Vtr. H?il. °^^°:«^,^.«».°^,^^^«««. Moull'ss, 29. Novelilber 18t>9. Mit I. December beginnt cm ucucs ?lbouucmcut auf die „Lllidacher Zeitung." Der P rä'uuuicr ati ons - Preis beträgt für die Zeit vom 1. bis Ende December lttiitt: Im Comptoir offen.......— ft. 92 kr. ^ Im Comptoir unter Convert . . . . 1 ,. — „ Für Laibach ins Hans zugestellt . . . 1 „ — „ Mit Post unter Schleifen'.....1 „ 25 „ Aintlicher Tbeil. Der MinisteiPräsident hat die lici dem ihm unter-stehenden Vtinistcrium für Landcsvertheioiguug und üfseutliche Sicherheit erledigten Ministcrialconcipisten-sUllcn dcmPolizcicommiffär der Poli;cidirection in Wien Wenzel Svihovec und dem mit Titel und Rang eines Polizeicommissärs ausgezeichneten Acluar derselben Holizcidirection Stanislaus Ritlcr v. Skwarzynski verliehen. Der Minister für CnltuS und Unterricht hat den Dechant in Lann Franz Linhart zniu Vczirtsschul' inspector für die böhmischen Schulen im Bezirke Laun ernannt. Der Minister für CnltuS und Unterricht hat den Snpplentcn am Gymnasium zu Capodistria Bernhard Venussi zum wirklichen Lehrer an derselben Lchran-stalt ernannt. Der Minister für Cultns und Unterricht hat eine am deutschen Gymnasium zu Olmütz erledigte Lchrslcllc btm am Innsbrucker Gymnasium in Verwendung stehenden disponiblen Gymnasialprofcssor Josef Dvorak verliehen. Der Minister für Cultus und Unterricht hat von ;»mi am slavischen Gymnasium iu Olmütz zu bcsetzcn-den Lclirstcllen die eine dem Oymnasialprofcssor in Isslau Stephan Cholava, die andere dem Gymnasialprofcssor 'n Eacr Iohanu Kouarik verliehen. Nichtamtlicher Theil. Nachrichten aus Wmalml. Die ,.Wr. Ztg." vom 27. d. schreibt: Am heutigen Tage trafen die ersten authentischen Berichte, aus Cat-laro vom ^1. November dalirt, über die Operationen ein, welche vom GM. Grafen Aucrsperg am 16. November Morgens gegen dic Krivoscic begonnen wurden. Wir beeilen nnö die darüber noch nicht telegraphisch gemeldeten Einzelheiten zn veröffentlichen. Es wurden ^u der Vcwcgnng alle Truppen der Brigaden Dorinns nnd Szilnic verwendet, bis auf cin Bataillon Erzherzog Franz Karl Nr. 52, das in Cattaro, und cin Bataillon Erzherzog Ernst Nr. 48, das in Castclnnovo znrück^c-lasscn ward. Die Vorrückung geschah, wie bereits mitgetheilt, in 4 Colonncn, von denen die äußerste, östliche, nnlcr Oberst Kaisfcl. ans ^ Bataillons Ncaroicic Nr. 7 nnd eiucr halben Rakctcnbattcric ^nsaünncugcsctzt, uon dem an der 5küste gelegenen Orahovac über Ubala^ gegen Lcdcuicc dispouirt wurde. Dic nächste Coloime unter Oberst Fischer mar-schirtc gegen den letzteren Ort von Risauo aus. Sie war aus 2 Compagnien des 9. Iäge-bataillous. 2 Ba-taillons Infanterie Nr. 48 nnd einer halben Ralcteu-battcrie formirt. Die dritte Colonnc nnter Oberst S;i-mic, ans 2 übrigen Cumpaqnien des !). Iägcrbatailluus, ^ Bataillons Erzherzog Albrecht )ir. 44. nnd einer Ocbirgsbaltcric gebildet, ging von Nisano aus nach Ccrlvicc. Die vierte Colonnc, die westlichste, uuter Major Urschitz. war aui 15). nach Ubli marschirt nnd hatte, cin Iägerbataillou i^Nr. 8) und eine halbe Natclenbalteric stark, uon dort ebenfalls gegen Cerkuicc vorzugehen. General Dormus mit zwei Bataillons Erzherzog Franz Karl Nr. 5)2 nnd zwei Gebirgsbattcricn bildete die Reserve und blieb in Rifano. Die Colonne Fischer war die erste, welche bei Ersteigung der sehr steilen Berglehne oberhalb Nisano auf hartnäckigen Widerstand stieß, der jedoch durch die ge-! schickte Führnng der Truppen und durch wirksamste Unterstützung der Lahittc-Battcric, einer Gcbirgs- und einer halben Raketenbattcric nach einem etwa vierstündigen Gefechte überwältigt wurdc. Durch diesen mit großer Ostentation geführten Kampf wurde die Aufmerksamkeit des Gegners in so hohem Grade beschäftigt, daß die Colonne Szimic bei Ersteigung der Serpentinen, in welchen der Weg nach Ccrkvice an der Felswand oberhalb Nisano herausführt uud wo geringe Kräfte einen außcrordcntlichcu Widerstand leisten tonnten, ans gar keinen Feind stieß und bis Knczlac vorrücken konnte, wohin der Höchstcommandircnde mit seinem Hauptquartier folgte. ! Unverzüglich wurden am Sattel, oberhalb der Serpentinen die Arbeiten zur Erbauung eines bereits vorbereiteten Wachblockhauscs begonnen und zn deren Schutze zwei Compagnien zurückgelassen. Der Bau wurde schon während der Nacht vom 16. auf dcu 17. vollendet. Ein anderes Blockhans wnrdc am Sattel bei Ledcmcc, nach dessen Forcirung begonnen, aber die schwierigen Transportvcrhältnissc machten, daß dieses erst im Laufe des 17. beendigt werden tonnte. Dic Colonnc Urschitz traf am Abend deS 16. nach einem überaus beschwerlichen Marsch über oaS Cclina-Gcbirgc, ohne anf erheblichen Widerstand zu stoßen, in Unirina, über welches auch der Weg der dritten Eo-lonnc liegt, cin und wurde dadurch zu einer vorgcscho» bcncn Staffel derselben. Die Colonnc des Obersten Fischer besetzte noch am 16. Ledcnice inferiore und wurde zur leichteren Forcirung des Defilec-Cingangs bei Lcdcnicc dnrch eine Ge^ birgsbattcrie aus der Reserve verstärkt. Die erste Colonnc unter Oberst Kaiffcl war wegen der großen Terraiufchwicrigkeitcn nur bis Ubalae gekommen nnd konnte sich daher erst am nächsten Morgen bei Ledeniec mit der Colonnc des Obersten Fischer vereinigen. Das Wachthaus Cerlvicc ward am 17. zuerst von der Colonnc des Major Urschitz erreicht; später traf dann die Colonnc S;imic dort cin. bei welcher sich auch >GM. Graf Auersperg befand. Zwei Compagnien derselben waren zu Knezlac und eine andere zu Napoda zurückgelassen. Um dcn Vormarsch zu erleichtern und zu sichern, ließ Graf Aucrspcrg vorher die dominircnlicu Höhen durch Seitcndctachcments cclairircn. Die Insurgenten zogen sich vor denselben zurück, ohne ernstlichen Wider« stand zu wagen. Das zuerst iu Cerluice augctommene 8. Jäger-bataillon halte sogleich von dort 2 Compagnien vorgeschoben, um sich wo möglich in den Besitz der den Drfilcc'Eingang von Han beherrschenden Hüyen zu setzen. ! Dicsclbcn stießen jedoch schon im Walde"iiordüsllich uon Krivoscic supcriorc uns so bedeutenden Widerstand, daß Major Urschitz mit den übrigen beiden Compagnien und der halben Ratetcnbattcric nachrücken mußte, während die Gcbirgsbattcric vom Sattel bei Cerkvicc aus cin lebhaftes Feuer unterhielt. Die ciubrcchcudc Duutclhcit Fmisll'lml. Literarischc S'trciftiigc. III. 6h. (slemcut's: Michel AiMlu. ^onardo. Naffarl. — Deutsch uon C. Clauß. Schou ci»e flüchtige Lecture dieses vortreffliche!! ^crkes läßt in uns die Ueberzeugung reifen, daß w>r ^ diesmal mit einer gründlichen Behandlung jenci ^e! größten Genien der Renaissance zu thun habcn ^d nicht mit biographischen Stilen, dic sich im ewigen ^neilci erschöpfen. Der Verfasser hat sich einen Ab ^nilt der Kuustgcschichtc zu seinen geistreichen Rrfl^ l>°ncn erwählt, der einzig ist durch die Größe der Fialen Kraftcnlfaltnng, durch die Fülle der eulwickel^ ^." künstlerischen Gestaltungen innerholb weniger D^cen^ '"en. Das Aufft^tcru jenes geistigen MteS, das sich '^hcvoll Bahn gebrochen dnrch die ciucugendcn Schran- f!" des hierarchischen Despotismus, jene geistige Ori- ^"nuc. welcher zuerst die ganze, nach einem uuheil- °°llc>l Schlafe erwachende Menschheit folczt^ sie was es, ^lche in di-ci gewaltige» Geoicn zündete -- Michel jwlu. Leonardo du Vinci, Raffacl — um dnch sie ^u Triumph zu vollenden. Es war dieselbe glorreiche ^' in der cin Columbus ciueu ucucil Wclltl,cil c>'!. 