?i, S4 Wttwoch den 5. Mai t87S. XlV. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mitiwoch und Kreitkg. Preise — für U^^irg: ganzjährig t, fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fi. SV kr; für Üustellung ins Hans monatlich 19 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., ^albjäMg 4 fl., viertel^jährig 2 fl. JnsertionSgebiihr 8 kr. pr. Zeile. Ei« rrlistcs Wort in rrltster Zeit. Politischer Weckruf a» unsere Mitbürger. * Ein bedeutsames, vor einem Dezennium noch so heiß ersehnte» Stück menschlichen Rechtes, dessen Ausführung endlich durch ein Gesetz vom IS. November 18ö7 ermöglicht wurde — da« Verein-recht — wird gegenwärtig leider m einer so matten Weise ausgenützt, daß man fast glauben möchte, eS herrsche kein Lmn nlehr sür den Aortschritt, sür politische, soziale und volkswirthschastliche Entwicklung in unseren, konstitutionellen Oesterreich. So erfreulich es war und von dem gesunden polMschen Sinne der Staatsbürger zeugte, als in den Jahren tSpg und iLöS politische Vereme allerorts wie Pilze aus der E^ schoben und tiberall eine lebenssrische RühNgkeit in politische» und volks-wirthschastlichen Angelegenheiten entfalteten — ebensosehr ist eS zu bedauern, ja ernstlich zu beklagen, daß gegenwärtig eine so allseitige Mattigkeit und Theilnahmslosigkeit am politischen Leben eingetreten ist. ..... Sind unsere politischen und volkswiNh-schaftlichen Zustände wirklich schon so vollkom-nien und unfehlbar, so erhaben und unantastbar, daß wir uns träge und sorglos auf dieselben verlassen können ohne Gesahr zu laufen, daß verschiedene Interessen gefährdet. Rechte geschmälert, ja Existenzen in Frage gestellt werden können? Wir zweifeln, daß selbst der gewiegteste Konservative die Frage ohne Bedenken bejahen würde. Und kann ein österreichischer Staats-bltrger. der niit dem Jahre l S4S seine politische Niüiidigkeit erhalten zu haben wähnt, dieser Aeuilleton. Dir lkhtk scivrs Stammes. Herausgegeben von 3. A^e. (Fortse^ung.) Ich hatte eS kombinirt, währeild zugleich das Blut den Adern inir zu Eis gerinnen wollte. Warum war er zurückgekehrt'^ Was wollte der niilde, unbändige, gewaltthätige Mensch hier? Welche Leidenschast mllbte in ihm erwachen, da er einen Freniden in seine,n Zimnler sand, wühlend unter seinen Sachen! Nein — denn auch er mllßte in: Molnent konibiluren — keinen Fremden, aber den Kriminalbsmnten, der ihn verfolgte, vor dem er geflohen war, der ihn dem Beile des Henkers überliesern sollte! Er stand stolz vor mir. Seill Gesicht war verzerrt. Er sah lnich finster an, mit einen: Ausdrucke wachsender Wildheit. Ich erwartete einen Angriff von ihm, einen Angriff für sein Leben. Ich wollie nnch für mein Leben wehren und griff nach einen; Pistol, das ich auf der Brust trug. „Sie rühren sich nicht l" rief er mit gedämpfter Stimme. Ich konnte mich schon nicht mehr rühren. Seine Rechte hatte mein Handgelenk mit riesiger Theilnahmslosigkeit am politischen Leben wohl gleichgiltig zuseheit? — Entschiede^! nicht! — Warunl und woher aber dann dieser beklagens-werthe Zustand geistiger Erschlaffuilg? Sieht es doch fast aus, als wären wir durch das Regiertwerden zu sehr verwöhnt, als daß wir unsere politischen Rechte und Freiheiten richtig auszunützen verstütlden! ^Schluß folgt.) Die Südbahn und der Nückkavs ihrer öflerr. Linie«. Zu Wien — Komnlisiionsverlag von Ed. Hölzel — sind jetzt „ Ltlldien über die Eisen-bahn-Resorm in Oesterreich'.^ von Dr. V. K. erschienen. Der Verfasser bespricht mit Sachkenntniß ünd freien: Aiuth diese Reform, empfiehlt das System der Staatsbahnen und gibt in Bezug auf die Wichtigkeit unter allen Linien des Reiches den Lorzug der Südbahn. Dieser Vorzug und die. Bedeutung, welche die Südbahn insbesonders für das Unterland und Marburg hat, rechtfertiget! es, wenn wir den fraglichen Theil der Schrift hier im Auszuge wiedergeben „Nicht genug", schreibt der Verfasser, „daß man die südlichen Staatsbahnlinien, so werth-vlcken, so wichtigen Staatsbesitz, in Folge elender Finanzwirthschast u»n einen geradezu un-! begreiflichen Ä!inimalpreis an Ausländer ver-> schleuderte, mußte man, um nur den Abschluß zu ermöglichen und Geld zu bekontmen, die Entwickelung des Eisenbahnnetzes innerhalb des altf dem rechten Donauufer gelegenen österreichischen Gebietes ltnd dainit natürlich auch die Entwickelltng des österreichischen Seewesens, einer ausländischen