X» SR Areitag den 12. März 1875. XlV. Atikrgang vte Marburg« Seitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — filr Marburg: ganzjährig 6 fi..halbjührig » fl., vierteljährig 1 fl.bv eri für Zustellung _w« Hau« monatlich 10 kr. — mit Postversendnii^ : ganzjahrtg 8 fl.. halbjährig 4 fl., viertel,ätirig 2 fl. Jnsertiontgebiihr S kr. pr. Zeile. Die Zager bleiben! Marburg, 11. Mörz. Das Gerücht Vl)n der Umwandlung der Ja-geitruppe ia gewöhnliche Infanterie wird halb-amlllch als irrill bezrichnet — mit der Ver, sjcherung, eS werde nach ktium beend«t«r Heeres-orgaulsation gar nicht cn eine solche Aenderung gedachi. Diese Uinwandlung hätte nicht allein sch veres Geld gekostet — ste ivare auch ein Mißgriff be-dautrllchfter Art. Eine Truppe, die sich so trefflich bewährt, die sogar bei unslien Gedern und Feinden riick-haltlose Anerkennung findet, sl,ll im Gegenthcile noch vermthrl werden. Andere Staaten thäten letzteres ohne Zweifel, lvären die Lorbedingungen tn solcher Menge gegeben. Ein Matcrial, wie eS die Alpenländer Oeslerreichs liefern, besitzt kein anderer Mtlltärslaat Europas. Die Zeiten der ErotiernngSkliege sind für uvS wenigstens voritber; im VellheikZigungskriege, der sür Oesterreich wkseutlich ein Geblrgsklte^^ sein muß, erprobt sich di, vollste Bedkutung dt? Jäger — Oesterreich hat noch keinen GetiirgSkrisg im Großen g'führt; aber daS Beispiel, mit tvcl^ chem Tirol im Kleineovorangkleuchtet, mubziehei» und zeigt die Möglichkeit riesiger Kraftentsallung. Die allgemein, Wehrl)aftmachung durch die besle Schußwaffe — den Hlnkeilader — ist kein Grunü für die Umwandlung der Jäger in gr-»vöhuliche JufüNlerie. Ist eine Waffe gleich gut sür Alle, so sind dennoch vicht Alle durch Natu,, anläge und Vorleben gleich gkei,,nel zum Ge-brauche derselben. Nicht alltin die Älliiilärstauten Frankreich, Rußland. Italien, Deutschland kreffen eine sorgsame Auswahl unter d-'N Wehrfähigen und legcn bksonlicrcn Werth auf ihre Jäger — auch der VolkSwehrstaal. die schiveizerijche Eidge-nossenschaft thut's; ja diese geht noch lveilec und iväijlt sogar aus den Schisßlstchtigsten noch zehn« taulend Wehrniänner und stellt diese als „Scharsschützen" auf. Die Nachricht von d r Umwandlunfl der Jägertruppe h.,t biS zur ^altiamtlichen Erklärung nirgtnd Zveiflcr grfundkN. Je unwahrscheinlicher sin Gerücht »st, desto schneller lvird rs verbrc.tet, d.sto eher ivtrd die Sache für wahr g'halten — nicht aus Urthcilslosigkeit oder Leichtgläubigkeit, nein l wir sind nur döSgläubig — das Mißtrauen ist noch längs, lange nicht entivurzelt, ist daS Bleibende im ewigeil Wechsel unseres politisch' Militätischen Grschickeö. Die Ursachen der Krise. Ueber diesen höchst wichtigen Gegenstand hat Professor B. Priee in Neivyork einen inter-essanten Vortrog gehalten, ivelcher die beiden seltel'sten und schätztialsten lLigenschaften eineS solcheu vereinigt — Gründlichkeit und Vcrstän)-lichkut. Die Utsachen der KrisiS jlnd Ueberproduttion nnd.Uer!pekulalion. Dt'' Ausdehnung deS WelimarkteS ist eine so uttgeheur«', daß die Berechnung von dessen Bedarf, vou der Kausumlion iNlmer schivieri^er, und daß die Ueberprovuktion erst dann klar Ivird, ivkvn alle Avsitz-'iliärkle so überfüllt sin?, daß jede weitere Produktion ohne fast jede ander« Nachfrage und jeden )?ibsah bleibt, mit Ausnahme des beschränkten lokalen. Davurch entstehen jene allgemeinen Krise», wie diejenige, in ivelchir tvir uns jetzt befinden und welche noch dadurch vecstärft wurde, daß uuaelieure Kcipit'ile durch .riefige Eisenbalinbauten ^nf^chtbar angelegt wurden, mit w^lch^r Änloge mVa ^eue Märkte zu öffnen hoffte. Diese Spe» kulationen ab'r ivareu nicht durchzusetzen und wurden durch Forcirun.