für Vaterland, Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. Mein Vaterland. <^ey gegrüßt mir. Vaterland! Mit den riesengroßen Bergen. Mit den Hügeln, wohlbekannt. Hin ins Feld arsa't gleich Zwergen, Wo durch frisches Wiesengrün > Lustig Fluss' uno Väche zieh'n, Tausend Fried,nstempel stehen, D'rauf der Freundschaft Banner wehen. O! wie lacht die Heimathflur, Ued'rall blüht der Wohlstand nur, Rings wohnt Ruhe, Glück und Ser Wurf gelang, Hier zu weilen lebenslang. Still im Hchooh' der Mutter Erde, Fern vom gift'gen Zwielrachlherd,; Fern vom Land', wo Leidenschaft, Grausam wüthet unter Vrüdern, Wo der Tod dahingerafft Manchen Hohen, manche» Niedern; Wo »in Tuch, mit Nlut befleckt, — Meilenweit die Erde teckt, Brüderschaaren kämpfend fallen, Wenn des Krieges Donner fchallen. Mochte doch Europa's Heer. Möchten Fürsten und Regenten Endlich senken Schwert und Speer Und oas blut'ge Drama enden! Fühlt den Frieden uns zurück. Nur durch ihn wird wahres Glück. Wohlfahrt, Segen hier auf Erden Nieoer neu begründet werden. Meine Heimalh ist ein Thal, Vo noch reiner Himmel lächelt, No von Bergen, spitz und kal)l, Zepdyrhauch hernieder fächelt; Wo noch echter Biedersinn Uno der Freundschaft Immergrün Ihre alten Rechte üben, Wahr im Handeln, treu im Lieben. EiliiH i,y »eptemder 1848. Piche. Das Boudoir der Schauspielerin. ^»o den, Srntzer „Volkssreund." > ^. ^ »<^Mst Madame zurückgekehrt, Julie?" «Ja, mein Herr, sie erwartet Sie," war die Antwort ci'M- hübsch gekleideten Bonne von mittleren Jahren an den Fragenden, einen jungen Mann, der, nachdem er seinen Pa- letot abgelegt, dessen Aeußeres die Spuren des Novembernebels trug, dem er so eben ausgesetzt gewesen war, in ein kleines, luxuriös ausgestattetes Boudoir geführt wurde, das Allerheiligste des Fräuleins Leo nie, eine der hübschesten ln-A6NU6» in Paris. »Endlich kommst Du, Arthur," war die vertrauliche Begrüßung, mit welcher er bei seinem Eintritt empfangen wurde, — »es ist beinahe eilf Uhr, und ich fürchtete, mein Billet wäre nicht an Dich gelangt. Der langweilige Regisseur bestand heute Morgen darauf, daß ich zwei Rollen spielen sollte, nach einer sechsstündigen Probe! Nerci! Solche Ar-beir mag gut seyn für Madame '^ ^ Fräulein ^'* aber nicht für mich, und ich deutete ihm das gebührend an. Er drohte mir mir einer Geldstrafe, und ich lachte ihm in's Gesicht. Nun, wirst Du glauben? Ich bin zu zehn Francs für jeden Tag der lehren Woche vei urtheilt, nur darum, weil ich sie beständig eine Stunde bei der Probe auf mich warten lassf. Was aber? man niust doch frühstücken, nicht wahr?" Arthur's Antwort bestand in einer zärtlichen Umarmung, welche wir benutzen wollen, um ganz kurz die Locali-tät unserer Erzählung zu beschreiben. Wir haben schon gesagt, daß es ein kleines Geinach war, sehr hoch, trotzdem aber mehr Möbeln, nützliche und unnütze (die letzteren in überwiegender Zahl) enrhalcend, als hingereicht haben würden für ein großes Gesellschaftszimmer. Die Thüren waren mit PortiÖres vom schönsten Damast behängen, der Teppich war vom prächtigsten Aubusson und die Wände bedeckt mit einigen Dutzend Porträts, meistens die Schauspieler»'» selbst darstellend, und unter andern die Signaturen Dubufe's, Müller's und L«on Noel's enthaltend; eine Büste und eiue Statue (jede derselben trug die Inschrift: „lmmm»A6 ü Nüslsimf),'««!!