Nr. 181. Dienstag. 10. August 1880. —Morgen rSusanna. LH I»I «rti on »prei le : Sin« . aitige Petit,kli« » 4 k., bei 17? iederholungen » 3 Ir. Ä»> ^ rI, ,eigen bi« b Zeilen ro Ir. Der niederösterreichische Parteitag. Die officiöfen Blätter, welche sich in der Hoffnung wiegten, der niederöfterreichische Parteitag werde dasselbe unerquickliche Schauspiel bieten, wie die Borconferenz, haben zu früh gejubelt. Der Verlauf des Parteitages hat, wie der folgende Bericht ergibt, diese Hoffnungen zuschanden gemacht. Der Lärm der Vorversammlung war verstummt und der niederösterreichische Parteitag ist das geworden, was er sein sollte, eine imposante Kundgebung der Einigkeit der gesammten Ver-fassungspartei. Hierüber schreibt die „Wr. Allg. Ztg.": Mit ungeheuchelter Befriedigung registrieren wir das Ergebnis des fünften niederösterreichischen Parteitages, der heute in Mödling abgehalten worden ist. Nicht nur, dass wir die kernigen Worte der Resolution, die er beschlossen und die wir gestern bereits mi'tgetheilt, durchweaS billigen, die Aufnahme, die sie gefunden, die Art, wie sie begründet wurde, erscheint unS als das Bemerkenswerteste, als ei« hocherfreuliches Zeichen für die Verhältnisse der Verfassungspartei. Die großen Städte bilden die natürlichen Centren der fortgeschrittensten Anschauungen, und deren Vertreter führen erfahrungsgemäß in der großen Parteiverfammluiig regelmäßig das große Wort. Von den zwölf Abgeordneten. die unsere Stadt in den Reichsrath entsendet, gehören sieben der avancierten Fraction an, und zwei sind aus derselben nur deshalb ausgeschieden, weil ihnen die Partei noch als zu wenig entschieden erschien. Der anerkannte Führer der Fortschrittsfraction nun beruft den Parteitag ein; ,chm ist dessen factische Leitung durch unzweisel^ hasten Wunsch aller seiner Parteifreunde übertragen, er ist der geistige Vater der Resolution, die heute ohne Discussion einstimmig und unter lauten Zurufen von der Versammlung angenommen wurde. Seine Rede ist daher wohl als authentische Interpretation anzusehen, ihr gebürt unsere vollste Beachtung und aufrichtige Zustimmung. Wir haben gar vieles von ihm gehört, das uns, gerade von dieser Seite ausgesprochen, hochbedeutsam erscheint, und es ist gewiss ein erfreuliches Zeichen der Zeit, dass wir in einer Kundgebung, die Dr. Josef Kopp organisiert hat, einen Triumph unserer eigensten Anschauungen erblicken dürfen. Dr. Josef Kopp trat als Verfechter jener Principien auf, für die wir und unsere engeren Parteifreunde immer und sehr lange schon cin-getreten sind. „Unbeschadet der berechtigten Frac-tionsunterschiede, die nun und nimmermehr aus deutscher Eigenart schwinden werden", jedoch unbeirrt von denselben haben die Deutschen in Oesterreich sich als die eine und große reichs-und verfassungstreue Partei wieder zusammengefunden und „Einer für Alle, Alle für Einen" sollen und werden sie zusammenstehen gegen den gemeinsamen Gegner, der sie bedroht in ihren höchsten Interessen, der Freiheit und Cultur verderblichen Sonderzwecken opfert. Hiezn aber bedarf es der Einigkeit, die allein stark macht, sollte diese Einigkeit auch einige Selbstverleugnung erfordern. Wir haben es gehört, und wir wiederholen die würdige Erklärung des Führers der Fortschrittspartei, dass diese gar manches gelernt, gar manche Erfahrungen gesammelt habe in der herben Noth, die uns alle bedrückt; wir uehmeu Act davon, dass aus diesen Kreisen heraus der Ruf an die Führer der Partei ertönte: „Warum habt ihr die Opposition, die aussichtslose Opposition in der bosnischen, in der Wehrfrage auf die Spitze getrieben und so das deutsche Regiment selbst gestürzt!?" Regierungsfähig ist nur, der — um mit den Worten der Resolution zu sprechen — „dem ganzen Staate die Segnungen einer guten, sparsamen und wohlwollenden Verwaltung, einer vorsichtigen und nüchternen Politik und wahren bürgerlichen und politischen Freiheit verbürgt." Dieser Satz ward in Mödling mit brausendem Jubel begrüßt und alle Anwesenden haben demselben zugeftimmt; er war von jeher das Credo der uns am allernächsten stehenden Parteifreunde. Die Fortschrittspartei, indem sie die eben aufgezählten Wünsche zu den ihren machte, hat dadurch eine wahrhaft staatsmännische Haltung gezeigt, die wohlthuend absticht von so manchem Fehler, den man früher begangen; sie hat nicht abdiciert, nicht ihre Grund-fätze verleugnet, allein sie hat sich uns angeschlossen in der Erkenntnis, dass das Bessere stets der Feind des Guten bleiben werde, sich mit dem Gros der Verfassungspartei verbündet, um zu erreichen , was wir alle gemeinsam anziistreben haben, die Wiederherstellung geordneter staatS-rechilicher Verhältnisse, den wirklichen Schutz der kulturellen Errungenschaften der letzten Decennien, die Erhaltung einer gerechten, in ihren einzelnen Gliedern berufstüchtigen und integren Verwaltung! Bei der heutigen Versammlung war kein Misston vernehmbar. Fast widerstrebt es UNS, noch der etwas stürmischen Vorversammlung zu gedenken, die gestern abends kaum voraussehen ließ, dass wir es nur mit der durchaus achtenswerten Rechtsüberzeugung vereinzelter Männer zu thun hätten, die sich aber — der heutige Tag bewies es — schließlich willig der allgemeinen Stimme