Gesellschaft durch 90 Jahre opsern und preisgeben. Ein solches Preisgeben des wichtigsten Staatshoheitsrechtes ist unerhört und kann eben nur in der gänzlichen Zerrüttung der österreichischen finanziellen Verhältnisse seine Erklärung, nie eine Entschuldigung finden. Die in der Geschichte des österreichischen Eisenbahnwesens, welches die verschiedensten und merkwürdigsten Phasen durchzumachen hatte, wohl einzig in ihrer Art stehenden Paragraphe 23, 24 und 25 der a. h. Konzessions-Urkunde vom 23. September 1858 beleuchten am grellsten die Oesterreichs Interessen so schwer gefährdenden Intentionen, welche die Konzessionäre schon bei Abschlllß des Geschäftes leiteten und welche von der ausländischen Gesellschaft, die in die Rechte und Pflichten der Konzessionäre eingetreten ist, mit starrer Konsequenz auch stets zum thatsächlichen Ausdrucke gelangten. Zur Auffrischung des Gedächtnisses mögen die erwähnten Paragraphe der Konzessions-Urkunde hier Aufnahme finden. „Z. 23. Den Konzessionären wird (unter Vorbehalt der andern Äsenbahn-Gesellschaften bereits ertheilten Konzessionsrechte) die Zusicherung gegeben, daß in dem Falle, als innerhalb der auf dein rechten Donauufer gelegenen öster-reichifchen Gebiete Zweig oder FortsetzungS-bahnen der ihnen überlassenen, übertragenen oder der mit den ihrigen vereinigten Eisen- Gewalt umspannt. Mit seiner Linken zog er ruhig ein gespanntes Pistol hervor. „Wenn Sie einen Laut von sich geben, find Sie des TodeS.".Z Ich war in seiner Gewalt. Was sollte folgen? Er sah sich langsam in dem Zimmer utn. Dann waildte er sich wieder zu mir. „Sie sind Kriminalrichter, nlein Herr?" „Ja." „Sie suchten mich hier?" „Ja." „Dann nach Beweisen gegen mich?" „Ja." „Wissen Sie, meiil Herr, wo Sie hier sind?" „In Ihrem Gemache. Ihr Diener hat mich auf mein Verlangen hierher geführt." „Sie sind auch in dein Geinache meiner Vorfahren." Ich schwieg. „Und es ist gut, dasj Sie hier sind. Ich brauche keinen andern Zeugen herbeizurufen, nicht den greisen Diener." Wozu wollte er einen Zeugen? Der Ausdruck der Verzerrung in seinem Gesichte ließ uach-.Aber es wurde ruhiger, es wurde beinahe edel, stolz. „Hören Sie ntir zu, uiein Herr", fuhr er fort. „Ich stamnle ans einem edlen Geschlechte. Ich bin der Letzte dieses Geschlechts und bin ein Verworfener. Alter Same artet aus. Ich bin entartet ulld meinte, ich könne es ertragen. Als ich aber heute dem Schlosse meiner Väter den Nltcken gewandt hatte, für imnler, da fühlte ich, mein Herr, daß ich Alles könne, aber Eins nicht. Ich bin der Mörder, mein Herr, den Sie suchen. Ich habe meinen Rainen, mein Geschlecht, meilie Ahnen entehrt. Hier, in meinem, in ihrem Schlosse, in dein Gemache, in dem ich, in dem sie gelebt haben, hier, wo ihre edlenGeister mich mnschweben, hier bin ich ihnen, hier bin ich mir die Sühne schuldig. Bezeugeil Sie es der Welt, nlein Herr, und meiner arinen Schwester." Er ließ nieinen Arm loS Er setzte das Pistol an seine Stirn. Ich wollte allsschreien, aber er war rascher als ich, und seine Hand drückte ab. Ehe ich mich besinnen konnte, lag eine Leiche vor tnir. Der alte, greise Diener des Hauses war der letzte ehrliche Mann in dem Schlosse der stolzen Freiherrn von Leng-nau. Der letzte Sproß des stolzen Geschlechts hatte sich doch ein stolzes Herz bewahrt. Er hatte sich als den Mörder bekannt, den ich suchte. Er war todt. Wilhelm Grote legte ein volles, offenes, nicht mehr Gesiändniß, aber Zengniß ab. Er hatte den Freiherrn von Lengnau in Kalifornien bahnen an dritte Personen konzedirt werden wollten, den Konzessionären das Vorrecht gelassen werde, in so fern sie dieselben Bedingungen eingehen, unter welchen dritte Personen sich zum Baue ilnd zum Betriebe einer solchen Bahn anbieten, und wenn sie sich binnen längstens vier Monaten, nachdem ihnen die Bedingungen mitgetheilt werden, hiezu rechtsverbindlich erklären." „tz. 24. Nicht minder wird die Staatsverwaltung den Konzessionären, in so ferne sie selbst die Anlage einer Eisenbahn innerhalb der in den vorhergehenden Paragraphen angegebenen Grenzen für angemessen erachten u'ürde, die Konzession zur Anlage und zum Betriebe einer solchen Bahn anbieten und den Bau nur dann auf Staatskosten ausführen, oder die Konzession hiezu nur dann einem Dritten verleihen, wenn die Konzessionäre das ihnen gemachte Anerbieten und bezüglich die Bedingungen desselben binnen vier Monaten nicht ausdrücklich annehmen Es wird den Konzessionären Übrigens' gestattet, mit Genehmigung der Staatsverwaltung auch andere Eisenbahnen mit ihrem Unterneh-nieil ganz oder theilweise in Verbindung zu bringen." „8. 