Bezugspreise £iir Östemeich-Ungarn ganzjährig K 4- — halbjährig K 2-— ^iir Amerika: ganzjährig D. 1 *25 Jiir das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Hottscheer ILoten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Hottfcheer Woten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des ©etliche er Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Yr. 13. Kottschee, am 1. Juli 1912. Jahrgang IX. Der Heutigen Kummer des „Hottscheer Boten" liegt für die Aöonnenten, die den Bezugspreis Hatöjäljrig entrichten, öezw. noch schuldig sind, ein Erlagschein Sei. Wan wolle sich dieses Erlagscheines vedienen, damit in der Zusendung des Alattes keine Anterörechung eintrete. Gemäßigter Liberalismus und unfreiheitlicher Radikalismus. „Ich bin lein Freund des Radikalismus; ich bin ein Freund des treuen, aufrichtigen Liberalismus, dem ich ergeben bleibe bis zu dem Augenblick, da der Herr mich abberufen wird, bis jener, der auf jeden zielt und jeden trifft, auch mich aufs Korn nehmen wird." So sprach einst der alte Plener, ein hochgeachteter Liberaler der vornehmen Art. Die Liberalen dieses älteren Schlages waren wirklich freiheitlich gesinnt, sie ließen jedem seine Meinung und verfolgten niemanden wegen seiner religiösen und politischen Überzeugung, sie bewahrten stets eine gewisse vornehme Zurückhaltung und überschritten nie die Grenzen, welche auch dem gegnerischen Urteil gezogen sind. Vor dem unsachlichen, unvornehmen, rüde überschäumenden Wesen des unduldsamen, im Grunde also unfreiheitlichen Radikalismus, der andersartige Anschauungen roh niederbrüllt und am liebsten mit dem Knüttel erschlagen möchte, haben sich diese Herren immer gehütet. Das widersprach ihrem ganzen Wesen. Der Sohn des alten Plener, Ernst Freiherr v. Plener, tadelte wiederholt die Kampfesweise der Deutschfortschrittlichen — diese werden von den heutigen Radikalen vielfach noch bei weitem übertrumpft — in konfessionellen Dingen. „Auf der anderen Seite", sagte er einmal, „machte ich aber in meinem Innern die doktrinärliberale Haltung der (liberalen) Partei nicht mit; ich war gar nicht klerikal, aber die antikirchliche Redeweise unserer Abgeordneten bei den Diskussionen über Konkordatsaufhebung und die interkonfessionellen Gesetze (in den sechziger Jahren. D. Red.) waren nicht nach meinem Geschmacke." So urteilte der junge Plener, als er im Jahre 1867 den Wiener Parlamentsdebatten auf der Galerie zuhörte. Sein staatsmännischer Sinn sträubte sich auch dagegen, daß die Deutschliberalen einen Krieg gegen zwei Fronten, gegen die Slawen und gegen die katholischen Deutschen, führen wollten und so ihre Kraft zersplitterten. Seither ist der Liberalismus im allgemeinen stark nach links gerückt; er ist infolge eines ungesunden Radikalismus entartet, er >st unduldsam und dadurch unfreiheitlich geworden, wenn auch nicht geleugnet werden soll, daß es auch heute noch sehr ehrenwerte Vertreter der älteren vornehmen liberalen Anschauung gibt. Der Liberalismus ist unter dem Einflüsse des Judentums und der Juden-psesse einer Art Zersetzung anheimgefallen, er ist von seinen alten idealen abgefallen. Je mehr er sich dem Juden- und Freimaurertum verschrieb, desto mehr wurde der Liberalismus ein Anwalt der Unfreiheit, des radikalen Terrorismus. Hat man nicht heuer bei ven Reichstagswahlen in Deutschland gesehen, daß der Liberalismus sogar seiner Stellung als bürgerliche Partei untreu geworden ist, daß er sich mit den Sozialdemokraten verbündet hat und so selbst gewissermaßen zur Umsturzpartei geworden ist? Ähnlich war es im vorigen Jahre auch bei den Reichsratswahlen in Wien. Erst heuer sind dort die Deutschnationalen zur Besinnung gekommen und haben gegen den roten Umsturz und den Judenliberalismus an der Seite der Christlichsozialen Stellung genommen. Die radikalliberalen Draufgänger sind meist Katholikenfresser besonderer Güte, sie schwärmen für Ferrer und für das „Portugiesischreden", sie sehnen sich nach einer frischfröhlichen Hetze auf „Schwarzwild", sie möchten den „Klerikalismus" (nämlich richtiger gesagt: die katholische Kirche) am liebsten mit Stumpf und Stiel ansrotten und vernichten. So ist in diesen Kreisen die „Freiheit-lichkeit" zu einem Hohn auf ihren eigenen Namen geworben, diese radikale „Freiheitlichkeit" will nichts als Knechtung, ja wenn es möglich wäre, Ausrottung aller Andersdenkenden. Auch in Gottschee haben wir einige Musterexemplare solcher radikaler „Freiheitlichkeit". Freilich ist der Gottscheer Radikalismus eigentlich nicht so sehr ein heimisches Gewächs, als vielmehr importierte Turner- und Studentenware mit einem bemerkenswerten Einschlag untersteirischer Marke. Ein Glück für unser Ländchen ist es, daß auf diese radikale Cligue niemand mehr viel gibt. Die radikale Kralle ist im Laufe der letzten Jahre ordentlich beschnitten worden und stumpf geworden. Unser heimischer Radikalismus ist von Jahr zu Jahr immer mehr kleinlaut geworden. Die freiheitlichen Deutschnationalen in Österreich sind jetzt berufen, ihrer Politik eine neue Richtung zu geben. Sie sind vor die Schicksalsfrage gestellt: Kulturkampf oder Kulturfrieden, staats-und volkserhaltende Mäßigung oder radikale Zerstörungspolitik, weitere Knechtung durch die judenliberale Presse oder volle Ab-schüttelung dieses orientalischen Joches! Die Wiener Deutschnationalen haben bereits ihre Wahl getroffen, sie haben sich mutig freigemacht von der hypnotischen Suggestion der Judenblätter und sich an die Seite der Christlichsozialen gestellt, mit denen sie so viele Interessen gemeinsam haben. In den Landstädten ist man allerdings noch nicht so weit. Die deutschnationale Provinzpresse steht noch vielfach im Banne der jüdischen Blätter, ist also noch immer auf einen radikal-feindseligen und gehässigen Ton gegen die Christlich-sozialen gestimmt. Abg. Mitlas sagte im Juni beim niederösterreichischen Städtetage: „Es sei hier offen und ehrlich gesagt: Es gibt noch Tausende ehrliche und maßvolle Deutschnationale, die aber nicht in führender Stellung sind. Mit diesen Männern, denen das Wohl Niederösterreichs höher steht als ihre Parteiranküne, mit diesen zusammenzuarbeiten sind wir gerne bereit; aber viele Deutschnationale sind abhängig vom Juden seiner Presse und seinem Kapital und darin ist auch der Grund ihrer Feindseligkeit gegen uns Christlichsoziale zu suchen. Die Deutschnationalen müssen sich einmal entscheiden: Die Politik der zwei Eisen im Feuer muß endlich ein Ende nehmen. Man kann nicht im Parlamente die Freundschaft mit den Christlichsozialen suchen und sie anderseits wieder besudeln." " M Seite 98. Gottscheer Bote — Nr. 13. Jahrgang IX. