poStnina v ctrLavi 8N8 pLvSalirsns. Nr. 2Y. Erscheint am 1., 10. und 20. eines jeden Monates. 2. (17.) Iahrg. Bezugspreise: für Jugoslawien: ganzjährig 20 K, halbjährig 10 K. für Österreich: ganzjährig 26 K, halbjährig 13 K. für Amerika: 2 50 Doll. — Einzelne Nummern 70 li. ÄussteUung der Schülerzeichnungen am Staatsreatgymnasrvm in Gottschee. Am 27., 28. und 29. Juni fand im Zeichen¬ saale des Gymnasiums in Gottschee eine Aus¬ stellung der Zeichcnarbeiten der Schüler statt, die das allgemeine Interesse der Bevölkerung erregte, sich eines sehr zahlreichen Zuspruches — rund 1100 Besucher — erfreute und großen Beifall sand. Das Arrangement der vom Herrn Professor Josef Pungartnik veranstalteten Ausstellung muß als ein sehr glückliches und geschmackvolles bezeichnet werden. Au der Stirnseite des großen mit Tannengrün geschmückten Saales war unter einem Gewinde von Tannenzweigen das Bildnis Seiner königl. Hoheit des Thronfolger-Regenten Alexander angebracht, eine überraschend tüchtige Arbeit der hervorragend begabten Schülerin Marie Ahazhizh (IV. Kl.). Auch die übrigen ausgestellten Leistungen dieser Schülerin erheben sich bedeutend über den Durchschnitt. Das Bildnis des Thron¬ folgers war umrahmt vom Reichswappen und von den Wappen sämtlicher Provinzen des jugo¬ slawischen Königreiches (ebenfalls Schülerarbeiten). Die Schülerarbeiten waren teils auf Tischen und Pulten ausgestellt, teils zierten sie die Wände des geräumigen, hohen Saales. Wer noch an die Zeiten denkt, wo man in der Mittelschule fast nur nach langweiligen Vor¬ lagen zeichnete und der Natur und ihrer Frische sozusagen in weitem Bogen auswich, der weiß es umso mehr zu schätzen, daß der Zeichenunterricht in neuerer Zeit andere, erfreulichere Wege ein¬ geschlagen hat und zu Mutter Natur als dem einzig gesunden Borne zurückgekehrt ist. Und diese im besten Sinne des Wortes moderne Richtung finden wir ohne ungesunde Übertreibung voll und ganz auch bei den Zeichenarbeiten der Ausstellung unseres Gymnasiums. Nirgends lebens- und natur- fremdes, totes Vorlagezeichnen, überall angeregte und anregende Arbeit nach der erquickenden natür¬ lichen Wirklichkeit: Bunte Schmetterlinge, farben¬ reiche Blumen, lachende, saftige Früchte (Stilleben), Muscheln, Köpfe nach Gypsmodellen, landschaft¬ liche Bilder (z. B. die Corpus Christi-Kirche) er¬ freuen abwechslungsvoll mit ihren frischen Farben¬ tönen unser Auge; daneben wird selbstverständlich auch die spröde „Grammatik" des Zeichnens, die geometrische Schattenkoustruktion und dergl., nicht vernachlässigt. Der Unterricht in der 4. Klasse legt das Haupt¬ gewicht auf Malarbeiten, die 3. Klasse pflegt neben Malerei lehrplangemäß auch die Perspektive und Schattenkonstruktion, die 2. Klasse betreibt neben perspektivischem Zeichnen Naturstudieu (auch Land- schastliches), die Anfänger in der 1. Klasse zeichnen Blumen und Ornamente in Farben. Man ist aufs angenehmste überrascht, daß bei den gegen¬ wärtigen außergewöhnlichen Schwierigkeiten (Man¬ gel an Zeichenpapier, Teuerung der Farben, dazu noch spröde Veranlagung mancher Schüler) so Gutes und Lobenswertes geleistet werden konnte. Umso mehr muß man die hingebende Bemühung und treffliche Methode des Lehrers