LMcher TliiDtt. Redaetion und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. ^ Nr. 39. Samstag, 16. Februar 1878. - WMW l t. Mit der Posti GanzjShr.fl.lL. ^ ^ " »,°en b.« L -r«len «n ^ Die Erfolge Rußlands und die Ohnmacht Europa's. „Die Friedensgrundlagen vernichten das türkische Reich, wenigstens in Europa," hat Herr Layard gesagt. Das „Journal des Debats" findet das Wort nur allzu richtig. „Fürs erste ist zwischen Rußland und der Türkei festgestellt, daß Bulgarien nicht eine von einem christlichen Gouverneur verwaltete Provinz des türkischen Reiches sein wird, wie man im Augenblick geglaubt hatte, sondern ein wahres Fürstenthum, ähnlich Rumänien und Serbien, also autonom, tributpflichtig, mit christlicher und nationaler Regierung und einheimischer Miliz. Man sagt uns nicht, wer der Fürst sein wird, der neben dem Fürsten Karol und dem Fürsten Milan unter den kleinen erblichen Souveränen der Türkei Platz nehmen soll. Eine ebenso wichtige Frage ist die nach den Grenzen. Wie weit wird Bulgarien reichen? Es soll, sagt man, alle Bezirke begreifen, wo die Mehrheit der Bevölkerung bulgarisch ist. In diesem Falle muß man sich auf eine weite Erstreckung desselben gefaßt machen. Wie viele Gemeinden und Bezirke Rnmeliens, vom Balkan bis zum Aegäischen Meer und bis vor die Thore Konstantinopels sind nicht fast ganz von Bulgaren bewohnt? Tschataldscha, das kaum 25 oder 30 Kilometer von Konstantinopel entfernt ist, ist ein bulgarisches Dorf-Salonichi am Aegäischen Meer ist gleichfalls halb bulgarisch. Wie dem sein mag, Bulgarien soll nominell noch zur Türkei gehören, aber nicht so Rumänien, Serbien und Montenegro; diese werden vergrößert und unabhängig. Die also verkleinerte Türkei soll ferner die Kosten für den Krieg zahlen, der sie verstümmelt hat. Aber da ihre Kafsen leer sind, so wird Rußland in diesem Punkte mit sich sprechen lassen. „Der Zahlungsmodus der Kriegsentschädigung, sei es in Geld, oder Gebiet oder anderem," sagen die Prälimi- narien, „wird später geregelt werden." Dieses „oder anderem" ist sehr deutlich: die Türkei hat kein Geld, sie hat selbst kein Gebiet mehr, da man ihr alle wirkliche Gewalt über das nimmt, welches sie noch besitzt, aber eine Flotte. Diese Flotte wird die Kriegskosten zahlen." Nach der „Pol. Korr." stehen bereits 1800 russische Matrosen mit der entsprechenden Anzahl von Offizieren bereit, die türkischen Kriegsschiffe zu übernehmen. Ihre Ankunft an der Donau war schon vor acht Tagen aus Bukarest gemeldet worden. Hierauf wendet sich das „Journal des Debats" zu der vierten Friedensgrundlage, der Dardanellenfrage. „Was die vierte Hauptbedingun^, die Meerengen, betrifft," sagt es, „so haben die Engländer sehr erstaunt sein müssen, dieselbe in den Präliminarien zu finden. Fürst Gortschakoff hatte Lord Derby bestimmt versprochen, dieselbe zu streichen. Es hat sich aber in Wahrheit nicht darum gehandelt, sie aus den Präliminarien zu streichen, sondern nur aus den Verhandlungen zwischen den Kabinetten von London und St. Petersburg. „Se. Maj. der Sultan," heißt es in den Präliminarien, „wird sich mit dem Kaiser von Rußland verständigen, um die Rechte und Interessen Rußlands in den Meerengen des Bosporus und den Dardanellen sicherzustellen." Dies sind die unbemeßbaren Vortheile, welche Rußland aus den Friedenspräliminarien zieht. Aber all' dies will noch nichts besagen gegenüber den Waffenstillstandsbedingungen. Die ersteren sind Versprechungen, die anderen bereits vollendete Thatsachen. Die Präliminarien enthalten einen kleinen, also lautenden Satz: „Die beiden Oberkommandanten sollen die Befugnis haben, die vorstehenden Bedingungen zu vervollständigen, indem sie gewisse strategische Punkte und gewisse Festungen bezeichnen, welche als materielle Bürgschaft für die Annahme der Waffenstillstands-Bedingungen und für das Eintreten in Friedensunterhandlungen zeigen bi« 5 Zeilen 2V k. Vonseite der Pforte geräumt werden sollen." Was aus diesen paar anscheinend bescheidenen Zeilen geworden ist, wird man sehen. Die Oberbefehlshaber haben die ihnen belassene „Befugnis" so gut veiwerthet, daß man ohne Uebertreibung sagen kann: die Türkei hat vollständig vor dem Feinde capitnliert. Sie hat sich Rußland auf Gnade und Ingnade ergeben; sie hat ihm ibre Festungen und )as Littorale des Meeres, im Grund ihre Haupt-tadt und die Meerengen, ausgeliefert. Auch be-inden sich die Russen heute in einer solchen Stelling, daß sie fast nichts mehr von einer militäri-chen Intervention Englands und Oesterreichs zu ürchten haben. Sie haben das ganze türkische Reich von der Donau bis zum Bosporus in der Hand. Sie haben sich die Snlina ausliefern lassen, besetzen die Donaufestungen, das ganze Littorale des Schwarzen Meeres, mit Ausnahme von Varna, fast die ganze Nordküste des Marmara-Meeres und einen großen Theil des Aegäischen Meeres. Die Befestigungslinie, welche Konstantinr-pel schützt, ist als neutrale Zone erklärt worden; die Türken haben Derkos und Böjük-Tschekmedsche räumen müssen, während die Russen in Tschataldscha eingerückt sind, einer vorgeschobenen centralen Stellung, welche gewissermaßen der Schlüssel zum Vertheidigungssistem der türkischen Hauptstadt ist. So verwirklicht sich das Wort des Generals Jgna-tieff: „Wir werden den Frieden auf den Höhen diktieren, welche Konstantinopel beherrschen." Ferner stehen die Russen gleichfalls etwa zehn Kilometer von Gallipoli; sie können sich desselben mittelst eines Handstreiches bemächtigen, wann sie es wollen. Was wird also aus der famosen strategischen Position, von deren Höhe herab Oesterreich die russische Armee ohne Besorgnis in der Türkei vorrücken sah? Die Bedeutung dieser furchtbaren natürlichen Festung Siebenbürgen ist heute gar sehr herabgemindert. Die Russen können sich über das Meer verpflegen und nötigenfalls über dasselbe ab- Jeuilleton. Ueber Bestimmung und Vergeltung bei den Muhamedanern.