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Deutschnationalen bei dem Mauserungsprozesse, den sie jetzt durchmachen, sich aus dem Banne der radikalen Schlagworte und der jüdischen Hetze endgültig befreien möchten. Zur Geschichte der Gottscheer Landschuten. Iie Schule in Witterdorf. (8. Fortsetzung.) Unter den Gründen, mit denen die Mitterdorfer ihre ablehnende Haltung in der Kollekturabführung an die Lehrer der Stadt seit dem Tode des Krombholz zu rechtfertigen suchten, wurde auch folgender angeführt: „Mitterdorf und Altlag, welche nun seit kurzem auch mit Orgeln versehen sind, wollen diese Giebigkeiten (die Getreidekollektur) zur Gründung und Erhaltung ihrer eigenen Lehrer verwenden." (Bericht vom 20. Jänner 1841). Aber was sollten die Mitterdorfer mit einer Orgel anfangen, nachdem, wie wir bereits wissen, nicht einmal der Lehrer, geschweige denn ein anderer in der Pfarre sich derselben zu bedienen verstand? Waren sie vielleicht entschlossen, nach dem Vorgänge anderer Gottscheer Pfarren einen Lehrer und Organisten aus der Fremde zu berufen? Das allerdings nicht; aber sie wußten, daß einer ihrer Pfarran-gehörigen, ein gebürtiger Mitterdorfer, in Laibach Präparandie studiert und Unterricht im Orgelspiel nimmt. Auf diesen hatten sie ihr Augenmerk gelenkt, in ihm hofften sie in absehbarer Zeit einen tüchtigen Lehrer und Organisten zu erhalten. Wer war dieser Mitterdorfer? Es war der am 3. September 1824 im Hause Nummer 21 zu Mitterdorf geborene gleichnamige Sohn des dortigen Schullehrers Josef Erker. Den ersten Unterricht erhielt der junge Erker von seinem Vater. Nach der Sperrung der Mitterdorfer Schule 1833 kam er nach Rieg, wo der vortreffliche Florian Ehrlich sein Lehrer war. Dieser scheint seinen Schüler besonders liebgewonnen zu haben, nicht nur wegen dessen Fortschritte in der Schule, sondern auch deswegen, weil'der kränkliche Lehrer ihn in seinem persönlichen Krankendienste gut brauchen konnte. Erker bewies seinem „frommen" Lehrer eine kindliche Verehrung und behielt ihn auch nach dessen Tode in dankbarer Erinnerung. Nach Mitterdorf zurückgekehrt, widmete sich Erker nicht sofort dem, Studium, sondern blieb eine Zeitlang im väterlichen Hause, mit Ökonomie und häuslichen Arbeiten sich beschäftigend, ohne jedoch sein Ziel, den Lehrerstand, aus den Augen zu verlieren. Im Herbst des Jahres 1841 kam er nach Laibach, um sich an der mit der dortigen Musterhauptschule vereinigten Präparandie auf das Lehramt vorzubereiten. Einige Jahre zuvor fand eine Beratschlagung seines Vaters mit dem Vater eines ändern hoffnungsvollen Jünglings statt. Johann Hönigmann aus Koflern (Kressen) hatte nämlich einen sehr talentierten Sohn, wußte aber nicht, was er mit ihm anfangen sollte. Ihn weiter studieren zu lassen, war schon wegen der damit verbundenen Auslagen eine schwere Sache, das Talent des Knaben in den Mühseligkeiten des Bauernstandes oder des Hausierhandels vergraben zu lassen, wäre aber auch schade gewesen. In dieser Verlegenheit wandte er sich an den Lehrer und fragte ihn um Rat. Dieser antwortete ihm: „Laß ihn Geistlicher studieren! Mein Sohn wird hoffentlich Lehrer werden. Wie schön wird es dann sein, wenn dereinst dein Sohn am Altäre die hl. Messe zelebrieren, der meiuige aber am Chor dazu die Orgel spielen wird." Und so ist es auch geschehen. Hönigmann hat sich dem geistlichen Stande gewidmet, ist in den Orden 'des hl. Franziskus eingetreten und hat in diesem zwölf Jahre lang die Würde eines Provinzialobern Bekleidet Als dann P. Friedrich (Ordensname Hönigmanns) gelegentlich einmal nach Mitterdorf kam und in der Pfarrkirche das hl. Meßopfer darbrachte, befand sich der junge Lehrer Erker aus dem Chor und machte die Gesangs- und Orgelbegleitung zur heiligen Handlung. So ist der Herzenswunsch beider Väter in Erfüllung gegangen. Erker war bereits 17 Jahre alt, als er zur Fortsetzung seiner Studien nach Laibach kam, und hatte als „der Größte" in der Klasse von seinen Mitschülern viele Neckereien auszustehen. Empfindlicher als diese drückte ihn aber der Hunger, mit dem er in seiner Jugend überhaupt viel zu kämpfen hatte. Zur Zeit der größten Not nahm er in der Regel seine Zuflucht zu seinem Onkel Peter Erker, der als Korporal in der Peterskaserne wohnte und ihn in seiner Notlage mit ein paar Kreuzern beschenkte oder sein Kommißbrot mit ihm teilte. Der Hunger scheint überhaupt Erkers langjähriger, unzertrennlicher Begleiter gewesen zu sein. Noch in seinem hohen Alter pflegte er öfters zu sagen, daß er bis in sein zwanzigstes Lebensjahr nicht gewußt habe, was satt sein heiße. Sein Vater führte nämlich ein sehr strenges Regiment in der Familie, die Mutter war schon frühzeitig (1832) gestorben, die Stiefmutter aber war eben — Stiefmutter. Am 15. Juli 1843 erwarb er sich das Zeugnis der Reife für deutsche Schulen, bezw. die Befähigung als „Schulgehilfe". Damals gab es im ganzen Schulbezirke nur in der Stadt Gottschee eine zweiklassige Volksschule, die wenigen Pfarr- und Trivialschulen des flachen Landes waren einklassig. Bei dem Umstande, daß sämtliche Lehrstellen an den öffentlichen Schulen in der Heimat damals besetzt waren, konnte der absolvierte Lehramtskandidat an denselben keine Anstellung finden und übernahm daher am- 1. November 1843 nach seinem Vater den Unterricht an der Privatschule zu Mitterdorf. ____________ (Fortsetzung folgt.) |t. Aus Stabt und Land. Gottschee. (Während des Euch ariftifchen Kongress es), der vom 12. bis 15. September in Wien tagen wird, werden in allen Kirchen der Residenzstadt Andachten vor dem ausgesetzten Allerheiligsten stattfinden. Jede Nation erhält eine Kirche zugewiesen, in der sie unter der Leitung ihrer Priester ihre Andachten wird abhalten können. Die größte Kirche Wiens, der Stephansdom, ist für die, Deutschen bestimmt. Darin werden täglich feierliche bischöfliche Ämter und Pontifikalsegenandachten sowie Predigten vor- und nachmittags abgehalten werden; überdies findet daselbst jeden Tag eine Festversammlung statt. Überaus feierlich wird sich die Schlußprozession am 15. September gestalten, bei der der Kaiser selbst in Begleitung der Herren Erzherzoge und unter Vortritt der Geheimen Räte und Kämmerer in feierlichem und prunkvollem Aufzuge das Allerheiligste von der Stephanskirche auf den Heldenplatz (äußerer Burgplatz) geleiten, dort einer hl. Messe beiwohnen und den Segen mit dem Ällerheiligsten erhalten wird. — (Vom Mitte lschuldienste.) Herr Gymnasiallehrer Ludwig Schmid am Gymnasium in Gottschee wurde definitiv im Lehramte bestätigt unter Zuerkennung des Titels „Professor". — (Spar- und Darlehenskasse.) Bei der Raiffeisenkasse in Gottschee betrugen im ersten Halbjahre 1912 die Einnahmen K 51.296-55, die Ausgaben X 49.689-80; Geldumsatz: X 100.986-35; eingelegte Spareinlagen: X 24.332-74, behobene: X 29.512-80; gegebene Darlehen: X 8927'72, rückgezahlte: X 5146'43; lausende Rechnung mit dem Genossenschaftsoerbande: abgesendet: X 10.900, erhalten: X 16.500. Zahl der Mitglieder des Spar- und Darlehenskassenvereines 85. — (Todesfall.) Am 28. Juni ist in Graz Frau Mann Linhart geb. Mally, Gemahlin des Herrn Landesschulinspektors i. R. Wilhelm Linhart, im Alter von 62 Jahren gestorben. — (Perf on a In ach richten.) Am 18. v. M. traf Se. Durchlaucht Karl Fürst Auersperg