anerkennen, der seinen Gegenstand so anziehend zu gestalten ver¬ steht, daß die Zeichenstunden die Lieblingsstunden der Schüler wurden, auf die sie sich freuten und die ihnen immer zu kurz wurden. Bemerkenswert ist es, daß kein einziger Schüler im Zeichnen die GMschee, 10. Juli 1920. Note „nicht genügend" erhielt. Es gab ja unter den Schülern, insbesonders unter den jungen un¬ geschickten und ungelenken Anfängern, so manchen, der mit seiner plumpen Hand anfangs nur ver¬ zweifelte Klexereien zustande brachte; aber der- Geschicklichkeit, Geduld, Umsicht und Ausdauer des Herrn Professors Pungartnik gelang es doch, selbst aus so sprödem Material schließlich etwas Brauchbares und Annehmbares herauszuschlagen. In die Beurteilung und Besprechung der Ar¬ beiten einzelner Schüler oder Schülergruppen können wir uns schon wegen Raummangels nicht einlassen; wir müssen uns auf ein Pauschallob beschränken. Alle Schülerarbeiten ohne Ausnahme weisen Fleiß und tüchtiges, braves Streben auf, nicht wenige davon aber erheben sich über die durchschnittliche Mittelmäßigkeit und zeugen von sichtlicher Begabung. Zur Aufmunterung seien hier die Namen jener Schüler und Schülerinnen aufgezählt, die im Zeichnen sehr gute oder gute Erfolge erreicht haben. IV. Klasse: Ahazhizh Marie aus Gottschee, Petsche Klara aus Mitter- dorf, Verderber Rudolf aus Gottschee, Erker Walter aus Altlag, Eisenzopf Gottfried aus Gra- fenfeld, Bartelme Norbert und Bartelme Hellmut aus Gottschee, Kosar Waller aus Hohenegg, Gode Fr. aus Istrien (Flüchtling), Tschinkel Franz aus Gottschee, Hiris Josef aus Gottschee. III. Klasse: Cetinski Andreas aus Mrauen, Primosch Ernst aus Gottschee, Tschinkel Walter aus Gottschee, Hutter Josef aus Hinterberg, Erker Franz aus Altlag, Ditz Bruno aus Gottschee, Michitsch Heinrich aus Plösch, Loy Joh. aus Gottschee, Kraus Franz aus Gottschee, Kleiner Albin und Kleiner Erwin aus Mitterdorf, Scheriau Friedrich aus Gottschee, Rigler Karl aus Gottschee. II. Kl.: Ahazhizh Josefine aus Gottschee, Wittiue Ida aus Mitterdorf, Bauer Anton aus Fara, Kasse? Sreöko aus Gottschee, Sterbenz Erich aus Mösel, Loser Alfred und Loser Hans aus Morobitz, Wittiue Friedrich aus Rieg, Fitz Johann aus Koflern. I. Klasse: Kajfer Emilia aus Novasela, Kajfe? Franziska aus Petrinja, MiklavciL Spa- senia und Miklavčič Soetopolk aus Gottschee, Nosan Viroflava aus -Gottschee, Pungrcic Fr. aus Skocijan, Zaplatil Jos. aus Gottschee, Mar¬ telanc Karl aus Gottschee, Mihelič Stanko aus Altlack, GregoriL Frz. aus Gottschee, Fink Boris aus Laibach, Andoljäek Jos. aus Groß-Pöllaud, Bogataj Jo. aus Gottschee, Bregar Jv. aus Reifnitz, Kajfe? Jos. aus Novasela, Kajse? MiZko aus Gottschee, HcEevar Frz. aus Strug, Zavodnik Eugen aus Groß-Laschitz, Drobnič Jos. aus Gott¬ schee und de Damos Konstantin aus Karlshütten. Im Hintergründe des Saales waren die eigenen künstlerischen Arbeiten des Herrn Prof. Pungartnik zur Schau gestellt. Der Herr Professor ist nach Neigung und Veranlagung Porträtmaler und Landschafter. Die Porträts der hochw. Herren Dechant Erker (Ölgemälde) und Gymnasialdirektor Watzl (Tusch- und Kreidezeichnung) sind uns schon von früher her bestens bekannt. Lobend hervor¬ zuheben ist die sprechende Porträtähulichkeit. Die charakteristischen Züge sind mit feinem Verständnisse wirksam herausgearbeitet. Der Vollendung nahe ist ein anziehendes, treffliches Frauenbild (Frau Prof. Burger darstellend; Ölgemälde). Ungemein reizend blicken uns zwei allerliebste Blondköpfe an (die beiden Kinder des Herrn Rechtsanwaltes Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind zu senden an die Schriftleitung. — Postsp.