WKW Tagmtt. Z Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. — ■ - ■ ........... « o JnsertionSvreise: Ein- . . Nr. 117. EEESIS Freitag, 23. Mai 1879.—Morgen: Johanna. 12. Jahrg. Mit bei Post: Gonzjähr. fl. 13. *eiä'n °>b b >jtutn zu tr. Vor den Reichsrathswahlen. Wiener Blätter melden, daß die Reichsrathswahlen schon im Juni siattfinden sollen, Eine fieberhafte Aufregung gibt sich bereits in allen Wahlkreisen Cisleithaniens kund. Aus diesen Kundgebungen ist mit Befriedigung zu entnehmen, daß sich ein Bedürfnis nach Verständigung, nach Versöhnung und Ausgleich der verschiedenen Parteien geltend macht. „Slvvenski Narod" nahm gestern den Zweig der Friedenspalme in die Hand, indem er zum Zwecke dei Verständigung der Slovenen mit den De"tschen das Wort ergriff und ein Ausgleichs-Programm ausstellte, dahin lautend und abzielend, oaß in den Provinzen mit gemischter Bevölkerung slovenische und deutsche Curi en geschaffen werden zu dem Zwecke, um einerseits die Majorifierung der Slovenen durch die Deufcheu, andereres die Majorisierung der Deutschen durch l e Slovenen zu verhindern. „Narod hat gestern an leitender Stelle deutlich erklärt, daß es den Slove eit ernstlich um eine Verständigung mit den Deutschen zu thnu ist. „Narod" verflieg sich im Ausgleichseifer sogar so weit, daß er die Versicherung abgab: die Slovenen würden, wenn die Czecheit ihre nationalen Rechte (?) aufgeben und mit den Deutschen sich verständigen sollten, eben auch ihren nationalen Ansprüchen (?) entsagen würden, um ein Ausgleichswerk zustande zu bringen. Der Verlauf der nächsten Wochen wird uns Zeugnis bringen, ob es den Slovenen Ernst ist, eine in den Rahmen der Verfassung passende Verständigung mit den Deutschen herbeizuführen. Im Lande der Czechen stehen eben auch Verständigungs- und Ausgleichsprogramme auf der Tagesordnung, jedoch tritt der Bruderzwist wieder in den verschiedensten Gestalten hindernd entgegen, bie Eifersucht ber Parteiführer broht bas ganze Projekt bes Ausgleichs über ben Haufen zu stürzen. Das czechische Volk bringt bem Ausgleichswerke laute Sympathien entgegen. Der gesunde Sinn ber czechischen Bevölkerung Böhmens erkannte, baß bie verfahrene Politik der ßzechenführer dem engeren Vaterlande und dem Gesammtreiche zum Schaden gereichte. Das czechische Volk ist aus dem Schlafe, in den es von feinen Ver—sührern gewiegt würbe, erwacht, es wünscht Verstänbigung mit ben beutfchen Brübern, es wünscht, baß ber nationale Haber ein Enbe nehme. Die deutsche Partei in ben von gemischter Bevölkerung bewohnten Provinzen Oesterreichs muß währenb bes Ausgleichs- unb Verstänbigtingszuges mit allem Eifer bestrebt fein, zu verhinbern, baß Oesterreich nicht ber Herrschaft bes Slavismus überantwortet werbe; berechtigte Ansprüche ber Slav eu seien im Reichsrathe geltenb zu machen unb bort auszutragen. Die beutfchen politischen Parteien in ber Steiermark neigen sich ben Programme der 112 Abgeordneten zu, wünschen jedoch eine Ausdehnung der Ziele, die anzustreben wären und in folgenden Punkten bestehen: 1.) Fortgesetzter Ausbau bes Verfassnngswerkes unb ber Ver-faffungsgefetze in ber Richtung, baß bie gegenwärtige ^erkünstelte unb beunoch unvollständige Interessenvertretung in eine wahre Volksvertretung umgewandelt wird; 2.) Gewinnung eines entscheidenden Einflusses der gewählten Vertreter der Bevölkerung auf die Feststellung des Heeres-Er-forderniffes und eine wirksame Kontrolle ber auswärtigen Politik auf bem Wege, baß entweber bas Delegations-Institut in einen wahren Vertretungskörper mit entsprechend Vertretung ber österreichischen Reichshälfte umgewanbelt ober, wenn Ungarn hiezu nicht feine Zustimmung gibt, das den Delegationen übertragene Gesetzgebungsrecht wieder vollständig für den Reichsrath in Anspruch genommen wird; 3.) Verweigerung jeder wie immer gearteten Erhöhung der öffentlichen Abgaben, insolanae nicht volle Bürgschaft gegeben ist, daß auch durch weitgehende Ersparungen in allen Zweigen des Staatshaushaltes, insbesondere burch Einschränkung bes Heeresauswanbes, bie Finanzlage bes Staates georbnet unb ber ungerechten Heranziehung ber Kräfte unserer Länder zugunsten der anderen Reichshälfte vorgebeugt ist; 4.) Bewilligung zweckmäßiger Steuerreform-Gesetze, durch welche die gleichmäßige Heranziehung aller Staatsbürger zu der ihnen obliegenden Beitragsleistung für Staatszwecke gesichert und eine gerechte Verkeilung dieser Lasten herbeigeführt wird; 5.) möglichste Ausnützung der durch den Berliner Vertrag geschaffenen Lage für die wirtschaftlichen Interessen. Die Politik Rußlands. Noch vor mehreren Monaten hat, wie dem „Pest. Lloyd" aus Dresden mitgetheilt wird, der russische Generalgouverneur von Ostrumelien wiederholt die Erklärung abgegeben, daß die Trennung Bulgariens, wie sie der Berliner Vertrag einführen wollte, nach Lage der Verhältnisse unmöglich sei. Der Gouverneur wurde, nachdem diese Aeußerungen von der europäischen Presse in sehr besorgniserregender Weise besprochen worden waren, zum Kaiser nach Livadia beschieden. Es ist aber bezeichnend, daß derselbe auch nach seiner Rückkehr keinen Anstand nahm, feiner frühem Auffassung in unveränderter Weise Ausdruck zu geben. Man weiß hier genau, daß