Schriftleitung: «»dkau»gasseNr.5 tHxmmcrich«« B-n Bc: Zägli» <»U ■ikntiK Jrt Coc»- ». JWet* 3*. :cn 1—3 UtjT rachw. (OtlAriftdi nxitrn mdit erteil; naraejiloie 81»» rnsiitt teriltfftitttil. luläntis» *««» ( )« Verwaltung gtgt» tOtix; der &\tii»ft f<8-bltrc Mtbüitca tnlaeaot. - fci Eu-f-ftUlurjcsi nachlas. I*.I riü'äjr Bactt" erscheii» ta Cttnua»,d lonnccllaj Borgen». -JJfi Nr. 69 Hilli, Donnerstag, 27. August 1896. Perwalluug: RathkausgasseNr. Z (^unrnt.r^jJjL? Haos). Vezuqevkdinguugen fttr * U l i mit.qaft . . . B. ».So «nnjjütng . . . fl. «.40 Silt'l flutlant erdoht» Ü4 die «ihren u« die hödne» versni»»»ß»»»ebitlircil. 21. Jahrgang. Iuf zum Kampf! Der WahlauS schusS, welcher die Wahl im itjdtewahlbezirke Cilli-Rann vorzubereiten und leiten Hai, ist gewählt und seine Ausgabe ist es bis, durch Zusammenfassung aller deutschen Kräste jad schöne Bild nationaler Einigkeit zu schaffen, «lchks die untersteirischen Teutschen jederzeit ge-lein haben. Ist auch die Vorbereitung und Leitung der iWangelegenheit Männern in die Hand gelegt, Ist durch daS allgemeine Vertrauen, durch die sesmnung und ihre nationale Thatkraft eine Bürg-jjaü für den Ersolg bieten — so muss die Wahl i» unseren national bedrohten Gauen als eine tkilige, nationale Pflicht aller Teutschen angesehen «rde». Alle Deutschen müssen sich nur von der aen Ausgabe leiten lassen, den WahlauSschusS » allen seinen Schritten zu fördern, auf dass am tuscheidungsiage kein Deutscher, welcher engeren Jarmrichtung und welchem Stande er immer an» Hören möge, fehle und hiedurch den Gegnern nütze. Tie politischen Kämpf« im Unterlande haben bieher von dem politischen Paneigetriebe der tnilschen, von den Parteiunterschieden nichts merken itfsw. Alle Deutschen tes Unterlandes «avt bi^h«r «tr der einen Äisung folgend: Hie deutsch — hie lorenisch — treu zusammengestanden — und sie «exten daS auch im kommenden Wahlkampse so ölten. Für unS Untersteirer giebt eS im Wahl-Impfe nur jene allgemeinen Grundsätze, die wir i» der legten Nummer an leitender Stelle aus-Mhn haben und die wir hier noch kurz wieder-«!en wollen. Die untersteirischen Deutschen wollen entschieden mieten für die Uniheilbarkeit der Steiermark, für fo Wahrung des deutschen Charakters deS Landes, dir allein eine Gewähr für die culturelle und »inhschastliche Entwicklung bietet, und für die Impfung der klerikalen Rückschrittsbestrebungen. ver Fortschrittsmann. Ich bin ein Mann deS Fortschrittes, und eS t.t; kein Gebiet, auf dem ich, der ich die Erkennt-lii deS Zeitgeistes auf meine Fahne geschrieben habe, nicht mehr oder weniger Erfolg auszuweisen bacie. Als zum ersten Male aus allen Wänden und Lnlündigungssäulen. aus sämmtlichen Stellwägen ud Pserdebahnwägen unserer Reichshaupt- und 'Menzstadt die Worte ersichtlich waren: „Trinken 3ie Sodawasser zur Erhallung Ihrer Gesundheit!", ta trank ich Sodawasser wie ein Wüstenschiff, das soeben von einer Durchquerung der Sahara zurück-lkhii. ohne einen Tropfen Wasser genoffen zu haben. J>a(4 ich diese einförmige und geschmacklose LebenS-»eise bald wieder ausgab, ist bei meiner GemüthS-anläge selbstverständlich. Gleich nachdem Vater Kneipp seine berühmten üffe" erfunden, ließ ich mich in einer Bade-msialt so kräftig mit wahren Niagarafällen ei«» killen Wassers beschütten, dass mir die Haut kuttel« slecksönnig vom Rücken hing und den sonst ziemlich hartherzigen Badedienern MitleidSthränen in die »ersoffenen Aeuglein traten. Ich trieb meine An-;»glichkeit an diesen biederen Priester aus dem Lande, wo jeder Kopf jährlich mindestens 365, m -iniin Schaltjahre 366 Liter bräunlichen Bieres »« sich nimmt, so weit, dass ich eines schönen tlbendS mit Sandalen ins Stehparterre der k. k. yu'oper ging. Leider konnte ich das traurige Ende tn.Afrikanerin" — einer Dame, die unter irgend Unter diesen allgemeinen Gesichtspunkten hat unter allen Deutschen deS Unterland«? stetS ungetrübte Einigkeit geherrscht, die nie gestört .worden ist durch die engere Parteiangehörigkeit des Einzelnen. Wir können ruhig sagen, dass keine der heuischen Partei-ungen der anderen hiv einen Kamps aufgezwungen hat und das« immerdar das oberste nationale Interesse in erster Linie gewahrt worden ist. Wir betonen dies hier ein für allemal auS dem Grunde um zu bekunden, dass für die unter-steirischen Deutschen im nationalen Kampfe keinerlei Parteischranken bestehen. Der Erfolg deS Wahl-kampfes ist uns sicher, allein die Reinheit und Vollständigkeit des Sieges wird davon abhängen, dass die deutsche Mehrheit keine erdebliche Ver-Minderung erfahre. Dies ist aber bei einer ge-wissenhaften und ernsten Beurtheilung der gegen-seitigen Taktik und der im Wahlkampse gegenüber-stehenden Truppen nicht ausgeschlossen. Auf deutscher Seite sehen wir eine Schar, die geeint dasteht durch die Macht der Gesinnung des Einzelnen, die ge-meinsam lebt und steht in der heiligen deutschen Voltsidee. Es ist eine Schar von Männern, die ihre politische Bestimmung im Herze» tragen. Bei unseren Gegnern fiebi fci« Sache;Dort haben sich Männer emporgerungen, die das Volks-interesse nach ihren wirtschaftlichen, eigensüchtigen Bestrebungen verfälscht haben, die mit den, rein christlichen und priesterlichen Ausgaben abholden Vertretern der Kirche aus die Wählerschaften einen terroristischen Druck ausüben. Sie haben damit eine eiserne Organisation geschaffen, der sich auch der wahre slovenische Volkssreund gegen sein besseres Interesse nicht zu entziehen vermag, eine Organi-fation, die relativ stärker ist, als die GesinnungS-Mehrheit der Deutschen. Anderseits wird ja auch von oben eifrigst daran gearbeitet, um daS Kräfte-Verhältnis zwischen Deutichen und Slovenen zu Ungunsten der ersteren zu verschieben. einem nichtigen Vorwande, unter einem räthsel-hasten Gi'tbaume sich zu Tode singt — nicht mehr milansehen, denn ein neben mir stehender Herr, der mit seinen Fettablagerungen eine Kerzensabrik wenigstens auf die Dauer eines Jahres ausgiebig hätte beschäftigen können, trat mir mit einem seiner Ständer so hestig aus die Zeige,ehe meines linken Hinterbeines, dass ich vor Schmerz ohnmächtig wurde und hinausgetragen werden musste. Vor nicht zu langer Zeit konnte man an allen Ecken und Ende» lesen: .Wasche mit Lust!", und ich würde mich gar nicht besonder» gewundert haben, wenn ich nicht eines Abends beim Schlafen-gehen in meinem Bette die gleiche Inschrift ge-funden hätte. Ich war begeistert von diesem Ge-danken, wusch mich mit Luft, und schon nach drei Wochen wurde ich bei einem Spaziergange nach Hietzing von einem reitenden Auge des Gesetzes ausgegriffen und in den Gemeindearrest gesetzt. Man hatte mich meines verwilderten Aussehens halber für einen polizeibekannten, verwegenen Ein-brecher gehalten, und erst nach langen Unterhand-lungen gelang es mir, den Nachweis zu erbringen, dass ich ich sei. Ich bin dieses unliebsamen und mir sehr peinlichen Zwischenfalles wegen vom Waschen mit Lust abgekommen und benütze zur Reinigung meiner Persönlichkeit wieder wie früher gewöhnliches Brunnenwasser. Nicht lange daraus waren alle Feuermauern und Einplankungen schön grün und hellgelb be-malt: .Kocht mit Maggi gute Su?pel' Ich kaufte Aus diesen Erwägungen rufen wir schon fjeut* allen deutschen Wählern zu: Alle Mann an Bord! Wenn euch auch nicht die Gefahr auf die Posten ruft, so seid ihr eS der Ehre des deutschen Namens schuldig, unseren Sieg zu einem vollen und ganzen zu gestalten. Der Mann, den wir in die Landstube als Vertreter unserer nationalen und wirtschaftlichen Interessen entsenden wollen und werden, genießt das Vertrauen Aller. Herr Stallner ist ein ehrenwerther, echtdeutscher Mann; seine nationale Gesinnung, seine wirtschaftliche Erfahrung ha« sich in seinem bisherigen Wirkungskreise glänzend be-währt. Die Deutsche Volkspartei, deren Programm Herr Stallner vertreten wird, hat al» oberste Grund-sähe gerade jene aufgestellt, die wir als für die deutschen Untersteirer bestimmend oben dargelegt haben. Unter dem Rufe „Seid einig!" hoffen wir denn schon heute aus einen schönen Siez der guten deutschen Sache! 