Lllibchcr Taablatl. Redaction und Expedition: Dahnhosgafle Nr. 15. InsertionSprcise: Lin» Nr. 168. D-MDDD Donnerstag, 25. Juli 1878.— Morgen: Anna. 11- Iahrg Der Berliner Vertrag. Das große, in Berlin zum Abschlüsse gebrachte Friedensinstrument (?) muß auf Grund des Z 11 des Grundgesetzes über die Reichsvertretung (Gesetz vom 21. Dezember 1867) der Ratification der Reichsvertretung unterbreitet werden. Der diesbezügliche Paragraph, Absatz 2 lautet: „Es gehören daher zum Wirkungskreise des Reichs-rathes: die Prüfung und Genehmigung der Handelsverträge und jener Staatsverträge, die das Reich oder Theile desselben belasten, oder einzelne Bürger verpflichten, oder eine Gebietsänderung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder zur Folge haben." Das Gut- und Blutsteuer zahlende Oesterreich-Ungarn hat ein unbestreitbares Recht, zu fordern, daß der Berliner Vertrag vom 4. Juni 1878, der uns vorläufig eine L conto Zahlung von 60 Millionen auferlegte und welcher Leistung eine zwei- oder dreifache nachfolgen dürfte, den Parlamenten beider Reichshälften zur Berathuug, beziehungsweise Genehmigung vorgelegt werde, denn die Occupation Bosniens und der Herzegowina bürdet Oesterreich-Ungarn eine heute in Ziffern noch nicht berechenbare Last auf, und in Fällen, in welchen die Völker zahlen müssen, muß deren Vertretung auch gehört werden. Die Volksvertreter werden nicht zu versäumen haben, bei ihrem nächsten Zusammentritte von dem denselben zustehenden Rechte ausgiebigen Gebrauch zu machen. Die Unzufriedenheit mit den Stipulationen des Berliner Vertrages wächst namentlich in Serbien und in Italien. Serbien bläht sich beleidigten Sinnes auf, um zu den Waffen zu greifen, um den Germanismus und den Magyarismus aus Bosnien zu vertreiben. Italien ruft nach Triest und Trient, um die Vereinigung sämmtlicher Italiener zur vollen Thatsache zu stempeln. Rußland hat seinen Kardinalzweck, die Vereinigung aller slavischen Volksstämme unter seinem Protectorate, nicht erreicht. Größte Ausregung rief das Berliner Diplomatenkonzert in Griechenland wach, der Krieg zwischen Griechenland und der Türkei ist unvermeidlich, kriegerische Demonstrationen stehen in Griechenland an der Tagesordnung, m Mazedonien sind ernste Unruhen ausgebrochen, in Thessalien und im Epirus greifen Freischaren zu den Waffen. Oesterreich-Ungarns Vertreter beim Berliner Kongresse hat die Besetzung Bosniens und der Herzegowina im Interesse des allgemeinen europäischen F r i e d e n s und zur Sicherung seiner Reichsgrenzen als unbedingt nothwendig erklärt. Möge der Berliner Vertrag Europa und in erster Linie Oesterreich-Ungarn den heißersehnten Frieden bringen! Bis heute sind noch keine Anzeichen zutage getreten, daß dieser Wunsch Thatsache werde. Zur Occupationssrage. Das „N. Wr. Tagbl." constatiert im Stande der österreichisch-türkischen Verhandlungen eine Art von Besserung. Man legt auf österreichischer Seite jetzt große Versöhnlichkeit an den Tag und zeigt sich geneigt, die von der Türkei ausgestellten Bedingungen (siehe gestriges Blatt) großenteils zu genehmigen. Eine Differenz besteht nur hinsichtlich des Sandschaks Novibazar, und Oesterreich wil hier nicht auf das Garnisonsrecht verzichten. Es Wird betont, daß Oesterreich hinsichtlich der Begrenzung der zu occupierenden Distrikte jetzt keine bindenden Verpflichtungen eingehen könne. Wiederholt wurde auch im Laufe der Verhandlungen ausgesprochen, daß Oesterreich, das in hundertjähriger Freundschaft zur Türkei stehe, nicht von feindlichen Absichten geleitet sein könne und vor allem eine friedliche Vereinbarung betreffs der Occupation wünschen müsse. Große Schwierigkeiten dürsten sich bezüglich Feststellung der Zeitdauer der Occupation ergeben. Von österreichischer Seite wurde die Vermuthung hingeworfen, daß, wenn die Verhältnisse im Orient sich befestigen, die Occupation drei Jahre dauern werde. Allein die türkischen Bevollmächtigten verlangen bindende schriftliche Zusicherungen, und in dieser Beziehung werden sie kaum ihre Forderungen durchzusetzen vermögen. Tie Occupationsarmee. Der Einmarsch der österr.-ung. Truppen in Bosnien soll, wie der „P. Lloyd" erfährt, in vier Eolonnen erfolgen. Der rechte Flügel — eine Gebirgsbrigade — betritt bei der Tfchardake von Savalje bosnischen Boden, besetzt die „Festung" Bihatsch, und marschiert sodann stationatim über Lippa nach Pe-trowaz. Eine Compagnie Jäger soll außerdem nach dem kroatischen Grenzdorfe Maljewaz beordert worden sein, um von da aus gegen das türkische Fort Kladnsch zu rücken und dasselbe in Besitz zu nehmen. Eine zweite Brigade wird die Grenze in Ko-stajniza auf der Unnabrücke überschreiten, welch' letztere von einem Pionnierhauptmann rücksichtlich ihres Zustandes und ihrer Benützbarkeit für militärische Zwecke geprüft und geeignet befunden wurde. Dieser Colonne