noch vor wenigen Monaten in ben maßgebenden russischen Regierungskreisen die Absicht (?) bestand, Ieuillelon. Margarethe Ferner. Erzählung von Walter Stahl. (Fortsetzung.) „Sie stirbt! O mein Gott, sie stirbt! unb ich — ich habe Schuld — warum ging ich fort! Ich werde meine Stelle verlieren — und das Kind, das arme kleine unschuldige Wesen fort — tobt wahrscheinlich! unb Lma, dies wahnsinnige Mädchen, auch verschwunden. Es ist zn schrecklich! Was soll daraus werden?" So lamentierte Elise und rannte von einer Stube in die aitbere, ohne recht zu wissen, was sie that. Den Grafen hatte man feit Morgen nicht gesehen. Er hatte Lina's Brief gefunden und ihn inmitte all' ber furchtbaren Aufregung, bie im Haufe herrschte, gelesen. Er lautete: „Gras Wellen, — herzloser, grausamer Mann! suche nach beinern Kinbe bort, wohin bein kalter, berechnender Verstaub, beine niedere Gesinnung meine unglückliche Schwester getrieben hat. Suche dort, wo der Strom am reißenbften ist — suche nach uns beiben, nach beinern Kinde unb nach mir, unb bu wirst keine von uns fiubett. Lina Birgfelb." Der Graf zerbräche ben Brief in seiner Hanb, zwischen ben Zähnen murmelnb: „Ich sah es an ihren Augen, baß Böses in ihr. Verbleit-beter, ber ich war, so mein Schicksal heranszn-forbern! Mein Kind! — o teuflische Bosheit! — Gebt acht auf eure Herrin," sagte er plötzlich ruhiger, als er bemerkte, baß einer ber Diener ihn entsetzt anstarrte. „Ich gehe zur Polizei; unb laßt sofort einen Boten abgehen nach bem Hause meiner Mutter, bannt man ben jungen Walbemar bort behält." ' Viele Tage unb Nächte würbe geforscht nach bem verlorenen Kiube, boch webet von biefent noch von ber Bonne smtb man eine Spur — sie waren unb blieben verfchnnmben. Die arme junge Gräfin schwebte lange zwischen Tob unb Leben. Erst nach vielen, vielen Wochen vermochte sie bas Krankenzimmer zu verlassen. Langsamen Schrittes unb bleich, als sei sie bem Grabe entstiegen, bewegte sie sich burch bie prächtigen Räume bes Hauses. Es schnitt bem Grafen ins Herz, zu sehen, wie sie neben ihrem Bette in einem großen Kasten alle bie Kleiber und Spielsachen ihres verlorenen Lieblings bewahrte und diese jeden Morgen Stück für Stück herausnahm und sie mit ihren Thräuen benetzte. Es war schwer, solches mit anzusehen — und ber Graf selbst würbe auch verstimmt unb melancholisch. Selbst a?'s bie Dienstboten übertrug sich bie trübe Stimmung unb nur ber kleine Graf Walbemar brachte Leben unb Freube ins Haus. Die Gräfin liebte ihren Knaben zärtlich unb beschäftigte sich viel mit feiner Erziehung, — boch blieb eine Lücke in ihrem Herzen, welche nichts auszufüllen vermochte. Fünftes Kapitel. Ein gefunbeiter Schatz. „Wonach blickt Ihr aus, Steuermann?" fragte ber Kapitän ber prächtigen kleinen Brigg „Margarethe," als er ben ersteren burch das Fernglas beftänbig auf einen Punkt hinblickend gewahrte. „Es scheint bort ein Boot zu treiben, ohne irgend welche Insassen, unb bennoch scheint auf bent Boben bes Bootes etwas Weißes zu liegen," entgegnete ber Slngerebete. „Laßt bie Leute ein Boot herunterlassen' unb jenem Boote nachfahren." Der Steuermann sprang selbst mit in bas' Boot, unb balb hatten sie bas Treibenbe erreicht. Als bie Mannschaft ganz nahe war, braitg ein leises Stöhnen an ihr Ohr. Ostruniklien nicht zu räumen und die Verbindung dieser Provinz mit Bulgarien nötigenfalls mit Waffengewalt zu erzwingen. (??) In dieser Beziehung ist neuerdings eine vollständige Wendung der Politik eingetreten. Man hegt feinen Zweifel darüber, daß die Lage der innern Verhältnisse, welche sich immer gefahrdrohender gestaltet, die Rückkehr der Armee nach Rußland behufs Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung erforderlich gemacht hat. Die Politik Gortschakoffs, welche die innern Währungen durch Portdauer der auswärtigen Complicationen überwinden zu können hoffte, ist definitiv unterlegen. Die Politik Schuwaloffs ist zum Siege gelangt, welche fordert, daß die Conspirationen der Nihilisten, die in ihren Trägern bis in die Regierungssphäre reichen, energisch zerstört werden, daß den panslavistischeu Umtrieben und dem rebellischen Pvlomsmus, welche beide unter loyaler Maske ihre eigenen Ziele verfolgen, ein Ende gemacht werde, und daß naiituitlich die russischen Deutschen, die eine immer mehr zweideutige Rolle spielen, schärfer beobachtet und zur Strafe gezogen werden. Politische Uebersicht. Nach Inhalt einer an die österreichischen Oberlandesgerichte erflossenen Jntiination des Justizministers hat nunmehr der Reichs-Finanzminister Freiherr von Hosrnann infolge einer zwischen den gemeinsamen Ministern getroffenen und vom Kaiser genehmigten Vereinbarung die Leitung der Geschäfte des bisher bestandenen Executivcomites der Kommission für die Angelegenheiten Bosniens und der Herzegowina übernommen, und sind demnach alle diese Agenden betreffenden Zuschriften an das gemeinsame Ministerium (in Angelegenheiten Bosniens und der Herzegowina) Wien, Johannesgasse Nr. 5, zu richten. Die österreichisch - ungarischen Konferenzen betreffs des Handels- und Zollvertrages mit Serbien sollen vorläufig resultatlos geblieben sein und erst nach Schluß des ungarischen Reichstags die Konferenzen wieder