Schriftleittma: Ra»d-I»sgasse Nr. 5 teleScho, Wt. »>, mt(Txct«iu <-1 KARiinte: Tiiglich <»>! «iluAac #n €«nn- n. t»a«^ »•« ll-UIUi born. $**M«rrlbni Kftbrn »ich, m Utfgfgcbrn, »«imIst» Em-!i>d,i>,n> »iSI d«ru»üchl,gl »mm« »>e Ver»«In»t ßtchku »r«ch»»N» dti billig« Icft. ««chellle» A«dtttr «»«, ». ■MM. feflfJMrtaHen-Jteitto M.ett. LcrwallitUft: RathauSgassr Mr. 5 ?rtr»tn 9h. (ntcnrtba». ve;i«gSdtdiil»uirge» ®«t* Mt «oft »qiin: «oltiutrtg . . . . i « 40 «-«j'dn, . . . . K UM Rilt <1(11 nit äatUSang >»« H«»«, . . . . k i w StertrtMrlg . . . » | — SÄt.:::l£z 81t« ■■tun» nH»"i M »u »injtflfbällrtt« «m r>i? bd»nt* tktkn»« «tttB. «i*t tan:«" mitteilt, hat der Militärausschuß der natio-»ale» LuflschiffahitSliga Paris mehrere Sitzungen abgehalten, in denen General de la Eroix feine An-lichte» über die Verwendung von LeukballonS zu Kriegszwecke» darlegte. Er giug vou dem Gr»»dfatze ans, daß vor allem die ganze Rheingegend zn überwache» fei. Eine Wendung in der Kretafrage? I» Konstantinopel sind sechs vornehme Kreter eingetroffen, die direkte Verhandlungen mit der Pforte einleiten sollen. Eine anS drei Mitglieder» bestehende Deputation unter Führung des UniversitätSprofessors Kahnzade hat die Verhandlungen begonnen, welche duzn dienen sollen, eine direkte Verständigung darf dabei auch nicht vergessen bleibn. Für so manchen aber ist sie der Herrgott, denn wenn dem Leib zu viel geboten wird, so braucht die Seele keine Nahrung. Wie wird l>eute gelobt, gelogen, gegessen, ge-trunken, gelacht und gejubelt ^„.peuie ist Kirba. da kann man schon was aufgehen lassen, Kirba is net alle Tag," sagt wohlgefällig schmunzelnd der Hanslierr. „svllcn's die Lent seh'n, daß wir's haben und tun können." „Heut soll was ausgehen." tagt geschmeichelt die Hausfrau und trägt eine Schüssel um die andere ans den Tisch. „Wir Haben's ja, eßl. was Euch schluckt, dazu ist's" da" und geht ganz selig wieder zum Herd, um bald darauf wieder mit einer Schüssel beladen zum Vorschein zu kommen, weil die Gäste sie bewundern wegen ihrer Kochkunst und gar so vieler Speisen. .Trinkt'»," redet der Hausherr, „bis am Morgen dauert's noch lang, dag Ihr keinen Durst leidet!" Mes^muß trinken heute, Groß und Klei», selbst der Säugling in der Wiege kriegt ein wenig Wein was ihm besser tut — zum Schlafen, denn die Mutter hat ja a ka Zeit für ihn. Gegen 8 Uhr abend wird ansgebrochen und ms Wirtshaus gegangen, dort wird weiter getrunken bis zur MitternachtSslvude. Die Musik, die schon am Mittag a»S Badeutz eingetroffen ist, spielt der Jugend auf zum Tanz. Die Tvchterlein werden so etwa «m 12 oder l Uhr nachts von ihren Verehrern unter Musikbegleitung nach Hause be-gleitet, die anderen gehen zwar ohne Musikanten, aber nicht ohne Begleitung — und wenn'S nur ein nffe wäre — Früh nach Hanfe. So geht's auch den anderen Tag fort. No ja! Der Mensch muß auch feine Unterhaltung habe» auf der Welt, „Kirba is net olle Tog. Kirba homa nur oamol im Iohr." Am Dienstag geht der Hausherr ganz brummig umher, die HanSfra» schaut ganz mürrisch d'rein, die Tochter sieht blaß und abgespannt ans. Es fehlt eben allen etwas. „Das habe» wir wieder not g'habt," brummt der Hutmacher Nazl, ..Fufz g Kronen bar und das schöne Schweindl dazu und vo» zwva Faßl Bier is g'rod a Naigerl do." „Wos soll denn i erfcht sog'»." meint die Hutmacherin, ..fünf GänS, zehn Ant'n u fuchzehu Vandl'n samt an holb'n Sack'l Nullamehl sau afgonga. Und dazu die Plog'." Ja, g'fehlt hat v'cl. UebcrdieS fehlt dem Hausherr» vom Aiig'nwedel a Stückl, dem Knecht die halbe Nase und der 2och)er die HerzenSrnh' — und allen zusammen geht die Ordnung und der Schlaf ab. Sogar das Vieh draußen im Stall ist nicht in Ordnung, da-her holen sie gleich für alle den Doktor, es geht gleich in ein Auswasche». Der Mensch muß halt sein Unterhalt haben, „Kirba is net oalle Tog." ^ Im Pfarrhof zählt der Herr Pfarrer die Heller aus dem Klingelbeutel vom Kirbatag und zählt 5 K 31, 32, 33 h; im Wirtshaus zählt der Wirt fünfhundert nnd 64. 6.',. 66 Kronen. iNur 5-33 K für den Herrgott und 564 K für den Teufel.) Der Richter mit einigen Gemeinderäten zählten auch. Und was ? Die ausgeschlagenen Fensterscheiben, den» ohne Rauferei geht's nicht ab.. Das ist das Kirchweihfeft in Althütte. an ^u!z?ichmm^kn des dortigen ö«tmeiderineist>>rs Wenzel Tondd <511 f t- i e b ' -- • ■"I w*®'- „, -j,. zwischen der Türkei und den griechischen Kretern zu ermöglichen. Die Revolution in Ricaragua. Nach einer Depesche aus Blue Field» sollen die Revolutionäre bei Morritto einen kleinen Erfolg errungen haben. Auf feiten der RegieruugStruppen fei General Pedro Romero gefallen. Nach einem Telegramm aus San Juan del Luz stunden die Revolutionäre im Begriff, die Grenze von Costarica z» überschreiten; Präsident Medriz hätte deshalb die Regierung von Costariea ersucht, die» zu verhindern. Aus Stadt und Land. Die Iugsverbindung Tilli-Graz. ReichSratSabgeordneler Marckhl ersucht uns unter Bezugnahme auf die von uns an» der Grazer Tagespost übernommenen Notiz über da» Ergebnis der von ihm in Betreff der gewünschten Verbesserung der Ver'ehrSverhältnisse zwischen C'lli und Graz unternommenen Schritte mitzuteilen, daß seitens der Gener^direktion der Südbahn zwar eine eingehende Prüfung der einschlägigen von ihm mit allem Nach-drucke vertretenen Wünsche in der Richtung ihrer Erfüllbarkeit in Ansucht gestellt, eine bestimmte Zu-sage jedoch bisher leider nicht gegeben wurde. Die gewünschte Verbesserung könnte nur durch Einschaltung eines neuen den Anschluß an den sog. Pettauer-Zug bewerkstelligenden Zuges herbeigeführt werden. Die damit verbundenen Kosten bilden im Hinblicke auf die derzeitige trifte finanzielle Lage der Südbahn ein wesentliches Hindernis. Demgemäß wurde von maßgebender Seite erwähnt, daß in späterer Zeit, wenn nch die Verhältnisse bessern sollten und wenn es gelingt, die gegen den Zusammenschluß der beiden erwähnten Züge in Pragerhos bestehend?» technischen Schwierigkeiten zu beseitige«, vielleicht möglich sein wird, de« vorgebrachte« Wünschen zu entsprechen. Ankiiüpsend an diese Mitteilung geben wir der Erwartung Raum, daß es unserem Abgeordneten im Vereine mit den interessierten Körperschaften ge-lingen werde, in absehbarer Zeit diese vollauf be-rechtsten Wünsche der Erfüllung zuzuführen. Mit Recht verweist Abg. Marckhl darauf, daß diese An-gelegenheit keineswegs von der Lösung der leidigen ^auiernngsfrage abhängig gemacht werden dürfe, zumal es sich nm ein anerkannt dringende» und technisch erfüllbares Bedürfnis handelt und der neu-einzuleitende Zug an und für sich und auch infolge der zu erwartenden