wird die Feldeisenbahn-Abtheilung zugewiesen werden, um die Bahnstrecke Novi-Banjaluka, welche bekanntlich schon seit drei Jahren ausgebaut ist und einige Zeit auch im Betriebe war, seit dem Umsichgreifen der Wirren jedoch zum Stillstände verurtheilt wurde, wieder herzustellen und betriebsfähig zu machen. Die dritte Colonne — drei Brigaden Infanterie, eine Kavalleriebrigade, die Corpsartillerie und die Reserve-Anstalten, sowie das Corps-Haupt-quartier mit der Feldtelegrasen-Abtheilung, somit das Gros des Occupationscorps, — wird bei JeuiLeLon. Ein Lorbeerkranz. Eine Skizze aus dem Leben, von Harri et. (Fortsetzung.) Der Musiker drückte warm die dargereichte Hand des Professors. „Ein eigenthümlicher Zufall führt uns immer wieder hier zusammen." er hielt einen Moment rnne. „Eine kurze Spanne Zeit liegt zwischen gestern und heut, — mir aber däucht sie eine Ewigkeit! O, Freund! nichts ist wunderbarer, als das Menschenherz!" „Wie meinst du das?" „Nun, gestern war ich ein Schifflein ohne Steuer — heute, nach all' den Triumphen, die ich feierte, sollte mein Herz in einem Freudentaumel schwelgen! Nichts davon — ich bin mit der Welt, mit mir selbst unzufrieden —" Alfred fuhr sich mit der Hand über die Stirne — „auch 'nit dem Besuche in der Villa Brandof!" „Du warst in der Villa?" „Ich mußte wol der Spenderin des kostbaren Kranzes danken!" „Er kam von Frau von Brandof?" Ja!" „Eine verheiratete Frau hat dir solche Huldigung erwiesen?" rief der Professor mit dem höchsten Erstaunen. „Sie galt dem Talent, mein ehrsamer Professor!" entgegnete der Musiker, seinen Arm in den des Gelehrten legend. „Ich versichere dir, diese Frau ist höchst anziehend und weit gefährlicher wie ihre Schwester, die blonde Elfe! Ich sah das Fräulein vorhin, als ich die Villa verließ, ohne daß sie meiner gewahr wurde, und muß aufrichtig bekennen, daß ich neulich zu viel behauptete, — das verführerische Nixenhaar ist bei Tag einfach blond!" „Ja, einfach, lieblich aschblond! Das Haar einer treuen deutschen Frau!" murmelte der Professor. „Kein Leben, kein Feuer ist in diesem Gesicht!" fuhr Alfred fort, die Worte seines Cousins gänzlich überhörend. „Nein, es gibt wirklich nichts Wandelbareres als dich," rief der Gelehrte, stehen bleibend. „Noch gestern schwärmtest du für die junge Dame; legtest ihrem Erscheinen in dem Konzertsaal eine Deutung bei, die maßgebend für deine ganze Zukunft hätte sein sollen. Geh', wenn du in deiner Kunst auch so von Ton zu Ton überspringen wirst — dann kannst du auf die Dauer in ihr nichts Großes leisten! Wer wird denn Frauengunst als ein Spielzeug betrachten!" „Habe ich wissentlich um die Gunst des Fräuleins geworben?" „Nein, das nicht, aber . . . „In deinen Augen scheint es ein Verbrechen zu sein, wenn man für eme Dame schwärmt, ohne daß sie eS ahnt und " „Sie dann plötzlich aufgibt!" warf der Professor ein. „Geh', du bist wol ein Schwärmer! Glaube mir, Freund, ich habe in der Frauenliebe so viele Erfahrungen gemacht, daß ich keiner tiefen Neigung mehr fähig bin. Der Musik bleibe ich treu; ihr weihe ich mein Leben, und m der Banqmers- Brod (Busud) auf einer von den k. k. Pionnieren zu schlagenden Kriegsbrücke über die Save setzen, um via, Dervent das Thal der Bosna bei Kotorsko und damit den Weg nach Serajewo zu erreichen. Die vierte Colonne endlich — eine Brigade der 20. Division — wird mittelst Dampfschiffen und Schleppern der Donau-Dampsschiffahrtgesell-schaft bei Racfa über die Save auf das bosnische Ufer übersetzt werden, um entlang der serbischen Grenze die Drina aufwärts zu marschieren und über Bjelina und Janja nach Zwornik zu rücken. Unter dem Kommando des FML. Freiherrn v. JovanoviL rückt die 18. Division in die Herzegowina ein; diese Division soll in zwei Eo-lonnen die Grenze überschreiten. Den Truppen-colonnen folgen 150,000 Flüchtlinge aus Kroazien und Slavonien und bei 65,000 aus Dalmazien. Gegen den Socialismus. Ganz Deutschland rafft sich auf zum Kampfe gegen die Socialdemokratie. Gelegenheitlich der Reichstagswahlen werden Beschwerden und Wünsche zum Ausdruck gelangen, die diesem Uebel abzuhelfen geeignet sein sollen. Die deutsch-conser-vative Partei ist der Ansicht, daß strenge Verbote, Dennnciation, Gewalt und Repressivmaßregeln nicht die geeigneten Mittel zur Heilung dieser „politischen" Krankheit seien, sondern es müsse eine ernstliche Umkehr zu einer schöpferischen, maß-voll-conservativen Politik, d. H. eine gründliche, radicale Revision der wirthschastlich-socialen Gesetzgebung auf Basis der bisher gemachten Erfahrungen erfolgen. „Der Socialismus ist," wie Dr. Geffckeu definiert, „eine Weltanschauung, ohne Zweifel eine höchst unsinnige, die man mit Gewalt nicht ausrotten, sondern nnr dadurch besiegen kann, daß man die unteren Volksklassen den Agitatoren entreißt; die sie lediglich für ihre Umsturzpläne