ausgenommen werden. Der deutsche Reichskanzler legte dem Bun-desrathe einen Antrag Preußens aus Einsetzung einer Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfes eines Reichsgesetzes über das Eisenbahnwesen vor. Die Kommission soll neun Mitglieder zählen, von denen je zwei vonseite des Reiches und Preußens, je eines von Baiern, Württemberg, Sachsen, Hessen und Baden ernannt werden. „Es ist etwas Lebendes darin," rief der Steuermann. „Gerechter Gott, ein Kind! Ein liebes, schönes Geschöpschen, das sich fast todt-geschrieen zu haben scheint, nach den Augen zu urtheileu." Der Steuermann nahm das Kind in die Höhe und legte es so zärtlich in seine Arme, als habe er sein Leben lang nichts weiter gethan, als Kinder gewartet. Sie fuhren wieder an die „Margarethe" heran, und der Steuermann bestieg mit seinem Schatz das Schiff. „Du lieber Gott, ries die wettergebräunte Theerjacke, mit der umgekehrten Hand sich die Thränen aus den Augen wischend, „es sieht gerade aus wie die letzte." „Wie sicht es aus?" fragte der Kapitän, welcher sich noch nicht so recht von der Verwunderung ob dieser Vermehrung seiner Mannschaft erholen konnte. „Wie das letzte, Kapt'n; hatte fünf liebe Mädchen, sind mir alle gestorben, und dies Kind hier siehi ans wie das letzte." Bei diesen Worten des alten Seemanns schoß ein Gedanke durch des Kapitäns Kops; er selbst war nicht besonders eingenommen von Kindern, und gesorgt mußte doch für das Würmchen werden. „Feiner," hob er daher an, „wenn Ihr Euch Der französische Unterrichtsminister Jules Ferri legte einen Gesetzentwurf über die Befähigung zur Ertheilung des Elementarunterrichts vor. Derselbe enthält die Aufhebung der „Lettre cl’ obedience“, welche den Congreganisten das Recht zum Unterrichte verlieh. Im südlichen Theile des Sandschaks von Novibazar herrscht Ruhe, dagegen soll im Norden desselben Anarchie herrschen. Die mazedonischen Insurgenten halten sich in den Gebirgen bei Prilip und Kastoria auf. Tagesnemgkeiten. — VerurtHeilung eines Priesters. Der Exredacteur des klerikalen „Czech", Pater Kopal, Pfarrer in Kofel in Böhmen, wurde in der in Brüx abgehaltenen Schwurgerichtsverhandlung wegen des Vergehens der öffentlichen Ruhestörung, von der Kanzel herab begangen, zu zwei Monaten Kerkers vernrtheilt. — Bereinsauflösung. Der Arbeiterverein „Delnicka Beseda" in Prag wurde von der Polizeibehörde aufgelöst. Die zu diesem Zwecke entsendete Kommission eonfiscierte alle Vorgefundenen Schriftstücke sowie Geräthe und Utensilien des Vereins. Derselbe ist erst im Jahre 1878 gegründet worden und zählte 210 Mitglieder. Die Auflösung erfolgte wegen des Verdachtes soeialistischer Umtriebe. — Zur Cousum- Statistik. Wien zählte im Jahre 1877: 70 Hotels, 16 Hotels garnis, 88 Einkehrhäuser, 605 Kaffeehäuser und Case-Restau-rants, 343 Restaurationen, 75 Bierhallen, 2484 Gasthäuser, Weinstuben, Weinschenken und Weinkellerschenken, 116 Bierschenken, 1749 Branntweinverschleißlokale und Branntweinschenken, 376 Kaffec-fchenten, 12 Volksküchen, 133 Auskocher, 19 Thee-und Suppenanstalten, zusammen also 6086 Anstalten, in denen für die Bedürfnisse des Magens gesorgt wird. — Erdbeben. Am 14. Mai d. I., früh zwischen 5 Uhr 20 Minuten und 5 Uhr 22 Minuten, fand in Serajewo ein ziemlich fühlbarer Erdstoß statt; demselben ging ein etwa 2 bis 3 Sekunden andauerndes dumpfes Getöse voraus, wes-chem das nur halb so lange währende Erdbeben folgte. Das Erdbeben war dem Gefühle nach eine von Süd nach Nord fortschreitende Wellenbewegung, die mit einem heftigen Stoße ihr Ende fand, worauf wieder alles ruhig und still wnrde. Obgleich die aus Luftziegel-Fachwerk mit hölzernem Oberbau errichteten türkischen Häuser sehr vernehmbar fimv" teil, wurde, so viel bekannt, durch den Erdstoß kein Schade verursacht. des Kindes annehmen wollt, so will ich Euch Eures Dienstes entbinden, bis wir nach England kommen, und wenn Ihr wollt, könnt Ihr es ja auch ganz behalten, was schon am besten wäre. Wir lausen doch in Liverpool an, da könnt Ihr Eure Frau mit dem Fund überraschen. Ohne Zweifel sind die Angehörigen des Kindes in den Wellen umgekommen, und wer sie auch gewesen sein mögen, das Kind hat jedenfalls reichen Leuten getiöü, das sieht man an dein kostbaren Kleide. Die goldenen Nabeln, sammt dem Medaillon am goldenen Kettchen, Ihr könnt es alles behalten, Ferner, für Eure Bemühungen;" und damit glaubte der Kapitän eine sehr großmüthige Handluim zu begehen, indem er weggab, was ihm nickt oehorce. Das Kind schien völlig erschöpft, öoaj nachdem der brave Ferner ihm mit rührender Zärtlichkeit etwas stark mit Wasser vermischten Wein zu trinken gegeben, erholte es sich wieder. Von nun an theilte der kleine Fremdling alles mit dem alten Steuermann, er weichte ihm beit harten Schiffszwieback in seinem Thee auf, und nachts schlief es in feinen Armen, fo daß es sich bis zu der Zeit, als sie Liverpool erreicht hatten, vollständig ait seinen alten Freund gewöhnte und ihm zulächelte, sobald er sich blicken ließ. (Fortsetzung folgt.) — Congreß. Im Oktober d. I. wird in Hamburg ein internationaler Polarcongreß tagen, welcher den Zweck der Organisation der Nordpol-Forschungen hat. Diese Versammlung der hervorragendsten Nordpolfahrer