* Alles Gute wie alles Böse geschieht nach Allahs ewiger Vorherbestimmung; was irgend war und was irgend sein wird, hat er von Ewigkeit her verfügt: des Gläubigen Glaube, des frommen Frömmigkeit und jegliches gute Ding ist durch seinen bewußten Willen lind seine Schöpferkraft entstanden; auch liebt er alles, was gut ist, und findet Gefallen daran. Ebenso sind der Unglaube, der Ungehorsam und alles Böse durch seinen bewußten Willen und seine Schöpferkraft entstanden; diese bösen Dinge aber liebt er nicht Und findet keinen Gefallen daran. Wenn du nun fragst: warum fchafft er und warum will er die letzteren? so ist die Antwort darauf: dies brauchen k>ir nicht zu wissen. Allah thut, was er will, und , * Nach einer kurzgefaßtcn Religions- und Pflichten- Mre in türkischer Sprache von Mehemed Pir Ali, geichrieben im 16. Jahrhundert und gedruckt 1804 zu Kon-Itantinvpel. keiner darf ihn zur Rechenschaft ziehen wollen. Er aber zieht einen jeden zur Rechenschaft und vergilt ihm nach seinen Werken. Die Rechenschaft und Vergeltung beginnen schon im Grabe. Sobald ein Mensch zur Erde bestattet ist, treten zwei Engel vor ihn und befragen ihn über Gott, den Profeten, die Religion und die Kibla.* Da wird der verstorbene Gläubige antworten: mein Gott ist Allah, mein Profet Mnhamed, meine Religion der Islam, meine Kibla die Kaaba.** Die Engel erweisen ihm dann allerlei Gutes. Der Ungläubige und Gottlose verstummt bei diesen Fragen und wird dafür gepeinigt. Wenn die Zeit des jüngsten Gerichtes herannaht, so gibt der Engel Jßrafil mit ferner Trompete das Zeichen. Des Befehles Allahs jeden Augenblick gewärtig, hält dieser Engel das Mundstück seiner Trompete beständig an den Mund. Sobald Jßrafil den Befehl empfangen, bläst er, und es gibt einen entsetzlichen Schall, der alles Lebende, den blasenden Engel mit eingerechnet, tödtet. * Den heiligen Ort, welchem der Betende sich zuwendet. ** Das uralte Nationäl-Heiligthum in Mekka. Vierzig Jahre lang bleibt die Welt ausgestorben; dann erweckt Allah den Jßrafil wieder. Dieser stößt ein zweitesmal in die Trompete, und von dem zweiten Schall werden alle Todten lebendig. Die Auferstandenen sind ganz ohne Bekleidung; denen aber, welche Profeten und Heilige gewesen, schickt man Boraks (geflügelte Himmelsrosse) mit kostbaren Stoffen aus dem Paradiese entgegen; sie kleiden sich in letztere, besteigen die ersteren und reiten auf ihnen ins Paradies, wo sie im Schatten des Thrones Allahs sich niederlassen. Die übrigen Menschen stehen zusammengedrängt, hungernd, durstend und schwitzend, indem die Sonne ihren Köpfen bis auf eine Meile naherückt. Einige schwitzen nur bis an die Knöchel, andere bis an die Knie, wieder andere bis an den Hals, und noch andere bis an den Scheitel. Fünfzig-tausend Jahre lang müssen sie in diesem Zustande verharren. Unterdeß werden alle Bücher eingereicht, welche die Engel über den Lebenswandel der Menschen geführt haben, und Allah verhört die Seelen ohne Vermittlung eines anderen Wesens. Jedes Opfer der Ungerechtigkeit wird an seinem Unterdrücker gerächt; selbst das Gute, was dieser etwa gethan, konimt auf Rechnung des Unterdrückten, ziehen. Fast eben so vorteilhaft ist ihre Stellung England gegenüber. Sie sind schon jetzt im stande, jede Landung englischer Truppen zu verhindern, und haben sie vollends einen Theil der türkischen Flotte in der Hand, so wird ihre jetzt schon so große Gewalt fast unüberwindlich sein. So hat Rußland das Mittel gefunden durch die Friedenspräliminarien und die Waffenstillstands-Bedingungen, sich des materiellen Besitzes der Türkei zu bemächtigen. Aber das ist noch nicht alles. Die Handlegung auf das türkische Reich wird zweifelsohne noch durch ein türkisch-russisches Schutz- und Trutzöündnis vervollständiget werden, welches einer wahren Eroberung gleichkommt." Das „Journal des Debats" meint: in diesem Falle werde auch der Traum gewisser Kreise Oesterreichs, wenigstens Bosnien und die Herzegowina für letzteres herans-znichlagen, vollends hinfällig werden. Die „Pol. Korr." hat gestern, wie man weiß, wenigstens den Abschluß eines Separatvertrags zwischen Rußland und der Pforte in einer Mittheiluug aus Konstantinopel gemeldet. Der Stand der Dinge inbetress der Einfahrt der englischen Flotte in die Meerengen ist aus den neuesten Telegrammen bekannt. Der Sultan wird fortan nur thun, was Rußland will, er kann nicht anders. Wird die Konferenz hieran etwas ändern, wenn sie je zu stande kommt? Nur die Gewalt vermöchte es. Zolldebatte. In der Donnerstagssitzung des Abgeordnetenhauses hat der Herr Handelsminister v. Chlu-mecky in die Debatte eingegriffen. Er trat der in der vorhergehenden Sitzung gemachten Bemerkung entgegen, daß es besser wäre, ein zweijähriges Ausgleichsprovisorium zu schaffen. Die Bevölkerung wünsche dringend, daß der bedauerliche innere Streit endlich sinalisiert werde, und Pflicht der Regierung und der Volksvertretung sei es, diesem Wunsche zu entsprechen. Redner zeigt daun, wie die österreichische Zollpolitik, auf dem Zolltarife vom Jahre 1853 fußend, immer freihändlerischer wurde, wie infolge dessen die Industrie zurückging und die Regierung bei Erneuerung des Ausgleichs mit Ungarn darauf bedacht sein mußte, der Industrie aufzuhelfen. Sie habe das alte Gute beizubehalten gesucht und nur dort, wo Reformen nöthig wären, solche angebracht. Nicht Rücksichten für einzelne Industrien, sondern das Wohl der österreichischen Industrie als Ganzes haben die Regierung dabei geleitet. Sie mußte sich vor Augen halten, daß auch die Interessen der Con-fumenten zn schützen seien, und sie durfte auch die mternationalen Beziehungen nicht vergessen. Hiedurch wurde der Wirkungskreis der Regierung so eingeengt, daß sie die Jndustriezölle möglichst und etwaige Uebelthaten des letzteren fallen jenem zur Last. Auch eine Wage wird aufgerichtet, in welcher man das Gute gegen einander abwägt. Die Seelen, deren Gutes überwiegend ist, kommen in das Paradies, und diejenigen, an denen das Böse überwiegt, in die Hölle — es sei denn, daß Allah ihnen verziehe, oder daß Profeten oder Heilige sie ihrer Fürbitte würdigen sollten. Doch kann Fürbitte nur stattfinden, wenn eine Seele gläubig geschieden ist. Wer im Glauben stirbt, aber ob der Schwere seiner Sünden keiner Verzeihung und keiner Fürbitte theilhaft geworden, der nuch kürzere oder längere Zeit im Höllenfeuer brennen und wird dann erst in das Paradies entrückt; ein Atom des wahren Glaubens schützt übrigens schon wider Ewigkeit der Höllenqual. * Ueber die Hölle hinweg wird eine Brücke, welche so dünn wie ein Haar und scharf wie ein Schwert ist, nach dem Paradiese führen. Alle Seelen müssen über diese