Deutsche Macht (Irüyer „HiMer Zeitung"). •«•rill |e»ra Xaaarr«*| »»» Ichri, st I.—, Ä. . Wit ?ot»nfra»an| 1 L* HN>t Wti§ st. i-JO, st. (.<*. tXt nnitlnc Riman T h. Oalrratt n«4 tartf; »*t »ftma IDit»CT|«!**3*« cctfrr<4<*kR Rabatt. *«•»*«• nehm?« Jnlttat« fit laset DlaH alt Mntcalaa st—aafiarm»maata tat 9a» aal lallaiiVt« aa. Mtkatttaa $mrai. k. ■»mtalstralwa Herr«»». «. CartiJflaiiWa M Rrlactrat« »>l lllaitn »tt e»aa- ant ffrttrugt, in »—1J t|i Bat- aaft t—« U> »IWIW. - Kreta««tiaata »aitatt«. — VhmikttMt aKtbea ai4! iari4atW*»»t. — «lunaaM galnitaatai «i*t ttilifMttttt. ^r. 65. Cilli, Donnerstag, den 13. August 1885. X. Jahrgang. Die Reichs-Hanpt- und Residenzstadt. Wenn mir „beschränkten Provinzler" uns erlauben, ein Wort über die Metropole des Reiches, über die prachtvolle Großstadt an der Donau zu sprechen, so nimmt man uns das gewaltig übel. Als Anmassung gilt es, daß so ein Zwerglein den Rie>en Fritifirt. Wie tarn auch das äriiliche Hirn eines Alpenbewohners das Leben, die Aufgaben und Bedürfnisse, das Thu» und Treiben einer Millionenstadt richtig beurtheilen ! Wie sich ei» Blutkngelchen in einen« fernen Aederchen des Reiches die Fähigkeit zu-muthen. den Blutschlag im Herzen deS Reiches zu prüfen, und zu überwachen! Das ist rusti-cale Dünkelhaftigkeit, das wird als Neberhebung birabgekanzeli und daran wird die Lehre ge> knüpft, daß wir einfach nichts zu thun haben, als «nach Wien zu gravitiren". Wie gerne .baten wir's! Und gerade weil uns danach der Sin» steht, weil wir einer centripetalen Kraft gerne nachgeben mochten, dürfen wir manchmal dem Mittelpunkt wohl sagen, welche Wi.kung die in ihm waltenden Kräfte > uf die concentri« scheu Kreise des Reiche« ausüben. Ohne Um-schweife und uvverholen sei es gesagt: es ist zumeist »ine centrifugale. Diese Erscheinung er-füllt uns mit Sorge, denn sie ist für uns ge-radezu eine Gefahr. Wien gilt als deutsche Stadt, der allgemeinen Umgangsprache nach ist sie es auch, dem We-sen nach nicht. Der Wiener fühlt sich nicht als Deutscher, er fühlt sich als Wiener so viel und so groß, daß ihm das Zlammesbewußtsein abhan-den gekommen ist. Darum reicht auch seine Kraft kaum hin. die massenhaft zuströmmenden vielsprachigen Zuwanderer au» allen Ecken deS Reiches zu seiner Sprache zu zwingen, dem deutschen Volke assimilirt er sie nicht. Ja, noch mehr. Das nationale Bewußtsein hat in Wien emen so schwachen Boden, daß es nach wem-gen Jahren auch bei den ei igewanderlen Reichs -deutschen schwindet und.daß man nicht selten das betrübende Schauspiel erlebt, solche emge-wienert« Deutsche mit dem Uebereiser aller Re-negaten gegen die deutsch-nationale Bewegung ankämpfen zu sehen. Zur Beschönigung heißt es dann. Wien sei kosmopolitisch, es sei die Hauptstadt aller Völker des Reiches und müsse alle Rationali-täten gastlich ausnehmen, mit anderen Worten: Wien soll ein Modell deS Taast'schen ZukunslS-reiches abgeben. Nun Eure Gastfreundlichkeit, — ihr Wiener. — wollen wir nicht schmälern, bewäbrt Eure Guthmüthigkeit gegen Polaken und Slo-vaken. so lange sie Eure Gäste sind, wollen sie aber Eure Mitbürger werden, dann hört die gastfreundliche Rücksicht auf, dann müssen sie sich deutsches W ien und deutsche Sitte aneignen, dann müssen sie nicht blos Deutsch ravebrechen. sondern auch deutsch fühlen lernen — ganz so wie es die Berliner machen. Und weiter: zieht nur die Folgerungen aus Eurem Lehrsah von der ^Hauptstadt aller Völker"! Die Herren Tschechin bringen sie Euch schon allmälig bei, doch es scheint, daß Euch die Augen noch nicht ausgehe». Richt bloß eine tschechische Schule in Favorilm, in allen Bezirken müßt Ihr solche errichten, und dazu noch polnische, slooakilche, slovenische, ruthenische. ilircroatische u. s. f. mit Grazie; und nicht genug an dem: auch die Mittelschulen und die Hochichulen. der Magi« strat, dir Gerichte und Aemter müssen alleVöl-ker in ihrer Sprache bedienen. Ein ganz nette» Babilon des 19. Jahrhunderts! Endlich aber was erreicht Ihr mit Eurem Dogma ¥ Die Polen und die Tschechen und alle anderen sla> vischen Völkersplitter werbet Ihr niemals ge-winncn. Sie werden zu keiner Zeit willig Wien als Reichshauptstadt anerkennen, sie gra- Erkenntniß. Im Namen Seiner Maj. des Kaisers. D S k. k. KreiSgericht Cilli als Preßge-richt hat aus Antrag der k. k. Ltaatsanwalt-schast Cilli unter gleichzeitiger Bestätiigung der Don der Letzteren verfügten Beschlagnahme der #r. 62 der in Cilli erscheinenden periodischen Druckschrist „Deutsche Wacht" vom 0. August 1S85 gemäß S 493 St. P. O. erkannt. Der in Nr. Ö t der periodischen Druckschrift »leuiiche Wacht" vom 6. August >885 erschienene Artikel mit der Ausschrist „Slavls ije Pio-mre in Unterste» i mark," beginnend mit den Worten „In wohlgeordneten Staaten" und endigend mit den Worten „Zukunft zu versprechen," begründet den Thatbestand des Vergehens gegen die öffentlich: Ruhe und Ordnung nach § 300 Tl.-G. und «S wird t>aS Verbot der Weiler-treilung dieser Druckschrist ausgesprochen und gmiäß §. 37 des Gesetzes vom 17. December 1862 R.-G.B. N. G de 1863 die Vernildtung Ui beanständeten Artikels der mit Beschlag delegten Druckschrift, sowie die Zerstörung des LatztS verordnet. Gründe. Ter obbezeichnete Artikel erscheint seinem lillizen Inhalte nach geeignet, durch Schmähvn-AC° und Entstellungen von Thatsachen. Andere pm Hasse und zur Verachtung gegen einzelne Organe derRegierung in Beziehung auf ihre Amts-iührung aufzureizen, somit der Thatbestand des LerftehenS gegen die öffentliche Ruhe und Ord' liuug nach § 300 St.-G. zu begründen, weshalb «biges Erkenntniß zu fällen war. Cilli am V. August 1885. Vom k. k. KreiSgerichte Heinriche? Sapusek w./p. ?ie wilde Aole im harten von Schiras. Ein persische« Märchen. Feth-Ali, der Prinz von Persien, ging un-willig in seinem Garten umher. Seine Braut, di: stolze, schöne Fürstin Zaira. hatte ihm Worte gesagt, die ihm nicht gefielen; die dunklen Au-gea in dem weißen Gesicht halten ihn kalt und «orrvurstvoll angeblickt und er verlangte doch Leidenschaft, heiße, feurige Liebe, wie sie sein glühendes Herz zu geben vermochte, nicht zu-nickhallende langweilige Freundschaft. Zornig riß er die Knospen von den Centifolien. zer-drückte sie und warf sie achtlos weg. „Schon und kalt wie sie." murmelte er, .was nützt mir diese steife Pracht?" Er war bis zum spiegelklaren Bache ge-kommen, der durch den Garten floß. Am Rande wuchs ein wilder Rosenstrauch: er war voller knospen, eine aber hatte sich bereits zur Blüthe erschlossen. Entzück, beugte sich Feth-Ali zu dem leuchtenden Kelche herab. „C, wie schön bist Du, wilde Rose." rief er. .wie anmuthig Deine Blätter, wie süß Dein Tust! O, wäre Zaira wie Du, so reizend in anspruchsloser, warmer, ungezwungener Schön-hert!" Und sieht! Au» dem Kelche quoll es her-vor reit leichter Nebel, immer dichter gestaltete er sich; es schimmerte rosig, wie die weichen Blumenblätter, eS wehte goldig im Winde, und vor seinen Augen stand die reizendste Mädchen-gestalt, die er je gesehen. Sie blickte ihn an mit schelmischen braunen Augen und streckte die wei-ßen Hände nach ihm aus. „Greife mich, Prinz Feth-Ali," rief sie. neckisch davonschwebend. Er eilte ihr nach, und schon glaubte er, ihr lichtes Gewand erhäscht zu haben, da lachte sie und huschte an ihm vorüber. „Greife mich, greife mich, dann will ich Dein sein." rief sie wieder. Und er folgte ihr nach in aihemloser Hast. Schon hatten sie die königlichen Gärten ver-lassen und waren in einen wilden, romantischen Wald gekommen. Erschöpft hielt der Prinz inne. Da wandte sie »Ich um und sah ihn an — ihr« Angen glichen funkelnden Sternen, wie Feuer siel es in seine Selle, und ein unbegrenztes Ver-langen kam über ihn. das schöne, räthselhaste Wesen in seinen Armen ;u halten. „Komm', suche die Leidenschaft mit Lei-denschast!" klang es o-rheißend in sein Ohr. Wieder schwebte die Fee vor ihm h«r, und er folgte ihr mit glühender Sehnsucht im Her-zen. Immer dichter wurde der Wald, aber den-noch war eS hier zauberhaft schön. Blühende Kletterrosen umzogen die bemoosten Bäume, ihre Ranken liefen über den Boden, aber sie ritzten mit ihren Dornen den eilenden Fuß. Plötzlich kamen sie zu einem dichten Lauben-gange, der auS Rosengebüsch gebildet war. Die Fe< beugte das Haupt und winkte dem Prinzen ihr nachzufolgen. Doch