1^'^; Copernicus die Geheimnisse dcö Univcrsnms h ^ und durch ucne Wcltgcsctzc den alten Aberglauben H^ch.; Gultcnberg auf ewig die Unwissenheit cms dcm ^ ^ichc der denkenden Menschheit verbannte und dcm G .'^u Flügel verlieh; Savonarola nnd Lnthcr die ^vlsscnöfreiheit weithin verbreiteten über die neucn 3.^^,1!^ einer »cueu geistigen Thätigkeit.- In dicsci ' enistnnd Michcl Angclo. Er ist die größte künst- lerische Capacitä! der Neuheit, der uneircichburc Genius dcsscn ausstmmcndc K^aft au dcn Pforten des mensche lichen Gedankenreiches rüttelte, mn der Ewigkeit ihre Geheimnisse abzulauschen. Eine ^lühcndc gigantische Phantasie, verbiii'^cu mit dcm beiechneud'.n Verstaud,, der iu allcu sciiicu toloss.ilci, Schöpfungen eine gewisse ausgesproclttnc Ätcthodc aufrecht hält, führten dicscu «roßeu Geist aus dcr uüchlcrncn Uiugcbuu^ unthätigcl AUtagsseclcn iu daS Reich dcr Knust. uo,i dcm cistcu nurulii.ieu Streben nach imponirendcm Schasscil bis zu dem kidcnschaftsuollcn Aufbau scincr Idceu, Das Gc-waltigc, Hiächtige war sein Ziel; au dicfeu, rang cr sich empor im Vollgefühle seiner a.cistia.cu Kraft, in der Unruhe dcö Schaffens, im Drängen der Emvfiaduugeu erwuchsen seine mark,gen Gcstalteu, «>'d wenngleich sie zuweilci, die natürlichen Foiiuc» übcisticken, die Seele, die diese unsterblichen Worte belcblc, war die sciue und das feurige Lebcn, welchcö dic Allmacht ihm cii,-gc^osseu, daS athmete in den kühnen Darstellungen seiner Knust. Größe dcs Geists und Göttlichkeit der Empfindung, dariu liegt der G.uius M>chcl Augclo's. Dic Zeit, in dcr Michel Angelo geboren war. schien zu dieser gewaltigen Entfaltung des Kunstsinnes wie geschaffen. Nachdem Jahrhunderte vorübergegangen waren, wo die Ideen dcr Romantik graßirten, wo das ritterliche Unwesen dcr Troubadours nnd anderer überspannter Frcihcits- nnd Liebcsüuger seinen Höhepunkt crrcicht hatte; nachdem dic erste geistige Knechtschaft durch die Reformation gebrochen war, nach diesen Erciguifstn schien es dcr ncucrwachtcn Menschheit Bedürfniß, die Freiheit, die fie mit ihren Ideen geboren, auch festzndaltm. Konnte dies befscr geschehen als in dcr trunkenen Begeisterung, mit dcr Michel Angclo zur Ausführung seiner Ideale schritt, um ihnen durch scincn eigenen Geist das Leben einzuhauchen, das sie bedurften, um nicht blos Producte reiner Illusion zu verbleiben, sondern eine Zeit zu repräscutircu, die gewaltig au schöpfciischcm Orange, au Thatendurst und geistigen Leistungen war? Athmet dcr ritterliche Gcist dcs maurischcu Spanien nicht anch tauscndfach in all jcucn phantastischen Architekturen, die uur eiu glühendes Herz, das seine Bilder aus dcu Palmcntristcu MauritanicnS schöpfte, hervorzurufen vermochte? Jene Ideen, die damals aus dcr weichen Seele des pocsievollcn Arabers cntspraugcu, wa-reu dic dcr Zeit. sie waren die des Jahrhunderts, das bei scincr Morgenröthe die üppigen Lieder dcr Liebe und dcr übersprudelnden Genußsucht hallen hörte, bci seiner Abcudröthc ciu rauschendes Chor von Sicgsdrom-metcn und jauchzender Eimbaltlängc tanzender Fatimen nnd Divisaden? Diese Zeit verhallte mit schäfcrmäßigcm Tändclu im Dröhnen neuer KricgScpochcn uud aus ihuen crhob sich eine ncuc Gcucratiou, aufgcwachseu im Sturme dcr Erciguisse, und diese Generation bildete dcn Wendepunkt cincr neuen Dcnkungsart. Wcnu Savonarola und Lnther das Wort der Gewissensfreiheit predigten, wenn CopcrnituS mit dcm Schlüssel dcr Wissenschaft die sieben Thore des Universums öffnete und mchrcre tausend Jahre alte Gesetze über Haufcu warf, vermochte cin Genins wie Michel Angclo da nicht mit im Buude. als uudcrcchcubarc Kraft au dcm Aufbaue ciucr ncucrcn, frcicrcn Idee thätig zn sein? Gewiß! Jene Leidenschaft, oic uuscrc geistigen uud physischen Kräfte in die Wirbel dcr Ereignisse fortreißt, an dcr kleut mitunter die Gemeinheit, nnd Ruhmsucht vermag das Edle dcr Absicht durch unzcitigcu Egoismus zu untergrabe». Die Lei' denschast des Gcdankcns jcdocl, ist unantastbar heilig, dcnn sie ist die schraukcnlosc Begeisterung, die sich über oic Alltäglichkeit erhebt, in ihr eigenes Reich erhebt, ,n dem sich nur dcr heimisch bewegt, dcr iu sich die Verwandtschaft mit cincr höheren Welt fühlt. Michel Angelo 2002 brachte das Gefecht, bei dem 8 Jäger verwundet wurden und I Vormeister und 4 Jäger blieben, zum Stillstand. Da der heftige Widerstand der Insurgenten an diesem Puntlc vermuthen ließ, daß sie demselben hauptsächlich ihre Kräfte zuwc»detc,i, so zog General Graf Aucröftcig die ganze Reserve unlcr General Dormus bis auf zwei ii> Risano zurückbleibcndc Compagnien von Erzherzog Franz Karl Älr. 52 nach Ccrtoicc und setzte, als diese Truppen am Vormittag des 1^. eingetroffen waren, deu Augriff in auffälliger Weife fort, um fo die Aufmerksamkeit des Feindes möglichst von dem De-filee von Lupoglava abzulenken, welches die Colouucn Fischer und Kalffcl an diesem Tage zu passnen hattcu. ^Ilachlichtcn von dicsm Colouucn waren nicht eingegangen, da in Folge deß Terrains eine Vcrbindltng mit Ledeuice nur iibcr Smokouac möglich war. Um halb l2 Uhr »ücktcn unter Counnando des Grafen Vetter vier Compagnien vo» Erzherzog Albrecht Nr. 44 und eine halbe Ratelcnbattcrie links, nnter Commcmdo des Obclstlicnwiauls Klimburg zwei Compagnien des i). Iägerbataillous, zwei Comp^ignicu von Erzherzog Albrecht Nr, 44 und cinc Gedirgsdattcric rechts der Straße von Celtuicc vor. Das «. Jäger» bataillon und eine halbe Gcbirs>sbaltc>ic folgten zur Ul.terstützung. Der R>st der Truppen blic!,' a,u Saltcl bei Eervice als Ncsclvc. D'c beiden Colonncu Klimburg u»d Vctler brachen gleichzeitig auf und crrcichlc die elftere den zum Theil mit Waldpanellcn nordöstlich von Blacjeuic bcdccklcn Rücken, welcher von einer Seite dcu Eingung des Dc-filee's von Hau bchcrischt. ohne Widerstand zu finden, und setzte sich dort fest. Die Colonnc des Obersten Vetter, welche grgeu die Höhe bei Vclika Zagoozdak vorging und wegen außerordentlicher Tcrrauischwicrigtcilcn nur laxgsam uor-tüclcn konnte, stieß dagegen sehr bald m>f de» Gegner, der anfanas adcr nur mäßiacn Widerstand leistete, so daß Oberst Belter die Hoffauug gewann, seine Aufgabe ohne weitere Unterstützung lösen zu löi'ncn, Trotz der unausgesetzten, schärfsten Bcobachtnng. sowohl von Ccrlvicc als von der Position des Oberst» lieutenants Klimburg aus, ward auf der Höhe bei Velika Zagvozdak, welche die andere Seite des Dcfilcc-riugangcs beherrscht, nicht