-Nr. 10.975. Anzeigsn-Aufnahme u. -Berechnung in der Buchdruckerei. Dr. Sajovic). Stimmungsvoll wirken zwei kleinere Landschaftsbilder (Gegenstücke) aus der Gegend von Schwarzenbach. Die Mitte des Raumes an der Wand nimmt ein ebenfalls seiner Vollendung entgegengehendes Altarbild ein. Das für. die Kapelle im hiesigen Marieuheim bestimmte Ölgemälde ist I V« m hoch und 1'15 m breit. Es stellt eine rührende Szene dar. aus dem Leben der am 13. Mai l. I. in Rom selig gesprochenen Barmherzigen Schwester Luise von Marillac, der Stifterin und ersten Oberin der Kongregation der christlichen Liebe, die im Jahre 1660 im Alter von 6g Jahren in Paris gestorben ist. Im Jahre 1648 hatten mehrere wohltätige Damen in Paris die Pflege von armen kleinen Kindern übernommen, mußten jedoch mangels an Mitteln ihr edles Werk schweren Herzens aufgeben und die armen Kinder sozusagen auf die Straße setzen. In dieser mi߬ lichen Lage erbarmte sich der heil. Vinzenz von Paul der armen Kleinen, die mitten im kalten ^Winter hungerten und froren, und führte sie in das eben erst kürzlich neu gegründete Institut der Barmherzigen Schwestern. Dort wurden sie von der mildtätigen Oberin Luise von Marillac mit offenen Armen barmherzig ausgenommen. Diese rührende Szene stellt das Gemälde lebens¬ voll in ergreifender Weise dar. Herr Professor Pungartnik hatte hiesür keine Vorlage zur Ver- fügung. Die künstlerische Konzeption des wir¬ kungsvollen Bildes ist ausschließlich sein eigenes Werk. Die Szene stellt sozusagen eine Verkörperung der erbarmenden christlichen Caritas dar. Von besonderer Wirkung sind die zaubervollen Sonnen¬ strahlen, welche wie ein himmlischer Glanz auf die Szene fallen und sie verklären. Der herrliche Lichteffekt symbolisiert sozusagen die höhere Weihe, die dem Werke der Barmherzigkeit von oben zu¬ teil wird. Das eindrucksvolle, aus den Beschauer erbauend und erhebend wirkende Bild ist ein sprechender Beweis für das treffliche Können und Schaffen feines Schöpfers. Herr Professor Pungartnik ist eine edel ver¬ anlagte und edel gestimmte echte Künstlernatur. Schon deshalb wirkt sein ganzes Wesen anregend und befruchtend auf seine Schüler. Möge es ihm beschieden sein, den Sinn und Geist unserer heimischen Mittelschuljugend immer mehr für die hehren Ideale der Kunst zu entflammen und zu begeistern und dadurch mittelbar auch auf den Geschmack des Volkes bildend und veredelnd ein- zuwirken. Aus Stadt und Land. Hottschee. (Die Bedeutung der Reise des Thronfolger-Regenten.) Der glänzende Verlauf der Reise des Thronfolger-Regenten Alexander übertraf alle Erwartungen und das politische Ergebnis derselben bedeutet sowohl nach außen als auch nach innen einen großen Erfolg. Die Vertreter der auswärtigen Presse kouuten sich überzeugen, daß das, was vielfach über den „Ab¬ grund" zwischen