mit Familie und mehreren fürstlichen und gräflichen Gästen in Gottschee zu zweitägigem Besuche ein. Mit dem Herzoge von Gottschee kamen in drei Automobilen: die Gemahlin Sr. Durchlaucht Eleonore Fürstin Auersperg, dm Prinzessinnen Auersperg und Prinzessin Croy, ferner Franz Josef Fürst Auersperg aus Slatina (Böhmen), Mgll Fürst Windischgrätz aus Gonobitz, Prinz WindischgrMM zwei Prinzessinnen Windischgrjätz, Graf Elam-Galias und vier Komtessen Clam-Galias samt Gefolge. Die vornehmen Gäste logierten teils im herzoglichen Schlosse, teils im Hotel „Stadt Triest" und im Gasthofe des Herrn Ernst Petsche („Zur Sonne"). Das Frühstück und das Diner nahmen die Herrschaften im Hotel „Stadt Triest" ein. Am 19. Juni wurde ein Äutoausflng nach Karlshütten und von da zu Pferde nach Bärenheim und Göttenitz unternommen, wo die Kraftwagen zur Rückfahrt nach Gottschee bereit standen. Am 20. Juni fuhren die Herrschaften um 8 Uhr früh über Unterdeutschau nach Nesseltal. Von dort ging es zu Fuß nach Scherenbrunn und dann mit der Waldbahn in den Hornwald und nach Steinwand, von wo aus sich die Wagenfahrt nach Bad Töplitz und Schloß Ainödt anschloß. Die illustren Gäste sprachen ihre vollste Zufriedenheit über das aus, was ihnen geboten wurde, sowie auch über die Unterkünfte usw. Am 22. Juni fuhren die Herrschaften nach Laibach, um an dem Fest- und Freischießen aus Anlaß des 360 jährigen Bestandes der Laibacher Rohrschützengesellschaft teilzunehmen. — (Trauung.) Am 1. Juli wurde Herr Alois Boh, Buchhalter, mit Fräulein Josefine Alten reit her, Tochter des Hausbesitzers Herrn Franz Altenreither, in der hiesigen Stadtpfarrkirche getraut. — (Pastoralkonf erenz.) Am 16. Juli findet in Gottschee um 9 Uhr vormittags die diesjährige Pastoralkonserenz statt. — (Vom Mittelschuldienste.) Herr Professor Martin Kuhla in Gottschee erhielt eine Lehrstelle an der deutschen Staats-realschuie in Pilsen; Herr Friedrich Wolsegger, Professor am Staatsgymnasium in Freistadt, erhielt eine Lehrstelle am Staatsgymnasium in Klagenfurt. — (Gymnasium.) Der Schluß des Schuljahres erfolgt Samstag den 6. Jnli mit einem heil. Dankamte und der darauffolgenden Verteilung der Zeugnisse. Die mündliche Reifeprüfung (Matura) findet am 11. Juli statt. — (Corpus Christi.) Der Wiederaufbau der Corpus Chcisti-Kirche ist nunmehr vollendet und präsentiert sich das neu ; hergestellte schmucke Kirchlein in sehr gefälliger, vorteilhafter Weise. Die Einweihung des Gotteshauses findet Sonntag den 21. Juli vormittags um 10 Uhr statt. Es verspricht dieses Fest ein wahres Volksfest zu werden, denn es werden Landesgenossen aus dem Ober-, Unter-, Hinterlande und Waiden mit ihren Priestern kommen. Bei schönem Wetter werden sich die Teilnehmer um 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche versammeln. Von dort erfolgt der Auszug unter feierlichem Glockengeläute nach Corpus Christi. Dort wird die Kirche eingeweiht, darauf folgt die Festpredigt unter freiem Himmel (bei schönem Wetter), sodann Opfergang und assistiertes Hochamt. Alle Landsleute seien zu diesem Feste herzlich eingeladen, denn es gilt unserer uralten, ehrwürdigen Wallfahrtskirche unserem ältesten Heiligtum. —- (Einbruch.) In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni machte ein lichtscheues Individuum einen Einbruch bei der Frau Schmiedmeisterswitwe Gerdin in der Laibacherstraße. Der Mann brachte eine Leiter und einen Krampen mit und wollte beim Dachfenster einsteigen. Da aber die Leiter zu kurz war, hob er in der ebenerdigen Werkstatt straßenseitig das Fenster aus und stieg über bie Treppe ins Dachzimmer, wo Frau Gerdin schlief. Sie bemerkte den Einbrecher erst, als er vor ihrem Bette stand. Er verlangte „Geld oder Leben I" Ich habe ein Messer da, drohte er. Er warf die Decke über ihren Kopf, um sie zu ersticken. Schließlich wurde der Einbrecher verscheucht, so daß die arme Überfallene mit dem bloßen Schrecken davon kam. Unserer eifrigen Gendarmerie wird es nach den Angaben, die Frau Gerdin machte, gewiß gelingen, des Verbrechers habhaft zu werden. — (Straßen wesen.) Dem Vernehmen nach wird Herr Landesausschuß Dr. Lampe demnächst sich nach Rieg begeben, um stch wegen der Straße Rieg-Morobitz persönlich zu informieren, "tü der Trassierung der Straßenumlegung Hohenegg-Nesseltal ist bereits begonnen worden. Wenn die Umlegung Neufriesach berühren >°ll. wie man es in Nesseltal wünscht, wird der Hauptübelstand, dje starke Straßensteile, nicht beseitigt werden können oder nur auf etnem großen Umwege. Hoffentlich wird heuer auch die Projekts- Verfassung für die Straßen Graflinden-Unterlag, Malgern-Altbacher und für die Kummerdorferstraße in Angriff genommen werden. — (Austeilung der Referate beim Landesausschuß.) Vom 22. Juni weiter hat Landeshauptmann Dr. Šušteršič alle Personalien, Förderung heimatlicher Kunst, die Haushaltungsschulen- und Kurse. Graf Barbo: Eisenbahnen, Landeskultur und zwar: Weinbau, Fischerei, Forstwesen, Obstbau, landwirtschaftliche Gesellschaft, landwirtschaftliche Schulen usw. Dr. Lampe: Landesfinanzen; Viehzucht, Molkereien, Käsereien, Landesbank, Straßen, Meliorationen und Wasserleitungen usw. Dr. Pegan: Gemeinde-, Feuerwehrangelegenheiten, Jagd usw. Dr. Triller: Stiftungen, Armenwesen, Landesmuseum, agrarische Operationen usw. Dr.Xajec: Schulen, Landesspital, Abschreibung von Verpflegskosten, Gewerbe usw. — (Wasserversorgung der Karstländer.) Bezüglich der Wasserversorgung der südlichen Karstländer bemerkte der Minister für öffentliche Arbeiten Dr. Trnka am 27. Juni im wasserwirtschaftlichen Ausschüsse des Abgeordnetenhauses, daß die Regierung auf Wunsch des Landes Krain auch dieses Land in die Wasserversorgungsaktion einbezogen und für die 16jährige Verwendungsperiode ein Erfordernis von 5 Millionen eingestellt habe, zu dem ein entsprechend reichlich bemessener Beitrag nach Vereinbarung der Projekte und des Finanzplanes aus dem Zweckkredite der beteiligten Zentralstelle gewährt werden wird. Ebenso werden der küstenländische Karst sowie das Landterritorium von Triest, Istrien und Dalmatien in großzügiger Weise eine Unterstützung in den dortigen Wasserversorgungsanlagen erfahren. Zu diesem Spezialwerke ist die Erhöhung der Sanitätskredite des Ministeriums des Innern und der Kredttpost „Meliorationen" zur reichlichen Förderung von Wasserversorgungsanlagen und Entsumpfungen speziell in den Karstländern und in Krain im Betrage von 12 Millionen Kronen in Aussicht genommen. — (Kollegenzusammenkunft.) Am 23. Juni l. I. nachmittags fanden sich im Gasthause des Herrn Ernst Petsche in Gottschee ehemalige Angehörige des k. k. Gendarmeriekorps zu einer kollegialen Zusammenkunft ein, und zwar waren vier Herren aus Laibach und 12 aus der Stadt Goltschee und Umgebung erschienen. Bon auswärtigen, nun in verschiedenen Lebensstellungen lebenden Herren Gendarmerie-Kollegen waren die meisten teils wegen dringender Verrichtungen, teils ob der weiten Entfernung nicht