die geringste Bewegung wahr-gcnommcu, so daß Graf Auersperg der Ansicht war, daß Oberst Vetter die Höhe uoch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wurde. Letzterer gewann auch, wenngleich langsam, Terrain, aber sichtlich nahm, als er die Hälfte des Abhanges erstiegen, die Heftigkeit des Widerstandes zu und man konnte daraus schließen, daß die Höhe von dcu Insurgenten start besetzt sei, wenngleich man nur dann und wann einen Insurgenten von FclS zu Fels springen sah. Die Höhe wurde sofort durch 6 Gcdirgsgeschütze von der Slcllung des Oberstlieutenants Klimburg und durch 2 Geschütze vom Sattel von Ccrlvicc ans beschossen. Die Ratctcngeschütze des Obersten Vetter fcucrtcu gleichzeitig ununterbrochen. Oberst Szimic, welcher die ganze Vorrückung leitete, ließ ferner 2 Compagnien des 8. Iägcrbataillous zur Unterstützung abgehen. Aber die Dunkelheit war bereits eingetreten, ehe letztere ins Gefecht eingreifen tonnten, und Oberst Vetter vermochte trotz seines Eifers, mit dem er an der Tl'tc seiner Truppen den Angriff vorwärts trieb, die Höhe nicht mehr vor Einbruch der Nacht zu erreichen. Das Terrain war zu schwierig; ein Hagel von Geschossen und Steinen ward aus sichcrem Versteck auf die Truppen hcrab-geschlcudert, welche endlich so erschöpft waren, daß die weitere Vorrückung hier aufgegeben werden mußte. Erst als die Dunkelheit bereits eine vollständige geworden, kehrte die Colonne um, aber kaum war die rückgängige Bewegung angetreten, als die Insurgenten aus ihren Verstecken hcrvorstnrzten, um über die vor Ermattung Zurückbleibenden nnd die Verwuudetcn herzufallen, sie zu verstümmeln und zu berauben. Die uachgcrückte Unterstützung mußte vorgeführt wcrdcu, um dic Verfolguug zu verhindern und die Aufständischen zurückznschcuchcn. Die namentlich an Officicrcu großcu Verluste des Regimentes Erzherzog Albrecht in diesem Gefechte sind bereits telegraphisch gemeldet. Die Annahme, welche namentlich zur energischen Fortführung des Kampfes in dieser Richtung geführt hatte, daß nämlich dadurch dcu Colonneu Fischer und Kaiffcl die Durchschreitung des so schwierige« Dcfilce's von LuftoglcN'a erleichtert werde, erwies sich als richtig. Schon in der Nacht zeigten Lagerfeuer ober Marloo Do, daß die Truftpcu bis dorthin vorgcdruugcu, und am 1!>. um 8 Uhr Morgens erhielt Graf Aucrspcrg die Melduu^,, daß Oberst Fischer schon am 18. Abends die Ebene von Dragalj erreicht, Oberst Kaiffcl aber im Dcbouchircu begriffen sei. Graf Aucrspcrg ließ nun dus Dcfilcc uo» Hau besetzen und traf Anstalten, um am 20. einen combi-nirtcn Augriff auf die Höhe von Zagvozdak auszuführen, ohne welche der Besitz des Defilcc's von Hau uicht gesichert schien. Um deu bcrntS sehr angestrengten Truppen jede Fatigue zu ersparen, entsendete am 111. Nachmittags der Commat'dirende den Generalstabshauplmann Laz'ch, welcher sich ftciwillig dazu erboteu, mit ^?0 Jägern zur Recoguosciruug der Höhe. Sie wurde vom Feinde, der vielleicht in Folge des uuerwartetcu Erfchciucus der Co-lonncn Fischer und Kniffet um feinen Rückzug besorgt war, nubcsctzt gefunden. Man sah die Insurgeuteu iu größeren Haufen nach Maccia Stoppn nnd Maccia Pla-uiua ziehen. Hauptmanu Lazich beschoß sie lebhaft mit seinen Jägern und gleichzeitig wurdcu sie von Abtheilungen des Regimentes Erzherzog Ernst Nr. 48 angegriffen. Zwei Compagnien von Albrecht Nr. 44 wnrdcn dann znr Bcsctzuug der Höhe uou Zagvozdak diöpouirt und das Hauptquartier brach uach Dragalj auf. Bei dieser Gelegenheit war Generalmajor Graf Aucrsperg, um möglichst rasch die Colouuen Fischer und Kaiffcl zu erreiche», der Bedeckung voraugecilt, und wurde, kurz uachdem er bereits in der Duutclhcit Hau passirt, von Insurgeuteu angefallen, welche gerade vom Dcfilee vou Lupoglava gcgcu deu Wald vou Poljovac zogen. Das Hauptquartier erreichte zwar glücklich das etwa ciue Viertelstunde entfernte Lager von Eizhelzog Ernst Nr. 45 und Mal-oicic Nr. 7, aber uou der zurückgebliebenen Bagage fiel ein Theil in die Hände der Insurgenten. Dcr Höchstcommandircude faud die auf der C'dcnc von Dragulj biuoualircndcn Truppeu vollständig schlag-fertig und voll besten Muthe«, obgleich dieselben im Dcfilee vor Lupoglava uuachcurc Strapazen haltcu ertragen miisseu. — Die Colonne Fischer, welche den vclhültuißmäßig minder beschwerlichen westlichen Rand fühlte diese Verwandtschaft, dcun er fürchtete nicht die Grenzen dcö menschlichen Schaffens, die dcr Pedaut und Kleingcist nie sieht, eben weil er Furcht hegt, sich ihuen zu nahen! — Diese Worte dem Genius. Was das Werk Clemculs aubelangt so trage ich die Ueberzeugung, daß das abgerundete Gauze, dic leichte, zierliche Stylisiruug und vor allem die Fülle dcr dargebrachten Argumente, Noten und citirten Correspondent» den ^aieu ebenso anziehen werden, als sie sich zu einem unschätzbaren Gute dem Fach-mannc gestalten. Erst mit dem Smdium solch ausgebreiteter Biographien erkennt der nüchterne Alltagsmensch, der so selten seinen Krämeriutcrcssen entzogen wird, zu welch erstaunlicher Höhe sich der menschliche Geist empor« schwingen könne, wenn die göttliche Begeisterung demselben ihre Flügel leiht. Solche Erscheinungen bleiben secular. Der Gedanke der im Universum liegt, bedarf des rechten Trägers, um Fleisch zu werden, d. h. um Formen anzunehmen, die seiner würdig. Was Michel Angclo ftroducirt, hat nie wieder seines Glcichcu gcfun den. weil sich ciu ihm ebenbürtiger Geist nicht finden ließ, nud daran litten alle Zeiten. Die Leidenschaft und die Phantasie, die Gruudhcbel zu jeder erotischen Schö-pfungstrast. das gewaltige Feuer dcr Empfiudung ohne der nichts Großes gedeiht, die hatten ihren Culmiua-tionspunkt in diesem Geiste erreicht und wie sie das Alter schwächte, sauk anch scinc göttliche Kraft, der Mangel an Energie trat immer klarer zu Tage und welch' peinlicher Indifferentis»n>s schließlich in dem zusammengebrochenen Geist Platz griff, beweist nachstehendes, von ihm selbstverfaßtcs Sonett."' das wir im Werke Elements ausgezeichnet finden: » ','lll seiue» Freund Vasari gerichtet. Ist es mit Färb' und Griffel Euch gegeben, Im Kunstwert die Natur selbst zu erreichen? Nein! Muß ihr Werth vor jenem noch erbleichen, Da ihre Schönheit Ihr versteht zu heben: So stellt ihr mit geschickter Hand dauebcn Ein würdig Werk nun in dcr Sprache Zeichen, Um, was Euch fehlte, jener ganz zu gleichen, Und gabt, wie sie, an And're neues Leben. Wo eine Zeit wir Werke schaffen fchen, Sie taun nicht mit den herrliche» bestehen, Sie kann ihr kurzes Ziel nicht überschreiten. Nun aber, da durch Euch crlusch'ne Namen, Von Sonst und Jetzt zu neuem Glänze kamen, Lebt Ihr. trotz ihr, mit ihnen — Ewigteilen! In einem zweiten prägt sich der Schaffens- und Lebensüberdruß noch greller auS; es lautet: Auf sturmbewegten Wogen ist mein Leben Im schwachen Schiff zum Hafen schon gekommen, Wo, von deu bösen Thaten und den fromme» Uns allen obliegt, Rechenschaft