0. A. politische Wundschau. Klerikale Wünsche. /Billiger und praktischer* muss die Volksschule werden — so verlangt cS der Wahlaufruf der katholiich'koi^Trvativen Partei an die LandtagSwähler Steiermarks. Um diesen billigen und praktischen Resormgeist, der in allen österreichi-schen Ländern au der Volksschule rup't und zupft, richtig zu würdigen, muss man. bemerkt die „Neue Revue", einen Blick auf die steierischen Schnlver-Hältnisse werfen. Unter den 810 öffentlichen Volks-schulen Sleiermarks sind 2ö9, d. h. 32 Perzent einclassig uud 219 d. h. 27 Perzent zwe'classig. Das spricht gerade nicht für eine luxuriöse Be-Handlung des steierischen Volksschulwesens, ebenso wenig wie die Thatsache, dass Steiermark zu den wenigen österreichischen Kronländer» gehört, in welchen mehr a'.s 50 Schüler auf eine Lehrkraft kommen, also eine entschiedene Ueberlastung des Lehrpersonales herrscht. Von den Landesausgaben Steiermarks entfällt auf die Volksschulen nicht mir Maggi. lernte in meinen freien Stunden mit diesem neuen, ungemein schmackhaften Nahrungs-Mittel kochen und verzehrte es in ausgiebigen Mengen, worauf ich regelmäßig nicht unbeträcht-liche Massen von Pilsener Bier nachgoß. Nachdem ich dieS während einiger Tage gethan hatte, stellte sich bei mir starkes Ohrensausen, Schwindel u. s. w. ein, und der Arzt stellte bei mir eine heftige Ver-pappung des Labmagens fest. Er empfahl mir. einige Tropfen Quecksilber zu mir zu nehmen, und nachdem der vor meinem Fenster angebrachte Thermometer mich ohnedies immer damit ärgerte, dass er um einige Grade zu spät gieng. entnahm ich demselben daS im Glasröhrchen befindliche Quecksilber und trank eS sammt der Toricelli'schen Leere rasch auS. Die Folgen spotten jeder Be-schreibung, und ich muß einen herzzerreißenden Anblick geboten haben. All mein Mißgeschick aber schreckte mich nicht ab — ich war und blieb ein unverbesserlicher Fort-schrittSmann. Als die Ringstraßengigerl anfiengen, ihre erbarmungswürdigen Leichname auf mächtige Knotenstöcke zu stützen, deren sich der SchindenhanneS oder der Rofza Sandor nicht hätte zu schämen brauchen, da konnte ich unmöglich zurückbleiben, und ich kaufte mir einen solchen Stock aus grünem Olivenhol; mit knotigen Auswüchsen in der Größe eines wasserhältigen KindSkopseS. Damals bot ich einen wahrhaft überwältigenden Anblick, und auf meinem Schreibtische häuften sich die Liebesbetheuer-ungen entzückter Damen in unheimlicher Meng«. .Deutsche Wacht^ 1896 mehr als »/,,, während das Land Niederösterreich V. diesem Zwecke widmet. Man sieht, die steierische Volksschule hat eS eben mchi nothwendig, noch billige; zu werden, als sie ist Und »praktischer* ? Von katholisch-konservativer Seite erhoben, bedeutet diese Forderung natürlich nichts anderes, als dass die Schulpflicht gekürzt werden soll, erstens damit die Kinder nicht zuviel lernen und zweitens, damit die halbwüchsige Jugend früher zur Feldarbeit verwendet werden kann. Sieht man aber die öfter-reichische Schulstatistik nach, so findet man, dass unter den „civilisierten" Kronländern (d. h. mit Ausschluss von Galizien, Bukowina, Dalmatien und Krain) Steiermark dte schlechteste Schulbesuchsziffer ausweist: mehr als 11.000 schulpflichtige Kinder genießen hier keinen Volksschulunterricht. Ist das nicht „praktisch" genug? Beinahe l/5 der männlichen und mehr als '/» der weiblichen Bevölkerung Steiermarks sind Analphabeten. Wie würde es in diesem Lande einmal aussehen, wenn erst die Volks-schule in klerikalem Sinne .billiger und praktischer" geworden ist? Morre gegen Kaltenegger. Sonntag stellte sich Abgeordneter Morre als Gegencandidat Kalteneggers einer Versammlung von 90 Grundbesitzern, zumeist Gemeindevorstehern, in Graz vor. Abgeordneter Morre sagte, dass er nur über ausdrückliches Verlangen der Versammlung candi-dieren will und betont, daß die Versammlung be« stimmen möge, ob er eine ausführliche Candidaten-rede halten oder nur die Gründe seiner Candidatur auseinander setzen soll. Nachdem sich die Versamm-lung sür das letztere entschieden hat, fährt Abge-ordneter Morre fort: „Den Kaltenegger würde ich mit einem Athemzuge wegblasen, wenn er allein wäre, aber nicht der Kaltenegger ist mein Gegen-candidat, sondern eine ntächtige Partei. Wenn ich mit Kaltenegger eine Reise durch Deutschland machen würde, könnte ich getrost die Entscheidung der öffentlichen Meinung überlassen, wer mehr bedeutet, ich oder der Kaltenegger. Ich bin hauptsächlich als Freund deS Bauernstandes gegen Kaltenegger aus» gestellt worden. Die abgeschwächte Resolution aller deutschen LandtagSabgeordneten an den ReichSrath wurde im Reichsrathe durch den Abgeordneten Kaltenegger lächerlich gemacht, weil er dort für Cilli gestimmt hat. Ich habe verschiedenen einfluß-reichen Männern Vorstellungen gegen die Wieder-candidatur des Kaltenegger gemacht, leider ver-gedenS. Die derzeitigen Vertreter deS steiermarkischen Bauernstandes sind diejenigen, welche im Namen Gottes dem Bauern immer Hilfe versprechen, aber noch nichts für ihn gethan haben. Mit drei Sachen maUraitieren mich die klerikalen: 1. dass ich ein Pensionist bin. 2. dass ich das „Nullerl' geschrieben habe und 3. dass ich für studierte Thurärzte bin." Redner erzählt nun in humoristischer Weise seine Beamtenlausbahn und macht Vergleiche zwischen dieser und den großen Pensionen, z. B. vom Grafen Hohenwart (210.000 fl. seit dem Jahre 1872 nach siebenmonatlicher Dienstzeit). „Graf Hohenwart war schon Centralist, feudal, liberal und clerical. Der Kaltenegger kann den Priestern in Steiermark das Ansehen kosten. Hohenwart, dieser krainerifche Ari Aber auch da erreichte mich mein Schicksal, und als ich einmal nachts bei der Hernalser Linie herein gieng, wurde ich von Seite eines mißtrauischen Finanzwächters beschuldigt. einen unrechtmäßigen, schwunghaften Handel mit Mastbäumen zu treiben. Allerdings stellte sich meine Unschuld nach kurzer Zeit heraus, aber der Gigerlstock war mir verleidet, und ich sah mich nach einem andern Gebiete um. auf dem ich mich als Mann des Fortschrittes be thätigen könnte. Wer von Euch, wohlgemeinte Leser, kennt nicht „Wasmuth's Hühneraugenringe in der Uhr/" Ich auch! Nachdem ich keine Hühneraugen hatte, ließ ich mir ein paar Stiefeln machen von einer Größe, dass der Lederhändler eigens ein paar Kälber ab-schlachten lassen musste, um meinem Leibschuster das nöthige Rohmaterial liefern zu können. Ich machte in diesen Stieseln durch acht Tage hindurch Fußmärsche von täglich 50—60 Kilometer bei einer Hitze von durchschnittlich 38 Grad Reaumur, und war sehr erfreut, nach dieser Zeit endlich WaSmut'S Hühneraugenringe in der Uhr anwenden zu können Ich kaufte mir dieselben in unglaublichen Wiengen und war stolz darauf, zu jenen Glücklichen zählen zu können, die mit WaSmuth sozusagen Bruderschaft getrunken hatten. Die Hühneraugen besitze ich heute noch in Lebensgröße. Nachdem ich auch in diesem Falle dem Zeit geiste keine Schande gemacht hatte, beschäftigte ich mich längere Zeit mit dem Essen von .Quäker-QatS", aus welches Nahrungsmittel ich eines Tages stokrat, benutzt die steirifchen Bauern als Fuß-chemel, und man möge diesem Grafen auch in unserem Lande jeden Einfluß nehmen. Wenn die Deutschen im steiermarkischen Landtage den Kalten-egger vertragen können, dann verdienen sie ihn auch. Morre wurde einstimmig alS Candidat ausgestellt. Z>«> grüßte. Mit einigen Worten streifte Dr. Lueqer den Austritt Pacher'S und schlug hierauf als O mann des Central-WahlauSschusseS vor. neben Po!;-hoser auch noch Prof. Richter zum LdmannsteU-vertrete? zu wählen, weil die Deutfchnationalen ali gleichberechtigte, liebe Brüder anzusehen 'rat. (Beifall.) Hieraus polemisirte er gegen die Liberale», die Socialdemokraten und gegen die Schönerianer. Redner fuhr fort: Der Vorwurf, dass ich sür Jk Reichsunmitteldarkeit der Stadt Wien sei, ist lache:-lich und wirkungslos. Seine Partei und die deutsch« VolSpartei seien einig, kleine Differenzen wü?da> zweifellos ohne Schwierigkeit beigelegt werd» können. Pros. Richter dankte für die Wahl ali Qbmannstellvertreter und gab namens der deutsch» Volkspartei folgende Erklärung ab: „Wir halte» an dem mit der christlich-socialen Parier ge-chlossenen Bündnisse fest. Ich will nicht leugna. >asS viele Erscheinungen in der Teutschen Voltt-partei die Besorgnis Boden fassen ließen, dass i>! christlichsociale Partei ins clericale Fahrwasser ,inübergerathe. Ich theile diese Besorgnis nicht. Auf den der Deutschen Volkspartei gemachten Bor-wurf, sie begnüge sich und hasche nach Gelegenheit-erfolgen, muß ich daran erinnern, dass die Deutsch« VolkSpartei den Kampf gegen den JudenliberaliSnmj eit 1873 führe. Er hoffte, dass ein Verband sich bilden wird mit einem volkswirtschaftlichem Pro-gramm, dem sich Jeder ohne Rücksicht auf fn« Parteistellung anschließen kann. Er sei ein Gegner jedes ClubzwangeS, wird