erschienen. Von den aus Gottschee und Umgebung Erschienenen sind sechs noch außer dem Vereine ehemaliger Gendarmerie-Angehöriger stehende Herren diesem Vereine beigetreten, und zwar fünf als ordentliche und einer^ als unterstützendes Mitglied. Die Erörterung des Herrn Johann Ženko, Gendarmeriewachtmeisters in P. aus Laibach, über die zu gründende Sterbekasse für ehemalige Gendarmerie-Angehörige fand allgemeinen Beifall und dürften, falls diese zu Stande kommt, derselben wohl die meisten ehemaligen Gendarmerie-Angehörigen beitreten. Diese kollegiale Zusammenkunft, speziell die Begrüßung und Verabschiedung um 6 Uhr abends, gestaltete sich recht herzlich, denn einige Kollegen hatten sich über 20 Jahre nicht mehr gesehen. Den Herren J. Ženko, F. Praprotnik, M. Kocjančič und A. Hutter, Gendarmeriewachtmeister in P. aus Laibach, die keine Mühe und Opfer scheuen, um dem Vereine ehemaliger Gendarmerie-Angehöriger neue Mitglieder anzuwerben, den Verein zu stärken und auszugestalten, sei hiemit der innigste Dank gesagt. — (Abg. Dr. Sehet eher), der bekanntlich nichts weniger als zu den Klerikalen im bösen Sinne des Wortes gehört und über seine eigenen christlichsozialen Parteigenossen ungescheut manch offenes Wort gesprochen hat, nimmt in seinen „Erlebnissen und Erinnerungen" auch die Liberalen, die Deutschradikalen und die „Schönererecke" unter die Lupe, aber nicht in gehässigem Tone, sondern mit Witz und Laune und mit jenem Humor, dem selbst der nicht feind sein kann, an dem er geübt wird. Über den Liberalismus in Städten und Märkten äußert er sich gelegentlich einmal: „Freilich sind jene (Städte und Märkte) heute noch geradezu abschreckende Beispiele von sogenannten Herrenschleckern, unselbständigen Nachläufern des einfältigsten Aufklärichts. Mir tut's immer wehe, wenn Stadt- und Marktkinder blind und taub den Schlagworten der sogenannten aufgeklärten Presse Glauben schenken und hinter Leuten einhertrotten, die den erwerbenden Ständen, Handwerkern und Handelsleuten, nie Vorteile schaffen werden, sondern letztere nur gebrauchen, um ihr eigenes Äckerfeld zu düngen." . (Paßt aufs Wort auch auf unsere Radikalen. D. Schriftl.) Der Freisinn vieler (nicht aller) Freiheitlichen, äußert sich Dr. Scheicher an einer anderen Stelle, ist nur eine Ironie auf die Freiheit. Denn freien Sinnes sind solche Freisinnige nie gewesen. „Das Wort soll nur heißen, daß der Träger (Freisinnige) in religiöser Hinsicht sich frei und unabhängig fühle und jeden gering schätze, der anders denkt. Doch, was sage ich, geringschätze, der Freisinnige erlaubt überhaupt keine gläubige Anschauung, hält sich berechtigt, den damit Behafteten tunlichst aquam et ignem interdicere, das Leben unmöglich zu machen. Dabei hält er bombenfest an der Meinung, daß er ein Freigesinnter sei, denn hic niger est, hunc tu, Romane, caveto: jeder religiös und römisch Gesinnte ist ein gefährliches Geschöpf, also auszurotten!" Den wirklich freiheitlich' gesinnten politischen Gegnern läßt andererseits Dr. Scheicher alle Gerechtigkeit widerfahren. So schreibt er z. B. über die Abgeordneten Dobernig und Dr. Steinwender: „Dobernig ist ein Kärntner. Die Kärntner sind fast alle Gegner der Christlichsozialen. Es stirbt keiner von ihnen vor Trauer, falls einmal das Wahlglück sämtliche Christliche von der Bildfläche wegschwemmen sollte. Dobernig ist zwar noch nicht alt, aber immerhin schon abgeklärt. Er zeigt darum meist Mäßigung und verleugnet nicht den guten Ton. Er sowie Steinwender haben die seltene Eigenschaft, daß sie den Mut haben, ihre Überzeugung zu bekennen, zu vertreten, auch wenn die Radikalen unter den Freisinnigen und deren stets vorlaute Presse mit Inquisition angerückt kommen und Scheiterhaufen zum Verbrennen aufschlichten. Dazu gehört mehr Mut, als mit einem Schmock ober der Partei der Neuen Freien Presse zu raufen. Graz und bie nörbliche Abbuchung bes Königreichs Böhmen sinb ba besonders gefährliche Zonen. Man kommt eher mit ber vollen Börse und ohne Browning durch den Bakonyerwald, als mit einem nicht punzierten Freisinn durch Graz ober Norbböhmen." — Gelungen ist auch, was Dr. Scheicher ba und dort über den rüben Ton, die Komödienspielerei und bie Rabulistereien ber Denlschrabi-kalen sagt, benett es oft genug an bem ABC politischer Einsicht fehle (bas haben wir auch bei uns gesehen, insbesoubers in den „Nachrichten". D. Schriftl.). Ihre unkultivierte Unüberlegtheit, ihr plattenbrüdermäßiges Randalieren unb Skanbalieren (in Gottschee war 1907 bas klassische Skanbalier-Jahr. D. Schriftl.) nimmt Dr. Scheicher mehr von ber komischen, erheiternben Seite. Auch die Los von Rom-Bewegung wirb tressenb gegeißelt. Sie ist nichts als eine Komödienspielerei. So ein neugebackener Lutheraner, der früher von religiösen Bedürfnissen nie bedrängt war unb bie Kirche höchstens an Kaisertagen von innen gesehen hat, soll jetzt auf einmal prote-stantisch-pietistisch betbrüberlich tun. Er glaubte früher an nichts unb bleibt nach dem Abfalle derselbe religiöse Nihilist. Der Protestantismus ist solchen Leuten nur gernbe gut genug zur Inszenierung einer Demonstration. Also nichts als Komöbienspielerei! Und zwar mit sich selber! — (Sanktioniertes Landesgesetz.) Der Kaiser hat dem vom krainischen Landtage beschlossenen Gesetzentwurf, betreffend die Einführung von Wertzuwachsabgaben von Liegenschaften, die allerhöchste Sanktion erteilt. — (Tobesfall.) Am 26. Juni starb hier nach kurzem Leiben, versehen mit ben heil. Sterbesakramenten, Frau Maria Leskovitz geb. Ruppe, Gerichtsabjunktenswitwe, im 68. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieben! — (Im Irrsinn ben Vater ermordet.) Bekanntlich hatte vor kurzem ber ans Amerika heimgekehrte Johann Eppich in Mitterdorf seinen greisen Vater ohne Veranlassung mit einem Revolver erschossen und seinem Onkel eine schwere Verletzung beigebracht. Die Gerichtsärzte haben nunmehr festgestellt, daß Eppich irrsinnig sei und die Tat in unzurechnungsfähigem Zustande ausgeführt habe. Das Kreisgericht Rudolfswert hat deshalb angeorbnet, baß Eppich in einer Irrenanstalt zn betenieren sei. Eppich hat übrigens auch gegen sich eine Revolverkngel abgefeuert, welche die Lunge verletzte. Seine Tage bürsten gezählt sein. — (Vom internationalen Freimaurerkongreß in Rom.) Erst jetzt erfährt bie Öffentlichkeit, wie es eigentlich in bet Zeit vom 20. bis 23. September 1911 auf bem im geheimen tagenben internationalen Freimaurerkongreß zugegangen ist. Nach Mitteilungen ber Organe bes Freimanrerorbens soll er keineswegs bie Erwartungen seiner Organisatoren erfüllt haben. Der Präsident ber symbolischen Großloge unb römische Universitätsprofessor Trin-cheri erstattete den Bericht über den maurertfchen Antiklerikalismus. Er klang in folgende Thesen ans: „Abschaffung des Papsttums, das die Schlange der Genesis ist. Die Rasse Italiens wird ihr den Kopf zertreten." Im weiteren Verlause der Beratungen wurde ein Aktionsprogramm zusammengestellt. Der Unterricht