Steigerung der Frequenz bei günstigen Anschlüssen in den Stationen Pöltschach, Grobelno nnd Wind..Feistritz sich sicherlich rentieren würde. Gegen die geplante Weinsteuer. Ab- geordneter Marckhl hat dem ReichSrate gleich, lautende Petitionen gegen die allgemeine Weinsteuer von nachstehenden steiermärkischen Filialen der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft überreicht und zwar: Eilli, Rann a. S,, Windisch-Feistritz, Gonobitz, Rohitsch-Sanerbrnnn, Lichtenwald, Luttenberg. Klein-Sonntag, St. Lorenzen a. D., Videm. Jvankofzen und St. Georgen a. S. der Landwirtschastsgesell-fchaft; ferner der Bezirkevertretung Luttenberg, des Weinbanvereines und der Realfchulgenofsenschaft in Luttenberg. In der gleichen Angelegenheit hat Ab-geordneter M a l i k Petitionen im Namen der Filialen ArnfelS, Deutschlandsberg, Leibnitz, Leutschach. Slainz, OberradkerSburg, Wildou. Gleinstätten, Laniiach, Groß-Sonntag und Wiscll. ES fällt auf, daß sich unter den Petitionen, welche beide Abgeord^ neten überreichten, auch solche von rein slowenischen Bezirken befinden, die es offenbar vorziehen, ihre Petitionen durch einen deutschen Abgeordneten, al» durch slowenische Hetzer überreichen zu lassen. Auf der Jagd nach Renegaten. Der LandeSbürgerfchullehrer August A i st r i ch, der sich krampshaft an seinen Posten in Eilli anklammert, um seiner Rache für die Ablehnung seiner Landtag», kandidatur fort und fort stöhnen zu können, ver- 4 öffentlich» in einem Marburger Blättchen einen Aussatz, in welchem er dem Renegatentum wissen-schastlich zu Leibe rückt. Wie traurig e« in dem Oberstübchen dieses sonderbaren Iugendbildncrs aussieht, kann man schon daraus entnehmen, daß er zum Grundton seiner Ausführungen den Satz er-hebt: „Nur nach den Taten dars man den Mann beurteilen" und doch unsere tätigsten, nm das deutsche Volkstnm am meisten verdienten Männer mit seinem giftige» Geschreibsel in den Kot zieht, weil er weiß, daß seine vorgesetzte Schulbehörde, der Landesausschuß, einem Aiftrich alles gestattet. Nur um zu zeigen, wie verlogen dieser Mensch ist, seien hier die Worte angeführt, die er dem Ob-manne des Deutschen Vereines, dem Stadtamts-Vorstände Dr. Otto Ambroschitsch widmet. Er schreibt: „Der Bater des Cillier AmtsvorstandeS Dr. Ambroschitsch konnte damals, als er in die f. k. Lehrerbildungsanstalt in Laibach eintrat, noch nicht deutsch. Sein Sohn, der AmtSvorstand von Eilli, wurde in Ratschach in Krain geboren und genoß eine slowenische Jugenderziehung. Er besuchte, trotz BorhandenseinS, keine deutsche Volksschule, sondern die rein slo-w e n i s ch e U m g e b u n g S s ch u I e, in deren goldenem Ehrenbuche er noch verzeichnet erscheint. Ist der Mann ein Renegat? Nein, sagen wir! Er hat sich, soweit die Nachweise reichen, niemals als Slowene betätigt. Aber Renegaten-blut rinnt in seinen Adern, woraus ihm jedoch kein Vorwurs erwächst." Hier ist jeder Satz eine Lüge. Als der Vater des Herrn Dr. Otto Ambroschitsch in die Lehrerbildungsanstalt in Laidach eintrat, beherrschte er die deutsche Sprache vollständig, denn er hatte vorher die vier erste» Klassen des deutschen Staatsgymnasiums in Laibach mit bestem Erfolge besucht. Im Hause wurde nie ei» slowenisches Wort gesprochen und die Behauptung von der slo-wenischen Jugenderziehung ist eine ganz beispiellose Erfindung. Herr Dr. Otto Ambroschitsch besuchte die Volksschule in Leibnitz in Mittelsteiermark nnd die städtische Volksschule in CiLi. In einem goldenen Ehrenbnche war er leider nie verzeichnet. Dies zur Steuer der Wahrheit. Es kann im Uebrigen dem Stadtamtsvorstande Dr. Ambroschitsch wohl gleich« giltig sein, was ei» Aiftrich über ihn schreibt. Aber man muß doch seiner Empörung darüber Ausdruck geben, daß Herr Aiftrich den traurigen Mut findet, einen alten Schulmann, wie den Bater unseres Stadt-amtSvorftandeS, der feit einem halben Jahrhundert im Dienste der Schule steht, der im Dienste für das Deutschtum und für die Freiheit in Ehren grau geworden ist, zum Renegaten zn stempeln, ihn herab zu fetzen. Ein Lehrer, der solches zustande bringt, hat das Recht verwirkt, sich von den vorgesetzten Behörden Gnaden zu erbitteln. Herr Aiftrich hat den Nagel aus den Kops getroffen: Das hiesige slowenische Tagblatt, welches die böswilligen Er-findungen Aiftrich» als bare Münze hinnimmt, spendet ihm warmen Beifall und man sieht schon förmlich die Zeit, da in dem windischen Bauerndorf, wo die Wiege der Väter unseres treudeutschen Aiftrich gestanden, für diesen eine windische Gedenk-tafel errichtet werden wird. Todesfälle. Am Montag starb hier der k. k. Major d. R. Herr Karl HSttl. Der Verstorbene war Besitzer der Mtlttärverdienstmedatlle, der Krieg«mtdaiZ«, der Erinnerungsmedaille 1864 und de« Militärverdienst, »eichen« 3. Klasse. Er war jutetzi im 27. Infanterie > Regiment Leopold II. König der Belgier Stab«ofsijier Da« LeichenbegSngni« fand beute um 4 Uhr nachmittag« »on der Leichenhalle be« städtischen Friedhose« unter militärischen Ehren statt. — Nach langwieriger, schwerer Krankheit verschied der Hau«b«fitzer und Schmiedmeister Herr Martin Grill« tz im Alter von 44 Jahren. Gestern fand da« Leichenbegängnis unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung statt. Die Freiwillige Feuerwehr, deren verdinistvolle« Mitglied der verstorbene war gab mit der Eillier MusikvereinSkapelle da« Geleite zur letzten Ruhestätte. An dem Leichenbegängnisse be teiligten sich auch der Deutsch« Sewerbebuud und die Bau- und Metallgewerbegenofsenschast. Herr <3rtlletz Akntsche Wacht war ein strammer teutscher Mann, ein fleißiger un>. tüchtiger Geschäftsmann, ein musterhafter Familien vater. Eine unheilbare Krankheit streckte in euf da» Krankenlager von dem ihn nach monatelangen, mit Geduld ertragenen Leiden der Tod erlöste. — Die Eide sei dem armen Dulder leicht l Männerortsgruppe Eilli des Deut-fchen Schulvereinis. Montag abends fand im Deutschen Hause die Jahreshauptversammlung der MänneiortSgrupp« Eilli des Deutschen SchulvereineS bei sehr gutem Besuche statt. Der Odmau» der Ortsgruppe Herr Bergkommissär Bruno Bauer erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Au3-schusscS, dem es vor allem gelungen ist, im abge> laufenen Jahr« eine Frauenortsgruppe in Eilli ins Leben zu ruf«n Trotzt des mit die'er Gründung verbundenen MitgliederabsalleS ist die Zahl der Mitglieder nur um einige wenige gesunken und beträgt dermalen 272. Der Bericht wurde mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen, ebenso auch der des Zahlmeisters Herrn Dr. Otto Perko, welcher den stattlichen Betrag von 1388 Kronen an die Hauptleitung abgeführt