benützen wollen, indem man einerseits ihnen ein möglichst richtiges Verständnis der Lage beizubringen, andererseits durch Reformen die wirklich vorhandenen Uebel zu beseitigen sucht, unter denen sie leiden." Die Regierung Deutschlands hat gegenüber der Socialdemokratie stark und scharf klingende Saiten aufgezogen; sie bemüht sich, Wähler zu gewinnen, die bereit sind, ihr die Mittel zu gewähren, um mit aller Energie gegen die revolutionäre Art und Weise einzuschreiten, mit der die Führer der social-demokratischen Partei ihre Ziele verfolgen. Die deutsch-conservative Partei erachtet das Zustandekommen eines gegen die Socialdemokratie gerichteten Gesetzes nicht für erforderlich, sondern gattin habe ich eine Freundin, eine Gefährtin in der Kunst gefunden!" Der Musiker sah bei diesen Worten mit einem seltsam düsteren Gesichtsausdruck vor sich nieder. Markof schüttelte das Haupt: „Geniale Menschen sind doch immer kuriose Menschen! Ewig in höheren Regionen lebend, ewig mit sich selbst unzufrieden, ja ewig unverständlich, unbegreiflich für andere!" Dem Gelehrten war es aber doch angenehm, zu hören, daß Alfred nicht mehr für das junge Mädchen mit dem blonden Haare schwärmte. Wochen waren vergangen; den schönen, sonnigen Herbsttagen folgte eine düstere, unfreundliche Regenzeit. Banqnier Brandof hatte längst mit seiner Familie die Villa verlassen und sein stattliches Haus in einer der belebtesten Straßen bezogen. Seine Gattin besuchte Theater, Konzerte und Gesellschaften, empfing auch in jeder Woche zweimal einen Kreis von Freunden und Bekannten in ihren Salons; zu den gefeiertesten und neuesten Erscheinungen daselbst gehörte Alfred Falkenhorst, dem der Zutritt zu den höchst animierten, durch wünscht, daß die bestehenden Polizei- und Strafgesetze strenge gehandhabt werden. Diese Partei wünscht eine wesentliche Verschärfung der Strafen, sogar Einführung körperlicher Züchtigung (! ?) in Fällen hochgradiger Bosheit und Roheit, Einführung harter Arbeit, namentlich in Bergwerken. Auf Bubenstreiche gehören — Stockstreiche (!?). In erster Reihe müsse das Strafgesetz einer eingehenden Revision unterzogen werden. Andererseits sollte auf milderen Bahnen Hand angelegt, der Bildung von Vereinen für erlaubte Zwecke ein möglichst freier Spielraum gewährt, jedoch das Oberaufsichtsrecht des Staates strenge gewahrt werden. Die Regierung muß besorgt sein, der Umtriebe der Socialisten und Ultramontanen Herr zu werden. Die Regierung muß bemüht sein, die in Kreisen des Volkes bestehenden kranken volkswirthschastlichen Zustände zu heilen. Diese Heilung könnte erfolgen: durch eine Modi-fication der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über Freizügigkeit und Unterstützungswohnsitz; durch das Verbot der Sonntagsarbeit mit Ausnahmen bezüglich der Fabriken und industriellen Werkstätten; durch Wiederherstellung der Schuld-Haft zahlungsunfähiger oder böswilliger Schuldner; durch Wiedereiuführung der Wuchergesetze; durch gründliche Revision des Actiengesetzes; durch Regelung der Bankfrage; durch Reform des Finanz-und Steuerwesens; durch Reform des Stimmrechtes. Die deutsch-conservative Partei erblickt in den vorstehenden acht Programmpunkten die wirksamsten Mittel zur Bekämpfung des Socialismus. Zu den Demonstrationen in Italien. Wie der elektrische Draht unterm 23. d. aus Rom meldet, weist der „Dintto" die Nothwendig-keit nach, das Versammlungsrecht unversehrt zu erhalten, constatiert jedoch, daß die Regierung fest entschlossen sei, jede die öffentliche Ruhe störende Demonstration zu verhindern (?). Sobald die öffentliche Ordnung im Spiele sei, sind weder Zanardelli nach Cairoli geneigt, sich vor Insinuationen oder Drohungen zu beugen. Die Regierung kenne ihre Pflichten und Rechte gegenüber einer befreundeten Regierung und ist entschlossen, sie aufrecht zu halten. Die Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn sind jene, wie sie von den in loyaler Weise Unterzeichneten und angenommenen Verträgen sanctioniert wurden. Das Sistem von offener Freundschaft und geheimen Confpirationen könne schwachen Regierungen passen, die von einer abenteuerlichen Politik alles zu gewinnen und nichts zu verlieren haben, zwischen großen Staaten jedoch könne nur ein Zustand offener Gesang, Musik und geistreiche Spiele angenehm dahinfließenden Abenden gestattet war. Mancher der anwesenden Freunde und Bekannten behauptete freilich, die Entdeckung gemacht zu haben, daß zwischen der Banquiersgattin und dem jungen Musiker ein all' zu vertraulicher Ton herrsche — die schönen Augen der geistreichen Frau in Hellem Feuer aufleuchteten, wenn er am Piano saß und — phantasierte. Mit einem Worte, die Begeisterung für den jungen Künstler könne ihr mu der Zeit höchst gefährlich werden. Es war an einem trüben Dezembertag; Sofie befand sich in ihrem kleinen Empfangssalon, wo