« I^ennik"), die auf einer kleinen, vergoldeten Console, welche sich an der Wand befand, standm, vollendeten die theatralischen Verzierungen des Gemaches, welches außerdem noch angefüllt war mit Tischen und Gueridons, beladen mit Severs-porzellan und Kästchen, in deren einem ein Paar Pistolen mit silbernen Läufen und eine türkische Pfeife lagen, einer Menge Fauteuils, Bergeres und einem Käfig voll buntgefiederter Vögel, kürzlich von Havre angelaugt. Die Eigenthlimerill aller dieser Herrlichkeiten war eine jimge, lebhafte Brünette, deren Anlitz und Gestalt gleich ein.- 318 nehmend warm. Ihre )lugen waren klein, aber strahlend; ihre etwas aufgeworfene Nase verlieh dem Gesichte noch et-,was Piquanteres, und die außergewöhnliche Weiße ihrer Zahne bewies, das; sie nur selten Bonbons genossen. Ihre Gestalt war symmetrisch gebaut, und in ihrem Wesen lag etwas Co-Duettes, was, wiewohl keineswegs in unangenehmer Welse, verrieth, wie sie recht gut wußte, dasi die zahllosen Beiwörter bei ihr, z. B. entzückend, bezaubernd, völlig am rechten Orte seyen. Von wirklichem dramatischen Talent besaß sie wenig oder nichts, aber ihr Lächeln war so bezaubernd, ihre Kindlichkeit so einnehmend, daß die Fenilletonisten, um nicht den schönen Schmetterling durch ihre kritischen Erörterungen zu vernichten, ein Auge zudrückten bei ihren Mängeln, oder auch derselben gänzlich vergaßen, wenn sie in ihr liebliches Antlitz schauten. In andern Beziehungen war L«onie weder besser, noch schlechter als so viele ihrer Kunstgenossinen; sie hatte durch ihren mächtigen Zauber den Grafen Chersikoff, einen reichen Nüssen, in's Netz gelockt; seine Freigebigkeit hatte sie in dem prächcig möblieren Gemache, welches sie bewohnte, in-stallirt, und für ihn h.nce sie nicht ohne Seufzen alle übngen Bewunderer aufgegeben, mir Ausnahme des Einen, Arthur ,d,e Blangis, eines armen, doch aus guter Familie stam-»menden jungen Mannes. »kt, Im, iil^.^u?" fragte der junge Mann obenhin, nachdem er eine ^)«><; ll, !onie, zu ihrer Bonne gewendet, fort, welche in die-sein Augenblick, durch eine kleine Glocke gerufen, eintrat— »mnnn diese Sachen fort und bring' einige Cigarren." (Schluß folgt.) Der Magier zu Kohlgriin. Hmnsr.'okc au? dcm LUciüi'iodtlcbcii lwn ?r, Ulidolp!, ^'li ff--< F or ts ? tz u n g,) Nl. Ganz Kohlgrün war in freudiger Bewegung; der lange beschlossene Maskenball, durch verschiedene Unfälle drei Mal verschoben, kano heute Statt. Da gab es denn in allen Häusern zn plätten und zu bk'gein, ;u berathen und zu verwerfen, Engagements nnd Trennungen zu beschließen, kurz alle die kleinen Wichtigkeiten, die jedem Vergnügen dieser Art nur in kleinen Scädren jenen eigenthümlichen Neiz, jenen Blumen-thau verleihen, für welchem das blasirte Wesen der Groß-städterei weder Zeit, noch Emfindung hat. Von dem Balle dürfte man sich um so mehr alles Gute versprechen, als von Amtswegen jede Anspielung auf die „Hechte" und »Karpfen" bei Verlust der Eintrittskarte — also der Nationalcocarde des Balles — strengstens verboten war. Nur zu lebhaft stand noch im Gedächtnisse, wie noch vor wenig Jahren der Schulmeister Caci, ein eifriger Sprachneuerer, eine alt beliebte Mehlspeise plötzlich aus Schmarn in Schmärn umgeändert, und sich eine Partei gebildet hatte, die nach