Lied. ZV ^? risch eilt der helle Strom hinunter, D'rauf zich'n viel bunte Gchifflein munter. Und Strom und Schiff und bunte Scheine, Sie fragen alle: was ich wcine? Mir ist so wohl, mir ist so weh. Wie ich den Frühling fahren seh. Wiel Lenze sitz' ich schon da oben, Ein Regenbogen steht im Land erhoben. Und durch die Thaler, Wiesen, Wogen Gtill, wie ein fernes Lied gezogen. Schifft immer fort Dein himmlisch Bild -< Doch Strom und Schiff hielt niemals still. Denk' ich Dein, muß bald verwehen Alle Trübnisi weit und breit. Und die frischen Blicke gehen Wie in einem Garten weit. Wunderbar« Vögel wieder Weiden dort auf grüner Au', Einsam Engel, alte Lieder Ziehen durch den Himmel blau. Wolken, Ströme, Schiffe, alle Segeln in die Pracht hinein — Keines kehrt zurück von allen^ Und ich stehe Samm» lung aufbewahrt; aber das Andenkn an den Helden« wüthigen Verthelcig.r semeS Vaterlandes, an den gli'tckllchen Bekämpfer der Osmannen, wird in den dankbaren Herzen seiner Landsleure nie verlöschen! Correspondenz vaterländischer Ge-birgshaupter. i. Der Nanos an den Triglau. Theurer Vetter! Angefangen vom Brlcfwichß ob ich »hm's je zurückzahle. MH, 11011 t'a ni^Ms, bin ich zur Crida gezwungen,- so lasse ich eher alles auf, meine Frau schreiben, und die Geschichte hat ein Ende. Ist's aber doch eben die süße lislisrni^ii, meine Frau, die mich »ährlich mehr in Schulden stürzt. Jede neue Mode muß sie mitmachen. Jeder Gang, den sie zu thun har, kostet ein neues Kleid. Aclas, Sammt, Ouiii0!lN68) (Fl'08 li« Kapl<38) und wie der Plunder aller in Paris getauft wird, Burnusse, persische und türk,sche Tücher, gestickten Battist und ähnlichen Jammer, der ein Sündengeld kostec, muß ich ihr wöchentlich hinäufschleppen. Nebstbci zwingt mich auch die böse Muhme Vora, und überzeugt mich, daß meiner Frau ein Zobelpclz prächtig stehen würde, und zur Erhaltung ihrer Gesundheit unumgänglich nothwendig ist. Leider habe ich auch im Carneval meine natio» nal-oconomischen Studien, meine industriellen Forschungen sehr vernachlässigen müssen. Das ist nä'm» llch, lieber Vetter! jetzt die vorherrschende Richtung meines Geistes. Dr. Ast ist ein guter Freund von Mir, und die Schuhe des alten Smith habe ich schon lange ausgetreten. Ich beobachte die Fahrten des österreichischen Llopd nach Venedig, ^Ancona, Corfu, Dalmatien und in die Levante, und den Bau der colossalsten Brücke der Welt, der Lagunen^ Eisenbahn. Die Richtung der Tricsterbahn nimmt meine ganze Aufmerksamkeit in' Anspruch, ob sis durch mein Gebiet gezogen wird, oder an der Idriza und dcm Isonzo. O! käme sie nur durch meine Steingärten, da hätte meine Muhme doch ein neues Object, an dem sie die Kraft ihrer Lungen probircn könnte, und ich stiftete dann auf Actien, ohwohl ich schon selbst Mit-Actionär von tausend Gesellschaften bin, eine Straßcnbaugesellschaft für Ungarn. Es ließen sich leicht jährlich einige Millionen Centcn Karststeins mittelst Eisenbahn nachWlen, und dann auf den Pyroskaphen der Donau in die Com'ttate Ungarns bringen, um dort, be'l der Armuth dcS Lan» deS an Steinen, den Straßenbau zu verbessern. Neues hat sich in letzterer Zeit nichts besonderes zugetragen. Mein Stiefbruder, der ^VloMo ma^iars schickte mir neulich einen Gruß aus seinen Lorber» und Kastanicnwäldern, und ließ mir sagen, daß im Huarnoi-o der Thunfischfang heuer herrlich gerathen scy, und er göttlichen Draaanerwein im Keller habe, ich mochte ihn besuchen. Da prosit Mahlzeit! als wenn mich das etwas anginge. Der Kerl mit seinem dicken Bauche ist mir zuwider. Er ist ohne alles commcrciclle Interesse. Der Magen ist sein Gott, und vom Maschinenwesen weiß er gar nichts. Ein in Ocl geschmorter Branzin ist ihm lieber alS jeder Hochdruckcr, und für ein Glas Chcrsiner gibt er das ganze weiland Cockrill'sche Etablissement. Ich habe diesen meinen Stiefbruder nie recht leiden können. Er ist im Stande, und nimmt am Ends keine Actien auf meine ungarische Straßenbau» Acticngcsellschaft. Recht viel Galle hatte ich auch in dcn ersten Tagen der Fasten. Meine Muhme bekam nämlich Besuch von ihrer Schwester, die in Zengg verheilathet ist, vulgo „2lM8ka duria« genannt j und da unterhielten sich die zwei alten Weiber, einen wahren Teufelsspuk anzustellen, Eini^ — 59 — gM Laibachem die von Venedig zurückwollten, haben sie so arg mitgespielt, daß es zum Erbarmen war. Kaum gelang es meiner Frau und mir, die Alten zur Nuhc zu bringen. Ja, ja lieber