sie mit Lektüre beschäftigt war und die Außenwelt völlig zu vergessen schien. Plötzlich erhob sie sich , schritt nach dem Fenster und blickte auf die öde, einsame Straße hinaus; da schritt eine hohe Männergestalt an dem Hause vorüber, sie hob den Kopf nach den Fenstern empor; der Herr, die Dame an einem derselben gewahrend, zog langsam grüßend den Hut. — Das dunkle Auge der Mngen Frau folgte unverwandt Alfred Falkenhorst, wie er in stolzer Haltung die Straße hinabschritt. Als er um die Freundschaft oder offener Feindschaft vorhanden sein. Es ist eine Perfidie, die Verantwortlichkeit für eine Agitation auf die Regierung zu werfen, welche zum großen Theile besonders gegen sie selbst gerichret ist. Die griechische Frage. In politischen Kreisen wird, wie die „LibertL" mittheilt, viel davon gesprochen, daß zwischen dem Grafen Corti und dem griechischen Gesandten Rhangabe Verhandlungen über eine Allianz zwischen Griechenland und Italien gepflogen worden seien. Italien — so sagt man — habe sich auf besondere Weise verpflichtet, die im Artikel 24 des Berliner Vertrages zugedachte Grenzrectificie-rnng derart zu sichern, daß Griechenland einen großen Theil von Thessalien und Epirns erhalten würde. Die Allianz soll weiter die Wahrung der gemeinsamen Interessen im Mittelmeere und, wie es heißt, unter dem Patronate Rußlands bezwecken. Tagesneuigkeiten. — Kronprinz Erzherzog Rudolf wird am 1. August l. I. in Prag längeren Aufenthalt nehmen. — Corvette „Dandolo." Unter Kommando des Fregattenkapitäns Lang ist, wie der Grazer „Tagespost" unterm 19. d. M. aus Pola mitgetheilt wird, die Corvette „Dandolo" dort eingelaufen. Nachdem sie anfangs Oktober v. I. mit den jüngsten Seekadetten von hier ausgelaufen war, hat sie bis Gibraltar einige Häfen des Mittelmeeres besucht, traversierte sodann den Ozean, ging nach Bahia in Brasilien, von dort nach Westindien und endlich nach Nordamerika, wo sie den Befehl zur Einrückung nach dem Centralhafen erhielt. Die klimatischen Verhältnisse jener fernen Länder, welche „Dandolo" besuchte, scheinen besonders auf die Angehörigen des Schiffsstabes nicht vom besten Einflüsse gewesen zu sein, denn die beiden Linienschiffs-Fähnriche VilluS und Hoffmanu maßten, der eine in Newyork, der andere in Palermo, krankheitshalber zurückgelassen werden, der Seekadett Theodor Kailer aber starb und wurde in Palermo feierlichst begraben. Die Corvette „Dandolo" wird nach Ausführung einiger kleinen Reparaturen Anfangs August nach Fiume gehen, dort die Zöglinge und ihr Auf-sichts- re. Personal einschiffen und mit ihnen eine sechswöchentliche Uebungsreise unternehmen. — Professor Dr. Rokitansky f. Die medizinische Welt hat einen schweren Verlust erlitten, Dr. Karl Freiherr v. Rokitansky, k. k. Professor in Pension, k. k. Hofrath, Präsident der Akademie der Wissenschaften, lebenslängliches Mitglied Ecke derselben bog, kehrte Sofie zu ihrem verlassenen Sitze zurück, indem sie den Roman wieder zur Hand nahm, allein der vorhin so fesselnde Inhalt desselben schien plötzlich allen Reiz für die junge Frau verloren zu haben; sie blätterte zerstreut in dem Buche — endlich schlug sie den kleinen Band mit einem tiefen Seufzer zu, denselben auf den Tisch legend, preßte sie ihre Hände gegen die Augen, regungslos in dieser Stellung verharrend. Die hellgrüne Portiere, die nebst einer Glas-thüre den Salon von dem Arbeitszimmer des Banquiers Brandof trennte, bewegte sich leise, und Sofiens Gatte, der schon einige Augenblicke dort stand, trat in das Gemach ein: „Sofie!" So leise auch der Name von seinen Lippen klang, die junge Frau hatte ihn vernommen, sie zuckte leicht zusammen. Brandof trat an sie heran, er hob ihren Kopf empor; an Sofiens langen Augenwimpern hingen große, schwere Thränen — des Mannes Stirne zog sich in ernste Falten: „Du weinst? Warum?" (Fortsetzung folgt.) des Herrenhauses, Commandeur des Leopold-Ordens und des Franz Josef-Ordens mit dem Sterne, Besitzer vieler ausländischer Orden, Mitglied vieler gelehrter wissenschaftlicher Gesellschaften re. rc.,-ist nach längerm Leiden am 23. Juli 1878, um halb 5 Uhr früh, in Wien verschieden. Die „D. Ztg." sagt in ihren: Nachrufe: „Der eigentliche Begrün- der der pathologischen Anatomie hat in den Armen seines Sohnes Professor Prokop Rokitansky seinen letzten Athem ausgehaucht. Die Wissenschaft, die Menschheit steht trauernd an der Bahre eines Mannes, dessen wissenschaftlicher Ruhm den ganzen Erdkreis umfpaunte und der, gleich groß als Denker und Mensch, tief eingegriffen hat in die Kulturgeschichte nicht blos seines engern Vaterlandes. Die Bedeutung Rokitansky's für die medizinische Wissenschaft zn würdigen, bleibt den Fachmännern Vorbehalten. Uns drängte sich bei der erschütternden Kunde von dem Tode des großen Lehrers zunächst die Erinnerung an die denkwürdige Rede ins Gedächtnis, mit