Nr. 169. -------------- Freitag, 25. Juli 189tt. 109. Jahrgang. OMchelMZeiwm. ««,?«>,? n"^"^' 2M Postversenbung: ga»zjilhr!ss si, 15, halbjährig fi, 7^n. Im Vomv»°!r: 1 Die «Laibllch« glitung» erscheint lüsslich m« «lu«»ahme der Honn' und Feiertage, Die Abminiftratlo» ll,i,i <^ l ' h">bjähr!g fl. 5'5N. ssiir die ZusteUui'g in« Hau« ganzjährig ft, l. - ^nscrtionsnebiir: stur V bcsindel sich «o»nrel«plah ll. die Mebaclio» Bahnhosgasle 24. Sprechstunden der Redaction täglich von "ri„e ,f»>eratt b>« z„ 4 gellen 25 lr.. größere per Zeile « lr,! bei «Üeren Wiederholungen per gelle » lr, V w bi« t» Uhr vormittag«, — Unfranlierte Vriese werden nicht angenommen und Vlanulcripte nicht zurullglstellt. Uintlicher Hheil. Ge l. und l. Apostolische Majestät haben mit «Uerhöchster Entschließung vom 9. Juli d. I. dem «teueremnchmer Josef Supancic anlässlich der von ^"erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand ^ cü>^ ""ß ^iner vieljährigen treuen und sehr er« 'PMichln Dienstleistung das' goldene Verdienstkreuz ^ der Krone allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Hheil. Die Collcctivausstellmlg Krains. lanf, ^ die Collectivausstellung Krains in der Wiener ."z und forstwirtschaftlichfn Ausstellung finden wir «zl..zs7n"^ des Herrn Karl Sitter in der ofsiciellen «u«!teUlmgs-Z^t„nc,.d<>„ nachstehenden Bericht: Die ! ibr^ l^'^lchaftsgesellschaft für Kram führt uns in ! M?x ^"""u^ellung im eigenen Pavillon Erzeug-sir?" ^ « ' ""d Forstwirtschaft und deren Iudu-G a ntt^s^^" ^b weiß durch glücklich gewählte verU? ' """3 ber einzelnen Produktionszweige aus di'?7"n Gegenden Ober-, Inner- und Unterlrains n)aH""'?"lsamlrit und das Interesse des Besuchers lick A w ^ Gruppen sind vertreten, und nament- i wie rK ^"ppe Forstproducte und Forstindustrie ist. l schastli^« Ä"'s '" den natürllchen und volksnmt. ^.^ucyen Verhältnissen begründet erscheint, gut be- ju f,-i?^'S "" Eingänge des Pavillons bemerken wir «"^"Seiten Tavoletti. Fournier-. Fassdallben- und ^ ""Mhölzer au« den Forsten des Grafen Kottulinsky. ^n vinnern selbst fällt uns im linken Seitentracte eine »mosaikartigen Brettchen zusammengesetzte, bis an die aek?n/r?^"be Wand auf. die eine Mustercollection Wn^?^ der Firma Franz Aua> >« ^"b darstellt. Unweit davon sind in dem aufa«tt gefälliger Form buntfarbige Holzwolleballen arä3-« ^ ' °'^ le nach den verschiedenen Feinheits-ic .?./)"« als Emballage für Flaschen. Obst. Eier M«Mls als Füllmaterial für Polster. Strohsäcke und wen^l oder als Streumittel bereits erfolgreich Ver-Lm?^ ^"'- ^lus den reichhaltigen Torflagern des ty/s 2" Moores sind Proben von Stich, und Press, zum ^M"u u"d Torfmull zur Schau gestellt, denen ^^vesscreil Verständnis ein Situationsplan eines Torfstiches in Weidenau beigcgeben ist. der in kurzen Umrissen die einzelnen Stadien der Gewinnung desselben erläutert. Weiters wären in dieser Gruppe noch zu erwähnen die Holz- und Drcchslerwaren, die jedoch meist Producte der Hausindustrie sind und eigentlich besser in diese Gruppe passen. Die Hausindustrie, einst so schwunghaft betrieben uud eine ausgiebige Erwerbsquelle der bäuerlichen Bevölkerung, geht jetzt in dem Maße. als der culturelle Fortschritt und maschinelle Aufschwung des Landes steigt, immer mehr und mehr ihrem Verfalle entgegen. Von. den alten Erzeugnissen: Holz«. Sieb-, Flecht« und Schnitz, waren, ferner Leinwand. Lodentuch und Spitzen tonnten sich nur erstere bis heute behaupten, und hat in dieser Richtung die Gottscheer Hausiudustrie durch ihre Korb», Holz«, Stroh- und Drahtflecht., Stock- und namentlich Reifnitz durch seine Bürsten» uud Rosshaarsieb'Indllstrie seinen Ruhm begründet und bis jrht noch bewahrt. Nicht zu unterschätzen ist auch die Erzeugung geklöppelter Spitzen, welche von einer großen Kunstfertigkeit Zeugnis geben. Die häusliche Leinwand- und Lodentuchweberei musste jedoch der fabriksmäßigen Erzeugung der Textilwaren weichen und ist jetzt nur mehr vereinzelt in den Hütten der conservativsten Bauern zu finden. Alle diese Producte häuslichen Fleißes werden uns in dieser Gruppe vorgeführt, und jedem haftet ein gutes Stück Culturgeschichtc Krains an. Besondere Sorgfalt hat die k. k. Landwirtschasts. gesellschaft für Krain auf die Gruppe «landwirtschaftliche Producte» verwendet. Sie hat in dieser Hinsicht ihren Einfluss dahin geltend gemacht, dass sie bestrebt war, aus allen Bezirken Anisteller heranzuziehen, um ein möglichst vollständiges Bild der Ernte und der Vegetationsverhältnisse des Laildes entrollen zu können. So kommt es denn, dass diese Gruppe an Reichhaltigkeit und qualitativem Werte vor allen anderen den Vorzug verdient, da jeder Aussteller seine ganze Kraft, sein ganzes Können zusammengenommen hat und nur das Allerbeste, die prima marktfähige Ware zur Schau bringt. Die Aufstellung selbst ist eine derartige, dass zu beiden Seilen der treppenartigen Stellage in Gläsern die Hülsenfrüchte, die Bohnen :c. ihren Platz finden, während die Mitte in netten Holzgefäßen die Körnerfrüchte und von diesen wieder die in Krain am meisten gebauten, wie Heiden. Hitse. Mais, Lein und andere, einnehmen. Bei jedem Objecte sind neben dem Numen des Ausstellers auch Standort und Seehöhe des letzteren ersichtlich. Es wurde ferner von dem Principe ausgegangen, von jeder Gattung Vertreter der einzelnen Vegetationsgebiete der Alpen. Voralpen und des Karstes, welche Benennungen so ziemlich mit den localen Ausdrücken Ober«, Unter- und Innertrain zusammenfallen, einander gegenüber zu stellen, um die Einflüsse, den die klimatischen, geologischen und hydrologischen Verhältnisse dieser Territorien auf die Pflanzenproduktion üben, umso greller hervortreten zu lassen. Weniger reichhaltig ist die Gruppe «Molkerei», wo wir neben dem Tafeltäse der Gutsverwllltung Hab« bach auch mit Producten der der Leitung der l. l. Landwirtschafts-Gesellschaft für Krain unterstehenden Käsereigenossenschaften bekannt werden. Obzwar gerade dieser Productionszweig ein im Lande weit verbreiteter ist und namentlich die Gegenden der Wochein und des Veldeser Sees bereits darin Ersprießliches leisten, ist diese Gruppe doch verhältnismäßig schwach beschickt und bleibt hinter den an sie gestellten Anforderungen und Erwartungen zurück. Aehnlich steht es mit der Gruppe Weinbau. Hier fungiert als alleiniger Vertreter der Gegenden an der Wippach Graf Lanthieri mit den feurigen Geistern seines Oberfelder Kindermachers und Kaiserweines. Vergebens suchen wir die Weingegenden an der Vurk. und unwillkürlich drängt sich uns die Frage auf: Hätte denn Unterkrain trotz Reblaus. Pe-ronospora und ungünstigen Ernten in den letzten Iah« ren wirklich leinen Tropfen, der würdig wäre, auf eine Ausstellung gebracht zu werden? In der Gruppe Jagd wird der Villichfang demonstriert. Dieses Thierchen, das unter dem zoologischen Namen Siebenschläfer bekannter sein dürfte und das bis auf die silbergraue Farbe mit unserem Eichhorn» chen große Aehnlichleit besitzt, besiedelt die Buchen« Wälder Krains und wird hier nicht nur seines Felles, sondern auch seines eßbaren Fleisches wegen gejagt. Out hat sich die Oberkrainer Bienenzucht in Gruppe VIl eingefunden. Freilich, wer die Oberkrainer Biene selbst in reger Thätigkeit, bei voller Arbeit beobachten will, der muss sich in den Forstgarten bea/ben. wo dieses emsige Volk derzeit sein Domicil aufgeschlagen hat und woselbst er sich an dem Bienenstände des Herrn Michael Nmbrozik in Mojstrana mit. ber Eigen» art dieser Biene vertraut machen kann. Im Pavillon selbst findet man nur verschiedene Bienenzuchtgeräthe, unter welchen die für hohe und kalte Laqen berechneten Feuilleton. Der Triumph Aspasia's. Von Iaroslcw Nrchlicl?. erai-M^°l'!