seiner neueu Lehre nicht mehr Gimpel, sondern Schimpel, nicht Geck, sondern Scheck, nicht Straßen, sondern Straßen sagte; wie diese Partei des »Schmärn" mit den Aufrechthaltern der alten Sitten des »Schmarn" in lebhafte Kämpfe gerieth, und ein lustiger Ball durch das Erscheinen einer Maske als Speisezettel, der die verschiedenen Schmärn und Schmarn des Städtchens enthielt, fast ein wenig zu ernstes Ende genommen hätte. So versammelte denn heute in allgemeiner Amnestie der Saal zum »Strudel" die Edelmögendcn, wie die Proletarier; sinnige und unsinnige Masken bewegten sichln süßer Eintracht, die Basen und Muhmen hatten ihre altherkömmlichen Klatschsitze unter den Dandis vor den Spiegeln genommen ; mancher lustige Hecht walzte selig mit seiner Ka> pfin, von welcher ihn monatlang der Meinungskampf geschieden hatte, dahin, und der Ortsbürgermeister, als Diplomat immer mir Achtung genannt, strich sich behaglich den runden Bauch mit den Worten: »Diese Eintracht aller Parteien, dieser wahre westpha-lische Frieden, ist ja doch nur dein gesegnetes Werk!" Nun erschien Alfred. »Vortanzen! vortanzen!" riefen die bunten Paare, traten aber etwas befremdet zurück, als sie am Arme des ersehnten Iustiziarius eine schlanke Manns-gestalt, ohne Larve, mit schönen, ernsten, etwas braunen Zügen, im Kaftan und Tnrban erblickten, welche das dlirchdrin-gende feurige Auge mit seltsamen Ausdrucke auf den schönen Tanzerinen haften ließ. »H!«il,f.M rvirl Ende nehmen. 319 Nach einigen Gängen durch den ^>aal hatte Moritz an Alfred's Arm sich so viele beiläufige Personenkenntnisse Zeiammelt, als für eine» oberflächlichen Scherz genügend schien .und bald begann er Proben seiner Divinationogabe abzulegen, ^vobei bald Alfred, bald die jnngen Dandy's in cxn-pm-O dolmetschten. Eine etwas langweilige Tänzerin in weißem Kleide, Jean Panl würde sie mir gefrorner Milch verglichen ha. 'oen, wollte zunächst ihre Vergangenheit wissen. Der Magier sah sie starr an und treulich dolmetschten seine Nachbaren seinen langsame« Ausspruch: »Heute vor einem Jahre die ganze Nacht gesessen auf dcm Balle nnd mit den Worten : Nie mehr will ich tanz^'i,! heimgegangen." Ein alter Jüngling, den burschikosen Hofmacher affectirend, trat vor: »In der Jugend nicht jung gewesen, im Alter nicht reif geworden, zuerst lange gewählt, welche die Reichste wäre, nun die Zeit der Liebe versäumt." — Jetzt, drängte sich ein lebensfrisches, aber arg wechselcreues Fräulein hervor. Der Magier schüttelte den Kopf. »Traue nicht den Kriegern! die Rose nehmen sie nicht bis an das Ziel des Rnhmes, sondern werfen sie, ist sie erst verwelkt, von sich." — Herr Gleichfest, ein politischer Kannengießcr, ab--gesagter Feind von Eisenbahnen, Dampfschiff-Fahrten, Schnell-druck und Schulwesen, schob sich in den Kreis und sah mit dummer Zuversicht dein Fremdlinge in die Augen. »Wer mir dein Zeitgeiste lebt," sprach dieser, »ist ein Wanderer, der früh genug aufgestanden, um voll der Gluth des Tages nicht versenkt zu werden; wer gegen ihn anringt, ein verspäteter Pilger, welchen die Nacht in der Wüste übereilt," Eine Co-Pierre, welche ihrem ersten Tänzer auf dem heutigen Balle, gerade dem hundertsten Manne, ewige Liebe und Treue schwur, erschien mit triumphirendem Lächeln; der Färse schüttelte den Kopf: »Dein Treiben glich