^ beim AuSiileiben jeder Cintrüglich!eil zur Uebersp'kulation, welche als lttzlf Last den Zusammeudruch bclvirkte. Ueber die Wahrheit deS Obigen ist man lzinreichend im Klaien. Nicht scharf t^enug jedoch kann tzervor^^e-lzoben iverden, daß die ge.ien'västige Kusis mehr a!S jede früher? eine watzre WeltM 'rki-Krisis ist. In 'Wien begann sie und zog den europäilchen Markt in Mitleidenschaft; sie ivar eine Folge der Ueber-fpekulation und Utbcrproduktion nach den ivei-teren OsZen, nameritlich nach Ungarn hin. Und ein halbes Jahr si.mter antvorl.te c'em Krach des östlichen Pionniers auf dem Weltmärkte der Krach des lvestlichen, der Krach tn den Vereinigten Staaien, der nach k^em fernsten Westen hinüberspekulirt hatte. Damit wir jede ÄuSdeh-nung des Weltmarktes nach Osten und Westen einstiveilku suspendilt, nnd di? Kontr.,ktion, die Geschäftt^stiUe und Stockung vcrbrcitlte sich üb:r oen ganzen europäischen unk» amerikanischen Pro-dukltons-, Geld- nnd Handelsmarkt. Welche Mittel gibt eS nun, um aus dieser Klemme heran^zukommcn? Man muß dieselbe in allgemeine und in lok'ile einth-ilen. Die all-gemeineu, welche überall aus vicsem ganzen Weltinarkt der ct0ilisir:n Helfensteir» und Dietrich von Weiler, der Obervogt von Bott var, der mit ihm in Wrin^berg befehligte, diese Blutrache selbst^aus sich herdeiziehkn sollten." Wir übergehen hier die Unterhandlungen zwischen den Führern der Bauernschaft und dem Obervogt und blM Bürgermeister von WeinSberg, »velche letztere nur verächtlicheAntivorten ertheilten. Dis Nähere hi>rüber lese man in Zimmermanns Werke selbst nach, und »lur daS Eine mag h er noch bemerkt lvtrden, daß ausDielrichvot^WeildS Befehl auf die Ai^gesandten der Bauertt, die vor dem Thorhause von WeinSberg lvegen einer Un> terhandlung erschienen waren, gefeuert und einer velseiben schlver verivundet ivurve. „Die Buuern" — fährt Zimmermann fort — „standen ivahrend dieser Verhandlung in drei Hauitn rntzig, aber in Schlachtordnung. Voran Florian hörig gewürdigt. Verschwendung und LuruS schafft kein Kopital, sagt Professor Price. Die Anlage des Ellparten in solchen Dingen heißl utcht neues fruchttragendes Kapital schaffen, son« diru das alte zerstöre». DaS ist eS, maS gelernt werden muß, überall in allen Industrieländern. Professor Price sa^zt ferner, die Ueberspekulation in lLiseubahnen schaffe ebenfalls kein ueueS Kapital, sondern vergrobe vorhandenes auk N'M-merwiedersehen, nachdem sie »ine Zeit lang einer Anzahl Ardeltern Brov gegeben habe. Für die kvgdesiedelten Staaten Europas mag das durch-schnittilch — aber auch nicht in allen Fällen — richtig sein; für weniger besiedelle Länder im Osten Europa'S und in Westen Amerita'S aber trifft eS nicht ganz zu. Dort sollen neue E>skr»-bahnen ueue, noch ganz brach liegende Märkie erschließen und schaffen. Geschieht daS ohne Vorsicht, mit Ueberspekulation, lvie bei der Nord-Paeific-Äahn, so ist allerdings daS Anlage-Kapital tinstweileu