht schärfer formuliren könnte. Wie doch die Franzosen sich freuen mögen über diese gutmütigen Deutschen, welche ihren angeborenen und anerzogenen Respekt vor der ZiMätz nation so wenig los werden können. Und wie ihnen wohl die Stellung behagen möchte, die ihnen durch solche Politik eingeräumt würde. Sie hätten es dann wahrlich gut in der Welt; denn ihr Verhältniß zu den übrigen Mächten wäre beiläufig folgendes: Die Franzosen haben das Recht, zu jeder Zeit und mit jedem Volke Krieg anzufangen. Siegen sie, so bleiben sie die große Nation, annektiren was ihnen gut düukt und spielen die Herren der Welt. Unterliegen sie, so ändern sie schleunigst ihre Regierungsform, setzen ein neues Ministerium ein und erklären dann: die Regierung, welche den Krieg angekündiget hat, exi-stirt nicht mehr, der Krieg ist also zu Ende, geht heim und pflegt Euere Verwundeten. Bequem wäre das freilich, und wir glauben gerne, daß es den Franzosen gefallen möchte. Nur besteht die große Mehrzahl der Deutschen nicht aus solchen Thoren, welche den geschlagenen Feind so leichten Kaufes laufen lassen. Die Franzmänner mögen auch einmal den bittern Ernst empfinden, welcher in der von ihnen so lange befolgten Kriegspolitik liegt, sie mögen die Konsequenzen dessen tragen, was sie geduldet, unterstützt und zum großen Theil auch begehrt haben. Früher ist an einen dauernden Frieden nicht zu denken. Der Militärgouvernenr von Hannover hat übrigens die Mitglieder des Ausschusses der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, welcher in Braunschweig seinen Sitz hat, durch Militärkommando's unter Assistenz der Polizei verhaftet und gebunden per Bahn auf eine preußische Festung, wie es heißt nach Königsberg in Preußen, abführen lassen. Vom Kriege. Immer deutlicher stellt es sich heraus, daß die vielgerühmten Mobilgarden nicht viel werth sind. So wollen sie nicht einmal in der belagcr ten Hauptstadt ihre Posten beziehen, so daß Trochu sich zu einer energischen Proklamation veranlaßt sah. Er beklagt sich in derselben, daß viele Mobilgardisten, welche auf die Ehrenposten gestellt werden, sich weigern, dieselben zu beziehen. Binnen 48 Stunden habe jeder Widerspenstige auf seinem Platze zu stehen, widrigenfalls sein Name der Ocffcntlich-keit preisgegeben werde. Und mit solchen Leuten will man Paris gegen eine kriegsgeübte, siegesbegeisterte Armee von wenigstens 300.000 Mann vertheidigen. Einem Wiener Blatte schreibt man aus Paris unterm 9. d.: Heute hat für die Pariser der Dienst zur Vertheidigung der Hauptstadt begonnen. 60 Kompagnien der seßhaften Nationalgarde wurden aus die Wälle der inneren Umfassungsmauer kommandirt. Sie werden nicht unter günstigen Auspizien debütiren, denn seit vier Tagen regnet cs unaufhörlich. Uebermorgen wird die Organisation der Bürgermiliz beendigt sein. Zu den 60 alten Bataillonen kommen 60 neue zu 1500 Mann. Schon sind 45.000 Gewehre L t^Ltiers an die neu gebildeten Bataillone vertheilt worden. Die letzte Nummer des „Siecle" ergeht sich noch immer in ungeheuerlichen Vorstellungen über die Wider st andskrast von Paris. So sagt das demokratische Blatt: Wenn der Feind durch die Linie unserer Forts dringt, so schlagen wir uns vor den Mauern. Sie sind ihrer 600.000, sagt man, doch wir sind unserer drei Millionen Franzosen, im Stande, die Waffen zu tragen. Wenn sie in die Stadt Vordringen, so finden sie hier den Tod. In jeder Straße erheben sich von 100 zu 100 M. Barnkaden. Wir tragen die Häuser ab, um Hindernisse zu schassen. Aus jedem Fenster krachen Schüsse und fließt in Brand gesetztes Petroleum. Nein, nein, sie besiegen uns nicht, nein, sie werden unser Paris, unser Frankreich nicht haben. Wir sind es nicht allein, das Vaterland ist es nicht allein, es ist nicht allein unsere Ehre, es ist die Freiheit der Welt, es ist die Zivilisation, die wir vor der Barbarei retten. Die Regierung hat die Arsenale leer gelassen, dies ist die Wahrheit. Wenn die Regierung der Republik keine Waffen und Munition vertheilt, so ist der Grund der, daß sie keine hat. Aber es ist an Waffen und Munition Ueberfluß. Die Privat-Jndustrie hat sich ans Werk gemacht. Mehr als eine Million Flinten sind alsbald zu unserer Verfügung. Schon haben die Bewohner die Aufforderung erhalten, in ihren Kellern Salpeter zu sammeln. Wir werden Pulver, Schießbaumwolle und alle Sprengstoffe zur Hand haben. Das Petroleum wird eine große Rolle in der Ver-theidigung spielen, eine Rolle, die unsere theueren Feinde stark überraschen wird. Mehr als 10.000 Schützen sind bereit, ins Feld zu rücken. Ganz Frankreich ist