und Gelehrten Europas wird voraussichtlich große Bedeutung für den an-gestrebten Zweck haben. — Gegen den staatsfeindlichen Kle-ruS. Der französische Kultusminister beabsichtigt, gegen den Erzbischof von Aix gerichtlich einzuschreiten, wenn sich die demselben gelegentlich seines Besuches in Chateaurenard und Vaucluse zugeschrie-beueu Aeußerungen bestätigen sollten. Ueber diese Aeußeruugen erzählt man: „In einer Predigt, die der Erzbischof von Aix zu Chateaurenard gehalten hat, sagte er unter ändern: Die Minister haben sich wie wüthende Löwen auf die Kirche geworfen, um sie zu verschlingen; sie fressen seit drei Monaten daran. Aber da sie unmöglich verdauen können, werden sie wie Schweine an einer Unverdaulichkeit erepiercn. Die Kirche, stärker als jemals, wird in den Regierungssphäreu die Ehrenstelle wieder einnehmen, aus welche sie ein Anrecht hat." Lokal-undprovin)ial-Angelegenhnten. Original-Korrespondenz. Nassen fuß, 20. Mai. Ju voriger Woche ereignete sich in Vodalc bei Nassensuß ein beklagenswerter Unglücksfall, der neuerlich beweift, daß die bäuerliche Bevölkerung den goldenen Grundsatz: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit!" noch immer nicht beherzigt und auch durch Schaden nicht klug wird. In einem der Häuser in Vodale begaben sich sämnitliche Hausleute zur Feldarbeit und ließen zwei Kinder im Alter von 1 uud 4 Jahren ohne Aufsicht zurück. Das ältere Kind ergriff Zündhölzchen, spielte mit denselben und zündete das einjährige Schwesterchen an, welches jämmerliche Schmerzen erleiden mußte und den erlittenen Brandwunden erlag. Nur einem glücklichen Zufalle ist es zuzufchrei-ben, daß nicht auch Hab und Gut dieser Hausbesitzer ein Raub der Flammen wurde. — Nachdem Todt-schläge in Krain fort und fort auf der Tagesordnung stehen, kann auch unsere Gegend mit einem solchen Gewaltakte dienen. In früher Morgenstunde am 19. d. M. saud mau auf einem Seitenwege der Nassensuß-Ratschachcr Straße die 60jährige Ganz-hüblerin Agnes Ajdiöek aus Circice tobt auf. Diese Frau lag mit dein Gesichte in einer Blutlache, unter der Achsel einen Regenschirm und in der Hand ein Tuch mit Fisolen haltend; am Kopse waren Wunden sichtbar, ein Ohr zerfleischt, die Kleider jedoch unverletzt. Man vermiithet, daß diese Frau nur einen wuchtigen Schlag aus den Kops erhielt und sofort bewußtlos zu Boden sank; ein Raubmord scheint nicht beabsichtigt gewesen zu sein, nachdem sich in den Kleidsäcken dieses Weibes viele Gegenstände vorfanden. Die erwähnte Bäuerin begab sich am letzten Sonntag nach Nassensuß, um ein angeblich und vermeintlich gewonnenes Ambo in der Lottocollectur in Empfang zn nehmen; nachdem sich jedoch der Gewinst nicht bestätigte, begab sich die Frau auf den Heimweg, während welcher Zeit das Attentat auf sie unternommen wurde. Der Volks-mund bezeichnet einen dieser Weibsperson sehr nahestehenden Manu als Todtschläger. welcher der Bauern das Märchen von dem angeblich gewonnenen Ambo erzählt haben soll, um die Bäuerin ans dein Hanse zn locken. Das Gericht ist mit diesem Acte bereits beschäftigt, und dürfte es gelingen, den Todtschläger in Bälde zu eruiemt. — (Begnadigung.) Der Kaiser hat mit allerh. Entschließung vom 9. Mai l. I. den Sträflingen Mathias Gabersek, Anton ömalitt, Primus Zaverl, Joses Alcü und Barthel Pctrie den Rest der Strafzeit in Gnaden nachgesehen. — (Zn Schnlzwecken.) Der Kaiser hat der Gemeinde Oberseßniz zum Schulbau einen Unterstützungsbetrag von 300 fl. gespendet. — (Personalnachricht.) Der Reichsrathsabgeordnete Herr Dr. Adolf Schaffer ist vorgestern von seiner von günstigem Erfolge begleiteten Erholungsreise auS Italien wieder nach Laibach zurückgekehrt, und berechtigt uns dieser Erfolg zu der Annahme, daß Herr Dr. Schaffer seine eminente parlamentarische Thätigkeit im Reichsrathe, Land» tage und Gcmeinderathe fortsetzen wird. — (Laibach und der Landesschulrat H.) Die Wahl des Herrn Ferdinand Mahr als Abgeordneter der Stadtgemeinde Laibach im k. k. Landesschulrathe kann als ein Zeichen beson-deren Vertrauens und dankbarer Anerkennung der Gemeinde für die Verdienste, welche sich der Genannte um die Stadtgemeinde und das Volksschul-wesen erworben hat, angesehen werden. Ist cs au und für sich ehrenvoll, in eine Körperschaft berufen zu werden, welche für die Pflege und Hebung des Schulwesens in Krain von so hoher Wichtigkeit ist, namentlich jetzt, da das neue Schulgesetz den Wirkungskreis der Laudesfchulbehörde so sehr erwei-erte, so steigert sich die Bedeutung der in der toben erwähnten Wahl liegenden Vertrauensknnd-gebung dadurch, daß der Gemeinderath in dem ersten Falle, wo er das ihm nach dem neuen Schulgesetze zustehende Recht, einen Abgeordnete» in den Landesschulrath zu entsenden, auszuüben iu der Lage war, seine Wahl auf eine Persönlichkeit außer dem Kreise des Gemeinderathes gerichtet hat. Es wollte hiedurch wol auch die Hoffnung ausgedrückt werden, daß der bewährte Gesinnungsgenosse ans der Com-rnnnalvertretnng nicht dauernd geschieden sei. — (Sterbefall.) Herr Josef Ogrinec, aus Podgorje des Steiner Bezirkes, bisher Professor am Gymnasium zu Binkovce in der Militärgrenze, auf slovenisch-dramatifchem und belletristischem Felde sehr thätig gewesen, ist am 13. d. gestorben. — (Selbstmord) Gestern hat der Feldwebel des 17. Linien-Jnf.