bisher der Bretrersäge, rastlos zerschneidet sie und schickt zerrissen die Klötze in die Welt hinaus, bleibt aber dabei selbst ungerührt und unergriffen an derselben Stelle bis an ihr Ende." —Herr von Hüpfling, der erste und einzige aller Schöngeister von Kohlgrün, welcher jeden Ball eröffnete, jede Sitzenbleibende wenigstens zu Einer glück-lichen Tonr brachte, schob sein erhitztes Anlitz vor. »In den Städten der Franken herrscht die Sitte," Ües; sich der Ma-g«v vernehmen, »das; man bei Feuel-öbrüüi^n Jenem, der zuerst mit dem Löschzeuge erscheint, eine Belohnnng gibt; warum gehst du mit so vielen Anderen, die in steifer Gesellschaft zuerst den Entschluß fassen, eine Dame zum Tänze zu wählen, ohne Belohnung des Vaterlandes aus?" — So ging es fort mit Bestimmung der Vergangenheit, so lange bis A l-s'red und der Magier völlig allein in der Mitte des Saales blieben, schen gemieden von den Kohlgrünerinen, denn kühn möge jeder dem Sterblichen die Zukunft bestimmen, aber den Schleier'der Vergangenheit zu lüften, lasse zeder Kluge weislich unversucht!__ (Schluß folgt.) Kortraite zweier Krainer als Meichs-tagsdepmirte. Im .'Oesterreichischen Courier" Nr. 232, vom 27. September, äußert sich der »I.ichendc Dcmokrir auf der Journa- listenbank" unter Andern, über die Herren Professor Füster nnd Doctor Kautschitsch auf folgende prägnante Weise: Füster. Ein Individuum, das entweder nichts dachte, als eö die Priesterweihe empfing, oder sie empfangen hat, um des Hungers quitt zu werden. — Eine aufgedunsene, lebenslu-stige Gestalt, ohne irgend ein Atom eines politischen Scharfblickes; Spielball des blinden Zufalles, der ihn, wie eine Kegelkugel auf die Bahn der Politik geschleudert. Extrem in seinem Aenßern, ertrem in seinen Ansichten: auf den Barrica-den ein Gott, am Katheder ein Pedant, in der Kneipe eine fidele Haut, in der Reichsversammlung — Null. — PfWge Studenten gebrauchen ihn 'öfter, wie eine gewisse Sorte von Thieren die Katze, um —Kastanien aus dem Feuer zu holen. Im Reichstag ist er Applausmaschine, so oft ein Redner der Linken spricht. Kantschitsch. Ein tüchtiger, freisinniger, vielseitig gebildeter, denkender Staatsmann. Slave von Gebnrr, ist er dennoch kein Sclave slavischer Nationalität. Seine Ansichten sind gediegen, wie steyerisches Erz, seine Redeweise, an mancher Stelle etwas gezwängt, ist prägnant, durchdacht, frei von hohlen Phrasen, mehr dem Kerne, als der Schale huldigend. Er genießt die Achtung beider Parteien; besonders Füster staunte sein Wissen an, und konnte nicht begreifen, wie ein Maim, der doch keine Professur begleitet, in Dingen bewandert seyn könne, die ihm selbst mehr oder minder spanisch? Dörfer waren. Das Auftreten und Gebahren dieses Abgeordneten gleicht dem eines selbstzufriedenen Landschulmeisters. Kenilleton. (?-?l! Mäcen. — Vor einigen Wochen fand sich eln Mann von martialischem Aussehen jeden Morgen regelmäßig in den, Atelier des berühmten Bildhauers Pradier in Paris ein, wo er die Cravate abnahm und dann unbeweglich auf einem Stuhle saß, während der Künstler die scharfen Züge desselben modellirte. Niemand wnrde in dieser Zeit in das^Ate-lier eingelassen. Eines Tages aber hörte Pradier vor der Thüre die Stimme eines Freundes, den er lange nicht gesehen hatte, erbat sich von dem Sitzenden die Erlaubniß und