auf den Beinen. Die Lage von Paris wird in Brüsseler Berichten als eine sehr düstere geschildert. Das Ansehen der provisorischen Regierung sinkt täglich. Aus die Widerstandsfähigkeit des Volkes sei nicht zu rechnen. Die Nationalgarde gelte für nicht verläßlich, die Mobilgarde weigere sich, die Posten auf den Forts zu beziehen. Den Renitenten werde mit kriegsrechtlichen Strafen gedroht. Den Anbängern Rocheforts mußten wegen Meuterei die Waffen abgenommen werden. DaS verrätherische Sprengen der Zitadelle von Laon, nachdem dieselbe vertragsmäßig übergeben worden war, erregt die größte Entrüstung in Deutschland. Dergleichen Dinge sind nur bei der ritterlichen Nation möglich, die an der Spitze u. s. w. Da die „Patrie," wie sich jetzt herausstellt, die That meldet, noch bevor sie geschehen war, so glaubt man damit den unzweifelhaftesten Beweis der französischen Verrätherei zu haben. Brüsseler Nachrichten schildern die Lage Ba-zaine's als verzweifelt. Die Truppen sind kampfunfähig. Den 50.000 Verwundeten fehlt es an Lebens- und Heilmitteln. Die belgische Regierung weigert sich, Gefangenen aus Metz Aufnahme zu gestatten wegen der dort herrschenden Epidemie. Die Belagerung von Metz wird langsam, aber gründlich betrieben, ähnlich wie die von Düppel, weil man Menschenleben schonen will. Uebrigens wird bereits bisweilen bombardirt. Der preußische „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Kundmachung des Generalgouverneurs von Lothringen, wonach sämmtliche Steuern nach französischem Gesetze abgeschafft, dafür eine einzige neue direkte Steuer eingeführt wird, zusammengesetzt aus der Summe der für 1870 bestimmt gewesenen direkten Steuern und aus der Summe des Durchschnittsergebnisses der indirekten Steuern, ausgenommen Tabak, Salz und Pulver. Die Kundmachung regelt ferner das Einhebungsverfahren. Die Einberufungen in Baiern, schreibt man der „Pr.," nehmen kein Ende. Bald stehen alle waffenpflichtigen Männer bei den Fahnen. Die starken Verluste, welche wir erlitten, machen diese rücksichtslose Maßregel zur Notwendigkeit. Die Gefangenen- und Verwundetentransporte kommen jetzt alle zur Nachtzeit, eine Einrichtung, die wenigstens den Vortheil für sich hat, daß die Neugierde des Publikums weniger lästig fällt. Ueber die Belagerung von Straßburg wird unterm 9. d. berichtet: Nach Mitternacht machten wir uns gegen Straßburg auf den Weg, ein starker Brand beleuchtete die Umgebung, und das Münster war auf mehrstündige Entfernung dem bloßen Auge sichtbar. Die Batterien feuerten in der Minute etwa 4 Schüsse auf die Festung ab. Es waren namentlich die gegen 2 Ztr. schweren Projektile, welche von Zeit zu Zeit aus den 170 Ztr. schweren Mörsern geworfen wurden, und die mit ihren Zündern wie feurige Kugeln die Luft durchschwirrten, um, auf eine Höhe von 900 bis 1000 Fuß aufsteigend und einen weiten Bogen beschreibend, etwa 15 Sekunden nach dem Abfeuern in der Zitadelle einzuschlagen. Das Platzen derselben ließ sich auf eine Entfernung von mehr als 2 Stunden deutlich vernehmen. Oft verfolgten wir ängstlich um das Münster die Flugbahn dieser Geschosse, die hoch über dessen Spitze ihr Ziel verfolgten. Wir müssen nun manches übergehen und im allgemeinen Rücksicht darauf nehmen, daß in der Nähe eines Belagerungsgürtels zunächst Diskretion sich empfiehlt. Wir befanden uns gegen Tag im Dorf Kehl, in dessen unmittelbarer Nähe sich ein Theil der Südbatterie befindet. Dieser Batterie näherten wir uns auf eine Entfernung von etwa 800 Schritten uud konnten hier das Thun und Treiben in derselben, sowie die Schutzwerke genau sehen. Jndeß belehrt uns eine zwischen unserer Aufstellung und der Batterie einschlagende Kugel, daß es hier doch nicht ganz geheuer sei. Derlei Begrüßungen aus Straßburg sollen indeß nur noch selten Vorkommen. Im Dorfe Kehl zeigen nur wenige Häuser Spuren von Granaten an Wänden und Dächern rc. Anders sieht es freilich in der Stadt aus, doch sindtt man auch hier noch viele Gebäude, welche weder durch Beschießung noch Brand sehr stark mitgenommen sind. Die katholische Kirche mit ihrem Thurm ist fast gar nicht beschädigt. Als äußerster Zielpunkt von Straßburg aus kann die Kinzingbrücke gelten, nur wenige Kugeln reichten bis jetzt darüber hinaus. — Im Laufe des Morgens entwickelte sich das Feuer der Batterien um Straßburg zur furchtbaren Kanonade, wir zählten in der Minute bis 21 Schüsse. Gegen 400 Geschütze, theilweise sehr schweren Kalibers, spieen ihre Kugeln auf die Citadelle, das Sausen jeder einzelnen Kugel läßt sich genau verfolgen. Wie wir in der Nacht die schweren