Agram und Belgrad gefaselt worden war, in den Bereich der Fabel gehöre. Der Glaube und das Vertrauen auf den Bestand unseres Staates und auf die fortschreitende staat liche und nationale Verschmelzung der jugosla Seite 60. Gotischen Zeitung — Nr. 20. Jahrgang II. wischen Stämme hat also im Auslande eine starke Kräftigung erfahren, was unserem Staate zum Vorteile dient. Aber auch im Innern haben sich die Meinungen über das Bestehen unversöhnlicher Gegensätze als ganz unzutreffend erwiesen. Das Neusatzer Deutsche Volksblatt schreibt: „Die Kroaten haben nun die Antwort auf diese Zweifel gegeben und wir freuen uns, daß sie so klar und so ver¬ nehmlich ausgefallen ist. Die Reise des Thron¬ folger-Regenten war ein politischer Meister¬ zug, der ein dichtes Netz von Lügen und Intrigen zerrissen hat, in dem sich ein Teil der öffentlichen Meinung des Anslandes zu verstricken drohte. Das ist der große Erfolg der Reise, zu dem sich alle Vaterlandsfreunde beglückwünschen können." Das Blatt meint sodann, daß die Scheidewand zwischen Serben und Kroaten, soweit sie überhaupt noch besteht, durch das eifervolle Zusammenarbeiten der beiden Bruderstämme sehr bald gänzlich ab¬ getragen sein wird. „Wir deutsche Jugoslawen, die wir die innere und äußere Erstarkung unseres Vaterlandes wünschen, begrüßen dieses Zusammen¬ arbeiten mit den lebhaftesten Sympathien und freuen uns, daß durch die Agramer Reise des Thronfolger-Regenten auch dem Auslande ein tieferer Einblick in die wahre Seelenstimmung der Südslawen ermöglicht wurde. Namentlich in Deutschland, mit dem — wie wir hoffen — in nicht zu ferner Zeit ein reger Austausch materieller und geistiger Güter Zustandekommen wird, möge man aus der eigenen Geschichte lernen, daß der Wunsch nach nationaler Vereinigung keine unüber¬ brückbaren Gegensätze kennt. Tausend Brücken sind geschlagen, von Herzen zu Herzen, und wer es anders zu wissen glaubt und ein politisches Traumreich zusammengedichtet hat, der wird eines Tages mit bösen Kopfschmerzen erwachen." — (Vom Finanzwachdienste.) Herr Fi- nanzwach-Oberkommissär Alois A r m e Iini wurde von Gottschee nach Aßling versetzt; an seine Stelle kam Herr Andreas Weble als Finanzwach-Kom¬ missär nach Gottschee. — (Jahresbericht des Staatsgym¬ nasiums in Gottschee.) Vor Kürze ist der von der Gymnasialdirektion herausgegebene ge¬ druckte Jahresbericht für das Schuljahr 1919/20 erschienen. Der Lehrkörper der Anstalt zählte 7, bezw. 8 Mitglieder. Unterrichtssprache war in der ersten und zweiten Klasse die slowenische, in der dritten und vierten Klasse die deutsche. Die An¬ stalt zählte am Beginne des Schuljahres 93, am Schluffe 88 Schüler. Während des Schuljahres traten 4 Schüler ein und 9 Schüler aus. Von diesen waren 74 ordentliche Schüler, 11 Hospi¬ tantinnen, 3 Privatisier:. Der Muttersprache nach waren 45 Deutsche, 43 Slowenen. Was den Unterrichtserfolg anbelangt, wurden 12 -j- 5 — 17 als vorzüglich geeignet zum Aufsteigen in die nächst höhere Klaffe erklärt, 43 als geeignet, 1 als im allgemeinen geeignet, 28 als nicht geeignet. Vier Stipendisten (3 Stampfl'sche Stipendien und 1 Regnard'sches Stipendium) bezogen einen Stif¬ tungsbetrag von zusammen 640 X. Für die Unterstützung der