hat Hi.von entfallen mehr als 400 Krone» auf die Sammelbüchsen. Die Neuwahl des Ausschusses hatte nachstehendes Ergebnis : Obmann Herr Bergkommissär Bruno Bauer. Obmannstellvertreter Herr Ferdinand Porsche, Lehrer, Schriftführer Herr Franz Fritz, Geometer, dessen Stellvertreter Herr Max Loben-wein, Lehrer. Zahlmeister Herr Alfred W e n d l e r, Bürgerschullehrer, dessen «tellvertieter Herr Franz Handl Gymnasialprosessor Zu Vertretern für die zu Pfingsten in Graz stattfindend« Hanplveriämm lung de» Deutschen SchulvereineS wurden dir Herrn Professor Handl und Bürgerschullehrer Wendlcr gewählt. Eillier Männergesangverein. F>«ttag abend? um 6 Uhr findet die Generalvrvbe für den Damenchor und anschliehend daran die letzte Prov« für den Män-erchor statt. Mit Rückficht auf die Wichtigkeit der Probe wird gewih kein« Säng«rin und kein San gc«bruder der Probe fern bleiben. Iagaball des Eillier Männergesang-Vereines. Der Jagaball findet nun euvltch in drei Tagen statt und zwar nicht am 6. März, sondern am SamStag den 3. M ä r z. wie die Entladungen und Maueranschläge uns schon längst verkünden. Die letzten Vorbereitungen haben die arbeitsfrohen Ausschüsse getroffen und glücklich voll-endet und mit Recht ist seine fieberhafte Aufregung der letzte» Zeit begründet gewefcn, wen» man be-deukt, was in so kurzer Zeit eine kleine frohe, sangeslnstige Schar sich zur Aufgabe gestellt hat. Niemand versäume es, die weuigen heiteren Stun« den zu genießen, die lustige Sänger und frohe Jäger schaffen können. Auch an» weiter Ferne haben Freunde ihr Erscheine» zugesagt, so daß zum Beispiel aus Obersteier ein eigener Zug eingeschaltet werden müßte, nm nicht den geregelten Eisenbahn-betrieb zu verhindern. Für das Tanzbeinschwingen sorgen einheimische Musikkapellen. Für Herz und Gemüt ein Opern-Waldhorn-Quartett, das für den Abend schon gesichert ist. fow'e die Damen- und Männerchöre und das Vereinsquartett. Der gemischte Ehor wird zu Beginn das echte Volkslied: „Senn-denn, du bischt mei Freud" zu Gehör bringen, anschließend daran den sechsstimmigen Chor: „Höre", dann singt der Männerchor den heitere» Ehor: „Gamferlu schießen". Selbstredend sind für die Art der Darbietung ganz besondere Ueberrafchungen vorbehalten. Haben doch die einzelnen Ausschüsse Tag und Nacht gearbeitet, etwas Gediegenes zu schaffen und hat, um ja zu verfuchen, ob alles gut ist. schon eine Kraftprobe des echten, edlen Münchener HofbräueS stattgefunden. Diese Kraftprobe ist so glänzend ausgefallen, daß man nach ihr zu schließen, nicht die geringste Furcht vor einem tadellosen Gelingen zu liaben braucht. Wir können nur nochmals ansrufcn: „Niemand bleibe dem Jagaballe ferne, denn es wird einfach sakrisch guat und lusti sein!" Der Wirtschaftsverband Cilli hielt am SamStag den 26. Februar d. I. im Hotel „Post" seine diesjährige Hauptversammlung bei außerge-wöhnlich starkem Besuche ab. Der Tätigkeitsbericht deS Ausschusses wnrde mit lebhafter Befriedigung aufgenommen, dem ganzen Ausfchuffe der Dank au»-gesprochen, dem Säckelwart für seine geradezu muster-giltige Kasfaführung die Entlastung erteilt. Die ziffermäßigen Ausführungen ergaben, daß der Ge» fchäftsumsatz in Wirklichkeit doppelt so groß war, wie ursprünglich angegeben. Der Geschäftsverkehr wickelte sich ganz glatt, zur vollsten Zufriedenheit beider Teile ab. Dabei wurde da» Bedauern darüber i'.intE:: 18 aitSgefprochen, daß daS Geld meist an auswärtige Fir-men gesandt werden mußte, weil die hiesige Kaufmann^ fchaft dem Verbände kein Entgegenkommen zeigte, so daß die eingeleiteten Verhandlungen ergebnislos blieben Mehr Verständms fand der Verband beim löblichen Gemeinderate. Dies hat er wohl der strammen Vertretung durch sein Ausschußmitglied, dem Gemeinderat Herrn Anton Gorinfchegg zu verdanken. Herr Gorinschcgg e stattete Bericht über seine bisherige Tätigkeit im Gemeinderate. Ans diesem konnte ersehen werden, daß der Verband an Herrn Gorinschegg eine» tüchtigen und verläßlichen Anwalt besitzt. ES wurde ihm hiefür der wärmste Dank und das vollste Pertrauen ausgesprochen und daran die Bitte geknüpft, er möge auch fernerhin die Interessen deS Verbandes, und damit aller jener, die mit sesteii Bezügen angestellt sind uud daher eine Preissteigerung, wie solche ja an der TageS-ordnnng sind, nicht aus andere abwälzen können — so wacker vertreten wie bisher. Am Verbände werde er stets einen sicheren Rückhalt finden. Die Neu-wählen ergaben die stimmeneinhellige Wiederwahl des bisherigen Ausschusses bis auf ein einziges Mit-glied, welches wegen langdauernder Krankheit leider aus dem Ausschule scheide« mußte. Nach Schluß der Versammlung bliebe» noch viele Teilnehmer in gemütlichster Stimmung beisammen. Eillier Wirtschaftsoerband. Die Mit-glieder des Wirtschaftsverbaudes werden aufmerksam ge-macht, daß der Vertrag bezüglich Kohlenlieferung mit Ende April abläuft. Diejenigen Mitglieder, die sich noch mit Kohle um den gegenwärtigen Preis zn versehen wünschen, wollen die Bestellungen ehe-baldigst bewirken. Ein Knabe von einem Wagen über-fahren. Nach dem Dienstag nachmittag »altge-su-'denrn Leichenbegingiiisfe d«s LchmiedmustrrS Martin Grilletz rückl« die hiesig« freiwillige Feuerwehr unter Musikkläng«» in die Stadt ein. In der Rathausgasse sch«uten die Pfe-de eine» leichten Wagens. Hiedei wnrde der fünfjährige Knabe Josef Nein! ich, der Sohn deS Bahnbediensteten Anion Reinifch, von den Pferden umgerisfen. geriet unter den Wagen und erlitt einen Bruch des rechte» Oberschenkels Der Schmiedmeistei Franz W e st e r-mayer brachte das verunglückte Kind in die städtische Sicherheitswachstube, wo ihm der Stadtarzt Herr Dr. Eduard Gollitfch einen Notverband anlcgte und eS dann in daS allgemeine Krankenhaus bringen ließ Offene Stelle. Bei der k k. BeziikShaupt. Mannschaft als Steuerbehörde in Cilli ge-langt di« Strll« «ineS K a nzleigehilfen eventuell einer Kanzleigehilfin mit 2». März l. I. zur Besetzung. Erfordernisse: Vollkommen« Kenntnis der deutschen und slowenischen Sprache in Wort und Schrift und Maschinenschreiben und vollkommene Undescholtcnhkit. Bewerber oder Bewerberinnen, welche der Stenografie mächtig sind, werden bevor-zugl. Gesuche biS 10. März 1910 bei odigrr Behörde. Persönliche Vvlstellung erwünscht. Aus der Theaterkanzlei. Donnerstag den 3. März gelangt der ungemein lustige Schwank „O, diese Schwiegermütter" Madame Bonivard) vou Alexander Biffo» zur Aussühruug. Der Bonvivant Herr Beraun au» Graz tritt in diesem Werke zum zweitenmal« vor daS Cillier Publikum. Sonntag den 0. März geht zum ersten-male die Operetten-Novität „D a S Glückschwein-ch c n" vou Edmund EySler mit Fräulein Jda Ruschitzka in der Hauptpartie in Szene. Ortsgruppe Eilli des Verbandes deutschvölkischer Arbeiter. Am Sonntag hielt diese Ortsgruppe im Verbandsheirne Gasthaus Krell ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Ver sammluug war sehr gut besucht. Der Obmann, Herr Findeife», begrüßte die Mitglieder und den Vertreter der Presse aus das herzlichste und teilte zunächst die Eiuläufe mit, welche zur Kenntnis ge-nommen wurden, worauf die Tagesordnung erledigt wurde. Nach Verlesung des Protokolls der letzte» Hauptversammlung erstattete der Schriftführer. Herr Wettl, den Jahresbericht. Aus diesem entnehme» wir u. a., daß die Ortsgruppe 6 MonatSverfamwlungen. 