Brücke gehen, einige kommen mit der Schnelle des Blitzes hinüber, andere mit * Für den Gläubigen (Muhamcdaner) ist also die Hölle nur ein Fegefeuer. beim 8tatu8 Wo belassen mußte und nur dort Correc-turen vornehmen konnte, wo die Bedürfnisse der Industrie oder die veränderten Productionsverhält-nisse eine Reform unbedingt zu fordern schienen. Nur dort durfte man Erhöhungen eintreten lassen, wo es wenigstens zweifellos geworden, daß ohne solche Erhöhung der Verfall einer lebenskräftigen, lebensfähigen Industrie zu befürchten stehe. Jnbetreff der Finanzzolle sagte der Minister, der Staatsschatz brauche eiue Erhöhung derselben hier wie iu Ungarn, auch wenn die Schutzzölle nicht eingeführt würden. Wenn es der Regierung nicht gelang, ihren lebhaftesten Wunsch zu erfüllen und den Vertrag mit Deutschland abzuschließen, so liege dies nicht so sehr in sachlichen Differenzen, als darin, daß Deutfchlauds Interesse dahin ging, den Vertrag in einem späteren Momente abzuschließen, während die österreichische Regierung wegen des Zusammenhanges der Tarifreform mit dem Ausgleiche darauf bestehen mußte, den Vertrag entweder jetzt abzuschließen oder den Tarif als autonomen Zolltarif vorznlegen. Diese beiden Standpunkte ließen sich nicht vereinigen. Die Regierung hoffe noch immer auf das Zustandekommen des Vertrages, aber sie wolle nicht jeden Vertrag, sondern mir einen solchen, der uns Vortheil bringt. Nächste Sitzung Freitag 15. d. Hente Samstag soll die Generaldebatte geschlossen und über das Eingehen in die Spezialdebatte abgestimmt werden, welches zweifellos ist. Die Volksstimmung in England. Die offiziösen Blätter, welche jedes Meeting im russischen Sinne seinerzeit sorgfältig mit einer gewiß beachteuswerthen Werthschätzung der öffentlichen Meinuug registriert haben, ersuchen wir im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit, zu welchen sie sich sicherlich bekennen, auch die anti-rnssischeu Kundgebungen in England, welche gegenwärtig allein das Terrain behaupten, ihrer Aufmerksamkeit zu würdigen. Die Stellung Englands gegenüber Rußland beherrscht alles. Die gewaltigen Massenversammlungen in Manchester, wo man unter freiem Himmel zusammenkam und mit einem Fackelzuge abschloß ; in Oxford, wo eine der größten je dort abgehaltenen Versammlungen in der Kornbörse tagte und den in der Stadt anlangenden russenfeindlichen Unterhausmitgliedern die Pferde vom Wagen gespannt und die Kutschen vom Volk (ein in England kaum je mehr gesehenes Schauspiel!) zur Meetingshalle unter begeisterten Zurufen gezogen wurden, geben einen Begriff von der Stimmung in der Provinz. In London fand am 9. d. in den Eremornegärten einen ähnliche Versammlung der eines rennenden Pferdes, wieder andere im Paßgang, wieder andere schleppen sich unter der Last ihrer Sünden wankend vorwärts, und noch andere stürzen, wenn sie die Brücke kaum betreten haben, Häuptlings iu den Höllenschlund hinab. Jeder Profet hat einen himmlischen Teich, aus welchem er mit seinen Anhängern trinkt, ehe sie in das Paradies einziehen.* Der Teich unseres Profeten ist größer als alle übrigen, von einem Ende bis zum anderen ist die Reise eines Monats. Am Rande des Teiches stehen Trinkgefäße, zahlreicher als die Sterne am Himmel. Das Wasser des Teiches ist weißer als Milch und süßer als Honig; wer einmal dapon getrunken hat, den durstet niemals wieder. * Sofern hier an ältere Profeten (Religionsstister) gedacht ist, darf das Einziehen in das Paradies nur auf diejenigen ihrer Anhänger bezogen werden, die sic vor der Verkündigung des Islam gehabt; denn seitdem der Koran geoffenbart ist, können ältere religiöse Urkunden, wie die Thora und das Evangelium, nach der Religionsansicht der Muhamedaner nicht mehr als Führer zur Seligkeit dienen. von nahezu ÜOOO Menschen statt. Ministeriell gesinnte Unterhausmitglieder waren als Hauptredner berufen. Auch liberale, ruffeufeindliche Sprecher ans dem Volke traten dabei auf. Der Zugang war für alle frei; die Beschlüsse wurden ausdrücklich „ohue Rücksicht auf Partei-Uuterschiede" gefaßt. „Alt-Euglaud für immer," „Rule Britan-nia" u. s. w. wurden mit tausendstimmigem Ruf und Massengesang begrüßt. Auch das Singen ist in England bei politischen Versammlungen wol über ein Vierteljahrhuudert nicht üblich gewesen. Das Wiederanftauchen desselben ist ein Zeichen der Zeit. Unter nahezu sechstausend Anwesenden befanden sich etwa 100 bis >50 Glad-stonianer. Einer derselben rief thörichterweise des Expremiers Namen aus. Ein entsetzliches Zischen und Grölzen war die Antwort. Es ist diesertage in den Blättern mitgetheilt worden, daß Glad-stone's Wohnung zur Sicherheit jetzt vou der Polizei umstellt worden ist. „Für den Krieg gerüstet zu sein," so lautete im wesentlichen die Ausführung des Vorsitzenden bei der Volksversammlung vom 9. d. M. Alle Redner ergingen sich in heftigen Angriffen ans Rußlands barbarische Tyrannei und Erobernngsgier. Ein Gegenantrag fiel schmählich durch; nur etwa 100 bis 150 Hände erhoben sich für ihn. Dem Kabinett wurde die unbedingte Unterstützung durch das englische Volk zugesagt. Daß die Regierung diese Zeichen der öffentlichen Meinung für werthvoll hält, ergibt sich aus einer während der Versammlung an den Vorsitzenden eingelaufenen Anfrage des Premier; worauf sofort telegrafisch zurückgemeldet wurde: daß über 5000 Männer ihre begeisterte Zustimmung zur Haltung der Regierung erthei-len. Die Opposition ist fortan machtlos. England kann nun mit aller Festigkeit handeln, wenn ein Bundesgenosse ihm offen zur Seite steht. — Wir unsererseits können als patriotische Oesterreicher nur wünschen, dieser Bundesgenosse Englands möge Oesterreich sein. England war Oesterreichs Bundesgenosse, als es sich darum handelte, den „Ruhestörer" Napoleon unschädlich zu machen. Es möge dieser alten Bundesgenossenschaft eingedenk sein in einem Momente, wo das Übergewicht des barbarischen, absolutistisch regierten Ostens alle Freiheitserrungenschaften, ja selbst alle materiellen Lebensbedingungen des europäischen Westens bedroht! In Konstantinopel ist das Parlament durch ein Dekret des Sultans aufgelöst worden. Von der englischen Flotte sind zwei Panzerfregatten bei Gallipoli geblieben, während acht am 14. d. bei den Prinzen-Jnfeln im Marmara-Meere, eine Stunde von der