zu geben. Und wohl erkenn' ich nun mein innig Streben, Das, für dic Kunst abgöttisch heiß e'utglommen, Hat oft deö Irrthums Bürden aufgenommen; Und thöricht ist der Menschen Thu» und Weben. Was kann der eitlen Liebe Reiz noch bieten, Nun, da sich mir zwiefacher Tod bereitet? Der ein' ist fest, der andere droht, und Frieden Kann Färb und Meißel nicht den» Geiste geben, Der jene Liebe sucht, die ausgebreitet Die Arm' am Kreuz, um uns emporzuheben. (Schluß folgt,) dcS Engpasses zur Vorriickuug bcuützte, hatte, um audcrthalb Meilcu zurückzulegen, 13 Stuudcu, die Colouuc Kaiffel anderthalb Tagc gebraucht. Der ge-riugstc Widerstand hätte m diesem Terrain nur durch ganz uuvcrhültnißmäßigcn Kraftaufwand besiegt werren können. Graf Auelspcrg hatte die Einleitungen getroffen, mn die Posten von Diagalj und Ccrkoicc, dercu Besatzung gleichzeitig abgelöst werden sollte, mit LedenSmittclu auf W Tage zn versehen, und beschloß dann die Truppcu succch sivc wiedcr uach dcr Küstc zurückzuziehen. Dcr Höchslcommandirendc hat bei dieser füustägi< gen Expedition die Ueberzeugung gewonnen, daß dcr Kampf gcgeu so vollkommen rohe, ja bestialische Gegner, in der gegenwärtigen Jahreszeit, bei dem dortigen Ter-rain nur mit sehr grußcu Opfcru weitergeführt wcrdeu kann, denn die Aufständischen finden fortwährend Gele-gcuheit zu sicherem Rückzug und mau läuft bei rücksichtsloser Verfolgung Gefahr, dic Grenze zu übcrschrci lcu und politische Eomplicationcn zu veranlassen, wclchc möglichst zu vermeiden wünschcnswcrth. Es ist nur cin «auz besonders glücklicher Zufall, daß gcgen allc Erfahrung früherer Jahre heuer dk Wit« tcrungsvcrhällnisse noch so gnnstig. daß sic überhaupt noch größere militärische Operationen zugelassen. Klafter-hoher Schnee odcr anhaltende Regengüsse, wclchc alle eingcschnittcncn Pfade in Torrcutcn verwandeln, find foust in dieser Zcit au den Bocche die gewöhnliche Erscheinung. Auch jetzt hatten die Truppen, trotz dcr mil den Tagcstcmpcratur, durch die kaltcu stürmischen Nächte viel zu leiden und iu wcuigcu Tagcu wird die eigentliche Winterszeit eintreten, mit welcher eine jede Vcr< bindnng mit dcr Krivoöcie vollständig aushört. Unter-kunft und Verpflegung, welche auf dcu Höhen von Dra-galj schwerer möglich, würden dann ganz unzureichend bleibcu uud cs trotz aller Mühen kaum möglich werden, dic Insurgenten in ihren letzten bewaldeten Schlnpf-winlclu westlich dcr Ebenc vou Dragalj aufzufinden nnd zu erreichen. Die montcucgriuische Greuze liegt zu nahe. Graf Auerspcrg glaubt, daß cs zur Zcit vollständig gcuügt, die Hauptuerbiudung durch Etablirung fcstti' Posten zu sicheru uud sich gleichzeitig, bis zum Eiutriltt günstigerer Witterung, darauf zu beschränken, dic Küstcil-orte durch Bcsctzuug vor etwaigen Räubcreicu dcr Anf< ständischen zu schützen. Blockhäuser sind bis jetzt auf der Hauptverbindungs-liuic drei errichtet und dic vom Höchsttommcmdircude" beabsichtigte Verlegung dcr Truppen uach dcr Küste hat seitdem, wie gemeldet, bereits stattgefunden. München, 26. November. jOrig. - C orr.> D« hier in politischer, wie namentlich handelspolitischer M ziehung dnrchans nichts PcmcrkcuswcrthcS vorkam, s" hielt ich cs nicht für uöthig, Ihnen zu schrcwcu. Nlw' mehr hat sich aber dcr Voltswillc gelegentlich dcr W"l!" lcn zur baicrischcn Kammer so entschieden ausgesprocke»' daß es auch für Ihre Kreise nicht uninteressant sc>" dürfte, den Gang dcr Ereignisse hierorts wiedcr mchl ins Angc zu fasfcn. Politisch licgeu hicr in Baieru wic iu ganz Holt!' dcutschlaud, wozu wir zunächst Württemberg, abc/cuiä! noch Baden und Hessen diesseits dcS Rheines und Mam^ sowie die deutsche Schweiz, ja sclbst dic Nachbarlai^ dcs österreichischen Kaiscrstcmtes rcchucn möchten, übera" ziemlich glcichc Strömungen vor: dic Idce dcs Mc' ralismus gewinnt diesseits wic jenseits dcr Zollvereins Grenzen mehr uud mchr au Aodcn. Diese uralt deuts^ Idee dcr Gleichberechtigung dcr deutschen Stämme >"'" überall diesseits dcs Maiucs bei der Masse der A"^ bevölkcrung nichts vom Aufgehen in dcu, ja sclbst ni«^ vou wcitcrem Anlehne» an den norddeutschen Militärs!^ wissen, und die auncxionslustigc national-liberale 3'^ schrittspartei erleidet bald hie, bald da wiederholte )li^^. lagen. Und wer in Baicrn, Württemberg, Badcn "'V in Hessen diesseits dcs Maines - ja sclbst Viele nö»'^ dcr Mainlinie denken so — wer möchle der Briid^ ^ der Schweiz uuo Oesterreichs vergessen? Wer hier l>^" erinnert sich nicht mit Freude uud Liebe dcö hcrrl>a> Schützenfestes in Wicn 186«? Wie ga»z anders l""'^ uns Süddeutfcheu Ocsterrcichcr uud Schweizer da Wien entgegen, als :mno lil> die Preußen, wclchc Deut! land die Einheit durch die Zündnadcl aufzwaliac"'' , weit cs eben damals ging! Jetzt soll dcr gesunde "' der Bevölkerung, die daö Gemetzel und Geldfordcr" Jahre dcs muthwilligcn Bruderkrieges noch »'^ ^, aesscu hat. dcr noch immer unter der dadurch l)c"c" führteu Entwcrthuuss jcglichcu Besitzstandes und ano erndcr Haudclsstockung fortwährend leidet, Mt.^,, unfer rciu dcutfches Volk diesseits dcs MaiueS dle ^ Preußen zum Vandcsvcrrath unterstütztc Forlschn^pl , obsiege» lasse», diese Partei, die dc» Eintritt in b"^' ßischc Zwangsjacke des Nordbuudcs verlangt ^ ""°^l ncrlei Rücksichtsuahluc auf die freisinnige Bevöllcrun« ^, Schweiz uud Oesterreichs? Nciu, uiemals! ^ic ,^, ohne Krieg, ohne äußersten Kampf auch ",sere lM! Einrichtungen dem Militarismus und JunterM." ' Opfer fallen. .. . , d»'^ Das baierischc Volk hat seinem Mm'stem "' ^^c den patriotischen Ausfall dcr Wahlen. v 2003 noch so gesetzwidrigen Beeinflussung, trotz der ganz unverantwortlichen nenen Einthcilung der Wahlbezirke, deutlich gesagt: wir wollen Vaicrn bleiben und leine Preußen werden! Die föderative Stimmung gegenüber dem preußischen Ccutralisationszwang hat mächtig gesiegt.________________________________________ Eine CharaklcrskiM Nochcsorts bringt ein Pariser Correspondent der „Presse." Er schreibt: Nochcfort ist der Mann, über seinen Erfolg insa/heim am meisten zu lachen. Zu seiner heutigen scandalöscn Popularität, wclchc jedoch auf 18.000 Stimmen des Proletarier - ViertclS zusammenschrumpft, hat dic ganze Welt mitgeholfen. Als seinc ersten „Laternen" erschiencn, sah man sie insbesondere in den Händen des gebildeten Plidlicunis, das fast ausschließlich Auflagen von 100.000 Crcmplarcu verschlang, Von jeder ^tnM' mcr erschienen deutsche nnd englische Ucbcrsctzungcn, n»d die nordamelilanischen Zcilungcn veröffeullichteu sie als Feuilletons, ^iach der Uebersicdlung Nochefort's nach Brüssel kam Schreiber dieses nach Baden - Baden nud fand die „Laterne" als ersten Mode-Artikel in allen Händen der kosmopolitischen Gent,») des CursaalS, iu! allen Äatliiclstllbcn, lief im Schwaizwald bei den Hausierern mit Schuitzwaarcu. Die „Laterne" entsprach damals ohne Zweifel einer nuivctscUcn Reaction der gebildeten und besitzenden Classe gegen die