unfruchtbar vergraben ; dalt' aber wird eS seine Interessen bringen, die Pu-Piere werden sich erholen, und der Fortbou der Baldnen, der j,At als eii e ganz verfehlte Speku-lation unmöglich wurde, wird demnächst ein ganz prosilableS Unternehmen werden. Darin liegt der Unterschied deS dicht bebauten Europa'S und deö werdenden Amerika'S. WaS die lokalen Mlttel betrifft, welche die Union braucht, um gegen die Folgen der KlisiS und für einen neuen Aufschivung zu arbeiten, so eifert Professor Price vor allen Dlngen gegen die Schn^zöÜe. Allein die abstrakte englische Natlonal-Oeko» uomie Mit ihrer absoluten Handelsfreiheit, ivelche eS tu England selbst nur auf d,m Papier und niemals in der Wirklichkeit gegeben hat, kann keine Norm für die wirlhschasiliche Politik selbst sein. Diese Hot eS mit den wirklichen Interessen Aller, mit den gegebenen lebetldigen Verhältnissen Die Eroberung von Weinöberg ist bekannt. Wenn wir die Einnahme durch die Bauernhausen und die von ihNkN daselbst verübten Bluilhalen als bekannt voraussetzen müssen, wenn wir unser Auge mit Abscheu von den schrecklichen Szenen abwent»en, welche die von billerem Grimm erfüllten Bauern nach errungenem Sirge aufführten, zu dem zunächst Florian Geyer mit seinem schwarzen Haufen dUtch Eroberung des Schlosses das Meiste beigktrage», wenn wir d«r Ermordung deS (Arase:, von Helsenstein, der Mit dreizei^n seinir aoligen Genosscn von den Bauern durch die Sp'eße gejagt wurde, nichl ausführlicher gedenken und unjere Leser abermals aufZimMtr-MannS treffliches Werk izinsichtl'ch der Cinzelhesten veriveisrn: lo geschieht eS nur, weil diese Episode zunächst nur drm Wirken Florian Gey rS im großkN Baueinkltege gilt. „Nach Eroberung der Stadt" — erzählt Zimmermann weiter — „verbrachte der Hausen mit Plündern, Mil Trinken und Essen die Vor-MlltagKslunden, und r>abtt ging das alteWUsen-schloß in Flammen auf. Die Ot>erslen aber !aßmmandant von Nancy, Geueral Abatucci unter den Betheiligten sich b,finden. Diese Ber-schwörung beweist, daß die Organisation ver Bona« partisten Viel weiter gediehen, alS ihre Gegner eS geahnt — so weit, daß ber,itS daS Zeichen zum Lotschlagen erwartet werden konnte. Vermischte Ztaehriehten. ^iZtsenbahn-Unfälle iu Nordamerika.) Auf den Eisenbahnen der Vereinig» ten Staaten von Nordamerika haben sich im Jahre 1874 973 Unfälle ereignet, wobei 204 Perionen getövtet uni) 776 Verletzt wurden; 1373 ,tab eS dort 1283 Unfälle mit 276 Todten und l172 Verivundeten. (Zur politischen Organisation der ivonaparlisten.) Dem Bericht zu Folge, welchen Savaiy in der frauzöstschen Na-tionalvkrsammlung erstattet, hat ein aus ehe-« muligen Ministern, Präseklen u. s. iv. bestehendes Komite die ganze Politik der bonapartistischen Partei in selnen Händen zentralisirt. Die Partei-Organe in der Provinz stehen in regelmäßigem Verkehr mit eiNtm Pariser SyndicitS der bonapartistischen Preffe und empsaugen von demsil-tien ihre Aitikel. So wird daS Losungswort iu ochlzig Zkitungen und ÜW.VOO Exemplaren wöchentlich verbreitet. Eine n^ich hierarchische» Regeln «ingerichl,te Polizei erstattet Bericht, überivacht und durchkreuzt die Staatspolizei. DaS diriglrendt Komite hat ein Budget, dessen authentische Zinsern nicht zu ermitteln waren, daS abtt nach dev ihm obliegenden AuSgi^ben ein sehr bevkUttndtS sein muß. In den