sich aber auch in dieser Richtung den Forderungen der Partei fügen. Ei scheine geboten, dass die alten Abgeordneten wie»-? gewählt werden und es sei wünjchenswerth, da'» auch die liberalen Abgeordneten, die der Paris beitreten wollen, Entgegenkommen finden. Erich Kämpfe mit der socialdemokratischen Partei, die em mächtige Agitation entfalte, stehen bevor. Einigln werde hoffentlich zum guten Ziele führen zum theile der verbündeten antiliberalen Parteien. Tr. Lneger «-.klart, dass er sich daS Bündnis folge«5n-maßen denke: 1. Keine Partei vergibt sich et»B — zwei Regimenter unter einem Commando, l>» nebeneinander zum Siege schreiten; 2. Autoitcm der einzelnen Wahlbezirke, die ihre CanZidam selbst zu wählen haben; 3. Dass jedem Gewatet die Wahl seiner Clubang-Hörigkeit anhetmgegei» wird, er denke sich die« so wie im Bürgerclitd in Gemeinderathe. Hin national - liberales Wahlcompromj. Zwischen den Leitungen der deutichnationalen stio der liberalen Partei in Oberösterreich wurde ai 21. August folgendes Uebereinkommen beschloss«!: In der Erkenntnis, dass die clericale Partei £ta» Österreich«, nach wie vor in ihrer deutschfeindlich« Haltung verharrt, dass ihre Herrschaft im Lande einerseits die politische Freiheit gefährdet, anders«!» daS riecht so gut!" Trotzdem ich nun weder Pu, noch Pfeifenraucher bin, trat ich doch sofort in da Jndianerladen ein, kaufte mir eine beträchtliche Menge deS so gut riechenden Krautes und sich« dann zu Hause meine alte Studentenpseise henor. auS der ich seinerzeit acht Semester lang geraucht hatte, ohne sie auszuputzen. Hatte ich nun tal Pseifenrauchen schon verlernt oder die Pfeife n Gedanken blos mit indischen Kräutern gestopft -kurz, mir wurde todtübel, so dass ich drei Tagt nicht in» Amt gehen konnte und meine besorg Hausfrau den AuSbruch einer Cholera-Epide« befürchtete. Doch auch daS gieng vorüber, ui» schon glaubte ich, es sei ein Stillstand im Fon-schritte eingetreten, als mich der Zufall an ein» Maueranschlage vorüberführte, auf dem der feil* hastige Gottseibeiuns auf einem Zweirade durj die Praire saust, dass hinter ihm in der Rads?» die Funken aufstieben und einem im Himergnmde stehenden Farmer die Haare so zu Berge mta dass sie ihm den Hut vom Kopse wegk-mma. Darüber stand in phosphorblauen Buchstab» „Ride the Coventry cycle!* Ich biedere mich an einen in unserer schaft öfter verkehrenden Amerikaner an und ihm eine« Abend« in unauffälliger Weise i irgend einem nichtigen Vorwande die sauber geschriebenen Worte vor, nach deren llebersetzi ich mich unbedingt verpflichtet kühlte, mir i Coventry-Zwetrad zu kaufen und dasselbe zu rriti Ich erstand ein solche« Rad mit Reifen wie eii 1896 ..Veutsch- Zvacht 3 die gedeihliche, volkswirtschaftliche und cullurelle Entwicklung des Landes schädigt, haben sich die Leimigen der deutschnationalen und der liberalen Lauei in Betreff der bevorstehenden Landtags-wablen dahin geeinigt, gegenseitige Wahllämpfe zu «meiden und in den verschiedenen Jndustrial-Lohlbezirken immer nur einen Candidaten der e»en oder anderen Partei, in Linz aber je einen Convidaten der beiden genannten Parteien auszu-Klien und diese, sowie den in Linz außerdem von dn Gewerbepartei ausgestellten dritten Candidaten »och Kräften zu unterstützen." tzagesneuigkeiten. Deutscher £>djusuerein. StellcnauSschrei-hitg. An den deutschen PrivatvolkSschulen mit Ocfsent-litkeiisrecht in Eisenberg a. d. March, Freiberg und itöiligiberg (Schlesien) kommt mit Beginn des Schul-$r<$ 1896/97 je eine provisorische Unterlehrerstelle mit 400 ff. Gehalt und 100 ff. SchulvereinSzulage sr ?c>tgung. Bewerber wollen ihre ungestempelten, mit dem Reifezeugnis belegten Gesuche ehestens in der ilanjUi de» Deutschen SchulveieineS in Wien, 1., ?l»»n«rstrc ße 9, einbringen. serienreife des ftestemichisdjen couristen-cluös nach Palmatien und Montenegro mit dem ckgantea Separat-Salondampfer des Oesterr. Llopd .Zterbanie" am 4. bis I I. September >896. Das Mißtrauen, welches das reisende Publikum den Auö-flüsK« in die Adriagegend entgegenbringt, ist ganz un-zerechtfertigt, denn während wir hier Woche auf Woche Zitze» und bewölkten Himmel haben, herrscht im Süden ei» fast ungetrübtes, ruhiges und sonniges Wetter. Um den Wünschen einiger Theilnehmer entgegen zu kommen, fcurte daS Reifeprogramm dahin abgeändert, dass die Zahn von Spalato aus direct nach Cattaro und zum Lemch von Montenegro geht und erst hierauf am ?. Zertember Ragusa besucht wird. Jene Theilnehmer, Kelche dann über Metkovich durch die Oberherzegowina »»d Bosnien die Rückreise fortsetzen wollen, können von JUgiita direkt nach Metkovich fahren. Zu dieser Ferien-reis», welche sich außerordentlich genußreich gestalten irird, sud nur noch wenige Plä^e zu vergeben, daher mit der Anmeldung an die Clubkanzlei: Wien,!., Weihburggaise 18, nicht länger gezögert werden welle. Ter Preis für die ganze Seereise, welche de-stlliliv stattfinde», beträgt incl. der Verpflegung (Ge-tränke ausgenommen) für Klubmitglieder nur : 1. Classe fl. 125.—, L. Klasse ff. 9ö.—. Nichtmitglieder zahlen je 5 fl. mehr. Hinc Aeußerung des Kaisers. Eine bemerken»-«mbe Aeußerung des Monarchen wird durch die ische-tische Provinzpresse verbreitet. ReichsrathSabgeordneter Prinz Friedrich Schwarzenberg wurde vor einigen Tagen um Uebernahme des ProteetorateS einer auS Anlaß d»!XizierungSjubiläumS des Kaisers zu veranstalten-de» Feier ersucht. In seiner Antwort erinnerte der Prinz daran, der Kaiser habe den Wunsch ausgedrückt, im mcje mit solchen Festivitäten behutsam zu Werke j'ien, ta sich immer Leute finden, welche dieselben «chr aus Sucht nach Auszeichnnngen, als von auf-ichligen Gefühlen geleitet proponieren. und solcher-«in oft Gemeinden, Gesellschaften und Vereinen Meseaschlange, die zu viel gefressen hat und dem kchcksale deS Zerspringens preisgegeben ist, und iuid auch einen Lehrer in der Person eincS meiner Achgenossen, der sich in zuvorkommendster Weise d«u erklärte, mir die Kunst deS Radsahrens bei-jittragev. Er meinte, dass ich in Anbetracht «weS geringen Körpergewichtes — er schätzte es h»tMchelnd auf 42 Kilo — die Sache bald weg-Laben werde, machte mich jedoch aufmerksam, mich vorher bei einer Lebensversicherungs - Gesellschaft ezischitiben zu lassen, waS ich auch sofort that, rachdem mir überdies eine Ankündigung in die Hände kam. die beiläufig lautete: „Des Menschen Leben ist ein kostbares Gut, deS Menschen ArbeitS-fta't bildet zumeist sein einziges Vermögen, auf &aj er seine Zukunft baut und womit er sich eine Heimstätte und eine Familie gründet. Leider sind diese Güter von mannigfachen Gefahren bedroht. Ter Tod liegt fortwährend aus der Lauer" u. s. w. Schon der letzte Satz allein hätte genügt, mich oitf Lebenszeit versichern zu lassen, und wenn mich die Geschichte auch ein wenig Geld kostete, so war ich doch etwas beruhigter, denn wenigstens gegm t« Tod halte ich dann etwas Schriftliches in der £anö. Mein Lehrer gab mir ein Stelldichein an imem Lrte, von dem er mir versicherte, er sei so einsam, dass dort erst vor kurzem ein Einsiedler »sangen worden sei, und im Vertrauen auf seine Eorli begab ich mich an die betreffenden Stelle, eie war wirklich etwas abfeitS von der Straße gelegen, und abgesehen von einigen Mistbuben, die Lasten aufbürden, welche zu tragen diese außer Stande sind. Die Kaiserin wird sich, den bisherigen Dis-Positionen zufolge, unmittelbar nach der am ds. erfolgenden Abrei'e des russischen Kaisnpaares nach Jschl zurückbegeben um dort noch einen Aufenthalt von unbestimmter Dauer zu nehmen. Erzherzogin Marie Valerie, welche seit längerer Zeit in der Kaiservilla in Jschl weilt, sieht im kommenden Monate einem freudigen Familieaereignisse entgegen, welches die Kaiserin abzuwarten gedenkt, um sich dann nach Korfu zu begeben. Hin Hinstedler. Eine weltferne Almhütte, ein paar Stunden vom Almsee und von menschlichen Woh-nungen entfernt, beherbergte durch mehrere Wochen einen Einsiedler, den man im Bauernkittel und in der Lederhose kaum erkannt hätte. ES war der Direetor deS Wiener Burgtheater«, Dr. Burkhardt, der, wie in früheren Jahren, so auch Heuer ein paar Wochen Ein-öde sucht und in der Almbütte findet, die er allein bewohnt, in der er auf einer Hetzpeitsche schläft und sich selber kocht. Dass ein Burgiheater-Director besondere Nervenstärkunz braucht, kann man ja gerne glauben! Kin entsetzlicher Anglücksfall hat sich, wie die „Zitt. Mgztg." meldet, kürzlich bei der Abfahrt deS leisten