fügten. Die Abgeordneten aus dem V. und VIII. Wiener Bezirke haben gestern ihre Sondermeinung zu Protokoll gegeben, allein sie verzichten heute darauf, Amendements zur Resolution vorzuschlagen, I-euilleton. In letzter Stunde. Eriminalnovelle von M. von Roskowska. (Fortsetzung.) Da näherten sie sich ja auch der langen Brücke, und die Bewegung von angesammelten Leuten, die hier um einen vor Anker liegenden Oderkahn stattfand, veranlasste sie zum Stehenbleiben und zu Erkundigungen. Das Pärchen erfuhr sogleich durch den Augenschein, um was es sich handle. Ein Kind deS Schiffers war vom Verdecke in die Mottlau gefallen, und der Brave, der es aus dem mit Eisschollen bedeckten Fluss glücklich wieder herausgeholt, übergab eS nun der laut jammernden Mutter, entzog sich indes äußerst schnell allen Dankesäußerungen. „Mein Gott, das ist ja mein Ritter, den Sie im Verdacht hatten —", rief Selma betroffen. Ihr Gefährte versicherte sich mit einem kräftigen Griff nach dem Rockkragen des Ritters und Retters, der sie nicht bemerkt hatte und an ihnen vorüberhufchen wollte. „Ich wohne hier ganz in der Nähe, und Sie müssen sich auf der Stelle umziehen, wenn Sie sich nicht den Tod holen wollen." Damit beschwichtigte er ven sich erschrocken Sträubenden. Die Situation gestattete keine langen Reden. Fräulein Selma Weidlingen, die ihrem Begleiter ja ihre Adresse gegeben hatte und sicher war. dass er sie aussuchen würde, trennte sich rasch von ihm, da sie in dieser belebten Gegend für ihre Sicherheit nichts mehr zu befürchten hatte.---------- In seiner Chambregarniwohnung in der Heili-gengeistgasse that Römer alles Erforderliche, um bei seinem jungen Gaste den Folgen einer Erkältung vorznbeugen. Er gab ihm Wäsche, packte ihn in sein Bett, ihn bis über die Ohren zudeckend, und sorgte durch Thee mit Rum für die Erwärmung des inneren Menschen nicht minder als für die des äußeren. All das Arge, das er gedacht bei dem Fortlaufen des ziemlich fragwürdig gewordenen Beschützers der ihm so werten jungen Dame kam nicht mehr in Betracht. Der Junge war unleugbar brav. Ein fremdes Kind mit eigener Lebensgefahr retten und sich dem wohlverdienten Danke und Lohne still entziehen, das war eigentlich etwas Unerhörtes in dieser Sphäre; nicht jeder Gebildete hätte so gehandelt. Und das alles nach dem großen Verluste, den der arme Junge eben erlitten. Jetzt bezweifelte Römer natürlich nicht die Wahrheit der Angaben deS Burschen. Lebhaft interessiert, fragte er nach den Verhältnissen des jungen Gastes; war es doch auch nothwendig, den Seinen von dessen Verbleib Nachricht zu geben. Indes erhielt Römer nur einsilbige und spärliche Auskunft. Kein Mensch lebe hier, der nach ihm frage; er sei ganz fremd in Danzig und gewillt, irgendwo im Auslande — am liebsten in Russland — sein Glück zu suchen. Er schien vorläufig unfähig zu weiteren Mitteilungen zu sein; geht doch sonst Leuten in ähnlicher Lage leicht das Herz auf und der Mund über, zumal, wenn sie bei jemandem, der ihn«, nützlich zu werden vermag, freundliche Theilnahme finden. Die triefenden Kleider zum Trocknen ausbrei-tend, entdeckte Römer in den Taschen einige Scheidemünze und ein weißes, seines. aber schmutziges Taschentuch, worin sich ein Knoten befand. Ehe er es entfalten konnte, schrie der derzeitige Inhaber des Bettes, aus demselben springend, ganz entsetzt: „Ach, Herr Nömer, mein Tuch!" ES ihm entreißend, kehrte er schnell zum Lager zurück und verkroch sich tief unter die Decke. „Du kennst mich?" Er musste die Frage wiederholen. „Ei, bewahre, — wie sollte ich? War früher nie in Danzig." den Tenor oder auch nur den Wortlaut der Re> solution abzuändern. Auch sie, selbst sie sind zur Einsicht gelangt, dass das Schlagwort, die oft gehörte Phrase der wahren Noth keine Abhilfe, keine Linderung schaffen kann, und sie traten willig zurück, da sie fühlten, dass nicht sie der wahren Stimmung der Bevölkerung, wie sie heute ist, Ausdruck zu verleihen imstande wären. So haben Wir denn den Boden betreten, auf dem wir zu gemeinsamer Abwehr wider unsere Feinde uns die Hände reichen. Die Einigkeit von heute möge von günstiger Vorbedeutung sein, das ist unser heißester Wunsch für die Tage, wenn der parlamentarische Ernstkampf beginnt. Der tiiml. Wir geben im Nachfolgenden den bisher nur in mehr oder minder unvollkommenen Auszügen bekannt gewordenen, von der Berliner Conferenz angenommenen ünal. Derselbe lautet in Übersetzung aus dem französischen Urtext: „Nachdem die zwischen der Türkei und Griechenland für die Rectification ihrer Grenzen eingeleiteten Besprechungen (pourparlers) zu keinem Resultate geführt haben, sind die Unterzeichneten Bevollmächtigten der Mächte, die nach den Bestimmungen des Vertrages vom 13. Juli 1878 berufen sind, zwischen den zwei Staaten zu vermitteln, in Uebereinstimmung mit den Instructionen, die sie von ihren respectiven Regierungen erhalten haben, in Berlin zu einer Conferenz zusammengetreten und, den Geist ebensowohl als den Wortlaut (l'esxrit et 1a lettre) des 13. Proto-kolles des Berliner Congresses beobachtend, haben sie einstimmig das folgende Trace angenommen: Die Grenze soll der Linie des Kalamas, von der Mündung dieses Flusses bis in den Nachbarschaft des Han