Departements unterhält ein Beamter, meistens deie ehemalige Präfckt, die Ptvpaganda und betreibt die Grült-dung von Lokal-Kom'teS. Von Zeit zu Zeit «Verden die Departements von Sendliiigen dtS Een-tral^KomiteS inlpizirt. Zuletzt unternahm man eS gar, unter der MaSke eitler VersicherungS-Ge» sellschaft besondere Agenten in jedem Arrondifse-ment und jedem Canton anzustellen. Man de-schränkt sich nicht auf die Veriheiiung von Zeitungen, Fliigschristen und Photographien, auf Veranstaltung kirchlicher Gedächtnißseieln u. f. w., man greift förmlich den amtlichen Organen ln die Arme und gebraucht alle Mittel, die man ehedem für die offiziellen Kondidaturen angewendet hat. Die ehemaligen Prüfekten geberden stch, alS od sie morgen wieder am Ruder sein sollten. ! Einer von thnen »vagte eS, dem Befehlshaber der GknSdarwerie zu schreiben, daß er fich der Mönche backen und 'euten müssen, wie die Bauern. Jetzt wollen sie zuerst auf Heilbronn ziehen und die Stadt in ihre Verbrüderung briii« gen, damit der Haufe vom N'ckartlzal von dieser S'ite gesichert wäre; dann wollten sie durch daS Mainzische aufWiirzbnrg loSgeh'N und, sei dieses gewonnen, alle Dolnherren, Pfciffen und den geistlichen Fürsten hinausjagen. Florian Geyer ltih darin der Sache noch kein Genüge. Er glaubte, wenn daS Volt srej tverden sollte, müsss der Adel wie die Pfuffen den Bauern pleich gemacht werden, daß nur ei« Stand tvürde auf deutschem Boden, der Stand der Gemeinsleien. Er erkannif eS als eine Halbheit, nur die geistlichen Herren beseitigen zu wollea. Zwei Bäume warm eS in leinen Augen, vor denen die junge Pflanze der VoikSflelheit nicht auskommen konnte; er wollte beide zuglrich umgehauen wissen, und nicht bloS umgkhauen, sondzln entivurzelt, daß keiner e>n Schoß trielie. Darum drang er aus Zeistörung uller Heirensitze, der iveltlichki» wie der geistlichen. Florian G yer tvar einer von den Weuigen, dtr im Bauernheere wußten, wus sie wollien; unt" als er den Rittermunttl ablegte und j'in Schweit in die Schule deö Volkes tvarf, ivuhte er, daß eS ein Trauerspiel sein müsse, iiioria er mitzuspielen sich entschlossen halte; aber er wollte Nicht nur elnen Akt, sondern das ganze Tauer-' spiel, den Sturz nicht nur einer Sette der Herr- schaft, sondern deS ganzen HerrenthumS. Nur für die Fieiheit deS Ganzen war er, daS Glied eiveS freien Standes, von diesem, der Rlttcr von drr Ritterschast, abgefallen.-- „Nach der Blutthat Von Weinöberg wird Florian GeycrS Name nicht mehr im Bauern-rathe genanrit, und er trennt sich mit seiner schwänzen Schaar von dem hellen Haufen, an dessen Spiße einer der SchreckenSmäuner im Bauernheere, Jäcklein Rohrbach, stand. „Flo'ian Geyer hatte bisher, er hatte zuletzt bei der Erstürmung deS Weinberger Schlosses seine Tüchtigkeit bewährt, er »vor die eigentliche militärische Intelligenz im Hausen; iu seiner schwarzen Schaar verlor der helle Haufen seine besten KriegölkNte, in Florian Geyer selbst nicht blos da« einzige kriegsverständige Haupt, sondern den tüchtigsten, treuesten und redlichstkU Führer, wie sie Nie mehr einen bekommen konnten. Mit seinem Abgang ward.r Riv eröffnet, der sich von nun an zwilchett den Unternehmungen deS hellen ^.iufkNS unv dtS großen srävklschen HeereS zum nnberechenb.»ren Nichti)etle der Volkssache zeigt." (Fortsetzung folgt.) strevgsten