hat Staatsmonopol zu fein, mit völliger Aufhebung des Religionsunterrichtes. Das Familienleben ist aus der „freien Liebe" zu basieren, bie Ausübung ber Wohltätigkeit hat ber Staat zu übernehmen, bem zu biesem Zwecke alle charitatioen Stiftungen privaten unb kirchlichen Charakters auszuliefern sinb. Viel bejubelt wurde das Auftreten des portugiesischen Republikaners Lima. Er ist ber Großmeister des geeinigten lusitanischen Großorients. Nach ber offiziellen Freimaurer-reoue „Acacici" äußerte er sich, baß bie portugiesischen Freimaurer in zehn Monaten ihrer Regierung mehr getan haben, als andere in vielen Jahren zu tun vermochten. Sie hatten die Jesuiten verjagt, bie religiösen Kongregationen aufgehoben, bie Ehescheibung und bie Trennung ber Kirche vom Staate burchgeführt. Er erklärte, büß biefes Ergebnis nur burch ben Laienunterricht möglich war. Zum Schluffe sagte Lima, baß ber Ruf bes römischen Bürgermeisters Nathan allgemein unb fast ein „Symbol" geworben fei. Nach biefer Rebe wurde bem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die maurerischen Taten Portugals in Rom wieberholt werben mögen. Einige Tage später, auf bem Tnriner Nationalkongreß ber Logen, erklärte Lima, baß bie Regeneration Portugals im maurerischen Sinne schon so vollstänbig sei, baß man bie Portugiesen selbst unter-brücken müßte, wenn man sie hemmen wollte. Ferner sagte er, daß die Trennung der Kirche vom Staate so radikal durchgeführt worden fei, daß Portugal ben ersten Rang unter ben bemokratischen Nationen einnehme. Er wünsche Italien eine ebenso vollstänbige Befreiung vom Vatikan, ber mittels Kongregationen und pseudoreligiöser Einrichtungen die Familie zerstöre und die Nation schwäche. Zum Schlüsse lud Lima die italienischen Logenbrüder zum nächsten Frei-maurerkongrefj nach Lissabon ein; dort sollen sie die „am freiesten denkende Stadt Europas" zu sehen bekommen. Bezeichnend für bas siegessichere Gefühl ber italienischen Freimaurer ist folgender Ausspruch eines Logenbrubers: „Rom wirb balb bie Humanitäre Hauptstabt fein und matt wirb nicht mehr sagen, man geht nicht nach Rom, ohne den Papst zu sehen, sondern man geht nicht nach Rom, ohne Nathan zu sehen." Hoher geht der freimaurerische Hochmut nicht. — (Gegen bie neuen Einwanberungsvorschriften.) Gegen bie neue amerikanische Einwanberungsvorlage, welche hauptsächlich bestimmt, daß jeder Einwanderer irgend eine Sprache oder Dialekt lesen unb schreiben können muß, finden jetzt in New Aork viele Protestverfammluugen statt. Alle Redner verurteilen auf das schärfste die einwandererfeindliche Tendenz des Gesetzes, das unameri-kanisch, freiheitswidrig und gegen die Interessen der Union stt die besonders Handarbeiter brauche, bei denen es auf Lesen und Schreiben nicht ankomme. — Nach den neuesten Telegrammen aus New Aork ist die unveränderte Annahme der netten Einwanderung Vorlage infolge der starken Opposition äußerst unwahrscheinlich. — (Wissenschaft und Glaube.) Vor kurzer Zeit hie}4 der Prager Universitätsprofess or Dr. v. Ehrenfels (kein „Klerikaler ) in Wien an der Universität einige natnrphilosophische Vorträge, unter denen der über „Nene Beweise vom Dasein Gottes" am bemerkenswertesten war. Dr. v. Ehrenfels schloß diesen Vortrag mit den Worten: „Ich glaube an Gott und vertraue auf Gott. Die Wiener Judenpresse war über dieses Bekenntnis eines Gelehrten von wissenschaftlichem Ansehen einfach bestürzt. Sie schwieg sich über den Bortrag gründlich aus. Sie will ja bekanntlich nur jene freie" Forschung kennen und beklatschen, die den Unglauben und die Gottesleugnung zur Voraussetzung hat. — Aber manchmal rutschen selbst in der „Neuen Freien Presse", sozusagen ungewollt und unbewußt, Bekenntnisse durch, die man dort nicht erwarten würde. So las man jüngst in einem Feuilleton über ein neues Führichbuch, es breche sich wieder einmal die Erkenntnis Bahn, daß auch die scheinbar unumstößlichsten wissenschaftlichen Axiome keine absoluten „Wahrheiten" sind, sondern Anthropomorphismen, Symbole, Gleichnisse, daß ferner in dem, was man „Wissen" nenne, immer noch ein gutes Stück „Glauben" steckt, daß eine Weltanschauung, in der metaphysische und religiöse Begriffe Platz finden, nicht schlankweg als fossiler Unsinn bezeichnet werden darf, sondern auch von jenen geachtet werden soll und kann, die sie nicht zu teilen vermögen. — Herr Benedikt wird wohl über sein eigenes Blatt erschrocken sein, als er nachträglich obige Sätze las. — (Die Kartelle.) Freiherr Friedrich Karl Rokitansky, Fachberichterstatter des Ackerbauministeriums, führt in einem Aufsatze in der „Reichspost" aus, daß die Kartelle zumeist auf Gewinnsucht anfgebaut wurden und die Konkurrenz ausgeschaltet werde, um den Konsumenten die Preise beliebig zu diktieren und so dem Konsum ein Joch anfzuzwingen, das umso unerträglicher wurde, als das Gesetz keine Handhabe bot, dieses Joch abzuschütteln. So konnte die weite Volkskreise in Mitleidenschaft ziehende Ausbeutungspolitik ungehindert betrieben werden. Die Kartelle verfolgen Zwecke, welche mit der allgemeinen' Wohlfahrt nicht in Einklang gebracht werden können. Nun liegen acht Kartellgesetzentwürfe dem volkswirtschaftlichen Ausschüsse des Abgeordnetenhauses vor und in Enqueten soll neues Material gesammelt werden. Neues Material? Ja, sind die Praktiken dieses modernen Raubrittertums nicht genugsam bekannt, um die Handhabe zu bieten, gegen dasselbe von Gesetzes wegen einzuschreiten? Würde die Geduld des Publikums, das z. B. unter den Machenschaften des Eisenkartells ^ mehr bluten muß als es je unter einer Preissteigerung, sagen wir des Weizens, geblutet hat, nicht bis zum äußersten gespannt und ist der Zynismus eines Herrn Kestranek, der sich in der Enquete geradezu seiner Praktiken rühmt und seinen Spott über die durch ihn genugsam in Mitleidenschaft gezogene Landwirtschaft ergießt, nicht geeignet, das Gefäß des Zornes gegen diese Geißel, welche die österreichischen Völker drückt, zum Üeberfließen zu bringen? Es muß da etwas geschehen, und wenn die jetzige Regierung und das jetzige Parlament nicht den Weg finden,‘ den eisernen Ring zu zerschmettern, so wird eine neue Regierung und ein neues Parlament den Weg finden müssen, denn der Bolkswille, der auflodernde, anstürmende Zorn der Bedrückten ist ein großer Herr und das Maß ist voll! Man muß gegen die ausbeutenden Kartelle nach dem Wuchergesetze strafweise vorgehen. — (Mangel an religiöser Erziehung.) Die Jugend zieht es zu Gott. Das Herz des Kindes gleicht einem fruchtbaren Acker, der den Samen des Glaubens willig aufnimmt und froh emporkeimen läßt. Mit leuchtendem Auge hängt das unschuldige, unverdorbene Kind an den Lippen des Katecheten, der ihm in schlichter, herzgewinnender Sprache ein Vermittler der Heilswahrheiten ist. Und die echte, unqeheuchelte Frömmigkeit unserer lieben Kleinen, wenn sie zum Tischendes Herrn treten, ist sie nicht rührend und auferbaulich für alle? Die Jahre der Kindheit gehen vorüber, das