2 Vollversammlungen, 18 AuSfchußsitzungen und eine Bundeshauptversammlung am 30. Mai, abhielt. Die ^itgliederzahl schwankte zwischen 120 biS 130. Der Verband beteiligte sich am Burschenschaft« -kommer» am 29. Mai. an der Sonnwendfeier im Waldhaufe am 24. Juni, beim Sommerfest des deutschnationalen HandelSgehilfenverbande», bei den Julfeiern de» „Anker", de» deutschnationalen Handels-gehilfenverbände» und de» Turnvereine». Eine» sehr guten Besuche» erfreuten sich die Sylvesterfeier, die Tanzübungen und da» Schlußkränzchen im Hotel Nummer 18 „zum Mohren". Der Rechenschaftsbericht schließt m>l einer ehrenden Anerkennung der Verdienste der BerbandSleituug und namentlich des Obmannes Herrn Find eisen, dem die Versammlung den Dank aus» spricht. Der Lassebericht des Zahlmeisters Herrn Kallan wird geprüft, sür richtig befunden und dem Zahlmeister unter Dankcsworten die Entlastung erteilt. Aus dem Bericht des ObmanneS geht hervor, daß das abgelaufene BereinSjahr ein besonders be° deutsames war, da ja während desselben in Cilli die Bundesbauptversammluug stattfand, bei welcher der Beschluß gefaßt wurde, die GewerkschastSorgani-fation für die Alpenländer durchzuführen. Der Ob-mann drückt in feinem Berichte alle» jenen, die dem Verbände ihre werktätige Unterstützung zu-kommen ließen, so insbesondere der städtischen Spar-lasse, der deutschen Kaufmannschaft und Bürgerschaft, der deuischen Lokalpresse, der Firma Westen, den Deutschen Stores den Dank deS Vereines aus. Er schließt seinen Bericht mil der Aufmunterung z» reger Vereinstäligkeit, aus daß der Verein jene hohe Stufe erreiche, die er einzunehmen berufen ist, damit der Verband ein achtunggebietender Faktor in der Grenzstadt Cilli werde. Nach dem Berichte des Buche,warte» Herrn Kullich wurde zur Neuwahl geschritten, welche folgendes Ergebnis hatte. Obmann Herr Findeifcn, Stellvertreter Herr Kautzia», Zahl-meist« Herr Kalla», Schriftführer Herr Kullich. Bucherwart Herr Bratfchitsch, Beiräte die Herren Tertichek, Strahl und Fuhrmann, Rechnungsprüfer die Herren Binder unv Sommeregger. Zu Delegierten für die Bundeshauptvcrsammlung in Leoben wurden die Herren Findeisen und Kallan gewählt. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. Musikverein Eilli. (Zweites Sym-phoniekonzeri) Äm Sonntag de» 13. März 191> um 7 Uhr adendS findet im großen Saale des Deutschen HauseS bis zweite diesjährige Sym-pbonickouzert des Musikvereiurs Cilli mit folgender Vortragsrndnung statt: 1 Beethoven: Ouverlure zu Eonolau, op. 62. 2. Josef Joachim Raff: Konzert für Violoncello mit Orchester in D moll, »>>. 193. 3. Beethoven: Symphonie Nr. 3 in ES dur (Etoica) op. 55. 5aS Konzeit ist geeignet, besonderes Interesse zu erwecken, da es u»S zum ersten Male Gelegenheit bieten wird, Herrn Kapellmeister Karl geifert als Dirigenten symphonischer! Musik kennen zu lernen. Ueberdies wird Herr Dr. Otto Kall ab, dessen künstlerisches Können aus dem Ge-biete der Kammermusik wir bereits wiederholt be^ wundert habe», diesmal als Konzertjolist durch den Vortrag des Raff'schcn Cello Koncertes u»s erfreuen. Wir machen die Besucher des Konzeiles schon jetzt darauf aufmerksam, daß der Musikverein einer in größeien Städten bestehenden Uebung folgend, die bei Breitkopf-Härtel in Leipzig erschienenen kleinen Konzeitführer zur Verfügung stellen wird. Diese Konzertführer welche an der Hand von Nolenbei-spielen und Jnstrumentationsangabcn eine ausführliche Erläuterung des Ausbaues und der Themen der Werke geben, sind den Konzerlbefuchern zur Borde-reitung für den Genuß des Konzertes wärmstens zu empfehlen Der Kartenvorverkauf findet aus Ge' fälligkeit bei Herr» Franz Kr ick, Bahnhofgafse, statt. Preise der Plätze: n) sür Mitglieder: Parkettsitz 1. biS 6. Reihe 2 ». 7. bis 1Reihe K 1.40; bl für Nichtmitglieder: 3 K und K 2.20; Stehplätze 80 Heller Gaklerieeintntl (wie Schülerkarien) 50 Heller. Aus der steirifchen Lehrerschaft. In der letzten Versammlung des Deutschen Lehrerver-eines in Pettau wurde i^er Antrag des Ausschusses unter großem Beifalle H»err Dr. Gustav Delpiu einstimmig zum Ehrenmitgliede des Vereines ernannt. Ferner wurde folgende Entschließung, eben-falls einstimmig, angenommen: Der Lehrerverein Pettau spricht dem Abgeordneten Otter für seine kräftige Vertretung der Schul- und Lehrerinteressen im Landtage den wärmsten Dank aus. Gleichzeitig verurteilt er die von den slowenischen Abgeordneten mutwillig herausbeschworeue Obstruktion, durch welche die rechtzeitige Behandlung der LehrergehaltS-frage, die einen der dringendsten BerhandlungS-gegeiistände des Landtages bildet, verhindert wurde.. Willkür einer windischen Gemeinde Vertretung. Der windisch« Gemeindeautschuß von Sl. Lorenzen ob Proschia hat in einer seiner letzten Sitzungen einen seit Jahrzehnien von den Bewohnern dieser Gemeinde und jenen der Nachbargemeinden be-nützten Weg, also einen öffentlichen Weg, als Privat-weg erklärt, ohne die gesetzlich erforderlichen M^ßnah-. me» zu treffen Dieter Weg bildete den Gegenstand eine» Pr»zesse« und obwohl dieBezirk«hallplmannIchast ihn 1 schließlich all öffentlichen Weg erklärte, hat der Gemeinde-ausschuß abermals erklärt, der Weg sel ei« Privat- Deutsche Wacht weg. Gegen diesen Beschluß haben nun 20V Besitzer in der eigenen, wie in den Nachbargemeinden den Rekur« ergriffen. Abermals ein Beispiel, wie weit die windische Willkür selbst gegen die eigenen BolkSge-nvssen geht. Ein vermißtes Schulkind, Au« M,xau wird uns geschrieben: Der acht Jahre alte Johann Kleinschek, Schüler cer ersten «lasse und Keuschler»-söhn au» Maxau ist seit 21. Februar vormittags abgängig. Er ging am gtiiannten Tage um 2 Uhr nachmittags au» der Schule und wurde zuletzt bei-läufig um 3 Uhr nachmittag« nächst dem Jeltove^bache gesehen Seine Schulrequisiten wurden bei dem Nach-suchen nach dem «naben im genannten Bäte gesunken und ist anzunrhme.i, daß de,selbe in den damals an-ge>chwel?ten