^ U"d Philemon, zwei junge Fronde. Äul ». '^ ^ dem Sonnenaufgauge zwischen den Änk> l. ^ Marktes von Athen. Sie erwarteten die den m- Sokrates, welcher die Gewohnheit hatte, in N l nU" "" Meeresstrande entweder allein oder «e^uschaft junger Freunde zu genießen, in deren "ite der bissige Alkibiades niemals fehlte. Bei H'P^N'k»« und Philemon waren Fremde in Athen, dez N ',7 U"W Bewunderung, die sie den Werken einer -r? ^^^"' """n s" "'cht ganz frei von Tba»/?'''k" ^ersucht — wohl brachten sie den bul^i ^"^ Xanthippo'ö aus voller Seele ihre sick,, z? dar, aber sie unterließen doch nicht, wenn und w-c« Gelegenheit bot. den Stachel leichter Ironie ihrem Ä l"^ ä" gebrauchen. Darum fehlte auch heut kilns/ ^7?l"che, wenngleich sie ihre Bewunderung des von Athen nicht verhehlten. den >>l " "°pseu Gift. den der Mensch so gerne in lrin^ ^"orcher „icht h^h seines Nächsten, oft auch ""es wahren Freundes mischt, werden ? ^"Ul a", mir in Athen unerträglich zu schaues/' , - ^ Philemon, «alles, was du hier er-Als nk i>' ? " Namen eines einzigen Menschen, denlen^ c^°^"ben Grüfte der Natur' sich in einem bilden^., ?""k' 'n einem fühlenden Herzen, in einer Perils ,5""b vereinigt hätten! Wohin du trittst, sorsll, ' ""l er und immer nur er! Und doch. '"" man genauer, was wäre er ohne seine Um« gebung? Er gleicht einem Schwamm, der aller anderen Weisheit und Ruhm in sich aufgefogen. Bedauerns» werter Tropfen des Geistes. Scherzes und Willens, der du in der Sonne des Lebens wie eine lebendige Perle glänzest! Der Schwamm nähit sich, erreicht dich und du. selbst ein kleiner Theil des Lebens und des Lichtes, hilfst nur die Unsterblichkeit eines einzigen Wesens er-höhen! Glaube mir, Freund. Perikles, wenn auch Wohlthäter Athens und Hellas', ist gleicherzeit ein Dieb des Ruhms und der Weisheit anderer schnffcnden Söhne dieser Stadt. Um seinetwillen übersieht man die übrigen.» «Du sprichst die Wahrheit, mein Freund, doch beleidigt mich des Periklcs Ruhm nicht in solchem Maße, wie das herausfordernde Treiben der Aspasta. Wohin du trittst, auch sie nnr überall! Ihr Name kliugt vou den Lippeu aller Philosophen und Dichter. In Pheidius' Werkstatt findest du unzählige Abgüsse ihres Angesichts und Körpers, in den einfachen, epheu-umraultrll Häuschen des Sophokles tönt ihre Schön» heit in den erhabenen Chören seiner Tragödien wieder, wie eine ewig zitternde Saite. Neulich sprach ich mit Sokrales vou ihr, und sieh! selbst dieser Göttliche fand nicht Worte genug, Aspasiens Bedeutung ,n Athen zu preisen und anzuerkennen. Fast glaube ich. dass er sie hoch über Perilled stellt und schätzt.» «Perikles und Aspasia — Aipasia und Penkles! Die bilden heute ganz Athen., rief der gereizte PH», lemon. «Versuch es. wie du kannst, denen vermagst du nicht auszuweichen — du begegnest überall ihren Spuren. Mich widert die Anbetung Einzelner schon an. Bei uns in Sparta ehren wir die Verdienste auf an» dere Weise. Niemand lann sich beschweren, übersehen worden zu sein, wenn er's nicht verdient; wir sind alle gleichsam die Räder einer Maschine, ein jedls Rad thut seine Pflicht — wenn nicht, so wird's durch ein anderes ersetzt — erfüllt es seinen Dienst, bleibt es im Gange, und darin liegt schon ausgiebige Belohnung. So erkennen wir Verdienste an, und darum ekelt mich dies ewige Erheben Einzelner über das Ganze, so wie mir das Prahlen mit dem, was doch nur Pflicht, erfüllung heißt, verhaset ist. Ich fühle, dass meines Bleibens in Athen nicht von großer Dauer sein wirb — Äspasien werde ich mich gewiss nicht nähern, ich will die Lifte ihrer schlaffen Lobpreiser nicht ver-mehren.» «Auch ich nicht,» stimmte Hippomkus zu. «Und beide begehen einen Fehler!» rief hinter ihnen ein Dritter. Sie blickten nm sich nnd schauten in das wiir-dige Angesicht Sokrates'. in welchem neben unendlicher Güte ein leichter Strahl göttlicher, nur ihm eigener Ironie spielte. «Warum einen Fehler?» fragten gleicher-zeit die zwei Freunde? «Weil ihr wie Manlwiirfe in dcr Finsternis über die Sonne aburtheilt. Ich be-lauschte hinter der Statue Hippodams euer Gespräch, Freunde, aber sein Inhalt erfreute mich nicht. Wie kleinlich, wie kindisch sind euere Lästerungen! Aus euch spricht nur die Wuth über die Nichtbeachtung euerer Person!» «Verzeihe, o Berühmter,» erwiderte hipponikos, «aber du thust mir Unrecht, wenn du meiner Meinung so schlechte Gründe unterlegst. Was ist mir Alhen. was Penlles, was Ajpasia? Ich urtheilte nüchtern, ruhig, und du wirst mein Urtheil nicht wankend ma. chen.» — «Hipponikos hat Recht., ließ sich Philemon vernehmen, «hier wird unter der Maske der Kunst all- Vaibllchei Zeitung Nr. 169. 1394 25. Juli 1890. Bienenkörbe des Herrn Martin Draqan und ein vo» Nmdrozic construierter Otdservat'onsslock auffallen, welch letzterer, da man die Beobachtungen vom Zimmer aus machen kann. für Schulzweck'' und wissenschaftliche For« schungen sehr geeignet erscheint. Bei der Beschickung der Gruppe Maschinen und Geräthe haben sich die Firmen Samassa und Andreas DruZlovi«! betheiligt. Erstere, durch ihre Glockengießerei im ganzen Lande bekannt, hat Pumpen aller Größen und Systeme für Kellerwirtschaft und Gartenbau aus» gestellt, während die andere uns mit land« und forstwirtschaftlichen Gerathen vertraut macht, wie sie zwar allerorts bekannt und in Verwendung stehen, dennoch aber in Kram eine ganz specifische Form angenommen haben. Ich will hier nur die langgeschweifte Krainer Sichel, das schemelartige Dena/lzeug, das unsere Reb-schere ersetzende sichelförmige Weinbergmesser, die mit einem Widerhaken versehene zweizinlige Heugabel, die Harfengabel (poä^aö) :c. erwähnen. Ein ferneres Eharakteristicum ist der Krainer Aauernpflug, ein schwerfälliges, auf einem Vordergestell ruhendes Un» gethüm. an dem alle Theile mit Ausnahme der Pflugschar von Holz sind. Nettes bietet der Gartenbau in seinem Untertrainer Dörrobst, gedörrten Mirabellen von der Besitzung des Herrn Dr. Namors und Slivovitz und Persico der Outsverwaltung Neuenstein. Die Baumschule der k. l. Landwirtschafts-Gesellschaft für Krain, die auf einem Flächenraume von 5 Hektar alljährlich 10.000 Hoch' stamme erzieht, hat als Muster Obstbäumchen in den einzelnen Altersstufen entsendet. Die Gruppe XV bis XVI! hat die k. l. Landwirtschafts-Gesellschaft für Krain occupiert. und hat in ersterer, Veterinärwesen, ihre