Kalibaki, dann die Linien, welche die Scheide zwischen den Flussbassins bilden, folgen. Sie lässt die Bassins der Vorpässe, das Haliakewa und das Mavroneri mit ihren Nebenflüssen nördlich, die Bassins des Kalamas, des Arte, des Aspropotamos und des Salamvrias (des alten Peneus) mit ihren Nebenflüssen südlich, so dass sie beim Olympns anlangt, dessen Küstenlinie sie bis zu dem äußersten Ende am Aegäischen Meere folgt. Diese Linie lässt den See von Janina und alle seine Zuflüsse, ebenso wie Mezowo, welche auf den Antheil Griechenlands fallen werden, auf ihrer Südseite liegen. „Ich bin kein Danziger und weit umher gekommen. — Wahrscheinlich war ich auch in deiner Heimat. — Wo bist du zu Hause und wie heißest du?» «Ich? — Ich heiße Carl Friedrich. — Ihren Namen ries ja die Dame und Sie nannten Fräulein Weidlingen. Ich habe ein gutes Gedächtnis, kenne Sie aber gewiss nicht. Das ist das Geheimnis." „Das Schnupftuch oder der Knoten darin ist wohl ein Amulet?" neckte der Geschäftsreisende. „Denn, um es als Liebespfand erhalten zu haben, bist du zu jung, auch wohl sonst nicht die Person, der eine Dame als Andenken zarter Minne ihr Taschentuch —" „ES ist doch ein Andenken an eine Dame," war die trotzige Antwort. „Und der Knoten —" „Rührt vom Plumpsackspiel her," lachte Römer. „Das muss ich aber sagen, wenn Ihr dazu immer solch' feines Zeug nehmt —" Er brach ab. Der Bursche hatte sich ausgerichtet und einen Laut deS Unwillens ausgestoßen. Warum ihn verletzen? „Der Knoten sollte mich an den letzten Abend zu Hause erinnern und daran, dass — dass —" einen Augenblick verstummend, jammerte er dann mit unterdrücktem Schluchzen. „Je, — hätt' ich's doch nicht gleich vergessen." Alle diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Karten des österreichisch-ungarischen General-stabeS. Die Unterzeichneten haben die Ehre, den Mächten, deren Vertreter und Mandatare sie sind, die vorliegende Entscheidung (1a pröseute äöeision) zu unterbreiten, damit dieselben belieben mögen, sie zu genehmigen nnd den betheiligten Parteien zu notificieren." (Folgen die Unterschriften) Ans Frankreich. In erster Linie stehen heute in Frankreich die Festlichkelten in Cherbourg, wo eine großartige Revue der dort versammelten Kriegsschiffe vor dem Präsidenten der Republik stattfindet. Immer noch beschäftigen sich die Pariser Zeitungen mit dem Resultate der Generalrathswahlen und knüpfen an dieselben, je nach ihrem Standpunkte, Reflexionen in ihrem Optimismus. Aus Ajaccio wird gemeldet, dass die Bonapar-tisten vorigen Sonntag über die Niederlage des Prinzen Napoleon in den Generalrathswahlen so wüthend waren, dass sie, etwa tausend an der Zahl, Miene machten, das Stadthaus zu stürmen. Der Präsect bot eine Compagnie Liniensoldaten auf, stellte sich an ihre Spitze nnd zerstreute die Angreifer. Ohne die Energie, welche der Präfect entwickelte, schreibt der „Petit Provenyal", hätte es zu einem blutigen Handgemenge kommen können. Es wurden einige Verhaftungen vorgenom-men und die Gerichte mit der Bestrafung der Meuterer betraut. Der „Telegraphe" will wissen, dass viele französische Prälaten Drohungen gehorchen, indem sie mit den Jesuiten gemeinschaftliche Sache machen und zum Scheine die Leitung ihrer Colleges übernehmen. Die Bischöfe fürchteten, sagt er, wenn sie sich lau zeigten, als Ketzer oder wenigstens als Schismatiker behandelt zu werden. Das ossiciöse Blatt ertheilt der Regierung den Rath, die übrigen von den Märzdecreten bedrohten Con-gregationen unbehelligt zu lassen, dagegen mit verdoppelter Strenge gegen die Jesuiten vorzu gehen und vor ihrer Verbannung nicht zurückzuschrecken. Es ist jedoch kaum wahrscheinlich, dass auch der erstere Theil dieses Rathes von der Regierung befolgt wird. Die Mitglieder der bisher noch nicht aufgelösten Congregationen scheinen dies selbst nicht anzunehmen. Nach dem „Gau-lois" sind zum Beispiel am 5. d. eine Anzahl Nonnen des Pariser Klosters zum heiligen Herzen Jesu (der berühmten aristokratischen Erziehungs- „Was denn?" „Dass ich nicht so jäh ansfahren und die Hitze und Rachsucht, womit ich's gleich jedem ein-tränken möchte, der mir zu nahe tritt —* Voll regsten Mitgefühls mit diesem verzweifelten Schmerze beugte sich Römer zu Carl Friedrich, ihn zum erstenmale bei Heller Beleuchtung in's Auge fassend. Betroffen fuhr er zurück „Wie siehst du aus? Blutest ja auch. Haben dich die Kerle so zugerichtet, oder hast du bei dem Rettungswerke — ?" Jener hatte mit der Linken rasch nach dem Gesichte gefasst und sie darauf liegen lassen. „Nein, nein, das ist schon von lange. Ein Fall — auf der Treppe; drum bin ich ganz braun und blau, gelb und grün," brachte er mühsam zwischen den znsammcngepressten Zähnen hervor. „Ich dachte, er hätte mir die Nase zerschlagen." Römer schüttelte den Kopf. Die röthlichen Flecke auf dem weißen Ueberzuge rührten offenbar vom Blute her, er schwieg jedoch — der Bursche zitterte förmlich vor Erregung. Dieselbe galt aber wahrscheinlich seinem Verluste; denn er schluchzte nun: „Ich habe das Portemonnaie gewiss mit dem Messer aus der Tasche gerissen. In dem Lärm und Gedränge hörte man's nicht fallen. Das Messer wand mir einer aus der anstatt ,,8aer6-0<)6ur«) nach Amerika abgereist, um den bevorstehenden Maßregeln gegen ihr Haus zuvorzukommen und in den Vereinigten Staaten neue Anstalten zu gründen. Dasselbe Blatt kann überdies, „ohne Furcht, dementiert zu werden", versichern, dass der zweite Theil der Märzdecrete vom 25. bis 31. d. in ganz Frankreich vollzogen werden soll und dass die Regierung entschlossen ist. nur gegen einige weibliche Genossenschaften mit Schonung vorzugehen. Der Pariser Gemeinderath votierte in seiner Donnerstagssitzung einen Credit von 3000 Frcs., mit dem er einem Gesuche der Arbeiter-Syndi-catskammern entsprach, das eine Subvention für 15 Delegierte, welche im Oktober am Congress in Havre theilnehmen sollen, verlangt hatte. 