Bach fiel und darin den Tod fand. Zweckdienliches wolle der k k BezirkShauptmannschait in Marburg angezeigt werden. Der Fall Schmoranzer und unsere Abgeordneten. Man schreibt aus dem Abgeordnetenhaus? : Unter den steiermärkische» dentschsreiheit-lichen Abgeordneten herrscht wegen der Ernennung deS als eifrigen slowenische» Agitators bekannten sloweniscyen BezirksschnlinspektvrS Schmoranzer, zum Uebungsschullehrer au der deutsche» Lehrer-Bildungsanstalt in Marburg eine tiefgehende Er-regung. Es wird ein gemeinsamer, energischer Schritt bei der Regierung geplant. Die Erbitterung richtet sich in erster Linie gegen die Person deS Statthalters, als Vorsitzende» des Landesschulrates, der gegen die Deutschen der Unlersteiermark ein sonderbares Spiel treibt und in jeder mögliche» Weise die Slowene» bevorzugt. Abgeordneter Malik teilt der „Mubiiig« Zeitung" zu dcm Gegenstände mit, daß unter solchen Verhältnissen öffentliche A»-griffe auf die Person deS Statthalters sowohl als anch auf die einzelnen Mitglieder des LandeSschul-rates erfolgen werden nnd müssen. Ein Vermächtnis. Der am l6. Juli 1909 in Graz jät> verstorbene Techniker Alfred Hinterhölzl hat s inen Nachlaß im Betrage von 1750 Kronen der Schulvcreinssache zugewendet und als Erblasser in einer letztwillige» Verfügung angeordnet, daß die Südmark und der Deutsche Schulverein in den Besitz dieses Erbes trete» sollen. Das ist nach längerer Zeit wieder ein größeres Bermächiuis, das die unerschütterliche deutsche Gesinnung des Ver-ewigten bezeugt und dem Toten ein ständiges An-denke» im Ebrenbuche sichert. gum verkaufe des Gutes Pragwald. Das Grazer Tagblait bringt in seiner Dienstag Abendausgabe von angeblich gut unlerrichteter Seite die Aufleben erregeide Mitteilung, daß hinter Herrn Johann Grenka, n>,, ein verläßlicher deutscher Parteigenoss«, der alleinige Käufer dieses Gu.«s ist mit der A^ramrr Parzellierungsbank in keinerlei Beziehungen steht und d-ß ihm au» vollkcmmen feine liegt mit dieser Ba f bezüglich deS Guieo Pca.»valv in irgendwelche ge-schäfiliche Hrziehung«» einzutreten. Die Einsendung im Grazer Tagblatt« stammt auch von einer Seite, welche in diesem Falle lediglich von Geschäft«rückstcht«n ge-leitet wird und von dem Bestreben, den Wert de» GuieS a»S eigennützigen Zwecken herabzusetzen. Denn wenn dieser Herr da» Gut selbst gekaust hält«, wäre eS heute mindesten» eine Million welt. Um den Wer« herabzusetzen wird angeführt, daß auf dem Besitz« Pachtverblnvlichkeit.n aus mehiere Jahre hinaus lasten; die« ist gar.z unrichtig, weil die bestehenden Pachtver träge eben durch den Äauf zunichte gemacht werden, zumal ste grundbücherlich nicht einverleibt sind. E« fällt jeroch dem gegenwärtigen Besitzer keineswegs ein, den biSh rbeiier die ArbeiiSeinsttllung beschlossen, weil der Geineinderat am Freitag ihr Begehren um Taglohrerhödung abgelehnt hatte. Die Stadt bat sich an da« Sorp«kommando mit dem Ersuchen gewendet, für die Pferbea?»r:ung Fuhrweiensoldaten beizustellen. Für di« Mthrung»arb«it wurden von der OberstaatSanwaltschaft Siräflinge verlangt. - Bor-gestern haben di« Rauchfangkehrergehilfen d n Ausstand beschlossen Vermehrung der Arbeitskräste in der Südmark-Hauptleitung. Eine außer-ordentliche HanptleitungSsitzung, an der auch Ver-treler der einzelne» Schutzgebiete teilnahmen, fand es bei den ständig wachsenden Geschäften, die eine außerordentliche Anforderung an die Arbeits-kraft der einzelnen Herren stellen, sür notwendig, die Zahl der Mitglieder zu vermehren. Es ergingen an mehrere um die nationale Sache verdiente Männer Einladungen, in die Hauptleitung einzu-treten und an de» Arbeiten und Beratungen der-selben teilzunehmen. Erfreulicherweise hat sich keiner der Herren dieser Berufung entzvgen. Es gehören nunmehr der Hauptleitung als neue 'Vertreter und Mitarbeiter an: Dr. Günter Berka (Wien), Prof. Dr. Karl Schüller (Mödling) ferner Ingenieur Otto Schueller (Hallein), phil. Gustav Pfeiffer (Graz) und Prof. Franz Held (Graz). Hagel im Februar. Aus Lichtenwald, 27. v., wird uns geschrieben: Heule um halb 11 Uhr abend setzte bei mittelstarkem Westwind ein Hagel ein, der Schloßen bis Linsengröße brachte. Der Bäckerlehrling und das Bauern« weid. Am 25. v. snhr in Pettau ein Bäcker« lehrling auf einem Rade ohne Bremse durch die steil abwärts führende Bürgergasse. Ein Bauernweib konnte trotz der Ruse des Burschen nicht mehr ausweichen, so daß dieser mil voller Heftigkeit in sie hineinfuhr. Das Weib wurde ungefähr zwei Meter weit geschleudert und fiel auf daS Gesicht. Dabei schlug sie sich einen Zahn ein. Ratlos stand der Bäckerjiiuge dabei und suchte seine Taschen aus. Er überreichte der Frau seine ganze Barschaft im Beirage von 5 K 44 !i und wollte sie damit ent-schädigen. DaS Weib »ahm das Geld an, kam aber nachmittag wieder in die Stadt. Mittlerweise war ihr der Mund angeschwollen. Sie verlangte deshalb eine größere Abfindungssumme, da sie die 5 K 441, nur für den Zahlt allein genommen habe. Los von Rom. Im Jahre 1909 sind in Steiermark insgesamt 587 Uebertritte zur evan-gelischen Kirche ersolgt, um 43 weniger als im Jahre 1908, aber noch 14 über dem Jahresdurchschnitte. Diese verteilen sich so: Graz 188, Marburg 131, Leoben 89, Knittelseld 47, Brück 24, Eilli 18, Leibnitz 16, Pettau 14, Stainz 10, Fürstenfeld 9, Mürzzuschlag 9, Eggenberg 7, Mahrenberg 7, Peggau 4, Aussee 3, Feldbach 3, Rottenmann 3, Nadkersburg 2, Judenburg 1, Mariazell 1, Schladming 1. Seit 1898 sind 6874 Uebertritte vollzogen worden; damals gab es im ganzen Lande etwa 1 l.500 Protestanten, heute sind deren 21.500. gum Nachdenken. Das österreichisch un-garische Heer zählt im Frieden 380.866 Mann und 28.742 Offiziere, also auf je 14 Mann einen Seite 6 Osfizier. In Böhmen werden 424.440 deutsche Schulkinder von 8016 Lehrern unterrichtet; auf 53 Schüler entfällt durchschnittlich also ein Lehrer. In anderen Kronländern ist es noch viel schlechter-, es kommen da ans einen Lehrer ost über 100 Schulkinder. Gonobitz. (R o n ) e r t.) Tat hiesig? Liebhaber Orchester gab unter der Leitung des Herrn Mtd.-Dr. Kadiunig in WerbnigS Gasthaus ein Konzert zu Gunsten der deutschen Schule in Gonobitz Der Besuch war zahlieich und die Ta'b'etnngen de« Orchesters vorzüglich. Einzelne Stücke der Vortiagsordnung muß ten wiederholt werden. Die Begleitung am Klavier besorgte in liebenswürdiger Weise Frl. Negri. Schönstein. (L i e d e r r r a n j) In der letzten Sitzung de« MänncrgeiangvereineS „Li'dcrkranz" wurde die Neuwahl vorgenommen, welche folgende« Ergebn!