Huf« beschlagschule Aufstellung genommen. Was sie uns zeigt, sind theils normale, theils abnormale oder kranke Hufe von Pferden und Rindern, an denen sie erläutert, wie durch sorgfältige Wahl eines entfprechenden Huf« eisens der Fehler beseitigt oder wenigstens verringert werden kann. Es sind dies lauter Demonstrations« objecte, die das Studium an dieser Anstalt erleichtern sollen. Unter den typischen landwirtschaftlichen Bauten Krams in der Gruppe Bau« und Ingenieurwesen er< kennen wir die Modelle einer einfachen und Doppel-Harfe. Dies in keinem Wirtschaftsbetriebe, und sei er auch noch so klein, fehlende Gebäude ist ein großer bedeckter Lustlrockenapparat. der seine Existenzberechtigung in der großen Niederschlagsmenge des Landes findet. Das Getreide, der Klee und selbst das Heu kann der anhaltenden Sommerregen wegen auf freiem Felde nicht trocknen, sondern muss auf der Harfe, die eine große Oberfläche und genügenden Luftzug bietet, erst gar werden. In der letzten Gruppe hat die Landwirtschafts' Gesellschaft ihren literarischen Schatz aufgehäuft. Es find meist in slovenncher Sprache verfasste Zeitschrift ten. Broschüren und Bücher, die zur Belehrung des Landmaimes dienen sollen. Hier finden wir auch die Landes'Wein«. Obst» und Ackerbauschule Stauden wieder, der wir bereits in Gruppe «landwirtschaftliche Pro» ducte» begra.net sind und die dort durch ihre schönen Maitsorten unsere Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat. Hier zcigt sie uns. was ihre Zöglinge tüchtiges im Pläne> und Geräthezelchn« n gelernt haben. In einem Modelle des Unterloitscher Schul« i^etiäudes sammt Garten und Baumschulen beweist Oberlehrer Ribnikar. wie weit es Kinder durch Ge« ichicklichleit und Ausdauer in der Handfertigkeit bringen können. Wie nothwendig und nützlich die Kenntnis solcher Handarbeiten ist, geht aus dem Umstände hervor, dass der krainische Bauer meist auf sich selbst an-qewiesen ist und alles, was er, seine Familie und seine Wirtschaft braucht, selbst verfertigt... So haben wir deun unseren R'mdgang beendet und stehen jetzt inmitten des Pavillons vor einem riesigen Flaschenlhurme. Auf den Etiketten der Flaschen ist zu lesen: Märzen-und Exportbier der Gebrüder Kosler, Laibach. Zum Schlüsse wollen wir noch einen flüchtigen Blick auf die die Wände des Pavillons zierenden Karten und Photographien werfen. Erstere zeigen uns graphisch die Verbreitung des Wein- und Waldbaues und correspondierend hiezu das Verhältnis der land' wirtschaftlich benutzten Fläche zur unproductioen. Die Photographien führen uns wohlbekannte Gegenden ins Gedächtnis zurück; alte Erinnerungen werden in uns wach und umgaukeln unsere Sinne. Wir durcheilen im Geiste Obertrain mit seinen malerischen Bergen und idyllischen Seen, an deren Ufern melodisches Glockengeläute die weidende Herde verkündet; hören die brau-fende Bora und den heulenden Schneesturm, diese ent» fesselten Geister Innerkrains, und weilen zuletzt in den fruchtbaren Gefilden Unterkrains. Jede dieser Gegenden hat ihr Scherflein zum Ruhme und Glänze der Ausstellung beigetragen, und wenn auch das Ausgestellte in den weiten Räumen der Rotunde und des Parkes und bei der erdrückenden Fülle des Dargebotenen fast verschwindet, so gilt doch der gute Wille'für das Werk. Politische Uebersicht. (Das Ministerium des Innern) hat bekanntlich, wie wir seinerzeit berichteten, die Enthül» lung des von dem Bildhauer Rendic verfertigten Denkmales des kroatischen Dichters Kacit'MioZiö in Ma-carsca aus dem Grunde nicht gestattet, weil die auf dem Standbilde angebrachten slavischen Wappenreliefs in einer Weise veranschaulicht waren, dafs die Behör« den darin eine Verletzung der österreichischen Staatseinheit erblickten. Das Denkmal-Comite" musste deshalb zu einer durchgreifenden Aenderung drs Sockelschnuickes des Kacii-Standbildes schreiten, und ist diese Aenderung vor kurzem auch thatsächlich durchgeführt worden. Die bereits einmal verschobene Enthüllung ist nun für den 26. August festgesetzt und foll nach den Plänen des vorbereitenden Ausschusses in feierlicher Weise began-gen werden. (Unser Orientverkehr.) Der «Neuen freien Presse, zufolge hat das Handelsministerium infolge der Mittheilungen über die Errichtung einer deutschen Levante Linie, welche mit Hilfe eines combimerten Eisenbahn, und Schiffstarifes den deutschen Verkehr mit der Levante und auch mit den Vallan-Ländern über Hamburg leiten soll, an die Südbahn, als die am Verkehre mit der Leoante zumeist betheillgte Eisenbahn, einen Erlass gerichtet, welcher die Einleitung einer Geqenaction bezweckt. Der Erlass knüpft an die Ver. lautbarunq an. welche von den pceuß sch^n Staats» bahnen ausgegangen ist, und hebt hervor, dass die deutsche Concurrcnz, welche sich ja schon bish r ill« Verkehre mit dem Orient g'ltend zu machen wusste, n»t Hilfe der neuen bedeutend ermäßigte» Eisenbahn- und Schiffstarife den österreichischen Interessen n?uen Scho' den zuzufügen vermöchte. Die Südbahn wird dahtt eingeladen, eine Conferenz einzuberufen, damit die iin Verkehre mit der Levante und den Valkanländ-ru in» teressierten Bahnen der österreichischen Kaufmannschaft mindestens annäherungsweise die gleichen tarifarischen Vortheile zugestehen, wie solche feitens der sächsische" und der preußischen Staatsbahnen dem deutschen Handel eingeräumt wurden. Die Regierung empfiehlt aber auch, da mit der Herabsetzung der Eisenbahntarife allein nicht gedient wäre, ein Zusammengehen mit den beiden Schis!' fahttö'GchllschaftlN und ladet die Südbahn ein, Vel< treter der Donau Dampfschiffahrt« Gesellschaft und des österreichisch - ungarischen Lloyd beimzieheil, um auch die Schiifahrts-Gesellfchasten zu Tarifbegünstigungen zu > vermögen. (Aus Budapest) wird uns gemeldet: Oin hiesiges Blatt führte gestern zwei auf die Erhöhung der Äeamtenbefolduug bezügliche Combinationen al>, über welche im Ministerium angeblich Berathungen gepflogen werden; ferner hat es behauptet, es sei sch^ gewiss, dafs der nächstjährige Budgetentwurf mit einB ^ Deficit von mehreren Millionen abschließen werde. > Dem gegenüber ist «Nemzet» zu der Erklärung autori-siert, dass jene Mittheilungen aus der Luft gegriffen sind. Die inbetreff der Beamtendotierung angeführten Combinationen wären gar nicht geeignet, als Grundlage ernster Berathungen zu dienen, über das Budget aber könne noch niemand ein Urtheil fällen, selbst die Regierung nicht, weil mehrere Ressortministerien ihtt Voranschläge noch nicht eingereicht haben, ja selbst del Voranschlag des Finanzministeriums noch nicht fertig' gestellt sei. (Reichsrathswahl.) Die infolge des Ab« lebens des Reichsraths°Abgeordneten Wenzel Salas" nothwendig gewordene Ergänzungswahl eines Reichs raths-Abgeordneten für die'Prager Handels« und se> werbekammer ist auf den 12. August ausgeschrieben. (Zur Situation.) Es ist der reinste Hexe"' tanz aus der Walpurgisnacht, der zur Stunde in de« Spalten der czechifchen Presse aufgeführt wird. M ein schlimmes Kind, das einen unklugen Streich begangen hat und nunmehr mit Angst und Bangen de" l möglichen Folgen desselben entgegensieht, malen d>e altczechischen Blätter sich und der Nation das Schrei gespenst einer sich vorbereitenden Schwenkung von de" Slaven z>l den Deutschen vor. Während so die alt' czechischen Blätter im Gefühle ihrer Schuld sich dunklen Befürchtungen hingeben, bleibt das Organ des HerlN Grsgr wenigsten« consequent in seiner Tollheit, indel" es das eventuelle Fernbleiben der Deutschen von be/ Landesausstellung geradezu als eiu Glück für die Czechen hinstellt und des weiteren sogar schon auf ^ kommende Abstinenz der Deutschen vom — Reichstag einen Wechsel zieht. (Von der Prager Universität.) 