Kind ist der Schule entwachsen. Das einst so liebe, fromme Kind besucht nun nur selten die Kirche, nimmt selten oder gar nicht mehr Teil an ihren Gnadenmitteln. Es verfließen wenige Jahre und du findest vielleicht nur mehr in einem versteckten Winkel der einst so religiösen Seele kümmerliche Bruchstücke des einst lebendigen Glaubens, trauriae Überreste von religiösen Grundsätzen. Was ist schuld an dieser betrübenden Erscheinung? Warum ist das einst so warme Herz erkaltet? Gewiß gibt es auch andere schädliche Einflüsse — die gleichgültige Umgebung, der Verkehr mit Religions- spöttern, schlechte' Zeitungen und Bücher und bergt. —, die den religiösen Bau in den jungen Herzen unterwühlen und untergraben, täte aber das Haus, täten die Eltern ihre Pflicht, so könnten solche Gefahren überwunden werden und das religiöse Leben erhalten bleiben. Nur zu oft steckt in der Familie selbst der Hauptfehler und das Hauptgebrechen. Nur wenn das Leben in der Familie in Einklang steht mit dem religiösen Unterricht und der religiösen Erziehung, die die Kinder in der Schule erhalten, ist die ungeschmälerte Bewahrung des religiösen Gutes in den jugendlichen Herzen möglich. Wenn die Eltern die Kirche und ihre Gnadenmittel meiden, wenn sie leichtfertig und unbekümmert die religiösen und kirchlichen Gebote übertreten, wenn sie vielleicht gar noch überdies zynische Witze reißen über die heiligsten Dinge, wenn sie für die Priester nur Spott- und Schimpfworte in Bereitschaft haben, wie soll dann unter so widrigen, feindlichen Verhältnissen das religiöse Leben der Heranwachsenden Söhne und Töchter nicht allmählich, aber sicher Schiffbruch leiden? Wie ganz anders, wenn in einem Hause echt religiöser Sinn herrscht, wenn Vater und Mutter in der Erfüllung der religiösen Pflichten ein gutes Beispiel geben! Da wird nie geringschätzig gesprochen von den Männern, die sich in der Schule um die religiöse Erziehung der Kinder bemühen, da wird die Schule vom Hause unterstützt, da hilft eine brave Mutter, eine ältere Schwester allenfalls auch selbst mit beim Einlernen des Katechismus und das Kind empfängt den entscheidenden Eindruck, daß die Religion nicht bloß ein Lehrgegenstand für die Schule ist, um den sich Erwachsene nicht weiter zu kümmern brauchen, sondern daß sie für die Eltern und das ganze Haus von gleicher Wichtigkeit ist wie für die Kinder, daß die Glaubens- und Sittenwahrheiten nicht nur auswendig gelernt, sondern im ganzen Leben auch geübt werden müssen. Das ist der Segen einer gut katholischen Familie, daß das Haus eine feste Stütze ist für Kirche und Schule und daß so das religiöse Leben gewissermaßen zur festen, treuen Tra- dition wird für das nachwachsende Geschlecht. Würde man in diesem Sinne eine religiöse Enquete veranstalten, wir fürchten, daß sie leider oft genug schwer beklagenswerte Zustände aufdecken würde. Die Religion ist für das Menschenschicksal das wichtigste, das entscheidendste, nicht bloß für die kurze Spanne Zeit, sondern für die lange, lange Ewigkeit. Und doch wird sie in vielen Häusern wie das allerletzte Aschenbrödel behandelt, wenn nicht noch schlechter. Und da soll den Kindern das innere Paradies des Glaubens erhalten bleiben können! So manche Eltern liegen noch immer im Schlafe religiöser Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit. Mögen sie endlich erwachen, möge in solchen Häusern das religiöse Leben wieder eine glorreiche Auferstehung feiern! Witterdorf. (Ein Volksfest) war die mit einer Effekten-lotterte verbundene diesjährige Hauptversammlung der Schulvereius-Ortsgruppe am 23. Juni. Der Obmann Herr Peter Lobiss er sowie der Vereinskassier Herr Johann König wiesen in ihren Berichten auf den erfreulichen Fortschritt hin, den die Ortsgruppe von Jahr zu Jahr mache, ein Fortschritt, der sich nicht nur in der steigenden Mitgliederzahl, sondern auch in der unerwartet großen Beteiligung an der Hauptversammlung kund gebe. Nach der mit Stimmeneinheit erfolgten Wiederwahl des Vorstandes kam die von allen Teilnehmern mit Interesse erwartete Effektenlotterie ............. ^ an die Reihe. In weniger als zehn Minuten waren die vorbereiteten 1000 Lose ausverkauft. Der hiebei für den Deutschen Schulverein erzielte Reingewinn betrug 108 K. Allgemein gab man dem Wunsche Ausdruck, es möge die Hauptversammlung der Ortsgruppe alljährlich zu einem Volksfeste wie heuer ausgestaltet werden. Der schöne Verlauf des Tages ist ein Verdienst der Ortsgruppe, des Lehrkörpers und des Ortsschulrates sowie anderer Gemeindeinsassen, die durch Zuwendung von Gewinsten die Veranstaltung ermöglichten. — (Für unzurechnungsfähig erklärt) wurde Johann Eppich aus Obrern, der, wie bekannt, seinen Vater erschossen hat. Er wurde bereits in die Irrenanstalt abgegeben, doch wird er kaum lange am Leben zu erhalten sein, da die Schußwunde, die er sich selbst beigebracht hat, in einem fort eitert. — (Gegenwärtiger Stand der Wasserleitungsfrage.) Da die Gottscheer Gemeinden mit ihrer Zustimmung zu säumig waren, haben die Trassierungen sür den Dürrenkraiuerteil der Wasserleitung dort schon begonnen, während Reifnitz-Gottschee erst nächstes Frühjahr an die Reihe kommt. Sicherem Vernehmen nach soll die Regierung zur Wasserleitung 70 °/o, das Land 20 % die Gemeinden 10 °/° beisteuern. Unser Ausschuß wird nun seine Zustimmung doch auch nicht mehr länger hinausschieben. — (Von der Kasse.) Der Geschäftsgang im abgelaufenen Halbjahr war folgender: Neue Spareinlagen K 19.371-13; behoben K18.347'30; Darlehen gegeben K8368'26; rückgezahlt X 5510'92; an den Verband gesandt K 11.000; vom Verbände erhalten K 10.000. Der Geldumsatz K 86.381'46; die Mitgliederzahl 100. Am 30. Juni fand die Revision der Kasse durch den Aufsichtsrat statt, woran sich eine gemeinsame Sitzung des Vorstandes und Aussichtsrcttes ichloß. Walgern. (Ausschußsitzung.) In der Sitzung vom 23. Juni wurde zuerst die im Spitale zu Sissek befindliche Maria König in den Gemeindeverband ausgenommen; die Angelegenheit der Versorgung eines minderjährigen Kindes soll vorher dem Bezirksgerichte vorgelegt werden. Den neunjährigen Knaben Josef Stine übernimmt Gememverat Zofe in Kost und Pflege. Der Ausschuß tritt zum Schlüsse der projektierten Wasserleitung bei, worauf noch Kassarevision vorgenommen wurde. Gveröuchöerg. (Eine Tiroler Kolonie.) Josef Pfeifhofer, die Brüder Josef und Paul Stabinger, gebürtig ans Sexten im Pustertale, haben die Ortschaft Oberbuchberg mit den dazugehörigen Waldungen, Wiesen und Äckern im Flächenmaße von 185 Joch um K 22.500 käuflich erworben. Die drei jungen, unverheirateten Tiroler beabsichtigen eine Saanenziegenzncht zu betreiben und eine Käserei Herrichten. Sannen ist bekanntlich der Hauptort im Kanlon Bern (Schweiz), wo aus der Saanenziegeumilch, bereu Geschmack bei rationeller Pflege sehr angenehm ist, vorzüglicher Käse und gute Butter bereitet wird. Die Saanenziege, meist weiß und ungehörnt, wird in neuerer Zeit zur Verbesserung unseres