25. Das in den ZZ. 23 und 24 verliehene Vorzugsrecht währt die ganze in dem tz. 3 angegebene Dauer der Konzession hindurch Es wird überdies festgestellt, daß keine neue Bahn, deren Zweck es ist, zwei Punkte des den Konzessionären überlasienen, übertragenen und von denselben übernommenen Eisenbahnnetzes miteinander zu verbinden, während der Dauer der gegenwärtigen Konzession weder konzessionirt noch hergestellt werden solle, es sei denn, daß die projektirte Bahn neue, außerhalb des in Rede stehenden 9ietzes liegende Punkte berühre, welche tmch dem Ermessen der Staatsverwaltung von besonderer strategischer, politischer oder kommerzieller Wichtigkeit sind." Ein Blick auf die Karte beweist, daß die Staatsverwaltung wirklich in allen ihren füd-lichen Provinzen nicht zwei neue Punkte von besonderer strategischer, politischer oder konnner-zieller Wichtigkeit vorfand oder auch vorfinden wollte, und daher nicht in die unangenehme Lage kanl, das Vorrecht der Südbahn tangi» rend auch nur eine Konzession zu verleihen. Dank des nlächtigen Geldprotektorates, dessen sich die Südbahn zu erfreuen hat, konnte sie ihre nionopolistischen Tendenzen unbehindert und mit gänzlicher Jgnorirung der Landesund Handelsinteressen rücksichtslos zur Anwen- wieder getroffen, aber erst in der letzten Zeit seines dortlgen Aufenthalts, als er schon im Begriff gestanden, nach Europa zurückzukehren. Grote selbst hatte damals sich schon sein Vermögen erworben. Der Freiherr hatte in dem Goldlande sich zehnnial etwas erworben und es zehnttml wieder verloren, durch einen leichtsinnigen, wilden, wüsten Lebenswandel, durch liederliches Herumtreiben mit verworfenen Abenteurern und noch verworfeneren Abenteureriilnen. Als Grote il)n traf, besaß er wieder gar nichts; dennoch stand er inl Begriffe nach Eltropa zurückzukehren. Ein Grund zu dieser Rückkehr war für Grote nicht ersichtlich Der Freiherr selbst gab keinen an. Grote stand übrigens in keitiem Verkehr mit ihm. Der Freiherr zog sich auch ill deni freniden Lande ebenso stolz von ihm zurück, wie er in der Heimat die Bewerbung des Bürgerlichen um seine Schwester hochmüthig Ulid roh zurückgewiesen hatte. Der Freiherr lebte zusammen mit einer ebeisio schönen, wie verschnntzten Person, einer Tänzerin oder Schauspielerin, die er von einem Winkeltheater in Sau Francisko zu sich genom-nlen hatte, für die er wahrhaft eine wilde Leidenschast fühlte, und die eine unbegreifliche Gewalt über ihn ausübte. (Schluß folgt.) dung bringen, und ist zu einem jener gefährlichen Eisenbahn-Monopole angewachsen, von denen der bei der jüngsten Eisenbahn-Reform in England viel genannte königl. Eisenbahninspektor Capt. Tyler sagt: „es entstehe die Frage, ob der Staat die Eisenbahnen oder die Eisenbahnen den Staat regieren sollen". Zur Geschichte des Tages. Die wirthschastliche Krisis hat in Oesterreich eine Bewegung hervorgerusen, die man vor den: großen Krach fiir unmöglich gehalten: die Schutzzöllner erringen allwärts die Mehrheit. Der steirifche Landtag ist bereits so stark an dieser Bewegung betheiligt, daß er mit allen Stimnien gegen drei die Negierung aufgefordert, „durch Revision der Handelsverträge und Zolltarife der vaterländischen Arbeit, insbesondere mit Rücksicht auf die Eisenindustrie einen den Verhältnissen entsprechendeil wirksamen Schutz zu gewähren." Die „Wehrzeitung" benützt die Grazer Ereignisse, um behaglich die Vortheile der Hinterlader gegenüber den: „Volke" auseinander zu setzen. In Folge der neuen Bewaffnung könne das Militär mit dem „Volke" bald fertig werden; Pausen in den Dechargen gebe es keine mehr und bevor die Menge nur zur Besinnung kommt, sei schon das fürchterlichste Blutbad angerichtet. Die neunzehn Millionen Gulden, welche die Wiener Weltausstellung der Staatskasse Oesterreichs gekostet, scheinen die Industriellen Berlins doch belehrt zu haben. Für 1878 planen diese eine Weltaussiellung; die Kosten sollen aber nicht von Preußen allein, sondern vom ganzen Deutschen Reich getragen werden Die Regierung hat zu dieser Frage noch nicht Stellung genommen. Vermischte Nachrichten. (Menschenkunde. Sterblichkeit.) Neuesten Berechnungen zu Folge ist die