5B kaiserlicher Verordnung wird vom 1891 ab an d" böhmischen Universität in Prag eine czechische theolo' gifche Facultät activiert werden. (Die Reisen des deutschen Kaisers , Der deutsche Kaiser wird. wie nunmehr endgiltig fes'' qeseht. sich von Wilhelmihaven, ohne Berlin zll b<" zuviel der Schönheit und Grazie geopfert, ja selbst auf Kosten der Vernunft, der Ueberlequng und, wie ich glaube, selbst der öffentlichen Moral.» «Und läge auch Wchiheit in dem, was du sagst, glaube mir, den Verdiensten jener und ihrer Brdeu» tunq können nie a/nug Opf^r gebracht werden. Seid nur gerecht. Freunde! Ich rede nicht von Perikles. di'ser hat s.men Namen mit unauslöschlichen Lettern in Hellas' Oesch chte. in die Geschichte der Welt eilige-jchri'ben. — aber an Aspasia versündigt ihr euch durch eure Einseitigkeit. Was wird von ihr einst zurückbleiben? Die flüchtige Sage im Munde der D>chter. Wie gering ist dies geam alles, was sie für euch qe« thau. indem sie dem Peril's gleichzeitig S^ele, Herz und Schwingen gewesen. Gönnt ihr doch den Tropfen V'wunderung, dafs auch sie glänze, ehe die Sonne der GleichailtiaM künftiger Jahrhunderte ihn verdorren macht. Was wird dann aus ihr? Eine Sage! Wie wnig für die Unsterblichkeit! Und doch ist das, was sie vt'Neicht uübewusst durch ihre eigenen Reize geschaffen oder wodurch sie der Antrieb zu großen Tha» ten gewesen, bedeutungsvoll für uns Zeitgenossin! Einen Dichter, wie Sophokles, überdauern seine Tra^ qöd:en. eine», Maler, wie Apelles, seine Bilder, einen Bild« Hauer, wie Pb/idias. seine Gebilde unsterblicher Gölter und Maschen. Penklcs. soUlen auch s ine Kriegs und Staatteinrichtnngen ihre Bedeutung einbüßen, hinter« lä it der W'N s.ine durch ewigen Geist beseelten Naoten. Was aber blecht vun echter, reiner Frauenschönheit und Graz,e? Vom Schmelz, jenes unerklärlichen Reizes, der dahmschmmdet. wenn der Stimme Wohlllang ver« tönte, wenn die schneeige Stirne sich mit Runzeln bedeckt, wmn des Alws Schnee die dunklen Schatten der Haare siegreich bekämpft? Was bleibt zurück, frag ich, menu des Sokrates Bewunderung, die Laune des Alkibiades. des Pentles Ruhm und Glück, das sie ihm gewesen, der schmale Raum ihres alabasternen Aschentruges verbirgt? Ihr möget an Dichtern und Kunst» lern. an PH losophen und Staatsmännern euch d»rch rücksichtsloses Urtheil versündigen, ihr mö^et deren pur purnes G'wa„d mit Koth bewerfen, diesen wird euer ungerechtes Urlheil nimmer schuden, denn der Kothfleck verbleicht und das Kleid nngs um ihn wird wieder in neuem, wunderbarem Glänze leuchten, die Hülle ihrer Unsterblichkeit überdauert den Angriff eur^s einseitigen Urtheiles, Anders beim W->,be, das nur die Schönheit als Mitgift besitzt. s.,n Herz und das gött. llche. wenn auch dem Augenblick umfallende Geschenk heiliger Kunst, die mit ihm zugleich verlischt und stirbt. Der Unsterblichkeit Hülle wird hier von der Urne ver» schlungen. nur der Flecken euerer Beschimpfung bleibt zurück. Hütet euch, nur mit Koth zu werfen, gerne fällt er ins Antlitz jener zurück, die ihn geschleudert. Wer die Schönheit und Kunst wann und wo immer bewunderte, der vollbrachte nicht den tausendsten Tl^il dtss'N, was er verpflichtet gewesen, diesen überirdischen Gäst'N zu erweisen. Nie ermüden sollt ihr in Bemun» derung dessen, was Bewunderung verdient! Ein Kenn« zeichen klemer Seelen ill's, zu sagen: Ich hade die Sonne schon vor fünf und zehn Jahren bewundert, ich bewunderte sie noch vor einer Woche, ja gestern selbst, warum sollt' ich sie auch heute noch bewundern? Und Merkmal kleinlichster Seelen i»'t: Gegen alles, was ihnen in den Weg tritt, den Stein zu erheben, besonders, wenn's um nn Haar größer oder anders ist als sie. Oeffnen wir unser Herz ganz der Bewimde- ru»q uud Anerkennung — des Hasses, der M'ssaM' und Zwietracht gibt es genug, übergenug rings "t" uns, warum sollten wir »icht das Bessere wählet Ja, was »st's am Ende für Grohmuth, anzuerknltt" die Schönheit und Kunst? Wenn ihr sie auch zeh^ mal unbeachtet lasset, sie werden sein und bleiben, den" sie sind ewig, indessen ihr nur vergängliche Einlaß fliegen seid. ...» Gesenkten Hauptes schritten Hipponikos und M lemon an der Seite ihres göttlichen Lehrers zwW" den sieben kühlen Schatten der Säulen dahin. ^ sieng plötzlich die bläuliche Dämmerung der Muraelllm an. in güldenen Flammen zu leuchten, die befeM Munychia von der einen und der Marmortempel d' Artemis auf dem Hügel von der anderen Seite ^' flammten unter den Feuerkussen. die Quaderterass'N e^ blitzten in Millionen glühender Funken und das Älal>e des Meeres im Hintergründe begann zu funkeln, lvl ein einziger großer erwärmter Saphir. Ueber bew Weltall schwebte in diesem Augenblicke die Sonne. ' «Nun. hab ich nicht recht?, sprach Sottal^ «Wie oft begrüßte ich hier den Sonnenaufgang, ."" niemals noch bereitete er mir Langeweile.» Seine 1>'" gen Freunde antworteten nicht. Sie standen da, trs" merisch ve> senkt i>, dieses prachtvolle, großartige Sch^ spiel, und in ihrer Seele fühlten sie die Bittt^' und den Missrnuth, welche aus den Worten des We>'^ klangen. Wie Balsam und Thau fielen in ihr Ohr ^' scherzenden Worte des Jünglings, welcher, wie t" flügelt, durch den Portikus Hippödams Sokrates ^' gegeneilte. Ts war Nllibiades! «Wieder bemnnd^.' du, o Meister, die Sonne!» rief er nicht ohne Ic^ «Ich wieder bewundere das Meer, die Berge. Kachel Zeitung Nr. 169. 1395 25. Juli 1890. rühren, nach England begeben. Nach der Rückkehr von oort wnd er am 12, August di? Herbstparade über das Vardecorp« abnehmen u>>d am 13. August die Neise ^l den Manövern nach Russland antreten. Die große Made findet dort sogleich nach Ankunft des Kaisers ""17-^uqust statt. Vun Russland aus begibt sich «aiser Wllhelm. wiederum ohne Berlin zu berühren, zu den Flutteumnnövern nach Kiel und Flensbum. nachdem er am 2. September den Manövern des Oarde-corps m der Uckermark beigewohnt hat. 'Im französischen Parlamente) ist n?uerdmgz die Frage angeregt worden, ob nicht die Senatoren und Deputierten im Falle einer Mobil« macylmg von dem Heeresdienste befreit werden sollen. «2 gehören nämlich derzeit nicht weniger als 204 4)epntlerte und emige Senatoren den noch wrhrpflich. "^" fassen der Reserve an. Die betreffende An-Gelegenheit war einem Kammerausichusse überwiesen worden und dieser hat den Beschluss gefasst, fich gegen w Befreiung voil der Wehrpflicht zu erklären. ' l55 Monden deutsche «Socialdemokraten.) U'" bemts bekannt, dass der socialdemokratische A^onete B'bel nach dem Ablaufe des Socialisten-«eieyes seinen Aufenthalt in Ncrlin nehmen werde. A. ^" """ erfäh.t. wird Herr Nebel nicht der ein-ln,l ^ sein. welcher seine Schritte nach Berlin <2 n«/?l 'hm werden die Abgeordneten Liebknecht, so i?' ."