Geschosse an ihrem Zünder, erkannten wir sie bei Tag an einem blauen Dunste, namentlich aber an dem genau vernehmlichen Platzen in der Festung. Der Sturm auf Straßburg beginnt einem Telegramm aus Karlsruhe zufolge noch diese Woche. Ein Reiterstücklein. In der Nacht vom 1. auf den 2. September ginge» aus Volkrange, einem Dörfchen eine halbe Stunde von Thionville, 12 Jäger des lauenburg'schen Jäger-Bataillons Nr. 9 unter Lieutenant v. G. und 20 Dragoner des 6. magdeburgischen Regiments unter Lieutenant v. E. behufs einer Rekognoszirung in der Richtung nach Thionville aus. Es war 3 Uhr Morgens, noch standen die Sterne am Himmel und lautlos marschirte die kleine Truppe auf die wohl armirte Festung los, deren Besatzung sich eines sehr gesunden Schlafes erfreuen mußte, da man, ohne bemerkt zu sein, bis in die südwestliche Vorstadt derselben, Beau-regard, gelangte. Die kleine Truppe besetzte den Bahnhof, der harmloserweise ganz unbewacht war und ging bis 60 Schritte vor die Festungswälle, auf denen man die feindlichen Geschütze in dem nächtlichen Halbdunkel unterscheiden konnte. Die Dragoner ritten nun durch zwei feindliche Lünetten, bis sie an die Mosel kamen, in der sie ihre Pferde tränkten, ohne Zweifel an derselben Stelle, an welche am Tage die in der Stadt befindlichen Rosse zur Tränke geführt werden. Man hätte nun ruhig abziehen können, aber die Offiziere wollten wenigstens den Schlaf der braven Festungsbesatzung einigermaßen stören. Auf ihren Befehl ertönte plötzlich das französische und preußische Alarmsignal hell aus der Trompete des Dragoner-Trompeters. Wie in dem Märchen „Dornröschen" wurde nun plötzlich die ganze Festung aus den süßesten Träumen geweckt. Die nächste Folge dieser Ruhestörung war ^ ein entsetzliches Getöse in der geängstigten Stadt. Die ! Trompeter bliesen dem Dragoner das französische Alarm-I signal freundlich nach, und außerdem wurde fürchterlich getrommelt. Nunmehr zogen sich die Preußen zurück, und bald wurde die Vorstadt von der Stadt aus mit Kleingewehrfeuer, aber wirkungslos, begrüßt. Im Dörfchen Terville, etwa 1000 Schritte von der Stadt entfernt, machte unsere kleine Truppe lachend Halt, bestellte im Wirthshause Kaffee, der in aller Gemüthsruhe getrunken wurde, und außerdem wurden 15 Zentner Hafer reqnirirt und in froher Stimmung mitgenommen. Politische Rundschau. Laibach, 15. September. Von dem Bureau des Abgeordnetenhauses wurde bekannt gegeben, daß die Eröffnungssitzung am 15. d. um 12 Uhr stattfinden werde. Das feierliche Hochamt sollte um 10 Uhr in der Metropolitankirche zu St. Stefan abgehalten werden. Ein Wiener Korrespondent der „Tpst." erzählt, daß seit den Schlag auf Schlag folgenden Siegen der Deutschen GrafBeuft von seinen französischen Sympathien völlig geheilt sei und die Möglichkeit einer österr. - deutschen Allianz erwäge. Graf Potocki und die Mehrheit des „österr." Ministeriums unterstützen zwar das Bestreben, vorläufig in der inneren Politik einen bezüglichen Umschwung einzuleiten, nicht, doch kann sich der Reichskanzler dafür auf die gleiche Gesinnung des Monarchen berufen. Mit der Unterschrift: „Ein Jstrianer" veröffentlicht die „Gaz. d'Jtalia" ein ihr aus Triest zugegangenes Schreiben vom 6. d., das den Italienern ernste Vorwürfe darüber macht, daß sie alle ihre Anstrengungen auf die Erwerbung Roms richten, während sie eigentlich darauf denken sollten, die Grenzländer Nizza, San Marino, Istrien, das Trentino, kurz, zuerst die natürlichen Grenzen Italiens, dann Eorsica und Malta zu erlangen. Habe sich Italien derart arrondirt, so falle ihm Rom von selbst zu. So merkwürdig es ist, daß das ministerielle Blatt diesen Triestiner Schmerzensschrei eines wahrscheinlich schon längere Zeit ohne Subvention gelassenen Emissärs abdruckt, so ist es noch merkwürdiger, daß die Italiener Custozza und Lissa so schnell vergessen haben. Oder haben sie etwa das Gefühl, daß es bei der Okkupation Roms nicht mit rechten Dingen zugehe, wenn sie eine schöne Provinz erwerben, ohne früher die entsprechende Tracht Schläge wohlzugezählt eihalten zu haben? Die i tali enischen TrupPen rücken unter dem Enthusiasmus der römischen Bevölkerung vorwärts. Demonstrationen zu Gunsten der Okkupation Roms finden überall statt. Auch in Rom selbst gab es Aufläufe. Der Papst wird, so versichert man, die ewige Stadt nicht verlassen. Die „Opi-nione" meldet: Auf die Nachricht von dem Ein- märsche der italienischen Truppen ins päpstliche Gebiet fanden am 12. in Rom Zusammenrottungen statt; die Polizei ließ gewähren. Lanza empfing des Morgens eine