jährliche Sterblichkeit durchschuittlich 33Mill. Menschell — also ein Mensch in der Sekunde. Das mittlere Lebensjahr beträgt 33 Jahr. Ein Viertel der Menschen stirbt vor dem siebenten Jahr und die Hälfte vor dem siebzehnten Von 100,000 Menschen wird einer 100 Jahre alt, von 50000 einer 90, voll hundert einer 60. Die Geistlichen erfreuen sich der längsten Le-bellsdauer, die Aerzte haben die kürzeste. (Eine Jesuitenrepublik.) Das „Ministerimn" der Republik Ecuador (Südamerika) ist gesetzlich unter den Schutz des heil. Herzens Jesu gestellt. Das Ministerimn besteht nur aus Klerikalen. Die vier Divisionen der Armee heißen: Division des Sohnes Gottes, des guten Hirten, der fünf Wunden und der Allerreinsten Die verschiedenen Waffengattungen sind: Heilige Brüder, Söhne der Heiligkeit, Beschützer der Jungfrau ulld freiwillige Jünger. Alle gehen täglich zur Messe und häufig zuln Abendmal. Den Peterspfennig — 10.000 Dollar — zahlt die Staatskasse, während die holländischen Gläubiger vergebens ihre Zinsen fordern. (Weinbau. Gegen die Neblaus) Das Ü'iittel gegen die Reblaus, welches in Frankreich entdeckt worden, ist schwefelfaitre Pottasche, welche auf den Boden gestreut wird und durch den Regen in die Erde dringt. (Türkifche Zustünde.) In derTürkei nimmt die Bevölkerung so bedenklich ab, daß bereits die Wehrkraft, die Steuerkraft, der Kredit, ja sogar die Existenz des Staates selbst dadurch bedroht erscheinen. Die. Ursachen der Entvölkerung treffen fast ausschließlich die türkische Nationalität, nänllich: die Konskription — die Vielweiberei — das Abtreiben der Frucht — der Mangel einer Gesundheitspolizei, herbeigeführt einerseits dl»rch die mangelhafte Erziehung und die klägliche Unwissenheit der Bevölkerung, andererseits durch die traurige Beschaffenheit des Beamtenstandes — die HungerSnoth, welche allein im ersten Jahre bis zum Eingreifen der Staatshilfe und der Privatwohlthätigkeit in Anatolien gegen 150,000 Bewohner hinwegraffte, uud das allgemeine Viehsterben, welche» bei dem gänzlichen Mangel an Thierärzten möglicherweise gleichfalls auf jahrelang seine Verheerungen ausdehnen kann. Eisenbahn-Beamte haben in Rumelien die Beobachtung ge-nmcht, daß die türkischen Dörser dort zusehends verschwindeil, daß überall die Bulgaren ihren Platz einnehmen und nunmehr bereits die serbische Grenze erreicht haben. .'»er Berichte. Sitzung des Gemeinderathcs vom 2S. April. (Schluß.) Herr Anton Kleinschuster ersucht llm Bestimmung der Baulinie ailf seiner Grundfläche in der Bürgerstraße. Herr Johainl Girstmayr berichtet: über die Aussteckung der Querstraße in geringer Eiltfernung von der westlichen Grenze des städtischen Volksgartens (Villa Langer) in gerader Linie von der verlängerten Bürgerstraße Ulld in llördlicher Richtung bis zuln Kartscho-winer Gelneillde-Fahrweg — 2. über die Einzeichnung dieser Querstraße iln Stadterweiterungsplane und beantragt: Der löbliche Gelneinderath wolle den Bericht zllr Kenlltlliß nehlnen und beschließen: dem Gesuche des Herrll Kleillschuster lvegell Einzäunung seilles 'Baugrundes sei gegen genaue Einhaltung der Straßengrenze zu willfahren Diefeln Alltrage wird beigestimlnt. — Herr Johann Girstnmyr legt NainellS der Bansektion dell Stadterweitcrungsplan volnJ0. April 1875 vor, betreffend das Johannesfeld, beziehungslveife der Strecke vom Eisenbahn-Dalnlne bis Mellilig, erstattet darüber Bericht Ulld bealltragt, diesen Plan zu bestätigell, dmnit denl Gesuche des Herrn Johann Mlaker uln Ballbewilligung entsprochen werden könne. Jln Falle der Genehinigu.'g wird dec weitere Alltrag gestellt, daß der Erweiterungsp'.an von der Steuergemeulde Burgthor im Stadterwei-terungS-Plane für das Unke Drauufer eingezeichnet werde. Herr Max Baron Rast beantragt die Abänderung, daß die Breite der Straßen, welche dem Plan zufolge sechs Klafter betragen soll, aus sieben zilaster festgesetzt werde. Nachdem die Herren:. Johann Girstmayr, Dr. Reiser, Karl Flucher, Max Baron Rast, Dr. Lorber über diesen Antrag das Wort ergriffen, wird derselbe sammt dem übrigen Theil des Sektionsantrages zum Beschluß erhoben.— Die Bausektion läßt über die Kanalisirung vor dem Hause des Herrn Joseph Herzog in der Tegetthoff-Straße und über die Gegenbeschwerde der Hausbesitzer in der Blumengasse Bericht erstatten und beantragt: 1. Aus Sanitätsrücksichten ist ein Kanal von der Reiserstraße längs den Häusern der steier-märkischen Weinhandlung und des Herrn Herzog und am Ende desselben unter der Reichsstraße in die Blumengaffe nach den vom Herrn Stadtbaumeister Lobenwein verfaßten Bauplänen und Kostenvoranfchlag ehethunlichst auszuführen. 