^ ""ch ^^lin kommen; fast die ganze vevcam plausche Parteileitung wird also in Beclin Pa'^"!"t sein. Die Differenz in der socialistischen lisi^'.'" Berlin sind trotz aller Dementis der socia-vlal^ ^^ sorter als je; um die aufeinander bat?? ?^" zn beschwichtigen und zu versöhnen, wenki >?l°ldemolratische Parteileitung es für noth-centri?re^ '' ^^ "^" Kräfte auf Berlin zu con- diarn^"? Amerika.) Newyorker Nachrichten kün> raaua ^ °ass die Minister von Costarica und Nica-zHn«z ""k" Vündnisverttag mit Guatemala unter-Oberes^"' ^" ^"'""l Ezeta aufforderten, auf den aesekli?^'! ^" Salvador zu verzichten, damit die fa su m . ^^"""g in San Salvador gemäß der Ver-' !!""g wieder hergestellt werde. Schiedst Alexander III.) hat nunmehr das Holland Z!"«" '" dem zwischen Frankreich und sibnnae» i« ^ d^ Abgrenzung der beiderseitigen Be-ll''ltl)!Nln^ Guuaua schwebenden Streite definitiv an-Aotscs,« . ' ". ^"b demselben seitens der französischen de,,V'!'t"b der holländischen Gesandtschaft alle auf ^lreuflill bezüglichen Documente zugestellt worden. Natinn.l ^'^) ^^ Mitglieder des italienischen «Dante Alighieri, haben beim Mi-des .p/'^' ""e Verwahrung gegen die Auflösung nicht w^c^'5'^"""^ eingelegt. Wir verstehen nossen ^,.. ^ die Herren Bonqhi. Martini und Ge-des KN ' >!.^ Maßregel, wlche nicht Unterthanen Die .^. Elches Italien angeht, zu bekümmern haben, «mm V'""?.°' """ 2". d. M, ist ganz nnferer Mei-die T^?'^.!" !"Nt. dass eS wohl nicht angehe, über Natbs?^l """ fremden Regierung Urtheile und "IMage abzugeben. Fnautt, /"fischen Unterhause) erklärte 1 ichlam. 'r.' Legierung werde niemals einem Vor. i ^r zustlmmeu. welcker die Unterstellung der briti- fchen Colonien am Schire unter portugiesische Herrschaft bezwecken würde. (In Valparaiso) ist ein ernster Aufruhr ausgebrochen. 5000 Aufständische plünderten und brann. ten zahlreiche Kaufläden nieder. Der Geschäftsverkehr hat ganz aufgehört. Truppen rücken von Iquique an. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben der Gemeinde-und Pfarruorstehung Oroß-Stelzendorf in Niederöster-reich zur Anschaffung einer Kirchenglocke eine Spende von 50 fl. zu bewilligen geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Vrünner Zeitung» meldet, der Gemeinde Niemschitz zum Schul« bau 80 st. zu spenden geruht. — (Vom Hofe.) Dem Vernehmen nach kommt Seine Majestät der Kaiser am 28. 0. M. vormittags von Ischl nach Wels. stattet zunächst dem Schlosse Lichten, egg einen Besuch ab und wird hierauf die auf dem Wege zwischen Wels und Üichtenegg gelegene Cavallerie Kaserne besichtigen, in welcher das im Herbste neu aufzustellende 15. Dragoner>Regiment, zu welchem sich bekanntlich auch Erzherzog Franz Saloa tor versehen lässt, statio. nieren wird. Ein offizieller Empfang findet anlässlich der Anwesenheit des Kaisers in Wels nicht statt. Der Kaiser tritt noch an demselben Tage die Rückreise nach Ischl an. — (Cine «Reichs,Prunlstadt») lässt sich die Republik Brasilien erbauen. Auf einem 1046 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Hochplateau, das von Rio de Janeiro 13 deutsche Meilen entfernt ist, hat man die neue Stadt, Theresopolis, bereits abgesteckt, und ein Consortium von Architekten wird mit bedeutenden staat» lichen Subsidien noch in diesem Jahre mit dem Baue beginnen. Gegenwärtig ist schon ein Theil der Eisenbahn von Rio nach Theresopolis fertiggestellt, da zur Auf» führung der projectierten Prachtbauten die Eisenbahnverbindung in erster Linie erforderlich ist. Der Plan für die neue Stadt ist nun in der Weise zusammengestellt, dass in den sich rechtwinklig schneidenden Straßen, die sämmtlich breite, mit Bäumen bepflanzte Boulevards dar» stellen sollen, nur Theater. Loncerlsäle, Casinos. Park» anlagen, Hotels, Prunkvolle Bade» Anstalten, glänzende Verlaufsläden und stilvolle Villen erbaut werden dürfen. Alle Fabriksanlagen und Wohnungen für Unbemittelte sind gänzlich ausgeschlossen, und es soll auch die räum« liche Ausdehnung der Stadt niemals den vorgezeichneten Plan überschreiten. Das Ganze soll ausschließlich ein Sammelplatz für die vornehme Welt der brasilianischen Hauptstadt und für die bevorzugten Gäste der Republik sein. Der Plan zu diesem Unternehmen ist direct vom Generalissimus der Republik, Deodora de Fonseca, aus. gegangen. — (Hochzeitsgeschenle für Stanley.) Unter den zahlreichen Geschenken, welche dem Ehepaar 3tan ley zur Hochzeit verehrt wurden, verdienen zwei noch nachträglich erwähnt zu werden. Das eine b»stand in einer Flasche Wasser aus dem Albert-Nyanza, das andere in einem sehr kostbaren alten chinesischen Thee« service, welches eine seltsame Geschichte hat. Es befand sich im Jahre 1745 unter der Ladung des schwedischen OftindiensahrerS «Göteborg» und war für den damaligen König von Schweden bestimmt. Die «Göteborg» litt Schiffbruch in der Nähe der Festung Elfsbord an der Mündung des Göta'Elf und sank in die Tiefe. Dort ruhte das Theeservice wohlverpackt aus dem Meeresgrunde, bis es einhunderteinunddreißig Jahre später gehoben wurde. Nach weiteren 14 Jahren ist es nun als ein wirklich fürstliches Geschenk in den Hausrath des unternehmenden Ufrikareisenden übergegangen. — (Freigelassen.) Die Freilassung der von tscherkessischen Räubern entführten österreichischen Ingenieure von Ger son und Mejor erfolgte am Samstag. Es wurde constatiert, dass seit Beginn des Baues der anlltolischen Eifenbahnen 38 räuberische Ueberfälle gegen Ingenieure, Beamte und Arbeiter der Vaugesell. schaft verübt wurden, darunter vier Raubmorde. — (Einen Zwerg als Gem e i n der a th ) erwählte sich die Einwohnerschaft von Springfield in Nordamerika. Derselbe, Pec Leffel mit Namen, ist be-reits 57 Jahre alt, wiegt kaum 60 Pfund und ist nur 46 Zoll hoch. Im Sitzungssaale des Stadtrathes musste man für ihn rinen neuen Platz einrichten, denn von dem seines Vorgängers aus würde er kaum über den Tisch haben blicken können. Der Zwerg hatte früher als Sehens, Würdigkeit die Jahrmärkte und Messen bereist und sich später in Springfield niedergelassen, wo man ihn seines jovialen Benehmens wegen lieb gewann und nun gar zum Gemeinderathe erwählte. — (Ein Familienbrama.) Das Schicksal der Frau Hayem in Paris, welche auf merkwürdige Weife dem Vergiftungstobe durch Kohlenoxydgas entgieng, dem ihr Mann und ihre fechs Kinder erlagen, hat in hervorragendem Maße das öffentliche Mitleid hervor» gerufen. In der vorgestrigen Sitzung der französischen Kammer beantragte der Deputierte Delaferronayes, der Witwe Hayem 25,000 Francs von Staatswegen als Unterstützung zuzuwenden. Der Antrag wurde der Budget« Commission überwiesen. — (Vom Friedens'Eongress.) Die inter» nationale parlamentarische Conferenz in London beendete gestern ihre Arbeiten. Die Resolution zu Gunsten des Abschlusses von Schiedsgerichtsoerträgen wurde etwas verändert angenommen. — (Millionär und Bettler.) Eine in Nord« Amerika bekannte Perfönlichleit ist, wie ein Telegramm aus Washington meldet, in San Francisco aus dem Leben geschieden. Jedem Besucher der Stadt musste die Figur auffallen: ein ältlicher, stattlicher Mann in blauer Uniform mit Goldknöpfen und schweren Epauletten, mit einem großen, federgeschmückten Cilinder auf dem Haupte und einem mächtigen Stock in der Hand. Pas war «Kaiser Norton 1.» Norton hatte sich vom einfachen Goldgräber zum hundertfachen Millionär emporgefchwungen, büßte jedoch durch gewagte Speculationen sein ganze« Vermögen wieder ein und wurde — Bettler. Darüber verlor der Arme seinen Verstand und wurde von der fixen Idee befallen, er sei der «Kaiser von Nordamerika». 