36 Ge-meinderäthe stimmten für den Antrag, 5 dagegen und 11 enthielten sich der Abstimmung. Der „Mot d'Ordre" gibt die Namen der 16 letzteren der Missbilligung seiner Mitbürger preis. Die Proteste gegen die Beschlüsse des letzten Pariser Arbeitercongresses mehren sich immer noch. Jetzt erlässt auch der Syndicatsrath der Tischler des Seinedepartements ein Schreiben, in dem er erklärt, dass die Corporation sich von den Beschlüssen des Congresses entschieden lossagt und jede Solidarität mit denen, welche sie fassten, verwirft. Vermischtes. — Auszeichnungen anlässlich deS Schützenfestes. Der Kaiser hat mit Entschließung vom 3. August d. I. in Anerkennung der bei der Veranstaltung uns Durchführung des ersten österreichischen Bimdesschießens in hervorragender Weise bethätigten Wirksamkeit: den, Präsidenten des österreichischen Schützenbundes sowie deS CentraleomiteS für das erste österreichische Bundesschießen, Dr. Ednard Kopp, Hof- und Gerichtsadvocaten in Wien, den Orden der eisernen Krone dritter Classe mit Nachsicht der Tax-n, dem Obmanne des Schiitze»-festzngscomites, Josef M. Aigner, Porträtmaler in Wien, und dem Mitgl>ede des Ehrengabe»- und Wirtschastscomites, Alois Rudolf Marefch, k. k. Hoftuchhändler in Wien, das Ritterkreuz des Franz-Josefs-Ordens, dann dem Mitglieds des Schieß-comites, Vincenz Hesele, k. k. Hoftischler in Wien, sowie dem Mitglied-, des Wohnungscomites, Carl Ludwig Lustig, Goldarbeiter und Silber-Bijouteriewarenfabrikant in Wien, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen und angeordnet, dass dem gesammten Centraleomite für das erste österreichische Hand und warf es fort — klingen hört ich's, könnt es aber nicht gleich finden. Wenn eS Tag wird — vielleicht — Diebsgesindel hätt' das Messer ja auch behalten." „Das Messer? Wie konntest du aber darnach greifen. Ein unglücklicher Stoß und du machtest dich und andere Zeitlebens unglücklich. Welche böse Folgen hat diese —" „Hinterher klug reden ist keine Kunst", wurde Römer finster unterbrochen. „Diesmal werde ich'S mir schon zur Warnung dienen lasten und nie mehr das Messer mit dem Portemonnaie, wenn ich je wieder zu einem komme, in dieselbe Tasche stecken. Was soll man denn machen, wenn einem schweres Unrecht geschieht und sonst keiner einem zum Rechte verhilst? Oder hier — mehrere starke Kerls gegen mich allein! Sollte ich Ihre Dame im Stiche lassen? Ich bin einmal so. Wem ich zugethan bin, für den gehe ich durchs Feuer, und wäre es das höllische Feuer; aber —" Er schüttelte die geballte Faust und seine Augen funkelten unheimlich aus dem entstellten , in allen Farben des RegenbogenS schimmernden Antlitz. Weder zum Pädagogen noch zum Moralpredigen besaß Römer Anlage und der Ausruf „Ihre Dame" benahm ihm vollends die Neigung zu einer tadelnden Bemerkung. Was der Junge heute abends Bundesschießen, dessen Mitglieder sich insgesammt iu der anerkennenswertesten Weise hervorgethan haben, der Ausdruck der allerhöchsten Zufriedenheit bekanntgegeben werde. — DieSpielbank vonSantMarino. Vor den, Geschwornengerichte in Wien begann gestern der Process des FML. Ottokar Freiherrn v. Pro-chazka. Dieser Process hat schon bei seiner Einleitung das allgemeine Interesse in hohem Grade erregt. Handelt es sich doch in subjectiver Hinsicht um einen Mann, der seiner socialen Stellung nach und vermöge seines hohen Postens in der militärischen Hierarchie zu den obersten Zehntausend zählt und jenem Staude angehört, auf dessen silberblankem Ehrenschilde der dunkle Widerschein menschlicher Verirrung in viel schärferen Umrissen zutage tritt. In objektiver Beziehung verspricht der Gang dieses Protestes manches grelle Streiflicht auf sociale Ver-hältnisse zu werfen, die sonst dem Blicke der Allgemeinheit entzogen bleiben und Gesellschnsts- und Regierungskreise der kleinen Republik San Marino betreffen, die an sich durch ihre Besonderheiten lebhaftes Interesse wachrufen müssen. Es erschien der Hanptangeklagte in diesem Processe im schwarzen Anzuge auf dem Anklagestuhl. FML. Frechere v. Prochazka ist 68 Jahre alt. Sein noch volles, wenn auch silberweißes Haupthaar, der dichte, schneeweiße Vollbart, diäte schattige Augenbrauen, eine stramme, durch das Alter ungebeugte Haltung, ein noch immer feurig blickendes Auge und die ganze Art, wie er sich bewegt, lassen in ihm auf den ersten Blick den ehemaligen Militär erkennen. Mit großer Aufmerksamkeit, die Hand ans Ohr gelegt und vom Publicum abgcwendet, horcht er der Verlesung der Anklage, die ihn des Verbrechens des Betruges zeiht. Und