Deputation der römischen Emigration, welche ihn ersuchte, dem Könige ihre Gefühle der Dankbarkeit für die Befreiung der römischen Provinzen auszudrücken.. Diese dritte französische Republik, welche zugleich ein Kind der Noth und der Pariser Nationalgarde ist. befindet sich ganz und gar in trauriger Lage, welche aus der Geschichte ihrer Entstehung resultirt. Noch ist niemand im Stande zu behaupten, daß das übrige Frankreich auch ferner die Autorität der Pariser Regierung anerkennen wird. Im jetzigen Momente richten sich naturgemäß alle Blicke in Frankreich aus die in Aussicht stehende Belagerung von Paris. Diesem fieberhaften Interesse allein dürfte die „Republik der Ver--theidigung" die augenblickliche Anerkennung verdanken. Denn, wie die nachträglichen Berichte über die Pariser Ereignisse vom 4. d. außer Zweifel stellen, war diese das ausschließliche Werk des Generals Trochu, seiner Nationalgarden und des Pariser Volkes. Die Deputirten der Linken ließen sich fast fifisch zur Proklamirung der Republik zwingen. Die deutschen Regierungen scheinen den Kaiser Napoleon, resp. die Regentschaft auch noch immer als den eigentlichen Repräsentanten der französischen Regierung anzuerkennen; hierauf läßt wenigstens dos Verhalten der der preußischen Regierung nahe-stehenden Blätter schließen. So erklärt z. B. die „Nordd. Allg. Ztg.": Nach dem französischen Staats-rechte ist für Deutschland die Regierung des Hotel de Ville vollständig Null. Das Ereigniß von Laon beweise, daß man mit Leuten nicht unterhandeln kann, die zu solchen Gewaltthaten ausrusen, sondern nur mit einer Regierung, die völkerrechtlich von uns anerkannt und bereit ist, das Völkerrecht zu achten. Und die „Kreuzzeitung" schreibt bezüglich der neuen Regierung: Wenn wir heute diese Herren als berechtigte Regierung anerkennen wollten, müßten wir morgen mit Rochesorl, übermor-init dem Arbeiterausschuß, am dritten Tag wieder Mit den Bonapartisten paktiren. Die zur Zelt nach den Gesetzen des Staats- und Völkerrechtes allein berechtigte und von Deutschland anerkannte Regierung ist die des Kaisers Napoleon. Jules Favre und Konsorten existiren für Deutschlands Regie-rungsgewalten gar nicht. Nach der „N. Fr. Pr." lauten die Nachrichten über Friedensanbahnungen sehr enttäuschend. Der Mission Thiers' wird wenig Erfolg in Aussicht gestellt. Alle Welt wünsche den Frieden, halte ihn aber auf der Basis, welche Jules Favre in seinem Rundschreiben entwickelt, nämlich ohne Terri-ivrialnbtretung, für unmöglich. Dagegen gehl dem ,,N. Wr. Tgbl." von „wohlunterrichteter und hoch vertrauenswürdiger" Seite eine Mitteilung zu, wor-nach man in Wiener diplomatischen Kreisen im Laufe des Dienstags aus dem preußischen Hauptquartier vor Paris Nachricht vom Abschluß eines Waffenstillstandes zwischen den kriegführenden Mächten, selbstverständlich auf der Basis von Friedenspräliminarien, erhalten habe. Die englische Regierung leite die Unterhandlungen und man versprach sich von denselben umsomehr ein günstiges Resultat, als auch die Mitglieder der provisorischen Regierung in der Mehrzahl für die Bewilligung der preußischerfeits geforderten Gebietsabtretung seien. Für den Fall, daß die provisorische Regierung in eine Gebietsabtretung willigen würde, müßte selbstverständlich Jules Favre, der sich entschieden gegen jede Gebietsabtretung ausgesprochen hat, zurücktreten. Das „Journal de St. Petersbourg" bespricht die Mission Thiers' und sagt, hoffentlich werde derselbe nach Beendigung seiner Mission Frankreich einer friedlichen Lösung günstige Ueber-zeugungen beibringen; dazu sei erforderlich, daß er selbst mehreren seiner Tendenzen und Überzeugungen entsage; dies werde ein gutes Beispiel für Frankreich sein, wo Thiers mehr als je Einfluß besitze. Von heute an ist der Austritt und Eintritt in Paris ohne Spezialerlaubniß des Ministers verboten. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht zwei amtliche Aktenstücke, welche den Beweis liefern über die feindliche und völkerrechtswidrige Behandlung, welcher deutsche Militärs in Belgien ausgesetzt Waren.