Hauptstadt entfernt, ankerten. Die Russen haben bedeutende Heeresmasseu nach Tschataldscha vorgeschoben. Die Abreise des Sultans steht infolge des Vorrückens der englischen Flotte oder des drohenden russischen Einmarsches bevor. Auf Malta dauern die Truppenanhäufungen fort. Zahlreiche Baracken werden zur Aufnahme der neu erwarteten Regimenter gebaut. Man hat mit der Legung von Torpedos iu der nächsten Umgebung der Insel begonnen. Auch vonfeite Oesterreichs scheinen energische Schritte gegenüber den russischen Anmaßungen bevorzustehen. Ein offiziöser Korrespondent der Lemberger Amtszeitung versichert, die österreichische Regierung werde für jeden Fall ihren den Orient betreffenden Reelamatiouen allen Nachdruck verleihen._____________________ Tagesneuigkeiten. — Bei der Lottogefällsdireetion in Wien wurde ein Unterschleif entdeckt, den der 62jährige, schon mehr als 40 Jahre dienende Hauptkassier Franz Leitner verübt hat. In der Kasse wurde ein Deficit von 7900 fl. eonstatiert. Leitner hat am 13. d. die Flucht ergriffen.____ BW- Fortsetzung in der Beilage. "WE Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr. — In Brünn hat der elfjährige Sohn des Schneidermeisters Brnmsch aus Verzweiflung über den Tod des Vaters sich den Hals durchschnitten und dann auch dem 2*/,jährigen Bruder einen Schnitt in den Hals versetzt. Dieser wurde zum Glück nur leicht verletzt, während das Aufkommen des ersteren, der während der Krankheit des Vaters durch fleißige Arbeit die Familie ernähren geholfen, zweifelhaft ist. — Am 12. d. wurde der Hußarenrittmeister Graf Emerich Szapary in der Jaszberenyer Kaserne erschossen aufgefunden. Er war das Opfer der Rache des Lieutenants Toth geworden, dem er eine dienstliche Rüge ertheilt hatte. Der Mörder entfloh gleich nach der That — halb 8 Uhr früh — auf den bereit gehaltenen Pferden mit seinem Burschen, er soll aber nach telegrafischer Meldung bereits ergriffen worden sein. — Auch in Rom sind die Papstnumm ern — 7, 58, 86 und 32 — stark in der Lotterie gesetzt, jedoch dort ebensowenig wie hier gezogen worden. Lokal-und ProvluMl-Angeiegenheiten. — (Die Landwirthschaftsgefellfchaft für Krai n) richtete an das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes eine Petition gegen die beantragte Auflassung des Staatsgestütes in Piber. — (Aus Anlaß der Papstwahl) wird Sonntag den 17. d. M. vormittags durch drei und nachmittags durch eine Stunde in sämmtlichen Kirchen Laibachs eine Bittandacht bei ausgesetztem Hochwürdigsten abgehalten werden. Nach erfolgter Pastwahl wird nach geschehener Kundmachung am nächstfolgenden Sonntag in allen Psarr- und Klosterkirchen ein feierliches Dankamt mit Tedeum celebriert werden. — (Kirche ndieb stahl.) Ein hiesiger entlassener Tagschreiber entwendete, angeblich in argen Nothstand versetzt, in der hiesigen Pfarrkirche zu St. Jakob einige Bilder und Altarkerzen. Der Thäter wurde bereits dem Gerichte übergeben. — (Für die Laibacher Volksküche) sind wieder namhafte Spenden eingelaufen. Weitere Geldbeträge und Victnalien nimmt Herr Stadtkafsiier Hengthaler in Empfang. — (Das anatomische Museum) wurde heute um 2 Uhr nachmittags im hiesigen Redouteu-saale eröffnet. — (Hauptversammlung.) Morgen um 10 Uhr vormittags findet die ordentliche Lokalversammlung der krainischen Mitgliedergruppe des ersten allgemeinen Beamtenvereines der östcrr.-ungarischen Monarchie und im Anschlüsse an dieselbe die ordentliche Mitgliederversammlung des Spar- und Vor-schußconsortiums des Beamtenvereines in Laibach, und zwar beide im Klubzimmer der hiesigen Kasinorestauration, statt. An der Tagesordnung der Lokalversammlung steht: 1.) Die Prüfung und Erledigung des Rechenschaftsberichtes für das abgelaufene Verwaltungsjahr 1877; 2 ) Vornahme von Ergänzungswahlen für die austretenden Mitglieder des Lokalausschusses ; 3.) Berathuug allfälliger sonstiger Anträge. (Eine Dienerstelle) ist beim Bezirksgerichte Adelsberg zu besetzen; Gesuche sind bis 15. März l. I. beim hiesigen Landesgerichtspräsidium zu überreichen. — (Kindesleiche.) Wie „Slov. Narod" erfährt, wurde zu Gurkfeld in einem offenen Brunnen ein todtes vierjähriges Kind aufgefunden. — (Vergnügungsanzeiger.) Im Glassalon der Kasinorestauration werden drei Vergnügungsabende in Szene gesetzt: Mittwoch den 27sten Februar und Sonntag den 3. März: geschlossenes Tanzkränzchen; Mittwoch den 6. März großes Konzert der Militär-Musikkapelle mit Häringschmaus und Seefischessen; um 10 Uhr abends Maskenzug. — (Vergnügungsabend.) Am heutigen Kasinovereinsabend findet eine mit zehn Gewinsten ausgestattete Tombola statt. !9 vom 16. Februar 1878. — (Missionär P. MoZina) ist vorgestern nach Amerika zurückgekehrt. — (Privattelegramme) können von nun an wieder über Gradiska und Valona nach der Türkei, jedoch ohne Garantie für deren rasche Beförderung, aufgegeben werden. — (Landschaftliches Theater.) DieDi-rection Fritzsche machte mit der Novität „Hamlet" (Parodie) vollständiges Fiasco, das Haus war bei der gestrigen Wiederholung nahezu ganz leer. Schade um Zeit, Rollen- und Musikstudium und Kostümaufwand ! Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 15. Februar. Heute haben sich Mathias Kosn aus Zirklach, Bezirk Krainburg, 28 Jahre alt, über die gegen ihn erhobene Anklage wegen Verbrechens des Raubes, und Josef Zwirn aus Zirklach, 23 Jahre alt, über die gegen ihn unter einem vorliegende Anklage wegen Mitschuld an diesem Verbrechen zu verantworten. Der Gerichtshof besteht aus nachbenannten Fnnctionären: Vorsitzender OLGR. Kapretz, Votanten die LGRR. Ribitfch und Kocevar, Schriftführer Gerichtsauscultant Dr. Kancic, Vertreter der Staatsanwaltschaft Staatsanwaltsubstitut Gerdeschiz, Vertheidiger des Kosu Dr. Sajovic, Vertheidiger des Zwirn BR. Konschegg. Die Anklage enthält nachstehende Daten: Maria Hotschewar begab sich am 28. April 1877 von Zirklach nach Krainburg behufs Behebung eines ihr angefallenen Erbtheiles. Dr. Menzinger händigte derselben den Barbetrag von 280 fl. unter Beifügung der Warnung ein, daß Maria Hotschewar dieses Geld wol verwahren möge, damit ihr dasselbe auf dem Heimwege nicht etwa verloren gehe oder geraubt werde. Maria Hotschewar begab sich ani obigen Tage nachmittags auf den Heimweg nach Zirklach. Auf dem Wege von Krainburg bis