welcher er im Jahre 1868 als Mitglied des Herrenhauses den großen Kampf für die Befreiung des Unterrichts aus den Banden des Dogmatismus siegreich durchgekämpft hat. Wenn seine Leistungen auf dem ihm eigentümlichen Gebiete der pathologischen Medizin ihm nicht das ewige Andenken der Menschheit gesichert hätten — diese Eine Rede hätte genügt, um den Namen Rokitansky unsterblich zu machen, um ihn in die Reihe der Geistesheroen zn stellen, denen die Welt die Befreiung von Vorurtheil und geistiger Knechtschaft verdankt." — Bahnlinie Sissek-Novi. Vonseite der ungarischen Regierung wird, nach Meldung des „N. Wr. Tbl.", gegen die projektierte Ausführung der Linie Sissek-Novi, als den ungarischen Interessen unzuträglich, Protest erhoben. In Ansehung der außerordentlichen Umstände, nnter welchen der fragliche Bahnbau ins Werk gesetzt werden soll, ist indeß kaum anzunehmen, daß die ungarische Opposition diesmal Erfolg haben werde. Jnfolange die ungarischen Minister es blos mit ihren cisleitha-nischen Kollegen „vom Zivil" zu thnn haben, ist das Spiel freilich bald gewonnen; kommt aber einmal die Kriegsverwaltung in Betracht, wie das in der sraglichen Bahnangelegenheit der Fall ist, dann richten auch die Herren Magyaren schwer etwas aus. Nachdem man sich übrigens in Ungarn mit der großen Thatsache der Annektierung Bosniens und der Herzegowina bereits abzufinden scheint und die ungarischen Wähler in den Wahlversammlungen jene Volksvertreter, welche zur Regierung halten und sohin für die Annexion sind, nola lisna wenn die Wähler mit ihren Abgeordneten fonst zufrieden zu sein Ursache haben, bejubeln — ist wol anzunehmen, daß man in Ungarn auch Sissek-Novi, und was noch sonst damit in Connex steht, schließlich hinnehmen wird- — Von der Pariser Weltausstellung. In den Tagen vom 9. bis 18. d. M. sind in Paris aus dem Auslande 10,566 Fremde eingetroffen, die sich wie folgt vertheilen: England 3063, Belgien 1526, Deutschland 1283, Vereinigte Staaten 854, Italien 689, Schweiz 469, Oesterreich 445, Spanien 379, Holland 292, Rußland 284, Schweden und Norwegen 166, Dänemark 107, Polen 106, Luxemburg 104, Portugal 95, Brasilien 78, Algerien 76, Rumänien 68, Canada 61, Türkei 53, Griechenland 51, französische Kolonien 46, Egypten 27, Indien und Mexico je 24, Guatemala 14, China, Costarica, Japan und Peru je lO, Columbien, Tunis und Venezuela je 8, Chili und Australien je 7, Persien 4, Bolivia und Nicaragua je 3, Honduras 2, verschiedene 14. — Finanzenquete. Die „Times" melden aus Konstantinopel vom 22. d. M.: „Die Pforte beabsichtigt binnen kurzem alle europäischen Kapitalisten einzuladen, damit dieselben Projekte zur Entwicklung der Hilfsquellen des Landes Vorschlägen inögen." Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. — (Zu den Landtagswahlen.) Der Klerus in Untersteiermark legt wieder einmal Stola und Katechismus beiseite und ergreift die Trommel der Agitation. Mit einer Rührigkeit, die in Kirche und Schule besser und geeigneter am Platze wäre, agitiert er für Aufstellung von „echt christgläubigen" Kandidaten für den steiermärkischen Landtag und empfiehlt in erster Reihe — „Warum denn weiter schweifen, sieh', das Schöne liegt so nah'?" — sich selbst, die Angehörigen des Klerus, als Wahlmänner. Die tonsurierten Herren sündigen ungestört fort auf die Leichtgläubigkeit des Landvolkes, auf deren Fahnen die Devise: „0 saucta LimMeitLs!" prangt. — (Von der Landwehr.) Die „Laibacher Zeitung" vernimmt, daß auf Grund allerhöchster Ermächtigung aus volkswirthschaftlichen Gründen im Bereiche des Kronlandes Krain die Hauptwaffenübungen der k. k. Landwehr für Heuer sistiert und die dadurch ausfallenden Bataillonsübungen nach Z 15 des Landwehrgesetzes auf das nächste Jahr vertagt worden find. — (Für die armen Reservistenfamilien) wurden bis heute 2291 st. 54 kr. gespendet. — (Die hiesige evangelische Schule) wurde im soeben abgelaufenen Schuljahre von 97 Kindern, und zwar 55 Knaben und 42 Mädchen, besucht. Die sechs Abteilungen hatten 29, 23, 24, 11, 8 und 2 Schüler. Dem Religionsbekenntnis nach waren 19 Knaben und 18 Mädchen, also 37 Schüler, evangelisch, 36 Knaben und 24 Mädchen, also 60 Schüler, katholisch. Von der genannten Schülerzahl sind im Laufe des Schuljahres 8 ausgetreten, so daß nnt 89 Schülern geschlossen wurde. Von diesen erhielten 23 die Vorzugsklasse, 30 die erste, 13 die zweite Fortgangsklasse, 17 haben Nachprüfung in einzelnen Gegenständen zu machen und 6 wurden nicht klassificiert. Das volle Schulgeld zahlten achtundvierzig Schüler, gänzlich befreit waren 17, Ermäßigung hatten 32 Schüler. Befreiungen wie Ermäßigungen wurden selbstverständlich ohne Unterschied der Confessicm ausgesprochen, und nahmen daran 20 evangelische und 29 katholische Schüler theil. Der Schulbesuch war im ganzen ein recht fleißiger; nur in den