Abuduug auSs-Km würde, wenn er die bonopartislisch» Propaganda flörev wollte. Bald spiegeln sie deo Bauern einen imaftinärkn Kredit vor, bald reden sie lhnen ein, daß der Marschall Mac Mahou nur dem Sohne Napoleov» den PloK halte. Daneben suchte mau Verbindungen mit der Armee, der Gendarmerie, den Staats-gesäugnifsen anzuknüpfen, wozu wiederum mit Borliebe ehemalige Militärs und Beamte ge> brancht wurden. Besonders gesährlich ist die in dem Arbeiterftande nnternommene Agitation. (Aus Harewlien.) Die antorisirie CiviUtste des türkischen SultanS ist untieführ 1.2c»0.000 Psd. St., ol,o mehr alS zwölf Mill. Gulven; in Folge mehret willkürlicher Zulagen irslreckt sich das Einkommen deS Großhezrn jedoch auf ungesähr zwei Millionen Pfund. Ueberal! den Ufern deS Bosporus entlang sieht man Pa-laste und kunstvolle KioSkS, kaum durch eine Meile Zwischenraum getrennt. Einige dieser Ge-bände sind im kostbaren Style ausgestattet. DaS tägliche Diner deS Sultans, welcher immer allein speist, besteht auS 94 Schüffela, und zeijn anderc Mahlzeiten werden in anderen Palästen bereit gemacht, falls eS ihm einfallen sollte, dolt zu diniren. Er hat 800 Pferde, 700 Weiber, de» dient und gehütet von 3ö0 Eunuchen. Für die-sen tnormtn Haushält werden jährlich 40 000 Ochsen geschlachtet; außerdem haben die Liese-ravten täglich 200 Schafe zu liefern, ferner 100 Lämmer oder Zicklein, 10 Kälber, 200 Hühner, 200 Paar PoulardS, 100 Paar Taub-n uud ö0 junge Gänse. Zwischen dieser nichlSnußigev Schwelgerei am Hofe deS SultanS und der HungerSnoth eineS TheileS der Bevölkerung seines Reiches besteht ein trauriger Kontrast. Der Gehalt deS GrohSezierS beträgt 300.000 fl., der des MnanzmiuisterS 1ö0.000 fl. u. s. w. Außerdem hat jeveS Departement setn Separal-Vudget weichet immer überschritten wird. Jeder D'par-temeutSchef (Miuifter) gibt eigene „Mandate" oder Kassenscheine auS, welche in wucherischer Weise von kleinen Bankiers diSkontirt werden. Dieses Borgen geht so lange fort, biS die Geld-lether nichts mehr vorschießen, uud dann wirv ein großes Anlehea gemacht, um die Scheine einzulösen. (Ofen hetme r an der Spree.) Im preußischen Abgeordnetenhause befand Ach am letzten SamSlag ein hübscheS Stiick GründungS schwindet aus der Tagesordnung. Dte Belllnei Nordbahn ist bekanntlich eine Schöpsung des vom militärischen Ehrengerichte freigesprocheven Fürsten PnttbuK; die „BoranSlagen" sraßen bei diese Gründung daS Akiievkapital so weit auf, daß die Bahn nur zum kleinsten Theile gebaut werden konnte und dap selbst die ErpropriationSkosten für den halbvollendeten Theil nicht mehr gezahli wurden. Der Jammer der Aktionäre uud Gläu. biger, die sich meist auS den anttesührten Mittelklassen rekrutirten, tvar groß, und daS Abgeord netenhauS wurde mit Petitionen bestürmt. Erklär licher Weise haben die gekauften iviälter di Sache todtgeschwiegen. Im Abgeordneteuhause kam nuu die Petition der Beschwindelten zur Berathung j die Sache verlief jedoch glatt für die Gründer, denen der Staat nun ihre Schöpsung abnimmt. Der HandelSmiiiister tveuigstenS erkläris daß die Regierung die verkrachte Bahn ankaufen werde. Wie die Gründer gestraft werden und wer daS Publikum entschädigt — darüber schlveig die Geschichte. (Förderung der O b st b aum z u cht.) Die Direktion der Weinbauschule hat der land-wirthschaftl'cheu