überall streckten sich ihm Dornenzweige entgegen und zerstachen ihm Gesicht und Hände — er aber achtete nicht darauf. Nun wandle sie sich um und legte die Hände auf seine Augen; als sie dieselben wieder wegzog, blickte er wie geblendet in ein Meer von Glanz und Licht. Sie standen inmitten eines herrlichen Rau-meS. Oben an der Decke schwammen leichte himmelblaue und rosafarbene Wölkchen. Sttahl-ten sie diese Fülle von Licht aus o^er waren e» di« leuchtenden Rosen, welche sich an den Wänden hinaufrankten? In ihren Kelchen schim-merten unzählige Thautropfen. sie fielen zur Erde und rollten, glänzenden Perlen gleich, um-her. Kleine täferähnliche Wesen trieben ihr ne-ckischeS Spiel mit ihnen, warfen sie empor und kicherten, wenn sie zerspiangen. und sich ein duftender Sprühregen über sie ergoß. Die Königin diese» Raume» sah dem Prin-zen lächelnd in die Augen: „Gefällt e» Dir hier, Feth-Ali? Aber nun komm', wir wollen unfern Thron besteig«»!" Sie ergriff seine Hand und schwebte nach der Mitte; dort wuch» eine prächtige. nef«n-groß« Rose. Ihre grünen Blätter l'iteten wie 2 vititcrt nicht nach beut Centrum deS Reiche» und erblicken in jeder Kräftigung bessel« den eine Schädigung ihre? eigenen In-»«essen. Diese Wirkung der Decentralisaiion erlebt Wien tätlich schaudernd: in der Ge-fchästSsto^ung. in der abnehmende» Bauthätig-kett, in dem Sinken deS Fremdenverkehrs, in dem Stillleben, das die VergnügungSelavlisse» menlS. die Gast- und Kaffeehäuser führen, in der Verödung der Straßen finden sich die un-lniglichsten Zeichen deS Rückganges. Warmfüh-lende Bürger haben schon oft darauf hingewiesen. der Archivar der Stadt hat darüber eine mit statistischen Zahlen belegte Druckschrift ver-öffeutlicht, alle Zeitungen nahmen den Mund voll, das herrschende Sy em der Völterbesrie-digung mit seinen vom Mittelpunkt des Reiches, als dem sichtbaren Bollwerk der StaatSeinheit, ableitenden Tendenz«» wurde unverhüllt als schuldtragende Ursahe hingestellt. Aber der Wie-ner bleibt Wiener. Er huldigt heute noch dem-selben System. daS ihm den Boden unter den Füßen entzieht. Nur selten kommt uns darum von dort eine Kunde, die unser Herz erfreut; daß Wien die Führung deS deutschen Volkes in Oesterreich übernehmen wolle, hatten wir nie« malS erwarte», auch nicht vor den letzten Wah> len, die ein recht beschämendes Zeugniß für die politische Unreife des ziellosen Menschenconglo-merateS an der Donau abgeben. Nicht über» rascht haben uns daher die Kundgebungen auf de«i Dresdener Turnfeste, wo einzelne Wiener Turner selbstsüchtig genug waren, ihren anti« nationalen Standpunkt inmitten der nationalen Verbrüderung hervorzukehren, obwohl wir ge« rade hierin das schlimmste Zeichen nationaler Stumpfheit erblicken müssen, wenn nicht einmal die Turnerschast ein Verständniß für ihre Auf« liabe zeigt, das deutsche Stammesbewußtsein im Volke zu wecken und zu heben. Welche» Grad aber »ruß die Versumpfung erreicht haben, wenn eine Vollversammlung der Stadtväter den Instinkt für die Existenzbedin-gungen der Reichshauptstadt so gänzlich verloren hat, wie e« in der letzten vertraulichen Sitzung ves GemeinderatheS zu Tage trat. ES war der Anirag gestellt, den ehemaligen Staatsminister von Schmerling anläßlich seines achtzigsten GeburtSsestes dadurch zu ehren, daß man den Platz vor dem Justizpalaste, in welche»» er jetz» als oberster Richter d-S Reiches wirkt, Schmer-lingplay taufe. Für diesen Antrag fanden sich unter l2V Gemeinderäthen nur eilf Stimmen, «r war abgeleh»»t. Das Ergebniß war so be-schämend, daß der ofsicielle Bericht den ganze» Antrag todtschweigt und mit ihm die Mehrzahl der Wiener Blätter. Das Beschämendste aber ist die Molivirung. welche einzelne Stadtväter gaben und da hilft kein Todschweigei^ soll nicht ganz Wien zuin Miischuldigen werden. Einer der Herren meinte. Schnierling habe nichts für Stufen den Fuß hinauf zum schimmernden Blu-menthron. Bald wiegten sich beide in den dufti-gen Blätter». Die Augen deS Prinzen glitten entzückt über die märchenhafte Pracht uv» ihm her. Sie hasteten auf dem Antlitz der Rosen-königin. ES war ihm, wie im Traume. „Wie herrlich ist es bei Dir. wilde Rose und wie schön bist Du! O, laß mich imuier hier bleiben und all' meinen Kuaimer bei Dir vergessen! Der wilden Ros« schimmernden Augen ruh'en aus ihm, ihre Lippen küßten ihn, und d«r Gedanke an die Vergangenheit ging unter in der leuchtenden Gegenwart, wie die Sterne im Gluthenmeer der Sonne. Da winkte sie mit der Hand. AlSbald huschten Fledermäuse hervor und breiteten dunkle Schleier über die lichten Wolken; Johanniswürmchen schwebten gleich leuchtenden Pünktchen in der traulichen Dämmerung, und au« dem Roseug«büsch klang die Stimme der Nachtigall, bald jubelnd in unaussprechlicher Lust, bald schwermuthsvoll klagend. DaS Haupt des Prinzen neigte sich auf die Brust der wilden Rose. Er suhlte ihr Herz pochen, ihren Athen» über seine Stirn wehen, und er schaute zu ihr auf mit berauschten Sin-nen und bethörten Herzen. — »Zutsche ZV«?!." Wien gethan! Wir sind keine Verehrer des Schmerling's chen Oesterreicherlhum», aber wir sind nicht so verblendet, sei» Wirken für die EinheitSidee avzuleugnen. DaS centralrstische Oesterreich Schmerlings kannte nur eine Haupt-stadt des Reiches nicht blo», der ganzen hadS-burgschen Monarchie. und daS war Wien. Jahre-lang leistete der StaatSminister den Uigarn, Czechen und Polen den kräftigsten Widerstand, nachdem er auS dem föderalisirenden Oerober-diplom die gesammtstaatliche Februarvenassung gemacht hatte; Wien sollte al« Mittelpunkt der ganzen Monarchie zu ungeahntem Glänze er-hoben werde», und diese» selbe Wien sagt heute im Zustande deS Niedergänge»: Der Centralist hat nichts für un» gethan! Ein andere' Red-ner meinte gar: Man dürfe daS Parlament nicht verftimulen und bedürfe der Unterstützung der Regierung. Also der nackte cqnische Servilis-mu». — Und das duldet Wien? ES findet sich Niemand, der die GemeinderarhSwähler einberuft und die Herren, die also zu sprechen wagten, vor die Schranken des VolkSgerichteS fordert, damit sie durch dasselbe hinweggefegt »verden von dem Boden de« öffentlichen Leben», den sie durch ihr Auftreten besudelt haben? Niemand findet sich i Dann mag Wien auch abdiciren als Metropole des Reiches, dann ver« dient eS kein anderes Schicksal, als den Ver-fall, dann fühlen wir uns in unserem kleinen Gemeinwesen weit erhaben über diese Zuchtstätte der Gesinnungslosigkeit, dann mag sich auch Niemand wunder», daß die föderalistischen Kö-nigreiche und Länder mit Verachtung auf das »noderne Babel blicken und seine Interessen bei jeder Gelegenheit mit Füßen treten, und eS mag sich Niemand wundern, daß wir Deutsche uns eher adgestossen als angezogen fühlen. Wien hat doch einen so einfachen Standpunkt! Alle fremdsprachigen Völker des Reiches drän-gen den Schwerpunkt von Wien ab. die Re-aierung findet ihre Majorität gerade bei den Abgesandten dieser Völker; von dieser Majorität und dieser Regierung hat daher Wien nicht» GuteS zu erwarten. Die einzigen Vertreter der ReichSeinheit, einer starten, in Wien residirenden Centralgewalt sind die Deutschen, diese also ver» treten in ihren politischen Programmen die Größe und Blüthe der ReichShauptstadt, sie sind die einzige Stütz« einer gedeihlichen Zukunft Wien». Der Selbst«rhaltungstried, sollte man meinen, müsse die Wiener zwingen, sich an diese einzige Stütz« anzuklammern, sich auf Leben und Tod mit den Deutschen zu verbünden und durch die Kräftigung der Bundesgenossen sein eigenes Schicksal zu sichern. Aber Wien steckt zu tief im Sumpfe. Eigennutz, Käuflichkeit. Socialismus und wie alle die Eigenschaften moralischer Faul-niS heißen, haben zu weit um sich gefreßen, eS muß ihm noch viel, viel schlechter ergehen, bis eS zur Erkenntniß gelangt, bis Gemeinsinn und Siebenmal halten die Fledermäuse ihre Schl«ier über die lichten Wolken gebreitet. Auch jetzt herrscht« wieder das geheimnißvolle Däm> m«rlicht; Käfer schwebten leise summend umher u,»d goßen goldene Schalen voll duftenden Ro-senwassers aus. Die kühlen Tropfen thaten d«m Prinzen wohl, seine Augen schloffen sich, und er entschlief. Da träumte ihm von der stolzen Zaira, sie lag bleich und still im Garten, und der Wind spielt« mit ihren schwarzen Locken. Er sah s«inen Bater auf dem Todtenbett«, das ernste Gesicht der Diener und das Volk jam-mernd auf den Straßen. Entsetzt fuhr Feth-Ali auf. „Zaira, »»eine stolze Centifolie, mein ar-mer Vater!" Die wilde Rose hob das Haupt. „Was ist Dir, Prinz?" „Ich muß fort," rief er hastig, „ja ich »nuß fort. Die wenigen Tage sind mir wie Stunden vergangen; aber es kann sich viel in dieser Zeit ereignet haben. Mein Reich muß ich beschützen, mein verwaistes Volk »rösten. O, laß mich gehen, halte »»ich nicbt zurück! Die Pflicht ruft, und ich muß ihr folgen !" Der wilden Rose Antlitz wurde bleich ; sie stand aus, und ihre Grstalt hob sich in könig-lichem Stolze. 