2. Ist das hohe Straßenärar in: geeigneten Wege aufzufordern, einen Beitrag zil dem Kanalbau nach dem Kostenvoranfchlage zu leisten mit öl2 fl. 80 kr., indem durch diesen Bau das Waffer vor dem Herzog'schen Hause von der Reichsstraße abgeleitet und diese trocken gelegt wird. Herr Herzog hat den entsallenden Kanalbeitrag zu leisten mit 338 fl. 39 kr., die steirische Weinhandels-Gesellschast mit 378 fl. 97 kr., Herr Othmar Reiser mit 37 fl. 78 kr., die Stadtgemeinde Marburg mit 185 fl. 32 kr., wodurch die Kanalkosten gedeckt erscheinen mit 14bS fl. 26 kr. 3. Ist die Blumengaffe vom neu herzustellenden Kanal an in einer Länge von 80 Klaftern zu reguliren und in der Mitte derselben eine klafterbreite Muldenpflasterung für den Wafferab-fluß mit „Katzenköpfen" auf Rechnung der Stadtgemeinde zu pflastern, deren Kosten sich laut Voranschlag auf 140 fl. belaufen. 4. Das Gesuch der Besitzer in der Blunlen-gaffe ist abzuweisen. Herr Max Baron Rast beantragt, diesen Gegenstand an die Bausektion zurückzuleiten und eine Subskription zu versucheil, danlit die Kanalisirung des östlichen Theils der Tegetthosf-Straße ermöglicht werde. Herr Karl Flucher unterstützt diesen A»:- trag. Herr David Hartnmnn wendet sich gegen beide Vorredner. Ein Kanal neben der Eisenbahn, welcher auf diesem Wege erzielt werden soll, könnte nicht so viel Wasser mit aufnehmen, als nach den Befürchtungen der Geglier in die Blumengaffe sich ergießeil würde Das Waffer müffe zertheilt werden, was nach dem Antrage der Bausektion geschehe. Wenn sich später die Nothwendigkeit zeige, so könne auch die Blilmen-gaffe kanalisirt werdetl. Herr Niarco sieht keilien anderen Weg, als den Antrag der Bausektion. Wollte man zur Eisenbahn hin kanalisiren, so müßte der Kanal in der Tegetthoff-Ltraße ausgerissen werden in einer Länge von las Klaftern und würden die Kosten sich auf mehr als 4000 fl. belaufen; wer trage diese Kosten? Er begreife nicht, wie die Hausbesitzer in der Blumengaffe eine große Gesahr besorgen; im Gegentheil! es verbessere sich die Lage, wenn diese Gaffe regulirt und gepflastert werde, was nur 3"b fl. koste. Der Eek-tionsantrag sei der einzig praktische ill diesem Falle. Herr Lobenwein sagt, daß in der Blumen-gaffe das Gesäll fünfundvierzig Schuh betrage. Eine Gefahr der Ueberfchwemmung drohe um so weniger, als ja die Gaffe regulirt werde und ein gleichmäßiges Gesälle erhalte. ^ Herr Dr. Lorber spricht gegen den Antrag des Herrn W!ax Baron Rast. Ein Kanal mi'iffe gebaut werden, sonst leide das Haus des Herrn Herzog durch das Waffer. Abgesehen von den Kosten würden die Verhandlungen zu lange dauern, bis der andere Kanal zur Aussührung käme. Ein Kanal durch die Blumengasse sei wohlfeiler. Eine Theilung des Waffers sei eine Nothwendigkeit und empfehle sich deßhalb der Sektionsantrag. Herr Max Baron Rast vertheidigt seinen Antrag und macht besonders aufmerksam auf die Schwierigkeit, die Blumengasse im Winter zu reinigen und auf das steile Gefalle von der Reichsstraße zur Blumengaffe. Der Herr Bürgermeister kann sich's nicht verhehlen, daß viel Waffer zusammenfließen werde; allein er milffe doch der Sektion beistimmen. Die Bausektion sei das maßgebende Organ und verdiene namentlich das Gutachten des Herrn Hartmann volle Beachtung; da ein Kanal neben der'Eisenbahn die ganze Waffer-menge nich t aufnehmen könne, so müsse dieselbe nach zwei Richtungen hin getheilt werden. Nach dem Antrage des Herrn Max Baron Rast beliefen sich die Kosten auf 4000 fl. und doch hätte nlan nicht einmal die Gewißheit der Wasserableitung. Herr Johann Girstmayr erinnert, daß da? Waffer früher von den Maiergründen viel stärker herabgeronnen sei, als jetzt. Die Bürgerstraße schließe jetzt vollkommen ab, und das Waffer fließe gegen die Eisenbahn zu. Werde vom Projekt der Sektion abgegangen, so erwachsen ungeheuere Kosten. Der Sektionsantrag wird angenommen. — Herr Dr. Lorber berichtet über die Veräußerung der entbehrlichen Feuerspritzen und wird nach seinem Antrage beschlossen: Es sind die überzähligen drei städtischen Feuerspritzen in öffelltlicher Lizitation auch unter dem Schätz-werthe gegen billige Bedingniffe ohne Haftung