17 Jahre hindurch paradierte er in oben geschilderter Uniform in San Francisco herum. — (Orkan.) Aus Slonin, einer Kreisstadt des Gouvernements Grodno, wird telegraphiert: Ein furchtbarer Orkan hat hier gewüthet. Derselbe hat eine große Anzahl Fachwerlsgebäude niedergerissen und viele Bäume, barunter 100jährige Pappeln, entwurzelt. 19 Menschen sind in den niedergerissenen Häusern umgekommen. Kon ^ welchen sie aufgeht. Sie ist erhaben und gründ ' «^ ^" ^ ohne jene. ohne diesen Hinter« Unser. <ü" Weltenraum? Vertheilen wir gleichmäßig ' Bewunderung — seien wir gerecht!» bestä^ . ^M du.» erwiderte Sokrates. den Blick zuaenÄ göttlichen Scl auspiela des Aufgange« lll'nsum?. ^"^ all die Milschöpfer der Schönheit lllnt w ^ ^ '"k'"e Bewunderung der Souue oer-gswick^ ? S'eh! Auf dass iu der Welt das Gleich-dieser N??^^ !"' ^"dten dich die Unsterblichen in "so di- ^ ^"' ""b thaten gut davau. Bewundere du Vlum'. „ ""b das Meer, deu M.'uschen und die Anblick- ^''k" Schild ist's, dass ich mich von dem din a.,»,, S°""e nicht losreißen kann? Auch für ennar U.""^ wohl die Zeit kommen. Und wie die Vleer' ^I^ '" ^ Bewunderung für Erde und "it leiss.. <5"' ^"s° ^ und Solrat^s richtete diese nischen ^r "" gefärbten Wort.» an seine sparta» setzen kik ^ wird die Zukunft alles jenen er-den x>i, ? ^ '" kmen Augen nur die Stufen oder dez U"-,s^""o bilden zum Ruhme Asvasiens und Weisheit. ^ W"te" ist die größte Lebens« bem kAns/""<^s"lla verhindert, das Leben selbst mit aenichen .^'^ au Ruhm und Anerkennung zu lachst "'Hi "°br. 0 Berühmter?, rief Alkibiades ^drr-'mi ?'^' bie Wahrheit sprachst du, mein t'klls !,,! ml 5' ""'" wir nun hiugiengen und Pe-'Und . .5 '^ ""Wu Morgengruß brächten?»-bittend Z.-° ^'l"' ^llst du vor., fiel ihm mit Die , ?"" H'pponitos iu die Rd.-. ^l" crw^. ""'^ Autwort Sokrateus verklang in iu der ^ " ^"ni des Marktes Alle entfernten sich NMuug znr Alropolis. Nachdruck «rvolen. Verstoßen «nö verlassen. Noman von Vmlle Vlichebourg. (72. ssorlsehung.) «Das hat mir zweifelsohne Herr Heinrich Mer» fon felbst schreiben lassen; er hat Furcht! Ich kann ihm das nicht übel nehmen, denn binnen wenigen Stunden wird er todt fein!» Um neun Uhr kamen die Gegner mit ihren Se-cundanten an der bezeichneten Stelle zusammen. Hein» rich war von einem Arzt begleitet, Herr von Sepleme hatte diese Vorsicht für unnütz gehalten. Man nahm Stellung, man kreuzte die Degen, und vom ersten Momente an begriffen die Zeugen, dass Herr von Septeme mit voller Kaltblütigkeit nur den Moment abwartete, in welchem er mit geschicktem Stoß seinen Degen dem anderen ins Herz bohren könne. Doch da — in dem Augenblicke, den jeder als den entscheidenden erkannte, in welchem er den Todesstoß ausführen wollte, da plötzlich begegneten die Blicke des Barons jenen Hein« richs — er zuckte zusammen, und die Waffe, welche be« reit gewefen war, die Brust dcs jungen Mannes zu durchbohren, entglitt seinen Händen; ein Schleier ltgle sich vor seine Äugen und «Laprete!» hauchten seine Lippen mehr, als er den Namen flüsterte. In demselben Momente, in welchem der Degen des Freiherr» dessen Hand entglitten, hatte Heinrichs Waffe die rechte Hand seines Gegners verletzt. Der Freiherr von Septcme war kampfunfähig. Der Arzt untersuchte die Wunde des Barons, versicherte denselben, dass er in 14 Tagen genesen sein werde, und legte den erforderlichen Verband an. Jetzt trat Heinrich auf den Verwundeten zu. «Herr Baron.» sprach er mit bewegter Stimme, «vor drei Tagen noch halte ich nicht die Ehre, Sie zu kennen, und auch heule verstehe ich nicht, weshalb wir eigentlich Feinde geworden sind; im jetzigen Augen« blicke aber gestatten Sie mir. es unverhohlen auszusprechen, dass ich es aufrichtig beklage, mich nicht mehr in der Gewalt gehabt zu haben, so dass dieser peinliche Zwischrnfall hätte vermieden werden können.» «Mein Herr,» enlgegnete der Baron kalt, «ich kann Ihnen nur meine volle Auelkennung Ihrer Tapferkeit aussprechen und Sie bitten, Sie mögen unsern Streit vergessen, wie ich ihn vergessen will!» «Seltsamer Mensch!» murmelte Heinrich vor sich hin, nachdem der Baron in Begleitung seiner Secun-danten sich entfernt hatte. Weshalb er nur einen Streit provocierte? Und was mag er gefrhen haben, dass er plötzlich stand wie gelähmt?» VIII. Es war kaum zchn Uhr morgens, als au der Thür von Frau Mcrsons Wohnung geklingelt ward. Die Witwe öfsuete selbst und sah mit Erstaunen Herrn Lionnet vor sich. «Sie sind zweifelsohne gekommen, um nmnen Sohn zu besuchen.» sprach sie, nnt verbindlichem Lächeln den Besucher nöthigend einzutreten, «?r hat sich nach dem Bau begeben, welchen rr für Frau vm, Sauüru leitet, und dürfte erst abends zurückkehren,» «Beste Fran Mechn.» sprach der Fabrikant mit sichtlicher Bewegung, «glauben Sie mir. dass ich Ihr wie auch Ihres Sohnes Freund bin?» «Ob ich es qlaube? Sie haben mir ja eine Un. zahl von Beweiseil geüchrt, dass dem so sei.. '/llidachrr Zeitung Nr. 169. 1396 25. Juli 1890. — (Sir Richard Wallace,) der englische Pl)ila»tl0ph, welcher am 20. d. M. auf seinem Schlosse bei Boulogne im Alter von 72 Jahren gestorben ist, hinterlässt ein Vermögen von 70 Millionen Francs. — (Selbstmord eines Kindes.) Aus Ver. lin wird gemeldet: Aufsehen erregt hier der Selbstmord eines sechsjährigen Knaben, der sich wegen schlechter Ne< handwng seitens seiner Pflege'Eltern aus dem Fenster stürzte. — (Zerstreutheit.) Käufer: «Ich möchte eine Schwimmhose.» — Verkäuferin: «Wünschen Sie eine fürs Haus oder zum Ausgehen?» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Die Personentarif - Ermäßigung auf der Südbahn.) Im Verordnungsblatte des Handelsministeriums für Eisenbahn und Dampfschiffahrt wird von der Südbahn kundgemacht, «dass am 1. Sep» tember 1890 mit Giltigkeit bis auf weiteres auf den Linien der l. k. privilegierten Südbahn»Gesellschaft ein Nusnahmetarif mit ermäßigten Fahrpreisen für die Ne« förderung von Perfonen in Wirksamkeit tritt». Aus dieser Kundmachung, ist zunächst zu ersehen, dass dieser ermäßigte Personentarif auf allen Linien, also auch auf den ungarischen, zur Billigkeit gelangen wird, und wollen wir hier gleich hinzufügen, dass sich diese Ermäßigung bort nur auf die Aufhebung des bis jetzt bestehenden Voldagio»Zuschlages, also auf eine Reduction um 1b Procent bezieht. Eine ebenso hohe Ermäßigung soll hier auf alle Stationen bis zu 300 Kilometer Ent« fernung eintreten, während von 300 bis 400 Kilometer eine solche bis zu 20 Procent und für eine Cntfer« nung über 400 Kilometer eine solche bis zu 30 Procent eintritt. — (Sechzigjährigss Jubiläum.) Am 4. August feiert 2. Friedrich Witt, Kapellmeister in Kiel, das 60jährige Jubiläum seiner künstlerischen Thä» tigkeit, und in allen kunstliebenden Kreisen Deutschlands und Oesterreichs werden aus diesem Anlasse für den Nestor der deutschen Künstler Kundgebungen vorbereitet. Witt war bekanntlich auch im Jahre 1874 und 1875 Kapellmeister an unserer landschaftlichen Vühne, und hat er durch Veranstaltung von Opern, wobei er mit bescheidenen Mitteln Newundernswertes leistete, sich eine allgemeine Anerkennung und Beliebtheit erworben. Mehrere Theaterfreunde unserer Stadt entsenden diesertage an den greisen Künstler eine Glückmunschadresse. Dieselbe liegt zur Unterschrist bei Herrn Carl Karinger auf, und ergeht daher an alle Kunstfreunde die freundliche Ein« ladung, sich an dieser Ovation zu betheiligen. — (Brandschaden.) Am 20. d. M. gegen 4 Uhr nachmittags schlug der Blitz während eines Gewitters in die dem Johann Kavcic von Hlevenvrh gehörige, von der Inwohnerin Helena Bajt bewohnte Kaische und zündete, infolge dessen dieselbe mit allen Ein« richtungsstücken in kürzester Ieit abbrannte. Der Schade beträgt 400 fl.; versichert war die Kaische jedoch nur mit 130 st. — (Delegierte n«Con ferenz in Klagenfurt,) Der Kärntner Landesausschuss hat der Handels« und Gewerbelammer in Laibach folgendes Programm, nach welchem in Klagenfurt die gemeinsame Berathung der Delegierten inbetreff der Herstellung einer unabhän» gigen Eisenbahnverbindung nach Trieft durch den Ausbau der Eisenbahnlinie Divaca»Lack mit der Fortsetzung über die Kirawanlen durch das Rosenthal nach Klagenfurt stattfinden wird, eingesendet: 1.) E>öffnu„g ver Ver« «Nun d.'im, ich komme als Freund, um eine Er° llärunq von Ihnen zu erbitten.» Frau Me,son ahnte sofvlt, um was es sich handle, und ward i/hr bleich. «Seit eil'iger Zeit.» fuhr Herr Lionnet fort, «scheint Heinrich den Weg zu uns verlernt zu haben; wir seh n ihn fast qar mcht m»hr. und es steht mir wohl da« Recht zu. zu fragen, was das bedeutet. Ihr Sohn liebt meine Tochter, ich weiß es, da er lmr seine Empfindungen seliist gestanden bat; G?nevieue erwidert di'se N^igunq, und ich habe Heinrich hiervon Mittheilung gemacht; ich fügt»» auch hn aetommen.» beharrte er. Die Ntwe stand fassungslos. Sie rang sichtlich m,t sich selbst. Endl.ch sprach sie mit einer an ihr sonst ungewohnten Hast: (Fortsetzung folgt.) ammlung am 26. Juli um 10 Uhr ^vormittags im ^ Sihungssaale des kärntnerischen Landesausschusses durch den Herrn Landeshauptmann. 2.) Berichterstattung des Referenten des La'idesausschusses über den Ausbau des t. k. Staatsbahnnetzes unter Begründung nachfolgender Anträge: Die Versammlung beschließt: a) die Herstellung einer unabhängigen, möglichst kurzen Eisenbahnverbindung zwischen dem Seehafen von Trieft und dem industrie» reichen Norden Oesterreichs ist sowohl durch die Interessen der Stadt Trieft als durch die uolkswirtsäiastlichen Inter« essen der Westhälfte des österreichischen Staates geboten; b) als solche kürzeste Verbindung erkennt die Versammlung eine vorerst zu erbauende Eisenbahn von Diuaca nach Lack und über die Karawanken durch das Rosenthal nach Klagenfurt; o) die k. k. Staatsregierung wird gebeten, den Nau der Strecke Pivaca-Lack und über die Karawanlen nach Klagenfurt als dringend zu behandeln und ehestens die Tracierung dieser Linie zu verfügen; (!) der kärnt« nerische Landesausschuss wird ersucht, im Sinne vor» stehender Beschlüsse a, b, o eine Petition zu verfassen, für dieselbe die Unterschriften aller Körperschaften, welche in der heutigen Versammlung vertreten sind, einzuholen und diese Petition sohin unter besonderen vereinbarten Modalitäten bei der l. k. Regierung zu überreichen und an beide Häuser des Reichsrathes abgehen zu lassen; s) Das Bestreben der in der Versammlung vertretenen Körperschaften foll es sein, in den Landtagen und der Reichsvertretung auf die Durchführung der heute gefassten Beschlüsse hinzuwirken. — Wie bereits gemeldet, wird Krain in dieser Conferenz durch die Herren kaiserlicher Rath Murnik und Director Karl Luckmann vertreten sein. — (Schiffszusammenstoß) Aus Trieft wird uns telegraphisch gemeldet: Der österreichisch «ungarische Lloyddampfer «Berenice» wurde auf der Reise von Trieft nach Eonftantinopel im Eanal von Cerigo durch einen englischen Dampfer angerannt. Um das Schiff vor dem Versinken zu retten, wurde es bei Cap Spathi auf der Insel Cerigo auf dcn Grund gebracht. Die Passagiere und die Post wurden durch den französischen Messagerie-Dampfer «Douro» nach Syra weiterbesördert. Von Trieft hat die Direction des Lloyd sofort die Dampfer «Ettore» und «Pluto» mit den nöthigen Hilfsmitteln zur Rettung des Schiffes abgesendet. Der Buchwert der «Berenice» beträgt 489.000 st., wovon 139.000 versichert sind. — (Aus Littai) berichtet man uns: Am 20. d. M. gegen 8 Uhr abends schlug der Blitz in die der Besitzerin Maria Hribar in Großgaber gehörige, mit Getreidegarben angefüllte Harpfe ein, zündete die» selbe an, und binnen kurzer Zeit fiel jene dem Elemente gänzlich zum Opfer. Der Gesammtschade beläuft sich auf 700 fl.; assecuriert war die Beschädigte bei der k. l. privilegierten österreichischen «Phönix».Versicherungs«Gesell. schaft nur um 250 st. Das Feuer konnte mit größter Anstrengung der Insassen und der aus den nächst umliegenden Ortschaften herbeigeeilten Bewohner erst nach sieben Stunden localisiert werden. — (Gemeindewahl in Kolovrat.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde Koluvrat im politischen Bezirke Littai wurden ge« wählt, und zwar: zum Gemeindevorsteher der Grund« besitzer Ios«!f Zupancil von Kal, zu Gemeinderäthen die Grundbesitzer Johann Smerlol von Kolourat und Karl Rozina von Podlipovca. — (Ein Kind verunglückt.) Am 19. d. M, befand sich das 3'/,jährige Töchterchen Mina des Besitzers FranzZidan in Vizooik unter der Obhut der ?7jähri« gen Großmutter Magdalena Hidan. Da« Kind schlich unbemerkt in den Hausgarten und wurde nach kurzer Zeit in dem 1'/, Meter tiefen unbedeckten Hausbrunnen, dessen Wasser auf einen Meter Höhe reichte, ertrunken auf» gefunden. Neueste Poll. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 24. Juli. Sectionschef Niebauer wurde über eigenes Ansuchen von den Functionen eines Regierung«, commissars der österreichisch ungarischen Va»k enthoben und an dtssen Stelle der Mmisterialrath im Finanzministerium Gelringer-Wmterstein ernannt. — Gras Kälnuky ist hexte nnch W,en zurückgekehrt. Lcoben, 24. Juli. Vice-Admiral Millossicz ist auf der Durchreise heute hier gestorben. Karlsbad. 