1885 Thatkraft wieder erwachen und sich aufbäumen gegen di« Ausbeutung durch gewissenlose Schma« rotzer. Hoff«» wir. daß «S »ich» zu spät erwache! Kundschau. DaS öffentlich« Interesse wird nahezu schließlich von den Monarchen» und Ministerzi»-sammenkünsten in Anspruch genommen, sür un» Deutsche in Oesterreich um so mehr, als wir gewöhnt sind, den Rückschlag der äußeren Ler-Hältnisse auf unsere inneren Zustände tief zu empfinden und ein großer Theil unserer «tarn-mesgenossen eine Aenderung der inneren Poli-tik nur von Kräften erwartet, welche von auße» einwirken. So verfolgten wir mit warmer X'jei'.-nähme die Berichte über di« Begegnung unsere» erhabenen Herrscherpaare? mit den deutschen Jtai» ser im Bad Gastein. Der familiäre Characier dieser Begegnung ist uns ein Zeichen der fort-dauernden Jnt»»ii»äl der beiden mächtigen deut-fche» Monarchen und spiegelt in seiner Herz-lichteit dieGesühle aufrichtiger drüderlicherFreund-schaft wieder, welch« di« Deutschen hüben uns drüben beseele». Am 25. d. M. soll unser Mori-arch auch mit dem Kaiser aller Reuffe» auf österrri-chijchem Boden, in der mährischen Bergstadt Krem-sier zusammentreffen. Der Name diese» «»ad»-chenS gemahnt unwillkürlich an das Jahr 1849 in welchem Kaiser NicolauS von Rußland »re freiheitliche Bewegung in Ungarn unterdrück». Bei der völligen Zufriedenheit, welche die Sol> ker Oesterreichs erfüllt, steht keine ähnliche Ruck-Wirkung der Kaiser-Entrevue zu erwarten; die« selbe dürfte viel»,ehr den Verhältnissen auf vn Balkanhalbinsel gelten, wenngleich die Anwesen-heil des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe un# deS ungar. Ministers Baron Orczy in Aettre» tung deS in Ostenoe weilenden ungar. Minister-Präsidenten TiSza als Anzeichen aufgefaß» wird, daß die Wechselwirkung der inneren Polin! beider Monarchien in den Kreis d«r Erörleruag einbezogen werden könnte. Die Slaven der ReichSralhSmajorilät blicken darum auf Kremüer in» füßsaurer Miene, wissen sie doch nicht, ob die Fallen Gutes oder Böse» bergen; zumal die Polen besorgen, daß Graf Taaffe nur z» dem Zwecke nach Kremsier beordert sei, uai einigt Winke über freundnachbarliche Rucksichle» in Empfang zu nehme». Wir aber erhosiea un» von dot nicht viel Gules; desto mehr Befriedigung empfinden wir über die Reise »ei auswärtigen Minister» Grafen Kalnoky nach Varzin, welche der Kaiserbegegnung vorder-geben wird. Daß die Besprechung ivmh-schasilicher Fragen das Ha lplthema der Unterhaltung unseres Ministers mit dem deutschen Reichskanzler bilde» soll, gilt alS auf gemacht und sollte eS unS bei den dekanme» ZukunftSplänen des Fürsten Bismarck wundern, wen» dabei nicht die Vorbedingungen einet „Du mußt wissen. waS Du willst. Dem Wille soll Dir nichl genommen werden." Dann wandte sie sich mit finsterer Zur, den Käfern zu. „Wer von Eu 1' hat von dem Duft der Rosen »m Garten zu Schira» genommen?" Aus dem Schwärm der versammelten Thim flog zitternd und zögernd eines hervor. „Hinab mir Dir, Du elender, ungehoch. mer Wurm, und ihr anderen thut was Ein?» Amtes ist!" Laut summend nahmen die Käfer den Missethäter in ihre Mitte und schwirrt« davon. Der Prinz umklammerte die Kniee l>n schönen Fee; sie sah ihn an, und ihre Aug«, brannten in seiner Seele. „Geliebte, Du weißt eS, ich muß gehn."1 rief er leidenschaftlich, „o. vergieb mir und »er-sprich mir. mich nicht'ganz zu verlassen. Leni mein Herz traurig ist über die Kälte der Ml»> schen, dann laß mich in Deinem Armen neue Kraft finden, von Deinen Lippen neue Freudigkeit trinken. Von Dir kam» ich nimmer lassen. Du schön«, wilde Rose!" Sie schüttelte das Haupt „Nein Du wirst mich nicht mehr sehe», aber Du sollst mich fühlen. Ich werd« laj 1885 ZollbündniffeS nicht erörtert würden. Jedenfalls können wir mit Genugthuung darauf verweisen, daß die von unserer Partei verlangte wirth-schasiliche Stellung zu Deutschland der Gegen» stand ernster Erwägungen der leitenden Staat», männer bildet und so au» den» Stadium de» Progr tinmpunktes einer Partei in das politi« scher Verwirklichung tritt. All» gesunden Refor-«en in Oesterreich entstammen überhaupt den Teutschen, nur verstehen dieselben ihre iutellec-tlltlle Ueberlegenheit nicht taktisch auszunützen. In letzter Stunde bestättigt sich auch die Nachricht, daß der deutsche Kaiscr mit dem Car zusammentrifft und also auch daSJahr 1885eine com-dinirt« Treikaiserzusammenkunft aufjuweisen hat. .Narodni Listi" lockten also etwas zu früh froh. In Bezug auf das Varteileben liegt au» den jüngsten Tagen nur eine Meldung von Bedeutung vor. Der kärntnerische Abg. Herr Dr. Ltto Steinwender, welcher sich durch sein besonnene« und entschiedene» Auftreten schon auf der Abgeordnetenconferenz vom 21. Juni d. I. eine geachtete Stellung innerhalb der Partei zu erringen wußte, sprach am 5. d. Monate« vor seinen Wählern über du künftige Parteistellung. Der Vertreter des Villacher Ilädtebezirkes legte dieSchwierigkeiten dar, wclche einer solchen Bildung der Partei entgegenstehen. »sb die gesammte deutsche Opposition den Na-«en und auch da« Programm des projectirten ^Deutschen Club", und zwar letzteres vollin-ha!tl»ch acceptiere. Trotzdem aber ein die ge-lammt.' Opposition umfassender nationaler „Deut-scher Club" kaum zu Stande kommen dürfte, »ill Abgeordneter Stemmender die einheitliche Erstattung der Opposition nicht ausgeben. Er tritt dafür ein, daß sich alle Schattierungen der-selben zu einem einheitlichen Clubverbande orga-msiren, verlangt jedoch, daß der „Deutsche Club" i»a«hald dieser Organisation als eigener Un* tnverband bestehe. Soferne der „Deutsche Club" innerhalb dieser Parteiorganisation seine selbst-ständige Aclionsfreiheit wahrt und nicht etwa ein willenloser Nachtrad der übrigen Fractionen km der milderen Tonart wird, soferne er nicht einen Conventikel innerhalb dc» Clubs, sondern men unabhängigen Club innerhalb der Partei bilde» und mit dieser nur durch ein von Fall l» Fall sunctionirende» Organ zusammenhän-«ln soll, stimmen wir den Ausführungen de» Abgeordneten bei. Kleine Höromk. sD e u t s ch-n a t i o n a l e Versa mm-lang.] Aus Kaaden (Böhmen) wird unterm S. d. hierhertelegraphirt: Die Wanderversamm-luvg des Wiener deutsch-nationalen Vereine» «ar von üter 1000 Personen besuch». Abgeord-Mi« Schönerer schon bei seinem Eintreffen mit Polzer, Krautmann und Langgassner aufs fest- „putscht ZSacht. lichste begrüßt, fand bei seiner Rede stürmischen Beifall, ebenso di« genannt-n mitgekommenen VereinSmitglieder. Die Versammlung gewann schließlich den Charakter eine» in der Gesinnung einmüthigen unverfälschen deutsch »nationalen Parteitage». [Von einer anmuthigen F a -m i l i e n s c e n es berichtet der Correspondent der „Daily New»" aus Andermatt. Zeit: der Morgen de» 30. Juli; Ort: ein kleine» Schwei-zerHaus inAndermatt, I>000 Fuß über demMeeres-spiegel mitten in den Bergen gelegen; etwa» unterhalb liegt der St. Gotthard-Tunnel. Ein rauschen-er Gießbach fließt mitten durch die Besitzung, eine ^ine Steindrücke springt über da» Gewässer, luf der einen Seite wirft ein hoher Felsen sei» neu Schatten über die saftig grünen, kurzgescho-renen Matten, und ringsum leuchtet und fluthet da« Sonnengold über die malerisch verstreut iegenden alten Häuschen und über die holprige Straße. Auf dem erwähnten schattigen Fleck« chen an der Straßenseite ha« sich eine Fa-milie zu einem reizenden Bilde gruppirt. Da ind drei allerliebste junge Mädchen in ein-achen blauen Kleidern und mit Strohhüten eisriast bei der Arbeit, auf Plaid» aus dem Ra-!en sitzend und in ihre Scizzenvücher zeichnend. Da ist eine ältere, eleganter gekleidete Dame, zwei Stühle neben und eine Staffel« vor sich, an kinem Oelbilde malend. Daneben