___________ _____________________________ Zur Tagesgeschichte. — Die heutige „Wiener Zeitung" bringt kai-^iliche Handschreiben, enthaltend die Ernennung des Nnanzministers Holzgethan, des Ministers des Innern Taasfe, des Justizministers Tschabuschuigg und des Botschafters Trautmannsdorf zu Herrenhausmitgliedern auf Lebensdauer. — In Graz wollten gestern wegen der neuen vom Magistrate eingeführten Fiakerlaxe sänimlliche Fiaker den Dienst einstellen. Der Strike ist eben jetzt wegen der Ausstellung mißlich. — Zur Koulissengesch ich te der gegenwärtigen Ereignisse zählt jedenfalls auch die nachfolgende Darlegung, von welcher bis jetzt noch kein Sterbenswörtchen verlautete. Die neue Version kommt aus ^raz und stammt, wie alles Wunderbare, von einem Bischof. Für Sonntag den 11. September war um 6 Uhr Abends in der dortigen Hof- und Domkirche aus Anlaß der Invasion der italienischen Truppen ins päpstliche Gebiet eine Predigt des Bischofs Dr. Zwerger angekündigt. Die Predigt wurde auch gehalten. Nach kurzer Einleitung stellte Dr. Zwergcr die Behauptung aus, Napoleons Gefangennahme durch die Deutschen sei eine Folge der auf ihm lastenden päp!-lichen Exkommunikation. An dem Tage, sagte er, an dem Napoleon seine Truppen aus Rom zurückgezogen hat, erlitt er die erste Niederlage bei Wörth, welche Niederlage doch als eine offenbare Strafe Gottes angesehen werden müsse. Am 2. September sei er seinerzeit vom Papste exkommunizirt worden, und am 2. September des heurigen Jahres ersolgle seine Gefangennahme. Daß die Früchte der päpstlichen Exkommunikalion so lange ausgeblieben sind, dies, meinte Dr. Zwerger, rühre daher, weil Napoleon bisher doch den Papst in einem kleinem Gebiete beschützt habe, und Gott lasse kein gutes Werk, auch wenn es nicht in guter Absicht vollbracht werde, unbelohnt. Daher der Ausschub. — Wers nicht glaubt, zahlt einen Peterspfennig. — Die Berliner Universität hat zur Armee nicht weniger als 1500 Freiwillige gesellt, und zwar sind hierbei diejenigen nicht mitgerechnet, welche ex oü'ieio eintreten mußten. Auch viele Universitätslehrer, Professoren wie Privaldozenten sind in's Feld gezogen. Besonders stark gelichtet ist die medizinische Fakultät. — Ein verwundeter Baier wurde gefragt, wo er seine Wunde erhalten habe? „Bei Wörth," sagte er; „bei Weißenburg und Wörth haben wir ja die drei Regimenter Schwarzen (Tnrkos) weggefegt; da habe ich zuletzt auch etwas abgekriegt." „Sie haben sich aber damit ein großes Verdienst um das Vaterland erworben!" „O, das ist noch nichts," sagte er, „wenn wir aber wieder heimkommen, geben Sie einmal acht, wie wir da die Schwarzen wegfegen wollen, die uns so angelogen haben." — Wie preußische Gefangene in Metz behandelt wurden, darüber schreibt man aus dem Lager bei Vremy vor Metz: Vor einigen Tagen wurden mehrere hundert preußische Gesangene aus Metz entlassen, da man sie dort nicht länger ernähren konnte; sie erzählten über ihre Behandlung Folgendes: „Wir wurden nicht wie Kriegsgefangene, wir wurden wie die gemeinsten, niedrigsten Sträflinge behandelt, erhielten sehr schlechte Nahrung; wir wurden in den schlechtesten Kasematten untergebracht. Als wir Metz verließen, machle das Volk Spalier, die Weiber spieen uns ins Gesicht, verhöhnten uns, ohne daß das französische Begleitkommando es hinderte, die Turkos hieben auf uns mit Peitschen und Stöcken, bis wir die Thore der Festung verlassen hatten." — Ans Brüssel, 6. September, wird der „Köln. Z." geschrieben: Ich befand mich mit drei meiner Freunde aus der Place de la Monnaie, als die Abend-Journale folgende wörtliche Nachricht brachten: „Napoleon wird heute in Brüssel einireffen und auf Ordre des Königs Wilhelm seinen Wohnsitz in der Nähe von Kassel nehmen." Die zahlreich versammelten Franzosen der hiesigen Kolonie, welche alltäglich die Place de la Monnaie belagern und recht herzhast aus die Preußeu schimpfen, fanden den Sinn der Depesche anfangs unverständlich. Kassel war für sie ein böhmisches Dorf wie Sadowa vor 1866. Endlich nach lebhafter Debatte wurde das Räihsel gelöst: Napoleon ist in Brüssel eingetrofsen und bei Kassel (ein bedeutender hiesiger Banquier) abgestiegm! Bedeutende französische Stnrmkolonnen wälzien sich hierauf mit unvergleichlicher Bravour gegen die von den Herren Kassel und Komp. bewohnte Festung und erhoben daselbst ein wahrhaft mörderisches Geschrei, „l/ömxsrkm' 68t Irr!" so flog es blitzschnell durch die umliegenden Straßen, und im Nu waren Taufende von Menschen um die französischen Schreihälse versammelt. Und als sich nun noch zum Unglück an einem Fenster der ersten Elage des Kassel'schen Hauses ein erschreckt aussehendes bleiches Männerantlitz zeigte, da war es richtig , niemand zweifelte mehr an der Anwesenheit des modernen EäsarS; der Tumult gewann immer größere Ausdehnung und machtlos waren die Bemühungen der zur Ruhestiftung herbeigeeilten Polizeifergeanten. End- lich versuchte einer meiner Freunde, von uns anderen lebhaft unterstützt, den Franzosen in möglichst ernsthafter Weise beizubringen, was Kassel ist und wo Kasel liegt! Was