liesi den berühmten Pianisten Zi mm ermann eintreten. Dieser kannte den Sitzenden nicht, sprach einige Worte mit seinem Freunde und setzte sich dann an das Piano. »Lieber Zimmer mann," sagte Pradier, der fortarbeitete, »im an-stoßenden Zimmer befindet sich ein junges Mädchen, das mir bisweilen sitzt und eine sehr hübsche Stimme hat. Wem, Sie dasselbe etwas singen lassen wollten, würde es den Herrn da bei der ermüdenden Ilnbeweglichkeit unterhalten." Zimmermann holre das erwa sechzehnjährige hübsche Mädchen herein uud als sie ein Liedchen gesungen hatte, sagte er entzückt: »Sie haben vortreffliche Anlagen und eine ausgezeichnete Scimme. Wollen Sie nicht in das Conservatorium aehen?" — „Das ist mein höchster Wnnsch," antwortete das Mädchen, „aber meine Acltern sind krank und alt. Um sie zu ernähren, sitze ich in den Ateliers und singe inden Kaffehhäusern. Wenn ich mich in den, Conservatorium aufnehmen ließe, würden meine Aeltern hungern müssen." ,._ fassen Sie sich das M)l. kümmern," fiel die tiefe Stimme des Mannes ein, welcher vor Pradier saß; „treten Sie immer in das Conservatorium, ich werde für Ihre Aeltern sorgen." Das Mädchen sah den Mann verwundert und '.»iqläubig cm, Pradier lächelte und Zimmermann, der sich des Glückes seines Schützlings 32tt freute, sprach warin seinen Dank aus und schloß: »Darf ich mir erlauben ^u fragen, mit wem ich die Ehre habe zu sprechen?" — „Mit dem General Cavaignac," antwoitete der Angeredete kurz und ohne eine Miene ;u verziehen. Zimmer-lnann aber sah ein, das; der Mann, der mit einem Worte eine Armee von fünsmalhunderttausend Mann in Beiueguna, zu setzen vermag, sich wohl auch die Freude machen kann, im Stillen wohlthätig zu seyn. Die englischen Theater. — Unsern Theatern iu Nöthen wünschen wir Directoren, wie sie das Convent-Garden-Theater hat und die eben abgelaufene Saison mit einem Deficit von 40.000 Pfd. Sr. (400.000 fl. C. M.) geschlo'-sen hat. Diese Summe, die in Deutschland fabelhaft klingr, namentlich wenn man bedenkt, daß sie binnen einen: halben Jahre zugesetzt worden ist, wird gleichwohl in London nichc beachtet und sie ist auch nur ein Tropfen Waffers für die reichen Unternehmer von Convenc - Garden, Delafield und Webster, zwei der reichsten Brauer, denen es gar nichc einfallt, einer solchen Kleinigkeit wegen das Theater aufzugeben, das sie vielmehr in den ersten Tagen des März l849 im neuem Glänze zu eröffnen gedenken. Neufouudländer Hund. — In Pesth führte -neulich der Bedieme eines dorr anwesenden Engländers einen schönen Neusoundländer Hund an einein Bande in der Nähe der Donau. Plötzlich reißt sich der Hund los und springc in's Wasser. Es war von mehreren am Ufer spielenden Knaben einer in die Donau gefallen, ohne daß Jemand im ersten Augenblicke darauf gemerkt hatte. Der Hund ergriff den Knaben mit der Schnauze und rettere denselben, wonach er ihn am Ufer liegen ließ und schweifwedelnd ihn umsprang. Der Kleine erholte sich bald wieder. Gin junges Vtädchen — erzählt ein amerikanisches Blatt, wurde so unzufrieden mit dein Herrn, mic w.