steht ein Herr mit großem Strohhur und stattlichem Bart, der mit zärtlicher Ausmertsamkeit die Gruppe über» blickt und der Dame kleine Handleistungen thut. In geringer Entfernung steht ein Herr, ver ei» prächtiges Windspiel an der Leine hält. Last-wagen und Equipagen ziehen de» Weges, Ku-tscher knallen mit den Peitschen, aber Niemand blickt von der Arbeit auf; sie sind so vertieft in ihre Skizzen. Touristen kommen und gehen und passiren die kleine Steinbrücke, aber Keines von der Familie da unten scheint davon Notiz zu nehmen. Uud doch giebt eS in ganz England nur Wenige, die nicht den Wunsch hegten, einen Blick auf diese Familienscene werfen zu können: denn der Herr im Strohhut ist der deutsche Krön-prinz. der dereinstige Kaiser, die malende Dame ist die Kronprinzessin und die jungen Mädchen, die da im Grase sitzen sind die Enkelkinder der b'iden mächtigsten Monarchen Europas. [Der südslavische Theaterzugs deffen pitvitbles Fiasco wir schon vor acht Tagen melde«en. sollte dennoch mit aller Kraft-anstrengung zusammengepeitscht werden. E» hieß auch, daß er dennoch abgehen werd«; nun eben da der Tag der Abreis« vor der Thüre steh:, sieht man sich doch gezwungen, einzugestehen. daß er wegen Mangel an Theilnahme zu Hause bleibt. Wie soll sich auch ein Slovene auf einem Eisenbahnzug zurecht finden, so lange die Auf-schriften der Südbahn nur für Herren und für Frauen verständlich sind. Ja, die Südbahn, mit imd Nacht um Dich sein, denn Dein Herz ist in meiner Macht. Ich bin der Dämon Deines Lebens Er barg schluchzend sein Antlitz in ihren Schoß. „komm, komm'," drängle sie Du sollst Deine» Willen haben, die Pflicht ruft!" jD. sei nicht grausam," bat er wieder, „versprich' mir. daß ich Dich noch einmal sehen dars. nur noch einmal in meinem Leben!" 1 „Nun so sei es, Dein Wunsch soll erfüllt «erden. Der wilde Rosenstrauch in Deinem Gar-im wird verdorren, aber wenn er wieder Blätter treibt, dann ist die Zeit nahe, daß Du muh sehen sollst. Doch ich komme dann, um Dir Dein Herzblut zu nehmen." Sie küßte ihn zum letzten Male, und ihn »ergingen die Sinn« vor Schmerz und Wonne. SU « wieder zu sich kam, blickte er verwun-dert um sich, denn er sah vor sich die Thürme cou Schiras im Abendroth glänzen. Er zog de» Mantel dichter um sich und schritt rüstig der Etadt zu. Don gingen die Leute mit de-trübten Gesichtern umher Er fragte einen alten SRairn nach der Ursache. „Ach Herr," seufzte dieser, „unserm Lande geht es gar schlecht. Weißt Du denn nicht, daß unser guter König gestorben und nun grimmer Streit um die Trohnfolge ist? Ja, wenn der Prinz noch lebte, da wäre Friede im Lande geblieben; aber er ist verschollen und niemand weiß von ihm." Feth-Ali etschrack und ging weiter, den königlichen Gärten zu; «r mußte zu d«nselb«n einen geheimen Eingang. Hier standen die Cen-tifolien und dunkelblättrigen Rosen in voller Blüthen doch der wilde Rosenstrauch am Waffer hatte keine Knospen, seine Blätter singen an zu welken. Und siehe, unter jenen Cenlifolienstrauch lag die stolze Zaira. wie er sie im Tranme ge» sehen, ihr blaffes Gesicht schien noch bleicher, und der Abendwind spielte mit ihren dunklen Locken. Sein Herz wurde tief bewegt, denn sie sah traurig und leidend aus. „Zaira," rief er, „weine nicht, ich bin da. um Dich zu trösten. Sie fuhr aus und sah ihn erschrocken an. Er kniete vor ihr nieder. „Haira. vergib mir!" Sie zog den Schleier über ihr erröthetes Antlitz. „So bist Du endlich gekommen, Feth-Ali! O, e» war nicht recht von Dir, daß Du uns sieben lange Jahre allein ließest und uns keine Nachricht von Dir gabst. Wir glaubten Dich todt." 3 ihrer deutschen Uncultur verscheucht sich di« r«n» tabelsten Vergnügung»züge. ^Merkwürdige Gesch äst » « mpf«h» l u n g.] Wie «in slovenisch«» Blatt berichtet, hat die k. k. Direction der Staa»sbahnen mit-telst Umlausschreibe i vom 5. April d. I. allen Beamten und Dienern die VersicherungSgesell« schast „Slavia" (Hauptsitz Prag) zum Zwecke der Lebensversicherung angelegentlich empfohlen. Es scheint uns denn doch über den Rahmen des der genannten k. k. Direction zustehende» Wir» kungskreises hinauszureichen, wenn dieselbe viel-leicht zum Schaden anderer, ungleich defferer VersicheruligSgesellschafUn für di« „Slavia" Pro-paganda mach«, deren Lebensversicherung«^-schatte durchaus nicht zu d-n anerkennenswerthen Leistungen auf diesem Gebiete gezählt w«den können und vielfach übel kritisirt werden. Die Bank „Slavia" ist ein auf flavisch-nationaler Basis gegründete» Geschäft, und von ihren Agen-ten wird vielfach als von slavischen Hanptagi» tatoren gesprochen. Sollten etwa die» die Gründe zur Empfehlung s«in? [P o I i z e i w i 11 k ii h r.] Bei der Ent» hüllung de« Kaiser JosesdenkmaleS in Tetschen. welcher auch die Abgeordneten Knotz und Strache beiwohnten, unterbrach der anwesende Regirungs-commissar einen Redner, als er nur leise unsere inneren Zustände berührte und wollte ihn nicht weitersprechen laffen. Es bedurft« der energischen Intervention Strache'», um den Commiffär klar zu machen, daß er wohl das Recht habe, die Versammlung zu schließen, nicht aber eine Rede abzuschneiden. [Ein Tourist verunglückt.) Wieder erfahren wir die Schreckenskunde von dem Absturz eines kühnen Bergsteiger». Herr Dr. Emil Szigmondi aus Wien, der nebst seinem Bruder Otto den Ruf genoß, der beste Berg-steig« Wien» zu sein, stürzte am 6. d. M. in den französischen Alpen a*> und büßte srin L«b«n «in. Er glitt auf dem Gletscher aus, wurde von seinen Kameraden zwar au» Seil gehalten, die-se« jedo t riß und d« junge Mann stürzte in eine Tirse von 700 Meter. Weitere Detail» über daS Ereigniß sehlen noch; dasselbe macht um so größeres Aufsehen, als Dr. Szigmondi erst vor wenigen Wochen ein Werk übtr di« „Gefahren in den Alpen" veröffentlicht«. [Selbstmord.] Der städitsche Cassier in Laibach. Herr Hengthaler wurde vorgestern erhenkt aufgefunden ; eine Scontrirung der Caff« soll über die Motive der That Aufklärung geben. lEine rührende Anhänglich-t e i tj an ihr Heim und ihre Jungen zeigten bei dem letzten Brande in der Blumenstraße in München einige Tauben, welche in einem an einem Nebengebäude angebrachten Taubenkogel sich befanden und trotz der enormen Hitze und des Rauches diesen nicht verließen. Der Kobel wurde übrigen«, als man di« Tauben bemerkt«. ES war ihm wie im Traum. „sieben Jahre, Zaira, sieben Jahr«, sagst Du?" „Ja. und e» waren Jahre voll Kumm«r und Lrid. Aber nun soll ja alles vergessen sein!" Und sie ließ es geschehen, daß er ihre Hände küßte. — Das Volk war glücklich über den wieder-gefundenen Prinzen; alle Streitigkeiten hatten nun ein Ende, denn er wurde König. Seine Vermählung mit Zaira geschah mit großer Pracht. Da« Volk liebte Beide: Zaira war voll echt königlicher Würde und dabei sreundlich und herablaffend. Der König dacht« nur daran, sein Volk zu beg'ücken; er hörte aus die Bitte eine« Jeden, und gönnte sich selbst wenig Ruhe und Erholung. „Wie bleich er aussieht!" sagten die Leute, wenn er sich vor ihnen sehen ließ. Sie wußten ja nicht, was an seinem Lebensmark« zehrte, auch die Aerzte nicht, die bedenklich mit den Kops schüttelten. Oft sprang der König von seiner Arbeit auf, seine Hände zitierten, seine Augen blickten wie ver» zweifelt umher und Spielleute mußten kommen und ihm laute, lustige Lieder vortragen. Sie sollten die Unruhe seine» Herzen» betäuben, die leidenschaft-lichen Wort«: „Ich bin der Dämon Deine» Lebens!" — 4 mehrmals bespritzt, um so den armen Thüren einige Kühlung zu bringen. [In Zachen der Crinoline] Die „Berliner Wespen" schreibe» : „Der „Deutsche Verein" in Mainz beschwört d'e deutschen Frauen der Cnnoline die Häuser zu verschließen. Werden Worte erwa« nutzen? Wir fürchte» : Nein Der Deutsche Verein versuche e» einmal mit der That, indem er unseren guten Rath befolgt, der allerdings, wie jeder andere gute Rath, theuer ist. Jede Damen»,ode findet dann ihr Ende, wenn sich das weibliche Geschlecht vom Dienstmädchen abwärts ihrer bemächtigt. Der Deutsche Ver»in sänge also mit dem Ende an, iildeni er etwa eine Million Crinolinen unter die Dienstmädchen vertheil». Der Effect wird ein überraschender sei». Plötzlich werden unsere Damen finden, daß Sie Crinoline eil,gütlich geschmacklos, plunip und gemein aussteht und die Gestalt verunziert. Ein Aufruf