letzten beiden Monaten kamen durch die in Laibach aufgetretene Masernkrankheit viele Versäumnisse vor. — (Die philharmonische Gesellschaft) hat diesertage eine Adresse abgesendet an den Innsbrucker Musikverein, um denselben anläßlich der von ihm in Sterzing am 30. und 31. Juli zu veranstaltenden Gänsbacherseier zu begrüßen. Gäns-bacher, dessen hundertjähriges Geburtsfest in seiner Vaterstadt durch ein großes Musikfest begangen wird, war seit 1820 (damals Oberlieutenant im Tiroler Kaiserjäger-Regimente, nachmals Domkapellmeister zu St. Stefan bei Wien, ein hervorragender Compositus, besonders auf dem Gebiete der Kirchenmusik) Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft in Laibach, der er bis zu seinem Tode im Jahre 1844 als eine ihrer hervorragendsten Zierden angehörte. — (Annen fest.) Die städtische Musikkapelle spielt morgen nachmittags zu Ehren aller hiesigen Annen im Gasthausgarten „zum grünen Berg." — (Zur Besetzung gelangen:) acht Karl Freiherr v. Flödnigg'sche Stiftplätze im Blinden-institute in Linz; ein Holdheim'scher Stiftungsplatz in demselben; je eine Kanzlistenstelle bei den Bezirksgerichten Neumarktl und Oberlaibach; eine Aich-meisterstelle in Rudolfswerth; zwei Primus Auer'fche, ein Johann Jakob Schilling'scher, ein Valentin Ho-cevar'scher und ein Josefa Jallen'scher Stiftungsplatz. — (Ueber die Weißenfelser Seen) äußert sich ein Tourist in der „N. fr. Presse" wie folgt: „Ich habe mein Lebtag unzählige Seen im Norden und Süden gesehen, prächtiger in seinem Colorit aber, wie den untern Weißenfelssee, fand ich keinen. Vom Weiß bis zum tiefsten Dunkel wechselt der Seespiegel durch alle blauen Farbentöne, und seine Umrahmung ist eine liebliche, trotzdem der Hochgebirgs-Charakter die Einsamkeit seiner User beherrscht. Stundenlang möchte man vor diesem Seejuwel sitzen, um seine Pracht und Herrlichkeit auf sich wirken zu lassen. Parallelen sind, weil zu bequem für einen, der sich nicht gern der Krücken bedienen will, nicht recht statthaft. Vor dem Wasserspiegel des hintern Weißenfelssees drängt sich jedoch unwillkürlich ein Vergleich mit dem zweiten Lang-bathfee auf. Nicht größer und ebenso einsam zwischen Felsen eingebettet, mahnt er in jedem Detail an das Wasserbecken am Fuße des Höllengebirges." — (Zur Erleichterung des Briefwechsels.) Gar viele Familienglieder der nach Bosnien und in die Herzegowina abgerückten Truppen würden den letzteren aus der Heimat schriftliche Mittheilungen zukommen lassen, werden aber durch die Unkenntnis der Adresse derselben verhindert. Es würde sich nach Ansicht der Grazer „Tagespost" sehr empfehlen, wenn von competenter Stelle bezüglich des Standortes der einzelnen Theile der Occupationsarmee näheres verlautbart würde, wie dies ja bei den im Jahre 1859 und 1866 im Felde stehenden Truppen auch geschehen ist. — (Aus dem ministeriellenSaaten-stands berichte.) In der ersten Hälfte des Juli in Krain, Kärnten, Salzburg, Nordtirol, Vorarlberg, Steiermark u. s. w. ausgiebige, anhaltende Regengüsse, mitunter Hagelschläge, wodurch die Ernte-Arbeiten wesentlich gehindert und verzögert wurden und die Ernte Schaden litt. Die Roggenernte wird als eine gute, theilweise ausgezeichnete geschildert. Hafer steht üppig, eben auch Mais, die Kartoffel theilweise gut, theilweise sehr gut; vom Heu ist viel verdorben infolge regnerischer Witterung. Hopfen litt durch Kälte. — (Aus den N a ch b a r P r o v i n z e n.) In der Grazer Gewerbs- und Handelswelt ist nach Bericht der Grazer „Tagespost" eine Petition in Umlaus gegen die Einberufung der Landwehrmänner zu den Waffenübungen in dem gegenwärtigen Zeitpunkte, wo durch den Ausmarsch der Reservisten vielen Geschäften die tüchtigsten Hilfsarbeiter entzogen worden sind. Wenn auch noch die Landwehrmänner einberufen würden, so müßten manche Geschäfte vollständig gesperrt werden. In der Petition wird um Verschiebung der Waffenübung bis zum nächsten Jahre ersucht. — Am Staatsgymnasium in Marburg waren im abgelaufenen Schuljahre 17 Lehrkräfte thätig. Die Schüleranzahl betrug 259, darunter 138 Deutsche und 127 Slo-venen, 5 aus Krain. Der Schülerunterstützungsverein besitzt ein Vermögen von 5650 sl. — Die Kohlengewerkschaft in Trifail hat ihre Wälder mit 40,000 Stück Fichten-, Lärchen- und Ahorn-Setzlingen aufforsten lassen. — Die „Triester Ztg.", das Meeting in Nom besprechend, erklärt, Triests Bürger seien gut österreichisch, und fordert das Muuicipium auf, den Mißbrauch Triests zu Schmerzensschreien nicht zu dulden. Das genannte Blatt 'erwartet für die nächste Sitzung des MunicipiumS eine patriotische Kundgebung. — Die Stadt Karlstadt in Kroazien feierte am 13. d. M. das 300-jährige Jubiläum ihrer Erbauung. Am 12. d. M. abends verkündeten Glockengeläute und Pöllerfchüffe den Stadtbewohnern den Beginn der Feierlichkeit. Die Stadt war illuminiert, und