in klarer, ziemlich entschiedener Weise beantwortet er die Fragen, die der Präsident im Lause der Verhandlung an ihn richtet. Dem in der Anklage als sein Complice bezeichnet,:» Krieghammer hat die lange Untersuchungshaft nichts von seinem Embonpoint geraubt. Aus dem gutgenährten Gesichte, das von einem dunkelblonde», am Kinn ausrasierten Bollliart umrahmt ist, blicken aus goldener Brille ein paar recht gemüthlicher Augen. Eme etwas weit nach rückwärts reichende Glatze und wenig stramme Haltung verleihen ihm das Ansehen eines wohlsituierten kleinen Rentiers, bei dem man es kaum begreift, dass er die Ruhe seiner Tage durch so gefährliche Dinge stören ließ, wie sie ihm die Anklage zum Vorwurfe macht. Die Anklage lautet: Die k. k. Staatsanwaltfckaft in Wien erhebt gegen 1.) Ottokar Freiherrn v. Prochazka, zu Klat-tau in Böhmen geboren, 68 Jahre alt, verheiratet, gethan, und zwar für Fremde und ohne Dank zu heischen, das wog wahrlich diese Reden auf. denen wohl unr der Kummer um den Verlust so herbe Bitterkeit lieh. Er suchte ein außer Brauch gesetztes Portemonnaie hervor, steckte ein Zwanzigmarkstück hinein und legte cs auf die dem Bette zunächst befindliche Tischecke. „Da hast du wenigstens einen Anfang zu einem neuen Sparschatz", sagte er freundlich. „Wolltest du hier bleiben, so könnte ich dir vielleicht eine Stelle verschaffen. Nicht —?" fügte er auf die angstvoll ablehnende Handbewegung hinzu, „nun, dann verhelfe ich dir zu einem Platze auf dem Schiffe. Morgen reden wir weiter davon. Jetzt schlummere ruhig ein; deine Schlafstelle kannst du doch nicht mehr ausfuchen." Die Weisung durfte nicht wiederholt werden. In kurzer Zeit schlummerte Carl Friedrich, doch nicht ruhig. Einigemale schrie er auf, die A>me umherwerfend, wie zum Schwimmen oder in einem heißen Kampfe und vor Anstrengung laut stöhnend. Sein warmherziger Gastgeber wnrde schon besorgt und bedauerte, nicht eine» Arzt hinzugezogen zu haben, ehe die Nacht so weit vorgerückt war. Da jedoch der fieberhaft Erregte auf seinen Anrus tüchtig Wasser trank und dann augenblicklich wieder in Schlummer verfiel, tröstete er sich damit, dass er stch gesund schlafen werde. Nicht ohne Seufzer und Privat, unbeanstandet; L.) Franz Krieghammer, zu Fiume im Küstenlande geboren, 35 Jahre alt, ledig, Privatbeamter, unbeanstandet, die Anklage: Der ersrere habe im Laufe des Jahres 1879 theils von Wien aus, theils in Italien und in Paris verschiedene» Personen, und zwar: Emil Catelain, Paul Gillibert, Lavier Girardi» und Heinrich Chanveau, durch die listige Vorspiegelung, er sei im Besitze einer giltigen Concession zur Errichtung und zum Betriebe eines Spieletablissements in der Republik San Marino, welche mit den gefälschten Unterschriften der dortigen Staatssecretäre Bellnzzi unb Fat-tori versehen war, eine Summe von 120,000 Francs und das Versprechen der Zahlung weiterer 280,000 Francs entlockt. Freiherr v. Prochazka wird wegen dieser und anderer Betrngsfacten nach den 88 197, 199 6, 200, 101 <1 und des Verbrechens der Vorschubleistung nach Z 214 St. G, strafbar uach den ZZ 203, 215 und 34 St. G., angeklagt. Sein Complice Franz Krieghammer ist angeklagt des Verbrechens des Betruges nach den ZA 5, 197, 200 und 201 6, des Verbrechens der Vorschubleistung nach den 88 44 St. G., strafbar nach den ZA 203, 215 und 34, mit Bedacht auf die Bestimmungen der 39 und 40 St. G. — Das Hoch wasser in Mähren. Man schreibt aus Friedek, 7. August: Am 5. August morgens bot sich nns ein schrecklicher Anblick dar. Der Ostrawitzafluss, der Friedek von Mistek trennt, Warans den Ufer» getrete», überflutete unterhalb Friede! den ganzen Bahnkörper und strömte durch die an demselben angelegte Leinenfabrik und Spiritusbrennerei. In letzterer gesellte sich zu dem schrecklichen Elemente ein in den Wirtschaftsgebäuden aus-gebrocheues Feuer, das durch den herrschenden Sturm noch angefacht wurde. Die Familie des Besitzers Löw nnd die Leute desselben, bei 20 Personen, befanden sich hinten im Wohnhanse, das hinter dem Brandplatze liegt, in einer schrecklichen Situation: vor sich ein Flammenmeer, vom Sturme gepeitscht, hinter sich die tosenden Fluten. Nur der festen Constrnclion des Wohnhauses ist es zu danken, dass die Familie gerettet wurde. Zwei Menschenleben sind im ganzen zu beklagen, Bewohner einer durch die Flut weggerisseneu Hütte. Ein trauriges Bild bot eine halbverfallene, im Flußbette liegende Hütte, von der nur noch zwei Mauern standen. In derselben befanden sich sechs Personen, die jeden Augenblick den Tod vor Augen hatten und den lobenswerten Bemühungen der hier stationierten Gendarmerie ihre Rettung danken. Die erzherzoglich Albrecht'schen Hüttenwerke Baska und Karlshütte sind stark beschädigt. Die Arbeiten werden daselbst von seiner Samariterrolle wenig erbaut, legte er sich endlich aus das hiergegen durch ein lautes Krachen protestierende Sopha. Er liebte die Bequemlichkeit und hätte in diesem Augenblicke den Einfall, möglichst billig zu leben, um ein wenig zu sparen, verwünscht, wenn der Gedanke an die Begegnung mit Selma Weidlingen nicht sogleich die Missstimmung verdrängt und jegliche Unbequemlichkeiten vergessen gemacht. Nach dem sehr späten Einschlafen erwachte er