-l-chem sie verlobt war, das; sie das Verhältniß mit ihm gänzlich auflösete. Aus Rache dafür drohte er, ihre Briefe zu veröffentlichen. »Meinetwegen," antwortete sie, »ich brauche mich keines Theiles meiner Briefe zu schämen, außer — der Adresse." Laibacher Schaubühne. Um die erste Recension beiVeginn einer neuen Theater« Itaggione ist es immer eine fatale Hache; drei hervorstechende Parteien sind e«, de» nen der Theaterreferent, trotz des ganz verschiedenen Standpunctes derselben, dennoch Alles zu Gefallen schreiben soll, nämlich der Theater-director > die neuen Mitglieder »nd das vielköpfige P u b l i c u m. Der Recensent, der bei aller Z,»ch?enntniß, Nnvirleilichk.lt und bei d?:n desien Willcn in dem Wihne lebte, daß er im Stande s>>), mit seiner Ansicht, mit seinem Ausspruche Allen recht zu thun, wäre Hei solch' einer Sissyphus - Arbeit wihrlicb zu bedauern. (34 ist a»nug. wenn es ihm ge-lingt, durch sein Urtheil, welches zuzleiH mit oe:n Urtheile des gedilde-ten Theaterpublicums in den Hauptpuncten übereinstimmen soll. die Meinungen und Ansprüche der verschiedenen Parteien wenigstens in denGrund» zügen zu einer Norm zu amllgamiren, die durch die Saison sich leidlich hält und keinen Umsturz erleidet. Der Angriff des Repertoires und der Negie ist die verwundbare sserse des Dlrectors, die Vloßlegung der Mangel und Fehler im Darstelle,, :c. der wunde Fleck des Zchausvielers; das Publicum verlangt oft rücksichtsloses, scharf abgegränztes Urllieil, »nd doch soll >n,in weder die Direction, noH die Mitglieder plötzlich entmu-tbigen—wahrlich, die Aufgabe des Referenten, hier lie richtige goldene Mitte zu finden, ist schwerer, als min denkt. In der N«n'5en,, w.lche der Centralpunct der bellen Darstellungskräfte ist. oder wenigstens seyn soll. hat es der Veurtheilee leichter; er kann haarscharf in die Materie eingehen; er kann vom bestbezahlten Darsteller Alles fordern, was sich fordern läßt, denn die Kräfte können hier leicht durch bessere ersetzt werben, was in der Provinz entweder schwer oder gar nicht angeln; darum muß bei Beurtheilungen der Provinzbühnen immer eine billige Rücksicht eintreten, ohne eben in ect'e Lobhudelei oder «ickts sagend,»!, Wortkra>',< zu verfallen, denn das wirklich Tadelnswerthe, Verwerfliche soll überall getadelt und verworfen werden. Nach dieser kurzen Ginleitung rasch zur T'che selbst: Wir haben van, 20. September bis 1. October gerade IN Vorstellungen in die Bcene gehen sehen. Das bisherige Nepertoir weis't unter tüchtigen, soliden» ältern Piecen tz neue Ztücke aus, nämlich: „Keine Jesuiten mehl», «das lebende Portrait", «die geheime Polizei» und »ein Minister aus dem Vol° ke >' Die erste und dritte der Novitäten haben unaemein angesprochen und zwar durch das treffliche Zusammenwirken der Darsteller- Was wir vom Wchauspi'l zu erwarten haben, hat sich durch dnse 10Theaterabend? her so ziemlich herausgestellt; Schade nur. daß wir über einen integri« renden Th.il —die Posse — noch nichts sagen können, deren Vorführung die .'lb.vesenheit oes ersten Eomikers nicht gestattet. Ich will versuchen, im flüchtigen Crayon die neuen Mitglieder dieses Theatercurses zu skij-ziren, wiesie bis jetzt in ihren Leistungen liervorgrtreten sind; das Frh-lenoe wird nachgeholl. so wie auch ein vortheilhafteres Resumo mit Vergnügen nachgetragen werden. I b lasse, wie billig, d>n Damen hier Vorrang. Fräulein Durmoni: (Zrlte tragische Liebhaberin, Heloin und zua,!»'ih iugeniüche Anstanosraine. Sbausvielerin von tüchtiger Gchule, viel 3ionline. Sicherheit, besonders vorzüglich im fcinen Anstand als Weltdame, aber oft zu prävalirend pathetisch. Auch mangelt Weichheit, Innigkeit des Gefühls. — Fräul. Po sing er. Hübsche, jugendliche Theatersiaur. dem Publicum schon durch früheres Engagement vorth.'ilhaft bekannt. D^s dieser hoffnungsvollen Sbailsvielerin besftr zusagende Fach ist das ernste, lragishe; ihr declamalc>rilcher Vortraa ist zuweilen etwas ,u gedehnt, was ab.