sind Worte. Worte machen die Damen nur zur Opposition geneigt und der Deutsche Verein wird keine an-dere Antwort erhalten, als das bekannte weid-liche: „Nun gerade!" [Die Leiche des verstorbenen Generals Granl] lag in Albany bis Mittwoch Mittag aufgebahrt. Einer unge-fähren Schätzung »ach haben während der Zeit, wo die Leiche aufgebahrt lag, 100.000 Fremde Albany besucht. Die Leiche verließ Albany kurz nach 12 Ubr und lan,te in New-York um 5 Uhr an. An jeder Station, welch? der schwarz draptne Babnzug mit der Leiche passirte. hatten sich große Menschenmassen eingesunken, welche als Merkmal der Achtung für den Dahinge-schiedenen mit entblößtem Haupte dastan-de». Nach der Ankunft in New-York wurde die Leiche von Abtheilungen von Staatstruppen nach dem Stadthause geleitet. Die Straßen waren mit Zuschauern gefüllt und alle Kirchen-glocken läuteten, während sich der Leichenzug vom Bahnhofe nach dem Stadthaus« bewegte. [U eber die furchtbaren Stürme in N o x t> a m e x i k ö.] kommt nachsolgender ausführlicherer Bericht: Auf die ungeheuere Hitze der letzten Zeit ist eine Reihe von heftigen Regenfällen, verbunden mit ork> »artigen Stür« vlen gefolgt. Ein heftiger Oststurm setzte an, Sonntag ein und hielt auch noch am Montag an, worauf der Wind westlich ging und da» ganze Land östlich von» Mississippi vom Regen heimgesucht wurde. Die 'lbzugscanäle in Chi-cago wann nicht im Stande die Fluthen fort» zuführe», so daß sämmtliche Keller überschwemmt wurden. Tausende von Ratten wurde» ^aus ihrem Versteck gejagt und liefen auf den Stra-ßen schutzsuchend umher. Fast die ganze chine-sische Bevölkerung, deren Häuser zum größten Theil sehr tief liege», wurde ebenfalls Herausgetriebe». Aus allen Theilen des Landes kommen Berichte über den schweren Schaden, So verging ein Jahr und ein Prinz wurde geboren. Die Freude im Lande war groß, aber der König wurde immer stiller und bleicher. Einst ging er mit gesenkte», Haupt in seinem Rosen-garten umher ; da sah er an dem dürren Strauch am Ufer de« Bache» neue Blätter und er wußte nun. daß seine Zeit bald um sei. Die Blätter entfalteten sich mehr und mehr, eine Knospe trieb hervor, und der König ordnete all seine Ange-legenheilen. ES war Nacht, er befand sich auf seinem Lager und tonnte nichl Ruhe finden. Seine Stirn glühte, und seine Pulse fieberten. Der Wind pochte an die Scheiben, und in seinen Ohren klang es fort und sort: Ich bin der Dämon Deines Lebens. Er fühlte, daß die wilde Rose ihn rief, und er stand auf. küßte Zaira und ging hinunter in den Garten. Die Mond-strahlen schlüpften durch da« Rosengebüsch, sie schiinmrrlen in den belhaulen Kelchen der Centi-folien und spielten flimmernd aus den Wellen des leise dahinziehenden BacheS. „Lebt wohl, ihr stolze» Blumen, lebe wohl, meine schöne Centifolie!" und er grüßte zurück, nach dem Palaste, wo seine Gemahlin ruhte. Dann umschlang er den wilden Rosenstrauch und küßte die halberschlossene Blüthe. ..O koinm'. Du wilde Rose, mein Herze ..putsche Macht." den die Fluthen und Cyclone angerichtet haben. Die Cyclone begann in Maryland am Montag gegen 2 Uhr Nachmittags und ging dann nord-wärtS an der östlichen Grenze von Philadel-phia weiter. Sie riß Häuser und Mühlen um, vernichtete Vieh und Ernte in Maryland und Delamare und richtete den größten Schaden am Delaware-Flusse bei Philadelphia an. I» den südlichen und nördlichen Theilen von Philadel« phia wurde viel Eiaenthum beschädigt, desglei-chen in Camden aus der Newjersey-Seite. Fünf Menschen haben ihr Leben eingebüßt, sechs Per-sonen werden vermißt und etwa hundert sind mehr oder weniger schwer verwundet. Der Schaden wird ans eine halbe Million Dollars geschätzt. 600 Gebäude wurden abgedeckt und die Mauern theilwene zerstört. Eisenbahnwagen wurden von den Schienen gerissen. Bäume entwurzelt und mehrere Schiffe beschädigt. Von zwei auf dem Flusse lugenden Dampfboten wurden die oberen Theile abgehoben n»,d zer-stört, wobei leider ein Lootse sein Leben ver-lor, während aus einem anderen Dampser Pserd und Wagen durch die Gewalt des Win-de« vom Deck ins Wasser geworfen wurden. Die schrecklichen Stürme und N derschwem-mungen haben in mehreren Städten ernstliche Verwüstungen angerichtet. Namentlich sind die Vorbereitungen zu den Trauerfeierlichkeiten für General Grant zerstört. An der Küste sind mehrere Schiffe verunglückt. DaS Geschäft ist beinahe zum Stillstand gekommen. [Grüne R o s e n.j Als ein Curiosum er-zählt der „Graphic", daß gegenwärtig in der Grafschaft Suffex in England in einem Privat-garten Rosen in Blüthe standen, welche die bisher noch bei diesen Blumen unbekannte Farbe eines prachtvollen Grüns auswiesen. Diese grüne Rose hat die Größe einer wilden Rose, ist aber nichl einfach, sondern gefüllt, hat den Dust einer Ceniisolie und nnierscheidet >ich von anderen Rosen nur durch ihre ausfällige, dem grünen Sammet nicht unähnliche Farbe. [D a s F u n d a m e n t eines großen M a u s o I e u in «] ist vor Porla Salara in Rom. ungefähr dem Eingange der Villa Albani gegenüber, enldeckl worden. Die vollständige Ausgrabung wird seiner großen Ausdehnung wegen noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Man hat es mit einem Rundbau zu thun, der tief in die Erde geht und dessen Größe jene des berühmten Grabes der Cäcilia Metella auf der appischen Slraße noch übertrifft (37 Meter Durchmesser gegen 29.5 bti letzterem.) Unstreitig ist das Mausoleum, wenn es in seiner ganzen Ausdehnung so erhalten ist, wie in dem bisher aufgedeckten Theile, eines der bedeutend-sten. welches m an aus der Zeit der Republik besitzt. Was man von der äußeren Mauer bis jetzt ausgegraben hat, ist vollständig erhalten, sogar bis auf die kleinsten Zierrathen des Ge- bricht, ich kann nicht leben ohne Dich — komm' gieb mir meinen Frieden!" Und siehe, die Blüthe entfaltete sich; wieder quoll es daraus hervor wie leichter Nebel immer dichter und faßbarer — und nun stand die schöne, wilde Rose verkörpert vor ihm und streckte die weißen Arme nach ihm aus. Die Rosen -zweige schlangen sich zur lieblichsten Laub?. Wie-der ruhten sie auf weichem Blumenthron, süße Melodien umschmeichelten das Ohr; sein Haupt lag wieder an ihrer Brust, und ihre Lippen drückten sich in heißem Kusse aus die seinen. „Ich »vußte wohl, daß Dir die kalte Pflicht des Lebens nicht genug sein konnte; Dein Herz gehört der Leidenschaft, der glühenden Phan-tasie. Ich war der Dämon Deine« Lebens, der Dir nicht Ruhe ließ, der jetzt Dein Herzblut von Dir fordert." Seine halbgeschlossenen Augen blickten selig in ihr schönes Antlitz. „Jetzt hat meine Seele Frieden," sagte er, „nimm. waS Dein ist und laß mich sterben in berauschendem Kusse!" Am Morgen fand man den König todt unter dem wilden Rosenstrauch ; die Knospe war erblüht und neigt« sich welkend auf seine Brust — die letzte wilde Rose im Garten zu SchiraS! — 1885 simse«, von dem etwa 8 Meter schon freiließen. Die auf demselben vorgefundene Jn'chriH, beiderseits durch einen Pilaster begrenzt, erstreit sich in sehr großen Buchstaben ant 5 Meter rundum und docamentirt das Monument all Grabmal des Militär tribunen Luciliu« 'L^tuz und seiner Schwester Lucilia. Der Eigenthümer läßt die Ausgrabung auf eigene Kosten fort» setzen. Auf demselben Grundstück wurde» auch einige Columbarien. aber in sehr verfallenem Zustande, ausgefunden. [D i e Cholera i n M a r s e i l l e.lDie „Wr. Med. Wochenschrift" tesuutirt die Nachrichten übet das Fortschreiren der Cholera wie folgt: „Langsam hat die Cbolua Di Grenzen Spaniens überschritten, um in Mars ille wieder fen gastlichen Boden von Südsrankreich zu de-treten. Wie wenig die Marseillaisen sich die Et-fahrungen vom vorigen Jahre zu Herzen ze-nommen haben, zeigt daß w eder dieselben «te gen laut werden um das Auftreten dir Cdo-lera zu erklären; namentlich können sie es nichl abgewöhnen, die „Abfälle" aus die Slraße zu werfen, stall sür ordenlliche Abfuhr zu sorge». Unter solchen Verhältnissen darf allerdings die neuerliche Festsetzung der Seuche n.chl Wunder nehmen. Immer t ringender aber erscheint die endliche Etablirung der internalionalen 3ani> läls-Commission mit objectiver, genauer un» rechtzeiget Berichterstattung, sowie eine Elnflllß-nähme auf die sanitäre Verwaltung der sud-europäischen Seehäfen." (A u « 3 e e h a u f e ii] fAltmar!» wird gemeldet: Daß sich ein Angeklagter zur Ent« schuldigung sür sein strafwürdiges Thun am die Heilige Schrift bezieht, dürfte kaum oft vor-kommen. Der Schuhmacherlehrliug Muß. ver Schuhmachergeselle Aldrechl und der lljäbnge Knaöe Slorbeck. sämmtlich zu Berae bei Wer-den wohnhast, sind geständig, am 27. Mai d.). 