24. Juli. Prinz Ferdinand von Cobury verlässt morg'N nnttags Karltbad und begibt sick mittels S'paratzuges zunächst nach Coburq. Der Cl>j des Geheimcabinetes Sr. königlichen Hoheit, Tuctu, Stancoo, ist heute von seinem Urlaube zur Dienst« leistung in Karlibad eingetroffen. Herlill, 24. Juli. Die «Norddeutsche allgemein« Zeitung» bestätigt ausdrücklich die Meldung der «Na tioual-Zeitung». dass der Artikel der «Hamburge, Nachrichten» über die äußere Lage mit der Auffassung der maßgebenden Kreise Deutschlands über die Tripelallianz in schroffem Widersprüche stehe, Paris, 24. I..li. Marie M^hrenheim. Tochter dei russischen Botschafters, verlobte sich mit dem Baror Tejege, Lieutenant im 95. Iüsauterie-Regimeute. Barcelona, 24. Juli. Ueber zweitausend streikende Fabiiksarneiter, zumeist Frauen, demonstrierten gestern in den Straßen und wurden, durch die Bürgergarde zerstreut. Der Gouverneur proclamierte ein Verbot von Demonstrationen und Ansammlungen Mehrere Fabri' ken wurden geschlossen. Helgoland, 24, Juni. Vei einer Segelpartie W Norddüfeil ertranken während eines Sturmes der Eoil' sul R>'hlsen, Fräulein Ionasson aus Hamburg und der Schisser Christ aus Helgoland. Die Kinder des Consuls wurden gerettet. Kopenhagen. 24. Juli. Der König verlieh d?>n Erzherzog Karl Ludwig den dänischen Elefanten-Orden. AlMlommene Fremde. Am 23. Juli. Hotel Stadt Wien. ssischcr, Weiß, Kaufleute; Slutselig, An-tiquar; Dr. Luid, Sectiunsrath, und Daum, Beamter, Wie«. — Manaberg. Kaufm., Miihr.-Ostrau. — Schnik, Ingenieur. Sagor. — Strudhof, Student, Trieft. — Bergmann, Vud«' pest. — Reichsgraf Attems, s. Sohn, Graz. — Roth, Fabli' lant, Karlsruhe. Hotel (Aefant. Dr, Celligoi, Linienschiffs . Capitän, Fiume. -Röhl, Capitän, Geestemünde. — Knothe, Professor, Prag. "" Weber, Trieft. — Fischl, llcitmcrch. — Huttenbachcr. Kaul/ mann, Schmallalden. — Nückl. Gasthausbescher, Hrastnig, -" Knaf, Holzhändler, und Schclandcr, Maria-Elend. — Glaset/ Besitzerin. Maria-Rast. — Podlwj, Oberlieutenant, Görz. '' Plenur, Ingenieur; Becker und Kral, Wien. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Kral, Neumailtl. — Geiß, Kaufm., Budapest. —Eilgelmann, Oberlehrer, Altenmarlt.-^ Engrlmann, Student, Rudolfswert. Hotel Siidbahnhof. Vollmer, Wirt, Heil. Dreifaltigleit. — Milllel, Noncnmacher, Neuher, s, Frau, Wien. — Tpeletic Notal, Plesivca. — Letner, Klagenfurt. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ^! ^Z^«^__________>H ?ü Ug.^737 0 . '13 0 ws«5M Nebel------!^ 24.2 . N. 734-9 ', 25 6 windstill leichtbewöltt 0'0<1 9 . Äb. 734 2 , 17 b Westen , fast heiter Morgens Nebel, heiterer Tag. sternenhelle Nacht. - ^ l>'!1" unter dem NorM«^ Verantwortlicher Redacteur: I. Naglit. Ausweis ' über den Gcschiiftsstand der t. l. priv. wechsclseitisscn Vlandschatlclp VcrsichmmMlistalt iu Graz mit 30. Juni 1890. ^ I. Gebäude.Abtheiluüg: 98.300 Theilnehmer 229.721 Gebäude, 143.578 151 fl. Versicherungswert. II. Modiliar.Alitheilung: 15.324 Versicherungsscheine 39^ 321.778 fl. Versicherungswert. " " " ' III. Spiegelglas-Abtheilung: 320 Versicherungsscheine, 76.02? >l' Versicherungswert. Schäden: I. Gebäude-Abtheilung: Zuerkannt in234Schadellfällen M'2 Gulden 33 lr. Schadciwergütung, pendent für « Schadens""' 2636 fl. 46 lr. Schadensumme ^,. II. Mobiliar-Abtheilung: guerlannt in 32 Schadenfällen 95.U Guldeu 2 lr. Schadenvergütung, pendent für 3 Schadens""' 428 fl, 94 lr. Schadensumme. « III. Spiegelglas.Abtheilung: Zuerkannt in 6 Schadenfällen 230 >" I 95 lr. Schadenvergütung. (»°^> Hieservefonb mit 31. December 1889 : 1,581.218 fl. 14 lr. Graz im Monate Juli 1890. sNachdruck wird nicht honoriert.) W Schmcrzcrfüllt geben wir allen Verwandte,', W Freunden und Bekannten die höchst betrübende Nach' ^ richt von dem Hinscheiden unserer innigstgeliebten >W Gattin, Mutter, Groß« und Schwiegermutter, der W Frau > Marie Anna Goltsch >W welche heute nachmittags um 3 Uhr, versehen mit W> dcn heil. Sterbcsacramenten, mich langem, schmerz M vollem Leide» im Alter von l»4 Jahren in ein bcs-seres Jenseits abberufen wurde. Die irdische Hülle der theuren Dahingeschic« ! d»ne» wird Samstag den 26. Juli um 5 Uhr nach" ^ mittags im Trauerhause Iudengassc Nr. 3 feierlich eingl segnet und sodann aus dem Friedhofe zu Sanct Christoph im eigenen Grabe beigeschl. W Die hcil, Seelenmessen werden in mehreren Kirchen gelesen, W Laiba ch am 24. Juli 1890. W Kranz Woltsch, bürgert. Schuhmachermeister u"d >» Hauslnscher, Gatte ^ Aanes «oltsch, Hnstine M Panliü g.b. Wolisch; Pa»li,,c Geidl ^or»l W Golisch; Drd. Phil. Franz «oltsch, V.imter « der ste'crm. ^audesbibliuthcl in Graz: Cand. Met»- M Wilhelm Ooltsch, Kmle^ Hr. Zgnaz ^""" M liö, l k, B^irlsa^t in Lülai; Ferdinand 2eil»l, » ^ l. l. Realschill^^l>rer in W,z. Schwiege,fthnc. -^ > W Ignaz, Iosefiye u»d Franz Pauliü, Enkel » z W > O«ldl«un«?>l»Nall b«« Flon^ Dolierle! W 1397 Course an der Wiener Mrse vom 24. Juli 1890. «°«d«« of^«^ l°ur«bl°tte Geld Mare Etaatjj-Nnlehen. ^°/^ ewbcitüchc «vnte in Äloten ^^^ ^« g^ vllvtirünir . . , . 8N 55 «9?b l854er 4°/, V!ac>!«l°,e . 250 fi. ,»» kö i83 - 3«? « ' """"" 100 ft. ,47 ?5 14N- - '< Dom ^dbr,..«./,/"", ;:;-^;:u" "'«err, «olenrentc. stcuersre! , ,0,15 1^1 gz Gornutttlte ««senbahn. ea,«ldvtrschreibn«aen. z«nz'I°s'Ph'V°hn m Silber . 3^ ^" A"rlber, 200 'Mar, ' "Z- ,^." "tlo fur ^00 Marl 4" ,,^ _ ct:° Pllpieil.nt, 3°/' ' ' ' "'»'" '»« »^ Ecld Wars ssrundentl.-Otllisslltloncn (für INN N, CM.), »"/„ gal N^aw und NüNenland , , _._ - '— 5"/„ nlrberösterrc» ?5 !,«/« ftf«r,»b slavon5 b0 !^V<> strl's»burg.. c>"/n lemejcr VllNll» , . . . ^.._. —'- 5"/„ uilgarilche...... gy 20 ^9« Andere össenll. Anlehen. Donau.Neg.°L°!e b"/„ lNO fi. . ,»L 5.0 dto. iNlilslhs <«78 . . iog 25 jl)? — «nlehcn dn tzladt Vür» . . ,,n>- — - NnlehsN b, EtadtutMswde Men ,<,<^_ ,^n . Prüm..«lnl. d. Ltadtzrm. Wlen ,4« 75 <4? », Vbrltnbl», «,>!el»cn verlo«, K°/» „g ^y _..^. Pfandbriefe (für W0 fi.), Vodencr. „Ng. ON, 4°/,, « . ,,z.^ ,,g . bt°, » <'/,"« - in,-—,. » 4 „ . . . l^,z^ t>Y.Y5 bt«. Prüm, Vchulbverlchl. ««/, ,<>z 7« ,„,.« Oefl. <ü,pl!l!)!lcllbanl »!»j. »0°/» <0,-95 _._. ^eft.'UN«, !<'c»!l »ril, 4>/,"/° . ,<), ._ „„ y^ ^"° ..^ ' ^° ' ' delto KNjähl. . 4°/« . . , ft. lv. 4'/.°/, . 99 5y 99 7h «eld Wai-!-^eftcrr, Norbivestbahn , . . >n? 8n X'N 4< Llaatsbabn.......<9.....«>^l 5» 1^2 5f » i^ 5°/n.....,,9- - ll« - Unn.^allz. Nahn , , . lw 4^ l<»l «l Diverse Loft «rrdltlole «X» fi...... <8i 75 na,i-DllMps!ch, lN» fi, . <«3 f»n l,!,5s Llllbachrr Präm^lnleh 2l> ft. ,,75 z» «5 Olenrr Lose 40 fl..... K8 — 59 - Pal!fl, Lule 40 fi...... 5?"?» 58'»« Nütben Kituz, öft. «e<.v., »Oft. lS ^0 «9 »s siubollch-üole l<> fi..... 19^,! L<> s>l Galr,°l!«le 4« fi...... 58 «s» ß,» s.l St.'<^cnoi«»1ioll 4« ft, ... gl 75 68'«' Waldstein-Lnle »0 fl..... 89 »l 40'- «Ulnbilch-VrahLoIc 20 ft. . . —>- 59'-»e«. Lch. d. 8"/, PrHm.»Schuld- nerlch b. 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