-Reg. — Gregoritsch — durch Vergiftung feinen Lebensfaden abgeschniten. — (Casino-Re st anratio n.) Herrn G. Mayers Musikkapelle erwarb sich vorgestern und gestern abends durch präcise, correct, voll Verständnis und mit Feuer ausgeführte Produktionen reichen Beifall und allgemeine Anerkennung. Das vortrefflich zusammenwirkende kleine Orchester wird sich noch am kommenden Samstag und Sonntag abends im Glassalon der Casino-Restauration producieren. — (Konzert Dengremont.) Die Hauptstadt des Landes Krain kann sich rühmen, den „neu entdeckten Stern" erster Größe am musikalischen Horizonte — den 12jährigen Violinvirtuosen Maurice Dengremont — gesehen und sein wunderbares Spiel gehört zu haben. Mehr als dreihundert Musikfreunde aus allen Bevölkerungs kreisen Laibachs fanden sich gestern in Redouteufaale ein, alle waren Ohrenzengen, welch' schönen und vollen Ton der „Wunderknabe" seiner Geige entlockt, welch' kühnen und kräftigen Sogen Dengremont führt und mit welch' genialer Eleganz und Leichtigkeit er die schwierigsten Passagen bewältigt. Dengremont spielte Mendelssohns hier bekanntes und bereits öfter gehörtes Violinkonzert feurig und lebendig, bewährte sich insbesondere bei Ausführung der großen Cadeuz als Meister und erledigte den dritten Satz mit rapider Schnelligkeit. Gleiches Jener entwickelte der jnnge Violinvirtuose in Si-vori's „Tarantella"; beim Vortrag der Beet-hoven'schen F-dur-Sonate lernten wir den jungen Maurice auch als gediegenen, gefühlvollen Violinspieler kennen. Stürmischer Beifall wurde sämmtlichen Piecen zutheil, Dengremont wurde mindestens ein Dutzendmal gerufen. Er lohnte die ihm zutheil gewordenen immensen Beifallsbezeugungen mit zwei Zugabe», nämlich mit dem Solovortrage der variierten accordenreicheu österreichischen Volksymne und mit einem Liede ohne Worte, womit Dengre-wont gleichsam vom Auditorium Abschied nahm. Dengremont verspricht, ein großer Künstler zu werden, er hat das ganze erforderliche Zeug in sich. Möge er nur nicht über die Gebühr als „moderner Sklave" verwendet werden! Möge man den außerordentlichen, seltenen Talenten die zur Erholung und zum Studium uöthige Zeit gönnen, toi« drigens der Fall eintreten könnte, daß die herrliche Blume ebenso schnell verblüht, als sie aufgeblüht I Herr Hubert de Blaue präsentierte sich als ein eleganter, mit riesiger Technik dotierter Pianist; auch dieser Künstler empfing wohlverdienten Applaus. Die gestimmte Zuhörerschaft verließ gestern entzückt und vollkommen befriedigt die Räume des Konzertsaales und wird den Dengremont'Abend im freundlichen Andenken behalten. — (Landschaftliches Theater.) Herr Caperta hat gestern den Cyclus seiner Vorstellungen in Laibach abgeschlossen. Obgleich der vorzüglich anflretende „Zauberer" in den zwei letzten Vorstellungen Ueberraschendes leistete, erfreuten sich dieselben keines zahlreichen Besuches. Wir erkennen nur dem Verdienste seine Kronen zu, wenn wir neuerlich constatieren, daß Herr Caperta in seinem Fache als Magier und Prestidigitatenr hervorragend dasteht. — (Schrökls Wiener Reisebureau) veranstaltet anläßlich der Pfingstieiertage Vergnü-gnngszüge, die von Laibach nach Wien und von Wien Über Graz und Laibach nach Triest und Venedig verkehren werden. Der Triester Zug geht am 31. Mai um 1 Uhr 7 Min. nachmittags von Laibach nach Wien ob; Fahrpreise hin und zurück: II. Klasse 18 fl. und HI. Klasse 12 fl. Dir Wiener Zug trifft am 1. Juni mittags in Laibach ein (die Passagiere übernachten in Liibach) und geht am 2. Juni um U Uhr vormittags von Laibach nach Triest, beziehungsweise Venedig ab; Fahrpreise nach Triest und zurück: II. Klasse 9 fl, III. Klasst 7 fl.; nach Venedig und zurück: J[. Klasse 21 fl. und III. Klasse 15 fl. 59 kr. Am 2. Juni um 10 Uhr vormittags geht ein Separatzug von Laibach »ach Adelsberg ab; Preise hin und zurück mit Inbegriff der Eintr>ttsgebühr für den Grottenbesuch: I. Klasse 7 fl. 20 Ir., II. Klasse 5 fl. 45 kr. und IU. Klasse 3 fl. GO Ir. Kapellmeister Czansly wird am 1. Juni abends in dem hiesigen Casino-Restaurationsgarten mit seiner Kapelle aus Agram konzertieren, die Fahrt von Laibach nach Adelsberg mitmacheu und auch in der Grotte musizieren. Die Unterbringung der Vergnügungszügler in Laibach besorgt das hiesige Dienstmann-Jiistitut des Herrn Johannes Müller. — (Ban knoten fälsch er.) Beim gestrigen Konzerte im Redontensaale wurden an der Kasse zwei falsche Zehn-Guldeuuoteu eingenommen. Es gelang dem Gehilfen in der C. Till'schen Handlung und der hiesigen magistratlichen Polizeibehörde, die Kreditpapierfälfcher auszuforschen; es sind dieselben der Lithograph Jeröan und der Setzer Kolenz. Beide Individuen wurden heute vormittags eingezogen und die aufgefundene Presse in Beschlag genommen. — (Zur Frage der Ausübung des Jagdrechtes.) Das österr. Ackerbauministerium hat in einem spezilleu Falle erkannt, daß dem Jagdpächter untersagt ist, die Wiesen bei vollem Graswuchse vor der Mahd jagend zu betrete». Infolge einer an den Verwaltungs - Gerichtshof gerichteten Beschwerde hat letzterer das Erkenntnis des AckerbauministeriulnS als im Gesetze nicht begründet