Reichenauer Zuges von der Haltestelle Zittau (Görlitzerstraße) ereignet. Die aui Rabishau i. Sch. gebürtige Fabrikarbeiterin Emma Weißmann war mit einer Freundin nach Zittau gekommen und wollte den letzten Zug zur Rückreise benutzen. Wahrend nun ihre Begleiterin den Zug schon bestiegen hatte, machte nun die Welßmann darauf aufmerksam, dass sie in den anderen Wagen steigen sollte und wollte sie zurück-halten oder beim Absteigen unterstützen, und dabei fiel die W. zwischen die Wagen und wurde von dem in-zwischen in Bewegung gesetzten Zuge überfahren. Die Räder gingen dem bedauernswerthen Mädchen über den Leib, auch wurde demselben der rechte Unterarm nahezu abgefahren. Der Tod ist sofort eingetreten. Kahrräder aus Papier. Das Bestreben, das Gewicht der Fahrräder immer mehr zu vermindern, hat nun dahin geführt, Fahrräder aus Papier herzu-stelen. Wie wir turch da» »Patentbureau" Heimann und Eomp. in Oppeln erfahren, sind in Chicago Ver-suche in dieser Richtung angestellt worden, die ein sehr günstiges Resultat ergaben. Die Fahrräder werden ganz in derselben Weise hergestellt wie die berenS in Gebrauch stehenden Eisenbahnwagenräder aus Papier, welche sich bekanntlich sehr gut bewährt haben. Dadurch dürften die Fahrräder bedeutend billiger werden und erscheinen hoffentlich derartige Maschinen bald auf dem Markte. Aus Stadt und Land. Hin 'Nrachtwerk für ßilli. Das neueste kunst-liierarische Erzeugnis, welches demnächst als daS vom Münchner HilfSanSschusse sür CiUi unter dem Titel „Den Deutschen Oesterreichs" herauszugebende Prachtwerk in der Oeffentlichkeil erscheinen wird, verdient mit voller Berechtigung daS Jntereffe aller deutschfühlenden Kreise in Anspruch zu nehmen. Diese künstlerische Schöpfung ist das jüngste Werk der zielbewusSten Bestrebungen der wackeren Münchner, welche sich nicht nur mit den durch ihre unermüdliche und rastlos ausopsernde Thätigkeit mir wie die Windhunde nachrannten, als sie mich, mein Zweirad an der Hand, ankommen sahen, war weit und breit kein Mensch zu sehen. — Mein Lehrer hatte thatsächlich ungeheure Ge-duld mit mir, obwohl ich ihm bald in die Arme fiel, bald mich krampfhaft an seiner Gurgel au-klammerte, dass er nach Luft fchnappte wie ein Fisch, der unversehens aus ein trockenes Land ge-räth, so war seine Ausdauer doch eiue erstaunliche, und die Versicherungen meiner Dankbarkeit klangen geradezu überschwänglich. Nachdem zwei Stunden glücklich vorbei waren, versicherte er mir, dass ich einer seiner begabteste» Schüler sei, und ließ mich, wie er sagte, frei fahren. Meine Kenntnisse im Radfahren waren zwar nicht ganz ohne Belang, aber wie er mich das erstemal ausließ und sein Befehl: „Treten, treten, immer treten!" hinter mir ertönte, da trat ich wie ein tobsüchtig gewordenes Eichhörnchen auf meinem Rade herum, dass die Speichen krachten. Leider vergaß ich dabei auf die bemerkenswerthe Zuthat des Lenkens mit den Händen und machte unwillkürlich mit denselben die gleichen Bewegungen wie mit den Beinen. Dass sich ei» solches wahnsinniges Gebahren aus die Dauer nicht halten konnte, ist selbstver» ständlich. Ich erinnere mich noch dunkel, dass ich zu meinem Entsetzen sah, wie die beiden Räder unter meinen Füßen in rasender Eile unaushaltsam auf einen dunklen Abgrund zurollten — vergebens versuchte ich, mich aus dem Waggon, d. h. vom Rade zu reiten — dann ertönte ein dumpfer Krach, bereits errungenen großartigen und bisher uner-reichten Erfolgen begnügen, sondern als leuchtendes Vorbild in opferwilligster Weise auch fernerhin ihre wertvollen Kräfte der Förderung der In-teressen deS DeutfchthumS der südlichen Steiermark weihen. Es kann daher die Idee der Schaffung dieses Kunstwerkes als eine besonders glückliche bezeichnet werden, weil der mit der Herausgabe desselben be-absichiigte Zweck, eine möglichste Stärkung der Mittel sür das Cillier deutsche Studentenheim zu bewerkstelligen, sich zuversichtlich erreichen lässt, denn schon der Umstand, dass das Prachtwerk sich der künstlerischen Leitung und Mitwirkung eincS Franz von Defregger erfreut und dass weiierS eine große Zahl hervorragender deutscher Künstler, wie: W. Firle, I. Gentz, G. Hackl, W. Haseln a n n, Hengeler. K. Karger, Hermann Kaul-bach, F. A. Kaulbach, KnauS, Leibl, Len-dach, M. Liebermann, Lösftz. Menzel, Oberländer, Paul Ritter, Schraudolph, O. S e l tz, Franz Stuck, L. W i l l r o i d e r u. s. w. in dankeSwerthester Weise durch ihre bereitwillige Mitarbeit an der Ausgestaltung dieses Prachtwertes — dasselbe enthält hundert meisterhaft gelungene Sludienblälter (4 Heliogravüren, 88 Tizpogravuren in Tondruck und 8 Textbildern) mit einer von Heinrich Waftian verfassten geschichtlichen, die deutsch-österreichischen Verhältnise trefflich schildern-den Einleitung und den vom hochbegabten Dichter Dr. Max HauShofer den einzelnen Abbildungen beigegebenen prächtigen Text, welcher, bald ernst, bald heiler und humorvoll, der bildlichen Darstellung Ausdruck verleiht — theilgenommen hat, gibt diesem literarischen Produkte die beste Empfehlung und dürste demselben schon infolge feines hohen künst-krischen Wertes die weiteste Verbreitung voraus-gesagt werden können. Aber auch noch ein anderes, gewiss sehr wichtiges ethisches Moment wird diesem Werke in den weitesten Kreisen Eingang verschaffen; der edle Zweck der Schöpfung, das bedrängte deutsche Volk in der Wahrung seiner Interessen zu unterstützen, wird ihm eine freundliche Aufnahme sichern und die Opferwilligkeit, die biSnun so schön« Erfolge aufgewiesen hat und welche nur die Liebe zum eigenen Volke und daS aufrichtige und innige Mitgefühl für das Schicksal unserer Stammesge» noffen hervorzurufen vermag, wird auch bei diesem Anlasse nicht zurückstehen, wenn es gilt, durch den mit der Erwerbung dieses Prachtwerkes zu beschaf-senden Reinertrag zur Förderung einer Sache bei-zutragen, die jeden echten deutschen Mann mit Stolz und Freude erfüllen muss. Unter solchen Voraussetzungen scheint ein günstiger Stern diesem Unternehmen zu leuchten und kein Wunsch wird mächtiger empfunden, als jener, dass dem großen und glücklichen Gedanken des so verdienstvoll und segensreich wirkenden Münchner HilsSauSschusseS zum Lohne seiner Mühen eine Verwirklichung be-schieden sein möge, welche seine Schützlinge und daS ganze deutsche Volk für immerwährende Zeiten zur Verehrung und Dankbarkeit verpflichtet. Kam Padfaßrcrfeste. Nachdem der Festaus-schuh mit dem Abschlüsse sämmtlicher Rechnungen und Angelegenheiten betreffs des Festes seine Thätig- und sand ich mich mit meinem Coventry-Cycle im Straßengraben wieder, der gerade zu jener Zeit der Reinlichkeit der Anrainer kein glänzendes Zeugnis ausstellte. Wenn man glaubt, dass ich durch ein so grausames Mißgeschick den Muth verloren hätte, so irrt man sich gewaltig. Ich bestieg wieder das Rad, benahm mich aber diesmal etwas vorsichtiger, und eS gelang mir, die gefährliche Stelle zu ver-meiden, wogegen ich es nicht hindern konnte, dass ich kurz darauf umkippte und mit beiden Händen im Sande herumfuhr, was die vorhin erwähnten Rangen männlichen Geschlechtes zu einem Geschrei veranlasste, als ob sich eine Horde Indianer auf dem KriegSpfade befände. Unermüdlich fetzte ich aber meine Versuche so«, und ich bin nun soweit gelangt, dass ich wenigstens dort in den Graben falle, wo ich will. Einmal habe ich mich schon sogar im Straßenfahren versucht; nachdem ich aber eine harmlose Milchfrau umgestoßen, einen krüppel-hasten Leierkastenmann angerempelt hatte und einem sich sonnenden, zottigen Köter über den Schwanz gefahren war, zog ich es zur Vermeidung von Verwicklungen vor, im Garten eines meiner Freunde meine Uebungen fortzusetzen. So sehe ich zuversichtlich und mit Ruhe den Dinge», die da kommen werden, entgegen — vom Scheitel bis zur Sohle ein Fortschrittsmann. „D. Bl.