auch sehr spät, bei Hellem Tage. Sein Bett war leer und dessen Inhaber mit polnischem Abschiede davon. Bestürzt über seinen Mangel an Vorsicht vergewisserte er sich zuerst, dass das Geld im Schreib-secrelär unberührt geblieben sei. Auch sonst war sein Vertrauen nicht getäuicht, seine mitleidige Gastfreundschaft nicht gemissbraucht worden. Carl Friedrich hatte sogar die ihm gegebene Wäsche zurückgelassen nnd sein eigenes, gewiss noch halbnasses Zeug angezogen. das geschenkte Portemonnaie aber nicht mit-zunkhinen vergessen. „Er sucht wohl seit dem anbrechenden Morgen seine Geldtasche und wird wieoerkonimen — schon wegen der Empfehlungen, die ich ihm ja auch gern gebe." Allein der Junge ließ sich nicht wieder sehen. (Fortsexunn solgt.) auf längere Zeit eingestellt werden. Ebenso wurde» bei 100.° Klafter Holz von den erzherzoglichen Vor-räthen weggeschwemmt. Mehrere Brücken der Ostrau-Friedlander Bahn sind ganz weggerissen, der Bahn-köiper ist an vielen Stellen stark beschädigt. So schnell das Wasser gekommen, ebenso schnell floss eS wieder ab, so dass am 5. d. abends der größte Theil des inuudierten Gebietes frei war. Die Fechsungen sind zerstört, die Arbeiten in den Fabriken eingestellt, die Felder versandet, Fahrstraßen und Brücken stark beschädigt, theilweise zerstört. — Ein aufgefundenes österrei-chisch-ungarisches Seeschiff. Aus Triest, 7. August, schreibt man: Das von der englischen Panzerfregatte „Jnvincible" 130 Seemeilen von Palermo ausgisundene enlmastete und verlassene Seeschiff ist das österreichisch-ungarische Barkschiff „Giorgio Boscovich". Dasselbe segelte mit einer Ladung Kanonen und alter Projectile von der Su-lina nach Genua und stand unter Leitung des Ca-Pitäns Johann Ginovich. Schiff und Ladung wurden dem österreichisch-ungarischen Consnl in Palermo übergeben. Die Mannschaft des aufgefundene» Seglers wurde von dem italienischen Schooner „Amo-des" ausgenommen und am 5. August iu Trapani auf Sicilien gelandet. Der „Giorgio Boscovich" gehört dem Schiffsrhcder M. Boscovich in Cattaro. — Ueber Dr. Tanners Fastenprobe wird aus Newyork weiter gemeldet: 4. August, 8 Uhr abends. Um 3 Uhr nachmittags war Dr. Tanners Pulsschlag 78, seine Körperwärme 98*/^ und das Athcmholen 15. Sein Körpergewicht betrug 125'/z Pfund und seine Stärke markierte das Dynamometer ans 84. Um 4 Uhr hatte er heftiges Erbrechen und wurde sehr schwach. Er trank alsdann etwas heißes Wasser und um 5 Uhr schlummerte er ruhig. — 5. August, 3 Uhr morgens. Gestern abends um 6 Uhr nahm Dr. Tanner ein warmes Fußbad, um der Congestion des MagenS Erleichterung zu verschaffen. Hierauf schlief er bis 7 Uhr. Beim Erwachen war er sehr gereizt und spie Wasser vermischt mit Galle aus. Dann nahm Dr. Tanner ein alkoholisches Dampfbad, nach welchem er sich indes schwächer und nicht so wohl wie vorher fühlte. Um 10 Uhr hatte er einen Anfall von Erbrechen, aber um Mitternacht gen'oss er eines ruhigen Schlummers. Am Ende des Fastens wird er durch Wasser verdünnte Milch zu sich nehmen. Wenn der Magen sie behält, wird er zunächst etwaS Wassermelone genießen. Behält der Mage» dieS nicht, so wird er Hühnerbrühe zu sich nehmen. — Wie telegraphisch gemeldet wird, hat Dr. Tanner seine vierziglägige Fastenzeit glücklich beendet. Local- und Proviiyial-L.«gelegenheiten. — (Aus der Volksküche.) Dank dem zu wiederholtenmalen sich glänzend bewährten Wohl-thätigkeitssinn der hiesigen Stadtbevölkerung wurde die zur projectierteu Abspeisung der vierhundert Armen erforderliche Geldsumme aufgebracht, und findet demnach das Festessen sicher am 18. d. in den Mittagsstunden von II bis 1 Uhr statt. An diesem Tage werden von der Leitung des Volksküchenvereines gegen Bezahlung keine Speisen verabfolgt, und werden die Freimarken für das erwähnte Festessen von jetzt an in der Volksküche ausgegeben. Durch das Arrangement dieses Armen-Festessens wird dem Wunsche des Kaisers — patriotische Feste seien in erster Linie durch Humanitätsacte zu feiern — im besten und vollsten Sinne entsprochen werden. — (Vom Feuerwehrfeste.) Täglich laufen neue Meldungen zur Theilnahme am Feuerwehrfeste ein. Die Zahl der Theiluehmer wird eine bedeutend größere sein, als ursprünglich angenommen wurde. An alle jene, welche in der Lage wären, einen oder mehrere Feuerwehrmänner zu bequartieren, stellen wir das dringende Ersuchen, dieS dem Commando der hiesigen Feuerwehr unverzüglich bekannt geben zu wollen. — (Eine inspirierte Stimme über die gegen das „Laibacher Tag-bkatt" ei «geleitete Action) liegt im Leitartikel des heutigen „Sloveuski Narod" vor unS. Einerseits bekräftigt derselbe vollauf unsere Vermuthung, dass die ganze Sache von Herrn Winkler auSgegangen sei, dessen Vorgehen er natürlich untadelhaft findet, andererseits liefert er den Beweis, dass das Blatt trotz seiner dermaligen Beziehungen so roh geblieben ist wie zuvor. So meint er z. B , dass ein Jahr einer neutralen (?!) Regierung hingereicht habe, damit das einzige journalistische Organ der Verfassungspartei in Kram „ crePiert " sei! „Slov. Nar." gehört derzeit zu den Frommen im Lande, daher wird er wohl hoffentlich auch an eine Auferstehung gerne glauben. Die deS „Laibachcr Tagblatt" wird wahrscheinlich früher erfolgen, als