Mitterdorf (8i6(iiM vas) mußte Maria Hotschewar einen Wald passieren, es mag in der sechsten Abendstunde gewesen sein, da stürzte ein Mann — Mathias Kosn — aus dem Dickicht hervor, in der einen Hand ein Messer uud in der ändern einen Holzprügel haltend, und stellte sich der Maria Hotschewar mit dem Drohruse entgegen: „Laki-runent, kruviür, clmiar Lkw!" (Gib das Geld her.) Der Maria Hotschewar blieb unter solchen, ihrem Leben gefahrdrohenden Umständen nichts anderes übrig, als die im Korbe verwahrte Barschaft mit 280 fl. dem Mathias Kosu zu übergeben. Joses Zwirn leistete bei diesem Raubacte Assistenz. Die Beschädigte Maria Hotschewar hat ihrer bei Gericht gemachten eidlichen Aussage heute nichts neues beizusügen. Die Zeugin Margaretha Martinak erzählt, Kosu und Zwirn zechten an diesem Abende im Gasthause, consumierteu drei halbe Liter Wein, verwendeten zur Bezahlung der Zehrung eine Geldnote k 5 fl-, und sie will von einem Verwandten des Zwirn erfahren haben, daß Kosu an diesem Abende — 28. April 1877 — mit geschwärztem Gesichte und mit beschmutzten Kleidern augethan, vermummt, gesehen wurde. Der Vorsitzende läßt durch den Schriftführer mehrere den Untersuchungsacten beiliegende Kom-misfions- und Zeugenverhörs - Protokolle verlesen, welche auf den heutigen Raubact Bezug haben, über die Absicht der beiden Angeklagten Kosu und Zwirn, über das Vorleben dieser zwei Burschen und über die Lage des Thatortes nähere Aufklärung geben. Die vorliegende Auskuuststabellc über das Vorleben dieser beiden Angeklagten enthält gegen beide nichts Nachtheiliges. Aus dem von der Verwaltung des Jnquisitionshauses vorgelegten Zeugnisse erhellet, daß das Betragen des Kosu während der Haftzeit ein keineswegs entsprechendes war; sehr belastend lautet dieses Zeugnis über Zwirn, dessen Verhalten im Jnquisitionshause als ein Aergernis erregendes bezeichnet und er als ein verschmitztes, bösartiges Individuum geschildert wird. Beide Burschen mußten während der Haftzeit mit Correctionsstrafen belegt werden. Der Vorsitzende theilt mit, daß der Gerichtshof zur Berathung behufs Stellung der Fragen nun sich zurückziehen und die Verhandlung heute um 4 Uhr nachmittags fortsetzen werde. Der Vorsitzende eröffnet die NachmittagSsitzung um halb 5 Uhr und legt den Geschwornen betreffend den Angeklagten Kosu eine Haupt- und eine Eventualfrage, betreffend den Angeklagten Zwirn eine Haupt- und zwei Eventualfragen zur Beantwortung vor. Diese fünf Fragen mußten gestellt werden in der Erwägung, als Kosu den Zwirn und Zwirn den Kosu als Hauptschuldigen, als unmittelbaren Thäter bezeichnete. Der Staatsanwalt begründet in längerer, eingehender und alle Umstände genau erwägender Weise die Anklage, stellt die Hauptschuld deS Kos« und die Mitschuld des Zwirn außer Zweifel und beleuchtet die gestellten fünf Fragen. Dr. Sajovic, Vertheidiger des Kosu, und BR. Konschegg, Vertheidiger des Zwirn, erklären, nichts neues Vorbringen zu können und jeder weiteren Vertheidigung enthoben zu sein. Präsident OLGR. Kapretz richtet das letzte Wort an die Geschwornen: Es sei deren Ausgabe, den klar vorliegenden Straffall ganz unparteiisch zu prüfen. In objektiver Beziehung ist der Raub durch die eidliche Aussage der beschädigten Hotschewar und durch die Zeugenaussage des Dr. Menzinger in Krainburg, welcher der Hotschewar am 24. April 1877 einen Barbetrag von 280 fl. einhändigte, erwiesen. In subjektiver Beziehung steht fest, daß der Raub nur von Einem Thäter vollzogen wurde. Der Mitangeklagte Zwirn bezeichnete den Kosu als unmittelbaren Thäter, Kosu und Zwirn verabredeten den Raub, Zwirn gab die nöthige Information, Kosu führte denselben mit mörderischer Waffe, drohend und mit Gewalt aus, beide haben in verschiedenen Wirthshäusern getrunken, beide haben zur Bezahlung der Zeche größere Geldnoten auSgegebeu. Eine Zeugin gab an, daß ihr die Ehegattin deS Kosu gestanden habe, Kosu sei so vermummt gewesen, daß Zwirn hierüber ganz erstaunt war. Zwirn gestand die Mitschuld an dem Raub ein, er war es, der die Beraubung der Hotschewar eingeleitet und den Kosu zur Ausführung des Attentates aufgefordert hat; Zwirn hat den Kosu aus den Thatort begleitet, um nötigenfalls dem Kosu Hilfe zu leisten. Gegen Kosu liegt die Anklage auf Verbrechen des Raubes und gegen Zwirn die Anklage aus Mitschuld dieses Verbrechens vor. Der Vorsitzende citiert und erläutert alle auf das Verbrechen des Mordes Bezug habenden Gesetzesstellen, betont die böse Absicht, den bösen Vorsatz, der im vorliegenden Straffalle sich kundgab, hebt die erschwerenden Umstände hervor — die Anwendung einer mörderischen Waffe (Messer) und den wirklich vollzogenen Raub fremden Gutes —; der Vorsitzende definiert weiter den Begriff „Mitschuld", die sich im vorliegenden Falle durch Urheberschaft und eventuelle Hilfeleistung kund gab. Die Geschwornen werden zu entscheiden haben: ob Kosu der Hauptschuldige und Zwirn der Mitschuldige ist. Nach kurzer Berathung meldet der Obmann der Geschwornen (Graf Lanthieri) den Wahrspruch der Geschwornen. Die erste Hauptfrage, dahin lautend: ob Kosu schuldig sei, am 28. April 1877 abends im Walde bei Mitterdors die Hotschewar mit Messer und Holzprügel gewaltsam und in der feindlichen Absicht angehalten zu haben, um sich deS Geldes der Hotschewar zu bemächtigen und ihr sofort den Barbetrag von 280 fl. wirklich geraubt zu habe»? dann die zweite Hauptfrage: ob Zwirn schuldig sei, den Kosu ausgesucht und aufgefordert zu haben, der Hotschewar den von Dr. Menzinger in Klainburg empfangenen Barbetrag von 280 sl. mit Gewalt abzunehmen, den Kosu auf den Thatort geführt und sich selbst bereit gehalten zu haben, dem Kosu beim Vollzüge Das ISO Seiten starke Buch: und Rheumatismus, eine leicht verständliche, vielfach bewährte Anleitung zur Selbstbehandlung dieser schmerzhasten Leiden, wird gegen Einsendung von 20 kr. ö. W. in Briesmarken franco versandt von Richters Verlagsanstalt in Leipzig. — Die beigedruckten Atteste beweisen die außcrordentlichenHeilerfolge der darin empfohlenen Kur. (7) 10 5 de- Raubes notwendigen Falles Hilfe zu leisten? wurde von den Geschwornen einstimmig mit „Ja" beantwortet. Die Beantwortung der gestellten drei Eventualfragen entfiel. Der Staatsanwalt nimmt diesen Bericht zur Kenntnis und beantragt in der