Schüler sorgten der „Koäevski dijaški dom" (Gottscheer Schülerheim) und die „Christliche Studentenlade". Der „KoLevski di- jaški dom" wurde am 6. September 1919 ge¬ gründet, unterhält einerseits das im Gymnasial¬ gebäude untergebrachte Schülerheim und unter- stützt ferner nach Möglichkeit bedürftige Schüler auch mit Büchern, Kleidung usw. Der Verein zählte am Ende des Schuljahres 68 Mitglieder. Seine Einnahmen betrugen X 2503'87, die Aus- gaben X 1591'07. Unter den Einnahmen sind insbesondere die Beihilfe des Kommissariats für soziale Fürsorge im Betrage von X 1000'— und eine Spende der hiesigen Eisenbahner per X 400'— zu erwähnen. Für Bücher und Schul¬ bedürfnisse wurden X 514'27, für die Beheizung X 439'90, für die Beleuchtung X 155 60 ver¬ ausgabt. Im Schülerheim, das in drei geräumigen Schulzimmern des Gymnasialgebäudes (D Stock) untergebracht ist, fanden 17 Schüler der 1. und 2. Klaffe Aufnahme und Verpflegung. Die Kost und die Wäsche besorgten die ehrw. Barmherzigen Schwestern des hiesigen Marienheims gegen ein mäßiges Entgelt. Die „Christliche Studentenlade" gab für die Verköstigung von 11 Schülern der oberen zwei Klassen (der Mehrzahl nach Kongre- ganisten) X 4063 aus. Der Verein erhielt von dem „Unterstützungsverein für dürftige Schüler am Gymnasium in Gottschee", der sich im vorigen Schuljahre aufgelöst hatte, auch sämtliche Schul¬ bücher, welche den Schülern ausgeliehen wurden. Auch an der amerikanischen Aktion für die Unter- stützung von Kindern im Monate Mai (Verteilung von Zucker, Mehl, Fisolen, Seife usw.) nahmen 15 Schüler der Anstalt teil. — Die Aufnahms¬ prüfungen für die erste Klasse finden im Herbst¬ termine am 18. September von 9 Uhr vorm. an statt; die Einschreibung der Schüler in die erste Klasse am 15., 16. und 17. September von 10 Uhr vorm. an; die Wiederholungsprüfungen am 18. September von 8 Uhr vorm. an. Am 19. September wird das neue Schuljahr 1920/21 mit dem Heiligengeistamte eröffnet. Der regel¬ mäßige Untericht beginnt am 20. September. — (Todesfall.) Vor wenigen Tagen starb in Weinitz nach längerer Krankheit, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Hochw. Herr Geistl. Rat und Pfarrer Georg König im Alter von 72 Jahren. Der Verstorbene war aus Altlag gebürtig. Er war eimtreuer, gewissenhafter Seelen¬ hirt, ein hervorragend tüchtiger Ökonom und ein langjähriges Mitglied des Bezirksschulrates in Tschernembl. Im Jahre 1871 zum Priester ge¬ weiht, hat er volle 49 Jahre seinem heiligen Beruf? mit allem Eifer und bestem Erfolge gedient, es fehlte ihm also nur noch ein Jahr zum Jubel¬ priester. Den bischöflichen Anstalten in St. Veit widmete er so manche Spende, auch den Kirchenbau in Gottschee bedachte er mit einer beträchtlichen Geldspende. In letzterer Zeit wurde er in der liberalen Presse in Laibach öfters heftig ange¬ griffen und infolge politischer Umtriebe seiner Gegner sogar in Anklagezustand versetzt, jedoch freigesprochen. Die hiemit verbundenen Aufre¬ gungen haben wahrscheinlich auch seine Gesund¬ heit einigermaßen erschüttert. Er ruhe in Frieden. - — (Verbot der Banknoten einfuhr nach Deutschöst erreich.) Die österreichische Vertretung ersucht uns mitzuteilen, daß das öster¬ reichische Staatsamt für