aufgehoben, und wurde iu den erschöpfenden Entscheidnugsgründen der prinzipielle Satz ausgesprochen: „daß es dem Jagdinhaber jederzeit gestattet sei, die Wiesen auf seinem Jagdgebiete auch bei vollem Graswuchse vor der Mahd jederzeit in Ausübung der Jagd zu betreten." — (Getäuschte Hoffnungen.) Der „N. fr. Pr." wird mitgetheilt, daß sich aus Krain im Vorjahre eine große Anzahl von Fnhrwerks-besitzern nach Bosnien und in die Herzegowina begab, um dort Dienste zu leisten. Die meisten dieser Landesangehörigen kehren nun im desperatesten Zustande und entweoer ohne Pferde oder mit solchen zurück, die kaum der Wasenmeister aeeeptieren könnte. Einzelne Fuhrwerksbesitzer wurden von italienischen U»ter»eh»ier» irregeführt und von diesen für ge- leistete Dienste nicht entlohnt, so daß sich die Re« gierung gezwungen sah, den Enttäuschten Geld« betrüge zu gewähren, damit sie die Rückreise in die Heimat antreten konnten. Die italienischen Arbeitgeber brannten mit dem Gelde einfach durch und ließen die Fuhrwerksbesitzer im Stiche. — (Regional-Ausstelluugen) werden vonseite der Landwirthschastsgesellschaft in Kärnten veranstaltet, u. z. im Jahre 1879 in Völkermarkt und in Sachsenburg, im Jahre 1880 in St. Andrä und in Gmünd (mit abgesonderten Pferde-Prä-miiernngen) und im Jahre 1881 in St. Veit und in Hermagor. — (Militärische Exkursionen.) FML. Baron Schönfeld, GM. Boruano und vierzig Offiziere des Generalstabscorps sind zur Vornahme der auch in diesem Jahre stattfindenden Uebnngsreise vorgestern von Wien nach Görz abgereist. Ein Separatzug der Südbahn beförderte den Train sowie einen Zug Dragoner, welcher die Begleitung deS OffizierScorps bildet. Die Dauer der Uebungsreife ist auf drei Wochen berechnet, und wird sich die Uebung von Görz nach Krain und Kärnten erstrecken. — (Pontebabahn.) Der „Monitore delle Strade Ferrate" meldet: „Da'der Zeitpunkt für die Eröffnung der Pontebabahn nahegerückt erscheint, so hat die Direction der „Alta Jtalia" beschlossen, ihren Betriebsdirektor in Begleitung eines Verwaltungsbeamten nach Wien zu senden, damit sie hier im Vereine mit der Südbahn die nöthigen Vereinbarungen betreffs eines Stundenplanes für die internationalen Züge, ebenso auch inbetreff der Transitfrachten treffen sollen." —Hofrath Bischof von der Ban-Abtheilung der k. k. Generalinspection hat in voriger Woche die Arbeiten auf der Pontebalime inspiriert. In den nächsten Tagen wird die eiserne Grenzbachbrücke aufmontiert werden. Ueber Beschäftigung der Kinder. (Schluß.) Das Selbstbewußtsein der Kleinen wird dadurch gehoben, und sie freuen sich bei dein Gedanken, nützlich gewesen zu sein. Natürlich muß man vorsichtig sein und von einem Kinde nie etwas verlangen, was demselben zu schwer sein könnte, und dasselbe nie so lange fortarbeiten lassen, daß es müde oder ihm die Arbeit lästig wird; es soll im Gegeiitheil gewöhnt werden, dieselbe als eine Gunst zu betrachte», sie soll ihm nicht ein lästiges „Muß" feilt oder gar als Strafe auferlegt werden, weil dadurch die Freude an der Arbeit unterdrückt, statt gefördert wird. Bei allem aber, waS man ein Kind, und sei dasselbe auch noch so klein, thun läßt, sollte matt darauf sehen, daß es recht gethau wird. Man hört die Leute oft sagen, Gewohnheit mache den Menschen; und wirklich, dieser Aussprnch hat tiefere Bedeutung, als ihm beigemessen wird Wie der Mensch in seiner Jugend gewöhnt wird, ist er in seinem späteren Leben; werden die Kinder von zartester Jugend auf an Reinlichkeit, Ordnung, Pünktlichkeit und Arbeitsamkeit gewöhnt, bleiben sie es gewöhnlich das ganze Leben, während umgekehrt unreinliche, unordentliche, nachlässige Kinder höchst selten ihre schlechten Gewohnheiten in späteren Jahren aWegeu werden. Das Sprichwort: „Jung gewohnt, alt gethau" bewährt sich in den meisten Fällen. Manche Mutter weist die Hilfe ihrer Kinder deswegen zurück, weil sie denkt, allein schneller fertig zu werden, als wenn sie denselben zuerst Anleitung zur Arbeit zu geben hat, und dann wieder nachsehen soll, ob auch alles gut gemacht worden ist. Höchst wahrscheinlich ist das auch so im Anfang, allein sie sollte diese Zeit durchaus nicht für verloren an-sehett; den» sie wird bald finden, daß die Kinder, stolz darauf, alles so gut wie möglich zu machen, viel schneller als sie denkt ihr wirkliche Hilfe bei ihrer Arbeit leisten können. Tritt dann einmal der traurige Fall ein, daß die Mutter durch Krankheit anS Bett gefesselt ist, so braucht sie sich nicht mit der Sorge abzuquälen, daß nun alles im Hause drunter und drüber gehen werde; sie kann im Gegentheile in dem Gedanken Beruhigung finden, daß ihre Kinder sich zu helfen wissen und daß alles eben so gut besorgt wird, wie wenn sie selbst dabei Wäre. Jedenfalls wird es da nie Vorkommen, daß ein zwölfjähriges Mädchen eine halbe Stunde steht und weint und schreit, wie Schreiberin dieses selbst mit anzusehen Gelegenheit hatte, weil es von der Mutter, die dringender Geschäfte wegen auszugehen hatte, angewiesen wurde, das von ihr schon gewaschene Geschirr abzutrocknen und beiseite zu stellen. Ueber solche Vorkommnisse muß eine Mutter sich selbst Vorwürfe machen, denn wenn sie auf vernünftige Weise ihre Pflicht an ihrem Kinde ge-than