« hatte: Herr Li tor Haute, Vorstand; Herr Aloi« KessSr, Vorstand SteUverireter: Herr Caepar Hrovath, Sang-wart und Herr Josef Simmerl, Schrifisührer und Säckel war». Windischgraz. (W ä h l e r v e r s a m m -lnng.) In der Rontag den 28. Februar 1910 im „Hotel Post" stattgefundenen Versammlung der Landtagswähler der Stadt Windischgraz erstattete der LandtagSabgeordnete Bürge,meiiter Alois Langer seinen Tätigkeitsbericht im steirischen Landtage wo-rauf stimmencinhellig nachstehende Entschließung angenommen wurde: Die heute im „Hotel Post" versammelten LaudtagSwähler der Stadt Windisch, graz nehmen den Bericht ihres Abgeordnete» Heirn Bürgermeister Langer zur Keunlai«, danken ihm für seine Tätigkeit im steirischen Landtage nnd fordern von ihm, daß er sich in Verhandlungen über die Einstellung der slowenische» Obstruktiv» im steirischen Landtage, die als eine politische Komödie angesehen werden muß, gar nicht einlasse. Der Herr Abgeordnete wird aufgefordert dafür sich ein-zusetze», daß von seinen» Varteiverbande der Antrag aus Einführnng der deutsche» Verhandlungssprache dem steiermärkischen Landtage zur Beschlußfassung vorgelegt werde. Windisch - Feistritz. (Marktverhält-n i f f e.) Unser Matthänsmarkt siel wegen des herrlichen FruhlingSwetterS sehr gut aus, denn es kamen sehr viel fremde Käufer uud zahlten sehr gute Preise. Anfgetricben wnrde» 790 Stück Ochsen, Preis 64 bis 68 Kronen Lebendgewicht per Zentner, fernerS 240 Stück Kühe, 36 Stück Jungvieh nnd 25 Stück Pferde, zusammen also 1091 Stuck. Der Futtermangel ob der seit zwei Jahren in nnferer Gegend herrschenden Dürre macht sich bemerkbar, da von über 1000 Stück Rindvieh kanm 26 Stück Jungvieh zu Markte kamen. Eine enorme Fleisch-teuerung im Lause dieses Jahres >u u»scren Kreisen ist zu besürchtcn, da es mit dem Nachwuchs im Biehstande in unserer Gegend sehr schlecht steht. Ans der Station Windisch-Feistritz Stadt wurde» verladen 23 Waggon Prima-Ochsen nnd zwar 19 Waggon nach Mähren, 4 Waggon Znchtochsen nach Leibnitz. Nächster Viehmarkt hierorts findet am schmerzhasten Freitag, daS ist am 18. März, statt und ist auch ein größerer Auftrieb zn gewärtigen. Rann a. d. Save. Der Deutsche Turn-verein hielt kürzlich seine Hauplversammluug ab. Der Sprechwart Dr. Janesch begrüßte die Er-schiene»?» und berichtete über die Tätigkeit des Vereine» im verflossenen Jahre, wobei er aus de» glänzenden Verlauf des Bezirksturnfestes und der Fahnenenthüllung am 17. und 18. Juli 1909 hin-wies, die eine» Markstein in der Geschichte der Stadt Rann selbst und des Vereines bilde» Nach Erstattung der Berichte durch die einzelne» Aemter« sichrer wurde die Wahl des Turnrates vorgenommen; sie hatte folgendes Ergebnis: Sprechwart Doktor Hans Janesch. Sprechwart - Stellvertreter Franz KankowSky, erster Turnwart Ernst Schmidt, ziveiter Turnwart Richard Kniewasser, Schristwart Franz Swoboda, Säckelwart Adolf de (Sofia, Zeugwart Gustav Paidasch nnd Fahnenjunker August Kapser. Anschließend an diese Versammlung hielt auch die Sängerrunde des Vereine» die Hauptversammlung ab. In den Vorstand wurden nachstehende Herren gewählt: Obmann: Bürgermeister Faleschini; Sangwart: Lehrer Rentmeister; Schristwart: August Kapser; Notenwart: Ernst Schmidt. Schaubühne Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Akten von Hermann Snderinanu. Man könnte meinen, daß Stücke, die dem Spielplane des Burg-theaters entnommen sind, doch stellenweise den Anstrich d«S Klassischen, wenn auch in modernem Gewände, besitzen. Was macht nun ein Stü«/ Deutsche Wacht bedentend, packend? Die Ausarbeitung starker, glanbenswürdiger Charaktere, die scharst natürliche Zeichnung menschlicher Kraft und Schwäche, mensch-liche» Denkens nnd FühleuS. Ei» Charakter aber wird zum Räthsel, wen» ihm der natürliche menschliche Zug sehlt. Und nvri solche Räthsel bringt nnS Sndermann in seinem Schauspiel. Es muß eiu Charakter wie der des Rektor Wiedemauu für jeden menschlich denkenden Zuschauer ein Räthsel sein und bleiben. Männer dir den moralischen Zusammenbruch ihrer Frau komme» sehen, die sich daraus vorbereiten und dann das gestolperle Weib verzeihend in die Arme schließen, gibt es nicht, außer ihre Ansichten über Moral und Ehe müßten ans pathologischer Grundlage aufgebaut fein. Suder-mann versucht es allerdiuqs, durch die Schilderung der harten Jugendzeit nnd der schweren Schicksals-schläge, die Wiedemann mitgemacht hat, dem Pnbli-kum eine» solche» Charakter aufziischmeichcl». Nichts destoweniger bringt er nnS über den Gedanken des Widernatürlichen nicht hinweg. Ein ebensolches Schemen stellt Sudermaun uns in dem junge» Lehrer Daugel auf die Bühne. Die Schüchternheit nnd Gepreßtheit des jungen Mannes streist hart an die Grenze des Kretinismus. ES mag der Eindruck, den wir von dieser Figur erhielten, auch stark vou der subjektiven Auffassung des Darstellers beeinflußt sein. Auch iu das Leben und Denken eines Röknitz könne» wir nnS nicht so recht hineinfinden. Wir wissen zum Schlüsse nicht genau, haben wir eiu menschliches Tier, einen Ver-brecher a» der Moral oder einen wirklichen starken Menschen vor uns, der sich Über die Schranke» der Kleinlichkeit und durch ein starkes nerotifches Gefühl getrieben, hinwegsetzen will. Fein ausgearbeitet ist nur die Gestalt der Elisabeth, ein Frauchen, deren Innenleben nnd Kämpfen meisterhaft gemalt ist. Die Darstellung war keine schlechte zn nennen. Frl. Bella» gab die Elisabeth mit aller Feinheit nnd Innerlichkeit, die ans ein tieseS Verständnis der Rolle schließen läßt. Herr Richter gab den Wiedemann mit Routine aber wenig Gesühl. Herr Hohenau als Röknitz war sehr gut, bis auf die ^iebeSszenc im zweiten Akte, die einen — gelinde gesagt — peinliche» Eindruck machte. Erwähnen müßen wir noch Frl. Hübl. Ihre Helene war gut nnd griff ans Herz. Herr Mahr gab dem Dangel zu viel Schwäche. Das Publikum wurde nur im zweiten Akte etwas warm, wo es kräftigen Applaus gab. Anzengruber's „Der Pfarrer von Kirch-selb" hat bei der samsiägigen Vorstellung ein volles Haus erzielt. Es war der Ehrenabend des beliebten Schauspielers und Spielleiters Herrn Carlo Felda. Herr Felda gab den Wnr-el-Sepp, abgesehen von einigen kleine» Schwäche» im Dialekt, mit Meisterschaft. Der beliebte Künstler wurde anch mit kolossalem Beifall belohnt. Den Pfarrer gab Herr Hohenau. Doch fand er erst im dritten Akte den richtige» zu Herze» gehenden Ton. Ein rei-zendes Annerl brachte uns Frl. Newald, von dem wir gar nicht vermittele», daß es so zarie Sauen anschlagen könne. Auch die übrigen Darsteller gaben sich die größte Mühe um das Gelingen des Stückes, da« auch volleü Ersolg hatte. Uebrigens würde es gar nicht schaden, wenn man öfter Stücke