heimischen Schlages vielfach angeführt. Sie liefert täglich vier bis sechs Liter Milch; ihr Fleisch wird sehr geschätzt. Wessettal. (Heirat in der Fremde.) Am 18. Juni l. I. ist in der Stadtpfarrkirche zu Freistadt (Oberösterr.) Floriana Kosar aus Kummerdorf Nr. 10 mit Moritz Dumhart getraut worden. — (Straßenangelegenheit.) Am 20. v. M. traf Herr Oberingenieur Heinrich Kalß aus Laibach hier ein, um zufolge Auftrages des hohen Landesausschusses die Strecke der umzulegenden Bezirksstraße Nesseltal-Neufriesach-Hohenegg-Zwischlern-Gottschee zu trassieren. Die neue Straße wird eine Länge von 18—20 Kilometer haben und soll eine Steigung von nur 5 % aufweisen, während die Steigung der gegenwärtigen teilweise sogar 20 °/o beträgt. Durch den Bau dieser Straße wird man einem längst gehegten Wunsche und tatsächlichen Bedürfnisse entsprechen und ihre Durchführung wird eine große Wohltat für den Verkehr hieher werden. — (Begräbnis eines Achtnndvierzige r-V eter a nen.) Wieder ist ein Veteran zur großen Armee eiugerückt, Josef Hutter, vulgo „Hartcir Jofche", im Alter von 89 Jahren. Der Verstorbene war ein tapferer Krieger, der die Jahre 1848 und 1859 mitgemacht hat. Am 25. Juni gaben ihm seine Bekannten, Nachbarn und Freunde sowie die hiesige Musikkapelle das letzte Ehrengeleite. Lienfeld. (Trauung.) Am 24. Juni wurden in der Filialkirche zu Lienfeld der 1k Hübler Johann Hutter von Nr. 9 und Josefine Putre von Nr. 19 getraut. Unter den Hochzeitsgästen befanden sich vier Besitzer, die durch Verheiratung ihrer Kinder zu Gegenvätern geworden sind. Es sind dies folgende Herren: der Vater des Bräutigams Johann Hutter, der Braut Hans Putre, ferner Johann Recher, Zimmermeister in Schalkendorf, und Matthias Lackner, Besitzer in Niedermösel Nr. 7. Wohl eine Seltenheit. Dem jungen Ehepaare wünschen wir viel Glück! Kinteröerg. (Von der Feuerwehr.) Unsere Jagdpächter, die Herren L., haben uns vor vier Jahren zwei Feuerspritzen gespendet, eine große und eine kleine, damit so die Jagdpachtung verlängert wurde. Das größere Depot hiesür hat die Gemeinde gleich gebaut um K 1000, und zwar bei der Straßenkreuzung. Das kleinere Depot in Hinterberg zu bauen hat sich Herr L selbst erbötig gemacht, bezw. verpflichtet (um K 600). Es sind nun schon vier Jahre seitdem her. Wir müssen die Spritze noch immer provisorisch in den Scheuern und in der Kirche unterbringen. Es wäre daher an der Zeit, daß für die Unterbringung ein Definitivuin geschaffen würde durch Erbauung des Depots? Dann könnte auch die Spritzenweihe begangen werden. Der Feuerwehrausschuß. Altlag. (Die Angelegenheit einer Straßenverbindung Altlag-Reichenau-Nesseltal) bildete schon wiederholt den Gegenstand öffentlicher Besprechung und Erörterung. Eine Straße ist sür die Gegend von Winkel, Neubacher, Reichenau und Nessellal unbedingt notwendig, denn die Leute haben hier feine anderen Straßenverbindungen, als Viehpfade und Feldwege, die zur Regen- und Winterszeit kaum passierbar sind. Der wirtschaftliche Rückgang, die durch diesen Umstand veranlaßt Zunahme der Auswanderung, sind gewiß auch dem Umstande zuzuschreiben, daß unsere Gegend mit Verkehrsstraßen so schlecht bestellt ist. Die „Waldnergegend" weist vornehmlich einen seichten Kalkboden auf, der zur Waldkultur wie geschaffen ist, und tatsächlich könnte auch der Handel mit Holz und Holzerzeugnissen eine mächtige Stütze für den Wirtschaftsbetrieb bilden, wenn eine entsprechende Verkehrsstraße den Transport des Holzes ermöglichen und erleichtern würde. Bei den jetzt herrschenden Verhältnissen jedoch ist es kaum möglich, daß die Holzerzeugnisse ob des kostspieligen Transportes genügenden Absatz finden. Es erscheint daher als ein Ersordernis der Wirtschaft, diese sonst arme, aber holzreiche Gegend durch den Bau einer Berkehrsstraße der Welt zugänglich zu machen und derselben zu einer Einnahmsquelle zu verhelfen. Die in Rede stehende Straße würde bei Altlag abzweigen und an Winkel und Neubacher vorbei ohne die geringste (Steigung die Richtung durch die volkreiche Ortschaft Reichenau nach Nesseltal nehmen. Die Straße mit einer Länge von 18—20 Kilometern hätte nicht nur den geschäftlichen Verkehr der genannten Ortschaften untereinander zu vermitteln, sondern würde auch sehr stark von den Bewohnern Dürrenkrains benützt werden, die auf derselben aus die Märkte nach Weißkrain fahren und mit der dort eingekauften Ware auf dem gleichen Wege wieder in ihre Heimat zurückkehren würden. Ebenso würden diese Straße jene Besitzer, besonders Vieh- und Schweinezüchter, aus den Gemeinden Neffeltal und Unterdeutschau benützen, Oie geschäftlich sehr oft mit Rudolfswert verkehren müssen. Da diese Straße somit nicht nur lokalen Zwecken dienen, sondern auch den Verkehr zwischen mehreren Bezirken vermitteln würde (Bezirk Gottschee, Rudolfswert und Tschernembl), so ist die Petition des Gemeindeamtes Altlag und der Ortschaft Reichenau um Trassierung und Bau der Straße Altlag-Reichenau-Nesseltal erklärlich. Wir aber schließen mit den Worten des vielfach gebrauchten Amtsstiles: „Ist im vorliegenden Falle die schleunige Abhilfe im eminenten Interesse des Landes gelegen." — (Für die Wasserleitung.) In der Sitzung vom 30. Juni hat der Gemeindeausschuß den Beitritt zur Wasserleitung beschlossen und hiemit unserer so wasserarmen Gegend eine große Wohltat erwiesen. Der frühere liberale Ausschuß hat sich mit Händen und Füßen gegen das Wasser gemehrt. Dafür mußte er aber auch von der Bildfläche verschwinden. SWuttbf. (Verschiedenes.) Am 12. Juni wurden getraut der Häusler Franz Wrinskelle mit Maria Petschauer. Am 23. Juni starb der Landwirt Johann Kraker (Marklhan|ch) von Dornachberg 31 an Blutsturz. Er stand im 75. Lebensjahre. gtefmfaf. (Dringende, Reparatur.) An der Instandsetzung des Gemeindeweges zwischen Tiefental und Malgem wird seit zwei Wochen gearbeitet. Die Herstellung dieses Weges war eine dringende Notwendigkeit für Tiefental, Kufenöorf, Malgem, Ort und Mitterdorf. Letztere Dörfer erhalten hiemit einen Weg, auf dem sie das Holz aus ihren Holzanteilen heimführen können, ohne fürchten zu müssen, bei jeder Fuhr den Wagen zu ruinieren. Die Herstellung,^- iagd- e Ge-zung. cr L. ) nun mmet . Es Ivum auch rß. v er-ieder-cmtg. jenau keine . die chaft-; der daß Die auf, auch Stütze ehrs-iirbe. ;lich, nbeii Haft, Berliner ürbe ohne chafl Inge lehr ürbe den, mit ihre jene tbeu mit nur wen und und lag» cteu alle m.'1 30. de-oße den ;uch aut uni erg nd- itrb ine Drt em ten p- foften belaufen sich auf K 8000; dazu hat der Landesausschuß K 1800, der Bezirksstraßenausschuß ,K 500 zugesichert. Angesichts der Tatsache, daß die nur 498 Seelen zählende Gemeinde Ebental 95 °/g Gemeindeumlagen zu tragen und überdies in letzter Zeit noch ein Darlehen von K 5600 ausgenommen hat, verdient die Gemeinde seitens des hiesigen Landesausschusses und des Bezirksstraßenausschusses gewiß noch weitere Unterstützung, zumal, wie erwähnt, der Weg für fünf Dörfer von großer