von den Häusern wehten schwarz-gelbe und nationale Fahnen. Die Musikkapelle, von einer großen Menschenmenge begleitet, durchzog die Stadt. Um 9 Uhr des 13. d., vormittags, sand in der Franziskanerkirche ein Festgottesdienst statt. Der Vize-Erzpriester Johann Maschek celebrierte die Messe, der Franziskaner-Guardian Libnat hielt die Festrede im Beisein einer großen Volksmenge und sämmtlicher Corporationen und Vereine der Stadt. Von der Kirche bewegte sich der Zug, den Bürgermeister an der Spitze, zum israelitischen Tempel. Derselbe war dec-mert. Ein Chorgesang begrüßte die unzählige Mensche - menge. Hierauf betrat Herr Rabbiner Dr. S. Gelbhaus die Kanzel und hielt eine patriotische Rede. — (Zur Mobilisierung.) Wiener, ungarische, steiermärkische und kroatische Blätter bringen Bericht, daß der Transport der mobilisierten Truppen und des dazu gehörigen Trains auf den Eisenbahnlinien der Südbahn (Wien-Laibach-Trieft, Kanischa-Barcs und Laibach-Steinbrück-Sissek), der Mohacs - Fünfkirchner Bahn «nd der Alföldbahn binnen wenigen Tagen in außerordentlich zufriedenstellender Weise von statten ging, ohne daß der gewöhnliche Personen- und Gütertransport dadurch gestört wurde. Es wurden 80,000 Mann, dann nebst der normalen Kriegsausrüstung auch noch 6000 Tragthiere transportiert. — (Vom Oec upationsschau platze.) Erzherzog Johann Salvator v. Toscana ist, wie die „Kroat. Post" berichtet, am 22. d. nachmittags in Kostajnica eingetroffen, um ein Brigadekommando zu übernehmen. Der Einmarsch in Bosnien wird stündlich erwartet. — (Die Oceupationsarmee) besteht aus 63*/z Bataillonen, 20 Kompagnien, 12^ Es-cadronen nebst 128 Geschützen. Stand der streitbaren Mannschaft: 94,233 Mann; Stand der Pferde: 31,395. Bei Ueberfchreitung der Grenze Wird eine Proclamation an die Bevölkerung der zu besetzenden Provinzen gerichtet werden. Die neue Verwaltung wird dort, wo sie platzgreift, eine mi-litärifche sein; die nichtmilitärischen Organe und Functionäre, welche den FZM. Philippovich begleiten, werden diesem unterstehen. Es liegt in der Absicht des FZM. Philippovich. auf die Eigentümlichkeiten der Landes- und Bevölkerungsverhältnisse große Rücksicht zu nehmen und diesen möglichst Rechnung zu tragen. Die Pontebabahn. Die Pontebabahnfrage spielte zur Zeit der Action des Reichsrathes im Jahre 1876 eine große Rolle, und es war nur den angestrengtesten Bemühungen zu danken, daß diese Frage in wahrhaft österreichischem Sinne gelöst wurde. Diese glückliche Lösung konnte aber nicht allein darin bestehen, daß der Bau dieser Bahn überhaupt bewilligt wurde, sondern sie erscheint zuni guten Theile durch die Befolgung jener Resolutionen bedingt, welche vom Abgeordnetenhause über die Ausführung dieses Baues gefaßt wurden. Diese wichtige, am 22. Februar 1876 gefaßte Resolution lautere wörtlich: „Die Regierung wird aufgefordert, zu erwirken, daß die italienische Regierung für den über Pontasel mit Benützung der Pontebabahn transitierenden Verkehr, insbesondere für den Durchzugsverkehr von und nach Triest, alle nach den Landesgesetzen zulässigen Erleichterungen und Vereinfachungen gewähre und auf die oberitalienische Eisenbahngesellschaft einwirke, daß auch diese dem über die neue Route ziehenden Triester Verkehr alle jene Begünstigungen cinräume, welche sie dem eigenen Verkehr über die Pontebabahn unter gleichen Bedingungen zugesteht, und es ist mit allem Nachdrucke für die Errichtung des Grenzbahnhofes auf österreichischem Gebiete zu wirken." Was nun den ersten Theil dieser Resolution betrifft, so ist es Thatsache, daß die österreichische Regierung bis zur Stunde noch nicht an die italienische Regierung herangetreten ist, um die Verkehrsbeziehungen mit Triest nur zu besprechen, geschweige denn zu regeln, und cs steht fast sicher zu befürchten, daß, da doch die Eröffnung dieser Bahn mit Ende dieses Jahres in Aussicht zu nehmen ist, der Verkehr nach Triest mit allen den Schwierigkeiten zu kämpfen haben wird, die eben nur durch rechtzeitig getroffene bindende Abmachungen über den direkten Durchgang der Züge zu beseitigen sein werden. Derlei Vereinbarungen sind aber, wie das „N. Wr. Tagbl." des Näheren beleuchtet, sehr schwierig zu treffen, und die Verhandlungen darüber absorbieren viel Zeit, daher man wol sagen kann, das Handelsministerium habe diesem Theile seiner Aufgabe bisher nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet. Diese Vernachlässigung ist bedauerlich, aber sie wäre doch zu ertragen, weil es höchstens dazu kommen wird, daß in der ersten Zeit des Betriebes Verkehrsschwierigkeiten bestehen werden. Später wird man diese Hindernisse wol unter allen Umständen zu beseitigen wissen. Dagegen hat die Regierung den ihr gewordenen Auftrag, mit allem Nachdrucke für die Errichtung des Grenzbahnhofes auf österreichischem Gebiete zu wirken, nicht nur nicht