24 Stück junge Staare aus den Nestern aenorn-men, gebraten und verspeist zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden des Schöffengericht», wie die Angeklagten zu ihrem strafwürdigen Thun gekommen seien, erwiderte der 16jährige Muß. daß man junge Staare ausnehmen uns verzehren dürfe, da dies in der Bibel (5 Mus. Kap. 22, VerS 6—7) geschrieben stehe, vin kam nicht die Bibel, sondern das Slrafgesa-buch in Anwendung, und so mußte jeder err jugendlichen Missethäter eine Geldstrafe von I 31. erlegen. . [(Sin Sachverständiger.^ »ftonn« Sie mir vielleicht sag'«, mein Herr, wie rate Pserdekräsle dieser Dampfhammer hal <" -„Ich weiß wirklich nicht ganz genau, lieber Herr, aber der Fuhrmann Psitzemaier in 1 wird es Ihnen ganz genau lagen können, der hat ihn hergeführt; ich meine, er hätte I: Pferde dazu gebraucht I" Locates und Wrovinciales. Cilli. 12. Augich. [Evangelischer Gottesdienst^ Sonnabend, den l5. d.. vormittag« 10 Uhr wird in der hiesigen Andreaskirche der regelmäßige Gollesdienst abgehallen, irodn Herr Pfarrer A. Knießner auf Grund bet $i» belworte« Ev. Math. 6, 24. über „G o tt ui» sein Reich — die Welt, ihre Güter und Genüsse" predigen wird. [Evangelische G e m e, n d e.] Hm Pfarrer A. Knießner tritt den 16. d. einen wöchentlichen Urlaub an Herr Pfarrer J.S--schenhoffer aus Marburg übernimmt sür d,m Zeit die Stellvertretung für event. Todten-einsegnungen. [P e r s o n a l n a ch r i ch t.] Vor einig« Tagen ist hier Herr General-Major i. S. Baumgarten sammt Familie angekommen, n» in unserer Stadt bleibenden Aufenthalt zu nehmen. [Wechsel in der Etaat«anwalt. s ch a s t.] Der für Cilli neuernannte -laatia»-walt Hr. Dr. Gertscher übernahm heute die ficitung der Staatsanwaltschaft. Die Uebergabe erfolgt-durch den in Ruhestand getretenen Amttvn> gänger. Herrn Oberlandesgerichlsralh Tnller, der seine Muße lediglich zu d em Zwecke unter-bkochen hatte, um seinen Nachfolger peyöilich 1Ö85 a die Geschäfte deS AmleS einzuführen. Wir iiff vom Maschinen-Jnspector des k. k. Hosburg-idealer«. Herrn Brelschneider. dem Baucomitv ide^eben. Die Maschinerie sunctionict vorzüg-Ich und die Einrichtung ist überhaupt sehr solit e !i»d sehr praktisch. Herr Inspektor Brelschnei-dn verdient aus'S Beste empfohlen zu werden. ^D ie R e d a ct i o n o e S „Lj u b l j a n ski L i ft" | hat zu Ehren der Kaiferzusammenkunst Ärdinal Schwarzenberg vom Tode anjerstehen Iltsseu. Sie meldet aus Gastein vom 7. August: .... Eiu wenig früher empfing der Kaiser ßatßuistl Schwarzenderg in Audienz . . . mid in einer Depesche vom 6. August: „Beim Eingang ins Hotel wartete Cardinal Schwar-staberg . . . ." (Aus der Pfarre Neukirch enj jidt uns ein Bericht zu, der von der Thätig-| Im de« dortigen Pfarrers Dr. Gregorec in na-tioialer Beziehung handelt, und leider daraus 'tließco läßt, daß dieser sein Streben, unter den Anhängern der beiden Nationalitäten Un-üiföen zu stiften, noch nicht aufgegeben hat. Lir erinnern Herrn Dr. Gregorec an sein, ver-'.tiedenrn Personen gelegentlich seiner Herkunst ^kgebenes Verspreche», Ruhe zu geben, und, i wollen hofsen. daß seine Auslassungen übe? >,de der Frau Torflmger in Uuterkötting. Uniere Feuerwehr eilte sofort »ach der Brandstätte, tonnte sich >edoch nur mehr auf die Loca'.isirung des ver-hfcrcnbeu Elementes beschränken und blieben denn auch die Nächstliegenden Gebäude verschont. Bei der Bergung der Mobili.n thaten sich besonders Herr Gastwirth Erjautz un.d ein Theil deS Personals der Kunstmühle E. A. Lutz hervor. Die (nickehungsursache des Grandes ist noch nicht ermittelt und erlitt di.' Besitzerin. trotzdem das Eebäude versichert n»at) «nen empfindlichen vchadev, da bedeutende ^rntevorräthe zu Grunde gmgen^ I sAll s g e s un d ein eL e i ch en.sIn einem Straßengraben nächst Z«jchendors wurde am 8. d. die Leiche eines etwa e»»jche Zivacht.^ hörigen erhängt 'ausgesunden. Der Leichnam befand sich bereits in Stadium sehr starker Ver-wesung. sP e r d e d i e b st a h I.] Dem Grundbesitzer Johann Achtig in Velkainvi wurden kürzlich während der Nachtzeit zwei schöne Pferde (Füchse) aus versperrtem Stalle gestohlen. Die Diebe nah-men die Richtung gegen Kroatien. [Im Schlase erdrückt.l Am 10. d. M. hat die ledige Dienstmagd Josesa Ver-gleS in Verh ihr 6 Wochen altes Kind während deS Schlafens erdrückt. sM o r d v e r l u ch.j Am 9. d. M. hat der Grundbesitzer Caspar Iahn in St. Peter bei Steindruck dem Auszügler Thomas Majcen iu daS Erdäpfelgemüse Arsen gemischt um den-selben zu vergiften. Mäjcen erbrach heftig und schwebt noch in Lebensgefahr. Literarisches. sW iener HauSfraue n-Z eit » ng.s Inhalt der Nr. 32 : Ein treuer Kamerad. Von K. Reichner. — Blicke in die Kinderwelt. Von Natalie Schohl. — Fragen und Antworten. — Correspondenz der Redaction. — Antworten der Redaction. — Für Haus und Küche. — Menü. — Plauderei über Toiletten in Curorten und Seebädern. Von S. Affiös. — Album der Poesie: Dem Dichter Adolf Fr. von Schack zum 2. Auaust 1885. Von Alfred Friedmann. Im Hasen von Lissa. Bon Felix Niew...... — Schach-Zeitung. Redigirt von Ernst Falk-beer. — Räthsel-Zeitung. Redigirt von Berta Wildhalm. — FeuerSgluth. Novelle von C. Schidich. — Feuilleton : Gräsin Anna Meran Von B. Neumann. — Eingesendet. — Inserate. — Preis halbjährig fl. 2.50. sAsrika.s Der tunkte Erdtheil im Lichte unserer Zeit. Von A. v. Schweiger-Lerchenfeld. Mit 300 Illustrationen hernorragender Künstler 18 coloririen Karten ic. (In 30 Lieferungen il 30 Kr. — 0 > Pf., auch in drei Abthei un-gen k 3 fl. = 5M. 40 Pf.) A. Hartleben'S Vorlag in Wien. Die soeben zur Ausgabe gelangten neuesten sechs Lieseruugen e Deutschen (nemSkUtarje) sind, weiß jedeS Kiilt', welches bis snnf zählen kann. Alfo überlegts Euch ein wenig, wenn Ihr Christen sein und bleiben, und Einmal ruhig sterben wollt. Mit deui anderen, den wir h-ute am Kerbholz haben, mit dem raufen wir nicht. Er ist ein Mensch, den wir überall finden, wo eine deutsche (nem-ikutarSka) Suppe gekocht wird. Gott segne den Deutschen diesen Schreier! Wenn man von einem unserer Nationalen so G'schma« ches (zmahne) erzählte, wie von ihm es die Spatzen aus den Dächpseisen, würden wir ihn schön grüßen und sagen lassen, er soll zu den Deutschen übertreten ... Er kam einmal nach spitalitsch ins Wirthshaus, wo einige Bursche saßen und „Slovene bin ich" san-gen. Er fing sie an zu messen, weil der Gesang seine norddeutsche Seele erzürnte. Die Bursche sahen endlich, wa« er für ein Vogel ist. sie packten ihn, stockprügUte» (pozokati) ihn ordenl-lich, dann aber setzten sie ihn sammt dem Knechte an die Lust. Für einen Deutschenfreund ist in Spitalitsch, dieser durch und durch nationalen Pfarre, kein Platz und kein Boden. ^olkswirtyschafttiches. Der Mttkewerv in der MettVirth-schaft. Zu den interessantesten Erscheinungen auf dem Gebiete der Weltwirtschaft gehören ohne Zweifel die seit einer Reihe von Jahren sich stetig mehrenden Anzeichen der A b n a h m e d e r „Ptntf+t ZSacht ökonomischen Machtstellung Eng» I a n d S. Neumann-Spallart. der verdienstvolle Statistiker der Weltwirthschas». bringt zum Nach, weise diese« Rückgänge« eine ganze Reihe schla-gender Daten bei, von denen wir nach dem „H. C." nur die folgenden wichtigsten an-führen: Während der gesammte Welthandel von 1874/75 bis 1885 von 54.8 auf «7,8Milliar-den Mark gestiegen ist. blieb der Außenhandel Englands auf i«),l Milliarden stehen, der An-theil Großbritannien« an dem Welthandel sank mithin in dieser verältnißmäßig kurzen Zeit von 24 auf 19'/, %, der Antheil der übrigen Län-der stieg von 7V aus 80,5 %. Da« Verhältniß hat sich 1882 eher verschlechtert als gebessert, wenigstens weist der Außenhandel Eng-land« im Jahre 1884 einen Rückgang auf 12.5 Milliarden Mark nach. Aber nicht nur der Antheil Englands an dem gesammten Welt-Handel, sondern auch derjenige an dem Außen-Handel Europa« bewert sich rückwärts. Denn auch der Gcsammtaußenhandel Europas stieg von 1874/75 auf 1882 von 39,5 auf 55,2 Milliarden Mark, der Antheil Großbritannien« sank mithin von 33,1 aus 29 %, und die con tinentalen Länder weisen in einer Zeit, in wel-cher England» Außenhandel einen vollständigen Stillstand zeigt, einen Zuwach» von 5.7 Mil« liarden Mark oder über 21 "/„ auf. Großbri-tannien« Kohlenproduction. welche 1868 »och 53.6 »/,. also erheblich über die Gesammtpro-duction aller Länder. 