innere und äußere Politik des Kaisers. In diesen Kreise», außerhalb wie innerhalb Frankreichs, ist Nochcfort heule ein außer Mode gesetztes Spielzeug; aber wie die allen Moden und Kleider uon Oben nach Unten wandern, so taucht Nochcfort jetzt erst in den genannten Proletarier-Bier-ttln auf, um höchst wahrscheinlich sogleich lind für im-iner wieder zu verschwinden. Es mag ciu gefährlicher Mensch sein; als Abgeordneter wird er wohl nichts zu bedeuten, weil wohl auch nichlS zu sagen habcu. Ich habe Nochcfort lauge Zeit hindurch täglich nm Spieltisch gesehen. Stets war er ein vollendclcr Gentleman, jeder Zoll der Graf Nochcfort, durch nnd durch cine aristokratische Erscheinung in der geschmackvollen Clcaa»z seiner Ansstatlnng und in der unvctwüstlichcn Höflichkeit^ seiner Manieren. Aber seine Höflichkeit war trotz ihrer! Liebenswürdigkeit nichts weniger als sympalisch. Das ganze Wesen des Manucö besitzt eine noch Mehr abschreckende als abstoßende Kälte. Auch der Haß in ihm ta»n weder enthusiastisch, noch fanatisch fein, fondcrn nnr das Cigcbniß eincr phlcgmalischcn Bcrech« >>u»g. Die magere Gestalt ist mit einer fatalen Phy-fioguomie ucrsehcn, welche dic Anziehnngskraft cincs Geheiinniffcs besitzt und nuwidcrftchlich ans den Gcdan-kcn bringt, der Eigcuthümcr dieses confiscillcn, abcr keineswegs der Feinheit entbehrenden Gesichts mit dcn schneidigen Zügcn und den tiefen Schalten müsse ein schlimmes Cndc nehmen. ES hat sich dies seitdem »och schärfer ausgeprägt. Vor wenigen Taa.cn befand ich wich in dcn ungeheure» Modcwaaren-Lagcr» des Louvre. Plötzlich hieß es: Nochcforl. Cr war mit seiner Toch-lcr da, etwa ci» 17jährigcs Mädchc», dessen Gesuudhcit znrilltct schien, und über welches sich ciuc uuauösvrcch. lichc Traurigkeit lagerte. Nochcfort trug das Mädchen im Gedränge sozusagen auf den Händen uud sein Auge war groß gcnng, nm schier die ganze Gestalt mit einem ^sorgten nnd doch eisigem Blicke zu überdecken. Alle ^iucn ließen ihre Einkäufe im Stich uud Alle zusam-"let! stieße, de>' leisen Schrei aus: HucM Iwrrlmr! ^.gestern eine Dame am Boulevard, als sie von der ^nuählnng des Rochcfort hörlc, den Gcwissensfchrci °nssließ: (inoi mlllnuur! Die Tapferkeit und das ?oint "'Iwuuuur iliochcforl's wurdcu auch iu dcu letzten Tagen lllcht angezweifelt; unmöglich ist es doch »icht, daß er Nrlddc seinc Wähler dnich seine Undankbarkeit, seine Kollegen in der Kammer durch sciuc Vornehmheit in ^stanuen versetzt.______________________________ Zum Concil. Nom, 20. November. Man glaubt nun weiterer borgen wegen der ConcilsAula überhoben zu sein, da bUrch die völlige Schließung der hohen Cingängc zu der ^apella Grcgoriana nnd der hl.Pctronilla das acustische ^bcinnaß hergestellt schciut. Dadurch wird die Ueber- M)uug mit DoppclglaS überflüssig. Eine unter der Leitung des Economo der vaticanischcn Basilica, Mons. ^odoli's, am letzten Mittwoch gemachte zweite Sprach- ^dc fiel weit befriedigender als dic erwähnte erste ans. ,^ur für die Stenographen ist der geeignete Platz auch !^t noch nicht gefunden, denn der angewiesene liegt zu ^t'vürts nnd zu hoch. In diesem großen Saale nnn '°llen dic „allgemeinen Sitzungen" gehalten, die Abslim- ^ng abcr im päpstlichen Palast oeS VaticanS vorgc- >nncn werden. Inzwischen gewinnt das Leben in den spaßen täglich ein buutercS Aussehen, wobei das Pric- Mche Element selbstverständlich im Vordergrund cr- ^'ut. Die von einem festen abcr mäßigen Einkommen .^Ndcu Familien fangen an ernstlich besorgt zu wer- ^! mau versieht sich mit jungem Wem uud Mund- y/^.ll) auf Monate, als klopfe die Thcncrnng bereits s. .^c Thür. Die clericalcn Blätter bitten die indu- '.'^en Nömer. nach dieser Seile hin doch keinen Druck Hf "ben; hie ^Armonia" gibt ihnen zu bedeuten, daß ^ '" ictzt mehr denn je „eine wahre religiöse Familie" th.' "llcs möge deshalb ehrenhaft und rechtschaffen abge- "" werden. Oesterreich. Wien. (Hand clsucitrag.) Ueber London wird aus Iaftau telegraphisch gemeldet, daß der Handelsvertrag mit Oesterreich abgeschlossen worden ist.' Tricst, 27. November. (Zum Empfange des Kaisers.) Laut Mittheilung Sr. Excellenz des Generalmajors Grafen Bellegardc aus Port Said vom l7. November hat Se. Majestät dcr Kaiser befohlen, daß bei dcr Ankunft, die am 2. December erfolgt, jeder größere Empfang zu unterbleiben nnd blos eine Ehren^ Compagnie auszurücken hat, wobei nur dic Spitzen dcr Behörden erscheinen werden. Ausland. Florenz, 26. November. (Der türtisch-egyp-t ifchc C o n fli ct.) Die „Correspond«»« italiennc" schreibt: Man meldet auS Coustantinopel, daß die Vcr-öffeutlichuug ciucs neuen Fcrmans in Betreff der Vczic-huugcn EgyplcnS zur Pforte bevorstehe. Dieser Fcrman schließe alle in dem ersteren Schreiben des Großvezicrö an dcn Vicclönig enthaltenen Fordcruugcu in sich. Wenn diese Nachricht genau ist. so muß sie als das Signal zu ernsten Verwicklungen angesehen wcrdcn. Florenz, 25. November. (Aufhebung der Feiertage.) Durch Dccrct werden vom Neujahr alle Feiertage aufgehobcu, außer dcn Sonntagen, Weihnacht, Dreilönig, Christi - Himmelfahrt, Maria-Empfängniß,' Maria-Geburt, Maria-Himmelfahrt, Frohnleichnam, Peter uud Paul, Allerheiligen und dcr Diöccsan-, Bandes- und Stadlpatrouc. Alexandrien, 20. November. (Der 9tcichs -ka n zl e r) mit Herrn Scctionschcf v. Hofmann hat heute Morgens auf dem Lloyd - Dampfer ,,Plnto" die Nück-rcisc angetreten, wird am 2!». in Brindisi, am 30. in Florenz eintreffen, dort zwei Tage verweilen, und am 3. Abends in Tricst ankommen. Port Said, 25. November. (Kaualfahrt.) Die Pakclbootc „Erymanlhc" (2442 Tonnen) nud ..Alphce" (2464 Tonne») sind heule nach ciucr sehr glücklichen Fahit durch den Canal ans Suez hier cin-gcttoffl». Urberlandspost. Tricst, 26. November. Der Lloyddampfer „Mars" brachte unö gestern Abends die ! ostindische Ucbcrlandspost mil Nachrichten anö Calcntta '.us zum 26. October, Bombay 6. November. Aus Muscat wird gemeldet, daß unmittelbar uach Eiutreffcn dcr Nachricht vou dcr Insultiruug dcr britischen Flagge daselbst Oberst Pclly, britischer Arzt im persischen Golfe, mit dcm Dampfer „Dülhousie" dahin abging und Eiklärungcn verlangt,,'. Azar bin Ghcs, dcr jetzige Herrscher von Muscat, suchte sich damit zu entschuldig geu, man habe dcn englischen Dampfer „Clyde" für ein Schiff von Zanzibar gehalten, von wo mau einen Ein-fall besorgte; diese Ausrede wurde jedoch nicht augcnom-^ men und tws Vcrlaugcu gestellt, daß dem Capiläu nnd dcu Officicven dcs „Clyde" AbbiNe geleistet werde. öetztc° res geschah in dcr That an Bord des „Dalhonsic." Die br,t>jchen Kriegsschiffe „Daphne" und „Nymvh" sollten »ach Bahrein abgehen, um den dortigen Schcik für mehrere in neuester Zeit britischeu Unterthanen ange-tha»c Unbilden zu züchtigcu. — Die Nüssen sollen bc-dculcndc Verstärkungen nach Turtestau geschickt habcn. Der Emir von Bokhara ist sehr unpopulär geworden, da er die Steuern beinahe verdoppelt nnd von den Kaufleuten Zwangsconllibnlioncn erhoben hat; die Mol» lahs snchen das Voll zu ciner Erhebung gegen Nußland aufzustacheln. Dcr Dcrgwcrksliellilb Krains im Zchrc 1867. VII. Blciproduction. Die Blei - Production ist der ^ schwächste Theil dcr Montan-Industric von Krain, und da in dein einzigen anf Bleierze im Grauwackelischicfer bctriebeucn Bergbauc Knappouschc die Aufschlüsse "icht gleiche» Schrill mit dcm Abbaue dcr allen Millcl hielten, so steht zu besorgen, daß dic Vlcicrzengung Krains sich bald auf die wcuigen M) Centner beschränken dürfte, wclchc Sagor aus dem Gekrätze der Zinköfcu, worin bleihaltiger Galmci von dcr Jaulet! sprechenden Schulsbaucu auf Bleierze nach Accndlguug des obschwcbeudcu Coucurs-VcrfahrenS in die Hände cincs uutcruchmcndcu nnd vcrnw>ilichcu Bc-sitzciS gelangt. Die Bleicrzcngung Krains war in dcu Jahren 1859 bis 1867 nachsiehrndc: BleisslwilMiinss ^,^ "Ünlhe von Viillelprci? im Jahre 185!) 