Finanzen verfügt hat, daß in Hinkunft die Einbringung von deutsch¬ österreichisch gestempelten Noten nur bis zum Höchstbetrage von 2000 Kronen pro Person ohne Bewilligung gestattet ist. In allen übrigen Fällen kann die Einfuhr von deutschösterreichischen Bank¬ noten nur auf Grund einer mittelst Gesuches bei der Devisenzentrale in Wien anzusprechendeu Be- willigung erfolgen. Die Einfuhr tschechoslowakischer Staatsnoten und jugoslawischer Kronen-Dinar- noten unterliegt keiner Beschränkung. — (Der Staatsvoranschlag 1920/21.) Für das Rechnungsjahr 1920/21 sind die ordent¬ lichen Ausgaben mit 3.191.115.128 Dinars, die außerordentlichen mit 803,241.414 Dinars ver¬ anschlagt. Die gesamten Einnahmen sind mit 3.884,174.798 Dinars präliminiert, so daß der Voranschlag mit einem Defizit von nur 110,181.745 Dinars gegenüber 2 Milliarden Dinars Defizit im Budgetjahre 1919/20 schließt. Die wichtigsten Einnahmsposten- sind folgende: Zolleinnahmen 402,350.000 D, Verzehrungsst. 129,840.000 D, Verkehrssteuer 400,000.000 D, direkte Steuern 2.116,930.790 D, Staatsdomänen und Unter¬ nehmungen 725,628.700 D, verschiedene Ein¬ nahmen 18,814.307 Dinars. — (Zu den Bestimmungen betreffend die Staatsangehörigkeit.) Wir haben bereits mitgeteilt, daß alle Personen, die schon vor dem 1. Jänner 1910 die Zuständigkeit in Jugoslawien besitzen, ohne weiteres die Staats¬ angehörigkeit unseres Staates erwerben. Bezüglich jener Personen, die erst nach dem 1. Jänner 1910 die Zuständigkeit im jetzigen jugoslawischen Staate erworben haben, enthalten die Friedensbedigungen im Artikel 76 folgende Bestimmung: „Unbeschadet der Bestimmung des Artikels 70 erwerben die Personen, welche die Zuständigkeit in einem kraft des gegenwärtigen Vertrages dem serbisch-kroatisch¬ slowenischen Staat oder dem tschechoslowakischen Staat übertragenen Gebiet nachde ml. Jänner 1910 erworben haben, die serbisch-kroatisch-slo¬ wenische oder die tschechische Staatsangehörigkeit nur unter der Bedingung, daß sie hierzu die E r- mächtigung des serb isch -kr oatisch-s lo- wenischen Staat ess oder des tschechoslowaki¬ schen Staates — je nach dem Falle — erhalten." — (Abermaliger Silberpreissturz.) Der Silberpreis ist in der letzten Zeit abermals stark zurückgegangen. An zwei Tagen ist er in London um nicht weniger als 8V2 Pence per Unze gesunken. Wie groß der Wertunterschied geworden ist, zeigt die Tatsache, daß der Silber- preis Mitte Februar dieses Jahres auf 89 V2 Pence stand, während er jetzt weniger als 49 Pence beträgt. Die Ursache dieser Erscheinung ist, daß die Kaufkraft von Indien und China sehr nachgelassen hat. — (Deutschlands Schulden.) Der Fi¬ nanzminister des Deutschen Reiches Dr. Wirth hat bekanntgegeben, daß die Staatsschulden Deutsch, lands sich auf die enorme Höhe von 265 Milliarden Mark belaufen. Italiens Schulden betragen 95 Milliarden Lire. — (Corpus Christi-Kirche.) Das Juli- Heft der Zeitschrift „Deutsches Vaterland", heraus- gegeben von Dr. E. Stepan, bringt aus der Feder des Herrn Dr. Ernst Faber, der noch immer in Treue an seiner alten Heimat hängt, folgendes stimmungsvolles Gedicht: Cor-pus Christi. Ein idyllischer Friedhof mit einem Kirchlein in seiner Mitte auf der Sprachinsel Gotische