nun geschah, können Sie leicht erra-ihen. Wüthende Ausruse: „I>ös xru88i8ü8 86 rao- (Mllt äö N0U8, g, bg,8 lös pru88iöl>8!" und im Nu war mein Freund, unser rechter Flügel, angegriffen. Wir anderen bildeten das Zentrum und hatten angesichts der kolossalen Streitkräfte, die der Feind entwickelte, nichts eiligeres zu thun, als unseren rechten Flügel aus der verheerenden Wirkung der französischen Fanst-Mitrailleusen herauszureißen und zum Rückzuge zu blasen, der dann auch mit Hinterlassung eines Hutes und mehrerer Rockknöpfe und mit Mitnahme einiger Beulen in möglichst geordneter Weise angetreten wurde. So endete die Schlacht bei Kassel und leider diesmal mit einem Rückzuge der Deutschen! Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chrom!. — (Ernennungen.) Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Professor am Ober-gimn^sium in Laibach Blasius Hrovath zum Direktor der dortigen k. k. Lehrerbildungsanstalt ernannt und je eine Hauptlehrerstelle an dieser Anstalt dem Lehrer an der Uebnngsschnle daselbst Franz LeSjak und dem Gimnasialsnpplenten Leopold Ritter v. Ga-rikoldi verliehen. — (Dr. Josef Racic) ist vom Präsidium der k. k. Finanzdirekiion zum provisorischen Konzipisten bei der k. k. Finanzprokuratur in Laibach ernannt worden. — (Ein unerwartetes Geständniß.) „Slovenski Narod," seit Jahren der wärmste Befürworter der czechischen AbsentirungSpolitik, später der ergebenste Lobpreiser der aus dem ReichSrathe entlaufenen slovenischen Abgeordneten, scheint durch die jüngsten Ereignisse von seinen bisherigen politischen Fantasma» gorien zum Theile geheilt worden zu sein. In einer seiner letzten Nummern ist folgende Betrachtung über die jetzige Situation zu lesen: „Die Frage der österreichischen Verfassung kommt trotz dem Kriegsgeschrei stets vom neuen an die Tagesordnung, und mehr als je suhlen wir das Unfertige und die Schwäche in unseren inneren Angelegenheiten. Die Beschickung des Reichsra.hes ist zwar bei den gegenwärtigen Umständen nicht mehr zweifelhaft, allein sehr zweifelhaft sind die Erfolge der jetzigen Reichsvertretung, falls die czechischen Abgeordneten nicht erscheinen. Wir waren stets sür den Bestand Oesterreichs, und zwar eines möglichst kräftigen, unabhängigen und selbstbewußten Oesterreichs, jedoch angesichts der neuesten Erscheinungen fürchten wir für dasselbe. Das eine ist über allen Zweifel gestellt, daß ohne ein gemeinsames parlamentarisches Leben, ohne eine Art parlamentarischer Centralisation Oesterreich eine Unmöglichkeit sei. Die Delegationen sind kein wahres Parlament, denn es wird nur von beiden Seiten abgestimmt und gar nicht debattirt, ebenso ist das einzige dynastische Band ein zu schwaches Bindemittel der Länder. Mögen die Wünsche nach einem wahrhaft österreichischen, das ganze Reich umfassenden Parlament noch so lebhaft sein, wie die Dinge heute stehen, ist an eine solche Vertretung nicht zu denken. Unser Staat ist leider dem Dualismus anheim gefallen, und nur allmälich könnte vielleicht ein solches Parlament zu Stande kommen. Deshalb sehen die Slovenen mit zitterndem Herzen dem Vorgänge der Ezechen entgegen. Ohne sie wäre der Reichsrath eben so schwach als bisher, und gar ohne die Deutschen wären die Delegationen noch schwächer, ja ohne sie wäre Oesterreich noch weniger möglich. Wir würden daher den Ezechen ans Herz legen, den gebotenen verfassungsmäßigen Weg nicht zu verlassen und lieber auf dieser Grundlage weiter zu bauen. Zwei Reichsvertretungen in der Monarchie neben der Selbständigkeit der einzelnen Königreiche und Länder sind immerhin möglich; ein derartiger Föderalismus, wie er in der Schweiz und in den vereinigten Staate.! Nordamerika'S besteht, jedoch mit zwei gemeinsa- men, durch direkte Wahlen zu Stande gekommenen Parlamenten, bei selbständigen einzelnen Ländern, ist auch bei uns möglich. Zuweilen, und das geschieht in der Welt häufig, muß sich das alte Recht der neuen Gewalt unterordnen, deun sonst geht alles in Trümmer, was Gott verhüten wolle!" — (KouponbilletS.) Unter diesem Namen gibt die Südbahn seit 1. September Nundreisebillets aus, welche vorzugsweise nur das Inland betreffen und sich aus die der Südbahn gehörigen Strecken mit Inbegriff eiueS TheilS der italienischen Linie beschränken. Die bedeutend ermäßigten Preise machen es jedem leicht, auf diese Art die vorzüglichsten Städte Oesterreichs, Ungarns und Italiens kennen zu lernen. — (Vom Blitze erschlagen.) Am 8. d., in der Früh um 8 Uhr, schlug der Blitz in ein Haus in VojSko, Bezirk Loitsch, und traf die eben im Hause befindliche, 62 