ähnlicher Tendenz bringen würde. Die Muse an unserer Bühne ist schon etwas allzuleicht geschürzt. Herichtssaal. Marburg, 25. Februar. Eine wilde Szene am Bahnhose in Pragerhof. In der Nacht zum 8. Juni v. I. fuhren mit dem Schnellzuge von Pettau über Pragerbos der Schweinehändler Josef Jeza aus Pcltau, ferner der AdvokatllrSbeamte Alexander Pliberfqck, der Zucker-bäcker Jllich ans Marburg uud der Besitzerssohn Spur, lauter slowenische?tar»dnjaki. Sie stänkerten aus die übrigen Fahrgäste, sangen slowenische Hetz-lieber und machten eine» derartigen Lärm, daß der Schaffner sie wiederholt zur Ruhe mahne» mußte. Seine Mahnungen waren aber frnchtloS. AIS der Zug gegen 2 Uhr nachts in Pragerhof angekommen war. machte der Schaffner dem Verkehrsbeamien Rizzi, der den äußeren Dienst versah, die Anzeige von den Krawallen der genannten Gesellichast im Zuge. Diese stieg aus und begab sich in die Bahn-hofrestauratiou, wo sie aber die lärmenden Auftritte in herausfordernder Weise fortsetzte. Dabei trat einer au» der Stäukerergesellschast dem Beamten Znnegg. den man ebenfalls anstänkerte, aus die Zehen, nnd Josef Jeza führte sogar einen Schlag gegen ihn. Nummer 1? Da Znnegg bemerkte, daß die Ausschreitungen der Gesellschaft immer ärger wurden, begab er sich in die Platzinspektion und ersuchte hier um Absendung eines Telegrammes an die Polizei nach Marburg, um weitere Ausschreitungen möglichst huttanzuhalten, weil er wußte, daß die ganze Gesellschaft nach Marburg fahren wollte. Dies wollte aber auch Zuttegg tuu. Als un» der Triester Schnellzug ein-jnhr und sowohl die Gesellschaft als auch Znnegg in den Zug einstiegen, dauerten die Anrempelnngen nnd die Lärmszenen fort. Der Schaffner meldete dies dem diensthabenden Beamten Rizzi, der daraus-hin die Gesellschaft aufforderte, wieder auszusteigen. Da sie sich aber weigerte, wurde sie von herbei-gerufenen Arbeitern zwangSwei e anSwaggoniert. Nun kam auch der Beamte Wnchte hinzu, der den innere» Dienst zu versehen hatte. Ihm versetzte Jeza sosort zwei Schläge und einen Arbeiter erfaßte er am Genick, wo er ihn gewaltsam festhielt. Jeza. der sich ganz rasend gebärdete, wnrde von Arbeitern in die StalionSkanzlei gebracht und dort von ihm daS Nationale abverlangt. Jeza verweigerte die An-gäbe feines Nationales, begann hingegen wieder furchtbar zu toben uud beschimpfte die Beamten und Arbeiter mit „Ranbmörder", „Schweine" nnd ahn« lichen Wörtern. Rizzi mußte wieder nach dem äußeren Dienste sehen und ließ seinen Kollegen Wuchte mit Jeza allein. Dieser benahm sich gegen Wuchte nun noch gewalttätiger, so daß Wnchte durch die Angriffe deS Jeza gefährdet war. In diesem Augenblicke kam ein dritter Beamter, Otto Holzgrnber, hinzu, der seinem Kollegen sogleich helfend beisprang. Beide brachten den wild um sich schlagenden Jeza ins Telegraphenzimmer, w? Jeza einen Telegraphen-Streiseuwickler ergriff uud ihn dem Beamte» Wuchte an den Kops zu schlendern suchte. Nur durch rasches AuSbeugen entgieng Wuchte seinem Schicksale, und der Streiseuwickler flog vorbei, ohne Wuchte zu »reffen. Auf diesen Angriff hin ließ Wuchte den Jeza durch Arbeiler fesseln und die Gendarmerie bolen. Bevor aber Jeza noch gefesselt war, griff er in seine Taiche nnd schleuderte alle darin befindlichen Pa-piere heraus. 2ie wurden ihm gleich wieder zurück-gegeben. Nichtsdestoweniger hat Jeza später behauptet, daß die Beamten uud Arbeiter ihm 400 X gestohlen hätten. Auch schrie er sie alle damals an: „Ihr seid Mörder nnd Raubmörder «»d wollt mich er« schlagen!" Jeza stellt heute vor dem Gerichtshöfe, wo er sich wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalt-tätigkeit, wegen Uebertretung gegen öffentliche An-stalten nnd Vorkehrungen und wegen versuchter leichter körperlicher Beschädigung zu verantworten hat. Er ist erst 22 Jahre alt. Vor dem Gerichts-Hofe erscheint er in schwarzem Salvnanznge. Er leugnet jede Tathandlung und Haudaiilegnng und trägt ein herausforderndes, keckes Benehmen gegen die Zengen zur Schau, die ihn, ausgenommen seine sloweuischnationaleii Gesinnungsgenossen, durchwegs schwer belasten. Die Verhandlung nahm den ganzen Tag in Anspruch. Jeza wnrde im Sinne der An-klage, die der erste StaatSanwalt V. Verderber ver» trat, zur schweren Kerkerstrase in der Dauer von drei Monate», ergänzt mit einer Faste alle 14 Tage, verurteilt. _ Tagesneuigkeiten. Massenvergistungen von Soldaten durch verdorbenes Gemüse. Infolge Ge-nnsses von verdorbenem Gemüse in der Infanterie-RcgimcntSkascrnc von Epinal erkrankten 30 Soldaten nnter schweren BergiftungSerscheinnngen. Garnisonsarrest In der letzten Faschings-nacht hat in Essegg ein Landwehrsoldat eine Bürgers-sran mit einem Bajonette verletzt. Da der Soldat nicht festgestellt werde» konnte, wnrde über das ganze Landwehriusanlerieregimeut Nr. 8 der Garnifons-anest verhängt. Am 27. v. M. wurde der Täter in der Person des Rekruten Dragiccvic entdeckt und der GarnisonSarrest des Regimentes nach mehr als wöchentlicher Dauer wieder aufgehoben. Vermischtes. Der Kuß einst und jetzt. Ueber die Sitte des Küssens gehen bei den Völkern die An« sichten sehr auseinander. Während man im Altertum wie in der Jetztzeit ans der einen Seite den Kuß als eine schöne Sitte und Zärtlichkeit ansah, neigte man anderseits zu der Ansicht, daß man hier einen unappetitlichen, ja beleidigenden Brauch vor sich habe. Im alten Aegypten galt es als Grad besonderer Höflichkeit, die Hand eine» anderen zu küssen, um diese sich dann für kurze Zeit aus den Scheitel zu legen. Gleichgestellte, angesehene Männer küßten sich i8 Deutsche Seite 7 aus offener Straße, doch fiel es im Lande der Pharaonen keinem Manne ein, eine Frau zu küssen. Im alten Rom galt der Kuß eine Zeitlang als eine feierliche Handlung. Wurde ein Sklave dabei ge-troffen, daß er einer freien Frau einen Kuß gab, so wurde er zur Strafe für seine Tat den wilden Tieren vorgeworsen. Zu CatoS Zeiten war es sogar den üindern verboten, die Eltern öffentlich zu küssen. Bei den alten Griechen stand sogar der Tod daraus, wenn man einer Fran öffentlich einen flfnß gab. Auch in der heutigen Zeit ist die Ansicht über den Kuß noch eine sehr verschiedene. Der Deutsche küßt nach der Statistik am meisten uud ist am wenigsten wählerisch, wenn es sich um das Küssen handelt. Er küßt aus den Mund, aber auch auf die Stirn, die Hand usw. Seltener küßt schon ein Franzose und meist nur in jüngeren Iahren. Ihm gleich stellt nngesähr der Norweger, der Engländer nnd der Amerikaner. Der Chinese hält den Kuß für eine Schmutzerei. Der Österreicher küßt auf die Hand, der Russe auf die Stirn, die russischen