der Gemeinde zu veräußern — die Lizitation wird bekannt gemacht — die Gemeindell sind davon besonders zu verständigen — es sollen die Spritzell vor oder bei der Lizitation probir werdeil. — Die Rechnung über die Bauherstellungen iln Stadtparke — 842 fl. 47 kr. — werden nach deln Berichte und Antrage des Herrn Dr. Lorber genehmigt. — Frau Franziska Schmieriliaul ersucht uln pachtlveise Ueberlaffung des städtischen Ackers bei der Franz-Joseph-Kaserne gegen eine Zahlung voll 34 fl. Der Antrag des Berichterstatters Herrn Dr. Lorber, diesein Gesuche zu elltsprechen, wird zum Beschlllß erhoben. Der Herr Bürgermeister brillgt zllr Kennt-niß, daß der ^^andtag für die Mädchell-Volks-und Bürgerschule in Marburg einen Beitrag von 150" fl. zur Beschaffung von Lehnnittel und der ersten Einrichtnllg bewilligt habe. (Vorschußkasse in Jahring ) Der Vorschußkassa-Verein in Jahring, registrirte Genoffenschaft lnit unbeschränkter Haftung, zählte Ende April d. I. 58 Mitglieder. Die SllMlne der Einnahlnen im Laufe d. I. beträgt 39,239 fl. — illn nahezu 12,000 fl. lnehr als iln ganzen letzteil Jahre. An Vorschüssen nahlnen Heuer die Mitglieder in 121 Pesten zllsallllllen31.060 fl. - uln nahezu 4000 fl. mehr als iln vorigen Jahre. (Sparkasse.) Im April wllrden von 531 Parteien 1.42.213 fl. 8 kr. eingelegt und von 660 Parteien 152.298 fl. 29 kr. heraus, genolllillen. Gegen Hl)pothek lvurdell 9 Darlehen — 18.800 fl. — ausgezahlt, gegen Faust' Pfänder e Darlehen — 8845 fl. — Die eskolnp-tirten 62 Wechsel betrugen 53.898 fl. 82 kr. (Gewerbe.) In verflosseilen Monat wllrden bei der hiesigen Bezirkshauptlnmlllschaft folgellde Gelverbe angelneldet: Mehlhmldel in Unter-Kötsch, Siinoll Rober — Bäckerei in Ullter-Kötsch, Franz Kostainschek — Schuhmacherei in St. Leonhardt, V. Redelko—Mauth-lnühle in Gruschau. Gasthäuser wurden eröffnet in: Maria-Rast, Jobann Cekada —HoS-llitsch, Antoll Sattler — Loka, Johann Lede^ llik — Ober-Burgstall, Alois Versitsch St in W. B., Maria Zaff — Maria-Rast, Stephan Vukonik — Zlnolllik, A. Ossiln. (Durch einen Bajonnetstich verwundet.) Zu St. Georgen an der Staillz es neulich eine Schlägerei ullter Zechbrü-l, welche mit der Verhaftung des ärgsten Raufboldes — Alois M. eines gerichtsbekannten Diebes — elldete. Da M. sich dem begleiteildeli Gensdarm thätlich widersetzte, so war dieser genöthigt, von seiner Waffe Gebrauch zu lna-chen und verwundete denselben durch einen Bajonnetstich in den Oberschenkel. (Schlachtlnaske.) Der Fleischer Frallz Kallllnerer in Cilli — ein geborner Marburger — bediellt sich bei seinen Schlachtullgen bereits der Schlachtlnaske und erweist sich dieses Verfahren als sehr praktisch. (Evangelische Gelneinde.) Dollnerü-tag den 6. Mai — Christi Hilnlnelfahrt — Vormittag 10 Uhr wird in der hiesigen evangelischen Kirche von Pfarrer Dr. Kolatfchek an zwei Knaben die Konstrlnatioil in feierlicher Weise vollzogen. (B ezir kstu rn ell.) Aus deln letzten Turnertag in Graz Juni 1874 ist bekanlltlich der Beschluß gefaßt worden, daß sich die Vereine in Gruppen eintheilen und jährlich all »^ineln bestilnmten Ort ein Bezirksturnen abhalten sollen. Die Vereine in Marburg, Pettau, Frie-dau und Cilli haben sich nun für Windisch-Feistritz entschieden und wird das Bezirkstllrnell dort am 27. Mai stattsiilden. (Veteranenfest.) Allfangs Jlllli soll in Gams bei Marburg ein Veteranellfest abgehalten werden. Letzte Post. I» Graz soll eine große Anzahl Ttu« deuten relegirt werden. Ein englisches Bankhaus erklärt, die Veft-Temliner Bahn auf TtaatSkosten bauen zu Vollen. Das preußische Abaeordnetenhaus hat oen Gesetzentwurf, betreffend die Rechte alt-katholischer Gemeinden am Kirchenvermögen in zweiter Lesung angenommen. Die Landsgemeinde von Uri hat die Gesammtreviston der KantonSverfassang beschloffen. Dank, Anempfehlung ».Warnung. Nachdem ich eilleln hochgeehrten?.?.Pul' liklMl ftr die so zahlreiche uild freilndliche Be-theiligllng an der Eröffmulg des seit 1. '^!ai l. I. in lneine Regie übergegangeneil Herril Gschaider'schen vorlllals Felder'scheil Gasthaus-Geschäftes in Proßeg mn 2. Mai l. I. lneinen achtungsvollen Dank hielnit au-bspreche, erlaude ich mir gleichzeitig lllich einelnhochgecbiten?.I. Pllbllkllln zuln fernerell steten Wohlivotlen lind geneigten Zilspruche besteils anzneiuvsehleil, indeln ich alle llieine Kräfte aufzlldieten deiniiht sein werde, die gerechten Wilnsche lileiner l)och-zllverehrenden ?. 