Jahre alte Witwe Maria Likar derart, daß sie kurz darauf den Geist aufgab. DaS gleichzeitig entstandene Feuer verzehrte das ganze Wohnhaus sainmt der ganzen Einrichtung, Kleidungsstücken und Lebensmitteln. — (Louis Napoleon — aus Krain.) Ein dem Bauernstände angehöriger Mann, der unlängst aus Krain in Graz anlangte und in einem Gasthause der Reitschulgasse Quartier nahm, hat sich im Fremdenbuche als „Louis Napoleon, Privat," eingetragen. — Ob dies Witz oder der heutzutage nicht so seltene Größenwahnsinn fein soll, überlassen wir unsern Lesern zu entscheiden. Eingesrndet. Keine Krankheit vermag der delikaten Rsvalss-ejtzrs 6u Z^rrv zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust», Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit de« Papstes, des HofmarschallS Grafen Pluskow, der Marquise de Brehan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalescisre bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Josts Viszlay. Szeleveny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Frau, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bader vergebens versucht hatte, ist durch Du Barrl,s Revaleseitzro gänzlich hergestellt worden und kann ick dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Dankgefühl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Viszlay. Arzt. In Blechbüchsen von Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd, fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvLlesoitzrs Ldoeolatä« in Tabletten für 12 Taffen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen st. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensurt P. Birubacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer,Gra bl owitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausen bürg Kroustädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 15. September. Nachts Winddrehuug von SW. nach NO. Heute Vormittags heitere, klare Lust. Gegen Mittag zunehmende Bewöl-kuua. Ostwiud mäßig. Wärme: Morgens 6 Mir -f- 10.6", Nachm.>2 Mir 14.6" (1869 -s- 18 1868 13.9°). Barometer 324.41'" im steigen. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -f- 12.8", um 16" über dem Normale. Angekommene Fremde. Am lt. September. Llvk»»»« Medeu, Opernsänger, Graz. — Petric, k. k. Lieutenant, Klagensurt. — Puls, Schauspieler, Wien. — Croß, Besitzer, Triest. — Andl, Fabrikant, Wien. — Blan, Handelsmann, Wien. — Wolf, Haudelsm., Wien. — Leopold, Kausmann, Siffek. — Vikic, Kaufmann, Kapodistria — Prister, Großhändler, Agram. — Hocevar, Gutsbesitzer, Gurkseld. — Gollob, Gutsbesitzer, St. Georgen. — Thoman, Gewerksbesitzer, Steinbüchel. — Stnller, Kausmann, Triest. Rnprecht, Kausmann, Klagensurt. — Medwed, Private, Villach. — Musquitter, Kaufmann, Kanischa. — Dr. Wretschko, k. k. Landesschul-Jnspektor, Graz. — Holzinger, k k. Landesschul-Jnspektor, Graz. — Lapajne, Lehrer, Jdria. — D. Swakian, Triest. — Sollenik, Görz. — Pece, Kaufmann, Laas. — Syre, Kausmann, Wien. — Mcciuöky, LaaS.__________________________ Gedenktafel aber die am 17. September 1870 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Mahoreic'sche Real., Senosetsch, BG. Seno-ietsch. — 1 Feilb., Gorjnp'sche Real., Glinek, 1636 fl. 38 kr., BG. Nassensnß. — 3. Feilb., Merse'sche Real., Wilingrain, BG Reifniz.____________________________________________ Telegramme. (Orig.-Telegr. des „Laibacher Tagbl.") Paris, 14. September. Der Verkehr auf der Paris-Lyoner Bahn ward eingestellt in Fvlge des gestrigen Gefechtes bei Monterean zwischen deutschen Uhlanen und Freischützen, wobei erstere mit Verlust von Tobten und Verwundeten zurückgeschlagen wurden. Ein minder glückliches Gefecht fand heute zwischen Melnn und Brie Compte Nobert statt, die Deutschen nahmen einige Freischützen gefangen. Prag, 14. September. Der Landtag nahm die Majoritätsadrrsse einstimmig an, nachdem der Antrag der Deutschen aus Vornahme der Reichsrathswahlen mit 77 gegen 147 Stimmen abgelehnl worden war und die Deutschen unter der Erklärung, an der Beschlußfassung über die Majoritätsadresse nicht theilzunehmen, den Saal verlassen hatten. Eine Deputation, bestehend aus dem OberstlandeS-marschall und seinem Stellvertreter nebst 18 gewählten Mitgliedern wird die Adresse dem Kaiser überreichen. Der Oberstlandesmarschall vertagte dann im Aufträge des Kaisers den Landtag auf unbestimmte Zeit. Berlin, 14. September. Die ministerielle „Provinzialkorrefpondenz" hebt betreffs der Sendung Thiers den Zweifel hervor, ob die jetzige Pariser Regierung, welche bisher nur die Vollmachten von der Pariser Straßendemokratie erhalten