Erwägung, als der Raub nach reiflicher Ueberlegung und Vorbereitung, unter Anwendung von Drohung und Gewalt vollzogen, der Hotschewar großer Schade zugefügt und das Gericht von beiden Angekagten durch lange Zeit irre geführt und getäuscht wurde, die Anwendung eines Strafausmaßes von 10 bis 20 Jahren schweren Kerkers, erklärt sich jedoch in der Erwägung, als beide Angeklagte theilweise geständig waren, einverstanden, wenn unter das Minimum herabgegriffen wird. Der Angeklagte Kosu bemerkt, dieses Strafausmaß sei zu hoch, und der Angeklagte Zwirn vermeint, ihm möge eine viel geringere Strafe als dem Kosu zuerkannt werden. Der Vertheidiger des Erstgenanten befürwortet ein mildes Urtheil in Berücksichtigung, daß Kosu Taglöhner und Vater eines erwerbsunfähigen Kindes ist; Vertheidiger des letzteren hebt hervor, daß durch Zwirn der unmittelbare Thäter der gerechten Strafe zugeführt wird, in der Krain-burger Gegend die Begriffe von Mein und Dein ganz eigener Art sind, jugendlicher Leichtsinn herrscht, die Erziehungsmethode eine schlechte ist und Zwirn deshalb Anspruch auf ein kürzeres Strafausmaß und auch Einrechnung der Untersuchungshaft habe. Der Staatsanwalt bemerkt schließlich: bei der mit Ueberlegung, feindlicher Absicht und Gewalt ausgcführte» That möge eine Milderung nicht platzgreifen. Nach kurzer Berathung verkündet der Vorsitzende das Urtheil: Mathias Kosu sei wegen Verbrechen i>O Raubes, als unmittelbarer Thäter, mit sechsjährigem und Johanu Zwirn wegen Mitschuld an diesem Verbrechen mit vier und einem halbjährigen Kerker zu bestrafen. Der Staatsanwalt meldet wegen geringen Strafausmaßes gegen dieses Urtheil die Berufung an. Viele Personen beklagen sich morgen- beim Erwachen über Beschwerden und Beklemmungen im Halse, die ihre Ursachen in einer mehr oder weniger starken Verschleimung des Schlundes haben. Man macht, um anSzuspeien, die heftigsten Anstrengungen, welche häufig den Husten und zuweilen sogar einen lebhaften Brechreiz herbeiführen, und erst nach Verlauf einer oder zwei Stunden und mit größter Mühe gelingt es, sich der die Athmung beschwerenden Hindernisse zu entledigen. Die zur Hebung dieses außerordentlich beschwerlichen Uebels dienenden Mittel zu nennen, heißt somit allen davon Besallenen einen wirklichen Dienst erweisen, und zwar handelt es sich hier um den Theer, welcher eine so äußerst günstige Heilwirkung auf alle Affec-tionen der Athmungsorgane ausübt. Es genügt, bei jeder Mahlzeit zwei oder drei Guyot'fche Theerkapseln zu nehmen, um oamit mit größter Schnelligkeit eine Linderung herbeizuführen, die man umsonst in einer großen Anzahl mehr oder weniger theneren und umständlichen Modicamente gesucht hatte. Von zehn werden in acht oder neun Fällen diese regelmäßigen Beschwerden durch den fortgesetzten Ge-brauch oer Theerkapseln vollständig verschwinden. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß, da jeder Flacon 6«) Kapseln enthält, die ganze Kur auf den kaum nennenswerten Preis von 10 bis 20 kr. täglich zu stehen kommt. Der rasche Absatz, den dies Produkt gesunden, hat zahlreiche Nachahmungen davon hervorgerufen. Herr Guyot kann daher eine Garantie nur für diejenigen Flacons übernehmen, welche seine Unterschrift in dreifarbigem Drucke tragen. , <52- 2 1 Depot in Laibach bet G. Piccoli, Apotheker. Witterung. Laibach, 16. Februar. Vormittags trübe, nachmittags sonnig, sehr schwacher Südwest. Temperatur: morgens 7 Uhr 0'0°, nachmittags 2 Uhr -k- 5 6° o. (1877 -j- 10 6°; 1876 -s- 5 0° 6.) Barometer im Steigen, 746 40 wm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur -s- 05°, um 08' über dem Normale. Verstorbene. DenlS. Februar. Maria Kaiser, Gürtlermeisters-gattin, 63 I., Domplatz Nr. 20, Luugenlähmung. — Anna Bukowiz, Köchin, SS I., Kuhthal Nr. 14, Herzbeutel- Wassersucht. — Elisabeth Kolmann, Uhrmachersgattm, 77 I.. Petersstraße Nr. 38, Schlagflutz. — Pqul Breskvar, Hausbesitzer, 80 I., Gradaschzagasse Nr. 2, Altersschwäche. Angekommene Fremde am 15. Februar. Hotel Stadt Wien. Ronihar, Privat; Anischitz, Kausm.; Dernjak, Reis.; Swoboda und Bachmann, Wien. — Baron Zois, Bes., Oberkrain. — Oplatek, Kausm., Prag. — Javorsky, Reis., Venedig. Hotel Elefant. Odlazek, Stationschef, Vijmarje. — Arko, Agram. — Znrhaleg, Kfm., Wien. — Raimiker, Mo-räntfch. Baierischer Hof. Monitzer, St. Veit. — Rupert, Jaska. — Skok, Mannsburg. - Rak, Laibach. Marktbericht von L. Jacobius L Söhne, Berlin-Hamburg. Hamburg, 9. Februar 1878. Getreide: Der Getreidemarkt hat sich weder im günstigen noch im ungünstigen Sinne beeinflussen lassen von den neuesten politischen Ereignissen, zeigt vielmehr keine nennenswerthen Verminderungen, Weizen in feinen Sorten wenig angeboten und fest, auch Roggen schloß in ziemlich fester Tendenz, Gerste nur in feinster mährischer und Chevalier, Saale fest, sonst flau, Hafer flau. Einfuhr vom I bis 7. d.M.: Weizen 16831 S. 7429 Ztr.; Roggen 1145 S. 1758 Ztr.; Gerste 10815 S. 27144 Ztr.; Hafer 1285 Ztr.; Erbsen 1337 S-; Bohnen 184 S.; Mais 5944 S.; Malz488 S.; Getreide 925 S.; Eier nach Berlin 180 Faß 370 Kisten, nach Hamburg 50 Faß 280 Kisten. Butter: Angebot in galizischer und ungarischer bleibt dringend und über Mark 50 per 50 Mo nicht erreichbar, auch dazu sind nennenswerthe Abschlüsse nicht zu stande gekommen. Weizen: Oesterreichischer, russischer und rumänischer Mrk. 205 bis 245, polnischer Mrk. 230 bis 260. Roggen: Rigaer und Petersburger Mrk. 146 bis 154, Gatatz, Odessa, Nikolajeff Mrk. 150 bis 156. Ger ste: Für feinere Qualitäten zeigt sich sehr wenig Nachfrage, geringere Sorten finden zu Futterzwecken ziemlich schlanken Absatz. Zu notieren find: Oberländer, rumänische und galizische Mrk. 135 bis 165, schlesische, böhmische und mährische Mrk. 175 bis 205, seine Mrk. 210 bis 230, ungarische Mrk. 178 bis 190, seine Mrk. 195 bis 220. Hafer: Russischer Mrk. 140 bis 160, böhmischer Mrk. 170 bis 186. Bohnen: Kleine weiße Mrk. 1150 bis 12 50, größere bis Mrk. 15, Pferdebohnen Mrk. 8 50 bis Mrk. 9 pr. 50 Kilo. Erbsen: Futtererbsen Mrk. 160 bis 17", Kocherbsen Mrk. 210 bis 230. Mais: Rumänischer Mrk. 157. Kleesaat (per 50 Kilo Brutto incl. Sack): Weiß Mrk. 50 bis 70, hochfein Mrk. 75 bis 85; roth Mrk. 40 bis 52, hochfein Mrk. 55 bis 60. Alfike: Mrk. 70 bis 90, hochfein Mrk. 95 bis 105. Mutterkorn: Mrk. 80 bis 90 per 50 Kilo. Kanthariden: Mrk. 475 Lis 5M pr. 50 Kilo. Petroleum: Mrk. 11 bis 12 pr. 50 Kilo incl. ^Spiritus: Rectif. Kartoffelspiritus pr. 100 Liter Mrk. 43 bis 48; rectif. Rübenspiritus L 100 Perz. Mrk. 43 bis 46. Telegramme. Berlin, 15. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt eine friedliche Entwicklung der Lage voraus. Rußland verlangte gestern die Geltendmachung des deutschen Einflusses, — dieser könne nur ein friedlicher sein; das Verhältnis der drei Kaiserhöfe biete nach wie vor die feste Bürgschaft für Erhaltung des allgemeinen Friedens. London, 15. Februar. Im Oberhause erklärte Derby, nur Rußland beanstände Wien als Konferenzort. Diese Schwierigkeit werde die Konferenz nicht verhindern. Die in den Dardanellen eingelaufenen britischen Schiffe ankern zwei Meilen unterhalb Konstantinvpel. Gortschakoff zeigte die Entsendung der Truppen nach Konstantinopel als friedlichen Act im Interesse der Humanität an. Nach „Daily News" ist die Note Derby's an das russische Kabinett betreffs der Besetzung Konstantinopels gemäßigt gehalten, er drückt nur die Befürchtung aus, daß große Aufregung in Konstantinopel durch das Vorrücken der Russen hervorgerufen werden könnte. Konstantinopel, 15. Februar. Vier britische Kriegsschiffe trafen heute früh vor den Prmzen-Jnseln ein, zwei blieben in Gallipoli, drei in der Besikabay. Telegrafischer Kursbericht am 16. Februar. -e Papier-Rente 63 45. — Silber-Rente 66 50. — Gold-Rente 74 50. — 1860er Staats-Anlehen 11160. — Bank-aetien 795.— Kreditactien 226 75. — London 118 50. — Silber 113-75. — K. k. Münzdukaten 5 60. — 20-Fra»cs-Stücke 9 47'/,. — 100 Reichsmark 5845. Bei I. Giontini in Knlmch ist zu haben: Cotillonorden/SS'L' Dutzend von 20 kr. bis 5 fl., einzelne Stücke von 2 bis 50 kr. Kopfbedeckungen, LN anzüge re. für Carneval-Cotillon zur Aufführung lebender Bilder n. dgl, das Stück von 20 bis 50 kr. fein coloriert, » 12 kr. , 50 Sorten, L 3 kr., 1 Dutzend 30 kr. lustige Tanzmeister, Tänze und Märsche für Pianosorte, zwei Hefte mit achtzig Tänzen und Märschen, Preis 1 fl. 80 kr. Neueste Wiener Tanzmusik Ziehrer ; ferner sind zu haben: Potpourris, Tänze und Märsche aus: „Der Teufel aus Erden" von Suppe, „Fa-tinitza" von Suppe, „Fledermaus" von Strauß, „Der Seekadett" von Genie, „Herzblättchen" von Suppe. Sämmtliche für das Pianoforte, zweihändig. 100 neue Cotillonlouren ^2^": bildungcn, Wien 1878, 60 kr. Neuester Wiener Tanzlehrer, "N," Liebesbriefsteiler, « Coulplimnitirbuch, Der fidele Wiener, soll, 64 kr. Auffchlagkarteu Confectionspapiere, neval, Schwalbenpost, Edelweiß. (47) 3—2 K/ki'li'sukn kann ein lipankki' I »I nur z» einer solchen Heilmethode haben, welche, I I M wie vr. Zliri,'» Naturheilmethode, sich thatsäch-1 I lich bewährt hat. Daß durch diese Methode äußerst I I günstige, ja llaunenerreginde Heilerfolge erzielt >r«r- > I den, beweisen die in dem reich iilnllririen Buche: I Di'. Lii^'s kiLtupkeilmetkolie- I abgedruliten zahlreiche» Origiiial-Attefte» laut I I welchen selbst soiüe Kranke noch Heilung sanden, I I für die Hilfe nicht mehr möglich schien. Es darf l I daher jeder Krank- sich dieser bewährte» Methode I I um so mehr «,rlr°nen§vol> zürnend,a, al» die Lei-! I tung der Kur aus Wunsch durch dafür angestellte > I praktische Aerzte grati» ersolgt. Nähere» darüber > I findet man in dem vorzüglichen, 844 Seiten! Istarken Werke: vr. AiryS Naturheilmethode,! IN«. Aufl., Aubcl-Auögabe, Preis SS kr. ö. W.,! I Leipzig, Richter'« BerlagS-Anstalt, welche dai l I Auch aus Wunsch gegen Einsendung von 1» Brief-1 marken »b kr. direct franco versendet. Gesucht wird ein Compagnon ohne Geld. l74-2-1 Ich suche für meinen Sohn einen jungen Mann, der esonnen wäre, mit selbem in Compagnie zu treten. Geordert wird, daß Bewerber ledig ist, längere Zeit in einem größeren und bedeutenden Mannsacturgeschäste serviert hat und als 'guter Berkäufcr uud Warenkenuer bekannt und der deutschen und slavischm Sprache kundig ist. Geld wird keines benöthiget, dahingegen wäre Buchführungs-kunde erwünscht. Betreffende, die sich in der Lage befinden, diese Stelle gewissenhaft aussülleu zu könne», wolle» sich unter der Adresse: „Compagnon Nr. 333" an das Hauptpostamt Graz wenden. Näheres wegen Cvmpagnons-rechte und der Ort, wo sich das seit bereits 3u Jahren existierende Geschäft befindet, wird später bekannt gegeben Herren-Wäsehe, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglictst billigem Preise empfiehlt .1. Hauptplatz Nr. 17. Aucd wird WLsLe genau na» Maß uud Wunsch an gefertigt und nur besipafsende Hemden verabfolgt (23> 13 Rhemnatismus-Aether zur Üehcimng von Schmerze» aller Art, oli acut oder chronisch. 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Ein hiesiger Bürger, der sich als Landwehrmann in Frankreich dieses Leiden in großem Maße zugezogen, so daß er daS Bad besuchen mußte, erfuhr im Bade von einem jungen Arzt Jbre iverthe Adresse sowie dieses Mittel, welches ihn vom Rheumatismus gänzlich gebeilt hat. (591) 6-2 Zeichnekmit Achtung ergebenst Ernst Runge. Assistent. Untersucht, angewendet und als heilbringend erkannt von: k. k. Regierungsrath und oberösterr. Universitätsprofessor Dr. E. Fenzl, Direktor des botanischen Gartens in Wien rc. re.; Prof. Oppolzer, Dr. Van Klager in Bukarest, Dr. Ruft in Wien, Dr. Röder in Wien, Dr. Johannes Miiller, Medizinalrath in Berlin; Dr. Med. A. vroyen in Newyork, Dr. Randnitz in Wien, Dr. Hetz in Berlin, Dr. Lehmann in Wiefclburg, Dr. Werner in Breslau, Dr. Mallich in Grubisnopolje; von den praktischen Aerzten: Hilger in Nachling, Rutzeger in Abtenan, Trnchholj in Marzaly, Jankowic in Nakofalwa und vielen anderen Aerzten 1.) bei rheumatischen Affectionen, 2.) bei der Gicht, 3.) bei Unterleibs-Affectioncn der Vielsitzer, 4.) bei Vergrößerungen und Anschoppungen der Leber, 5.) bei Ausschlagskrankheiten, besonders der Flechten, 6.) bei syphilitischen Leiden, 7.) als Vorbereitung beim Gebrauche der Mineralquellen gegen obgenannte Leiden, 8.) als Ersatz der Mineralquellen gegen angeführte Leiden. Allein echt erzeugt von Franz Wilhelm, Apotheker in tleunkirchen. Ein Packet, t» acht Gaben getheilt. nach Vorschrift des Arztes bereitet, sammt Gebrauchsanweisung in diversen Sprachen 1 Gulden, separat für Stempel