ihm lieb ist, und inzwischen wird das „Laibacher Wochenblatt" ihm bei seinem unsauberen Handwerk, so oft nöthig, gehörig auf die Finger klopfen. Aufrichtig dankbar sind wir dem „Slov. Narod" für das Lob, dass wir uns im Leben wie im Tode gleichgeblieben seien und unsere Haltung niemals geändert hätten. Diese unbefangene Anerkennung muss jedoch einem Blatte furchtbar schwer geworden sein, das seinerseits seine Farbe so ost umgeändert und alle Stadien vom liberalsten Geflunker bis zum untadelhaften Clericalismus durch laufen hat. Wenn „Slov. Narod" schließlich selbst gefällig bemerkt, dass er und sein Anhang, wie einst Antäus, immer neue Kräfte aus der heimatlichen Erde zögen, so möchten wir zur Richtigstellung nur noch bemerken, dass dieser Kräftebezug sich in Wahrheit dermalen auf einen sehr kleinen Fleck, nämlich nnr auf das Bureau des Herrn Landespräsidenten be schränkt. — (Schadenfeuer.) Gestern um halb 11 Uhr nachts signalisierte der Wächter auf dem Castellberge ein Schadenfeuer am Lande. Es brannte eine große mit Fruchtvorräthen gefüllte Harpfe des Gemeinde Vorstehers von Schifchka, Herrn Adolf Galle. Die freiwillige Feuerwehr, welche alsbald am Brand platze erschien, verhütete das Weitergreisen des verheerenden Elementes und kehrte um halb 1 Uhr morgens wieder in die Stadt zurück. — (Monatlicher Vieh markt.) Der gestrige Viehmarkt konnte nach jeder Richtung hin als ein äußerst flauer bezeichnet werden. — (Aus Klagenfurt) meldet man uns, dass gestern Erzherzog Al brecht zur Truppen-inspection dort eintraf und auch »och heute in Klagenfurt verweilen wird. — (Candidat an Stelle Dr. Duchatsch'.) Von Seite der Verfassungspartei kandidiert in der Marburger Städtegruppe als Reichs-rathsabgeordneter der Präsident des steiermärkischen Gewerbevereines und frühere Reichsrathsabgeord» nete Herr Carl Reuter aus Graz. — (Schachcongress in Graz) Dir Grazer Schachgesellschaft veranstaltet anlässlich der im September dieses Jahres stattfindenden Landes^ auSstellung einen Schachcongress. Der Zweck des Congresses ist ein mehrfacher: es soll nämlich er» Wirkt werden, dass die Schachfreunde von Nah und Fern Gelegenheit erhalten, sich an den Leistungen jener Meister zu erfreuen, welche durch die Turniere der letzten Jahre der Schachwelt so rühmlich bekannt wurden; es soll ferner den Spielern zwei ten Stärkegrades, deren Zahl in den österreichisch, ungarischen Städten eine bedeutende ist, die Gelegenheit zum ernsten Kampfe unter sich geboten werden, und eS soll endlich durch ein Nebenturnier sowie durch ein Tombolaturnier jenen Besuchern deS Congresses, welche entweder ihrer Spielstärke und Uebung nach oder aus Zeitmangel in ein bedeutenderes Turnier nicht eintreten könne», die Möglichkeit einer entsprechenden Antheilnahme an dem allgemeinen Turnierkampfe eröffnet werden. Es werden ein Meisterturnier, ein Hauptturnier und zwei Ne« benturniere veranstaltet werden. Im Meistertnrnier spielt jeder mit jedem eine Partie. Einsatz 5 fl. Erster Preis: Schöner silberner Pocal mit reicher Vergoldung, Geschenk des Herrn Erzherzogs Carl Ludwig, Wert 200 fl ; zweiter Preis: 100 fl. Das Meisterturnier findet nur statt, wenn sich hiezn mindestens sechs Spieler anmelden. Die Betheiligung ist allen Schachspielern in gleicher Art zugänglich, wie dies an den deutschen Congressen üblich ist. Im Falle das Meistertnrnier nicht zustande kommt, wird an Stelle dieses und des Hanpttnrniers ein allgemeines (jedermann zugängliches) Turnier mit folgenden Preisen arrangiert: Erster PreiS: Pocal, Wert 200 fl.; zweiter Preis: 100 fl ; dritter Preis: 50 fl. Weitere Preise Vorbehalten. Spielweise: Jeder mit jedem eine Partie und eventuell Vertheilung der Spieler in Gruppen. Die Dauer des Turniers, wobei auch auf gesellige Unterhaltungen Rücksicht genommen werden wird, ist vom 1. bis 8. September in Aussicht genommen. Das Turniercomitö, an dessen Spitze Graf Humbert Czernin steht, richtet seine Einladung an alle Schachfreunde. Anmeldungen wer den von Herrn I. Berger, Mandellstraße Nr. 13 in Graz, entgegengenommen. * * Krainburg, am 9. August. (Orig.-Corr.) Un sere Stadt scheint in neuerer Zeit viel Anziehungs kraft für Theatergefellschasten zu haben, da wir Heuer schon die zweite in unseren Mauer» beher- bergen. Wir könnten uns nur gratulieren, glichen sie alle der Gesellschaft des Directors Maier. Diese wurde nns von mehreren Seilen als die beste bezeichnet, die man bisher in unserer Stadt gesehen. Der Reigen der Vorstellungen, die sich bis Mitte September erstrecken sollen, wurde mit O. F. BergS Lebensbild: „Das Mädel ohne Geld" eröffnet. Die weibliche Hauptrolle (Betty) wurde von Frl. Mestl, die sehr hübsch aussah, und durch ihr nettes Auftreten sofort die Gunst des Publicums erworben hatte, recht gut dnrchgesührt. Frl. Tassee gab die Regina Zeilinger resolut und mit Hnmor. Frau Dir. Maier zeigte Eingehen in ihre Sache, indem sie die alte gutmüthige Frau Fink*voll Empfindung und Innigkeit wiedergad. Ein sescher Bäckerlehrbub war Frl. Maier. Wir freuen uns schon im voraus, das Fräulein nächstens in einer Damenrolle zu sehen. Das- Dir. Maier (Kiebitz) und Herr Jelly (Merkl) bestrebt waren, das Zwerchfell des zahlreich erschienenen