- .Yr«t5ch« Zvacht' feit als solcher beendet hat. sühlt er sich an dieser Stelle verpflichtet, im Namen deS Cillier Rad-fahrervereineS allen Festtheilnehmern noch herzlichst zu danken und sie zu versichern, dass der Verein die zahlreiche Theilnahme als besten Preis sportS-freundlicher Gesinnung zu würdigen weiß und den schönen Verlaus seiner zehnjährigen Gründungsfeier in unvergesSlicher, angenehmer Erinnerung behalten wird. FernerS wird dem Herrn Tr. S i m o n i t s ch auS Gonobitz, Herrn Dr. Langer aus Schloss Lemberg und Herrn Dr. B e ck, sowie Herrn Drv. med. Male! aus Cilli für ihre thatkräftige Unterstützung wärmster Dank gespendet und ebenso ollen Herren Sportsgenossen, die so liebenswürdig waren, den Controldienst auf der Rennstrecke zu be-sorgen. In der Hoffnung, im nächsten Jahre dem P. T. Publikum wieder ein Wettsahren bieten zu können, schließen wir mit einem kräftigen „All Heil!" Auf nach Kochenegg! Wie wir schon ge-meldet haben, findet Sonntag deu 1V. August im Gasthause des Herrn Johann P ö t s ch e r in Hochenegg zu Gunsten der deutschen Schule in Hochenegg ein Sommerfest statt, bei welchem die Hochenegg» Gesangsriege unter der Leitung des ChormeifterS Herrn Fritz Lang mehrere Chöre zum Vortrage bringen wird. Zwischen den GesangSvorttägen concertieren zwei Musikcapellen und werden Gesellschaftsspiele veranstaltet. Eintritt per Person 30 kr.. Familienkarten zu 1 fl. Das Sommerfest findet bei jeder Witterung statt; bei ungünstiger Witterung wird es im Gasthaussaale abgehalten. Wagen stehen im Gasthofe .zur Stadt Graz" in Cilli zur Verfügung. Mögen die Bewohner von Cilli recht zahlreich bei diesem deutschen Feste erscheinen, auf dass sie die deutsche Einigkeit der Deutschen des Unterlandes und den Antheil der Cillier an Freud und Leid der Vororte lebhaft bekunden. Aremdenkränzchcn. Dem lebhasten Drängen der tanzlustigen Welt, sowie dem freundlicheren und wärmeren Wetter Rechnung tragend, hat der Mufikverein beschlossen am nächsten SamStag. den 29. d. abends im Waldhause wieder ein zwang-loses Fremdenkränzchen zu veranstalten. War auch der Besuch deS letzten Kränzchens, namentlich seitens der Fremden infolge der ungünstigen Witterung kein fo guter, wie er es hätte fein können, so verlies dasselbe doch überaus animiert; die Stimmung und Tanzfreudigkeit war fcabei so heiter, so ungezwungen, dass die tanzlustige Jugend noch heute davon schwärmt und mit wahrer Ungeduld einer Wiederholung des FremdenkränzchenS ent-gegensieh». Es ist daher nicht zu verwundern, dass die Musikvereinsleiiung geradezu bestürmt wurde, noch ein solches Kränzchen zu veranstalten, sür welches ein recht zahlreicher Besuch infolge der günstigeren WitlerungSverhältniffe denn doch in Aussicht steh«. DaS dem Kränzchen vorangehende Concert beginnt schon um 6 Uhr, so dass Terpsi-chore ihre belebenden Schwingen gegen V Uhr er-heben, und eine Ausdehnung des Tanz-Ver-gnügenS bis in die kühleren Morgenstunden nicht gerade eine unbedingte Nothwendigkeit fein wird. Kerschönernngsverein. Sonntag den 30. August findet nachmittag im Waldhause ein Concert zu Gunsten deS Cillier StadlverschönerungsoereineS statt. Die VerschönerungSvereinSconcerie haben sich Heuer schon eine große Beliebtheit erworben, wes-halb mit Rücksicht auf den guten, gemeinnützigen Zweck ein zahlreicher Besuch sicher zu erwarten ist. Aad Acuhaus. Sonntag nachmittag fand im Saale des Hotel Orofel die Jahresversammlung unserer SüdmarkortSgruppe statt, wozu zahlreiche Gäste auS Cilli und Hochenegg sich eingesunden hatten. Als Vertreter der Hauptleitung war neben Herrn Julius R a k u s ch auch Herr Jäkel aus Graz erschienen. Dieser begrüßte die zahlreiche Versammlung und erörterte in sachlicher Weise die Bestrebungen und Leistungen der Südmark. Es sei Pflicht jedes Deutschen mitzuthun und dem Vereine neue Mitglied« zuzuführen. Redner brachte dem Gedeihen der Ortsgruppe seinen Heilrus. Der Obmann Herr Apotheker W e ß t h e r begrüßte die Erschienenen mit herzlichen Worten und gedachte der verstorbenen Mitglieder Dr. Paltauf, Dr. W o k a u n und Karl O r o s e l, deren Andenken von den Versammelten durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Ueber Vorschlag deS Herrn Badedirectors Dr. Kumpf wurden folgende Herren durch Zuruf in den AusschusS gewählt: Dr. Heinrich Langer Gutsbesitzer auf Lemberg, Obmann; Moritz Stallner, Bürgermeister in Hochenegg, Obmannstellvertreter; Franz Orosel, Mühlen-besitze? in NeuhauS, Schriftführer; Apotheker Weßther in Neuhaus, Zahlmeister; und Tr. Lautner in Meilenstein. Der Name der Ons- gruppe wird in „Ortsgruppe H o ch e n e g g - Ne u-haus-Weiten st ein" abgeändert. Der Sitz der Ortsgruvpe verbleibt vorläufig in Neuhaus, jedoch sollen die Versammlungen abwechselnd in einem der drei genannten Orte abgehalten werden. AIS Ver-ireter der Ortsgruppe, welcher bereits 32 Mitglieder beigetreten sind, bei der Hauptversammlung in Villach wird Herr Dr. Heinrich Langer bestimmt. Am Schlüsse der Versammlung wies Herr Director Dr. Kumpf unter großem Beifalle darauf hin, dass die „Südmark" kein Angriffsverein, sondern nur ein Schutzverein sei. „Wir wollen nicht Er-oberungen machen, sondern nur erhalten, was mir durch Jahrhunderte besessen haben. Vor mehr als einem Jahrtausend haben unsere Väter die Cultur in diese Gegenden getragen. Es ist nur unser ererbtes, vollstes Recht, welches wir erhalten wissen wollen nnd eS ist ein sehr bescheidener Anspruch, wen» wir darauf bestehen, dass den Kindern unserer Volksgenossen nicht die Möglichkeit entzogen werde, auch fernerhin dem deutschen Volke anzugehören, welches eine so glorreiche Geschichte hinter sich und so große Leistungen auf dem Gebiete der allge-meinen menschlichen Culturarbeit zu verzeichnen hat." Die Versammlung, an die sich fröhliche Stunden ungezwungenen Zusammenseins anreihten, hat mit ihrem schönen Verlaufe, mit ihren An-regungen auf alle Theilnehmer belebend und auf-richtend gewirkt, so dass wir mit Zuversicht an-nehmen dürfen, dass der deutschnationale Gedanke im OrtSgruppengebiete stets sorgliche und entschiedene Hege und Pflege finden werde. Laivach. Die acad.-techn. Ferialver-b i n d u n g ,Carniola" feiert am 5. und 6. Herbstmond 1896 ihr XII. StiftungSsest in Gotische«. Die Fest-Ordnung ist solgende: Samstag, 5. Herbstmond, 11 Uhr vorm.: BegrüßungS-Frühschoppen. gegeben von Frauen und Mädchen GottscheeS; 6 Uhr abends: Fenconvent (intern); 8 Uhr abends: FestcommerS. Sonntag, 6. Herbstmond. 10 Uhr vorm.: Kater-Frühschoppen; ll1/, Uhr vormittags: Spritzfahrt; abends Exkneipe. ES wird ersucht. Anmeldungen mindest bis zum 2. Herbstmond an Herrn Dr. Edwin Ambroschitsch, Laibach, zu richten. Pudweiser Pier. Wir werden von dem Ver-treter des bürgerlichen Brauhauses BudweiS (gegründet 17&5), Herrn Rudolf Specht in Graz. ersucht, mitzutheilen, dass derselbe sein Verhältnis mit Herrn Gregor Koß, hier, welcher eine Zweig-Niederlage für Cilli und Umgebung führte, in freundschaftlicher Weise gelöst hat und die Flaschen-bierniederlage der Frau Fanny Glasner, hier, Bahnhofstrabe, übertrug. Keumahdvergeöung. Sonntag um 10 Uhr Vormittag wird die Grummetmahd am Reitterberge im LicitationSwege vergeben. Zusammenkunft im Stadiparke beim Wetterhäuschen. Andwe auf Spitzbergen. Es ist ein seltsames Zusammentreffen, dass zu derselben Zeit, da ein kühner Nordpolfahrer auS den eisigen Regionen heimkehrte, ein anderer sich anschickt, eine noch viel gefährlicher« Fahrt zu unternehmen. Für heute wollen wir den Schau-platz ins Auge fassen, von dem auS der Aufstieg AndröeS im Luftballon stattfinden soll, nämlich Spitzbergen, jene unheimliche Insel im Eismeere, die für sich allein schon interessant genug ist, um ihr einige Augenblicke der Betrachtung zu schenken. Ein Wiener Reisender, der sich der heurigen Nordpolfahrt deS norwegischen Schiffes „Erling Jarl" angeschlossen hatte, um das Land der Mit-ternachtssonne zu sehen und der Ausfahrt deS Andr6e'schen Luftballons beizuwohnen, hatte Ge-legenheit. den kühnen Nordpolfahrer auf seiner Station bei Spitzbergen persönlich zu sehen und zu sprechen. Der Reisende schreibt darüber Folgendes: Am 25. Juli NachiS um 12 Uhr erreichten wir den 81. Grad 32 Minuten L Secunden nördlicher Breite und 13. Grad 20 Minuten östlicher Länge von Grenwich, so dass wir um einen halben Grad höher kamen als die letzte deutsche Polar-expedition der „Germania", die am 14. September 1868 im 81. Grad 4 Minten nördlicher Breite gleich uns durch Pack- und Treibeis verhindert war, weiter zu fahren, und dieS gelang uns um-foweniger, als unser Schiff ja eigentlich nur für die Touristensahrt zwischen den Scheeren Norwegens von Trondhjem-Hammerfest bestimmt und gebaut ist. Wir waren auch aus dem besten Wege, den 82. Grad noch zu erreichen, doch begegneten wir nahe dem 81. Grad einem Seehund- oder Robben-sängerboote aus Tromsö. dem wir in östlicher Richtung nachfuhren und so früher, als den Meisten erwünscht. auS unserer nördliche» Richtung abge lenkt wurden. Der „Gjoa". so der Name lel SegelkutterS. war seit 14. Mai d. I. unterwegs und hatte bereitS 1060 Seehunds- und 30 Robdea-fellt, sowie deren Speck und Thran an Bord, als mir dieselbe ansprachen und den Kapitän zu eine» „Toddy" auf unser Schiff nahmen. Dem Kaviiäa Johannsen, der mit Noröenskjöld die östliche Turch-sah« mitgemacht hatte, war es offenbar mevr um die reiche Ausdeute an Fellen, -peck und Thra», als um den nördlichst möglichen Breitegrad jii thun, und dürfte er. immer nur an eine möglich^ reiche Beute denkend, wohl noch höher als wir ge-kommen sein, ohne darüber genaue Rechnung führen. Nun liegen wir seit zwei Tagen wieder in der „Danes Gat", gegenüber der „Amsterdam-Insel" und eine Büchsenschußweile vom Ballonhaich Andr^e's, des kühnsten und waghalsigsten Nordpol-fahrers, entfernt. An unserem Steuerbord ankea der schwedische Damp'er „Virgo", der Andrve uns seine Reisegefährten Eckholm und Strindberg. &<« Franzosen Lachamber, den Erbauer des Balloni. die wiffenschaftliche schwedische Expedition, so«» den Ballon mit allen zur Füllung nöthigen H.i?