Vetter! Icder hat seine Lelden. Wenn mich nicht der Anblick des Meeres, und meine national-öconomischen Pläne entschädigten, so hätte ich das ewige Zanken, Schnaufen und Poltern schon längst überdrüßig. Kaum habe ich die Alte in etwas besänftigt, so kommt der afrikanische Narr äii'oeco, ein ehemaliger unglücklicher Liebhaber der alten Dame, und heult und jammert mir die Ohren voll, denn bei dem ist die Lieb' auch großer als der Verstand. Sey froh, lieber Vetter'., daß du mit diesen Leuten nichts zu thun h^st. Ihr, dort oben, sitzt recht warm in euern Eismänteln, spielt eine Parthie Präferans oderDomino und raucht eure Pfeife Schwarzen ,' aber glaube mir, daß auch ein strenger Geschäftsmann ein guter aufrichtiger Freund scpn könne, und wahilich das ist Dein Vetter Nanos. Im März 1853. Labwche's schönster Tag. An einem kalten Winterabende saßen drei Per» sonen, ein wunderhübsches Mädchen, eine Matrone und ein halb crblindetcr Greis in einem ungeheizten, aller Möblirung baren Dachstübchen. Alle drei fror und hungerte. Der Greis weinte. Keiner sprach. „Laß mich,« sagte endlich daS Mädchen, und fiel dem Greise um den Hals; »laß mich, Va. ter, in einen Dienst ti-eten. Schon scit zwei Monaten verkaufst Du all' Dein Hab' und Gut, um uns zu ernähren; jetzt ist diese Hilfsquelle versiegt. Wenn Du meine Bltte nicht gewährst, so müssen wir alle drei Hungers sterben." Der Greis schüttelte den Kopf. »Du darfst Dich nicht so erniedrigen," sprach er. „Noch bleibt uns ein Mittel." Er schritt zur Wand, und nahm eine Violine herab. „Wir sterben nicht Hungers. Vierzig Jahre lang hat mich und die Meinen diese Violine ernährt, sie soll es auch nun wieder, nach fünfjäh« rigcr Na st." »Was willst Du thun?« riefen Gattinn und Tochter erschrocken. »Was ich vierzig Jahre lang gethan. Violine spielen." »Aber damals, Luigi, thatest Du's an der Sp-tze eines Orchesters, Du dirigirtest . . . Und j'tzc?« )-I-'tzt," sagte der Greis mit erkünstelter Nuhe, >,j'tzt...McineAugcn können freilich keine Note mehr lesen; ich werbe aus dem Gedächtnisse spielen. Meine alte, treue Geige wird doch noch einmal Brod für weine Lieben schaffen." Und ohne der Bitten der beiden Frauen zu achten, verließ er das Zimmer und tappte die Stiegen hinunter. Draußen war'S kalt, ein eisiger Wind wehte, der Schnee knarrte unter den Füßen des Greises. Er beeilte seine Schritte, um fein Blut in rascheren Umlaufzubringen. Vor einem der besuchtesten Kaffeh-lMlser stand er zögernd still. Sein Zögern währte nur einen Augenblick. Frau und Tochter hungern und frieren!« sag» te er, um seinen Muth zu stählen, öffnete rasch die Thüre und trat ein. Nah' an der Thüre, stand ein sammetüderzogcnes Tabouret, auf dieß legte er seinen Hut, und begann sein Instrument zu stimmen. Sogleich war ein Garaon da, maß balb den Alten, bald den Hut mit seinen Blicken und sagte: «Heda! Glaubt Ihr, wir haben das Tabouret deßhalb mit Sammet überziehen lassen, damit eilt Fiedler, wie Ihr, seinen Hur darauf lege?« Ohne auf diese unverschämte Nebe etwas zu antworten, nahm Luigi seinen Hut, legte ihn auf die Erbe und fuhr ^.obwohl zitternd oh des ihm widerfahrenen Schimpfes ,__ fort, seine Geige zu stimmen. „Frau und Tochter hungern!" Mit diesem Gedanken besänftigte er seine innere Aufregung. Endlich strich sein Bogen über die Saiten ; Luigi's Herz pochte vor Freude, und bald hatte e^ vergessen, wo er und wcßhalb er hier war. Fünf Jahre hatte er auf seinem Instrumente nicht gespielt, denn seine Töne hätten ihn nur an scin Unglück erinnert. Jetzt aber klangen sie ihm wie die Stimme eines alttn Freundes. Er hatte kaum einige Noten des Schwures Wilhelm Tell's mit wunderbarer Präcision und 'staunenswerthem Ausdrucke gespielt, als ein gro^ ßer starker Mann den Tisch, hinter dcm er saß, Mit dem Fuße wegstieß und auf den Greis zueilte. Es war Ladlache, der den ehcmallgcn Orchester-Director erkannt hatte. »Luigi!« rief er. »Monsieur Lablache!« erwiederte betroffen der Musiker und eine plötzliche Rothe überzog seine befürchten Wangen. „Wie, Luigi, ist es so weit Mit Ihnen ge- kommen?" — 60 — „Meine Augen seh !8 ,U O ? H IU o IR erste Ausstellung, welche bisher sehr zahlreich besucht, mit hohem Vergnügen gesehen und bewundert wurde, ist bis Sonntag den 9. d. M. zum Letztenmale zu sehen. s^ialt lallst Iiismit cliß I?. '1'. A66liN6n Musilo ll'6und6 2U äom t>6roit8 »n^6kiwlIiAt6n doncsrts, W6leli63 I?r6itaA äsn 7. cl. HI. nnm Vortlleilß