6.727 Ctr l><) 83!) 33 fl. '4 84 fi. .. ,. 1860 5.546 ., 78.927 00 ., 14 23 „, ., , 1861 5.045 „ 80.75441 „ 1600 „ .. , 1862 3,188 .. 49.758-55 ,. 1560 .. „ „ 1863 2.760 „ 35.93023 .. 1301 „ „ „ 1864 3.057 .. 38.356 61 „ 12'54 „ „ „ 1865 2.325 .. 26.084-18 „ N 22 „ „ .. 1866 2.611 .. 32.615 51 „ 12 49 „ ., „ 1867 2.019-18 .. 25.064 94 .. 13 04 „ Die Blcicrzengung Krains ist demnach ungeachtet des nicht unbedeutenden Preisanfschlaacs auf einen Werth von 25.064'94 fl. hcrabgesnnken, das ungünstigste Resultat, welches scit drin Jahre 1859 erzielt wurde. Bezüglich dcr Bleierze (resp. Vlcischlichc) von Knappouschc muß noch bemerkt werden, daß der hohe Mittclprcis von 6 ft. 38.6 kr. dem hohen Halte entspricht, dcr bei dem in dcr Grauwackc einbrechenden sehr reinen Bleiglanzc bis auf 65 Percent (Hüttenaus« biingcn) sich bclänft. Hassesneuigkeiten. — (Das Züricher „Tagblatt") erzählt folgende schauderhafte Mähre: „Gestern wurde bei Limmatspitz ein männlicher Leichnam aus dcm Wasser gezogen, der allem Anscheine nach beiläufig vierzehn Tage gelegen sein mochte. AUc Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos." Nach vierzehn Tagen. Merkwürdig! — (Die bekannte Gräfin Ida Hahn-Hahn), jetzt Nonne in Mainz, ist zum Concil nach Rom gereist. (Erinnerungen an Pater Hyacinthe.) In dem „Bolköbl. für St. und L." schreibt Mcta Wellmer: Sonntag, dcn 1. März 18l!6, hörte ich Pater Hyacinthe zum erstenmale in der Kirche San Luigi de' Iraucefi in Nom predigen. Die römische Aristokratie, hohe Geistlichkeit und voruchme Fremde hatten lange vor Beginn der Predigt, Nachmittags um 4 Uhr, alle Sitz- und Stehplätze der hübschen i?udwigskirche (unweit des Pantheons liegend) eingenommen. Pater Hyacinthe ist von mittlerer Größe, starkknochig, nnlersctzt. Er hat ein volles Gesicht und eine gcröthete, gesunde Hautfarbe. Seine kahle Stirn list mehr dichterisch gewölbt als scharfkantig, breit mathe-malisch oder philosophisch zugehauen. Seinen Kopf umgibt noch ein Kranz brauner, kurz abgeschnittener Haare, die Augen sind klein, eng neben einander stehend, Nase und Mund proportionirt (wie man sonst in Pässe setzte) nnd auf seinen Zügen ist im Ganzen keine Spur bekämpfter Leidenschaften, hoher Thatkraft oder ascetischcn Weltschmerzes zu lesen. Der Ausdruck seiner Physiognomie ist eiu sanfter, bescheidener, wohlwollender; man möchte schließen, dies sei eine harmonisch entwickelte Natur, die ihre Bestimmung zum geistlichen Stande ohne Schwankungen, Zweifel und innere Kämpfe erreicht hat. Der Pater trug sein braunes, wollenes Ordeuötleid, aus Kutte und einem Strick nm dcn Leib bestehend, über welche der weißwollene Ueberwurf dcr Carmclitcrmünchc fällt. Pater Hyacinthe hielt von Anfang bis zu Ende eine schöne religiöse Rede, schön geordnet, schön in der Diction, schön gesprochen und schön ausgesprochen. Er ist ein formgewandter, wenn man geistreich mit ^iritn^I übersetzen will, auch ein geistreicher, maßvoller, edler Kanzelredner, ja nach französischen Begriffen untadelig. Sein Sprachton ist wohllautend, weich und mächtig zn gleicher Zeit, sein Französisch rein und elegant. Dcmwch erschien iu meinem schlichten deutschen Ohre seine Betonung manchmal affectirt; auch möchten pedantische Deutsche seine Gesten manchmal mehr gewagt als schön genannt haben, doch keinem seiner französischen Zuhörer fielen diese Eigenthümlichkeiten im geringsten auf. Die romanischen Völker sprechen eben nicht, wie die germanischen, mit dem Munde allein. Italienische Kauzel-Action geht noch viel weiter als diejenige des Pater Hyacinthe. Ich sah seither Paler Hyacinthe auch in einem hohen französischen Hause. Sein Auftreten in Gesellschaft ist von der bescheidensten, einfachsten Art; er sucht keineswegs das Gespräch zu beherrschen, hört gern zu und scheint den frivolen Welthandel,, fremd wie ein Kind. Sein College Abb« Bauer, ciu getaufter österreichischer Israelit, dcsseu' Reden iu Paris ebenso gefeiert sind, wie diejenigen des Pater Hyacinthe, macht sich ganz anders in den Salons geltend; man möchte ihn für den feurigen Südfran-zoscu und Paler Hyacinthe für den stillen, unbeholfenen Deutschen uchmen. -Locale s. Seine Majestät dcr Kaiser Ferdinand haben dcr Gemeinde Großdolina, Bezirk Landstraß, zum Kir-chcubauc ciuc Beihilfe von 500 fl. aus der Allerhöchsten Priuatcassc allergnädigst zu spenden geruht, —6i— (Theater.) „Martha." Frl. Allizar, die Flotmus melodiösestes Tonwerk zu ihrer Benefize gewählt, hat unö hiebci einen zweifachen Kunstgenuß bereitet, den des Werkes an und für sich und den ihres reizenden Spieles, das sich einmal so recht iu seinem Elemente entfaltete. Frl. Allizar (Nancy) war voll der glücklichsten Laune. Auch Frl. Nömer (Martha) verdient die gebührende Anerkennung nnd fei hier bemerkt, daß das Fräulein dann am besten singt, wenn sie iu der Mimik am wenigsten — künstelt. Frl. Nömer war gut diöponirt, namentlich im Scherz-Duette des ersten Actes, so wie im Finale des zweiten Aktes, wobei nur Herr Erdt (Tristan) ctwaö gespreitzt mitthat, was auch für mehrere audere Nummern gilt. Als besonders gerundet, sowohl im Spiele als im Vortrage deS Gesaugöparts fchicn uns das Finale des dritten Actes, vor Erscheinen des Iagdgefolgcs, wobei Herr Ander (Lyouel) trotz seiner Indisposition seine vollendete Kunst des leidenschaftlichen Vorlrages an dcu Tag legte. Der Part „Plum-kett's" wurde von Herrn W e ud lit'gut gegeben, hervorragend war er im Entree-Quartetlino des zweiten und im Entree-Solo des dritten Actes. 