hätte, könnten solche unliebsame Vorfälle überhaupt gar nicht stattsinden. Wenn eine Mutter ihre Kinder an strenge Ordnung und Arbeitsamkeit gewöhnt hat, gibt sie ihnen einen Schatz mit durchs Leben, für den sie ihr nie zu danken aufhören werden. Nicht nur, daß sie sich in jeder Lage besser zu helfen wissen, als wenn sie gewöhnt wären, ihre Zeit zwecklos und nutzlos zu verbringen, sondern sie werden auch vor manchen Versuchungen zum Bösen bewahrt bleiben, denen der Träge und Müssiggänger zum Opfer fällt. Könnte man die Geschichte der meisten Verbrechen gründlich kennen lernen, so würde man bei der größten Zahl derselben finden, daß der Keim in ihrer Laufbahn schon in der Jugend in sie gelegt wurde durch schlechte Gewohnheiten und hauptsächlich durch schlechte Gesellschaft, vor welchen beiden Uebeln ihre Eltern sie am besten durch Gewöhnung an Arbeit hätten schützen können. Witterung. Laibach, 23. Mai. Morgens 9?eM, schwül, wechselnde Bewölkung, mäßiger SW. Wärme: morgens 7 Uhr + 10'8°, nachmittags 2 Uhr + 20-1" C. (1878 + 17 9"; 1877 + 192" G.) Barometer im Fallen, 735-96 Millimeter. Da- vorgestrige Tagesmittel der Wärme + 11-2°, das gestrige + 13 2", beziehungsweise um 3-9° und 21° unter dem Normale; der vorgestrige Niederschlag 1680 Millimeter Regen, der gestrige 12 00 Millimeter Regen. Angekommene Fremde am 22. Mai. Hotel Stadt Wie». Pogatschnig, k. k. Hanptmanns-An-ditor, Serajewo. — Widraipick, Kaufm., Nürnberg. — Kerndl, Streif, Regnly, Schwarz, Schlesinger, Chwapill, Engl und Bohak, Kslte., Wien. — Dr. Kraus, Bischoflack. — Frau Besendorfer f. Nichte, Smekal. — Sorer, Brünn. Hotel Elefant. Meißner, Vertreter d. Kosmanofer. Fabrik; Eichbcrg, Kaufmann, und Reimer, Wien. — Hofmann, k. k. Linienschiffslientenaiit, Pola. — Pfeffl, Gutsbesitzer, s. Gemahliu, Oberkrain. — Roth, Budapest. — Jonas, Kammerrath a. D., Berlin. — Dengremont, Violin-Birtnose, nebst Mutter, Rio de Janeiro. -- Hubert de Blanc, Piano-Virtuose, Holland. Hotel Europa. Datfcher, Gefchäftsreis., und Freiherr v. Kalchberg, k. k. Sectionsrath, Wien. Kaiser von Oesterreich. Kabesnik, Levante. Mohreu. Sadnikar, Schischka. — Wrojez, Köchin, Villach. Verstorbene. Den 21. Mai. Joses Schigan, Privatier, Linger-gasse Nr. 2, Gehirnlähmung. — Agnes Ambrozik, Hausbesitzerin , Polauadamm Nr. 48, Lungenentzündung. — Johauu N. Poklukar (uothgetauft), Buchdruckereimitbefitzers-Kind, 4*/a Stunden, Rain Nr. 12, Lebensfchwäche. — Michael Snsnik, Sträfling, öl I., Kaftellgassc Nr. 12, chronische Tuberkulose I m Z i v i l s p i t a l e: Den 19. Mai. Franz Maudelj, Arbeiter, 24 I, Pyothorax. Den 20. Mai. August Presa, Spengler, 29 Jahre, Lungentuberkulose. — Ursula Hokevar, Arbeiterin, 32 I., Darmkatarrh. — Maria Streiner, Berginaunsgattin, 38 I, Lungentuberkulose. Gedenktafel über die am 2 6. Mai 1 8 79 stattfindenden Li-citationen. 1. Feilb., Turk'sche Real., Laas, BG. Laas. — l.Feilb., Jursiö fche Real., Echereudorf, BG. Laudstraß. — l.Feilb., Lahajner'fche Real., Laibach, LG. Laibach. - 1. Feilb., Rosman'fche Real., Stein, LG. Laibach. — 1. Feilb., Rib-uikar'sche Real., Gallenfels, LG. Laibach. - 2. Feilb., Wer-uig'fchc Real., Laibach, LG. Laibach. — 2. Feilb., Bohine'sche Real., Waifach, BG. Krainburg. — 2. Feilb, Mikolio'fche Real., Preska, BG. Littai. — 2. Feilb., Germovsek'fche Real., Liberga, BG. Littai. — 2. Feilb., Gliha'fche Real., Seifeuberg, BG. Seifenberg. — 1. Feilb., Gruden'fche Real., Pfarrdorf, BG. Laas. — 1. Feilb., Biskak'fche Real., Neudirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Zigmunt'sche Real, Kozarse, BG. Laas. — 1. Feilb., Moiuik'fche Real., Ober» rebenza, BG. Landstraß. — 1. Feilb., Turk'sche Real, To-pol, BG. Laas. — 3. Feilb., Zalar'fche Real., Lipfein, BG. Laas. Lebensmittel-Preise in Laibach am 21. Mai. Weizen 6 fl. 83 kr., Korn 4 fl. 55 kr., Gerste 4 fl. 23 kr., Hafer 2 fl. 76 kr., Buchweizen 4 fl. 39 kr., Hirse 4 fl. 55 kr., Knkurutz 4 fl. 40 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 21 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinfett 70 kr., Speck, frischer 50 kr., geselchter 60 kr., Butter 75 kr. per Kilogramm : Eier la/7 kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 58 kr., Kalbfleisch 56 tr., Schweinfleifch 56 kr., Schöpsenfleisch 34 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 51 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. — kr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. In Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Nach W i e n Abf. Südbahn. 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. 3 „ 52 „ morgens Eilpostzug. „ „ 10 „ 35 „ vorm. Eilzug. „ 5 „ 10 „ früh gem. Zug. Triest „ 2 „ 58 „ nachts Eilpostzug. 3 „ 17 „ nachm. Postzug. 6 „ 12 „ abends Eilzug. 9 „ 50 „ abends gem. Zug. die Personenzüge circa Stunde (Di» Eilzüge haben 4 Min , 10 Minuten und die gemischten Züge circa Aufenthalt.) Kronprinz-Rudolfbahn. Abfahrt Ankunft 3 Uhr 55 Minuten früh. 1 „ — „ mittags. 6 „ 30 „ abends. 35 25 52 früh. morgens. nachmittags. Wiener Börse vom 21. Mai. Angmein« Staat«- Mmtd. ®Ut Papierrenle............ Silberrente............ Goldrenle.............. TlaatSIose, 1854. . . * 1860. . , * 1860 zu 100 fl. „ 1864. . . törttnilenlfa|hmfls~ ©Bliflalioncn. Galizien............... Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . , Ungarn ............ . War? 68-80 69 55 80 60 •117 50 118 -125'25 125 50 68 70 69 45 80 50 Andere öffenttidu Anfehen. Donan-Regul.-Lose . Ung. Prämrenanlehen wiener Anlehen . . . fl dien v. üanRen. Kreditanstalt f.H.u.G. Stationalbank. . . 129-50 161 25 89 50 81-25 81-75 8b— 109 107-25 117-25 266 25 850 fletien o. Transport-Unternehmungen. Alföld-Bahn .... Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Westbahn FerdinandS-Nordb. Franz-Ioseph-Bahn Galiz. Karl-Ludwigb Lemberg - Czernowitz > Llovd-Äesellschaft . 130- 161-75 90- 81-75 82-25 85 50 109-25 107 50 117*50 266 50 851 141 575 181-50 2250 152 — 24175 142 50 143 -580 — 582 — 141-50 576-182-8255 152-50 242 Nordwestbahn ... Rudolfs-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . |)rioriiols-©&fifl. Elisabethbahn, i. Em Ferd.-Nordb. t. Silbei ^ranz-Ioseph-Bah n. Galiz.A-Ludwigb.l.E. Oeft. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn StaatSbahn, 1. Em. Südbahn & 3 Perz. L5 „ . privottufe. Kreditlose .......... NudolfSlvse .... Gelt- 133 50 136-— 70 — 82 50 132-50 Devisen. London ........... (BeMforten. Dukaten........... 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............ 114 90 99 — 101-— 9850 Ware 134— 136 50 270-50 83 — 133 — 11510 99 25 101 25 98 75 i#5 103-50 9325 102 75 95’— 71 90 167 >20 50 104— 172.25 16 75 117 55 95-25 104"— 93-50 103.— 05-25 72 — 167-50 120 75 104*25 172 75 17 — 117 65 .»•54 5 56 9-37 |9-38 57 80 57-85 100-—|ico — Telegrafischer Kursbericht am 23. Mai. Papier-Rente 68 50. — Silber-Rente 70 25. — Gold-Rente 80 50. — 1860er Staats-Anlehen 125 25. — Bank acticn 843. — Kreditactien 267 25. — London 117-35. — Silber —. — K. k. Münzdukateu 5-53. — 20-Francs Stücke 9 36. — 100 Reichsmark 57-70. Ein im besten Bauzustande befindliches Jnuus mit einer Handlung, am frequentesten Platze einer größeren Provinzftadt Krains, wird wegen Familienverhiiltnissen aus freier Hand verkauft. Aus frankierte Anfragen das Ntthere in der Administration dieses Blattes. (224) 3- 3 Jfbrni 10,000 fl. 6. der den Nachweis liefert, daß die Anleitungen im Buche der Glücksspiele unrichtig oder nicht zutreffend sind. Dieses Buch ist der sicherste Führer zu den grössten Gewlusten bei kleinstem Risico und beschränkten Geldmitteln. Preis 1 ff., pr. Postzuseuduug 1 fl. 10 kr , in der Verlagshiindlung, Wien, IV., Phorusplat/- Nr. 20. (251) 10—1 Börse! finanzielle Informationsblatt für Private ,,»ei Kapitalist“ ertheilt Rath und Auskunft über Stand, Kurs und Aussichten aller österreichischen Werthpapiere auch Exoten. - Probenummern auf Verlangen gratis durch die Redaction Wien, Kohl-markt 18. (226) 6—4 Einladung zur Betheiligung an den Gewinn-Chancen der vom Staate Hamburg garantierten grossen Geldlotterie, in welcher 8 Hill. 177,600 R.-K Tom 11. Juni 1879 bis 12. November 1879 slelier gewonnen worden müssen. Der neue, in 7 Klassen eingetlieilto Spiolplan enthält unter 86,000 Losen 44,000 Gewinne, und zwar er. R.-Mark 5 Gew. ä M. 8000 2 Gew. k M. 6000 54 Gew. ä M. 5000 6 Gew. ä M. 4000 71 Gow. ä M 3000 217 Gew. ä M. 2000 2 Gew. ä M. 1500 2 Gew. ä M. 1200 531 Gew. ä M. 1000 673 Gew. ä .M. 500 950 Gew. ä M. 300 24,650 Gew. k M 138 etc. etc. 400,000 speziell aber 1 Gewinn ä M. 250,000 1 Gewinn ä M. 150,000 1 Gewinn ä M. 100,000 1 Gewinn ä M. 60,000 1 Gewinn ä M. 50,000 2 Gewinne ä M. 40,000 2 Gewinne a M. 30,000 5 Gewinne ä M. 25,000 2 Gewinne ä M. 20,000 12 Gewinne ä M. 15,000 1 Gewinn ä M. 12,000 24 Gewinne ä M. 10,000 Die Gewinnziehungen sind planrnässig amtlich festgesetzt. _ (175) 10—7 Zur nächsten ersten Gewinnziehung dieser grossen Geldverlosung kostet: das ganze Originallos nur 6 R.-Mark oder fl. 3 50 das halbe Originallos nur 3 E.-Mark oder fl. 1 75 das viertel Originallos nur l*/i B.-Mark oder fl, —'90 und werden diese vom Staate garantierten Original-Lose (keine verbotenen Promessen) gegen Einsendung dos Betrages oder Posteinzahlung nach den entferntesten Gegenden von mir franco versandt. Kleine Beträge können auch in Postmarken ein-gesandt worden. Das Haus Steindecker hat binnen kurzer Zeit grosse Gewinne von Mark 125,000, 80,000, 30,000, 20,000, mehrere von 10,000 u. s. w. an some Interessenten ausbezahlt und dadurch viel zum Glücke zahlreicher Familien beigetragen. Die Einlagen sind im Verhältnis der grossen Chancen sehr unbedeutend, und kann ein Glücksversuch nur empfohlen worden. Jeder Theilnehmer erhält bei Bestellung den amtlichen Plan und nach der Ziehung die offiziellen Gewinnlisten. Die Auszahlung oder Versendung der Gewinne erfolgt planrnässig und nach Wunsch der glücklichen Gewinner. Aufträge beliebe man umgehend und jedenfalls vor dem 30. d. M. vertrauensvoll zu richten an die bewährte alle Firma M. Steindccker, Dammthorstrasse, Bank- und Wechselgeschäft, Hamburg. P. 8. Das Haus Steindecker — überall als solid und reell bekannt — hat besondere Re-clamen nicht nothig; es unterbleiben solche daher, worauf verehr!. Publikum aufmerksam gemacht wird. Druck von Jg. ». St I c i« nt a y r 4 Fed. Bomber». Verleger: Cttemar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich : Franz Müller.