1'. Gäste iil jeder Hillsicht auf das genaneste zu erfüllen. (461 Hinsichtlich der unterbliel^enell, auf den Mai angekündigt gewesene,l Concert-Soiree der TheaterÄtusikkapelle erlaube ich lnir vielmals llm ElltschnldiglUlg zn bitten, da es lllir bei dem Ulllstande, als mir Herr Vartelt sen. trotz zlwerläßigen Versprechens erst mn Mai Vov-lnittags lmch 11 lll)r bekannt gegeden, die ail-geklnldigte Coilcert-Soiree angelilich lvegen plötzlicher Erkrankung eines Ntitgliedes der Tl)eater-Mttsikkapelle, ilicht alUlalteil zu könileil^ trotz vielfacher persmllicher Verwendililg nicht lnöglich lvar, für diesen Tag eine Musik aufzubringen. Allen llleillell Herren hie und da Mllsik benötl)igellden Geschästs-.^^oUegen lnöge aber zur frellndlichen Warilung dienen, anch dell bestilnlntesten Zllsichernngeil des Herrn Bartelt sell. llickt zn trauen, ltln nicht^eineln ähnlicheil höchst llnangehlneil Aufsitzer zum Opfer zu falleil. Proßeg äln 4. Mai 1875. Hochachtungsvoll Joh. Gollvv. Eingesandt. Der hiesige k. k. Oberpostverwalter, Herr Moriz Goppold, ist seit mehreren Tagen an einer Lungenentzündung schwer erkrankt. An die (453 Tttmfremöe Marbtttgs! Der gefertigte Lurnrath wendet sich Namens deS Marburger Turnvereines an alle Freunde des Turnens mit der Bitte, dem Vereine auch im laufenden Jahre als unterstützende Mitglieder beitreten zu wollen. Der Jahresbeitrag lst statutengemäß 2 sl. — Bl^itrittserklärun,ien nimmt aus Gefälligkeit Herr Buchdruckereibesitzer Ed. JanschiK entgegen. Marburg am 1. Mai 1875. Der Tmmttth. Im (413 ZLÜnäev 3ieli Zegsn^ärtlZ tolgenäo (^eträulio im ^u3Leiiaiil!S: 1874vr KoloZor . . . a Icr. 32 pr. ^«.ss 1873er kotk>vvin v. OovoditZ! „ 40 „ 1872er 1okannv8bsi'g0l' . . „ 4ö „ l874er I.uttvnbvngvl' . . „ 5k „ 1868er 8taclttivrgor . . . „ L0 „ ^ie aueli verseliieäkne Oattuvßen l^lagvksn-^oinv clen massigsten ?l'eiseQ. I^'eruers ^irä äaselbst auet» ein Aut ad-gele^eues Köti'svkvZ MriLnbivr a icr. 2S >r. ^lass auLjzeseliälllct. giitigew ^u8pruo1i6 laäet Iiöüiell ein Lastvsirtk. Nr. 3075. 470 Kundmachung. Vom Stlidtrathe Marburg wird hiemit zur allgemeinen Ktnntniß gebracht, daß die Ausfubr der Fökalmassm sowohl auS den Fasselopparats« ols auch aus den Senkgruben, srrner die Vtt-führung allen Hau^- und Gasstnkth'ichts an den btstbietknden Unternehmer Hcrrn Jobann Fluchrr gegen Kaution üb rtragen morden sei. Herr Johann Flucher ist verpflichtet, die Räuuiung der Ft'sielapparate und der Senkgruben in allen Häusern in der Stadt uud in cUrn Vorstädten von Marburg auf Verlangen der HauSeigenthiimer und zwar bei Fafselappa-raten so oft die Fasseln voll sind, und bei Senk-gruben binnen 6 Tagen von der geschehenen RaumungS'Anzeigf geilen eine Entlohnung von lieben Kreuzst ö. W. pr. n. ö. Eimer klattelos zu brsorgcn. und den Haus- und Gafsen-Kehricht an jtdtm Mittwoch und Samstag sowie auch vm Vorabende eineS Feier- oder FcfttagS gegen Ueberlaffung dcS KehricdtS zu verfiihrcn. Jedem HauSeigenthümer ist eS jrdoch frei-gkstcUt, dle in seinem Hausraume erzeugten Fö-lalMt.ssen Uld den HauSkehricht zur Dünge»--Erzeuguna für sich beliebig zu verwenden und die Bersührung durch andere Unternehmer besorgen zu lassen. Durch dilsr, zu Vorbeugung allsalliger Verlegenheiten getrosfcne Maßregel w>rd an den Bestimmungen der StadtsäuberungS-Ordnung v. 30. August 1872 Z. 2674 nichts g.äudert. Marburg am Z9. April 187S. Der Bür^erm'lster: Dr. M. Reiser. vankgagung. I Mr äas ^adlrsiebv (Zslsits 6ss Ilsrrn > ?ur loteten 1iu!iest.ätts ssKeu vir allsn li'rvun- m ävv iillöl VskavntvQ dismit unssrvli iQuixstsu I Daalc. (463 I Vis trsuvruü LiutvrdUvbsueu. I Gartkll-ErWmig „»I» Ä«r Vkow«." Gefertigter erlaubt sich einem gtcl»rtcn Publikum ergtbenst anzuzeigen, daß sein Garten von heute an wiet^er eröffnet ist und empfiehlt sich Mit guten echten Getränken und geschmackvoller Küche. Auch sind täglich Krebsen zu haben. Um recht zalzlre chen Besuch höflichst bittend zeichnet sich achtungsvoll Franz Mullctz jun. Edikt. "" Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg llnkeS Drauufer wird hiermit bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Frau Maria Freiin von Gall durch den Vertreter Herrn Dr. Kranz Radey, k. k. Notar in Marburg, in die freiwillige Versteigerung der ihr gehörigen Weingartenrealität in Koschat Nrl>. Nr. 95 SÄ Schleinitz, tiestehend aus den