FortbildurigSlchule in Pettau auseod Stück Aepfelwildlinge gespendet. (F ä l s ch e r ba n d e.) In Eilli befindet sich ein italienischer Haustrer (Stephan L.) in Haft, uf welchem der Verdacht lastet, Agent einer ülfcherbande geivesen zn sein. Diese Gauner hatten ilzren S'p in Udine, fälschten mittels Plattendrucks österreichisaie StaatSnoten zu 1 fl. und versuchten, durch Agenten dieselben in den Verkehr zu bringen. Die gesälschten Einser trogen giößentheilS die Serie 45, sind jedoch von echten aum zu unterscheiden; nur der Druck ist blasskr. (St a a t S u u t e rftü tz u n g für kath-o-ische Priester.) Die Bezirkshauptmaun-chaften vers'NdtN doS Rundschreiben der Statt-»alterei vom 26. Februar on die Priester (Ceel-or^er) der Luvant»r Diözese, betreffend die Unterstützung aus Staatsmitteln. Der ReichSratii lat bekanntlich für daS laufend» Jahr wieder 500.000 fl. zu diesem Z vecke bewilligt. (Evangelische Gemeinde.) Rächen Sonntng den 14. d. M. find,t in dev Hiegen evangelische Kirche (10 Uhr Vormittags) Gottesdienst statt. Marburger Berichte. (Drau brück« btl Anken st tin.) Der Beschluß des Landtages, welcher der Bezirtsver-tretnng Pettau daS Recht zur Einhebung von Mautligcbüijren an der Draubrücke bei Ankrn stein erlheilt. ist genehmigt wort^en. (Steinadler.) Jolzann Tausck, Advo katurSkonzipient in Rann, hat am Ufer der Save einen Steinadler erlegt und der dortigen Volk? schule gespendet. Dieser wird nun kunstgerecht ausgestopft und soll dann im DirektionSziMMcr aufgestellt werden. Theater. ^Ueber das dem äußeren Erfolge nach gläii-ende Gastspiel deS FräuleinS Angelina Luger vom Stadtiheater in Graz berichten wir im nächsten Biatte Ausführliches. Wir erinnern an die morgen stattjindeude Benefize deS Herrn Vieior. Dem Stücke ..Etne moderne Million" von B. Scholz haben «vir chon vordem unser Lob gegeben. Darm haben jjrl. Strecker und Herr Victor vollauf Gelegen» oeit sich liuSzujeichnen und ist deshalb ein äußerst difriedi^ender Theaterabend zu erw^^rten. „Attgot an d«r blauen Douau", eine Parodie der Opereite Angot, wird in nächster Zeit zur Aufführung kommen. Anlehtlt der Nadt Kraltau. Diese Los-, welche in jährlich 4 Ziehungen mit Treffer von fl. 4V.VV0. ZV «»0. LS.vov dotirt sind und tvobci jedes Los mit mindestens st. 30 gezogen iverden muß, verkaufe ich im Originale genau nach dem Tagescourse, ferner auf Raten zu dem Preise von nur fi. 22, zahlbar in 11 monatlichen Raten » 2 fl. 177) Kchvlhliusball in Lmliach bei Marburg. Zur Ausführung diescS Baues iverden am VA. März d. I. Nachmittags 2 Uhr bei der Gemeindevorstehung in Lembach sowohl schriftliche Offerte, als auch mündliche Anbote angenommen. Daselbst liegen Pläne, Ausmaß, Kostenüberschlag und Bkdlngnisse zur Einsicht bereit und tS sind sämmtliche Bauarbeiten auf 16858 fl. 28 kr. veranschlagt. (246 Als Kaution sind 10 Perzent derjenigen Summe, um welche die offerirte Baufiihrnng übernommen tvird, zu erlegen. Ortsschulrath Lembach, am 7. März 1875. Letzte Post. Die Elb?' und Moldaugegenden befinden sich in Ueberschw?mmungSgefahr. Das ungarische Abgeordnetenhaus hat den Dispositionsfond bewilligt. Der Tc^weiz ist eine Ausnahme vom Aerbote dcr VferdeanSfuhr auS Deutschland bewilligt worden. Das Scheitern der jüngsten KabinetS-bildung in Frankreich wird den Jntriguen der Ultramontanen