Bauer» küssen ihrem Herrn die finie. Der Pole gibt schließ-lich seinen Kuß ans die Schulter deS anderen, wenn es sich um einen Höherstehenden Handelt. Der befürchtete Weltuntergang am IB. Mai 1910." Zu dieser Frage äußert sich der Direktor der Prager Sternwarte Professor Dr. L. Weinet in der „Bohemia" unier anderem folgender-maßen: Es wird gegenwärtig vielfach iu Tages, blättern und Zeitschriften die sensationelle Nachricht verbreitet, daß die Erde am '.8. Mai 1910 mit dem Halleyschen Kometen zusammenstoßen nnd die Folge davon eine Vernichtung alles Lebenden auf unserer Erdc. also eiu sogeuaunler Weltuntergang, sei» würde. Richtig ist, daß am 18. Mai in den Abendstunden der genannte periodische Komet zwischen nnS und der Sonne stehen und sein Schweif nach der Erde hin gerichtet sein wird. Ob aber dieser Schweif von solcher Länge sein dürste, daß er die Erde erreicht, stellt keineswegs fest. Nehmen wir jedoch den Fall eines wirklichen Durchganges der Erde dnrch Veit Schweis des Halleyschen Äometen als talsächlich und die Materie desselben als aits giftigen Gasen be-siebend an, so wäre trotzdem sür unsere Erde nichts zu befürchten, uud zwar einesteils aus dem Grunde, weil der Schweif an jener Stelle, wo ihn die Eide passieren würde uud welche über drei Millionen geographische Meilen vom Kometenkopfe entfernt liegt, nur aus änßerst verdünnten Gasen bestehen könnte, da selbst in unmittelbarer Nähe der Kvmetenkerne bisher eine Ablenkung der Lichtstrahlen dnrch die Schweismalerie hindurch nicht einwandfrei zu beob-achten war, anderenteils, weil unsere Erde von einem dichten Mantel, der Atmosphäre, umhüllt ist und sich in jeder Zeitsekunde mit der enormen Geschwindigkeit von vier geographischen Meilen bewegt, welche 1200null größer als diejenige eines Eilzuges und 6Vmal größer als diejenige einer abgeschossenen Kanonenkugel ist. Anders wäre es freilich, wen« wir einmal mir einem jlometenkopfe zusammenstoßen >Mrde»! Nehmen wir den Kometenkern allgemein als Flüfsigleitskugel, bestehend aus Äol>lenwasserstvss- und Natronverbindungen, wie solche durch spektral-analytische Beobachtungen nachgewiesen worden, an, so würde in der Tat ein Zusammentreffen desselben mit der Erde katastrophal für beide Himmelskörper sein müssen. Diesmal bleibt aber nnsere Erde am 18. Mai, wie erwähnt, vom Kerne des Halleyschen Kometen über drei Millionen Meilen entscrnt. Zur neueren Marsforschung. Der MarS nimmt nach wie vor dai hohe Interesse der Astronomen i» Anspruch, insbesondere derzeit, wo er sich in der größten Erdnahe befindet Von der Treplower Sternwarte aus sollte bekanntlich durch ein besonders konstruiertes Fernrohr eine Verbindung mit dem Planeten Mais und seinen angeblichen Bewohnern hergestellt werden. Daß sich aus der nördliche» Hälfte des MarS «aiiäle und zuiainmea-hängende Landmasse» befinden, wird auch von bedeu-lendste» Astromen wie z. B. Flammarion behauptet. „Ein großer Blick", sagt Brenner, einer der bedeu-tcndsten Marsforscher, „genügt zum Erkennen, daß dieses Netzt schnurgerade gezogener Linien i.ichl von der Natur gemacht fei» kann, sondern ein Kunst-Produkt fein muß". Es bleibt also nach dieser neue-ren astronomische» Forschung angeblich nichts anderes übrig, als diese Wasserstraßen. drren Breite der des Ka»alS zwischen Calais und Dover nahekommt, als für ein von Deichen eingefaßtes Metz von Kanälen anzusehen, welche die i» ihrer Kultur möglicherweise weiter vorgeschrittenen Bewohner des um so viel äUcren Planeten im Sinne e ncs großartigen Ent-und Bewässerungssystems zugleich wohl auch zum Schutz gegen Überflutungen der durch keine Gebirge geschützten Kontinente angelegt haben. Der franzö« fische Astronom Flammarion behauptet, daß der Mai«, weil er viel älter als die Erde ist, sich bereits in einem EntwicklungS zustande befindet, in dem die Gebirge durch Verwitterung abgetragen, die Täler ausgefüllt und somit ein Zustand allgemeiner Verflachung eingetreten sein wird, der auch unserer Erde srüher oder später vorbehalten ist. Daß die jetzigen Höhenzüge der Erde einmal mit Ackerkrume, zum Besten der allgemeinen Ernährung, bedeckt sein werden, behauptet übrigens auS Max Nordau in einer seiner geistvollen aber phantastischen Schriften. Hingesendet. Nlollcritde. Wie aus dem Inseratenteile zu seben ist, wird jetzt in Cilli Hotel Erzherzog Johann ein Kurs für Obige errichtet und wird jeder Leidende denselben begrflssen, da er in kurzer Zeit von »einen lästigen Sprach-l'euüln befreit werden kann. Wär's nickt so trairii — es wäre zu laden! Da hab i. »ina'Hltrtr* rt!M(b t» w*11 n «ül-f ' eingefühne« Fleisch in Ktlogramut B «■ U es a> 1 ^ I S 5 •5 I (Ö C O 1 3 s t= B vO ö 'X s. .£ 2 ' 8 •e t® £ I ■' i .5 T | ^ukschek Jaiob .... 2 b |- Cölenin....... — — — 1 1 Friedrich...... — 1 — — — . —1 — üirenta Johann . . . — C — 5 2 — , « 32 Janichel Mariin . . ^ — l 1 t — — — Junger........ — 2 •- 10 — _ — 600 JtneS....... 5 — — 4 ! _1 . . Xvssär Ludwig . . . — —. 7 9» Lestoschel Jatob.... — 2 — 5 I _ __ Payer 6amu«I .... — _ — .. 1 Planinz Z^ran, .... 1 I 1 — T- Redeuichegg Joses . . . - 8 — 3 — ' — 14 s.-!!at Franz..... 1 1 — •» 2 — _ Stelzer....... I - — — — . Suppan....... — 4 w Mi 2 8 W. 1 U»cgg Rudols .... — | _ _ - PoUgruber Kranz . . . — 1 > — 9 I — _ _ Gastwirt«...... - — — — — 4 — - 1 1 — — — — 2 0 — "I — Grösstes Spezialgeschäft in Nähmaschinen und Fahrräder. Vollkommenste KAYSER II der Gegenwart! w »« mun. KäVSftr Bogenschiff U vl. (ScliwingschlfT Vur-« jr u« lückwAit» nähend) Kayser Ringschiir Kayser Centra! 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Zeugnisse von Geheilten werden in der Sprechstunde vorgelegt. Kinder von 6 Jahren an sowie Erwachsene können garantiert auf Heilung rechnen. — Mäßiges Honorar. Anmeldungen znm Korse werden Sonntag den 6. März von 10'/, bis 12 Uhr im Hotel »Erzherzog Johann" in Cilli entgegengenommen. HI. Tryndler, Sprachlehrerin. Danksagung. Die tieftrauemrten Hinterbliebenen fohlen sieb verpflichtet, für die bewiesene herzliche Teilnahme anläßlich des Ablebens unseres liebevollen Gatten und Vaters des Herrn Martin Grilletz fstr die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse, für die schönen Blumenspenden, weirers der Freiwilligen Feuerwehr von Cilli, dem deutschen Gewerbebunde, den Kollegen des Verblichener, der Genossenschaft sowie allen Freunden und Bekannten tiefgefühlten innigsten Dank auszusprechen. Cilli, 2. M»rx 1910. Familie Grilletz. 31/, HP. samt Beiwagen »ehr gut erhalten, billig zu verkaufen. Zu besichtigten bei Johann Friedrich, Fleischermeister. 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