> apparaien, Maschinen und das Holzma-.erial riir das 30 Meter hohe und 24 Meter breite Balloi-hauS hieher gebracht. Auf dem Schiffe ,ViW befinden sich als Bemannung eingetheilt 7 Kapitäne, 3 Marine-Officiere als Matrosen und 3 Jngenieu« als Heizer, die freiwillig und nur mir einer p« korm^-Entlohnung von 1 Krone — 68 Kreuz» per Monat aus Stockholm mitgekommen sind, u» den Aufstieg ihres schwedischen LandSmanneS mit ansehen zu können. Seit 14. Juni ist Andröe mit seinen Leuten hier angekommen, und Alle arbei» fast Tag und Nacht — die ja gleich hell ist — um fertig zu werden. Doch gerade der Umstand dass er statt tüchtiger, geschulter Handwerker dich Freiwilligen mitnahm, die ja allerdings überall, besonders bei der Ausstellung des in Stockholm gefertigten Ballonhauses, sowie be, der Zusammen« stellung der Maschinen und beim Ausladen tüchi^ mitgeholfen haben, trägt die Hauptschuld an da Verzögerung des nun erst in einigen Tagen er-folgenden AufsteigenS, vorausgesetzt, dass dir während der ganzen Zeit der Vorbereitungen krä'iH wehende Südwind sich bis dahin wieder einstellt. Andree ist ein großer, kräftig gebauter 11« von 40 Jahren mit höchst angenehmen, sympathisch« Zügen, die trotz der Melancholie, die sich mm,» ihnen wegen der versäumten Zeit deutlich verr^ und trotz der grau-blauen Augen, die Gutmütdq-keit und Sanftmuth widerspiegeln, große Energ» und Willenskraft bekunden. In den letzten zwei Tagen und bei unser» ersten Besuche am 25. Juli, wo wir ihn mit «ei«, Leuten bei der letzten Ausrüstung, Äoinpletiranj und Packung seines Proviante« und Prüfung alfl von ihm selbst erfundenen Balloneinrichtungen auf beschäftigt fanden, unterbrach Andne seil feine Arbeit, um uns bis ins kleinste Detail ieto Bestandtheil der ganzen Balloneinrichtung zu ;e,Ä und zu erklären; er wurde nicht müde, aus li vielen oft unnöthigen Fragen der minder aufm«!-samen und gebildeten Zuhörer in größter Sah« und mit vieler Liebenswürdigkeit zu antwor:» Dass er kein nervöser Mann ist, bewies er m genug, besonders aber gleich am ersten Tage «seml Begegnung, wo ihn die Frauen unseres Echn-i zur Unterschrist von einigen Hundert Karten jn>an§« nnd jetzt, in den letzten Stunden vor seiner ilbrera mit neuen Unterschriften behelligen wollten. Der Ballon, der 4600 Kubikmeter Wassersi-ß» gas aufnimmt, 20 Meter im Durchmesser und im Höhe von 24 Metern hat, ist bis au» die 600 Kubikmeter Gas gefüllt und sieht mit seine Kappe bereits aus dem Ballonhause heraus. Heim früh wurde bereits die Gondel completirt und a das Ballonhaus gebracht, um unmittelbar vor da Aufstiege befestigt zu werden: die letzten Provii» sacke, die genau die Tagesrationen enthalten, werd« heute Nachmittag noch rund um da» Netzwerk u über die mit Fallthür und Schubern veriehe Plattform über der Gondel angebracht, rneroa früh noch die Instrumente und Apparate in Sitzkörben in der Gondel versorgt, und morz den 30. Juli. Mittags, soll Alles fertig fern, jeden Moment bei günstigem Südwinde auffteia* zu können. Leider regnet eS, seitdem ich diesen Brief gönnen, und ist Winsstille eingetreten, wenn gli heute Morgen noch ein scharfer Südwest gebl^ der Hoffnung für einen directen Südwind gab die gute Laune unserer Nordpolfahrer oermed». Jede Stunde, ja jede Minute wird nun sür Andrei Unternehmung von hoher Bedeutung und groß« 1896 Wichtigkeit, da AnSrve, f»lls in den nächsten 10 bis 12 Tagen nicht der sehnlichst erivariete Süd--wind eintritt, die gan,e Fahrt unterlassen müßte, um nicht in die eimreiende totale Nebelsaison und dann auch herrschende Kälte an den LandungSstellen zu kommen. Wir hatten durch volle acht Tage vollständig wolkenlosen Himmel, und unsere Mini-maltemperatur betrug + l/i Centigrad, während rorgestern unsere Marimaltemperatur -4- 12 Grad Keaumur war; die Nächte waren dabei so klar und hell, wie bei unS zwischen 8 und 9 Uhr früh im hellsten Sonnenscheine, so dass die anfänglich mit meterhohem Schnee bedeckten, phantastisch ge-zackten Berge, deren 1200 bis 1800 Fuß hohe weißbedeckte Gipfel im fchönften Glänze der Sonne yl'yerten, nun alle plötzlich schwarz und mächtig drohend erschienen. ..Krutsche Wacht' vermischtes. Z>ie Arant des Kronprinzen von Atatiea. Der „Corriere della Sera" widmet der bevor-stehenden Verlobung des italienischen Kronprinzen mit der Prinzessin Helene von Montenegro solgende Mittheilungen: Prinzessin Helene ist das fünfte Kind und die dritte Tochter deS Fürsten von Montenegro; sie ist 23'/, Jahre alt und von äußernden«-lichet Schönheit. Als König Humbert sie im vorigen Jahre in Venedig kennen lernte, war er von ihrer Schönheit und Grazie betroffen. Die ersten Gerüchte von einer eventuellen Verlobung des Prinzen von Neapel mit der montenegrinischen Prinzessin tauchten im Frühjahre deS vergangenen Jahres auf. und in der That erfolgte die erste Begegnung des italienischen Königspaares mit der Prinzessin Helene am 29. April 1895. DaS Königspaar hatte sich zur Eröffnung der internationalen Kunstausstellung nach Venedig begeben, woselbst damals auch Fürstin Milena von Montenegro mit ihren Töchtern Anna und Helene weilte. Die Königin, welcher die Fürstin und ihre Töchter vorgestellt wurten, fand außer-ordentliches Gefallen an denselben nnd lud die fürstlichen Damen nach dem ersten Etikette-Besuche «in, häufig wiederzukommen. VieUn Leuten in Venedig fiel eS damals auf, dass der König der Prinzessin Helene jedesmal, so oft er die Damen zur Gondel geleitete, den Arm reichte, sich mit ihr ,ii animiertest« Weise unterhielt und ihr wieder-holt die Hand drückte. Die fürstlichen Deinen wurden nicht nur den officiellen Festlichkeiten, fondern auch den Familien-Diners beigezogen. Den größten Triumph feierte die Schönheit der jungen Prinzessin anläßlich einer Ftstvorstellnng im Fenice-Theater, woselbst sie in der Hosloge neben der Königin saß. Die zahlreich anwesenden Künstler waren entzückt von der idealen, seurigen Schönheit der Prinzessin, welche in einem einfachen Rosa-tleidchen, ohne allen Schmuck, die Blicke aller auf sich zog. Es fiel damals auch allgemein auf, dass der Kronprinz Victor Emanuel keinen Blick von der schönen Prinzessin abwendete. Hrlle Kitte bei Kitzschlag. Mit Eintritt der größeren Hige wurden bei sämmtlichen Truppen theilen durch die ärztlichen Organe belehrende Vor träge gehalten, in welcher Weise bei eintretenden Symptomen des Hivschlages helfend einzugreisen sei. Bei der Wichtigkeit dieses Gegenstandes für weitere, insbesondere Arbeitskreise erscheint eS von Bedeutung, der Frage der ersten Hilfeleistung auch in der Presse besondere Beachtung zu schenken. Die äußeren Zeichen bei Erkrankung am Hitzschlag und Sonnenstich sind: brennender Durst, große Mattig-keit, Schwindel, schwacher Pulsschlag und geröthete trockene Haut. In solchen Fällen ist die erste Be-tmgung. dass der Patient an einen, möglichst kühlen Platz ruhig hingelegt wird. Die Kleider müssen geöffnet, und es muss dem Ermatteten Wasser gereicht werden. Nach Anwendung dieser Mittel wird der Anfall sehr bald vorübergehen. Lasst man dieselben jedoch tmbeachtet, so tritt leicht der Fall ein. dass der Kranke das Bewußtsein verliert. Der Athem geht dann in schnellstem Tempo, wahrend die Bewegungen des Pulses kaum noch fühlbar sind. Nicht 'lange, und es beginnen Glieder und GesichtSzuckungen, und man kann jeden Augen blick ge'aßt fein, dass eine Herzlungenlähmung dem Leben ein Ende macht. Man sei also auf der Hut und wende so rasch wie möglich die oben erwähnten Mittel an. sallS