erfüllt, sondern sogar ein diesbezügliches Entgegenkommen der italienischen Regierung zurückgewiesen. Die italienische Regierung, durch mancherlei Verhältnisse bewogen, hat sich endlich bereit erklärt, den Grenzbahnhof in Pontafel gemeinschaftlich mit Oesterreich auszusühreu; der Generaldirektor der österreichischen Eisenbahnen hat aber dieses Anerbieten, entgegen dem Willen des Parlamentes, entschieden abgelehnt, weil die dadurch nothwendig werdende größere Anlage in Pontafel erspart werden soll. (Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 25. Juli. Morgens theilweise bewölkt, vormittags heiter, die Alpen bewölkt, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Uhr -i- 19-0°, nachmittags 2 Uhr -j- 26 0» 0. (1877 4 27 4°; 1876 -j- 24 0° 6.) Barometer im Fallen, 73011 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 22'6°, um 8 0 über dem Normale; der gestrige Niederschlag 13-55 mm. Regen. Angekommene Fremde am 24. Juli.. Hotel Stadt Wien. Schmidt, Ingenieur; Lienarz, Kfm.; Werner, Reis.; Hlovatsch und Burbaum, Private, Wien. Hotel Elefant. Lobenwein, Photograph, Klagensnrt. — Schnabl, Prodnktenhändler, Görz. — Lachmayer, Geschäftsmann, Triest. — Venus, Lieut.; Zednik, Oberlieutenant; Möller, Kausm. ; Fischbach, Hopfenhändler, und Schmidt, Fabrikant, Wien. Hotel Europa. Kern, Schönstem. — Kaiser, Professor, Terkulja, Grobais Edler v. Brückenau und Glückmann, Lieutenants, Wien.— Cerny, Privat, und Cerny, Kfm., Tricst. Baierischer Hof. Persaglio, k. k. Pens. Kassier, Görz. — Raicz, Lieutenant, Kopyszek und Kralj, Oberlieutenants, Neuberg. Mohre». Urbanciö, Beamter, Feistriz. — Putorm sammt Frau, Gaya. Verstorbene. Den 24. Iuli. Maria Mesch, Tabaksabriks-Arbei-terin, 23 I, 'Kreuzgasse Nr. 4, Gehirntumor. — Johann lseZek, Spinnsabriks-Arbeiterin, 16 I. 7 Mon., Vorort Hradetzkydorf Nr. 10, Tuberkulose. — Aloisia Mlaker, Dienstbotentochter, 3 Mon., Polanastraße Nr. 60, Fraisen. — Theresia Pavlic, Tuchmachersgattin, 33 I., Petersstraße Nr. 48, Bauchfellentzündung. — Maria Grum, Bedienerintochter, 4°/« I, Chröngasse Nr. 16, Lungentuberkulose. mehr zugunsten der österreichischen Occupation wendet. Die Bevölkerung beabsichtigt Deputationen zum Empfange der österreichischen Truppen und nach Wien zu senden, um dem Kaiser im Namen der Bevölkerung zu huldigen und dem Grafen Andraffy zu danken, der die Herbeiführung geordneter Zustände Bosniens bezweckt. Paris, 24. Juli. Marschall Mac Mahon Unterzeichnete den ratificierten Berliner Vertrag. Der Austausch der Ratificationen mit den anderen Staaten findet sofort statt. Rom, 24. Juli. Die „Opinione" sagt: Die italienische Regierung kam den Beschwerden Oesterreichs, indem sie die Vorfälle der letzten Tage desavouierte, zuvor, versichernd, die Majorität der Bevölkerung habe daran nicht theilgenommen. Rom, 24. Juli. Der „Capitale" zufolge will Griechenland einen Vermittlungsappell an die Mächte richten, um das Widerstreben der Pforte gegen eine Grenzrectification zu besiegen. Ziegen-Molken. Zwei Stück sehr schöne, einfarbig rothbraune, hörnerlose, milchreiche Ziegen stehen in Gleiniz auf der Gollob'schen Mühle zum Verkaufe. (337) l'ill und Papierhandlung, Unter der Trantsche 2. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requisiten, Schreib-, Zeichnen- und Maler-Utensilien, Copier-, Notiz- und Geschäftsbücher. Neuestes in Papiereonfeetion. (334) 2 Für den Vertrieb eines sehr gangbaren Artikels ohne jede Auslage werden Personen aller Stände in der Provinz gesucht. Schriftliche Anfragen unter „Nebeneinkommen" befördern kotier L voiup., Annoneen-Expedition, Wien, Riemer-gasfe 13. (309) 20—8 Prinzessen-Walser, echt, per Flacon 84 kr., stets frisch vorhanden bei Lail Liuinxtzr. (266)8 Wiener Börse vom 24. Juli. Lebensmittel-Preise in Laibach am 24. Juli. Weizen 9 fl. 10 kr., Korn 5 fl. 20 kr., Gerste 4 fl. 23 kr., Hafer 3 fl. 41 kr., Buchweizen 5 fl. 20 kr., Hirse 6 fl. 18 kr., Knkurutz 6 fl. 20 kr. per Hektoliter; Erdäpfel — fl. — kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 10 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinsett 82 kr., Speck, rischer 70 kr., geselchter 74 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 2 kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 54 kr., Kalbfleisch 52 kr., Schweinfleisch 70 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 78 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C.-Meter; Wein, rother — fl., weißer fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 29. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Graf Lanthieri'sches Gut Slap, LG. Laibach. — 2. Feilb., Skufza'sche Real., Wisaiz, BG. Teisenberg. — 1. Feilb., Ovijai'sche Real., Mosche, BG. Krain-burg. Telegramme. Wien, 24. Juli. Die „Pol. Korr." berichtet aus Serajewo, daß die Stimmung sich immer Allgemeine 8l»at»-s