und Bonaparttsten zugeschrieben. Im ^ajlhause Mchlgmbe" sind au» O. lSvlRrainR's TT im Ausschänke: (23^ 1873er Kolloser Weißwein a S» kr. pr. Maß 1869ee^ St. Peterer detto „ SS „ „ 1873er steirischer Rothwein 4E» „ „ sowie auch verschiedene Gattungen Flaschenweine zu mäßigen Preisen. Ferner ist neu in Ausschank gekommen: sin kovkfvinoi' unä pivl(8ijS8oi' lL74or l.uttvn-dvrgsf VVsin von der Novemberlese, ä. kr. pr. Maß. Zu gütigem Zuspruche empfiehlt sich ergebenst Pächter. Gin- schöne Mnhl'Realitat nächst Pöltschach mit 3 Laufen und 2 Joch Baugrund ist aus freier Hand um 4300 fl. zu verkaufen oder gegen Umtausch zu verhandelt». Allfällige Auskunft beim Eigenthümer bis Ende d. M. franko Post Hl. Geist unter ö. xosto i63tavt6._s243 Berloren: Ein Opernglas in Etui. Der redliche Finder möge selbes gegen gute Belohniing im Comptoir dieses Blattes abgeben. (250 G „Eintracht, Freundschaft, Fröhlichkeit!" Freitag den IS. März 1875, Abends 8 Uhr, im großen Eastno-Saale Lweites Mitgkeöer-Gvncerk des hicfigrn Müliorrgrsang-Vtreines und seines Damtnchors. I. „Schlachtlied der Sachsen".........H. Marschner. Männerchor mit Clavier. II. a) „Coronach" . ..........F. Schubert. Frauenchor mit Clavier. d) „Schweizerlied"...........Dr. H. Potpeschi^igg Frauenchor. III. Liedervorträge. IV. a) „Untreue"............ i Volkslied fiir Tenorsolo, Männer- und gemischten Chor mit Clavier. f d) „O, wie wunderschön ist die Frühlingszeit" ... l Gemischter Chor. 1 V. „klotrs amitiö v8t invariat)lv" ....... F. Schubert. Rondo zu 4 Händen, vorgetragen von Herrn Rod. Marko und dem Chormeister. VI. s.) „Die Liebe saß als Nachtigall" / « c b) >achtli-d« ... ! Ch°r- . . . A. Jknien. Herr Vrd. Großbauer aus Era? hat ans besonderer Gefälligkeit seine Mitwirkung zugesagt. Eintritt für Nichtmitglieder 1 fl. ö. W. Beitrittserklärungen werden auch an der Kasse entgegengenommen. yrufgtttvmmett wird ein Fräulein für den Unterricht im Weiß-uähen und Weihsticken. (247 Wo? sas^t die Expedition dieses Blattes. Haus-Berkauf. Das Haus Nr. 103 in der Herrengasft zu Marburq ist unter sehr leichten Zahluntiebedintv nissen (6000 bis 7000 fl. baare Zahlung) aus freier Hand zu verkaufen. (230 Näheres beim Eigenthümer V. Zinke. Kaintnervorstadt Nr. 40. _ <7^ s V Z : Zwei Lehrjungen werden zu O st e r n ausl^enommcn für cin S p e n g l e r g c sch ä f t; jene vom Lande haben den Vorzul^. Auskunft im Compt. d. B. (195 Ein Lehrjunge, der slovenischen Sprache machlig, auö ^utem Hause, wird sol^Ieich ausgenommen in der Ge^ mischtkvaaren-Handlung des I. Perko in Wuchern. ^241 Ein Lehrjunge wird aufgenommen in einem größern Manufaktur« Geschäfte. Auskunft im Compt. d. BItt. (249 Für nur fl. T ö. W. bekommt man eine sinte Hausfrau- en'Wirtbschaft, bestehend aus Folgendem; I. Glnnitttr der modernsten Pariser Chemisetts u. Kragen. 12 Spillen echt engl. Zwirn, schwarz u. weih in allen Nrn. 1 Pfiind Pottendorffr Eirickivolle. dto. 1 elegtniteii Schleier (NoveautcS Paris). ^206 100 Et. feinste Näl)nadeln, sortirt, in Etui, geniigciid silr l 1 Brief engl. Stricknadeln, sortirt, u. endlich (Jahr. 1 elegantes kompleteS Nähzeug in Neugold-Etui. DitS Alles kostet nur 3 Gnlden österr. 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Nachm. j Abfahrt 2 U. 33 M.Nachm. «erantwortltch, Redattiov, Druck und Verlag von