kein Arzt zur Stelle ist, den man gegebenen Falls unbedingt zu Rathe ziehen sollte. Ist erst Bewußtlosigkeit erfolgt, welche mit allen möglichen Mitteln hintangehalten werden sollte, fo tonnen die schlimmsten Folgen eintreten. tzeillige Arbeit und Plnsketermüdung. Zu diesem Capitel macht in der „D. Med. Wochenschrift" Privatdocent Dr. Hallervorden (Königsberg) therapeutische Bemerkungen, die für Manchen von Werth sein dürften. „Neurastheniker aus geistiger Ueberanstrengung klagen nicht immer so sehr über Kopfdruck und lokal empfundene Hirnerscheinungen, wie über allgemeine Gliederschwäche, Glieder-schmerzen, Muskelermüdung .. . Wie dem auch sei, waS die Theorie betrifft: therapeutisch schien mir Ermüdung Ruhe zu erfordern; daher habe ich seit Jahren derartigen Patienten ruhige, fast platte Rückenlage, die, wie man annimmt, dem Muskel-fystem die meiste Ruhe schafft, sür fünf bis zehn Minuten, und zwar mit geistiger Ruhe, höchstens bei heiterer Unterhaltung, etwa fünf bis zwölf Mal während der Arbeitszeit eines TageS wiederholt, verordnet. Die Wenigen, welche dieser Verordnung nachkommen, haben mir stet« dafür Dank gewußt, indeß von zehn Patienten befolgte es einer. Und seit Jahren halte ich diese Maßnahme sür eine wichtige psycho-hygienische Maßregel, um Schlim-merem vorzubeugen. Schon vor mehr als hundert Jahren hat Kant das Spazierengehen nur unter der Bedingung als Erfrischung bezeichnet, dass es nicht wider Willen, nicht ohne die dem Subject angemessene geistige Erholung unternommen würde; denn ohne geistige Ablenkung bleibt es eine bloße Muskelanstrengung, eine Steigerung der schon vor-handenen Ermüdung. Daher auch alle Steig-. Tret-und Muskelbewegungsmaschinen einem ganz anderen Zweck dienen. als daS Spazierengehen — wie denn das Spazierengehen nicht sowohl um der Muskel-bewegung, als um der geistigen Ablenkung willen verordnet und eingeübt werden soll. Die meisten geistigen Arbeiter, welche jetzt ihre abgezählten Kilo-meter als Pensum laufen, gehören aufS Sopha oder in den Wald oder sonst wohin, wo sie nach ihrer Anlage Freude und Ablenkung finden. Körper-lich angestrengte Arbeiter aber vermögen sich nicht in Vortragsabenden zu erholen, denn bei ihnen kehrt sich die Sache um. Hin fahrendes Pogelnest. Ein Rothschwänz-chenpaar baute vor einigen Wochen am unteren Theile eines EiienbahnwaggonS in Quedlinburg ein großes starkes Nest; nach einigen Tagen fanden Eisenbahnbedienstele in demselben 6 Eier und vor Kurzem 2 Junge. Bemerkenswerth ist, dass die Vogelfamilie täglich zweimal die Reise von Qued-linburg nach Thale und zurück unternimmt. Sobald der Zug an einer der beiden Stationen angelangt ist, bringen die Eltern für sich und ihre Lieblinge Nahrung herbei, und trotz des Geräusches aus der oder jener Haltestelle wird dann in aller Ruhe der Imbiß eingenommen. Dabei wissen die seltenen Reisenden genau die Ab- und Rückfahrt des Dampf-rosse« und kommen nicht, wie viele Menschen, zu früh oder zu spät zum Zuge. Hin schauerlicher Seeroman ereignete sich an Bord der amerikanischen B.irk „Herbert Füller", die, mit Bauholz beladen, am S. Juli von Boston nach Argentinien abfuhr. Anstatt das Schiff an seinem Bestimmungsort Rosario angelangt wäre, tauchte es plötzlich am 21. Juli hoch im Norden vor dem Hasen Halifax in Neu-Schottland aus und erregte sofort allgemeine Aufmerksamkeit, da eS seine Flagge auf Halbmast führte und darunter eine schwarze Flagge zeigte, woraus sich schließen ließ, das» eine Meuterei an Bord vorgekommen sei. Thatsächlich befanden sich in einem offenen Ruderboot, das durch ei» Tau am Stern der Bark befestigt war. drei schrecklich zerhackte Leichen, die-jenige des Capitäns, seiner Frau und deS ersten Steuermannes. Die drei Personen waren in der Nacht zum 13. Juli ermordet worden. Der That dringend verdächtig sind der zweite Steuermann, sowie ein Matrose, die in jener Nacht am Steuer-rüder beschäftigt waren. Ob die beiden noch mehr Spießgesellen haben, ist noch nicht festgestellt. E» gelang der Mannschaft, die verdächtigen Personen zu überwältigen und in Eisen zu legen, worauf man beschloß. Halifax als Nothhafen anzulaufen. Die von der Hasenbehörde angestellten Verhöre gaben Grund zu der Vermuthung, das« schon zur Zeit der Abfahrt deS SchiffeS von Boston der Plan bestand, sich des SchiffeS zu bemächtigen und da«-selbe an die cubanischen Aufständischen zu verkaufen. Die Verhafteten werden ohne vorhergehendes AuS-lieferungsverfahren nach den Vereinigten Staaten gebracht werden. Wieder zum Leben erwacht. Ein 44jähriger Araber namens Mohamed ben Achmed hatte vcriges Jahr vier feiner Glaubensgenossen ermordet und sollte am vorigen Samstag früh 4 Uhr dafür im Bardo mit dem Tode durch Erhängen bestra?t werden. DaS vorhergehende schauerliche Ceremoniell und die Hinrichtung selbst gingen schnell vor sich. Zehn Minuten nach der letzten Zuckung wurde der Strick des Gerichteten durchschnitten, dieser fiel zur Erde, der Tod wurde festgestellt und man brachte die vermeintliche Leiche nach dem Friedhof der Ge-henkten. Während nun der Todtengräber beschäftigt war, das Grab vollends auszuhöhlen, erhob sich der Gehenkte und sagte: „Bevor ihr mich begrabt, gebt mir zu trinken!" Die Anwesenden entflohen entsetzt und benachrichtigten die Behörden; Mo-hammed wurde ins Spital geschafft, in ärztliche Behandlung genommen, und befindet sich zur Zeit sehr wohl. Alle Welt hier zerbrach sich dann den Kopf darüber, ob er noch einmal, und besser gehenkt werden müsse, oder ob er sein Verbrechen gebüßt habe und aus freien Fuß zu belassen sei, oder ob er wenigstens zum Bagno begnadigt werden müsse. Vor 17 Jahren kam der Fall schon einmal vor; der controlierende Arzt sah, dass noch Leben in dem Gerichteten war. Damals, es gab noch keine französische Justiz — kam der Henker allen Fragen zuvor, indem er einige Worte murmelnd, noch ein wenig an der Schlinge zog. Mohammed ben Achmed vom Bey ist zu lebenslänglicher Zwangsarbeit be-gnadigt worden. Aeleidignng dnrchs Aremdenbuch. AuS London schreibt man: Mr. Samuel Chendo« Pole war mit dem Hotel, in dem er während seines letzten Besuches in Tamworth abgestiegen, sehr unzufrieden und beschloss, zwei Fliegen auf einen Schlag zu sangen, als ihm da« Fremdenbuch vorgelegt wurde. Er schrieb hinein: „Das ist ein sehr nettes Hotel und plündert einen nicht wie das gegenüberliegende." Der Wirt des .gegenüber-liegenden" bekam von dieser Eintragung Wind, wie Mr. Samuel zu seinem Schrecken merken sollte. Er sand sich nämlich vor den Birminghamer Ge-schworenen „als böswilliger Verleumder" und hatte dem gekränkten Wirt rund 2000 Mark als Schaden-ersatz zu zahlen. Mr. Samuel ist seitdem auf Fremdenbücher schlecht zu sprechen. Per Alaria-KhereKenthaler in Afrika. In Hest Nr. 8 der bei B. G. Teubner in Leipzig erscheinenden „Geographischen Zeitschrift" (Heraus-geber Professor Dr. A. Heitner) lesen w,r: Die Ausfuhr von Maria Theresienthalern weist seit Decem-ber 1895 eine außerordentliche Lebhaftigkeit auf und nur ein Theil deS Bedarfes kann gedeckt werden. Man schätzt die Zahl der vom December 1895 biS Ende Mai 1896 ausgeführten Stücke auf annähernd sechs Millionen. Allerdings ist eine genaue Ueber-wachung der Ausfuhr nicht leicht, da die Thaler nicht mehr ausschließlich über Trieft, sondern auch über Neapel ausgeführt werden. Das Ausblühen des Thalergeschäftes hängt mit den Ereignissen in Eryträa zusammen; aber auch für die englisch-egqptische Expedition nach dem Sudan werden große Mengen gesauft, die über Suakim in das Innere des Lande« befördert werden. Trotz der Bemühungen der Türkei und Eayptens, durch einen hohen Werth, zoll von 8 pCt., die Einfuhr von Levantiner Thalern einzuführen, hat sich dieser Thaler in Arabien als beinahe einziges gangbares Geldzeichen behauptet und auch Egypttn ist auf diese Münze im Verkehr mit dem Sudan angewiesen. Auch die Bemühungen der europäischen Kolonialmächte, in ihren ost- und nordafrikanischen Besitzungen neue Münzensysteme einzusühren, sind an dem Festhalten der Einge-borenen an den Maria Theresienthalern gescheitert. England hat in Sansibar vergeblich die Rupien-Währung einzuführen gesucht; die Ausprägung der deutsch-ostafrikanifchenMünzen erreichte blos 154,394 Stück und auch Italien hat seine Kolonialmünzen nicht zur Geltung bringen können. Nur in den BarbareSken-Staaten ist der Thaler durch die Francswährung vollständig verdrängt worden. Der Fehler jener Kolonialmünze ist, dass ihr CurSwerth