Bedeutung ist. Miez. (Jagdglück.) Am 23. v. M. begegnete Herr Georg Maichin aus Hinterberg im Rieger Schachen beim sogenannten Taubenbrünnl einer Bärin mit einem Jungen. Herr Maichin erlegte die Bärin mit einem Schrotschuß auf etwa 20 Schritt. Leider ist das seltene Jagdglück getrübt durch die Tatsache, daß das Bärenfell, das man sich jedenfalls zum Andenken behält, keinen Wert hat. Wie wir erfahren, mußte die Bärin samt dem Fell verscharrt werden, ein für eine Bärin jedenfalls unehrenhaftes Ende, da ihre Kluft nicht einmal für einen Bettvorleger taugte. — (Eheschließungen.) Am 24. Juni heirateten Franz Stampfl aus Rieg und Maria Jur mann aus Kölschen; am 29. Juni Josef Paulin aus Moos und Anna Scherz er aus Ossilnitz; am 1. Juli Franz Lusch in aus Kölschen und Josefa Sbasehnig aus Masereben. Hiterbach. (So vergeht die Herrlichkeit der Welt.) Bor sechs Jahren hat Witwer Georg Lackner aus Otterbach Nr. 29 eine Erbschaft von etwa K 14.000 gemacht, bald darauf auf Nr. 5 geheiratet, ein mittelgroßes Haus mit K 4000 gebaut und eine Gastwirtschaft angefangen. Es wäre also noch ein hübscher Sparpfennig bei kluger Haushaltung übrig geblieben. Doch der Älkoholismus einerseits und die leichtsinnige Wirtschaft anderseits verzehrten den ererbten Wohlstand und stürzten das Haus noch in Schulden. Bisher wäre noch nicht alles gefehlt gewesen. Aber vor kurzem kaufte her 64jährige Georg Lackner mit seiner ebenfalls älteren Gattin das Haus Nr. 3 in Otterbach ohne Geld, ohne den Kausschilling von K 5600 bezahlen zu können. Ein entsprechendes Darlehen konnte nicht aufgetrieben werden. Da die Verkäuferin von Nr. 3 den Kauf nicht rückgängig machen wollte und den Kaufschilling bezahlt haben will, werden die Liegenschaften Haus Nr. 3 und Haus Nr.- 5 samt fundus instructus am 23. Juli vormittags um. 9 Uhr beim k. k. Bezirksgerichte versteigert. Für Haus Nr. 3 beträgt der Schätzwert K 4629 66, das geringste Gebot K 3086'44; für Haus Nr. 5 der Schätzwert K 3306 40, das geringste Gebot K 2446'28 samt Zubehör. Unterlag. (Blitzschläge.) Am 25. Juni ging über Unterlag ein Donnerwetter nieder, worüber es allgemein heißt: So etwas ist noch nicht da gewesen! Auf jedes Ausleuchten des Blitzes folgte sofort ein Krach'. Dreimal schlug der Blitz im Dorfe ein. Einmal in das Haus des Rom, dann in eine Esche im Garten des Georg Kapsch und schließlich noch in die Pfarrkirche. Beim Hause des Rom zündete der Blitz, doch konnte das Feuer sofort gelöscht werden. Bei der Pfarrkirche schlug der Blitz wahrscheinlich in den Blitzableiter, sprang dann von der Ableitungsstange ab, zerteilte sich und durchlöcherte' den Plafond des Kirchenschiffes an vielen Stellen. Glücklicherweise zündete er nicht. Und so sind wir, Gott sei's gedankt, nur mit dem bloßen Schrecken, der wohl allgemein und groß war, davongekommen. — (Sterbefall.) Am 18. Juni starb hier Maria Ruppe, Gattin des Alois Ruppe, Besitzers des Hauses Nr. 4, in ihrem 40. Lebensjahre und wurde am 20. unter großer Beteiligung der Pfarrinsassen zu Grabe getragen. Wiedermösek. (Selbstmordversuch.) Am 30. Juni versuchte Gastwirt Matthias Schauer Nr. 9 aus Kränkung infolge unaufhörlicher häuslicher Zwistigkeiten einen Selbstmord durch Erhängen. Sein Sohn Johann bemerkte ihn bereits am Stricke hängen. Hilfe wurde sofort herbeigerufen, der Strick schnell abgeschnitten und der schon vollkommen bewußtlose Mann durch vieles Reiben wieder ins Leben geweckt. Eine Minute später wäre keine Rettung mehr möglich gewesen. Vor 15 Jahren hat sich auch der Vater des Genannten erhängt. Der Dämon Alkohol ist auch in diesem Hause die Ursache der Zwistigkeiten. Wöset. (Trauung.) Am 30. Juni wurde in hiesiger Pfarrkirche der älteste Bursche von Mosel Johann Stimpfl, 51 Jahre alt, mit Margaretha Movrin, 51 Jahre alt, aus Kralje, Pfarre Unterdeutschau, im Beisein einer großen Volksmenge getraut. Die Braut wurde mit großer Feierlichkeit aus ihrer Heimat abgeholt und bis zur Kirche gefahren. Auf der Hochzeit waren sehr viele Gäste. — (Sterbefälle.) Am 11. Juni in Niedermösel 8 Georg Kump, 74 Jahre alt, am 14. Juni im Landesspitale in Laibach Josef Perz aus Verdreng Nr. 16, im Alter von 22 Jahren. Sie ruhen im Frieden! Laibach. (Der Provinzausschuß) des Gendarmerie-pensiouisten-Reichsvereines für Krain in Laibach hat in der letzten Sitzung beschlossen, für seine Mitglieder die Dienstvermittlung einzuführen. Die Herren Dienstgeber und Kollegen, welche auf diese Vermittlung reflektieren, wollen sich an den Vereinskassier Herrn Karl Pirman in Laibach, Chröngasse Nr. 11, wenden, welcher die unentgeltliche Vermittlung besorgen wirb. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Aleindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige E äßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Ls wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Zirmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. §^H In Wrauen I ist das Haus Nr. (6, in welchem viele Jahre der Herr Pfarrer Jaklitsch wohnte, zu verpachten. Das Haus ist für jederlei Geschäft, profesfionisten, Pensionisten usw. sehr geeignet; es hat die schönste Lage im (Drte, Mittelpunkt zwischen Gottschee und Brod, daher für die meisten Fuhrwerke Haltestelle. Anfragen sind an Matthias Weber in Moufafcon.' bei Triest zu richten. Abonnieret und leset den Gottscheer Boten! Anzeige I Dem P.T. Publikum wird hiemit höflichst bekannt gemacht, daß im neuen Hause des Herrn A. Kajfež, nächst der Bahnstation Gottschee, ein neues Geschäft eröffnet wurde, woselbst alle Waren zu den billigsten Preisen verkauft werden. Im Herbste werden hier auch Landesprodukte, ais: Fisolen, Kartoffeln usw., eingekauft. Den P. T. Stadtkunden wird die Ware auf Verlangen ins Haus gestellt. Um zahlreichen Besuch bittet das Geschäftshaus „Zur Dampfsäge“ F. Škerlj. Umin der Deutschen a. 6otf$chee rn ten. Zitz: I., Himmelpfortgajse Nr. 3 wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereiuslokale „Zum roten Igel", I., Ilbrechtsplatz Ar. 2. In Grafenfeld ist das Haus Nr. 19 samt den Äckern (5 große und 3 kleine), Wiesen und einem sehr schönen Waldanteile billig zu verkaufen. Anfragen sind zu richten an die Schriftleitung des „Gottscheer Boten". KEIL-LACK 2TXtt „Aeil-Lack" gelbraun oder grau Streicht man den Boden, merkt genau! Und für Parketten reicht ’ne Büchse Alljährlich von Keils Bodenwichse. Waschtisch und Türen streich ich nur Stets glänzend weißmitAeilsGlasur, ^ür Küchenmöbel wählt die Hrau Glasur in zartem, lichtem Blau. ZweiKorbsauteuils, so will's bielTtob’, Streich ich in Grün— den ändern Rot. Das Mädchen selbst gibt keine Ruh' Mt Keils Creme putzt sie nur die Schuh’, Und murmelt, weil ihr das gefällt, „Der Haushalt, der ist wohl bestellt!" Stets vorrätig bei: IMNZ S0\) ttt Idria: Val. Lapajne. Krainburg: Kran; Dalenz. Laibach: Leskovic & Meden.' ' Radmannsdorf: Htto Komann. Rudolfswert: I. Mcek. Stein: Hd. Kajek. 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