62.7. mithin nahezu zwei Drittel derjenigen Europa« betrug, belief sich 1883 nur auf 40,7 der Kesammtproduction der Erde, aus 55.^ % derjenigen Europas. 1826—60 wurden von der gesammten nach Europa gebrachten Baumwolle in England nicht weniger al« 60,3 °/0, im Jahre 1882/83 nur noch 52,3 #/o verwendet. Diese Zahlen genügen vollauf, um zu zei-gen, daß wed?r England« Handel, noch seine Industrie jene überwiegende Bedeutung zu be-Häupten vermögen, welche sie bis in die Hälfte de« vorigen Jahrzehnt« ziemlich unverändert inne hatten, und daß sie. statt an der stetig zu-nehmenden Steigerung de« W>'ltverlehrs entsprechend Theil zu nehmen, in einen Zustand völliger Stagnation, vielleicht selbst des Rück-gange« gerathen sind. Insoweit dieser Stillstand in der Entivick-lung der wirthsch.'stlichen Kraft Großritanniens feinen contioentalen Mitbewerbern, und insbe. ,andere Deutschland zu Gute kommt, kann er als erwünscht gelten. In der That haben ja auch, wie wir vorstehend sahen, die Länder des europäischen Eontinent«. und unter ihnen nicht an letzter Stelle Deutschland, in den letzten 7 J«h-ren einen erheblichen Vorsprung vor Großbri-tannien gewonnen und baden ihren Antheil an der Vermehrung deS Weltverkehrs wenigsten« nahezu zu erhalten vermocht. Deutschland hat seinen Antheil an der Gesammteisenproduction von 13'/, */0 im Jahre 1876 auf 15'/, "/, im Jahre 1883 zu steigern gewußt. Allein diese geschilderte Entwicklung hat für die Länder Euro-pa» auch eine nicht zu unterschätzende Schatten» seite. Es ist die« die wachsende Bedeutung der Vereinigten Staaten in dem Weltverkehr, mit der die stetig, VerminderunH ihrer Ausnahme-fähigkeit für die Erzeugnisse der europäischen Industrie in Folge der Erstarkung und Ent-wicklung der inländischen Prodnction Hand in Hand geht. Die Gefahr liegt nahe, daß Europa — in erster Linie ^war zunächst Großbritannien, demnächst aber auch die anderen Länder West-enropaS, welch« zur Ernährung ihrer Bevölke-rung die Erzeugnisse der amerikanischen Land-wirtschaft bedürfen — seine Einsuhr von dort nicht durch eine entsprechende Aussuhr von In» dnstrie-Erzeugnissen auszugleichen vermögen und daher den Vereinigten Staaten wirthschaftlich tributpflichtig werden dürfte. Der lebhafte Drang der continentalen west-europäischen Völker nach starker Entwickelung ihrer überseeischen Beziehungen, welcher in Deutschland zwar zuletzt, aber dann um so kräs-, liger hervorgetreten ist, erscheint daher durch» aus naturgemäß, nicht als bas Product der Launen oder ber Willkür, sondern als de« Ge- sühlS ber Nothwendigkeit, dem Außenhandel neue Bahnen, der heimischen Industrie neue Ab-satzgebiete zu eröffnen, und damit sich die Mög-lichkeit zu erhalten, den Bedarf an Nahrung«-Mitteln mit dem Erlöse der ausgeführten In-dustrie-Erzeugniffe zu decken. Zugleich ist die Kraft und Energie, mit welcher insbesondere Deutschland in die Bahnen der Eolonialpolitik, der Herstellung neuer lei-stungSsähiger Verbindungen mit den für feine Industrie bedeutsamsten überseeischen Ländern eingetreten ist, ein Zeichen dafür, daß wenig-stens Deutschland von der Altermüdigkeit noch weit entfernt ist, deren erste Spuren wir in Großbritannien wahrnehmen, daß bei ihm das wirthschaftlicht Leben in voller Jugend-frische und Manneskraft pulsirt und Kraft ge-nug besitz«, um Stvcknngen in der Wellwirth-schast, wie sie ohne Zweifel zur Zeit bestehen, erfolgreich zu überwinden. Jene kräftige Bewegung aus dem Gebiete der überseeischen und insbesondere der kolonial-Politik ist daher unter einem doppellen Ge-sichiSpunkte so überaus erfreulich. Sie ist einer-seit« zugleich ein Zeichen de« erstarkenden Na-lionalbewußtsein« und das wirksame Mittel zur weiteren Entwickelung und Kräftigung desselben, sie ist anbererseit« ein deutliche« Synptom von wirtschaftlicher Spannkraft und Energie und zugleich der richtige Weg, um die wirthschaft» liche Entwickelung Deutschlands den Fortsehnt» ten der Weltwirthschaft entsprechend zu fördern. National- und wirtbschastspolitische Momente gewichtiger Arl vereinigen sich daher, um den Eintritt Deutschlands in eine kräftige, planmä-ßlge überseeische unb coloniale Politik zu einem ber fruchtbarsten und bedeutsamsten Ereignisse der letzten Zeit zu stempeln. sMittel gegen di« Reblau ss wur-den schon zu Hunderten vorgeschlagen, entweber waren sie zu theuer oder versagten die Wirkung. In neuester Zeit meldet man au« Frankreich abermals zwei ReblauSmittel, welche billig und wirksam sein sollen. DaS eine besteht au« einer Mischung von löslichem Arsenik, saurem Salz mit kohlensaurem Kali; diese Mischung wird unter dem Bod«n an die Rebenwurzel gebracht unb tödtet da« Jnsect; die Kosten belaufen sich per Hektar aus 60 Francs, also weit niedriger als Schwefelkohlenftof. Das andere Mittel be-steht au« einem Ginsterabguß; auch dieses soll eine vorzügliche Wirkung haben und ist des Versuches werth. Kourse der Iöiener Aörje vom 12. August 1885. Goldrente......... . .109.20 Einheitliche StaatSfchulb in Noten . 82.90 „ „in Silber . "83.40 Märzrente 5°/, ........99.fO Bankaclieil........... 877.— • Creditactien.......... 284.20 London . . wista........125.15 Napoleon!)'or.......... 9.92'/, k. k. Münzducaten........ 5.93 100 Reichsmark.........61.35 lE^ali.r-Ordn-U-ng' (j I 1 t i ic vom 1. Juni tfSst. Trt«at—WUn. Courirzug Nr, t, Ankunft Cilli 1 L»bro7 Min. Nachts. Abfahrt .1.5» . Anschluss Prag«hof, Eilzug Nr. 202. ab 3 Uhr 35 Min Früh. , Marburg — Eilzug Nr. 3, Ankunft Cilli 1 llhr 18 Min. Mittags. Abfahrt . 1 . 20 , . Anschluss Fragerhof — Marburg Posting Nr. 408, ab 3 Uhr Nachm. Posting Nr. 7. Ankunft Cilli 5 Uhr 37 Min. Abend». Abfahrt . 5 . 42 . Anschluss Pragerhof Poatz. 206ab 8 Uhr 10 Min. Abends. . Marburg — Pöfctiug Nr. 9,«Ankunft Cilli 3 Uhr 3 Min. Früh. Abfahrt >3,8, » Anschluss Pragerhos.Poata. 204. ab 9 Uhr 35 Min. Vorm , Marburg, , 404, ,9 . 1& , » Secundiri. Nr.99, Ankunft Cilli 9 Uhr 5Min. Abends. Secnndärzug 97, Abfahrt Cilli 8 Uhr 15 Minuten frOh bis Mümuschlag; hat den günstigsten Anschluss nach Ungarn und Kirnten. 18&5 Anschluss Pragurhof Postz. 204 ab 9 Uhr 35 Min. Vorm. und in Marburg Z. 404 om 9 Chr 15 JL Gemischter Zug Nr 101. Ankunft Cilli 8 Uhr 46 M. Vom. Abfahrt 8 , 54 , , Anschluss Pragerhof — , Marburg Postzug Nr. 406 ab 3 Uhr Nv hm Wien—Trleat. Courirzug Nr. 2, Ankunft Cilli 3 Uhr 13 Min. Nachu. Abfahrt , 3 , 15 . Anschluss Steinbrück, Postzug Nr. 502 ab 4 Uhr J 5 Min. Früh. Eilzug Nr. 4, Ankunft Cilli 3 Uhr 51 Min. Xachn. Abfahrt . 3 , 53 „ Ausclilua# Steinbrück Fostzug Nr. 504. al» 5 Uhr 15 X. Nachm. Postzug Nr. 10. Ankunft Cilli 10 Uhr 25 Min. V«ra. Abfahrt , 10 . 30 , , Anschluss Steinbrtlek an Gemischten Zu; 512. ab 12 Uhr 55 Min. Nachmittag. Postzug Nr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 39 Min. Nach«. Abfahrt , l , 45 ,. , Anschluss Steinbrück wie bei Zug Nr. 2. Secundärzug Nr. 98 Abfahrt Cilli 6 Uhr Früh bu Laibach. Ein ßrackehnnd, mittelgToss, einjährig, schwarz; an den Flasen ^ bräunt, die äusserste Spitze der Ruthe weiss, der auf den Namen Turk hört, wird seit 9. d. M. vermisst Für das Zustandebringen desselben wird vom Eicn-thümer im Strauss'schen Hause, 11. Stock, Herrn fiof. rath Heinricher, eine entsprechende Remuneration ;u-gesichert. 5«i4-4' Aus Anlas.« de< Geburtafeatea Seiner Majestät de Kaisers und zn Ehren des von Seiner Majestät mit dein silbernen Verdienstkreuze ausgezeichneten Vereins-mitgliede Herrn Franz Prko, veranstaltet der Graf Arthur Menndnrff-Pouilly Militär-Veteranen-Verein. CiUi und Umgebung am 18. Augnat, 8 Uhr Abends im Gartensalon zum „gold. Löwen" eine Fest-Soiree wozu alle Gönner und Freunde des Vereines höflichst eingeladen werden. Die Musik wird unter persönlicher Leitung des Herrn Kapelmeisters Mayer von der Cillier Muaikrapellr beigestellt. JEntree 25 kr. Xebrzahlangen werden dankend angenommen nnd qnittirt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Hochachtungsvoll :DSLS 3FesteMaaitee. Ein kleiner l^- Lst abhanden gekommen, abzugeben gegen Belohsuaf Bahnhofgasse 99. >10-4 Ein Haus in Sauerbrunn nebst dem darin betreibenden Fleischerei- und Wirthi» schAft. ist sofort zu verpachten oder zu verkaufen. — Dase'hst ist auch ein doppelter iüiskiisten, ganz neu. zu vakanten. Nlbtftt bfi J. Bauiugartwß in Sauerbrunn. \ -MR.: . ^ / kill IC I- -V / Steicrmark. \ Südbahnstun«" Berühmter Glaubersalz Stahlbäder, Kill" waasercur. Molkencur. 