und Packung 10 kr. . Man sichere sich vor dem Ankauf von Fälschungen und wolle stets antiarthritischen antirheumatischen Blutreinigungsthee" verlangen, da die blos unter der Bezeichnung antiarthritischer antirheumatischer Blutreinigungsthee auftauchenden Erzeugnisse nur Nachahmungen sind, vor deren Ankauf ich stets warne. Zur Bequemlichkeit des P. T. Publikums ist der echte Wilhelms anti-arthrittsche antirheumatische Blntreinignngsthee auch zu haben in r Adelsbcrg: Jos. Knpserschmidt» Apotheker; Agram: Sig. Mittlbach, Apotheker: Borgo: Gins. Bettanini, Apotheker; Bruck a. d. Mur: Albert Langer, Apotheker; Bozen: Franz Waldmüller, Apotheker; Bruneck: I. G. Mahl; Bello-vLr: Rud. Swoboda, Apotheker; Br ixen: Leonhard Staub, Apotheker; Bleiberg: Joh. Neusser, Apotheker; Cilli: Baumbach'fche Apotheke und Franz Rauscher; Cor-mous: Hermes Codolini. Apotheker; Cortina: A. Cambruzzi; Deutfch-Landsberg: Müllers Erben; Essega: I. C. v. Dienes. Apotheker, und Joses Gobetzki, Apotheker; Fürstcnfeld: A. Schröckensux, Apotheker; Frohnleiten: B. Blumauer; Friesach: O. Rußheim, Apotheker, und A. Aichinger, Apotheker; Feld-bach: Josef König, Apotheker; Görz: A. Franzoni, Apotheker; Graz: I. Purg-leitner, Apotheker; Guttaring: S. Vatterl; Grubisnopolje: Joses Malich; Gospic: Valentin Vouk, Apotheker; Grafendorf: Josef Kaiser; Hermagor: Jos. M. Richter, Apotheker; Hall (Tirol): Leop. v. Aichinger, Apotheker; Juden-burg: F. Senekowitfch; Jnnichen: I. Stapf, Apotheker; Imst: Wilhelm Deutsch, Apotheker; Jvanic: Ed. Tollovic, Apotheker; Karlstadt: A. E.Katkiö, Apotheker, und I. Benic; Klagenfurt: Karl Clementschitsch; Kindsberg: I. KarinLit; Kapfenberg: Turner; Knittelfeld: Wilhelm Vischner; Krainburg: Karl Schannig, Apotheker; Lienz: Franz v. Erlach, Apotheker; Leoben: Joh. Pe-ferschy, Apotheker; Marburg: Alois Quandest; Möttling: F. Wacha, Apotheker; Mürzzuschlag: Johann Danzer, Apotheker; Mur au: Joh. Steyrer; Mitrowitz: A. Kerstonovich; Mals: LudwigPöll, Apotheker; Neumarkt (Steiermark): Karl Maly, Apotheker; Otokaü: Edo Tomaj, Apotheker; Praßberg: Joh. Tribut; Pettau: C Girod, Apotheker; Peterwardein: L. C. Junginaer; Rudolfswerth: Dom. Rizzoli, Apotheker; Rottenmann: Franz X. Illing, Apoth.; Roveredo: Richard Thales, Apoth.; Radkersburg: Cäsar E. Andrien, Apoth.; Samobor: F. Schwarz, Apoth.; Sebenico: PeterBeros, Apoth.; Straß-bürg: I. B. Corton; St. Veit: Julian Rippert; Stainz: Valentin Timoufchek, Apoth.; Semlin: D. Joannovies Sohn; Spalato: Benatio v. Grazio, Apotheker; Schlanders: B. Würstl, Apoth.; Triest: Jak. Seravallo, Apoth.; Trient: Ant. Santoni: Tarvis: Eugen Eberlin, Apoth.; Villach: Math. Fürst; Vukovar: A. Kraicsowits, Apoth.; Vinkovce: Fried. Herzig, Apoth.; Warasdin: Dr. A. Halter. Apotheker; Windischgraz: Jos. Kalligaritsch, Apotheker, und G. Kordik, Apothck-r, Windisch-Feistriz: Adam v. Gutkowski, Apotheker; Zenag: Jos. Aecurti, Apoth.; Zara.- V. Androvic, Apoth.; Zlatar: Joh N. Pospisil, Apoth. Nachstehende anerkennende Zuschriften liefern die besten Beweise über die vorzüglichen Wirkungen des 8ekneebe»'g8 Ki-suier-^üop. Sr. Wohlgeb. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker in Neunkirchen. Balinez bei Lugos, 16. Februar 1877. Ich bitte mir gefälligst zwei Flaschen von Ihrem berühmten Wilhelms Schneebergs Kräuter-Allop gegen Postnachnahme zu senden. Ich zeichne mich mit aller Hochachtung Franz Hesse, Parkettenfabrik. Kaltern in Südtirol, 16. Februar 1877. Euer Wohlgeboren! Schon vor sechs Jahren zog ich mir als 24jähriger Landesschütze bei einer größeren Waffenübung durch eine sehr starke Verkühlung ein sehr schweres Brust-leideu zu. Brustbeklemmung, Schwerathmigkeit und mitunter abscheulichen Auswurs, mit Blut untermischt. Dies wiederholte sich jährlich, namentlich im Herbst und Frühjahr, und wurde ich von allen Aerzten als unrettbar aufgegeben. Da rieth mir im vorigen Jahre im Herbst unser Herr Gerichtsarzt Dr. Pu-petschek Ihren weltberühmten Wilhelms Schneebergs Kräuter-Allop, Ich nahm zehn Flaschen hievon ein, und siehe da, seitdem hatte ich nie mehr Blutspucken, war keinen einzigen Tag mehr bettlegerig und konnte mir auch wieder etwas verdienen. Auch habe ich keine Brustbeklemmung mehr verspürt und leichter geathmet. Neulich mußte ich einen ganzen Tag im Freien sein, habe jetzt wieder seit zwei Tagen Brustbeklemmung und athme jetzt wieder schwerer, fürchte daher, daß auch wieder Blut kommen könnte, und möchte dem gerne Vorbeugen. Ich wage daher Euer Wohlgeboren inständig zu bitten, da ich zu Ihrem Wilhelms Schneebergs Kräuter-Allop ein sehr großes Vertrauen habe und meine sichere Heilung zuversichtlichst davon hoffe, mir einige Flaschen zukommen lassen zu wollen. Mit Hochachtung Michael Riccabona, k. k. Landesschützen-Oberjäger-Jnvalid. Diejenigen P. T. Käufer, welche den seit dem Jahre 1855 von mir erzeugten vorzüglichen Schneebergs Kräuter-Allop echt zu erhalten wünschen, belieben stets ausdrücklich Wilhelms Schneebergs Kräuter-Allop zu verlangen. ^ ^ Nur dann mein Fabrikat, wenn jede Flasche mit diesem Siegel versehen. Fälscher dieser Schutzmarke verfallen den gesetzlichen Strafe«. Anweisung wird jeder Masche beigegeöen. Eine versiegelte Originalflasche kostet 1 fl. 25 kr. und ist stets in frischem Zustaude zu haben beim alleinigen Erzeuger W. III !M. Die Verpackung wird mit 20 kr. berechnet. Der echte Wilhelms Schneebergs Kräuter-Allop ist auch nur zu bekommen bei meinen Herren Abnehmern I,» L»88i»IlL; Adelsbcrg: I. A. Kupferschmidt. Apotheker; Agram: Sig. Mittlbach, Apotheker; Bozen: F. Waldmüller, Apotheker; Borgo: Jos. Bettanini, Apotheker; Bruneck: I. G. Mahl; Brixen: Leonhard Staub, Apotheker; Cilli: Baumbach'fche Apotheke und F. Rauscher; Essegg: I. C. v. Dienes, Apotheker; Frohnleiten: Vin-cenz Blumauer; Friesach: Ant. 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Scholz, Apotheker; Vukovar; A. Kraiesovics, Apotheker; Vinkovce: Friedrich Herzig, Apotheker; Warasdin: Dr. A. Halter, Apotheker; Windischgraz: G. Kordik, Apotheker; Zara: V. Androvic, Apotheker. Betreffs Uebernahme von Depots wollen sich die Herren Geschäftsfreunde gefälligst brieflich an mich wenden. Neunkirchen bei Wien (Niederösterreich). » i BVIII»«!«», Apotheker Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.