2004 Die gestrige Nachmittagöpost hatte eine Verspätung von 5 Stunden und wir erhielten dieselbe erst heute Frill). Ueber die Ursache der Verspätung erhielten wir keine offi-cielle Mittheilung. Privatim verlautet, daß bedeutender Schneefall im Norden die Ursache wäre. — " — (Iustrumcntal-Eoucert.) Das, von der Musik-«lapelle dcs 79. Infanterie Ncgimcius gestern, im Nedontcnsaale als Oencralpiobe crecntlrtc Iustrumeutal-Coucert, halte endlich einmal angeuehmeru Nuancirungeu in der Wahl der Picceu, als es gcwiihnlich zu geschehen pflegt. Am Programme stand auch Mozart, und zwar das 1- Finale ans „Don Inan". ebenso gerundet als mit Verständnis; vorgetragen, obwohl die Nnmmer zu ausgedehnt, ist nm den größten Theil deö PublicnmS zu fesseln. Es liegt in ihr zn viel instrumentale Kunst, eine Fülle wie sie sich nur wieder in dcr ^-«»»Ü-Symphouic findet, nud des Guten zu viel erzeugt — Betäubung. Im Ganzcil ließen sich die Streich-Piccen angenehmer hören als die der Blcchharmonie, welch' letztere, nahezu sich selbstüberschalleud, raschcij Verständniß stürte, wie beispielsiucisc in Mcrcandantc'ö „Giurauicuto," einen« eben so , harmonischen als lrästigcn Toulverte. NeitcrL gelungen rxecntirte Piecen dcs Programms waren der Ehor der Schaarwache aus „Die Geizigen" von Greti, und „Mor-ceaux de Salon" von Vicuxlcmpö Beide vom Streichorchester uuögcfllhrt, lirfzen nur etwas drcidirteres Spiel der ersten Violmcii zu wünschen übrig, was namentlich von dem großen Lreöcendo in der ersten Piece gilt. Nruelle Post. (Driginal'Telcgramme der „Laibacher Zeitung.") München, HD. November. Das ge-samnlte Staatsministerium hat in Folge des Ergebnisses der itandtagöwahlen gestern Abends den König um Ontlassnng gebeten. Paris, 28. November. Die „Patrie" vernimmt, das Ultimatum der Pforte solle heute nach Cairo abgehen und versichert, daß daS Ultimatum den Khedive auffordert, sich binnen ><> Tagen dem Willen des Tultans zu unterwerfen, wenn nicht, so habe die Pforte die Absetzung des Khedive zu Gunsten Fazil Pascha'S beschlossen. Die „Presse" bringt folgende Nachricht: Dem Vernehmen nach wird uon politischen Perfön-lichkeiten, welche mit den Verhältnissen DalmatiriXü vertraut sind, ncuerdin^s vorgeschlagen, während dcr voraussichllich längcrn Waffeninhc, welche jetzt »ach Sistirnnss der Opcralioncn cinlritt, den Versuch zur friedlichen Beilegung des Conflictes zu machen dlllch Äbsendung eines Coinmissäis iiä lwc. Von einer, dem Hauptquartier des Generals AllerS-perg ncchc stehenden Seite erhält die ,.N. Fr. Pr." ein Schreiben aus Cattaro, 21. November. Generalmajor Graf Auersperg war fest entschlossen, nur Schritt für Schritt vorzugehen, den Truppen nach den Fatiguen in der Zupa einige Zeit zur Erholung zu gewähren, das Material zur Herstellung der Wcge wie der Blockhäuser vorzubereiten und dann erst in der Haufttrichtung vorwärts zu operiren. Die dadurch eingetretene Waffenruhe, welche überdies auf Befehl aus Wien zu Verhandlungen mit den Aufständischen benützl wnrde, scheint von diesen anders aufgefaßt worden zu sein, denn durch den Stillstand unserer Bewegungen crtmuthigt, näherten sie sich der Küste, bedrohten und plünderten auch theilwcise Ortschaften der treugebliebenen Districte. die man natürlich schützen mußle, schon deshalb, um bei deren Bewohnern nicht Mißtrauen gegen unsere Macht aufkommen zu lassen.. Es wurde demnach beschlossen, den Gegner auf dcr ganzen Linie zurückzuwerfen, sich bei dieser Gelegenheit über den Stand der Verhältnisse bei Dragalj zu überzeugen, die dort und bei Lcdcnice befindlichen Besatzungen abzulösen, und da der Winter jeden Augenblick die Operationen für einige Wochen unmöglich machen kann, diese Forts auf W Tage zu uerprouiantircn. Wie die ,.N. Fr. Pr." meldet, wird die Thronrede, wenn sie in der ihr vom Ministcrrath gegebenen Fassung die kaiserliche Zustimmung findet, die Wahl« reform unter Hinweis auf die landtäglichcn Gutach-len darM'cr in der positivsten Form anlündigcn und es scheint der Regierung dcr Gedanke vorzuschweben, daß dann die Stellung des Abgeordnetenhauses zur Frage sogleich durch die Adreßdeballc klar werden wird. Unter den vom Ministerium für dcu Ncichsrath vorbereiteten Vorlagen wild sich, wie man uns berichtet, auch ein Gesetzentwurf über daö Coalitions recht befinden. Die Zustimmnngseltlärungcn zur Adresse deS böhmischen Landtages mehren sich von Tag zu Tag. Im Pester Unln Hanse überreichte Milelics zwei Beschlußauträgc: der eine verlangt wohlwollende Neu» tlülität für die christlichen Böller dcr Türkei; dcr zweite sofortige Provincialisirung dcr ganzen Militärgrenze. Die Truppen geben Beweise von Tapferkeit, die ihres Gleichen sucht, insbesondere das Regiment Erzherzog Albrecht. Trotz der namenlosen Fatigue», dcr im< mer sich wiederholenden Verstümmlungen, sieht mau bei den Lcutcn auch uicht ein verdrießliches Gesicht, im Gegentheil bekam GM. Graf AuerSpcrg schon Klagen zu hören, daß ein Truppcntörpcr in Bezug auf seine Verwendung zu stiefmütterlich behandelt wurde. Ans Florenz 27. d. wird telcgraphirt: Graf Beust wird Dienstag hier eintreffen und am folgenden Tage vom Köuigc empfangen werden. Dann wird er fofort über Trieft nach Wien zurückreise». Aus München, 25. November wird telcgrüphnt: Im Augenblicke sind die Wahlen von A6 Wahllic^rten bekannt. Von denselben gehören 5)7 der Fortschrittspartei , 5 der Mittclpartt'i »nd 4li dcr ullr^montancu Partei an. Aus Müncheu, 27. d. wird dcr „Tgsp" tclcgra-phirt: Dcr König dankte Döllingcr für die Ucoer-reichung dessen bekannter Brochure über das Concil in ciuem eigenhändigen Schreibe,', in welchem er unter An-crkcnnuug dcr Mahnwortc desselben ihn scincS besonderen Wohlwollens und unwandelbaren Vertrauens versichert. Aus Krakau, 27. November; wird gemeldet: Das Landcsgclicht hat die Anträge der Staatsanwaltschaft in der Uliryk-Affaire verworfen und beschlossen, die weitere Strafverfolgung gegen die angc-klagten Ccumelilcrilmcn Marie We»zyt, Thncsc Kosicr-kicwirz und Tavcra Iosaf cinzustcllcu. Die Staats' axwaltschuft hat bis j>'tzt dagcgcn uicht rccurrirt. Sobald dieser l^ndcsgcrichtlichc Beschluß rcchlökiäfli^ wird, entfällt natürlich die Schlußunhandlung. Ans Paris liegt eine brdculsamc Aeußerung dcs Kaisers vor. Das „Mem. dipt." schreibt: Dcr Kaiser sagte, indem er den Ministern die Grmidzügc dcr Thronrede uorzuberciteu befahl: „Ich wünsche darin die UM' fassendste und bcstimmltste Versicherung der Freiheit ausgedrückt zn sehen." Telearavliiscke Tt3ecl»srlco,,lse vom 27, November. 5pcrc. Metalliaueö 59.85. — 5pcrc. Metalliqucö mit Mai-lind Novemlier-Zinsen 59,85 - 5prrc. National'Anleb.cn «',9.20. — 1800er SlaalSanIehrn 95.20. — Bantllcticn 725). — Lrcdit-Aciien 244.5)0. — London 124.70. — Silber 122.75. - K. l Dncatcu 5 88._____________________^^_________' An die hochverehrten Bewohner Laibachs!! Für die vielen auch im letzten Jahre wilder nni« gewordcucu Ancrtcnnnngeu herzlichst dankend, erlanbcn un<< darauf ausmcrtsam zu machcn, daß na<1> t. t. Professur Keller an der Wiener Millit M»r unsere Wilhelmödorfer Malzcxtracte. Malzexlract-Äonbuns ,pr. Carton 10 tr.) und Malzextract - Chocol 5 00 Butter pr. Pfund - 42------- ilorn „ 2 l>0 3 12 Eier pr. Stillt — 2,;------- Gerste „ 2 80 3 4 Milch pr. Maß —10 — Hafer „ 180 2 3 Rindfleisch pr, Pfd. -22 — — Halbfrncht „ -------3 U0 Kalbfleisch „ —26 — — Heide» „ 3 — 3 l,3 Schwriuesteisch „ .23 — — Hirse „ 2 80 2 !