e. Als ich ein frühlingsfroher Knabe war, Ging ich mit meiner Mutter manches Jahr In einen Kirchhof, welcher ganz verträumt Im Wiesengrunde lag, vom Wald umsäumt. Ein stilles Kirchlein in der Mitte stand, Von einer Efeumauer sanft umspannt, Es blickte weithin über Wiesenland, Für dessen Blühn es liebe Worte fand. Wenn sich sein Glöcklein schwang im Atherblau Und mit Maria sprach, der Himmelsfrau. So wie ein Kindermärchen war sein Klang Und wie ein Engelschor, der Ave sang. Ich und die Mutter lauschten immer gern Dem Sphärensang und baten unfern Herrn, Daß er für diese hier in tiefster Ruh Die Huld und Gnade fände immerzu, Damit sie einst im weiten Himmelsraum Ihn staunend sehen als erfüllten Traum. In mancher tief tiefblauen Sternennacht Hat Gott der sanften Schläfer gern gedacht.- Und Engel geben ihnen das Geleit Zur frohen Fahrt ins Glück der Ewigkeit! Dr. Ernst Faber. In der nämlichen Folge der genannten Zeit¬ schrift begegne:: wir auch einem interessanten Auf¬ satz von Herrn Wilhelm Tschinkel in Gvttschee: „Spottnamen und -verse auf Ortschaften im Gott- scheerlande." — (Die Hauptversammlung) der hie¬ sigen landwirtschaftlichen Filiale findet Sonntag den 18. Juli d. I. um 4 Uhr nachmittags im Gasthause des Josef Verderber in Gottschee mit folgender Tagesordnung statt: 1. Erstattung des Tätigkeitsberichtes. 2. Kassabericht. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Allfällige Anträge. — Sämt¬ liche Mitglieder werden hiemit zur Teilnahme eingeladen. — (Der Ankauf von Getreide), das für die Ausfuhr aus dem Königreiche SHS be¬ stimmt ist, wurde vom Ernährungsministerium für unzulässig erklärt. Alle diesbezüglichen Verträge und Abmachungen werden außer Kraft gesetzt. Außerdem ist der Verkauf von Getreide vor dem 1. Juli und von Mais vor dem 1. Oktober ver¬ boten. — (Die Gründung einer Papierin¬ dustrie in Jugoslawien.) Ein Bankkon¬ sortium beabsichtigt in unserem Staate eine mo¬ derne Papierfabrik zu errichten (auch für Rota¬ tionspapier für die Presse). — (Ein griechischer Finanzfachmann über Jugoslawien.) Der Direktor im Finanz¬ ministerium in Athen Kosinas hat sich kürzlich geäußert, daß er Jugoslawien als das reichste Land in ganz Europa betrachte und als das schönste^ Gebiet im Süden. In kürzester Zeit werde der Dinar die erste Valuta auf dem Kontinent dar¬ stellen, wozu auch die reiche Ernte beitragen werde, die man auf vier Milliarden Dinar (16 Milliarden Kronen) schätze. Mitterdork. (Trauung.) In der St. Anto¬ niuskirche in San Franzisko wurden am 13. Juni Johann Stalzer aus Stockendorf und Theresia Krobath aus Windischdorf 26 getraut; am 24. Juni fand in Leoben die Vermählung des Post¬ offizials Herrn Johann Krobath aus Malgern 8 mit Frl. Ernestine Joch am statt. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Epvich. . Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gottschee. Einstöckiges Kans in Gottschee mit 7 Zimmern, 3 Küchen, Garten, Acker, Teich, schön gelegen, Wasserleitung und elektrischem Licht im Hause, ist zu verkaufen. Nähere Auskünfte erteilt die Firma Eduard Hofmann in Gottschee. In Gottschee ist ein Kaus mit zwei Zimmern, Küche und gewölbtem Keller zu ver¬ kaufen. Auskünfte im Gasthause Tomitsch in Gottschee.