frülzeren Grund, buchskörpern Urb. Nr. 9t'/4 u. 95, Berg Nr. b0 u. 53 SÄ Schleinitz, Berg Nr. S44 aä Mahrenberg und Berg Nr. 724 aä Straß, sammt suväus ivstructus und da-bei befindlichen Fahrnissen, gewilliget und liiezu die Feil-tiietungS'Tagsotzung auf den 18. Mai l875 Vormittag ll) Uhr au Ort und Stelle der Realität in Koschat festgesetzt worden. Diese Realktät bildet ein arrondirteS Ganze, liegt in der Nähe der Stadt Marburg, hat eine angenehme Lage, ein schönes Herrenhaus, für einen Sommeraufenthalt de-sonders geeignet, mit großem geräumigen Keller, eine Winzerei in gutemBanzustande; besteht nach dem Kataster au» 7 Joch lül.1'8 Qtl. Weingarten, 1 Joch 894'5 Okl. Weide theilweise mit Obst, 28S b Qtt. Acker, S52'8 Qkl. Wiese uno 90 7 Qkl. Bauarea, und wird um d00V fl. ausgerufen. Die LizitationSbedingnifse können in der dieSgerichtl. Kanzlei oder bei Herrn Dr. Franz Rade»), t. t. Notar in Marburg täglich eingesehen werden, und es wird bemerkt, daß den auf der Realität versicherten Gläubigern ihr Pfandrecht ohne Rücksicht auf den VertaufSpreiS vorbe-halten bleibt. K. k. BezirtSgericht Marbnrg l. D., 11. März 187 b. ivird von 6 Uhr ^,ruh und durch den ganzen Tag frisch gekocht dem 1. Publikum im Gasthause Burg Maierhof in bester Qua-litä' vergib!eichi. (440 vÄiii»« » kvtitSUI'SlwN. Donnkrstag den 6. Mai 1875 ooKeLRr-tsoiRLL der Südbahuwerkstälten-ZtluMkapelle unter persönlicher Leitung ihre» jkapellmeister» Herrn 474) Joh. Haudl. Anfang 7 Uhr. Enlree 20 kr. Ilinöral^Z^ssör kplseNsr empLvdlt (415 ^Ivi8 Kuitlltlvtit, Mckui'^. Vermiethung. Im Eckhause der Burg^ und Herrengasse Nr. 136 vis>a-vi3 dem Hotel Erzherzo^l Johann, tvird der ganze ebenerdige Trakt sofort vermiethet. Mit Rücksicht aus den frcqurnten Posten dürften sich die Lokalitäten siir einen Geschäftsmann eignen. (465 Anfrage daseltist im 1. Stock. Edikt. "" Vom t. k. Bezirksgerichte Marburg l. D. U. wird bekannt gemacht, daß ülier Ansuchen der Frau Maria Zelzer, Grundbesitzerin in RupperSbach, die freiwillige stiickweise Versteigerung der dersetben getjörigen Realität Urb. Nr. 292 aä Gutenhaag um die bei der Feilbietung durch Schätzlente zu ermittelnden AuSrusSpreise für die einzelnen Grundtomplexe bewilliget und hiezu die Tag. sntzung auf den Ii». Mai 187S Vormittags S Nhr an Ort und Stelle der Realität in Rupperßbach anberaumt wurde. Hiezu werden Kauflustige mit dem Bemerten einge. laden, daß von den AuSrufSpreisen der einzelnen Grund-kompleze 10°/o Vadium iu Baarem, Sparkassebücheln oder nach Uebereinkommen auch anderen Effekten zu Gerichts-Händen zn erlegen sind, daß ferner die iibrigen LizitationS-bedingnisse Hiergerichts eingesehen werden können und daß. weil die Feilbietung auf freiwilliges Ansuchen der Eigen« thümerin erfolgt, den auf der Realität verchsierten Glau-bigern ihr Pfandrecht ohne Riicksicht auf den Verkaufspreis vorbehalten blelbt. K. k. Bezirksgericht Marburg l. D., 27. April 1875. Donnerstag den 6. Mai 1875: im Hschaiderfiof von der Jarioger Musikkapelle nnter persönlicher Leitung de« Herrn Kapellmeisters F. Pollak. Um gütigen zahlreichen Besuch bittet achtungsvoll 460) 2 neue Neutitscheiner Wägen sind bei Herrn Johann Pucher zu verkaufen. (464 Usl'bmxei' kminplediiiil!. 8tanit äsi' Kvillvintagon <^^0 am 30. ^pr!I 1875: Oo. Ll. 147 8S7^„S2. Drei eingerichtete gaffenseitige Zimmer im 1. Stocke sind in der Akagdalena-Vorstadt Nr. 18 zu vermiethen. (462 Dampf-u. Wannenbad in drr Kürnlurr-Voriladl (21s täglich von 7 Uhr Früh bis 7 Uhr AbmdS' Alois Schmiederer. llörrsMßiäkr 8olill unl! svitlst gvai'lieitvt empiiedit clag 6e8 (459 jt. 8el>eilll i« Hilrlxirz. I lHoävll! M äer G Z Vaiipntilijeli 5 » ' ÄerrenAksss » I empLelilt äem ?. I. ?udli!cum Fr0886 I ^ ^usvvivlil iu llamon- unä Xmävi'-^iSion, 5 > ausgeputzte I^locle-Hiite in Ltroh, Last, > U livssllanr, Lpitsien eto. äeu dilligsteu I ^ litldrilcspreisen. (452 ^ Ei« möblirteS Zimmer ist in der Domgasse Nr. 91, 2. Stock, zu ver-miettikN. (457 Gutes Hcu zu haben bei Kartii» (Waithal). <439 Ein möblirtes Zimmer im 1. Stock, gafsenscitlg, ist in der Kärntn r-vorstadt Nr. 16 sogleich zu vermiethen. (473 Eine Wohnung lmt 2 Zimmern, Küche zc. ist zu vergeben. 314) C. Schraml, Mehlplatz. Verantwortliche Redaktion, Druck und Verlag von Eduard Zanjchi^ lu Ptarburg. Ü.R.St.G. Verantwortliche Redaktion, Druck und Verlag von Eduard Zanjchi^ lu Ptarburg. Ü.R.St.G.