3 Indicatien : Erkrankuagy der Verdauunga-Orgaae. Comfortabler Aafeattalt . Saison Mai'bis October. Prospect« u. Wohnangsbestff.l'ungO" bai dar PirMtiia. 1885 An Herrn Markus Reclinitzer in Groas-Ka.nlaza Kommen ?i« ehemöelichnt hiehrr, um die »weit« Hitmahd auf einigen Plätze» und liäineu unserer fttwJt in Öbernehmen. Auf dem Kiebenplatae nameiit-bfh. mäsuten Sie ein prächtige« (iesohAft machen. Ein Cillier. .Putsche MHt-. Sehr beachtenswerth. 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Die Krankheit wird häufig mit anderen Krankheiten verwechselt, wenn aber der Lefer sich die folgend« > fragen vorlegt, so wird er im Stande fein, zu entscheiden, ob er an einer solchen Krankheit leide: Fühle ich nach dem Essen Beschwerden, Schmerlen, oder Schwierigkeit im Athmen? Ueberkommt mich ein dumpfes, drückendes Gefühl, begleitet von Schlälrigkeit? Sind die Augen gelblich 'i Sammelt sich Morgens an Gaumen und Zähnen ein dicker, k'ebriger Schleim an. begleitet von einem schlechten Ge-schmack im Munde? Ist die Zunge belegt? I t die rechte Seite aufgeblasen, als wenn die Leber anschwölle ? Ist Verstopfung vorhanden? Werde ich schwindlig, wenn ich mich plötzlich aus liegender' L.'age erhebe ? Sind die Nieren» abfonderungen spärlich und dunkelgefärbt. und lassen sie. nachdem sie etwas gestanden, einen Niederschlag zurück? Gährt das Essen im Ma° gen bald nach dem Genuß, und entstehen BIS« düngen oder häufiges Ausstößen? Ist häufiges Herzklopfen vorha den? — Tiefe verschiedenen Symptome treten zwar vielleicht nicht zusammen auf, der Kranke leidet aber an ihnen nachein-ander, je nachdem die schreckliche Krankheit fortfchrntet. Ist das Leiden ei» altes, so tritt ein kurzer, trockener Husten ein, der später von Auswürfen begleitet wird. In» stark fortge-schrittenen Stadium der Krankheit nimmt die Haut ein schmutziges, bräunliches Aussehen an, und Hände und Füße sind mit kaltem, klebri-gen Schweiß bedeckt. Mit dem Fortschritt der Erkrankung der Leber und Nieren stellen sich rheumatische Schmerzen ein, bei denen die ge-wohnliche Behandlung gänzlich erfolglos ist. Dieses Leiden entsteht aus llnverdaulichkeit oder Dyspepsie, die nian durch daS Einnehmen einer kleinen Dose einer geeigneten Arznei beseitigen kann, wenn man sie gleich beim ersten Erscheinen der Krankheit gebraucht. ES ist daher äußerst wichtig, daß die Krankheit sofort bei ihrem ersten Auftreten richtig behandelt wird, da eine kleine Arzneidofe dann noch genügt, das Nebel zu heilen; selbst wenn die Krankheit schon Wurzel gesaßt hat, sollte man mit dem Ge-brauch der richtigen Arjjliei so lange fortfahren, bi» die letzte Spur des Uebels ausgerottet ist, der Appetit wieder zurückkehrt und die Ver-dauungsorgane wieder gänzlich hergestellt sind. Das sicherste und wirksamste Mittel gegen diese Krankheit ist unstreitig der „Shäker Extract", «in vegetabilisches Präparat, welches bei allen untenstehend angegebenen Apothekern zu haben ist. Dieser Extract greift die Krankheit in der Wurzel an und entfernt sie mit Stumpf und Stiel aus dem Körper. Personen, welche an Verstopfung leiden, benöthigen „Seigel^S Ab-führ-Pillen" in Verbindung mit dem „Shäker-Extract". Seigrl'S A b fü hr-Pi llen heilen Verstopfung, bannen Fieber und Erkältungen, befreien Kopfweh und unterdrücken GaUfuchi. Sie sind di« sichersten, angenehmsten und zu-gleich die vollkomm«nst«n Pillen, di« bis j«tzt angefertigt worden sind. Wer ditfklben einmal verfucht hat, wird gewiß mit deren Gebrauch fortfahren. Sie wirken allmälig und ohne Schmerzen zu verursachen. Preis 1 Flasche „Shäk«r-Extract" fi. 0.2 1 Schachtel „Zeiget s Absüh»Pillen" 5 kr. Eigenthümer des „Shäker-Exiract A. I. W hite Limited in London. New-Aork. V«rtreter der Firma, sowie Lentral-Periandt: I. H a r n o, Apotheker in Kremsier, Mähren. Steiermark: E i l l i: I. Kupferschmid, Adolf Marek. Graz: Apotheke „zur St. Anna", A- Stühlinger. Feld-dach : König. Leoben : Joh. Pf«rfchy. Marburg : W. König. Ios«fNaß.P«ltau. Admond. Brück a. d. Mur. Fürstenfeld. Gonobitz. Gleichenberg. Hart-berg. Kindberg.Deutsch-LandSberg.Leibnitz. Praß-berg. NadkerSburg. Rottenmann. Stainz u.Waiz. Aiierlceiinun^en. 7.u Folge viefrr Krankheiten litt ich an einer anbaaohralbllohen Schwäche, gegen welche mir der Gebrauch n nur einer Flasche t'MivmMtM -W» »ehr cut gedient bat. Seit diesem Gebrauche erfreue ich mich einer Gesundheit, wie ich sie schon seit drei Jahren nicht mehr hatte Ich kann daher da* »Brealaoer Universum" nicht genug loben und erkenne dankbar »ui, duM ea «in bthr helfendes Mittel ist. Josef Zinke, Webermeister in St I'eter bei Freienstein. Das 23xesle.-«.er "CT'rii-v-ors-ia.m. milderte mein Leiden im Mag-en.. Anton Zapf, Grundbesitzer in Veitscll bei Mitterdurf au der Sodbahn. Breslauer Universum da» wirksamst* und bewährteste Mittel zur griindllrNeii Reinigung des Blutes und der SUftemasse, Hellt langwierige, veraltete, tief eingewurzelte Krankheiten aller Art urhnrll und alther. AM- Die veröffentlichten zahlreichen DniikHaguiigt'ii von (^elmilten bekunden die unübertreffliche überraschende Wirkuug dieses Mittels. "VH Das ist per Flasche zu 2 fl. zum Gebrauche auf 6 Wochen ausreichend, nebst Gebrauchs-Anweisung echt zu haben: In 4'illl bei J. HuApotheker, in Deutseh-I.andsberg bei 11. Müller, Apoth. in Leibnitz bei Othmar Rnssheim, Ap. Feldbach bei Joh König, Ap. „ Frieaach hei A. Ruppert, Aj>. . Krohnleiten bei V, BInmauer, „ FUretenfeld bei A. Sehrilekenfux Ap. f Gonobitz. bei J. Hospim-hil, Ap. „ Graz bei U. Stühlinger, Ap. „ Klagenfnrt bei W. Thnrnwald. Ap. Marbnrg a. Dran bei W. A, König, Ap. Xeuuiarktl >. Stoienn. bei Otto Maly, Ap. Pettan bei Hugo Eliasch, Ap. Kotteumann bei Franz Moro, Ap. Tarvis bei Job. Siegel. Ap. Villach bei Friedrich Schol/., Ap. Weis bei C. Maly, Ap. IOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO« __Japester A l 4Q00 ÄUSSTELLUNGb-Ä1 fl,|Tresfer Um er «/jr LottoeMlecuiM en S Verwaltung § femUprat. Ändrissy-u* 43 m EINE WOHNUNG mit 4 Zimmern and Zdjfeh&r wird ab 1. Octoher d. J. zu miethen gesucht. Anträge au die Expedition. Bei einer soliden Bejunteiitamilie wird ein Seiler lies (Jnteröiasins ans gutem Hause in gänzliche Verpflegung aufgenommen. 546—8 Ein Passagier Stubenmädchen im gipsernen Alter, nn.l fl. 50 Caution, wird bin am 25. d. M. gesucht. Anfrage in der Expedition d. Blatte*. Ein grosso 544—3 Ver k a nfN^ew ö I lie zu vermiß h»*u, wo tlic AdwiiintwtioH. Kundmachung. Zur Hintaugabe der Räumung von Senkgruben und Ausfuhr der Fökalmassen aus dem Stadtbezirke von Cilli, im Sinne der vom Gemeinde Ausschüsse in seinen Sitzungen vom 3. März 1882 und 7. August 1885 gefaßten Beschlüsse wird die Minuendo-Lizi-tation auf den 20. August 1885 Bor> mittag 10 Uhr beim Stadtamte angeordnet. Als Ausrufsvrcise werden die bisher bestandenen Tarifsätze angenommen. DieBe-dingnisse liegen in der Stadtamtskauzlei zur Einsicht auf. 562—3 Unteruehmungsliebhaber werde» zur Li» Citation hoflichst eingeladen. Stadtamt Eilli. am 11. Aug. 18*5. Der kaiserl. Ralh und Bürgermeister: Dr. Mckermann. „Vmlsche Macht.« Die Cillier Scbützen-GesellscM verunstaltet am 15. und 16. d. M. ein Freischiessen mit schön ausgestatteten Besten, wozu Schlitzen und Schütaenfreuml« bestens eingeladen sind, Scheibenstutzen stehen znr Verfügung. 558—2 Der Aüsschuss. 1885 D- 1884 1883 er 1882 r ist vom 1. Septem Ber an zu vermiethen. Nähere* hei M. Ropas, Clavierfabrikant in Franz. 557—3 Ein Lehrjunge aus besserem Hause, mit guten Schulzeugnissen versehen und beider Landessprachen mächtig, findet sofort Aufnahme bei Josef Kollenz, Pettau. 553—3 Zu verkaufen. Mtthl- »nd Sägewerk-Realität im schon- n Sannthale nah-; bei Cilli. in holzreicher < legend, beständiges Wasser. 50 Pferdekratt, besonders geeigr.et für Fabriken. 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