höher ist, als ihr Silberwerth. Nach den Angaben de« Wiener MünzamteS wurden von 1868—1894 insgesammt 35,436.701 Levantiner Thaler aus-gegeben. Kin verhängnisvoller ZUng. Am Halse eines Standbildes der Schutzpatronin in Madrid hängt an einer Seidenschnur ein kostbarer, mit Perlen und Diamanten besetzter Ring, der ohne polizeiliche Bewachung nie in Gefahr kommt, gestohlen zu werden. Der berüchtigt Dieb oder Einbrecher würde eher den Sara feiner Mutter berauben, als diesen Ring. Dieser Ring hat aber auch eine surcht-bare, stark an die Legenden des Mittelalters er-innernde Geschichte. Er wurde sür König Alfons gemacht, der bekanntlich schwindsüchtig war. Der König schenkte ihn seiner schönen Cousine Mercedes als VerlobungSring. Sie trug ihn während ihrer kurzen Ehe. Nach ihrem Ableben gab Alfons den Ring seiner Großmutter, der Königin Christine; diese starb bald darauf, und der Ring kam an des König» Schwester, die Jnfantin del Pilar, welche binnen einem Monat starb. Wieder machte der 6 «Ne«tsch- Macht- 1K9G Ring seine tödtliche Wanderung, diesmal war >s die jüngste Tochter deS Herzogs von Montpensier, Christine, die idn trug, aber nach weniger als drei Monaten das Zeitliche segnete. König AlsonS behielt nun den Ring selbst, lebte aber darnach kein Jahr mehr. Hin H^reis für die kinderreichste Mutter. Ein Einwohner von Clamecy (Frankreich) stiftete zuhanden der Pariser Akademie einen Zehntausend-Frankenpreis, der jährlich derjenigen französischen Mutter zuerkannt werden soll, welche die meisten Kinder har. Die Akademie lehnte die Uebernahme der Verwaltung mit der Begründung ab, dass Kinderzucht nicht zu ihren Ausgaben gehöre. Aass ?apa Wränget ein Mal vor dem kleinen Adolph Menzel, allerdings mit Deckung deS Rückzuges. auSgerissen ist. dürste den Wenigsten bekannt sein. Zur Zeit, al» Menzel an seinem be-kannten KrönungSbilde malte, wurde, so erzählt die .Köln. VolkS-Ztg." der Königin Augusta dar-über geklagt, dass einige Damen vom Hose nicht gerade in ihrem schönsten Augenblick auf dem Bilde wiedergegeben wären. Ritterlich wie immer, erbot sich der anwesende Wrangel den ihm bekannten Künstler auf diesen betrübenden Uebelstand aus» merksam zu machen und ihn zu den nöthigen Aenderungen zu veranlassen. Er suchte Menzel in seinem Atelier aus und betrachtete dort längere Zeit mit Kennermiene daS nahezu vollendete Ge» mälde. Als schlauer Diplomat suchte er sich den Künstler zunächst freundlich zu stimmen, indem er mit rührendem Interesse selbst die kleinsten Einzel-heilen lobend hervorhob. Schließlich erlaubte er sich denn so unter der Hand als störende Kleinig-feit hervorzuheben, dass einige Damen ihm auf dem Bilde nicht eben so hübsch vorkämen, wie in Wirklichkeit. DaS müßte man eigentlich ändern, fügte er schüchtern hinzu. Aber da kam er bei Menzel schön an. Wie von einer Tarantel ge-stachen fuhr der „Kleine" auf. DaS müßte er doch selber am besten wissen. Er hätte die Damen so gemalt, wie sie wäre», und damit basta. Er begreife überhaupt nicht, wie Jemand, der von der ganzen Sache nichts verstände, zu ihm kommen könne, um ihm Vorschriften zu machen. Er mische sich ja auch nicht in den Militärkram des Andern u. f. w. Papa Wrangel schaute erst ganz ver-wundert aus daS „Malinesen", das da schimpfend und fauchend in dem Atelier aus und abschwirrte. AlS aber der „Kleine" sich durchaus nicht beruhigen wollte, schwoll auch ihm die Galle, und er fieng auch an zu räsonniren. Doch damit erreichte er wenig. Im Gegentheil: der immer mehr in die Wolle gerathene Meister sprudelte ihn derartig an, dass er gar nicht zu Wort kommen konnte. Wrangel hielt eS deshalb für gerathen, sich zurückzuziehen. Aber so ganz ohne „Coup" wollte er daS Feld doch nicht dem Gegner überlassen. Sprungfertig, die Thürklinke in der Hand, drehte er sich um, maß den schimpfenden Künstler mit einem verächt-lichen Blick und schrie ihn an: .Sie sind eene widrige kleene Kreete, un Ihr Bild iS scheiß lich!" — und ranS war er. Seitdem soll er für ähnliche Aufträge nicht mehr zu haben gewesen sein. Z>ie Verschwörung des Alaska. Eine kleine reisende Gesellschaft, welche sich den Marktflecken Woleyhka an der deutsch-rusischen Grenze zur AuS-Übung ihrer künstlerischen Thätigkeit auserkoren hat, kündigt ihre erste Vorstellung in folgender Weife an: „Die Verschwörung deS Fiasko. Doggen von Genua und Venedig. VatterländischeS HeldengroßeS berühmtes Ritterschauspiel mit ein'm wirtlichen Brand zum Beschluss. Bearbeitet von Julius von Sachsen in süns Auszüge. Personen: FiaSco der Doggen: Director Jelber! Eleonohre dessen Ge* mahlin: Madame Helber; Dona, Fürst von Genua. Herr Nossipal: Julie, eine Buhlerin dessen Schwester: Dem Rossipal? Verrina ein Ge-schworen«; Häuptling aus Genua: %• (Theater-sreind); Hussah ein Moor: kleiner Helber. Ge-schorene. Massen, wallische Bandisten. Am Schlüsse ein wirklicher Mordbrand von rothen Feuer. Geehrte Herrschaft. Gähner und Kunstsreinde! Dieses berühmte Stück empfiehlt sich, wo keine Kostenersparung nicht gescheut und über all' bereits mit größten Beifall ausgenommen, weil wir in der hieroriigen Gegend nur eine kurze Zeit unS verhalten können, bitten wir doch recht sehr, um Ihrige Gnade und Beistand Unterthänigste. Preise der Plätze. Erster Platz nach Belieben hoher Gähner. Zweiter Platz 20 Psenig. Dritter Platz oder Kinderbilljet wird eingesammelt. Anfang acht Uhr. Auch sind bei der Caßa vorzüglichste wohl riechete Seifen und in den größten Städten abge-setzte Fleckkugeln, wo man selbe sich sogleich von der Prob überzeugen kann und billigste Preise zu haben so auch wohl riechete VidibuS in Elwi. bitte um zahlreiche Verehrung. Josefa Helber." Biberfell. Bei einer Prüfung in einer Volks-schule zu Aachen ereignete sich ein drolliger Zwischen-fall. Der Prüfende fragte: „Wann hat Gott die Ehe eingesetzt^" „Im Paradiese', war die prompte Antwort. „Und mit welchen Worten that er dies?" „Ich will Feindschaft setzen zwischen Dir und dem Weibe!" hieß eS schlagfertig zurück. minen der südafrikanischen Republik. (Mit 1 Karte.) — Berühmte Geographen. Naturiorscher und Reisende. Mit i Porträt: Tr Friedrich Tieierici. — Geographische Netro-loqie. Todesfälle. Mit I Porträt: R. P de Teien. — Kleine Mittheilungen aus allen Srvlheilei» — Geographische und verwandt« Vereine. — Vom Büchertisch. Siiaeganqene Bücher, Karlen -c. — Karlenbeilage: südasritanische Republik. Maßstab 1:4,000.000. FRITZ RASCH Buchhandlung, CILLI. Die zur Bereitung einet kräftigen und gesunden Haustrunks 2>v<£ost nöthigen Substanzen ebne Zacker empfiehlt vollständig ausreichend zu 150 Liter Apotheker Hartmann Steckborn,Schweiz». Konstanz, Baden. Vor schlechten 5aohahmui&fen wird Ausdrücklich g*warnt! ZcufaUs« (tatst and franco n Diensten. — Yerkanf ton k. k. 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Die deutsche überseeische Auswanderung im Jahre 1895. Von Adolf Tromnou in Bromberg. Die (8old> W ICH OIE •V Um allen TMu-•ohungao vorzubeugen, führe von nun an dleee OrdlleH real-atrlrte Schutzmarke. Allein echter (Tinctura bulttmioa) M Ap0t5«k«r» A.Thierry, Pregrada bei Rohitsch-Saaerbrunn. fniliillDtillta (tttift nl Aeltealea, bewahrtest«*, reellatee und billigstes Volks-Hau amlttol. HuitsnstlllsiiS, innerlieh aa< üuaaarllck aokeartaUllaaii und ga-lintfs aiführaaa, taaaardoli ga|a« Zahnachmeri, Froatbauian, Braatf-■undaa ato. Echt «ad unwrfdlKI]! 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September und dauern bis Ende October. 770-73 f Die Amtscollegen de» k. k. st. dlg. Bezirksgerichtes Cilli gebtn hiewit die Nachricht von dem am 24. August 1896 in Graz erfolgten Ableben ihres Collegen welcher »ach langem schmerzvollen Leiden im 30. Lebensjahre verschied. Cilli, am 26. August 1896. 776 mm senden, saust Versandt nur gegen wnengT An die Firma E. ff. ENGELS, Eger ii Böhmen n . "... - VYYA V C! « 1 » Unterzeichneter Abonnent der „Deutschen Wacht", ersteht um . - nvvu»ovuou naviH , CI9UIUI UIU portofreie Zusendung eines Probe-Taschenmessers Nr. 414 I. 8. wie Zeichnung, mit zwei aus englichem Silberstahl geschmiedeten Klingen und mit vergoldetem Stahlkorkzieher, Heft feinste Schildpatt-Imitation, Ifc/uirif.ii n n^st Da! itMM 4* - — ■ ___ /I A t 1 .1. . . . . hochfeinste folitur. fertig zum Gebrauche, und verpflichtet sich, das Messer innerhalb acht Tagen unfrankiert zu retournieren oder 90 kr. dafOr einzusenden. Grane Leder-Etuii dazu 20 kr. 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