>2 Schöpsenfleisch „ — 14 __ - Knlnrlch „ -------3 10 Hcihndcl pr. Stillt —25 -.!— Erdäpfel „ 180------- Tauben „ _i5...!^. Linsen „ 4 50------- Heu pr. Zentner 1 -. .— Erbsen „ 5------- Stroh „ __?0—.. Fisolen „ 5------- Holz, hart., pr Klft. ------ 7 20 Niüdöschinalz Pfd, - 4l» — — - weiches, 22"-------5 20 Schweineschmalz „ — 42------- Wein, rother, pr. ^ j Specl, frisch, „—30------- Eimer . ^- 9 — -geräuchert,, —42j------- — weißer „ —^10 — Angekommene Fremde. Am 2U Novcmber. 2t»idt ^Uie«. Die Herren: Hönigmann, Handelsm., uoit Gotlschce. — Ärnq, Kausm., von Wien. — Hofmanu, vnn Asch. — Lbcrle, Faliritant, von Verona ^ Vaucr Adolf, t. t Lientcnant. Elefant, Die Herren: Dr Boar«, Bahningenienr, von Ka-nischa. — Andrioli, von Poln. Cadore, von Trieft. -Paucera, von Krainburg. — Hummer, von Cilli, Pfeffer, Ii.grnicnr, von Wien, — Werterfteigcr, Assistent, von Wien. — Brnnaner, von Pest. — Popper, von Wicu. — Veniti Pielro, Handelom., von Görz. —Brrger, Kansm,, von St?ycr. Verstorbene. Dell 1!». N 0 ve in b e r. Barbara Kachne, Taglöhnersweib, alt 5!» Jahre, im Civilspital an der allgemeinen Wassersucht. — Herr Äalthasar Oblasser, Buchhalter, alt 46 Jahre, m der St. Petersvorstadt Nr. 139 an dcr Tubcrcnlosc. — Agnes Nozmann, Krämerswitwe, alt 80 Jahre, in der Kratauvurstadt Nr. 71 an der Lnngenlähmnng. Den 20. November. Dem Franz Ozmel, Hausbesitzer, sein Kind Aloysia, alt 1'/, Jahre, iu Hllhnerdorf Nr. 41 au dcr brandigen Halsbräune. Den 2 1. N 0 vembcr. Georg Sine, Hllblcr, alt 53 Jahre im Eivilspital, am Wundstarrkrämpfe. - Dem Herrn Jakob Ko-benz, Maschinflihrcr, sciuc Tochter Ida, alt 0', Jahre und 14 Tage, iu dcr St. Peter.'vorstaot Nr. 11 au dcr Tnberculose, Den 2 2 Novcmber Johann Kalan, Keuschlerösuh», alt 12 Jahre, im Civilspital an Erschöpfung der Kräfte. Maria Rötliel, Inwohncr^gattin, alt 49 Jahre, im Eivilspital an Entzündung der Unterleibsorganc. Den 2 3. N 0 vembe r. Antonia Pezdir, Inwohnerin, alt 50 Jahre. im Civilsftital am Tyvhuö. — Thomas Nozmaun, Deutscher OrdenspfrUndner, alt 03 Jahre, in der Oradischavorstadt Nr. 44 an der Lnilgenlähmnng. Den 24. N 0 vembe r. Dem Herin Josef Pol, bilrgerl. Hntmachcrmcistcr, Hans- und Ncalitätenbesitzer, seine Tochter Franzista, alt 24 Jahre, in dcr Stadt Nr. 102 au der Lun-gcntnberculosc — Maria OvHjak, Inwohnerswitwe, alt 50 Jahre, im Eivilspital an der ^ungcnlähmnng. Dc 1: 2 5. Nuve m b e r. Johann Peterza, Halbhübler, alt 52 Jahre, im Eivilspital am ^imgenödem. — Frau Maria S» kck, HansbcsitzerZwitwc, alt 07 Jahre, iu dcr Tirnauvorstadt Nr. 00 an der Lungenlähmung. ___ Theater. Hcntc: Miller und Miller, Lnstspicl in 2 Acten, und Euleuspiegel alo Tchnipfer, Posse in 1 Act. ________M 0 rgcn: Martha, Oper in 4 Acten. .Melalilllloqische ^^oliachUlll^l» ill Laitimt». —----------------—^-----------------------------«————^-^ 0U. Mg. 325.Ü« 0.« windstill Nebel 27. 2 „ N. 324.84 -j- 0ü windstill trllbr 0'" 10 „ Ab. 324.<5. -<- 5.^ windstill ! trlibe 0 U. Mg. 324.«ft ^-"«2 SW. mäßig lrilbc 28. 2 „ N. 324...« ->- 7.g SW mäßig trlibe 0..^ l0„ Ab. 322.80 4- 7.l« SW. mäßig trllbe 27. In dcr Friih Nebel, Vormittags und Nachmittags a/- ^ schlossene Wolteudecke. 28. Tagllbcr Sildwestwiud mäßiq. Trild^ sein Sonncnblick, Abends dünner Regcn lurzc Zeit. DaS vmg^ strigc Tageömillel dcr Wcirmc -j- 4 0°, nm 2 2"; das gcstr'^ -j- 73", nm 5'?' nnler dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. KlcinmaU r. ^Nl'l^ttlll^l'N'^^ ^Uieu, 20. November. Die Vorse war henlc, obwohl nicht ungnnstig gestimmt, doch im hohen Grade a/schäftslos. Sicht mliu von dem Spiel in Anglo - Actien ab, , Illll»».'»UlllUN. „,,iß i,„ Uebrigen das Geschäft sowohl in Vezng ans die Menge des Uinsatzcö, als anch hinsichtlich der Coursuariationcn ein unbedeutendes genannt werden. Bei einer Mi"'/, ^uu scmst im Vertehr strhttidcu Effecten sind die heutigen Conröansätzc nur nominell, dagegcil wurden einige sonst qanz vernachlässigte Papiere, daruutcr vorwiegend Industrie - Actieu umgesetzt. ^' l,cdcutcndstcüStcig^rling crgclb sich in Anglo-, der grüßte Abfall in Dampfschiff.Actien. Devisen zogen wicder^ttwaö an. >U. Allgemeine Staatsschuld. Fllr 100 si. Gelb Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pEt.: in Noten verzinst, Mai-November 5f».«5 59,95 „ .. „ Frbrnar-Nugnst 59.80 59.90 „ Silber „ Iäuuer-Iull . 09.45 09.55 « „ „ April-October. 09.15 09.25 Steuera,llehcu rückzahlbar (^) . 97.75 98.25 Lose v,I. 1^9 . . . 233.- 235— ,. .. I«54 (4 °/,) zil 250 fl. !»0. - 91.— .. .. 1U00 zu 500 fl. . . 94.60 95- „ ,. I860 zu 100 sl. . . 101.- 102.-- „ ,' 1864 zu 100 fl. . N9 50 119.75 Staats-Domäneu-Pfandbriefe zu 120 ft. ö W. i.l Silber . . 11^.— 118.50 «l. (iir,,„d,ntlastunss«-vbli„atione„. Für 100 si. Geld Waare Vijhmen .... zu ö pEt. 92.- 93.^. Oalizien ...» " l> « ?2.50 73— Niedcr-Ocsierreich. . „ " ,. 93.75 94.l>5> Ober-Oesterreich . - „ ^ « "^50 95.- Siebenbürgen ... ,- ^ " 7.'50 7b.- Gte,ermall ... ,, " " ^^ "" >'^'" Uugaru - ... "5« 7925 79.75 — Fünslnchen-Änrcscr-Vahn . . 177.— 178.— Franz-Iosephs-Bahn .... !«2.— 182,50 i Lcmberg-Ezeru.lIassyer-Bahn . 195.50 190. - > , Geld Waare kloyd. »fterr........320. _ .^25 — Omnibus lrrste Emission). . . ^20.— 130,— Rudolfil-Bahn......105,25 105.75 Siebcubilrger Bahn .... 108.— 108 50 Staatsbahn.......378.— 380.— Südbahn.......249.- 249.25 Süd nordd Verbind. Bahn . . 10I,— 10!.50 TheißBahn....... 253 — 253.50 Tramway........133. - 133,50 «. Pfandbriefe (für 100 fl.) Mg. ijst. Bodm-Credit-?!nstalt Geld Waare verloöbar ,u 5 pCt. iu Silber 107.75 108 — dtl>.iu33I.rüctz.zn5pCt,inc'.W. 89.50 90,- Nationalb, ans il, W. vcrloöb. zn 5 pCt........ 93.50 93 70 Oest. Hypb. zu 5'/, pCt. rückz. 1878 98.- W..^0 Ung. Vod.-Creb.-Aust. zn5'/, P<^t. W 75 91.25 I'. Prioritätsobligatione». i. ,00 fl. ö. W. Geld Waare Elis.-Westb. iu S. verz. (I. Emiss.) 90.— 90 50 Frrdluand«-N°rdl). iu Silb. vcrz. 105.— 105,50 Franz-Ioscphö.Vahu - - - - "2.25 92 50 G.llarl-Ludw.B.i. S.verz.I.Cm. 101.— 102.— Geld Wa"° Oesterr. Nordweslbahn . . . . 9025 A" Siebcnb. Bahn in Silber verz. . 87.75 ^.-^ StaatSb. G. 3°/, ä 500Fr. „l. Em. 130.- 1>/ '>n Südb.G.3^l.500Frc. „ . . 119- U«'''" Südb.-BonS 6 °/, (1870—74) ^ ü 500 Frcs......243.— 2"> Ci. Privatlose (per Stillt.) Kreditanstalt f. Handcl n. Gew. Geld WH zu 100 fl. ö W......i5,s»,- 1^'^ Rudolf-Stiftnug zu 10 st. . . 14.- ^' Wechsel (3 Mou.) Geld WH Augsburg für 100 st südd. W. 103 80 1^ ^ ssranlsnrt a.M.100st. detto 1"3^ W^ Hamburg, für 100 Marl Bai:co 92.10 -"^ Louduu, für 10 Psnud Sterling 124 50 '"^5 Pari«, für 100 Frcmc« . . . ^l'50 ^' Gours der Oeldsvrten Geld ,"«?.!lr. K. Müuz-Ducatel^ . 5 fl. ««i ^. 5 ft. ^- ^ Napoleonsd'or . . 9 „ 94 „ -' " ^ „ Vercinöthalcr. . . 1 ., 63z., ^ „ ^ ^ Silber . . 122 ,. ?" ,' '" " ,^ Krainische Gruudcullln^- Obligal>°ncl'. 'H natuotnmili: 80 50 Geld. 90 n°