-r leicht zu vermeiden wäre. I„ feinen «Zonversationsstücken sehr brav. — Fräul, Große: Anspruchsloses, sehr solides Auftreten, weiches, biegsames Organ. Vühnenroutine; musi erst Gelegenheit haben, in den zukommenden Parthien hervortrete» zu können. — Fräul: Lößl: Anmu» lhige, jugendliche Westalt, angenehmes Organ, znm Fnche naiver Ma?« chen aanz qualificirt — h'tte aber bisher noch kei,,e Parthie von Bedeu» tung, Frau Nasen schön. Als Mutter, ältere Anltandsdame recht tüchtig, in 3umma : brave V bauspielerin. nur sollt? ihr? Miene nicht immer lächeln.—Frau Hut w,r in ihrem eigentlichen Fache noch nicht beschäftiget.— Nun das mannlich? ^p^isonale: Herr V o u l e t . Vleaiffeur, erster Vater und (Hharakterdirsieller, ist durch und durch Tchauspieler, weiß dei» Charakter treu aufzufassen und mit Sicherheit und Cons,quenz durchzuführen. In allen seinen Fächer» hat er bereits sehr Tüchtiges geleistet und sich in der Nunst des Pubücuuis entschieden festgesetzt. Herr Posinger ist als Ixtriguant so sel,r am Platze, dass man allgemein einsieht, dieses Fach sey gleichsam durch die drei Iabre, seit el uns verlassen . ganz verwaist gewesen. Er ist überhaupt ein gebildeter, denkender Schauspieler und, wie vor 3 Jahren, eine Hauptstütze unsers Theaters Herr R o t ti erster Liebhaber und Held, (imposant? Figur) konnte bisher den Erwartungen nicht ganz entsprechen. Fleiß und auter Wille scheinen vorbanden, Tact, Routine, feiner Si'Iiff aber lassen noch Manches zu wünschen übrig. Her Nott wolle sich siner deutlichen Pronuncialion brsseisien und langsamer sprechen; er ist ein talentvoller juna»r Mann, dem es balo ae» linqen wird, das noch Fehlende nachzuholen, Herr Vaudjsch ist ein dra-. malischer Darsteller, der bereits mit sich abgeschlossen hat. V»hnena«>> wandtheit, Sicherheit der Bewegung, besonders auf den Parquetten des Salons, und ein angenehmes Oraan empfehlen ihn als einen schätzeos-werthen Mimen. Herr Weil, zweiter Liebhaber, hat ein entsprechendes Exterieur und wird sich. wie es scheint, in seinem Fach? behaupten, Herr Netz er, als zweiter Vater, spielt recl't anständig, Herrn Schuh haben wir bis jetzt nur als einen routinirten Schauspieler, in seinem Fache als Komiker im Zcholz'schen Genre aber noch nicht zu sehen Gelegenheit gehabt. Herr Kainz bewegt ssch in kleinern Rollen recht gut. — Mehr lässt sich bis jetzt über unser Tcl'ausrielveisonal? „ichl sagen. Das eigentliche, bleibende Ensemble drr Gesellschaft wird sich erst bilden und wie wir hoffen wollen, zur Zufriedenheit des theaterbesuchenden Publicums. Leopold üordesch. Herr Alexander Posinger ist gesonnen, einen Lehrcurs in der französischen Vprache und in ler De-clamationskunst zu eröffnen. Hierauf Reflectirende wollen ihre Adlessen gefälligst in der Wohnung des Redacteurs dieses Blattes abgeben. Verleger: Ign. Gdl. v. Kleinmayr. — Verantwortlicher Redacteur: Leopold Korbesch.