Publicums zu erschüttern, ist selbstverständlich. Die übrige» Darsteller fügten sich ziemlich gut in das Ensemble. Zum Schlüsse wünschen wir, dass weder die Leistungen der Gesellschaft noch die Theilnahme des Publicums Nachlassen möge. Witterung. Laibach, 10. August. Morgens Nebel, tagsüber wecksclude Bewölkung, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 11 1°, nachmittags 2 Uhr -s- 21-5° 6. (1879 19 6", 1878 -j- 25 6° 0.) Barometer 736 30 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 14 4, um 5 4° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 1'40 Millimeter Regen. Angekommene Fremde am 9. August. Hotel Stadt Wien. Freiherr v. Aichelbnrg, Jurist; Henisch, Privat; Lamprecht, Kaufm.; Kunz, Reisender, und Emmel, Wien. — Tussini, Privat, und Usiglio, Triest. — Kästner, k. k. Seeeadet, Pola. — Kobler, Beamter, Fiume. — Dr. Dimitrovi?, Sebenico. — Bredenbrücker, München. — Schlegl, Maler, Wippach. Hotel Elrphant. Alder Marie, Hausbesitzerin; Fischer, Zilzer, Liebermann und Goldstein, Kanslcute, Wien. — Lozzo, Rentier, und Perko, Privatier, Triest. — Leskovie, Besitzer, Jdria. — Hajdinovtt, Privat, Altgradiska. — Merlin, Klagenfurt. — Treumann, Bamberg. — Beckert, Liebenan. — Krostnig, Besitzer, Rosenthal. Hotel Europa. Handl, Kaufm, sammt Frau, Wien. Kaiser von Oesterreich. EadeZ, k. k. Statthalterei-Rech-nungzassistent, Graz. — Razinger, Oberlaibach. — Knralt, Schwarzenberg. — Grebenz, Gurkfeld. Baierischer Hof. Vivoda Maria, Laas. — Lapaine, Kaufm., Jdria. Mohren. Heiter, Laibach. — Jerei, Arch — Suppan, Cilli. Verstorbene. Den 10. August. Emma Mathian, Möbelhändlers--tochter, 2 Mmi, Wienerstraße Nr. 14, Magen- und Darmkatarrh. — Theresia Hohn, Hansbesitzersgattin, 63 I , Alter Markt Nr. 24, Entartung der Unterleibsorgane. Briefkasten der A-ininiflralion. An die Herren k. v. I-. in Klagenfurt und v. I-. in Innsbruck: Belieben die Blätter vom Postamte abholen zu lassen, die Expedition derselben dorthin erfolgt täglich seit 1. d, M. Gedenktafel über die am 11. August 1880 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Perc'sche Real., Motvirje, BG. Gurkfeld. — 3. Feilb., KriZman'sche Real., Fujine, BG. Teisenberg. — 3. Feilb., Petkovsek'sche Real., TomiZel, BG. Laibach. — 1. Feilb., Tnrk'sche Real., Topol, BG. Laas. — 2. Feilb.. Miklii'sche Real., Kleinmlatschou. BG Laibach.—2. Feilb.,. Dermastja'sche Real., Je^ica, BG. Laibach. — 3. Feilb., KraKkovic'sche Real., Gubnise, BG. Laibach. — Relic. Nart-nik'sche Real., Jnnergoriz, BG. Laibach. — 1. Feilb., Ro-kave'sche Real., Oberprekar, BG. Egg. — 3. Feilb., Na-gode'sche Real., Ravnik, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Miv-sek'scheReal, Petkove, BG. Loitsch.— 3. Feilb., Makek'sche Real., Brod, BG. Loitsch. — 3. Feilb., ZnidaiM'sche Real, Bigann, BG. Loitsch. — 3. Feilb.. Klankar'sche Real., Wolfsbach, BG. Stein. — 1. Feilb., Anzele'sche Real., Studeue, BG. Laas. — 1. Feilb, Troha'sche Real., Ba-bcnfeld, BG. Laas. — 2. Feilb., Fabjankii'fche Real, Großmraschon, BG. Gnrkfeld. — 1. Feilb., Logar'fche Real., Oberdorf, BG. Loitsch. — 1 Feilb., Milave'fche Real., Unterplanina, BG. Loitsch. — 1. Fkilb., Molk'sche Real., Martinhrib, BG. Loitsch. - 1. Feilb., M/ave'sche Real., Oberplanina, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Godin''che Real., Zirkniz, BG. Loitsch. D. unll N. in F. Wenn im Herbst die gelben Blätter von den Bäumen fallen. Wird dein schönes Haar der Brautkranz hold umwallen. Kür die liebenswürdigen Korrespondenzkarte»» unseren besten Dank! Die glücklichen Sechs vom jüngsten G'frett. Wiener Börse vom 9. August. Hklnemiiae sikakä. 'apierrenre........... ^ilberrente...........> Soldrente..............I Staat-lose, 1854. 1860. Geld War. 1860 ZU 100 fl. 1864. . Oea»i1e«tlaka»g»- Höligatiove«. Aalizieu . . . . Siebenbürgen . Temeser Banal Lugaru ......... öff 87 30 126 50 126 75 ISV-r^IZO 7b j 132 25 132 75 174 20 174 40 97 75 93 10 93 25 94 98 25 93 75 93 75 94 50 112 — 112 50 112 75 113 25 118 — 1>8'50 37« 50 619 — Nordweftbabn . . . Rudolf-Bahn . StaalSbahn .... Südbabn............. Ung. Nordostdahn . Psanätries«. Godencreditanstalt in Gold............. in öfterr. Wahr. . . Narioualbank.......... Ungar. Bodencredn- . Priorität,--blift. Elisabethbahn, i.Sui. Yerd.-Rordb. ».Silbe» 'ranz-Äoseph-Bahn. »aliz.K-Ludwigb.i.E. L)est. Nordweft-Bahn Siebenbürger Babn Staarsbahn 1. 670 — Devisea. London .... Gekäsoet«. Dueate»........... 20 FraucS . . . . 100 d. Reichsmark Silber............ Geld Ware 169 50 17V — 162 50 163 — 27S — 279 50 80 75 §1 146 50 147 — 117 — 117 3V 10150 102 — 104 40 104 55 101 75 108 — 99 — 105 75 101 — 104 25 101 50 83 — 177 7» 182 25 LV9 75 177 50 18 — 11750 554 34 5740 99 LO 106 25 101-50 164 75 102 — 83 25 122'50 110— 178 — 18 5V 117 «ü S55 9 34'-. 57 7V Telegraphischer Cursbericht am lO. August. Papier-Rente 72 50. — Silber-Rente 73 30. — Gold-Rente 87 60. — 1860er Staats-Anlehen 130 25. - Bank-actien 820. — Creditactieu 274-—. — London 117 55. — Silber —'—. — K. k. Münzdueaten 5 54. — 20-Francs---Stücke 9-33»/,. — 100 Reichsmark 57 60. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Herausgeber: Franz Müller. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.