tz^ro. 32. ^, 1788. ' Laibacher Donnerstag den 7. August. <^>ie Gerüchte, daß unsere gro^e Armee den Sausirom nach Scrvien paßiren soll, erneuern sich wieder» ' ^lun wird wenigstens das Belagekingsgeschütz in größter Eile von Neusatz nach Semlin gebracht. Sobald wir, heißt es, Nachricht erhalln , daß sich der Großvezier gegen bie mit aller Macht einbrechenden Nüssen ziehe, so stehen wir in Scr- sind wir wieder ill Syrnüen. Kurz wir wollen blutige Schlachten lind theuere Belagerungen vermeiden, Ungarn mit neuen Kolonisten bevölkern , den Kordon vor jedem Einfalle bedecken, unsern allirten Russen Luft machen, und zuletzt einen vor-theilhaften Frieden erwirken. Ungeachtet der grossen Hitze, w?sche. einigemal in Syrmien bis )Z Grad am Thermometer stieg, war ' man dennoch bei der Armee äußerst thätig, und bey Ablauf der letzten Briefe sah man daselbst der Nachricht entgegen, daß es einem Korps der Michalowitzer Freypartisten gelungen sey, sich dcr Festung Zwornick eh. ihr noch von Belgrad aus Hilft zueilen konnte, zu bemächtigen, wodurch den Türken alle Kommunikation zwischen Serviert und Bosnien abgeschnitten wäre. Der nunmehr vollendet? Van des Damms bey Vcschania ist ein wahres Meisterwerk. Ganz zuver-, laßig können sich hinter solchem zehn tausend Mann gegen eine Armee v. 4O bis 50OOO Türken für Mlanqreif-lich schätzen und vertheidigen. — Vei der Hauptarmee ist das Personale her Kriegskanzlei) nach Semlin in die Stadt verlegt worden. Die Nachricht von der Niederlage der Türken bey Iassy, wird mit folgenden Umständen erzahlet: Der rußische General Elmpt, nachdem er die Nachricht von dem Anrücken der Türken auf Iassy erhielt, faßte mit dem General Fabri den,Entschluß / die Feinde in die Falle zu locken; Fabri mußte den verabgeredettNtz Maß-regeln zufolge dem Feinde glauben machen, daß er sich aus Iassy rett-rire, und zog durch diese List dieselbe nach Iassy; mittlerweile die Russen den Türken auf dem Fusse nachfolgten. Plötzlich kehrte sich Fabri gegen den Feind, welcher hierdurch in die Klemme zwischen zwey Feuer kam, und fast ganz aufgerieben wurde. Rußland. Von dem Vorfalle auf be"t schwarzen Meere, wobey sich die Rli-ßischen Ruderschiffe zuerst mit den Rudcrfchiffen der Türkischen flotte des Kapman - Pascha schlugen, h^ die Petersburger Hofteitung von l» Iul. nur eine vorlaufige Nachricht ertheilet; unter dem utenIuly aber liefert sie davon folgenden umständlichen Bericht: „ Aus dem Hauptquartiere am Bugflllsse ist von dem die Kathari-Noslawsche Armee kommandirendeu Hrn. General-Feldmarsckall Fürsten ^otemkin - Tawritscheskoi, unter dem 26. Iun. nachstehender Bericht Von bem am 18. Iun. von dcm Prin-ien von Nassau - Siegm, der unsere' dichte Flottille im Liman konmlan-^iret, ü'oer den Feind enthaltenen Siege eingesandt worden." „Am 17. Iun. hielt die Türkische Flotte im Liman einen Kanonenschuß weit von Qtschakow. Unser aus Seegel-und Ruderschiffen bestehendes Geschwader im Liman näherte sich ihr bis auf fünf Wersie. Am 18, da der Wind Nordwesi war, griff das Türkische Geschwader unsere Nuderfiotte an. Diese war genöthiget sich mit der Flotte desCon-tre-Admiral Paul Iones in eine ^inie zu Mm, um letztere zu un- terstützen; auf bem rechten Flügel blieb nur eine Reserve unter dem Kommando des Kapitain Winter, die aus vier Doppelschaluppen, 2 Galeeren und s Barkaffen bestand, und eine andere von 4 Batterien und 2 Galeeren, unter Kommando ^des Kapitainlieutenants Achmatow. Der Oberstlieutenant Fcnsch befand sich gleichfalls auf den rechten Flü-' gel init 2 Galeeren. Schon um 4 Uhr Morgeus bemerkte man eine Bewegung der Türkischen Flotte, und der Prinz von Nassau und der Contre - Admiral gaben ihren Flotten sogleich das Zeichen sich zum Tressen anzuschicken, denn die Türken inachten solche Wendungen, als ob sie uns angreiffen wollten; aber sie unterliessen doch den Angriff, und es verrieth sich, daß sie blos in dcr Absicht sich bewegt hatten damit unsere Schiffe mehr vorwärts nach ^ der Seite von Qtschakow rücken sollten. Um 7 Uhr rekognoszirten dee Prinz von Nassau und der Contre-Admiral auf einem kleinen Fahn zeuge die Stellung des Feindes. Als sie sich bis auf die Weite von ungefehr 2 Schuß den feindlichen Galeeren genähert hatten, fiengen letztere an zu feueru und ruderten mit Z6 andern Fahrzeugen näher auf die unserigen zu. De? Prinz v. Nassau war fertig sie zu empfangen; da er «ber bemerkte, daß die Türken sich mit ihren Fahrzeugen näher an das Ufer zogen, um unsern rechten Flügel anzugreiffen, gab er feinen Schiffen auf der linken Seite Befehl'etwas vorwärts zu rücken, nnd der Contre-Admiral schickte Befehl an seim Flotte dem Prinzen von Nassau die Schiff, die zu nächst an der Linie standen, sogleich zn;uführm, und nun nahm das Treffen den Anfang. Die Türken kamen in voller , Schlachtordnung , mit heftigen Feuer! an; da^ Feuer von unserer Seite war nicht minder nachdrücklich. Der Prinz, von Nassau befahl den Feind «nzugreiffm. Vier leichte Galeeren giengen mit vieler Unerfthrockecheit auf ihn los; allein ihr gar zu. eilfertiges Vorrücken hinderte, daß man mit zwey'.Batterien nicht feuern konnte, deren Richtung erst mußte verändert werden; unterdessen hatte der Brigadier Korsakow dafür zn sorgen, daß diese Galeeren die Linle der andern Schiffe abwarteten. At-lein plötzlich kam der Kaputan-Pascha auf seinem Kirlangitsch mit dem zweyten Treffen der Flotille, das bisher in der Ncserve war. Hie? durch wuchs die Amahl der feindlichen Schiffe bis auf 57. Seine Ankunft gab den Türken , deren Feuer bereits anfieng schwach zu we«t»'N°, neuen Muth. Er fu!>r auf seinett leichten Fahrzeuge allmchalbm herum mit dem unerschrockenen Muthe, den man längst an ihm gewohnt istl ill,<,wischcli kamen auch die Fahrzeug/ unter dem Comre-Admiral herbey* Sobald sich 3 Doppelt-und 2'BoM5 bardierschaluppcn, eine Batterie und eine Galeere bis auf einen Schuß genähert hatten, befahl ihnen dkt Prinz v. Nassau den Feind in die 1 Flanke anzugreiffen. (Der Beschluß folgt.) Wud aik Donnerstag auf dem Platz n« 183. in der von KleinmwM schen BllchlMdsunZ ausMchm,