hat, für geeignet und befugt gelten könne, Verhandlungen im Namen Frankreichs zu führen. Deutschland kann zuversichtlich hoffen, daß, wie der Krieg, auch der Frieden lokalisirt, das heißt zwischen uns und Frankreich allein ausgetragen werde. Paris, 14. September. Eine Depesche des Kommandanten von Straßburg, Uhrich, vom 9ten eptember meldet: Die Sachlage hat sich verschlimmert bei dem unaufhörlichen Bombardement und niederschmetternden Artilleriefeuer. Er werde bis zum Ende auShalten. Toul wurde am 10. neuerdings neun Stunden hindurch bombardirt. Die Stadt hat viel gelitten. Die Haltung der Garnison ist bewunderungswürdig. Brüssel, 14. September. Ueber die Katastrose von Laon verlautet als authentisch, daß dieselbe absolut nicht dem hiebei schwer verwundeten General Th^remin, noch irgend einem anderen französischen Offizier zur Last falle. Nach abgeschlossener Kapitulation begab sich ein Sergeant der französischen Artillerie, welcher die Schlüssel des Pulverdepots verwahrte, mit einem preußischen Generalstabs Offizier zur Uebergabe des PulvermagazineS. Wenige Minuten darauf erfolgte die furchtbare Explo fion, die unter den einmarfchirten Preußen und den kapitulirten Mobilgarden schreckliche Verheerungen angerichtet hat. Außer dem General TH6remin und dem Herzog van Mecklenburg sind neun preußische Offiziere theils todt, theils schwer verwundet. WM" ln »iili» i- >' ii 11 itli-WE nur bis Samstag den 17. September dauert der <367) von Schafwollstoffen, Leinwänden, Handtüchern, Tischtüchern, Servietten, Taschentücher», Herren- und Damenwäsche mit herabgesetzten Preisen Hauptplatz im Cantoni'schen Hause Nr. 12 in Laibach. Es ist zu vermiethen im 2. Range. Anfrage im Zeitungs-Komptoir. (366) Die Macher Kmeikebank übernimmt Gelder in laufende Rechnung (Oonto eorroiit) und vergütet bis auf Widerruf: bei ^tägiger Kündigung 4"/<, „ »20 „ ,, ,, 90 ,, „ Ä"/g Die Direktion. (101—7) Große Auswahl vorzüglicher Theater-Perspektive von 4 fl. an bei (362—6) .lEl' liru ilLHVI'. Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-143) heilt brieflich der Spezialarzt für Epilepsie Doktor «t Killt««!» in Berlin, jetzt: Lonijenftraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. r Wiener Börse vom 14. September. Sts»t»ko»a». Sperr, öfterr. Wäbr. . dto. Rente, ost.Pap. dt», dto. öst.inSilb. "ose von 1854 . . . Sose von 1880, ganze öose von 1860, Füllst, prämiensch. ». 1884 . arru»dl. Steiermark zuSpLt. Kärnten, Kram ll. Küstenland S , Ungarn . . z»5 , ftroat. n. Slav. S , Siebenbürg. , S , L,ottsr>. Nationalbant . . -Kreditanstalt . - ->1!. ö. L«compte-Ges. Anglo-österr. «anl . Oest. Bodencred.-A. . Oest. Hyp°th.-Ban!. Steier. L»compt.-Bk. ikais. Ferd.-Nordb Südbahn-'" ' Geld Ware 56^60 56.70 66.20 66.30 83.50 84.— 91.75 92.— 101.75 102.^5 111.8V 111.25 »ais. Elisabeth-Bahn. Lart-Ludwig-Bahn Sieb-nb. Eisenbahn. Kais. Franz-JosesSb.. Wnsk.-Barcser L.-B. Mold-ffium. Bahn . Kation. ö.W. verloSb. üng. Bod.-Creditailst. Mj,.oft.Lob.-Credit, dto. in SS 3. rück,. . 7S.7S 7S.— 73.SV öS«.- iss.— 875.— Si5.— iS«.- 74.50 rra.- «28 188.75 »18.— S4!j,iS 18S.5V 186.50 1S1-- IV5.75 77.— »0.— 74. 698.— 255.60 880.— 555.50 S58.— 76.— 2032 ISS____ 216.50 243.75 166.— 147.— 161.50 166.- 91.20 92.— 87.50 88.— 105.75! 106.— 88.—^ 89.— Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank. r»rtor1tL1s-0dUx. Südb.-Ges. zu 500 Fr. dto. BonS6pCt. Nordb. (100 fl. LM.) Sieb.-B.(Soofl.ö.W.) RudolfSb.(3vofl.ö.W.) Franz-Jos. (200 fl.S.) I.0S0. Credit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampfsch.-Tes. zu ioo fl. LM. . . Triest» i»0 fl- EM. . dto. 50 fl. o. W. . Ofener . 40 fl. ö.W. Salm . , 40 „ jalffy . . 40 , llary . . 40 . St.Geno>S„ 40 „ Windischgrätz so , Waldstem . »o » L'N»..- Vsol»»sl (S Mo».) Aug»b.100fl.südd.W. "rranks. 100 " ondon 10 Pari» Igo Hü»»«». Kais.Münz-Duc-ten. zu-grancSstuck . . . B-r-in»thaler . . . Silber . . 11».—^ 11S.50 155.75 ISS i5 88. LS 92.80 93.— 88.40 88.75 93.— 91.— 115.— 54.— 27.— 38.- 87.— 31.— L7.— 18.— 18.— 14.— 14.— 91.50 125.— öS.— 30.— 40.- 31.— 33.— 31.— 20.— 20.— 16.— IS.— 104.- 104.25 124.50 48.— 5.87 9.92 1.83 122.75 104.50 104.75 124.80 49.— 5.88 9.S3 1.84 123.25 Telegrafischer Wechselkurs vom 15. September. 5perz. Rente Ssterr. Papier 56.60. - bperz. Rente Ssterr Silber 66.50. — 1860er Stsatsanlehen 92 25. — Lankaktien 695. - Kreditaktien 256.— -- London 124^50. - Silber 122.75. - K. k. MUnz-Dukaten o.88. — Na-poleonsd'or 9.92'/,. ___________________ Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Äleinmahr ö- Fed. Bamberg in Laibach.